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Full text of "Urkunden und Akten der Stadt Strassburg, herausgegeben mit Unterstützung der Landes- und der Stadtverwaltung"

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URKUNDEN  UND  AKTEN 

DER 

DD 

ISU5    STADT  STRASSBURG 

HERAUSGEGEBEN 

MIT  UNTERSTÜTZUNG  DER  LANDES-  UND  DER  STADTVERWALTUNG. 


ERSTE  ABTHEILUNG 


URKUNDENBUCH  DER  STADT  STRASSBURG. 


STRASSBURG 

UNIVERSITÄTS-BUCHDRUCKEREI  VON  J.  H.  ED.  HEITZ  (HEITZ  &  MÜNDEL) 

1899. 


ÜRKUNDENBÜCH 


DER 


STADT  STRASSBURG. 


SECHSTER  BAND 

POLITISCHE  URKUNDEN  VON  1381-1400 


BEARBEITET 


VON 


JOHANNES  FRITZ. 


u°- 


M 


ff1 


STRASSBURG 

VERLAG  VON  KARL  J.  TRÜBNER 
1899. 


VORWORT. 


?<??•  vorliegende  VI.  Band  des  Straßburger  Urkundenbuches  umfaßt  die  Jahre 
381  bis  1400  einschließlich  und  erreicht  damit  die  vorläufig  für  die  Herausgabe 
der  Straßburger  Urkunden  gesteckte  Grenze.  Daß  nur  20  Jahre  diesem  Bande  vor- 
behalten  wurden,  rechtfertigt  sich  durch  die  reiche  Fülle  des  Stoffes.  Ueber  tdOO 
Nummern  zählt  der  Band,  und  doch  ist  damit  eine  absolute  Vollständigkeit  weder 
erreicht  noch  beabsichtigt.  Manches  mußte  ausgeschieden  werden  oder  konnte  nur  in 
den  Fußnoten  Erwähnung  finden.  Auch  auf  die  rein  kirchliche  Angelegenheiten 
betreffenden  Stücke,  die  in  früheren  Bänden  aufgenommen  sind,  ist  angesichts  der 
Fülle  des  politischen  Materials  verzichtet. 

Die  Sammlung  und  Sichtung  des  Materials  hat  zwar  noch  zu  der  Zeit  statt- 
gefunden, als  die  Bestände  des  Stadt- Archivs  zum  großen  Teil  ungeordnet  und  unter 
die  Benutzung  recht  erschwerenden  Umständen  in  den  alten  unzulänglichen  Archiv- 
räumen  des  Stadthauses  aufbewahrt  waren.  Doch  hat  seit  der  verdienstlichen  Neu- 
ordnung des  Archivs  eine  Nachlese  und  besonders  bezüglich  der  jetzt  in  Schränken 
aufbewahrten  Pergamenturkunden  eine  genaue  Nachprüfimg  der  Bestände  stalt- 
gefunden, so  daß  für  diesen  Teil  Vollständigkeit  in  Anspruch  genommen  werden 
darf.  Solcher  Pergamenturkunden  enthält  dieser  Band  allein  aus  dem  Stadt- Archive 
über  200. 

Bei  dieser  Gelegenheit  mag  daran  erinnert  werden,  daß  weit  mehr  noch  als 
der  V.  Band  der  vorliegende  VI.  Band  den  Charakter  eines  eigentlichen  Urkunden- 
buches  verlieren  mußte  durch  das  ganz  bedeutende  Ueberwiegen  der  politischen  Corres- 
pondenzen,  Berichte,  Gesandteninstruktionen,  Entwürfe,  Abrechnungen,  Ordnungen, 
Listen  u.  dergl.  über  die  Urkunden.  Aber  schon  flüchtige  Durc/isichl  xcird  er- 
kennen lassen,  daß  bei  aller  Achtung  vor  den  wirklichen,  uns  als  Originale  oder 
Copien  überlieferten  Urkunden,  denen  manche  Urkundenbücher  allein  Aufnahme  ge- 
währen, diese  tausend  kleinen   und  im  Einzelnen  oft  recht  unbedeutenden  Nieder- 


VI  VORWORT. 

schlage  Slraßburger  Vergangenheit,  wie  sie  außer  in  den  großen  Beständen  von 
Briefen  oft  auf  losen  Papierzetteln,  mehrfach  benutzten  Conceptblättem,  Rückseiten 
älterer  Urkunden  u.  dergl.  erhalten  sind,  in  ihrer  Gesamtheit  einen  größeren  Wert 
beanspruchen  dürfen  als  jene. 

Denn  in  eine  politisch  so  bewegte  Zeit,  wie  es  die  Jahre  von  1380—1400  für 
Straßburg  waren,  gestatten  erst  sie  den  vollen  Einblick.  Und  manches,  was  dem 
Politiker  geringfügig  scheint,  wird  dem  Kulturhistoriker ,  dem  Nationalökonomen  oder 
dem  Rechtshistoriker  willkommen  sein.  Letzteren  mache  ich  aufmerksam  auf  das  am 
Ende  des  Bandes  abgedruckte  Achtbüchlein  aus  den  Jahren  1380 — 1400,  jene  verweise 
ich  auf  die  teilweise  schon  bearbeiteten  Münzsachen,  die  mancherlei  das  Gewerbe, 
den  Handel,  den  Verkehr  und  die  Zölle  betreffenden  Correspondenzen,  Beschlüsse  und 
Verordnungen.  Für  Kriegs-  und  Lokalgeschichte  sind  die  zahlreichen  Aufrüstungs- 
Ordnungen  und  Söldnerlisten  von  Wert.  Daß  sie  meist  in  extenso  gedruckt  sind, 
dürfte  manchem  überflüssig  dünken,  schien  aber  durch  die  keine  Excerpte  zulassende 
Eigenart  des  Stoffes  geboten. 

Von  den  großen  wellgeschichtlichen  Begebenheiten  dieser  20  Jahre,  die  sich  in 
dem  engen  Rahmen  städtischer  Geschichte  wiederspiegeln,  seien  nur  hervorgehoben  .■  das 
päbstliche  Schisma,  die  Absetzung  König  Wenzels  und  die  Neuwahl  eines  Königs. 
Näher  als  diese  Dinge,  denen  gegenüber  die  städtische  Politik  naturgemäß  eine  mehr 
abwartende,  passive  sein  mußte,  stehen  unserer  Stadt  Straßburg  alle  die  Ereignisse, 
welche  mit  der  Gründung  und  Wirksamkeit  der  großen  Slädtebünde  zusammenhängen. 

Am  20  März  1381  schließt  Slraßburg  mit  Mainz,  Worms,  Speyer, 
Frankfurt,  Hagenau  und  Weißenburg  einen  Bund  auf  3  Jahre,  und  bereits  am  17  Juni 
desselben  Jahres  tritt  dieser  Bund  in  ein  enges  Verhältnis  zu  dem  schwäbischen 
Städtebunde.    Kurze  Zeit  darauf  erfolgte  der  Anschluß  der  Schweizer  Städte. 

Damit  ist  der  Grund  gelegt  zu  einer  außerordentlich  regen,  bedeutungsvollen 
und  fol genschweren  politischen  Aktion,  an  der  wir  unsere  Stadt,  die  schon  als  die 
natürliche  Führerin  der  kleinen  elsässischen  Städte  und  als  Mittelpunkt  eines  bereits 
ausgedehnten  und  stets  wachsenden  Außenbürgerwesens  eine  einflußreiche  Rolle  spielt, 
stets  an  hervorragender  Stelle  teilnehmen  sehen.  Doch  hinderte  diese  Zugehörigkeit 
zu  den  beiden  Bündnissen  Straßburg  weder  an  vorteilhaften  Sonderbündnissen  mit 
Städten  und  Fürsten  noch  an  der  gebotenen  Zurückhaltung  und  vermittelnden  Stellung 
in  dem  großen  schwäbisch-bairischen  Fürsten-  und  Städtekrieg.  So  hat  auch  die  in 
Schwaben  im  Jahre  1388  hereinbrechende  Katastrophe  Straßburg  nicht  unmittelbar  in 
einen  Krieg  verstricht,  sondern  erst  ein  zufälliges  Ereignis,  die  Gefangennahme  eines 
englischen  Ritlers  durch  den  Straßburger  Außenbürger  Bruno  von  Rappoltstein, 
gab  dem  König  und  den  zum  Teil  früher  mit  der  mächtigen  Stadt  verbündeten 
Fürsten,  zu  denen  auch  der  eigne  Bischof  Friedrich  von  Blankenheim  gehörte, 
Veranlassung,  einen  Schlag  gegen  die  längst  gehaßte  Stadt  zu  führen  durch .-  Reichs- 
acht und  Krieg.  Reiches  Material  über  die  schwere  nun  folgende  Zeit  liegt  in 
unserm  Bande  vor. 

Nach  dieser  ernsten  Krise  war  es  der  Kampf  um  das   erledigte  Bistum,  der 
lange   die  Gemüter  bewegt   und   uns    wiederum   eine  Fülle   interessanten   Materials 


* 


VORWORT.  VII 

hinterlassen  hat.  Hinzu  kommen  zu  all  den  hier  berührten  größeren  politischen 
Angelegenheiten  sowohl  zur  Zeit  der  Slädtebünde  als  nach  dem  Jahr  1389  die  vielen 
Fehden  und  Kleinkriege,  in  denen  Straßburg  entweder  die  kriegführende  oder  in- 
folge bundesmäßiger  Mahnung  hülfebringende  Macht  ist. 

Auch   manche  einzelne   führende  oder  besonders  thälige  Persönlichkeiten,  die 

meist  den  bekannten  Geschlechtern  angehören,  in  ihrem  Wirken  und  ihrer  Bedeutung 

u  erkennen,  gestattet  die  große  Menge  von  Briefen,  Gesandtschaflsberichten  und  dergl. 

Selbstverständlich  ist  nicht  Alles,  was  dieser  Band  bietet,  neu  und  unge- 
druckt. In  anderem  Zusammenhang  hat  manches  schon  in  den  Reichstagsakten 
Beachtung,  Erwähnung  oder  Abdruck  erfahren.  Anderes  wieder,  was  sich  auf 
das  Verhältnis  Slraßburgs  zu  Bruno  von  Rappoltstein  bezieht,  hat  das  Rappollsleiner 
Urkundenbuch  bereits  gebracht,  während  für  die  Beziehung  der  Stadt  zu  dem  stets 
mit  ihr  im  regen  Verkehr  stehenden  Markgrafen  Bernhard  von  Baden  die  Re- 
gesten der  Markgrafen  von  Baden  reiche  Ausbeule  im  hiesigen  Archiv  gehallen  hatten. 
Die  Art  und  Bedeutung  des  Gegenstandes  hat  über  die  Art  der  nochmaligen  Wieder- 
gabe in  unserm  Bande  entschieden. 

Das  Register  ist  im  Allgemeinen  nach  den  in  den  früheren  Bänden  befolgten 
Grundsätzen  angelegt,  nur  ist  im  Interesse  der  Deutlichkeit  von  der  Angabe  der 
Zeilenzahl  abgesehen.  Bei  der  Bearbeitung  dis  Artikels  Slraßburg  hat  das  Register 
des  unlängst  erschienenen  Ergänzungsbandes  als  Muster  gedient. 

Von  austoärtigen  Archiven  wurden  für  diesen  Band  das  Frankfurter,  Karls- 
ruher, Stuttgarter,  Ulmer,  Baseler,  Schletlstädter  zum  Teil  mit  gutem  Erfolg  besucht. 
Den  verehrten  Vorständen  derselben  sei  für  ihr  liebenswürdiges  dienstbereites  Ent- 
gegenkommen an  dieser  Stelle  herzlich  Dank  gesagt.  Auch  dem  Archiv  zu  Ascha/fen- 
burg  verdankt  dieser  Band  durch  die  Freundlichkeil  des  Herrn  Archivar  Dr. 
Morneweg  eine  Anzahl  wertvoller  Beiträge. 

Zu  besonderem  Danke  ist  der  Bearbeiter  den  Vorständen  des  hiesigen  Stadt- 
archivs Herrn  Dr.  Winckelmann  und  des  hiesigen  Bezirks-Archivs  Herrn  Profes- 
sor Dr.  Wiegand  verpflichtet,  letzterem  noch  besonders  für  manchen  wertvollen  Rat  und 
gütige  Mitarbeit  beim  Lesen  von  Korrekturen.  Gleichen  Dank  schuldet  er  auch  den 
Herren  Dr.  J.  Bernays  vom  hiesigen  Stadtarchiv  und  Dr.  Hans  Witte.  Nicht 
minder  sei  des  stets  bereiten  Entgegenkommens  und  der  geduldigen  Mitwirkung 
der  Universitäts-Druckerei  von  Heitz  &  Mündel  an  der  oft  nur  langsam  vor- 
rückenden Arbeit  des  durch  Berufspflichten  in  Anspruch  genommenen  Herausgebers 
gedacht. 

Straßburg,  im  August  1899. 

JOHANNES  FRITZ. 


INHALTSVERZEICHNIS. 


Seife 

Politische  Urkunden 1—848 

Bericlitigungen  zu  S.  1—848 849 

Nachtrag 851-866 

Register 867-923 


POLITISCHE    URKUNDEN. 


VI. 


1.  GöntzS  Bocke  der  meiste?  und  der  rat  vitn  Strazburg  vorkünden  öffentlich: 
das  umbe  alle  die  vigenlschuft  kriege  und  slöszo,  so  /.wisclient  dem  edeln  jungherrcn 
Johanse  von  Ochsenstein,  keller  der  nierren  stift  zu  Strazburg,  und  den  sinen  ul 
ein  sile  und   uns  und  den   unsern   uf  die  ander  site  gewesen  sint   .   .   .  .  ,  wir  frünt- 

»  liehe  und  gentzliche  gesünet  ....  sint.  geben  an  dem  ersten  samestdage  vor 
sant  Erhartsdage  in  dem  jare  1381.  1381  Januar  6. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  cop.  eh. 

2.  Johans  von  Ohsenstein  keller  der  merren  stift  zu  Strazburg  schliesst  eine 
Sühne  uül   der  Stadt  Strassburg  von  der  geschulte  und  der  getftl  wegen,  die  ich  und 

io  die    niinen  getan  habent  an  Heintzen,    der  da  ist  Claus  Mülsteins   burgers   zii  Straz- 

burg  gedingeter  kneht gegeben  an  dem  ersten  samestdage  vor  sant  Erhartz- 

dage  des  heiligen  bischofes  in  dem  jare  1381.  1381  Januar  B. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  165/166  nr.  65.  or.  mb.  lit.  put.  c.  sig.  pend.  delaps. 

3.  Johans  von  Ohsenstein  dechan  der  merren  stift  zu  Strazburg  thut  kund,  dass 
15  er   um   alle   Feindschaft   und  Kriege  mit  der  Stadt  Straszburg  gesühnt    sei    und    mit 

nammen  von  der  geschulte  und  getät  wegen,  die  Johans  von  Ohsenstein  keller  der 
vorgenanten  stift,  unser  vetter,  und  die  sinen  getan  hant  an  Heintzen,  der  da  ist  Claus 
Mülsteins  bargers  zu  Strazburg  gedingeter  kneht .  .  .  und  ouch  dar  zu  mit  nammen  an 
der  stat,  den  lüten  und  den  unsern  zu  Berse,  in  weihen  weg  daz  allesament  geschehen 
20  si.  gegeben  an  dem  ersten  samestdage  vor  sant  Erhartzdag  des  heiligen  bischofes 
1381  1381  Januar  ß. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  166.  or.    mb.  c.  sig.  dd. 

4.  Strassburg  an  Sarburg:  antwortet  auf  erhobene  Beschwerde,  dass  Claus  von 
Grostein  jede    Teilnahme  und    Mitwissenschaft  an  der  Gefangennahme  des  Sarburger 

-'s  Bürgers  Claus  von  Langocha  ableugne,  die  höchstens  auf  seinen  Dienstherren  Conrad 
von  Lichtenberg  zurückzuführen  sei.  Den  jetzt  nicht  anwesenden  jungen  Herrn  von 
Grostein  wolle  man  später  auch  verhören  und  dann  weiter  berichten.  datum  feria 
seeunda  proxiina  ante  diem  beali  Erhardi  episcopi.  [1381]  Januar  7. 

Str.  St.  A.  ÄA  2Ü34.  cop.  eh.  eoaev. 


2  1381 

5-      Schwörbrief  des  Ammanmeister  s  Walter  Wassicher.  1381  Januar  10. 

Ich  Walther  Wassicher  ammanmeister  zii  Strasburg  Vergüte  und  künde  menglichem 
mit  disem  briefe,  alse  der  erber  fromme  man,  herr  Heinrich  Arge,  der  dise  nehsteD 
vergangen  nüne  jare  ammanmeister  gewesen  ist,  dazselbe  ammanmeistertüme  von 
krangheit  wegen  sines  libes  mütwillekliehe  ufgegeben  het  und  ich  darumbe  an  sinre  r» 
stat  gekosen  gesetzet  und  gemachet  bin  zu  ammanmeister,  daz  ich  ein  ammanmeister 
sin  und  bliben  sol  dis  jar  us,  daz  ni'i  zu  nehste  komet,  daz  ich  darumbe  vor  meiste? 
und  rate  zii  Strazburg  gesworn  habe  offenliche  an  den  heiligen  alles  daz  stete  zu 
habende,  zu  haltende  und  zu  vollef  urende  dis  selbe  jare  us,  daz  nü  zii  nehste  komet, 
daz  her  Johans  Zorn  dem  man  sprichet  Lappe,  her  Heinrich  von  Mulnheim  rittere,  n 
her  Giintze  Bocke  und  her  Johans  Schilt,  die  vier  meistere,  von  derselben  irre  meister- 
schal't  wegen  gesworn  hant,  alse  daz  der  versigelte  brief  bewiset,  der  darüber  gemachet 
und  mit  iren  und  hern  Heinrich  Argen  anhangenden  insigeln  versigelt  ist,  durch  den 
dirre  min  brief  mit  minem  ingesigel  versigelt  gestoszen  und  gezogen  ist,  daszselbe 
ouch  der  vorgenante  herr  Heinrich  Arge  gehalten  haben  solte  das  eine  jar  us,  das  15 
nü  zu  nehst  komet,  were  es  obe  er  dasselbe  jar  ammanmeister  bliben  were  äne  alle 
geverde.  und  des  zii  einem  Urkunde,  so  habe  ich  min  eygen  ingesigel  an  disen  selben 
minen  brief  gehencket.  der  wart  gegeben  an  dem  ersten  dunrestdage  nach  sant 
Erhartes  tage  dez  heiligen  bischofes  in  dem  jare,  do  man  zalte  von  gotz  gebürte  1381. 

Str.  St.  A.  AA.  61.  anhätigend  an  dem  großen  ScInvOrbrief  von  1371.      .  20 

6.  Schultheiss  und  Rat  von  Sarburg  stellen  ein  Vidimus  aus  für  eine  Beschei- 
nigung der  vier  Schöffen  und  Geschwornen  des  Gerichts  zu  Tränheim,  dass  der 
Sarburger  Bürger  Claus  von  Langocha,  der  auf  Befehl  des  jüngeren  Claus  von  Grostein 
auf  Niedeck  gefangen  gehalten  wurde,  von  den  Vögten  des  Schlosses  im  Auftrage 
ihres  Herren  entlassen  sei  unter  der  Bedingung  14  Tage  nach  Weihnacht  lüü  Gulden  s» 
zu  zahlen  oder  ins  Gefängnis  zurückzukehren.  Hetzil,  Kirchherr  zu  Tränheim,  besiegelt 
den  Brief.  Sarburg  beglaubigt  ihn.  samestag  vor  St.  Sebastianesdage  also  man 
zalte  .  .  .  im  Metzer  bistüm  drüzenhundert  und  achtzig  jor1.  1381  Januar  in. 

Str.  St.  A.  AA  2034.  or.  eh.  lit.  pat.  c.  sig.  impr.  del. 

7.  Gyso    Kalzmann   au   Meister   und   Rat:    berichtet,   daß  er  die    Absolution.  30 
erwirkt  habe.  Rom  [1381]  Januar  24. 

Servicio  fideli  ac  perpetuo  cum  recornmendacione  premisso  venerahdi  domini  mei 
noverint,  quod  in  causa  vestra  fideliter  laboravi  et  ante  adventum  Byponis  sentenciam 


1  Diese  Metger  Jalwesrechnung  ist  auf  1381  zu  reduzieren-  —  Zu  dieser  Angelegenheit  gehören  aus 
AA  2Ü35  noch :  1)  Ein  Brief  Sarburgs  an  Straßburg  mit  dem  Ersuchen  für  ihres  Bürger's  Freilassung 
zu  sorgen,  nachdem  derselbe  von  Claus  v.  Grostein  ledig  gesprochen  sei.  1381  Februar  4.  — •  3)  Die 
Sarburger  wollen  dem  gefangenen  Straßburger  Burhel  Gralap  für  14  Tage  Ziel  geben,  wenn  dem  noch 
immer  gefangenen  Claus  v.  L.  die  gleiche  Frist  bewilligt  wird,  und  sind  zu  einer  Tagleistung  während 
derselben  bereit.  1381  Februar  13.  —  3)  Brief  Sarburgs  fast  gleichen  Inhalts.  1381  März  20.  —  Vgl. 
hierzu  Bd.  V  nr.  1399  u.  1400. 


1381  3 

super  absolucione  pro  vobis  oblinui,  cum  nun  modicis  laboribus  <-i  ex|>ensi>.  proul 
de  hoc  ei  cutis  restria  aegociia  nee  non  da  reeeptia  ei  exposiüa  vastro  aecreaario 
magistro  Heinrico  de  Haseln  plenissime  soiipsi,  qui  pleniaa  roa  eciam  iuionnabii  de 
(ininihiis.  quare  hie  isla  noii  repeto  causa  breritatia.  ot  inetrumenl dicte  nnanhsri 

i  onis  vol)is  transiiiiiio  per  preeentem  neenon  etiam  copiam  coBBcoiaeiosia  obtaotfl  HO 
W'aiiiicro  Waasicber  et  aliis,  prout  ultimo  In  ecriptia  demaadaatia.  at  laboravi  in 
omnibus  baue  et  ftdetiter,  meaa  eciam  propriaa  paeuniaa  in  negoeiis  vaatrie  toma 
mutuando.  in  primia  cardinaleno  promotorem  et  expeasas  nuncü  voeül  Rypouie, 
quem  ex  co  rettnui,   ut   Bingula  videret,  audirel   <i  referret,  quam  etiam  alias  anno 

io  preterito  in  estate  bene  aeptem  aeptimanie  retinal,  ui  laborea  auper  vestra  eomisalooe 
videret   qU08    liabui.  de    singulis  reeeptis    et    exposilis  in  causa   vestra,    ul  prcdicilur, 
niagisler  Heinricua  vpa  infonnabil,  de  uiutuatis  vero  in  negocio   dieli  Waltheii   V. 
sicher  tarn   äictul   magister   Heinricua   quam   etiam    Rypo  qui   debitum    recogaovit 

corani   pulilico    nolario  vos   informabunt.    bene  et    fideliler  laboravi.    non    dubilo  quin 

lr>  ero   graciose    a    vobis    ConsolatUS  pro  labore.    (;t  super  hoc  ine    gracie  veslre    raoOBB- 

inendo  humiliter  michi  tamquam  servitori  vestro  semper  preeipiena.  valcie  in  Christo 

et  slaluin    universitatis   vestre   conservet    altissimus.    scriptum   Home   in  vigilia    leeti 

conversionis  beati   Pauli  aposloli.  item   seitote,    quod  cum  difficultate  relinui  Hypouciii 

pro  nunc  in  curia    ad  vidcnduni    facta  vestra  et  ad  solicilandum  ea,   tue  OOOquestaa 

ao  l'uit  michi,  quod    de  aeptem   Beptimanis,  ajuibua    alias    ipsum  retinui,  sibi  sit    niiuiuie 

satis  factum  de  labore.  unde    ipsum    vobis  tideliter  recommendo,    quia    pauper    esl  et 

vir  vester  lidelissiinus  servitor   legalis   et   circumspectus  et  de  presenti  bene   lidclilcr 

facta  vestra  sollicitavit. ' 

Vester  fidelis  servitor 

h  Gyso  Katzmann  in  omnibus. 

[In  cersu\    Vcncrahilibiis    |>rudenliliiis  viris    magistris    universitatis  Ar<ientinensis 
dominis  suis  graciosissimis. 

Str.  St.  A.  AA  1407  or.  eh.  Ut.  el.  c.  sig.  in  v.  imirr.  nur  die  Adresse  wn  seiner  eigenen  Hand. 


U.     Gerichtspricileg  König  Wenzels  für  Straßburg.   Nürnberg  issi  Januar  '49. 


:m 


Wir  Wentzlaw    von  goles    gnaden    romischer    kunig    zu    allen  Zeiten    merer    das 
reiche  an  kunig  zu  Beheim  embieten  dem  edeln  EludohTen  graven  zu  Sultz  lantrichtarr 

und  den  schöpfen  des  lanlgerichtes  zu  Hotwyl  unsern  und  des  heiligen  reichs  lieben 
getrewen  vmser  hulde  und  alles  gut.  wann  die  burgermeister,  der  rat  und  die  burger 
gemeinlichen  der  stat  zu  Strasburg  unser  und  des  heiligen  reiches  lieben  getrewen 
85  von  uns  und  dein  heiligen  reiche  also  gefreyet  sint,  das  man  sie  für  unser  kuniglich 
hoffgerichte  nicht  laden  sal  noch  für  dhein  ander  lantgerichte  oder  gerichte  und  wir 
sie  hey  denselben    freyheiten    und  gnaden  behalten,    meinen  doch  also,    das    die  vor- 

1     Erst  im  April  1380   wurde   Giso  beauftragt,  auch  Walther  Wassichcrs  Sache  tu  betreiben.    Vgl. 
Bd.   V  nr.  1377  u.  1394. 


4  1381 

genanten  der  burgermeister  rat  und  burger  der  stat  zu  Strasburg  nyemant  in  derselben 
slat-  zu  Strasburg  das  recht  versagen  sullen,  sunder  yederman  eyns  unverczogenlichcn 
rehtes  helllen  nach  seyner  clage.  wir  wollen  auch,  were  es  Bache,  das  yemand  dheinen 
echter  in  der  egenanten  slat  zu  Slrazburg  mit  dem  rechten  anspreche,  das  dein  zuhaut 
die  vorgenanten  burgermeister  rate  und  burger  der  stat  zu  Strasburg  rechtes  hellten  i 
sullen  und  das  yn  das  gen  nyemande  keinen  schaden  bringen  sal.  were  aber  das 
sie  dem  cleger  oder  clegern  nicht  rechtes  hulflen  und  recht  versagten,  so  mag  der 
cleger  dieselbe  von  Strasburg  vor  dem  reiche  dorumb  beclagen  oder  wo  yin  das 
allerfugelichest  ist,  da  ym  recht  von  yn  widerf'aren  mag.  auch  wollen  wir,  were  es 
sache,  das  die  vorgenanten  burgermeister,  rate  und  bürgere  gemeinlich  der  egenanten  i» 
stal  zu  Strasburg  geladen  weren  oder  wurden  und  sie  dar  nicht  keinen  und  sich  nicht 
veiantwerten,  das  yn  denn  dieselbe  ladunge  gen  uns  und  dem  reiche  keinen  schaden 
bringen  sal  in  dheineweis.  und  gebieten  dorumb  dem  obgenanten  lantrichter  und 
den  schöpfen  desselben  lantgerichtes  zu  Rotwil  bey  iren  truwen  ernstlich  und  vestechch 
bey  unsern  und  des  reichs  hulden,  das  sie  die  vorgenanten  von  Strasburg  furbas  in  15 
ire  lantgerichte  nicht  laden  oder  heyschen  sullen  von  yemants  wegen  von  was  sachen 
ouch  das  were.  wer  auch  das  sie  bisher  geladen  oder  gerechtet  weren  von  yrem 
lantgerichte,  so  sullen  sie  alle  clage  und  acht,  die  wider  die  ofTtgenanten  von  Stras- 
burg weren  geschehen,  zu  haut  on  alle  Widerrede  abtun  also,  das  yn  suliche  clage 
urteil  und  acht  keinen  schaden  brengen.  und  wo  sie  des  nicht  enteten  und  ungehor-  ..„ 
s;iin  weren  unsern  geboten,  so  musten  wir  unsere  vorgenanten  lantgerichte  von  yn 
an  suliche  stette  legen,  da  man  unsern  geboten  dorumbe  gehorsam  were.  mit  urkund 
dicz  brieves  versigelt  mit  unser  kuniglichen  majestat  ingesigle.  der  geben  ist  zu 
Nuremberg  nach  crists  geburte  dreyczenhundert  jar  dornach  in  dem  eynundachczigistcin 
jare  am  nehsten  dinstag  vor  unser  frawen  tag  der  liechtmesse  unserer  reiche  des  25 
beheimschen  in  dem  achczehendem  und  des  romischen  in  dem  funfften  jaren. 

[In  verso]  Wilhelmus  Kortelangen.  De  mandato  domini  regis  domino  ducc 

Teschinensi  referente  Conradiis  cpis- 
copus  Lubicensis. 

Str.  St.  A.  AA.  3  nr.  14.  or.  mb.  c.  sig.  pend.  delaps.  (schwarz  u.  gelbe  Schnur.)  30 

Ebenda  AA.  65  Briefbuch  A  fol.  12. 
liegest  bei  Pelzel  Wenzel  I,  102. 
Erwälmt  D.  li.  A.  11,  286. 


9      Eberlin  von  Mülheim  an  Straßburg:  berichtet  über  die  bevorstehende  Ver- 
sö'hnung   des  Bischofs   ton  Mainz  und  des  PfaJzgrafen   Ruprecht,    soirie   über   den  35 
Besuch  des  Reichstages  zu  Nürnberg .  Xiimberg  [1381  Januar  29j'il], 

Min  dinest  noch  uwern  willen  bevor  lieben  herren.  ich  los  uch  wissen,  das  uf 
den  nehsten  zistäg  vor  unser  fröwen  dag  der  liehtmes  herzöge  Rübreht  und  der 
bischöf  von  Menze  versünet  werdent  und  ist  der  kunig  und  sin  rat  lange  domit  unibe 
gangen  und  heil  uns  daz  gesümet,  daz  wir  uch  nut  enbüten  kundent,wan  der  kunig  und 


1381 


sin    n'il    wollen!    weiter    den   beeren    noch   den   steten    kein   ustriig  Ken    unczc    daz  der 

vorgenante  krieg  rersfinel  wart,  and  sinl  au  erst   in  die  kaazeMge   von  awet  siehe 

wegen  and  och  von  des  gemein  leiden  wegen,  d;iz  wir  truwent,  daz  uns  ein  gut 
einde  wirt.  wisenl  öch,  daz  den  herzogen  von  Sasen  und  herzöge  Pridericfa  von 
.->  Peigern  herte  rede  mittenander  haut  gehebel  and  ist  der  kunig  und  aler  sin  rftl  donrite 
beknnberi  gewesen,  duz  sinnet  uns.  trisenl  Ben,  daz  vil  rremeder  tele  zu  NArenberg 
sint  von  disen  goselsehefteri  und  haut  die  von  Menze,  von  Wuruie.-c.  von  Spüre,  von 
Frankenfuri  und  och  wir  uns  mitenander  undei-rot  und  menent  nail  herzöge  Ruprebl 
danan  zfl  rarende,  wisent,  daz  bi  dem  künige  ist  gewesen  ßer  herzogen  von  Peigern 

in    und  der  herzöge   von   Sasen   und    <\vv  junge    von    Wirtenberg    und    der    kardenol    der 
bischof  von    Misen,    bischöf  von    Wirzeburg  und  der  bischof  von   Bobenberg    und   Mi- 

vil  ander  heren  und  von  den  awebisohen  steten  och  boten  und  sflri  nie,  obe  nun 
den  bischof  von  Misen  und  von  Menze,  von  Naz&we  mittenander  vcrrihlen  m&gen 
waz  wir  furbaz  enpfindent,  daz  wele  wir  uch   selber  sagen. 

ir'  Eberlin  von  Mülheim  ritter. 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I.  cl. 

Vgl.  für  die  Datierung  D.  B.  A.  1,  nr.   172.    Aussöhnung   zwischen   Bischof  Adolf  von 
Spcier  uiul  Pfalzgraf  Buprecht. 


tu.     König    Wenzel  stellt  alle    bisher  von   ihm  aufgehobenen  Rechte    uml  /■ 
so  heilen  der  Stadt  Straßburg  wieder  her.  Nürnberg  1381  Ttmvmr  31. 

Wir  Wenczlaw  von  gotea  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  Zeilen  merer  des  reiehs 
und  kunig  zu  Beheim  bekennen  und  tun  kunt  nfleniieh  mit  diesem  hrievc  allen  den, 
die  yn  scheut  oder  horent  lesen,  als  wir  zu  andern  Zeiten  alle  Freiheiten  und  gnaden 
der  stat  zu  Strasburg,  die  sie  von  uns  und  unsern  vorfam  an  dem  reiche  römischen 
n   keysern  und  kunigen    gehabt   hat,    widerruft  und  yr    die  genomen    hatten    durch  des 
willen,  das  sie  Hart  mann    Roten  von  Basel,    der  in  unserer  und  des  reiehs  acht   ist, 
olTonberlich    hyelden,    des    hat    sie  uns   demutielichen   gebeten,   das  wir  uns   gen    yr 
geruchten   gnedielich   zu    bedenken    und    yr   yre   freiheyt   und  gnade,   die  wir   durch 
derselben  sachen  willen  widerruft!  hatten,  geruchten  widergeben,  des  haben  wir  ange- 
lt sehen  yre  fleissigc  und  redliche  bete  und  auch  stete  getrewe  und  nuteze  diensle.  die 
sie  uns  und  dem  reiche  offte  nuczlichen  getan  haben  und  noch  tun  sullen  und  mugen 
in  kunfl'tigen  zeiten,  und  haben  yr  alle  yre  freiheit  und  gnaden  mit    gutem  rate  und 
wolbedahtem  mute    und    rechter  wissen    widergegeben    und  geben  yr   die  wider   von 
kuniglicher  mechte  volkomenheit  mit  craffte  diez  brieves,   das  sie  die  haben  und  der 
H   gebrächen    snlle    glycherweyse,  als  sie  die    vormals    von  uns    und   des    reiehs  wegen 
und  andern  unsern  vorl'arn  an  dem  reiche  romischen  keysern  und  kunigen  von  alders 
her   gehabt    habe,  und    sulle    auch    dobey    bleyben    genczlichen    vor    allermeniclichen 
ungehindert,    mit    Urkunde    diez   brieves    versigelt    mit    unserer    kuniglichen    majeslat 
ingesigele.         der  geben  ist  Nuremberg  nach  crists   geburte  dreyczenhundert  jar  dor- 
iH   nach  in  eynundachczigisteni    jare  am  liebsten    donerstag    vor    unser  frawen    tage  der 


6  1381 

liechtmesse  unserer  reiche  des  beheimischen  in  dem  achczehenden  und  des  römischen 
in  dem  funfften  jaren. 

[In  verso]  Wilhelmus  Kortelangen.         De  mandato  domini  regis  domino  duce  The- 

schinensi  referente  Conradus  episeopus 
Lubicensis. 

Str.  St.  A.  AA.   U.  3.  nr.  15.  or.  mb.  c.  sig.  pend. 
Ebenda  Briefbuch  A.  fol.  29  ». 

Abdruck  Als.  dipl.  II,  S.  280,  nach  dem  Brießuch  A. 
liegest  D.  B.  A.  S.  286  Not.  1 


11.     König  Wenzel  erneuert  den  von  seinem  Vater  und  ihm  gemeinschaftlich  am    10 
5  Mai  1378  (ÜB.  V.nr.  1319)  errichteten  Landfrieden  am  Oberrhein  mil  den  namentlich 
aufgezählten  Reichsständen  (darunter:    Strassburg    und  der   Bischof  Friedrich  von 
Strassburg)  bis  zum  25  Dec.  1383  mit  dem  Vorbehalt  des  Widerrufs  und  zweimonatlicher 
Sicherung  desselben  auch  nach  dem  Widerruf.  Nürnberg  1381  Januar  Hl. 

Str.  St.  A    G.  ü.  P.  lad.  45(46  nr.  70.  or.  mb.  c.  sig.  pend.  i6 

Gedruckt :  D.  B.  A.  I,  285  nr.  165. 
Begest:  Koch  Witte,  Beg.  d.  Pfalzgr.  4372. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1337. 


12.  König  Wenzel  an  Strassburg:  heizzen  euch,  daz  ir  dy  drey  grozze,  dy  der 
erwurdige  Lambreht  byschoff  ze  Bamberg  ...  uff  dem  Ryne  zu  Selse  einnymet  und  " 
uffhebet,  dyselben  grozze  er  dem  edeln  Wilhelm  von  Börne  unsenn  dyner  und  liben 
getrewen  eingeben  hat,  denselben  Wilhelm  lazzet  ze  Newenburg  an  dem  zolle  ein- 
nemen  und  uffheben  in  allin  den  rechten,  als  er  dy  ze  Selse  ufgehaben  hat  und 
eingenomen.  geben  ze  Nuremberg  unser  reiche  des  behemischen  in  dem  1H  und 
des  romischen  in  dem  5  jare.  Nürnberg  1381  [Januar]  Felrruar.].   » 

Str.  St.  A.  AA  107.  or.  eh. 


l:J.     König  Wenzel  erlaubt  der  Stadt  Straßlmrg  ihren  ton  Karl  IV  gestalteten 
Rheinzoll  bei  Neuenburg  nach  Straßburg  zu  verlegen.     Nürnberg  1381  Februar  2. 

Wir  Wentzlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  Zeiten  merer  des  reiclis 
und  kunig  zi'i  Beheim  bekennen  und  tön  kunt  offenlichen  mit  disem  brieve  allen  den,  so 
die  yn  sehent  oder  horent  lesen,  das  wir  haben  angesehen  stete  getrewe  und  ouch 
nutze  dienste,  die  uns  und  dem  reiche  die  burgermeister  rate  und  burger  gemeinlichen 
der  stat  zu  Strasburg  unser  und  des  reichs  lieben  getrewen  offte  getan  haben  und 
noch  furbas  tun  sullen  und  mugen  in  kunfftigen  czeiten,  und  haben  yn  dorumbe 
genedielichen  erlewbet  und  gegunet  erlewben  und  gunnen  yn  mit  craffte  diez  brieves, 
das  sie  sullen  und  mugen  den  czoll,  den  yn  ettwenn  der  allerdurchluchtigiste  furste 
und  herre,  herr  Karl  seliges  gedechtnusses  romischer  keyser  zu  allen  zeiten  merer  des 


1 


1381 


reiches    and    kunig  zu    ISeheini,    unser  lieber  herre   um!  rater,  crlewbel  hatte  ufrzunciiicn 

und  uffezuheben  zu  Nuvemberg,  als  sie  den  noch  uffheben,  mugen  legen  bey  die  ital 
zfi  Strasburg  und  den  da  uffheben  und  nemen  in  aller  der  masse  und  nreyse,  als  die 

brieve   Inten,    die    sie   von   dein    egenanlen    unserni     lieben    herren    und    valer    darüber 

»  haben,  nutz  an  unsern  wideruffen.  mit  arkund  die/,  brieves  versigelt  mit  unserer 
königlichen  majestal  ingesigele,  der  geben  ist  zu  Nuremberg  nach  crists  geburte 
dreyczenhundeii  jar  dornaefa  in  dem  ein  und  achezigisten  jaro  an  unserer  frawen  tage 

der  liehlmesse  Unserer  reiche  des  heheimischen  in  dem  achc/.eliendem  und  des  römischen 
in  dem  l'unll'ten   jaren. 

U  Entnommen  dem  notariell.  Vidimus  des  kain.  Notars  in  Straßburg  Johanne*  von  Eßlingen 

nun  Constanz  vom  12.  August  1413.  Str.  St.  A.  AA.  8  nr.  16.  or.  mb.  e.  sig.  pend. 
Ebenda  AA.  06  Briefbuch  A  fol.   18. 
Erwähnt  B.  B.  A.  I,  286,  not.  1. 


14.     König    Wenzel  gebietet   der  Stadt  Straßburg  dem  Reichsbunde  für  Papst 

t5    Urban  VI  treu  zu  bleiben  und  dessen  Erlasse  gegen  alle  Anhänger  des  Gegenpapstes 

öffentlich  verlesen  ZU  lassen.  Nürnberg  1381  Februar  4. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  römischer  kunig  zu  allen  Zeiten  merei  des 
reiche  und  kunig  zu  Behebt)  embieten  dem  amanmaister,*  den  burgermaislern,  reten 
und  den   bürgern  gemeynlich    zu  Strasburg    unsern  und    de/,  reiches  liehen    getruwen 

2o  unser  gnade  und  alles  gut.  liehen  getruwen,  wand  wir  nu  langest  mit  des  reiche  und 
andern  crislenhchen  f'ursten  uberkomen  sint  genczlich,  daz  ein  iglieher  mensche  unsern 
heiigen  vatter,  pabst  Urbanum  den  sehsten,  vor  aynen  waren  pabst  halten  sol,  alz 
er  auch  ist  in  der  warheite,  und  iczunl  Heimholt  von  Gemunde,  der  sich  nennet  ein 
ol'licial  zu  Strasburg  und  auch  etteliche  ander  böse  leute  in  uwer  slad  den  widerpal»! 

25  von  Avion  viii'  aynen  pabsl  haltend  wider  unser  und  des  reiches  Fürsten  orclenunge, 
darumbe  sie  aller  pfeflicher  ere  und  wirdikaite  und  aller  irre  pf'hrunden  von  dem 
egenanten  unserm  heiligen  vatter  Urbano  beraubt  sint.  darumb  gebietend  wir  uch 
pei  unsern  und  des  reiches  hulden  und  manend  euch  der  buntnisz  und  trewen,  so 
ir  uns   und    dem    heiigen    reiche    schuldig  sint,    da/,    ir  alle    brief'e    und  gebot,    di   der 

so  vorgenante  unser  heiiger  vatter  pabst  L'rbanus  wider  semlich  ungläubige  kclczer 
geben  hat  odir  noch  gebunde  wirt,  und  sunderlich,  die  er  .lobanse  von  liebelnhehn 
wider  den  egnanlen  Reinbolden  gehen  hat,  in  uwer  stad  lassen!  lesen  und  vorkunden 
alz     da/,     notdorfftig     und    gewonlich    ist,     und    nyeman     darumbe    bessern     noch    zu 

rede  stoeent.    wann    unser   meininge  nicht  enist  noch   enwellent,   da/,   uwer   freiheit 
35  noch  gebot    domitte  geletczel  werde,   sunder  daz   uwer  stad  von  Beinlichen   ketesern 

gereinigel    werde,   lunl    in   dissen   sachen   also,    daz   wir    ez  alle/.it    gnedilieli    gein  euch 

bedenckent,  unde  alse  ir  unser  und  dez  reiches  swere  Ungnade   wellenl    vormeiden. 

geben    zu    Nornberg    an    dem    neheslen    mantage    nach    unser    l'rauwcn    tage    lichtwie 


q)   Vorl.  amamaister. 
VI. 


8  1381 

unserr  reiche   dez   bemisehen  in  «lern  achtzenden  und  des  römischen  in  dein  Fünften 

jaron. 

Per  dominum  ducem    Tescbingensem   Conradus. 

Str.  St.  A.  AA  107.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  in  v.  impr. 

Gedruckt:  Als.  dipl.  II.  X»79   (mit  dem   falschen  Datum   1380  Februar    5.)  Weizsäcker,     b 
B.  B.  A.  I,  283  nr.  163. 


15.  König  Wenzel  beschwert  sich,  daß  Straßhirg  Johann  ton  Ochsenslein,  den 
Domprobst  des  Gegenpapstes,  anerkenne,  und  gebietet  ton  diesem  abzulassen  zu 
Gunsten  des  allein  rechtmäßigen  Domprobsles  Hugo  ton  Rappollslein. 

Nürnberg  1.381  Februar  4.    ,0 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden empiten  dem  amanmaister,"  burgermaistern, 

reten  und  burgern  gemainlich  zu  Strasburg,  unsern  und  des  reiches  lieben  getreuwen 
alles  gud.  lieben  getreuwen,  alz  der  cdele  unser  lieber  andechtiger  Hug  von 
Rapolczstein,  tumprobst  des  Stiftes  zu  Strasburg  nä  lanst  von  dem  capittel  desselben 
stiftes  erweit  und  von  dem  erwerdigen  in  gotte  vatter  und  herren  dem  eardinal  von  15 
Rafenn  bestetigit  ist  und  wir  euch  auch  vormalz  zwirrunt  darumbe  vorscriben  habend 
und  ernstlich  gemanid,  daz  ir  den  egnanten  Hugen  pei  derselben  tumprobstigenb  und 
iren  zugehorungen  schirmen,  schuezen  und  hanthaben  soltend:  do  habend  wir  vor- 
nomen,  daz  in  Johanns  von  Ohssenstein  techan  des  vorgnanten  stiftes  irre  und  sume 
an  der  vorgnanten  tumprobstien  und  sie  ym  mit  aigener  gewalt  furhabe  und  die  20 
zinse  und  gulte  und  gerichte,  di  darezu  gehörend,  zu  ym  zihe  und  inneme  in  sine 
gewalt,  und  hab  doch  dehain  recht  darezu,  wanne  alz  er  selber  spricht,  daz  ym  di 
tumprobstie  von  dem  widerpabst  von  Avion  vorliehen  sie,  und  daz  hab  er  dicke  und 
vil  vor  euch  in  uwenn  rate  öffentlich  sich  bekant  und  gesprochen  und  spreche  es 
noch  alletage ;  darezu  so  habent  ir  erkant  in  uwern  rate,  daz  der  egnante  techan  schulle  25 
pleiben  pei  allem  dem,  daz  er  in  hendes  had  von  der  tumprobstien  gütere,  solange 
wencz  der  vorgnante  Hüg  yms  mit  dem  rechten  angewynne,  daz  uns  doch  umbillich 
nymp,  daz  ir  daz  pei  euch  gestaten :  wann  ir  wol  wissend,  wi  wir  mitsampt  den 
kurfursten  und  andern  cristenlichen  dursten  czu  Ffranckfurt  uberkomen  sint,  und  ir 
uns  und  dem  reiche  darvon  vorbunden  sint,  und  auch  wie  der  egnante  Hug  erweit  so 
und  bestetiget  ist.  darumbe  so  manend  wir  euch  anderwerbe  der  selben  gelubde  und 
buntnisze  und  gebietend  euch  pei  unsern  und  dez  reiches  hulden,  daz  ir  on  alle 
Widerrede  und  vorezog  daz  urteil,  daz  ir  in  derselben  sachen  also  geben  und  gesprochen 
habend,  abelasend,  und  den  egnanten  Hugen  vor  aynen  woren  tumprobst  nemend  und 
haltend  zu  gleicher  weise  sam  wir,  und  ym  alle  nueze,  zinse,  gülte,  velle,  gerichte,  35 
buchere  und  alles  daz,  daz  czu  der  tumprobstien  zu  Straszburg  geboret,  nichts  vorusz- 
nomen,  so  verre  daz  under  uwerm  gepiet  gelegen  ist,  ingebend  und  antwurtend  und 
auch  schaffend,  daz  der  egnanten   techan  und   andere  uwer  purgere    daz   selbe   auch 


a)  Vorl.  amamaister. 

b)  Vorl.  tumprostigen. 


1381  | 

tagend  on  alle  Widerrede;  woil  aber  derselbe  tcchan  dez  nicht  tun,  so  manend  und 
gebietend  wir  euch  gleich,  Bam  davor  geseriben  stau,  das  ir  alle  «ine  guten-,  shasc 
iiikI  gulie,-  die  er  in  uwere  gepieten  had,  ufcziehenl  von  des  reich»  wegen  in  nw< 

gewall    und   sie   mir/,    an    uns    dem   Bgnanten    tecban   noch    Dieman   von   seinen   wegen 

b  lesend  wolgen.  tunl  hie/u,  also  ir  unser  und  des  reiches  swor  angenajl]de  wellend  vor- 

I     meiden.       geben  cm  Nürnberg,  an  dem  nettesten  montage  noch  unser  Brauwea  tage 
lichtwie    unserr   reiche  dez   bemischen   in  dem  achtexenden,  und  des   romischen  in 
dem  fünften  jaren. 
Per  dominum  diieem  Teschingensem  Conradoi 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  24.  or.  mb.  lü.  pat. 

Gedr.  1).  B.  A.  I,  284.  u.  Bapp.  Urkb    II  nr.  190. 


1(>.  Lamprecht  Bischof  zu  Bamberg  ( — t374  Bisehof  von  Straßburg)  an  Stn 
hurt;:  iimh  dv  drev  grozze,  dy  wir  bisher  gehabt  und  eingenomen  haben  uff  dem 
Heyne  an  dem  e/.olle  ze  Selse  und  do  wir  unserm  bruder  Wilhelm  von  liürne  geben 
haben  eiuxenemen  und  ufl'zehebendc  (cgi.  nr.  M)  und  wenne  ir  uns  von  besunder 
l'runtschal'l  gegünnel  habt,  da/,  der  vorgenante  unser  bruder  dy  obgenanten  drey 
grozze  an  dem  zolle  ze  Newembürg  sol  und  mag  ufheben  und  einnemen  von  onsern 
wegen,  als  wir  im  dy  vormals  verschriben  unb  eingeben  haben,  so  bekennen  wir  mit 
disem  offen  bril'e,  daz  wir  noch  nymand  von  unsern  wegen  derselben  drey  grozze  ze 
Selse  ffirbaz  niht  mer  nffheben  sullen  noch  enwoHen.  und  dez  ze  urkünd  gehen 
wir  disen  brifl  versigelt  mit  unserm  insigcl  und  geben  ze  Vorcheim  nach  crists  geburt 
1381   am   mantag  nach   dem  süntag  Invocavit.  Fort/iheim  1381  März 4. 

Str.  St.  A.  AA.  1406.  or.  mb.  c.  sig.  impr.  del. 

17.     Meister  und  Rat  von  Straßburg  an  ihre  Boten  zu  Speier:  senden  Instruk- 
tionen für  die  Verhandlungen  zur  Gründung  des  Rheinischen  Slädlebimdes.1 

>[l.i81  März  12.] 
Wir  Johans  Zorn,  dem  man  sprichcl  Lappe,  der  meister  und  der  rat  von  Stras- 
burg embieten  unsern  erbern  hotten,  die  ietzent  von  unsern  wegen  zu  Spire  sint.  was 
wir  IruiilsehaH   und  gutes  vermügent.  lieben  ('runde,  alse  ir  hern  Götzen  von  Grostein 
30  zu   uns  gesendet   liant   von  der  verbüntnüsze  wegen  mit  den  nydern  stetten   und  uns 
zu  machende,  also  hant  wir   demselben    hern    Götzen    von  Grostein   unser    meinunge 


1  Vgl.  sacldich  hierzu  Quidde,  der  rheinische  Städtebund  von  1381.  (Westd.  Ztschr.  II,  327  Text 
u.  Anmk.  4.)  wo  ein  von  Weizsäcker,  D.  B.  A.  III,  nr.  122  (Abdruck)  ins  Jahr  1400  Februar  21  gesetztes 
Schreiben  des  Herzog  l'rzemislaw  an  Strassburg  für  diese  Zeit  der  Vorbereitung  des  rheinischen  Städte- 
bundes im  Jahre  1381  in  Anspruch  genommen  wird.  Dasselbe  lautet  : 

Von  uns  Przemislaen  herezoge,  Petir  von  Wartenberg  und  Conrad  Kreyger,  des  rom.  kunigs 
ratgeber.  —  lieben  frunt.  wisset,  das  wir  ewer  gebeitet  haben  gestir  zu  Mencze  den  ganezen  tag. 
und  wundert  uns,  das  ir  nicht  zu  uns  konien  seit,  und  bieten  euch  von  unsers  herren  des  römischen 
kunigs  wegen,  das  ir  keyne  newekeit  machet  und  euch  mit  nymande  vorbindet,  wann  unser  herre 
*0  der  kunig  meynet  noch  ewer  rate  zu  bestellen,  das  ir  fride  und  gemacht  werdet  haben.  geben  zu 
Mcncz  am  snnabende  noch  Valent.ini.  [1400  Februar  21] 


10  1381 

darumbe  wol  zu  verstände  gegeben,  alse  er  üeli  ouch  das  wo!  gesagen  kau.  dez  wir 
truwent  und  kündent  üeh  da  bi,  das  wir  sideibar  von  der  selben  verbüntnusze  wegen 
zii  rät  worden  sint  und.  uns  ouch  nutzlieh  dunckel  sin,  das  man  zu  den  Stacken,  die 
wir  hern  Götzen  von  Grostein  bevolhcn  haut,  überkome  und  in  die  verbüntnusze 
briefe  schribe,  das  man  nach  den  drien  jaren,  alse  die  selbe  verbüntnusze  weren  sol  ., 
und  uzgande  wirt,  enander  von  der  kryege  wegen,  die  sich  dazwischent  erheben!, 
nit  me  noch  vürbaz  beholffen  sin  sulle  von  derselben  verbüntnusze  wegen  danne  ein 
.jar  oder  zum  langesten  zwei  jare.  und  süllent  ouch  ir  daran  vestekliclien  heben  und 
hüben  untze  uf  das  leste  und  nutze,  daz  ir  sehent  obe  er  dar  an  entstehen  wolte.  und 
ist  es  danne,  daz  es  dar  an  entslahen  wil,  so  süllent  ir  es  danne  umbe  daz  selbe  stücke  « 
abelsuzen  und  siillent  es  darumbe  lüs/.en  giil  sin  und  süllent  die  seilte  verbüntnusze 
läszen  dargün  und  sie  uf'nemen  zu  glicher  wise,  alse  ir  und  ouch  darnach  herr  Götze 
von  Grostein  von  uns  gescheiden  sint.  datum  f'eria  tertia  proxima  ante  dominicam 
Oculi. 

Aufschrift:    Unsern    erbern  bullen  die  ietzent  von    unsern  wegen  in  Spire  sinl.    u 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  168.  or.  mb.  lit.  d. 


18.     Die   Städte:    Straßburg,    Mainz,   Worms,    Speier,    Frankfurt,    Hagenau, 
Weißenburg  verbunden  sich  auf  3  Jahre ' .  Speier  1381  März  HO. 

In  gottes  namen  amen  :  wir  die  retde  und  die  bürgere  gemeinlichen  der  sielde 
Mentze,  Strasburg,  Wormss,  Spii-e,  Franekentüit,  Hagenowe  und  Wissenburg  dunt  *> 
kunt  allen  den  die  diesen  brief  sehent  und  horent  lesen,  daz  wir  dem  heiligen  rom- 
schen  ryche  zu  eren  und  durch  kunlliche  notdurft,  nutz,  fryden  und  frommen  des 
landes  unsere  stetde  und  bürgere  gemeinlichen  uns  zu  samen  hant  gemachet  und  ver- 
bunden mit  den  eyden,  die  wir  daruinh  getan  haben,  von  dem  dage,  ab  dirre  brief] 
geben  ist,  biz  wyhnahten,  die  Qehste  komment  und  von  denselben  wyhenahteii  über  20 
drü  gantze  jar,  die  dar  nach  aller  nehste  koment  ane  underlass  mit  sogetaner  beschei- 
denheit,  iürworten  und  verbuntnissen,  als  hie  nach  geschriben  stat,  daz  wir  enander 
getruwelichen  geraten  und  beholffen  sollen  und  wollen  sin  zu  allen  den  criegen,  die 
wir  in  den  vorgenanten  ziiten  gewinnen  oder  uns  anefallent,  von  wem  daz  geschee 
ane  alle  geverde.  und  ist  beretd  und  über  eine  kommen,  were  ez  daz  deheine  slat  30 
under  uns  geschediget  oder  geleydiget  wurde,  in  den  vorgenanten  ziiten  von  ieman, 
wer  der  were,  und  daz  der  rat  der  selben  stat  oder  daz  merre  teyl  in  dem  selben 
rate  sich  uff  den  eit  erkentent,  daz  die  geschediget  vverent  wider  dem  rehten,  und 
daz  man  yn  unrehte  dete,  daz  sol  die  selbe  angegriffen  stat  den  andern  stetdcn  ver- 
kundigen und  sie  dar  umbe  ermanen,  daz  sie  ire  ufl  die  oder  uff  den  die  sie  anegriffen  35 


1  Vergl.  Königshofen  (Hegel  11,  836).  Der  rynesche  bunt.  Dis  entsossent  sich  etliche  stette  am 
Ryne  und  trfigent  ane  mit  den  von  Strosburg,  Ehenheim,  Sletzstat,  Hagenouwe,  Wissenburg, 
Spire,  Wurmesze,  Mentze,  Frankenfurt  und  andern  stetten,  das  sü  sich  zösamene  verbundent,  den  vor- 
genanten gesellscheften  (St.  Georg-,  St.  Wilhelm-,  Panter-,  Löwen-Gesellschaft)  zu  widerstonde.  und 
das  hies  der  rynesche  bunt.  —  Schlettstadt  und  Oberehenheim  haben  sich  erst  nachträglich  angeschlossen 
am  31    October. 


1381  11 

iiml  geschediget  hant  beholffen  -sin  und  sollenl  dar  nach  zu  Munt  die  selben  gemaneten 
stetde  der  »tat,  die  also  geschediget  und  anegriffeo  ist,  befaobten  sin  anverzogenlichea 
uIT  den  «'vi,  das  in  der  schade  und  der  anegriff  gekerel  verde  gtteher  wise,  als  in 

den   andern   slcllden   der  Bnegriff    und  der  schade  selbe  (.'escheen   wert',    wer  cz  auch, 

Kdaz  ieman  die  von  Hagenowe  oder  die  von  Wissenburg  sunder  oder  sament  in  der 
ziit  diser  verbuntnisse  .schadiget  oder  anegritte  oder  sie  leidigete,  und  daz  sie  in  iren 
beyden  reten  der  selben  zweyer  Stetde  und  mit  dem  inerren  teile  in  den  selben  reten 
sich  uff  den  eil  erkentent,  da?  sie  geschediget  und  anegriii'en  waren  wider  dem  rablen, 

und  daz  man  in   unrehte  dete,  da/,  sollent   sie   milenander  den   andern   stetilen  verkun- 
10  digen   und  sie  dar  umbe  ermanen,  daz  sie  in  uir  die  oder  den,  die  sie  anegrifTen  und 

n geschediget  haut,  beholffen  sin.  und  sollent  darnach  zusamt  dieselben  gemaneten  stetde 
in  also  beholffen  sin  unverzogenlichen  uff  den  eil,  daz  in  der  schade  und  i\cv  Bnegriff 
gekerel  werde  gücherwise,  als  rorgeschriben  stet  ane  alle  geverde.  were  oaen  daz 
ieman    der  vorgenanlen  stetde    deheinre    schaden  dete    in  der  vorgenanlen    ziit    dirre 

15  verbüntnisse,  den  sol  man  in  den  vorgenanten  stehlen  keinen  veilen  koulT  gaben,  und 
queme  auch  einer  oder  nie  in  der  vorgenanlen  stetde  dehein,  der  ein  der  vorjte- 
nanlen  stetde  sdiedigete  und  anagriffen  hetde,  den  sol  die  stat  anegrifTen,  da  er  in 
kuinmet  in  alle  die  wise,  als  ir  der  schade  oder  anegriff  selbe  gescheen  were  dar 
nach,    so  ez  ir  verkündet  wirt  von    der  stat,    die    geschediget  und  anegrifTen    ist  an« 

m  alle  geverde.  geschee  auch,  daz  ieman  er  si  herre,  ritter  oder  kneht  oder  wer  er  ist, 
der  der  vorgenanten  stetde  einer  schaden  dete  in  den  vorjienanten  ziiten  und  vmc 
vciholscheltel  wurde  von  der  stat,  die  er  geschediget  und  anegrifTen  hetde,  daz  er 
daz  wider  dete,  wider  dete  er  danne  nit  unverzogenlichen,  uf  den  und  uf  die  sol  man 
behulffen  sin  als  vor  und  her  nach  geschriben  stat.  doch  so  mag  iegliche  der  andern 

25  stetde,  wanne  sie  ermant  wirt,  ire  ere  gegen  dem  oder  den,  die  die  stat  geschedigel 
haut,  bewaren  mit  widersagen,  und  wer  dieselben  anegriffe  enthaltet  hnaet  oder  hofet 
oder  yn  retel  oder  helfet  mit  Worten  oder  mit  werken,  uf  den  und  uf  die  sollent 
wir  die  vorgenanten  stetde  beholfen  sin  uf  den  eil  in  alle  die  wise,  als  uf  den,  der 
den  schaden  getan  hetde  und  uf  alle  die,  so  die  stat  erkennet,  der  der  schade  gescheen 

ho   ist,  zu  den  sie  rehl   haben  ane  alle  geverde-  wanne  auch  eine  stad    der  vorgonanten 

Isteide  die  andern  wirt  manen,  daz  sie  ir  zu  helfen  kommen  als  vorgeschritten  stet, 
der  zu  sollenl  lihen  und  senden  die  von  Meintze  100  gleven,  die  von  Strasburg  100 
gleven,  die  von  Wormsse  05  gleven,  die  von  Spire  05  gleven,  die  von  Frankenf'urd 
05  gleven,  die  von  Hagenowe  10  gleven  und  die  von  Wissenburg  8  gleven  wol  erzu- 

Igeter  lute  mit  plerden,  harnesch,  hüben  und  beingewanden.  und  mogent  auch  die  von 
Meintze,  die  von  Wormsse,  die  von  Spire  und  die  von  Frankenfurd  ie  zu  20  gleven 
10  einspennige  gewapent  geben  und  senden  für  5  gleven,  ob  sie  wollent  nach  marg- 
zal  inynrc  oder  nie:  ouch  sollent  die  von  Strasburg  ie  20  uleven,  iegliche  gleve  mit 
3  pherden  haben  für  2b  gleven  nach  margzal,  als  sie  danne  gemanet  werdent,  doch 
also  daz  iegbehe  gleve  einen  gewafTeten  kneht  oder  einen  mit  einem  armbroste  haben 
sollenl.  des  selben  glichen  mogent  die  andern  stetde  auch  haben,  ob  sie  wollent. 
auch  mogent  die  von  Strasburg,  ob  sie  wollent,  ie  zwene  einspennige  gewafTent  geben 
l'ur  eine  j;leven   in   der  forme   und   inasse.    als  die   von   Meintze  und  die  andern   stetde 


12  1381 

dünt  ane  alle  geverde.  were  auch  daz  eine  stat  die  andern  stetde  manete  umb  Ire 
dienere,  die  stat,  die  also  gemanet  hat,  die  sol  ire  summe  der  gleven,  dar  umbe  sie 
danne  die  andern  stetde  gemanet  hat,  dry  tage  fachin  haben  für  dem  ziile,  als  sie 
die  andern  stetde  gemanet  hat,  ane  alle  geverde.  ez  mag  auch  ein  iegliche  der  vor- 
genanten stetde  ob  sie  wil  manen  die  andern  stetde  umb  ire  dienere  lutzel  oder  vil  & 
gleven  untz  an  die  summe  der  gleven  als  vorgeschriben  stet,  ez  ist  auch  betet,  daz 
man  itzunt  zu  stunt  haben  sol  und  degelichen  han  104  gleven.  dar  zu  sollent  geben 
die  von  Meintze  25  gleven,  die  von  Strasburg  25  gleven,  die  von  Wormsse  16  gleven, 
die  von  Spire  16  gleven,  die  von  Frankenfurd  16  gleven,  die  von  Hagenowe  4  gleven 
und  die  von  Wissenburg  2  gleven  nach  der  masse  als  da  vorgeschriben  stat.  und  i» 
wer  ez  auch,  daz  von  deheinre  stat  l'urbas  gemanet  wurde  untz  an  die  grosse  summe 
über  die  104  gleven  oder  umbe  mynre,  welche  danne  also  ermanet  werdent,  die 
sollent  danne  ir  volk  haben  in  14  dagen  nach  der  manunge  an  den  stetden,  da  sie 
danne  hin  gemanet  werdent  ane  alle  geverde.  und  waz  gleven  der  stat  nach  ire 
manung  also  gesendet  wirt,  da  wirt  die  stat  die  also  gemanet  hat  ieglieher  gleven  15 
für  abegang,  kosten  und  schaden  geben  zu  dem  tage  und  zu  der  nacht  ein  firteil  eins 
guldin,  von  dem  dage,  so  sie  ussritent  ane  zu  zelen  untz  uf  die  zit,  biz  sie  wider 
heim  komment  ane  alle  geverde.  mohte  aber  der  vorgenanten  stetde  etzliche,  so  sie 
gemanet  wurdent,  der  vorgenanten  zal  der  gleven  aldar  nit  geschicken  von  ehaftigen 
sachen,  so  sol  und  mag  die  stat,  die  also  ermanet  wurde,  die  gleven  gewinnen  uf  20 
iren  kosten  dort  bi  der  stat,  die  die  manunge  getan  hat.  oder  aber  die  selbe  stat,  die  die 
manunge  hat  getan,  mag  sie  bi  in  gewinnen  uf  der  stetde  kosten,  die  also  gemant 
wurde,  in  alsolicher  bescheidenheit,  als  ob  ez  sie  selbe  ane  ginge  ane  geverde  glicher 
wise  als  sie,  die  hetdent  dar  geschicket,  und  den  selben  kosten  mit  namen  den  soll 
sol  die  gemante  stat  gelten  und  geben  bi  dem  eide  in  dem  nehsten  mande  dar  nach,  25 
so  daz  an  sie  von  der  stat,  die  den  solt  dar  geben  und  geluhen  hat,  gefordert  wirt 
ane  geverde.  weliche  stat  auch  also  uf  die  andern,  die  sie  gemant  hat,  gleven  gewunne, 
die  sol  sie  gewinnen  einen  manet  und  wer  ez,  daz  man  ir  darnach  me  bedürfte,  so 
sollent  sie  ie  einen  mand  dienen  umb  daz  selbe  gelt,  als  lange  man  ir  danne  bedarff. 
wer  ez  auch  daz  deheine  stat  beduhte,  daz  ez  notdürftig  were,  daz  man  me  Volkes  so 
bedurffte,  wanne  der  grosse  summe,  als  da  vorgeschriben  stat,  die  mag  die  andern 
stetde  verbotscheften  und  in  dage  dar  umbe  machen,  und  wez  die  stetde  danne  ein- 
helleclichen  uberkoment,  daz  sol  man  forderlichen  dön  und  ane  verzug  ane  alle 
geverde.  wer  ez  auch,  daz  eine  stat  der  vorgenanten  stetde  not  ane  ginge  und  die 
andern  stetde  manete  umbe  eine  zal  gleven  über  die  halbe  summe  der  grossen  summe  35 
gleven  und  ire  die  gleven  geschicket  wurdent  und  dar  nach  der  andern  gemaneten 
stete  eine  oder  me  not  ane  ginge,  daz  sie  der  gleven  auch  bedurften  und  daz  die 
stat,  die  zum  ersten  gemanet  hat,  liessen  wissen  und  in  kunt  dete  uf  iren  eit,  so  sol 
die  stat,  die  zum  ersten  gemanet  hat,  daz  teil  der  gleven,  die  ir  geschicket  sint,  über 
daz  halbeteil  der  grossen  summe  der  stat  oder  steden  zu  hulffe  schicken  ane  alle  m 
hindernisse  und  mogent  die  stat  oder  stedte,  die  also  not  ane  get,  die  andern  stetde 
umb  die  ubergen  summe  gleven,  die  sie  der  stat,  die  zum  ersten  gemanet  hat,  nit 
gesant    hant,    manen    und  sollent   sie  in   auch   die   gleven   ane   furzug   schicken,   und 


1381  AS 

eliche  etat  der  dienere  bedorff  und  die  andern  stetde  and)  Ire  dienere  m  mannt,  die 

tat  sol  den  seihen  dienern  allen  einen  houbtinan  geben,  dem  die  dienere  auch  sollen! 
gehorsam   und  gefolgel   sin  zu  rtten,  ane  16  griffen  und  m  lande  niiiemniiifliilnii, 

waz  sie  der  hnuhlman  heisset  ane  alle  geverde.  auch  ist  beret.  da/.  deheine  «tat 
i'  unsere  der  vorgeiianlen  stete  uf  die  andern  spiee  noch  keinrelei  andern  rat  BOOi 
hülfe  geben  noch  dun  sol  noch  uf  die  andern  dienen  sol  in  deheine  wise  ane  alle 
geverde.  und  were  ez,  daz  ieman  der  vorgenanten  stetde  deheine  schedigete  oder  spise, 
hülfe  «»der  andern  ral  wolle  schicken  den,  die  uf  sie  sogeten  oder  sie  Bchedigen  wol- 
len, daz  sollent  die  andern  stetde  weren  und  wenden  uf  den  eit,  als  ferre  sie  konnent 
"oder  mogent  ane  geverde  und  sollen!   auch    die    anegrill'en   ir  lip  und  ir   gut,  die  den 

Ktetden  schaden  getan  betden  oder  sie  Bchedigen  wolten.   were  ez  auch,   daz  deheine 
lal   under  uns  in  die  andern  der  vorgenanten  stetde  eine  oder  me  riteh  wolten,    ire 
iende  darosa  zu  Bchedigen,  daz  sol  man  ir  wol  gönnen  and  ir  auch  dar  zu  geraten 
und     beholffen    sin  ane    alle    geverde.  waz    erieges  auch    in     der  vorgenanten  zit    uf 

u  erstünde,  die  wile  dise  verbuntnisse  weret  und  von  einer  der  vorgenanten  stetde 
angefangen  oder  begriffen  wurde,  der  stet  sol  man  beholfen  sin,  als  lange  untz  hiz 
der  krieg  versunet  wurt.  und  sol  sich  auch  keine  stat  ane  die  andern  stetde  friden 
noch  sünen  in  deheine  wise  ane  der  andern  stetde  willen,  die  in  diesem  bünde  sint 
ane  alle  geverde.  wen;  auch,  daz  deheine  stat  der  vorgenanten  stetde  deheinen:  herren 

'■ ler  iemant  anders  dienen  wolle,    waz  der   stat  in  dem  dinste  oder  von    des  dinstes 

wegen  geschee,  dar  zu  sollent  die  andern  stetde  nit  beholffen  sin,  sie  tun  ez  dan 
gerne  ane  alle  geverde.  man  sol  auch  deheinen  herren  oder  stat  in  diese  verbuntnisse 
entphawen,  die  vorgenanten  stetde  sint  ez  danne  einhellcclichen  über  ein  komen  und 
gel  ru  wen,    daz    ez  nutze    und  gut  si.    were  aber,    daz  deheine  furste,  herre  oder  stat 

•  oder  wer  der  were  in  diesen  bunt  queme,  dem  oder  den  sol  man  beraten  und  beholffen 
sin  zii  glicher  wise  als  uns  den  vorgenanten  stetden  und  in  der  masse,  als  da  vor- 
geschoben stat.  und  daz  wir  auch  deste  fritlichen  mit  ein  gesin  mögen,  so  han  wir 
ubirkomen  daz  deheine  stat  under  uns  den  vorgenanten  stetden  noch  dehein  burger 
oder  busgerin  dirre  vorgenanten  stetde  deheine  stat  noch  burger  oder  burgerin  under 

30  uns  anogriffen  sol,  noch  bekümmern  ane  gerillte,  wanne  hat  ieman  under  uns  den 
vorgenanten  stetden  burger  oder  burgerin  mit  dem  andern  iht  zu  schaffen  oder  sie 
ane  zu  sprechen  in  welichen  weg  daz  were.  daz  sollent  sie  tun  mit  gerihte.  geschee 
auch  deheine  anegriffe  under  uns  den  vorgenanten  stetden  ane  gerihte,  den  sol  die 
stat,  der  burger  oder  burgerin  den  angriff  getan  haut,  soliche  halten,   daz   sie  wider 

■  dünt,  daz  sie  ane  gerihte  getan  haut  ane  geverde.  und  wir  die  vorgenanten  stetde 
han  auch  alle  mit  enander  uz  genummen  den  aller  durchluhtigesten  fursten  und'herren 
herren  Wentzelauwe  romsehen  künig  zii  allen  ziiten  nierer  dez  heiligen  romschen 
riehes  und  kfinig  zu  Heheini  unsern  lieben  gnedigen  herren  und  daz  heilige  romsche 
rieh,  so  nemen  wir  die  von   Meintze,  die   von  Wonnase    und   die  von  Spire    uss   die 

111  verbuntnisse.  die  wir  von  alter  und  ein  hiz  her  gehabet   hau:  so  nemen  wir  die  von 

IMcnlze  sonderlichen  uz  unsern  herren  den  künig  von  Heheim  und  die  crone  von 
Reheim,  den  bischoff  und  daz  eapitel  von  Meintze  dez  meren  stifftes :  so  nemen  wir 
die  von  Strasburg  uz  den  hochgebornen  fursten  hern  Wentzelauw  von  Geheim,  hertzoge 


U  1381 

zu  l'rafant  und  zu  Lutzeinburg  und  dar  zu  den  erwnrdigen  herren  den  bischoff  von 
Strasburg,  der  itzunt  ist  oder  her  nach  wirt,  dar  zu  den  gemeinen  lantfriden  in  Elsaz 
und  die  besage,  die  wir  han  mit  den  herren  von  Bitsche  und  mit  juncherre  Heinrich 
von  Krenckingen  ;  so  nemen  wir  die  von  Wormsse  uz  den  erwurdigen  herren  unsern 
herren  den  bischof  von  Wormsse ;  so  nemen  wir  die  von  Spire  uss  daz  bisthum,  nach 
dem  als  die  begriffen  sint  oder  als  die  brife  besagent,  die  dar  über  gemachet  sint 
ane  alle  geverde.  diese  vorgeschriben  verbuntnisse  globen  wir  uff  die  eyde,  die  wir 
in  ieglicher  der  vorgenanten  stetde  dar  umbe  gesworn  und  getan  habend,  getruwe- 
lichen  stete  und  veste  zu  halten,  und  wan  ein  rat  ussget  in  den  vorgenanten  stetden, 
daz  ieder  alte  rat  dem  nüwen  rate  in  den  eit  sol  geben  diese  verbuntnisse  und  diesen 
brief  stete  und  veste  zu  haltenne  untz  zu  der  vorgenanten  ziit  und  in  aller  der  wise 
als  da  vorgeschriben  stet  ane  alle  geverde.  aller  dirre  vorgeschriben  dinge  zu  einem 
warem  Urkunde,  daz  sie  von  uns  den  vorgenanten  stetden  stete  und  veste  gehalten 
werden,  so  han  wir  unsere  stetde  ingesigel  an  diesen  brief  gehangen.  geben  zu 
Spire,  da  man  zalte  von  Cristus  geburte  drutzehenhundert  und  eins  und  ahtzig  jar  an 
der  mittewochen  vor  unser  frauwen  clibeltag  den  man  nennet  annunciacio  in  der 
fasten. 

Hagenau  St.  A.  E.E.  29.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  7  sig.  pend.  (hiernach  gedruckt.) 

Str.  St.    A.  G.  ü.  P.  lad.  44/45.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  7  sig.  pend.  part.  mutil. 

Ebenda  lad.  48/49  »  fasc.  2.  zwei  cop.  chart.  coaev.,  deren  eine  unvollständig  ist. 

Gedruckt :  Lehmann,    Chronic.  Spir.  pg.  743. 

Vischer.  liegest  II  nr.  156.  —  Erwähnt :  D.  R.  A.  II  274,  Anmerk.  1. 

Vergl.  Hegel.  (Königshof cn)  II,  836.  —  Lünig  R.  A.  XIII  part.  sp.  cont.  IV.,  1,  30. 

Gedr   Boos,  Urkb.  v.  Worms  II  nr.  787  nach  dem  Orig.  in  Speyer. 

Erwähnt  Schaab,  Gesch.  d.  rh.  Städtebundes  II,  S.  266  nr.  202. 

Regest :  Scriba,  Hessische  Regest,  nr.  3316. 

Vgl.  Quidde.  Westd.  Ztschr.  II,  370  ff.  die  ersten  Entwürfe  zu  diesem  Städtebündmss 


19-  Die  Städte  des  Rheinischen  Bundes  (damals  Straßbur g,  Mainz,  Worms, 
Speier,  Frankfurt,  Hagenau,  Weißenburg)  verabreden  die  Anerkennung  Papst  Ur- 
bans    VI.  [Speier  1.381  nach  März  20.]    H> 

Weizsäcker,  D.  R.  A.  III,  274  not.  1.  nach  einer  Notiz :  Wencker,  Excerpta  II,  535  lj. 


20.  Die  Städte  Mainz,  Straßburg,  Worms  u.  a.  verpflichten  sich  zur  gegen- 
seitigen Hülfeleistung  auch  gegen  die  in  ihrem  Bunde  vom  20.  März  Aus genommen •<: % , 
falls  von  diesen  eine  der  Städte  angegriffen  würde.  Speier  13S1  März  21. 

Wir  die  rete  und  burger  gemeinliche  der  slette  Mentze,  Strazburg,  Worms,  Spire,  <  ■ 
Franckenfurt,  Hagenowe  und  Wiszemburg  erkennen  und  tünt  kunt  offenlichen  mit 
disem  briefe  also:  als  wir  uns  dem  heiligen  riche  zu  eren,  dem  lande  und  uns  zu 
nutze  und  zu  frommen  verbunden  und  eynmüdig  wurden  sin  nach  der  briefe  sage, 
die  wir  enander  dar  über  under  unsrer  stette  ingesigeln  versigelt  gegeben  haut,  in 
demselben  verbünde  und  einmütekeit  unser  ieglicher  der  vorgenanten  stette  besun- 
der  uzgenomen  hant  nach  lute  und  uzwisunge  der  vorgenanten  briefe,  des  versprechent 


1381  ir, 

wir  uns  in  disem  briete  und  globenl  in  guten  truwcn  und  bi  den  eiden,  die  wir  in 
dem  rorgenanten  verbünde  enander  getan  hant :  also  were  es  stäche,  daz  der  ir  eyner 

oder  me,  die  wir  in  Hein  vorgenanten  verbünde  und  einmulikeil  uzgcnomen  hant,  wider 
unsrer  der  vorgenanten  stette  denbeine,  die  sie  uszgcnomen  hant,  detent  oder  mit  uns 
kriegende  oder  zweiende  wurden,  in  «reihen  weg  daz  were,  und  der  rat  oder  rete 
oder  daz  merreleil  under  in,  die  die  selben  also  kriegelenl  oder  schadigetent,  erkantenl 
uff  iren  eyt,  daz  in  von  dein  oder  den.  die  sie  ufgenomen  hallt,  unrecht  geschehe,  BÖ 
mögen!  sie  die  anderen  stelle  inanen,  und  sollen t  danne  wir  die  anderen  stette  wider 
die  selben  enander  getruweliehen  geraten   und  beholfl'en  sin  in  aller  <\rv  maszen,  alse 

10  der  oder  die  in  dein  verbände  nit  uzgenonien  weren  und  nach  des  vorgenanten  Ver- 
bundes houptbriefes  sage,  die  dar  über  von  uns  gegeben  und  besigell  sint.  were  es 
oiieli  das  ienian  wer  der  were  uns  die  vorgenanlen  stelle  sainentlichen  und  besunder 
von  diseni  vorgenanten  verbünde;  enlrennen  oder  dar  an  nötigen  wolte,  in  weihen 
weg  daz  were,  so  sollen   und  wellen  wir  dar  wider  enander  getruweliehen  uff  den  eit 

i  geraten  und  bebollVen  sin  ;ine  alle  gewerde,  des  zu  warem  Urkunde  und  vester  stete- 
keil  hant  wir  die  vorgenanten  stette  unsere  stette  ingcsigele  an  disen  brief  tun  bencken. 
geben  zu  Spire  do  man  zalte  nach  Cristus  gebürte  drützehenhundert  und  eins  und 
abi/.ig  jare  an  dem  dunrestdage  vor  unsren  frowen  clibeltage  den  man  nennet  an- 
nunciatio  in  der  rasten. 

Str.  St.  Ä.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  a.  fasc.  2.  2  cop.  chart.  coaev.,  deren  eine  auf  der  Rück- 
seite der  Copie  der  llaupturkunde  steht,  wahrend  die  andere  einen  besondern  Streifen. 
Papier  einnimmt. 

Ebenda,  conc.  mb.  mit  Siegelbandschnittcn,  toegen  Schreibfehler  nicht  vollzogen. 

Ebenda,  lad.  44/45.  conc.  chart. 

Gedr.  Boos,  Wormser  Urkb.  II,  nr.  788. 

Gedr.  Quiddc,  Westd.  Ztschr.  II,  371  nrfS  nach   einem  Concept  des  Frankf.  Stadt-Arch. 


21.     Der  Kardinal  Pileus  [von  Ravenna]  gestattet  mit  päpstlicher  Autorität  die 
Abhaltung  jährlicher  Collecten  zu  Gunsten  des  Straßburger  Münsterbaus. 

Frankfurt  1381  April  26. 

p  Pelius    miseracione    divina    tit.   s.  Praxedis    presbyter   cardinalis   ad  infrascripta 

apostolica  auetoritate  suffultti  dilectis  nobis  in  Christo  perpetuis  provisoribus  fabrice 

eeelesie  Arg.  salulem  in  domino.  devocionis  vestre  sinceritas  promeretur,  ut  votis 
vestris  quanluin  commode  possumus  favorabiliter  annuamus.  auetoritate  apostolica  qua 
fungimur,  ut  quolibet  anno  infra  f'estum  beati  Jacob)  apostoli  et  crastinum  commemo-  •'"' 

35  racionis  animarum  et  per  totam  qüadragesimam  et  quindenam  ipsam  quadragesimam 
sequentem  quibus  asseritur  de  antiqua  consuetudine  ad  petendum  elimosinas  pro 
fabrica  diele  eeelesie  Arg.  ad  singulas  eeelesias  civitatis  et  dyecesis  Arg.  eartule  mitti 
solenl  et  einporii  in  eisdein  eeelesiis  dictis  teinporibus  durantibus  quocumque 
tempore  interdicto   exeomunicatis    tarnen  et  interdictis   et  hiis  qui   oecasionem   inter- 

«  diclo  dederiiil  exclusis  divina  ibidem  celebrari  possint,  vobis  tenore  presencium  indul- 
gennis.  iiulli  ergo  oinnino  hoinini  liceat  baue  paginam  noslri  indulti  infringere  vel  ei 
ausu  leinerann  ci.nl raire.  si  quis  autem  hoc  atteniptare  presumpserit.  indignacionem 
VI.  3 


16  1381 


omnipotentis  dei  et  bealorum  Petri  et  Pauli  apostolorum  ejus  se  noverit  incursurum. 
datum  Franckenfordie  Maguntinensis  dyocesis  (i  kfd.  maji  pontificatus  sanctissimi  in 
Christo  patris  et  domini  nostri  Urbani  divina  providencia  pape  VI  anno  tercio. 

Str.  St.  Frauenhaus-Arch.  Donationsh.  II,  214. 


22.  Pyleus  tit.  s.  Praxedis  presbyter  cardinalis,  cupiens  ecelesiam  Arg.  per  sub-  » 
vencionem  Christi  fidelium  reparari  et  sustentari,  Omnibus  vere  penitentibus  et  eonfessis, 
qui  predictam  ecelesiam  in  festivitatibus  domini  Jesu  Christi  videlicet  nativitatis,  cir- 
cumcisionis,  epiphanie,  resurreccionis,  ascensionis,  penthecostes,  triiritatis  et  corporis 
Christi  ac  singulis  festivitatibus  beate  Marie  virginis,  sanctorum  apostolorum  ae  quatuor 
doctorum  necnon  in  festo  et  die  dedicacionis  ipsius  ecclesie  visitaverint  et  ad  fabri-  »o 
cam  ecclesie  manus  porrexerint  adjustrices,  unum  annum  de  injunctis  eis 
penitenciis  relaxat.  datum  Frankefordie  Maguntinensis  dyocesis  G  kal.  maji 
pontificatus  Urbani  pape  VI  anno  3.  Frankfurt  1381  April  26. 

Str.  Frauenhaus-Arch.  Donationsbuch  II,  214. 


23.     König  Wenzel  macht  der  Stadt  Straßburg  Mitteilung  von  der  vollzogenen  ^ 
Heirat  seiner  Schicesler   Margaretha   mit  dem   Schwestersohn   des  Burggrafen  von 
Nürnberg.  Prag  1381  Mai  2r>. 

Fideles  dilecti,  nuptias  inter  illustres   Johannem   primogenitum   illustris    burggra- 
vii    Nurembergensis  sororium  et  Margaretham  sororem  nostram  carissimos  celebratas 
fidelitati  vestre   per    latorem    presentium    pro  singulari    gaudio    duximus    nuntiandas.   ->o 
datum  Präge  die    sancti    Urbani    regnorum    nostrorum    boem.    anno    decimo    octavo 
roman.  vero  quinto. 

Str.  St.  A.  AA.  114  nr.  1.  or.  eh.  I.  cl.  mit  Adresse,  Ueberschrift  und  Kanzleivermerk. 


24.  Der  Erzbischof  von  Cöln  an  Strassburg :  bittet  bei  dem  Herzog  Leopold  von 
Oesterreich  dahin  zu  wirken,  dass  er  die  nach  Rom  bestimmten  Boten  des  Erzbischofs 
von  Trier,  welche  er  «dem  widercardinale  von  Ageifolien  der  zu  Friburg  ligel  zu 
lieve»    gefangen  habe,  frei   lasse.         datum    Colonie  die  martis    1  mensis  junii. 

Köln  [1381]  Juni  4. 
Str.  St.  A.  AA.  109.  or.  eh.  lit.  cl. 


25.     Slraßburg  an  den  Erzbischof  von  Trier  C'uno  von  Falhenstein  wegen  der  30 
Gefangenschaft  seiner  nach  Rom  bestimmten  Bolen.  [1381  Juni  14.] 

Dem  erwirdigen  in  got  vatter  und  herren  Cünen  von  gotz  gnaden  ertzbischof 
zu  Triere  embieten  wir  Johans  Schilt  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  unsern 
willigen  dienst,  gnediger  herre,  alse  uns  mit  uwerm  briefe  embotten  hant,  daz 
uwere  erbern  pfaffen  und  botschaft  gehindert  und  ufgehalten  sient  in  dez  hocherbor-  « 


1381  17 

nen  fürsten  hertzog  Lüpoltz  von  östcrrich  sloszen  und  landen  und  mit  Darum 
meister  Rölman  von  Köbelentz,  Heu  Graf  Otte  von  Thierstein  tetzent  gefangen  haben 
sülle,  also  kundent  wir  uwern  gnoden,  was  (ich  oder  den  uwern  von  iemanne  zA  wider- 
triesze  widerfert,  das  uns  daz  in  gantzen  truwen  leil  ist.  aber  die  vorgerianten  berren,  der 

>  hertzog  von  österlich  und  grafe  Otte  von  Thierstein  and  ire  Bachen  sinl  uns  un- 
kundig und  wiszeni  wir  oncli  timbe  ire  sachen  nh  und  hanl  onch  wir  damit  nil  zu 
tönde.  bo  oa.nl  auch  wir  mit  in  init/.ii  zii  schattende  und  sinl  uns  ouch  ire  sachen 
frömede,  wände  sie  grosze  herren  sinl  und  daz  wir  darumbe  von  disen  sachen 
mitzii  an  sie  gewerben    kunnent  und  es   ouch   anverfenglicb   were   und   wir   nutzit 

it  mit  in  zö  tönde  hant  und  bitten!  wir  awere  gnäde,  daz  ir  dis  ouch  also  von  uns 
gnedigkliche  ufnemen  wellent,  also  wir  ouch  uwern  gnaden  duz  sonderlichen  wo!  ge- 
truwenl  durch    iemer    unsers    dienstes    willen.        datuni    feria    sexta    proxima   ante 

»iem  sanetortun  Vi ti  et  Modesti. 
St.  St.  A.  AA.  118.  or.  mb.  lit.  cl. 
2(i.  Die  Stadt  Pfedersheim  tritt  mit  Einwilligang  ihres  Herrn.  Philipp,  Herrn  zu  Fal- 
kenstein und  Münzenberg,  dem  Bunde  der  rheinischen  Städte   Mainz.   Strassburg 
u.  s.  w.  bei  und  verpflichtet  sich  zu   der  grossen   Summe  Glefen    mit  3  Glefen,  zu 
der  kleinen  mit   1   Glcfe  zu  dienen.         geben   zu    Spiro    1381    uf   sant   Yitzdage. 

Speier  1381  Juni  15. 

!0  Speier,  Stadt.  Arch.  or.  mb. 

Gedr.  Boos,  Wormscr  Urkb.  II  nr.  792.  —  Schaab,  Xh.  Städtebd.  II,  267. 
liegest  Vischer,  nr.  158.  Scriba,  nr.  3318. 

27.     Die   rheinischen    Städte    schliessen  auf  3  Jahre   ein   Bündnis    mit  den 
schwäbischen  Städten.  Sjteier  13S1  Juni  17. 

Wir  die  rele  und  bürgere  gemeinliehen  der  sletde  Meintze.  Straszburg,  Worms, 
25  Spir,  Franckenfart,  Hagenowe,  Wiszenburg  und  Phedersheim  erkennen  offenlichen 
und  dunt  knnt  mit  disem  briete  allen  den.  die  in  scheut  oder  borenl  lesen,  daz  wir 
uns  dem  heiligen  romschen  riebe  zu  eren,  uns  und  dem  lande  zu  nutze  und  zu  Ironien 
verbunden  hau  und  eynmutig  wurden  sin  mit  den  ersamen,  wisen  luten  disen  hienaoh 
geschriben  des  heiligen  romschen  richs  sletden  mit  namen  Augstburg,  Ohne,  Costentz, 
m  Eszlingen,  Rutelingen,  Rotwile,  Wyle,  Überlingen,  Memyngen,  Biberach,  Rafensburg, 
Lindowe,  Sanct  Gallen,  Phullendorff,  Kempten,  Kouffburen,  Lutkirch,  Vsnv.  Wangen. 
Buchorn,  Gemünde,  Halle,  Heilpronne,  Wimphen,  Winsberg,  Nbrdelingen,  Dinckelsbohel, 
Rotenburg  tfff  der  Duber,  Giengen.  Bopphingen,  Älün,  Wilo  in  Durgowe  und  Buchowe 
von  hüte  disem  dage  als  dirre  brieff  geben  ist  biz  wibnahlen  die  nebst  koment  und 
|*  von  denselben  wihnahten  über  dru  gantze  jar.  die  darnach  aller  nehslc  koinende  sint, 
in  getruwelichen  geraten  und  beholffen  ZÖ  sin  in  der  forme  und  masze.  als  hernach 
geschriben  stat  mit  namen.  also  wer  cz  sache,  daz  sie  samentlichen  oder  besunder 
oder  die  iren  von  ieinan  wer  der  were  in  dirre  zyt  dis  blindes  gcM-hediget  oder  an- 
griffen   wurden,   in   welchen   weg  daz   were.  oder  mit    mahl    uff  sie  ziehen    wollen   und 


18  1381 

die  stat  oder  stetde,  die  also  geschediget  oder  angriffen  weren  oder  uff  die  also  geso- 
gen weren,  in  iren  reten  oder  mit  dem  meren  teile  in  denselben  iren  steten  uff  den 
eyt  erkentent,  daz  in  unrelit  geseheen  were  oder  geschee  und  daz  die  vorgenanten 
stetde  samentliehen  mit  yn  oder  mit  dem  meren  teile  under  in  uns  duz  verkundigeten 
und  ermanetent  umb  hilf«-  gein  Spir  in  den  rat,  so  sollen  wir  in  getruwelichen  geraten 
und  beholffen  sin  mit  hunderl  gleven  wol  erzugeter  lote  ane  gewerde,  die  poch  naeli 
ire  verkundigunge  in  den  liebsten  virtzehen  tagen  von  huse  usz  ritden  sollen  und 
oueb  furderliehen  vollenritden  sollen  an  die  stat,  die  sie  uns  dann  benennent  und 
verkundent  ane  alle  geverde.  ez  were  dann,  daz  sie  uns  umb  mynre  gleven  maneten, 
die  sollen  wir  in  ouch  senden  in  derselben  forme,  doch  also  daz  sie  ire  gleven  dry  10 
tage  furhin  haben  an  der  stat.  da  hin  sie  uns  gemant  haut,  und  sollen  in  mit  densel- 
ben unsern  gleven  getruwelichen  geraten  und  beholffen  sin  wider  aller  menglich,  die 
sie  also  angriffen  und  geschediget  hetden,  als  vorgeschriben  steet  und  die  in  denselben 
angriffen  darzu  geraten  und  beholffen  hetden  oder  weren  als  lange  biz  in  der  schade 
und  angriff  abgeleiget  und  gekeret  wirf,  und  sollen  wir  diz  dun  uff  unser  eigen  kost  u 
schaden  und  verlost  als  dicke  des  not  geschiht  ane  alle  geverde,  also  daz  sie  doch 
denselben  unsern  gleven  in  iren  stetden,  so  in  dar  ynne  geburet  zu  ligen,  herberge 
und  stallunge  geben  sollen  also,  daz  sie  iren  eigen  kosten  darynne  haben  und  oueb 
bestellen,  daz  sie  in  iren  stetden  redelichen  veilen  kouff  vinden  umb  iren  phenning 
ane  geverde,  und  ouch  aber  also,  wann  wir  von  den  vorgenanten  stedten  ermanet  20 
werden  in  zu  helffen,  als  vorgeschriben  steet,  daz  wir  uns  dann  gegen  denselben, 
wider  die  wir  den  stetden  helffen  sollen,  mit  widersagen  beworen  mögen,  wer  ez 
aber  sache,  daz  ieman  sie  oder  die  iren  angriffe  und  beschedigete  by  uns  oder 
umb  uns,  ez  wem  kouffleute,  kouffmanschatz  oder  in  welch  andere  wise  daz 
were,  so  sollen  wir  zu  stunt,  so  wir  des  ynnen  und  gewar' werden,  darzu  ernstlichen  « 
griffen  und  dun  samentliehen  oder  besunder,  daz  daz  widertan  und  gekeret  werde 
glicherwise,  als  uns  daz  selber  widerfarn  und  bescheen  were  ane  alle  geverde.  were 
ez  ouch  daz  ieman  sie  samentliehen  oder  besunder  oder  die  iren  angriffe  oder  uff  sie 
ziehen  oder  dienen  wolte  oder  hilfe.  spise  oder  andern  rat  darzu  dete  oder  gebe  oder 
sie  husete,  hüte  oder  hofete,  die  by  uns  oder  umb  uns  geseszen  weren,  daz  wir  den  m 
oder  dieselben  darumb  ouch  angriffen  oder  beschedigen  sollen  an  übe  und  an  gute,  so 
balde  wir  des  ynnen  und  gewar  werden,  ez  sy  uns  von  den  egenanten  stetden 
samentliehen  oder  besunder  verkündet  oder  nit,  ouch  zu  glicher  wise.  als  uns  daz  selbe 
widerfarn  und  bescheen  were  ane  gewerde,  were  ez  ouch  sach,  daz  die  vorgenanten 
stetde  beduhte,  daz  ez  in  notdürftig  were.  daz  sie  nie  Volkes  und  hulffe  von  uns  u 
bedorfften  dann  der  summe  als  vorgeschriben  sleet,  daz  mögen  sie  uns  in  den  rat 
gein  Spir  verkundigen  und  uns  darumb  dage  bescheiden  an  eine  stat,  die  sie  getruwen, 
die  uns  aller  gelegenlichste  sy  und  uff  einen  bequemelichen  dag,  den  wir  erreichen 
und  erlangen  mögen,  uff  denselben  dag  wir  ouch  unsere  frunde  mehteclichen  schicken 
und  senden  sollen  zu  in,  und  waz  dann  sie  und  wir  einbelliclichen  überkommen  mit  *o 
hilfe  furbasz  darzu  zu  dunde,  daz  sollen  wir  ane  verzog  und  sonderlichen  dun  ane 
alle  gewerde,  ouch  ensollen  wir  noch  keiner  der  unsern  nieman,  der  die  vorgenanten 
stetde  oder  die  iren  geschediget  hetde  oder  angriffe,  keinerlei  veilen  kouff.  spise.  gezug. 


138i  19 

li;i  t  iFi-sch    mich    keincrley    andern    iüI    geben    QOCh  dun  In  dcheine  wise  ane  alle  geverde. 
were    ez    euch,    das    wir    von    den     vorgeturnten    stetden    gemanet     wurden    in     unser 

gleven  zu  bilffe  zu  schicken,  als  vorgeschriben  Bteet,  und  in  die  gesendet  beteten,  als 
oueli   vorgeschriben  Bteet,   und  da/,  dann  derselben  stetde  eine  oder  me  not  anginge, 

wie   dann   die   seiden    slelde   sanieiilliclien   oder   nul    dem    tneren    teile   erkenlent.   da/,  e/ 

notdürftig  were  einer  stal  zu  bilffe  zu  komen  oder  mer  stetden  zu  zu  teilen,  de» 
sollen  unsere  gleven  und  volg  gehorsam  sin.  und  welcher  slat  oder  stetden  onset 
volg  also  geschicket  oder  zu  geteilel  werden,  die  sollen  dem  teile  einen  houhhman 
geben,  da/,  in  zu  geschickel  ist  und  dem  oueh  daz  selbe  teil  gehorsam  sol  sin  anzu- 
griffen  und  zu  schedigen  an  alle  geverde.  und  wann  ouch  wir  umh  bilffe  von  vn  den 
vorgeturnten  stetden  ermattet  worden,  ec  da/,  wir  sie  umh  hulll'e  ermanel  hetden.  -., 
sollen  wir  in  doch  mit  unsere  liulffe  oh  uns  darnach  wol  not  anginge  zu  helle 
komen,  als  vorgeschrieben  steet,  also  daz  die  erste  manunge  mit  namen  für 
solle,  und  were  ez,  daz  sie  mit  demselben  unserm  volke  und  gleven,  so  wir  in.  die 
also  geschickel  beiden,  iht  slosze.  vesten  oder  stelde  oder  gefangen  gewinnen,  mit 
denselben  sloszen  und  gefangen  mögen  die  vorgenanten  stetde  wol  leben  und  dun, 
wie  sie  wollen  und  daz  ander  sich  deilen  nach  margzal,  als  dann  iegeliche  stat  ander 
in  darumb  uff  dem  velde  gewesen  ist  ane  alle  unsere  und  der  unsern  Widerrede  und 
bindernisze.  doch  so  sollent  sie  Vorsorgen,  so  sie  beste  mögen  ane  geverde,  daz  uns 
m  oiler  den   unsern  von  der  vorgenanten  slosz  gevangen  oder  name  wegen  dheine  schade; 

Inoch  vientschafft  darnach  idferstande.  und  were  ei  ouch  daz  der  vorgenanlen  stetde 
eine  oder  me  oder  die  iren  ihre  viende  usz  und  in  unsere  slelde  samentlichen  oder 
besonder  schedigen  suchen  oder  angriffen  weiten,  des  sollen  wir  in  wol  gönnen  und 
in  darzu  geraten  und  beholffen  sin  und  sollen  in  ouch  zu  allen  iren  noten  disz  bondes 
alle  unsere  slosz  uffen  sin,  sich  darin  und  darusz  zu  beholffen  ane  alle  geverde.  were 
ez  ouch,  da/,  die  vorgenanten  stetde  oder  die  iren  dheinen  herren  oder  ieman  anders 
dieneten,  die  zu  disem  bände  nit  geborten,  waz  in  von  des  dienst  wegen  geschee 
oiler  anginge,  darzu  sollen  wir  in  nit  beholffen  sin,  wir  dun  ez  dann  gerne,  doch 
also,  daz  dieselben  stetde  noch  die  iren  nieman  dienen,  daz  wider  disen  bunt  Bj 
ane  alle  geverde.  ouch  ensollen  wir  uns  mit  nieman  uinb  dheine  sache,  die  sich  von 
dis  Verbundes  wegen  verlouffen  beide  oder  bescheen  were.  I'rvden  noch  sunen  in  dheine 
wise  ane  der  vorgenanten  stetde  willen  und  wis/.en  ane  gewerde,  ouch  enwil  man 
nieman  in  disen  bunt  entpbah"  i.  die  vorgenanlen  stetde  und  wir  sin  ez  dann  für 
einhelleeklichen  uberkomen.  waz  crieg  ouch  in  dirre  zyt  dis  Verbundes  und  von  disz 
Verbundes  wegen  ullerstendc  und  von  einer  der  vorgenanten  stetde  oder  me  ange- 
fangen were.  dar/u  sollen  wir  in  beholffen  sin,  als  vorgeschriben  steet  und  nach  disz 
Verbundes  uszgange  ein  jar.  daz  nehsle  glicherwise.  als  in  disem  verbünde  ane  alle 
gewerde,  und  wir  die  vorgenanten  stetde  nemen  usz  alle  mitenander  in  diser  verbünde 
den  aller  durhluhtigesten  forsten  und  bern,  hern  W'entzlaw  romschen  kunig  zu  allen 
zylen  merer  des  heiligen  ronischen  riches  und  kunig  zu  Beheim  unsern  gnedigen 
herren  und  da/,  heilige  ronische  rieh,  darzu  so  nemen  wir  die  von  Meintze.  die  von 
Wormsz  und  die  von  Spir  usz  die  verbuntnisze.  die  wir  von  alter  underein  bizher 
gehabel    haut,   darzu   so   nemen    wir  die   von    Meintze    sonderlichen    usz    unsern    herren 


20  1381 

den  kunig  von  Beheim  und  die  crone  von  Beheim,  den  bisschofT  und  daz  cappittel  von 
Meintze  des  merren  stifTtes.  darzu  so  nemen  wir  die  von  Straszburg  usz  den 
hochgebornen  fursten  hern  Wentzlaw  zu  Beheim,  hertzoge  zu  Brafant  und  zu  Lutzein* 
bürg  und  darzu  den  erwurdigen  herren  den  bisschofT  von  Straszburg,  der  ietzunl  ist 
oder  hernoch  wirt,  darczu  den  gemeynen  lantfryden  in  Elsasz  und  ob  der  furbasz  erstrecket  5 
und  erlengert  wirt  und  die  ursage,  die  wir  ban  mit  den  herren  von  Bitsche  und  mit 
jungherrn  Heinrich  von  Krenckingen.  so  nemen  wir  die  von  Worms  usz  unsern  herren 
den  bisschofl'  von  Worrasz.  so  nemen  wir  die  von  Spir  usz  daz  bistum  zu  Spir  an 
eins  bisschoffs  stat  biz  uff  die  zyt  biz  daz  wir  einen  bischoff  gewinnen,  den  wir  für 
einen  bisschofT  han  ane  gewerde,  item  so  nemen  wir  die  von  Franckenfuri  usz  den  10 
abbet  von  Volde  und  sine  stifft,  den  lantfout  in  der  Wetreibe,  der  ietzunl  ist  oder 
zu  zyten  wirt,  die  von  Frydeberg,  von  Wesphlar  und  die  von  Geilnhusen  und  den 
fryden  und  verbunt  in  der  Wetreibe  als  verre  der  begriffen  ist  ane  gewerde,  und  wir 
die  von  Hagenowe  und  Wizzenburg  nement  usz  einen  lantfout,  der  dann  zu  der  zyt 
des  riches  lantfout  ist  in  Elsasz,  darzu  den  gemeinen  lantfryden  in  Elsasz  und  den  15 
bunt,  den  wir  han  mit  des  riches  stetden  in  Elsasz.  und  darzu  so  nemen  wir  die  von 
Wiszenburg  sunderlichen  usz  unsern  herren  den  abbel  von  Wiszenburg.  und  sollen 
ouch  alle  verbuntnusze,  die  wir  mit  den  getan  haben,  die  wir  usz  genomen  han.  als 
vorgeschriben  steet,  in  iren  crefften  verüben,  die  wile  die  bunde  werent  als  sie  jetzunt 
begriffen  sint.  und  sollen  ouch  furbasz  keinen  bunt  machen,  ez  werde  dann  diserbunl  -" 
Cur  uszgenommen.  were  ez  aber,  daz  der  dheiner,  die  unser  iegeliche  der  vorgenanlen 
stetde  besunder  uszgenommen  hat,  mit  den  vorgenanten  stetden  einer  oder  mer  criegen 
oder  zwerende  wurden,  so  sollen  wir  die  andern  stetde,  die  den  oder  die  sie  also 
criegeten  nit  uszgenomen  haht,  den  vorgenanten  stetden  oder  stat  doch  gein  denselben 
beholffen  sin  nach  disz  Verbundes  sage  ane  alle  geverde.  alle  dise  vorgeschriben  25 
stucke  und  artickele  samentlich  und  besunder  dises  vorgenanten  Verbundes  han  wir 
die  vorgenanten  stetde  gelobet  by  guten  truwn  und  darnach  zu  den  heiligen  gesworn 
stete  veste  und  unverbrochenlich  zu  halten,  zu  leisten  und  zu  vollenfuren  ane  alle 
argliste  und  geverde  nach  diszs  brieff  sage,  und  des  zu  warem  Urkunde  und  vester 
stetikeit,  so  han  wir  unsere  stetde  ingesigele  dun  hencken  an  disen  brieff.  gebin  zu  30 
Spir  nach  gotz  geburte  drutzehenhundert  jar  darnach  in  dem  ein  und  achtzigsten  jar 
des  liebsten  mantags  für  sant  Johans  dag  des  douffors  als  er  geborn  wart  genant 
zu  latine  nativitas  Johannis  Baptiste. 

Nachschrift .-    darzu  so  nemen  wir  die  von    Pedersheym    uz   den    edlen    unsern 
lieben   gnedigen   herren  herrn   Philippus   herrn  zu  Falckenstein   unde  zu    Muntzeberg  35 
den  erwurdigen  unsern  lieben  gnedigen  herren,  herrn  Cunen  von  Falkenstein  ertzbi- 
schof  zu  Tryre. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  49.  B.  conc.  Papierrolle. 

Ebenda.  Concept  der  Gegenurkunde  der  schwäbischen  Städte. 

Frankf  St.  A.  Beichssachen  nr.  72.  40 

Gedr.  Boos,   Wormser.  Urkb.  II  nr.  793.   —   Lehmann,  Chron    Spir.  746.    —    Lünig,    B. 

A.  XIII,  33.  —  Datt,  de  pace  publica.  —  Schaab,  Bh.  Stdtbd.  II,  268. 
Begest  Scriba,  nr.  3319,  Vischer,  II.  140  nr.  160. 
Vgl.  Quidde,  Westd.  Ztschr.  II,  341. 


1381  21 

28.     Der  rheinischen   und  schwäbischen  tilädte  Zubrief  über  die  einander  zu 
leistende  Hülfe  gegen  die  im  Hauptbrief  aus  genommenen  Fürsten,  Grafen  und  Herren. 

Speier  1X81  Juni  17. 

Wir  die  rete  und  alle  bürgere  gemeinlichen  der  stetde  Meintze,  Straszburg, 
'■'  Worms.  Spir,  Franckenfurt,  Hagenowe,  Wiszenburg  und  Phedersheim  bekennen  uns 
und  verjehen  offenlichen  mii  disem  briefe  allen  den,  die  in  anesehenl  oder  borenl 
lesen,  als  wir  uns  mit  den  stetden  Auspurg,  Ulme,  Costenz,  Kszlingen,  Rutelingen, 
Rotwile,  Wile,  Überlingen,  Memmingen,  Biberacb,  Rafensburg,  Lyndowe,  Sani  Gallen, 
Phuilendorff,  Kempten,  Kouffburen,  Lutkirch,  Vsny.  Wangen.  Buchorn,  Gemunde,  Halle, 
i»  rleilpronne,  Wimphen,  Winsperg,  Nordelingen,  Dinckelsbohel,  Rotenburg  u(T  der 
Duber,    Giengen,    Bopphiugcn,    Alnn,  Wile   in  Durgowe    und    Buchowe  dem    heiligen 

»romseben  richezueren,  dem  lande  und  uns  zu  nutze  und  zu  Ironien  verbunden  haben, 
and  eynmutig  wurden  sin  nach  der  briefe  sage,  die  wir  enander  daruber  under  unsere 
Btetde  ingesigeUi  versigcli  and  gegeben  han,  verspreebeu  wir  besunderlicb  in  disem 
i5  briefe  und  globen  in  guten  truwen  by  den  eyden,  die  wir  an  dem  vorgenanten  ver- 
hunde  getan  haben:  wer  ez  Sache,  daz  ieman  wer  der  were  die  vorgenanten  stetde 
samentlieh  oder  besunder  von  dem  verbünde,  den  sie  und  wir  milenander  haben, 
entronnen  und  daran  notigen  wolte  in  welchen  weg  daz  were,  do  sollen  und  wollen 
wir  in  dawider  getruwelichen  uff  die  eyde  geraten  und  behollfen  sin  ane  alle  gewerde 
•»  wann  aber  in  dem  vorgenanten  verbünde  und  eymutekeide  die  vorgenanten  stetde 
alle  gemeinlich  mitenander  uszgenomen  haben  nach  tute  uszwisunge  des  houbthrief 
des  Verbundes,  den  wir  von  in  haben,  so  verbinden  und  versprechen  wir  uns  des 
oueli  in  disem  briefe  uff  die  eide  also:  wer  ez  sache  daz  der  bertzogen,  graten  oder 
henen    dheiner  mit    nanien   hertzoge    Rupreht  der  elter,   herlzoge  Rupreht   der  junger, 

"  bertzoge  Rupreht  der  jüngste,  bertzoge  Steffan,  hertzoge  Fridericb  oder  hertzoge  Hans, 
alle  phaltzgrafen  by  Rine  und  bertzogen  in  Bayern,  hertzoge  Lupolt  von  Osterich, 
her  Bernhart  und  her  Rudolf  marggrafen  zu  Baden,  grafe  Rudolff  von  Hochberg,  grafe 

Rudollf  von  Monfort,  herre    zu   Veitkirch,  grafe    Heinrieh   von  San!   Gans    genant   von 

Vadotz,  grafe  Ludewig  und  grafe   Fryderich  von  Otingen,  grafe  Gonrat  von    Montfort 

30  herre  zu  Bregentz  oder  der  abbel  von  Mornhart  dheiner  ir  einer  oder  me,  die  sie  in 

dem   vorgenanten  verbünde  und  eymutekeide  uszgenomen  haben  und  als  die  mit  oamen 

hie  an  diesem  brile  benennet  sinl.  wider  der  vorgenanlen  stetde  dheine  deten  oder 
mit  denselben  stetden  criegendc  oder  zwiende  wurden  in  welchen  weg  daz  were  und 
daz  der  rat  oder  rete  oder  daz  mereteil    under   in  die  dieselben    also  criegeten    oder 

35  beschedigeten  erkenten  uff  ire  eyde,  daz  in  von  dem  oder  den.  die  sie  uszgenomen 
baut  und  als  die  hie  für  an  disem  briefe  nemelich  beschriben  und  benennet  staut, 
unrebl  geschee.  so  mögen  die  vorgenanten  stetde  samentlieh  mit  yn  oder  der  merre- 
teil  under  yn  uns  wol  manen  und  sollen  wir  in  dann  wider  dieselben  getruwelieh 
geraten   und  behollfen    sin  in  aller  der  masze,    als  ob  der  oder  die    in  dem  verbünde 

<o  uit  uszgenomen  weren  und  nach  des  vorgenanlen  Verbundes  houbtbriefe  sage,  den 
sie   von   uns  darüber   hanl   ane  alle  geverde.  mit    Urkunde    dis«   briefes,    daran   wir 

unsere  stetde  eigen  ingesigel    bau  dun  hencken,    der  geben  ist    zu  Spire  nach  Cräty 

Igeburte  drutzehenhundert  jar  darnach    in  dem  eine  und  ahtzigstem    jare  des   liebsten 


22  1381 

mentages   für   sant   Johans    dag   des   douffers   als   er  geborn  wart   genant    zu    Latin« 

nalivitas  Johannis  baptiste. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  49.  B.  cop.  eh.  coaev. 

Frankfurt,  Stadt-A.  Copialb   XII. 

Frankfurt,  Stadt-A    V  nr.  128.  5 

Karlsruhe.   G.  L.  A.  cop.  saee.  16. 

Ungenügender  Abdruck  bei  Schaab,  Rhein.  Städteblind,  II.  nr.  206.  Datt,  de  pace  publica. 

Letzter  Abdruck  der  Gegenurkunde  der  schwäbischen  Städte :  Wormser  Urkb.  II,  519. 

Reg   der  Mrkgr    v.  Bad.  nr.  1343  u.  1344. 

29.  Speier  an  Straßburg :  bittet  für  sich  soicie  für  Main:  und  Worms,  welche  10 
drei   sich   dem  Bündnis   mit  den    Fürsten  nicht   angeschlossen  haben,   einen  Platz 
offen  zu  halten  in  der  bevorstehenden  Vereinigung  zwischen  Straßburg,  den  elsässischen 
Städten,  dem  Bischof  und  dem  Landvogt.  [1381  Juni  10.] 

Unsern  willigen  dienst  bevor,  ersamen  lieben  frunde.  .als  ir  nuwelingens  von  der 
von  Mencze,  Wonnsz  und  unsern  wegen  wol  vernomen  habent  solichen  begrieff  eynr  '* 
vereynunge,  als  die  fursten  uns  dryn  stetden  angemüt  hattent  mit  yn  anzugende,  dez 
lassin  wir  uwer  wisheit  wissin,  das  wir  stetde  hienyden  in  soliebe  vereynunge  nit 
getreden  sint,  wann  wir  unsere  bequemliekkeit  darynne  löczel  erkantent,  und  han 
auch  darumb  den  fursten  in  gütder  masze  abgesaget.  du  ist  uns  in  heymliehkeit 
furkomen,  wie  ir  mit  unserm  herren  von  Strazburg,  deme  lantfaugte  und  auch  des  2a 
richs  stetden  zu  Eisassen  iczunt  in  tedingen  soltent  sint  uch  miteynander 
umbe  bessers  friden  willen  zu  vereynigen.  were  deme  also,  so  bilden  wir  uwer 
besunder  fruntschafft,  ob  sich  soliche  vereynunge  by  uch  in  den  landen  zu  ende 
troffen  hette  oder  noch  unvolendet  were  in  reden  und  in  tedingen,  das  ir  dann  unsn 
drier  stetde  hienyden  darynne  auch  gedencken  und  uns  des  eyne  stat  in  dieselbe  s» 
vereynunge  zu  körnende,  ob  wir  des  zu  rade  worden,  behalten  wollent  und  das  ir  uns 
dann  des  begriffes  solicher  vereynunge  eyne  abesehrifft  liessint  versteen  und  wissin, 
so  sich  das  zum  schirsten  gebüren  mohte,  so  wolten  wir  ez  furbaz  an  uwer  und 
unser  frunde  von  Mencze  und  Wormsz  auch  in  heymliehkeit  bringen,  off  das  ir  unser 
drier  stetde  meynunge  samentlich  oder  besunder,  wie  sich  das  dann  schickete,  darumb  so 
ouch  zum  furderlichsten  wider  vernemen  mohtent,  wann  wir  gerne  darzu  dienen 
und  helffen  woltent,  das  man  zu  besserm  friden  des  landes  und  der  löte  mohte  kommen, 
wie  man  das  in  eyme  glichen  zum  allerbequemlichsten  erfinden  mohte.  und  her  uff 
wollent  uns  uwere  fruntlich  entwurt  wider  beschriben  lassin  wissin.  datum  feria 
4  post  diem  Viti  et  Modesti.  35 

Burgermeistcre  und  rat  zu  Spire. 
Str.  St.  A.  AA    118.  or.  eh.  I    cl. 

30.  Die  in  Biberach  versammelten  schwäbischen  Städte  berichten  an  [Slraßburg] 
über  bekannt  gewordene  Werbung  und  Sammlung  feindlichen  Krieg  stolhs  v.ml 
erinnern  an  die  erforderlichen  Falles  zu  leistende  Buudeshülfe. 

Biberach   1381  Juli    19. 

Furs(icht)igen  wisen  besundern  lieben  frunde  und  eytgenossen.  willigen  dienst 
uwer  wisheit   alle  ziit  bereit    für  an.  lieben  frunde.    wir    haben    vernomen,    wie    daz 


1381  &9 

ie  gesellschaften  bü  uch  und  muh  ach  enund  Rines  und  in  der  Wetreybe  gros/. 
gewerbe  und  samenunge  haben,  dasselbe  duni  ouch  sie  bii  uns  und  amb  uns.  na 
haben  wir  unsere  kuntschafl  stetez  daruff,  ob  der  deheiner  die  bii  uns  und  amb  uns 
geseszen  sinl  über  uch  oder  unsere  eytgenoszen  an  dem  Rine  oder  da  umb  dienen 
•  oder  ziehen  wollen,  so  haben  wir  uns  gentzlich  darzu  gerabt,  daz  zu  understeende 
und  die  zu  beschedigen,  als  ouch  daz  die  buntbriefe  eigentlich  wisent.  darumb  glou- 

hen    und   getruwen    wir   uwer   wisheil    des   ouch    hesunderlich  wol.    were    oh  ir  erlurent, 

daz  soliche  dienste  und  zöge  aber  uns  giengen,  daz  ir  die  dann  ouch  angriffent,  als 
ir  uns  verbünden  ßint  und  oh  andere  stetde  unsere  eytgenoszen  von  ueh  zerritten 
i»  weren  da/,  ir  den  da/,  dann  unverzogenlich  verkiindent,  so  haben  wir  daran  deheinen 
zwifel  wir  wollen  unsere  nachgeburen  in  solicher  tnasze  strafen,  da/  sie  uch  und  ans  des 
furbasz  gerne  überheben.        geben    zu   Bibracfa    von  unser  aller  geheisznisz    wegen 

»und  er  der  von  Bybrach  ingesigel  an  frytage  für  Jacob  anno  81. 
Gemeyne    stetde    des   bundes    in    Swaben 
als  wir  zu   Bybrach  sin. 
Str.  St.  A.    G.   D.    P.    lad.   48/49  b.    fasc.    Vll     or.  eh.  lit.  el    c.  sig.  in  v.  impr   del 

31.     Aufzeichnung  über  Beschlüsse  der  Xlädleboten :  [1X81.] 

1)  Den  Bundesartikel:   Und  so!  sieh  ouch  keine  stat  ane  die  andern  stetde  fry- 

deu   noch  sunen  in  deheine  wise  ane    der    stetde    willen,    die    in    diesem    bände    sint 

20   an   alle  geverde   .   hallen   die  Städteboten   für    bedenklich    und  sind    der  Ansieht,    dass 

jede  Stadl   auch   nach  geschehener    Mahnung     um     Hundeshülfe  sich   mit    ihren 

Widersachern   aussöhnen   dürfe,  vorausgesetzt,  dass  die  um  Hülfe  angerufenen  Städte 
ju  die  Sühne  einbegriffen   und  etwaige   denselben   schon   entstandene    Unkosten  ge- 
deckt  würden. 
u  2)  Sollen  die  Städteboten  zu  Hause  Rücksprache  nehmen:  ob  iegliclie  stat  in  den 

bunt  emphahen  möge  ihre  umbsesze,  die  in  gelegen  sin,  ez  sin  graven, herren,  stetde, 
knehle  oder  wer  sie  sin  und  sodann  mit  Vollmacht  hierüber  versehen  sich  am 
Montag  Abend  vor  St.  Sixtus  Tag  | /.  August]  zu  Speier  einfinden. 

.'})   Desgleichen   sollen   sie   Vollmacht  haben   a)  zur   Verlängerung  des    Mundes    mit 

;t"  den  schwäbischen  Städten,  b)  wegen  Tannenbergs1. 

4)  Sollen  die  Holen   wegen  des  von    Eigenstem    am    Dienstag  vor  dem  Frauentag 
in  der  Ernte  [12.  August]  zu  Mainz  sein. 

IStr.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  K  fasc.  XI.  cop.  v.  conc.  eh. 
32.     Ratsentscheid  über  das  Ansuchen   der  Wollschlag erknechte  an  die   Tuch- 
macher- und  Wollschlägermeisler,  daß  es  ihnen  nicht  mehr  verboten,  sondern  gestaltet 
sei.  für  ihren  und  ihrer  Familie  Bedarf  Tuch  aller  Art  herzustellen. 

13S1  September  6. 

Allen  den  sie  kunl,    die    disen  brief  sehen!    oder    gehörent    lesen,    das   Midehart 

von    ISerse.    Vischer    llenselin,    Agnese     Henselin     und    Uower     Henselin    wolleslaher 


1   Vgl.  Janssen,  Frank.  Reichsk.  I.  note  zu  nr.  5.   Vrgl.  Hefner,  die  Burg  Tannenberg. 
VI.  4 


24  1381 

knehte  zu  Strazburg  von  iren  und  der  wolleslaher  knelite  wegen  allersament 
und  gemeinliche  zu  Strazburg  koinent  vur  meister  und  rat  zu  Strazburg,  da 
her  Heinrich  von  Mülnheim  meister  was,  und  vor  in  ansprächent  Johansen 
von  Zeinhein.  Bischof  Heintzen,  Johann  Claus,  Ludewig  zum  Turne  und 
Berner  Cöntzelin  die  fünf  manne  der  tüchere  und  der  meistere  wolleslaher  anl-  = 
werckes  zu  Strazburg  von  iren  und  des  selben  antwerckes  wegen  gemeinliche  der 
tüchere  und  der  wolleslaher  meistere  zu  Strazburg,  daz  die  selben  fünf  manne  in 
weretent  und  nit  gestatten  woltent  in  selber  und  iren  f'rowen  und  iren  kinden  tftche 
zu  machende,  daz  sie  selber  tragen  und  doch  nit  verkoufTen  woltent  über  daz  das 
menglich  und  iederman  in  der  stat  ime  selber  und  iren  f'rowen  und  iren  kinden  10 
tüche  machtent,  das  sie  selber  tragen  und  doch  nit  verkoufTen  woltent.  und  dar  umbe 
so  meindent  ouch  sie,  daz  die  selben  fünf  manne  und  ir  antwereke  in  das  ouch  nit 
weren  soltent,  wände  sie  alse  gut  reht  dar  zu  hettent  alse  andere  lüte  und  es  ouch 
in  von  alter  har  nit  geweret  were  also  zu  machende,  da  verentwurtoten  es  die  vor- 
genannten Johans  von  Zeinheim,  Bischof  Heintze,  Johao  Claus.  Ludewig  zürn  Turne  '» 
und  Berner  Cöntzelin,  die  fünf  manne,  von  iren  und  des  vorgenanten  antwerckes 
wegen  gemeinliche  der  tüchere  und  der  meistere  wollesslaher  antwerckes  zu  Straz- 
burg und  spriiehent :  in  und  dem  selben  irem  antwereke  were  nit  gefüglich,  daz  die 
wolleslaher  knehte  in  selber,  iren  frowen  noch  iren  kinden  tüche  machen  soltent,  wände 
sie  den  selben  wolleslaher  knehten,  iren  frowen  und  iren  kinden  gebent  ir  wolle  zu  sla-  20 
hende  und  zu  spinnende  und  es  in  zu  bereitende,  und  wände  sie  in  daz  ire  also 
under  ire  banden  gebent  und  es  in  also  befülhent,  soltent  danne  die  wolleslaher 
knehte  ouch  tüche  machen  in  und  den  iren,  so  möhte  eine  gewerde  under  die 
ander  kommen,  das  in  gros  schade  da  mit  geschehe,  und  dar  umbe  so  meindent 
ouch  sie,  daz  sie  in,  iren  frowen  noch  iren  kinden  keine  tüche  machen  soltent.  doch  «• 
also  woltent  die  wolleslaher  knehte,  die  zu  Strasburg  seszehaft  werent,  der  vattere 
meistere  an  tücher  antwerg  zu  Strazburg  gewesen  sint,  oder  die,  die  der 
selber  meistere  an  tücher  antwerg  kinde  zu  der  e  genomen  hettent.  ir  antwerke 
kouffen,  daz  möhtent  sie  tön  ieglichen  mit  vier  Pfenningen,  und  wehe  es  danne  also 
koufte,  der  möchte  alse  wol  tüche  machen  alse  ir  einre.  und  dar  über  so  sollte  ouch  *> 
der  selben  wolleslaher  knehte  deheinre  kein  tüche  ime  selber,  iren  frowen  noch 
iren  kinden  machen  anders,  danne  alse  da  vor  ist  bescheiden,  nach  klage  und  nach 
entwurte  und  nach  dem,  alse  die  vorgenanten  meister  und  rate  die  sache  zu  beiden 
siten  verhortent,  so  sint  die  vorgenanten  meister  und  rat  zu  Strazburg  mit  rehter 
urteile  an  offem  gerillte  überein  komen  und  sprächen!  es  ouch  zu  rehte.  daz  denhein  35 
wolleslaher  kneht  zu  Strazburg  sol  ime  selber,  iren  f'rowen  noch  iren  kinden  noch 
ouch  zu  verkouffende  denheine  tüche  machen,  doch  also  und  mit  dem  underscheide, 
webe  wolleslaher  kneht  zu  Strasburg  seshaff  ist  und  des  vatter  ein  meister  an 
tücher  antwerg  zu  Strazburg  gewesen  ist  oder  der  eins  meistere  an  tücher  antwerg 
zu  Strazburg  dohter  zu  der  e  genomen  het,  wil  der  vorgenante  tüchere  und  der  40 
wolleslaher  antwerg  zu  Strazburg  kouffen,  daz  mag  ieglicher  under  den  selben  wolleslaher 
knehten  wol  kouffen  mit  vier  Strazburger  pfennigen.  und  welre  der  selben  wolleslaher 
knehte  das  selbe   antwerg    also  und   in    die  selbe    wise  geköffet,    der  mag  ouch  dar 


1381  25 

mich  daz  selbe  antwerg  der  tftchere  und  der  wolleslahere  zu  Strazbarg  alse  wol 
triben  und  t&che  machen  alse  die  andern  meistere  des  selben  antwerckes  der  tflcbere 
und  der  wolleslahere  zu  Strazburg.  welre  wolleslaher  knehl  aber  frdmde  were  und 
des  vidier  noch  <\c\-.    des  dohter  er  zö    der  e  genomen   nette,   nil   ein   tneister  an 

-'  der  tücher  antwerg  zu  Strazburg  gewesen  ist,  und  daz  selbe  antwerg  der  tftchere 
köffen  wil.  der  mag  es  wol  kouffen  nmbe  den  eynung,  alse  daz  seihe  antwerg 
es  unize  Imr  braht  und  gehalten  hei  und  anders  nil  Sne  alle  geverde.  und  sider 
wir  Johans  Meszerer  der  junge,  Jacob  Zubeler,  Pritsche  Beildecke  und  Schöne 
Heintze,   bürgere  und  schöffele  zö  Strazburg,  hie  bi   waren!    und  sahen!   und   hor- 

10  leni.  daz  die  vorgenanten  tneister  und  rat  zö  Strazburg  erteiltenl  in  alle  die  wiae 
alse  da  voxgesehribgn  stat,  wunde  ouch  wir  da  zii  male  in  dem  rate  warent,  so 
hanl  wir  zu  einem  Urkunde  unsere  ingesigele  durch  bete  willen  in  schoffels  wise 
an  disen  brief  gehencket,  der  wart  gegeben  an  dem  ersten  fritdage  n;ieli  sani 
Egidien   dage   in  dem  jare   do   man   zalte  von    gotz    geborte  drätzehenhunderl  jare 

i5  ahtzig  und  ein  jare. 


Str.  St.  A.  Q.  U.  P.  lad.  10.  or.  mb.  lit.  pat.  c,  4  sig.  pend. 
Gedruckt :  Schmoller,  Straßb.  Tucher  und  Weberzunft,  nr.  13. 


33.  König  \\  enzel  an  Strassburg  mahnt  um  Hülle  tür  C.olmar  gegen  Herzog  Leopold 
von  Oesterreich:   von  wegen  solcher  sache  und  geschieht   als  herezoge   Leupoll  von 

20   Österreich   unser    und  des   reiehs    stat  Colmar  angriffen  hat,    das    uns    und    das   reich 

antriffej  und  angehet  gemeynlichen,  ist  unsere  ganeze  meynunge  und  manen  auch 
euch  hev  den  trewen  und  eyden,  als  ir  uns  und  dem  reiche  vorhunden  seyt,  das  ir 
den  egenanten  von   Colmar  vestielichen   und  getrewlichen  beholffen   seyn   sullel   mit 

leihe    und    mil   gute   und   dennoch    euch   dorCZU    schicket     und    stellet,    das   tr    uns    ZU 
25   hullTe  komel   mil   aller  ewere    macht  von  derselben   suchen  wegen    und  hey    uns  seyt 

hey    Hagenauv    off   send   Michilstag   der    schierste    kunfftig  ist    und    lasset    des   mit  ftp«.  t9. 
nichte.        gehen   zii  Oppenheym   am   nehesten   freytag  noch    unser  frawentage   als 
sie  geboren  wart  unser  reiche  do  behemischen  in  dem  1!)  und  des  romischen  in  dem 
(i  jare. 

Oppenlwim  1381  September  13. 

so  Str.  St.  Ä.  AA.  107  nr.  20. 

Gedruckt  Sclwpflin.  Als   dipl.  II,  280. 
Vgl.  Strubel  II,  403. 

34.  Herzog  Stephan  (III)  von  Baiern  an  Straßb  itrg  :  httet  ihn  zur  Ergreifung 
eines  mit  vielen  kostbaren  Pfändern  aus  München  entwichenen  Juden,  namens  Isaak 

m   behiijlich  :i(  sein.  München  1381  September  15. 

Stephan  von  gotes  gnaden  pfallentzgraf  bey 

Kein   und  hertzog  in  Beyren  etc. 
Dnsern  grus  und    alles  gut  zuvor,    lieb  besunder.    wir    tun    ew    zu    wizzen.    daz 
uns  ein  jud,  haizzt   Ysak,  ist  heimlich  enpfaren  VOD   unserer  slal  zu  München,  «ler  hat 


26  1381 

uns,  unserer  gemaheln1  und  unserem  brüeder,  und  den  unseren  unser  und  ire  kleinat 
und  pfant  heilich  und  heimlich  hingefüret  und  wir  ensullen  im  nicht/  weder  gelten 
noch  widergeben,  dy  kleinet  und  pfant  wir  ew  geschritten  senden  an  der  cedel,*  die 
in  dem  briet'  verslozzen  ist.  demselben  Juden  haben  wir  nachgesendet  und  nachge- 
vorscht  allenthalben  und  bey  dem  Rein  ab  und  uf.  und  allzeit  ward  er  gewarnet.  5 
daz  er  von  ainer  stat  in  die  andern  entwaicb,  daz  wir  in  nicht  bestellen  mochten . 
und  sunderlich,  da  wir  in  erforschten  zu  Rotenburg,  so  ist  er  gewichen  zu  ew  in 
ewer  stat.  nu  ist  uns  gesagt,  er  hah  auch  vormalen  von  ewr  stat  klainat  also  hin 
gefuret.  bitten  wir  ewr  wishait  gor  lleizzig,  als  wir  ew  dez  auch  gentzlich  gelawhen 
und  getrawen,  daz  ir  uns  denselben  Juden  Ysak  bestellt  und  behalten  wellet,  daz  1» 
er  nicht  geweichen  mag,  so  wellen  wir  im  gern  hin  nachchomen  mit  dem  rechten, 
mit  Juden  und  mit  kristen,  und  hintz  im  wisen  und  bringen,  wie  wir  süllen,  daz 
er  uns  und  den  unsern  Juden  und  kristen  ir  gut  und  kleinet  heilich  und  heimlich 
hingefüret    hat.         gebin  zu   München  in  oetava  nativitatis  Marie  anno  81. 

[In  verso]   Den    ersamen  weisen   läuten  .  .    den    burgermaistern    und  .  .  dem  rat   i:, 
gemainlich  der  stat  zu  Strazburg,  unser  lieben  besundern. 

*  [Der  einliegende  Zettel]  Dis  sint  die  kleynat,  die  Ysak  der  Jude  heimlich 
hingefüret   hat  : 

Des  ersten  mines  herren  hertzog  Stephans  gemaheln  einen  groszen  silberin  hafen 
der  übergüldet   ist.  20 

It.  minem  herren  hertzog  Hansen2  einen  groszen  silberin  köpf,  hat  i)  mark 
silbers. 

lt.  meister  Jacob  3em  Juden,  mines  herren  artzat,  ein  übergoldet  gürtel 
von  10  mareken  silbers;  it.  einen  silberin  becher,  eine  silberin  schalen  und  ein 
silberin  köpfelin.  25 

It.  Hansen  dem  Jagermeister3  zwene  silberin  übergüldet  gürtel,  einen  groszen 
bi   14  marken   und  einen  kleinen. 

It.  Kristan  dem  Frowenberger  einen  silberin  kandel,  ein  pant  umbe  ein  bein 
und   etliche    frowen   cleynat. 

It.    dem    schencken  von   Geirn    ein    silberin   keten  übergoldet,  dise    vorgeschriben   30 
cleynat    stanl   dem  Juden    nihtz,    weder   von    minem   herren   noch   von    den    andren 
vorgenanten. 

It.   so  sind   danne    das    die   pfant    und  cleynat,    die   dem  Juden   staut    von   dem 
hienachgeschriben    umb    gelt,    als    harnach     geschriben   stet,   die   doch   wo!    dristunt 
also   gilt  sint,   also  man  wol  versten  mag.    und   die  hette   man  gern  gelöset,   werent   35 
sie    hie    gewesen,     so    het    sie    der    Jude    hingefüret    ane    der     schuldener    wiszen 
heimlichen. 


1  Thaddaea,  Tochter  des  Herzogs  Barnabas  Visconti  von  Mailand,  gest.  38.  Sept.  1381,  also  kurze 
Zeit  nach  Absendung  dieses  Briefes. 

2  Johann,  Bruder  Stephans  III.  ig 

3  Ein  undatierter  Brief  von  Hans  dem  Jägermeister,  Kammermeister  des  Herzogs  an  Strassburg, 
worin  derselbe  zwei  silberne,  vergoldete  Gürtel,  die  bei  dem  Münchener  Goldschmied  Caspar  in  Arbeit 
waren,  als  gestohlen  reklamiert,  liegt  var.  (G.  U.  P.  lad.  174.  fasc.  15.) 


1381  27 

lt.  lies  ersten  der  Z&rgadmerii]  ein  halber  silberin  köpf  ,  stet  10  s.  Regensparger 

Pfennige;  it.  ein   besingen   riem  mit  silberin  spangen,  Btel  '■',  b.  R.  d. ;it.  ein  beslagen 

nepffelin  and  ein  Bwartz  paternoster  mit    11  silberin  knöpfen  und  mit  einem  silberin 

hiilicl.  stel  allez  3  s.  R.  d.;it  ein  galdin  rink, stel  80  R.  d.;  it.  ein  BÜberin  gespeng, 

i  ein  silberin    knöpf  aber  ein   silbergeschar   stet   60  H.  d.  summa  20  b.  R. 

lt.  Hansen  dem  imppeler  ein  silberin  ketten,  die  hat  s2  glide;  it.  ein  silberin 
uberguldel  gürtel.    hat  22  sebiben  und  dy  ringken  und  r>   kleine  spengelin;   it.  aber 

einen    Silber    gürtel,     hat    15  Spangen    und    den   gurt;    it.    5  gut    silheiin   schalen:    it. 

drie  silheiin  übergoldet  napf  uf  föszen;  it.  einen  silberin hafen ;  it.  2  zwiäach  silberin 
u  köpf  zu  vier  stucken. 

It.  iU'v  hol'nieislerin    einen  slair,    einen  sehapel   und    12  löl   silhers.    stet    alle/.    3 

Hüb.    Reg!    d. 
lt.  Wappen  dem  goltsmide  ein  silheiin  schal,  siat  5  s.  |{.  d. :   it.   ein   beslagen 
de^cn.   stal  1    lib.    R.  d.  :  it.   ein    messor    und   2.  schilt,    staut    1  üb.    R.  :   it.   ein    silheiin 

15  senkel   und  bücbstaben  und  pugkeln  une  pfeiler  und  daz  gesper  und  die  fermel,  stal 

§  alles  13  s.l!.:  it.  ringken  und  senket  und  zwo  verbildet  spangen  und  die  Spangen, 
die  darzö  gehörent,  da/,  slat  ain  mark  1  lib.  H.  d. 
It.  Heinrich  dem  diener  einen  gemengten  l'rowen  manlel  mit  einre  vehen  kürsen 
und  mit  guldin  porten,  stat  3  lib.  R.  d. :  it.  ein  grawer  winterrock  mit  einre 
m  fuhsein  kflrsen,  stat  1  lib.-  R.  d.  dy  plant  mag  er  bestaten  und  betewrn  mit  sinem 
eyd  iinihe  50  guldin,  und  darumbe  hei  er  gen  Pappenheim  gesendet  hoplgüt  und 
schaden:    do    wolte    ims    die  judin    niht   zu   losen  geben. 

II.    der  Haidinn    2   nicke    und   2   slair,   staut    2   lib.    R.   d. 
Item    dem    Yettinger   2   gute    mahel    vingerlin. 
25  Item    Hansen    dem    saller   ein    silberin    vergoldet    schal,    slat    1    lib.    R.   d. 

Mise  vorgenanten  kleynol  bat  der  Jude  Ysak  hingefuret,  da/,  man  zu  dem  malen 
geschrjben  hat.  und  noch  vil  merer  eleynoter,  die  nicht  da  verschriben  sinl.  wände 
nicht    inangliche    umbe    die    hotschart    wais. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  174  fasc.  15.  or.  eh.  lit.  cl. 
30  Gedr  :  Breßlau.  Aus  Strafsb.  Judenakten.  {Ztsehr.  f.  Gesch.  d.  Juden,  1891.) 


35.     Stislaw  ton  der   Witenmüle   bekennt,    dass   er   auf  10  Jahre  Ii  arger  der 
Sladt  Straßburg  geworden.  issi  Septemlxr  18. 

Ich  Slislawe  von  der  Witenmüle,  riller  vergihe  und  erkenne  mich  öfTcnlioh  mit 
disem  briete,  da/,  ich  ull'e  die  nehsto  mitwochs  vor  saut  Matheustage  des  heiligen 
35  zwollbollen  kam  vür  meistere  und  rat  zu  Stra/burg.  da  her  Heinrieh  von  .Mfilnheim 
meisler  wa/.  und  empfing  vor  in  min  burgreht  und  swür  och  mit  ufgehebeter  haut 
and  mit  gelerten  Worten  liplich  zu  den  heiligen  meistere  und  rate  zu  Stra/.burg.  die 
danne  /.i'i  zilen  sint.  getruwe  und  holt  zii  sinde  und  sie  vor  irme  schaden  zii  wen- 
dende   und   zii    warnende    und    «'ich   allen   iren    geholten    gehorsam    zu    sinde    von   der 

«  vorgenanten   mitwochen    über   /.eben  gantze  jare.   und  wart  mir  onch  von  dem  ege- 


28  1381 

nanten  hera  Heinrich  von  Mülnheim,  dem  meister  alles  daz  mit  worten  bescheiden 
und  öch  gegeben  in  den  eil  zu  hallende,  waz  andere  edellüte,  die  ire  bürgere  sint, 
nach  irre  stette  reht  und  gewonheit  gegen  in  halten  und  vollefflren  söllent.  darzfi 
wart  mir  och  von  dem  egenanten  meislere  und  rate  uszgedinget  und  bescheiden: 
were  es  daz  ich  deheynen  krieg  zu  in  broht  hotte  untze  uffe  die  vorgeschoben  mit- 
wochen  und  sunderlich  mit  namen  von  des  krieges  wegen,  den  ich  da  hette  mit 
Görgen  von  Bach,  daz  sie  mir  darzü  alles  weder  geraten  noch  beholll'en  söllent  sin 
in  denheynen  weg  ane  alle  geverde.  und  dirre  vorgeschrihen  dinge  zu  eyme  waren 
slellen  Urkunde  so  habe  ich  der  obgenanle  Styslawe  von  der  YVitemnule.  ritter,  min 
ingesigel  gehenckel  an  disen  brief.  der  wart  geben  an  der  mitwochen,  als  vorgeschriben  »o 
stat,  in  dem  jare  do  man  zalte  von  gottes  gebürte  drüzehenhundert  ahtzig  und 
ein  jare. 

Str    St.   A.  G.  ü.  P.  lad.  271.  nr.  16.  or.  mb.  c.  sig.  peiul.  del. 

Ebenda  Vidimus  dieser    Urkunde  vom  21.    October  1391   ausgestellt   von   dem   städtisclten 

Notar  Wernher  Spateinger. 
Gedruckt  bei  Wencker,  de  ußburg.  S.  124. 


36.  Entwurf  eines  königlichen  Landfriedens  am  Rhein,  sowie  für  die  weiteren 
Teilbezirhe  :  Franken,  Baiern,  Schwaben  u.  s.  w.  Grundlage  für  den  Landfrieden 
vom   0.   März    1382.  [Frankfurt  1381.  Ende  September.] 

Str.  St.  A    G.  U.  P.  lad.  48/49  b.  fasc.  3.  cop.  eh.  coaev.  auf  11  gehefteten  Blättern.  M 

Gedr :  B.  B.  A.  I.  nr.  ISO  aus  dem  Würzburg.  A.  K.  Mainz  Aschaff.  Ingroß.  B.  11  f. 

313  "  cop.  eh.  coaev.  unter  Benutzung  von  Wencker,  apparat.  230,  wo  nur  Bruchstucke 

mitgeteilt  sind  unter  dem  falschen  Datum  1379. 
Regest  Boos,   Wormser  Urkb,  II  nr.  797^ 
Die  Straßburger  Vorlage,  sonst  der    Würzburger  fast  wörtlich  gleichlautend,  entbehrt   die    25 

Schluß-§§  24—27  incl .  welche  die  Abgrenzung  der  Landfriedensbezirke  enthalten,  und 

hat  zwischen  §  15  und  §  16  folgenden  Passus  mehr: 

1)  Es  isl  zii  wiszin,  daz  unser  lieire  von  Tiieie  zii  dem  gemeinen  f'riden  dienen 
wil  indewendig  der  Nae  biz  uff  die  Are  mit  fönffezig  cleven  und  obwendig  der  Nahe 
biz  gein  Spire  mit  funffe  und   zwenezig  cleven  vort,   so  wil  er  dienen  in  der   vorge-  so 
nanten  wise  zwolff  mile1  von  Binge  umme  und  umme. 

2)  Min  herre  von  Mencze  wil  dienen  den  stetin  Mencze.  Wormsze,  Spire  und 
Straspurg  und  furbaz  von  yeclicher  stat  sehs  mile  umme  und  umme.  so  sollen  die 
nliengenanten  stede  und  ir  yecliche  besündern  myme  herren  von  Mencze  berwider 
umme  dienen,  also  wiil  der  styfft  zu  Spire  begriffen  hat  und  auch  sehs  mile  umme  ss 
yeclichen  sloz  dez  styfftes  zu  Spire.  item  sollen  die  siede  mime  herren  von  Mencze 
dienen,  also  wiit  der  styfft  zu  Mencze  hie  zu  lande  begriffen  hat  und  mit  namen 
furbaz  von  den  slozin :  Schurberg,  Bischofsheim,  Mildenberg,  Aschaffinburg,  Staden, 
Honeheim,  Sobernheim  und  Lonstein  auch  sehs  müle  umme  und  umme  und  waz  da 
zusehen  gelegin  ist.  40 

3)  Mine  herren  die  hertzogen  wollent  senden  ir  folg  umme  sache  dez  friden  biz 


i   Vgl.  Janssen,  F.  B.-K.  I.  nr.  81. 


1381  20 

gein   Strasburg  w\  fftnff  mile  «in    amme  und   amme  und   da  herwider  abe  den 

sieden,  die  in  dein  friden  sin)  biz  gein  Mencze  und  l'riiuckcnfuil  und  den  wederau- 
wisehen   sieden    und    uine    vccbche   stat,   d;i    iz   nol    gedacht    fftnff    Odile    darummc    land 

niii  oamen  fflnffczig  mit  cleYen  und  daz  dieselbin  siede  auch  mynen  berren  den  ber- 

t    COgen   dienen    yeklielie   stat    mit    ir  zal   gewapenter  lüde  also  vil  und  mit  nainen  fecliche 

siai  fftnffczig  mit  cleven  in  iren  landen,  die  zuschin  Straspurg  und  den  steilen  ege- 
nauien  da  herabe  und  da  umme  gelegen  sin,  und  fftnff  mile  amme  und  amme  Key- 
seislulern  und  fftnff  mile  umme  und  umme  Strouberg  und  fftnff  mile  umme  and 
umme   Sletnsberg,    WO  dez   nol    wurde   limine   saelie  lies   friden    und   eynunge 

">  37.     Die  drei   Pfalzgrafen   RuprecHl   der  ältere,  der  .jüngere  und  der  jüngste   und 

die  Erzbischöfe  Adolf  von  .Mainz  und  Friedrich  von  Köln  verlanden  sieh  inil  den 
Bischöfen  Friedlich  von  Strassburg  und  Dietrich  von  Metz,  sowie  mit  7  Grafen  und 
1  Herren  und  mit  den  Städten  .Mainz.  Strassburg,  Worms,  Speier,  Prankfurt,  lla- 
genau,  Weissenburg,  Pfeddersheim  und  den  elsässischen  Studien  auf  12  Jahne  gegen 

u    die   Herren   von  Bitsch  als  Slrassenräuher.  1381  October  1. 

Reg.  Boos,   Wormser  Urkb.  II  nr.  798.  —  Reg.  Seriba  nr.  3330. 


38.     Mainz  an  Straßburg  :    Verhandlungen  des  Königs  mit   den   Städlebünden 
und  Stellungnahme  derselben  zu  dem  Bunde  zwischen  dem  König  v,nl  den  Fürsten. 

[1381  Oktober  S  \'] 

so  Dnsern    dienst  zuvor  lieben  und  citgenoszen.    als  uwere  und   der   andern    stelle 

frunde  unsere  eitgenoszen,  die  zft  unserm  bonde  gebörent  und  auch  die  onserm  ofi- 
welingen  zö  Frankfurt  gewesl  sin  hy  dein  allerdiirehluelitigisten  fursten  und  lierren 
hern  Weiuzlauw  römischen  kunige  zu  allen  zyten  merer  des  riches  und  kunig  zii 
Beheim  unserm  lieben  gnedigen  berren  und  den  kurfursten,  fursten  und  andern  berren 

*  und  wie  die  selben  unsere  frunde  von  dannen  gesdieiden  sin.  haut  sie  uns  eigentlich 
und  wol  erzalii  and  uns  auch  bracht  abegeschrifft  eyner  eynunge1.  die  unser  gneiliger 
herre  t\vv  römische  kunig  vit  (sie)  den  kurfursten  begriffen  habe,  die  wir  auch  gehoril 
haben   lesen   und    wol    verstanden    hau    und   sin   darubir   in    unserm    rate  geseszen   und 

uns daroff entsonnen  und  sin  eynmftteclich  in  unserm  rate  abirkommen,  daz  wir  by  dem 

"■"  bonde.  den  ir  die  anderen  slelde  vit  den  swebschen  stellen  und  auch  wir  vil  eyn  gemach) 
und  uns  zu  eynander  verbunden  bau  nach  lule  der  briefe.  die  dar  ubir  begriffen  sint, 
bliben  wollen  mal  uns  auch  SOÜche  abeschrifl  der  eynunge  nil  zu  synne  isl.  wan  wir 
besorgen,  wo  wir  soliche  evnunge  angingen,  daz  ez  uns  unser  beschcidenbeil  rurte. 
were  ez  abir.  daz   ir   und   der  andern   stelle  frunde,  die  zudem  bonde  gehörnt  off  dem 

*  dage.  als  wir  alle  zft  Spire  sin  sollen,    ichl   hessers  zu  rate  wurden,    da  truwen    wir, 
az   unsere  frunde  daroff  gelimplich   antworten   sollen,     auch   lieben   frunde    bitten   wir 


i  Ist  u-ohl  der  unter  nr.  180  D.  R.  A.  I  abgedruckte   Landfriedensentwurf  von   Ende    September 
(vgl.  oben  nr.  36). 


30  1381 

uch  fliszeelich,  daz  ir  uwern  frunden,  die  ir  ofl'  den  dag  gein  Spire  schicken  wordent, 
bevelhon  und  heiszen  weflent,  daz  sie  mil  unsern  (runden  von  Spiro  zu  dorn  hoehgo- 
born  forsten  und  herren  herczogen  Ruprecht  dem  eitern,  palczgravo  by  Rine  und 
herczog  in  Beyern  riden  wollent  yn  zu  bittende  von  sache  wegen,  als  unsere  ('runde 
uwern  ('runden  wol  saßen  sollen,  und  in  dirre  masze  haben  wir  den  anderen  unsern 
(runden  und  eitgenoszen,  die  zu  unserin  bonde  gehorent  geschriben,  daz  sie  sich 
hernach  wiszen  zi'i  richten',  geben  off  den  nesten  dinstag  nach  Remigii.  und  laazenl 
disz  ratz  wise  by  uch  verüben. 

Burgermeistere  und  rait  zii  Mencze. 


Str.  St.  A    AA.   118.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig.  magno  in  v.  impr. 


39.  König  Wenzel  an  Mainz.  Worms,  Speier  und  Strassburg  :  lädt  ein  nach 
Nürnberg  auf  den  28.  October,  um  auf  Grund  des  Frankfurter  Abschieds  Antwort 
zu  geben  wegen  ihres  Reitritts  zum  gemeinen  Frieden.  geben  zu  Xurenberg  an 
sant  Dionisii  tage  unser  riebe  des  beliem.  in  dem  11).  des  römischen  in  dem   (i  jare. 

Nürnberg  1381  Oktober  U.    u 

Str.  St.  A.  AA.  108.  cop.  eh.  coaev.  mit  Versendungsschnitten 
Gedruckt:  D.  R    A.  I.  326  nr.  183. 
Regest.  Boos,  Wormser  Urkb.  nr.  799. 

40.  Straßburtj    und  genannte  rheinische  Städte   bekunden,    daß  sie   sich    mit 
Regensburg    verbündet   betrachten,    weil   diese   Stadt  neuerdings   dem   schwäbischen    v 
Bunde  beigetreten  ist.  1381  October  18. 

Wir  die  rote  und  alle  bürgere  gemeinliehen  der  stetde  Meinlz,  Strass- 
burg.   Worms.  Spir,     Frankenfort,    Hagenow,    Wiszenburg,    Phedersheim,    Slitzsta) 

und  Obern-Ehenheim  bekennen  und  verjehen  pffenlich  mit  dem  briefe  allen  den, 
die  in  ansehent  oder  liorent  lesen,  als  wir  uns  mit  den  erbern  wisen  des  heiligen  u 
romsehen  richs  stetden  gemeiidich  in  dem  bunde  zu  Swaben  verbunden  und  ver- 
einet haben  anenander  getruwelich  beraten  und  beholfl'en  zu  sin  nach  der  verbunt- 
briefe  lute  und  sage,  die  oueh  darüber  besigelt  und  geben  sint,  und  wann  sich 
die  erbern  wisen,  die  bürgere  und  rat  gemeinlich  der  stat  zu  Regenspurg  nu 
nuwelich  zu  den  vorbenannten  stedten  des  bundes  in  Swaben  verbunden  habent,  3« 
darumb  so  versprechen  und  globen  wir  uff  die  eide,  die  wir  zu  den  vorgenanten 
stetden  gesworn  haben,  daz  wir  den  egenanten  bürgern  der  stat  zu  Regenspurg 
getruwelich  sollen  und  wollen  beraten  und  beholfl'en  sin  und  in  allez  dez  sin 
behalt  und  verbunden,  als  oueb  wir  nach  des  verbuntbrieCes  lute  und  sage,  wenn 
oder  als  dicke  sich  daz  geburet  oder  des  notdurfHig  werde  zu  glicherwise  und  36 
in  allem  dem  rehten,  als  ouch  wir  uns  zu  den  vorgenanten  stetden  verschriben 
und  verbunden  haben  und  als  ob  sie  mit  nämlichen  Worten  by  denselben  stet- 
den in  dem  vorgenanten  verbuntbriefe  begriffen  und  verschriben  stunden  ane  alle 
argeliste  und  ane  alle  geverde  mit  Urkunde  disz  briefes,  den  wir  in  darüber  be- 
sigelt  geben    mit  unsere  der   vorgenanten   stetde    Wormsz    und  Spir   angehencketen   *» 


1381  31 

ingesigeln,  die  duz   von   unser  aller  beiszen  wegen   getan  haut,        das  ist  gescheen 
nach   Cristi  geburte    drutzehenhundert    jare  und   in  dem  ein  und    ahtzigestcm  jare 

an    dem    liebsten    liyluge    nach    S.   (lallen    tag. 

Str.  St    A.  (i.  U.  P.  49,  B.  cop.  eh.  coaev. 

Die  Gegenurkunde  liegenburgs,  in  der  sich  diese  Stadt  zur  Stellung  von  18  Glefen  ver- 
pflichtet, St.  A.  Speier.  BT.  685.  or.  mb.  c.  2  »ig.  pend.  laes. 

Gedr. :  Boos,  Wormser  Urkb.  II  nr.  800.  —  Schaab,  rh.  Sdtebd.  II,  nr.  208.  mit  unrich- 
tigem Datum.  —  liegest :  Vischer  nr.  169. 


41.     Rat  und  Bürger   von  München  an  Siraliburg .-   berichten   von  der  Flucht 

io  des  Juden  Isaah    und  vermuten,    daß  sich  derselbe  in  Siraliburg  aufhalte,    wo  man 

ihn  zur  Herausgabe  der  Pfänder  zwingen  möge.  [1381  Ende  Octoher.J 

Unser  \v i  11  i <•  dienst  wizzt  vor.  lieben  herren.  wir  laszen  ew  wizzen,  daz  vor 
uns  gewesen  sind  in  imserin  rat  elllich  unser  milhurger  und  hurgeriiinund  haben 
uns  lurgeben    und  geclagt,    daz  ein    jud    genanl    Ysaeh  manigerlay    plant    von    in 

15  gehabt  hab,  als  ir  wol  ervindet  an  der  abgeschrift,  die  in  disem  brief  verslozzen  ist.  nu 
ist  ez  als  verr  chomen,  daz  derselb  Ysaeh  heimleicb  von  binne  gevaren  ist,  und  do  daz 
»cschah,  do  erfuren  unser  burger,  daz  er  zu  l'appenhaym  waz.  und  ir  ettlicfa 
under  in  sanlen  zu  im  ir  boten  und  gell  und  wolten  ire  pfant  gern  geloset  haben 
unih    daz   gelt,    daz   sie    im    ze   derselben  zeit  schuldig    waren,  dez  mocht    in   von  dem 

so  Juden  nicht  widervaren.  und  dieselben  habent  auch  vor  uns  geweiset,  daz  das 
ein  warhail  ist.  ez  sind  auch  ettlich  under  in,  die  von  seiner  llucht  oder  auf- 
pruch  alsbald  nicht  westen,  und  do  die  ihre  plant  geloset  wolten  haben,  do  waz 
der  jud  von  binne.  DU  haben  wir  ervaren,  daz  der  jud  bi  ew  sei  zu  Strazburg, 
und     bilen     euer     Weisheit     mit     allein     vleizz,     daz     ir    mit    dem    egenanten   Juden 

«  schallet,  waz  er  von  unsern  burgern  innehab  in  pf'andcs  weiz,  daz  er  das  schick 
her  gein  München  oder  doch  gein  Auspurg  und  jedem  mann  sein  pfant  ze  losen 
gebe  ii ml»  daz  gelt;  das  er  ihm  do  schuldig  waz.  und  daz  das  l'urderlich  geschehe, 
daz  unser  burger  iinclaglialt  werden,  lieben  herren,  mer  lazzen  wir  ew  wizzen, 
daz  eine   iinsrcr  burgerinn,    Casparen     dez    goltsmides    saugen    witub,  vor   uns  ge- 

m  sagt  bat,  und  wolt  auch  darüber  gesworen  haben,  daz  er  etwas  innehiet  von  irem 
will  säligen  und  voii  ir,  daz  sein  plant  nicht  war,  aber  sie  wolt  nob  mocht  im 
als  verr  landes  mit  dem   rehten   nicht   aachchomen.    dartzu  versehen  wir  uns,  wie 

dein    hochgeboren     f'urslcn    unserm    herren    tiertZOg    Stephan    auch  durch    im  sein   un- 

gutlich  geschehn  von   wegen    ettlicher   elainot,  die    der  jud    auch  bin  gefurel   hab, 

35  die  unsrer  genedigen  frawen  seiner  gemaheln  saugen  gewesen  sind,  und  die  we- 
ilcr   er    noch    sein   vorgenante   gemahel    nie    verclniinerl    noch  versetzt    haben 

Von     uns    .    .    dem    rat    und    .    .  den 
burgern  gemeinlich    zu    München 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  174.  fasc.   15    or.  eh   lit.  cl.  undatiert. 

Ebeiula  ein   von  Isaak  selbst  auf  gestelltes   Verzeichnis  der  Pfänder,  das  dem  unter  nr.  34. 

ahgedriu l.tin  ziemlich  gleich  ist. 
VI.  5 


32  1381 

42.  Die  jüdische  Gemeinde  von  München  an  die  Juden  in  Straßburg  •  teilt  nn/ 
Wunsch  des  Herzogs  Stephan  (III)  mit,  daß  ein  jüdischer  Mann,  namens  Isah  ha  — 
Zarfali,  der  auch  ihre  Gemeinde  schwer  geschädigt  habe,  unter  Mit  na /nur  aller 
Pfänder  von  München  /tüchtig  geworden  und  sich  wahrscheinlich  nach  dem  Rhein 
gewandt  habe.  Milnclien  [1381  Ende  October], 

maiaa  'nnpan  's^nn  »viran  'i®'1  ^ppinb-i  'aianan  yiN  vspb  '*9*vm  naa  ^airin  nsna 

ir-irtN  nbiaia  'arma  Vana  "Wi  babn  Danr  «bei  'iym->  13KB  pmcmnaia  -aicina 

pns1»  w«n  im«  a^najn  byc  "pt<  'wiiib  nb  ainab  nicpai  n:a  laaa  :m  qpna  aiann 

iniii:  imao  "O  aaa  namxa  n«a  aab  TnyiniB  aa^n  cny-p  »3  i:ayi  iay  v\t  ixn 

rna  nt  '">¥&  'tnia-1  baia  a^y-ir  anxi  imrja  nab  axio  *i  yiaia  ty  ln'nyoa  iay  'am    » 

ynn  *yN  'ms  "natoi  nnaiab  'rn-rn  'rab  natn  nt  byi  miaaaa  amt»  'rjwi  'i»a  pb 

irnnataa  maba  biy  biaoVi  inaai  Niaaa  1:73»  -msa  a^aia-ina  ri'n  «j-wn  wiik  ab 

unpn  napbi  naaan  m  f"M  maab  iraba  nb?  'sa^pianai  'rrntaa  ir^W)Bi  'Tnixai 

trenn  oa»  wib«  nicya  azn  irrb  n-naa  nbapa  '-nan  anrrn  y>BN  *vapa  aaaiarn 

niayan  nbap  naiaa  mn:  -nasa  liaina  itnn  tb  '-naTan  *r  by  ^cbpa  nms  utoäVi    « 

naiiD  rrnio  '^en  ab  pa  «bis  na-ar  n:is  rby  mayia  ayaai  tnaa«»  "pbpy  i"nn  »"» 

aiiai  "pa  Tab  '-"lnaan  Dm«  nnn  FPfn  JW5  -pxinia  aäny  -iNtab  p  '-nanb  p 

us-wn  ma  iTa-isn  na«  'wia  ynsi  'ist  'mm  m«b  hnii  Dism  aiasa  -panaa  rrm 

■nasn  a^by  'na-inaa  'aaibria  ffli  na>a  nana  npyx  rrrti  'nana  in«  "iibn  wxsn  bai 

nana  'jaoai  '"normi  '-"Bina  wn  nbsaa  'ma  'aiax  vn  Vnana  pbia  n,ani25  'ann  *bTXn   « 

'mst-iibna  aay  '■'Emiaa  vn  Viama  rxp  ">a  '"wn  ■»byaioi  -isna  hnth  nya  a*saii  ly«a 

nm  im»  obT3  rfm  iai  is^emn  a->i2:nb  '"^iwi  '"«jm«  i:n  ^ni  iar  npb  ban  '131072  ■jmNT 

'"•b^isn  insb  i3,b3  T>ai  D^^nstflit  Tya  '"«mna  bB3ffi  12b  nbj:\c  iy  ij^rya  'iyiaia  rroaw 

iDaa  üb  na?o  msanb  ibais  Nbia  'r-iorn  'rpmm  'rnsapa  yasya  i"nab  -ir-ix  unbia  iroi 

yiann  aaia  yinyaa  anpa  misi  rt^n  »a  13b  o-bianb  "i"na  bar  s<b  'rmb»»»i  'r-nonai   2S 

a^biy  i:b  sno  «bia  nn«  '"Vin  'ya  ba  -üb  ion\o  ^c  lab  irr  isaio  iab  yy  ba  nosiaan 

D^byiiai  naa  yncia  nnsi  'maa  t^ns  p^by  bsb  rsa  inst:  12b  abir  xbia  nnsi  '-^roiiia  im"1 

n^an  ^a  onamn  ':-myi  i3"ny  nrbya  aiiEBnis  nab  m  -iiasa  noyaai  -na-1  na  12a  nabn 

la^sn  im«  12a  'sia:  byc  «bia  i«"n  wn  nti  im«  ^b  ynnir  na  yi-irb  ■pa^'ix  ans  i:b  las 

maianaa  niayi  bys  aa  yi::b  (!)  lamnra  nbyia  a-ia  rwo  *xn  Dab  tn  'a  '■,:,,:'y  naaa   3° 

inTisiaiaa  nay  T'bim  qanic  %:ana  \ttrw  rroaa  DTm«  latr  ban  i:b  ans  nTi  Diynn 

b^bnba  nan  yaia  irbya  ny:b  "na  iia-1  b^aiEani  niay  »-iNia  a-i  yin  oaiyia  aya  -nayic 

INC  na  'niiö"1  'iNiab  mpn  c  ^biN  'ntn  ^byan  tirr»  -paonb  lab  by  naim  '«no"<  bt«  na  -ip-'bi 

'a:ia  '^ys  'maiaa  '^N-ipmi  'ronnan  v-nsai  'icn  'c*a  na-ia 

la-ia-n  b"i:"t  qov  '"ö  Vmsv   3r' 

V's"t  irm  S'pn'a  rtabia 

V'i:"t  ^ron  qoT1  na  bsrw« 

D    h  y  i  'i-n  'ia  oia« 

■jnrn  bxiaia  -a  tjov 

-ibn  prir-1  ia  nisa  <° 
lb"s"T  p->aa-na  pns^ 

S<r.  -S<.  A.  G.  U.  P.  174  nr .  15,  or.  eh.  umdatiert 

Gedruckt  und  behandelt  von  Breßlmi :   Zeitschrift  für  die  Geschichte  der  Juden.  Jahrg.  1891. 

(Ebenda  Ueberseteung  *  von  Prof  Landaver.) 


1381  33 

*  Uebersetzung. 

Wir  die  Unterzeichneten  thun  zu  wissen  den  freigebigen  lieiclien,  den  Gelehrten  Israels,  die  die  Finsterniß 
erleuchten,  den  rühmlichst  Genannten  unter  den  Einwohnern  Straßburgs  —  Bekannten  und  Unbekannten 
—  und  Allen,  die  dieses  unser  Schreiben  zu  Gesicht  bekommen,  daß  der  Herzog  dringend  nach  uns  gc- 
5  schickt  und  uns  gebeten  hat,  ihm  (diese)  unsere  Zeilen  zu  schreiben,  icic  jener  Mann  Isak  ha-Zarfati 
gegen  ihn  und  uns  gehandelt  <Ihr  wißt  wühl  j  sagte  er  — ]  daß  ich  tetllimm  gegen  Euch  verfaltren 
in  der  Calamilat,  in  der  Ihr  um  seinetwillen  wäret,  denn  ich  hatte  geglaubt,  daß  Ihr  ihn  bei  seinem 
Verfahren  unterstützt  habt,  bis  ich  zur  Einsicht  kam,  daß  er  allein  stand  in  seinem  Frevel*.  [So  sagte 
ilcr   llt  ijog],      Ihr   aber    wißt,  wie    ein  Jude  für   den   andern    verantwortlich    ist,  darum   sind    wir    in 

10  dem  Netz  verstrickt  und  darüber  sind  wir  unglücklich  und  betrübt.  Und  was  hat  uns  der  Mann  ange- 
than!  Fr  wohnte  unter  uns,  war  wie  einer  von  uns,  in  Handel  und  Wandel  und  im  Tragen  der 
Slaalslast,  in  Freude  und  in  Leid.  Als  wir  nun  in  liuhc  und  Frieden  lebten,  faßten  wir  den 
Entsclduß,  eine  Sgnagoge  zu  bauen  und  ein  Hekdesch  zu  erwerben.  Wir  thalen  uns  zusammen 
und   machten   uns    in   aller   Form   verbimllich,    drei    Jahre    hintereinander    die    Hälfte    des     Zehnten 

'■'  her  zu  geben  und  allmonatlich  in  einer  Büclusc  durch  Schatzmeister  einkassieren  zu  lassen,  so  wie 
das  in  einer  von  llabbi  Jäklin  aus  Fger  aufgenommenen  Urkunde  niedergelegt  ist.  Kaum  war  ein 
Jahr  voll  zu  Ende  gegangen,  so  gab  jener  uns  keinen  Pfennig  mehr,  weder  für  die  SefuUzmeister  noch 
auch  für  seine  anderen  schuldigen  Abgaben,  wies  die,  welclte  sie  einzutreiben  hatten,  barsch  zurück,  «set'w 
Thun  war  im  Finstern»,  <I)er  Mensch  sieht  den  Menschen,  Gott  aber  etc.»  1'lOlzlich  hieß  es,  der  Mann 

•in  ist  geflohen  mit  all  dem  Hab  und  Gut,  das  er  aus  dem  Lande  (als  l'J'and)  Itattc  Da  gab  es  ein  Jam- 
mern in  der  Stadt,  man  murrte  und  war  gegen  uns  aufgebracht.  Die  Gläubiger  aus  dem  Lande,  deren 
Jlcsitz  er  mitgenommen,  sagten :  'Der  Jude  hat  nicht  Treu  und  Glauben  u.  l,  w.»,  schimpften  und  schmtihten 
und  wir  schwebten  damals  in  großer  Gefahr,  von  selten  des  Fürsten  und  der  Gläubiger.  Manche  von 
uns  waren  Teilliaber   bei    seinen  Leilu/cschäflen,  er  aber  hatte  alle  jene  Vfäiuler  mit  sich  genommen,  und 

tt  wir  Itatten  denen,  die  uns  schmähten,  nichts  entgegen  halten  können.  Drei  Wochen  war  der  Mann  unsern 
Augen  entrückt,  bis  wir  in  Frfahrung  brachten,  er  sei  in  Fappenlmm.  Wir  machten  unsern  christlich'  n 
Mitbürgern  sofort  davon  Mitteilung  und  schickten  gleich  unsern  Widersacher  zu  liabbi  Mänlin  mit 
unserer  Vollmacht  (unter  Angabe  aW  der)  Noth  und  unermeßlichen  Verluste,  die  uns  durch  ihn  ent- 
standen, aber  unsere  Verluste  und  unsere  Forderungen  konnte  llabbi  Mänlin   nicht   ersetzen,  denn    an 

M  jenem  Orte  war  die  Gerichtsbarkeit  in  ihrer  (der  Christen)  Gewalt.  Darum  legten  wir  die  Haiul  auf 
den  Mund,  da  uns  alles  entgeht :  1.  er  bezahlte  länger  als  zwei  Jaiire  keine  Abgaben,  2.  er  löste  nicht 
ein,  was  er  Gott  gelobt,  3.  er  brach  ein  bei  uns,  Füchse  fielen  über  uns  in  Hede  und  Tluit,  wie  Ihr  ja 
wißt,  daß  der  Herzog  unsern  Schmuck  und  unsere  Haut  uns  abgezogen,  indem  er  fortwährend  uns  sagte: 
tJhr  müßt  zahlen,  was  jener  Jude  mir  Schlimmes  gethan.»  Also  wißt,  daß  jener  Mann  nicht  recht  gigm 

■  uns  gehandelt  in  eicler  Hinsicht,  ja  reißt,  daß  er  ein  halbes  Jahr,  bevor  ihm  der  Gedanke  gekommen, 
sich  an  uns  zu  vergreifen,  schon  Schlimmes  geplant  hat,  das  hat  uns  dies  Alles  gebracht  und  wir  hon  n 
von  vielen  Nichljudcn,  daß  er  ihre  Pfänder  mitgenommen,  geringen  und  liohen  Wertes.  So  hat  der  Mann 
gehandelt.  Wir  aber  wollen  jeden  Schein  der  Entweihung  seines  heiligen  Namens  vermeiden,  ihn  vielmehr 
zu  Ehren  bringen,  so  sprecluit  dem  Manne  zu  Herzen,  daß  er  Rücksicht  nehme  auf  die  Glaubiger  tviel- 

N  leicht  gibt  es  Hoffnung  für  den  Ucbcrrest  von  Israel»  und  Ihr  crludtet  dadurch  Segen  von  Gott  und  von 
den  Bewohnern  Münchens,  die  sich  hiemit  namentlich  unterzeichnen : 

Samuel  Sohn  von  Josef  dem  Alten 
Salomo  Sohn  des  Märtyrers  Juda 
Samuel  Sohn  des  Josef  lui-CoJien 
Abram  Sohn  von  Hua"  ( — Jehuda) 
Josef  Sohn  von  Samuel  ha-Coltcn 
Moses  Sohn  von  Isak  lui-Leci 
Isak  Sohn  von  Benjamin. 


43.    Der  Rat  von  Main/,  an  Frankfurt:   liillijit  die  kürzlich  in  Speier  getroffene 
Verabredung  der  Städteboten  bezüglich  eines  gemeinsamen  Zuges  gegen  alle  Schädiger 

der  Släclle:   gemäss  der   weheren    Verabredung,    dass  jede   Stadt    alle   ihre    Feinde  den 

anderen  lJundcsstüdien   bekannt  machen  »olle,  werden  Peter  von  Schweinheim  und 


34  1381 

Diether  von   Crampurg    genannt     und    ein   Verzeichnis    aller    ihrer  Helfer    beigefügt. 
datum  ipso  die  Symonis  et  lüde.  [1891]  October  2a. 

Aus  Frankf.  St.  A.  Reg.  b.  Janssen  II,  nr.  5. 

44.     Worms  bittet  tSlraßburg  im  Hinweis  auf  den  Beschluß  des  letzten  Städte- 
tages  zu  6'peier   ihren  Feinden  Heinrich  von  Beckingen,  Contzeman    Veder,  Georg  '■> 
Fetzer  und  Genossen  ebenfalls  Fehde  anzusagen.  1381  October  30. 

Unsern  dienst  bevor  lieben  frunde  und  eitgenoszen.  als  uwere  der  andern  stelle 
und  ouch  unsere  frunde,  die  zu  dem  bunde  geboren!  it/.unt  bii  ein  zA  Spir  gewest 
sint  und  mit  ein  geratslacht  baut  umb  einen  gemeinen  zog  äff  alle  die,  die  die  siele 
besunder  oder  samenthafl't  anegegrillen  oder  geschedigel  baut  und  in  unrecht  getan  ■ 
habcnt,  und  die  selben,  uf  die  die  stete  crkanl  liant,  die  sollen!  sie  den  sielen  beschriben 
geben,  umb  daz  sich  die  stete  mit  widersagen  gein  in  bevvaren  mögen,  baut  uns  unsere 
[frunde],  die  wir  do  seibist  zu  Spir  itzunt  gehabt  hau  davon  obc  gelegenheill  eigent- 
liche und  [....]  erzalt  und  darumb  laszen  wir  uwer  erber  wisheid  wiszen,  daz 
uns  daz  wole  gefeilet  und  wollen  auch  dobii  verhüben,  auch  lieben  frunde  laszen  wir  u 
uch  wiszen,  daz  Heinrich  von  Beckingen  unser  fint  ist  mit  etwie  viln  sinen  belfern, 
so  ist  Contzeman  Veder  von  Spir  auch  unser  fynt  mit  etwie  vielen  sinen  heifern,  die 
wir  uch  senden  beschriben  in  eyme  zedel '  verloszem  in  diesem  unserm  briefe.  auch 
hat  Georie  Fetzer  Heinrich  von  Beckingen  unsern  fynd  enthalden  und  hüset  und  enl- 
heldet  in  noch  uf  syme  Mise  [  .  .  .  .  ],  daruff  unsere  bürgere  sint  gelürl  gefangen,  » 
geblochet,  geschetzet  und  daz  wie  (?)  auch  dar  [  .  .  .  ]  ist  wurden  in  den  dingen, 
daz  wir  nüssnit  mit  ime  zuschalten  hatten  und  hat  uns  [....]  unrecht  daran 
getan,  als  wir  uns  des  uf  unsere  eide  in  unserm  rate  erkant  haben,  auch  haben  wir 
geseszen  in  unserm  rade  und  han  uns  uf  unsere  eide  erkant,  daz  uns  der  vorgenante 
Heinrich  von  Beckingen  und  auch  Contzeman  Veder  obgenant  unreell!  dun!  und  k 
widerrecht  kriegent.  darumb  inanen  wir  uch  mil  diesem  unserm  brife  und  meinen 
und  begern  an  uch,  daz  ir  dem  vorgeschoben  Heinrich  von  Beckingen  und  sinen 
heifern  und  auch  Georien  Petzer  \\  idersagent,  als  man  von  Spir  gescheiden  ist  als  ir 
wole  wiszend.  datum  feria  quarta  ante  festnm  omnium  sanetorum  anno  81. 
und  schribent    diz  den  von  Obernehenheim   uhd  den  von   Sletzstad.  datum  ut  supra.   h 

Bürgermeistere  und  rat  zu  Worms. 

[In  verso]   Erbern    wisen    und    forsichtigen    luten    dem   meistere    und  dem  rate 
zu  Straszbürg  unsern  lieben  frunden  und  eitgenoszen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49 b.  fasc.  VII.  or.  eh.  Ut.  fli  c.  sig.  in  v.  impr.  du. 


45.     Schlettstadt   und   Oberehnheim   verbünden    sich    mit   den    acht    rheinischen  35 
Städten:  Mainz,  Strassburg,    Worms,    Speier,  Frankfurt,  Hagenau,   Weissenburg, 


Der  Zettel  fehlt  in  dem  Briefe. 


1381  35 

Pfedcrsheim  und  dadurch  auch  mit  den  schwäbischen  Städten.  l)ie  Hülfe  Schlettstadts 
zur  grossen  Summe  soll  8,  zur  kleinen  1  Glcfen,  die  Uberehnhehn-  1  bezüglich  'S 
(Hefen  betragen.  i:tsi  <>cu>inir  :ti. 

St.  A.  Speier.  nr.  007.  er.  mb.  c.  sig.  pend.  del. 
•  Gedruckt  l  Iloos,   Wormser  llrkb,  II  nr.  802. 

Gedruckt:  Schaab    II  nr.  909.  nach  dem  Org.  in  Speier. 
liegest :   Vtscher,  Forsch.  II,  nr.  170. 

4(i.     Herzog  Stephan  {III)  dankt  Straßburg  für  die  Festnahme  des  Juden  Isaah 

und,  bittet  die  Herausgabe  der  entwendeten  Sachen  and  die  Bestrafung  zu  veranlassen. 

10  MÜHc/ien  1381  (JvUtber  31. 

Stephan  von  gots  gnaden   pfallentzgraf 
bei    Hein   und    hertzog  in    Hairn   etc. 

Unsern  gunstlichen  grflz  und  allez  gut  bevor,  lieben  besundern.  ewren  brief 
über   daz    und   wir    ew    verschriben    beten    von    Ysak    des  Juden    wegen    haben    wir 

i5  wol  vernomen  und  danken  ew,  daz  ir  den  also  bestellt  habet,  und  wann  unsern 
armen  lauten  als  verr  ist,  zu  ew  hin  auf  dem  Juden  und  iren  claynaten  und 
pfänden  nach  zu  chomen,  so  biten  wir  ewr  lieb,  als  ew  auch  unser  getrewen  dy 
huiger  von  München  verschriben  und  gepeten  haben,  daz  ir  schaden  wellend  mit  .  . 
dem  Juden,  daz  er   die  klaynat    und   pland,  dy  er   heilich  und  haimlich  hin  gefüeret 

u  hat,  antwurtte  her  zu  uns  in  ein  nahen,  gein  Auspurg  oder  in  ein  ander  dez 
reichs  stat,  dy  unser  arm  laut  erlangen  mögen,  oder  doch  gein  Fappenhayn,  da 
wir  in  dez  ersten  erforscht,  beten  und  uns  dannan  tlühtig  ward,  und  daz  er  den 
unsern  irew  clayiial,  di  im  nicht  stund,  widergeb,  welhi  im  aber  zu  pfand  sind, 
daz   er  die   zu  losen  gel)  umb  als  vil    geltz,   als  si   im  zu  den  Zeiten  schuldig  waren, 

2i,  da  er  in  daz  ir  enpfürt  hat.  wann  ewr  weishait  wol  versten  kau,  daz  den  unsern 
und  auch  uns  ungütlichen  geschach,  solt  seit  der  zeit  her  schaden  auf  si  gegangen 
sein,  und  si  irew  plant  gern  gelöst  bieten,  mühten  si  die  erlanget  haben,  auch 
biten  wir  ewr  weishait  mil  allem  fleizz,  daz  ir  uns  den  Juden  haizzt  wider  geben 
einen    silbreinen  halen,     der    unsrer    lieben    frawn    und   gemaheln     sidig   gewesen    ist 

3l)  und  einen  zwillachen  silhreinen  grozzen  köpf,  der  unsere  briider  hertzog  .lohannsen 
ist,  dy  derselb  jud  uns  auch  verstolen  hingelüeret  hat,  und  wir  noch  unser  gcuiahcl 
noch  brüder  im  dieselben  claynat  nye  versetzet  haben,  und  war  uns  der  jud  als 
Ferr  niht,  so  wolden  wir  und  dy  unsern  im  gern  mit  dem  realen  darumb  nach 
kommen,    wie    wir    solden.    wir    getrawen    aber    wol  ewrr   liebin    und  weishait,    ir 

35  straffe!  und  bezzerl  den  Juden  selber  darumb,  daz  er  uns  und  ew  ein  sölich  mis- 
setat  wol  gebezzerl  hab,  und  daz  wir  erchennen  mügen,  daz  ew  laid  sei,  daz  er 
als  grözlich  wider  uns   getan  hat.  geben    zu   München   an   aller   heiligen    abend 

anno  domini   1381. 

Str.  St.   A.  G.  ü.  P.  lad.  174.  fasc.  15.  or.  eh.  lit.  cl.' 

10  Gedr.  lirelUau,  Ztschr.  f.  d.  Gesch.  d.  Juden.  Jahrg.  1891. 

1  Ebenda:   Her  sog  Stephan   an  Strassburg   beglaubigt    seinen  Schenken  Berthold  als  Gesandten  in 
Sachen  des  Juden  Isaak.     geben  zu  München  an  aller  heiligen  abend  anno  öl.  (Octuber  31.) 


36  1381 

47.     Aufzeichnung   über    eine   Städtebotenverhaudl/ing   mit   den    Vertretern   von 
Worms.  SpMcr  [13S1  Ende  October]. 

[1]   Man   soll  einen   gemeinen  Zug   unternehmen   gegen   alle,    welche  die   Städte 
einzeln   oder  zusammen   geschädigt   haben.    Jede  Stadl   soll   ihre   Feinde  dein   Bunde 
namhaft   machen.    —   [2]    .lede  Stadt     soll  soviel   Gleven    zu    dem    Hunde  stellen,    als    s 
sie  früher  den  schwäbischen  Städten  zu   schicken   hatte.   Der   Sammelort  soll  Worms 
sein.    —    [3]   Sollen  die  schwäbischen   Städten  gemahnt   werden,  mit    "218  Glefen  und 
den    bei    ihnen    weilenden     100   rheinischen    Glefen     nach   Worms    ZU    kommen. 
| -1|    Den  schwäbischen  Städten  soll  die  Liste  derjenigen  mitgeteilt,   werden,    welchen  sie 
Widersagebriefe    zu   senden   haben.         Diese    sind    von    Montag    nach    Allerheiligen   u 
(November  A)   zu   datiren. 

Barunter  steht.    {Verhandelt)  mit   den  von  Worms   von  hern   Trüschels  wegen.1 

Sir    St.  A.  G    ü.  P.  48/49  >'.  fasc.  XI.  conc   ch   (Zettel.) 


4M.     Cuntze  Bocke,    der  Meister  und  der  Rat  von  Slraßburg    thun  huud,    daß 
Jeder,  der  gegen  die  schwäbischen  tilädte  diene,  auch  ihr  Feind  sei.  15 

1381  November  it. 

Allen  herren,  dienstlüten,  rittern  und  cdelknehten,  den  dirre  unser  offen  briet 
gezöget  wirt,  embieteii  wir  Cüntze  Bocke  der  meister  und  der  rat  von  Strasburg 
unsern  dienst  und  waz  wir  gutes  vermügent.  und  laut  üch  wissen,  daz  die  stette 
Mentze,  Franckenfurt,  Spire,  Worms,  Phedersheim,  Hagenowe,  Sletzstat,  Obern  «o 
Lhenhcim,  Wiszeuburg  und  ouch  darzi'i  die  swebesi  lien  sielte,  die  den  bunt  mit- 
einander hallcnl,  und  ouch  wir  ziisamen  verbunden  sint.  und  darumbe  und  ouch 
wände  uns  vürkomen  ist,  daz  die  selben  swebesehen  sielte  zu  velde  gezogen  sint 
uf  den  edeln  herren  grate  Eberharten  von  Wirtenberg  den  allen,  Hei  fitzen  von 
Dorrenbuch,  Uenselin  von  Gronheim,  Eherhart  Leschen,  uf  den  Speien  und  ul  u 
andere  ire  vigende,  so  künden)  wir  üch  in  truwen,  daz  ir  uf  die  selben  swebe- 
schen stette  unser  eilgenoszen  nil  dienenl  noch  helll'ent  umbe  daz,  das  wir  nit 
gegen  üch  tun  müszent,  alse  ire  und  unser  verbüntnüsze  bewisel,  were  es,  obe  ir 
uf  sie  diendent  oder  iemanne  behulfl'en  gegen  in  werent.  dis  verkünden!  wir  üch 
umbe  daz  selbe  vorhin  zii  versehende  und  daz  ir  üch  da  bi  merkent,  daz  uns  nil  <• 
lieb  were,  soltent  ir  von  uwers  dienstes  wegen  in  schaden  von  derselben  stette 
und  unserre  verbüntnüsze  wegen  komen.  datum  sabbato  proximo  ante  diem 
saneti    Martini  episcopi  anno  domini    1381. 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  168.  fasc.  2.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  impr.  del. 


49.     König  Wenzel  an  Strassburg  sendet  dem  Bischof  Conrad  von  Lübeck  'unsere  3a 
meynunge   von  wegen   des  gemeynen   friedes   mit   euch   zu  reden   genczlichen    under- 


1   Vrgl.  für  die  Datierung  nr.  53,   Urk.  der  Stadt    Worms  vom  23.  December  1381. 


1381  37 

vreysel    and  bittet   ihm   rollet  Vertrauen   zu   schenken.  geben  zu  Präge  m  sun- 

lage  für  send   Elysabethen  unser  reiche  des  behemischen  in  dem  l'.t  des  römischen 

in    dem    8    jaro.  Prttf)  l.'iSl  November  17. 

Sir    St.  A.  AA    107  nr.  35.  or.  eh.  lit.  cl. 
Gedr.  i.  Auszug.  D.  R.  A.  1.  pg.  328  not  1. 


50.  Graf  Ulrich  von  Würtemherg  schreibt  an  Speier  und  den  dortigen  Städte- 
tag,  um  sich  dagegen  zu  verwahren,  daß  er  als  ein  Feind  der  rheinischen  und 
schwäbischen  Städte  gelte.  Stuttgart  13H1  Deeeinber  R. 

Wir  giiive  Eberhart  von  Wyrtenherg  embieten  den  erbern  wisen  Intel  dem  hw^ 

o  germei&ter  und  dem  rate  gemeinlichen  ze  Spyi  und  allen  andern  des  rieh«  stetdea, 

als  sie  itzfinl  zu  Spir   by  enander  siid,  unsern  grus  und  alle/  güi.  uns  ist  geseit, 

ir  wollenl  uff  uns  ziehen  von  der  swebischen  stetde  wegen,   lassen  wir  uch  wiszen, 

da/  wir  nyl  wiszen,  da/  wir  iilzil  mit  den  zu  schallen  habenl,  denn  daz  sie 
iinserni    hei  reu    von    Oslerrieh,    des    diener    wir   syn,    etwievil    unrcdelicher  stucke    ab 

r.  uns  clagel  hanl,  die  er  uns  versehriheu  gesanl  hat.  nfi  slat  unser,  herren  von 
Osterrich  und  der  stetde  piml  geneynander,  waz  sie  an  unsers  herren  von  Oslerrieh 
dienere  zu  sprechen  hanl,  da  solleul  sie  evnen  gemeynen  man  nemen  uszer  unsers 
henen  von  Oslerrieh  ral  und  daz  hanl  sie  getan,  und  daruff  so  wollen  wir  und 
unsere   dienere   gern    zu  dem    rehten   komen    nach   des   pundes  sage;,    wan   sie   daz- 

i  seihe  gevorderl  hant.  darumbe  so  getruwen  wir  uch  wol,  daz  ir  darnber  ruht  uff 
uns  ziehenl  mrli  nieman  uff  uns  lihenl  widerrehtz,  wan  wir  ungern  ufT  ueh  ziehen 
noch  nyeman  uff  uch  lihen  wollen  widerrehtz.  uwer  versehriheu  antworte  lant 
uns    wider    wiszen.         gelten   ze  Sluggarthen    an    sanl   Nielaus    ahent   anno  81. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  b.  fasc.  VII.  cop.  ehart.  mit  Verseiulungsfalten. 


51.  Die  schwähisehen  liundesslädle  auf  dem  Städtetage  zu  Dinkelshühl  an  die 
rheinischen  Bundesstaate:  sie  halten  die  geforderten  Glefen  nicht  schicken  können, 
weil  die  Gesellschaft  von  St.  Georg  den  Frieden,  welchen  sie  wegen  des  Königs 
Wenzel  und  der  Herzöge  von  Haiern  und  ( testerreich  mit  derselben  aufgerichtet, 
wieder  ahgesagl  hülle  und  zugleich  viele  Mitglieder  der  Löwengesellschall  mit  Sl. 
Wilhelm  ihre  Feinde  geworden  seien.  Sie  wollten  aher  nach  beendigtem  Kriege 
iie  vertragsmässigen  ( Helen  schicken  und  bälen  um  Förderung  ihrer  Sachen.  Din- 
kelshühl   Mittwoch    vor    S.    Lucien.  ZMalMbMUU  [lHSl]  December  11. 

Aus.  d.  Frankf.  Stadt  A.  —  Reg    b.  Janssen  I  nr.  9. 


52       Herzog   Johann    von    Lothringen    an  Strasshurg :    teilt  mit,  dass  er  dei  (iesell- 

16  schall  mit   dem  Löwen,  infolge  der  Briefe,  die  die  Stadt  Strassbtug  an  diese  geschickt, 

geraten    habe,    nach  Gelübden  und  Eiden  zu  verfahren  uml  dass  er  Bettel  ah  Hauptmann 


38  1381 

dieser   Gesellschaft   darnach   verfahren    wolle,  besonders  seines  Schwagers  des  Grafen 
Eberhard  von  Wirteinberg  wegen.        datum  feria  quinla  posl  concept.  Marie  anno  1381, 

13S1  December  12. 

Aus  dem  Frankf.  St.  A.  —  Reg.  bei  Janssen  I  nr.  C. 

53.  Die  Stadt  Worms  Ihut  kund,  dass  sie  eine  Sühne  vermittelt  habe  zwischen 
den  Strassburgern,  unsern  eitgenoszen  allen  iren  bürgern  und  allen  iren  helllcin 
dienern  und  den  yren,  uzgenomen  junghere  .lohanse  hern  zu  Liechtenberg,  und  ztwischen 
dem  strengen  frommen  ritter  hern  Trüscheln  von  Wachinheim  allen  sinen  erben 
etc.  umb  allen  schaden  missehellunge  und  anspräche  und  mit  Damen  umbe  des  vor- 
genanten  hern  Trüschels  teil  der   vesten    Rotenburg   und   aller  zfigehorde. 

Trüschel  gelobt  die  Sühne  zu  halten  und  hat  den  Ral  zu  Worms  gebeten, 
das   Stadtsiegel   anzuhängen. 

gegebin  an  dem  ersten  mentage  nach  sant  Thomanstage  des  heiligen  /.well 
hotten    in  dem  jare  do  man   zalte   .  .  .  drutzehenhunderl   jare   achtzig   und  ein    jare 

13S1  Deeemher  23. 

Str.  St.  A.  G.  U    P.  lad.  166.  nv.  57.  or.  mb.  lit.  pat.  c  2  sig.  pcnd.  quorum  1    (Worms.) 

mut. 
Diese  Urkd.  fehlt  bei  Boos,  Worms.   TJrkb. 


54.     Notarielles  Proloholl  über  die  Aussagen  Hügelin  Schonp's  über  die  Ermor- 
dung des  Johann  Erbe  durch  Johann   Weiszorn  zu  Illkirch.  20 

St.rassburfj  13S1  December  23. 

In  gotz  namen  amen,  allen  den,  die  disen  brief  ansehent  oder  horent  lesen, 
si  kunt  geton,  das  in  dem  jore  do  man  zalte  von  Cristus  gebürte  drutzehenhunderl 
ahtzig  und  ein  jor  in  der  vierdeu  Judicien  und  in  dem  vierden  jore  des  babes- 
tümes  des  aller  heiligesten  vatter  und  herren  hern  .  .  Urban  .  .  habest  der  sehate  n 
an  dem  drü  und  zwentzigesten  tage  des  monotz,  den  man  nennet  ze  latin  december. 
in  gegenwurtikeit  mins  offen  schribers  und  der  gezöge,  die  hie  undenan  geschriben 
stont,  die  dar  zu  sunderliehe  gebetten  und  berüffet  wurden!,  in  dem  crützegang  zu 
dem  Wilhelmere  in  Krutenowe  ze  Straszburg,  do  kam  jungher  Hügelin  Schöp  ein 
edelknecht  von  Straszburg,  unde  swor  einen  gestallten  eil  zu  den  heiigen,  daz  er  10 
do  by  wer  gesin,  do  her  Johans  der  Wiszorn,  ein  ritter  von  Straszburg,  selbeander 
eins  obendes,  als  man  ze  naht  geszen  hette  bi  lieht  und  als  men  anderwerben 
nach  naht  imbes  zeren  wolte,  koment  in  das  dorf  ze  IUekirche  in  Girstingers  stöbe 
des  wurtes,  do  her  Johans  Erbe  selge,  ein  ritter  von  Straszburg,  inne  saz,  als  der 
selbe  her  Johans  Erbe  do  ze  naht  geszen  helle  und  zeren  wolte  mit  den  andern  33 
gesellen,  die  öch  da  saszent  unde  mit  den  so  der  Wiszorn  zu  der  Stuben  intrat, 
do  erkante  jungherre  Hügelin  den  Wiszorn  not,  do  stach  der  Wiszorn  in  hern 
Johans  Erben,  und  do  der  Wiszorn  also  stach  in  hern  Johans  Erben,  das  do  her 
Johans  Erbe  schrie  unde  sprach :  was  zistü  mich,  ich  sicher  dir  doch,  unde  daz 
do  der  Wiszorn  spreche  zu  hern  Johans  Erben :   sicherstü  denne,   daz   do   her  Johans  «« 


III 


1381  :ni 

Erbe  antworte;  Ich  sicher.,  unde  do  der  Wisaorn  na  der  etabea  trat,  da  erfcaole 
jungher  Hdgelin  ersten,  das  es  der  Wiaaorn  was.  der  selbe  jonglier  Hagelia  dar 
sprach  öch  bi  dam  aide,  den  er  gesworo  do  hello,  das  er  nüi  wol  wüste 
vor  wor,  ehe  die  /.wen  hünderste  Buche,  die  der  Wiaaora  hern  .lohans  Erben 
i  gap,  ehe  sii  geschehen!  vor  oder  aach  dar  Sicherheit.  <i«><h  so  .sprach  jungher 
llügelin,  das  er  horte  do  zomol  von  hern  .lohuns  Erben,  da/,  der  selbe  her  Johaat 
Erbe   spreche:   mir  isi    vi  1   lieber  der  Wiazorn  habe  mir  dis  geton,  wenn  da/,  ich 

es    yme   geton    helle.    hie    hy    als    do  jungher  llugelin  gesworn   nnde  geseil  hiil,  worenl 

die  erben  br&der  Hellsehe,  ein  prieater  und  conventbr&der  das  closters  zu  dem 
Wilhelmer  vorgen.  und  jungher  Reinboll  Hüllet  der  alte,  ein  edelknecht  zu  Strasz- 
burg,   in   gezügesz   wiszo  darzü  gebettet)   Bunderlinge   unde  berüfft. 

Und  ich  Walram  von  dem  Bosch,  Ludiger  bystum,  wonende  ze  Straszburg  ron 
keyserlieher  gewall  ein  offener  sehriber  by  den  dingen,  alz  da  vor  von  junglierre 
llugelin  obgen.  verschriben  stobt,*  gewesen  gesehen  und  gehört  habe  mit  den  erbern 
i  gezogen,  die  obengeschriben  sint.  darombe  so  hab  ich  nun  gewonlich  zeichen  vor  an 
disen  brief  gosetzet  ze  geziignisse  der  selben  dingen,  die  obenan  von  junghern 
llugelin  egenant  geschriben  stont. 

Str.  St.   A.  V.  C.  0.  B.  28  ni\  30.  or.  mb.  Vit.  pat.  mit  dem  Handzeichen  des  Schreiber». 


55.     König  Wenzel  an  Straßbürg:  dankt  für  die  Befreiung  des  Qregorius  von 
20    Wandersieben  aus  der  Gefangenschaft  Bischof  Friedrichs  von  Straßburg  und  bittet 
nun  auch  dafür  zu,  sorgen,  daß  ihn  der  Bischof  der  abgenommenen  Eide  entlasse. 

Prag  1381  December  27. 

Wir  Wenezlaw  von  gotes  gnaden  römischer  kunig  czu  allen  czeiten  merer  des 
reiches    und    kunig   czu  l'eheiin  einbieten  unsern  lieben  und  bisundern  getreuwen  den 

25  meistern,  ammeistere  und  dem  rate  czu  Straszburg  unsere  gnade  und  alles  gut.  lieben 
und  bisundern  getreuwen,  also  Friderich,  bischoff  czu  Straszburg,  bie  uch  in  der 
slal  czu  Straszburg  unsern  lieben  andechtigen  Gregorium  von  Wandisleibin,  amen 
lieben  andechtigen  Wolf'arles  von  Grenl'els,  bischolfes  czu  Hasil,  in  geistlichen 
sachen    vicariiun,     in    unserre    bolsehaft     und     dinste     f'revelich    gevangen     und     in 

,io  eysen    geslossen    hat,    daran   er   unsere    kunigliche    wirdikeil   geuneret    und   gesmcliel 

Phal,  also  er  auch  an  andern  sachen  me  getan  hat,  also  wir  ym  des  doch  nicht 
gelreuwet  bette»,  hat  uns  derselbe  (iregorius  unser  diener  gerümet,  daz  ir  czu 
eren  der  heiligen  kirchen  und  unser  kuniglicher  wirdikeit  uch  in  den  sachen  czü- 
inale  togenllichen  bevviset  habit  und  yu  ausdergevengnis.se  ledig  und  loes  gemai  hei 
habit,  daran  ir  uns  eyne  suU  In;  behegelikeit  getan  habit,  die  wir  kegen  üeh  und 
die  uwern  gnedicklich  hedencken  wollen,  darober  ist  uns  vorkommen,  daz  derselbe 
(iregorius  unser  diener  von  derselben  gevengnisse  wegen  dein  byscholl'e  und  dem  (sie) 
seinen  evdr  getan  habe  und  hrieve  ober  sich  gehen  habe,  doruiuh  begern  wir  von  uch, 
sind  dem  mal  daz  uns  die  unere  und  smaehheil  an  unseini  diener  lue  nch  in  der 
slal  czu  Straszburg  an  unserm  dinste  derbotten  ist,  daz  ir  den  bisschof  under- 
wiset  und  mit  ym  auch  ernstlich  von  unsern  wegen  redet,  daz  er  Gregorium 
VI.  6 


40  1381 

unsern  diener  ledig  und  loez  sage  und  alle  eyde  und  brieve  vor  sich  und  alle 
die  synen  abe  tue  und  yn  der  ledig  sage,  also  wir  ym  auch  in  unsern  brieven 
vorschrieben  haben,  wan  wisset,  daz  wir  ym  und  den  synen  in  allen  sachen,  die 
sie  czu  ym  ezu  sprechene  haben  czu  dem  rechten  stellen  und  halten  wollen, 
und  bewiset  uch  in  dissem  sachen,  also  wir  och  bisundern  wol  getreuwen.  daz 
wolle  wir  kegen  ucli  gncdicklich  bedenken.  geben  czu  Präge  an  sand  Johannistage 
des  ewangelisten  unser  reiche  des  behemischen  in  dem  19  und  des  romischen  in 
dem  fi  jaren. 

Per  dorn,   eancellarium  Martinas   scolasticus. 

Str.  St.  A.  AA.  107.  nr.  17.  or.  mh.  lit.  pat.  c.  sig.  in  v.  impr. 


56.  Aufzeichnung  über  die  Preise  von   Wildpret  und  Geflügel  im  Jahre  1381.    to 

Vogeler  und  gremper.  1381. 

Zu  dem  ersten  so  söllent  sü  geben  den  besten  antvogel  umbe  10  den.  —  it. 
eine  glute  und  eine  deind  zu  4  den.  —  it.  die  rotbeinlein  zu  3  den.  —  eine 
wildegans  umb  14  den.,  einen  vasanlhan  umb  10  den.,  ein  vasanthün  umb  4 
den.,  ein  rot  velthün  umb  !)  den.,  ein  gro  velthün  umb  7  den.,  ein  15 
hasen  mit  dem  balge  umb  18  den.,  ein  hasenvleisch  umb  16  den.,  den 
besten  kappen  umb  1  sol.,  eine  alte  henne  um  10  den.,  it.  eine  junge  hürige 
henne  umb  8  den.  —  item  eine  zame  gemeste  gans,  die  do  bereit  ist,  die  sol  man 
geben  von  ostern  untze  sante  Michels  tage  umb  16  den.  die  beste  und  von 
sante   Michelstage  uncze   vastnaht   umb    1    sol.,   it.   ein   zame   ente   umb   8  den.  2" 

Hegel,  Königshof.    Gedr.   II,  1011.  aus  dem  [nicht  mehr   vorhandenen]    «Heimlich  Buch» 
fol.  44 '•. 

57.  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  den  Riller  Johann  von   Thann .-   ver- 
wenden sich  für  Frau  von  Ochsenstein,  ihre  Bürgerin.  [1381.]* 

Wir  Johans   Schilt   der  meister  und   der  rat    von   Strazburg  embieten   dem   er-  25 
bern   ritter  hern    Johansen   von   Than  als   lieb  und  gut.  alse  ir   uns  enboten    hant 
von  jungfrowe  Menen   wegen  von  Ohsenstein  unserre  burgerine,  da  süllent  ir  wissen, 
daz  wir   sie  darumbe  vür   uns   besantent.   und   sprichet,   daz   ir  hern  Rudolf  seligen 
von    Ohsenstein    iren    brüder    von    dez    schaden    wegen,   den    er    üch    und    uwern 
lüten  zu   Burlebach  getan    solte   haben,   gebütent  vür  die   nüne  dez  lantfriden  gegen   so 
Spire.  und  het   vor  uns   erberlich  mit   biderben  lüten   erzüget,   die  vor  uns  darumbe 
swürent    an   den  heiligen,    daz   der    vorgenante    herr   Rudolf    vor    den    nünen   mit 
urteile  ledig  wart   geseit  von   der   vorgenanten  getete  und  uwerre  anspräche  wegen, 
nii   bittent   üch   darumbe   ernstlich,   daz  ir  uwere    vorderunge  gegen   der  egenanten 
unserre  burgerin   ablassent   und   ir  noch    iren   lüten   keinen  schaden   tönt  und  tru-  35 
went,   daz  ir  uns   noch  ir  harübcr   keinen   schaden  tiint    und  ?üch  hie   mit    lassent 


1  Johans  Schilt  war  Meister  1369,  1372-1381. 


1382  41 

begnügen,  und    laut   uns  bar  tunbe    owere    antworte   wider   wissen,'-  daz  wir  uns 
darnach   künnenl  gerillten. 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  mb.  ohne  Siegelspuren. 


511.  Meisler  und  Rat  von  6'lraßburg  bezeuge»,  dem  bisherigen  städtischen  Aml- 
s  mann  Burekart  Meyger  bei  seinem  Ausscheiden  ihre  volle  Zufriedenheit. 

I13SH  Januar  4. 
Wir  C.iinlze  Hock  eet.  kündent  menglichem  mit  disem  briefe,  alse  Murekarl   Meyger 
von  Erstheim  unser  burger  lange  zii  und  vil  jare  unser  und  der  vorgehabten  anserre 
stette  amptman   gewesen    ist   und  er  aber  nü  dazselbe  arnpt  von  sines  libes  noldurlt 
o  wegen   ufgegeben   het,  daz  also  derselbe    Burckarl   Meyger  uns    redaliche   und   ge- 
truweliche  verrechenl    und  gentzliche  völletfln    hei    von  allem  dem  gftte,    wie  daz 

genant  ist,  daz  er  von  unsern  und  uuserre  stelle  wegen  ingeuomen  und  uzgegehcn 
het,  in  weihen  weg  daz  sie,  nutze  uf  disen  hütigen  dag,  alse  die  date  diz  briel'es 
beseit.    und    sagen!     öch    wir    mit   disem  briefe  vür    uns   und  alle  unsere   näehkonien 

■>  der  vorgenanten  anserre  stette  zii  Strazburg  ledig  und  quit  gentzliche  den  vor- 
geturnten Burekart  Meyger  und  alle  sine  erben  von  alles  dezseihen  gutes  wegen, 
wie  daz  genant  ist,  daz  er  von  unsern  und  unserre  stette  wegen  ingenomen  und 
uzgegeben  het,  in  weihen  weg  daz  sie,  untze  ul'  disen  seihen  hütigen  dag,  alse 
die   date   diz  briel'es    beseit,    und   daz  wir   noch   alle   unsere    nachkomen  der   vorge- 

!o  nanleu  unserre  stette  zu  Strazburg  darumbe  nieiner  anspräche  noch  vorderunge  an 
denselben  Burekart  Meyger  und  an  alle  sine  erben  gehaben  süllent  mit  gerillte, 
noch  Sine  gerillte  in  denheinen  weg  an  alle  geverde.  und  dez  zu  einem  Urkunde, 
so  ist  unserre  stette  ingesigel  an  disen  briet  gehencket.  der  wart  gegeben  an  dem 
ersten  samestdage  vor  sant  Erhartz    dage  dez  heiligen  bischofea  in  dem  jare    etc. 

..   ahlzig   und   zwei  jare. 

-Str.  St.  A.  Stdtord.  Bd.  21.  fol.  186  ".  eonc. 


59.  Ralsbeschluß  über  die  Wiederwahl  der  Meister  und  Ammeis ter   nach  drei- 
jährigem Zwischenraum  und  Festsetzung  ihrer  Einkünfte.  13S2  Januar  6. 

Unser  herren  meister  und  rat,  sehdllel  und  ainman  siut  ühereinkouien,  das 
'"  nach  dem  jare,  so  einre  ein  meisler  oder  ainmamncister  gewesen  ist  und  abe  ist 
gegangen,  er  in  drien  gantzen  jaren  darnach  nil  anderwarbe  noch  e  zii  meister 
noch  zii  ammanmeister  gekosen  noch  gemachet  sol  werden  in  alle  geverde a.  und 
das  man  oueh  ieglichem  uuder  den  vier  meistern,  die  iegliehs  jares  zii  meistern 
»ckost  und  gemachet  werdent,  sol  gehen  von  unserre  stette  wegen  das  vierteil  jares 
■■■  us,  so  ieglicher  meister  rilltet,  und  nil  vürbuz  alle  wochen  ein  pfunt  Strazburgcr 
Pfennige   zii  störe  zii  sinem  kosten  zii  den   lünl  pfunden,  die  man  iegliehem  meister 


a)  an  alle  geverde  übergeschrieben,  danno  an  dem  vierden  jare  ausgestrichen,  «eil  oieit :  er  in  drien 
gantzen  jareu  darnach  eingefügt  ist. 


42  1382 

jare.s  von  des  ratet  wegen  git.  und  sol  man  einem  ieglichen  ammanmeister,  der 
ein  ammanmeister  gemache*  und  gekosel  wirt,  geben  alle  wochcir'  dazselbe  jai 
uz  von  der  stette  wegen  ein  pfände  Strazburger  pfennige  ouch  zfl  sinem  kosten 
zu  stäre  und  och  zfi  den  fünf  pfunden,  die  man  ime  jares  v^n^des  ratea  wegen 
git  b  und  sullent  öch  darzü  alle  jare  den  meistern  und  den  amnianii'i'iistern  ire  gefelle  '■> 
öch  werden,  alse  sie  in  untze  har  gefallen  und  worden  sint  ;in  alle  neverde.  und 
sol  öch  der  nuwe  rat  alle  jare  darnach,  so  er  gekosen  ist,  sweren  uf  der  pfalUea 
an  dem  nehsten  sunnendage  nach  saut  Krhartz  tage  und  sol  man  öch  in  den 
nehslen  ante  Ingen  mich  demselben  sunnendage,  alse  der  rat  uf  der  pf'allzen  gc- 
sworn    het,    vor    dem    munster    sweren.'  actum  leria    seeunda    proxima    aide    diem    <o 

saneti   Erhardi    episcopi   anno    domini    1382. 

Str.  St.  A.  Stadtord.  Bd.  21  fol.  186.  frotokoU-Concept  mit  vielen  Streichungen  und  Ver- 
besserungen. 


60.   Swartz   Götze  von  Grostein  der  meister  und  der  rat    von  Straszburg  wider- 
sagen   Henne   Strasse   von   Cleberg   durch  der   von    Kranckcnf'urt    unserre   eitgenoszen    K 
willen.         datum  feria  tertia  proxima  ante  diem  scti  Anthonii  confessoria  anno  1382. 

13S2  Januar  14. 

Frankf.  St.  A.  Reichssach.  Art.  127  c.  or.  mb.  I.  pat.  c    sig.  in  v.  del. 

Ebenda  Absagen  an  Claus  von  liciklilnlieim  und  Johann  Thymen  von  Langenauwe. 


61.  Straßburg  an  Speier:  giebl  seine  volle  Zustimmung  zu  dem  auf  dem  letzten  20 
Tage  zu  Oppenheim  vorgeschlagenen  und  verhandelten  Bündnis  der  Städte  mit  den 
Fürsten  und  will  zum  Abschluß   desselben  Boten   mit  ganzer   Vollmacht  auf  einen 
neuen  Oppenheimer   Tag  senden.  •  1382  Januar  29, 

Den  erbern  bescheiden  unsern  sundern  guten  frumlen,  dem  burgermeisler  und 
dem  rate  zu  Spire  entbieten  wir  Swartz  Götze  von  Grostein  der  meister  und  der  ia 
rat  von  Strasburg  unsern  dienst,  lieben  fründe,  alse  uwere  der  andern  stette  unserre 
eitgenoszen  und  ouch  unsere  erbern  hotten  zu  tage  gewesen  sint  zu  Oppenheim 
und  geretde  haut  von  einre  verhüllt nusze  wegen  mit  den  forsten  und  herren,  der 
erben  hotten  ouch  uf  dem  seihen  tage  warent  uf  zu  nemmende  und  zu  machende, 
also  haut  uns  die  seihen  unsere  erbern  holten  wol  geseit,  wie  man  von  demselben  30 
tage  gescheiden  ist  und  daz  ieglicher  stette  erbern  hotten  eine  nottel  und  hezeiche- 
nunge  der  meinungen,  alse  man  alda  darumbe  von  enander  gescheiden  ist,  irre  stat 
widerumbe  brähl  haben,  sich  darumbe  zii  hedenckende  und  das  man  dar  umbe 
widerumbe   zii   tage    sin    sol    zu  Oppenheim    uf   den    nehsten    sunnentag    vor    dem 

a)  Gestrichen  :  [und  auch  nit  me  und  sol  mau  öch  alle  jare  darnach,   so  ein  nuwer  rat  gekosen  ist,    K 
sweren    vor   dem    munster    an    sant  Erhartz    tage    dez   lieiligen    bischofes    und    nit    vor    noch 
nach,   danne  alle  jare  eben  an  dem  selben  sant  Erbartz  tage  an  alle  geverde.]         b)  G  est  siehe,:  . 
alle  [jare  von  dem  ungelte]   der    stette   wegen  [hundert  plunde  und  vier  piünde].  c)  Ge- 

strichen :  [were  es  aber  das  derselbe  sant  Erhartes  tag  uf  einen  sunnentag  gefiele,  so  sol  man 
an  den  nehsten  sunuentage  uacli  demselben  suunentage,  uf  den  sant  Erhartes  tag  gcvallen  ist,    ,(,, 
vor  dem  munster  sweren  ane  alle  geverde]. 


1382  43 

sasmentage    Letare    zu    mJUtTfnfitrn,    der   nü    zu    uehsie  kostet,    und    darumbe    so    **•#. 
kuixlini    wir  ach,  das  wir  ober  die  salbe  aottel   and  beseieherraage  gesessea  -mi  und 
/ü   rate  sini   wurden,  das   uns  dieselbe  notiii  und   beaeiche&aoge  woi  gevellet    und 

uns   oueh   wol   zu    sinne   ist,    den    bunl    mit    den    liirslen    und    herren   in    dJatolbe    wise 
5    uf  zu    neinende,    und   das   wir   oueh   darumhc  unsere  erliern    holten   mit   vollem  gcwaltc 

uf  den  vorgenanten    liebsten    ussoeadag    vor  atftterlasten   ul  dem   tage  zu  oppen- 

heiin    liiilien    wellenl,    es   zii    vollendende    und    oiieh    Rädere  stucke    mit    lieh    und    ilen 

sadara   ansern   ertgenossBB   zii   besorgende,   die  dannc   m   der   selben    verbantnaaae 

iiutzelieh   und    notdürftig    sint.    und    darumhc   so   verkünden!     oueh    ir  ilis   also    vürbaz 

io   uwein    und     iiiisern     citgenoszen    i\v.\\    von    Mentze,    Worms    und      Kraiiekenliirl      und 

mil     iiamen    dar    zii    den     sweliesehen    sletten,    die    uwer    und     unsere    eilgenoszcii   sint. 

und    senden!    ir  den    swebesehen    statten    dar    mit   eine   abegesehrili    der  seihen   nolleln. 

die  nwere  erbera   holten  ü < - h  von  dem  vorgenanten  tage   zii  Oppenheim  brobl  haut. 

und    verkundenl    in,    (laz    sie   ire    srbern    holten    oueh    mil    vollem    gewalte    dar  muhe 
5    haben!    uf   dem    tage  zu    Oppenheim    uf  dail    nehslen    siinnenlag    vor  millerfaslcri.    da/, 
duneket     uns     nützlich     und     gut     sin.  datiini     leria     quarla     proxima     ante      diem 

fest]   piiriliealionis    heale  virginis    Marie   anno   elc.   82. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  b.  fasc.  VII.  conc.  des  an   Speier  abgesandten  Briefes. 


(iü.  Bischof  Friedrich  von  iSlraßbnrg  trifft  mit  dem  Burggrafen  ein    Ueberein- 
:"   hemme»  bezüglich  des  Zolles.  1382  Februar  21. 

Wir  Priderieb  von  gols  gnaden  hisehof  zu  Straszburg  tun  kunt  mil  disein  brief 
allen  den,  die  in  ansehen!  oder  hören!  lesen  nu  oder  hienaeh,  das  wir  mit  willen 
wissen    unil   gchelle  der  erwurdigen   herren   des  dechans    um!   des    eapilels    der    hohen 

still  zu  Strassburg  einbelüguch  abaNaakeraaa  sint  mit  unsera  burggrav  bata  Joaaasaa 

m  von  Mulnheim,  eim  ritter  zu  Straszburg,  von  des  zolles  wagen,  der  da  höret  zu  dem 
burggraven  anipt.  den  ein  zoller,  den  ein  burggrave  zu  Straszburg  satte,  gesameot 
helle  von  siiien  Weges  all  jor  in  dise  wise,  also  hienaeh  geschriben  stat.  das  ist 
also  das  der  seih  dein  zoll  hinanlur  me  hüben  sol  hy  dem  grossen  zoll,  den  wir 
hanl    in    der    slatl    zu   Straszburg,   und   sollen!    wir    und    unser   nachkomen   dem    hurg- 

,„  graven  kern  JobajSBSa  von  Mulnheim,  oder  were  den  zu  male  burggrave  ist,  gehen 
alle  jar  zu  jeder  fronvasten  fünf  plunt  Straszburger  pfennig  ull'  den  sambslag  in 
dar  fronvaslen,  das  isl  zu  dem  jar  zwenlzig  plunt  und  soll  das  ein  yeglieh  zoller. 
der  dan  isl  oder  wart,  geloben  hy  siner  Iruwen  an  eins  eides  slall  00  allen  ver- 
zog   und    on    all    hindernusz  zu   gebende    und   sollen!   wir   und   unser  noehkotnen  oueh 

x.  eynen  vedliehen  zoller,  der  den  zoller  isl  oder  wurl.  solieh  haben,  das  er  es 
gelobe  zu  gehende  und  es  oueh  halte,  und  wer  es.  das  es  mit  gesrhee  und  ml  ge- 
halten wurde,  so  mag  der  vorgen.  burggrale.  oder  wer  dan  zu  mole  burggrave  ist. 
den  zol  nemen  und  lihen,  wem  er  wil  on  unser  und  mengeliehs  widderrede  und 
irruag    on    alle    geverde.    es     ist     oueh    betet,    das    der    vorgen.     herr     .lohannsz     von 

*o   Mulnheim,  der  burggrave,    oder  were  den   burggrave  isl,  sol    Waben   by   allen  rechten 


44  1382 

und  gewonheit,  die  eyn  yeglich  burggrave  hette  und  gehebet  hette  von  allen  den 
Zünften  und  antwercken,  die  under  eynem  burggraven  gehorent  von  unsern  wegen, 
wie  die  genant  sint.  eyn  yeglich  burggrave  sol  auch  bliben  by  dem  gelute  zolle, 
also  es  harkommen  ist.  er  sol  auch  bliben  by  dem  eymer  und  by  dem  zolle 
von  den  oleye  luten.  er  sol  auch  bliben  sust  by  allen  andern  rechten,  die  er  von  5 
uns  und  von  unsere  stil't  hct,  und  also  es  harkominen  ist  von  allen  antwercken 
uszgenommen  des  cleynen  zolles,  also  dovor  geschriben  stot,  den  ein  underzoller 
sament  und  gesament  het,  also  es  harkomen  ist.  und  aller  dirre  vorgeschriben 
ding  zu  urkunt  haut  wir  der  vorgenant  Friderich  bischofl'  zu  Straszbuig  unser 
eygen  ingesigel  geton  hencken  an  disen  brief  und  wir  Johanns  von  üchsenstein  10 
dechan  und  das  capitel  der  egenanten  stil't  zu  Straszburg  bckenuent  uns,  das  alle 
vorgeschriben  ding  mit  unserm  guten  willen,  gunst  und  gehelle  gescheen  sint.  und 
des  zu  urkunt  haut  wir  des  egenanten  capitels  ingesigel  zu  unsers  egen.  herrn 
von  Straszburg  ingesigel  gehenckt  an  disen  brief.  der  wart  gegeben  an  dem 
nechsten  fritag  vor  sanct  Mathis  tag  des  heiligen  zwelfbotten  in  dem  jor  do  man  11 
zall  von  gots  gepurt  dryzehenhundert  achtzig  und  zwei  jar.  dirre  briet  sint  dry 
gelich  und  blibet  der  eine  by  uns  Friderichc  bischof  zu  Slraszburg  und  der  ander 
by  dem  capitel   und  der  drite  by   dem   burggraven  da   vorgenant. 

Str.  liez.  A.  G.    3464.  Kopialbuch.  Die  Iticlttigkeit  der  Abschrift  wird  durch  einen  Notar 
beglaubigt;  nach  dessen  Beischrift  fehlt  das  Kapitelsiegel.  20 


63.  Bürgermeister  und  Rat  vo-n  Mainz  an  Strasburg  in   Angelegenheilen   der 
Bundesabrechnung .  [13S2  (?)  März  3.] 

Lieben   frunde   und    eitgenoszen.   als   uwere   und    andere   uwcre   und    unsere    eit- 
genoszen  der    stette   frunde   des   bundes  an    dem   Ryne,  die  zu   nehste  zu    Spire    bi 
enander  gewesen  sint,    uwern  und    unsern   eitgenoszen    den   von    Worms    und   üch   aa 
uns  befolhen  hant,   daz     die  von   Worms   ire   frunde  zu  uns    gen   Mentze   schicken 
solten   und   dieselben  ire  frunde  mit  unsern  fründen,  die  wir   darzü  schicken  solten, 
zu    den  Juden,    umbe    die    sie  ahtehundert    und    fünftzehenden    halben    güldin    zu 
schaden   genomen    habent  von    der   vier    gros   wegen   ires   zolles    dez    ersten  jares 
zu  Manheim,   und   das  dieselben   der  von   Worms   frunde   und  ouch  die  unsern   mit  *> 
den  Juden    rechenetent  und  züsamen    slügent  hüplgüt    und   schaden   an   eine,    und 
was   danne  jeder  stat   unsers   bundes  darzü   nach   margzal  gebürte  zu   gebende,  daz 
soltent    wir    in    ieglicher  stat   verschriben   ir   anzal   daran    zu    gebende,    dar   umbe 
laszent   wir  üch  wiszen,   das  üwere  und   unsere   eitgenoszen  der  von  Worms  frunde 
uf  hüt    darumbe  bi   uns   gewesen   sint    und  habent   unsere  frunde   mit  in   mit   den   « 
Juden    umbe  die   vorgenante  schulde  und  schaden  gerechenet  und  züsamen   geslagen, 
daz   der   summen    ist    eilf   ehthe    hundert    güldin     und    26    güldin,    daran    ieglicher 
stat    unsers    bundes   an    dem     Ryne,   uzgescheiden    die   von    Worms    und   die   von 
Spire,   an  der  groszen   summen   der   glefen  ieglicher    glefen   drie    güldin   und    7  sol. 
alter    heller  gebürt  zu   gebende,    darumbe  lieben    frunde  so    bestellent,    daz  ir  von   40 
eglicher  glefen   der  groszen   sumen    drie  güldin    und  7   sol.   alter   heller  bi   uns    in 


1382  45 


unser  st;ii  tii  den  Sonnentag  Letare,  so  du  nehste  koment  schickem  und  um 4t. 
Bendent,  uf  das  man  die  joden  davon  bezale  und  der  sachs  zu  ende  komme,  weihe 
shii  daz  aber  nii  dete,  was  schaden  dar  after  den  andern  steilen  davon  entstände, 
den  wurde  die  si.ii  den  andern  sielten  abelegen,  also  auch  die  briefe  baltent,  die 
r>  vormals  darüber  gegeben  sint.  ouch  lieben  fründe  stet  uns  noch  ciwie  viel  geltet 
us/.e  von  der  zweier  rechenunge  wegen,  die  zö  Spire  geschehen  sini,  also  die 
rechten  briefe  baltent,  die  zh  Spire  darüber  gegeben  sint.  bittent  wir  üch  fliszek- 
liche,  daz  ir  dieselben  rechenbriefe  ansehent  und  ach  daruf  ensinnent,  und  was  ir 
il.irvon    noch   schuldig   sinf    zu    gebende,    das   ir   uns  daz     uf  den    vorgonanlen    sun- 

Inendag   Letare  gen    Menlze    schicken   vellent,  uf  daz   wir    dest  gerner    tun   wcllenl, 
waz   üch   dienstlich   und   lieb   ist.         datum   feria   seeunda  post   Beminiscere. 
Burgermeister    und  rate  zu   Menlze 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  •>.  fasc.  XI.  cop.  chart.  coaev. 
64.     Ungenannter    schreib!    an     ungenannte    Stadt,   dass  die    in    Wesel    versam- 
15  melten   Bischöfe  von  Köln,  Trier,    Mainz,   Strasshurg,   die  Herzöge  von  Lothringen 
und    von    Baiern,   der  Markgraf  von  Baden,  die  Grafen  von   Sponbeim,    Katzenellen- 
bogen   und  Johann    von   Nassau   siiniintlich    wider  den  Bund  der   Beiehsslädle   seien. 
Dal  um   Wesel    1382.  Wesel  1382  [nach  Mars  7]. 

lieg.  d.  Markgr.  v.  Baden,  nr.  1351. 
211  D.  B.  A.  1,  336.  anm.  2. 

Koch-Wille,  Reg.  d.  Pfalzgr.  4437. 

65.  Landfrieden  König  Wenzels  mit  den  drei  geistlichen  Kurfürsten  und  den  beiden 
Pfalzgrafen  Ruprecht  dem  älteren  und  dem  jüngeren,  mitbestimmt  für  die  weiter- 
auischen  Städte:  Wetzlar,  Friedberg,  Gelnhausen,  sowie  für  die  elsässischen  Städte: 
Colmar,  Mülhausen,  Kaisersberg,  Münster,  Rosheim,  Türkheim,  Sulz  auf  5  Jahre 
bis  1387  Juni  24.  geben  1382  off  den  suntag  als  man  singet  Oculi .. .  regn.  boh. 
19  rom.  6.  1382  MHrz  U. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48(49 « .  fasc.  8. 
Gedruckt:  Weizäckcr  D.  B.  A.  I,  337  nr.  191. 

66.  Ilagenau  an  die  schwäbischen  Bundesstädte:  malmt  auf  Grand  ihres  Bun- 
des denen  von  Strasshurg  beraten  und  behollfen  zu  sein  gegen  Dietrich  vom 
lluse,  Probst  zu  Lulterbach,  Johann  und  Härtung  vom  Huse,  welche  beiden  den 
Strassburger  Bärger  Uelin  von  Herne  schwer  geschädigt  haben,  undauf  Freitag  nach 
Ostern  die  «grosse  zal  glefen»  zu  schicken.  datum  feria  sexta  proxima  post  Aprmi. 
dominicam   Letare   anno  82.  1382  März  21. 

Str.  St.  A.  AA.  118.  cop.  eh.  coaeo. 

67.  Swartz  Götze  von  Grostein  der  Meister  und  der  Bat  von  Strasshurg  an 
Prankfurt  :  mahnt  auf  Grund  ihres  Bündnisses  um  Hülfe  gegen  Dietrich  von)  Hose, 
Probst  zu  Lautenbach,   dessen    Knechte  den   Strassburger   Bürger  Uelin   von   Berne 


46  1382 

gefangen  genommen  haben.  Die  bündnissmässige  Zahl  Glefen  soll  am  Freitag  nach 
Ostern  (April  11)  in  Strassburg  sein.  datum  sabbalo  proximo  pos4  dominicam  Lelarc 
anno  82.  1382  März  22. 

Frank/.  St.  A.  Copialb.  VII  a.  fol.  24  nr.  59.  cop.  coaev. 

Ebenda :  Van  gleicliem  Datum  gemeinsame  Malmung  Strasburgs  in  derselben  Angelegenheit 
an  Mainz,  Worms,  Speier,  Frankfurt,  Ilagenau,  Weißenburg,  Pfeddersftcim  mit  der  Bitte, 
auch  die  schwäbiseheti  Bundesstädte  zu  mahnen. 


(58.  Frankfurt  mahnt  die  schwäbischen  Städte  auf  Grund  ihres  ISündnisscs. 
der  Stadt  Strassburg  mit  der  grossen  Summe  (liefen  gegen  den  Frohst  von 
Lautenbach  beizustehen  und  ihre  Hülfe  zu  Freitag  nach  Ostern  (April  11.)  gen  Strass- 
burg zu   senden.         datum  feria  quarta   post  annunciationis  Marie   anno  1382. 

1382  März  26. 
Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII il  24.  cop    coaev. 


69.     Graf    Heinrich  zu    Lützelstein   an  Strassburg:    bittet    um  Glefen   wegen   der 
Fehde  zwischen   der  Stadt   Mainz    und   Hannemann    vom  Huse   von   Isenheim.  a 

1382  [März]. 

Str.  St.  A.   Regest  nach  einem   alten  Inventar  des  aufgelösten  Bestandes   *an  der  Sauh 
Original  nicht  aufgefutulen. 


70.  Strasburg  schließt  mit   den  Herren    vom   Hus  einen  Sühuevertrag ,  /iav/>l- 
sächlich  wegen  der  Burg   Willen/t eim.  Breisavh  1382  April  15.  20 

Von  der  stosse  und  missehelle  wegen,  so  gewesen  ist  zwüschend  den  wisen 
und  bescheiden  dem  meyster  dem  rat  und  den  burgern  gemeinlicli  der  stat  ze 
Strasburg  und  allen  ihren  helfern  und  dienern  und  allen  den,  die  zu  inne  gehö- 
rend, einsit  und  her  Dietrich  vom  Hus,  probst  ze  Lutenbach,  Heintzen  sinez  knehtez 
genant  Ritter,  her  Hans  Ulin  vom  Hus,  Hartunge  und  Heinrichz,  sinr  sunen,  her  a, 
Claus  von  dem  Hus  und  her  Hansen  von  dem  Hus  von  Ysenhein  und  allen  iren 
helfern  und  dienern  und  allen  den,  die  zu  in  gehörend,  andersit.  die  selben  stosse 
her  dan  rörend  von  der  obgenanten  wegen  her  Dietriches  vom  Hus  und  Ritters 
sins  knehtz,  do  von  Wittenhein  gewunnen  wart,  do  ist  menglichem  ze  wissend, 
daz  si  beide  sit  der  selben  stosse  und  missehelle  mit  einander  früntlich  und  gut-  h 
lieh  gar  und  gentzlichen  versflnt,  geriht  und  gesliht  sint  ein  luter  gantzer  siin  und 
rihtigung  umb  alle  die  stüke,  spenne  und  stosse,  wie  die  genant  sint,  so  si  bede 
sit  mit  ein  ander  zu  schaffen  gehept  hant  uffen  disen  hüttigen  tag,  alz  dirre  brief 
gegeben  ist,  es  si  von  angriffe,  gevangnüsse,  Schätzung,  brandez  und  nome  wegen 
und  sunderlingen  von  der  vesti  wegen  Wittenhein,  so  her  Hans  Ulin  vom  Hus  t;. 
an  gewunnen  ist  und  umb  allen  den  kosten  und  schaden,  so  sü  bede  sit  dovon 
gehept  hant,  der  selben  stosse  und  missehelle  sü  bedesit  versünt  und  geriht  sint 
luterlich   und  ewenclich. 


1382  47 

linde  Parteien  gelobe,,  bei  ihren  Eiden  die  Sühne  zu  hallen.    Es  siegeln   auf 
ihre  Viltcn  Walther  von  der    Dick,  berre  ze  Spechaberg;  Rudolf  von  Hohenstem, 
vii/.iiini  von  Straszburg;  Martin    Malterer,  Landvogt  ze  Eisatz  und  ze  BriagAw  da 
bertzog  Lapoltz    von    Osterich;    burgermeister    und  rat  ze  Brisach.       gegeben   ze 
>  Brisach  an  dem   nechsten  zinstag  nach  usgender  osterwochen  in  dem  jor . . .  1382. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166  nr.  69.  nr.  58  or.  mb.  lit.  jhU.  c.  4  sig.  pend. 
Dorsualvermerk  von  nr.  58:  Als  den  vom  Huse  die  vestin  Wittenhcim  angewonnen  und 
die  sache  gerihtet  ist  a.   1382. 

71.  llug  Dntschman  der  Moistor  und  dnr  Bat  zu  Strassburg  an  Speier:  teilen  mit, 

in  da.ss  sie  sich  durch  Vermiltcliing  der  Räte  Herzog  Leopolds  von  Ocslcrrcich  mit  l)ie- 
trich  vom  llnsc,  l'rohsl  zu  Lautenbacb,  völlig  versöhnt  haben  und  danken  für  die 
somit  überflüssig  gewordene  Hülfeleistung,  um  die  sie  gemahnt  hatten.  dalum 
sabbato  proximo  post  qnasimodo  geniti  anno  1382.  1382  April  19. 

Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII  *.  27    eop.  eh.  eoaev. 

»72.  Gedenkbrief  für   einen   in    Speier   abzuhaltenden    Slädtebotentag: 
1)  die    von    Strazburg    liant    uzgeben    von    des     bundes    wegen    ;'>:'>.">     guldin 
und  sollent  her  Peter  Dernen  bezalen. 

2)  gedenkenl   ze  redende  von  dem  zolle  alse  von  der  von  Mentze  wegen. 

3)  da.ss  Ottemann  von  Ochsenstein  sein  Entsehädigungsverspreehen  dem    Schult- 
n   heissen  von  Oppenheim  erfülle. 

4)  dass  der  Bund  verlängert  werde,  damit  viele  Herren,  Ritter  u.  s.  w.  demselben 
beitreten. 

5)  gedenckent  an  die  von  Wartenberg  und  an  den  von  Hohenloch. 

k6)  dass  Sigmund  von  Sponhein  abgesagt  werde. 
7)  dass  der  Speierer  Tag  abgehalten  werde  von  Dienstag  früh  in  den  «pfingstiur- 
tagen»   bis  Mittwoch  Abend. 

8)  gedenkent  an  Tannenberg  von  dez  gezoges  wegen  der  tag  sol  sin  am  samstag 
nach  dem  ptirigslag  (Mai  30.) 

!>)  ob  sieh  die  Städteboten  des    Streites   zwischen    den   Städten    Speier,    Worms 
so  und  Frankfurt  annehmen  sollen. 

10)  dass  die   Städteboten  Vollmacht    hätten    für   die    Massregeln,    welche   zu    er- 
greifen wären  :   wenn  die  Kurfürsten  den  bunt  mit  den  stetten  nüt  ufneinmen  woltent. 

[1382  ?  April/Mai] 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  l>.  fasc.  XI.  conc.  chart    (loser  Zettel). 

«8  Ti.  Bericht  der  Straßburger  Feldhauptleute  ans   dem  Lager    vor    Ühatillon  an 

dm  Stellmeister   fing  Dv.tschmann    über   den  Stand  der  Belagerung    mit   der  Bitte 

UM   Verstärkung }  1382  Mai  14. 

Unscrn    dienst    bevor   berre   der   meister.    wir   laszent    uch    wiszen,  daz  wir  die 

vesim    berantenl    an    mendage   zu    naht    ombe    den    ersten    alof  mit   einre    und  *■*«* 

«ii  '  Vgl.  Hegel,  Kimigshof.  II,  807,  wo  unter  der  Ueberschrift :  <Schetelo  wart  gewonnen»  htrs 

Ursprung  und    Verlauf  des  Kriegszuges  erzählt  und  die  Zerstörung   der  Burg  auf 


48  1382 

driszig  glefen  und  fündent  ouch  Schetelan  die  vestin  ungewarnet  und  daz  laut  mitten- 
ander    und    koment   ouch  vür   die   vestin   an   ziostage,  da  es  dagete  mit  dem  huffen 

Mai  43.   mitnander  und  hant  ouch  die  vestin  belegen  und  beseszen.  und  nach  vesper   ziit  uff 
den  selben  dag,  da  kam  der  grefe    von    Lützelslein    zu    uns    mit   zwein    und   driszig 
spieszen  und  hant  von  dem  brüschtal  wol  anderhalb  hundert  erber  lüte.  und  kam  der  '■< 
gezüg    und    aller   unser   cost   uff   die    mittewoche   nach  vespern   und    slahent  unsern 

Mai  u.  gezug    uff    und   bereytent  in,   daz   wir   an   fritage  frage   wöllent   an   die   vestin    mit 
dem  gezugc  und  ouch  mit  eime  stürme,  wie  daz  geratet,  daz  enwiszent  wir  nit,  wanne 

Mai  iß.    es  eine  herliche  gute  vestin  ist.   und    müszent    sü   dag    und    naht    behüten    an    vier 

enden  mit  zwein  hundert  mannen,  wanne  sü  ouch  vier  porten  het.  und  wiszent  "> 
ouch,  daz  unser  vigende  alle  dage  uff  dem  velde  sint  zu  rosze  und  zu  füsze  und 
gerne  in  die  vestin  werent  und  hant  die  weide  gefeilet  umbe  Schetelan,  daz  wir 
truwent,  daz  sü  nit  darin  rnögent  komen.  und  wiszent,  daz  uns  dag  noch  naht  niemer 
harneseh  abe  unserme  halse  komet.  und  wiszent,  schichte  uns  der  bysehoff  von 
Strazburg  fünftzig  spiesze  und  der  lantvoget  ouch  fünftzig  und  die  von  Wiszenburg,  « 
von  Hagenowe,  von  Sletzstat  und  von  Ehenheim  driszig  spieze,  so  truwetent  wir  wol 
mit  der  gotz  helffe  die  vestin  zu  gewinnen  in  vierzehen  dagen  und  mit  uwerer  helffe. 
Mai  47- 18.  und  schickent  uns  daz  volk  untz  samstag  oder  untz  sunendag  nu  zu  nehste 
dar  umbe  laszent  üch  ernst  sin,  wanne  es  üch  und  dem  lande  lit  umbe  alle  uwer 
selde  und  ere,  daz  uns  daz  volk  har  in  komet.  wir  laszent  üch  ouch  wiszen,  daz  « 
uns  unser  herre  von  Blanckenberg  git  win  und  brot  und  alle  cost  umbe  unser  gel 
dügentliche  und  die  von  Sarburg  und  daz  laut  gerwe.  und  darumbe  lieber  herre,  sit 
laszent  üch  ernst  sin,  daz  wir  da  mogent  bliben  strites  halb,  wanne  wir  nit  dannen 
koment,  ir  heiszent  es  uns  danne.  uwer  verschriben  entwürfen  laszent  uns  wider 
wiszen.       geben  an  dem  nomen  obende  zu  mitternaht. 

Von   uns  Walther  Wahszicher,  Johans  Böckelin  houbtman  und  Cün- 
rat  Armbrüster. 

[In  verso.]  Herrn  Hug  Dütscheman, 

stettemeister  zu  Strassburg. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  fasc.  1.  cop.  c/t    eoaev. 

Gedr. :  Ebrard,  Straßburgs  Fehde  mit  Jean  de  Vergy.  S   4. 


Pfingsten  (Mai  25)  datiert  wird.  —  Unter  den  Bundesgenossen  Straßburgs  sind  auch 
dort  die  Markgrafen  von  Baden  genannt  Vrgl.  Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad  nr  1359, 
lieber  die  Person  Jean  de  Vergy  vergleiche  die  von  Hegel  zum  Teil  nach  Acten  des 
Metzer  Archivs  gegebenen  Notizen.  S.  808  Anmerkg  Jean  de  Vergy  ist  Jean  III.  mit  35 
dem  Beinamen  la  laffre  (dicUfi  Unterlippe).  Er  folgte  minderjährig  1353  seinem  Vater 
Heinrich  II.  als  Herr  von  Fouvens,  Champlite,  Blamont  etc.  und  Seneschall  von 
Burgund.  Jean  f  1418  war  Marschall  und  Gouverneur  von  Burgund,  vgl.  Duchesne. 
hist.  de  la  maison  de  Vergy.  (Paris  1625),  wo  jedoch  nichts  über  die  Fehden  mit 
Straßburg  gesagt  ist. 


!. 


I 


1382  49 

74.  Hans  von  Welels/c p/m  verzichtet  für  sich,  und  seine  Nachkommen  auf  alle 
Entschädigungsansprüche,  die  er  wegen  der  Zerstörung  von  Burg  und  Dorf  Wü- 
tenkeim an  die  Slraßbiirger  erkeben  könne.  CMS  Mai  14. 

Ich  Hans  von  Wetelsheim  ein  edelknechl  tun  kunt  menglichem  mit  disem  brief, 
als  die  wisen  bescheidenen  der  meister,  <lcr  rai,  und  die  borgere  gemeinlieh  der  st;ii 
zu  Strasburg  und  ir  helfer  und  diener  Wittenhefan  die  ?esti  gewannen  und  daz 
dorff  dabei  verbrant  hant,  daran  und  damiite  hu  mich  an  etzlicfaen  minen  armen 
Iul.cn  daselbs  geschediget  hant,  da  vergüte  ich,  das  ich  mich  für  mich  und  alle 
mine  erben  und  nachkomen  und  für  mine  armen  litte  gegen  den  obgenanten  von 
Strasburg  und  gegen  allen  den  iren  beifern  und  dienern  gemeinlich  oder  ir  icklichcu 
besunder,  die  des  kriegea  gewesen  sint,  und  gegen  allen  iren  nachkomen  alter  rehten 
vorderunge  und  anspräche,  so  ich  oder  mine  erben  und  nachkomen  und  mine 
armen  lüte  im  oder  hernach  hant  oder  haben  mochten  an  si  alle  gemeinlieh  oder 
ir  einen   besunder  oder    ine  von    der    getote    des    invalds,    des   blandes   und    der  naiiic 

wegen,  wie  daz   beschehen  ist,    damitte   ich   oder  mine  armen  lüte  da  geschediget 

»int,  Kar  und  gentzlich  verzihe  und  begibe  iemerme  eweklich,  das  ich  noch  mine 
rben  und  nachkomen  noch  mini!  armen  lüte  noch  ieman  anders  von  minen,  miner  erben 
und  miner  armen  lüte  wegen  die  obgenanten  von  Strasburg  noch  nienian  von 
iren  wegen  darumbe  niemanne  angesprochen,  bekümbern,  gevangen,  angrifTeri 
noch  in  keinen  weg  weder  heimlich  noch  öffenlich  gendtigen  söllent.  und 
daruf  so  söllent  ouch  si  und  alle  ir  heitere;  und  dienere  von  mir  und  allen 
minen  erben  und  ouch  von  minen  armen  Inten,  für  die  ouch  ich  dise  ding  ver- 
tröst  und  versperith  hinnanthin  iemer  eweklick  quil,  lidig  und  losz  (sin),  sid  nu  ich  mich 
gegen  inen  haruinbe  aller  rechten  vorderunge  und  anspräche  versigen,  begeben  und 
darumbe  quit,  lidig  und  los/,  geseit  habe,  das  ich  offenüeh  vergihe  an  diesem  brief. 
und  darumbe  so  verheiszen  und  geloben  üch  für  mich  und  alle  mine  erben 
und  nachkomen  und  ouch  für  mine  armen  lüte,  die  da  geschediget  sint,  alle  dise 
vor  und  naehgeschriben  ding  war  und  stete  ze  haltende,  ze  habende,  gar  und  gentz- 
lich ze  vollefürende  und  hie  wider  niemer  ze  tünde,  noch  schaden  getan  werden 
bi  dem  eide,  so  ich  minen  herren  getan  habe  von  ininer  leben  wegen  ane  alle 
geverde.  bar  über  ze  einem  waren  Urkunde  so  habe  ich  der  vorgenaiil  Hans  von 
Wetelsheim,  ein  edelknechl,  min  eigen  ingesigel  gehenckl  an  disen  brief.  der  neben 

si  au   dem  neonaten  mitwuchen  vor  dem   nffartage  des  jares    do   man    zalte  von 
rysti   gebürte   tusent  drühundert  achtzig    und   zwei  jar. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  54/58.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  1  sig.  pend. 

Oleichlautende  Sühn- Urkunden  mit  den   betreffenden,  meist  gut  erhaltenen   Siegeln  finden 
sich  von : 

1.  Herman  und  Heinrich  von  Regisheim  genannt  Stusse,  or.  c.  2  sig.  pend. 

2.  Wilhelm,  Heintzeman  und  Herman  Waldener.  or.  c.  3  sig   pend. 
8,  Eppe  und  Friderich  von  Hadstat,  Sühne  Cftntzens,  und  Friderich,  Alexius  und    Peter- 

iiiaiin  von  Hadstat,  Söhne  Eppens.  or.  c.  5  sig.  pend.  quor.  1  del. 

4.  Franz  und  Ulli  Störe,  or.  c.  2  sig.  peiul. 

5,  Peter  von  Eptingen.  or.  c.  1  sig.  peiul. 
(5.  Kraft  von  Ongersheim.  or.  c.  1  sig.  pend. 
7.  Hcintzraan,  Wilhelm  und  Cftnrat    von  Uungerstein.  or.  c.  3  sig    pend.  quor.  2  delaps. 


50  1382 

8.  Walher  von  Ongersheim.  or.  c.  1  sig.  pend.  delaps. 

9.  Hetzel     Nibelnng,  ein    edelkneht,    und  Cläre    von   Mörsperg,    des    erstem    Schwester ; 

letztere  siegelt  nicht,  sondern  erklärt  ihres  Bruders  Siegel  für  sich  verbindlich,  or. 
c.  1  sig.  delaps. 


75.  Hug  Dütschman  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Frankfurt :  mahnen 
um  die  vertragsmässig  grösste  Summe  Glefen  '  zum  Sonntag  über  1-1  Tage  nach 
Zabern  {Juni  1.)  gegen  Jean  de  Vergy,  dessen  Burg  Chatillon  man  zu  brechen  be- 
schlossen habe.         dattim   sabbato   proximo   post   diem   festi  ascensionis  anno    1382. 

1382  Mai  17. 
Frankfurt.  St.  Ä.  Copialb.  VII  ".  fol.  26  nr.  66.  cop.  coaev. 

Vgl.  Ebrard:  Strasburgs  Felide  mit  Jean  de  Vergy.  S.  6.  dort  auch  erwähnt :  ein  gleich- 
lautender Mahnbrief  an  Eßlingen  und  die  schwäbisclien  Städte  von  gleichem  Datum. 


76  Frankfurt  an  die  schwäbischen  Städte :  mahnt  für  Strassburg  um  vertragsmäßige 
Hülfeleistung  gegen   Jean  de   Vergy.       datum    feria   quinta  ante   Urbani  anno   1382, 

1382  Mai  22.    is 

Frankfurt.  St.  A.  Copialb.  VII  »  26  b  nr.  67.  cop.  coaev. 


77.  Bug  Diitschmannder  Meister  und  der  Rat  von  Straßburg  an  den  Landvogt 
Martin  Malterer  wegen  der  von  Härtung  vom  Iluse  gefangenen  Juden. 

1382  Mai  23. 
Wir    Hug   Tütschman  der   meister  und   der   rat    von   Strazburg  embieten    dem   ta 
erbern  frönen  ritter  hern  Martin  Malterer,  dem  lantvogte,  was  wir  gutes  vermügent. 
alse   ir  uns  widerumbe   geschriben   liant    von    der  Juden  wegen,    die    Härtung    vom 
Huse  gefangen  het,  also  wiszent,  daz  uns  unser  fründe,  die  uf  dem  tage  zu  Brisach 
warent,  uns  geseit   haut,   daz  es  von   der  Juden  wegen  alda  verteigdinget  wart,  daz 
man   die  Juden   und   ir  gut   gen  Brisach   unsern   erbern   botten    in    ire    hant     ent-  a 
wurten    sol   und  daz    ir  sie    ioch    von    Brisach    geleyten    soltent,    obe    sie   sin    be- 
dörftent,   alse   ir   ouch   daz   selber  wol   wiszent,  dez   wir  gelruwcnt.    und   dar   umbe 
so   bittent   wir   ücli   mit  ernste,   daz  ir   schaffen    wellent,   daz  die   selben  Juden  und 
Mai  27.   ir  gut  an   zinstdage,   der  nü  zu   nehste  komet,  zu  Brisach   sint,  so  wellent  sie  un- 
sere erbern   botten  alda  einplanen   und   wellent  uwern  ernst  dar  zu  tun  iemer  durch   u 
unsern   dienst   und   daz   es  ouch  dest   vürderliche   geschehe,    wände    uns   geseit   ist, 
daz   man   si  herte  halte    und   daz   sie  mit  henden    und    füszen    in    stocke    geslagen 
sint.    üwer  entwürfe  embietent  uns  wider.  datum  feria   sexta  proxima   ante   diem 

festi    pentecostes  anno  etc.  82. 

[In  verso]  Dem  erbern   fronten   ritter  hern  Martin  Malterer,  dem  lantvogte.  3ä 

Str.  St.  A.  G.  0.  P.  lad.  174.  or.  mb.  I.  cl. 


i  Dies  Hülfsvolk  der  «meisten  summe  der  glefen>,  bestehend  aus  65  Glefen  wurde  laut  Frankfurter 
Bechnungsbücher  wirklich  geschickt,  konnte  aber  schon  bei  Weißenburg  umkehren,  da  inzwisclien  die 
Burg  Chatillon  erstürmt  war.  vgl   Ebrard,  S.  7- 


1382  51 

711-  Körnt;  Wenzel  an  Strassburg":  gebietet  Bevollmächtigte  zum  Reichstag  Ott  li 
Oppenheim  auf  den  Z'i  Juni  zu  ihm  zu  schicken.  Nuremberg  um  neehsten  dtnstag 
nach  der  heiligen  driveltikeittage  reg.  boh.  ü).  rom.  0.        \,<, ,,/,. ,,,  t899  Jmmt  :t. 

Str.  St.  A.  AA  107  nr.  19.  w.  eh.  Vit.  cl. 
Gedruckt:  D.  U.  A.  1.  nr.  188. 


79.  Bericht  der  Ülraßburger  Boten  com  Slädletage  zu  Bingen  an  den  Uni  .Uni/u 
und  die  rheinischen  Städte  sind  bereit,  Hülfe  gegen  Herrn  von  Vergy  zu  senden  ; 
es  dankt  ihnen  gut,  mich  die  schwäbischen  Städte,  um  ff  Ulfe  anzugehen;  in  Slraü- 
burg  soll  man  für  gute  Au  /nähme   und   Verpflegung  des  Zuges  sorgen  .    der  A  »uig 

I»  will  nach  Frankfurt  kommen.  (1882  Juni  ii.] 

Unsero  Eruntlicheo  diensl   bevor,  wir  laut  neh  wissen,  daz  wir    uff  dise  mit-  iwn. 
woche  zu  aahl  gein   Meintze  kernen  sint  und  alle  stedte  an  dorn   Rine  und   onch 
die    swebschen   stetde  und   daz    der   dag    zu    Bingen    für    sich   gat.    und    als    ir    uns 
verechriben  hant  von  her  Johansen  wegen  von  Versie,   uwern  brieff  lian  wir  wo! 
&  verstanden   und    laut   awere  wisheit  wissen,  daz  wir  den  selben  brieff1  an   frytage    Jmt«. 
zu  prime  zyt  drogent  für  der  rinschen  stetde  botden  und  datent  yn  denselben  brieff 

I  lesen  und  batent  sie  damit.de,  daz  sie  Ire  meisten  summen  ire 'gleven  furderlichen 
zu  uch  gein  Straszburg  wolteid  schicken,  wenn  ez  were  umb  des  landes  nutz  und 
ere  zu  Elsasz  und  spraehent,  wer  ez  joch,  daz  der  von  Versie  Dil  enqueme,  so 
h  mohte  ez  lihte  geschehen,  daz  man  lihte  etwaz  anders  schaffe,  daz  doch  in  und 
uch  und  dem  lande  nutzlich  und  erlich  were.  des  entwurtent  uns  die  von  Meint« 
mit  vollem  rate  und  s|iraclient  :  ir  were  keiner  in  allem  irem  rate,  wenn  den  ez 
billicli  diihte  und  wollen!  ir  volck  mit  der  grossen  summen  an  zinslage  zu  naht  zu  •/■»■■  /n 
Wormsze  haben,  und  entwurtent  uns  die  andern  stetde  und  spraehent,  sie  woltenl 
h  ir  briefe  furderlichen  schicken  zu  iren  frunden  und  getruwetent,   sie  detent  dazselbe, 

»daz  ire  liunde  von  Meinlze  getan  hetdent.  und  sehicketen  wir  unsere  briefe  mit  den 
iren  mit  linserm  botden  an  tri  tage  zu  mittemtage  zu  den  slelden  und  batent  sie  Junis. 
des  selben,  daz  wir  sie  und  die  von  Meintze  gebeten  hetdent  und  versehen!  uns  und 
wiszent  anders  nit,  wann  daz  die  von  Meintze,  die  von  Wormsz,  die  von  Spire  und 
i"  die  von  Franckenfurt  mit  den  meisten  summen  ire  gleven  an  dunrstage  zu  naht  jum  u 
zu  Wiszenburg  ligenl  und  an  frytage  zu  naht  oder  an  samsztage  frühe  by  ach  zu 
Straszburg    sint.    ouch   rietent    uns  die   stetde,    daz    wir   die  swebschen   stetde  ouch 

I  bilden    soltent,    daz    sie   iren    frunden    furderlichen    verschriebent,    daz  sie    mit    der 

groszen  summen  ire  gleven    zu  uch  zugent    und  gabenl    in   des   briefes,   den   ir   uns 
3> -santenl,  eine  abgeschrift.  die  entwurtent  uns,  sie  woltent  ez  gerne  iren  frunden  ver- 
schriben.   da    duncket   uns  nutze  und  gut  sin,  wie  daz  ir  versorgen t,  wie  daz   ir  sie 
beherbergen!  und  bestellen^  das  in  futer,  bouwe  und  andere  koste  ein  phenwerl  umb 

I einen   phennig   werde,  wenn  ez  oueb   in  andern  stetden   dahin   ullliin  also  bestellel    ist 
ouch  wiszent,  daz  uns  die  von  Meintze  geseit    habent,  daz   man   für  aht    tagen    umb 


1  Dieser  Brief  ist  nicht  erhalten. 


52  1382 

sie  geworben  habe  dem  von  Versie  zu  dienste.  und   darumb,  so  hant  die  stetde  alle 

den   herren,  rittern  und   knehten  verschriben,  daz  nieman  wider   unsern  biint  diene. 

daz   selbe  besorgent   ouch   ir.  ouch  lan  wir    uch  wissen,  daz    unser  herre  der   kunig 

Mai  $8.    gein  Nurenberg  quam  uff  die  mitwoche  nach  dem  phingesttage  und  sol  kommen  gein 

Franckenfurt  oder  gein  Oppenheim,  und   sollent  wir  iht   furbaszer  dun,  daz  laut  uns    5 

forderlichen  mit  disem  botden  wiszcn.  und  emphinden  wir  dann  iht,  daz  lan  wir  ach 

ouch  wiszen.         besigelt  mit  Elharts  ingesigel  feria   sexta   post  corporis  Christi  hora 

vesperae. 

Von  uns  uwern  botden, 

die  ietzent  zu  Meintze  sinl.    i» 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  1.  or.  eh.  lit.  cl   mit  Siegelspuren. 
Vgl.  Ebrard,  Straßburgs  Fehde  mit  Jean  de  Vergy.  S.  9. 

80.  Die  rheinischen  Städte  Mainz,  Strassburg,  Worms,  Speier,  Frankfurt,  Ilagenau 
Weissenburg,    Schlettstadl,    Oberehenheim    und  Fiedeisheim  erneuern  und  erstrecken 
ihren  am  20.  März  1381    für  3  Jahre  abgeschlossenen   Bund   auf   10  Jahre   bis   zum   u 
24.  Juni  1392.  fritag  nach  Banifacientag  a.   1382.  Mains  1382  Juni  c. 

Str.  St   A.  G.  U.  P.  lad.  45/46  nr.  72.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  10  sig.  pend.  part.  mutil. 

Ebenda  lad.  48/49.  2  cop.  charl.  eoaev.  u.  1  cop.  aus  späterer  Zeit. 

Frankf.  St.  A.  Reichssachen  nr.  74.  75. 

Neueste  Drucke:  Boos,  Wormser  Urkb.  11  nr.  815.  —  Quidde,  Westd.  Ztsehr.  11,  355.     ■« 

Aeltere  Drucke:  iMnig,  lt.  A.  part.  spec.  cont.  IV,  1  S.  1435.  —  Dumont,  codex  dipl.  11 

1.  172.  —  Schaab,  II  nr.  201. 
liegest :  Scluipflin,  Als.  dipl.  11,  281.  —  Scriba,  nr.  3324    —   Visclter,  11,  nr.  175. 

81.  Die  oben  genannten  rheinischen  Städte  schliessen  unter  Bezug  auf  ihr  Bündnis 
einen  Nebenvertrag  betreffend  die  Ausdehnung  der  Hülfsvcrpflichtung.  K 

Mainz  1382  Juni  6'. 

liegest  nach  dem  Abdruck  bei  Boos,   Wormser  Urkb.  II  nr.  816. 

Gedr.  auch  bei  Quidde,   Westd.  Ztsehr.  II,  377  nr.  6.  nach  gleichzeitiger  Copic  des  Frankf. 
St.  A. 

l\2.  Die  Strassburger  Gesandten  unter  dem  Siegel  von  Hans  Elhart  «unsers  dieners»   *, 

an  Frankfurt :  teilen  die  ihnen    kundgewordene  Not   der  Strassburger  durch  Jean  de 

Juni  io.  Vergy  mit  und  bitten  ihre  grosse  Summe  Glefen  zu  nechsten  Dienstag  nach  Worms  zu 

senden,  wohin  auch  Mainz  und  andre  ihre  Leute  schicken  wollen,  .  .  .  wan  ez  umb  des 

landes  zu  Klsaz  nuz  ist.         datum  feria  sexta  post  corporis  Christi.    [1382  Juni  6.J 

Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII  a.  26.  nr.  69.  cop.  coaev.  » 

83.  Meisler  und  Rat  benachrichtigen  die  Straßburger  Gesandten  in  Speier  von 
dem  Anmärsche  des  Herrn  von  Vergy  und  beauftragen  sie  von  den  Städten  schleu- 
nige Hülfe  zu  fordern.  1382  Juni  7. 

Wir  Hug  Tütschmann  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  embielen  un- 
sern erbern  botten,  die  ietzent  von  unsern  wegen   gen  Spire   gel'areh  sint,  waz  wir  • 


1382  53 

frantschefl  und  gutes  vermägent  lieben  frande  wir  kändenl  (ich,  daz  ans  botaebafi 
komen  ist,  daz  der  von  Verse  in  daz  lant  zu  Elsas  ziehen  welle  und   t>i  bne  habe 
ahtehundert  rittere  und  knehte,  fünfhundert  reysiger  lüte  und  tusent  januwer  schätzen 
und  dar  ambe  so  bant  wir  von  unserre  maüunge  aregen,  die  wir  vormals  getan  het- 

'■>  tent,  gebetten  unsere  eitgenoszen  die  Bwebescheq  stette  und  oocfa  die  ryneechen  statte, 
daz  sie  ire  meiste  smnme  der  glefen  in  der  gegen  bi  onserre  Btat  zu  Strazbnrg  ha- 
bent,  daz  sie  da  sient  vürderliehe  und  iine  alles  verziehen  und  uns  da  mit  lieholfen 
sint,  wände  unser  hcrre  der  bischof  von  Strasburg,  herr  Ulrich  von  Vinslingen  der 
lantvogl   und  andere  herren  und  des  riehes  sielte    in  Elsas  of  inorne  den  suiniendag  •/«».«  ».—». 

10  und  an  mentdage  ire  samenunge  bi  Benefeli  haut,   und  dar  ambe  so  lAnl  ir  ach  ernst 

sin  mit    der  ryneschcn  stelle  erbern  hotten  zu  redende,  daz    sie  ir  volkc    und  glefen 

Ine  alles  verziehen  zu  uns  sendent.    da    mit  tünt    ir  uns  eine  sunderbfir  l'rünlsehafl. 

dal  um  sabbato  proximo  posl  diem  f'esti  corporis  Christi  a.  d.   1382. 

[In  verso]  Unsern  erbern  holten,  die  ietzent  von  unsern  wegen  gen  Spire  gefaren 

sint. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  nr.   1.  or.  mb.  lit.  cl.  c   sig.  in  v.  impr.  del. 
Vgl.  Ebrard  S.  10. 


114.  llug  Dutschmann  der  Meister  und  der  Rat  von  Sirassburg  an  ihre  Gesand- 
ten :  die  icztunl  gein  Spir  gefaren  sint,  daz  uff  dise  hutige  mitweche  (Juni  11)  uff 
M  somplete  zit  unser  herre  der  bisehoff  zu  uns  gein  Straszburg  komen  ist  und  uns  ge- 
eeit  het,  daz  her  ,lohan  von  Versie '  mit  zwölf  hundert  gleven  oben  in  daz  lant  zu 
Klsaz  ziehen  wolle  .  .  .  darumbe  sullent  ir  die  rinschen  stedte  unsere  eilgenossen 
getruwelichen  bilden  und  mit  in  reden,  daz  sie  iren  zog  mit  der  meisten  summen  ire 
gleven  laszent  volgen  und  uns  die  gleven  ane  allez  verziehen  sendent  .  .  .  dalum 
feria  quarta  post  diem  f'esti  corporis.  ms'i  Juni  11. 

Frcmkf.  St.  A.  Copialb.  VII".  26  b.  Cop.  coaev. 


85.     Esslingen  an  Strassburg:  teilt  mit,  dass  der  König  den  von  Ulm  einen  Brief 
gesandt,  dass  alle  Fürsten,   Herren  und  Städte   zu  Sonntag  vor   .lohannis  (22.  Juni) 


1  Hier  möge  der  einzige  fratizösisclte  Brief  Jean  de  Vergy's  mitgeteilt  werden,  da  seine  Datierung 
und  Einreihung  schwierig  ist :  Chiers  amis  come  autre  fois  vons  ay  je  escript  coment  Dicchcmcn  le 
salier  de  Strabour  mavoit  conrrut  et  botez  feu  et  fait  de  grans  domages  a  fait  ancor  au  chascun 
jonr  et  de  present  a  pris  bestes,  meuble,  gens  tuez,  pris  a  prison  etien  ancoies,  si  vous  pri  (?)  et  reqnier 
ancores  de  rechicz,  quc  li  dit  Diechemant  vonilliez  tenir  a  tel  qni  ne  me  convingne  (?)  de  clerter  de 
vous,  car  je  ne  voulroie  rien  avoir  a  faire  a  vous,  si  en  vous  ne  tien,  si  vous  pri  que  vous  en  vouillez 
faire  ensin  come  vous  sc'avez  qui  so  espartien  a  si  vous  en  piaist  a  savoir.  li  porteur  de  ces  lettres 
vous  en  enfourmerait  bien  se  savoir  en  volez  la  veritey.  notre  seignenr  soit  garde  de  vous.  escript 
le  samedi  apres  la  notre  dame  rae  (?)  host. 

Jehanz  de  Vergey  sineur  de  Fouvens. 

|  In  verso]  Au  nies  chiers  et  bons  amis  le  mestres  et  au  conseil  de  la  ville  de  Strabour. 

Sir.  St.  A.  G.  V.  P.  lad.  22.  fasc.  1.  or.  c/t.  lit.  si.  c.  tig.  in  v.  impr.  del. 


54  1382 

zu  ihm  nach  Oppenheim  kommen  sollen.  Auch  wollen  sie  schaffen,  dass  die  schwä- 
bischen Städte  ihre  bundesgemässen  Glefen  der  Stadt  zur  Hülfe  schicken.  dalum 
feria  quarta  ante  diem  beati  Viti.  1382  Juni  11. 

Wencker,  Excerpta  II,  485  "  (Verbrannt  i.  J.  1870). 
Gedr.  im  Auszug  D.  B.  A    I.  p.  335  not.  1. 


116.  Hur  Diitschmann  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Mainz,  Worms. 
Speier,  Frankfurt,  Pfedersheim :  haben  durch  ihren  heimkehrenden  Gesandten  rühmen 
hören  .  .  .  uwers  kombers  und  kosten,  den  ir  also  gar  willecliche  und  ane  allez  ver- 
ziehen durch  unsern  willen  gehobet  hant  mit  uwern  gleven  und  den  uwern  uns  in 
helffe  zu  senden  .  .  .  und  danken  bestens  für  die  damals  unnötig  gewordene  Hülfe  ...  w 
und  kundent  wir  uch  da  by,  daz  uns  furkomen  und  geseit  ist,  daz  her  .lohan  von 
Versie,  des  da  gewesen  ist  die  vesten  Schehtelon,  die  wir  gewunnen  und  gerwe  zur- 
brochen  hant,  eine  groze  samenunge  het  und  meynet  damitde  zu  körnende  und  in 
daz  laut  zu  Elsaz  zu  ziehende  .  .  .  Sie  möchten  desshalb  ihre  «meiste  summe  der 
glefen»,'  zum  Johannistag  {24.  Juni)  in  die  Umgegend  von  Strassburg  schicken ;  denn  » 
diesmal  sei  es  des  Rates  ganze  Meinung :  .  .  .  daz  derselbe  gezog  vollegan  solle  und 
daz  wir  denselben  gezog  nit  meinent  zu  widerbietende,  wände  die  sachen  ernst  sind, 
datum  feria  tertia  proxima  post  diem  sanetorum  Viti  et  Modesti  anno  1382. 

1382  Juni  17. 

Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII  »  27.  nr.  76.  20 

87.  Herzog  Philipp  von  Burgund  antwortet  dem  Bischof,  dem  Landvogl,  der 
Stadt  Straßburg  und  ihren  Verbündeten,  dass  er  den  Feindselig  heilen  Johanns 
von  Vergy  gegen  sie,  an  denen  sich  vielleicht  auch  einige  seiner  Verwandten  und 
Untergebenen  beteiligten,  nicht  allein  völlig  fern  stehe,  sondern  bereits  einen 
Sühneversuch  gemacht  haben  würde,  wenn  ein  solcher  nicht  völlig  aussichtslos  sei.   *> 

Melun  [1382]  Juni  23. 

Philippus  regis  Francorum  lilius  dux  Rurgondie  venerabili  patri  in  Christo  epis- 
copo  Argentino,  Ulrico  domino  de  Vinstinga  vicario  generali  imperii  in  Alsacia  do- 
minisque  Alsacie,  civitati  Argent.  nee  non  civitalibus  et  opidis  imperialibus  supra  Renum 
amicieiam  cum  salute.  venerabilis  pater  et  amici  peramabiles.  noverint  prudencie  30 
vestre,  vestras  per  presentium  vehitorem  hac  die  23.  iunii  nos  reeepisse  litteras  men- 
cionem  facientes,  qualiter  dominus  Johannes  de  Vergeio  dominus  de  Foutvant  per  se 
et  gentes  suas  de  Castro  de  Chastellon  vobis  et  communi  patrie  Alsacie  movit  et 
intulit  de  facto  quamplures  iniuras  multaque  dampna  et  gravamina  in  vestris  preli- 
batis  litteris  annotatas,  propter  quod  communis  patria  Alsacie  dictum  castrum  obse-  * 
dendo  illud  ceperunt  et  fecerunt  demoliri,  quodque  ex  necessitate  prout  scripta  vestra 


1  Aus  den  Frankfurter  Bechnungsbüchern  ergiebt  sich,  daß  Frankfurt  toiederum  Hülfe  abgesandt 
hat.  Mainz,  das  zufällig  an  demselben  Tage  in  eigener  Sache  die  Hülfe  des  Bundes  gegen  Ebcrliart  von 
Eppenstein  angerufen  hatte,  erklärte  sich  sofort  bereit,  die  eigene  Mahnung  hinauszuschieben  und  seine 
Glefen  sclwn  zum  22.  Juni  zu  schicken.       Vgl.  Ebrard,  S.  12.  *» 


1382 


aubiungebanl  adhuo  oporteal  vos  eundum  He  Vergeyo  ultcrius  peneqni  \uqae  ad  illa- 
iiiiiiin  liiiiiisinoiii  satisfactioneai  oondignain  insuper  nostran  QMgnföeentiani depmant», 
ne  i | > ^ ; i  magnificencia  nostra  ei  subditi  ipsius  in  huiusmodi  proaecucione  satiffaclionu 
et  iniuriarum  vos  habeamua  impedire.  super  quo  pradeaciia  \<;st ris  respondemua  quod 
licet  pro  concordie  inter  vos  et  ipsuna  amplectanda  anteqaam  predicta  forenl  hinc- 
indc  perpetrata  libenter  manua  porrexiseemus  adtntricea  et  adhuc  (aceremni  amon 
partia  utriuaque,  si  crederemua  in  aliqao  proficere.  vorumptamon  Dostre  intencionü 
nun  exiatit,  eundem  de  Vergeyo  in  buiuamodi  facto  confovere,  seituri  qood  si  aliqoi 
aubditi  nostri  nexu  sanguinis  vel  aliter  astricti  eidem  iuTamen  contra  vos  ministra- 
iini  seil  ministrent  bec  de  oostra  voluntate  minime  pMcestisae  aut  proeedera, 
scriptunj  Meleduni  die  25  mensis  iunii  prelibati. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  nr.  1.  or.  eh.  lit.  cl   c.  sig.  in  v.  impr.  del. 


!!!{.  König  Wenzel  an  Stnissluirg:  bittot  mit  ganozom  ernste  und  fleisse,  das  ir 
unverezogenlichen  euwer  frunde  usa  euwerm  rate  czu  uns  gen  Frankenfurt  .-endet 
durch  etlicher  Sachen  willen,  die  wir  mit  yn  zu  reden  haben.  Frankenfurt  uff  dem 
Mewen  an  sanl   .lohans  abend  des  lewfers  reg.  boh.  20.  reg.  rom.  0. 

Frankfurt  [1382]   Juni  23. 
Str.  St.  A.  AA  107   or.  eh.  lit.  pat.  e.  sig.  i.  v.  impr. 
Gedruckt :  D.  B.  A.  I.  Bd.  nr.  189. 


89 .     Die   schwäbischen  Städte    (unter   dem    Siegel   ton  Ulm)   an    Straßburg  .■ 

I  bitten  um  Entschuldigung,  dass  man  augenblicklich  nur  so  geringe  Bundeshfil fe 
auf  ihre  Mahnung  gegen  Jean  de  Vergy  habe  senden  können.  Ulm  1382  Juni  24. 
Fursiehtigen  wisen  besundern  guten  frund  und  lieben  aidgenoszen  unser  frunt- 
lieb  willig  dienst  wissent  alle  zit  von  uns  berait  vor  an.  lieben  frund  und  eidgenos- 
zen,  als  wir  iueh  ietzo  etwievil  unsers  volks  schiken  und  senden,  sol  iuwer  fur- 
siehlig  wiszhait  wiszen,  daz  wir  unsern  herren  von  Baigern  uff  diz  zit  unser  volk 
oiK  h  aögesehikt  haben  und  da  mit  dienen  von  irer  manunge  wegen  umbe  die  krieg, 
die  sie  haben  mit  dem  bischoff  von  Saltzburg.  darumb  bitten  wir  iuwer  fruntlich 
liebiu  mit  ganlzein  ernst  und  lliszeelieh,  daz  ir  daz  von  uns  ze  übel  noch  für  arge 
von  uns  nit  ufl'nioment,  daz  wir  iueh  uff  diz  zit  so  ciain  volk  züschiken  und  senden. 

»so  haben  wir  doch  ietzo  bestellet  und  uff  dem  stukk  angeleit,  daz  wir  iueh  zomal 
und  unverzngcnlich  mer  volk  und  hilft"  züschiken  und  senden  wellen,  daz  wir  ge- 
Iruwen,  daz  ir  daz  zu  gut  und  für  dank  von  uns  habent  und  uffniement,  wie  doch 
daz  isl,  daz  wir  unserm  herren  von  l'aigern  aim  mächtig  volk  zügeschikt  und  gesent 
haben,  wan  wa  mit  wir  iueh  ze  liebiu  oder  ze  dienst  gesin  mohten,  dez  wollen  wir 
allezil  willig  sin.  geben  ze  Ulm  von  unser  aller  haissentz  wegen  under  der  von 
Ulm  insigel  an  sant  Johans  tag  ze  sünwonden  anno   1382. 

Von    uns   gemainen    stellen    dez  richs  in  dem  hund  ze 
Swäben,  alz  wir  uff  diz  zit  ze  Ulm  bi  einander  sien. 

8 


56  1382 

[In  verso]  Den  gar  fursichtigen  und  wisen  unsern  besundern  lieben  ('runden  und 
aidgenoszen,  dem  burgeruiaister  und  dem  rät  gemeinlicben  der  stat  ze  Straszburg. 

Str.  St.  A    G.  D.  P.  lad.   48/49  B.  fasc.  VII.  or.  ehart.  lit  cl.  c.  sig.  in  v.  impr.  del.  — 
Vgl.  Ebrard,  S.  12. 


90.     Straßbnrg  und   die  rheinischen  Städte   verbünden   sich  auf  10  Jahre    mit  ft 
Graf  Ruprecht  von  Nassau  und  dessen  Mündel  Emicho  von  Nassau. 

Mainz  1382  Juni  24. 

Wir  die  burgermeistere,  die  rete  und  die  bürgere  gemeinlich  der   steüe   Mentze, 
Straszburg,  Wormsz,  Spire,  Frankinfurd,  Hagenowe,  Wiszenbnrg,  Sletzstat,  Ehenlieim 
und  Pedernsheim  bekennen  offinlich  an  disem    briefe,    daz  wir  uns    mit    wolbedach-   w 
tem  mute  und  güdem  rate  zu  den  edeln  Herren  graven  Ruprecht  und  graven  Emichen 
graven  zu  Nassauwe  verbunden  han  und  verbinden  uns  zu  in   an    disem  briefe  von 
dem  dage   an,   als   dirre    brieff  geben    ist,   übir   zehen   ganze  jar,    die    darnach   ane 
underlasz  nach  einander  volgende  sint.  und  darumb  han   wir   uns    versprochen    und 
globit  und  versprechen  uns  und  globen    in  guten    truwen   mit  disem   briefe   off   die   i* 
eide,  die  wir  dar  übir  getan  han,  daz  wir  demselbzu  edeln  herren  graven    Ruprecht 
graven  zu  Nassauwe  sollen  und  wollen  geraten  und  beholffen  sin  wider  alle  die,  die 
in  kriegent  anegriffent  leidigent  oder  schedigent  wider  dem  rechten  in  aller  der  masze, 
als  hernach   geschriben   stet :    zum   ersten,  wanne  wir  die  vorgeschriben    stette    von 
demselben  edeln  herren   graven   Ruprecht   grave   zu    Nassauwe   gemanet   werden   zu   »> 
Mentze  in  den  rat  ime  zu  helffen  wider  die,  off  die  er  sich  mit  vieren  sinre  rete  off 
ir  eide  erkennent,  daz  ime  unrecht  geschehe,  so  sollen  und  wollen  wir  bynnen  viert- 
zehen  dagen  darnach,  nachdem  als    uns    die   manünge   verkündet   wirt,    ime   senden 
und  ünverzogenlich  schicken    fünfftzig    mit    gleven    wöl    erzüget  und  wol  bereit  ane 
geverde  an  die  stat,  do  wir  hin  gemanet  werden    und    ime   do   mite    getrüwelich  zu   a 
helffen,  als  lange  er  unser  bedarff    off   unser    der    vorgeschriben    stette    eigen    kost, 
schaden  und  verlust  ane  allis  geverde,  doch  also,  daz  wir  uns  gein  den    mit-   wider- 
sagen bewaren  mögen,  und  soln  auch  wir  die   vorgenanten   stette   dem    vorgenanten 
edeln  herren  mit  disen  ünsern  fünfftzig  gleven   nit   verrer   schuldig   sin  zu  dienende 
oder  zu  schickende  dann  binnen  sehs  mylen  weges  umb    und  umb    desselben  edeln   30 
herren  slozze  uzgenommen  •Schillingesfürste   darüz   und   darin  wir  uns  auch   nit   be- 
helffen  mögen,  ez  ensy  dan  dez  vorgenanten   edeln    herren   wille,   so   soln   wir   auch 
nit  schuldig  sin  ime   darzü    dienen  in    keine  wise,   wir    dun   ez    dan    auch    gerne, 
auch  soln  und  wollen  wir  den  vorgenanten    edeln    herren    und  die    sinen  in  ünsern 
stetten  und  gebieten  enthalden  üz  und  inlazzen  und  sich  darüz   und  darin   behclffen  H 
zu  allen  sinen  nöden  wider  alle  sine  fiende    oder    die    in    leidigent,  schedigent    oder 
angriffent,  off  die  er  sich  erkennet  und  gemanet  hat,  als  vorgeschriben   stet    und   sü 
auch  do  inne  schüren   und  schirmen   gliche  den     unsern    ane    geverde.  und   sol    in 
auch  do  inne   schüren  und  schirmen  gliche   den    unsern   ane   geverde.   und   soln    in 
auch  do   inne   redelichen  feilen  kauff  umb  ir  phenninge  geben  ane  geverde.  was  krieges 
auch  in    der    vorgeschriben  ziit  off  erstünde,     die   wile   diser    verbuntnysze   weret 


1382  57 

und  von  dem  vorgonanten  edeln  hcrren  oder  von  uns  der  vorgeschriben  stelle  einrc 
oder  nie  anegefangsn  und  begriffen  worde,  do  soll  er  uns  und  wir  bae  bchoiiion 
.sin  unl/,  biz  der  krieg  versunet  wirt.  wo  dan  wir  der  vorgenanten  stelle  eine 
oder  me  heubllude  des  krieges  weren,  und  der  vorgenantc  edel  lierre  unser  helfler, 
b  do  mögen  wir  uns  wol  friden  und  sünen  doch  also,  daz  wir  in  do  inne  versorgen 
gliche  als  uns  selber,  wo  wir  aber  sin  helflere  weren,  do  ensoln  wir  uns  nit  friden 
noch  süricu  ane  sinen  willen  und  wiszen  in  keine  wise  ane  allis  geverde.  wen  auch 
wir  die  vorgenanten  sielte  furter  me  in  unsern  hont  nemen,  cz  sin  fürsten,  graven, 
lierren,  rittere,  stette  oder  knechte,  daz  mögen  wir  tun  und  sal  das  auch  dez  vorge- 

1»  nanten  edeln  herren  wille  sin.  und  in  diser  bonlnisze  nemen  wir  die  obgenaiilen 
Stette  üz  alle  bonde  und  alle  die,  die  wir  gemeinlieh  und  sünderlich  in  ünserm  boade 
üzgonomen  hau  und  auch  den  bont,  den  wir  mit  unsern  gijden  Erfinden  und  eitge- 
nos/.en,  den  swebschen  stetten  dez  gemoynen  bondes  in  Swaben  haben  nach  lule 
der  briefe,  die  wir  beydersite   ander   einander   darüber   besigelt    geben   haben,    auch 

ir>  ist  gerel,  daz  jungher  Einiche  grave  zu  Nassauwe,  dez  fürmonder  der  vorgeschriben 
edel  herre  grave  Ruprecht  ist,  mit  allen  sinen  vesten,  sloszen,  landen  und  loten,  die 
er  ytzüiil  hat  oder  nach  an  in  komen  mugent,  glich  demselben  edeln  herren  graven 
Huprecht  in  disem  buntnysze  sin  sol.  doch  also,  daz  derselbe  jungher  Emychc  uns 
die  vorgenanten  stette  umb  deheine  hülffe  oder  gleven  nit    manen  ensol  noch  enmag 

m  in  keine  wise,  dan  der  vorgeschriben  grave  Ruprecht  mag  uns  manen  in  der  masze, 
als  (do)  für  geschriben  stet,  alle  dise  furgeschriben  punte  und  artikele  sementlich 
und  besunder  diz  vorgeschriben  Verbundes  hau  wir  die  vorgenanten  stette  globt  in 
guten  truwen  und  darnach  zu  den  heiigen  gesworn  stete  veste  und  unverbrüchclieh 
zii  halten  und  zu  vollenfürcn  nach  dises  briefes  sage  ane  alle  geverde.  und  dez  zi'i  ur- 

u  künde  und  vester  stelikeil,  so  han  wir  alle  unser  iugesigele  an  disen  brieff  gehangen 
der  geben  ist  zu  Menlze  oll'  sanl  Johans  dag  des  deull'ers,  als  er  geborn  wart  nach 
Cristi  geburte  drützehenhündert  jare  und  zwey  und  achtzig  jare. 

Str.  St.  A.  G    U.  P.  lad.  48/49  a  fa8c.  2  nr.  19.  conc.  eh. 

Ebenda.  Die  Gegenurkunde  des  Grafen  liupreclU  und  seines  Mündet  von  gleichem  Datum 
3»  lieg   Janssen,  Frankf  Reichscarr.  I  nr    13. 


Dl.  ülraßburg  fordert  alle  adeligen  Aussenbürger  auf  sich  zu  einem  Zuge 
gegen  Zubern  geiea/fuel  in  Straßburg  einzustellen.  J3S2  Juni  20. 

Wir  Hug  Tülsehinann  der  meisler  uml  der  rat  von  Strasburg  embieten  allen 
unsern    uzhurgern,  die  edellüle  sinl,  sie  sienl   in   unserre  stette  beszerunge    oder  nit 

■  zii  den  dirre  unser  botte  komet,  als  lieb  und  gut.  wir  inanent  üch  alle  und  iegliehen 
linder  üch  besunder  uwers  eides,  den  ir  meisler  und  rat  zii  .Strazliurg  getan  haut, 
da/,  ir  mit  uwern  glelen  und  liereilscliellen  wol  uzgeriistet  bi  uns  zii  Strazburg  sint 
und  die  under  üch,  die  in  unserre  stette  beszerunge  sinl,  in  unsern  vorstellen  sint 
an  samcsldage,  der  mi  zu  nelisle  koinel,  zu   naht    und  an    dem    sunnendage  darnach  /„„■»«.»» 

i»  trüge  mit  dem  vorgenanten  unserm  meisler  und  mit  den  unsern  varent  gen  ZabeiD 
und    an  die    sielte   dahin,    danne   derselbe    unser  meisler    varende   wirl.  und    läszent 


58  1382 

üch  daran  nützit  suraen,  wände  die  sache  ernste  ist.         datum  feria  quinta  proxima 
post  diem  nativitatis  sancti  Johannis  baptiste  anno  dorn.   1382. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  271  nr.  ö.  or.  mb.  lit   pat.  c.  sig   invers.  impr.  del. 
Gedr.   Wencker,   disquisit  de  ussburg.  pg.  OS.  —   Vgl.  Ebrard,  S.  13.  —  Vgl.  Königsh 
(Hegel)  S.  807/8. 

92.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt:  dankt  für  die  Warnung  vor 
einem  Einfall  und  teilt  mit,  dass  das  welsche  Volk  sich  bereits  auf  dem  Rückzuge 
befinde.         geben  zu  Ruffach  dez  frytages  nach  sanl  Johansdagc  baptiste. 

Kuffwh  [1382^  Juni  27.] 
Str.  St.  A.  AA  1411.  or.  eh.  I.  cl. 


93.  Bericht  der  Straßburger  Gesandten  vom  Reichstag  zu  Frankfurt  über  ihre 
Audienz  bei  König  Wenzel  am  29.  Juni  und  ihre  Beschwerdeführung  gegen  Jeane 
de    Vergy.  Frankfurt  [1382]  Juni  29. 

Unsern  dienst  und  was  wir  eren  vermügent  byvor  lieben  herren.  wir  lossent  üch 

Juni  28.  wissen,  das  wir  uf  den  samstag  sant  Peter  und  sant  Paulus  obent  gen  Franckenfurl    it 

körnen   sint,  wir    und    unsre   eitgenossen  der   rineschen   stette  botten  und   haut    den 

künig  do  funden.  und  ist  der   forsten  noch  keinre  by  imine,  doch  so  ist  er  ir  wart- 

tende  uf  disen  hütygen  sunnentag,   also  diser  brief  geben  ist.   und  sint  och  wir  und 

Juni  29.  der  rineschen  stette    botten    uf   disen  selben    sunnentag  vor    sinen  gnoden   gewesen 

und   hant   imme    vürkündet    und   geseyt    des    von    Versey    geschult     und   getat    und    ,„ 
sünderlingen  von  des  huses  wegen,    wie  wir  das  gebrochen  habent  von  semmeliefaes 
grossen  schaden  wegen,  der  dar  uf  und  drin  geschehen  ist,  und  wie  das  sich  danach 
ein  gros  volg  zusammen  gehebt,  het  und  wie  das  der  meinunge  sy  das  lant  zu  schc- 
digende  und  menglichem,  der  do  tusch  sprichet.  dar  uf  so  haut  wir  imme  öcli  gcsevi 
wie  das  unser  herre  von  Straszburg,  des  riches  lantvögt  und  ander  herren  und  stette  u 
und  sünderlingen  unser    stat  von  Straszburg   mengelichem  verkündet  und   angerüHrt 
hant  ie,   die   in    die  nehsten  gewesen  sint,  dem  volg  zu  widerstonde   und   mit    in  zu 
strittende,  des  ouch  dasselbe  volg  begerende  ist.  und  hant  imme  ouch  verkündet,  wie 
das  unser  herren  und  stette  geristet  und  bereit  sint  und  mit  gutem  willen  ulfe  disen 
jun,3o.   nehsten  mentag  gegen  demselben  volg  zühen  wellent  und  den  stryt  mit  in  underston   m 
wellent.  und  daruf,    so  han  wir   dem   künge  vürkündet,    das  er  und  die    fursten  ge- 
dehttent,  wie  men  semmelichem  volgke  widerstünde,  das  dem  riche  noch  den  landen 
kein  schade  von  in  geschehe  und  hant   ouch  geseit,   das  die  meinunge  sy.    das  volg, 
die  Walhe,  ein  ander  höbet  müssent  han  wanne  den  von  Versey.  darumbe  so  han  wir 
zu  dem  künge  gesprochen,  ie  e  men  das  understünde  und  in  werte,  ie  besser  es  dem   « 
rieh  und  den  landen  were,   sit  das  der  hertzoge  von  Ansiel   öch   ein    sundern  gezog 
het.  daruf  het  uns   der  künig  und  sin  rot  der  von  Colnitz  und   sin  hovemeister  und 
ander  erber  ritter,  die  do  by  ime  stundent,  geentwurttet:  das  es  billich  sy,  das  men 

'  Das  Jahr  1384  ist  wohl  ausgescIUossen  weil  S.  Johann  auf  den  Freitag  selbst  fällt. 


1382  M 

sieh  des  wol  bede&cke  deme  zu  widerstünde,  das  er  beb  vürderlichen  mit  der  fursten 
ro(  sä  roll  vvil  werden,  des  wir  och  guten  willen  an  mime  .selieiil.  was  wir  vürbas 
erfarenl,  das  laut  wir  uch  unverzügenlüohen  wissen,  das  seilte  tünt  ir  uns  öch.  von 
uwern  boiten,  die  hv  dem  künyge  sint.  geben  zu  Franckenfurt  ofden  oehstesun- 
s  tag  Retry  et  Pauwely.1 

[In  verso]  Den  wisen  dem  meisler  und  dem   rat   der  slat  zi't  Straszburg. 

Str.  St.  A.  0.  U.  P.  lad.  22  fasc    1.  or   eh.  lit    cl.  neben  der  Siegelspur:    Walter  Leiters- 
burg ingesigcl. 

!(1.    Graf  Symon  von  Sponbein-Vianden  erklärt,  dass  er  dem  Hunde  der  rheini- 

Ki  selieu  Städte  auf  K)  Jahre  beigetreten  sei  und  alle  darausfolgenden  Pflichten  erfüllen 

wolle.  Kr  dient  mit  15  Glefen.        daium  Franckenfurd  l'AH'l   uff  den  nesten  mandag 

nach  sani  Magredentage  der  heiigen  junkfrauwen.  Frankfurt  1882  Juli  14. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P   lad.  48/4!)  c  fasc.  7.  nr   20.  cop.  ehart.  coaev. 
Klunda.  Gegenurkunde  der  rheinischen  Städte  mit  der  Verpflichtung  zu  Gl)  Glefen. 
,5  Gedr.  Schaab  nr.  213,  nach  or.  d.  Mainz   St  Ar.  mit  dem  irrigen  Datum  Juli  20. 

Auszug  bei  (Juidde,   Westd.'Ztschr.  1884  S.  381.  —  Heg.  Janssen  I  nr.  14. 

95.  König  Wenzel  widerruft  die  dem  Johannes  von  Ochsenstein  auf  Grund  fal- 
scher Angaben  verliehene  königliche  Bestätigung  als  Dompropsf  von  Sirassburg  und 
befiehlt  dem  Meister  und  Rat  zu  Strassburg  alle  Einkünfte  der  Propstei  einstweilen 
n  in  eine  gemeine  Hand  zu  legen;  zugleich  teilt  er  mit,  dass  er  auf  den  1.  Sept.  Hugo 
von  Rappoltstein  und  Johannes  von  Ochsenstein  zur  Entscheidung  ihres  Streites  an 
seinen  Hof  geladen  habe.  geben  zu  Nureinberg  an  dem  liebsten  dinslage  für  sant 
Laurenrztage    unser    reiche  des    behmischen    in    dem  20  und    des    römischen  in  dem 

7  .|ar  Nürnberg  1382  August  5. 

n  Str.  St.  A.  AA  107  nr.  83.  or,  mb  lit   pat. 

Gedruckt  .  AlbreM,  liappolt.  Vrkb.  11  nr.  213   —  Heg.  D.  lt.  A.  I,  357  not.  8. 

!)(i.     liurckardl    von  Wiltenhcim    erklärt,    dass    er   in  Sachen    Hannemanns    von 
Willeiiheiin   mit   der    Stadt   Strassburg    völlig  gesühnt   sei.  gegeben    an    der    ersten 

mittewochen  nach  sant  Laurenzen  dage  des  heiligen  marterers  1382. 

so  1382  August  13. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  106  nr.  Ol.  or.  mb.  lit  pat    c.  sig.  pend. 

\)1.     Die  Ritter  Wilhelm    und  Conrad  Störe  erklären,    dass    nach    Beilegung   der 
Fehde  zwischen  Strassburg  und  ihrem  Verwandten  Hannemann  von   Willenheim,  auch 
sie  mit   der  Stadt  genl/Jiche    gesünet   verrihtet  und  geslihlel  siid.         gegeben    an  der 
u  ersten  mittewochen  nach  sant  Laurenliendage  dez  heiligen  marterers  1382. 

K1382  August  13. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166  nr.  60.  or.  mb   lit.  pat.  c   2  sig.  pend. 

1    Vgl.  Ebrard,  Straßburgs  Fehde  mit  J.  de  Vergy  S.  13,  der  diese  Datierung   wühlt  statt  Juli  6 
des  Sonntag  nach  Peter  u    Paul.   —   Vgl.  Konigsltof.  (Hegel  IX,  808). 


60  1382 

98.  Bischof  Friedrich  von  Straßburg  an  Straßburg  ;  sendet  die  Abschrift  eines 
vom  Landvogt  Ulrich  von  Finstingen  an  den  bischöflichen  Schultheißen  von  Zubern 
gesandten  Briefes  betreffend  den  mit  Jean  de  Vergy  abgeschlossenen  Waffenstillstand . 

[1382  August  30.] 
F.  Episcopus  Argentinensis.  c 

Unsern  grüs  bevor,  lieben  getruwen.  wir  sendent  ücb  abgescbrift  eines  briefes, 
den  her  Ulrich  von  Vynstingen  unserm  schultheissen  von  Zubern  gesant  het,  der  von 
Worten  zu  Worten  stet,  alz  hienoch  geschriben  stet : 

Minen  grüs  bevor,  lieber  frünt,  ich  Ion  dich  wissen,  dass  min  herre  von  Brabanl  ' 
einen  friden  beret  hat  zwüschent  myme  herren  von  Strassburg,  dem  lande  mittenander  u> 
zu  Eylsaz  und  dem  von  Verschey.  und  hat  myn  herre  gesprochen  für  min  herren  von 
Strassburg,  das  lant  von  Elsaz,  die  von  Hohenstein,  von  Oberkirehe,  von  Lüczeln- 
burg,  und  wer  darzü  höret,  und  hat  der  herre  von  Verschy  globet  in  mins  herren 
haut  den  friden  zu  halten,  daz  wellest  myme  herrn  von  Strassburg  enbieten,  und  laz 
es  ouch  die  von  Hohenstein,  von  Oberkirche  und  die  andern,  die  darzü  hörcnt  wissen,  's 
Aug.  st.  -der  friden  sol  weren  von  sunnendage  nehstkoment  über  vier  wochen.  got  sy  mil  dir. 
Sepwr.i8.  geben  des  samestages  nehst  noch  sant  Iiartholomeusdag. 

Ulrich  herre  zu  Vinstingen,  lantvoget  in  Elsaz  mime  guten  fründe  Egenolf  dem 
schultheissen  zu  Zabern. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  IV.  or.  eh.  2« 

Gedruckt:  Hegel,  Königshof.  II,  1047.  -   Vrgl.  Ebrard,  S.  13. 


99.   Ulm    macht   im  Namen   der  übrigen   schwäbischen  Städte  Mitteilung    über 
den  nächsten  abzuhaltenden  Städte  tag  (zu  Speier).  Ulm  1382  September  9. 

Fursichtigen  wisen  besundern  guten  frunde  und  eitgenoszin.  unser  fruntlich,  willig 
dienst  wissent  alle  ziit  von  uns  bereyd  vor  an.  lieben  frunde.  als  unser  guter  frunt  ... 
und  botde  Conrad  Zoph  von  Wympffen  nuwlich  by  uch  gewesen  ist,  mit  dein  tr  ge- 
red  haut,  das  uch  wol  gefiel,  das  wir  uch  eynen  andern  tag  verkuntent  geh  Spire 
septbr.  2».  von  der  erlengerunge  wegen  unser  vereynunge  vor  sant  Michelstage  und  auch  daroff 
komen  mit  vollem  gewalt.  dasselbe  woltent  ir  ouch  dun.  lassin  wir  uwer  fruntschafft 
wissin,  das  wir  itzunt  mit  den  kriegen,  die  gewesen  sint  zwusschen  den  fursten  und  so 
herren  von  Osterrich  und  von  Beyern  als  bekombert  sin  gewesen,  wie  wir  das  zu 
guten  dingen  brechten,  als  auch  das  von  den  gnaden  gottes  beschehen  ist  und  das 
wir  nit  wol  vor  darzukomen  mochten,  nu  gefellet  uns  wol  und  bitden  uch  auch  do  mit 
ernst,  das  ir  uwer  und  unser  eitgenossen  von  den  rinsschen  stetden  zu  uch  bescheident 
und  vordem  wollent  off  sant  Michels  dage  zu  nacht  by  uch  zu  sien  in  uwer  stad  mil  3;> 
vollem  gewalt  von  derselben  sache  wegen,  so  haben  wir  geordnet,  das  unser  frunde 
und  botden  by  uch  off  die  selbe  ziit  auch  sin  sollent,sich  der  sache  mit  uch,  obe  gm 
wil,  zu  vereynen.  und  lant  uns  darumbe  uwer  verschriben  antwurte  wider  wissin  bi 
dem  botden,   ob  ir  das  also  tun  mogent   oder  nyt  off   den  vorgenanten  tag,   das  wir 


Herzog  Werne!  von  Luxemburg  und  Brabant  1356 — 1383.  40 


1382  <H 

unsem   (runden,    die  zu    tu-li    rylden   sollenl,    das  also   wissin    zu    vei  künden  gcbin 

ZU  Ulm  von  unser  aller  hcissentz  wegen  an  zinslago  nach  unser  vrouwen   dag  nat i vilalis 

anno  domini  82. 

Von   uns  gcmeynen  stetden    des   hundes    ze  Swalieu 

als  wir  ze  Ulm  by  einander  gewesen  sien. 

Str.  St    A.  0.  U.  lad.  48/41) '»  faso.  VII.  or.  od.  eop.  cliart.  coaev.  mit    V er »endungxf alten 
aber  ohne  Adresse  und  Siegelspuren. 


100.     Die  Siadi  Speier  verkündigt,  dass  sie  mit  königlicher  Zustimmung  einen 

lilieinzoll  für  alle  aul  und  abwärts  gehenden  VVaarcn  aufgerichtet  habe.        Derselbe 

m   soll   beginnen  am    l(i  September.         datuin  feria  <i  proxima    ante    lestum    exallalionis 

s.  crucis  anno  11582.  WM  Beptemhai  12. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  cop.  eh.  coaev. 

Vgl.  einige   auf   diesen    Zoll  bezügliche   Correspondenzen   anderer    rheinischer   Städte   und 
Fürsten  unter  sich  und  mit  Speier  bei  Janssen,  Frankf.  lleichskorr.  I,  nr.  21,  22,  23, 
iä  24,  25,  26,  27. 


101.  Strassburg  und  Heinrieb  von  Gerspach  nebst  seinem  Anhang  BChliesseo 
Frieden  auf  4  Wochen  und  dazu  einen  Tag  .  .  .  darumbe,  das  sie  il  volke  und  die 
Iren  an  demselben  tage  widerumbe  zu  der  restin  Aswilre  gesenden  mngent  .  .  .  In- 
zwischen darf  jedoch  nichts  an  der  Besetzung,  Befestigung,  Versorgung,  u.  dgl.  in  der 

»   Burg  geändert   werden.         actum   dominica   in  qua  erat  dies  exaltationis  sete   crucis 
anno   1382.  i:tS2  September  14. 

Str.  St.  A    IV.  lad.  28.  org.  eh. 

102.  Die  SladI   Wetzlar  tritt  dem  Bunde  der  rheinischen  Städte :   Mainz,  Strass- 
burg u.  8.  w.  bei  und  verspricht  zur  grossen  Summe  mit  10,  zur  kleinen  mit  3  Gie- 
rt  Ten  zu  dienen    (weiin  sich  ihre  Lage  bessere  auch  mit  grösserer  Anzahl)    und  gelobt 

auch  das  Bündnis  mH  den  schwäbischen    Bundesstädten  zu  halten   und  letzteren  mit 
3  (liefen  zu   dienen.  j;ts2  September  24. 

Lünig,  pari.  spec.  IV,  1439.  —  Reg.   Vischer  nr.  181.  —  Janssen  1,  not.  zu  nr.  18. 


U)'.\.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  legt  dem  Kapittel  von  St.  Thomas  zu 
Strassburg  Abgaben  auf,  weil  er  dringend  der  Unterstützung  bedürfe:  ad  relevandiun 
necessilates  ecelesie  noslre,  ad  quas  ultra  debitorum  per  noslros  in  eadem  ecclesia  pre- 
deeessores  contraclorum  onera  permaxima,  ob  grandes  expensas,  quas  pro 
expugnatione  castri  Schettelon1  et  repulsione  liurgundorum  ab  ob- 
sidione  eastri  et  oppidi  Scherbebelies*  et  ab  oppressione  et  depredatione 


35  '  Chatülon,  das  Schloss  Jean  de  Vergy's. 

■  Qerbeville. 


BS  1382 

ecclesiarum,  mohasteriorum  ect.  nuper  cum  exercitu  potenti  fccisse  dinoscimur  tot 
datum  in  castro  nostro  Dabichenstein  VI  kal.  octobris  sub  nostro  sigillo  presentibus 
appenso  anno  1382.  Dacfatein  1382  September  26. 

Arch.  des  Thomastifts 

Gedr.  Ch.  Schmidt,  hist.  du  chapitre  de  S.  Thomas   nr.  83.  —    Vgl.   KönigsJtofen   (Hegel)    » 
II  809. 

104.  Ich  Julians  Hacker  von  Landesperg  ein  edelkneht,  hern  Claus  seligen  sun, 
vergüte  und  künde  menglichem  mit  disem  briefe,  das  von  der  geschulte  wegen,  alse 
Johans  Gaffeler  der  iunge,  der  min  schultheisze  zu  Liftgolfesheia)  waz,  und  die  andern, 
die  irne  des  hulffent,  mit  namn.en  Clevvelin  Coler,  Clewelin  Smit,  Hannemann  Kir-  w 
warte,  Störkelin  Snider  von  Strasburg,  Johans  Snidcr  von  Waszenberg,  Sleckezepffelin 
Reinbolt,  Andres  der  bergkneht,  Ulrich  sin  geselle,  Gygat  von  Hübendorf,  Schandeney 
der  Walche  und  Claus  Meszersmit  von  Urbeis  der  von  Strazburg  bürgere,  die  sie  in 
minem  dorffe  zii  Lyngolfcsheim  sitzende  haut,  von  minen  wegen  viegent,  angriffen! 
und  in  daz  ire  nament  und  sie  schadigetent  und  ouch  die  nome  förtenl  in  die  stat  '' 
zu  nydern  Ehenheim  und  ouch  dar  umbe  die  von  Strazburg  mit  irem  volke  und  den 
iren  uzzogetent  und  vür  nidern  Ehenheim  woltent  gefaren  sin.  und  von  alles  dez 
kumbers,  kosten  und  schaden  wegen,  so  mir,  minen  lüten  und  den  minen  oder  iemanne 
anders  von  minen  wegen  davon  uferstanden  und  besehenen  ist,  in  weihen  weg  daz 
sie,  ich  gentzliche  gesünet,  verrihtet  und  geslihtet  bin  mit  den  erbern  bescheiden  dein  w 
meiste]-,  dem  rate  und  den  burgern  etc.  Dasselbe  erklären  auch  die  Obengenannten. 
Es  verbürgen  sich  und  besiegeln  diese  Sühne:  her  Härtung  von  Landesberg  und  her 
Hanneman  von  Landesberg  rittere.  gegeben  an  dem  eisten  samestdage  nach  sant 
Michaelsdage  dez  heiligen  ertzengels  do  man  zalte  1382.  1SS2  Oktober  4. 

Str.  St.  A.  G.  0.  P.  lad.  168.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  3  sig.  pend.  quorum  2  da. 


(6 


105  Johans  Hacker  von  Landesberg  ein  edelknecht,  herrn  Claus  seligen  sun 
verpflichtet  sich  zugleich  für  seine  unmündigen  Brüder  Heinrich  und  Claus  und  alle 
Seinigen  .  .  .  keine  scheflerye  in  dem  dorffe  und  banne  zu  Liftgolfesheim  zu  haben, 
es  sie  danne  mit  urteile  urlobe  willen  und  wiszende  meister  und  rates  zii  Strazburg... 
Sie  wollen  von  der  Sache  wegen,  darum  die  von  Strazburg  vor  Niederelinheim  ge-  3" 
zogen  sind,  den  zu  Lingolsfesheim  sitzenden  Strassburger  Bürgern  nicht  zuwider  sein, 
sondern  sie  halten  wie  andere  Herren  Strassburger  Bürger  halten.  Halten  sie  ihren 
Schwur  nicht,  so  mögen  Meister  und  Rat  ihnen  und  ihren  Leuten  Leib  und  Gul 
nehmen,  wo  sie  es  finden.  gegeben  an  dem  ersten  samestdage  nach  sant  Michaels 
tage  dez  heiligen  ertzengels  etc.  do  man  zalte  1382.  1882  October  4.   » 

G.  U.  P.  lad.  168  nr.  2.  or.  mb    lit.  pat.  c.  3  sig.  pend. 

106.     Heinrich    Verwer    und    Theoderich  Faber   von  Ehenheim  an  Straßburg  : 
berichten  über  die  Lage  Papst  Urbans  VI.  und  die  politischen  Verhältnisse  Italiens. 

Born  1382  October  11. 

Gnedigen  herren.  unsern  gewilligen  dienst    bereit  alle  zit.    als    ir    uwern    botten  <o 
Wogedenhals  gein  Rome  gesant  habent  zu  erfarende,  wie  es    umbe    unsern   heiligen 


1382  63 

vatter  den  habest  stände,  <1<>  nach  umbe  künig  Karlen  von  Sicilien,  darzü  hertzog 
Otleu  von  Brunswig  und  oucb,  wie  sieh  der  hertzog  von  Andegoye  halte  oder  waz 
sins  werbens  si  oder  mit  weite  mäht  er  in  dem  lande  sige.  gnedigen  herren,  do 
wisse  uwer  l'ursichlikeit,  daz   der  vorgenante  uwer   botte  uns  gar  eyginlich  fürgelcit 

»  het  und  haut  wir  ouch  umbe  dise  stücke  «nd  umbe  alle  ander  mer  geforschet  M 
wir  besten  kundont :  des  ersten  wissent,  daz  es  umbe  den  vorgnanten  unsern  beu- 
gen ratter  den  bähest  gar  wol  stat  und  daz  er  gar  wenig  ahtet  umbe  den  vorgnan- 
ten hertzogen  von  Andegoye,  oueh  meynet  derselb  hertzog  mit  wider  den  habest  zu 
lünde  und  isl   in  anderer  meynung  mit    kommen,    denne    daz    kunigrieh    zu    gewin- 

i»  sende,  daz  der  vorgnante  künig  Karle  mit  gotte  und  mit  rehte  in  handes  het  und 
meynet  sin  derselbe  hertzog  ein  rehter  erbe  zu  sinde.  nu  het  unser  heiiger  vatter 
(\w  habest  wider  denselben  hertzogen  von  Andegoye  procediert  und  in  verkündet 
ein  iinkrislenman  und  daz  er  und  alle  sine  helffer  süllent  beroubt  sin  aller  irrer 
herseliall    und  hei   daz  i rntze  wider  sü  gebrediget.  do  nach  so  wissent,  daz  derselbe 

'»  hertzog  von  Andegoye  mit  sime  volke  ist  kommen  bitz  in  das  küuigrich  und  lit 
wol  ein  lagofurl  von  Neapols  und  het  25  tusent  pfert  böse  und  gut.  und  ist  daz 
merre  teil  sins  Volkes  müniche  und  pfaffen  und  frowen.  doch  sosprichet  men  für  die 
«rarheit,  daz  er  habe  6  tusent  stritberer  man.  der  vorgnante  künig  Karle  hat  5  tu- 
send  spiesse  und  het  domitte  sine  vesten  und    sin    lant   gar  wol  bestellet  und  lit  zu 

*>  Neapols  inne  und  meynet  mit  mit  ime  ze  striten,  wenn  er  zu  lützel  Volkes  het. 
doch  so  het  er  also  geordenyert,  daz  der  vorgnante  hertzog  hnogers  verderben 
müs,  sol  er  kein  (enge  in  dem  lande  ligen.  darzü,  so  ist  derselbe  künig  Karle  alle 
tage  wallende  grosses  Volkes  von  dem  künige  von  Ungarn,  die  ime  kürtzlich  ane 
zwil'el  zu    helll'e  kommen  sullent,  also  daz  es  dem  vorgnanten   hertzogen    von    Ande- 

M  goye  übel  usz  wir!  gande  zu  jungest,  als  men  meynet.  hertzog  Otte  von  Brunswich 
ist  tot  und  seyt  men  nüt,  ob  er  rehles  oder  unrehtes  todes  tot  sige.  und  die  künigin 
die  isl  lange  tot.  ouch  wisse  uwer  bescheidenheit,  daz  der  vorgnante  unser  heiiger 
valier  durch  merre  Sicherheit  het  versohlet  einen  capitanean,  heisset  Johannes  Ma- 
gill, mit  tusent  spiessen  und   mit  vil  schützen    für    vier  monad.    und   hant   die  von 

»o  Florencie  voii  des  bahestes  wegen  ime  bezalt  vorhin  40  tusent  guldin.  und  daz  volk 
sol  zii  Home  unverzogenlich  inziehen  und  do  ston  und  warte  tiin  bitz  sich  ÜB  ding 
verloufVet,  off  daz,  ob  der  vorgnante  herzog  an  dem  wider  umbeziehende  dem  babe-t 
dehein  widcnlricsz  lim  wolte,  daz  men  ime  widerstünde,  gnedigen  herren  wissent, 
daz  wir  nu  zinnal  ander  mer  nüt  wissent.  und  was  wir  l'ürbaz  me  befundent  oder 
eilarenl,  da/,  wellen  wir  üeh  allewegent  verschriben  mit  den  ersten  sichern  hotten, 
die  wir  viuilent.  gebietent  uns  alle  zit  als  den  uwern.  datum  Home  11  die 
niensis  octohris  anno  S"J. 

Henricus  Verwer  et  Theodericus 
Faber  de  Ehenhein,  vestri  servitores. 

\//i  verso]  Den  erwirdigen  wisen  und  bescheiden  .  .  .  meister  und  rat  zu  Strasburg 

unsern  gnedigen   liehen   herren. 

Str.  St.  Ä.  AA  208.  or.  eh.  I.  cl. 

VI.  9 


438  t 
Juni  17, 


64  1382 

107.  Straßburg  und  die  übrigen  rheinischen  Städte  erneuern  und  verlängern 
das  am  17  Juni  1381  auf  3  Jahre  abgeschlossene  Bündnis  mit  den  schwäbischen 
Städten  auf  9  Jahre.  [1382  October  15.] 

In  gottes  namen.  wir  die  rete  und  die  bürgere  gemeinlichen  der  stette :  Mentze, 
Straszburg,   Wormesze,    Spire,   Franckenfurt,    Hagenowe,   Wissenburg,   Wetshlar,    5 
Sletzstat,  Ehenheim  und  Phederszheim  bekennen  öffenlichen  nnd  tun  kunt  mit  disem 
briefe  allen  den,  die   in  sehent  oder  hörent  lesen :    also  wir   dem   heiligen   rSmschen 
riche  zu  eren  und  durch  küntliche  notdurfft,  nutz,  friden  und  frommen  des  landes  und 
unserre  stette  uns  vorziten  mit  den  ersamen  wisen  lüten,  den  reten  und  burgern  ge- 
meinlichen der  stad  Regenszpurg  und  ouch  des  heiligen  r5meschen  richs  stetten  Augs-   io 
purg,  Ulme,  Costentz,  Esselingen,  Rütelingen,  Rotwile,  Wile,  Überlingen,  Memmingen, 
Biberach,  Rafensburg,  Lindowe,  Sant-Gallen,  Phullendorff,   Kempten,  Koufbüren,   Lüt- 
kirch,  Isny,  Wangen,  Buchhorn,  Gemünde,  Halle,  Heilpurne,  Wümphen,   Nordelingen, 
Dinckelsbühel,  Rotenburg  uff  der  Tuber,    Winsperg,  Aalün,  Boffingen,    Giengen,   Wile 
in  Turgowe  und  Buchowe  verbunden  haben,  zusammen  gemachet  und  einmütig  wor-    15 
den  sint    mit  den  eiden,   die  wir  darüber  geton  habent   nach  lute   der  verbuntbriefe, 
die  darüber  gemachet  und  begriffen  sint.   dieselbe  verbüntnisse   aneging  des   neusten 
mantages  vor   sante  Johanstag   des   touffers,   als   er  geboren  wart,  genant  zu   Latine 
nativitatis  Johannis  Baptistae   des  jares  do  man   zalte   nach  Cristi   gebürte  drüzehen 
hundert  jar  und  in  dem  einundahtzigesten  jare  und  weren  solte  von  demselben  men-  *> 
tage  bitz  uff  wihenahten  nehst  darnoch  kümmende  und  von  denselben  wihenahten  über 
drü  gantze  jar  aller  nehst  darnoch  volgende.  des  sint  wir  darüber  gesessen  mit  guter 
betrahtunge  und  haben  mit  wolbedahtem  mi'ite,  gutem  rate  und  mit  vereinetem  willen 
demselben  römischen  riehen  zu  eren  und  dadurch  küntlich  'notdurfft  friden  frommen 
und  nutz  der  lande  und  unserre  stette  die  vorgenanten  verbüntnisse  mit  den  egenanten   » 
stetten  von  nuwes  erlenget  und  gestreeket  und  uns  zu    in  verbunden    und  gemachet 
mit  den  eiden,  die  wir  darumbe  getan  haben  von  hüte  dem  tage  an,   als  dirre  brieff 
geben  ist,  bitze   uff  wihenahten,   die  nehste   kompt,    und   von   denselben    wihenahten 
über  nun  gantze  jar  die  darnoch  aller  nehst  noch  einander  kommende  sint  one  under- 
losz  in  getruweliche  beroten  und  und  beholffen   zu  sin  in  der  forme   und    masse  als   K 
hernach  geschriben  stat:  mit  namen  also  were  es  sache,  das  sü  samentlich  oder  be- 
sunder  oder   die   iren  von  yeman,   wer  der  were,   in   zit  dis   Verbundes   geschediget 
oder  angegriffen  würdent,    in  welichen  weg  das  were,    oder  mit   mäht  uff  sü   ziehen 
woltent,  und  die  stette  oder  stat,  die    also  geschediget   oder  angegriffen  werent  oder 
uff  die  also  gezogen  were,    in  iren  reten  oder  mit  dem  merenteile  in   denselben  iren  3b 
reten  uff  den  eit  erkanten,  das  in  unreht  geschehen  were  oder  beschehe  und  uns  daz 
verkuntent  und  ermanetent  umbe  hilffe  gein  Spire  in  den  rat,   so  sollen  wir  in  den- 
selben stetten  oder  stat  getruwelich  beroten  und  beholffen  sin  mit  hundert  und  vier 
glefen  wolerzügeter  lüte  one  geverde,  die  ouch  nach  ire  verkündigunge  in  den  nehsten 
viertzehen  tagen  von  huse  uszriten  süllent  und  ouch  förderliche  volleriten  süllent  an 
die  stette,  die  sü  uns  danne  benennent  und   verkündent  one   alle  geverde ;  es  were 
dann,   das  sü  uns   umbe   mynre   glefen   maneten,   die  süllen   wir  in  dan   ouch  sen- 


1382  65 

den  in  derselben  forme,  doch  also,  das  dieselben  stette  oder  stat  linder  in,  die 
uns  also  zugesprochen  und  umbe  hilffe  gemanct  hettent,  mit  den  andern  vorge- 
nanten stetten  schaffen  und  versorgen  süllent,  das  sü  ire  glefen  vorhin  haben  an 
der  stal,  doliiii  sü  uns  gemanet  hant,  und  ouch  zii  den  Bachen  beholffen  sin  one 
;,  allo  geverde.  und  BUÜent  ouch  in  also  mit  denselben  unsern  glefen  getruwelichen 
beroteu  und  beholffen  sin  wider  aller  mengelich,  die  sü  also  angegriffen  oder  ge- 
schediget  hettent,  als  vorgeschriben  stat  oder  die  in  denselben  angriffern  darzü  ge- 
roten  und  geholffen  hettent  oder  weren  also  lange  bitze  in  der  schade  und  angriff 
abgeleit  und   widerkeret    wort   one   alle   geverde.    und   sullent  ouch   wir  dis   tun  uff 

10  unser  eigin  koste,  schaden  und  Verlust  also  dicke  des  not  beschult  one  alle  geverde 
also,  das  sü  doch  denselben  unsern  glefen  in  iren  stetten,  so  in  darynne  gebürte 
zii  ligen,  herberge  und  slalluiige  geben  süllent  also,  das  sü  ir  eigin  koste  darynne 
haben  und  ouch  bestellen,  das  sü  in  iren  stetten  redelichen  veilen  kouff  und»  ir 
Pfennige  finden  one  alle   geverde.    und   ouch   aber  also,   wann   wir  von   den    vorge- 

,5  nanten  stetten  ir  einer  oder  nie  erniant  werden  in  zu  helffen,  als  vorgeschriben 
stat,  das  wir  uns  danne  gein  denselben  wider,  die  wir  den  stetten  helffen  sullent, 
mit  widersagen  bewaren  mügen.  wer  es  aber  sache,  das  ieman  dyrre  vorgenanten 
stette  gemeinliche  oder  besunder  ir  eine  oder  me  oder  die  iren  anegriffe  oder  be- 
schedigete    by    uns   oder    umbe    uns,    es   weren    koufilüte,   kouflinan.schatz    oder    in 

20  welicher  hande  wise  das  were,  so  süllen  wir  zu  stunt,  so  wir  des  innen  oder 
gewar  werden,  darzü  ernstlichen  griffen  und  tun  sammentlich  oder  besunder,  das 
daz  widerkert  und  widerton  werde  zu  gliche,  als  obe  uns  dasselbe  widerfaren  und 
besehenen  were  one  alle  geverde.  wer  es  ouch,  das  ieman  sü  sammentlich  oder 
bisunder  oder    die  iren  angriffe  oder  uff  sü   ziehen    oder  dienen   wolte  oder  hülffe, 

H  spise  oder  andern  rat  darzü  dete  oder  gebe  oder  sü  husete  oder  hofete,  die  by 
uns  oder  umbe  uns  gesessen  werent,  das  wir  den  oder  dieselben  darumbe  ouch 
angriffen  und  beschedigen  süllent  an  lip  und  gut,  so  balde  wir  des  innen  oder  ge- 
war werdent,  es  sie  uns  von  den  vorgenanten  stetten  sammentlich  oder  besunder 
verkündet  oder    niht  ouch  zu   glicher  wise,    als   uns   dazselbe   widerfaren    und   be- 

3ii  Beheben  were  one  alle  geverde.  wer  es  ouch  sache,  das  die  vorgenanten  stette 
beduhte,  das  es  in  notdürftig  were,  das  sü  mer  volkes  oder  hilffe  von  uns  be- 
durl'lent  dann  der  summe  als  vorgeschriben  stat,  das  mügent  sü  uns  wol  in  den 
rat  zii  Spire  verkünden  und  uns  darumbe  tage  bescheiden  an  eine  stat,  die  >ü 
getruwent,  die    uns   allen  gelegenlichest    sie    und   uff    einen    bequemliehen    tag,   den 

S5  wir   erreichen   und   erlangen  mügent.    uff  demselben   tage  wir    unser    fründe    nieh- 

teclichen    schicken    und  senden    süllent    zii    in   und   wes  dan  wir  und  sü  einhel- 

licliche  überkommen   mit   hülffe   fürbas  darzü '  ze   tünde,   das    sullen  wir   one  verzog 

-  und    förderlichen   tun   one   alle  geverde.    ouch   sollen    wir   noch   keiner   der    unsern 

nieman,    der    die    vorgenanten   stette    oder    die    iren    beschediget   hette    oder   ane- 

40  gegriffen,  keinerley  veilen  kouff,  spise,  gezüg,  harnsch  noch  keinerleye  andern  rat 
geben  noch  tun  in  deheine  wise  one  alle  geverde.  wer  es  ouch,  das  wir 
von  den  vorgenanten  stetten  gemanet  würden  in  unser  glefen  zu  hilffe  zu  schi- 
chen, als   vorgeschriben  stat,  und  in   die  gesendet  hettent,  als  ouch    vorgeschriben 


66  1382 

stat,   und  das  selben  stette  dann  eine  oder  mer  not  anegienge,   wie   sich  danne   die- 
selben vorgeschriben  stette  sammentlich  oder  mit  dem  merren  teile  erkantent,  das  es 
notdürftig  were  einer  stat  zu   hilffe  ze   kummen  oder  mer  stetten  zu   zu   teilen,   das 
süllent   unser  glefen   gehorsam  sin   und  welicher  stat  oder  stetten    unser   volg   also 
geschicket  oder  zügeteilet  werdent,    die    sullent    dem    teile    einen  houbtmann  geben,    r, 
das  in  zügeschicket  ist  und  dem  ouch  dazselbe  teil  gehorsam  sin    sol  an   zu    griffen 
und  zu  schedigen  one  alle  geverde.  und  wann  auch  wir  umbe   hülffe   von    den   vor- 
genanten stetten  ermanet  werdent  e,  das  wir  sü  umbe  hilffe  gemanet  hettent,  so  sül- 
len  wir  in   doch  mit   unsere  hülffe,   obe    uns    darnoch    wol    not    anginge,   zu  hilffe 
kommen,  als  vorgeschriben  stat,  also  das  mit  namen  die  erste  manunge  vor  gen  sol.    ,„ 
und  wer  es  danne,  das  sü  mit  demselben  unserme  volke  und  glefen,  so   wir  an   die 
also  zu  geschicket  hettent,  iht  slosse,    vesten,   stette    oder    gefangen    gewünnen,  mit 
denselben  slossen  und  gefangen  mügent  die  vorgeschriben  stette  leben   und  tön,  wie 
sü  wellent,  und  das  under  sich  teilen  nach  margzal,  als  dann  Jegliche  stat  ander  in 
darumbe  uff  dem  velde  gewesen  ist  one  alle  unser  und   der    unsern   Widerrede   und   » 
hündernisse.  doch  sullent  die  versorgen,  so  sü  beste  mügent   one  alle    geverde,    das 
uns  noch  den  unsern  von  den  vorgenanten  slossen,  gefangen  oder  nomen   wege   de- 
hein  schade  noch  vigentschaft  darumbe  uff  erstände  one  alle  geverde.  wer   es   ouch. 
das  der  vorgenanten  stette  eine  oder  me  oder  die  iren  ire  figende  usz  und  in  unsere 
stette  samentlich  oder  besunder  schedigen,  suchen  oder  angriffen  wolltent,  das  süllen   m 
wir  in  wol  günnen  und  ouch  in  darzü  beraten  und  beholffen.  und  sullen  ouch  in  zu 
allen  iren  nöten  dis  Verbundes  alle  unsere  slosz  offen  sin  sich  darin  und  daruszziibe- 
helffen  one  alle  geverde.  wer  es  ouch,  das  die  vorgenanten  stette  oder  die   iren    de- 
heinen  herren  oder  ieman  anders   dienten,   die   zu   disem   bunde   niht  gehortent,   was 
in  danne   von   desselben   dienstes  wegen   beschehe  oder  anginge,   darzö    sullent  wir  u 
in   niht     beholffen    sin,   wir  tünd   es    dann   gerne,   doch  also,  daz   dieselben    vorge- 
nanten stette  noch  die  iren   samentlich    noch    besunder    nieman    dienen,    das    wider 
disen  bund  sie  one  alle  geverde.  ouch  sollen  wir  vorgeschriben  stette    uns   mit   nie- 
man umbe  deheine  sache,  die  sich  von  des   Verbundes  wegen    verlouffen   hette   oder 
beschehen  weren,  friden  noch  sünen  in  deheine  wise  one  alle  geverde,  es   sy    dann,   30 
das  egenante  stette  alle   mit  uns    in    derselben    rahtunge    vergriffen    und    verfangen 
werdent.  ouch  sol  man  nieman  in  disen  verbunt  enpfohen,  die  vorgeschriben  stette  und 
wir  sind  es  dann  vor  einhelliclich  überkommen,  was  krieges  ouch  in  dirre  zit  dis  Ver- 
bundes und  von  dis  Verbundes  wegen  uff  erstünde,  von  einer  oder   mer    der   vorge- 
nanten stette  angefangen  were,  darzü  süllent  wir  in  beholffen  sin,  als   vorgeschriben  35 
stat  und  nach  dis  Verbundes  uszgang  ein  jar  das  nehest  glicher    wise    als  in   disem 
verbünde  one  alle  geverde. 

Wir  die  vorgenanten  stette  nemen  usz  in  disem  verbünde  den  aller  durchluh" 
tigesten  fürsten  und  herren,  herren  Wentzelawe  römischer  künig  zu  allen  ziten  merer 
des  richs  und  künig  zu  Beheim  unsern  gnedigen  herren  und  das  heilige  römische  rieh.  « 
darzu  nemen  wir  usz  die  edeln  herren,  herrn  Symont  graven  zu  Sponheim  und  zu 
Vianden  und  herrn  Rüpreht  graven  zu  Nassowe  und  lantfougt  in  der  Wetteröwe. 
darzü  nemen  wir  die  von  Mentze,  die  von  Wormsze  und  die  von  Spire  usz  die  ver- 


1382  67 

büntnisse,  die  wir  von  aller  und  bilze  har  gehabet  han.  darzu  so  ncnifn  wir  dte 
von  Mentze  sonderlichen  usz  unsern  herren  den  künig  von  Meheim  und  die  crone 
von  Beheim,  den  bischoff  and  du  cappittel  von  Mentze  des  merren  stifftes.  dar/.ü 
so  Denen  wir  die  von  Strassbuxg  usz  den  bochgebon  fümten  berrn  Weotalawe 
von  Behesm  bertzoge  sa  Brabant  and  sä  Lutzeinburg  und  darzu  den  erwurdigeii 
herren,  den  bischoff  von  Straszburg,  der  do  ietzunt  ist  oder  harnoeh  wurl,  darzü 
den  gemeinen  lantfriden  in  Kilsaz  und  obe  der  fürbaz  erstrecket  und  erlengert  wurt 
und  die  ursage,  die  wir  han  mit  den  herren  von  Bitsehe  und  mit  juncherr  Heinrieh 
von  Krenckingen.  so  nemen  wir  die  von  Wonnzze  usz  unsern  herren  den  bischoff 
in   von    Wurmsze,  so    nemen    wir    die   von   Spire   usz  das   bislüni    zu     Spire    an    eins    bi- 

»schofes  alal  bilze  uir  die  zit,  das  wir  einen  bischoff  gewynnen,  den  wir  für  einen 
bischof  hau  one  geverde.  so  nemen  wir  die  von  Franckenfurt  usz  den  apt  von 
Volde  und  sinen  stift,  den  lantl'ougt  in  der  Wederowe,  der  ielzunl  ist  oder  zu 
zilcn   wart,  die  von  Frideberg,  vor  Wetshlat  und    die  von  (icilnhuscn   und  den  friden 

u  und  verbünd  in  der  Welteroue.  als  l'erre  der  begriffen  ist  one  geverde.  und  wir  die 
Hagenowe  und  Wissenburg  nemen  usz  einen  lanlfoujil,  der  «lau  zi'i  der  zit  des 
richs  tantfongl  ist  in  Elisas,  darzu  den  gemeinen  lantfriden  in  Kilsas  und  den  bund, 
den  wir  han  mit  den  richstetten  in  Kilsas.  und  darzu  so  nemen  wir  die  von  Wi.— 
senlniii»  sonderlichen  usz   unsern   herren   den   apt   von    Wissenburg,  so    nemen   wir 

•e  die  von  Wetshlar  usz  den  lantfougt  in  der  Wederowe,  der  yetzund  ist  oder  zu 
zilen  wirdel,  unser  guten  ('runde  und  citgcnossen  die  von  Frankefurt,  von  Fride- 
berg  und  von  Geilnhusen,  die  edeln  herren  grafen  .lohan  grofen  zu  Nassowe, 
gral'e  Otten  und  grafen  Johan,  grafen  zu  Solms  und  die  geselleschaft  mit  den  hör- 
nern, als  lange  daz  büntnisse  weret,  das  wir  mit  in  han.  darzü  nemen  wir  die 
von  Slel/slal  und  von  Khenheiin  usz  einen  lantfougt,  der  dann  zu  der  zit  des 
richs  lantfougt  ist  in  Kilsasz  und  den  bund,  den  wir  han  mit  des  richs  sletten  in 
Kilsas.  so  nemen  wir  die  von  Phedorsheiin  usz  den  edeln  unsern  gnedigen  herren, 
berrn  Phihppus  herren  zu  Falkenstein  und  zu  Minlzenberg  und  den  erwürdigen 
unsern  gnedigen  lieben  herren,  herrn    Cünen   von  Falkenstein  crtzbischoflf  zu  Triere. 

do  lind  stillent  ouch  alle  verbüntnisse,  die  wir  mit  den  getan  haben,  die  wir  uszge- 
noininen  han,  als  Vorgeschriben  stal  in  iren  creften  verhüben  die  wile  die  bünde 
werent,  als  sü  jetzunt  begriffen  sint.  und  süllent  ouch  fürter  me  keinen  bund  ma- 
chen, es  werde  dann  vor  dieser  bund  uszgcnoinmen.  wer  aber,  das  der  deheiner. 
die  unser  iegliche  der  vorgenanten  stette   sonder  uszgenomineu  hat,  mit  der  vorge- 

H6  nanteu  sielte  einer  oder  nie  kriegende  und  zweigende  wurdent.  so  süllenl  wir  die 
andern  stelle,  die  den  oder  die  sie  also  criegetent  nit  uszgenommen  haut,  denselben 
sielten  oder  stat  gein  denselben  beholflen  *in  noch  dis  Verbundes  sage  one  alle  geverde. 
alle  diese  vorgeschriben  stücke  und  arlikele  saninientlich  und  besunder  dis  vorgenanten 
Verbundes  haben  wir  vorgeschriben  gelobet  by  truwen  eit. 

Str.  St.  A.  G.  D  P.  lad.  48/49.  fasc.  2  nr.  18.  cop.  ch  coaev.  ohne  Datierung,  doch  hat 
die  auf  derselben  Papierrolle  stehende  Gegenurkunde  der  schwäbischen  SUUUe  das  Da- 
tum :  ....  der  geben  ist  den  nehsten  mitwochen  nach  sante  Dronisii  tage  do  man 
zalte  nach  Cristi  gebürte  1382  jare.  —  Die  Gegenurkutule  der  schwäbischen  Städte 
ist  gedruckt  bei  Schaab,  Gesch.  des  Mhein.  Städtebunds.  II  nr.  216  und  Boos.  Wormstr 


68  1382 

Urkb.  II  nr  820  hier  mit  dem  Datum:  October  8  da  die  Vorlage  mitwoch  vor  (die 
Straßburger  und  Mainzer  nach)  sante  Dyonisü  hat.  —  Reg  Scriba  nr.  3339.  —  Reg. 
Vischer  II  nr.  183. 

1011.  Die  rheinischen  Bundesstädte  Mainz,  Strassburg  u.  d.  a.  versprechen  den 
schwäbischen  Städten  Regensburg,  Augsburg  u.  d.  a.,  dass  sie,  wenn  sie  die  Städte  i 
in  der  Wetterau,  Friedberg,  Gelnhausen  oder  die  Reichsstädte  im  Elsass  in  ihren 
Bund  nähmen,  statt  der  im  Hauptbriefe  bestimmten  104  Glefen  130  Glefen  stellen 
und  jene  neueintretenden  Städte  auch  zu  dem  Bund  mit  den  schwäbischen  Städten 
und  der  entsprechenden  Glefenzahl  verpflichten  würden.  Es  siegeln  Worms  und  Speier. 

[1382  October  IS.]    io 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  cop.  eh.  coaev    ohne  Datum     —  Ebenda  die  Gegenurk.  d 

schwäbischen  Städte. 
Gedr.  Schaab  II,  nr.  221.  —  Reg.  Vischer,  nr.  184.  -   Vrgl.  Quidde,  Westd.  Ztschr.  382/3, 

109.  Regensburg,  Augsburg,  Ulm  u.  d.  a.  schwäbischen   Städte  versprechen  den 
Städten  Mainz,    Strassburg  u.  d.  a.    rheinischen  Bundesstädten,   dass  sie  ihnen,   falls   » 
sie  die  Städte  Nürnberg,  Windsheim  und  Weissenburg  in  ihren  Bund  aufnähmen,  zu 
den  218  Glefen    des  Hauptbriefes  weitere  22,   also  zusammen  240  stellen  wollen.    Es 
siegeln  Ulm  und  Esslingen.  [1382  October  1.1.] 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  b.  cop.  eh.  coaev   ohne  Datum. 

Abdruck:  Schaab  II  nr.  222.  ■>„ 

Reg    Vischer,  d.  schwäb.  Stdteb.  nr.  185.  —   Vgl.  Quidde,  Westd.  Ztschr   382. 

110.  Die  schwäbischen  Bundesstädte  Regensburg,   Augsburg,   Ulm  u.  d.  a.  ver- 
sprechen den  rheinischen  Bundesstädten  Mainz,   Strassburg  u.  d.  a.,  dass,  falls  einer 
der  im  Hauptbriefe  Ausgenommenen    sie  bedränge,    sie  ihnen  Hülfe   gegen  denselben 
leisten  wollen,   gleich  als  ob  jener  Angreifende  nicht  ausgenommen  wäre.    Es  siegeln  25 
alle  Städte.  [1382  October  15.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  48/49.  eop.  eh.  coaev.  ohne  Datum. 
Gedr.  Schaab  II  nr.  223.  —  Reg.  Vischer  nr.  186. 

111.  Schenk  Eberhard,  Herr  zu  Erpach,  tritt  dem  rheinischen  Städtebunde  von 
jetzt  bis  Weihnachten  und  von  da  auf  9  Jahre  bei   und  verspricht  auf  Mahnung  mit  3() 
5  Glefen  zu  dienen.         gegeben  sunnendag  vor  Simon  et  Judas  1382. 

1382  October  26. 

Aus  dem  Frankf.  St.  A.  Reg.  bei  Janssen  I  nr    19. 

Ebenda  die  Gegenurk.  d.  rheinischen  Städte,  die  mit  20  Glefen  dienen  wollen. 

112.  Die  rheinischen  Bundesstädte  Mainz,  Strassburg  u.  d.  a.  nehmen  unter  den  35 
üblichen  Bestimmungen  die  Stadt  Gelnhausen  in  ihren  Bund  auf.  Auf  Mahnung  stellt 
Gelnhausen  den  rheinischen  Städten    zur  grossen  und  kleinen  Summe  6  bezüglich  2, 
den  schwäbischen  Städten  2  Glefen.  1382  November  7. 

Nach  or.  d.  Maine.  St.  A.  gedr.  Lünig,  D.  R.  A.  part.  spee.   ant.   N,   1440.  —  Schaab 
II,  nr.  217.  Ebenda  Gegenurkunde  der  Stadt  Gelnhausen  nr.  2X8.  —  Reg.  Vischer  nr.187- 


1382  ,-,, 

113.  Die  rheinischen  Bundesstädte  Mainz,  Strassburg  u.  d.  a.  nehmen  die  Stadt 
Friedberg  unter  den  üblichen  Bestimmungen  in  ihren  Bund  auf.  Friedberg  stellt  den 
rheinischen  Städten  auf  Mahnung  8  bezüglich  2  Glefen,   den  schwäbischen  2  Glefen. 

1382  November  lli. 

Nach  or.  im  Mainzer  St,  A.  gedr.  Lünig,  part.  sp.  ant  IV,  1440.  —  Schaab  11  tir  219 
Ebenda  Gegenurkunde  Friedbergs  nr.  220.  —  Reg.  Vischer  nr.  188.  —  Reg.  Janssen 
I  not.  zu  nr.  18. 


114.     Krau  Yliane  von  Than,  ihr  Sohn  Hans  von  Than  und  ihr  Bruder   Diether 
Kemerer  von  Worms  treten  dem  rheinischen  Städtebunde   bei  bis  Weihnachten  über 
10  9  Jahre    und  versprechen   auf  Mahnung    mit  4  Glefen   zu    dienen.         datum  Worms 

»1382  oif  den  nehisten  fritag  vor  sant  Katherinendage.       Worms  1382  November  21. 


Str.  St.  A   G.  U.  P.  lad.  48/19  c.  faSc.  3.  2  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Schaab,  rh.  Stdtb.  II  nr.  224  mit  falschem  Datum. 

Reg.  Boos,  Wormser  Urkb.  nr.  824.  —  Quidde,   Westd.  Ztschr.  II,  386  nr.  18.  —  Janssen 
I  nr.  20.  Regest,  der  Gegenurkunde  mit  der  Verpflichtung  zu  20  Glefen. 


115.  Die  Stadt  Straßburg  und  der  Bischof  Friedrich  versöhnen  sich  mit 
Ottemann  von  Ochsenstein.1  1382  September  2. 

Wir  Oertelin  Mansze  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  kündent  meng- 
lichem  mit  disem  briefe,  daz  die  miszehelle,  so  gewesen   ist  zwischent   unserm   gne- 

«  digen  herren  bischof  Friederiche  zu  Strazburg  uf  ein  site  und  zu  der  andern  siten 
dem  edeln  jungherre  Ottemanne  herren  zi'i  Ohsenstein  uzgetragen,  gerihtet 
und  geslihtet  ist  also,  das  jungherre  Otteman  von  Ohsenstein  alle  die  ge- 
fangen ledig  sol  lüszen,  die  er  dem  vorgenanten  unserm  herren  dem  bischofe 
abegefangen  het  und  daz  ouch  dieselben  gefangen  ledig  süllent  sin  und  daz  er 
ouch  mit  namen  widerkeren  sol,  waz  vorhanden  ist.  und  waz  dez  übrigen 
ist,  daz  da  bristet,  das  sol  unser  herre  der  bischof  unserm  rate  zö  Strazburg  ge- 
schriben  geben  und  mag  es  jungherre  Ottemann  verentwurten  und  mag  es  danne 
unser  rat  mit  gütlichkeit  übertragen,  kan  es  aber  unser  rat  zwischent  in  beiden 
nit  übertragen,  so  sol  unser  rat  nach   vorderunge    und  entwurte   ein   reht   darumbe 

•»<>  sprechen,    und   sol   dazselbe   sprechen  besehenen  bi  disem    unserm    rate,   der  jetzent 

Bist,  und  waz  jungherre  Ottemanne  also  gesprochen  wirt,  da  süllent  wir  ime  ein 
bescheiden  zil  umbe  geben,  und  wirt  unser  herre  der  bischofe  in  demselben  zile 
von  jungherre  Ottemanne  nit  unklagehaft  gemachet,  so  sol  der  vorgenante  jung- 
herre Ottemann  in  den  nehsten  ahte  tagen  darnach  sich  entwurten  mit  sin  selbes 
»>  übe  in  unser  stat  zu  Strazbnrg  und  sol  meiner  tlartis  komen,  dem  vorgenanten 
unserm  herren  dem  bischofe  sie   danne  vor  genüg   beschehen,   also  davor  geschriben 


1  lieber  die  Fehde  mit  dem  von  Ochsenstein  sagt  Königshof en  (Hegel  II,  800)  do  men  zalte  1888 
jor,  do  zogelent  die  von  Strosburg  für  Ochsenstein  die  bürg  und  gewunnent  sü  und  besttlletent 
sü  mit  tüten,  donoch  dnrte  die  von  Strosburg  der  koste  und  zerbrochent  die  bürg.  —  donoch  wart 
die  bürg  wieder  gebuwen. 


70  1382 

stat.  und  alle  die  vorgeschriben  stücke  het  der  vorgenante  jungherre  Ottemann 
mit  ufgehepter  hant  gesworn  an  den  heiligen  ez  zu  haltende  und  zii  vollefürende 
ane  alle  geverde.  und  der  vorgenanten  dinge  zii  einem  Urkunde,  so  ist  nnserre 
stette  ingesigel  zii  rucken  uf  disen  brief  getrucket.  der  wart  gegeben  an  dem 
ersten  zinstage  vor  sant  Nycolaus  tage  dez  heiligen  bischofes  in  dem  jare  do  man  '■< 
zalte  von  gotz  gebürte  drützehenhundert  jare  ahtzig  und  zwei  jare.  und  sint  dirre 
briefe  drie  gliche  :  der  einre  bi  dem  vorgenanten  unserm  herren  dem  bischofe, 
der  ander  bi  jungherre  Ottemanne  von  Ohsenstein  und  der  dritte  bi  uns  den 
vorgenanten   meister   und  rate   zii    Strazburg  blibent. 

Str.  St    A.  AA.   1412    or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  impr.  del.  l" 


116.  Meister   und  Rat  von  Straßburg   entscheiden  in  einem  Streite  der  Schuh- 
macher, Schuhsüter  und  Gerber  über  Zunftangeltgenheiten.         [1382  December  18.] 

Allen  den  sie  kunt,  die  disen  brief  sehent  oder  gehörent  lesen,  daz  herr  Jo- 
hans  von  Mülnheim  burggrüfe  zu  Strazburg  kam  vür  meister  und  rat  zii  Strazburg, 
da  Ortelin  Mansze  meister  waz,  und  vor  in  ansprach  Johans  Roten  ,der  schühemacher  ant-  •* 
werk  zu  Strasburg  innern  meister  Cuntzen  Sygebotten,  Cfintzen  B.  heim  und  Uliin  von 
Zürich  von  iren  und  dez  selben  antwerckes  wegen  gemeinliche  der  schühemachere  zu 
Strazburg,  das  etwie  vil  antwercke  zu  Strazburg  under  einen  burggrafen  gehortent,  also 
gehörten!  ouch  die  schiichsütere  und  die  gerwere  under  in  und  were  ouch  von  alter 
har  also  har  komen,  daz  die  schuchsüter  alle  jare  einen  meister  haben  soltent  über  *o 
beide  antwerke  und  die  gerwere,  daz  ander  jar  ouch  also  und  küsent  ouch  die  bei- 
de antwercke  von  ie  dem  antwercke  viere  und  darzü  von  ie  dem  antwercke  einen 
husgenoszen.  und  wenne  die  selben  zehene  also  gekosen  werdent  und  ouch  <\cv 
meister,  den  selben  meister  sol  ouch  ein  burggrüfe  setzen,  so  süllent  dar  nach  der 
meister  und  die  selben  zehene  vor  einem  burggrafen  in  sinem  huse  sweren  reht  23 
gerihte  zii  haltende  dem  armen  alse  dem  riehen  und  einem  burggrafen  und  den 
antwereken  ire  rehte  zu  behabende,  alse  ez  von  alter  harkomen  were  und  hielten 
ouch  daz  zii  rehte,  wo  ein  bidermann  harkome  und  der  ein  unversprochen  man  were. 
kerne  er  ioch  in  sinem  hemmede,  gebe  er  ein  pfunt  pfenuinge,  dem  solte  man  sinen 
eynung  setzen,  dar  gegen  sich  ouch  die  schühemacher  und  ir  antwercke  sattent  und  " 
es  nit  also  halten  und  tun  woltent.  da  verentwurtetent  es  die  vorgen.  Johans  Rote, 
Cüntze  Sygebotte,  Cöntze  Beheim  und  Uliin  von  Zürich  von  iren  und  des  vorgenan- 
ten antwerckes  wegen  gemeinliche  der  schumachere  zu.  Strazburg  und  sprächent  : 
sie  retdent  wider  alle  die  vorges.  stücke  nützit,  danne  alleine,  daz  sie  meindent 
durch  ihres  antwerckes  nutzes  willen,  wer  hinnanfürder  iren  eynunge  empfahen  * 
wolte,  der  solte  vorhin  haben  einen  gantzen  oder  aber  einen  halben  harnasch  vor 
und  e,  danne  man  ime  sinen  eynung  satte,  nach  klage  und  nach  entwurte  und  nfleh 
dem  alse  die  vorgen.  meister  und  rate  daz  zii  beiden  siten  verhortent,  so  sint  die 
vorgen.  meister  und  rat  zu  Strazburg  mit  rehter  urteile  an  offem  gerihte  übereinko- 
men  und  hant  es  ouch  erteilt,  daz  die  vorgen.  personen  und  daz  antwercke  gemein-  41 


1382  71 

hohe  der  Bchäsütere  zu  Strasburg  binnen  fftrder  gehorsam  süDenl  sin  meistere  SO  ha- 
bende und  geswörnen  und  husgenoszen  und  onch  zä  (finde,   zu   swerettde    und    zu 

rihtende,  alse  cz  von  alter  har  koincii  ist.  und  duz  oucn  n ytinan,  der  iren  cynung 
koidl'cn  wil,  nii  gebunden  so!  sin  weder   gantzen  noch    halben    harnascfa  vorhin  zu 

s  habend«'  ftne  alle  geyerde.  aber  wenne  einem  sin  cynung  gesetzet  nrort,  würde  er 
danne  darnach  alsc  riche,  daz  er  einen  gantzen  oder  einen  halben  harnaach  haben 
solte,  und  daz  der  schöhemacher  antwereke  erkantent,  daz  sie  den  haben  sottest,  den 
mügent  sie  gebieten  einen  gantzen  oder  einen  halben  harnaach  zu  habende,  alse 
danne  des  selben  antwerekes  reht  und  gewonheit  ist  Ine  alle  geverde.  und  siderwir 

i»  Julians  Zorn  von  Hulach,  Wetze!  Marsilis,  Thoinan  von  Endingen  rittere,  Johans  Bunian, 
Gfinrat  Midier  ein  allainmanmeister,  Claus  von  Heiligenstein,  Peter  von  Winterlure,  Jo- 
hans  Bocke  hern  Cünzen  sun,  Ulrich  Hocke  hern  Ulrichs  sun,  Hanseman  Peyger,  Hug  von 
Wangen  und  (Haus  Rynowe  bürgere!  und  schöffele  zu  Strasburg  hie  bi  wannt  und 
Bahenl  und  hortent,  daz  die  vorgen.  meister  and  rat  zu  Strasburg  erteilten!  in  alle 
die  wise,  alse  da  vorgeschriben  stat,  wände  oueb  wir  da  zu  male  in  dem  rate 
warent,  so  haut  wir  zu  einem  Urkunde  unsere  ingesigele  durch  bete  willen  in 
gchoffels  wise  an  diesen  Brief  gehencket.  der  wart  gegeben  an  dem  ersten  dun- 
restage  vor  sani  Thomans  dage  des  heiligen  zwetfbotten  in  dem  jare  da  man  salte 
von  getz  geborte   drützehenhundert  jare  ahlzig    und  zwei  jare. 

Freiburg  St.  A.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  12  sig.  pend  quorum  3,  4,  5,  7,  8,  9,  10  del. 


117.  Vorschlag  der  Städteboten,  daß  auf  den  KriegxzUgen  Rats  freunde  jeder 
einzelnen  Stadt  bei  ihrer  betreffenden  Mannschaft  zugegen  sein  sollen,  um  gütliche 
Forderungen  entgegenzunehmen,  die  Hauptleute  zu  controllieren  und  Recht  zu  sprechen. 

[1382.] 

Der  stetde  boten  sint  einhelleelich  uberkomen,  ob  es  iren  relen  wo!  gefettet  : 
wann  man  inil  der  grossen  summe  dienet,  so  soll  iedie  stat  irer  Grunde  zwene  usz 
irem  rate  bit  irem  houbtman  und  volcke  schicken;  dienete  man  aber  mit  der  mynren 
summe,  so  sol  iedie  stat  einen  usz  irem  rate  oder,  ob  sie  wollent,  bit  irem  volcke 
schicken,  und  ist  diss  darum!»  geseheen :  ob  ieman  in  solichen    reisen   etwas   gutlich 

n  an  die  stehle  fordern  wurde,  daz  dann  der  stetde  frunde,  die  dann  u(T  dem  vclde 
weren,  sich  darufi"  entsinnen  mögen,  waz  in  gefuglich  sy  offzuneinen  oder  zu  laszin. 
daz  der  siedle  houbtlute  doch  nit  macht  hetten  zu  tunde. 

Ouch  sal  jeder  houbtman  mrl  sinem  volcke  der  stedte  frunden,  von  der  wegen 
er  ussf'ert,  gehorsam  sin  und  warten  und  nieman  keinen  überlast  noch  unfug  tun  und 
l'rydlich  underein  leben,  were  ez  ouch.  daz  ieman  welcher  stete  diener  das  wcicn. 
dhein  überlast  gesehee,  der  sal  das  in  keiner  wise  selber  rechen,  sunder  er  sal  daz 
an  der  stetde  Irunde.  von  der  wegen  er  ufT  dem  velde  ist.  bringen  und  sollent  dann 
derselben  stedte  Irunde  mit  der  andern  stetde  frunden  das  verhalten  und  zu  ende 
füllen,  und  ist  diss  daruinb  geseheen,   daz   das  volck  de(st)   frydelicher  mit  ein  gele- 

40  bin  möge. 

10 
VI. 


72  1383 

Oueh  sin  wir  überkommen,  daz  man  nieman  schedigen  sal,  wo  man  feilen  kauff 
umb  phennige  vinde,  dann  die  viende. 

Aus  dem  Frankf.  St.  A.  gedr.  Janssen,  I  nr.  28. 

118.  Sigmund  von  Schönecke  schliesst  Frieden  mit  der  Stadt    Strassburg.    1382. 

Str.  St.  A.  Regest  nach  einem  alten  Inventar   des  aufgelösten  Bestandes  *an  der  Saul*.     & 
Original  verloren. 

119.  Strassburg  an  die  Stadt  Kaysersberg  :  bittet  dem  Johann  Riche,  der  ihr  Feind  sei 
keinerlei  Vorschub  zu  leisten.  1382. 


Str.  St.  A.  Regest  nach   einem   alten  Inventar   des   aufgelüsten    Bestandes  tan  der  SauU 
Orig.  verloren. 


10 


120.  Bestätigung   und  Erneuerung  der  Ratsentscheidung   ton   1355   über  den 
Kohlenterkauf  der  Schmiede  und  Goldschmiede.  138,3  Januar  5. 

Allen  den  sii    kunt,  die    disen    brieff    sehent    oder  gehörent   lesen,   das    Claus 
Richter,  dem   man   sprichet   Dütscheman,    der    hüter    kam    für   meister    und    rat  v.h 
Sträszburg,  do  Orttellin  Mansse  meister  waz,  und  sprach:  den  brieff,'  durch  den  dirre  brieff  15 
gezögen  ist,  hettent  schöffele  zu  Sträszburg  mitireh  insigeln  versigelt,  die  selben  schöffele 
alle  dot  und  verfaren  werent  unsze  an  herren  Heinczeman  Weczel  ritter,  der  ouch  selber  vor 
meister  und  rate  zii  Sträszburg  sprach  und  seite,  daz  er  denselben  brieff  mit  sinem  inge- 
sigel  versigelt  hette.   und  dar  umb  so   vorderte   ouch  der   vorgenant   Claus   Richter, 
dem  man   sprichet  Dütscheman,    der   hüter  an  die  selben    meister   und  rät,  das   sie   w 
ime  erteilen  soltent,   das   er    denselben   brieff    ernuweren    und    fürbasser  bestettigeo 
möhte  mit  andern  schöffeln  zu  Sträszburg.  und  dar    umb    und    ouch    nach  dein,  alz 
die  vorgen.    meister  und   rät    das   verhörtent  und  ouch    derselbe    brieff  von   wortte 
zu  wortte  vor  in    gelesen   wart    und    ouch   dar    zu    der    vorgen.  herre   Heinczeman 
Weczel  vor  in   seite,  daz  er    denselben  brieff,   durch   den   dirre   brieff  also  gezogen  as 
ist,  in  schöffels  wise  versigelt  hette,  und  das  es  ouch  umb  die  selben  sachen  und  umb 
alles  das,  das  dar  ane    geschriben   stünde,   zö   denselben   zitten    also   an   demselben 
brieffe,  geschriben  stät  ergangen  und  gescheen  were  in  alle  die  wise,  also  an  demsel- 
ben brieffe,  durch  den  dirre  brieff  gezogen  ist,  geschriben  stot,  so  sint  die  selben  meister 
und   rät  zu   Sträszburg   mit  rehter   urteile   übereine   komen   und   sprochent  es   ouch   «o 
zu  rehte,  daz  der  selbe  brieffe,  durch  den  dirre  brieffe  gezogen   ist,   mit     allen   den 
stucken,  puncten   und   artickelen   und  mit   allem    dem,  so   dar    ane  geschriben   stät, 
stete  sol  sin  und  in  allen  sinen  krefften  bliben  in  alle  die  wise,  alz  obe  die  schöffele 
allesamment  noch  lebetent,  die  in  versigelt  hant  und  also  der  selbe  brieff  geschriben  stät 
und  versigelt  ist  an  alle  geverde.  und  sider  wir  Swarcz  Göcze  von  Grostein,  Thoman   » 
von  Endingen  rittere,  Hug  Dütscheman,   Johanns   Messerer   der   ammeister,    Johanns 


1  Biese  Urkunde  vom  ersten  fritage  vor  sant  Adolffstag  1355  August  28  ist  gedruckt  im  V.  Bde. 
unter  nr.  351. 


II 


1383  73 

von  Wintertür  zürn  Engel,  Peter  von  Wintertür,  Claus  Berer,  Hesseman  Hesse, 
Hansemai)  Peyger,  Hug  von  Wangen,  Claus  Müntpligart,  Cüncz  der  wergmeister 
und  Cüncz  Geispolczheim,  bürgen;  und  schöffele  zu  Süäszburg  hie  bii  warent  und 
sabenl  und  horteilt,  daz  die  vorgen.  meister  und  rät  zu  Sträszburg  erteiltent  in 
aDe  die  wi.se,  also  da  vorgeschriben  etat,  wann  ouch  wir  da  zemäl  in  dem  rite 
warent,  so  hant  wir  zu  einem  Urkunde  unsere  ingcsigele  durch  bette  willen  in 
s<  liolTcls  wise  an  disen  briell  gehencket  Her  wart  gegeben  an  dem  ersten  mentag 
vor  saut  Erhartz  tage  des  heiligen  bischofes  in  dem  jore  do  man  zalte  von  gottes 
gebürtle  drüczehenhundert  jore  aehttzig  und  drü  jore. 

Str.  St.  A.  AA  44  p.  22.  cop.  eh.  (Sammclband  <die  Münzer  und  Hausgenossen  belangend.») 
Hiernach  gedr.  bei  Meyer,  die  Slraßb.  Goldschmiedezunft.  S.  10 


121.  König  Wenzel  an  Strassburg:    begehrt,  dass    man    Bevollmächtigte    zu  ihm 

nach  Nürnberg  auf  den  22.  Februar  sende  wegen  der  Hülfe  zum   liomzugund  wegen 

des  Städtebundes  u.  a.  m.  und  beglaubigt  Hinczig  Pflug,   den  Ueberbringer  des  Brie- 

:,   les,  eu  weiterer  mündlicher  Mittheilung.         geben  czu  Prag  am  suntag  nach  dem  oburste 

reg.  boh.   20  reg.  Born.  7.  prag  13S3  Januar  11. 

Str.  St.  A.  AA  107  nr.  21.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  B.  B.  A.  1.  nr.  204. 


22.  Bischof  Friedrieh  von   Strassburg  an    Thiebald    von   Neunburg:     teilt    mit, 
m   dass  im  Elsass    die    Bede    gehe,  er  beherberge  in    seinem  Schloss  Ellekarl   und   an- 
derswo den  Herrn   Jean  de  Vergy1   den  ärgsten   Feind  Strassburgs   und    des    ganzen 
Landes,   mit    dem    man    in    schwerem    Krieg    liege  und  fragt  an,  ob  das    wahr   sei. 
geben  des  samestages  vor  unser  frowen  dag  der  liehtmessen.      [1383 (t)  Jatmar  81*] 

Str.  St.  A.  AA  1409.  or.  eh.  I.  cl. 


25  123.  Ratsverordnung  betreffend  die  städtischen  Boten  und  ihre  Reisen  zu  Städle- 

bundslat/rn .  /  t382.J 

Unsre  herren  meister  und  rat  sint  übereinkommen  und  hant  es  ouch  erteilt  mit 
urteil,  das  man  eime  yeglichen  botten,  der  von  unsre  stette  wegen  ritet  mit  nie 
denne  dru  pferde  verzinsen  sol.  und  sol  man  yme  ouch  von  sinen    pferden   zu   dem 

so  dage  zwo  untze  jpfenninge  geben  und  nut  me.  dieselben  botten  sollent  ouch  an  einre 
varl  die  gaulze  varl  usse  nieman  lassen  by  in  essent  in  iren  herbergen  essen,  und 
sol  man  in  ouch  kein  houwe  noch  kein  futer  geben,  unser  botten  sollent  ouch 
nieman  lassen  zu  in  in  die  herbergen  varen,  dar  su  denne  varent,  denne  su  alleinc 
ire   knehte   und   die  dienere,   die  zu   in  gehörent.    wenne    ouch  unser   botten   ritent 

B5  von  des  gemeinen  bundes  wegen,  so  sollent   su    in    unser    stette    kosten   ryten    zu 


1  Nach  König shofen  (Hegel  11,  808)  war  Jean  de  V.  1382  geflohen. 


74  1383 

glicher  wise,  als  ob  su  in  unser  stette  kosten  alleine  rylcn  sollent.  und  sol  man 
denne  ieglichem  botten  ufT  den  gemeinen  bunt  rechen  vier  guldin.  und  sol  man 
uns  die  von  dem  gemeinen  bunde  geben  und  bezalen.  und  sollent  uns  ouch  die 
bliben  von  des  kosten  wegen,   den  wir  mit  unsern  botten   also   gehebet  hanl. 

Unsere   boten   sollent  ouch  ufT  einre   ieglichen   vait,  su  were  lange  oder  kurtze,    5 
oit   me  bringen  in  deschen,  messern,  hüten  noch    in  allen    andern    solichen    dingen 
unde  nut  unser  stette   gut  kouflen  danne   eime  meister,   der    danne   rytet   unde  un- 
serm  ammanmeister,  der  danne   ist,   danne  gegen   eim   guldin  und   darüber  nut  ane 
alle  geverde  in  deheinen  weg. 

Man  sol  ouch  von  unser  stette  gut  unsern  botton  noch  unsern  dienern,  die  wile  su  ufle   10 
dagen  sint  und  dar  und  dannan  varent,  nutzit  gelten  noch  bezalen,  es    sient    stege- 
reyffe,  settel,  zoume  oder  andre  soliche  ding  ane   geheisse   des,   der     denne    dieselbe 
vart  seckeler  ist.  doch  sol  man  in  bezalen  die  ysen  ire  pferde  zu  beschlahende   und 
nut  anders  ane  alle  geverde. 

Wenne  ouch  unser  botten  uffe  tagen  sint,  und  man  an  den  herbergen  rechen  sol,   15 
so  sol  der  seckeler,  der  ouch  ein  antwerckeman    sin    sol,  als  ouch    bitzher   gewesen 
ist,  zu  dem  allermynesten  einem  botten  von  den  botten,  die  denne  by    ime   sint,   by 
ime  by  der  rechenungen  haben,  und  anders  sol  er  nut  rechen,  wand    es    me   denne 
einre  allewegent  wissen  sol. 

Von  der  wurtzen  wegen,  die  man  ufle  dage   füret,    sol    Hugelin    Susze  mit    des  20 
ammanmeisters  rate  kouflen  spisewurtze  und  sol  die  dun  stossen,    und   sol   ouch   er 
die    wurtze    kouflen,    es  sü  spisewurtze  oder  tresenier,  wo    er   truwet,    wo    man  su 
ime  aller  nebest  git  unde  nut  umbe  einen  alleine. 

Item  ein  iegliche  koch,  der  mit  unserre  stette  botten  ritet,  sol  sweren  an  den 
heiligen,  das  er  von  der  stette  gut  noch  wurtze  nieman  nutschit  gebe  noch  sende,  25 
noch  nieman  lade  und  der  stette  gut  getruweliche  bewar,  das  ime  zugehöret  zu  be- 
warende,  es  sie  in  unser  stat  oder  ussewendig  der  statt,  und  wenne  er  harwider  von 
den  tagen  vert,  so  sol  der  koche,  e  danne  er  abe  dem  pferide  sitzet,  den  wotsag 
mit  der  wurtze  Hugelin  Suszen  in  sin  hus  entwinden  mit  allem  dem,  das  ime 
noch  noch  dem  hundersten  bruchende,  das  er  unsern  botten  zu  spisen  verbruchet  30 
und  in  gegeben  het,  uberbliben  ist.  darzu  sol  man  von  des  koches  pfert  ouch  nit 
me  zu   dem  tage  geben  dennen   einen  Schilling  pfenninge. 

Str.  St.  A.  Schilter,  jus  statutarium  civitatis  Argent.  fol    278  —  282.  (Manuscr.) 


124.  Bertholt  Schenke  ein  Edelknecht  schwört  der  Stadt  Strassburg  für  seine 
Gefangennahme  und  den  durch  den  Angriff  der  Strasshurger  erlittenen  SchadenUrfeb.de.  35 
Sollte  er  wieder  mit  der  Stadt  zu  schaffen  haben,  so  giebt  und  nimmt  er  Recht  vor 
Meister  und  Rat.  Sein  Teil  an  der  Veste  Limpberg  steht  den  Strassburgern  offen 
ausgenommen  gegen  Graf  Egon  von  Friburg  seinen  Lehnsherrn  ....  were  es 
ouch,  daz  minen  teil  an  der  vorgen.  vestin,  den  ich  umbe  Dietherich  von  Hohenstein 
gekouft  habe,  ieman  wider  kouflen  wolte,  so  sol  ich  die  pfenninge,  die  von  demselben  40 
widerkouffe  koment  und  die  da  blibent  über  die  pfenninge,  die  den  bürgern  von  Straz- 


1383  75 

bürg  davon  werden  süllent,  legen  an  die  münsze  /.i'i  Strasburg,  und  sol  i«li  otich  die- 
selben aberigen  pfenninge  ayemer  dannen  genommen  noch  sie  widerumbe  bewenden 
noch  ungelegen,  die  wile  ich  gelebe,  es  sie  danne  mit  uriobe  wissende  und  willen 
meister  and  rateszö  Strasburg  die  danne  ünt  .  .  .  Kr  stellt  als  Bärgen,  welche  den 
Brief  milbesiegeln :  lluns  Sehencken  von  Ebenheim,  Hans  Schencken  von  Bisehol 
beim,  Ludemao  Schencken  sinen  brftder,  Hans  von  LJtenheim  zu  Rosheim,  Goezen 
Landolf  von  Ehenheim  und  Egenolf  von  Stätzheim  edelknehte.  geben  an  dem  ersten 
mentdage  nach  dem  sunnendage  alse  mau  sang  in  der  heiligen  kirchen  in  den  vasten 
Beminiscere    1:583.  1383  Februar  IG. 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  198  nr.  C.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  7  sig.  pend. 


125-  Johann  von  Lichtenberg  erhält  und  beschwört  das  Straßburger  Bürgerrecht 
auf  10  Jahre.  1383  Februar  '21. 

Wir  Johans  berre  zu  Lichtenberg  verjehent  und  erkennent  uns  offenlich  mit 
disem  briefe,  daz  wir  uff  den  neusten  satnstag  nach  sant  Valentins  dag   in  dem  jare 

15  da  man  zalte  von  gottes  gebürte  drützchenhundert  achtzig  und  diu  jare  koment  vür 
meistere  und  rat  zu  Strazburg,  da  her  Lyenhart  Zorn  genant  Bchultheisse  meister 
waz,  und  empfingen!  vor  in  unser  bürgrehl  und  schwürent  ouch  mit  ufgehebeter  hant 
und  mit  gelerten  wollen  liplich  zu  den  heiigen  meistere  und  rate  zu  Strazburg,  die 
danne  zu  ziten  sint  mit  allen  unsern  vesten  und  darzü  allen  iren  gebotten  gehorsam  zu 

•o  Binde  von  der  date  dis  briefes  über  zehen  gantze  jare.  und  wart  uns  ouch  von  dem 
egenanten  hern  Lyenhart  Zorn  genant  schultheisze  dem  meister  allez  daz  mit  Worten 
uzbescheiden  und  ouch  in  den  eit  gegeben  zu  hallende,  waz  andere  herren,  rittere, 
kneble,  und  die  sie  vür  edellüle  baut,  nach  irre  stette  reht  und  gewonheit  gegen  in 
halten  und  voilefüren  sollent  ane  alle  geverde.  und  dirre  vorgeschriben  dinge  zu  eime 

.'5  wuicn  stellen  Urkunde,  so  habent  wir  der  obgenante  .lohans  berre  zu  Lichtemberg 
unser  ingesigel  getan  hencken  an  disen  brieff.  der  geben  wart  an  dem  samstage 
und  in  dem  jare  als  da  vorgeschriben  stat. 

Str    St.  A    Q.  ü.  P.  lad.  271.  u.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  1  sig.  pend. 
Ebenda  Vidimus  v.  21.  Oetober  1302. 
so  Gedr.   Wencker,  de  ußburg.  125. 


121i.  Bürgermeister  und  Rat  der  Stadt  Rreisach  machen  einen  Vergleich  zwischen 
Strassburg  und  Basel,  zwischen  welchen  Städten  Slössc  entstanden  sind  von  der 
Ansprache  wegen,  welche  Graf  Walraf  von  Tierstein  der  ältere  an  die  von  Strassburg 
/,u  haben  meinte  wegen  des  Brandschadens  und  Plünderung,  die  ihm  Basel  angethan. 
datiiin  mentag  vor  s.  Gregorii  tage  1383.  1383  März  9. 

Basel,  Staats-Arch.  Urk.  nr.  18.  or.  eh.  c.  sig.  delaps. 

Im  Str.  St.  A.  nur  als  liegest  in  einem  alten  Inventar  der  aufgelösten  Abteilung  «a»  der 

Saul*. 


76  1383 


127.  Meisler  und  Rat  entscheiden  in  dem  Streite  der  Wollschläger  und  Weber, 
daß  die  Unterkäufer  beiden  gemeinschaftlich  sein  sollen.  1383  März  11. 

Wir  Lyenhart  Zorn  genant  schultheisze  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg 
tünt  kunt  allen  den,  die  disen  brief  sehent  oder  gehörent  lesen:  daz  von  der  weber 
und  dez  selben  ires  antwerckes  wegen  gemeinliche  zii  Strazburg  vor  uns  gevordert  s 
wart,  sider  daz  die  wolleslahere  zu  Strazburg  und  ir  antwercke  und  5ch  vil  andere 
antwercke  underköflere  hettent,  dar  umbe  so  werent  öch  sie  und  ir  antwercke  not- 
durftig, daz  man  in  ouch  underköflere  an  irem  antwercke  gebe,  wände  sie  groszen 
bresten  hettent  an  wollen  und  tüchen  und  an  andern  dingen,  der  sie  zu  irem  ant- 
wercke zu  köflende  und  zii  verköflende  notdurftig  werent.  dargegen  aber  von  dez  io 
antwerckes  wegen  gemeinliche  der  wolleslahere  zii  Strazburg  vor  uns  geretde  und 
geentwurtet  wart  und  sprächent :  es  were  wol  ahtzig  jare,  daz  ein  Übertrag  zwischent 
den  selben  beiden  antwercken  gemachet  und  beschehen  were  und  were  ouch  zii  den 
selben  ziten  uzgetragen,  wie  sich  die  wolleslahere  und  die  webere  gegen  enander 
halten  soltent  und  werent  öch  briefe  dar  über  gemachet  und  were  ouch  da  zu  male  u 
gemachet,  daz  die  wolleslahere  und  ir  antwercke  dritzehen  underköffer  under  in  haben 
soltent  und  soltent  ouch  die  webere  keinen  underköffer  under  in  haben,  wände  ire 
underköflere  swürent  menglichem  gehorsam  zii  sinde  zii  den  dingen,  die  zii  irem 
underküffe  gehortent.  nach  klage  und  nach  entwürfe  und  nach  dem,  alse  wir  die  sache 
zii  beiden  siten  verhört  hant,  so  sint  wir  die  vorgen.  meister  und  rat  zu  Strazburg  ao 
mit  rehter  urteile  an  offem  gerihte  überein  komen  und  hant  ez  ouch  erteilt,  daz  daz 
vorgenante  antwercke  der  wolleslahere  zu  Strazburg  süllent  zu  dem  minnesten  alle- 
wegent  zwelfe  underköflere  under  irem  antwercke  haben  und  nit  minre  und  die 
webere  keinen,  und  süllent  ouch  die  selben  underköflere,  die  sie  ietzent  hant  und 
die  har  nach  ir  underköflere  werdent,  sweren  an  den  heiligen  menglichem  gehorsam  25 
zu  sinde.  die  selben  underköflere  süllent  ouch  den  webern  und  ieglichem  under  in 
gehorsam  sin  tüche  zu  wisende,  vürderliche  zu  köflende  und  zii  verköflende  und  zu 
glicher  wise  alse  den  wolleslahern  äne  geverde.  wenne  ouch  wolle  hie  ist  zii  ver- 
kettende, daz  süllent  die  underköflere  alse  vürderliche  den  webern  und  irem  antwercke 
verkünden  alse  den  wolleslahern  und  irem  antwercke.  und  ist  es  danne,  daz  die  30 
webere  oder  denheiner  under  in  teil  an  sölicher  wollen  köffen  wil,  daz  sol  man  in 
geben  zu  köffende  nach  der  marekzal  zii  glicher  wise  alse  den  wolleslahern.  wenne 
ez  ouch  geschult,  daz  ieman  von  den  wolleslahern  oder  von  den  webern  zu  köffen 
komment,  es  sie  an  tüchen  oder  an  wollen,  welre  danne  under  in  zu  beiden  siten 
dar  nach  ouch  zu  sölichen  köffen  komment,  da  sol  man  den  selben,  der  darnach  also  35 
dar  zu  komen  ist,  ouch  läszen  an  dem  selben  köffe  stän  und  in  dar  an  nach  margzal 
läszen  köffen,  obe  er  wil  äne  alle  geverde.  und  der  vorgen.  dinge  zu  einem  Urkunde 
so  ist  unserre  stette  ingesigel  an  disen  brief  gehencket.  der  wart  gegeben  an  der 
ersten  mittewochen  nach  dem  sunnendage  alse  man  sang  in  der  heiligen  kirchen  in 
der  vasten  Judica  in  dem  jare  do  man  zalte  von  gotz  gebürte  drützehenhundert  jare 
ahtzig  und  drü  jare.    (Es  folgt  der  Hat),   und    sint   dirre  briefe    zwene  gliche :    der 


1383  77 

einre  bi  den  vorgen.    den  wolleslahern   und   irem  antwen  ke   und   der  ander  bi   den 
webern  und  irem  antwereke  blibent. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  10  nr.  4.  or.  mb.  Ut.  pat.  c.  »ig.  pend.  del. 
Oedr.  Schmoller,  Straßb.  Tucher-  u.  Weberzunft  S.  12.  nr.  14. 


5  128.  Die  Sftraßburger  Gesandten  zum  Städtetage  in  Würzburg.    Götze  von  Gi<>- 

stein    und    Walter    Wasicher    senden    Bericht  an   Meister  und  Rat  und  begehren 
Antwort  nach  Franhfnrl.  Würzburg  [I38.i  AprU  21.) 

Unscrn  dinst  bevor,  lieben  herren.  wiszent,  daz  die  stetde  alle  sament  quament 
an  sondag  gein  Wyrczburg  und  fündent  da  herezog  Ruprecht  den  alten  und  herezog  *p*i  '»• 
o  Ruprecht  den  jungen,  den  byschofle  von  Mencze,  den  byschoff  von  Wyrczburg,  den 
burggraven  von  Nurenberg  und  grave  Eberhart  von  Wyrtenberg  und  der  herren  von 
Beyern,  der  niarggraven  von  Myssen  rete  und  wartent  dez  koniges  rat,  die  soDent 
kommen  off  dysen  dienstag.  auch  lan  wir  ach  wiszen,  daz  die  von  Mencze  und  die^r««. 
von  Frankenfort  ir  erbern  botden   zu  yren    ersten    botden    und  zu    uns  den    stetden 

»  gesant  bant.  und  banl  uns  gesaget,  wye  daz  der  lantgrave  von  Hessen  den  Hin  abe 
gefaren  were  und  da  er  herwyder  off  gen  Mencze  quam,  daz  er  da  mit  in  rette,  daz 
er  gern  zu  uns  in  den  bunt  queme.  und  habent  sych  alse  ferre  underret,  daz  er  meynet 
zu  blyben  by  der  verbuntnüsze,  als  grave  Symont  von  Spanheim  verbunden  ist,  dez  /"*, 
wir  uch  auch  eine  abeschrifft  sins  buntbrielTes  sendent.  doch  so]  der  lantgrave  nuwent 

W  mit  zehen  gieren  dyenen,  da  grave  Symont  mit  funfl'zehen  dyenet.  auch  werden!  die 
artikel,  die  in  dyrre  abeschrift  geschriben  stant,  stände  in  dez  lantgraven  briefl'e.  als 
sie  hie  begriffen  sint  und  sint  daroffdez  lantgraven  rete  zu  uns  komen  gen  Wvrcz- 
burg  mit  der  von  Mencze  und  der  von  Frankenfort  holden  die  sache  da  zu  folie- 
enden, und  ist  der  stetde  botden  aller  meynunge,  daz  es  sie  dünke  dem  bunde  nfleze 

«  und  gül  sin,  wann  man  groszer  vyntschafTt  mit  yme  aberhaben  sy  und  forchent 
auch  die  stetde,  sy  ez,  daz  er  nit  zu  in  in  den  bi'mt  komme,  daz  der  lantgrave  zu 
den  forsten  in  yren  bönt  komme,  und  hant  sich  die  botden  von  den  stetden  mit 
Bynen  reten  underret,  syt  daz  wir  nit  meebtig  s i n I  die  sachen  oft"  zu  nemen  ane  och 
und  auch  wann  dez  riches  stetde  zu  Elsasze    nit  hie  by   uns  sint   und    unsere  bunt 

so  wyset,  daz  man  nyeman  entphahen  enmag,  ez  sy  dann  ir  aller  Wille,  so  hant  sie  in 
dag  gemacht  gen  Frankenfort,  wan  wir  zu  Wyrczburg  oft"  gebrechen,  und  dar  umb 
so  nit  enlaszent,  was  UWers  willen  und  meynunge  sy,  ir  lant  ez  uns  wissen  voiilcr- 
liche  gen  Erankenfort  mit  uwerm  botden,  der  unser  da  beyt  unez  wir  (content  auch 
diinket  uns  gut,  daz  wir  dez  ryches  sletden,  die  zu  dem  bi'inde  gehorent  vorderliihe 

1  botschafft  di'int,  daz  sie  auch  yeman  zu  Frankenfort  habent  oder  aber  uns  gewalt 
gebenl  mit  den  sachen  zu  dunde,  als  uwere  meynunge  ist  in  den  sachen.  wissen! 
auch,  das  die  nydern  stetde  alle  meynent :  sy  ez.  das  er  in  den  bont  komme,  ge- 
wonnen wir  danne  wol  krieg  mit  den,  die  er  uz  genomen  het,  so  werent  sie  doch  sin 
und  aller  Biner  ryttere  und  knehte  in  Byrne  lande  entladen,  daz  sie  nit  wyder  den 
ünt  getorsten  dön.  auch  sendent  uns  dyse  abeschrifft  alle,  die  wir  uch  senden   mit 


78  1383 

uwerm  botden  wyder  herabe  gen  Frankenfort,  besigelt  mit  Walter  Waszichers  ingesigel. 
datum  Wyrczburg  tertia  feria  post  dominicam  Cantate. 

Götze  von  Grawenstein  und 
Walter  Wasziger. 

[Nachschrift].  Auch  wiszent,  daz  die  von  Wormsze  und  von  Spire  ez  auch  yren  5 
frunden  heim  verschriben  hant.  die  lant  sie  auch  ir  meynunge  gen  Frankfurt  wiszen. 

[In  versd].   Den  vorsichtigen,    wysen  dem  meyster    und  dem  rate   zu  Straszburg 
presentetur  littera. 

Str.  St.  A.  G.  (J.  P.  lad.  48149   B.  or.  eh.  lit.  cl.  xo 


129.  Die  schwäbischen  Bundesstaate  entscheiden  zu  Ettlingen  den  Streit  zwischen 
Mainz,  Straßburg,  Frankfurt,  Ungenau  und  ihren  Bundesgenossen  einerseits  und 
Worms  und  Speier   anderseits    über   den    von    letzteren    aufgerichteten   neuen   Zoll. 

Esslingen  1383  April  22. 

Wir  die  stette  gemainlich,  die  den  band  mit  ainander  haltend  in  Swaben  und  15 
als  wir  uff.diszitze  Esslingen  bi  ainander  gewesen  sien,  bekennen  offenlieh  mit  disem 
brief  und  tugen  kunt  allen  den,  die  in  ansehent  oder  hörent  lesen  umb  die  zwaiung 
und  stösse,  so  die  fursichtigen  und  wisen  unser  besu.ider  lieb  frunde  und  aidgenossen 
die  stette  Mentze,  Straszburg,  Frankenfurt,  Hagenowe  und  die  andern,  die  zu  in 
gehörent,  an  ainem  tail  und  die  zwo  stett  Worms  und  Spyr  an  dem  andern  taile  2« 
mit  ainander  gehebt  hant  von  der  zolle  wegen,  so  die  selben  zwo  stett  Worms  und 
Spire  nüwelichs  uffgeworffen  und  gemachet  hant.  und  von  der  selben  sach  zwaiung 
und  stösse  wegen  wir  unser  erber  botten  von  Swaben  zu  in  santen  gen  Mentze  ze 
versuchen,  ob  wir  die  sach  zwischan  in  früntlich  mit  mynne  möchten  han  nidergeleit 
und  zerfuret,  das  aber  unser  botten  dozemal  niht  erlangen  noch  erfolgen  mocht.  und  »» 
wan  sich  der  vorgenanten  stetde  Mentze,  Strausburg,  Frankenfurt,  Hagenöwe  und 
der  andern,  die  zu  in  gehörent,  und  och  der  zwaiyer  stett  Worms  und  Spyre  erbern 
botten  des  veraynten,  das  si  der  sach  von  der  zolle  wegen  uff  uns  stette  des  bunds 
in  Swaben  gern  komen  wölten  zu  dem  rechten  und  och  des  gentzlich  uff  uns  beliben 
wölten  also,  das  die  vorgenanten  stett  Mentze,  Strassburg,  Frankenfurt,  Hagenowe  m 
und  die  andern,  die  zu  in  gehörent,  fürziehen  sölten  bundbrief  und  ander  brief,  fiir- 
wort  und  wes  si  zu  dem  rechten  getrüweten  ze  geniessen,  so  sölten  die  zwo  stett 
Worms  und  Spyre  ir  clag  verantwurten  mit  bundbriefen  oder  andern  briefen  für- 
worten  oder  wez  si  zu  dem  rechten  notdürfftig  weren.  und  denne  sölten  wir  nach  ir 
baider  brief,  fürworten,  red  und  widerede  sprechen,  waz  uns  recht  dneht.  des  aber  « 
sich  unser  erber  botten  niht  annemen  wölten,  denne  in  sölicher  beschaidenhait,  das 
si  in  gunden  die  sach  wider  hinder  sich  an  uns  ze  bringen  und  was  wir  dar  umb 
tun  wölten,  das  sölten  wir  den  vorgenanten  stetten  verkünden  gen  Nörenberg  uf  den 
tag,  der  gewesen  ist  in  der  vasten,  als  unser  herre  der  küng  und  ander  fürsten,  her- 
ren  und  stette  ietzo  ze  nechst  da  gewesen  sind,  und  wer  es  och,  das  wir  uns  der 
sach  also  annemen  und  zu  dem  rechten  verfallen  wölten,   als  och  wir  das  tätten,  so 


1383  79 

sollen  die  fftTfOlMHi bcm  statte  ze  baider  syte  der  sach  gentztlich  bi  uns  belibeu.  und 
du  wir  uns  der  sach  also  engenomen  und  Verheugen  und  och  das  gen  Nürenberg  ver- 
k unten  in  aller  der  wise,  als  dus  ze  Menlze  bereit  ward,  do  lutbarten  unser  erber 
holten   die  sach    und    anlausze  aber    vor  den    voigenanlcii    vmi   Mentze,    von  Strauss- 

thurg,  von  Frankenfurl,  von  llagcnawe  und  der  andern,  die  zu  in  gehon-nl  und  OBO 
vor  den  von  Worms  und  von  Spyre  erbern  hotten  und  wie  der  anlausze  ze  Menlze 
ii IT  uns  slelle  berett  were,  der  sach  waren  och  sie  alle  aint nichtig,  und  ward  och 
mit  namen  iner  berett  und  in  von  iinseru  erbern  hotten  versprochen  und  verhaissee, 
das  wir  in  der  sach  uff  den  lag,  den  wir  heschaidcn  wurden  ainen  usslrag  gebefl' 
'o  das  wir  in  das    niht  lenger  Verzügen,    do  versprachen    och  si  ze    baider  site  bi    dem 

K  anlausze  ze  belibeu  aber  nachdem,    do  si  den  anlausse    bekanten    und  och   den  ver- 
sprachen bi  uns  ze  belibeu.  da  retten  dar  nach  der  von  Worms  und  von  Spyre  erbern 
hotten,  man  soll  in  die  clag  verschriben  geben,  das  verantworten  aber  der  von  Mentze, 
von    Straussburg,  von   Krankenfurt  und  von  Hagenöwe    und    der   andern,    die    zu     in 
i5  gehören!  erben  botten,  das  sie  das  nicht  tun  wölten,  wan  es  also  in  dem   anlausze 
mil    rede  und  mit  tcdingen  niht  herkomen  were  noch  weder  vergriffen  noch  berett  were. 
und  ull'  du  do  verkunten  unser  erber  botten  der  vorgenanten  stette  erbern  botten  einen 
tag  gen  Ksslingen  uff  den  sunnentag  dry  wochan  nach  dem  heiligen  tag  ze  Östren,  der  ze  *p*i  '»• 
ihm  hst  vergangen  ist,  das  sie  dahin  kamen  ze  baider  site  mit  vollem  gewalt,  so  wölten  wir 
2»  in    der    sach  mit   dem  .rechten   ainen  usstrajr  machen    und  geben,    und  also    kamen 
och  wir  vorgenante  slett  uff  denselben   tag  gen    Ksslingen.   do    sauten   och   dieselben 
stett  Mentze,   Straussburg,    Frankenfurt,    Hagenöwe    von    iren   und   der  andern  stett 
wegen,  die  zu   in    gehörent  und  och    die    zwo    stett   Worms    und    Spyre    ir    erbern 
holten  och  dar  uff  den  selben    tag    und    da   stünden    der    stett    Mentze.   Straussburg, 
2S   Frankenfurt,  Hagenöwe  erbern  botten  von    iren  und   der  andern  stett   wegen,    die  zu 
in    gehörent  für   uns    und  täten  ir  rede,   als    och    der   anlausze    uff   uns    komen    waz 
und  sprachen :  si  benügti  wol  und    stünden  och  dar  umb  da   mit   vollem  gewalt    von 
ir  aller  wegen,  das  wir  mit   dem  rehten   zwischan  in  uszsprechen,    als   och  der   an- 
lausze tili'  uns   komen   were.  das   verkunten   wir  do  der   von  Worms  und  von  Spyre 
30  erbern  botten    und    besauten  die  für    uns,  ob    si   der    sach    und  clag   also  antwürten 
wölten,   als  och  si    des  uff  uns  komen   weren.  die  sprachen:  si  weren  des  nit  mäch- 
tig  und    weren  och    also  von   iren  fründen    und   raten     nit    geschaiden,   denne   waz 
das   were,   das  die  stett  zu  in  sprechen  wölten,   das  sölt   man  in    verschriben  geben 
von  wort   ze  wort,   das  wölten   si   denne   bringen  an  ir  fründ  und  rät,  die  möchten 
35   denne  die  sach  verantwurten  mit  iren  erbern  hotten  oder  mit  irer  geschrift.  das  ver- 
anlwurlen  aber  der  von   Menlze,  von  Straussburg,  von    Frankenfurt    und    von   Hage- 
nöwe erbern   botten  von  ir  aller  wegen,  der  anlausze  were  also  uff  uns  stett  besche- 
chen,   das   si  ze  baider  site   mit  vollem  gewalt   für    uns    kommen    sölten    und   wer 
och  in    dem  anlausze  niht   bereit   wurden,   das  si    in    ir    clag   verschriben    geben    sol- 
id  ten,  als    och  das  alles  aigenlich  vorgeschriben  stat.    danne  so  wisten  si  selb  wol,  des 
dez  anlausze    umb  nihtzit   anders   uff  uns  stetl    beschechen   were  denne  von  der   zolle 
wegen,   und  also  stünden    och  si   da    und   benügti  si  wol,   das  wir  darunib  mit  dem 
rechten  uszsprechen  als  och  der  anlausze  uff  uns  beschechen  were.  nauch  dem  allen 
VI.  11 


80  1383 

do  erfüren  wir  an  unsern  erbern  botten,  die  wir  zu  in  gen  Mentze  und  gen  Nuren- 
berg  gesent  hetten,  wie  der  anlausze  berett  were  und  besanten  do  alle  botten  der 
vorgenanten  stett  für  uns.  und  die  waren  och  da  ainträchtig  des  anlausze  in  aller 
der  wise,  so  vorgeschriben  stät.  und  erfand  och  sich  da  aigenlich,  das  nit  berett 
waz,  das  man  den  von  Worms  und  Spir  die  clag  verschriben  geben  sölt.  wol  » 
hetten  si  gesprochen  nach  dem  anlausze,  do  sie  den  gentzlich  versprochen  hetten, 
man  sölt  in  die  sach  verschriben  geben,  das  verantwurten  aber  der  stett  Mentze, 
Straussburg,  Frankenfurt,  Hagenöwe  und  der  andern  erbern  botten  :  sie  wölten  das 
nit  tun,  wan  das  in  dem  anlausze  niht  berett  were,  als  och  da  vor  besehaiden  ist. 
und  uff  das  sprachen  wir  aber  baiden  vorgenanten  tailen  zö,  das  sie  denne  ir  clag  10 
fürtrügen  und  beretten  mit  rede  und  antwurt,  als  si  des  uff  uns  komen  weren,  so 
wölten  wir  mit  dem  rechten  zwischan  in  uszsprechen  nach  dem,  als  der  anlausz  uff 
uns  beschechen  were.  das  verantwurten  do  der  von  Mentze,  von  Straussburg,  von 
Frankenfurt  und  von  Hagenöwe  erbern  botten  von  ir  aller  wegen  :  das  wölten  si 
gern  tun  und  sie  stünden  och  also  da  und  weren  och  darumb  ussgesant  und  hetten  15 
.  och  des  vollen  gewalt  bi  uns  ze  beliben.  da  widersprachen  aber  der  von  Worms  und 
von  Spyr  erbern  botten,  als  och  vor :  si  weren  anders  niht  mähtig  denne,  was  man 
zu  in  clagen  wölt,  das  man  in  das  verschriben  gebe,  das  wölten  si  haim  bringen  an 
ir  fründe,  die  sölten  denne  die  sach  verantwurten.  dar  nach  santen  wir  aber  unser 
erbern  botten  gen  Worms  und  gen  Spir  in  zu  sagen  den  anlausze  und  och  si  dar  ^ 
uff  ze  bitten,  das  sie  iren  erbern  fründen,  die  da  ze  Esslingen  weren,  vollen  gewalt 
geben  der  clag  ze  antwurten  oder  mer  ir  fründ  mit  gewalt  zu  in  santen,  das  wir  der 
sach  usstrag  geben  möchten  nach  dem,  als  der  anlausze  uff  uns  beschechen  were. 
und  erbätten  och  der  von  Mentze,von  Straussburg  von  Frankenfurt  und  von  Hagenöweerbern 
botten,  das  die  der  sach  durch  unsern  willen  die  wile  bi  uns  ze  Esslingen  erwarteten,  als  och  * 
si  das  tätten.  und  do  unser  erber  botten  von  den  zwain  stetten  Worms  und  Spir  herwider 
umb  zu  uns  gen  Esslingen  kamen,  die  antwurten  und  Seiten  uns,  das  si  anders  nit  erlangen 
noch  erfinden  möchten  denne  in  der  wise,  als  ir  erbern  botten  vor  gerett  hetten.  do  sprachen 
uns  aber  der  vorgenanten  stette  Mentze,  Straussburg,  Frankenfurt  und  Hagenöwe 
erbern  botten  von  ir  aller  wegen  als  häfteclich  zu,  wan  in  dem  anlausz  mit  namen  3« 
berett  und  in  von  uns  verhaissen  were,  das  wir  in  uff  dem  tag  ainen  usstrag  geben 
sölten,  das  wir  denne  mit  dem  rechten  dar  umb  uszsprechen,  wan  die  von  Worms 
und  von  Spyr  der  sach  ussgän  und  bi  dem  anlausze  niht  beliben  wölten  in  der 
wise,  als  der  berett  und  vertedinget  were.  do  bekannten  wir  uns,  wan  dieselben 
zwo  stett  Worms  und  Spir  der  clag  nit  antwurten  wölten,  als  der  anläsze  besche- 
chen were  und  den  och  si  versprochen  hetten,  als  vorgeschriben  stät,  das  wir  denne 
von  eren  niht  überwerden  möhten,  wir  müsten  dar  umb  sprechen,  als  och  wir  ge- 
tan haben  und  sprachen  also:  das  die  vorgenanten  zwo  stette  Worms 
und  Spir  die  egenanten  zolle  ni  de  r  n  n  d  s  ti  lle  s  ü  llen  1  äs  s  en  li  gen 
und  niht  nemen  als  lang  und  bis  uff  die  zit,  das  si  dar  umb  für  40 
uns  zu  dem  rechten  koment  in  aller  der  wise,  als  der  an  la  usze  u  ff 
uns  berett  ist.  und  wenne  das  bescheche,  das  si  also  für  uns  zu  dem  rechten 
komen  wölten,  das  süllen  si  uns  verkünden,  so  sullen   wir  in   denne  aber  ze  baider 


" 


1383  81 

site  tag  beschaiden  an  gelegen  stett  und  da  mügen  denne  die  von  Ment/.f.  von 
Straussburg,  von  Frankenfurt,  von  Hagenöwe  und  die  andern,  die  zu  in  gehörent 
ir  daj;  vor  uns  erzellon  und  mügen  ziehen  bundbrief  oder  ander  brief,  fürwort  oder 
wcs  si  zu  dem  rechten  getruwen  zii  geniessen,  das  selb  mügen  die  von  Worms  und 

i  von  Spir  verantwurten  mit  bundbrieffen  oder  andern  brieten,  fürworlen  oder  wes  si 
da  wider  zii  dem  rechten  notdürftig  sind,  so  sullen  und  wellen  wir  denne  nach  ir 
baider  clag  brieten  fürworten  rede  und  Widerrede  sprechen,  waz  uns  recht  dunkt, 
und  wenne  och  diu  sach  also  zu  dem  rechten  komet,  so  sol  das  niderlegen  der  zolle, 
als  wir  ietzo  gesprochen  haben,  entwederm  tail  der  vorgenanten  stette  an  iren  rech- 

ii  len  weder  ze  schaden  noch  ze  fromen  kamen  in  dehain  wise  äne  alle  geverde.  und 
des  allez  ze  warem  urkund  so  hant  die  von  Esslingen  von  unser  aller  haissentz  we- 
gen ir  stat  gemains  insigel  ofTenlich  gehenkt  in  diesen  brief.  der  geben  ist  ze 
Esslingen  an  sant  Jörigen  aubent  do  man  zalt  von  Cristz  gebürt  druzehenhundert 
jar  und  darnach  in  dem  dry  und  ahtzigostem  jaure. 

15  [In  versa]  Wie  die  stette,  die  im    bände    zu    Swoben   sint,  durch  ir   botten   die 

stette  Mentz,  Strasburg,  Frankfurt,  Hagenöwe  und  ander  stette,  so  zii  inen  gehörent, 
übertragen  habent  mit  den  von  Wormiss  und  von  Spire  der  zolle  halb. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  45/46  u.  nr.  73.  <yr.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  civit.  Eßling.  pend. 
Auszug:    Boos,  Wormser    UM.   II  nr.  832.  —   Heg.  Janssen.  Fr.  B.  K.  I.  nr.  29.  — 
;:o  Erwähnt  D.  B.  A   I,  366. 

130.  Werner  von  Berenvels  Bürgermeister  und  der  Hat  von  Basel  an  Strass- 
burg :  bekennen,  dass  sie  jährlich  zu  zahlen  haben  .  .  .  den  erbern  swestern  des 
huses  zem  thurne  in  der  stat  Straszburg  gelegen  zwelf  phunt  Straszburger  geltes 
zi uses,  die  sie  von  uns  kouft  hant  umbe  144  41.  ...  und  dass  an  diesem  Capital 
m  nichts  geändert  werden  soll,  obwohl  man  übereingekommen  die  12  it.  fernerhin  auf 
10  4L  herabzumindern.  geben  ...  da  man  zalte  .  e  .  1383  an  dem  nechsten 
dornstage  nach   dem   heiligen  phingstage.  Basel  1383  Mai  14. 

Str.  St.  A.  A4  1799.  or.  mb.  I  cl. 


131.  Heinrich  Herr   zu  Blankenbnrg   schließt  mit   der  Stadt  Straßburg   einen 
so   Vergleich  xcegen  der  Perlen,  die  als  Pfand  filr  eine  Forderung  beschlagnahmt  waren. 

1383  Mai  30. 

Wir  Heinrich  herr  zu  Blanckenburg  bekennent  und  kundent  menglichem  mit 
disem  briefe,  daz  von  aller  der  missehelle  und  ansprachen  wegen,  so  wir  von 
unsern    und  unserre  brüder   und   swestern  wegen  gegen  den  erbern  bescheiden  dem 

ss  meister,  dem  rate  und  den  burgern  der  stat  zu  Strazburg  und  den  iren  untze 
n f  disen  hüttigen  dag  gehebt  hant  von  den  berlin  wegen,  die  her  Thiebalt  von 
Blanckemberg  selige  unser  herre  und  vatter  seliger  gedehtnusze  gen  Straszburg 
gesendet  hette  bi  sinen  lebetagen  zu  verwurkende  und  die  von  Straszburg  und 
die  iren  die    selben  berlin    angelanget    hettent  von  solicher   schulden  wegen,    alse 

40  der   von  Strazburg   bürgere   meindent,   die   in   frowe   Ennelin   Völtschin   schuldig  sin 


82  13&3 

solfe  und  von  alles  dez  kosten  und  schaden  wegen,  so  wir  und  die  unsern  davon 
gehebt  und  gelitten  hant  in  weihen  weg  das  sie,  wir  von  unsern  allen  unserre 
geswistergide  und  der  unsern  wegen  gentzliche  gesünet  verrihtet  und  geslihtet  sint 
mit  den  vorgen.  dem  meister,  dem  rate  und  den  burgern  gemeine  und  besünder 
der  stat  zö  Strasburg  und  allen  den  iren.  und  geloben!  och  wir  mit  craft  dis  B 
briefes  und  bi  guten  triiwen  vür  uns  alle  unsere  geswistergide  und  alle  die  unseren 
die  selbe  sfine  und  rihtünge  geneme  und  stete  zu  habende  ewecliche  gegen  den  vorgen. 
dem  meister  dem  rate  und  den  burgern  gemeine  und  bisünder  der  stat  zu  Straz- 
burg  und  allen  den  iren  und  das  wir  unsere  geswistergide  noch  alle  die  unseren 
noch  nyeman  von  unsern  noch  von  iren  wegen  niemer  anspräche  noch  vorderlinge  ■ 
darumbe  an  sie  gehaben  süllent  noch  wellent  in  denheinen  weg  ane  alle  geverde. 
wände  uns  von  derselben  berlin  sachen  und  ansprachen  wegen  gentzliche  volletän 
ist  und  sie  uns  der  selben  berlin  drissig  lote  und  zwei  lote  gegeben  hant  und  die 
uns  och  von  in  worden  sint  äne  alle  geverde.  und  der  vorgen.  dinge  zu  einem 
Urkunde  so  ist  unser  dez  vorgen.  Heinriches  ingesigel  von  unsern  und  der  vor-  15 
genanten  unserre  geswistergide  wegen  an  disen  brief  gehencket.  der  wart  gegeben 
an  dem  ersten  samestdage  nach  sant  Urbans  dage  des  heiligen  babestes  in  dein 
jare  da  man  zalte  von  Götz  gebürte  drützehenhundert  jare   ahtzig  und  drü  jare. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166  nr.  62.  or.  mb.  lit.  pat.  e.  sig.  pend. 


132.  Sattlerordnung.  !S83  Juni  m.  M 

Dis  noch  geschriben  stick  und  bunten  sollent  alle  satteller  in  der  stat  Stras- 
burg halten  :  item  was  burren  boum  har  kumen  in  die  stat  Strasburg,  die  sol  man 
deillen.  und  wer  an  boumen  ein  deil  begert  und  do  ist,  so  man  in  berieft,  so  sol 
man  im   ein   deil   geben,   es  sig  Iitzel  oder  fil. 

Item  was   horfiltz   har  kumen   in   dis     stat   Strasburg,    die   sol   man   deillen,   es  25 
sig   Iitzel   oder  fil. 

Item  es  sol  ouch  keiner  keim  nit  machen,  der  eim  andern  schuldig  ist,  wen 
er  es   im  verbittet   mit   dem   houpkanen. 

Item   was  ouch  har   kumpt,   das   unser  anckwert    brucht  und    deilbar  ist,    das 
über  10   sol.  den.   kost,  das  sol  man   deillen,   es   sig  bisa  Stegreif  (oder)  oder  werck  30 
oder  leder  oder   gurtten    oder   kumpt   heltzer    oder   geyssel    steb    oder    eineherleig, 
das   wir   brachen. 

Item  man   sol  ouch   keinen  sattel   schwertzen   uf  blos   holtz. 

Item   wer  ouch   vor  der  pfaltzen   wil  feil   haben,   der  sol  ouch   uf  die  selb  zit 
sust   uf  kein   andern   merekt  farren:   er  sol  ouch   in   sim  hus   nit   us  heincken,    als  35 
lang   er   vor  der  pfaltzen   stat. 

Item  es  sol  ouch  keiner  me  den  uf  einen  merekt  uf  einen  .  .  .b  us  der  stat 
Strasburg  farren.    es   sol  ouch    einner  nit   me  denne  ein   Stellung  haben,   war  man 


a)   Vielleicht  bes  oder  vis  tu  lesen.  b)   Lücke,  vielleicht:  mal. 


1383  83 

ouch  zu  incrckl  farl,  do  sol  man  l(is  werflen  imili  die  .-tet.  im;ih  -ol  ouch  nit  t 
losen,   es   h.'ii)  denne   8   geslagen.| 

Hein  wer  disser  stick  eis  verbricht,  der  sol  besseren  uiiseim  anckwcrt  .">  -o|. 
den.  und  sol  ie  einer  den  arideren  vielen  und  lir  bringe!  by  der  forderen  besrung. 
und    geschah    des    1 1 ('   zislag    noch    saut  Veilla/  dag    im    88  jar. 

(Item  die  nies  isl  us  gedingt,  do  darf  einer  ml  deillen  .  V  .  und  liltz,  die  -<,| 
man    alle    zit    deillen.)1 

Str.  St.  A.  Q.  U.  P.  lad.  12  nr.  24.  cone.  eh. 


133.  Austellitngsurkunde  für  den  Dombanmaisler  Michel  von  Freiburg. 

Stiasaburg  1383  Juni  18. 

Kz  ist  zi'i  Wissende,  das  meisler  Michel  von  Driburg  der  wcrgmeisler  UmW 
frowen  werekes  zu  Slrazbttrg  gesworn  hei  an  den  heiligen  demselben  unserre 
frowen  wereke  gelruwe  und  holt  zii  sinde  und  oucli  alle  dinge,  die  zu  dem  seihen 
wereke    gehörcnl,    getruweliche   zu    tünde    und    uszerihtende    also    in    danne    hi    .-inem 

is  eide  beduncket,  das  es  dem  selben  wereke  und  dem  buwe  aller  nutzelicbesl  und 
beste  sie.  wo  ouch  er  in  dez  selben  werekes  lone  wtirket,  wo  das  ist,  da  sullen 
er  noch  sine  undertanen  nützit  iemanne  howen  noch  machen,  es  sie  danne  mit 
urlobe,  wissende  und  geheissin  unserre  frowen  werekes  schaffener,  der  danne  ist, 
Ine   alle  geverde.    derselbe   meister   Michel  noch   sine   undertanen   süllent    ouch   nie- 

n  manne  nulzit  geben  noch  lihen,  daz  demselben  wereke  zii  gehöret  noch  nutzit 
machen,  wo  oder  au  weihen  stetten  daz  sie,  ez  sie  danne  ouch  mit  urlobe,  wiszende, 
willen  und  geheisze  unserre  frowen  werekes  schaffener,  der  danne  ist,  ane  alle 
geverde.  er  sol  ouch  keinen  redelichen  buwe  machen  noch  understan  zu  machende  ane 
urldp,     wiszende    und    geheisse  des   schaffeners    und    der    pflegere   desselben  unserre 

ii  frowen  werekes,  die  danne  sint,  ane  alle  geverde.  und  alles  daz,  daz  da  vorge- 
schriben  stat,  daz  sol  allewegent  ein  ieglicher  werckmeister  unserre  frowen  werekes 
sweren  an  den  heiligen  zii  haltende,  so  er  zii  derselben  unserre  frowen  wereke 
zu  werckmeister  genomen  und  empfangen  wurt  ane  alle  geverde.  actum  feria 
quinta  proxima    anle    diem    nalivilatis    saneti    .lohannis    Baptist«    anno   domini    1383. 

,u  Str.  St.  A.  Stadtord.  Bd.  29  fol.  2. 

Gedruckt :  Hegel,  Königshofen  II,  1016. 


134.  Ulm  an  Strasburg:  csrhi/ndel  ei  neu  'Tag  zu  Eßlingen  zur  Beilegung  des 
schädlichen  Streites  der  rheinischen  Städte  über  den  ton  Worms  und  Speier  aufge- 
richteten Rheinzoll.  Ulm  [1383  Juni  25.] 


H  Fursichligen    wisen    besundern    guten    frund    und   eidgenöszen.     unser    fruntlich 

willig  dienst    alte   zit    bereit   voran    lieben    frunde.    umbe    sölich    stösse,    so    ir    und 


•  Dieser  letzte  Artikel  ist  mit  anderer  Tinte  hinzugeschrieben. 


1383 
Juli  13. 


84  1383 

ander  stett  an  dem  Rine  juwer  und  unser  aidgenöszen  an  ainem  tail  und  unser 
und  juwer  frund  und  aidgenöszen  die  von4jWorms  und  von  Spire  an  dem  andern 
tail  mit  ainander  hant  von  der  zolle  wegen,  so  dieselben  zwo  stett  uflhebent  und 
nement  und  der  sach  ouch  irge  baider  site  uff  die  stett  ze  Swaben  ze  dem  rechten 
komen  sind  und  darumbe  ouch  die  stat  ettlich  sprüche  gelän  hant  und  als  sich  6 
diu  sach  nu  bisher  verloffen  hat,  so  verkünden  wir  juch  von  derselben  sach 
wegen  ainen  tag  gen  Eszlingen  uff  die  nechsten  mittwochen  ze  nacht  vor  sant 
Maryen  Magdalyenen  tag  daselbs  ze  sind,  da  ouch  gemain  stett  unsers  bunds  ze 
Swaben  hin  koment  und  sich  darinne  mit  gantzem  willen  arbaiten  wellen,  ob  si 
die  sach  zwischan  juch  nidergelegen  und  verrichten  mugen  mit  minne  oder  mit  10 
dem  rechten,  wan  si  dar  inne  weder  kost  noch  arbait  noch  kainerlai  ander  sach 
nit  verdrieszen  wil  alz  billich  ist.  darumb  so  bitten  wir  juwer  fruntschafft  mit 
allem  ernst  und  fliszeclich  und  manen  iuch  darumb,  als  ir  der  sach  uff  gemain 
stett  komen  sind,  daz  ir  juwere  bottschafft  von  juwerm  rat  uff  den  vorgenanten 
tag  gen  Esslingen  schicken  wellent  und  der  dez  mächteclicher  juwern  vollen  ge-  I5 
walt  durch  aller  stett  willen  geben  und  enpfelhen  wellent  baides  z  i  der  minne 
und  ouch  zu  dem  rechten  umbe  daz,  daz  diu  sach  uff  dem  tag  dez  baz  zerrinnen 
und  nidergeleit  werden  müge  und  daz  ir  fürsetzent,  alz  juwer  wiszhait  daz  vil  baz 
bedenken  kan,  daz  alle  fursten  und  herren  oder  wer  den  stetten  nit  gütz  gän  mit 
kainen  sachen  alz  vast  erfröwet  noch  gesterket  werden  mügen  alz  mit  dem,  ob  j,0 
zwayung  und  brüche  zwischan  den  stetten  uff  stünden,  daz  doch  juwer  fürsichtikait 
versorgen  sol,  daz  des  nit  bescheche.  waz  ouch  denne  die  stett  dez  bunds  ze  Swaben 
darzü  getün  oder  gedienen  künnen  oder  mugen,  wie  diu  sach  werde  nidergeleit,  dez 
sind  sy  willig,  lieben  frund  wir  haben  juch  disen  tag  ouch  darumb  uff  diz  zit  dahin 
verkünt,  daz  ir  derselben  juwer  bottschafft,  ob  iuch  daz  gevellig  ist  wol  enpfelhen  25 
mügent,  daz  die  von  dem  tag  volleriten  gen  Rötenburg  und  dannan  hin  gen  Nüren- 
berg,  wan  unser  herre  der  küng  uns  verschriben  und  enbotten  hett,  daz  er  ye  mit 
sin  selbs  libe  uff  den  tag  gen  Nürenberg  komen  welle  und  daz  ouch  gemain  stett 
dez  bunds  ouch  dahin  komen,  daz  hab  er  allen  fursten  und  herren  ouch  verkünt. 
dez  geliehen  hänt  ouch  die  stett  des  bunds  in  Swaben  ir  frunde  und  botten  ouch  so 
enpfolhen  und  also  usz  gesent  von  dem  tag  ze  Esslingen  ze  volleriten  gen  Rötenburg 
und  gen  Nürenberg.         geben  an  donrstag  nach  Johanns  baptiste. 

Von  uns  den  von  Ulme. 

[In  verso]  Den  gar  fürsichtigen  und  wisen  unsern  besundern  lieben  frunden  und 
aidgenöszen  dem  burgermaister   und  dem  rät  gemainlich  ze  Sträszburg. 


H 


Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I.  cl.  c.  s.  i.  v. 


135.  König  Wenzel  an  Strassburg:  gebietet,  dass  man  den  Stadtschreiber  zu 
Hagenau  Johans  von  Kentzingen  und  etliche  Pfaffen,  welche  in  das  Johanniter-Ordens- 
haus  zu  Hagenau  eingefallen  sind  und  .  . .  dorynn  genommen  haben  körn,  fleische,  pfen- 
nig,   bucher  etc,    wie  ihm   der  Ordensmeister   Conrad   von  Rrunsperg   selbst   geklagt 


4,, 


1383  85 

habe,   anhalte  dem  Orden  allen  Schaden  zu  kehren.  geben   zu   Petlern    montages 

noch  sct.  Johanstage.  reg.  boh.  21.  reg.  rom.  8.  Betlarn  1383  Juni  29. 

Str.  St.  A   AA  107  nr.  22.  or.  eh.  I.  cl. 


136-  Straßburg  fordert  die  rheinischen  Bundesstädte  auf  zum  Kriegszug  gegen 
Worms  und  Speier,  die  trotz  des  Schiedsspruches  der  schwäbischen  Städte  fortfahren 
ihren  Rheinzoll  zu  erheben.  1383  Juli  23. 

Unsern  Banden  guten  frunden  und  eitgenoszen  den  burgermeistern  und  den  reten 
der  stette  Mencze,  Franckinfurt,  Hagenawe,  Wiszinburg,  Wepflar,   Friedeberg,    Geiln- 
huszen  und  Phedersheim  entbieden  wir  Johans  von  Mulnheim,  dem  man  sprichit  von 
i"   Richinberg,  der  meister  und  der  rat  von  Strasburg  unsern  fruntlichen  willigen  dienst. 
liebin  frunde,  also  ir  wol  wissint,   daz  wir  die  stete  an  dem  Rine,   die  zusamen  vir- 

nbunden  sint  zu  einem  teile  und  andersite  die  stete  Worms  und  Spire  die  stoesze  und 
Sachen,  alse  dieselben  zw[ien]  stete  zolle  uff  dem  Rine  noment,  glaszin  hand  an  unsere 
eitgenoszin,  die  burgermeister  und  die  rete  der  stete  dez  gemeynen  bundes  zu  Swaben, 

'5  ein  recht  dariunb  zu  sprechende  und  sie  auch  darynne  gesprochin  hand,'  daz  die- 
selbin  zwo  stete  Worms  und  Spire  dieselben  ire  zolle  nider  und  stille  sullent  laszin 
ligin  und  sie  nit  sollent  nemen  biz  off  die  zyt,  daz  sie  darumb  für  den  gemeynen 
bunt  zu  Swaben  zu  dem  rechten  komment  in  aller  der  wise  alse  die  anlasz  uff  sie 
kommen  und  beredt  ist,    als  auch  daz  ire  virsigelten  sprochbrieffe  besagent,   die  wir 

w  zu  beiten  syten  von  in  hand.  also  hand  sie  dazselbe  ir  sprechin  uberfaren  und  nit 
ghaltin  und  hand  sieder  demselben  iren  sprechende  dieselben  zolle  nit  deste  mynner 
uff  dem  Ryne  genommen,  dan  sie  hand  dieselben  zolle  siederher  von  unsern  bürgern 
und  von  menglichen  alle  czyt  gnomen  und  hand  uns  und  die  unsern  damit  zu  groszem 
unlidelichem  schaden  bracht,  und  darumb  so  hand  wir  einhellecliche  in  unserm  rate 

25  uff  unsern  eit  irkant,  daz  die  burgermeistere,  die  rete  und  die  gemeynden  der  zweier 
stete  Worms  und  Spire  und  alle  die  iren  uns,  unsern  burgern  und  den  unsern  da- 
midde  unreht  dunt  und  getan  hant  und  daz  wir  uch  billiche  darumb  manen  sollent 
und  mugent.  und  darumb  so  manent  wir  uch  allesamen  mit  dieszem  brieffe  von  der 
virbuntnisze  wegen,  so  ir  und  wir  mit  einander  hand  uwer  eide,  daz  ir  uns  und  den 

*•  unsern  uff  die  vorgenanten  die  burgermeistere  und  die  rete  und  die  gemeynde  der 
vorgenanten  zweier  stete  Worms  und  Spire  und  uff  alle  ire  helffer,  diener  und 
die  iren  und  uff  alle  die,  die  yn  ratent  oder  helffent  und  mit  namen  uff  dieselben 
zwo  s'ete  Worms  und  Spire  und  uff  alle  die  zugehorden,  die  dazu  gehorent,  ge- 
raten und  beholffen  sind  uff  ir  aller  übe  unde  gute  unez  an  die  stunde,  daz  sie 
uns  und  den  unsern,  von  den  sie  die  zolle  also  genomen  hand,  widerkerent  alles 
daz,  daz  sie  za  zolle  also  von  in  genomen  hant  und  uns  und  unsere  burger 
davon  genczlich  tinklagehaft  gemachent.  und  daz  ir  ouch  schaffent,  daz  von  dem 
zinstage  der  nu    zu   neiste    koment    ubir  virezehin   dage   uwer    meiste    somme    der  Aut%at  t. 


■  1383  April  23. 


86  1383 

gleffen,  also  das  uwer  und  unser  virbuntnisze  bewiset  by  den  unsern  zu  Wiszin- 
burg  der  stat  sint  und  uns  und  den  unsern  damit  behulffen  sint,  alsz  davor  be- 
scheiden, und  dirrer  manunge  zu  Urkunde  so  ist  unserre  stede  eingesigel  zu  rucken 
uff  dieszem  brieff  gedrucket.  datum  feria  quinta  proxima  ante  diem  beati  Jacobi 
apostoli   a.    domini    1383.  5 

Aus  Frankf.  Stdt  -Areh    Copialbuch  VII  a  59. 
Gedruckt  Janssen,  Reichsk.  I  nr.  30. 
Gedr.  Boos,  Wormser  Urkb.  II  nr.  836. 

137.  Die  schwäbischen  Bundesstädte  sprechen  sich  als  Schiedsrichter  in  dem 
Streit  zwischen  den  Städten  Mainz,  Strassburg,  Frankfurt,  Hagenau  einerseits  und  w 
Speier  anderseits  wegen  des  von  letzterer  Stadt  aufgerichteten  Rheinzolles  dahin 
aus,  dass  der  Zoll  während  der  Dauer  des  Bundes  nicht  solle  erhoben  werden 
und  dass  dafür  die  anderen  Städte  die  Summe  von  200t)  Gulden  an  Speier  zahlen 
sollen.         gegeben   zu   Bottenburg  am   s.   Jacobstage    1383. 

Rottenburff  1383  Juli  25.    15 

Gedr.  Schaab,  II.  293  [mit  falschem  Datum)   nach  dem   Orig.  im  St  Ar.  von   Botenburg. 
Reg   Janssen,  Frankf.  Reichsk    I  nr.  31. 

138.  Der  Bat   von   Worms  und  Speier  an    Frankfurt:    berichten,    dass    Strass- 
burg  widerrechtlich   wegen  des  Zolles,    den    sie   vom   Reiche   haben,    gegen   sie  auf- 
gerufen,   da  der  Streit  auf   dem   von  den   schwäbischen   Bundesstädten   als  Schieds-  20 
riehtern    anberaumten    Tage    nicht  zu    Ende   gekommen  sei;    bitten    um    Förderung 
ihrer  Sache  gegen   Strassburg.         feria  3  post   s.  Jacobi    1383.  1383  Juli  28. 

Regest  nach  Janssen.  Frankf.  Reichskorr  I  nr.  32.  —  Reg  Boos,  Wormser  Urkb.  II  nr.  S39. 

139  Johans  von  Mulnheim  gen.  von  Bichemberg,  der  Meister  und  der  Bat 
von  Strassburg  an  Mainz,  Frankfurt,  Hagenau  und  Weissenburg  :  danken  für  freund-  25 
lieh  geleistete  Hülfe  und  teilen  mit,  dass  sie  den  Herrn  Heinrich  und  Conrad 
Peyger  von  Boparten  und  ihrem  Anhang  widersagt  haben  :  umb  das  sie  unsere  viende 
in  iren  gebieten  enthaldin  hant  und  die  unsern  daruz  und  darin  geschadiget  sint. 
datum  feria  quarta  post  Laurentii   anno   1383.  1383  August  12. 

Frankf.  St.  Ar.  Copialb.  VII»  60  b  nr.  206.  cop.  coaev.  30 

140.  Johans  von  Mulnheim  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  Mainz,  Speier, 
Frankfurt,  Hagenau,  Weissenburg,  Sehlettstadt,  Ober-Ehenheim,  Wetzlar,  Gelnhausen, 
Pfedersheim :  teilen  mit,  dass  Werner  von  Horemberg  '    ihrem  Bürger  Herrn  Heinrich 


1  Vergl.  hiereu  Hegel,  Königshofen  II,  791.  Die  ander  (erste  1368)  reyse  für  Hornberg.  —  Do  raen 
zalte  1383  jor.  do  zogetent  die  von  Strosburg  und  jancher  Heiniich  von  Lore  nf  die  herren  von  Ho  rn-  35 
berg  und  gewnnnent  das  stettelin  Hornberg  und  verbrantent  es  gerwe  und  zerbrochent  ouch  den 
vorgeschriben  nuwen  turn  und  verbrantent  und  verheigetent  die  dörfer  der  herren  von  Horberg  und 
zogent  für  die  zwo  bürge  genant  Horberg  und  logent  dovor  uf  eine  wuche.  do  was  es  also  kalt,  das 
men  dennen  zoch  herheim.  und  wolte  noch  dem  winter  wider  der  gezogen  sin  :  do  wart  es  dozwü- 
schent  gerihtet.  dise  reyse  geschach  juncher  Heinrich  von  Lore  zft  helfe,  wan  er  burger  was  und  ouch  4U 
das  sü  eime  botten  von  Strosburg  unzuht  dotent. 


n 


1383  87 


von  (ieroltzeck  und  Lahr  .  .  .  wol  uff  anderhalp  hundert  pherde  genommen  .  ..  und 
Stxasflbürger  Boten,  die  dosswegen  zu  ihm  geschickt  waren,  gemisshandclt  und  ge- 
schmäht habe.  Desshalb  Bollen  sie  ihm  alle  ihre  Widersagebriefe  senden.  datum 
feria  quarta  poat  diem  scü  Bartholomei  anno  1883.  i&M  Augtut  xc. 

Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII  a  61  nr.  208.  cop.  coaev. 


Hl.  Albrecht  von  Schiinau  und  Friedrich  Stahel  schließen  nach  Einnahme  ihrer 
Bnrg  Kagenfels  durch  die  Städte  Straßburg,  Schletlsladt  und  Oberehenheim  mit 
diesen  eine  Sühne.  1383  August  28. 

Wir  Albreht  von   Schönnowe   und   Friderich    Stahel   von  Westhofen    edelknehte 

o  veriehent   beide    und    kündent    menglichem     mit    disem    briefe:     alse    Heintzemann 

Wöppelinger  sine   dienere  und  die   sinen  uf  unserre   vesten   Kagenfeils  gehuset  und 

enthalten  sint  gewesen   und  sie  öch  dar  uf  gefangen  gefürt   und  geleit    hettent  der 

stette  von  Brisach  und  anderre  stette  bürgere  und  die  erbern  bescheiden  die  meistere, 

die  rete  und  die    gemeinden    der  stette    Strazburg,    Sletzstat  und  Obern-Ehenheim 

i5  und  die  iren  durch  iren  und  dez  landes  und  der  lüte  gemeinliche  nutzes  willen   zu 

Klsaz  und  anderswo  darumbe    vür  die    selbe   unser    vesten  zogetent  und    öch    die 

selbe   unser  vesten   Kagenfeils  und   die  zügehörde  gewunnen  hant  und  sie  öch  hant 

der  vorgenanten  stette  Brisach   und   anderre  stette  bürgere  dar  uffe  gefangen  funden 

ligende,    daz  also  von   derselben  sachen   und  geschihte  wegen    und  von    allez    dez 

so  kumbers,  kosten  und  schaden  wegen,    so  uns  und   den   unsern   oder  iemanne  von 

(unsern  wegen   da  von  geschehen  und  widerfaren  ist,  in  weihen  weg  daz  sie,  wir 
früntliehe   und   gentzliche  gesunet    verrihtet    und  geslihtet  sint  mit  den    selben   den 
meistern,  den  reten  und  den  gemeinden   der  vorgen.   stette  Strazburg,  Sletzstat  und 
Obern-Ehenheim    und    allen   den    iren.    und  globent   öch  wir    vür   uns    alle    unsere 
äs  erben,  dienere,  belfere   und  vür  alle  die  unsern  die  selbe  süne  und  rihtunge  ewek- 
liche  stete  und  veste  zu  haltende  und  zu  habende  und  da  wider  nyemer  zö  tünde  noch 
schaffen  getan  werden  mit  gerihte  noch  äne  gerihte  noch  in  denheinen  weg  äne  alle 
geverde.  dar  zu  so  sol  öch  die  vorgen.  unser  vesten  Kagenfeils  mit  aller  zügehörde  der 
vorgenanten  der  meistere,  der  rete  und  der  gemeinden  der  vorgen.  stette  Strazburg, 
so  Sletzstat  und  Obern-Ehenheim  aller  irre   helffere,  dienere   und  der  iren  offen  hus  sin 
ewekliche,  daz  sie   sich  dar  inne  und  öch  dar  in  und  dar  uz  behelfen  und  in  selber 
daz  beste  und  daz  nutzeste  uf  iren  kosten  getün  mügent,   wenne   und  wie  dicke  sie 
oder  weihe   stat    under  in   wellent   wider  menglichen,    uzgenomen  alleine  wider  daz 
ionische   rych,  von  dem   wir   sie   zu  lehen   hant    äne  alle   geverde.    und   wände  wir 
(6  die  vorgen.    Albreht   von  Schönnowe  und  Friderich   Stahel   von  Westhofen  geswürn 
haut  mit   ufgehepten  henden   lipliche  zu   den    heiligen   vür    uns    alle    unsere    erben 
und   nachkomen   allez   daz,   daz  da  vorgeschriben   stät,  getruweliche  zö  haltende  zu 
ünde   und   au   vollefürende,  so    hant  wir  dez  zu   einem   waren    Urkunde  beidesam- 
ent   unsere    ingesigele  an    disen    brief    gehencket.        der    wart    gegeben   an    dem 
VI.  12 


88  1383 

ersten   fritdage  nach  sant  Bartholomeus  dage   dez   heiligen   zwolfbotten   in   dem  jare 
da  man  zalte  von  gotzgebürte  drützehenhundert   ahtzig   und   drü  jare. 

[In  verso]   Über   die  vesten   Kagenfcils.  1389  August  98. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  160.  u.  or.  mb.  lit.  pat.  e.  2  sig.  pend. 


142.     Graf  Johann  von  Nassau   tritt  dem  rheinischen    Städtebunde  von  jetzt  an    » 
bis   auf    S.   Johann    d.    Täufer    und  von   da  auf  8  Jahre    bei   und    verspricht    auf 
Malmung    zu   dienen   mit  8  Glefen.         geben    zu    Mentze   1383    samstag   vor    unser 
frouwentag    als    sie    geboren    wart.  Mainz  1383  September  ~>. 

Reg.  Janssen,  Frankf.  R.-K.  nr.  33  nach  dem  Or.  im  Frankf.  St.  Ar.  Ebenda  die  Gegen- 
urkunde der  rhein.    Städte  von  gleicliem  Datum  mit  der   Hilfsverpflichtung  von  40    10 
Glefen. 


143.     Strassburg  an   Frankfurt:   als  wir  uch  hant  gemanet  uff  die  von  Horem- 
berg,    also  bedurffet  ir  uns  zu    diesser   male   uwere   glefen   uns   da   mit   uff   sie   zu 
helffene  nit,   senden  und  widdirbietent  ez   uch   auch  .  .  .,    da  sie   in   Unterhandlung 
mit   den  von   Hornberg  getreten  seien.         datum   feria   seeunda  proxima    post  diem    ^ 
seti   Egidii  confessoris   anno    1383.  1383  September  7. 

Frankf.  St.  Ar.  Copialb.  VII  *.  62.  cop.  eoaev. 


144.  Cünrat  Peyger  und  Heinrich  Peyger  von  Hopart,  Brüder,  schliessen  nach 
allerlei  Misshelligkeiten  eine  Sühne  mit  der  Stadt  Strassburg  und  versprechen 
während  der  nächsten  8  Jahre  auch  nichts  gegen  die  solange  mit  Strassburg  vor-  » 
bündeten  Städte  und  Herren  zu  unternehmen  und  ihre  Stadt  und  Burg  Homburg  ' 
den  Strassburgern  in  allen  Kriegen  und  Fehden  ausser  etwa  gegen  den  Bischof 
und  das  Domstift  von  Metz  offen  stehen  zu  lassen.  Für  sich  allein  verpflichtet  sich 
Heinrich  Peyger:  yn  zu  dyenen  mit  fünf  glefen  und  mit  der  bereitschaft,  die  darzu 
gehöret  in  minen  kosten  und  uff  minen  schaden  und  verlust  viertzehen  gantze  »• 
tage,  war  sie  wellent  iegliches  jares  zu  eynen  male  alle  die  wile,  daz  ich  gelebe 
(auf  vorausgehende  achtägige  Mahnung)  in  allen  kriegen  giensite  dez  gebyrges  der 
steigen  oder  der   virst. 

Mit  den  Brüdern  siegeln :   Bischof  Friedrich  von  Strassburg,   Domprobst  Johann 
von  Ochsenstein,    Graf  Johann   von   Salm,    Graf  Heinrich    zu    Lützelstein,    Boemumi   m 
von   Ettendorf,   Herr  zu  Hohenfels   und   Johann   von  Huldingen,  Herr  zu   Benserdorf. 


1  Vgl.  Hegel,  Königsh.  II,  809.  Ein  reyse  gein  Homburg  [in  Lothr.  zw.  Metz  u.  Sarbrücken; 
Metzer  Kirchcnlehen]  die  Symunt  von  Schönecke  enthieltent.  Die  Straßburger  zielten  vor  die  Burg 
und  zwingen  die  Inhaber  Gonrat  und  Heinrich  lieier  von  Bopart  zur  Capitulation.  weil  diese  der  Stadt 
erbitterten  Feind  Symunt  von  Schönecke,  dessen  man  trotz  des  Kopfgeldes  von  2000  Gulden  nicht  hatte 
habhaft  werden  können,  in  ihrer  Burg  beschützt  hatten.  Symunt  wird  später  von  den  Straßburgem  zu 
Lienstadt  (Luneville)  erschlagen. 


0 


1383 


geben   an   unserre  frowen  oben de  der  jungern  den   man  echribet  zu  latine    nativi- 
tatia  da  man  sähe   1883.  1383  Heptember  7. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166.  u.  or.   mb.  lit.  pal.  e   8  sig   quor.  2  (Joh.  v.  Ochsenstein, 
Joh.  v.  Salm)  delaps. 

143.     Styslawe  von  der  Witcnmüle  bekennt,  dass  er:  mitwocbe  vor  sant   Matheus  f^pibr.  u. 
tage  des  heiligen  zwelfbotten  kam  rar  meutere  und  rat  zu  Strazburg,  da  her  Hein- 
rich von    Mfilnheim  meistere  waz,  und   das   Strassburger  Bürgerrecht  auf   10  Jahre 
erhalten   und  beschworen  habe.  1389  fljrtoMftw  16. 

Str.  St.  A.  G.  U.  lad.  271.  fasc.  16.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig  p.  delaps. 
Vgl.   Wencker  collect,  jur.  publ.  124. 

14(i.  Markgraf  Bernhard  (I)  von  Baden  an  Strassburg:  uns  ist  von  unserm 
jnedigen  berren  dem  romschen  kunig  etwas  empfohlen  von  der  Juden  wegen  in 
■twiewil  landen  zu  handeln  und  u.szzurihten.  Qu  haben  wir  vernommen,  das  ir 
den  judeneyt  gar  eygentlic^hen  verschrieben  habent.  bitden  wir  uch  mit  ganczem 
s  vlisz,  das  ir  uns  denselben  eyt  by  disem  hotten  verzeichent  schicken  wollent  zu 
dötsche  und  hebraysche.  hettend  ir  yne  aber  nit  in  hebrayscher  spräche,  so  schik- 
kend  uns  ine  doch  zu  dutsche.  datum  Pfortzheim  feria  sexta  post  exaltatio- 
nein   s.    Crucis.  Pforzheim  [13S3\?  September  IS]. 

Str.  St.  A.  AA.  103.  nr.  46.  or.  eh.  lit.  cl. 


147.  Judenordnung  vom  Jahre  1383. '  1383  September  25. 

Art.   1.     Unserre  herren  meister  und  rat,  schöffel  und  amman  zu  Strasburg  sinl 
aberein  komen,  das  alle  jaden,  Jüdin  und  ire  kinde,  die  in  unserre  stat  zu  Strazbnrg 

sesliaft  sint,  in  dirre  unserre  stette  friden  und  schirme  sin  und  bliben  siillent  und 
das  man  sie  liantliaben  boI,  alse  andere  unsere  bürgere  und  was  in  geschult,  ob  sie 
mit  stabende,  stuszende,  wunden,  dotslagen  oder  mit  andern  dingen,  in  «reihen  wen 
daz  sie,  daz  siillent  meister   und   rat  in  rihten   und  tun  zu  glicher  wise  und  in  den 

ehlen,  alse  ob  es  einem  anderm  unserm  burger  geschehen  were.  und  süllent  ouch 
sie  muhe   alle  anfügen,    so   sie    tiint    vor   meister    und   rate  zu   Strazburg    zu   rehte 

tan  oder   an  den   stetten,   dahin   sie  danne  meister  und  rat  in   unserre  stat   wisent. 

nd  siillent  ouch  sie  liden  und  halten,  was  meister  und  rat  zu  Strazburg  oder 
dieselben,  dahin  man  sie  danne  in  unserre  stat  wiset,  erteilen!,  und  wohin  man 
sie  danne  in  unserre  stat  wiset,  dahin  sol  man  in  zwene  botten  oder  me  von 
dem  rate  geben,  der  sie  danne  von  in  gewiset  het  durch  das,  daz  sie  dest  e  da 
uz  gerilitet    werden!    und   besehent,   daz   in  reht   geschehe. 


I 


1  Vgl.  Band  V.  die  Judcnordimng  vom  14.  Mai  1375. 


90  1383 

Art.  2.  Alle  die  Juden  und  Jüdin,  die  hie  inne  seshaft  sint  oder  harnäch  harin 
koment,  sullent  nieman,  der  zu  unserre  stat  gehöret,  keinrehande  gut,  gähe,  miete, 
schencke  noch  mietewan  geben  noch  lihen  heimeliche  noch  ofTenliche  noch  globen, 
entheiszen  noch  vürlegen  noch  in  keinen  weg  mit  sölichen  dingen  nützit  tön  noch 
nieman  von  iren  wegen,  also  daz  einem  oder  iemanne  von  sinen  wegen  doch  s 
wurde,  in  weihen  weg  daz  were,  äne  alle  geverde.  und  wo  es  geschehe,  so  sol 
der  oder  daz,  dem  es  worden  ist,  geben  zehen  pfunde  Strazburger  pfenninge  und 
der  Jude  oder  die  Jüdin,  die  es  getan  het,  ouch  zehen  pfunde  beszern.  und  sol  die 
schencke  oder  die  miete,  waz  der  ist,  meister  und  rate  werden  und  gefallen  sin. 
und  süllent  es  meister  und  rate  rügen,  rihten  und  rehtvertigen,  so  ez  in  vürkomet.  "> 
were  ez  ouch,  daz  die  Juden  oder  Jüdin  iemannes  rate  bedörftent,  den  mügent 
sie  wol  dar  umbe  geben,  daz  bescheidenlich  ist  also  doch,  daz  in  nieman  raten 
sol,   daz  wider  unser  stat  ist   äne   alle  geverde. 

Art.  3.     Es  sol  ouch    kein  Jude,  der   in   unserre  stat  seshaft  ist,   von    keinem 
Juden,    der  nit  bi  uns    seshaft    ist,    gut   in    sine   gemeinschaft    nemmen    noch  von   i, 
keinem    uz  geseszen  Juden    haben  in  keinen   weg,    da   er    ime   denheinen    gewinne 
oder  ützit   von  gebe,    äne   alle   geverde.   und   wer  daz  brichet,   der  beszert   hundert 
güldin,  alse  dicke  er  es  brichet. 

Art.  4.     Es  sol  ouch  schultheissen   und  vogte  von  in  vallen  von   sölichen  bes- 
serungen,  waz  in  von  andern  unsern  burgern  von  unfügen  wurt  und  alse  an  unserre  20 
stette   buch  stät.  und   süllent  ouch  die  Juden  und  Jüdin,   die  zu  in  gehörent  gegen 
schultheiszen  und  vogte    sin    und    bliben  in   allen  den   rehten,    alse    sie    gegen    in 
warent  zu  den  ziten,   da  sie   vor  drissig  jaren    hie    inne    seshaft  warent,    äne   alle 
geverde.    doch  also  das  die  Juden  und  Jüdin  nit  rihten  süllent   und  ouch   kein  urteil 
süllent  sprechen   über  denheinen   cristan    möntschen  noch    über    sin   gut    von    den-  a 
heinren   sachen  wegen   ane  alle   geverde.    und   süllent  hinanfürder   ein    schultheisze 
und   zwene  cristan   manne  zu  gerihte  sitzen   in  der  Juden   schule  oder  da  man   von 
Juden  sachen    wegen  rihtet  und    süllent  urteil   sprechen,    obe   die  Juden   da  gerihte 
haben  wellent:  und  were  ez,  daz  die  zwene  cristan  manne  enthullent  an  irre  urteile, 
so   sol  es   der  schultheisze   einem  under  in  beiden  volgen.   und   sol  ouch  daz  danne  3u 
vürgang  haben   und    süllent     ouch    dieselben    zwene    manne    und    der    sehultheisse 
sweren  an   den   heiligen  alle   jare,    daz  sie  noch  nieman   von   iren   wegen    von   des 
gerihtes  wegen    und  daz   dar  zu   gehöret   ungeverlich   keine    miete    noch    mietewon 
nement  in  denheinen   weg   äne    alle   geverde.   und   welre    daz  under    in    verbreche, 
daz  süllent   meister  und  rat  rihten   und   rehtvertigen   bi  dem   eyde,  wie  es   in  vür-  35 
komet.    und   ist  es,   daz  die  drie  also   in   irre  schulen   rihtende   werdent,   so    süllent 
die  Juden  den  zweien,    die   bi   dem   schultheiszen    da    zi'i  gerihte  sitzent,    ieglichem 
jares   fünf  pfunde  pfenninge  geben. 

Art.  5.     Sie  mügent    ouch   von   allen    unsern  ingeseszen   burgern    alle  wochen 
zu   wücher   nemmen   von  plunder,    rocken,   menteln,  briefen,    da  sie  uf  lihent,    und  40 
von  anderen  sölichen  dingen  von  ieglichem  pfunde  einen  pfenning  und  nit  nie,  doch 
also   von  sehs   Schillingen    und   darunder  einen   helbeling    und  von  sehs    Schillingen 
untze  an  zehen  Schillinge   einen    pfenning   und  von   zehen  Schillingen    untz    an   ein 


1383  9i 

pfunt  drio  helbeling  und  von  einem  pfunde  einen  pfenning.  und  darüber  ouch  von 
ieglichem   [)funde   einen  pfenning,  wie   vil.  es   darüber   ist,   und   ouch   nit  me. 

Art.  0.  Sye  süllent  ouch  von  keinem  wücher  nemmen  noch  rechenen,  es  sie 
danne  vor  ein  gantz  jar  nach  der  leben ungen  us  äne  alle  geverde.  und  wer  daz 
5    brichet,  der  beszert  driszig  güldin. 

Art.  7.  Sü  süllent  ouch  keinem  unserm   burger  versagen  pfenninge  uffe  pfände 

Bzü  lihende  umbe  so  vil  wüchers  äne  geverde,  also  da  vor  ist  bescheiden  umbe  das, 
daz  sie  meindent  einem  lantmanne  lieber  zu  lihende  danne  einem  burger  dar   umbe, 
ilaz  er  in  me  wüchers  gebe   danne   ein  burger   tut   äne  alle  geverde.    und   wer   daz 
io  brichet,  der  beszert  zwei  pfunde. 

Art.  <S'.  Doch  süllent  sie  nyemanne  ul'  denheinen  harnasche  liehen,  wer  das 
brichet,  der  beszert  zwei  pfunde. 

Art.  9.  Sie  süllent  auch  uf  keine  gemeinde  in  dorffern  lihen  in  keinen  weg. 
wer  das  brichet,  der  bessert  zehen  pfunde. 
|^H  Art.  10.  Und  süllent  ouch  sie  allen  den  lüten,  den  sie  uffe  pfände  lihent,  welre- 
hande  die  pfände  sint,  ire  pfände,  dar  uffe  sie  in  geluhen  hant,  äne  alles  Widerrede 
geben  wider  zu  lösende  bi  derselben  tage  zit,  so  es  ein  möntsche  an  sie  gevordert 
het  sine  pfände  von  in  zu  lösende  uzgenomen  an  iren  virtagen  äne  geverde.  wer 
das  brichet,  der  bessert  zwei  pfunde. 

Art.  11.  Sie  süllent  ouch  keinen  Juden  noch  Jüdin  zu  in  harin  nemmen  noch 
zu  in  noch  in  unser  stat  läszen  komen  heimeliche  noch  offenliche  in  niderlas  wise 
äne  wiszende  und  willen  meister  und  rates,  die  danne  sint.  und  sol  ouch  ein  ieglieh 
Jude,  in  des  hus  einre  in  niderlas  wise  komet,  über  die  gedingeten  Juden  in  den 
nehsten  drien  tagen  dar  nach,  so  er  daz  erfaren  het,  meister  und  rate  rügen  äne 
H  alle  geverde.  wer  das  brichet,  der  beszert  fünf  pfunde. 

Art.  12.  Wo  sie  ouch  me  wüchers  nemment  von  unsern  ingesessen  burgern, 
danne  da  von  geschriben  stät,  sweret  danne  der  Jude  oder  die  judin,  daz  sie  nit 
wustent,  daz  sie  unsere  bürgere  werent,  von  den  sie  me  genomen  hettent,  da  süllent 
sie  ledig  sin  und  süllent  ouch  den  übrigen  wücher,  den  sie  genomen  hant,  jenen 
:w  wider  geben,  woltent  sie  aber  das  nit  sweren,  so  süllent  sie  beszern  fünf  pfunde, 
also  dicke  so  sie  es  tünt  und  süllent  jenen  den  übrigen  wücher  wider  geben  äne 
geverde. 

IArt.  13.  Sie  süllent  ouch  nach  allen  verstolen  pfänden  stellen,  die  under  sie 
koinent  und  sie  tun  under  in  ernstlichen  suchen  und  den  ban  darnach  tftn,  so  man 
es  an  sie  vordert.  und  wo  man  sie  vindet  und  küntliehe  machet,  daz  sie  verstolen 
sint,  so  süllent  sie  sie  widergeben  umbe  so  vil  houptgiites,  alse  sie  dar  uf  geluhen 
hant.  werent  es  aber  kelche,  meszebüchere,  altergewete  oder  blutige  pfände,  die 
süllent  sie  vergeben  widergeben  äne  geverde.  wo  sie  es  aber  verswigent  und  nit  har 
viir  detent  und  dar  nach  befunden  wurdenl,  daz  sie  hinder   in   gewesen   werent,   da 

Isol  der  selbe  Jude  oder  Jüdin  fünft/ig  guldin  beszern. 
Art.  14.  Wenne  sie  ouch  pfände,  dar  uf  sie  unsern  ingeseszen  burgern   geluhen 
hant,  ein  gantz  jar  inne  gehabent  und    daz    sie   nit  von   in  gelöset  sint,  so  mügen 
sie  söliche  pfände  dar  nach  wol  verköffen.    also  wenne  der  Jude  oder  Jüdin  nach  dem 


92  1383 

jare  die  pfände  verkouffen  wollent,  so  süllent  sie  es  vorhin  dem  verkünden,  des  daz 
pfände  ist,  alse  verre  sie  mügent  zfi  huse  und  zu  hofe  ane  geverde.  und  süllent  ouch 
sie  die  pfände,  welrehande  sie  sint,  in  unserre  stat  offenliche  und  an  offem  merckete 
verkouffen  und  niergent  anderswo  in  keinen  weg.  und  süllent  sie  ouch  viertzehon 
tage  an  dem  merckete  läszen  ligen,  e  man  sie  verkoufft  äne  geverde.  wer  daz  brichet,  5 
der  beszert  zwentzig  pfunde. 

Arl.  15.  Weihes  jares  ouch  meister  und  rat  zu  Strazburg  wellent,  so  mügent 
sie  einen  ieglichen  Juden  und  Jüdin  zu  rede  setzen  und  sie  rehtvertigen  umbe 
iegliches  der  vorgen.  stücke  und  umbe  alle  andere  ire  miszetät  und  welre  Jude  oder 
Jüdin  der  selben  stücke  denheines  verbreche  oder  sus  büswirdig  funden  wurde,  10 
das  er  üt  anders  miszetän  hette,  der  oder  die  süllent  es  beszern  alse  da  vorge- 
schriben  stät.  doch  süllent  sie  allewegent  dar  zu  umbe  alle  unfügen,  die  sie  tönt, 
wie  dicke  daz  beschult,  vor  meister  und  rate  zu  Strazburg  zu  rehte  stän  oder  an 
den  stetten,  dahin  sie  danne  meister  und  rat  in  unserre  stat  wisent.  und  süllent 
öch  sie  halten  und  liden,  waz  da  erteilt  wurt  äne  alle  geverde.  Iä 

Arl.  16.  Were  ouch  daz  sie  denhein  gut  fundent  in  irem  kirchhofe  oder  in  irre 
schulen,  da  süllent  sie  uns  und  unserre  stat  geben  daz  halbe  söliches  gutes,  und 
süllent  sie  daz  ander  halbe  teil  behaben.  waz  sie  aber  gutes  findent  in  den  hüsern 
da  sie  seshaft  inne  werent  oder  in  einem  anderm  huse  oder  anderswo  in  unserre 
stette  burgban,  da  sie  uf  wisent,  dar  an  sol  uns  und  unserre  stat  daz  halbe  teil  w 
werden  und  in  an  dem  andern  halben  teil  daz  halbe  teil  bliben  und  daz  übrige 
vierteil  dem,  dez  daz  eigen  ist,  da  es  danne  fünden  wirt,  äne  geverde.  und  süllent 
ouch  solich  gut  suchen  mit  wiszende  meister  und  rates  zu  Strazburg.  wer  das  briche 
der  beszert  hundert  guldin. 

Arl.  17.  Man  wil  in  ouch  der  Juden  kirchhof  lihenund  geben  also,  daz  ieglicher  25 
huswurt  und  husfrowe  mit  iren  wiben  und  umberäten  kinden  alleine,  die  hie  seshaft 
sint  oder  wellent  sin  und  har  koment,  gebent  alle  jare  da  von  ein  pfund  Strazburger 
Pfenninge  zu  zinse. 

Art.  18.  Sie  süllent  ouch  umbe  alle  die  schulde,  die  in  unsere  bürgere  schuldig 
werdent,  in  weihen  weg  daz  sie,  kein  ander  geriht  nemmen  danne  in  unserre  stat  *> 
zu  Strazburg  und  ouch  keine  schulde  noch  keine  anspräche  keinem  herren  noch  nie- 
mannne  anders  uz  der  hant  und  von  in  geben  noch  empfelhan  äne  urlöp  meister 
und  rates  zu  Strazburg,  die  danne  sint,  da  von  wir  oder  unser  stat  in  schaden  oder 
kumber  komen  möhtent.  es  sie  die  wile,  sie  bi  uns  seshaft  sint  oder  dar  nach,  so 
sie  oder  denheiner  oder  denheine  Jüdin  under  in  von  uns  gezügent  und  sol  in  oder  35 
irem  botten  ouch  meister  und  rat  darumbe  vürderliche  äne  geverde  rihten,  so  sie 
ez  an  sie  gevordernt.  und  süllent  ouch  der  selbe  Jude  und  Jüdin  oder  ire  botten  in 
unserre  stat  getröstet  sin  alle  die  wile,  daz  sie  also  zu  gerillte  in  unserre  stat  gänt 
äne  die,  die  in  unserre  stette  beszerungen  sint.  und  wer  daz  breche,  so  sol  sine 
schulde  und  sine  briefe,  die  er  darüber  hat,  abe  sin  und  keine  kraft  me  haben  und 
sol  dar  zu  hundert  pfunde  pfenninge  beszern.  und  disen  hindersten  nehsten  artickel 
hant  alle  Juden  und  Jüdin  zu  derselben  penen  gesworn,  also  ein  Jude  sweret,  stete 
zu  haltende  und  zu  habende  äne   alle   geverde.    und   sol   dirre  unbesigelte  brief   mit 


1383  98 

allem  dem,  «In/,  dar  an  geaobriben  siäi,  stete  sin  und  bliben  von  dem  Baal  Martin» 

tage,  so  man  zulende  wirt  von  gotz  gehörte  clruzehenhundert  jare  ahtzig  und  vier 
jare  die  Bebe  jare  gantz  us,  die  danne  BÄeh  dem  selben  aaat  Martins  dage  aller 
nrhsle  nachenander  koment  und  sullenl  onch  die  seihen  sehs  jare  an  dem  selben 
5  saut  Martins  tage  angiin  und  anfallen  zu  zalende  äne  alle  geverde.  datum  et 
actum  feria  sexta  proxima  ante  diem  sancti  Michalielis  areliangeli  anno  domini   1383. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  174  u.  w.  mb. 

Ebenda  nr.  12.  conc.  chart.  ohne  Datum  mit  einigen  Abweichungen. 

Gedr.  Hegel :  Künigsh.  II  S.  980. 

|^J        IUI.  Slraßburger  Gesandte  ",/  ihn-  S/m//  über  Besuch  und  Verhandlungen  auf 

Bdem  Nürnberger  Reichstag.  Nürnberg  1383  nach  Sej>tember  ii>. 

Tag  zu  Nürenberg.  uf  sant  Michals  tag  und  darnach  kamen  die  herren  und  die 
städte  dahin,  als  vier  herzogen    von  Peigern,  der   herzog   von  Oesterich,   der  bischof 
von  Mentze,    der   von  Wurtzeburg,   von  Babenburg,    von  Aiehstette   und  von  Ouges- 
15  bürg,  viere  marggrafen  von  Missen,  der  burggraf  von  Nürenberg,  zwene  von  Wurten- 
berg  und  vil  andere  grafen  und  herren.  und  ist  der  kunig   nit  do   noch  nieman  von 

»siiicn  wegen,  und  wartet  man  sin,  doch  weisz  nieman,  uf  wellen  tag  er  kome.  do  so 
haut  die  herren  dazu  geschicket  herzog  RuprechJ  und  herzog  Steffan  von  Peygern, 
den  herzogen  von  Oesterich  und  den  bischof  von  Mentze;  so  hant  die  stette  unser 
ao  viere  ouch  darzu  geschicket;  und  tedingent  alle  tage  und  suchent,  obe  man  die 
saclien  übertragen  künne  umb  dass,  so  der  kunig  kernet,  dass  man  deste  neher  den 
saclicn  si  zu  übertragende  ect.  ouch  ist  der  lantgraf  von  Hessen  darkommen,  und 
der  hat  genuinen  des  burggraf  eil  dochter  von  Nürnberg  zu  der  e. 

H.  Götze  von  (irostein  und  Walther  Wassicher  der   stadt  Straszburg    holden    au 
8&  ire  ober n. 

Gedr.  D.  B.  A.  I,  417  i  aus  Wencker,  excerpt.  II,  491K 


14J).  Retsverordnungen  über  Schenkungen  und  Legale  an  Klöster. 

1383  September  30. 

Unsere  herren  meister  und  rat  scheffele  und  amman  sint  übereinkomen  von  der 

•lo  closter  wegen,  die  nit  eigen  noch  erbe  haben  sollent:  wer  es  da  daz  yeman,  wer  der 

were,  den  selben  clostern  keinrehande  gut   gebe  oder  mähte,  es   were   in  selegeretes 

oder  in  giftes  wise,  es  wer  pfenniggelt,  korngelt,  wingelt,  hüsere,  höfe,  ackere,  matten 

oder  andere   ligende  guter,  dieselben  guter  sollent  die   vorgenanten  closter   desselben 

ehsten  erben,  der  in  danne  daz  vorgenant  sele  gerete  oder  gift  geben  oder   gemäht 

et,    geben   zu   kouffende    und    sollent    ouch   sie   darumbe   nemen,   als    denne    daz 

fenniggelt  oder  die  vorgeschriben  guter  geltend,    mit    namen    daz  halbe  gelt  und  nit 


1    Vgl.  dort  über  die  Datierung  und  Namen  der  aufgezälUten  Fürsten,  die  Anmkgen. 


94  1383 

me,  und  als  denne  die  guter  geschetzet  werdent  ane  geverde.  und  sollent  sie  in 
ouch  des  gehorsam  sin  ze  tftnde  in  drien,  in  vieren  oder  in  fünf  jaren  ane  alle  Wider- 
rede, usgenommen,  daz  die  closter  zu  iren  kirchen  oder  zu  iren  herbergen  in  dem 
lande  zu  gottesdienste  bruchen  wellent. 

Actum  sub  domino  Johanne  de  Mülnheim  magistro  nuncupato  Richemberg.  anno  s 
domini  1383   feria   quarta   proxima   post  festum   sancti   Michaelis  archangeli. 

Aus  dem  cHeimlich  Buch»,  fol.  49  ».  (verbrannt  1870  mit  der  Stadibibliothek.) 
Gedr. :  Hegel :  Königsh.  II,  973  Beilage. 

150.  Bruno,  Herr  zu   der  Hohen  Rappoltstein,   beurkundet,   dass   er   vor  Meister 
und  Rat  von   Strassburg   das   Bürgerrecht   auf   10  Jahre   empfangen   habe.         geben   "> 
an  dem  fritage  nach  sant  Michelstage  des  heiligen  ertzengels  in  dem  jore  1383. 

1383  October  2. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  271  nr.  22.  1  or.  mb.   Vidimus  vom  21.  October  1392.  2  cop.  in 

einem  Papierlieft  aus  dem  Ende  des  14.  Jahrh. 
Gedr.  Weneker,  de  ussb.  168  n.  1.  —  Bapp.  Urkb.  II  nr.  22G  nach  1. 


II 


151.   Uebereinhommen  von  Meister  und  Rat   mit  dem  städtischen  Münzmeister 
Johann  von  Orostein  auf  6  Jahre.  1383  October  2. 

Wir  Johanns  von  Mülnheim  dem  man  sprichet  von  Richemberg  der  meister  und 
der  rat  von  Strasburg  tönt  kunt  allen  den,  die  diesen  brieff  sehent  oder  gehören 
lesen,  dass  wir  über  ein  sint  kommen  mit  Johanse  von  Grostein  unserm  münsmeister  20 
hern  Götzen  sün  (weiter  wie  Bd.  V  nr.  1245  vom  20.  März  1376  bis)  es  sij  danne 
ee  gezeichent  und  sint  die  geswornen,  die  darüber  gesetzet  sint  und  darüber  gesworn 
hant :  Claus  Richter  dem  man  sprichet  Dütschman,  der  hüter,  Thoman  Lentzelin, 
Hug  Dütscheman,  Kleinhenselin  von  Wintertüre,  Claus  Rerer,  Claus  Bock,  Klein- 
henselin  Pfaffenlap,  Ulrich  Bock,  Ulrich  Bockes  sün,  Claus  Brünlin,  Hanneman  von  2i 
Wintertür,  Lauwelin  Merswin  und  Walther  von  Wintertüre  der  jungen,  (weiter  wie 
Bd.  V.  nr.  842  vom  30.  October  1369  bis,  teile  oder  gemeine  hant)  wenne  so 
daz  selbe  silber  in  daz  bistum  zu  Strasburg  kommen  ist,  wenne  daz  geschieht,  so 
sollent  sie  es  donoch  in  unser  stat  bringen,  (weiter  wie  1376)  und  sol  dirre  brief 
weren  hynnant  untz  zu  sant  Martins  tage  des  heiligen  bischoffs,  der  nü  zu  nehst  30 
kommet,  und  von  dannant  über  sehs  gantze  jore,  die  darnoeh  aller  nehste  noch 
einander  komment,  one  underlosz  on  alle  geverde  also  und  mit  der  gedinge,  wer 
es  das  yeman  dehein  dinge  verbreche,  die  an  disem  briefe  dovor  und  hienoch 
geschriben  stont,  wanne  das  geschee  alle  die  wile,  das  die  ziile  des  briefes  werent, 
der  sol  es  bessern,  also  das  an  disem  selben  briefe  geschriben  stät,  nnd  sol  im  w 
dovor  nit  schirmen,  obe  er  es  by  einem  andern  rät,  dann  der  in  zu  rede  setzet, 
geton  hette  on  alle  geverde.  wo  ouch  meister  und  rat  oder  der  vorgen.  geswornen 
einem  oder  me  fürkome.  (weiter  wie  1369).  gegeben  an  dem  ersten  fritage  noch 
sanet  Michelstag  dez  heiligen  ertzengels  in  dem  jore  do  man  zalte  von  gotz 
gebürte  drützehenhundert  jore  ahtzig  und  drü  jore.  (Folgt  der  Rat). 
Str.  St.  A.  Briefb.  A.  f.  260  b. 


1383  95 

152.  Meister  und  Bat  von  Strasburg  nehmen  auf  dir  Dimer  von  6  Jahren 
wieder  9  Juden  und  Judenfamilien,  welche  Unlerlhanen  der  Herren  von  Oetlingen 
waren,  in  ihre  Stadt  auf.  1888  October  tu. 

Wir  Joliiins  von  Stille  <\l'v  meiste*  und  der  rat  von  Strasburg  tönt  kunt  allen 
i  den,  die  disen  brief  sehent  oder  gehörent  lesen,  daz  wir  von  unsern  der  gemeinde 
mitenander  und  unserre  sielte  wegen  zu  Strassburg  die  nöne  Juden,  die  hienach 
geschriben  staut  mit  nammen :  Symont  Elyatz  buh,  Joseph  Rosen,  Mennelin  von 
Ulme,  Löwen  sin  bruder,  Moyses  von  Bretheim,  Abraham,  der  hinkenden  Belin 
man,  Löwen  von  Wesel,  Isack  von  Mollesheim  und  Mathis  von  Brisach  und  alle 
i»  andere  Juden  und  jödin,  die  bi  uns  in  unserre  stat  zu  Strazburg  sint  an  dem 
sant  Martinstage,  so  man  zalende  wurt  von  gotz  geburte  drutzehenliunderl  jare 
achtzig  und  vier  jare  oder  darnach  zi'i  uns  zu  Strazburg  koment  in  den  seh.s 
jaren,  die  Dach  demselben  sant  Martinsdage  alleneheste  nachenander  koment, 
begnadel  haut  und  in  ouch  die  gnade  hant  getan,  daz  wir  sie  und  andere  Juden 
und  judin,  die  also  in  den  vorgenanten  sehs  jaren  zu  uns  in  unser  stat  zu 
Strazburg  koment  zu  uns  genomen  hant  und  ouch  danne  vürbaz  in  dieselbe  unserre 
stiil  wellent  die  vorgenanten  sechs  jare  uz,  die  do  angan  sullent  zu  zalende  an 
dem  sant  Martinsdage  so  man  zalende  wurt  v.  g.  geburt  1384  und  weren  sullent 
von  demselben  sant  Martinsdage,  der  dann  komet,  sehs  gantze  jare,  die  danne 
h  allernehste  nachenander  koment  also  und  mit  der  gedinge,  daz  alle  die  Juden  und 
judin,  die  danne  bi  uns  sint  oder  in  den  vorgenanten  sehs  jaren  zu  uns  in 
Unser  stat  koment  die  nesten  dru  jare  us,  die  danne  an  dem  vorgenanten  sant 
Martinsdage  anfallen  sullent  uns  dienen  und  geben  sullent,  alse  sie  mit  uns  öber- 
komen  sint  und  gedinget  hant  uns  dieselben  sehs  jare  zi'i  gebende  oder  alse  die, 
die  danne  darnach  in  demselben  zile  harin  zu  uns  koment  mit  uns  uberkomende 
und  dringende  werdent.  und  welre  under  in  von  uns  ziehen  wolte  nach  den  drien 
jaren,  die  nach  dem  vorgenanten  sant  Martinsdage  allernehste  koment,  der  oder 
die  sullent  jeglicher  under  denselben  Juden  oder  Jüdin  das  nehste  jar  nach  den- 
selben drien  jaren,  wo  sie  sint  uns  ein  jar  nachdienen  und  also  vil  geben,  alse 
er  oder  sie  und  ieglicher  under  in  uns  ein  jar  geben  sullent  in  denselben  drien 
aren  an  alle  geverde.  welre  derselben  Juden  oder  jödin  in  denselben  nehsten 
drien  jaren  mit  meister  und  rat  zö  Strazburg,  die  danne  sint,  sehe,  daz  er  von 
uns  komen  und  uz  unserre  stal  ziehen  wolte,  der  oder  die  sullent  die  drö  jare 
die  nehsten  nach  denselben  drien  jaren  allernehste  koment,  uns  aber  dienen  und 
geben  alse  vil,  als  sie  mit  uns  uberkomen  sint  und  gedinget  hant  uns  die  vorge- 
nanten sehs  jare  zii  dienende  und  zu  gebende  oder  alse  sie  danne  und  darnach 
harin  zu  uns  koment  mit  uns  uberkomende  und  dingende  wurdent  also,  daz  wir 
und  unserre  aachkomen,  diewile  sie  bi  uns  seshaft  sint,  beschirmen  und  befriden 
sullent  und  in  beliolllen  sin  glich  und  in  aller  der  maszen,  alse  andere  unserre 
stelle  bürgere  und  sie  ouch  also  bandhaben  und  sie  in  der  maszen  halten,  alse 
der  unbesigeH  brief  bewiset,  den  man  von  iren  wegen  alle  jare  vor  dem  mönster 
sweret,  stete  zö  handhabende  an  alle  geverde.  derselbe  brief  ouch  von  worte  zö 
VI.  13 


mi 

Nov.  II. 


96  1383 

worte   und  glich   alsus   geschriben   hat:      Unser  herren  meister  und  rat,   Bchöffel  und 

amman   sind  übereinkomen,  daz  alle  Juden  und  judin   und  ire  kinde,  die  in  unserre 

stat  zu   Strazburg   seshaft  sint,   in  dirre  unserre  stat   friden    und    schirme    sin   und 

bliben   sullent,  und   daz  wir    sie    handhaben    sullent   alse    andere   unserre    bürgere. 

und  waz   in  geschäht,   es   sie  mit  dotslegen,   wunden    slahende,   stossende    oder   mit    * 

andern  dingen  in  weihen  weg  daz  sie,  daz  sie  daz  sullent  meister  und  rat  dirre  stette  in 

rihten   und  in  tun   zu  glicher  wise   und   in  den   rehten,   alse  obe  ez  einem  andern 

unsere)  burger   geschehen   were.    und    sullent  ouch  sie   umbe    alle   unfugen,  so   sie 

tönt,  vor  meister   und   rat  dirre   stette  zu    rehte   stan   oder    an    den   stetten,   daliin 

sie    danne  meister   und    rate    in  unserre  stat    wisent    und    sullent    ouch    sie    lidcn   w 

und   halten,   was   meister  und   rat  oder  dieselben,   dahin  man  sie  danne  in   unserre 

stat   wiset,  darumbe   erteilent   und  wohin   man  sie  danne  in  unserre  stat  also  wiset, 

dahin  sol  man   in  zwene  botten  oder  me   von   dem   rate  geben,   der  sie  danne  von 

in   gewiset  het  durch  daz,   das    dest  e   da   uz   gerihtet   werdent   und    besehen!,   daz 

in  reht  geschehe,  und  sullent  ouch  sie   und  ieglicher  huswirt  und  husfrowe  mit   iren   u 

wiben   und   unberaten    kinden   alleine,    die    under   in    und    andern  Juden   und  judin 

in    unserre    stat    seshaft  sint   und  sin   wellent    alle   jare,   diewile    sie    bi    uns   also 

seshaft   und  wonende   sint,    uns   und    unserre    stat  geben    von    der  Juden   kirchhof 

bi   unserre  stat   gelegen,  den   sie   ouch   diewile   nutzen  und   nieszen   sullent    und  ire 

wonunge   darinne   haben,    ein    pfunt    Strazburger    pfenninge    zu    zinse.    sie    sullent  20 

ouch  die   vorgenanten  sehs  jare   uz    die    herren    von   Oettingen    irre   zehen   mareke 

silbers   und   unsern   herren   den   bischof  von   Strazburg   sinre  zwelf    mareke   silbers 

oder   alse  man   mit   ime  darumbe   uberein    koment    daz    rihten    und    darumbe    und 

über  die  satzunge,  die   wir  und  unserre  stat  ober  Juden   und  judin  beschriben  und 

gemachet   hant   und  ouch  alse  sie  in  unserre  stette  buche  und  anderswo  beschriben   25 

stant,   sullent   wir   noch    nieman  von  unserre   stette  wegen   sie   weder  trengen  noch 

nötigen  in  den  vorbenempten    sehs   jaren    denheinre    hande    gut    zu    gebende    noch 

zu   dienende   in   denheinen   weg   ane  alle   geverde.  doch   also,  waz  Juden  oder  judin 

über   die   vorgenanten   nune  Juden   und  judin,   die   danne    in   unserre  stat   sint  und 

die   mit   uns    uberkomen    sint,    und    die    zu    in    gehörent   zu    uns  in   unserre   stat   so 

koment   oder  komen  wellent,  daz  wir  mit  den  uberkomen  mugent,  wie  uns  duncket, 

daz   es    uns    und    unserre    stat    allernutzlichest    sie.    und    sol     ouch    daz    an    dise 

satzunge  nit  gan   ane   alle    geverde.    und    daz    dis  gantz    vest   und  stete   bleibe   die 

vorgeschriben  sehs    jare    uz  und    alse  da   vorgeschriben   stat,  darumbe  so   baut  wir 

zu  einem   Urkunde   derselben    dinge    unserre    stette    gros    ingesigel    an    disen    brief  3:> 

gehencket.       der  wTart   gegeben  an   dem   ersten  mentage   nach   sant  Dyonisientage  in 

dem  jare,   do    man    zalte  von  gotz  geburte    drutzehenhundert  jare    abtzig  und    dru 

jare.   haran   warent  wir  Lyenhart  Zorn   genant  Schultheisze,  Claus  Rihter  dem  man 

sprichet  Tutschman,  her   Johans   von    Mülnheim  genant   von   Rychemberg,    und  her 

Johans    von    Stille,    die  vier    meistere,    her    Johans    Cantzeler    der   ammanmeister.  40 

[Folgt  der  ganze  Rat\. 

Nach  Schilter,  Königshofen  S.  1056-59. 

Gedr.  auch  bei  Lünig,  part.  spec.  cont.  IV.  S.  741/45. 

Reg.  Als.  dipl  11,  283.  —  Vergl.  Hegel,  Königshofen  S.  979. 


1383  97 

153.  Mri.slcr,  Kai  und  die  Gemeinde  von  Slraßlmrg  hillen  den  Papst  um  die  Gestal- 
tung kirchlicher  Colleclen  zu  Gunsten  des  Münsterbaufonds,    stragsburg  1383  Octoberl3. 

Clemenüssime  pater  cum  huniillima  devocione  pedum  oscula  beatorum.  cum 
bona  ad   fabricam   ecclesie  Argentinensis   speetancia  per  varios  istis  modernis   tem- 

5  poribus  damnosos  eventus  et  presertim  per  malas  societates  Vasconum  et  Brito- 
num,  qui  terram  illam  per  incendia  et  rapinaa  diversis  viribus  invaserunt  intolcia- 
biliter  sunt  diminuta,  quod  oportebit  eandem  ecclesiam  in  laudabilibus  et  consuetis 
divinis  offieiis  ac  edifieiis  in  eadem  ecclesia  tarn  sumptuose  ineeptis  et  sicut  dudum 
ordinatum   fuerat  prosequendis  inevitabiliter  destitui,  nisi  s.  v.  provideat  de  remedio 

'•  salubri.   ideirco  pater  beatissime  e.  v.  s.,  quem  dominus   orbi    preposuit   universo 

Bdevotissime  supplicamur,  quatenua  pro  eadem  ecclesia  Argentinensi  gratiam  facientes, 
ut  quolibet  anno  infra  festuin  beati  .lacobi  apostoli  et  crastinum  commemoracionis  noÜ^s 
aoimarum  et  per  totam  quadragesimam  quibus  de  antiqua  consuetudine  ad  peten- 
(liini  elemosinas  pro  fabrica  dicte  ecclesie  Argentinensis  nuncii  et  cartule  mitli 
15  solent  ad  singulas  ecclesias  civitatis  et  dyocesis  Argentinensis  in  eisdem  ecclesiis 
dictis  temporibus  durantibus  diebus  dominicis  et  festivis  quocumque  tempore  inter- 
dicto  exeomunicatis  tarnen  et  interdictis  exclusis  divina  ibidem  celebrari  possint 
dignemini  nunc  (?)  concedere  videlicet  supplicacionem  nostram  presentibus  inter- 
clnsam,  in  qua  he»  plenius  narrantur  vestiis  Banctia  manibus  consignando.  almam 
'"  personam  vestram  sub  suo  saneto  regimine  conservet  altissimus  feliciter  et  longeve. 
scriptum  Argentine  die   13  mensis  octobris   anno  etc.  83. 

Devoti   filii  magislri,   consules  ac  tota   comunitas  Argentinensis. 
[In    verso].    Sanclissimo    in    Christo    patri    et    domino    nostro    domino    Urbano 
divina    providencia    sacrosanete    Romane    ac    universalis   ecclesie    summo  ponlifici, 
domino  nostro  metuendissimo. 

Str.  St.  A.  V.  D.  G.  .63  Bd.  46.  cop.  eh.  coaev. 

154.  König  Wenzel  gebietet  fünfzehn  Stadien  des  Elsass  [darunter  St  ras  s  bürg] 
und  der  Schweiz,  dem  Bischof  Iiner  von  Basel  Hülfe  zu  leisten  und  ihm  die  Heirlis- 
sehlösser  zu  offnen.  der  geben  wart  am  nechsten  mentage  nach  sant  Gallen 
tage  unser  reiche   des   beh.  in  d.  21  des   rom.  in  d.  8  jaron.   [Mimberg]  October  10. 


DO 


Basel.  St.  A.  Reichsabscheide.  eop.  eh.  coaev. 

155.  Die  Herren  von  ffornberg  erklären,  daß  sie  durch  Vermittln. %g  ma  Meister 

und  Rat  der   Stadt  Freiburg   völlig   gesühnt  seien   mit   der  Stadt  Slraßburg    und 

sä  Herrn  Heinrich  von  Geroldseck.  1383  November  13. 

Wir  Brun  der  elter,  Heinrich,  Hans,  Ulrich,  Wernher  und  Brun  der  junge  von 
Hornberg  tünl  kund  allen  den,  die  disen  brief  sehent  oder  hörent  lesen,  umh 
den    krieg,    die   slosse    und    niissehelli,    die    wir  daher   gehehl    haut    mit   dem    edeln 


Ü8  1383 

Heinrichen  von  Geroltzegg,  herren  ze  Lar,  und  mit  den  fromen,  wiseo  .  .  dem, 
meister  .  .  dem  rate  .  .  den  burgern  und  der  gemeinde  der  stette  ze  Strazborg, 
da  veriehent  wir,  das  wir  des  selben  krieges,  stösse  und  missehelli  gar  und 
gentzlich  komen  sint  uf  die  wisen  .  .  den  burgermeister  und  .  .  den  rate  der 
stette  ze  Friburg  also  mit  der  bescheidenheit,  was  die  selben  von  Friburg  dar  5 
umb  erkennent  und  sprechent  nach  der  minne  oder  nach  dem  rehten,  das  globent 
wir  fär  uns  und  unser  erben  und  nachkomen  stete  ze  habende,  ze  vollefürendc 
und  ze  tünde  getrüwelich  und  ungevarlich  und  dieselben  von  Friburg  nit  ze 
straffende,  was  sü  her  umb  nach  der  minne  oder  nach  dem  rehten  erkennent  und 
sprechent.  und  her  uf  so  hant  wir  für  uns  und  alle  von  Hornberg  und  für  alle  i" 
unser  erben  und  nachkomen  und  für  alle  unser  helffer  und  diener  und  für  alle 
die  unsern  und  für  alle  die,  die  desselben  krieges  mit  uns  wider  die  vorgenannten 
Heinrichen  von  Geroltzegg  und  die  von  Strazburg  warent  und  uns  wider  sü  zii- 
geleit  hant  mit  denselben  Heinrich  von  Geroltzegg  und  den  von  Strazburg  allen 
iren  helffern  und  dienern  und  allen  den  iren  und  allen  den,  die  desselben  krieges  ir, 
mit  inen  wider  uns  warent  und  inen  wider  uns  zügeleit  hant  von  der  selben  stösse 
misshelli  und  krieges  wegen  und  von  aller  angriffe,  kosten,  getäte,  geschulte  und 
schaden  wegen,  die  dar  umb  beschehen  und  ufgestanden  sint,  ein  gantz  gute  und 
luter  sftne  genomen.  und  sint  die  ingegangen  und  globent  ouch  die  ewiglich  getrü- 
welich und  ungevarlich  ze  haltende  und  da  wider  niemer  ze  körnende  noch  ze  2» 
tünde  noch  schaffen  getan  mit  worten  noch  mit  werken  slehtlich  ane  alle  geverdr. 
her  über  zu  einem  offen  waren  Urkunde  so  hant  wir,  Brun,  Heinrich,  Hans,  Ulrich 
Wernher  und  Brun  von  Hornberg  vorgenant  unsere  ingesigel  gehenket  an  diaen 
brief.  dis  beschach  und  wart  dirre  brief  gegeben  an  dem  liebsten  frilag  nach 
sant  Martins  tag  da  man  zalt  von  gots  geburt  tusent  drühundert  ahtzig   und   drü  jar.  25 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166  nr.  64.  or.  Mb.  lit.  pat.  c.  6  sig.  pend. 


156.  Pfalzgraf  Ruprecht  I  kauft  Burg  und  Dorf  Neuenburg  von  Heinrich  von 
Lichtenberg  und  seiner  Frau  Adelheid  von  Veldenz  mit  Zustimmung  und  Vergünsti- 
gung der  Stadt  Strassburg  als  Pfandinhaberin  und  verspricht  derselben  die  Aus- 
zahlung der   Pfandsumme  von  6000  tt.  strassburger   Pfennigen.  3» 

Heidelberg  1,383  November  20. 
Karlsruhe.  Kopialb.  465,  53. 
Hegest.  Koch  und  Wille,  Pfalzgr.  Hegest  nr.  4516. 


157.  Pfalzgraf  Ruprecht   verspricht,    daß   er    bei   dem   soeben    gehäuften    Orte 
Neunburg   niemals  einen   höheren   Zoll  von  den  Slraßburgern    verlangen   wolle,  als  35 
bisher  erhoben  wurde.  Heidelberg  1383  November  24. 

Wir  Ruprecht  der  eilter  von  gottes  gnoden  pfaltzgrave  by  Rine  des  heiligen 
römischen  richs  oberster  druchsesse  und  herczog  in  Beyern  bekennen  und  tön  kunt 
offenbar  mit   diesem   briefe,  als  wir   Nuwenburg  die   vestin    bürg  und  stat   uff  dem 


1383 


•H» 


Mine  gelegen  von  Heinrich  berre  sfl  Lichtenberg  an  uns  gekauffei  haben  und  de« 
eins  teils  us» der  ßtal  von  Strasburg  banden  und  gewalt,  den  er  das  versetzet  bette, 
auch  an  uns  gelöset  haben,  driuue  sich  dieselbe  stal  fräntlieh  gegen  uns  bewiset 
haben  und   wann  ouch  dieselbe  stal  von  Strasburg  uns  dick  fruntlicb  gewesen  sinl 

I    fürbas    tön    mögent,    darumb    haben   wir   derselben    stal    ouch    dise    bienoch 

geschriben    früntschaft    geton    und    versprechen   in  mit    crafft  die    briefea  für  uns. 

unser   erben    und    nachkummen,    das     wir    und     unser    erben    und     nochkuniinen    zu 

Nuwenburg  von  der  oigenanten  stal  von  Strasburg  und  iren  uochkumen  borgen] 
zu  Strasburg  den  allen  gewöhnlichen  soll  one  geverde  nemen  sollen!  und  wöBent, 
der  liv  den  herren  von  Lichtenberg  bitz  off  disen  bötigen  tag  zu  Nuwenburg  uff 
(lein  lüne  genommen  ist  und  sä  do  by  lossen  Milien  und  sü  ouch  förbssser 
darüber  mit  höher  zollen  oder  trengen.  und  des  zö  Urkunde  und  rester  stetikeil 
gebenl  wir  für  uns.  unser  erben  und  nochkummen  >U>\-  obgenanten  stal  zö  Stras- 
burg disen  brieff  versigelt  mit  unsenn  anhangendem  ingesigel.  und  wir  Röprehl 
i\f\-  jünger  und  Röprehl  der  jüngesl  desselben  bertzog  Röprehl  des  Jüngern  sun  .  . . 
schliessen  sich  unter  Hintufügung  Urea  Siegels  den  obigen  Versprechwagen  an. 
geben  zu  Heidelberg  uff  sanl  Catherinen  abenl  in  dem  jore  nochCristus  geburt  1383. 

Str.  St.  A.  AA.  60.  Briefbuch  B  fol.  41/42. 

Karlsruhe,  Copialb.  4(i5,  44. 

Beg.  Koch  u.  Wille,  lieg.  nr.  6713. 


I5ii.    Der  Ral  von  Frankfurt  an  die  rheinischen  Bundestädte:   die  schwäbischen 

Bundesstädte  als  Schiedsrichter   in  dem    Streite   um    den    von  Worms    und  Speier 

aufgerichteten    Rheinzoll   haben    gemeldet,    dasfl    Worms    den   Zoll    nur    gegen    eine 

Entschädigungssunune  aufheben   wolle.    Frankfurt   rät    diese    Summe  der  Teidigung 

gemäss   zu    zahlen,   damit    der    Streit   aufhöre.         dominica   ante  festum    S.  Andree. 

[1383]  Xewmtoi   iu. 
Frankf.  St.  Arch. 
Reg.  Janssen,  Frankf.  Beichskorr.  I,  nr.  34.  —  Beg. :  Boos.  Wormser  Urkb.  II,  nr.  840. 


159.    Philipp     von    Falkinslein,     Herr     von    Minlzinberg    erklärt:     dass    er    dem 

rheinischen   Städtebunde  auf  8  Jahre    beigetreten    sei    und    alle    daraus   folgenden 

Bundespflichten    erfüllen    und     mit    (>    liieren    auf    .Mahnung     dienen     wolle.  dalum 

zu   Franckefurd    1383   uff  den  samstag  Cur  sanl   Nycolay  tage. 

Frankfurt  1383  Decemter  5. 

Sir.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48|49  c.  fasc.  7  nr.  24.  cop.  eh.  coaev. 

Frankf.  Arch.  Gegenurkunde  tler  rheinischen  Städte,  die  ihm  mit  30  Glefen  dienen  wollen. 

Beg.  Janssen,  Frank.  B-B.  I  nr.  35. 


Kit).    Markgraf    Bernhard    und    Rudolf  von    Baden  an  Strassburg:    zeihen  den 
Bans  Rintschuch     böslicher  Lüge  .  der  gesagt   habe,  dass  der  Abt  von  Seil  .-einen 


100  1383 

Bruder  ermordet  hätte,  und   bitten   die   Stadt,  dem  Abte   in   seinem  Vorgeben   gegen 

genannten   behülflich  zu  sein.         geben  zu  Baden  an   S.   Niclaustage. 

Baden  [1888  Deceinber  (iL 

Str.  St.  A.  AA.  103.  or.  eh. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1309.  6 

161.  Meister  und  Bat  von  Strasburg  stellen  den  jüdischen  Arzt,  Meister 
(Jutleben  an  auf  G  Jahre  mit  einer  Besoldung  von  300  Gulden  und  der  Erlaubnis, 
Geld  auf  Zinsen  auszuleihen.  actum  sub  domino  Johanne  de  Stille  magistro  feria 
proxima   post  diem  seti   Nicolai.  1888  Dccember  7. 

Nach  der   Notiz  von  Hegel,   Königshof.   S.  985  entnommen   aus   den   sogen.  Anneden  von    10 
Brandt  i.  d.  Seminarbibliothek  Suppl.  XXI,  doch  irrthümlich  mit  der  Jahreszahl  1384, 
denn  Joh.  Stille  war  nicht  1384  Meister,  sondern   von  Januar  1383  bis  Januar  1384. 


162.  Ralsverordnung  betreffend ßen  Metzger  des  Bruderhofs  zu  Strasburg.    1888. 

Unser   herren   meister  und  rat   sint    mit  rehter    urteile   ubereinkomen,    das  ein 
iegelich   schaffener   im   bruderhof  sweren   sol,    das   er    alle  jare,    so    der    nuwe   rat   '» 
angat,   den   metziger   in   bruderkuchen,  der  danne   der  tumherren  zu  der  hohenstifte 
metziger   ist,   bringe  vur    meister   und    rat,  die    danne  zu    ziten    sint,    und   das   er 
swere  zu  den  heiligen,    das    er    dasselbe   jare   nit    nie   hemmele   uffe  unsere   stette 
almende    tribe    danne    zwey    hundert,    und    sol  das    alle    jare   sin  von   mittelvasten 
untze  zu    unszere    frowentage    der    erren,    den    man    schribet    assumptio    und    nit  20 
langer,  und   sol    man    ouch   dieselben   zweyhundert    hemele    niergen   anderswo   v< t- 
howen   danne  in  bruderkuchen,   noch  nieman,  wer  der  ist,  deheynen  hanmiel  davon 
zu    kouffende   nit   geben,    und    was    hemmele    ouch    von    der    vorgenanten    summen 
zweyhundert    in  bruderkuchen   also  abestochen   und  geszen   werdent,   die  mag   man 
wol  allewegent  ersollen  untze  an  zweyhundert  und  nit  me.  und  wer  es  ouch,  das  2.1 
hemmel  an   der   vorgeschriben   summen    uberblibent,    die  nit  in   bruderkuchen   ver- 
howen  noch  gessen  wurdent,  ir   wer  lutzel  oder  vil,  die  sol  der  vorgenanlc  metziger 
in  bruderkuchen   unsern  ingesessen  metzigern  und  burgern  zu  kouffende  geben  und 
nyeman    anders    bi    dem   vorgeschriben    sime   eyde.   und  wo   er  ouch    anders    tete, 
das   sollent  meister   und  rat,   die    danne    zu    ziten   sint,    zu   ime    rihten    und   reht-  »« 
vertigen  uffe  den  eit  nach  den  schulden,  als  es   danne  ergangen   ist   und   sol  ouch 
dis   alle  jare  ein  rat  dem  andern  in   den  eit  geben.        actum  sub  domino  Nycolao 
dicto   Bihter   nuneupato   Tutscheman   magistro  anno   domini   millesimo   83. 

Str.  St.  A.  Schilter,  jus  statutarium  civitatis  Argcntoratensis    fol.  275.  (Manuscript.) 


16-5-  Ratsverordnung  gegen  allerlei  Wahlumtriebe  und  IVaklbeeinf/ussung  durch  35 
Mitglieder  des  Rates.  [1383.] 

Unser  herren  meister  und   rat,    schöffel   und  amman    sint  uberein   komen,    wer 
der  ist,  der  mit  iemanne,  der  in  dem  rate  sitzed  von  sin  selbes   wegen  oder  von 


1384 


1(H 


iernan  anders  wegen  von  meistere,  von  eins  ammanmeister  oder  von  iemans  wegen 
in  den  lat  zii  körnende,  daz  iemao  zii  denselben  dingen  also  gefurdert  oder  gchin- 
lerl  werden  solte  oder  der  solche  rede  von  derselben  dinge  wegen  iemanne  zii  lit-lnr  oder 
SO  leide  zu    einem  ratherren   retde,   daz   die    rede  also    tut    zfl  einem   ralherren,  es    sie 

frowe  oder   man,  tflt  ez    iemanne  dieselbe  rede  zu  liebe,  daz  iernan  darzfl  gefär- 

lerl  solte  werden,  so  sol  ez  fünf  pfande  pfenninge  beszern,  tut  ez  aber  iemanne 
solielie  rede  zii  leide  nnd  durch  daz,  daz  iernan  gehindert  weiden  solle  zfl  den 
rorgenanten  dingen  zii  körnende,  daz   sol  beszern    zehen  pfände   Strazburger  pfen- 

Ünge.    und    sol    ein    icglich   ratlierre,    mil    dein   es    also    geredet    wurt,    dazselbc    rflgeo 
li    siiiein    eide   [die   constafeler  noch   die  ant werginte   siillent  och  nit   ziisainnien  gan 
in    keinen    slellen    noch    sieh    niitenander    underreden    von    meistere,   ainniaineislere 
ider    von    denheins   wegen   in    den    rat    zii    kommende,    und    wer   das     hiniianlürder 
it,    der    beszert    10    libr.   und    siillent    daz    die    ralherren    rflgen     noch    horsagcn    uiul 
,\ie   ez    in   viirkomet]1    und   Siillent   es   oueh    meisler    und    ral    bi   irem     rate    und   e 
ir'  danne  sie  abe  gänt,  bi  irem  eide  rihten  und  rehtvertigen,  wenne  es  in  also  gerflget 
iinl,    und    der   beszerunge    nit    varen    liiszen   i'ine    alle   geverde.    und   sol   man   oucfa 
lisen   artickel   alle  jare  dem   rate   vorlesen  zii    dcrselhen    zit,   so   man   einen   nuwen 
ral     welen    wil.     und    wellte    zit    in    dem    jare     iernan    also     von    der    vorgenanlen 
linge  wegen  zii  einem  ratherren  redet,  so  sol  man  ez  beszern,  alse  da  vorgeschribeo 
jtflt.    wände   es    sol   allewegcnl    durch    daz    gantze    jar  verbotten   sin    bi   der   vorge- 
nanlen pene  ane  alle  geverde.   und  sol  dieser  artickel  einen  ieglichen  ammaii ister, 

der  danne  aminanmeislcr  isl,  niitzil  angan,  danne  er  mag  wol  damit  tun,  daz 
t  Iruwel,  daz  der  slal  iine  und  menglichem  daz  beste  und  daz  nütziste  sie  äne 
die    geverde. 

Str.  St.  A.  Stdtordn.  Bd.    XXIX  fo!     i».  undatiert,  doch  mit  Btuktn    Mn   1383  auf  dem- 
selben Blatt. 


164.  rrzemyslav  1.  Herzog  zu  Teschen  des  heil.  röm.  Reiches  in  deutschen  Lan- 
len  Vicarius  an  die  rheinischen  Bundesstädte:  teilt  mit,  das  der  Graf  von  Sl.  I'aul- 
;'olk  sammele  in  Krankreich  und  anderswo,  um  in  das  Land  Lützelburg  einzufallen 
md  es  an  sich  zu  reissen,  welches  doch  (nach  Herzog  Wentelt  Tode  1383  Deeem- 
)cr  7)  dem  König  Wenzel  verfallen  sei.  Mahnt  im  Namen  des  Königs  alle  rheini- 
schen Städte  sich  zu  rösten,  um  dem  Grafen  zu  widerstehen.  geben  se  Lützel- 
uirg  an  dem  jarstage.  Lütttetbmrp  1984  Januar  l. 

Beg.  bei  Janssen,  I  nr.  36   —   Wencker,  App.  2Jü—.'}Jii 


1  Ist  aus  der  Nachschrift  an  der  im  Text  bezeichneten  Stelle  eingefügt. 

2  Graf  Walram  von  Luxemburg  und   St.  l'aul  (herrc   zu  Scmpo,  vgl.  unten  den  Brief  Straßburgs 

i/dt  84)  der  ältere  Bruder  des  Bischof  Peter  von  Metz.  —  Vgl.  Kbrard,  Fehde  mit  Jean  de  Vergy, 
14. 


102  1384 

165.  Ralsentscheidnu  g  über  die  Verkaufslände  der  Fischer  am  Fischmarkt. 

1384  Januar  ~>. 

Wir  Johans  von  Stille  der  meister   und  der  rät  von    Strasburg    lünt  kirnt  allen 
den,  die  disen  brieff  sehent  oder  gehörent  lesen,  das  wir  von   unsera  und  der  stette 
und  der  gemeinde  wegen  zu  Strasburg  zu  rede,  satztent  die   vischere  gemeinlich   zii     a 
Strasburg  von  iren  und  desselben  irs  antwercks  wegen,  das  sie  sich  underzügent  und 
underzogen  hettent  des  vischmarckts  gelegen    in  unsere  stat    by  sant    Martins    ober 
das,  das  derselbe  vischmarckt  von  oben  untz    unden    us    mit    allem    begriffe    unser 
stette  gemeine  almende  were.    do  verantworteten  es  die  vischere  von  iren    und    des- 
selben irs  antwercks  wegen  gemeinlichen  und  sprechen!  :    sie  und    ir  fordern  hettent   io 
stette  gehept  uff  dem  vischmerckt  und    hettent    die    in    eigens  wise  inne  gehepl   and 
genossen,  wand  in  ehtwe  und  vierzigk  stette  aldo  gegeben  werent    für  sollicb  stelle, 
die  sie  vormals  gehept  hettent  an  den  stellen,  do  yelzonl   unser  pfaltzen  stat,1  wän- 
de  sie  ouch    darumb    unser    stette    armbroster    alle    jure  sehs    pfunl    pfennige   und 
einen   salmen  gebent    und   den    burnen    darzü    machetent  one  unser  stetle  schaden.   15 
und  darumb  und  ouch  nochdem  alse  wir   dieselbe    sache    und  ouch    die    kuntschaffl 
von  unsern  und  iren  wegen  verhört  hant,  so  sint  wir    die  vorgenanten  meister  und 
riil  zu  Strasburg  mit  rehter  urteil  an    offem    gerihte   übereinkommen    und  sprochenl 
es  ouch  zii  reht  uff  unsern  eyt,  das  der  vorgenante  vischmerckt  unser  stett  alhnende 
ewekliche  sol  sin  und  bliben.  und  sollent    die   vischere  die  ehtwe  und   vierzig   stette   w 
daruff  zwüschent  den  öbern  und    den    nideren  margsteinen,   die    wir   dohin  gesetzet 
hant,  nützen  und  niessen  mit  kouffende    und    verkouffende.    also    welre   vischer  der- 
selben hovestette  eine    hat  oder   der    stirbet    one    knaben,  welre    vischer  danne  der 
erste  ist  zu  irem  vischermeister    zii    kommende   und     die   hovestatl    an  ime  fordert, 
dem  sol  er  sie  ouch  setzen  umb  vier  pfennige  one  alles  höher   steygen  und  one  wi-  » 
derrede  dohin  als  dohar,  also  das    sie   unser   stette    armbroster   jerlich  sollent  dovon 
geben  sehs  pfunt  Sträsburger    pfennige    und    einen    salmen    und    den  burnen  darby 
machen  mit  irem  costen  und  schaden  also,  das  sie  noch  nieman  anders  keinerhande 
gebuwe  noch  tache  uff  dieselben  stette  sollent  setzen  noch  machen,  und  was  uszwen- 
dig  der  markstein  ist,  es  sy  obewendig  oder  nebent  zii  gegen   dem   wege   und   ouch   m 
nidewendig  der  selben  margsteinen,    das    sol    unser  stette   almende    sin   und    bliben 
und    sollent    ouch    wir    und    unser  statt  domitt    tun  und  loszen  noch  allem  unserm 
willen    und    sollent    die    vischere    kein    recht    darzü   habent.    und  sollent  ouch   die 
vischere  von  dem  margsteine,  der   da   stät   an    sant   Martins   mure    vor  unser  pfaltz 
Stegen  weder  neben  derselben    unser   pfaltzen    stegen    noch   under    derselben  siegen  30 
ante  an  unser  pfaltzen   innre  doselbs  kein  reht  haben  zu  stonde  noch  i.tzit  do    veyl 
zu  haben,  dann  es  sol  unser  stett  almende  lideklich  sin  und  bliben  one  alle  geverde. 
und  des  zu  eym  Urkunde,  so  ist  unser    stette    ingesigel   an    disen    brieff    gehencket. 
der  wart  gegeben  an  dem  nesten  zinstage  vor  sant   Erhartstag  des  heiligen  byschofes 

— 

1  Die  Pfalz  stand  auf  dem  heutigen  Guttcnhergplatz  und  war  erbaut  1322,  cf:  Hegel:  Closcner  1,  132.    ,lu 


1384 

an  <l<'in  jore  do  man  zalte  von  gotts  gebürl  drüzehen  hundert  jore  ahtzig  und  vier 
jore.  [Et  folf/l  der  ganze  Ral.\ 

Str.  St.  A.  AA.  67.  Briefbucli  0.  fol  90/81. 

l(J().    Bischof    Friedrich    von   Strassburg   tritt   dem   Landfrieden    vom    11.  März 
83  bei.  1384  Januar  27. 

B.  R.  A.  I.  nr.  214.  Regest  nach  einem  Regest  des  Karlsr.  G.  L.  A.  Pfalz.  Kop.  B  44,  179  ". 

167.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  teilt  der  Stadt  mit:  glaubwürdige  Leute  hätten 
ihm  gemeldet  :  daz  sich  der  von  Versey  mcchteclichin  hoüffe  und  solle  die  hoüfTunge 
Bin  all'  diesen  neisten  fritag  oder  samestag  zu  Lussey,  daz  ist  zwelf  mile  oder  uff  „JT'ao. 
die  masze  von  Rufach  und  ist  ir  meynunge  gentzlichln,  daz  si  obin  dorch  daz  sünt- 
gaw  in  daz  lant  von  Elsasz  inwollen,  du  sint  wir  zu  rate  worden,  daz  wir  uns  ete- 
licher  maszin  dar  widderssetzen  wollen,  herume  so  bitten  wir  uch  ernstlichin  und 
Biszeclicbin,  daz  ir  üch  und  uns  zu  helfe  komment  und  uns  senden  wollent  50  oder 
60  glefen  wol  gewopent  und  ertzugeter  lute  und  daz  die  sin  uff  dissen  neisten  mit- 
wochin  bie  uns  zu  Rufach,  daz  ist  der  mittwochin  nach  unser  frawen  tage  purifica-  *"«*•■.*. 
tionis.  und  wollent  uns  herane  nit  laszin,  want  wir  uns  auch  bewerbin  mit  an- 
deren unsern  frunden,  daz  wir  truwen,  daz  daz  beste  sie.  auch  wissent,  als  wir  nü 
von  uch  schieden,  daz  wir  den  von  Nuwenburg  verschribin  solten,  daz  hant  wir  ge- 
tan und  wolte  er  den  brieff  nit  empfahen  und  senten  uns  den  brieff  besloszin  wider 
und  sprach,  er  verstünde  dez  briefes  nit,  were  er  welsch  oder  latin,  so  verstünde 
er  in  wole.  denselben  brieff1  wir  uch  in  dissim  brieffe  senden,  da  ane  ir  syne 
meynunge  wol  merken  mogent.  wollent  in  dissin  sachen  uwer  bestes  tun  und  wollent 
uns  uwir  meynunge  unverzogelich  davone  widder  laszin  wissen,  und  erfaren  wir 
eheine  mere,  die  loszin  wir  uch  allewege  wissen.  gebin  zu  Rufach  dez  mitwochin 
or  unser  frawen  tag  purificationis.  Rufach  [1384  Januar  27]. 

Str.  St.  A.  AA.  1409.  or.  ch   lit.  cl. 


Hill.  Bischof  Friedrich  an  Tiebalt  von  Nuwenburg  :  fragt  an,  ob  es  wahr  sei 
iass  er,  obwohl  ihm  verwandt  und  bekannt,  seinen  und  der  Stadt  Strassburg  Feind, 
den  Herrn  von  Vergy  unterstütze  und  auf  seiner  Rurg  Ellekurt  und  anderswo  her- 
serge.         geben  des  samestages  vor  unser  frowen  dag  der  liehtmessen. 

[1384  Januar  30]. 

Str.  St.  A.  AA.  1409.  nr    7.  or.  ch.  lit.  cl.  c.  s.  »'. 


1(><).     Die  Stadt    Selz    im    Elsass   erklärt,   dass   sie  dem  Bunde  der   rheinischen 
■^lädte  :  Mainz,  Strassbuiir,  etc.  und  damit  auch  dem   schwäbischen    Runde   beigetre- 


1  Dieser  Brief  ist  nicht  erhalten. 
VI. 


14 


104  1384 

treten  sei.  Sie  verpflichtet  sich  ihren  Verbündeten  zur  Ueberfahrt  über  den  Rhein 
bei  ihrer  Stadt  stets  zu  Diensten  zu  sein  und  für  sie  zu  Pferd  und  zu  Fuss  auszu- 
ziehen, doch  so,  dass  man  denselben  Abend  Selz  wieder  errreichen  könne.  geben 
.  .  .  1384  off  den  nehsten  donrestag  nach  unser  vrowen  tage  der  liehtmesze. 

Ein  Zubrief1    vom   gleichen  Datum  verpflichtet   Selz    zu    denselben    Ausnahmen  5 
wie  die  übrigen  Städte.  1384  Februar  4. 

Druck  bei  Schaab,  rhein.  Stdteb.  II  nr.  228. 
Heg.   Vischer,  schiväb.  Stdteb.  nr.  206. 


170.     Bischof  Friedrich  von  Strassburg   antwortet   auf   Anfrage  der    Stadt:   von 
der  samenonge  wegen,  dye  sin  sal  zu  sant  Niclas  zu  Port  und   zi'i   Eschero,    dovone   10 
hant  wir  nut  virnommen.         geben  zi'i  Zabern  dez   fritages   nach   unser  frowen  dag 
der  liechtmeszen.  Zabern  [1384  Februar  <$]. 

Str.  St-  A.  AA.  1410.  or.  eh.  lit.  cl. 


171.    Ausführliche    Aufzeichnung   der   Beschlüsse   einer  Städteversammlung   zu 
Speier.  Speier  [1384  Februar  6—8].    is 

Als  der  stetde  frunde  off  diese  zyt  zu  Spire  byeinander  gewesen  sint,  dez  hant 
sie  beretd  und  uberkomen  also  :  wer  ez,  daz  eyne  stad  under  ynn  denselben  stetten 
mit  ander  stette  eyne  oder  me  zuschicken  hette,  so  sollent  sie  zusamen  rieten 
und  derselben  ire  sachen  gutlich  uberkomen.  mochte  aber  das  nit  gutlich  gesin,  so 
sollent  sie  die  sache  übertragen  mit  irn  luden  und  überluden,  und  werez,  daz  sie  2n 
darüber  eyns  gemein  mannes  nit  uberkomen  mogent,  so  sollent  sie  die  gemeine  lute, 
die  sie  zu  beyder  syte  dar  bitten,  die  ouch  des  bondes  2  sollent  sin  für  dem  gemeine 
bonde  nemen.  und  wer  in  derselbe  gemeyn  bont  oder  daz  eyns  teyl  der  styme  von 
den  stetten,  als  hernach  geschriben  steet,  also  zu  gemeynem  obermanne  gyt,  ez  sy 
von  denselben  genanten  oder  andere,  die  dez  bondes  sint,  den  sollent  sie  also  nemen.  25 
und  sollent  die  ratlude  und  oberlute  die  sachen  also  uztragen,  so  sie  furderlichst 
mogent  ane  geverde.  und  sol  ouch  die  stad,  uzzer  der  die  ratlude  oder  der  gemein 
mann  gnomen  und  geweit  worden,  darzühalten,  daz  sie  sich  der  sache  an- 
nemen;  ez  were  danne,  daz  ir  deheiner  reht  zusprechende  verheissin  hette  vor  data 
diz  artikelz  ungeverlichen,  so  solte  man  andere  darzü  kiesen  die  sache  uzzutragen.  30 
doch  sol  yedie  stat  by  iren  rehten  fryheyden  und  guten  gewonheiden  bliben,  alz  sie 
herkomen  ist.  und  dez  ouch  yglich  stat  besigelt  brieffe  hat  ane  geverde.  und  umbe 
semlich  erkentnisse,  do  habent  die  von  Meintze,  von  Straszburg,  Wormsz,  Spire  und 
Franckenford  yr  iglichen  derselben  stetde  eyne  styme,  die  von  Frydeberg,  Wetslar 
und  Geylnhusen,  die  dry  stetde,  semelich  ouch  eyne  styme,  die  von  Hagenouw,  m 
Wissenburg  und  Selz  ouch  eine   styme   und   die   von   Slitzstad   und   Ehenheim   ouch 


1  Str.  St.  Ä.  G.  ü.  P.  lad.  48/49.  eop.  eh.  coaev. 

2  In  die  Lücke  eihgesetzt  aus  der  Münchener  Vorlage. 


1384  105 

eyne  styme  in  den  vorgeschriben  sachen  mit   namen  den  oberman  zu  kiesen  und  nit 

anders,  auch  isl  beretd,  werez  daz  yeman  in  unsern  bond  wolte,  wer  der  were,  den 

rnogcnl  die  sfetdc  in    den   bont   nemen  in  semlieb  stymen  der    stedte,  als   davor  ge- 

sebriben  steet.  und  dirre  arliekele  so]  slcen   hienan   biz    sant,    .lobanstag   baptisten  zu     «M 

5   nelisle  und  darnach  über  ein  gantz  jare.  und  ist  dieser  vorgeschriben  artickele  über-  J 

K  komen  off  den  nelisten  samsztag  nach  unsere  vrouwen  tag  der  liehtmesse  anno  domini  1384.  Febr.t. 
Auch  ist. eins  tages  gewehen1  mit  den  fursten  und  mit  den  stetten  oll" 
dem  Ryne  und  in  Swaben.  und  sollent  die  swebeschen  stetde  den  dag  bereden  und  ynn 
dann  die  ryncsclien  sletle  lassiu  wissin,  mit  namen  die  von  Spire,  die  denselben  tag 
io  farbaz  den  andern  stetten  verkünden  sollent.  so  sollen  wir  zu  demselben  tag  komen 
mit  vollem  gewalt.  und  ist  der  gewalt  also :  eyner  (sie)  vereynunge  zu  mächen  zwi- 
schen den  fursten  und  uns  den  stetten,  doch  also,  daz  aller  der  stetde  bonde  in  iren 
crefften  sin  und  bliben  sollent. 

Auch  ist  beretd,  daz  alle  stette  off  dem  Ryne   off  diesen  allernehsten  sontag  vor  Febr.  u. 
15  der  phaffen fastnaht    bestellen  und   besorgen    sollent    offenheh  mit  armen  und    riehen 

»in  den  stetten,  daz  yeder  man  gespannen  und  gewarnet  sitze,  ez  sy  mit  harnasch, 
mit.  pherden,  mit  dienern,  mit  spise  und  koste  und  mit  nan.en  :  das  nyman  keyne 
armbrost,  phile,  bulwer,  buhssen  yeman  lyhe,  geben  noch  verkouffen  solle,  anders 
dann  unsern  eitgenossen  und  iren  burgern  oder  andern  gezug,  der  darzü  gehöret, 
äo  uinli  das,  wanne  wir  uns  versehent  und  uns  auch  senilich  botschafft  ist  komen,  daz 

Inian  an  uns  wil,  so  ist  ez  notdorfftig,  daz  wir  sunderlich  darzü  tun  und  daz  man 
sehe,  daz  wir  uns  darzü  stellen  und  rihlen,  daz  man  uns  nit  blosse  solle  fynden. 
Ouch  ist  beretd,  das  die  stetde  off  dem  Ryne  und  yn  Swaben  alle  jar  zwurnat 
zusamen  sullenl  kumen :  ein  male  gein  Eszelingen  off  sant  Georientag,  also  das  alle  Aprum, 
stetde  off  dem  Ryne  und  in  Swabin  ire  frunde  do  seihest  haben  sollent,  und  zugli- 
cher wyse,  so  sollent  die  vorgenanten  stette  alle  ire  botten  haben  zu  Spire  off  sant 
Marlinsdag  zu  dem  andern  male.  Nmbr.n. 

Item  von  der  munsze  wegen,  ez  sin  guldin  oder  phennyge,  wie  man  daz  besor- 
gen sol,  danunbe  so  sollent  die  von  Straszburg,  Wonne,  Spire  und  Franckenford  ir 
Byglich  slad  einen  botten  haben  zu  lUoinlxe  an  dem  dinslag  vor  der  phaffen  fastnaht.  Fein-.is. 
Auch  ist  rede  gewesen  von  unsein  frunden  von  den  swebischen  stetten  und 
meyneiiL  wie  sie  und  wir  zu  rade  sollent  werden  von  dez  eitern  marggraven  wegen 
von  Maden-  yme  jerlieh  eyn  somme  gelles  zu  geben,  daz  er  uns  mit  sinen  slos/.en 
EU  allen  unsern  nöten  verbunden  und  gewärtig  were. 
3!>  Auch  ist  beretd  von  dez  slosses  Luterburg  wegen,    wie   man  daz  umbe  eyn  gut   . 

veiphendel,  das  v/.  in  dez  I les  banden  und  gewalt  alleine  stunde    mit  allen  sinen 

zugehorden,  dorll'ern,  reuten,  wall   und  weyden    also   lang    biz   daz   ez   wider  gelöset 
wurde. 

IUnd  sollent  der  slelde  frunde  mit   vollem  gewall   umbe  die  vorgenanten  arliekele, 
der  sie  sich  an  yren  reten  zu  erl'arende  baben,  zu  dem  vorgenanten  tag  komen,  den 


1  bedeutet :  erwähnt. 

s  Markgraf  Bernhard  I. 


106  1384 

die  swebischen  stette  uns  den  rynischen  stetten  zu  nehste  verkündende  werdent,  alz 
vor  erludet  ist. 

Str.  St.  A.  AA.  110.  conc.  od.  cop    eh.  coaev. 

Gedr.   Quidde.  d.   sehwäb.  Stdteb.  S.  171.   nach  der   Münchner  Vorlage  mit  Hinzuziehung 
der  Straßburger.  —  Auszug.  Boas,   Wormser  Urkb.  11  nr.  842. 


172.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt:  wissent,  daz  uns  hüte  uff 
dissen  tag  abir  bodeschafft  ist  kommen,  daz  (die  Walen)  uff  disse  nacht  züschin  Ma- 
semünster  und  Than  liegen  wollent  und  konnent  uch  nit  wol  eigentlich  verschribin, 
wie  starg  daz  sie  sin  .  .  .  bitten  uch  als  wir  uch . .  getruwent,  daz  ir  uns  uwern  volk 
unverzoglichin  schicken  wollent,  want  wir  nit  anders  wissen,  dass  daz  sie  in  daz  lant  w 
von  Elsaszin  wollen.  gebin  zii  Riifach  dez  mentages  zii  vesperzyt  nach  der 
lichtmesse.  Hufach  [1384   Februar  8], 

Str.  St.  A.  AA.  1410.  or.  eh.  I.  cl. 


173.  Vertrag  der  rheinischen  Städte  über  den  Wormser  Rheinzoll  bei  Mannheim  : 
Die  Bürgermeister  und  Räte  der  rheinischen  Bundesstädte  :  Mainz,  Strassburg,  w 
Frankfurt,  Hagenau,  Weissenburg,  Schietstadt,  Oberehenheim,  Friedberg,  Gelnhausen 
und  Pfedersheim  schliessen  einen  Vertrag  über  den  aufgehobenen,  lange  streitigen 
Rheinzoll  bei  Mannheim  und  verpflichten  sich  für  sich  und  ihre  Nachkommen  alle 
Jahre,  so  lange  der  rheinische  Bund  währt,  an  die  Stadt  Worms  als  Entgelt  für  je- 
nen, zum  Vorteil  und  für  die  Dauer  des  rheinischen  Bundes  aufgehobenen  Bheinzoll  " 
soviel  Geld  Wormser  Wehrung  zu  bezahlen  .  .  .  alsovil  gelts,  als  viere  grosze  alle  jar 
jerlichen  zu  Menheim  an  dem  zolle  getan  megent  .  .  .  mynrer  hundert  gülden.  Hinzu- 
kommt, noch  eine  besondere  Zahlung  der  Nachbarstadt  Spei  er.  Diese  erste  und  so- 
dann alle  weiteren  Zahlungen  dieser  Entschädigungssumme  haben  immer  zu  geschehen 
am  Jahrestage  dieser  Abmachung,  dem  11.  Februar  1384.  Bleibt  die  Zahlung  von  8S 
einer  oder  mehreren  Städten  länger  aus  als  einen  Monat  nach  erfolgter  schriftlicher 
oder  mündlicher  Mahnung,  so  hat  Worms  das  Recht,  sich  auf  jede  nur  mögliche 
Weise  in  Resitz  der  ausstehenden  Summe  zu  setzen.  Versagen  andere  Städte  dazu 
die  vertragsmässige  Hülfe,  so  können  sie  allein  gerichtlich  oder  durch  Gewalt  und 
Pfändung  sich  an  dem  Kaufmannsgut  schadlos  halten  bis  die  Höhe  der  rückständi-  30 
gen  Forderung  erreicht  ist  .  .  .  und  wanne  die  von  Worms  daz  selbe  gelt  also  zii 
schaden  genommen  hant,  als  vorgeschriben  stet,  so  sollent  sie  doch  uns  stette 
vorgenant  und  die  unsern  darnach  in  dem  nehsten  mande  nit  angriffen  von  der 
sache  wegen  und  mogent  uns  doch  darnach  nach  demselbin  mande  uns  und  die 
unsern  angriffen  vor  heuptgut  und  schaden  in  aller  der  masze,  als  vorgeschriben  85 
stet  ane  geverde.  auch  ist  geret  in  dem  lesten  jor,  als  unser  bunt  uz  sol  gen, 
werez  danne,  daz  daz  nit  ein  jor  were,  als  man  in  daz  gelt  reichen  sol,  myn- 
rer hundert  gülden  und  der  von  Spir  antzale,  als  vorgeschriben  steet,  waz  danne 
do  ime  gefallen  ist  von  den  vorgeschriben  vier  groszen,  daz  sollen  wir  ir  in  auch  be- 
zalen   noch    marezal    in   ire   stat  zu   Worms   in    aller   der   masze,  als   vorgeschriben  40 


^ 


1384  107 

stet  ane  geverde.  und  dez  alles  zu  warem  Urkunde  geben  wir  die  vorgenanten 
sielte  vor  uns  und  alle  unsere  nachkommen  den  vorgeschriben  unsern  eitgenossen, 
dem  rate  und  burgern  gemeinlichen  der  stat  zu  Worms  und  allen  iren  nachkom- 
men disen  brieff  besigelt  mit  unsere  aller  stete  angehenden  ingesigel.  datum  des 
zu  Urkunde,  so  han  ich  Johan  Kemerer  ritter,  hofemeister,  myn  ingesigel  gedrüeket 
zii  ende  dirre  geschrift  an  dise  notile  von  bede  wegen  der  erbern  lute  der  botten 
von  Mcntze,  von  Frankinford,  von  Spire  und  von  Swaben,  als  die  itzunt  zi'i  Worms 
sint  gewest   uff  den   nehsten  dürnstag  vor  Valentini  anno  1384. 

Worms  1384  Februar  11. 

Str.  St.  Ä.  G.  U.  V.  lad.  48/49  K  fagC   III.  cop.  eh.  coaev. 

lieg.  Boos,   Wormser   Urkb.  11  nr.  843.   Ebenda  nr.  844.    Urkundliclie    Verpflichtung  der 

rhein.   Städte  zur  Zahlung  zu  festgesetzten   Entschädigungssumme   an   Worms.    1384 

Febr.  13.  —  Heg.  Janssen,  1  nr.  38.  —  Auszug  bei  Quidde,   schwäb.  Städtebund   S. 

177  not.  5. 

15  Vgl.  für  den  sachlichen  Zusammenhang  Quidde,  S.  175  nr.  2.   Ulm  an  Rotenburg  Febr.  27 

174.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt:  dankt  für  die  warnende 
Mitteilung  .  .  .  daz  400  glefen  oben  her  in  daz  lant  zi'i  Elsaz  ziehen  wellen  .  .  .  , 
wovon  er  bisher  nichts  gehört  hätte.  geben  zu  Benfeit  des  donrstages  vor  sante 
Veitinstage.  Benfeld  [1384  Februar  11]. 

Str.  St.  A   AA  1411.  or.  ch    .  cl. 


175.     Ulm   an   Speier   zur    weiteren    Benachrichtigung    der    andern   rheinischen 
Städte:    in    Ulm  solle  ein    Städtetag   sein   am    13.   März;   es  gingen,  wie  zwei  bei- 
liegende Kundschaftsbriefe  Botenburgs  auswiesen,   Gerüchte   von  einem  Bündnis  der 
Fürsten  wider   die    Städte,   diesem   solle  man  mit   mutiger   Gegenrüstung    begegnen. 
H  gebin  am  Samstag  vor  sant  Mathisdag  a.  d.   1384.  1384  Februar  20. 

I  Abdruck  Janssen,  Frankf.  R.-R.  I  nr.  39. 

176.  Die  Stadt  Freiburg  entscheidet  den  Streit  zwischen  der  Stadt  Straßburg 
und  Heinrich  von  Geroltzech  einerseits  und  den  Herren  von  Hornberg  anderseits. 
Freiburg  1384  März  4. 
Wir  der  burgermeister  und  der  rat  ze  Friburg  in  Brisgow  tünt  kunt  allen,  den 
die  disen  brief  sehent  oder  hörent  lesen  von  des  krieges  wegen,  der  ufgestanden 
was  zwüschent  dem  edeln  herren  jungher  Heinrichen  von  Geroltzegk,  herren  ze 
Lar,  den  fürsihtigen  wisen,  dem  meister  dem  rate,  den  burgern  und  der  gemeinde 
der  stette  ze  Strazburg  zu  einem  teil  und  den  fromen  edeln  her  Heinrichen,  her 
Hansen,  her  Ulrichen,  her  Wernhern,  rittern,  Brunen  dem  eitern  und  Brunen  dem 
jungem  von  Hornberg  zu  dem  andern  teil,  dar  umb  die  selben  bede  teil  einen 
salz  uf  uns  getan  hant,  also  das  wir  sü  bede  teil  dar  umb  verhören  und  darnach 
darum!»  sprechen   söllent   nach    der    minne    oder   nach  dem  rehten  und  ouch  dar  uf 


108  1384 

sii  bede  teil  für  sich  und  für  alle  die  iren  mitenander  ein  txan l^  luter  süne  geno- 
men  hant  nach  wisung  der  briefe,  die  sii  bedesite  gegen  enander  und  ouch  uns 
dar  über  gegeben  hant.  derselben  sachen  wir  uns  von  ir  beder  teil  und  ouch  des 
landes  nutzes  und  notdurft  wegen  angenomen  und  sü  gegen  enander  veihurt  haut, 
da  vcriehent  wir  der  burgermeister  und  der  rat  ze  Friburg  vorgenant,  das  wir  » 
herumb  nach  der  minne  gesprochen  haben  und  sprechent  ouch  mit  disem  gegen- 
wertigen briefe,  das  glich  schade  gen  schaden,  getäte  gen  getäten  ab  sin  sollen l 
und  das  deweder  teil  dem  andern  dar  umb  nit  schuldig  noch  gebunden  sin  sol  ze 
geltende  noch  uf  zerihtende  slehtlich  ane  alle  geverde.  her  über  zi'i  einen  Urkunde 
so  ist  der  vorgenant  stette  ze  Friburg  gemein  ingsigel  das  minr  gehenket  an  di-  10 
sen  brief.  dirr  spruch  beschach  und  wart  dirr  brief  gegeben  ze  Friburg  vor 
offem  rate  in  der  ratstuben  an  dem  fritag  vor  dem  sunnentag,  so  man  in  der 
kilhen  singet  Reminiscere  des  jares  da  man  zalte  von  gots  geburt  tusend  drühun- 
dert  ahtzig  und  vier  jare. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166  nr.  65.  or.  mb.  Ut.  pat.  c.  sig.  pend.  15 


177.  Mainz  an  Slraßburg  .•  sendet  die  Abschrift  eines  vom  17.  März  datierten 
Briefes  der  zu  Giengen  versammelten  schwäbischen  Städte.  [Mainz]  1384  März  88, 

Fursichtigen  und  wisen  lieben  besundern  frunde  und  eitgenoszen.  unser  frünt- 
lich  willig  dienst  wissint  alle  ziit  von  uns  voran,  lieben  frunde  und  eitgenoszen. 
wir    verkünden    uwer   fursihtikeit,  daz  uns   kuntschafft  komen  ist,  daz  unser   herre  20 

März  ?o.  der   kunyg  und  ander  fursten  und  herren  itze  off  an  sontag  Letare  gein  Nuwenbürg 

(?  Nurenberg)  zusamen  koment    sint.   nu  ist  mit   unserme   herren   hertzog   Fryderich 

von    Beyern    geretd,    daz    der    zu    uns    ryten  wil  villichte  uff  an  zinstag  ald  uff  an 

MirMit\».  niitwochen    nach    Letare   und    daz  wir    da    gedenken,   ob  man  ichtzig  gutes  in    den 

sachen  gereden  möge,  do  von  so  lassint  nit,   ir   verkundent   daz   andern    uwern   und  h 
unsern  frunden  und  eitgenossen  an  dem  Ryne,    daz   sie  deste   gewegner  sint    mit  ir 
botschafft,  umbe  daz,  ob  wir  die  sache  zu  tagen  brehten,  daz  daz  dester  forderlicher 
volgienge,  wan  die  zyt  dez  saches  zwuschen  fursten,  herren   und  stetten   hinnan   bi:: 

April  t3.  off  sant  Georientag  kurtze  ist.  wie  wir  die  sache  dan  erfinden,    dez   wollen  wir   ach 

dan  unverzogenlich  verkünden,  doch  vor  allen  dingen,  so  gevellet  uns  wol,  daz  ir  30 
zu  diesen  sachen  richtent  mit  gezug,  mit  koste  und  mit  allem  dem,  daz  zu  dem 
kriege  gehört,  daz  selbe  haben  wir  ouch  getan  und  verkundent  ouch  daz  andern 
uwern  und  ouch  unsern  frunden  und  auch  eitgenossin  an  dem  Ryne.  wan  nach 
aller  kuntschafft,  die  wir  noch  erfarn  und  gehört  haben,  so  duncket  uns,  daz  uns 
krieg  mer  gegenwärtig  sy  denne  fryde.  geben  zu  Gyengen  von  unser  aller  heys-  35 
sentz  wegen  under  der   von  Giengen  ingesigel  an   donrestag  vor   Letare  anno  1384. 

Von  uns  gemeynen  stetten 
alz  wir  ze  Gyengen  sin. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B    fasc  VII.  cop.  chart.  coaev.  (mit  Versendungsschnitten.) 


1384  109 

I7IS.  Bischof  rViedrich  von  Slrassburg  an  die  Stadt:  laut  urli  wissen,  daz  IM 
holschafi  ki'iincn  ist,  <l;is  der  nafftng«  von  LlUlifM  eine  grosse  sament'mge  habe 
und   welle  in   Kilsas  ziehen  .  ..       geben  z(i   Benvclt  uf  mitlwuche  zu  naht   noch  halb- 

faslen.  JtenfeM  [1.'iH4  März  24]. 

Sir.  St.  A.  AA.  l-llu.  or,  eh.  I.  d 


I?!).  Die   zu  Qiengen  versammelten   schwäbischen   Slädtrl/olen   berichten   [unter 
dem  Siegel  von  Ulm]  an  Speier  und  die  andern  rlirinisclien  Bundesstädte. 

Clienyen  JS84  März  28. 

Fursiohtigcn   wisen  besundern  lieben    frunde  und  eitgenossen.    unsern   fruntlieh 
io  willig  dinst  wissint  alle  ziit  von  uns  bereil   voran,  lieben  frunt  und  eitgenossen.    alz 
unsere  frunde  und  erbern    hotten    by    ueh    und   andern    uwern  und    unsern  frunden 

Bund  eitgenossen  rn"i  nebst  od'  dem  Ryne  gewesen    sint,  die   bant   uns  eigentlich    wol 
erzelet  und   geseit,   wie    sie   von   ueh   gescheiden    sin  und    von  der  und  ouch  ander 
sache  wegen,  so  sin   wir   itze   etwie  langeziit   by  einander  gelegen  zu  Giengen,  und 
>5  was  uns  war  kuntschatrt  komen,  das   unser   herre   der  kunig   und   ouch    die  Fürsten 

Ige  in  Nmenberg  zueinander  solten  komen  sin  off  den   sontag   Letare   in    der   vasten,   »"rtto. 
der  nehsl   TesgangM  ist.  dez  ist    aber   nit    beschehen    und    ist    nieman    do   gewesen, 
dann  hertzog  Friderich    von   Beyern,  der  burggrave  von  Nuremberg  und  der  andern 
fursten  rete.  und  als  sie  do  von  einander  gescheiden  sint,  do  hat  unser  herre  hertzog 
Friderich  von  Beyern  und  ouch  dez  von  Osterich  rate   mit   namen,  der   bischoff  von 
Augsburg    und   her   Hans   von    Elnbach    wider   an    uns  braht,   daz  sie  sich  von  der 
fursten  wegen  eins  tages  mit  einander  vereynet  haben   gein  Wurtzburg  uff  den  son-  Apnm. 
tag    SS  uszgcender   osterwochen    und    baden   uns,    das    beider    ir    und    ouch    wir   off 
denselben  tag   zu    yn   keinen   oder   aber   in   ein   genehe  do  by  gein  Bodenburg  oder 
»5  gein    Windszheim.    dez  haben   aber  wir   verantwurt,  das  die  sache  beide  von  unserin 
herreu  von   Osterich  und  auch  von  unserme  herren  von   Beyern  in  solicher  masze 
vormalz  an  uns  komen  were,  das  die  fursten  und  herren   nit   anders  begerten  dan, 
daz   wir    gein   yn   zutagen   kernen  gein  Heidelberg  oder   gein   Pforzheim,   das  haben 
ouch  wir   ueh  zu  versteende  geben  und  off  das,    so   wollen   ouch    wir   gerne   uff  die 
so   selbe    zyt   komen    gein    Spire  in   uwer    stat    und   do   beide    von    uwern    und    unsern 
wegen,   wo  die    fursten   gein   Heydelberg    koment,    ein   botschall'l    zu    yn    •KOMM    zu 
versuchen,  wie  die  sache  gutlich  vereynet  mege  werden,  uff  das  hant  uns  der  selben 
lurslen   und  herren  rete   geantwürt,   daz  sie  dez  nit   mehlig   sin,   doch  so   wollen  sie 
daz   an    ire   herren    in    solicher    masze   bryngen,    das  daz   furbaz  allen   fursten   und 
35  herren   verkunt  werde,    und  nach  allen  sachen,   die    sich    dozemol    zwuschen     uns 
verhelfen,   haben   wir  uns  vereynet,  daz  wir  von  gemeinem   unserm    bonde   zu    ueh 
gein   Spire    in    uwer    stat  komen  wollen  off   den    sontag  zu    naht  nach  dem   heyHgeu   April n. 
lag    zu    oslern    zunehste    zugedenken,   wie   beide     ir     und    ouch    wir    uns    mit    den 
urslen  und  herren  vereynen  mobten,    doch    uzgnonien  unserme    bonde   unschedelich. 
o   das   nit  gesin   mohte  aber  zu    rade   zu   werden   miteinander,  wie  wir  uns  wider 
iesen   loffen   und   sachen   also   setzeten,  do   mit  wir  diesen  krieg  mit  ern  eroberten. 


410  1384 

darumbe  bitten  wir  uwer  fruntschafft  mit  allem  ernste  und  flizz,  das  ir  diz  uwern 
und  unsern  frunden  und  eitgenossen  an  dem  Rine  verkünden  wollent  und  die  da- 
rumbe bittent  und  manent  mit  vollem  gewalt  zu  ueh  und  uns  zu  koment  gein 
Spire  in  uwer  stat  uff  den  vorgenanten  tag  beyde  von  der  sache  und  ouch  von 
andern  artikel  wegen,  die  ir  vormals  einander  bezeichet  geben  hant.  sunderlich  ä 
verkundent  yn  allen  do  mit  von  unsers  herren  wegen  dez  marggraven  von  Baden, 
daz  sie  ouch  dohin  komen  mit  gewalt  denselben  herren  zubestellen,  wann  wir  wol 
etwaz  do  von  geredt  haben,  wo  ir  von  uwerme  teile  alz  derselbe  herre  uch  und 
uns  gelegen  ist  und  ouch  grosz  werben  an  denselben  herren  geschieht  den  halb- 
teil derselben  koste  bezalent,  daz  wir  uns  versehen,  daz  das  unsern  halb  ouch  In 
dannan  gang,  doch  in  allen  Sachen  und  für  allen  dingen  gefeilet  uns  wol  nach 
allen  den  löffen,  die  wir  noch  verhört  haben,  daz  ir  uch  mit  allen  Sachen  zu  dem 
criege  richtent,  wann  wir  das  ouch  getan  haben,  wann  wir  uns  merer  kriegs  dan 
frydes  noch  zu  diesen  ziiten  versehen,  were  dan,  daz  die  sache  zufriden  kerne, 
so  hofften  wir,  daz  wir  von  der  sterekerunge  wegen  solicher  tayding  keine,  die  ,s 
uns  nit  dorffte  ruwen.  geben  zu  Giengen  von  unser  aller  heissens  wegen  under 
der   von   Ulm  insigel  an  mantag   nach  dem  sontag  Judica  anno  domini  etc.   84. 

Von  uns  gemeinen  stetden,  die  den  bont  zu  Swaben 
miteinander  haltent,  alz  wir  uff  diese  ziit  zu  Giengen 
byeinander  gewesen  sin.  20 

Str.  St.  A    G   U.  P.  lad.  48/49  b.  fasc.  VII.  cop   eh.  coaev. 

180.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt:  schickt  .  .  .  einen  welschen 
brief  und  eine  tützsche  abegeschrift  .  .  .  ladet  ein  zu  einer  Beratung  in  Benfeit  uff 
nehsten  zinstag  und  meint,  das  dieselben  Walhen  sich  vaste  bestellent.  geben  zu 
Dachenstein  uff  den  osterabent.'  Dachstein  [1384  April  9],  25 

Str.  St.  A.  AA.  1410.  or.  eh.  I   cl. 


181.  Bischof  Friedrich   an   Strassburg:   hat   von    der  Absendung   der   18  Glefen 
«  zu  lantwere  wider  den  von  Versey  »  vernommen  und  bittet  dieselben  zum  nächsten 
April  n.   Sonntag  nach  Rufach  zu  beordern,  von  wo  sie  der  Vogt  zusammen  mit  den  bischöf- 
lichen Reisigen    nach  Sulz   führen  werde.  .  .    wand  ez  uns  und  die  unsern  daz  beste  30 
duncket  sin,  daz  sü  do  ligent.         datum  Benfeit  feria  sexta  post  festum  Pasche. 

Benfeld  [1384  April  15]. 

Str.  St.  A.  AA.  1409.  nr.  14.  or.  eh. 


182.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt:    erklärt   sich  einverstanden 
mit  der  Abhaltung  einer  Beratung  über  die  Aussöhnung  mit  Jean  de  Vergy  und  will  ss 


1  Nach  Königshofen  (Hegel  II  S.  809)    begann  zwischen  Ostern  und  Pfingsten  1384  der  Krieg  mit 
Jean  de  Vergy  aufs  neue.  —   Vgl.  Ebrard.  Fehde  mit  Jean  de  Vergy  S.  12. 


1384 


\\\ 


gerne   seinen   Vogt    Rudolf   von   Andcla  hcaiiltragen.  .  .  umb   einen   friden   oder  nmb 

dage  inil  dein  von   Vergey  zu  werben.  geben  zu  Benfeit  des  fritages  in  der  oster- 

w heben.  Benfeld  [1384  April  15]. 
Str.  St.  A.  AA.  1411.  or.  eh.  I.  cl. 


181t.  Bruno,  Herr  zu  der  Hohen  Rappoltstein,   beurkundet,   dass  er  auf  13  Jahre 

des  Herzogs  Leopold  III  von  Oesterreieh  Diener  geworden  ist  und  verpflichtet  sich  ihm 
und  seinen  Erben  zu  dienen,  ausgenommen  gegen  die  Herren,  deren  Mann  er  ist,  und 
gegen  die  Shell   Strassburg.         geben  uf  sant  Marcustage  des  heil,  evang.  1384. 

1384  April  25. 

Colmar  liz   A    E.  613.  or.  mh.  c.  3  sig.  pend. 
Gedr.  Kapp.   Urkb.  11  nr.  233. 


184.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt  wegen  des  angesetzten  Tages 
zwischen  dein  Grafen  von  Sarwerden  und  Rudolf  von  Ochsenstein :  do  wissent  ir  wol, 
d;is  wir  zu  disein  mole  nit  darzii  vcr.ston  enmiigent  von  des  volckes  wegen  der  ge- 
selleschiifle,  die  in  das  laut  ziehen  wellent,  alz  man  meynet,  das  uns  not  dut,  das  wir 
uns  gegen  in  Btellent  woltent.  .  .  .  Später  will  er  gerne  zu  dem  Tage  behülflich  sein. 
geben  xi'i  Daehenstein  des  dunrestages  vor  dem  sündage  Cantate. 

Dachstein  [1384  Mal  5]. 
Str.  St.  A.  AA  1411.  or.  eh.  I.  cl. 


185.  Die  Stadt  Weil  an  Strassburg  über  die  Verhandlungen  der  Städteboten 
mit  den  Räten  des  Markgrafen  zu  Durlach  wegen  des  Heitritts  desselben  zum 
sehwähisch-rhein.  Slädtebund :  Der  Markgraf  verlangt  20,000  Gulden  für  die  Dauer 
der  Einigung  und  die  Lösung  eines  Schlosses  um  3000  Gulden,  welche  dann  von  den 
20,000  Gulden  abgezogen  würden.  Strassburg  soll  allen  Städten  am  Rheine  zureden, 
dass  der  Sache  auf  dem  bevorstehenden  Tage  zu  Speier  ein  Austrag  gemacht  werde, 
weil  den  Markgrafen  die  lange  Verhandlung  sonst  verdriessen  könnte.  Auch  hat  der- 
selbe durch  seine  Räte  gefordert,  dass  ihm  die  Seinen  während  der  Einung  nicht  in 
die  Städte  abgezogen  werden,...  wann  er  sich  geuczlich  meynet  zu  den  stetten  zu  ziehen 
und  keinen  schirm  zu  suchen.  Weil  1384  Mai  6. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  cop.  coaev. 
liegest  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1574. 


||{(i.  Bischof  Friedrich  TOD  Strassburg  an  die  Stadt:  will  gerne  behülflich  sein 
zu  einem  Tage  mit  dem  Grafen  von  Sarwerden  und  Rudolf  von  Ochsenstein  und 
meldet,  dass  ihm  der  Herzog  von  Lothringen  und  Ulrich  von  Finstingen  geschrie- 
ben, .  .  .  daz  der  herre  von  Vergey  mit  800  glefen  zu  dem  folke  kummen  sy,  daz  vor 
do  lag  und   euch  ander   captenien  darzii    kummen   sint,    daz   sü    wol    uf  dusent  gle- 


VI. 


15 


412  1384 

fen    hant    und    vil     anders    folkez.         geben     zu    Dachenstein   des   zinstages   nach 

Cantate.  Dachstein  [1384  Mai  lt>]J 

Str.  St.  A.  AA.  1411.  or.  eh.  1.  el. 


187.     Die  Strassburger  Boten,   Johans  von   Stille   ritter   und   Kuntze   Müller  be- 
richten  von  Mainz   aus  an  ihre   Stadt :  wissent   also  wir  zu  Mentze  sint  bi  den  stet-    5 
ten,  daz   wir  do  zu   keime   stücke   reden   woltent,   man   trüge  uns  danne  uz  den  zol 
zu  Hoste  mit   den   von   Franckenfurt,    do   seitent  uns   die  von  Mentze,    daz  '  ir  bi- 
schof  es  beietzet  den  zol  zu  legende  zu  Hoste2  durch  der  stette  aller  wille  und  hant 
sich    fürsprochen   die   von    Wurmesze    und   die  von   Spire,   daz   sü    uns  wellent  us 
sprechen  zu  Spire  nu  an  zinstage,  die3  von  Franckenfurt  sigent  do  oder  nüt.  wissent  w 
ouch,   daz  wir  überkomen  sint,  daz    man   sol   botten    schicken   zu  demme  hertzogen 
von  Hennin   Ströfen   wegen  und   von     Gorgen    wegen     von    Entzberg.    öch    ist    der 
herren   keinre  gegen  Mentze  komen  und   hant  ir  ein  teil     doch    ir  botschaft  do  ge- 
hebet, ouch  hant  die  von  Mentze   geret  von  Herman  Bös  wegen,  daz  man   ein  ursage 
einen  monot  mäht,  so  truwetent  sü,    sü  woltent  dar  zu  reden,  daz  alle  ding  gerihtent   15 
würdent.  do  sprochent  wir :  wir  hant  sin  keine  mäht  zu  dünde.  uwern  willen  lont  uns 
wissen    gegen  Spire,    ob    ir    wellent.    ouch    wissent,    daz    alle   stette  des  bundes  uf 
demme     Bine  gemanet    sint    eides   und   eren   uf   denselben    zistag    gegen    Spire   zu 

körnende.  Mainz  [1384  Mitte  Mai]. 

Str.  St.  A.  G    ü.  P.  lad.  215  nr.  1.  or.  eh.  I.  cl.  20 


188.  Claus  Bocke  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  kaufen  von  Frau 
Adelheit,  hern  Johans  Löselins  seligen  wituwen  für  zwentzig  pfunde  Strazburger 
Pfenninge  eine  almende,  die  do  gelegen  ist  nidenan  zu  Wasenecke  uswendig  unserre 
stat  zu  Strazburg,  hindenan  an  hern  Johans  Löselins  seligen  garten  daselbest, 
dem  man  sprichet  zu  Mülnecke,  und  die  selbe  almende  ietzent  ist  ein  gertelin  un-  25 
denan  mit  einem  spitze,  alse  verre  der  selbe  spitze  ietzent  gät,  und  mit  der  breite, 
alse  daz  selbe  gertelin  zu  disen  ziten  zu  beidensiten  zwischent  den  zweien  graben, 
die  ouch  zu  beidensiten  daran  sint,  begriffen  ist.  an  dem  ersten  fritdage  vor 
sant  Urbans  dage  dez  heiligen  bäbestes  1384.   (Es  folgt  der  Rat.)         1384  Mai  20. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  8.  u.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig   pend.  del.  M 

189.  Straßburger  Gesandte  an  ihre  Stadt:  berichten  von   einem  Städtetag 4  zu 
Speier  an  ihre  Stadt.  Sj>eier  [1384]  Mai  23. 

Unsern   dienst  zuvor,  lieben   herren,  wir  laszen  uch  wiszen,  daz  wir  nit  anders 


1  Vgl.  Ebrard,  Fehde  mit  Jean  de  Vergy    S.  14.  —   Vgl.  Königshofen  (Hegel  II,  809). 

2  Diese  im  Zusammenhang  mit  der  Heidelberger  Stallung  erfolgte  Zollverlcihung  an  Mainz  ist  da-    u 
tiert  vom  28.  Juli  1384.  (D.  B   A.  I  nr.  343  u.  248) 

3  Vgl.  für  die  Datierung  dieses  Stückes  die  Briefe  vom  Mai  23  und  25.  Die  hier  genannten  Straß- 
burger Boten  wären  dann  auch  die  Absender  jener  Berichte. 

1  Dieser  Städtetag  wird  von  Quidde  S.  52  angesetzt  in  die  Zeit  zwischen  15.  Mai  und  2.  Juni. 


1384 


m 


II 


wissen,  wanne  daz  unsere  friinde  von    den   stetden    off  dysen  mandag   zu  nacht   by  Matts. 
uns  zi'i  Spiro  sint  unde  meynen  wir,  daz  sye  off  den  dinstag  zu  nacht   zu  Weyszen-   ««iw. 
bürg  sollent  lygen  unde  off  die  mytwoche  zft  nacht  zu  Hagenaüwe  unde  dünket  uns  Haiti. 
gut  sin,  daz  ir   uwere    bötschaft   off  mytwoche    by    in   zu  Hagenowe  habent,  die  in 
sagen  uwere  nieynunge  unde   war  ir  mit   in   wollent.   auch  laszen  wir   uch   wiszen, 
daz  wir  unde  andere  botden    von    beyden    bünden    zu    Heidelberg    gewesen   sint  by 

»hertzoge  Rüpreht,  hertzoge  Adolffe  und  hertzoge    Fryderich.   unde    haben  uns    davon 
Huie  manicher  bände  stücke  underretdet,    die    wir   uch   nü   zu  mal    nit   verchriben 
künden,  unde  enkonnent  keyne  sicher   mere    befynden,  wo  der  konig  sy  oder  wanne 
10  er  komme,  auch  laszen  wir  uch  wiszen,  daz  wir  mit  hertzoge  Ruprecht  unde  hertzoge 

»Fryderich  geret  han  von  der  Walhen  wegen,  daz  sie  dar  zu  gedenken  und  raden,  waz 
zu  den  sachen  zu  tunde  sy.  so  hant  sie  gar  dügentliche  zu  allen  sachen  geret,  als 
wir  uch  wol  sagende  werdent.  unde  sonderlichen  so  hat  hertzog  Ruprecht  geret : 
weren  alle  stete  sin  offene  vyende,  nochtan  so  wolt  er  zu  den  sachen  dün  unde 
15  belffen,  wie  daz   böse  folk    verdryben  worden  unde  daz  daz  lant   ungeschediget  ver- 

Blybe.  darumb  nit  enlant,  ir  dünt  uns  alle  dage  botschafft,  wye  ez  stände  und  waz 
der  sache  sy,  umb  daz  die  stetde  unde  auch  wir  uns  wiszen  dar  nach  zu  rychten. 
gegeben  zu   Spire  off  dysen   mandag    frühe   nach   unsers  herren   offart   dag.   besigelt 

mit  Walter  Leyterlins  ingesigele. 
20  Von  uns   uwern  botden. 


25 


[In  verso.]    Den    wyesen   bescheydenen,  dem  meyster   unde   rate  zd  Straszbürg 
presentetur  litera. 

Str.  St.  A.  118   or.  eh.  I.  cl. 

Gedr.  Quidde,  d.  schwäb.  Stdteb.  S.  194  nr.  6.  vergl.  dort  über  die  Datierung  S.  70. 

Beg.  Koch  und  Wille,  Pfalzgräfl   Reg.  nr.  0714. 


1190.  Claus  Bock  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Mainz,  Worms, 
Speier,  Frankfurt,  Hagenau,  Weissenburg,  Wetzlar,  Friedeberg,  Gelnhausen  und 
Pfedersheim :  als  wir  uch  gemant  hant '  uff  hern  Johan  von  Verse  und  uff  daz 
Volke,  daz  mit  yme  zuhet,  also  künden  wir  uch,  daz  wir  unser  volke  gegen  dem- 
io  seibin  folke  zu  lantwere  geleit  hettent.  und  darumbe  so  ist  uns  gewar  botschaffl 
komon,  daz  dazselbe  fremde  folk  hinder  sich  und  darvon  getzogen  ist.  doch  so  ist 
uns  domidde  gesaget,  daz  der  herre  von  Sempö8  mit  eyme  groszen  mechtigen 
folke  zft  yn  komen  wolle  .  .  .  und  dass  es  möglich  sei,  dass  beide  später  zusam- 
men angriffen.  Vorläufig  aber  können  sie  die  erbetene  Hülfe  entbehren  und  wider- 
st bieten    dcsshalb    vorläufig  ihre    frühere    Mahnung.         datum    feria   tertia    post  diem 


festi  ascensionis  domini  anno  1384. 

Frankfurt.  St.  A.  Copialb.  VII  a.  fol.  71  nr.  245.  eop   coaev. 


l,'iS4  Mai  24. 


'  Diese  Mahnung  geschah  am  15.  Mai  1384,  vgl.  Ebrard.  Fehde  mit  Jean  de  Vergy   S.  14. 

8  Dieser  herre  von  Sempo  ist  Graf  Walram  von  Luxemburg  und  St.  Paul,  derselbe  hatte  schon 
das  ganze  Jahr  über  die  benachbarten  Gegenden  mit  seinem  Volke  unsicher  gemacht,  vgl.  oben  den 
Brief  des  Herzogs  von  'Peseten  vom  1.  Januar  1384.  S.  Ebrard.  S.  14. 


\U  1334 

191.  Bericht  der  Slraßburger  Bolen  vom  Städtelag  zu  Speier. 

[Speier  1384]  Mai  25. 

Unsern  dinst  bevor,  lieben  herren.  als  wir  zu  Heydelberg  gewesen  rät,  du 
hant  uns  unsers  herren  dez  kunyges  rat  und  herztog  Rupreht  erbeten,  daz  wir  sollent 
Maas,  bliben  biz  an  donrestag  nehstkompt,  so  wollent  sie  schaffen,  daz  sie  und  wir  die  stetde  5 
uff  dem  Ryne  und  in  Swaben  zusamen  koment.  und  ist  ire  meynunge,  daz  sie  den 
fryden  vier  wochen  lenger  gestrecket  woltent  haben  oder  eine  ursage.  do  meynden 
wir,  wir  woltent  uns  mehtigen  umbe  eine  jar  und  nit  kurtzer.  und  wissint,  daz  der 
Juni  it.  künig  mit  namen  nit  enkompt  und  meynet  zu  komen  zu  sant  .lolians  dag  simgihtigen 

und   hette   semlich   sachen    underhanden,  alz  wir   uch  eine  abeschrifft '    eins    brieffes  io 
sendent,   der    den   swebischen    stetten   geschicket  ist.    ouch  wissint,  daz  der   hertzog 
von  Tesschin  uff  diesen  vergangen  zinstag  gein  Heydelberg  komen  ist,  und  kompt  uff 
Maat,  diesen   vorgenanten    donrestag   hertzog   Lupolt  und  der  bischof  von  Meintze  und  der 
von   Wirtenberg  ouch  gein   Heydelberg,  als  man   uns   sicher   seit,    und   meinent  die 
bede  bonde  ouch  dartzü  komen  und  truwent  mit  gottes  hulffe,  daz  es  eine  gute  ende  lb 
nemen  solle,  ouch  wissint,  daz  wir  her  Götze  von  Graenstein  und  ouch  andere  botten 
von  dem  Ryne  gein  Franckenfurt  geschicket  habent  von  dez  zolles  wegen  zu  Hoeste 
ouch   wissint,  daz  wir   viel   rede  under   einander   haben  und  als  wir  uch  wol  sagen 
werden,  so  wir  zu  uch  komen.   ouch   wissint,  daz   wir  lieber    doheyme   weren,  dann 
hie.   besigelt  mit  Waltherlins   ingesigel  uwers    dieners.         datum   feria   quarta   hora  20 
vesperarum  ante   festum   penthecostes. 

Von  uns  uwern  botten,  die  itzünt  von  uwernwegen  zu 
Spire  sint. 
[In  verso]    Den  wisen  und  bescheiden  unsern  herren,  dem  meister  und  dem  rat 
zu  Straszburg. 


n 


Str.  St.  A.  AA    118.  or.  eh.  I  cl. 

Gedr.  Quulde,  d.  Schwab.  Städtebund.  S.  71172  u    S.  1$6  nr.  7. 

Reg.  Koch  u.   Wille,  Pfalzgräfl.  Regest  nr   6715. 

192.  Notiz  aus  dem  Frankfurter  Rechenmeisterbuch  des  Jahres  1381. 

1384  Mai  28.   30 

Sabbato  ])osl    Urbani:    100  guldin,   34   guldin   6  sol.  3  heller   unsern   (runden 

unde  dienern  zu  nachtgelde  von  drein    nachten,  alse  uns  die  von  Sträspurg  gemanet 

hant  mit  der  grossen  summen  uf  hern  Johan  von  Verse  und  sine  gesellschafft. 

Aus  Frank/.  St.  A.  Rechenmeisterbücher  not.  eh.  coaev.  fol.  70. 

Gedr.  bei  Quidde,  d.  Schwab.  Stdtcbd.  nr.  13  als  Art.  7.  33 

193.  Meister  und  Rat  von  Straßburg  entbieten  alle  Außenbiirger  zum  Kriegs- 
dienst und  Hülfeleistung.  1384  Mai  29. 

Wir    Claus   Bocke    der    meister    und    der    rat    von   Strazburg   embietent   allen 


1  Diese  Abschrift  liegt  nicht  mehr  bei.     Der  betreffende  Brief  ist  abgedruckt  bei  Jatissen,  Frankf. 
Reichscorr.  I  nr.  43  und  behandelt  von  Quidde,  Schwab.  Stdteb.  S.  62—69. 


1384 

t  und 


«5 


BjbarfC»,  die  do  edellüte  sin 
conunenlürcn,  meistern  und  meislerin,  die  oueh  unsere  bürgere  sint,  zu  den  derbolle 
kämet,  der  Ach  disen  brief  zöget,  »äs  wir  Ertetacheft  und  gutes  vermügcni.  wir  ma- 
nent  ueli  alle  und  iegliche  under  ueli  hesunder  anderwarbe  und  aber  uwers  eides, 
den  ir  meisler  und  rate  zu  Slrazburg  gesworn  haut,  da/,  ieglieher  und  iegliche  under 
i'ieh  inil  alse  vil  glefen  und  bercilseliel'leii,  alse  üch  das  der  botte,  der  üch  disen  briet 
zöget,  vom  munde  sagende  wirt,  uns  diene  oder  aber  die  glefen  bi  uns  zu  Slrazburg 
mbe  an  dem  samestdag  fruge,  der  nü  zi'i  neuste  komel,  und  uns  damit  gebot— 
sint  and  OUfib  tünl,  also  wir  in  daz  danne  beleihende  werdent.  datum  die  f'esti 
penthecostes  a.  d.  1384. 

Str.  St   A.  G    U.  P.  lad.  271  nr.  5.  or.  mb    IU.  pat    c    sig.  in  v.  impr.  del. 


I!)l.  Aufzeichnungen  [vom  Stadietage  zu  Speier.] 


[1384  Ende  Mal], 


Gedenkent,  das  ieglieher  lail  beliben  sol  bi  siner  stiller,  geruweter,  nützlicher 
?ewer,  [Correctnr :  von  irre  gütere  wegen]  als  si  das  bis  uf  disen  hutigen  taginne- 
gehept,  genossen  und  besessen  hant,  es  si  lehen,  aigen  oder  pfand  äne  geverde. 

Und  sol  ouch  kain  tail  dem  andern  das  entwerren,  irren  noch  hindern  äne  recht 
in  dehain  wisfl  ane  geverde. 

Gescheche  es  aber,  da  got  vor  sie,  das  sol  derselb,  der  das  getan  hat,  ze  stund 
widerkere,  und  sol  die  partie,  in  welher  derselb  ist,  denselben  darzü.  halten  unverzo- 
genlich,  das  das  bekert  werde. 

Wölte  denne  derselb  das  aber  nit  keren,  so  Bullen  die  andern  partien  alle  vor 
lierren  und  vor  stetten  samentlich  und  besunderlich  unverzogenlich  darzü  tun  und 
helfen  mit  der  mäht  an  die  oder  den,  die  das  getan  betten,  das  si  genzlichen  wider- 
kerent,  was  also  geächeehen  were,  äne  geverde.  wenne  das  denne  bekert  wirt,  dücht 
denne  denselben,  der  das  getan  hett,  das  er  icht  daran  ze  sprechent  hett,  das  sol  er 
astragen  mit  dem  rechten. 

Ouch  sol  kain  tail  des  andern  tails  burger  oder  burgerin,  gebur  oder  geburin  ze 
pfaalburger  haben  noch  enphahen.  doch  mag  ietwedra  tail  des  andern  tails  In t  cnpfa- 
liiii  bi  ainlitzigen  personen  ze  ingesessen  burgern.  doch,  ob  si  iemans  aigen  weren 
oder  lehen  oder  pfand  weren,  der  mag  sie  besetzen  in  des  ersten  jars  trist,  als  es 
von  aller  herkomen   ist,  und   sol  man  si   davor  nit  schirmen. 

Weren  es  ouch  naehgend  vogtlüd  und  das  man  das  bewisen  ni(M)t  mit  der  hofjun- 
gern,  die  in  den  hol'  gehören!,  da  er  ingehört  oder  mit  sinen  neclisleii  (runden  in 
jarsfrist,  nachdem  als  er  burger  wirt,  der  (den)  sol  man  ze  haider  site  ouch  nit 
schirmen. 

Würde  ouch  ieman  burger,  von  wederm  lail  das  were.  die  iren  herren  oder  ir 
henen  ampllülen  oder  andern  von  iren  wegen  versworen  oder  verbürget  hetten.  da  sol 
man  si  vor  och  nit  schirmen,  were  aber,  das  si  lognoten  der  aide  oder  der  burgsehaft, 
mag  si  denne  der,  der  dem  oder  den  ziisprichet,  es  sie  der  herre  ritter  oder  kneeht 
oder  ir  ampllül  von  iren  wegen,  bewisen  mit  lantgeiielit/.liriefen  oder  mil  brieten,  daran 


116  1384 

zwaiger  biederber  manne  pinsigel,  haften  oder  laien,  anhangen!,  die  wäpens  genoss 
sind,  oder  ains  herren  ritter  oder  knechtzamptman  mit  zwein  erbern  mannen  zu 
in,  die  des  zu  den  hailigen  sweren  sullen  :  und  damit  süllen  si  bewiset  sin. 

Were  och,  das  dehain  phafT  burger  wurde,  in   wederm  tail   das  were,   die  gotz- 
gaban  von  weltlichen  luten  hetten,  die  sol  entwedra  tail  nit  schirmen  noch  ze  burger  5 
enphahen  vor  demselben  sinem  lehenherren. 

Ouch  were,  das  ain  burger  usser  ainer  stat  in   ainer  ander  stat  burger  wurde, 
der  sol  sich  in  dieselben  stat  hüslich  und  heeblich  ziehen,  und  was  in  anzal  stwran, 
zins  oder  frevlinan  begriffen  hett  in  der  stat,  da  er  usgefaren  ist,  das  sol  er  usrich- 
ten,  mag  man  in  des  bewisen,  mit  geswornen  raten  oder  richten)  der  stat,  da  er  us-  10 
gefaren  ist. 

Str.  St.  A.  ÄA.  132.  conc   eh. 

Gedr.  Quidde,  der  schioäb.  Stdtebd.  S.  f204  nr  9.  —  Ebenda  noch  einige  derartige  Auf- 
zeichnungen aus  andern  Archiven ;  auch  die  oben  abgedruckte  ist  der  Sprache  nach 
keine  Straßburger,  sondern  wohl  eine  schwäbische  Aufzeichnung.  i5 


195.  Straßburger  Gesandlenauf Zeichnung  für  einen  Städletag  zu  Speier. 

[1384  MaiiJuni.] 

Wo    zwene   mitenander   zu    tünde   hant,  die    in    unserm    bunde    sint,    [überge- 
schrieben: oder  sus  zwene,  die  nit  in  unserm  bunde  sint]  welre  danne  under  in  die 
sache  uf  unsern   bunt  kommen   wil,   da  sol  man  dem  andern  uf  den  selben  nit  be-  20 
holfen  sin. 

Item  daz  man  uf  der  entwurte  blibe,  daz  wir  die  Juden  behaben  wellent  die  zil 
uz,  alse  sie  briefe  von  uns  hant  ez  were  danne,  daz  etliche  mütwillekliche  von  uns 
kommen  woltent,  die  süllent  uns  noch  dienen,  alse  die  selben  briefe  wisent. 

Item  wil  die  pfafheit  zu  Worms  der  sachen  komen  uf  den  bunt,  so  sol  man  die  25 
von  Worms  underwisen,  daz  sie  ez  uf  nemment,  wil  ez  aber  die  pfafheit  nit  uf  den 
bunt  kommen,  so  sol  man  den  von  Worms  sagen,  daz  sie  uns  die  nammen  und  die 
sie  enthaltent  allesamment  gescriben  gebent. 

Item  die  botten  süllent  vollen  gewalt  haben  von  der  vier  groszen  und  dez  Zolles 
wegen  zu  Manneheim.  30 

Item  von  der  zweier  grafen  wegen  ist  uzgetragen. 

Item  man  sol  reden,  daz  man  uns  die  1400  güldin  widergebe  oder  uns  den  zol 
lasze  zu  Höhste,  untz  daz  wir  sie  da  ingenement,  alse  ez  öch  geretde  ist  oder  uns 
aber  reht  dar  umbe  vor  dem  gemeinen  bunde  tünt.  woltent  die  von  Franckenfurt 
dez  allez  nit  tun,  so  woltent  wir  gedencken,  wie  uns  unser  gelt  werde,  und  wellent  35 
nit  me  zu  tage,  da  die  von  Franckenfurt  sint.  [ausgestrichen  ist:  item  der  ander  teil 
müget  700  güldin  dar  vür  werden,  daz  man  sie  nemme]. 

Item  von  Gerien  von  Entzberg  uzsagendes  wegen  süllent  wir  tun,  waz  die 
andern  stette  tünt. 

Item  von  Schencke  Eberhartz  wegen  sol  man  den  botten  gewalt  geben,  sider  ez  *o 
der  von  Franckenstein  uf  den  bunt  kommen  wil,  und  öch  von   Schencke  Eberhart 


1334 


117 


mü  der  von  Fi-mk  kcnfurt  wegen  ob  ez  zu  gütlichen  dingen  braht  werden 
mi'ige  mit  den  von  Franckenfurt  also  ist  ez,  daz  die  von  Franekenfurt  von  unserre 
1400  güldin  wegen  lant  bescheidenheit  widerfarn.  [Hier  ansgestr:  item  von  der  von 
Zürich  und  der  waltstetle  wegen,  die  sol  man  nit  in  den  bunt  nemmen ;  item  der 
i  ander  teil,  sider  si  den  bunt  geswürn  hant,  daz  man  sie  danne  öch  da  bi  lasze 
bliben ;  item  dritteil,  daz  unser  hotten  süllent  erfarn,  waz  der  rineschen  stette  mei- 
nunge  dar  umbe  sie  und  uns  daz  widerrumbe  sehribent  und  wir  uns  danne  da 
nül  dar  nach  rihten  ;  item  dez  brücke  zolles  wegen  zu  Germersheim  sol  man  den 
von  Mentzc  scriben,  daz  sie  Heinrich  zum  junger  und  die  andern,  die  da  bi  warent, 
in  uf  den  dag   sendent]. 

Item  von   dez   von   Sulms  wegen,  da  ist  ein  fride.   item   daz   man   eine  reche- 
unge  von  dez  bundes  wegen  tu. 

Item  von  [ausgestr  .-  Heinel  Stoffen]  Lowensteins  wegen. 

Item  von   dez    anlaszes    wegen    zwischent    den    von    Mentze    und   Worms   und 
Spire. 

Item   von   der   von   Nördelingen  wegen. 

Item  von  der  münszen  wegen,  do   sol  man   drie  und  zwentzig  grot  goldes  dar 
uf  slahen   und  ein   grot  spisen. 

Item    von    der    von    Zürich    und    der    waltstette    wegen   daz  sol  man   erfaren, 
2o  waz  der   stette  meinunge   sie,   und   daz   süllent  uns  unser  botten  verschriben. 

Hein  von  der  sylberin  münszen  wegen,  do  duhte  uns  gut,  wie  daz  herre  und 
tette  gedencken  söllent,  daz  man  sü  also  gut  mache,  also  sü  von  alter  her  gewesen 
st  vor  30  joren  oder  me.  und  wo  man  sü  krencker  slüge,  daz  man  sü  do  mit 
eme. 

Item   von   dez   ungeltz   wegen    .   .   . 

bruckegelts  wegen  zu  Germersheim    .   .   .    uf  Marcus  dag  zu  Germersheim  oder  ApHiiz. 
h   Lamslieim.   [ohne  Datum]. 

Str.  St.  A.  G.  O.  P.  lad.  168  nr.  11.  eone.  eh. 


196.  Oesandleninslruction  für  einen  StMtetag  zu  Speier.  [1384.] 

Dise   stücke   söllent  unserre  botten  reden  mit  den  andern  botten,  die  gen  Spire 
;&  sammene  komment : 

Zum    ersten  von  grofe  Rüprehtz  wegen  von  Naszfiwe,   daz  sich  der  unredeliche 
gegen    dem   bunde    gehalten    het    und   dem    von    Sulmisze   und   andern   gegen   dem 
bunde  beholffen   gewesen   ist    und   gegen    ime   uf  tagen  usz   tragen,   obe   man   ime 
a.i  fürbasz  beholffen  sin  solle  oder  nit. 

Item    von   unserre   glefen   wegen,   die    wir   zu    Wetzpflor   ligende  hant,  sol  man 
tuch  zu  Spire   mit   den    botten   reden,  daz  man  die  glefen  wider  heim  losze   varen. 
oltent   aber  die   botten,  daz    nüt  dün,  so  sol  man  unser  glefen  doch  heiszen   her 
Leim  varen. 

Sü  süllent  ouch  do  reden  von  des  kosten  wegen,  den  unser  botten   zu   zweyen 
lolen  gehebet  hant,  die  do  getedinget  hant  zwüschent  dem   hertzogen"von    Osterich 


•118  1384 

und  den  waltstetten ;  dez  selben  kosten  ist  sehste  halphundert  güldin  one  güldin  und 
fünf  pfunde  pfenninge  und  eine  unlzc. 

Item  von  der  1400  güldin  wegen,  die  uns  von  der  von  Frankfurt  werden 
söllent. 

{Nach  einer  Lücke  auf  der  Rückseite  desselben  Bialles]  : 

Item  Germersheim  daneben  dem  hertzogen  und  Wecker  von  Bitsche  mit  dem 
lantvogte. 

Item  die  fünfe  süllent  den  buntbrief  vür  sieh  nemmen  von  unserre  und  der 
von  Worms  manunge  wegen  und  öch  von  dez  hertzogen  wegen. 

Item  daz  unsere  botten  dar  uffe  süllent  bliben,  alse  der  swebesehen  stette  botten   10 
ire  manunge  hant  abegeseit. 

Item  daz    man   botten    sol   in   daz   her  senden  die   vestin   zu    besehende   und  das 
volk  zu  ordenende. 

Item  daz   unsere  botten  uf  dem  dage  zu  Oppenheim  sagent,  daz   wir   unser   an- 
zal  werene   gehorsam   gewesen   unser   anzal   zu    der   von   Worms   gelt    zu    gebende,   l5 
und  daz  man  öch  da  an  den  seber  erfare,  waz  der  zol   zA    Mauneheiin    gölten  habe. 

Item  unser  botten  süllent  da  öch  reden  von  grafe  R&prehtz  wegen  von 
Naszowe. 

Item  daz  unser  botten  uf  dem  dage  redent,  waz  die  andern  stette  tönt  von 
botten  uf  der  fürsten  dag  zu  sendende,  daz  daz  öch  unser  guter  wille  ist.  20 

Item  man  sol  die  von  Hersfelden  nit  in" den  bunt  nemmen.' 

[Grosse  Lücke]. 

Item  den  von  Kirckel  sol  man  in  unser  stat  trösten  vier  tage  nach  unserre 
gewonheit  und  vür  anfallen  vür  menglichen. 

[Für  sich  auf  der  Rückseite  des  andern  Blattes]  : 

Zum  eisten  als  die  von  Wormsz  solich  gelt  wegen,  als  yn  die  stetde  von  yres 
zolles  wegen  sollint  gebin,  ander  den  Juden  haut  gnonien. 

Item  als  die  von  Mentze  grave  Ruprecht  einen  dag  bescheiden. 

Item  von  der  manunge  wegen,  als  die  swebischen  stetde  die  rinschen  stetde  ge- 
mant  hant.  80 

Item  von  Moisze  von  Bretheim  2  des  Juden  wegen. 

Item  als  unser  herre  der  hertzoge  mit  der  von  Spiro  frunden  geretd  hat,  dag 
mit  den  fursten  zu  leisten,  dar  umb  man  die  von  Spire  ein  entwurte  soll  lassin 
wissen. 

Item  als  der   von   Franckenfurt    frunde    geretd  hant  von    der    von    Herszfelden   ! 
wTegen,  das  ein  richs  stad  ist,  in  den  bunt  zu  nemende. 

Item  als  die  swebeschen   stetde    verschriben    und   gebetden    sint    irre   manunge 
junns.  ein  offslag  zugeben  biz  off  sant  Johans  dag  baptisten. 

Str.  St.  A.  G   D.  P.  lad.  168  nr.  fasc.  11.  conc.  chart. 


1   Vergleiche  die  Urkunde  vom  12.  October  1383. 

*   Vgl.  dazu  den  Brief  Wenzels  an  Slraßburg  vom  10    October  13S4. 


1384 


Hfl 


1!)7.  Aufzeichnungen  com  Städtetage  zu  Speier.  [1884  M tri/ Juni.] 

Von  grofe  Johana  von  Naszöwe  und  der  andern  Herren  wegen,  die  zu  uns  ver- 

I den    sin!  und  wir  gemant  band,  SÖllent  unserre  holten  reden  us/,  der  abe^eschrift, 

die  in  dirre  laden  ist,  also  wir  den  von  Menlzc  geschriben  hant,  unde  sollent  der 
andern  statte  botten  rede  dar  umbe  verhören  unde  daz  her  wider  bringen  möhtent 
oder  sii  zu  bringen,  daz  man  mit  den  selben  herren  usz  den  banden  kerne,  daz 
wer  uns  liep. 

Item  von  der  von  Wormcsze  Zolles  wegen  .  .  beduncket  uns  mit,  daz  wir  in 
denheinen  wacher  geben  sollent,  sider  wir  unser  anzal  in  allewegen  gehotten  hahent. 
wolle  sü  aber  domitte  nül  benagen,  so  beduncket  uns,  daz  wir  in  ouch  domitte  den 
vollen  tönt,  daz  wir  in  dieselbe  saehe  bietent  wider  äffe  ire  eytgenos/.en  zft 
körnende. 

Hein  von  der  von  Basel  wegen. 

[Nach  einer  Lüche  auf  demselben  Blall] : 

Hein  wellent  die  von  Menlze  ire  botten  zu  irem  byschofe  senden  von  des  Zol- 
les und  unserre  viertzehen  hundert  güldin  wegen,  so  sollent  unserre  botten  gewalt 
h.in  ouch  do  hin  zu  rytende  in  des  gemeinen  bundes  koste,  ouch  süllent  sü  reden, 
daz  wir  mit  nie  unserre  botten  uff  tage  senden  wollen,  uns  sient  denne  vor  die 
selben  giildin  uszgerihtet. 

Unserre  botten  sollent  mit  den  stetten  reden  von  Hennin  Ströfen  wegen,  den 
der  bertzoge  enthaltet  unde  von  Jerygen  wegen  von  Entzeberg,  den  der  marggrafe 
enthaltet,  wellent  do  die  von  Spire  botten  zürn  hertzogen  schicken  von  Ströffen 
wegen,  so  sollent  unsere  botten  ouch  mitte   ryten. 

Item  von  Herman  Boszes  wegen  sollent  sü  reden  mit  dem  von  Spanheim ; 
kan  uns  nüt  ein  langer  fryde  werden,  daz  man  danne  gedencke,  wie  daz  man 
dar  zu  [tu]. 

Ilem  von  des  geltes  wegen,  daz  die  von  Wormesze  und  die  von  Spire  Ströffen 
gent,  sollen!   sie  heflekliehe  mit  in  reden. 

Item  von  unsers  kosten  wegen,  den  wir  mit  unsern  botten  hant,  die  wir  daz  lant 
uff  hant  geschicket,  daz  uns  den  der  gemeine  bunt  bezale. 

Hein  unserre  botten  sollent  ouch  zii  Mentze  oder  z5  Spire  vordem  eine  abege- 
schrift,  waz  wir  stette  gebunden  soltent  sin  grave  Johan  von  Sponheim  ze  tönde 
und  süllent  uns  die   bringen,   wände  wir  die  nüt  enhant. 

Wir  hant   ouch   dise   herren  allesament    gemanet  vür  Lowenstein   zu    körnende 
und  waz  die  dato   der    selben   manungen   an   dem  ersten   samestdage  nach  sant  Ur-  n«>  ** 
bans  dage:   zftm  ersten  grafe  Rüpreht  von  Naszowe ;  item  graf  Jöhan  von  Naszowe: 
item   grafe   Symont  von  Sponheim;    item  frowe   Ilyan  von  Tan;   Dietherich   Camerer 
von  Worms  und   Johana  von  Tan,  item  Schenck  Eberhart  von  Erpach. 

[Ganz  unten  auf  der  Seile]  ; 

Hein  lieben  herren  gedenckent  an  Stephans  dez  schribers  sun,  der  öch  Ste- 
phan  heiszet. 

Str.  St.  A.  Q.  U.  P.  lad.  168  nr.  II.  or.  conc.  eh. 


VI. 


16 


120  1384 

198.  Auszug  aus  einer  Aufzeichnung  vom  Städtelage  zu  Speier- Heidelberg. 

[1384  Juni  2.] 

[Art.  3.]  Auch  sullent  die  botden  an  ire  rete  brengen :  umbe  alle  stucke,  die 
sie  anlangende  werdent,  das  da  die  minnesten  stiemen  den  meisten  volgen,  und 
das  die  von  Mencze  und  von  Strasburg  dri  stime  haben,  die  von  Wormesz,  s 
Spire  und  Franckefurt  auch  dri  stimen,  die  von  Hagenauwe  und  Wissenburg  eine 
stime,  die  von  Sliczstad  und  Ehenheim  eine  stieme,  die  von  Frideberg,  Wetflar 
und  Geilnhusen  auch  eine  stieme. 

[Art.  4.]  Auch  ist  der  beiden  meinunge :  wer  ez,  daz  die  von  Strazburg  oder 
des  riches  stetde  umbe  sie  in  der  gegen  mit  iemant  iet  zfi  schickende  gewunnen  <o 
in  der  art,  daz  denne  die  mit  eine  sich  darin  arbeiten,  daz  die  sache  zu  tagen 
kerne  und  fruntlich  oder  rehtlich  hingeiaht  werde,  ob  man  möge,  e  danne  deheine 
derselben  stetde  sich  erkente  und  manunge  dete  ;  mohte  es  aber  also  nit  hingeiaht 
werden,  das  danne  iegeliche  stad  ire  erkentnisse  und  manunge  dun  möge  nach  usz- 
wisunge  des  bundes  ;  und  das  die  von  Mencze,  Wormesz,  Spire  und  Phedersheim  15 
desselbenglichen,  ob  es  darzü  kerne,  auch  dun,  und  die  von  Franckefurt,  Friede- 
berg, Wetflar  und  Geilnhusen  dem,  als  vor  ertüt  ist,  auch  nachgen  sollent,  ob  ez 
dazu  kerne. 

[Art.  7.]  Auch  umb   den   tag  als  uf  hüte  den  dornstag  zwuschen  den  Waltstetten 
und  beiden  bünden  darumb  sollent  uns   die  Swaben    lassen   wissen,    wie    man  von   20 
demselben  tage  scheiden  wirt. 

Nach  Vorlage  aus  dem  Münchener  Beichsarchiv  gedr.   Quidde,    der  schwäb.-rhein   Stdteb. 
S.  212. 

199.  Metz  an  Straßburg :  bestätigt  den  Empfang  eines  Briefes  und   berichtet 
von  Truppenansammlungen  in  der  Metzer  Gegend.  Metz  [1384]  Juni  2.  25 

Honorabilibus  viris  sapientibus  et  omni  honore  dignis  domino  Nicoiao  dicto 
Bocke  '  magistro  et  consulibus  civitatis  Arg.  magister,  scabinus  et  tresdecim  jurati 
civitatis  Metensis  nostram  amicabilem  salutem.  bene  vidimus  ea,  que  nobis  scrip- 
sistis.  unde  placeat  vobis  scire,  quod  gentes  societatis  sunt  ad  tres  leucas  prope  civi- 
tatem  nostram  et  possunt  habere  circa  sexcentas  lanceas  et  totidem  bonos  bellatores.  30 
et  comes  sancti  Pauli  et  episcopus  Metensis  eius  frater  recesserunt  de  nostra  civi- 
Junn.  täte  prima  die  huius  presentis  mensis  junii  et  possunt  habere  centum  lanceas  et  se 
traxerunt  versus  societatem.  et  dicitur,  quod  veniunt  post  prenominatum  comitem  sancti 
Pauli  et  episcopum  Metensem  de  regno  Francie  multe  societates  gentium  armorum 
militum  et  scutiferorum  et  nescimus  bene  eorum  intentionem,  nisi  quod  aliqui  dicunt,  ■ 
quod  intendunt  ire  versus  Alsaciam.  et  nosmet  timemus  nos  et  extra,  quia  nobismet 
iam  intulerunt  multa  dampna.  altissimus  vos  conservet.  scriptum  Metis  die  secunda 
dicti  mensis  junii. 

Str.  St.  A.  AA.  81.  lit.  eh.  el. 


1   Vgl.  den  Brief  Claus  Bock's  an  Mainz  vom  24.  Mai  1384. 


1384 


121 


800.  Di»'  Städte  Mainz,  Sl  nisslnirR  u.  s.  w.  bekennen,  dass  sie  Bischof  und  Stadt 
zu  Basel,  die  in  den  Hund  der  Städte  Regensburg,  Augsburg  u.  s.  w.  getreten  sind,' 
als  ihre  Kidgenossen  behandeln  werden,  da  diese  Städte  gelobt  haben,  ihnen  in  Folge 
deren  Aufnahme  mit  14  Glefen  mehr  als  bisher  behülflich  zu  sein.  Es  siegeln  die 
Städte  Worms  und  Speier.  (das  Datum  fehlt.)  /.;s  /  jUni  1  oder  2.] 

Nach  dem  Regest   bei  Visclter,  Schwab.  Städlebund  aus  dem  Basler  St.  A.  —  Reg.  Boos, 
Worms.  Urkb.  II,  850. 


201.  Bisehof  Friedrieh  von  Strassburg  an  die  Stadt:  uns  ist  botschaft  kommen, 
da/,  ein  grosz  volck  lige  umb  Gorse  by  Metze  von  Walhen.  was  ir  meynunge  sy,  das 
wissen  wir  nit.  wissent  ir  üt  aber  dovon,  daz  lont  uns  wissen.  .  .  .  geben  zu  Benefelt 
des  sündags  vor  unsers  herren  liehnams  dag.  Benfeld  [1384  Juni  5]. 

Str.  St.  A.  AA.  1410.  or.  eh.  I.  cl. 


202.  Bischof  Friedrieh  von  Strassburg  an  die  Stadt  teilt  mit:  daz  wir  den  grefen 

von    Salweiden  gar  ernestlichen.  .  .    verbotschaftet  hant  und  hat  er  uns  wider  ver- 

schiihen,  daz  er  ainen  friden  halten  welle  unlz  sant  Miehahels  tag  riehst  kommende  und 

hat  uns  gebetten,  daz  wir  vor  yn  und  die  synen  vür  den  friden  sprechen.  (Bittet  um 

liiichdusserung.)  geben  zu  Zabern  dez  fritagez  noch  unsers  herren  fronlichnams  tag. 

Zubern  [1384:"-  Juni  lO]. 
Str.  St    A.  AA.  1410.  or.  eh.  I.  cl. 


203.  Bisehof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt:  lant  uch  wiszen,  daz  uns 
botschafft  als  hüte  frü  ist  kummen,  wie  daz  der  von  Fersches  \Vergy\  mit  funff  hun- 
dert pherden  welle  daz  Bruschdail  her  yn  in  diz  lant.  und  ist  ir  meynunge,  als  uns 
geseit  ist,  über  die  von  Groszstein,  und  istz,  daz  ir  ut  darzu  dun  wellent,  daz  lant 
uns  unverzogenlieh  wizzen.         scriptum  Benfeit  feria  2  post  .luhannis  et  Pauli. 

Benfeld  [1384  (?)  Juni  27). 
Str   St.  A.  AA.  1410.  or.  eh.  Ut.  cl. 


204.  Die  Straßburger  Gesandten  an  ihre  Stadt:  berichten  von  der  Städteter- 
sammlurig  zu  Speier.  Speier  [1384  gegen  Ende  Juni]. 

Die  botten  ausz  Spire:  dasz  die  von  Nurenberg  bi  inen  sint  und  mit  namen  in 
iren  bont  komen  sint.  sie  wissen  nit  eigentlich,  obe  desz  kuniges  fursten  mit  namen : 
der  marggraf  von  Merhern,  der  herzog  von  Teschin,  der  herzog  von  Bryge  und  der 
lantgraf  von  Lichtenberg  koment  oder  nit  und  dasz  herzog  Ruprecht  gar  gnädiglieh 
und  fruntlich  zu  allen  Bachen    redet,  die  botten   seind   vom  konig  komen  und  haben 


'  Dieser  Beitritt  ist  laut  Urkumle  des  Basl.  St.  A.  erfolgt  am  1.  Juni  1384.  (Vischer  nr.  311.) 
8  Vgl.  zur  Datierung  den  Brief  Kg.   Wenzels  vom  39.  Augutt  1384. 


133  1384 

dem  herzog  alles  erzelet.  die  schwäbischen  und  rinischen  städt  schicken  ire  hotten 
auch  zu  im.,  seind  der  Stadt  hotten  im  nammen  des  bunts  uf  dem  Rhein  bei  dem 
kunig  gewesen,  wie  es  zu  Franckfurt  und  Maintze  bescheiden  war. 

Aus  Wenckers  excerpt  II,  491  (Sir.  St.  Bibliothek  mit  der  dort  gegebenen  ungenauen  Schrei- 
bung.) Gedr.  D.  B.  A    I.  nr.  240.  vgl.  dort  die  sachlichen  Notizen.  ä 
Beg.  Koch  und  Wille,  pfalzgräfl.  Beg   nr.  4543.  —   Vgl.  Quidde,  Slädtcbund  S.  104.  ff. 


205.  König  Wenzel  an  die  rheinischen  Städte :  fordert  auf  ihre  Boten  nach  Speier 
zu  schicken,  damit  er  sie  bei  seiner  Ankunft  dort  versammelt  finde.  datum  Nuren- 
berg  feria  sexta  post  Petri  et  Pauli  apostolorum  anno  domini  1384. 

Nürnberg  1884  Juli  1.    <o 

Str.  St.  A.  AA.   107.  cop.  eh.  coaev.  mit   Versenduiigsschnitten. 
Gedruckt  DB    A.  I   nr.  241. 


206.  König   Wenzel  befiehlt   den  rheinischen  Städten  ihre   Bundesstaat   Worms 
anzuweisen,  sich  jefflicher  Feindschaft  gegen  ihren  Bischof  Eckard  zu  enthalten. 

Beraun  1384  Juli  5.    15 

Wir  Wenczlaw  von  gots  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  Zeiten  merer  des 
reichs  und  kunig  zu  Beheim  empieten  den  burgermeistern,  reten  und  burgern  der 
stette:  Mencze,  Strassburg,  Speire,  Frankenford  und  allen  andern  romischen  stetten, 
die  zu  yn  gehorent  unsern  und  des  reichs  lieben  getruwen  unser  gnade  und  alles 
gut.  lieben  getruwen.  wir  haben  vormals  dem  burgemeister,  reten  und  der  gemeinde  *« 
zu  Worms  geboten  und  geschriben  bei  verlust  aller  irer  rechte  und  freiheit,  das  sie 
den  erwirdigen  Eckard,  bischoff  zu  Worms,  unsern  fursten  und  seine  pfaffheit  do- 
selbest  unsere  lieben  andechtigen  umbeschediget  sollen  lassen,  sie  hetten  es  denn 
vor  uns  mit  dem  rechte  vor  uzgetragen.  darüber  dieselben  bürgere  zu  Worms,  die 
egenanten  bischoff  und  pfaffheit,  als  vor  uns  komen  ist,  angriffen  und  beschediget  2i 
haben  und  darüber  auch  die  rete  bürgere  und  stat  zu  Worms  vor  unser  hoffgerichte 
geladen  sey.  und  wenn  ir  wol  wissent,  das  nyemand  dem  andern  gewalt  one  recht 
tun  sol  und  ouch  das  in  solicher  einungen,  die  wir  nehest  zu  Heidelperg  czwischen 
unsern  und  des  reichs  fursten  und  den  gemeinen  stetten  gemacht  haben,  gelobt, 
gesworn  und  verbrieft  ist,  das  yederman,  geistlich  und  werltlich  bey  freiheid  und  •<• 
rechten  beliben  sol  ungehindert  als^das  von  alter  herkomen  ist.  dovon  ermanen  wir 
euch  alle  und  ewer  igliche  besundern  der  egenanten  eynunge  und  gebieten  euch 
auch  ernstlichen  bey  unsern  und  des  reichs  holden,  das  ir  die  vorgenanten  burge- 
meistere,  rete  und  bürgere  zu  Worms  weiset  unde  ernstlichen  darzu  häklet,  das  sie 
one  verezog  und  Widerrede  den  vorgenanten  dem  bischoffe  und  seiner  pfaffheit  35 
werltlich  und  geistlich  solichen  frevel,  schaden  und  irresall  abetun  und  widerkeren 
und  sie  auch  bey  iren  alten  rechten  und  fryheiten,  als  die  von  alterherkomen  sein 
und  von  unsern  vorfarn  an  dem  reiche  und  uns  brieffe  darüber  haben  furbas  bey 
yn  wonen  und  getruwelich  bliben  lassen  und  also  in  den  Sachen  bescheidenlichen 
gefarent  und  tun,  das  wir  mit  des  reichs  rechten  darzu  nicht  furbas  yn  durch  recht   40 


1384 


l'j:s 


lenumen  aoruen  sein,  bis  wir  buch  der  egenanten  stat   zu  Womit  ronderbchen   do- 
ruber  geschriben  haben.  gehen   zu  Herne  des  dinstagefl  nach  -ante  Peten  und 

Pauls    tage  unser  reiche  des   beheimischen   in  dem  2'A  und  des  römischen  in  dem 
!)  juren. 

Per  dominum  Jodocum  marchionem 
Moravie  Wlama  de  Witcmul. 

Str.  St.  A    AA.  107.  or.  mb.  I.  put.  c.  sig.  impr.  in  vers. 

207.  Wetzlar'  an  Sirassburg:  bittet  auf  dem  bevorstehenden  Speirer  Tage 
cräftig  dafür  einzutreten,  dass  ihnen  Bundeshülfe  gegen  die  von  Söhne  gesandt 
rerde,  da  sie  sieh  in  grosser,  nicht  länger  allein  abzuwehrender  Bedrängnis  befänden. 
Auch  möchten  sie  ihren  [Baujmeister  Bürgelin  nach  Wetzlar  schicken,  damit  er 
Schloss  Braunfels  besichtigen  und  den  Städtenboten  zu  Speier  Vorschläge  machen 
cönne.        datum  ...  in  crastino  Udalrici  episcopi.  fi:i.s4  Juli]  ß. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  C   fasc.  1.  or.  eh.  I.  d.  e.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

211!!.  Bischof  Friedrieb   von   Strassburg  an   die  Stadt:   teilt   warnend   mit:  daz 

terre  Dieboll   von  der  Ni'iwenburg    und    andere    Wale    in    daz  laut    zu   Klsasz  ziehen 

vvellenl    uf  den   zinslag   noch   sanle  Margareden  dag  und  grosse  houll'unge  sie   und  die   j„u  i». 

tigenl   by   Espinal  uff  der  Musein  .  .  .         geben  zu  Zahern  des  inendages  vor  sanete 

Margreden  tage.  [Zubern  1X84  Juli  11.] 

Str.  St   A.  AA.  1410.  or   eh.  I.  d. 


20!).  Notiz  aas  dem  Frankfurter  Rechenmeisterbuch  des  Jahres  1384. 

1884  Juli    Hi. 

Sabbato    posl    divisionem    apostolorum;    item    K)  gülden   5  groeze 
lonczen  Verer  [oder  Berer]   und)   grüne   und   wies  doch  zii    kugeln,   alse  man   gein 

'ilsaszen   reisen   wolde,  den  gesellen. 

Aus  dem  Frankfurt    St.  A.  Rechenmeisterbücher  not.  eh.  eoaev.  fol   54''. 
(inlr.  Qttidde,  </.  schwäb,  siatcb.  als  Art   11. 


210.    Bischof    Friderieh    an   Sirassburg:    laut    ach    wissen,    daz    uns    ernestlielien 
botschafl    kommen   ist,   wie  daz  der  von    Vyrsey   eine  holl'unge  habe  uf  zwey    hundert 

jleven  bynander.  und  ligent  die  umb  Dunyfer  und  wellent   uns   und    och    und   da/. 


1    Vergl.  tu  dieser  Mahnung  die  bei  Quidde,  d.  schw.  Stdteb   abgedruckte  Xnti:  uns  den  Frankfurter 

Rechenbüchern    S.  918.   ort.  12:   Sabbato   post  Marie  Magdalena  [1384  Juli  23]:   IJM/i  gülden   virze- 

reten  Heilman  von  Spire  und  Johan   Kranich  «ein  Weczflar  mit  24   pherden  drie  dage  von   des  ge- 

l  ei  neu   bandet    wegen,  alse  die  von   Mencze   ire  frunde  midde   schichten,  die   von  Weczttar  zft 

bidden,  alse  sie  gemanet    hatten,   die   manunge   nfzrtslahen. 


124  1384 

lant  schedigen  ...  Er  selbst  und  seine  Freunde  werden    sieh  daraufhin  rüsten   und 
bitten  Strassburg  desgleichen  zu  thun.  geben  zu   Zabern   uf   mitwuehe   in   der 

naht  vor  sanct  Arbegastes  dage.  [Zabem  13841  Juli  20.] 

Str.  St.  A.  AA.  1409.  or.  eh.  I.  d. 


211.  König  Wenzel  bestätigt  die   zwischen    den    rheinischen   und   schwäbischen  s 
Städten  einerseits   und   den  Fürsten    und  Herren    anderseits    abgeschlossene   Heidel- 
berger Stallung.         geben  zu  Heydlberg  nach  Crists  gepurt  1384  an  sand  Jacobs  tage 
unser  reiche  des  beheim.  in  dem  22  und  des  rom.  in  dem  9  jaren. 

Heidelberg  1384  Juli  25. 

Str   St.  A.  0.  ö.  P.  lad.  48/49  fasc.  1.  cop.  eh.  coaev.  (beschädigt.)  io 

Gedr.  D.  B.  A   I,  nr.  244      Ebenda  Aufzählung  der  übrigen  Druckorte 


212.  Heidelberger  Stallung :  Die  Städte  Mainz,  Strassburg  und  Frankfurt  für 
sich  und  alle  andern  Städte  des  rheinischen  Bundes  und  Augsburg,  Nürnberg  und 
Ulm  für  sich  und  alle  andern  Städte  des  schwäbischen  Bundes  bekennen,  dass 
König  Wenzel  zwischen  ihnen  einerseits  und  den  Fürsten  und  Herren  :  Erzbischof  ■* 
Adolf  von  Mainz,  Erzbischof  Friedrich  von  Köln,  Pfalzgraf  Ruprecht  demalten,  Herzog 
Leopold  von  Oesterreich,  Burggraf  Friedrich  zu  Nürnberg,  dem  Herzog  Wenzel  von 
Sachsen,  dem  Landgrafen  von  Nassau,  den  Markgrafen  von  Meissen,  den  Herzögen 
von  Baiern,  dem  Grafen  Eberhard  von  Württemberg,  den  Bischöfen  von  Strassburg, 
Bamberg,  Würzburg,  Regensburg,  Augsburg  und  vielen  andern  geistlichen  und  weit-  20 
liehen  Fürsten  und  Herren,  die  sich  zu  dem  Könige  vereinigt  haben,  anderseits 
eine  Stallung  gemacht  habe  von  jetzt  bis  Pfingsten  und  von  da  über  3  Jahre,  durch 
welche  alle  Teilnehmer  verpflichtet  sind,  sich  einander  gegen  Raub,  Mord,  Brand 
und  unrechtes  Widersagen  zu  schützen  und  zu  helfen.  der  geben  ist  zu  Haidel- 
berg  des  nechsten  zinstags  nach  sant  Jacobstag  .  .  do  man  zalt  .  .  1384.  & 

Seidelberg  1384  Juli  26. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  a.  cop.  eh.  coaev.  (lange  Papierrolle)  :  A.  Ausfertigung  der 

Städte.  B.  Ausfertig,  der  Fürsten. 
Aeltere  Drucke:    Schaab  II,  231.   unvollständig.  —  Lünig,  part.  spee   eont.  IV,  1,  35.  — 

Weneker,  appar.  246.  (unvollst.)  —  Vollständiger  Abdruck  unter  Heranziehung  der  or.    30 

u.  cop.  anderer  Archive  :  D.  B.  A.  I.  438  nr.  246 
Beg. :    Vischer,  nr.  219.  —  Janssen,  Frank.  Beiehsk    In  r.  44.  -   Scriba,  Hessische  Beg.  nr. 

3345.  —  Mossmann,  Cartulaire  de  Mulhouse  I,  nr.  334 


213.  König  Wenzel   giebt   den   rheinischen   Städten  [ohne  Aufzählung  derselben] 
einen  Main-Zoll  von  4  alten  Turnosen  für  jedes  Fuder  Wein  und  andere  Kaufmann-  35 
schaft,  bis  die  6000  Gulden  dadurch  bezahlt  sind,  welche  sie  ihm  beim  Abschluss  der 


Für  dies  Jahr  entscheidet,  daß  1384  der  Tag  vor  St.  Arbogast  ein  Mittwoch  ist. 


1384 

Heidelberger  Stallung  für   das    Reich   gelieben   haben. 
c.iisics  geborte  1384  des  donrestages  nach  S.  Jacob. 


125 

gebin    zu    Wonnszc    Bach 
Worms  j:tS4  .hil,   M, 


Aus  Fruuhf.  St.   A    Boch  des  Bundes  f.  78  nr.  2C8.  cop.  eh.  coaep. 
0*dr.   1)    H.  A.  1  pg    440.  nr   248. 
liegest   Janssen  lt.  K.  I,  77  nr.  45. 


214.  Aufzeichnungen  für  einen  StMletag  zu  (Speier).  [1384  Sommer.] 

Wir  die  bwgermeistere  und  der  rat  der  stat  etc.  lan  dich  061er  von  Entzberg,  Oeorge  von 
Enlzbcrgund  Malitolff  von  Meinsheim  wissin,  daz  uns  der  horhgeborn  furste  und  lierre 
hertzog  Ruprecht  etc.  geinant  hat  von  der  eynunge  und  verbuntnissc  wegen,  soder  aller- 
durchluhtigestc  her  Wentzlauw  romscher  konig,  unser  gnediger  herre  zwuschen  für- 
ten, herren  und  uns  stetten  gemacht  hat,  daz  ir  ynn  und  die  sinen  geschediget 
babent  mit  roup  und  mit  brande,  und  daz  daz  geschehen  sii  gein  Entzberg  uz  und 
ynn.  und  dar  umbe  so  wollin  wir  uwer  und  uwere  helffere  und  der  vesten  zu 
Entzberg  vyende  sin  und  dez  obgenanten  hertzog  Ruprecht  helffere  und  wollin  ouch  in 
iä  dez  selben  hertzog  Ruprecht  fryden   und   unfryden  sin   und  wollen  uns  dez  mit  die- 

Isem  brieff  gegen  uch  bewart  han  etc. 
Gedencket  obe  der  hertzog  uns  die  stetde    für  Entzberg  furbaz  manendc    wurde 
und  daz   wir   drye  scheideman  darezü  geben  müsten.  darezu  sollint    die  von  Strasz- 
burg    und    die    andern   obern     stetde    eynen  geben   die  von   Mentze,    Wormse   und 
30  Spire    ouch    eynen  und  die  von  Francken    und    die  andern  wedereybeschen   stetde 

Iouch  einen  scheideman  geben,  als  daz  die  botten  uberkomen  hant. 
Item  gedenckent  an  die  rete  zu  bryngen,  wie  man  mit  den  herren,  die  jun- 
eher  Johan  von  Soburg  gesessin  sint,  als  sie  daz  begernd  eynmütig  solle  werden, 
daz  sie  uns  und  den  von  Wetslar  wider  denselben  juncher  Johansen  beholffen 
sien.  gedenckent,  als  die  von  Frydeberg  uns  und  die  anderr  stete  bittende  sinl 
ynn  3000  guldin  zu  lijhende. 

Item   von   der  geschichte  wegen,   die  zu  Nordelingen    an   den  Juden    geschehen 
st,  wie  daz  solich  uffleuffe   und   geschichte  in   unsern   stetden  versorget  werdent. 

Item  daz  iglich   stad  ir  anzal    dez   geltes    an   den   0000  guldin   von   dez   Zolles 
egen  zu  Hoeste  gein  Mentz  solle   schicken   hie    zwuschen   und  unser   vrouwen  tag  stpibr.  t. 
ativitatis. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  1G8.  conc.  chart.  coaev. 


215.  Basel  an  Str assbar g:  enbüten  wir  Herman  von  Ramstein  ritter,  bur- 
burgermeister  und  der  rat  der  stat  Basel  unser  guten  früntschaft  und  willige  dienst 
::.-,  allezit  bereit  und  lassent  üwer  guten  früntschaft  wissen,  das  für  uns  bracht  und 
,umcn  ist,  wie  das  der  erwirdige  herre,  lierr  Jobans  von  (Vhsenstein,  tömprobst 
ler  stift  ze  Strasburg  und  in  Elsas,  unsre  herren  von  Ostrieh,  lantvogt,  üwer 
rarger,  eine  grosse  Bamminge  werbe  und  die  uf  disen  nechsten  mentag  ze  Vol-  Augmit. 
Loltzheim    bi    Brisach    haben    solle,   mit   der  er  den   erwirdigen    in  got    vatter   und 


126  1384 

unsern  herren  Ymer  von  Ramstein,  bisehof  von  Basel  und  das  bystiime,  die  doch 
zu  uch  und  andern  stetten  und  uns  in  den  bände  gehörent,  nimmer  anzegrif- 
fende  mit  gewalt  und  ze  schedigende  .  .  .  Desshalb  bitten  sie  den  Herrn  von  Ochsenstein 
zu  besenden  und  ihn  zur  Einstellung  seiner  feindlichen  Massnahmen  zu  veranlas- 
sen,        datum    feria  0   post   Jacobi  apostoli  anno    1384.  1384  Juli  2U.  5 

Str.  St.  A.  AA.  1410.  or.  mb.  I.  cl.  (stark  lädiert,  schlecht  zu  lesen.) 


216.  Ruprecht  der  Aeltore,  Pfalzgraf  bei  Rhein  an  Strassburg:  sendet  diewile 
ir  die  nehsten  gelegen  sind»  mit  Begleitzettel  vom  :!0.  Juli  folgende  Mahnung  an 
die  rheinischen  Bundesstädte,  ihm  sofort  zu  schicken:  fünfzig  mit  spieszen  wo] 
erzöget  lüte,  daz  sü  sind  für  Entzberg  von  dunrestage  nehst  kompt  über  viert-  io 
Aug.  y«.  zehen  tage,  daz  ist  uf  den  dunrestag  nach  unser  frowentag  assumptionis  nehst 
kompt,  uns  daz  hus  helffent  zu  besitzend,  wann  wir  du  stete  in  Swaben,  der  wir 
ouch  wol  darzü  bedörffend  ouch  also  ernianel  haben,  und  wellen  uwers  Volkes 
also  warten,  und  land  uns  des  mit  antwurte  wider  wiszen.  datum  Heidelberg 
feria  sexta  post  Jacobi  anno  84.  Heidelberg  1384  Juli  •><>.   is 

Str.  St.  A.  G.  ü    P.  lad.  48/49  B.  cop.  eh.  coaev. 


217-  Esslingen  an  Straßburg  .•  sendet  Abschrift   eines  Briefes  des  Pfakgrafen 
und  erinnert  an  den  letzten  Städteabschied.  1384  August  l. 

Unser  dienste  und  waz  wir  eren  vermögen   voran,    lieben   frund    und   eytgenos- 

zen.  wir  senden   uch  ein  abgeschrift  besloszen  in  diesem  hriefe  dez  briefes,  den  uns  » 

unser  herre   der  hertzog  geseilt  hat.    nu  weisz    uwer   wiszheit   wol,    wie  unser  und 

ander  stette  botschaft   von    Swaben    von    uch    und  den    andern  stetten  von  Swaben 

gescheiden    sint:    wer,   daz    manunge    ofTstünde   oder   geschehe  von   unserm    herren 

dem   bischoff  von   Meintz,    von    unserm  herren  dem  bischoff  von    Straszburg    oder 

von  unserm   herren  dem   hertzogen  von   Heidelberg,   daz   ir    und   die    andern    stette  -'■'> 

von    dem    Ryne  uns    darynne    verdreten   soltent    und    uwers    volkes   als    vil   darzü 

schicken  soltent,  alz   uns  stetten  zu  Swaben  gebürt  nach  der   eynunge  und  stallunge 

sage  zu   dem  volke,  daz    uch   stetten   an   dem  Ryne  darzü  gebürt.  darumb  so  bitden 

wir  uwer  ersamen  wiszheit  mit  allem    flisz    und   ernst,    daz    ir    darzü   uwer  bestes 

kerent,  daz   daz  von  üch  und   den   andern   stetten  an  dem    Ryne,   unsern    eytgenos-  30 

zen,  vollegange    und  daz   daz  nit  gesümet  werde  unser  halbe,   da   dunt   ir   uns  und 

allen   stetten  besunder  frunlschaft  an.  und  lant  uns  herumb   uwer   verschriben    ant- 

wurt  wider    wiszen    hy  diesem    botden.         datum     feria   seeunda  post    festum    seti 

Jacobi. 

Von  uns  dem  burgermeister  35 

und  dem  rat  zu  Esselingen. 
Str.  St.  A.  AA.   118.  or.  ch    l.  cl.  (ohne  Aufschrift.) 


1384 


127 


2Iii.   König  Wenzel  au    Strassburg:   beglaubigt   seine  Räte  Jobann    von   Krigchiu- 

gen   und  Heinrich  von  Schedcr  zu   mündlichem  Auftrag.         f'cria  5  posi    Laurentü. 

[1984   August   II.] 

Sir.  St.  A.  a.  d.  Saul  I.  VIII  nr.  9H.  or.  ch   l.  i.  c.  sig. 
Im  Auszug  gedr.  1).  lt.  A.  I.  454  not.  5. 


II 


21!).  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt:  bat  durch  seinen  Oheim 
von  Sarbrücken  erfahren,  .  .  .  dazeine  grosse  hoff&nge  sy  bint  gewesen  oder  die  naht, 
die  kuinl,  zu  Ollerburg   uf  800  gleven.  do   wisset    och    noch   zu  richten,  wenne   öch 

ienian  weis,  was  su  wellent.         geben   zu  Zabern    uf  zistag  noch  des  heiligen  ern- 

o  les  (läge.  Zabern  [1SS4  (?)  August   Ui}. 

Str.  St.  A.  AA.  1411.  or.  ch.  1.  cl. 


220.  König  Wenzel  an  Strassburg:  uwere  briefe,  als  ir  uns  gesaut  habt,  haben 
,ir  wol  verstanden  und  lassen  ach  wissen,  das  wir  dem  edeln  grafen  Heinriche  von 
Sarwerdo  unsere  ernstliche  briefe  gesant  haben,  das  er  uch  und  dem  von  Ohssenstein 
imbe  Bolichen  schaden,  als  er  uch  getan  het,  gliche  tii  und  die  gefangenen  lidig  und 
los  lasse  und  von  uch  das  rebte  neme  und  in  daran  genügen  lasse,  als  wir  uns 
jetruwen.  geben  zu  Bastenache  des  mentages  vor  sant  Gilgen  tage  unser  riche 
les  beheim.  in    dem   22  und  des  romischen  in  dem   !)  jaren. 

Bastenach  l.'iS4  August  29. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  81.  org   ch. 

„ , 

all.  und  den  Herren  von  Enzberg  und  ihren  Helfern,  welche  dem  Pfalzgrafen  die  Hurg 
Enzberg  zur  Niederlegung  übergeben  haben,  eine  Sühne,  in  welche  auch  einbegriffen 
sind  die  rheinischen  und  schwäbischen  Bundesstädte.      Enzberg  1384  September  l.'. 


Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  1R8/169.  cop.  coaev. 
lieg.  Koch  Wille,  lieg.  d.  Pfalzgr.  nr.  4558.  — 


Fester,  Reg.  d.  Markgr.  v.  Baden  nr.  1389. 


222.   Nürnberg   billel  Slraßburg   ebenfalls    Werkleute   auf  die  Burg  Hornberg 
ZU  senden.  Nürnberg  1.384  September  IB. 

Unser  frewntlich  willig  dienst  wisset  voran,  lieben  freunde,  wir  biten  euch,  daz 
ir  ewer  werklewl  mit  der  von  Hotwil  werklewten  sebiket  gen  Hornberg,  daz  die  und 
ander  werklewl  besehen,  ob  man  die  vesten  Hornberg  bezimem  müg  mit  einem  hawse 
and  daz  darzü  mit  ewer  hilfe  und  ander  stet  hilfe  getan  werde,  daz  uns  gemainen 
jteten  niilz  und  gut  sey  und  daz  sie  also  uff  der  egenanten  vesten  besezzen  werden. 
geben  zu  Niiremberg  unter  der  von  Nuremberg  insigel  von  unser  aller  heisse 
i  wegen  feria  .">  proxinia  posl  exaltatioitem  sanete  crucis  anno  St. 

VI.  « 


-128  1384 

Von  uns   gemeinen   steten   dez   pundes  zu  Swaben,  als  wir  jetzo  zu  Nüremberg 
beyeinander  sin. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  '>.  läse.    VII.    or.   mb.   lit.  cl    c.   sig.  %   v.  impr.    dcl    und 
Adresse. 


223.  Nürnberg   ersucht  Straßburg  mit  Zustimmung   der   versammelten    sc/iwäb-  -r> 
ischen  Städte  um  Freilassung  des  gefangenen  Juden  Ismahel. 

Nürnberff  13S4  September  Iß, 

Unser  frewntlich  dienst  wisset  alle  zeit  bereit  voran,  besundern  lieben  frewnde 
und  eydgenossen.  ez  sind  ewer  und  unsere  freunde  und  eidgenossen,1  die  von 
Auchsburg  in  clagsweyse  für  uns  komen  und  hant  uns  in  guter  Htasse  in  manungs-  '» 
weyse  zu  gesprochen,  wie  daz  ir  in  einen  iren  burger  Ismahel  den  Juden  gefangen 
habent,  als  wir  daz  vormals  müntliehen  und  auch  mit  unser  erbern  botschaft  etwi- 
dike  an  euch  bracht  haben  und  daz  ir  denselben  Juden  noch  in  swerer  und  herter 
venknusse  habent  und  den  ir  maint  zu  schätzen  über  daz,  daz  euch  dieselben  euer 
und  unser  eydgenossen  von  Auchsburg  denselben  iren  Juden  allewegen  gern  zu  einem  ir> 
gleichen  freu  ntlichen  rechten  gesteh  heten  und  noch  gern  tun  wollen,  daz  aber  weder 
in  noch  uns  bizher  von  euch  noch  nie  erfolgen  noch  erlangen  müht,  daz  uns  un- 
frewentlichen  an  euch  dünket.  dorumb  so  biten  wir  euer  frewntschaft  gar  mit  ern- 
stem fleizz  und  ymmer  durch  unser  dienst  willen,  daz  ir  derselben  euer  und  unser 
eydgenossen  von  Auchsburg  mitburger  ledig  lasset  und  daz  sein  widerkeren  und  n 
widertün.  doran  erzeigt  ir  uns  solch  besunder  fre\\  nschaft  und  lieb,  der  wir  euch  zu 
gut  nimer  vergessen  wollen  und  auch  in  sinnlichen  und  in  vil  merern  Sachen  dez  gerner 
tun,  was  wir  wissen,  daz  euer  Weisheit  von  uns  gevellig  und  lieb  ist.  und  getrawen 
euch  wol,  daz  ir  uns  des  nicht  verzeihent  und  uns  alle  euch  als  lieb  wollent  lassen 
sein:  als  solch  mutüng,  die  ir  da  maint  zu  haben,  wanne  beschech  dez  nicht,  dez  wir  25 
euer  Weisheit  nicht  getrawen,  so  besorgen  wir,  daz  uns  dieselben  euer  und  unser 
eydgenossen  von  Auchsburg  als  heftielichen  zusprechen  und  manen  würden,  dez  wir 
nicht  wol  über  werden  mohten,  wir  musten  andern  ewern  und  unsern  eydgenossen 
an  dem  Rein  zu  sprechen  und  daz  solch  infeie  dovon  ersten  möhten,  die  niht 
füglichen  würden,  dez  aber  wir  euer  fürsichtikeit  sunderlichen  wol  gelauben  und  so 
getrawen,  daz  ir  daz  darzü  nicht  komen  lasset,  und  begern  dorümb  euer  frewntlich 
verschribne  antwürte  wider  wissen  bey  disem  boten.  geben  zu  Nüremberg  unter 
der  von  Nüremberg  insigel  von  unser  aller  heisse  wegen  feria  5  proxima  post  exal- 
tationem  sanete  crucis  anno  84. 

Von   gemeinen  stetten  dez  pündes  zu   Swoben,  als  wir  jetzo  zu   Nüremberg  bey   35 
einander  sein. 

[In  terso\  Den  fürsichtigen  und  weysen  den  burgern  dez  rats  der  stat  zu  Stras- 
burg unsern  guten  freunden  und  eydgenossen. 


1  Dieser  Satz  ist  bis  eidgenossen  aus  Versehen  in  Original  zweimal  geschrieben. 


1384 


129 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48(49  ■>  fasc.  VII.  or.  mb.  lit.  cl  c.  sig.  i.  v.  impr  riet.  —  Ibid.  Die 
i.  elsässcr  Mundart  umschriebene  Copie  des  Schreibens,  durch  welches  die  schwäbischen 
Sliiilte  aufgefordert  werden  von  Straßburg  die  Auslieferung  der  Juden  zu  verlangen. 
Nürnberg  1384.  Sept.  IS. 


224.  Jacob  Medetrost  aus  Mainz  an  Philipps  Hans,  Altammanmeister  in  Straß- 
burg .-  teilt  mit,  daß  die  Juden  dem  Rat  zum  Dank  für  seine  wohlwollende  öesin- 
ung  3000  Gulden  gegeben  haben.  [1384  September  27.] 

Mine  willigen  dinsl  zuvor,  lieber  her  Philips,  als  ir  mir  geschriben  hant,  daz 
(  li  fürkommcii  und  geseit  sij,  daz  die  jaden  zu  Meatze  durch  iren  mütwillen  der 
io  slal  zu  Mentze  ein  erbere  schencke  getan  haben  und  in  ein  mechtig  gut  gegeben 
sollen  haben,  han  ich  wol  verstanden  und  lassen  uwer  erberkeit  wissen,  daz  der 
rat  zii  Mentze  ir  erbern  fründe  nuwelingen  uz  inne  rate  gein  Ulme  in  Swaben  und 
in  vil  andere  stede  da  selbig  gesaal  hatten  von  solichir  ufllniifTe  und  geschichte 
wegen,  als  zii  Nordelingen  und  in  etzlichen  andern  steden  zi'i  Swaben  an  den  Juden 
'5  geschehen  sint,  daz  beste  zu  werben  von  dez  ratz  wegen  zu  Mentze.  die  selben  ir 
frftnde  wol  in  die  funfflo  wuche    flz   gewesen    sint   off  der    stede    koste    zu    Mentze 

Hund  iiiiib  der  früntsehafft  willen,  so  quamen  off  einen    dag    etzliche  Juden    von    der 
gemeynen  judescheit  wegen  zu  Mentze  in  den  rat    und    brachten    in    eime    seckelin 
an  dez  ratz  wissen  dru  düsent  gülden    und    schanckten  die   dem   rate   ane  alle  bete 
M   iiiiib  ilcz    willen,    daz   sich   der   rat   mit   ir   vorgenanten   botschafft   gein   Swaben  als 
fr&ntlichen    bewisel   hatten,   und   wen'   ez,    daz   vch   yeman   sagete,  daz    der  schen- 
ünge    me   werc   danne    die    vorgenanten    diu     düscnl     gülden,     dez     sollent     ir    nit 
lenben,    wan  dez   geltz  ouch    nit    me  enist.  geben    ander  myme  ingesigel  an 

ein    dinstage    vor   Michaelis. 

Jacob   Medetrost   burger   zu   Mentze. 

\In.   verso]    Dem-  erbern    manne,    hern    Philips     Hans,1    allen     ainnianineister   zu 
Iraszburg. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  174  nr.  3.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 


225.  Rottweil  bittet  Straßburg  seine  Werkleute  gleichzeitig  mit  den  ihrigen  zur 
lesichtigung  der  Burg  Ilornberg  zu  senden.  13S4  fliyilw»lui  vs. 

Unser  willig  dienst  sie  vor.  liehen  fründ  und  aidgenossen.  wir  senden  iucli 
ainen  brief  l>i  disein  hollen,  den  iueh  uwer  und  unser  guten  fründ  geniain  sielte 
des  pundes  gesent  luinl,  und  bitten  iueh  mit  f'rüntlichen  trüwen,  das  ir  üwern  ernst 
und  (ürderung  darzü  keren  wellen  nach  lul  und  sag  des  vorgenanten  briefz  und  das 
ir  iuwer  werklüle  BCfaiken  wellenl  gen  W'oll'ach  in  die  stat  uf  den  ahten  den  tag  oetbr.t. 
Sani  Michels,  wan  wir  unser  werklAte  uf  denselben  tag  öch  da  haben  wellen,  und 
laz  die  ze  haider  sile  ze  Hornberg  besehen  wellent,  ob  man  Hornberg  die  vesti   be- 


1  J'/iili/ips  Bims  ist  Allmeister  t980. 


130  1384 

zimmern  mug,  das  es  iuch  und  uns  und  gemainen  stetten  des  punds  tröstlich  und 
nutzlich  sye.  das  wir  umb  üwer  früntschaft  eweclich  in  merren  sachen  gedienen 
welln.  iuwer  fn'intlich  antwurt  länd  uns  wider  wissen  bi  disem  botten.  datum  in 
vigilia  Michahelis  archangeli  anno  84. 

Von  uns  dem 
rate  ze  Rötwil. 

[In  verso]  Unsern  besundern  guten  fründen  und  aidgenössen,    dem    meister  und 
dem  rät  ze  Strassburg. 

Str.  St.  A.  G    U.  P.  lad.  48/49  *>  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  in  vers.  impr. 


226.  König   Wenzel  gebietet  den  Slraßburgern  nach  Kräften  für  die  Befreiung  io 
gefangener  englischer  Johanniter  Ritter  zu  sorgen.  Luxemburg  1384  October  1. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  zeiten  merer  des 
reichs  und  kunig  zu  Beheim  embieten  dem  burgermeister,  rate  und  burgern  gemein- 
lich  der  stat  zu  Strassburg  unsern  und  des  reichs  lieben  getrewen  unser  gnade  und 
alles  gute,  lieben  getrewen.  wir  haben  vernomen,  wie  das  Johannes  von  Kirckle  uiT  15 
unser  und  des  reichs  freyen  Strassen  etlich  crewezer  von  Engilland  sand  Johannes 
orden,  unsere  lieben  andechtigen,  gevangen  habe  und  sie  nicht  meinet  ledig  zu  lassen, 
ubir  das  wir  doruber  unser  ernstlich  brief  gesant  haben,  und  wann  wir  nicht  leiden 
wollen,  noch  sollen,  das  yemand  also  frevelichen  uff  des  reichs  Strassen  unredlichen 
an  recht  und  wider  einung,  als  wir  nehst  zu  Heidelberg  czwischen  den  herren  und  20 
steten  gemachet  haben,  solle  gevangen  und  nidergelegt  werden,  dovon  so  gebieten 
wir  ewern  trewen  und  manen  ouch  euch  bey  sulichen  trewen,  als  ir  uns  und  dem 
reiche  verbunden  seit  und  ouch  bey  sulcher  einung,  als  wir  nehst  zu  Heidelberg 
geseezt  und  ubereinkomen  sein  mit  den  fursten,  herren  und  stetten,  das  ir'  von  un- 
sern und  des  reichs  wegen  schaffet  und  bestellet  und  ouch  mit  ernste  und  allem  ?•■> 
ewern  vermögen  dorzu  tut  mit  sulichen  wegen,  als  des  not  sein  und  sich  das  eischen 
wirdet,  das  die  egenanten  crewezer  genczlich  und  an  schaden  ledig  und  loze  werden, 
als  wir  euch  des  sunderlich  gelawben  und  getrawen.  des  sunabendes  noch  sand 

Michels   tage   unser   reiche   des    beheimschen   in  dem  22  und  des  römischen  in  dem 

9  jaren.  30 

Per  dominum  Bambergensem  episc.  cancellarium 

Martinus  scolasticus. 
Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  32.  or.  eh.  pat.  c.  s.  i.  v. 


227-  König  Wenzel  an  Strassburg  :  . . .  wir  haben  vernomen,  wie  das  Johans  von 
Kirckle  etliche  crewezer   von   Engilland   sand  Johans   orden   uf  des    reichs    Strassen  35 
an  rechte   gevangen  hab;   nu   haben   wir   im   bey   unserm  boten  ernstlich  brief  ge- 
sant, das  er  sie   ledige  lassen   sol.   nu   haben    wir    demselben    unserm    boten    be- 
volhen,    das    er    euch    dieselbe    entwort    bringen    sol.     dovon    so   begern   wir   von 


III 


1384  131 

ewern  trewea  und  wollen  ernstlich  ron  euch  gehabt  haben,  'Ins  a  dieselbe  ant- 
wort,  so  sie  im  euch  komet  uftuh  wollet  und  rindet  ir  dorynn  und  rernemel  ei- 
gentlich, das  dieselben  creuczer  der  egen.  Jobao  an  schaden  ledig  lest  und  lassen 
wil,  so  isl  uns  das  liebe,  so  aber  ir  anders  verneinen  wurdet,  das  er  .-ie  nicht 
ledig  lassen  wolde,  so  gebieten  wir  eueli  ernstlich,  das  ir  denn  ernstlich  von  un- 
sern   wegen    dorzu   tun   sollet,    als    wir  euch   in    andern    unsern   briefen    doraber 

schreiben.  geben    zu    Luczemburg     des    sunnahend     noch     sand     Michelstag     rag. 

boh.    X2    rom.    !).  Luxemburg  1394  October  1. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  39.  org   lit.  eh.  cl. 


228.    Werner  Sturm  berichtet  dem  Straßbwger  Rat  über  seine  Gesandtschaft  an 
die  r  kein  abwärts  gelegenen  Bundesstaate.  Mainz  1894  Oetobor  4. 


?        Minen   dienst    bevor,    lieben    herren.    also  ir   mich   den    Hin    abe   zfi    den    stellen 
gesant   habent,   do  waz  ich  an  sunendage  trüge  in  dem  rate  zu  Spire.   die  seitent    "<""•  *• 
mir,    wie    daz    die  von    Mentzc    üch  verschriben  hettent  umbe  einen   dag  zii  ko- 

u  mende  gen  Spire  uff  disen  neusten  sunendag  von  denselben  sachen   von   Wepphelor  oabr. ». 
zii  redende,  do  künde  ich  in  nüt  von  gesagen,  wanne  ich  mit  darumbe  wüste,  unde 
gobent  mir  iren  erbern  botten  Johann  Diel  mit   mir  zii  varende.  und  waren!  am  inen-       . 
dage  in  dem  rate  zö   Wurms  und  uff  zinstdag  zii  Mentze  in  irm   rate  und    rinde   an      "•  *• 
unsern  liunden  von  Spire  und  zii    Wurmse,    das  die  by  uwern  meinunwe(I)  blihent 

h  mit   sunderheit,  daz  sä   daz   nahtgell    haben    wellen!    und   wo  bü  nüt  diener  geniig 

»habent,  do  meinen  sü,  das  die  von  Wepphelor  die   gewonnent,   also  der   bunt   stot, 
also  öch  uwer  meinunge  ist.  und  Kunde  mir  kein  holte  gefolgen  von  Wurms,  wenne 
sii  einen  ernesllichen  dag  hettent  mit  irm  bysebofe  ufT  disen  billigen  zinstdag.    doch   *•**■ 
hanl   so   Hans  Diel   und  mir  entpholhen  zii   anlwurttende   von    des    nahtgelles    wegen 
2f>  a(l)so  do  vor  geschriben  stot.  öch  wissent,  daz  die  von  Mentze  die  reitemeister   uns 
zii  geben  haut,  und  sint  an  mittewiiehe  zu  naht  zii  Franckenfurt,  und  daruf  ist  den 
von   Wepphelor  öch  verschriben,  daz  die  och  do  sint.  och  meinenl  die    von    Mentze,  oahr.s. 
daz  sii   es  frömede  hei,  das  men  daz   nahlgell    fordert   von   den   von  Wepphelor.  sil 
vor  von   nieman  genommen   isl    und  des   hundes  ere  an   disen   sachen   lit.   und    habent 

m  uns  geseit,  daz  ir  wergmeister  gesehen  habe,  daz  es  in  rierzehen  dage  ein  ende 
habe  und  kündent  uns  mit  gesagen,  daz  wir  der  inanunge  ufslag  habent  darumbe 
tw  ich,  daz  ich  uff  disen  sunendag  alle  mer  by  uwern    hotten  zii  Spire  welle  haben,   ottbr.  $. 

wenne   ich   lorhe   (sie),  daz  kein  langer  ufzog  in  dirre    manunge    si,    wenne    den    von 
Menlz  gar  ernesl   darzii  ist.  gehen  zii    Menlze    an    dem    nehsten    zinstdage    noch 

sanl   Michelesdage  anno  84.  versigclt  under  Hans  Dieln  ingesigele   bresten    halb    des 

minen. 

Wernher  Sturm 

der  eltei . 

[In   rcrso\   An   minen   herren    ineisler  und   rat   zii   Strasburg. 

Str.  St.  A.  Q   U.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  VII.  w.  eh.  lit.  cl.  c.  sig   in.  v.  impr.  del 


132  1384 

229-  Bischof  Friedrich  von  Strasburg  an  die  Stadt  meldet:  1)  die  Aussöhnung 
des  von  Geldern  mit  dem  König  von  Frankreich,  2)  daz  der  hertzoge  von  Lothringen, 
des  hertzogen  son  von  Bar,  der  von  Güssey,  der  grefe  von  St.  Paul  und  der  von  Vcr- 
sey  sich  abe  von  dem  conige  getzogen  sint  wol  mit  4000  glefen  und  lagent  uff  dissen 
ocibr.to.  vergangen  dürnstag  uff  der  Müsel  bie  Vianden  und  umb  Echtirnach.  .  .  .  Bittet  Boten  5 
zu  ihm  zu  senden  zu  ernstlicher  Besprechung.  geben  zu  Dachenstein  des  suntagos 
nach  sant  Lucas  dage.  Dachstein  [1384  f  October  23]. 

Str.  St.  A.  AA.  1411.  or.  eh.  I.  cl 

230.  König  Wenzel  an  Strassburg  :  bittet .  .  .  das  ir  dem  erwirdigen  Walfliarten, 
bischof  von  Basel,  unserm  cappelan  und  üben   andechtigen,  dem  wir   die  lehen  und  10 
wertlichkeit  seiner  kirchen  geliehen  haben.  .  .  .  zu  der  selben  seiner  kirchen.  .  .  getrew- 
lich  geholfen  und  geraten    seit.  .  .  .  geben  zu  Luczemburg   des   suntags   vor  sand  Si- 
monis und  Judastage.  reg.  boh.  22  regn.  rom.  9.  Luxemburg  1384  October  23. 

Str.  St.  A.  AA.   107.  nr.  28.  org.  eh.  Ut.  cl. 

231.  Die  zu  Straßburg    versammelten  Städteboten   ersuchen  alle   Teilhaber   der  ir> 
Burg  Spitzberg  dem  Riller  ton  Entzberg  keine  Aufnahme  zu  gewähren. 

Strassburg  [1384]  October  28. 

Wir  der  stette  botten  dez  bundes  an  dem  Byne,  alse  wir  uf  disen  hütigen  dag 
zu  Strasburg  bienander  gewesen  sint,  embieten  allen  den,  die  do  teile  und  genteine 
haut  an  der  vestin  Spitzenberg,  waz  wir  götes  vernnigent.  uns  ist  vürkomen  und  geseit,  to 
daz  ir  Gerye  von  Entzberg  husen  und  enthalten  wellent  uf  uwere  vestin  Spitzenberg 
gegen  dem  hocherbornen  forsten  hertzog  Rüprehte  dem  eitern  von  Peygern.  wände  nü  die 
stete  unsers  bundes  dezselben  herren  hertzog  Rftprehtz  helffere  sint  von  der  eynungen 
wegen,  die  er  und  die  stette  mitenander  hant  und  sie  mit  ime  in  dem  selben  kriege  sint 
gegen  Geryen  von  Entzberg,  so  bittent  wir  och  mit  ernste,  daz  ir  denselben  Geryen,  25 
sine  helffere  und  die  sinen  nit  enthaltent,  husent,  noch  hofent  uf  uwere  vestin  Spitzen- 
berg gegen  dem  vorgenanten  herren,  dem  hertzogen  und  den  andern  herren  und 
stetten,  die  zu  der  eynungen  gehörent,  iemer  durch  unsern  willen,  uwer  entwurte 
embieten  uns  wider  versigelt  von  unser  aller  heiszens  wegen  mit  der  stette  zu 
Strazburg  ingesigel.         datum  die  sanetorum  Symonis  et  Jude  apostolorum.  " 

\in  verso]  Allen  den,   die  do  teile  und  gemeine  hant  an  der   vestin  Spitzenberg. 

Str.  St.  A   AA.  118.  or.  mb.  I.  cl. 

Ebenda :  ein  Schreiben  gleichen  Inhalts  an  alle  Teilhaber  der  Burg  Kcppenbaeh  (bei  Em- 
mendingen.) 


232.  Genannte  Straßburger  Gesandle  berichten  an   ihre  Stadt  von  einem  vor  dem  u 
Erzbischof  von  Trier  zu  Koblenz  statt  findenden  Sühntage. 

[1384  nach  October  16.] 

Unser  dienest  zufor  her.  wissent,  daz  wir  uf  santte  Gallen  dag  zu  naht  koment  gen 
ociobr.  i6.  Kobelentze  mit  des  bischofes  von  Ifentze,  des  hertzogen  von  IVigern,  von  Mentze,  Wurmes 


1384  |8S 

od  Spiro  botten  und  gingen!  af  sunendag  noch  frfigeme  inbise  sfl  unserme  berren  von 
rierezö  Kobelenze  in  der  dützenberren  klooter  und  köntten  ime,  daz  wir  do  werent  mit 

cii  forgenanüen  hotten  und  unsers  dages  warllent,  also  er  in  tot  sinen  gnoden  bercl  hei. 
0  zöte  er  uns  ein  brief,  den  ime  bei  Kinicli  vonic  Steine  gesehrihcn  liette,  und  sinnt  der 
;ir  gnedikliche  und  forhtlichen  daran  gescbriben,  wie  in  der  herzöge  von  Luttringen 
herziehen  woltte  in  (sie)  und  sebedigen  zu  dem  Steine  und  anderswo,  und  wer  uf  den 

Sg   körnen   und   moste    von   not    hunder    sieh    und  da/  er  ander    dage    beschicdc.  du 

ölte  er  gerne  uf  körnen,  do  Julie  wir:  gnediger  herre  du  dages  so  sture  zu  farade, 

BZ  kinnel    uns  noch  den  sielten  mit  wol,  wanne  es  sorkklichen  stal   uff  den  Strossen. 
d  do  antwurt  er  uns  und  sprach:  iuch  (!)  welle  ime  enbietten  mit  unsere  götten  botschaft, 
da/,  er  1 1  i'i t  enlosze,  er  köme  für  uns  gen  Bochbartten  von  noh  hüte   über  ante  dage 

und  den   dag  leiste  in  aller  der  müssen  also  Cor  berct  ist.  dette  er  daz  nut,  so  woltte 
er  in    für    sinen    mog    nül    nie    für    ant wurllen.    und    hell    ime    da/    l'ürschriben    also 

atrenchlichen,  da/  wir  es  wol  zö  dancke  Dement  und  daruf  baut  uns  die  hotten  alle 

ii  gerotten,  da/  wir  des  dages  wartten  sölent.  und  duncket  uns  öch  selber  gut  noch 
dem  erneste,  den  wir  an  dem  berren  sehent.  umbe  Henselin  Föltzin  daz  nimet  men- 
lieh  unbillieh,  da/  er  also  us  gcnomen  ist,  daz  er  sieb  wider  zö  dem  Steine  antwurlten 
so!  oder  wer  in  Stopffes  manel.  und  liel  der  probst  und  llerburt  von  Heckesbeim, 
unser  berren  rot  von  Triere,  gerotten,  daz  er  sieh  wider  antwurtle  uf  disen  nehsten 
M  Bunendag,  also  och  der  dag  sinde  wurt  vor  unserme  berren  von  Triere,  daz  er  denne 
zi'i  dem  Steine  si  zu  naht  umbe  daz,  daz  in  Stopfes  nut  fürbasser  gemanen  möge, 
wanne  wir  not  anders  furnomen  habent  von  unserme  herren  von  Triere  und  von 
ime  rotte,  wanne  habe  Stopffes  nut  reht  zö  uns,  daz  uns  denne  her  Emich  von 
teine  unser  gelangen  sol  wider  geben  lidig  und  los.  keine  öch  StopfTes  mit  zu  dage 
ihI  ginge  uns  des  us,  so  duncket  su  daz  selbe,  wil  öch  her  Hurekart  von  Mühlheim 
ich  antwurlten,  daz  dühte  uns  gar  nutze  umbe  da/.,  daz  wir  sü  alle  do  bi  einander 
undent,  obe  uns  gelunge  uf  dem  dage,  daz  man  danne  nut  müste  ein  sunders  haben. 
il  besigelt  mit   .lob.  Kurnagels  ingesigel. 

Von  uns  Claus  von  Weslbus,  Joh.  von  Mühlheim  ritter,  Wernber  Sturm  und  .loh. 
urnagel. 

| ///    verso]  Untern  berren  dem  meister.  und  dem  rate  zu  Strasburg. 
Str.  St  Ä.  AA.  118.  or,  eh.  I.  rt. 


233.  Bericht  der  Slraßburger  aus  dem  Lager  vor  Keppcnbach.  [1SS4.]1 

Liutott  von  Mulnheim  und  ander  uwer  friunt,  die    ietzent.    vor    Kcppenbaeh    von 
uweiu    ligenl    an    Strassburg:  .  .  .  wisent,  daz  wir  do  zö  stunl  unser  hotten  zu    dez 
trtzogen  rete  schiktent,  /i'i  den  öch  tor  von  denselben    Bachen.    \Lamd/Htde*-A%f- 
ichtung]  geret  ist.  die  baut  uns  l'ruintliche   geantwurtet   und     sprechen!,    da/    keine 


i   Wahrseheinlich  1384  vgl    D.  Ii   A   I.  p</.  425. 


134  1384 

botschaft  zu  dem  hertzogen  komen  Bige  von  den  sachen,  danne  also  iuch  der  Bogk 
und  der  Kranich  for  hant  geseit.  doch  were  uicli  uit  von  den  sachen  zu  sine,  do 
sehen!  sui  gerne,  daz  man  in  daz  zi'i  verstonde  gebe  und  sprechent  domitte,  daz 
sui  zi'i  den  saclien  nuit  antworten  welent.  one  uwern  rat  .  .  .  man  hat  uns  furhroht, 
wie  daz  ein  samenunge  zu  Nasbach  oder  darumhe  sin  sol  .  .  .  enpfindent  ir  uit,  do 
beschult  dez  herzogen  rate  .  .  .  wisent  ouch,  daz  der  hertzoge  bi  uns  in  unserme 
leger  gewesen  ist  und  uns  fruintlich  empfangen  hat  und  uns  sine  fische  geschencket 
hat.  gebietent  uns  alle  zit.  [ohne  Daliemng\ 

Str.  St.  A.  AA    118.  org.  eh.  I   cl. 


234.     Herzog  Rupreclil  der  ältere  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg :  teilt  mit,   10 
dass  der  reiche  Symoud,  der  Jude,  sein  Jude  geworden  ist  und  das  Bürgerrecht  aufsagt. 
Kr  bittet  dessen  Weib  und  Kindern  bis  künftigen  sant  Jacobstag   sicheres  Geleite  zu 
geben.         Heidelberg  in  crastino  omnium  sanetorum  anno  84. 

Heidelberg  1384  November  2. 

Str.  St.  A   AA.  105.  7»«.  ch   cl.  » 

Reg.  Koeh  und  Wille,  pfalzgr.  Reg   nr.  4567. 


235.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt  :  aus  einem  beigefügteil 
[verlornen]  Briefe  des  Herzogs  von  Lothringen  .  .  .  sollent  ir  wol  sehen,  wie  sich 
Jacob  von  Vienstingen  gegen  uns  und  ach  bewart  het.  auch  het  uns  der  botte  ge- 
seit,  das  er  den  hertzogen  Belis  habe  ingelassen  mit  400  pherden.  und  herane  mogent  20 
ir  wol  merken,  was  der  sachen  ist.  auch  wissent  ir  wol,  wie  der  nachgebur  ist, 
den  er  uns  geben  het.  .  .  .  Bittet  Gesandte  zu  einer  Beratung  über  weitere  Massnahmen 
zu  senden,      geben  zu  Dabichstein  uff  den  menlag  nach  allerheiligen  dage, 

Dachstein  [13S4  l  November  7], 

Str.  St   A.  AA.  1410.  or.  eh   l.  cl.  f* 


236.  Wernher  Sturm  der  elter  an  seine  Stadt  Strassburg:  berichtet,  dasz  der 
No<br.6.  kunig  uf  sontag  vergangen  zu  Metze  solte  sin  gewesen,  nun  weisz  man  nicht,  ob  er 
dahien  kommen  wird,  sagt  der  herzog  von  Teschin,  dasz  der  kuaig  annoch  willens 
si  gen  Kobelentze.  und  hat  daruf  gesehicket  grafe  Johann  von  Spanheim  gen  Ko- 
belentze,  die  herren  und  stette  zu  bittende,  die  do  ligent,  dasz  si  sin  beiten  so 
sollent;  dann  der  könig  kürzlich  noch  disem  nehsten  sonntag  dar  welle,  sullent 
also  die  hotten  dahien  vertagen.         datum  Lutzeinburg  dinstag  ante  Martini. 

Luxe mbii rtj  [1384  November  8]. 

Aus  Wenckeri  excerpt.  II,  479  (Verbrannt  1870).  gedr.  D.  R.  A.  I,  nr   251. 


13S6  Juli  21  sehließt  Jacob  von  Finstingen  Sühne  mit  Bischof  und  Stadt  Straßburg 


1384 


136 


237.  König  Wenzel  an  Strassburg:  begehrt,  dass  man  unverzüglich bövoflmleli- 
tigte  Ratsmitglieder  zu  ihm  nach  Koblenz  entsende.  geben  zu  Itetcze  am  iliustag 
nach  sant  Martinstage    unser  reiche  des  behem.   in  dem  22  des   römisches  in  dem 

!»  jare.  Metz    1884  November  Iß. 

Str.  St.  A.  AA.  107.  or,  eh.  lit.  cl. 
Gedruckt  :  D.  B.  A.  I.  nr.  252. 

238.  Bericht  zweier  gebannter  Straßburger  au»  dem  Feldlager  vor  Burg  Salms 
an  den  Slraßburger  Gesandten  in  Mainz  Götze  von  Groslein.  (Beilage  zu  dem  fol- 
gern! e»   I' riefe.)  Lager  vor  Sohne  [1884  November  17]. 

Unserm  guten  (runde  herrn  Götzen  von  Grostein  ritter.  wissenl  also  wir 
ligenl  vor  Sulms,  das  do  nii  gezäges  ist,  also  domitte  men  nöttigen  oder  gewunnen 
sol  billicb  undwere  ("ich  in   wachten  unbestöllel   nahl  und  tag  weren(I).  wir  wissenl 

ich,  das  den  vmi  Menlze  und  den  von  Franckenfuri  drye  tcrlschen  gcniunmen  sint, 
und  hanl  su  uf  die  vestin  getragen  und  geschacb  «Ins  by  sehentem  dage.  wissen! 
ich,  das  uf  dise  nehsten  vergangen  rnittwoche  öcb  by  sehentem  tage  su  harns  nottr  «. 
lieffenl  wo!  ir  sehssziehen  und  stiessent  die  katze  an  und  brantent  sü ;  do  worent 
wir  die  nehsten  und  lieffent  zö.  und  verlüsehentent  sü.  .öch  wissent,  das  uns  das 
wasser  also  getrange  düt,  das  wir  uns  vorsöhent,  das  wir  rumen  müssent  und  was 
och  der  von  Winesperg  und  ich  Cuntze  Müller  (?)  an  diser  vorgeschriben  mittewo- 
ihen  zu  Brunenfeyls  bi  dem  graven  von  Sulms;  und  bittet  er  gros  reht,  also  wir 
üch  wo!  sagende  werdent,  so  wir  zö  fieb  kummen.  und  hant  och  einen  tag  berel 
af  den  nehsten  durnestag  nach  diser  vorgeschriben  mittewochen  zu  haltende  uf  "«*••  "■ 
dem  leide,  was  do  geret  wirt,  des  wissen  wir  nit.  och  wissent  von  des  naht- 
rclli's  wegen,  was  sü  üch  davon  gelobet,  das  haltent  sü  nit,  wanne,  was 
;ü  sagent,  das  ist  gelogen.  Beb  wissenl,  das  der  harst  von  Brunenfels  vür 
uns  liesseid  loll'en  üf  disen  dunreslag  wol  mit  80  pl'erden  für  unser  gezelt  und 
lohten I  sü  vor  wasser  zu  uns  nit  noch  wir  zu  in  und  schickent  disen  brief  für- 
derlichen  och  gan   Straszburg,  wanne  wir  anders    kein   botschaft   in   künnent    getün. 

I wissenl    och.    das  die   von    Wepflar  die   manunge   von  der   grossen   summe    abe    hau 
gelassen,  do  es  in  die  von  Mentze  und  die  von  Frangkenfurl  erlöbettent,  also  uns  be- 
dunckel.         geben  an  dem   nehsten  dunrestage  nach  sant  Martinstag. 
Von   uns   Johans   Oberkirche    ritter  und 
Cuntze   Müpier]    [altjammanmeister  zö  Straszburg. 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad    48/49«.  fasc.  1.  or.  eh.  Ut.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 
Die    Unterschrift   stark   lädiert,  der  zweite  Name   unleserlich,  ergiebt   sich  aber   aus    dem 
Text  und  dem  Sehreiben  vom  21.  Nov. 


239.  Götze  von  Grostein  zur  Zeit  als  Gesandter  in  Mainz  an  Meister  und  Ratz 
berichtet  unter  Beifügung  eines  an  ihn  ans  dem  Feldlager  vor  Solms  gelang/m 
triefes  Über  den   Stand  der   Welzlar-Solniser   Fehde.       Mainz  [1384  November  21]. 

Mynen  dinst  bevor,  liehen  herren.  als  ich  uch  nü  nehst  sehreip,  wie  daz 
die  von  Mentze  ir  botschafft  wollen!  dün  gen  Wetflar  von  der  manunge  wegen,  wand 


VI. 


18 


136  1384 

xovhr.19.  sie  nit  gut  duchte,  daz  wir  hinüber  rydent,  die  botschafft  quam  ofT  samsdag  zfl 
nacht  zu  uns  zwuschen  Mentze  und  Frankenfort  und  bracht  uns  eyncn  brieff,  dämme 
die  von  Wetflar  yre  manünge  der  grozen  summe  abe  gelaszen  hant.  da  rydcn  wir 
wyder  gen  Mentze  und  g\  nge  ich  und  der  von  Wormsze  und  der  von  Spire  erbere 
botden  vor  den  rat  zii  Mentze  und  rettent  mit  yn,  daz  sie  yren  f'riinden  in  daz  b 
sosze  gen  Solmsze  verschriben  wolltent,  daz  sie  mit  unsern  frunden  zu  rade  wor- 
den, wie  daz  man  offbreehe  und  die  unsern  dannen  zygent,  wann  ez  soliche  wetder 
were,  daz  nyeman  nit  geschafi'en  künde  oder  mochte,  oder  aber  woltent  ez  die  von 
Wetflar  nit  herlauben,  daz  sie  dann  daz  nachtgelt  mit  uns  fordern  und  auch  Deinen 
woltent,  als  zu  Spire  off  dem  dage  beret  were.  daz  waz  der  von  Mentze  meynunge  '<• 
nit.  doch  wiszent,  daz  wir,  als  ernstlichen  mit  in  geret  han,  daz  sie  yre  botden 
mit  uns  den  andern  stetten  gen  Wetflar  gesant  hant  und  daz  wir  mit  einander 
besehen,  waz  da  zu  tiinde  sy  und  wie  man  von  dem  felde  kome,  wann  wiszent, 
daz  der  von  Wetflar  sache  faste  an  den  von  Mentze  und  an  den  von  Frankenfort 
liget,  als  ir  auch  wol  sehent  in  Cintze  Mullers  briefle,1  den  ich  uch  beschloszen  l5 
in  dysem  brieffe  senden,  auch  enweiz  ich  nit  anders  wann  so  wir  gen  Solmsze 
kommen,  daz  man  dann  forderlichen,  so  man  erste  mag,  off  blichet,  wan  daz  waszer 
und  daz  wetdir  also  grosz  ist,  daz  uns  nit  endünket,  daz  man  icht  geschafi'en  möge. 
und  darumb  sint  wir  hinüber  geryden  umb  daz  wir  daz  folk  mit  gelimp  von  dem 
felde  bringen,  ouch  kome  ich  so  ich  erste   mag.         geben  zii   Mentze  off  mandag  vor  w 

sant  Katherins  dage. 

Götze  von  Grawenstein   ritter. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  c.  <yr.  eh. 

'.'40.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt :  lan  üch  wissin.  daz  wir  die 
stette  uff  deine  Ryne  gemant  habent  und  sendent  üch  denselben  manebrieff  (nr.  541), 
die  wile   daz  ir  die    nehsten   gelegen   sint.    da  begernt  wir,  daz  ir   daz  f'übasscr   !><•-  ib 
stellent   und   schaffent,  als  unser   bunt    stet.         geben  zii  Dachenstein   dez    zinstages 
vor  sant  Katherinen  tag.  anno  11384.  Dachstein  13H4  Xovember  9*. 

Str.  St.  A.  AA.  1410.  or.  eh.  I.  cl. 


241.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  rheinischen  Bundesstädte :  teilt  mit 
dass  die  Markgrafen  Hesso,  Otto  und  Hans  von  Hochberg  und  ihre  Anhänger  ihn  und  :il) 
das  Stift  trotz  der  Heidelberger  Stallung  mit  Baub  und  Brand  arg  geschädigt  haben 
bei  Höningen,  Hochberg,  Haslach  und  Keppenbach,  und  mahnt  sie  auf  Grund  der  .... 
gütlichen  Stallungen,  die  wir  mit  üch  stetten  des  bundes  uff  dem  Byne  und  in  Swaben 
haben,  daz  ir  uns  unvertzögenlichen  üwer  folk  danne  sendent  50  mit  spiessen  wol 
hertzügeter  lüte,  daz  sy  sint  in  unser  stat  zii  Gengembach  in  1-1  tagen  nach  der 
manungen  .  .  .,   wanne  wir  die  stette  in  Swaben  ouch  also  hermant  habin.  und  wol- 


'  Siehe  nr.  238  den  Brief  vom  17.  November  13S4. 


1384 


Ytf 


Ich   uwcrs    folkes    also   warten,    und    l;ml     uns    de/,    iiwer   antworte   wider  wissen    mit 

lisem  botten.       geben  ander   unserm   ingesigel  des  zinstages  roo  saut  Katherinen 

g  anno   domini    1H84.  [Dac/uiteln]  1.(84  November  22. 

Str.  St.  A.  AA.  14011.    or.   eh.   I.   pat.   c.  s.  impr.    (Beilage  zu   dem  unter   nr.  240   abge- 

ilriielli'ii   lliirf  dt$   Buchofs  vom  gleichen  Datum.) 
Frankf.  St.  A.  Copialb.  XV,  19.  c.op.  coaev. 
Reg.  d.  Markgr.   v.    lind     nr.  h.  356     —    Vgl.    Ebrard,    Annälierung    K.    Wenzels  a.  d. 

siliirub.  und  rhein.  Städtebund  1384.  S.   11)  not.  2. 


Karlsr.  G.  L.  A.  or. 

Heg.  Fester,  lieg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1300. 


242.  König  Wenzel  ermächtigt  den  Markgrafen  Bernhard  (I)  und  Rudolf  (VU)  ron 

io   Baden,   von   den   Städten    Strassburg   und   Speier,  falls   diese   das    neue   und    ungewöhn- 
liche Umgeld  nicht  abthun,  den  gleichen  Zoll  zo  erheben,  jcobiem]  1384  itecember  o. 

24:5.  Bischof  Friedrich   an  Strassburg:    dank!  fär  die  seinetwegen  an  die  Mark- 
ii  grafen  von  Hochberg  geschickte  Gesandtschaft,  hall  es  aber  nicht  für  thunlich  Frieden 

ZU   hallen    ...derwile  sn   uns   die   iinsern    rüplichcn   wider   rehl    und   bescheidenheit  ge- 

chetzel  haut  und  schätzen  wellen!  in  den  dingen*  das   wir   in  aUewageat  das   rehl 
fÖlleklichen  gebotten  hant. ..  und  erneuert  desshalb  mit  Berufung  auf  den  liundesver- 
trag  eine  Bitte  UM  Hülfe...  wanne  der  sielte  IVunl  lierulf  konunenl...  will  er  jierne  einen 
-"  Sühnetag  abhalten  und  vor  und  nach  demselben  einen  2  tägigen  Waffenstillstand  ge- 
wahren,        geben  zu  (ienjjenhaeh  des  dunreslages  noch  sant  Niclaus  dag. 

Gcngeiibach  [i:t84  December  8], 

Str.  St.  A.  AA.  1409.  or.  eh.  lit.  et. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  h.  357. 


244.  Die  Boten  der  rheinischen  Bundesstädte  antworten  von  Speier  aus  dem 
tischof  von  Strassburg  auf  seine  Mahnung  wider  die  Markgrafen  von  Hochberg: 
lass  sie  derselben  nicht  folgen  können,  weil  der  Krieg  schon  vor  ihrer  Einung  mit 
lein  Bischof  begonnen  habe.  [Undatiert]  [1884  nach  December  8.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48|49.  Fragment  eines  Gedenkzetteis. 
/.  '/.  <l.  Markgr.  v.  Beul,  nr   h.  358. 


215.  König  Wenzel  beglaubigt  den  Landvogl  Vohnar  von  Wyckersheim,  der  nach 

Hrassburg    gesandt    ist  ...,    unsers    willen    mit     euch    ze    reden   von  etlicher  schulde 
fegen,  darinne  wir  uns  gesetzet    haben.  gehen   ze   Mentze  am   si'mtaj:    nach   sande 

»ucientag  des  behemischen  reichs  im  82  des  römischen  im  !•  jare. 

Mainz  1X84  Iteeeinber  18. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  38.  or.  eh.  lit.  ei. 


138  1384 


246.  Johans  Buman  der  Meister  und  der  Rat  von  St  rasa  barg 
an  die  rheinischen  Bundesstädte:  wir  Uiszenl  (ich  wiszen,  daz  der  edel 
jung  herre  Emicho  grafe  zu  Lyningen  und  Golde  von  Minefell  sin  amptman  groszen 
schaden  getan  hant  dem  erbern  fromen  ritter  hern  Heinriche  von  Fleckenstein  dein 
Jüngern,  unserm  burger,  sinen  lüten  und  den  sinen  mit  brande,  nome,  mit  gefengnüszc  ' 
und  mit  andern  schedelichen  dingen,  und  dar  umbe  so  hant  wir  einhellekliche  in 
unserm  rate  us  unsern  eit  erkant,  daz  die  vorgen.  jungherre  Emiche  grafe  zu  Lyningen 
und  Golt  von  Minefeit  sin  amptman  dem  vorgen.  unserm  burger  sinen  lüten  und  den 
sinen  damit  unreht  tiint  und  getan  hant  und  daz  wir  lieh  dar  umbe  billiche  manen 
süllent  und  mügent.  und  darumbe  so  manent  wir  üch  allesament  mit  disem  briefe  von  "> 
der  verbüntnücze  wegen,  so  ir  und  wir  mitenander  hant  uwerre  eyde,  daz  ir  uns  und 
den  unsern  und  dar  zu  dem  vorgen.  hern  Heinriche  von  Fleckenstein  dem  Jüngern  und 
den  sinen  uf  die  vorgen.  jungherre  Emiche  graten  zu  Lyningen  und  Golden  sinen 
amptman  alle  ire  beidere  helffere  dienere  und  die  iren  und  uf  alle,  die  die  in  ratenl 
oder  helffent  oder  sie  husent  oder  hofent  und  uf  ir  aller  libe  und  gute  geraten  und  n 
beholffen  sint  untze  an  die  stunde,  daz  wir  und  der  vorgen.  her  Heinrich  von  Fiecken- 
stein der  jünger  unser  burger  sine  lüte  und  die  sinen  von  in  unklagehaft  werdenl 
gemachet  und  daz  ir  in  ouch  widersagent  und  uns  die  widersagebriefe  senden!  mit 
disem  unsern  botten,  so  ir  vürderlichest  mügent.  und  dirre  manunge  zu  Urkunde  so 
ist  unserre  stette  ingesigel  zu  rucken  uf  disen  briet  gclrucket.  datum  feria  sc-  so 

eunda  proxima  ante  diem  saneti  Thome  apostoli  a.  d.   1384.  1884  Deeember  19. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  178  nr,  1.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  in  v.  impr. 


247.  Speier  an  Straßburg  (?)  berichtet,   daß  König   Wenzel  einen   Tag  tu  Mer- 
gentheim wünsche,  und  bittet  um  Mittheilung  an  Üchletlstadt  und  Ober-Ehnhein i. 

[1384]  Deeember  22.   25 

Unsern  früntlichen  dienst  bevor,  ersamen  lieben  fründe  und  eitgenoszen.  cz  sint 
von  unsers  herren  des  küniges  wegen  bi  uns  gewesen  der  erwürdige  her  Sifiit  von 
Venygen,  meister  dütschs  Ordens,  der  edele  herre  grave  Jbhan,  grafe  zu  Spanheim 
der  junge  und  Ulrich  von  Wolfesperg,  pfleger  zum  Rotenberge  und  haut  an  uns  ge- 
worben von  eins  tages  wegen,  den  unser  herre  der  konig  linsten,  herren  und  stetten  10 
(uu  gesetzet  hat  uf  den  nehsten  sontag  nach  dem  heiligen  obersten  dage  nehste  kommel 
zu  Mergentheim  zu  leisten,  alse  die  von  N&remberg  ouch  darumbe  gemeinen  stetten 
am  Rine  eygenliche  verschriben  hant  nach  uszwisunge  ires  briefes  und  der  notteln 
harinne  in  disem  briefe  versloszin,  uf  daz  sich  uwere  wisheil  darnach  wisze  zu 
rihten  und  das  den  von  Sletzstat  und  von  Obern  Ehenheim  förderlichen  zu  verkünden.  35 
ouch  hant  wir  den  von  Mentze  verschriben,  das  sie  mit  unserme  herren  dem  ertz- 
bischofe  von  Mentze  usztragen  und  bestellen,  wie  er  der  stette  fründe  am  Rine 
obenan    und   niden   mit   geleite   versorge    und   uf  welche  zit  und  an  welche  stat  sie 


1384  \M 

byenander  zfi  bringende,  and  wta  uns  darumbe  zA  antworte  wirt,    daz    lotzM   wir 
i'h-Ii  danne  förderlichen  wiszen,        datum  crastioo  beati  Tbome  apostoli. 

Bürgermeisters  and  rat  zfi  Sjtire. 

Str.  St.  A.  ü.  U.  P.  lad    48/490,  fast    ü.  eop.  chart.  MMR 


211!.  Nürnberg,  Ulm,  Rotenburg  geloben  zugleich  im   Namen   des  schwäbischen 
and  des  rheinischen  Bundes  den  Pursten,  die  zu  dem  Tage  zu  Mergentheim,  Sonntag 
nach  dem  heHigSn  obersten  Tage  [Sanvar  9.  1385.]  reisen,  sicheres  Geleil  und  teilen 
it,  welche  Fürsten  anderseits  jegliche  Stadt  geleiten   werden,  u.  s.  w. 

[1384  Ende  Deeember.J 

(i.  U.  P.  lad.  48/49  c   fasc.  ;).  cop.  eh.  cuaev. 
Gedruckt  :  1).  lt.  A.  II,  100  >tr.  48. 


24!).  Aufzeichnung  von  einem  Städtetage  des  rheinischen  und  schwäbischen  Jinades 

m  Speier.  [1384  Ende  Ihxember.] 

Als  der  byschoff  von  Straszburg  die  stelde  wider  die  marggreven  von  lloeh- 
berge  gemant  hat,  dez  banl  der  stelle  frunde,  als  die  ietzo  zu  Spire  gewesen  Bin, 
sincr  erber  botsehaft  darufT  geantwuitet,  daz  sie  bedunckel  onserme  herren  dem 
byschoff  von  Straszburg  von  der  selben  siner  manunge  wegen  nit  schuldig  sin  zu 
belffen,  syt  er  mit  den  marggreven  von  Hochberg  zu  krieg  sy  komen  und  uzgeende 
fride  mit  ym  gehabt  hat  vor  der  zejt,  ee  die  einunge  zwuschen  l'ursten  und  stetden 
UZgerel  wart,  duhte  aber  darüber  unsern  herren  den  byschoff  von  Straszburg,  das 
yme  die  stetde  von  derselben  einunge  wegen  schuldig  werenl  zi'i  dem  criege  wider 
die  TOrgenanten  marggreven  zu  hellVen  :  wez  sie  yme  danue  von  rechtswegen  darumbe 
di'm  soltent,  das  wollen!  sie  yme  forderlichen  diin,  wanne  sie  dar  meinen!  ouch  also 
gegen  den  andern  Fürsten  und  lierren  der  eynunge  zu  ballen,  sie  wurden  ez  danne 
anders   Hill    dein   fehlen   underwisel. 

Mein  gedenckenl  an  UWer  rete  zu  bringen,  als  unser  herre  der  kunig  unsern 
erbern  botden,  als  die  ieczunl  nehste  von  des  bundes  wegen  zu  Kobelencze  by   ym 

gewesen  sinl,  aiigenniiil  hat,  sieb  ZU  den  stetden  bede  an  dem  l\yne  uml  am-li  in 
Swaben   zfi   verbinden    ynn   gelruwebch   byslendig  geraten  und   bebollTen  zu  sin   wider 

allermenglich,  ayeman  azgenomen,  die  sie  an  iren  fryheiten,  rehten,  guten  gewonheiten 

und  an  iren  guten  nötigen  oder  belrengeu  wollenl,  also  da/  die  slelde  wider  uinbe 
unseiin  lierren  dem  kling  verbunden  uerent  zu  hellVen  wider  alle  die.  die  sieb  wider 
yn   und  daz   romeselie   riebe  setzlenl. 

Hein  der  von  Colne  wegen,  als  sie  ir  erber  botsehaft  by  der  unsern  zu  Kobelenez 
M  gehabt  haut,  in  unsere  der  rynseben  slelde  bunlnüsse  mit  dienst  oder  susz  ane  dienst 
zfi   komen. 

Hein   in    semlieber    masze  von   der  von   Hetze   wegen. 

Item  als  der  s\\  ebesehen  slelde  frunde  rede  gehabt  banl  von  der  zweyer  .-leite 
Herne    und    Solotern   wegen   in   der    swebeseben    und   in   unsere    der    rynsehen    steble 


140  1384 

buntnüsse  zu  enphahent,  yn  denselben  zwein  stetden  mil  hundert  glevcn  von  beydcn 
bunden  zu  dienende  darzü  der  rynsche  bände  20  mit  gleven  und  der  swebesch  bunde 
die  uberigen  75  mit  gleven,  so  daz  not  beschee  uzribten  soltent. 

Item  gedenckent,  also  bertzog  Rupreht  der  elter  den  stetden  verschriben  hat,  daz 
ym  Georij  von  Enezberg  den  saeze  von  der  vesten  Enczberg  l  wegen  uffgesagt  hat, 
als  die  von  Spire  vormals  derselben  briefl"  abschrift  ieglieher  statt  Beschicket  haut.  .  . 
und  von  der  vorgeschriben  stucke  wegen  sollent  der  stetde  botden  gemeinlichen, 
bede  am  Ryne  und  von  Swaben,  mit  vollem  gwalt  gen  Straszburg  züsamenkomen 
iun     ufj  (}en  andern  sontag  in  der  fasten,  so  man  singet  Reminiseere  nehste  komet. 

/  rhr.  26.) 

Item  gedenkent,  daz  den  zwein  graffen  von  Nassauw  unsern  buntgenoszcn  tag 
(ttti  gein  Mencze  bescheiden  ist  off  sant  Pauls  dage  conversionis  nehstkompt,  daroff  ouch 
ygliche  stad  dez  bondes  haben  sol  ire  frunde,  ez  worde  dann  von  den  von  Mencze 
widerboten,  und  uf  demselben  dage  sol  man  ouch  der  rete  meinunge  furbringen  von 
der  vorgenanten  zweier  stette  Colne  und  Mecze  wegen,  und  auch  uff  demselben  tage 
rechenunge  zu  tünde. 
(um  item  von  des  dages  wegen  zu  Raden  uff  den  zwcnzigesten  dag  von  der  Johanser 

Jan.  13.) 

wegen  uwere  erbere  hotten  einen  mit  der  von  Hagenow  hotten  von  des  gemeinen  bon- 
des wegen  zu  schicken. ' 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  49  fasc.  XI.  cop.  eh.  coaev.   Die  beiden  letzten  Absätze  scheinen 

später  von  anderer  Hund  hinzugefügt  zu  sein. 
Gedr. :  Ebrard.  Annäherungsversuche  Kg.   Wenzels  a    d.  schioäb  -rhein.  Bund.  S  19  nr.  1. 


250.  Herzog  Przemyslav  von  Teschens  an  [Speier].  .  .  .  wir  haben  den  swebischen 

stetten  verschriben  gein  Ulm,   daz  sie  die   andern  stette  in   Swabin   vermanen   und 

Fehl,  s.)  verboten,    das   sie   gein   Spire   komen   des    liebsten   sontages    nach    unsere   vrauwen 

dage  liehtmesse.  also  bitten  wir  uch  ouch,  das  ir  die  nyderlendischen  stette  ouch  a 
vermanent  unt  verbotent,  das  sie  ouch  uff  die  vorgenante  zit  gein  Spire  komen  mit 
voller  mäht,  wann  wir  und  der  lantgrave 4  uff  dieselbe  zyt  von  unsers  Herren  dez 
kuniges  wegen  ouch  gein  Spire  wollen  komen  mit  gantzer,  voller  mahl  zit  redende 
von  wegen  der  Juden,  der  muntze  und  anderre  sache  wegen,  die  wir  uch  dann  wol 
werden  underwisen.  geben  zu  Nurenberg  dez  liebsten  sonabendes  Dach  wihe-  »<> 
nachten.  Nürnberg  [1384  Derember  81). 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  b.  cop.  eh.  coaev 

Gedr  :  Ebrard.  der  erste  Annäherungsversuch  König  Wenzels  an  den  Schwab. -rltein  Städte- 
bund. (1877.)  S.  22.  nr.  2. 


1  Enzberg  bei  Maulbronn.  Vgl.  zur  Sache  Stalin,   Wirt.  Gesch.  III,  338  not.  2 

2  Dieser  Tag  fand  laut  einer  Notiz  über  Straßburgs  Guthaben  an  den  gemeinen  Bund  (Str.  St.  A. 
U.  P.  lad    49.  cop.  eh.  coaev)  statt  am  Antonienabend  [1385  Januar  16]  vgl.  Ebrard,  S.  21. 

s  Herzog  Przemyslav  I  von  Teschen  1358—1400  (f  1410). 

*  Johann  I  (der  Alte)  Landgraf  von  Leuchtenberg  und  Graf  zu  Hals  1375—1407  f. 


1385  lil 

251-  Nürnberg  an  Speier:  ahn-  die  Berufung  eines  Tages  nach  Speier  zur  ller- 
hci fall  nun/  einet  Einigung  der  rheinischen  Städle  mit  dem  hierin  eehr  bereiten  König 
Wenzel.  l.tsr,  .lamutr  2. 

Erben)  und  wiesen,  unser  willig  fruntlieh  diensl  si  uwcre  wislieit  zii  aller  zyt 
voran  bereid.  lieben  frunde  und  eilgenossen,  wir  lasain  nwerwisheil  «riesin:  als  ic/unt 
unser,  herre  der  Iranig  von  dem  Rine  her  off  reid  and  do  quam  der  bochgeborn 
linste  und  berre,  der  bercsoge  zii  Teeehin,  der  edel  wolgeborn  berre  der  buttgrave 
/.um    Luchtembergs   trficl   her   Conrad   von   Kriege,'  der  hoOemeister   her  zu  out  in 

unser  stat.    und    die    sagten    uns    in    gehehneyme,    wie    daz    sie    mit    etlichen    uwern 

i»  frunden  unsern  eitgenosscn  von  den  slctten  u IV  dem  liine  zii  Cobeiencz  und  oucli 
zii  Mencze  gereld  hettent,  das  sie  gerne  sehen  und  OUCh  ilarzu  dienen  und  raten 
wollenl,  das  unser  herre  der  kunijg  mit  den  sielten  geeynet  wurde  also,  das  sie  eyn 
hesser  gelruwen  zi  eynander  hetten  und  gewunncn,  dann  sie  bisher  gehab!  haben. 
und  sie  verscheid  sieh,  ir  wurdenl  daruinh  off  dem  Rine  eyne  inanunge  tliuii  und 
wiirdent  daz  dann  furbaz  an  unsern  bund  bringen  und  darnach  iinsenue  hcrren 
dein  kuiiigc  eine  entwurte  gehen,  darnach  sint  sie  zu  rade  wunlen.  das  sie  ueb 
eynen  brieff*  gesaut  haben,  den  wir  ücb  senden  mit  diesem  briefTe,  das  ir  alle  stelle 
uwers  bondes  uff  dem  Rine  zii  uch  in  uwer  stad  manen  sollint  ulf  den  nebslen 
sontag  nach  unser  vrouwen  dag  lichtmesse  und  haben  mich  daz  glicherwise  ge-  ^'lrrS- 
seliiihcn  unsern  eilgenossen,  den  von  Ulm,  das  sie  alle  steüc  in  unserm  bonde  uff 
den  egenanlen  sontag  zu  uch  in  uwer  stad  gein  Spire  ouch  inanen.  so  meynet  der 
hiiczoge  zu  Tesschin  und  der  lanlgrave  mit  vollem  gewalt  von  unsers  herren  dez 
kuniges  wegen  ouch  zu  uch  zu  komen  mit  uns  zu  redende  von  der  vorgenanten  saelie 
wegen  und  ouch  von  der  Juden  wegen,  wie  man  wege  linde,  das  unser  berre  der 
Iranig  und  die  slelle.  die  die  Juden  hellent.  derselben  Juden  genüssen.  und  wie  man 
rarqneme,  das  der  schal/,  in  der  crisicnheid  von  ynn  als  gar  nyt  emphreindet  wurde 
und  als  gar  in  ire  band  nyl  blibe  und  ouch  von  den  guldin  und  silberin  müntzeu  eyn 
ende  zii  machen,  davon  haben!  sie  uns  gebetten,  das  wir  uch  und  den  von  Ihn  ver- 
sebriben  :  ob  daz  were,  das  ir  eyne  manunge  hettent  getan,  ee  daz  uch  dirre  brieff  wurde 
geantwurt,  die  kurlzer  oder  lenger  were,  dann  uff  den  egenanten  sontag  nach  lichtim 
daz  b*  dann  die  widerschribent  und  legent  uff  denselben  sontag.  auch  ist  not,  als  awere 
wisheil  wol  versleel,  daz  ir  in  uwern  relen  eigenlicb  heslellent,  das  solich  saebe  in 
geheyme  verliben  und  verewigen  werden  und  ob  daz  were,  daz  ir  eyne  manunge 
wurdenl   uzsenden.  daz   ir  dann   mit    uwcre    wisheid    in    denselben    inanebrieffen    be- 

•■  BOTgent,  das  solich  sache  in  den  stetten  und  reten,    do   ir  dieselben  manebrieffe  hin- 
seiidenl.  ouch   verswigen   werde    und    in    gcheyine    blibe.  daliun    l'eria   2    post    cir- 

Icuincisionis    domini    anno    .   .   .  8S. 
Von   uns   dem   rate   der 
slad  zu  Nurenberg. 


1   Konrad  von  Krcigl;  auf  Landslrin,  Oberhofmeister  des  Königs. 

-  Der  Brief  des  11er  s.  von  Teschen  vom  31.  Decembcr  84  (oben  nr.  250). 


142  1385 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48f49  B.  cop.  eh.  coaev.   (Auf  demselben  Blatt   mit   dem   Briefe 

des  Hers,  von  Tesc/ien) 
Gedr.  Ebrard,  Annäherung  Kg.   Wenzels  a.  d.  Städtebünde  S.  23  nr.  3.    —    Vgl.  I).  li.  A. 

I.  nr.  258. 


252.  Die  zu  Buchorn  versammelten  Städte  des  «Bundes  um  den  Bodensee»  & 
an  Strassburg:  teilen  mit,  ...  daz  der  bischof  von  Slraszburg,  der  von  Con- 
stenze,  von  Ueberlingen  und  von  Bawenspurg  burger  mit  gewall  und  ;in  alles  reht 
gevangen  hat  :  graff  Albrechten  von  Werdenberg  den  eitern,  herre  ze  Bludentaz, 
Walthern  von  Hohenfelss  und  her  Frantzen  den  Murer,  korherrcu  und  burger  ze 
Constentze,  .  .  .und  bitten  unter  Beifügung  von  Abdruck  und  Brachreibung  der  Siegel  •" 
der  beiden  gleichnamigen  und  desshalb  vielleicht  verwechselten  Grafen  von  Wei- 
denberg auf  Grund  ihres  Bündnisses  um  kräftige  Verwendung  für  die  Freilassung 
der  genannte^  Gefangenen.  .  .  .  versigell  von  unser  aller  haissentz  wegen  mit  der  stat 
insigel   ze   Buchorn    anno    1385   in    die   beati    Hilarii.  Buchorn  1383  Januar  IM. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad   48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  \i 


25:{.  Hannemann  von  Ramslein  der  Bürgermeister  und  der  Rat  von  Hasel  an 
Strassburg:  bitten  auf  Ansuchen  der  schwäbischen  Städte  um  Verwendung  heim 
Bischof  Friedrich  von  Strassburg  für  die  Freilassung  der  von  diesem  gefangen  ge- 
haltenen Herren:  Graf  Albrecht  von  Werdenberg,  Waller  von  Hohenfels,  Franz  Murer, 
welche  zu  Ravensburg,  Ueberlingen  und  Constanz  Bürger  sind,  und  schicken,  da  viel- 
leicht eine  Verwechselung  der  zwei  Grafen  Albrecht  von  Werdenberg  vorliege,  beider 
Siegel  in  genauer  Beschreibung  und  im  Abdruck  mit.  datum  ipso  die  Agnetis 

anno  85.  1383  Januar  it. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49.  or.  mb.  lit.  cl.  e.  sig.  impr.  del. 


254.  Herzog  Przemyslav  (I)  von  Teschen  an  Nürnberg  :  wir  haben  mit  unserm  " 
herren  dem  kunige  rede  gehabt  von  wegen  des  lages  zu  Strassburg,  als  ir  uns  ver- 
schriben  habt,  der  hette  gerne  gesehen,  daz  er  mohte  kurzer  sin  worden,  nü  dez  nit 
mohte  gesin,  nü  lest  er  ime  daran  begnügen,  und  meinent  uns  uf  denselben  tag 
zu  schicken,  und  ob  wir  nit  uf  denselben  tag  mögen  kommen  von  ehaftiger  sfiche 
wegen,  so  wird  der  alte  lantgravo  mit  voller  gewalt  an  unser  stat  darkomen.  ge-  so 
ben  zu  Pern  dez  nehsten  donrestages  nach  sant  Paulus  tag  conversionis. 

Beraun  [1385  Januar  20]. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49.  cop.  eh.  coaev.    (Auf  demselben  Blatt  wie  die  Briefe  vom 

26.  Januar  u.  5.  Februar.) 
Gedr.:  Ebrard,  Annäherung  Kg.  Wenzels.  S.  24  nr.  4.  35 


1385  H3 

255.  Pfalzgraf  Ruprechl  ili  bekennt,  dass  er  einer  Anzahl  von  Jaden  von  Strass- 
burg,  darunter  auch  Synion  dem  Heiehen  [der  am  2.  Nov.  138 1  sein  Jude  geworden] 
15  100  Gulden  schulde  und  benennt  die  Bürgen.  1S9S  Januar  27. 

G.  L.  A.  Karlsruhe,  Copialb.  465. 

lieg.  Koch-Wille,  Pfalzgr,  Beg.  nr.  4589. 


256.  Johann  von   Mülnheim  Burggraf  zu  Strasburg  und  sieben  genannte  Ver- 
treter der  k'ii/'cr:iui/l  :u  Klriißbury  schließen  einen  Vertrag  über  die  bisher  streitige 
Besetzung  des  Meisterlums  des  Küferhandioerhs.  1385  Januar  30. 

Ich  Jobans  von  Mülnheim  rytlcr  burggrafe  zu  Strazburg  uf  eyne  site  und  wir 
Walther  Schanlyt,  Vbltze  von  Wivershehn,  Cuntzelin  Swemmer,  Claus  HartmAt,  Jo- 
li.iiis  Brügeler,  Jobans  Langnefe  und  Jobans  genant  Vetterhans,  schAffele  an  der  kfiffer 

anlwergk  von  unsern  unserre  nachkommen  an  dem  antwergk  der  külTer  und  ouch 
von  dez  antwerekes  gemeinlichen  wegen  uf  die  andersite  tönt  kunt  allen  den,  die 
disen  brief  ansehent  oder  hörent  lesen,  daz  von  solicher  myssehelle    und    zweyunge 

»  wegen,  alse  wir  die  vorgenanten  küfler  und  ouch  unser  antwerck  gemeynhehen  nutz 
bar  gehebet  habent  umbe  daz,  daz  uns  ein  burggrafe,  der  danne  zu  zyten  burggrafe 
waz  zu  Strazburg,  dem  selben  unserme  antwerck  untz  bar  eynen  meyster  geben  und 
gesetzel  hat,  den  er  danne  wolte  und  als  dicke  als  er  wolte,  da  von  doch  wir  die 
tüte  an  dein  küffer  antwerck  grosze  stösse  und  spenne  und  oueh  bresten  under 
eyhander  gehebet  habent;  da  erkennent  wir  uns  beyde  site  mit  disem  briefe  mit 
Dämmen :  ich  Jobans  von  Mülnheim  ritter  burggrafe  zu  Strazburg  und  wir  die  vor- 
genanten  schöffele  von  dein  antwerck  der  küffer  von  unsers  antwereks  und  unsern 
wegen  uf  die  ander  site,  daz  wir  darumbe  frontlichen  miteynander  übertragen  sint 
von  dez  vorgenanten  meystertöms  wegen,  wie  wol  mich  den  burggrafen  die  selbe 
zweyunge  und  missehelle  nyht  angyeng,  doch  umbe  fryden  und  cynhellikeit  dez 
antwerekes  in  alle  wise,  als  hie  nachgeschriben  stat,  wanne  ouch  mir  dem  vorge- 
nanlen  Johanseo  von  Mfilnhcim  dein  burggrafen  und  ininen  nachkommen  an  dem 
ambaht  daz  selbe  ambahl  gebessert  wirt,  wände  mir  oder  eyme  yeglichen  burggrafen, 
der  danne  zu  zijlen    isl,    eyn    pfunl    Sliazlnirger   pfenninge   geltes   und   eyn    mossen 

f  lang  fuderig  vasz  ine  wirt,  danne  nutz  bar  worden  ist.  und  umbe  daz,  daz  eyneni 
burggrafen  und  synen  nachkommen  ire  rehte,  als  hie  nachgeschriben  stat,  deste  baz 
bevestent  und  bestätiget  werden!,  da  isl  zu  wissende,  daz  die  lüte  an  dem  nnt- 
wereke  von  den  kflffern  hynuant  hyn  vüibaz  nie  ewigkliclien  eynen  meyster  under 
yn  selber,  den  sie  dann  wellen),  alle  jare  kiesen  und  welen  söllent  und  mögent,  der 

i;.  eyn  huszgenosz  ist,  und  weihen  sie  also  oder  der  merre  teil  under  yn  kiesent  und 
erwelent,  den  sollent  die  lute  von  dem  antwereke  eynem  burggrafen  zu  Strazburg. 
der  danne  zi'i  ziten  ist,  antworten  und  söllent  den  burggrafen  bitten,  daz  er  yn  den 
selben  zfi  eynem  meister  setze:  und  BOl  ouch  der  burggrafe  daz  tun.  und  der  selbe 
meister,    den    sie    also    oder    der    merre  teil  von  dem    antweiek  erkosen  und    erweit 

tn  habent  und  dem  der  burggrafe  daz  meistert  um  gesetzet  hat,  als  Vorbescheiden  ist, 
der  sol  dem  burggrafen  geben  zu  stunt  eyn  pfunt   Straszburger  pfennige  genger  und 

VI.  18 


144  1385 

geber.  und  sol  ouch  der  selbe  meister  sweren  dem    burggrafen   syne  rehte  und  dem 
antwercke    ouch     syne   rehte    zu  haltende,  zu   hanthabende   und   zu  schirmende    in 
aller    der    maszen,    als  hie   nachgeschriben    und  anderscheiden  ist  und  alz   ez   von 
alter   harkommen   und  reht  und   gewonheit    gewesen    ist    vor   dem    antwercke.  und 
sol   ouch  der  meister   sweren,  reht  gerihte    zu    haltende  glich   dem   armen   als   dem  5 
riehen,   und   sol  ouch   der  selbe   meister  daz  jare   uz   meister  syn  und   nüt   lenger. 
und   sint    diz    die    rehte,    die   ein    burggrafe    hat    und  die   ouch  ein   meyster  jares 
swerende   wirt :   zu  dem   ersten   hat   ein   bnrggrafe   daz  reht   von    den    kuffern    der 
sinen    eynung    gewynnet,   der    git    sehstehalp    Schillinge    Strazburger    pfeninge,    dez 
werdent  eynem    burggrafen    fünf    Schillinge    und    dem    kuffermeister    vier    pfeninge  10 
und  der   küffer  schencken   zwene  pfeninge.    wenne  ouch  ein  gezog    wirt,    den   söl- 
lent  sie   niergent  ziehen    zu    dem    ersten,    danne   in   eins  burggrafen   hof.   und  wer 
den   gezog   verlüret,    würt  er  wol  vürbasser  gezogen  vür  meister  und  rat  zu  Stras- 
burg,  der  git   ouch   dem    burggrafen  fünf  Schillinge,   und  wer  zu  spote  kommet,  so 
ein  gezog   ist,   als   ez   von   alter   harkommen  ist,   der  wettet   ouch   sinen  eynung  uf,   15 
daz  ist  ouch  eynem   burggrafen  fünf  Schillinge   pfeninge,   sol    er  den  eynung  wider 
s»<.«T   gewynnen.    item    zwüschent    den    zweien    messen   unserre    frouwen   der  erren   und 
der  Jüngern,    so    sol    daz    antwerck    der   küffer  dem   burggrafen   alle   die  vasz,  sie 
sint   nuwe   oder   alt  gehebe   bynden   und  machen,   die    er  zu   synen   reben    und   zi'i 
sinem  gewehssede  bedarf  und  anders  nüt  ;ine  alle  geverde.  und  sol  der  burggrafe  dazu   -° 
geben  reyffe   und  bant  und   allen  gezüg  und  den,  die  da  byndent,  den  sol  er  ouch 
geben   essen   und   trincken.  und   sol  ouch  der  burggrafe  den  küffern,  die  iren  eynung 
habent,   beholffen   sin,    als  verre    als    er     mag,    wa  sie   angesprochen   werdent   von 
bresten   oder   missewireken   des  wegen,    daz   daz   antwerck  angat,    daz    sie    gewisei 
werdent    vür    eynen    burggrafen    oder    dez    antwerekes   gerihte.    ouch    sollest   die  25 
küffer   niergent  anders    zu    reht  stan  umbe   missewireken   dann   vor  eynem   kuffer- 
meister oder   dem  antwerck.   item  der  kuffermeister  het  den   zol  von  tennyn  hörnen 
die   müsel   und   von  zübern   und   von  kübeln  und  von  logein  und  von  allen  andern 
stücken,   die  da   tennyn   sint,   daz  under  eyme  füder  ist,    ye    von    zwentzigen    eins 
und   als  ez   harkommen   ist.    und  hat  eyn   meister  die  rehte  von  eynem  burggrafen.  30 
und   sol  ouch  ein  meister   alle   reht   haben,   alz   ez    von    alter    harkommen    ist.    da 
.  von   git  der  kuffermeister  und  von  andern  rehten,  als  ez  harkommen  ist,  dem  burg- 
grafen  alle  jare   zwüschent  den   zweien   messen   unserre  frowen   der   erren  und  der 
Jüngern  vier  lere  nuwe  fuder  massen   langk.   und  söllent  ouch  gehebe  sin  und  drü 
Nov.  10.  pfunde   Strazburger  pfenninge  genger   und  geber  zii   sant  Martins    naht   und  sinem   ;;D 
gesinde  zu   wihennahten   fünf  Schillinge  Strazburger   pfeninge.   und    git    der    kuffer- 
meister dem   becherermeister,  den   ein   burggrafe   setzet,    one   zwene  achtzig  tennyn 
müsel  bome.    da  von   git  ein  becherer  meister  einem  byschof  alle  wochen  zwenlzig 
becher   und   eynem  burggrafen  sehs  becher.  der  kuffermeister  git  ouch  yrem  schencken 
alle  jare   fünf  und  zwentzig  böme,  den  man  sprichet  müsel.  do  von  git  der  schenke  40 
rein-,  i.  a\\e  jare   ejns   burggrafen    frowen    zu    der  liehtmessen  ein  pfunt  wahsses.  item  der 
kuffermeister  git  ouch  eynem  burggrafen   alle  jare   zu   ostern  zwene    lambesbüche, 
die   gut    sint.   ez   ensol   ouch    nieman,   der   sines    eynunges  nüt    enhat,    yndewendig 


1385 


!  ',.- 


so 


dez  burgbannes  zu  Strasburg  keyn  nuwe  wenke  winken  noch  machen,  ez  sij 
eychin  oder  tennyn  oder  sus  ander  liüllzen  wereke.  daz  die  kfilTer  anhört,  wer 
cy.  aber  darüber  dele,  dem  nyinniet  der  küfTenneisler  nnde  dez  burggrafen  knelil 
und  die  mit  ynnne  gant  von  dem  antwercke  daz  wereke  gerwe.  und  ist  da/.  WOTCke 
eins  burggrafen  und  daz  geschirre  nymmet  der  meisler  und  die  huszgenoezen 
und  die  mit  yme  gant  und  mögen!  daz  rertrincken  hohe  oder  nohe,  wie  sie  wei- 
lent.  were  ez  trach  daz  ein  gczog  würde,  den  gezog  so|  man  zu  dem  ersten  nier- 
gent  ziehen  danne  in  eins  burggrafen  hof.  doeli  so  mögent  sie  den  gezog  wol 
ziehen  von  eins  burggrafen  bof  vür  meister  und  rat  zu  Strazburg,  obe  sie  wellent, 
doch  also,  daz  eynem  burggrafen  syne  rehte  belialten  sint,  daz  sint  fünf  Schillinge 
Pfenninge,  es  werde  gerihtet  oder  nüt.  item  die  küffer  söllent  ouch  yre  gerihte  halten 
in  eins  küffermeislers  hus  oder  an  den  stetten,  da  sie  danne  truwent,  daz  ez  yn 
nutze  und  gefaglich  ist.  item  die  erbern  lote  von  den  küflern,  die  daz  antwercke 
jares  welent  und  erkiesent  ire  gerihte  zu  besitzende,  die  söllent  alle  jare,  so  der 
meister  sweret  ouch  vor  eyncm  burggrafen  sweren  rehte  gerihte  zu  haltende  glich 
dem  armen  als  dem  rychen  und  dem  burggrafen  syne  rehte  und  dem  antwerck  ouch 
sin  rehte  Zu  behallende  und  nüt  zi'i  verswigende,  ez  sij  von  eynungen  oder  he  WO 
rungen  oder  von  andern  sachen,  als  verre  er  mag  ane  geverde  und  ouch  nüt  varn 
zii  lassende,  daz  dem  burggrafen  zu  gehöret,  item  die  küfler  söllent  alle  jare  uf  sant 
llylnryenlag,  daz  ist  der  zwentzigsl  tag  nach  wihennahten,  eynen  nuwen  meister  jnn.  n. 
kiesen  und  ouch  die  lüte  kiesen  und  welen  von  dem  antwercke,  die  alle  huszgenos- 
zen  söllent  sin,  die  daz  gerihte  besitzend  und  ouch  sweren  söllent,  als  da  Vorbe- 
scheiden ist.  die  offen  gebot,  die  die  küfler  habent,  die  söllent  sie  haben  an  den 
sielten,  da  sie  gerihte  habent.  und  ich  Johans  von  Mülnheim  ritter  burggrafe  zi'i 
Strazburg  vorgenant  erkenne  mich  an  disem  briefe,  daz  die  vorgeschoben  dinge 
mit  mime  guten  willen  gunst  und  gehelle  also  zwüschent  uns  beidesite  Zugängen 
und  beschehen  sint,  wenne  ez  mir  und  eyme  yeglichen  burggrafen  an  dem  burggra- 
fen ambabt  besser  und  nützer  ist  getan  danne  gelaszen  umbe  daz,  daz  eyme  yegli- 
chen burggrafen,  der  danne  zu  ziten  burggrafe  ist,  nie  würt  und  ouch  eins  burg- 
grafen reht  deste  baz  bevestent  und  bestetiget  würt,  als  vorgeschriben  stat.  darumbe 
so  habe  ich  min  ingesigel  gehencket  an  disen  brief  und  wir  Walther  Schanlit,  Vollze  von 
Wiversheim,  (ainlzelin  Swemmer,  Claus  Hartmüt,  .lohans  Brügeler,  Johans  l.angnefe 
und  Johans  genant  VeUerhans  schölTele  an  dem  antwercke  der  küfler  vorgenant  ver- 
jehenl  und  erkennent  uns  ouch  an  disem  briefe,  daz  die  vorgeschriben  dinge  ouch 
mit  anserme  und  dez  antwerckes  gemeinlichem  gutem  willen  gunst  und  gehelle  zu 
gangen  und  beschehen  sint.  wände  ouch  daz  antwercke,  die  ouch  darumbe  beruffet 
und  besendet  sint  und  yn  ouch  diser  brief  von  worte  zu  worte  vorgelesen  ist 
und  sie  alle  einhelleklichen  in  die  vorgeschriben  dinge  gehollen  habent.  darumbe  so 
haben!  wir  von  unsern  und  uuserre  nachkommen  an  dem  antwercke  und  ouch  von 
dez  antwerckes  wegen  unsere  ingesigele  alse  schöffele  dezselben  antwerckes  ouch  ge- 
benckei  an  disen  brief.  der  geben  wart  an  dem  nehsten  mentage  vor  unserre 
frowcn  läge  der  liehtmessen  in  dem  jare  da  man  zalle  von  gotz  gebürte  drüczehen- 
hunderl  jare  ahlzig  und   fünf   jare.    und   sint    dirrc   briefe   zwene    gliche,    der    eynie 


146  1385 

by  mir  Johans  von  Mülnheim  dem  burggrafen  und  der  ander  by  uns  den  vorgenan- 
ten koffern  und  dem  antwercke  und  unser  beidersite   nachkomen  blibent. 

Str.  St.  A.  V.  D.  G.  B.  112.  or.  mb.  c.  8  sig.  pend.  quorum.  4  et  7  dcl.    Die  Urkunde  ist 
canzelliert. 


257.   Nürnberg  an   die  zu     Mainz     versammelten   rheinischen   Städteboten  :    als 

ir  uns   geschriben   habt   von   des   tages  wegen,   der  zu  Slraszburg  solte  sin  gewesen 

Fcbr.iß.  uf  den   sontag  Reminiscere,  daz   ir  den  erlenget  habt  und  geleget  habint  gein  Spiro 

Min-z  7.  uf  den  dinstag  vor  Letare   von   des   wegen,   daz  der  hochgehorn   furste,   der   herzog 

von  Teschin    eime   uwerme   frunde  verschriben  habe,   daz   er   von  siner   Sachen  und 

»tan  it.  unmiisze  wegen    für  mitfasten   heruz    nit   komen   möge,   haben   wir  wol   verstanden. 

nü  lassin  wir  uwer  wiszheid  wissen  .  .  .  :  dass  man  sich  doch  entschlossen  habe  an  dein 

ursprünglichen    Strassburger   Tage   vom   26.   Februar,   dem    auch  der   König  auf  ge- 

thane  Botschaft  nach  anfänglichem  Widerstreben  zugestimmt   habe,   festzuhalten   und 

zu  diesem  alle  rheinischen   Städte   einzuladen  bitte.       datum  in   vigilia  puriiicalionis 

Marie    anno    85.  1385  Februar  1. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49.  cop.  eh.  coaev.  (Auf  demselben  Blatt  mit  dem  Brief  vom 

26.  Februar  und  vom  5.  Februar.) 
Gedr.  Ebrard,  Annälierung  Kg.  Wenzels  S.  28  nr.  5. 


258.  Item  Philippus,   Hans  und    Walter  Wassicher  hant    unser  statt  zu   Strass- 
burg  10  gantze  jare  verschworen   nacht  und  tag  eine  mile  ect.         actum   feria  sex-  n 
ta  post  purificationis  Marie  anno    1385.  1385  Februar  3. 

Aus  Weneker's  Auszug  aus  den  Protocollen.  ed. :  Dacheux  pg.  193  nr.  3225. 


259.  Mainz  an  [Speier?]:  sendet  die  Abschrift  eines  Briefes  der  Stadt  Nürn- 
berg an  die  rheinischen  Städteboten  vom  1.  Februar  (nr.  257.)  sowie  eines  Schrei- 
bens des  Herzog  Przemyslav  von  Teschen  an  Nürnberg  vom  26.  Januar  (»r,  254)  *> 
welche  erst  nach  Auflösung  des  Mainzer  Tages  angekommen  sind,  und  bittet  auch 
den  andern  rheinischen  Städten  vom  Inhalte  dieser  Schreiben  Kenntnis  zu  geben, 
datum  dominica  post  purificationem  Marie.  [1385  Februar  5.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  49.  cop.  eh.  coaev. 

Gedr.  Ebrard,  Annäherung  Kg.  Wenzels.  S.  28.  30 


260.  Mainz  an  Frankfurt :  berichtet,  dass  die  Boten  der  rheinischen  Bundes- 
städte .  .  .  und  die  unsern  dez  einmutig  wordin  sin,  daz  sie  und  die  iren  und  wir 
und  die  unsern  uwern  mareket  nicht  suchin  wollen  alsz  lange,  biz  daz  ir  mit  den 
stedin  unsers  bundis  eynmutig  werdent,  den  zol  zu  bestellen,  alsz  daz  von  in  an 
uns  gestalt  ist .  .  .  Mahnt  desshalb   zur   endlichen    Regelung    Ratsfreunde    mit    ans-  I 


1385  147 

reichender  Vollmacht  nach    Mainz  zu  schicken.        datum    feria    tercia  post   festum 
pnriflcationis  Marie.  tusn  Februar  7. 

Nach  liegest  bei  Janssen,  Fran/cf.  B.-K.  I.  nr.  47. 

Ebenda :  liegest  v.  !).  Februar   (ipso  die  Appollonie) :  Frankfurt  an  Mainz,  daß  man  den 
Zollstreit  mit  Straßburg  den  schwäbisclien  Städten  zur  Entscheidung  vorlegen  wolle. 


261.  Pfalzgraf    Ruprecht    I    enthebt    Simon     Wecker    der    Bürgschaft  für  seine 
Schuld  an  die  Strassburger  .luden.1  Hetdttberg  i:isr,  Mrwr  //. 

Str.  St.  Arch.  Karlsruhe.  Copialb.  465. 
lieg.  Koch-Wille,  Pfalzgr.  Beg.  nr.  4592. 


262«  Graf  Johann   von   Nassau   an   Mainz,  Strassburg  und  alle   übrigen  rheini- 
schen Städte:   beklagt   sich  bitter,  dass  ihm  trotz  seiner  längst  ergangenen,  dringen- 
den Mahnung  die  vertragsmässige  Bundeshülfe  nicht  gesandt  worden  sei ;  bittet  aufs 
neue   um   schleunige    Sendung  und  Antwort  durch   den  Ueberbringer  des    Briefes, 
datum   feria   sexta   ante  doniiuicani  Invocavit.  [1880  Februar  17.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  XI.  cop.  chart.  eoaev. 


263.  Die   namentlich    aufgezählten   rheinischen    und   schwäbischen    Bundesstädte 

Ischliessen  einen  Bund  mit  den  verbündeten  schweizerischen  Städten:  Zürich,  Bern, 
Solothurn,  Zug  und  dem  Amt  von  Zug  auf  9  Jahre  vom  Georientag  (23.  April) 
1385  bis  zum  Georientag  1394.  Die  Grenzen  des  dadurch  in  den  Bund  gezogenen 
h  schweizer  Gebietes  sind  folgende:...  do  die  Ar  ersprynget,  daz  man  nempt  den 
Grymslen  und  Aren  abc  für  Hasle,  für  Berne,  für  Solotern  hin  und  iemer  nie  abe 
der  Aren  nach  uns  au  die  stat,  do  die  Ar  in  den  Byn  gat  und  den  Bin  wider  uff  unez  an 
die  stat,  do  die  Thure  in  den  Byn  gat  und  die  selbe  Thur  ümer  mer  daruff  unez  an  die 
slad,  do  sie  ersprynget  und  von  dem  Ursprünge  die  riht  durch  Curwalchen  uff  uns 
p  an  die  veslcn  Kingenberg  und  von  derselben  Bingenberg  über  enhalb  dem  Gothart 
hin  unez  uff  den  Blauler  und  von  dannan  hin  unez  uff  den  Tösel  und  von  dem 
Tösel  wider  über  den  grifin  Grimslen,  do  die  Ar  ersprynget.  .  .  .  Geschieht  inner- 
halb dieses  Gebietes  oder  auch  nur  an  einem  Einwohner  desselben  irgend  welches 
Unrecht  oder  Gewalt,  so  können  von  den  verbündeten  Städten  zunächst  die  vier 
benachbarten  :  Basel,  Constanz,  Ulm,  Bottweil  und  durch  sie,  wenn  es  nötig  ist, 
wieder  die  übrigen  schwäbischen,  nicht  die  niederrheinischen...  Stadt«  um 
Hülfe  ersucht  werden. 

.  .  .  doch  sollen  wir  die  vorgenanten  von  Zürich,  von  Bern,  von  Soloturen,   von 

Zugg  und  daz  ampt   zu  Zugg  den  vorgeschriben  stetden  allen  umb  enkün   sache  nit 

:«   t'urbasz    beholffen   sin   dann   inne wendig  den  vorgeseiten  ziilen  und  krassen  und 

nit   us  serhalb,  wir   tugent  ez   dann  gerne   ane  geverde.   aber   wir  die  vorgenanten 

1   Vgl.  für  dieselbe  Angelegenheit.  Koch-  Wille,  Pfalzgr.  Beg. :  Bupr.  I  entläßt  aus  der  gleichen  Bürg- 
schaft :   1)  5.   März  1385  die  Gemeinde  von  Bergzabern.  2)  8.  März  den  Grafen  Heinrich  von  Lützelstein. 


148  1385 

von  Basel  und  die  andern  swebeschen  stetde  alle  gemeinlich  und  unsere  iegliche 
sunderlich  sullent  bii  unsern  eyden  gebunden  sin  den  obgenanten  von  Zürich  von 
Bern.  .  .  .  etc.  daselbes  usswendig  den  vorgeseiten  zilen  zu  helffen  mit  aller  unsere 
vermügent  in  unsern  kreissen  ungeverlich,  als  ob  ez  unsere  eigenlich  sache  were 
und  innewendig  und  auch  usswendig  denselben  kreissen  sollen  wir  yn  zu  helffe  5 
kommen,  wo  sie  hinziehent,  sie  alle  gemeinlich  oder  ir  dehein  stat  sunderlich  mit 
zweynhundert  spiessen  zu  rosze  erber  wol  erzugeter  löte,  die  wir  yn  uff  unsern 
phennig  und  genczlichen  uff  unsern  kosten  zu  inen  setzen  sollent  nach  ir  manungc 
bii  unsern  eyden  unverzogenlichen  in  den  nehsten  vierczehen  tagen  hundert  spiesse 
und   darnach  in  den   nehsten   vierczehen  dagen   auch  hundert  spiesze,  die  wir  danne   10 

bii   ynen    sollent   haben   alz  dicke  sie   wollent    oder  ynen    daz   notdurftig   ist 

die  sie   danne   teylen,    legen  underschicken   mogent  in   ir  statt  und  in  ir  lender  und 

in  ir  vesten  wie  und  wo   inen   das    förderlich   ist   ane    alle  geverde und   sol 

auch  ieglich  statt   die   hilffe   in  ir   selbs  kosten  han  ane  alle  geverde.   aber  die  hilffe 
und  der  kost,  so   über  die   vorgeseiten  zwey   hundert  spiesz   löffet  oder  gen  wirt,  sol   i:> 
die  nydern  rin  sehen  stetde  nit  anegen  noch  ruren  ane  alle  geverde.   ez  sol  auch 
ieglich  stat  den  vorgeseiten  spiessen  behusunge  geben,  denen,  so  danne  bij  inen  ligent 
ane   derselben  spiesze  kosten.  .  .    Bei  Gewalt  und  Angriffen  auf  die  schweizer  Städte 
ausserhalb   des  oben  umgrenzten  Gebietes   sollen   die  rheinischen  und   schwebi- 
schen  Städte,  und  zwar  jedesmal   die   dem  Thatort  nächste,  sofort  und   unaufge-  1 
fordert    Hülfe  leisten.     Gleicherweise  sind  innerhalb  ihres  Gebietes  die  schweize- 
rischen   Städte   den    rheinisch-schwäbischen   Bundesstädten  zu    sofortiger  Hülfe  ver- 
pflichtet,  welche    letztere  alle   ihre  Gesuche   um   Hülfe   an   den   Bat   von  Zürich    zu 
richten  haben.     Beide  vertragschliessenden  Parteien  behalten   sich  vor  ausser  diesem 
Bunde   noch   irgenwelche   andere  jenem  nicht    zuwiderlaufenden    Verträge    einzuge-  25 
hen  und  garantieren   sich  gegenseitig  den  augenblicklichen   Besitz-  und  Bechtsstand. 
datum    Constanz    feria   tertia   post   Invocavit.  Constanz  [1385  Februar  '41.] 

Str.  St-  A.   G.  U.  P.  lad.  48/49  h.  fasc.  III  nr.  28.  2  cop.   chart.  coaev.   auf  4  einst  zu- 
sammengehefteten stark  lädierten  klein-folio  Blättern. 

Ebenda   das  undatierte  Fragment   einer  Copie  der  Urkunde,  durch   welche  Luzern   sein    :j(l 
Bündnis  mit  Zürich  befestigt  und  sich  für  die  Dauer  des  Bundes  mit  den  rheinisch- 
schwäbischen  Städten  zu  der  vertragsmässigen  Hülfe  verpflichtet. 

Gedruckt  (teilweise) :  Lehmann :  Chronicon  Spirense  p.  749,  jedoch  nach  anderer  Vorlage 
mit  dem  Datum  Zinstag  vor  Mathies  Tag  (Febr.  21.  1385). 

Gedr.  Lünig,  D.  B.  A.  p.  spec.  cont.  IV,  1,  89.  35 

Gedr.  Eidgenössische  Abschiede  I,  2  p.  307  ff.  nach  dem  Zur.  Orig. 

Beg.  Vischer,  schiväb.   Stdteb.  nr.  234.  —  Boos,  Wormser  Urkb.  II  nr.   859.  —   Scriba, 
Hess.  Beg.  nr.  3354. 


264.  Die  rheinischen  Bundesstaate  erklären,  daß  sie  von  den  200  Qlefen,  welche 
laut  Vertrages  den  schweizerischen  Städten  im  Fall  der  JVol  ton  beiden  Bünden 
zu  senden  sind,  50  Glefen  stellen  wollen.  [1385  nach  Februar  21.]  40 

Wir  die  burgermeistere  etc.  der  stetde  Meintz,  Straszburg  etc.,  die  den 
bond  uff  dem  Rine  halten,  bekennen  und  dun  kunt  offenliche  mit  diesem  briefe  allen 


1385  I  w 

den,  die  yn  anschcnt,  horent  oder  lesent  also,  als  die  ersamen  wisen  unsere  Heben 
fronde  and  eitgenossen  die  bur^ermeistere  etc.  der  stetde  Regensbnrg,  Basel  . 
die  den  lniiid  zu  Swaben  und  in  Francken  haldent,  eyn  verbuntnisse  und  ein  ge- 
truwe  gesellschaff)  von  ir  selbes  und  ouch  von  unsern  wegen  ufTgenommen  gelobet 
5  und  zu  den  heyligen  gesworn  ban  mit  den  ersamen  frörnen  und  wisen  luden,  den 
burgenneistern  etc.  der  stedte  Zürich,  Berne,  Soleiern,  Lucerne,  Zug  und  dem  ampte 
zu  Zug  yn  mit  sweyhundert  gleen  zfi  yren  noden  zu  dienende,  als  die  bontbriefe 
uzwisenl,  die  darüber  gegeben  und  versigelt  sint,  soll  man  wissin,  daz  der  verbünd 
Unser  guter    vville   wisse   und   verhengnisse   ist  mit   solieben   furworten    und   under- 

iu  scheiden,  als  hernach  eygenlich  volget  geschriben  mit  Damen  also,  daz  wir  in  guten 
dm  wen  globel  und  zu  den  heyligen  gesworn  hant:  wer  ez  sache,  daz  die  vorge- 
turnten unsere  eitgenossen  die  stetde  zu  Swaben  und  in  Francken  von  den  ege- 
nanten  den  von  Zürich,  von  Berne  etc.  gemant  wurden  noch  uzwisunge  der  vor- 
genanten   buntbrieffe  und  uns  dan   dieselben  unsere  eitgenossen   furworten   in   den 

i5  rat  zu    Spire   und  uff  ire  eyde   ermaneten   mit   irme   gewissen   botten  oder  brieffen, 

Idaz  wir  dan  darnach,  so  unser  iglicher  stat  daz  von  den  von  Spire  verschriben 
würde,  in  dein  liebsten  mande  den  vorgenanten  von  Zürich,  Berne  etc.  mit  funff- 
zig  gleen  zu  den  anderhalb  hundert  gleen,  die  unsere  eitgenossen  von  Swaben  und 
in  Francken  darzi'i  schicken  sollint,  wol  bereyd  und  wol  erzuget  zuhelfle  komen 
M   sollen  an  die   stad,  do   uns   dieselben  unser  eitgenossen   hin   gemant  hant,  den   vor- 

I  genanten  von  Zürich,  von  Berne  etc.  domitde  zu  dienende  nach  uzwisunge  der  vor- 
genanten  verbind  brielfe.  und  sin  yn  ouch  darüber  ouch  nit  me  schuldig  zu  dienen 
dan  mit  den  vorgenanten  funffzig  mit  gleen  nach  uzwisunge  der  egenanten  ver- 
buntbriefe.  werez  ouch,  daz  iemant  die  vorgenanten  von  Zürich,  von  Berne  etc. 
oiler  die  iren  ir  lip  oder  gut  [LScke]  in  der  art  und  in  unser  gegen  angriffe  oder 
beschedigete  und  wir  dez  gewar  wurden,  so  sollen  wir  ynn  in  derselben  unsere 
gegen  mit  grossem  ernste  zu  helffe  komen,  wiewol  wir  dez  nit  ermant  wirtden, 
als  vor  anderscheiden  ist  zu  glicher  wise,  als  unser  iglich  stad  daz  selber  angienge. 
und  sollen  daz  dun  by  den  eyden,  die  wir  darüber,  als  vor  erludet,  gesworn  ban. 
*  doch  so  ncnien  wir  in  allen  disen  vorgenanten  sachen  uz  daz  heylige  romsche 
riebe  und  alle  blinde,  die  wir  vor  diser  bontnisse  getan  ban  und  darzü  alle  die, 
die  wir  in  denselben  bontnissen  uzgenomen  han.  dez  zu  urkund  etc. 
Darunter  von  anderer  Hand  folgende  Notiz  : 

Es  were  auch  uns  stetten  allesament,  die  zürn  bunde  gehörent  notdurftig  nütz- 
lich und  gut,  daz  man  besorge,  wenne  man  in  eins  herren  oder  stat  helffe  sig, 
daz  man  daniie  niemanne  von  derheinre  anderre  manunge  wegen  schuldig  were  zu 
hehlende  nutze  an  die  stunde,  daz  man  von  dem  velde  und  wider  heime  komen 
ist,  und  da/,  man  ouch  daz  sonderliche  ietzent  besorge  in  der  von  Zürich  und  der 
waltstette  verbüntnüsze. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/491».  conc.  dturt.  eoaev.  ohne  Datierung. 


150  1385 

265.  Aufzeichnung  von  den  gemeinschaftlichen  Tagen  der  rheinischen  und 
schwäbischen  Bundesstaate  zu  Mainz  und  Speier.  [1385  zwischen  7.  und  28.  März.] 

Gedechtnisze,  als  der  stete  erbern  botten  und  fründe  der  bunde  an  dem  Rine 
und   Swaben   zu    disen   ziten   zu   Spire  und   zu  Mentze   under  handen  gehabt   hant. 

Zürn   ersten,   als   der  bischof    von    Strazburg    gemant  hat    uf  den    Grafen   von   * 
Hochberg. 

Item  als  unser  herre  der  kunig  den  lantgraven  von  Luchtenberg  gen  Spire  ge- 
schicket hette  mit  des  bundes  fründe  zu  redend  von  sache  wegen,  die  in  heime- 
lichkeit   verüben  sol. 

Item  von  des   bischof  und   der    pfaffheit   wegen   zu   Wormsz  und   der   stat   da-   '" 
selbis   umb   zweiunge,  als  si   miteinander  hant,    daran   ein   gutlich  stallunge   ist   bis 
Mai  4.  uf  sant   Walpurgetag    nehstekomend,    und   den    tag    allen   und    einen    gutlichen    tag 
Nov.  ii.  zu   Spire    oder    zu    Germersheim,   wie   daz   gefeilet    zu    leisten   uf   sant    Martinstajj 
nehstkomend. 

Item   von    des    tages   wegen  zwüschent    grave   Emichin   und   den  von    Flecken-   » 
Mm-.  M.  stein   uf  den   dinstag   nach   Palmen  zu   Wormsz   neste  zu   leisten. 

Item  der  zol   von   Manheim  het  dis  jares  getan  1100  gülden   und   14  1/2  gülden 
minr  8   heller,   als  daz  der   zolschriber   daselbis   uf  .sinen   eid   genomen   und   den  er 
•    sime   herren   dem   herzogen   getan   habe. 

Item   von   der   süne  wegen,   als  grave   Ruprecht    und   grave    Johan,    graven   zu   2n 
Nassöw,    und  graven    Ruprecht   und    juncher    Alff '    graven   zu   Nassöw   und   grave 
Ruprecht  und   Johan   von   Aldendorff  aller  sachen   mit  einander  gesuiiit  sin. 

Item  von   dez  nuwen  zolles   wegen   uf  dem  Meyne. 

Item   von    Georien   wegen    von  Entzeberg,   der  den  satz   ufgesagit   hat. 

Item   von   Schencke   Eberhartz  wegen   und  her   Conratz   von  Franckenstein.         25 

Item  von  desselben  Schencken  Eberhartz  wegen  und  der  von  Franckenfurd 
burger  wegen. 

Item  von   der  von   Zürich   und  von   der  Waltstetde. 

Item   von   des    bruckenzolles    wegen   zu   Germerszheim. 

Item  von  grave   Johans   von   Solmsz  und   der   von   Wetflar  wegen.  3" 

Item  die   rechenunge,   waz   iedie  stat   von    des   bondes    wegen   usgeben   hat,   is 
Noo.ii.   ufgeslagen   uf  sant   Martinsdag,   so  der  stetde  frunde  zu   Spire   sin   sollen. 

Und   gedenkend  an   die   schriber  zu   Mentze. 

Item   gedenkend  an   die  von  Cölle   und  die  von   Metze. 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  49.  cop.  eh.  coaev. 

Gedr.  Ebrard,  Annälierung  Kg.  Wenzels.  S.  30  nr.  7.  —  Vgl.  Quidde,  d.  schw.-rh.  Städtcb. 
S.  178  not.  1. 


266.  Speier   an   Strassburg  :  .  .  .    als   ir   uns   geschriben   hant,   wie  das   ir  uwer 
Man  11,  erbern  botten  uff  disen  liebsten   dinstag  nach  mittelfasten  by   uns  zu  Spire  meynent 


3.1 


Adolf. 


1385  l.-(1 

m  habende  alsc  von  der  sache«  wegen  aasen  betreu  des  romschen  konigis,  daruff 
l.i-in  wir  ewer  wisheii  widder  wissin,  das  uns  der  selbe  dag  auch  also  wol  gefeilet. 
und  wir  hau  das  zii  slnnl  ansern  (runden,  den  von  Meaezfl  l'urbasser  verkündet  mil 
unserni  briclle,  das  sie  ir  frunde  auch  off  den  vorg.  dinstag  hy  uns  wollen  haben. 
und  wir  verseilen  uns,  des  sie  das  also  tun.  were  aber,  .las  wir  üt  anders  von  yn 
emphönden,  das  wollen    wir  lieh   lassin  wissin,  so  wir  aller  furderlichest  mohtent 


laliun   feria    ipiaila    posl   doniinicam    Uculi. 
Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I.  cl. 


[13HS  März  8.] 


267.  Wenns  an  die  rheinischen   Bundesstaate:  mahnt  um  Hülfe  gegen  in  Mi- 
111  sehol    Eckhard  und  die  Geistlichkeit   von    Worms  und   Neuhaus,  die  des   Stadt   Un- 
reeht  llmn.         daliiin    feria   quarla  ante   Letare   1385.  1385  März  8. 


Nach  Reg.  b.  Janssen,  Frankf.  R.-K.  1  nr.  49. 


Selz    beizustehen   zur    Beilegung  einer    Streitigkeit    mit    dem    badischen    Eigenmann 
,:'   Hans  lüiilseliiili.-         daluin    Baden    dominico    die,    quo   canlatur    Letare   anno    1885. 

I  Baden  .1383  März  12. 


Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  1.  cl. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1393.  vgl  nr.  1369. 


269.  Die  zu  Speier  versammelten   rheinischen  Städtebolen  an  Slraßburg  unter 
(/cm  Siegel  von  Speier.-  berichten  von  den  günstigen  Nürnberger  Verhandlungen  des 

Ik'önigs  mit  den  schwäbischen  Städten  und  fordern  mil  der  Bitte  um  schnelle  Mit- 
teilung an  Schlettsladt  und  Oberehnheim  zur  Beschickung  eines  neuen  Tages  zu 
Speier  auf.  [1385  März  15.] 

Unsern    dienst  bevor.     lieben    frunde    und  eitgenossen.    wir    lant   och   wissen, 
M  daz  uns   gemeine  stette   dez  bundes  in   Swaben,   also  die   ietzent  zu   Nüremberg   bi 
unserm  herrn   dem  kunig  sint  verschriben   habent,   daz  sie  von  solicher  ernstlicher 
und   treflicher   läffe  wegen,  also   sie  vernomen    habent,  die    sü   und   uns    antreffende 

Isint,  ir  botschaft  darumbe  zu  uns  gen  Spir,  do  sie  uns  von  allen  stetten  unsers 
bundes  bienander  meindent,  funden  han,  begeren  zu  schickende  uns  von  söli- 
ehen  ernstlichen  sachen  und  loffen  zu  underwisende  und  sich  darumbe  mit  uns  zu 
anderredende,  wände  na  der  slette  unsers.  bundes  frunde  nit  alle  uf  disem  tage  zu 
Spiro  gewesen  sint,  so  habent  wir  durch  unser  aller  stette  notdurft  willen  nach  soli- 
ehen  ernstlichen    loffen    uns   und  daz  gemeine  lant  antreffende  sache  wir  uns  verse- 

1    Wohl  das  geplante  Bündnis  des  Königs  mit  den  Städten,  vgl.  nr.  258. 

8  Schott  [1383]  6.  Becember  {ibid.  AA.  103)  klagen  die  Markgrafen  Bernhard  und  Rudolf  über  den 
bösen  Buben,  Hans  Rintschuh,  welcher  den  Abt  von  ScU  'böslich*  verleumdet,  ihm  seinen  Bruder  ermordet 
zu  haben,  und  bitten  dem  Abt  beizustehen,  (vgl.  über  die  Datierung  dieses  Briefes  ohne  Jahretangabe 
1(<U   i,  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1369.) 

VI.  20 


152  1385 

Man  k.  hent  darumbe  tag  gen  Spire  gemachet  wider  bienander  zu  körnende   uf  den  nehsten 
dunrestdag  zu  obende  vor  dem  Palmtag  zu  nehste  und  han  ouch   denselben  tag  den 
swebischen  stetten  gen  Nürenberg  kunt  getan,    davon  lieben  fründe,  so  nit  enloszent 
ernstliche,  ir  habent  ane  allen  vürzog  uwere  erbern  botten  mit  uwern  gewalt  uf  den 
egenanten    dunrestdag  zu  Spire  und  do  söliche   ernstliche  löffe   von  den  swebeschen    • 
stetten  zu  verhörende  und  danne  darinne  mit  in  unser  aller  und  dez  gemeinen  landes 
ere  und   nutze,  alse  verre  wir   genügent,   wir  zu  wendende,  alse  uns  daz  eine  gros 
notdurft    duncket   sinde.    ouch  so  befelhent   denselben   uwern    fründen   von   sölicher 
stucke  wegen,   alse  die  von  Spire  uch  denselben  uwern  fründen  von  sölicher  stucke 
wegen,  also  die  von  Spire  üch  und  andern  unsern  eitgenossen   vormals   verschriben  10 
uf  disem   tage  zu    sinde  och  danne   derselben  stücke   uf  dem    vorgenanten    nehsten 
tage   ustrag  zu  gebende,     und   lieben  fründe  so     nit  enlaszent,   ir  verkündent  ouch 
das  so  bi  tage  so  bi  naht  denen  von  Sletzstat   und   von  Obern-Ehenheim,  daz  sie  vür- 
derliche  und  äne   allen  verzog  ire  fründe   mit  den   uwern    umbe  der  vorgeschriben 
Sachen   willen   uf  den   vorgenanten  dunrestag   gen    Spire   schickent,   wände  wir    die  I5 
andern    stette    unsers    bundes    daruf   öch    also    verschriben  habent.         datum   feria 
quarta  post   Letare  sub  sigillo  civitatis   Spirensis  ex  jussu   nostro. 

Von  uns   der  stette  des   bundes  am   Ryn 
fründen   alse   wir   ietzent  zi'i   Spire   bi  enander   gewesen   sint. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48j49.  cop.  eh.  eoaev.  20 


270.  Die  schwäbischen  Städte  (unter  dem  Siegel  von  Ulm)  an  Speier:  berich- 
ten, dass  die  Ritter  Peter  und  Otto  von  Tunfeld,  sowie  Berthold  von  Ahenheim 
auf  offener  Reichsstrasse  Regensburger  Kaufleute  angegriffen,  und  ihre  fünf  Wagen 
auf  die  Burg  Siulberg  geführt  hätten  und  fordert  Speier  und  alle  übrigen  rheini- 
schen Städte  auf,  in  der  Woche  nach  Pfingsten,  die  vertragsmässige  Anzahl  Glefen  25 
nach  Heilbronn  oder  Wimpfen  zu  senden.  datum  des  nehsten  frytags  nach  sant 
Georgen   dag  anno   domini    1385.  1385  April  28. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  •>.  fasc.  VII.  cop.  eh.  eoaev. 


271.  Bundesabrechnung  der  Städteboten  zu  Speier.  1385  Mai  1. 

Als  der  stette  fründe  gemeinlichen  ein  rechenunge  daten  zu  Spire  uf  sant  30 
Waltpurg  dage  anno  etc.  85,  waz  ieglich  stat  dez  bundes  bis  dar  von  der  lesten 
rechenunge  her  uszgeben  hatte,  so  hattent  die  von  Spire  usgegeben  523  güldin. 
item  die  von  Mentze  827  guldin.  item  die  von  Strazburg  307  güldin.  item  die 
von  Sletzstat  38  güldin.  item  die  von  Hagenöwe  13  guldin.  item  die  von  Wis- 
zemburg  9  güldin.  item  die  von  Worms  169  güldin.  item  die  von  Franckenfurt  ss 
210  güldin.  item  die  von  Frideberg  12  güldin.  an  derselben  rechenunge  geburt 
ie  der  stat  zu  gebende  von  ie  der  gleven,  die  sie  zu  dem  bunde  heltet  4  güldin. 
darüber   verlibet   der  gemeine   bunt   dannoch   schuldig   uf  die   nehste   rechenunge  90 


1385  153 

guldin.  und  sint  ouch  die  100  guldin  mit  gerechent,  die  zu  Wetflar  an  den  Juden 
stent.1  und  ist  ouch  in  der  selben  rechenunge  uszgcsatzl  der  von  Strazburg 
kosten,  die  sie  mit  dem  böptmanne  für  Kritzberg  und  ouch  mit  den  puffern  und  «Ich 
sniide  zi'i  Wetflar  gehabt  hant.  und  darzü  der  von  Franckenfurl  kost,  als  si  hattent 
bürg  Solmsz  zii  brechen  *  und  ouch  den  von  Fridcberg  uinbe  ir  werg  zu  demselben 
besesze   zu  fürende. 

Str.  St    A.  G.  U.  P.  lad.  48(49  B.  cop   eh.  coaev. 


272.  Hermelin  Streifte  von  Landenburg  und  Hans  von  Albe  {Johann  ton  Bilsch) 
an    Meister  und  Mal.    von  Strassburg :    bedauern    derr    von    ihnen    in    ihrer    Vorstadt 

i«  angesetzten  Sühnetag  mit  Johann  von  Lichtenberg  allerlei  Fehde  wegen  nicht  besuchen 
zu  können  und  bringen  statt  dessen  einen  Termin  in  Vorschlag  zu  Wörth  vor  Hein- 
iich von  Lichtenberg  oder  zu  Heichshofen  vor  den  Herrn  von  Ochsenstein,  oder  zu 
Speier  vor  dem  Rat;  bitten  am  Entscheid  und  Sendung  von  Bevollmächtigten  an  den 
bebreffenden  Ort.        geben  uf  samstdage  nach  des  heiligen  erützes  dage  alse  ez  fun- 

i5  den  wart  anno  1385.  1385  Mai  6. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  72.  or.  eh.  1.  cl. 

Vgl.  Lehmann,  Gesch.  v.  Hanau-Lichtenberg   I,  152. 

273.  Aufzeichnung  über  den  Abschied  des  Städtebundstages  zu  Worms,  Sonn- 
tag nach  Walpurgentag  1385:   1)  Ansetzung  eines  Städtetages  zu  Mainz  auf  den  17.  msuaii. 

20  Juni.  .  .  wegen  der  uszsprache  zwüschen  den  graven  von  Nassouwe.  —  2)  Soll  jede 
Stadt  innerhalb  14  Tage  nach  Speier  melden,  ob  sie  mit  der  Aufnahme  des  Mark- 
grafen von  Baden  in  den  Bund  durch  die  schwäbischen  Städte  einverstanden  sei.  — 
3)  Sollen  auf  dem  Mainzer  Tage  selbst  alle  Städte  ihre  Ansicht  äussern  über  die 
geplante  Aufnahme  der  Städte  Metz  und  Cöln  sowie  der  Grafen  von  Walheim  (?)  und 

äs  Hinecke.  —  4)  Sollen  die  am  1.  Mai  zu  Speier  festgesetzten  Bundesbeiträge  bezahlt 
werden.  —  5)  Auch  sullen  alle  stetde  botten  sich  herfaren  an  yren  frunden  und 
höbtlüten  und  der  von  Strazburg  höbtman  vor  Entzberg  umb  ir  pfiffer  und  iren 
smyd  zu  Wetflar  und  umb  die  von  Frankenfurd  als  sie  die  bürg  Solmsze  brachen. 
—  6)  Soll  Frankfurt  den  Mainzer  Tag  beschicken  wegen  des  Zolles  zu  Höchst.  —  7) 

30  Sollen  alle  Städte  ihre  Meinung  sagen  lassen.  .  .  .  von  der  von  Mentze  ridemeistern, 

»als  der  einer  an  den  andern  in  keiner  botschaft  von  des  bundes  wegen  riden  wil, 
waz  das  beste  do  inne  fürzükeren  sie,  daz  man  groszen  kosten  verhalden  möge.  — 
8)  Soll  jede  Stadt  in  14  Tagen  sich  nach  Speier  äussern  über  die  Mahnung  der  Stadt 
Worms  gegen  ihren  Clerus.  —  9)  Ist  das  Resultat  der  am  1.  Mai  zu  Speier  abgehal- 
35  tenen    Bundesabrechnung :    a)  jede   Stadt   zahlt    auf  jede    vertragsmässige    Glefe  4 


i   Vgl.  unten  die  Bundesrechnung  vom  26.  August  1386,  die  mit  der  obigen  auf  demselben  Blatte 

steht. 

2  Vgl.  nr.  273. 


154  1385 

Gulden.  —  b)  verbleiben  dann  noch  für  die  nächste  Rechnung  an  Bundesschulden 
90  Gulden  und  100  Gulden,  ...  die  zu  Wetflar  under  den  Juden  stent.  und  ist  och  in 
der  rechenunge  uszgesatzt  der  von  Strazburg  kosten,  den  si  mit  dem  höptmanne 
für  Entzberg  öch  mit  den  pfiffern  und  dem  smyde  zu  Wetflar  gehabt  hant  und  <Vh 
der  von  Franckenfurd  kost  als  si  hattent  bürg  Solmsz  zu  brechen  und  öch  mit  den  s 
von  Frideberg  umb  ir  werck  zu  demselben  besesze  zu  fürende  und  sol  ie  die  stat  ir 
antzal  an  der  vorgeschriben  rechnung  geben  uf  den  liebsten  tag  als  man  wider  zü- 
samen  kompt.  —  10)  Hat  man  beschlossen,  dass  jeder  Angehörige  eines  Rates  min- 
destens 5  Pferde  haben  soll,  wenn  er  in  Bundesangelegenheiten  reist  und  dazu  1 
Gulden  pro  Tag  Zehrungsgeld.  Etwaiger  Verlust  an  Pferden  auf  solcher  Reise  soll  io 
ihm  von  Bundeswegen  ersetzt  werden. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48(49  B.  fasc.  XI.  eh.  coaev. 


274.  Mainz  an  Strassburg  und  die  übrigen  rheinischen  Städte :  Johann  und 
Ruprecht  von  Nassau  haben  sich  nach  mündlicher  Unterhandlung  bereit  erklärt, 
den  Termin  ihrer  Mahnung  gegen  Gerhart  von  Seibach  und  Heintzichen  Lorbecher  a 
bis  St.  Johann  Baptisten  tag  (Juni  24)  hinauszuschieben.  Die  Städte  werden  dring- 
lich ersucht  zu  diesem  Tage  jede  ihren  Anteil  an  der  Gesammthülfe  von  40  Gle- 
fen  nebst  den  Widersagebriefen  nach  Mainz  zu  entsenden.  geben  under  unser 
stette   ingesigel  uf  den  zinstag  vor  dem  heiligen  pfingestdage  anno.  .  .  85. 

1385  Mal  16.   2U 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  cop.  eh.  coaev. 


275.  König  Bichard  II.  von   England   richtet  an  Meister  und  Bürger  von  Strass- 
burg das   Ansuchen,  dass   sie   Bruno   von   der  Hohen-Rappoltstein  als   ihren   Bürger 
anhalten,   den   von   ihm   gefangenen   englischen    Ritter    Johannes    Harleston   frei   zu 
geben.        datum  sub  privato  sigillo   nostro  apud  palatium    nostrum  Westmonasterü   tt 
24  die  junii  anno   regni  nostri  nono.  West,,, inster- Palast  1385  Juni  24. 

Nach  Wencker,  de  ussburg.  169  nr.  2.   gedruckt:  Bappolt.   Urkb.  II  nr.  245.  or.  im  Str. 

St.  A.  nicht  aufzufinden. 
Vgl  Hegel,  KmigsJwf.  II,  681. 


276.  Bruno,  Herr   zu   der   Hohen    Bappoltstein,   rechtfertigt   sich   (gegen  Meister  30 
und  Rat   von    Strassburg?)    wegen   der   Gefangennahme   des   englischen   Ritters   Jo- 
hannes  Harleston.        [Ohne  Datum.]  [1385  nach  Juni  24.] 

Transseription  (nach  einem  nicht  mehr  vorhandenen  pergam.  Zettel)  in  Colmar  B.  A.  Ann. 
Bapp.  (E  1039)  fol.  46.  Barnach  abgedruckt  bei  Wencker,  de  ußburgeris  178  und 
daraus  neuerdings  im  Bappolt.   Urkb.  nr.  246.  35 


277.  Markgraf    Bernhart   zu   Baden   an  Meister    und    Bat   von   Strassburg :    als 
wir  vormals   unser  botschaft  zu  fleh  getan  haben  von  Martin  Malterers  .wegen  als 


1385 


186 


von    der    ni'ime    wef,     Hie   im    EUchenberg   getan    hat,    und    ir  «Im    iin-ern    gceulworl 

hant,  <laz  er  das  weder  von  neb  noch  zu   n«h  getan  habe  und  oweb  swer  langer 

ml    sy.  .  .    laszen    wir    üch    wiszen,    duz    uns   fürkomen    tat,    duz    liichcnberg  zu.   Slet- 

slal    barger    sy,    die    ouch    zii    üwenn     bunde     gehören     und    den    ir    ouch    für    -i<- 

s  versigelt   hani  und  die  wyl  Martin   uns  von  unsere    berren  wegen  von  Österreich 

zii   rerentworl md    zu    versprechen    stet,    als    ir    wol    wissest,    und    wir   üch 

(iik-Ii  von  des  selben  aasen  horrec   wegen  ae  ssaxtea  haben,  als  ir  an  unsa  brief 
wol    gesehen    und   gehört  hanl.     herumbe  so   bittest    und  manen   wir  üch    von    in 
hciTon   «regen   von  Osterricb  ernstlich,  duz  ir  ower  erber  ecdelich  botschaft  sa  dsa 

«von  Sielstal  tun  wollent  und  solich  mit  in  reden,  daz  Wellenberg  von  in  undci- 
wisel  werde,  duz  er  Martin  sin  schaden  und  die  minie  widerkerc  nach  der  cyniingc 
Bage,  als  zwischen  unseiin  herren  von  Oslerrich,  üch  und  den  andern  sielten  i-l 
oder  daz  sie  aber  zii  gelegen  tagen  schicken,  und  waz  sie  und  Miehcnbcrg  Mar- 
lin von  rechts  wegen  nach  der  einung  sage  tun  sollen,  daz  sie  im  daz  tun,  wann 
15  in  daran  wol  begnügen  sol.  und  wollent  ouch  üvvern  ernst  darzü  tun,  daz  daz 
also  geschehe,  als  wir  üch  dez  von  unsers  herren  wegen  von  Osterreich  sunder- 
lieli  wol  getruwen.  ouch  haben  wir  verstanden,  wie  daz  ein  teil  üwer  hurgere 
knehte  hy  der  geschibt  ouch  gewesl  syen  dar  umb  Martin  uf  eini  gelegen  tag  mit 
ich t  euch  wol  begnügen  sol  nach  der  eynunge  sage.  datum  Eberstein  sabbato 
so  posl    Margaretbe   virg.   a.  d.   1385.  EfrsrsMn  188&  Juli  22 

Str.  St.  A.  AA.  84  nr.  18.  or.  eh.  lit.  cl. 

Heg.  Fester,  lieg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1398,  wo  das   Stück  jedoch  auf  den  15.   Juli 

datiert  wird,  obwohl  nach  der  Margaretenfeier  in  der  Straßburger  JJiöcese    {15.  Juli) 

doch  der  22.  Juli  anzusetzen  ist. 


278.  Graf  Johann  von  Nassau  an  Mainz  und  die  rheinischen  Städte:  bittet 
abermals  ihm  Widersagebriefe  gegen  Robin  und  Johann  von  Micken  und  Sif'rid  von 
Seibach  zu  senden  und  der  bei  ihm  weilenden  Bundeshülf'e  Anweisung  zu  Feind- 
seligkeiten  gegen  diese  Herren  zu  geben.  —  ...  ouch  lieben  besundern  fründe,  so  en- 
hanl  die  von  Strazburg  noch  kein  ir  dienere  bi  uns  beschicket,  bittent  wir 
N  ach  mil  llisze,  daz  ir  die  underrihlen  wellent,  daz  si  uns  hallent,  wie  unser 
verbunlbriefe  uzwisenl,  daz  wir  von  in  nil  schriben  oder  Bagen  endiirllcn,  daz 
uns  zii  kurtz  von  in  geschehe,  und  wcllenl  üch  her  zii  bewisen.  als  wir  lieh  ge- 
Iruwenl.  .  .  .         datum    ipso   die    bealoruni   Sixli    fclicissimi  ei   Agapiti    martiruni. 

[1996  ('.')]  August  C. 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48(49  B.  cop.  chart.  coaev. 


279.  Koni«;    Wenzel    an    SUaeobaif :    begebet,  dass   man   auf  Sonnlag   nach    Bar- 
tholomäus   Bevollmächtigte  nach    Speier  schicke,    wohin    auch    er    unverzüglich    seine    Aug.n. 
Holen  :    Hans  Graf    vmi    Spunlieim.    Seit'rid   von  Veningcn    den    Deutschordensmeister 

null   Volmer  von   Wickersheim,  landTOgt  im  Elsas«,  entsenden  werde.  .  .  .   von  we- 


15G  1385 

gen   der  Juden,  der  guidein  muncze   und  ander  saehen  das  reiche  anrurend.    Burg- 
leins  des   montags   vor  Laurencii  reg.   boh.   23   reg.    rom.    1Ü  jaren. 

Burglitz  1385  August  7. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  43.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig. 
Gedr.  D.  B.  A.  I.  nr.  283. 


28Ü.  Mainz  an  Strassburg  teilt  mit:  dass  Wetzlar  und  Frankfurt  jetzt  einen 
Sühnevertrag  mit  Johann  von  Solms  geschlossen  haben  und  sendet,  um  möglichst 
schnell  Kenntnis  zu  erhalten,  wie  die  übrigen  rheinischen  Städte  sich  zu  derselben 
stellen,  Adolf  Wisze  Bürgermeister  von  Frankfurt  und  Jacob  Medetrost  Bürgermeister 
von  Mainz  nach  Strassburg,  wo  sich  auch  Abgesandte  von  Schlettstadt  und  Oberehn- 
heim  einfinden  mögen.         datum  feria  seeunda  ante  diem  beati  Laurentii. 

[1383  August  8.] 
Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  C.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

281.  Slraßburger  Gesandteninstruction  für  einen  Tag  zw  Speier.     [1385  August.] 

Unsere  botten,  die  gen  Spire 1  werdent  varen,  sollen  gewalt  han  aldo  zu  redende 
von  unserre  manunge  wegen,  die  wir  den  forsten  tun  wellen.  Überkomet  men  denne, 
daz  man  dieselbe  manunge  sol  loszen  vollegon,  so  süllent  es  unser  botten  vollen 
gewalt  haben  zu  tünde. 

Item  dieselben  botten  süllent  uff  disem  nehesten  tage  zu  Spire  reden,  daz  man 
viere  von  dem  gemeinen  bunde  gen  Esselingen  2  sende  und  nüt  von  ie  der  stat  be- 
sunder  botten  do  hinschicke,  doch  waz  die  andern  stette  do  domitte  tünt,  des  sollent 
unser  botten  ouch  gewalt  haben  zu  tünde. 

Item  wir  söllent  den  von  Hagenöwe  abegeschriften  geben  unserre  manungen,  die 
wir  den  fürsten  und  den  swebischen  stetten  tun  wellent,  und  sol  ouch  irem  botten 
sagen,  daz  man  uff  dem  tage  zu  Spire  reden  wolle  von  der  botten  wegen  gen  Esse- 
lingen zu  senden. 

Wir  söllent  ouch  diener  von  dem  lande  gewinnen  umbe  gelt. 

So  der  von  Sletzstat  und  von  Ehenheim  glefen  har  komment,  söllent  wir  unser 
zwentzig  mit  glefen  gen  Hagenöwe  mit  in  senden  und  .sol  man  die  legen  an  die 
stette,  do  man  ir  denne  notdürftig  ist. 

Unser  botten  sollent  do  in  denan  (?)  uff  dem  tage  verhören  von  der  vereynunge 
wegen  des  küniges  und  der  stette 3  und  söllent  doch  keynen  gewalt  haben  ütschit 
do  von  zu  verendigende,  wenn  sü  söllent  es  wider  hinder  sich  ziehen. 


1  Ein  Tag  zu  Speier,  der  hier  gemeint  sein  kann,  findet  statt  Ende  August  1385,  vgl.  oben  Wenzels 
Brief  vom  7.  August ;  Speiers  Brief  vom  22.  August.  35 

2  Wohl  der  Eßlinger  Tag  im  August. 

3  Die  hier  erwähnten  Bündnißverhandlungen  zwischen   dem  König  und  den  Städten   weisen   dies 
Stück  noch  bestimmter  in  das  Jahr  1385. 


1385  157 

Von  der  manunge  wegen,  alz  die  stette  meinent,  daz  eine  die  ander  nüt  manen 
Bolte,  obe   die   forsten  an  hüben   zu   kriegen,   darumbe   sollent   unser   botten   keinen 
gewalt  haben  ütschit  dovon  zu  verendigen,  su  mßgent  wol  do  von  boren  und  denne 
daz  wider  hinter  sich  ziehen. 
5  Von  der  eynunge  wegen,  alz  bertzog  Stephan  mit  ettelichen  stetten  gerett  hat  die 

vürbnsz  zfl  machende,  do  mögent  unser  botten  wol  von  hören  reden  und  sollent  doch 
keinen  gewalt  darumbe  haben. 

|  Von  der  briefe  wegen,  alz  etteliehen  fursten  verschriben  sint.] 
Von  den  von  Basel   wegen  sol   man  vür  den  rat   tragen,  ist  es  des  rotes  mey- 
io  nunge,  so  beduhte  die  gut  sin,  die  bienander  worent,  daz  man  do  by  beliben  sol,  alz 

t cheffei  und  amman  überkoment  sint. 


Str.   St.  A.  AA.  110.  conc.  oder  cop.  eh.  coaev. 


282.  Bürgermeister  und  Rat  von  Speier  an  Strassburg:  fordern  auf  zum  Mitt- 
och  nach  Bartholomäus  (Aug.  31)  Gesandte  zu  ihnen  zu  schicken  und  diese  Auf- 
i!>  Forderung  auch  an  Schlettstadt  und  Oberehnheim  zu  übermitteln,  um:  unserme  herren 
dem  kiinig  von  derselben  siner  botschafft  wegen  einer  antwurt  von  uns  gemeinen 
stetden  zu  ubirkomen  und  von  der  manunge  wegen,  als  der  bischoff  von  Würtzburg 
uns  die  stetde  gemant  hat  .  .  .  und  von  des  zolles  wegen  zu  Hoeste,  den  zu  bestel- 
lende. .  .       datum  feria  seeunda  proxima  ante  diem  beati  Bartholomei  appostoli. 

20  [1385  August  22.1 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or   eh.  I.  el. 


283.  Die  zu  Ettlingen  versammelten  schwäbischen  Bundesstudie  unter  dem  Siegel 
von  Ettlingen  an  [Straßburg] :  über  das  mit  dem  Markgrafen  von  Baden  abzu- 
schließende Bündnis,  die  Ansetzung  eines  Tages  zu  Speier  und  andere  Bundesan- 

25  gelegenheilen.  Esslingen  1385  August  22. 

Fursichtigen  wisen  besundern  lieben  frunde  und   eitgenossen  unsern  fruntlichen 

willigen  dienst  wissent  uns  allezyt  bereit  voran,  lieben  frunde.  wir  verkünden  uwere 

wiszheit,  das  wir  von  der  verbuntnusse  und  eynunge  gen  unserm  herren  dem  marg- 

grafen,  als  das  vormals  etwie  dicke  mit  rede  an  uch  und  an  ander  stete  uwerre  und 

m  unserre  eitgenossen  an  dem  Ryne  braht  ist,  mit  derselben  unsers  herren  des  marggrafen 
reten  aber  rede  gehabt  haben  in  sollichor  masze,  das  wir  hoffen,  das  nit  brüch  unserre 
lialber  mer  daran  were,  ob  uch  und  den  andern  uwem  und  unsern  eitgenossen  an 
dem  Ryne  das  ouch  gefallen  wolte.  wer  es  aber,  das  ir  und  ouch  die  andern  stete 
an  dem  Ryne  die  verbuntnüzze  nit  vermeynten,  so  legen  doch  desselben  unsers  herren 

Ides  marggrafen  rote  uff  sollichen  wegen  ob  dieser  buntnusse  gen  uns  steten  volle 
gienge,  das  danne  ir  uns  noch  wir  uch  uff  unsern  herren  den  marggrafen  nit  manen 
sollen,  darzu  lieben  frunde,  so  haben  wir  etwie  dicke  an  uch  erfordert  den  brieff  zu 
«eben  gen  den  Waltsletlen,  ob  den  iht  schad  oder  angriffe  by  uch  besehenen,  das  ir  das 
wenden  und  darzü  tun  woltend,  als  ob  das  uwerre  selbs  sache  were  und  uns  besunder 


158  1385 

einen  briefT  zu  gebene  von  der  funffzig  spiesz  wegen,  die  ir  uns  an  den  zweyn  hundert 
spieszen,  die  wir  den  Waltstetten  dienen  suln,  zu  hilffe  senden  suln,  wanne  das  zii 
manunge  queme,  als  ir  uns  das  verheissen  hant,  das  noch  bisher  verzogen  ist.  denne 
von  der  briefT  wegen  ze  fertigen  und  zu  besigeln,  die  ir  uns  von  der  von  Basel  wegen 
und  die  von  Basel  wider  umbe  einander  geben  suln,  des  abschritten  by  uwerm  statt-  s 
schriber  ligent,  als  das  vormals  auch  usz  geretd  ist,  so  ist  danne  mer  an  uns  ge- 
worben, das  grave  Johans  von  Wertheim,  grave  Götze  und  grave  Ludwig  von  Rynecke, 
Schenk  Cunrat  der  elter  von  Erpach,  den  man  nempt  Rauch,  und  Schenk  Heinrich 
von  Erpach,  herr  Conrat  von  Byckenpach  der  elter,  herr  Dietherich  und  herr  Conrat 
von  Bickenbach  gebrudere  sich  gerne  zu  uns  verbunden  wolten.  nü  were  uns  gefel-  w 
liger,  das  sie  sich  beide  zu  uch  und  uns  verbunden,  darumb  lieben  frunde  bitden 
wir  uwerr  fruntschaft  mit  ernst  vlizzentlich  und  iemer  durch  unsers  diensts  willen, 
das  ir  gemeyne  stette  uwers  bonds  an  dem  Ryne  uwer  und  unser  eitgenossen  zu 
uch  gen  Spire  züsamen  manent  uff  die  nehsten  mitwochen  ze  naht  vor  unserre  frou- 

sepibr.  e.  wen  tag  nativitate  ze  nehste  zu  kommend  mit  vollem  gewalt  umbe  alle  vorgeschriben  15 
stucke,  so  haben  wir  unser  guten  frunde  und  erbern  botden  ietzo  geordnet  zu  uch 
uff  denselben  dag  zii  kommend,  das  der  sache  da  ende  und  usztrag  geben  weide 
das  wollen  wir  umbe  uwerre  wiszheit  in  allen  saehen  iemer  gerne  verdienen  als  wir 
uch  danne  vormals  gemant  haben  umbe  die  summe  uwer  gleen,  der  ir  uns  nach  des 
Verbunds  sage  schuldig  sint,  derselben  manunge  aber  wir  ufl'schlag  geben  haben  bis  « 
uff  des  heiligen  crutz  dage  exaltationis  zu  nehste.   bitden  und  manen  wir  uch  ernst- 

sepibr.  u.  liehen  nach  unsers  Verbunds  sage,  das  ir  uwer  spiesz  uff  desselben  heiligen  crutz 
dag  zu  nehste  zu  Mulnhusen  haben  und  ouch  das  furderlichen  allen  andern  stetten 
an  dem  Ryne  uwern  und  unsern  eitgenossen  ouch  verkünden  wollen,  daz  die  ire 
spiesz  uff  die  selbe  zyt  ouch  da  haben,  da  tund  ir  uns  besunder  grosz  liebi  und  25 
dienst  an.  geben  zu  Esselingen  von  unserre  aller  heissentz  wegen  under  der  von 
Ezzelingen  ingesigel  an  zinsztag  vor  Bartholomey  anno  85. 

Von  uns  gemeynen  stetten  des  bonds  in  Swaben,  als  wir  uff  disz  zyt  zi'i  Bsse- 
lingen  by  einander  gewesen  sien. 

Str.  St.  A-    0.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.    or.  eh.  lit.  el.  c.  sig.  in  v.  impr.  del.  (ohne   30 
Aufschrift.) 


284.  Drei  Malmbriefe  des  Grafen  Johann  von  Nassau  an  Mainz  und  die  rheinischen 
Städte :  1 .  Brief :  Da  Salentin  und  Gerlach  von  Isenburg  seinen  Feind  Gerhart  von 
Seibach  unterstützen,  so  bittet  er  auch  diesem  unverzüglich  Absagebriefe  zugehen  zu 
lassen.  —  2.  Brief  fordert  wegen  Unterstützung  desselben  Herren  Absagebriefe  an  bi 
den  Probst  zu  Achen  Wilhelm  zu  Wide.  —  3.  Brief  verlangt  Absagebriefe  wider 
Johann    von    Sohns   wegen    räuberischen   Ueberfalls    auf    offener    Beichsstrasse.   — 

Datum  der  drei  Briefe  :  feria  tertia  proxima  ante  festum  nativitatis  beate  virginis 
Marie  anno  85.  1385  September  5. 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  B.  46.  3  cop.  cluirt.  coaev.  auf  demselben  Blatt. 


1385  150 

285.  Av[:f'irlniuii<j  ii/jrr  ri,ir  Beratung  der  Städteboten  in  Sachen  Herzog  Leo- 
polds  und  der   Waldstädte.  [J38S.J 

Ein  teil  bedachte  gut  sin  und  das  es  ouch  unsrer  stette  erliche  were,  daz  man 
erbere  hotten  mache;  von  des  hertzogen  von  Osterrich  und  der  Waltstette  wegen,  die 
zu  in  zii  beidensiten  varent  und  daz  die  zwisebin  reden  und  versuchen,  obe  sie 
siinc  oder  friden  zwischenl  in  gemachen  und  vinden  mügent  und  daz  man  doch  oft 
deste  minre  den  von  Spire  verschribe  und  in  abegeschriften  der  von  Zürich  und  von 
Rotwil  briefe  sende  und  sie  bitte,  daz  sie  den  stetten  einen  kurtzen  dag  gen  Spire 
bescheiden  von  der  selben  Sachen  wegen  durch  das,  daz  man  alda  mitenander  uber- 
i»  kerne,  waz  den  stellen  dez  bundes  an  dem  Ryne  miteinander  dar  zu  sie  zu  tünde. 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  cop.  eh.  coaev.  auf  der  Rückseite  der  Copie  des  Mainzer 

28G.  Burckard  von  Mülnheim  gen.  Rechberg  der  Meister  und  der  Rat  von  Strass- 

burg   an    Worms,   Speier,    Frankfurt,    Hagenau,   Weissenburg,    Schettstadt,   Oberehu- 

15  heim,  Friedberg,  Gelnhausen,  Wetzlar,  Pfederslicim :   mahnen  um  die  vertragsmässige 

grösste  Summe  (liefen  zu  St.  Gallus  Tag  (Octör.  16.)  gegen  Heinrich  von  Fleckenstein, 

Emicho  Grafen  von  Leiningen  und  seinen  Helfer.        datum  vigilia   seti  Mathei   anno 

1385.  1385  September  20. 

FranJcf.  St.  A.  Copialb.  VII ».  85  l>.  nr.  294.  eop.  coaev. 

2n  287-  Burckard  von  Mülnheim  gen.  Rechberg  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg 

Ian  die  rheinischen  Sliidte  (wie  oben  20.  Sept.):  ersuchen  dieselben  dem  Emicho  von 
Leiningen  wegen  ihres  Bürgen  Eberlin  von  Griffenstein  ihre  Widersagebriefe  zu  schicken 
und  ihre  meiste  Summe  Glefen  zu  St.  Gallus  nach  Weissenburg  zu  senden.  datum 
l'eria   quiula  proxima   anle  diem   seti  Michaelis  anno   1385.  1385  Sejttember  28. 

25  Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII  K  86  nr.  295. 

2118.  König  Wenzel  an  Strassburg:  bittet  den  Franz  Nefe  von  Colmar,  der  nach 

Mitteilung  der  Pfalzgrafen  Stephan  und  Friedrich  in  Diensten  des  Reiches  zu  grossem 

Schaden  gekommen  ist,    1  Jahre  hintereinander  den   Rhein  hinab  je  30  Fuder  Wein 

zollfrei  durch  ihr  Gebiet  führen  zu  lassen.        geben  zu  Präge  1385  an  sand  Michelstag 

ao  regn.  hob.  23,  regn.  rom.  10.  r,,nj  1385  Sejttember  29. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  34.  or.  eh.  lit.  cl. 


289.  Mainz  an  Frankfurt :  teilt  mit,  dass  ihr  Reitmeister,  welcher  mit  der  von  ihnen 
und  andern  rheinischen  und  schwäbischen  Städten  erbetenen  Hülfe  gen  Strassburg  ge- 
ritten  war,  zurückgekommen  ist,  weil  der  hetrelfende  Streit  mit  Graf  Emicho  von  Lei- 
ningen inzwischen  gesühnt  sei.       gebin  uff  den  samstag  vor  Gallus.    [1385  October  14.] 
Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII  ■  fol.  86.  cop.  coaev. 

vi.  ai 


160  1385 

290.  Freiburg  im  Breisgau  an  Strassburg :  als  wir  getruwent,  daz  üch  wol  künde 
und  ze  wissende  sie,  wie  Heintzmann  Wöpplinger  unser  guten  fründe  die  von  Basel, 
von  Brisach,  von  Nüwemburg,  von  Kentzingen  und  uns  lange  swerlich  angegriffen 
und  geschediget  het  mit  brande  und  mit  nome  .  .  und  weil  nun  dieser  Wöpplinger  .  . 
nahe  bi  üch  und  umb  üch  iensite  und  dissite  Bines  wandelung  und  niderlass  het  .  .  .,  a 
so  bitten  sie  ihn  zum  Schadenersatz  anzuhalten  oder  eine  Tagsatzung  mit  ihm  zu 
veranstalten.  datum  anno  .  .  85  feria  sexta  ante  festum  beatorum  Symonis  et 
Jude  appostolorum.  1385  October  27. 

Str.  St.  A.  AA.  2015.  or.  mb.  I.  cl. 

291.  Mainz  an  Strassburg:    bittet  Gesandte  abzuordnen   zu   einer   neuen  Sühne-  io 
Verhandlung  zwischen    den    Grafen   Buprecht   und   Johann    von   Nassau,    welche  am 
nächsten  Freitag  nach  St.  Andreastag  (December  1.)  zu  Mainz  von  bundeswegen  unter 
Beihülfe  des  Grafen  Symon  von  Sponheim  stattfinden  soll,  und  ersucht  hiervon  auch 
die   Bundesstädte  Schlettstadt   und   Oberehnheim   rechtzeitig   in   Kenntnis   zu   setzen. 

datum  dominica  post  Martini  episcopi  anno  85.  1385  November  21.   iö 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

292.  Bischof  Friedrich  von  Straßburg  schließt  mit  der  Stadt  Straßburg  einen 
Vertrag  auf  Lebens-  und  Amtszeit  wegen  der  Außenbürger.         1385  November  16. 

Wir   Friderich    von   gotz  gnaden  bischof  zu    Straszburg   verjehent    und  kündent 
menglichem  mit  disem  briefe,  daz  wir  von   aller   der   lüte  wegen,   die  der   stette  zu  20 
Strazburg  uzburgere  sint  [iceiter  wie  Bd.    V.    Urk.  nr.  1276  vom  20.  Mai  1368  bis : 
die  bitze  har  ire  bürgere   gewesen  sint  a.  a.  g.]   wo   ouch   einre   der   von  Strazburg 
bürgere  eine  unfüge  in  unsern  gebieten  und   gerihten  tut,    komet  der   mit   dem   libe 
darvon,  so  sol  ouch  alles  sin  gut  fri  und  ledig  sin  und  bliben.  wir  süllent  ouch  von 
den  von  Strazburg  nit  me  danne  hundert  pfunde  Strazburger  pfenninge  nemmen  die  25 
vier  wochen  uz,  alse  ire  messe  alle  jare  in  irre  stat  ist,  die  wile  sie  die  selbe  mesze 
in  irre  stat  haltent  und  haben  wellent  vür  unsern   zol,   der   uns   in  unserm   zolhuse 
zu  Strazburg  die  selben  vier  wochen  vallen  und  werden   solte:   und   süllent  wir    sie 
dar  über  nit  trengen  noch  nötigen  noch  vordem  uns  me  darvür  zu  gebende,   wände 
uns  sol  da  mit  dar  vür  begnügen  äne  alle  geverde.    unsere   zollere,    die   in   der  stat  30 
zu  Strazburg  uf  den  brücken  und  bi  den  turnen  von  unsern  wegen  zol  nement,   die 
süllent  von  wine,  von  körne,  von  wagenen  noch  von  denheinen  andern  dingen  nit  me 
zolles  nemmen  danne,  alse  man  von  alterhar  vor  zwentzig  und  vor  driszig  jaren  da- 
selbes  genomen  het  äne  alle  geverde.  und  über  daz  und  die  stücke  [weiter  mit  geringfü- 
gigen Aenderungen  xoie  die  Urkunde  vom  20.  Mai  1368]  also  lange  alse  wir  dervorgen.  35 
bischof  Friderich  lebent  und  wir  bischof  zu  Strassburg  sint  äne  underlasze  und  ouch 
nit  vürbaz  äne  alle  geverde.         der  wart  gegeben  an   dem   ersten   dunrestdage  nach 
sant  Martins  dage  dez  heiligen  bischoffes  in  dem  jare  u.  s.  w.  1385. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  271  nr.  14.  or.  mb.  c.  sig.  pend.  delaps.  —  Ibid.  AA.  1412.  cop.  coaev. 
Gedr.  Wencker,  de  ussburg.  S.  87.  Lünig.  Beichsarchiv  p.  spee.  cont.  I,  282.  40 


1385  löi 

293.  Ilulmans  von  Nordhusen  schwört  der  Stadt  Strassburg  Urfehde,  dat.  2  kal. 

decemb.  1386.  /.;v-.  > „,,. ,  .;>,. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad   79.  or.  mb.  c.  sig.  pend.  (Mein.) 


294.  Ratsprotokoll:   hern   Hans   Kantzeler  wird   die   statt  und  das  bistum   auf 
5  ewig  verwisen  '   nacht  und  tag  und  wo  er  darüber  in  denselben  ziln  ergriffen  wurde 

so  sol  man  von  ime  rihten  mit  dein  swerte.  darzu  so  sol  sich  meister  und  rat  alles 
sins  guts  underziehen  und  zu  iren  banden  nemen  ;  doch  ist  das  er  in  disen  nehsten 
drien  tagen  sine  besserunge  swert  zu  haltende,  so  sol  sinre  frowen  ir  reht  an  irme 
dritteil  und  wideow  und  ander  ir  gut  behalten  sin,  tut  er  das  nit,  so  sol  sich  meister 
und  rat  alles  irs  guts  underziehen  untze  an  die  stunt,  dass  er  die  besserunge  swert 
zu   haltende.  [1385  December  19.] 

Aus  Wencker's  Auszügen  aus.  d.  Ratsprotokollen  cd.  Dacheux  S.  193  nr.  3225. 

295.  Wir  Burekart  von  Müllnheim,  dem  man  sprichet  von  Rechberg,  der  meister 
und  der  rat  von  Strassburg  hant  erteilt  urteil,  dass  Johann  Cantzeler  vor  dem  meister 

i5  und  dem  rate  der  stete  zu  Fryburg  sweren  sol  an  dem  heiligen,  das  er  die  wile  er 
gelebet  niemer  wider  unser  stat,  unsre  bürgere  noch  die  unsern  roten  sol  noch  tun, 
es  sy  u(T  tagen  oder  uff  stunden  etc.         actum  feria  tertia  ante  diem  S.  Thome  apostoli. 

1385  December  10. 
Aus  Wenckers  Auszügen  aus  Batsprotok.  ed.  Daclieux  S.  193  nr.  3225. 

96.  Ratsbeschluß  über  die  Trinkstuben  der  Handwerker.  [1385.] 

Unsere  herren  meister  und  rot,  schöffel  und  amman  sint  übereinkomen,  daz 
alle  die,  die  zu  den  antwereken  gehörent,  zeren  unde  wurtschaft  geben  sollent  uffe 
der  trinckestuben,  die  ime  und  sinem  antwereke  zu  gehöret  unde  niergent  anderswo 
one  alle  geverde.  und  süllent  ouch  sie  uffe  keinre  andern  trinckestuben  wurt  sin  noch 

25  keine  stiire  daruffe  geben  noch  zu  keinen  dingen,  die  daruff  gehörent,  noch  nützit  daruf 
Bcbencken,  es  sient  zinse,  dischlachen,  hantzweheln,  kannen,  pfannen,  noch  kein  ge- 
schirre,  noch  denhein  ander  dinge,  wie  man  die  genennen  kan,  one  alle  geverde.  unde 
wer  daz  verbrichet,  der  sol  bessern  jor  und  tag  von  nnserre  stat  und  hundert  marck 
silbers.  doch  so  mag  ein  iegelicher,  der  zu  den  antwerken  gehöret,  wol  uffe  ein  ander 

3„   trinckestube   gon,  die    nit   ire   rehte   gemeine    trinckestube  ist,    und   wurtschaft    und 

I  zinse  daruffe  geben,  also  daz  uf  eine  soliche  dringstube  drissig  gesellen  oderme  von 
sinem  antwereke  gant  und  wurtschaft  daruffe  gebeut  und  derunder  nit,  one  alle  geverde. 


Aus  dem  «Heimlich  Buch>  fol  52  b  der  verbrannten  Strassb.  Stadtbibl.  gedruckt  bei  Hegel: 
Königsh.  II,  1028. 


1  Vgl.  Königshofen.  (Hegel,  782)  Drige  geweitige  amnirister  wnrdent  vertriben  zft  Strosburg.  — 
1888  do  worent  drige  geweitige  manne  zft  Strosburg,  genant:  her  Johans  Kantzeler,  her  Philipps 
Hans,  Walther  Wassicher  etc.  —  Das  Vertreibungsdekret  stand  nach  Hegel  in  dem  1870  verbrannten 
«Heimlich  buch>  fol.  50. 


162  1386 

297.  Ulrich  von  Vinstingen  bekennt,  dass  er  mit  Mennelin  und  Löwen  gebrudern 
von  Ulme,  Juden  zu  Straszburg,  gerihtet  und  geslihtet  ist  von  aller  spenne  stöene 
und  missehelle  wegen.         datum  am  zwölften  abend  anno  1386.         1386  Januar  5. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  166.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  mut. 


298.  Bürgermeister  und  Rat  zu  Speier  an  Strassburg  betreffend  die  von  Zürich 
an  den  Bund  geschehene  Mahnung :  haben  die  Eidgenossen  ihrer  Gegend  zu  einem 
Tage  in  Speier  aufgefordert  und  ersuchen  auch  Schlettstadt  und  Oberehnheim  einzu- 
laden und  ihre  eigenen  Boten  zugleich  zu  bevollmächtigen  .  .  .  des  anlasse«  wegen, 
den  uwer  und  unser  eidgenossen  die  von  Mentze  und  von  Worms  uff  eyne  und  wir 
uff  die  andersyt  an  uch  und  an  die  von  Franckenfurt  getan  haben,  ....  einen  uz- 
trag  daran  zu  geben  nach  dem,  als  ez  veranlassit  ist  worden.  datum  sabbato  post 
diem  conversionis  scti  Pauli.  [13861  Januar  27]. 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I  cl. 


299.  Graf  Johannes  von  Salm,   Herr   Heinrich   von   Blankenberg   und   der  Ritter 
Berthold  Zorn  genannt  Schultheiss  der  Meister  von  Strassburg  schlichten  die  Streitig-  15 
keiten  zwischen  Bruno  von  Rappoltstein  und  dem  Grafen  Heinrich   von  Saarwerden. 

geben  an  dem  nehsten  sammestag  nach  unsrer  frowen  tag  der  liehtmesse    1386. 

1380  Februar  3. 

München  Kgl.  St.-A.  or.  mb.  c.  19  sig.  pend. 

Abdruck  Rappoltst.   Urkb.  II  nr.  254.  —  Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  h.  367.  20 


300.  König  Wenzel  an  iS'lraßötirg :  mahnt,  daß  man  die  dortigen  Juden  tu  der 
altherkömmlichen  Judentracht  anhalte.  Prag  1386  Februar  6. 

Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen 
zeiten  merer  des  reichs  und  kunig  zu  Beheim. 

Lieben  getrewen.  wir  haben  vernomen,  wie  das  die  Juden  unser  camerknechte,  25 
in  ewer  und  andern  unsern  und  des  reichs  steten  gesessen,  mit  wate,  gewant  und 
andern  unordenlichen  sachen  grosse  hoffart  und  unpilde  treiben  den  cristen  und 
cristenlichen  glawben  zu  smacheit.  nu  ist  unsere  ganeze  meinunge,  das  sie  in  sulcher 
wate  geen  und  pflegen  sullen,  nemlichen  in  stivallen  und  in  judenhuten,  als  sie  bey 
alden  czeiten  und  von  alters  gegangen  haben  also,  das  man  bey  den  cristen  einen  m 
Juden  derkennen  möge,  als  das  billich  ist.  dovon  gebieten  wir  ewern  trewen  ernstlich 
und  vestielich  mit  dyesem  briefe,  das  ir  in  ewer  stat  bestellet  und  schaffet  mit  den- 
selben unsern  camerknechten  und  Juden,  das  sie  sulcher  alder  wate  pflegen  mit  stifal 
und  hüten  und  nicht  anders,  und  keret  hieezu  ewern  ernste  und  fleisse  bey  unsern 
und  des  reichs  hulden,  als  wir  euch  des  glawben  und  getrawen.         geben  zu  Präge  3i 

1  Bas  Jähr  1386  ergiebt  sich  daraus,  daß  der  Bund  mit  den  Schweizern,  auf  Grund  dessen  diese 
Mahnung  erfolgen  konnte,  erst  im  Februar  1385  geschlossen  war.     Vgl.  oben  die  Bündnisurkunde. 


1386  163 

BD  sand  Dorolhooon  tage  unser  reiche  des  behemischen  in  dem  213  und  des  romischen 
in    dem    10  jaren. 

Per  d.  Benessin  de  Chusnik  Martinus  scholasticus. 

[In  verso]   Den  burgermeistern,  rate  und  burgern  gemeinlichen  der  stat  zu  Stras- 
t  purg  unsern  und  des  reichs  liben  getruwen. 

Str.  St.  A.  AA  107  nr.  41.  or.  eh.  lit.  cl. 

Gedruckt :  Hegel,  Künigsliofen  II,  985.  —    Vgl.  ebenda  S.  764  zum  Jahr  1386. 


301.  Johann  von  Ochsenstein  ßomprobst  zu  Straßburg  und  Heinrich  Truchsess 
von,  Waldburg  Landvogt  an  die  Stadt  Freiburg  über  den  Stand  des  schweizer 
Krieges.  Baden  1386  Februar  6. 

Willig  dienst,  vor  lieben  fründ.  wissent,  daz  es  uns  mit  gotfl  gnaden  in  unserm 

h  krieg  wo]  gat  und  daz  wir  gereiset  hant,  es  sint  hat  acht  tag  gewesen,  da  sint 
wir  die  vyent  ankörnen  und  habent  ir  mer  denn  viertzig  und  hundert  erstochen 
und  sint.   die  gewesen   von  Lutzern,    von   Zug,    von    Switz    und    von   Underwalden. 

ir>  und  ist  ouch  derselben  von  Underwalden  offen  paner  da  gewesen,  die  wir  von  dem 
veld  bracht  hant.  ouch  wissent,  daz  die  von  Straszburg,  von  Hasel,  von  Con- 
slenz,  von  Ravenspurg  und  von  Ueberlingen  in  tedingen  rittend  und  redent  die  vast 
darunder  umb  ein  frid,  den  meinent  wir  nut  ze  geben,  doch  so  ist  an  allen  frid 
uf  hat   ein   tag  durch   ir  bitte  wegen  genommen  gen  Wettingen  in    das   kloster    by 

so  Baden,  und  da  wolten  si  gern  besuochen,  ob  man  ein  friden  da  finden  möcht 
werden,  wie  wir  da  von  dem  tag  scheident,  lassen!  wir  uch  aber  wissen,  und 
als  wir  ouch  Götzen  Kolb  herab  zuo  üch  geseilt  hatten  von  der  schützen  wegen, 
da  bitten  wir  üch  als  mit  gantzem  ernst,  daz  ir  uns  die  unverzogenlichen  senden 
wellent,    wan   wir  in   von  unsers    herren   wegen  gar  notdürftig   sint.    und  ist   ouch 

»5  ein  ding,  das  wir  im  besunder  von  üch  rumen  wellent.  datum  Baden  die 
Thorate   86. 


Aus  Schreiber,  Urkb.  der  St.  Freiburg.  II,  1.  146. 


302.  .lohann  von  Ochsenstein  Domprobst  zu  Sirnssburg  und  Heinrich  Truchsess 
zu  Walburg  Landvogt  an  die  Stadt  Freiburg:  als  ir  wol  wissent  von  des  krieges 
3o  wegen,  so  ufgestanden  ist  zwischen  unserm  herren  von  Oesterrich  und  den  sinen 
und  den  von  Latzern,  von  Zürich,  von  Zug  und  von  andern  waltstetten  und  iren 
hellem,  darin  ir  üch  gar  fromklich  enthalten  hant,  und  noch  wol  in  allen  andern 
sachen  tun  söllent  und  mogent,  des  üch  unser  herre  und  wir  iemer  ze  dank  hant, 
darunder  aber  die  wisen  und  wolbescheiden,  die  von  S t ras s bürg  und  ander 
des  richs  stellen  bollen  ein  guten  getruwen  frid  beredt  und  gemacht  hant  untz 
uff  den  nechsten  künftigen  sunnentag  genant  usgend  pfingstwuehen,  so  schierest  j„„i  n. 
kuml  ane  fürzug  und  den  tag  allen  als  die  brief  wol  wisent,  so  darumb  geben 
sint,  harumb  so  bitten  wir  ach  mit  ernst,  bevelhent  und  schaffen!  mit  üch  vesterk- 
lich  von   unsers  egenanten  herren  wegen,  da/,  ir  den  vorhegrill'en  frid    mit   den   vor- 


164  1386 

geschriben  stetten  und  waltstetten  und  den  iren  haltent  und  volfurent   und   wissent? 

Febr.  it.  daz  der  frid  angan  sol  uf  morn  den  dornstag  ze  nacht,  ouch  wirt  man  üch  fürbasser 

verkünden,  in  welicher  masz  und   wie   der   frid  beredt   ist.         geben  ze   Baden    an 

mitwochen  vor  sant  Mathystag  86.  Baden  1386  Februar  21. 

Aus  Schreiber,  Urkb.  d.  St.  Freiburg  II,  1. 


303.  Die  Städte  Luzern,  Zug  und  das  Amt  Zug,  die  Stadt  Zürich  und  die  drei 
Länder  Uri,  Schwyz  und  Unterwaiden  bekennen,  dass  durch  ihre  besonderen  Freunde, 
die  Herren  von  Strassburg,  Basel,  Begensburg,  Augsburg,  Constanz,  Ulm,  Bott- 
weil,  Nördlingen,  Bavensburg,  Ueberlingen,  Memmingen  zwischen  ihnen  und  dem  mit 
ihnen  im  Kriege  liegenden  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  ein  Waffenstillstand  ge-  io 
schlössen  sei  bis  auf  den  Sonntag  zu  ausgehender  Pfingstwoche  (17  Juni)  Es  siegeln 
die  ausstellenden  Orte,  ferner  (für  Strassburg)  Eberhard  von  Mülnheim,  Bitter  von 
Strassburg ;  (für  Basel)  Christian  zer  Sunnen  von  Basel.  1380  Februar  22. 

Nach  dem  Regest  bei  Visclier,  der  schwäb.  Städtebund  nr.  257. 

304.  .lohann  von  Ochsenstein  Domprobst  zu  Strassburg  und  Heinrich  Truchsess  is 
von  Walburg  an  die  Stadt  Freiburg:  berichten,  dass  ihre  Sache  gut  vorangehe  und 
dass  sie  nahe  bei  Luzern  angelangt  seien  und  dass  sie  ...  .  noch  nye  keins  tags 
als  groslich  gebrent  (hant)  als  gester,  und  daz  die  von  Strassburg,  von  Basel, 
von  Constentz,  von  Bavensburg  und  von  Ueberlingen  noch  teglichs  in  tedingen  rittend, 
aber  daz  wir  verstanden,  daz  ez  gefridet  könne  werden,  des  kunnen  wir  nüt  wis-  ?" 
sen  .  .  .        datum  in  die  sabbato  post  Mathye  86. 

[i.  <t.  Nähe  von  Luzern]  1386  Miirz  3. 

Nach  dem  Abdruck  bei  Schreiber,  Urkb.  d.  St.  Freiburg.  I,  1. 

305.  Günrat  Meinwart    ritter,   burgermeister  und  der  rat  der  stat  zu  Friburg  in 
Brisgowe  beurkunden,  dass  Johans  Cantzeler  gelobt  hat  nie   gegen    die  Stadt  Strass-  « 
bürg  feindlich  aufzutreten ;  thäte  er  es  dennoch,  so  soll  er   binnen    drei  Tagen   nach 
erfolgter  Mahnung  des  Strassburger  Bates  Freiburg  verlassen.         geben  an  dem  ersten 
samestdage  vor  dem  sunnendage,  alse  man  singet  Beminiscere  1386.    1386  März  17. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  198.  or. 


306.  Basel  an  Straßburg:  erbittet  Auskunft  über  das  Gerücht,   daß  wegen  Ab-  30 
sage  der  rheinischen  Fürsten  den  Straßburgern  der  Besuch  der  Frankfurter  Messe 
verboten  sei.  1386  März  19. 

Unsern  willigen  dienst  vor.  lieben  guten  fründ  und  eydgenossen.  uns  ist  etzwas 
rede  für  komen,  wie  unser  herren  der  hertzog  von  Heydelberg,  der  byschoff  von 
Mentze  und  ander  fürsten  und  herren   ünsern   guten  fründen   dem   rinischen   bunde  35 


1386  165 

abgeseit  haben  und  den  meinen  ze  kriegende  und  das  ir  den  üwern  verholten 
haben,  <ias  si  uff  dise  messe  gen  Frankenfurt  nüt  kommen  sollen  von  derselben 
sache  wegen,  dfl  biltcnt  wir  i'icli  mit  allem  ernst  und  flisse,  das  ir  uns  fürder- 
lichen  bi  disem  botten  lassent  verschriben  wissen,  ob  die  sachen  also  sien  und 
'  was  ir  davon  wissent,  umbe  das  wir  uns  och  darnach  gerichtet)  können.  dalum 
feria  secunda  post  Reminiscere  anno_|86. 

Johans  Püliant  von  Eptingen  ritter  burgermeister  und  der  rat  der  stat  Basel. 

[In  versd].  Den  fürsichtigen  wisen  dem  meister  und  dem  rat  der  stat  Stras- 
burg  unsern  guten   fründen  und  eydgenossen. 

o  Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  mb.  lit.  el.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

307.  Mainz  an  Strassburg  und  die  übrigen  rheinischen  Bundesstädte:  hat  dem 
Wunsche  der  kürzlich  zu  Worms  versammelten  Städteboten  gemäss  den  Grafen 
Ruprecht  von  Nassau  um  Zurücknahme  seiner  Mahnung  gegen  Sifrit  von  Wesler- 
burg  ersucht.  Da  Ruprecht  jedoch  abwesend  war,  seine  Amtleute  aber  keinerlei 
«  Vollmacht  hatten,  werden  die  Städte  aufgefordert  streng  nach  den  Bundesbriefen 
Hülfe  zu   schicken.        datum  feria  quarta  post  dominicam  Letare  anno    1386. 

1386  April  4. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  or.  eh. 


21) 


308.  Die  schwäbischen   Städte   (unter  dem  Siegel  von  Constanz)  an  Strassburg: 

bitten,   einem   Constanzer  Bürger,  dem  Abt  von  Creutzlingen,  der    durch  Beraubung 

und  Gefangennahme  des  hörigen  Mannes  Peter  Wikwer  von   Herrn  Johann  Snewelin 

ron   Landegg  schwer  geschädigt  ist,  durch  ernstliche,  schriftliche  Drohung  zu  seinem 

locht  zu   verhelfen.         geben   ....   an    dem  dinstag    in   den  osteren   anno    1386. 

1386  April  24. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.'fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl  c.  sig.  »'.  v.  impr.  del. 


309.  Johann  Bock  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  die  rheini- 
schen Städte :  verkündigen,  dass  Johans  Albe  •  ihrem  Bürger  Johann,  Herrn  zu 
Lichtenberg  argen  Sehaden  zugefügt  habe;  und  mahnen  um  die  meiste  Summe 
(ilefen,  welche  sich  in  Weissenburg  einfinden  sollen.  datum  feria  sexta  proxima 
post   diem   sti   Georii  martiris  anno  1386.  1386  April  27. 

Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII  a  94  nr.  320.  cop.  coaev. 

310.  Zürich,  Bern,  Soloturn,  Luzern  und  Zug  an  Frankfurt:  teilen  mit,  dass 
äur  Beilegung   ihrer  Streitigkeiten   mit  Herzog   Leopold   von   Oesterreich   ihre  Eidge- 


1  Königshofen  (Hegel  II,  814).  Die  Eroberung  der  Burg  Löwenstein,  auf  der  sich  Joh.  Albe 
(Johann  von  Bitsch)  enthielt,  tvar  die  Folge  dieses  Kriegszuges  der  Straßburger.  —  Vgl.  das  unten 
(nr.  'MO)  abgedruckte  Rechenbuch  über  die  Kosten  der  Belagerung  von  Löwenstein. 


166  1386 

nossen,  die  von  Strassburg,  von  Mainz,  von  Speier,  von  Basel  und  die  Reichs- 
städte zu  Schwaben  und  Franken  wiederum  einen  Tag  gen  Zürich  auf  Sonntag 
vor  Pfingsten  (3.  Jnni)  angesagt  haben,  und  bitten  dorthin  auch  ihre  Boten  zu 
schicken.  13S6  Mai  1. 

Regest  b.   Vischer,  der  Schwab.  Städtebund  nr.  259  nach  Böhmer,  cod.  dipl.  Moenofr,  I,  703.      '■• 


311.  Zürich   bittet  Straßhirg   ihnen  bei  der  Auswahl  eines  Kriegshaupliaanns, 
dessen  sie  gegen  Leopold  von  Oesterreich  dringend  bedürfen,  behül flieh  zu  sein. 

1386  Mai  4. 

Fürsichtigen  wisen  guten  fründ  und  lieben  eidgenossen,  unser  williger  dienst 
sii  üch  von  uns  mit  trüwen  allzit  vorgeschriben.  lieben  herren.  als  üch  üwer  '« 
erbern  guten  botten  wol  erzellet  hant  die  16ff  und  misshellung,  die  sint  zwischent 
dem  durlüchtigen  fürsten  herzog  Ltipolt  von  Osterrich  und  den  sinen  und  uns  und 
den,  so  zu  uns  gehSrent,  darinne  wir  üwer  und  ander  unser  guten  fründen  hilf!'  und 
rates  notdurftig  siien,  sunder  das  wir  bedörftin  eines  vesten  wisen  mannos,  der  eich 
unser  underwund  und  unser  houptman  wer,  des  haben  wir  bedacht  und  siien  ouch  ir, 
gewiset  an  her  Johans  von  Oberkilch,  an  her  Peter  Türren  und  an  her  Erhard  von 
Wangen,  ob  uns  der  einer  ze  houptman  werden  möht,  das  wir  mit  dem  wol  besorget 
weren.  wen  üch  dieselben  drii  erber  herren  wol  kunt  sint  und  ir  derselben  gelegen- 
heit  wol  wissent,  darumb  so  bitten  wir  üwer  guten  früntschaft  mit  allem  fliss  und 
ernst,  das  ir  nach  derselben  driier  einem  stellen  und  zu  üch  besenden  wellent,  welcher  2» 
üch  under  inen  aller  nützest  dunk,  das  der  zi'i  uns  kom  und  bi  uns  in  disen  Sachen 
belib  und  sich  unser  underwind  in  sölicher  masse,  als  vor  ist  bescheiden,  wült  aber 
der  driier  keiner  sich  zii  uns  verpflichten,  so  tünd  es  durch  unser  ewigen  dieusten 
willen  und  gedenkent  nach  einem  andern  biderman,  an  den  ir  uns  geraten  mugent, 
das  wir  doch  besorget  werden  welichen  ir  uns  dann  zu  fügent,  mit  dem  wellen  wir  V 
mit  üwerm  rat  überein  komen  und  im  umb  sinen  dienst  sovil  tun,  das  wir  getrüwen, 
das  er  von  uns  nicht  wan  gutes  red.  lieben  fründ,  do  tünd  her  inne,  als  wir  üch  wol 
getrüwen  und  so  ir  fürderlichest  mugent  von  uns  das  notdurftig  ist,  das  ouch  wir 
mit  üb  und  mit  gut  iemer  gern  tun  wellen,  das  üch  lieb  und  dienstber  von  uns  ist. 

datum  quarta  die   maii  anno  <Sb\  üwer   verschriben   antwürt   lassent   uns   wider  30 
wissen  bi  disem  botten. 

Von  uns  dem  burgermeister  und 
dem  rat  der  statt  Zürich. 

[In  verso]  Erwirdigen  wisen  guten  fründen  und  lieben  eidgenossen  dem  meister 
und  dem  rat  der  stat  ze  Strassburg.  35 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  nr.  134.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr. 

312.  Johans  Bocke  der  Meister  und  der  Rat  mahnen  alle  Herren,  Dienstleute, 
Ritter  und  Edelknechte,  die  ihre  Aussenbiirger  sind:  alse  vil  lüte  mit  glefen  mit  be- 
reitscheften  wol  uzgerüstet    und  uf  uwern   kosten,   alse    üch  der  botte  seit,   der    üch 


1 386  167 

disen  unsern  brief  zöget  uf  dienslag  zu  nacht  in  die  Stadt  zu   senden    und  .  .  .    der   Hat». 
UH'chlc,  die  auch   ihnen    der   Bote  jetzt  mitteilt  gewärtig   sein   zu    lassen.         datum 
feria  sexla  proxima  post  diem  inveiitioiiis  sancte  crucis  a.  d.   1386.  1386  Mai*. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad   211  nr.  5.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  in  v.  impr.  del. 

5  313.    Ulm   bittet  Straßburg   um  abermalige  Beschickung  eines  für  den  .?.  Juni 

K   angesagten  Tages  zu  Zürich  und  Baden,  da  der  frühere  erfolglos  verlaufen  sei. 
1386  Mai  8. 
Forsiehtigen  wisen  besundern  lieben  frwnden   und  aidgenossen   unser  frwntlich 
willig  dienst  und  waz  wir  eren  und  gütz  vermugen,  wissent  von  uns  alle  zijte  bemtt 
■o   voran,  liehen  frwnde.  als  jetzo  aber  wwer  erber  botlschafl  und  guten  frwnde  u(T  dem 

Itag  zc  Zörich  und  ze  Baden  gewesen  sind  und  die  sich  als  gar  unverdrossenlich  mit 
gantzem  ernst  und  trwen  in  den  sachen  gearbeit  hant,  wie  si  daz  ze  gut  möhten 
brahl  han,  dez  iueh  gemain  stete  unsers  bunds  ymmer  ze  danken  hant,  und  wan 
die  saehe  im  zemal  niht  gentzlich  moht  übertragen  und  ze  gut  braht  werden,  so  hant 
iueh  dieselben  wwer  frwnde  wol  geseit,  wie  sich  die  löffe  verhandelt  hant  und  och 
wie  ain  ander  tag  daran  gemacht  ist  gen  Zürich  und  gen  Baden  uff  den  sunnen- 
lag  vor  dein  hailigen  phingst  tag  ze  nebst,  darumbe  bitten  wir  wwer  fürsichtig  wis-  *<»■/*. 
hait  von  gemainen  stett  wegen  unsers  bunds,  die  uns  daz  ernstlich  empholhen  hant, 
gar  vlissiklich,  daz  ir  iueh  durch  gemains  anders  nutze  und  ere  willen  und  von  aller 
20  stett  wegen  sölicher  kost  und  arbeit  niht  verdriessen  lassen  und  die  wwern  botten 
und  guten  frund,  die  vor  by  den  tagen  und  tedingen  gewesen  sind,  aber  uff  die  tag 
schikken  und  senden  wellent,  wan  wir  getrwen  und  och  niht  zwifel  daran  haben, 
daz  daz  ze  allem  gut  wol  erschiessen  werde,  und  erzaigent  och  daran  gemainen  steten 
solich  lieby,  die  si  ymmer  umb  iueh  verdienen  süln.  geben  an  dinstag  nach  dez 
25   hailigen  erütz  tag  inventionis  anno  86. 

Burgermaister  und  rate  der  stat  ze  Ulme. 
[In  verso]    Den  gar   fürsichtigen   wisen,  unsern    besundern   lieben    frwnden   und 
aidgenossen  dem  maister  und  dem  rat  der  stat  ze  Strausburg.  . 

Str.  St.  A.  G.  0.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

314.  Speier  an  Strassburg  mit  der  Bitte  um  Weitermeldung  an  Schlettstadt  und 
Oberehnheim :  die  kürzlich  bei  ihnen  tagenden  Städteboten  haben  die  schwäbischen 
Städte  ersucht  ihrer  Mahnung  gegen  den  Herzog  von  Oesterreich  einen  Aufschub  zu 
geben  bis  zum  24.  Juni  und  darauf  von  Ulm  eine  Antwort  erhalten,  die  sie  abschrift- 
lich zur  Kenntnisnahme  und  Nachachtung  nütsenden.  '  Contzel  von  Dierstein  haben 
sie  zur  Zurücknahme   seiner   Widersage   gegen   Johann   von   Lichtenberg   veranlasst. 

datum  feria  seeunda  post  dominicam  Cantate.  [1386  Mai  21.] 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I.  cl. 

1  Diese  Antwort  sagt,  Ulm  werde  dcmnäclist  Boten  senden,  welche  über  diese  Mahnung  und  andere 
Sachen  verhandeln  sollen. 

VI.  22 


168  1386 

315.  Eßlingen  an  Straßburg  über  einen  angekündigten  schwäbischen  Städtetag 
zu  Konstanz.  1386  Mai  22. 

Unser  willig  dienst  bevor,  lieben  aidgenössen.  alz  ir  gemainen  stetten  verschriben 
hant,  denselben  brieff  haben  wir  ufgebrochen  und  aigenlich  wol  verstanden  und  lassen 
iuwer  fürsiehtikeit  wissen,  daz  gemain  stett  unsers  bunds  ze  Swaben  zesamen  komen  6 
Mai  $9,  gen  Kostentz  uff  den  nechsten  aftermentag  vor  unsers  herren  ufertag,  den  wellen 
ouch  wir  iuwern  brieff  fürbringen  und  verhören  lassen  und  ouch  usztragen  und 
schaffen,  daz  iuch  dez  min  antwürt  wirt,  wan  wir  in  allen  sachen  alle  zit  gerne 
tätten  und  tun  wolten,  waz  wir  wissen,  daz  iuch  lieb  und  dienst  wäre.         geben  am 

zinstag  vor  Urbani  anno  domini  86.  »° 

Burgermeister  und  rate  zu  Esselingen. 

[In  verso]  Den  gar  fürsichtigen  und  wisen,  dem  meister  und  dem  rät  zu  Sträss- 

burg  unsern  besundern  lieben  aidgenössen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  e.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

316.  Adelheit  von  Geroltzecke,  frowe  zu  Wangen    empfängt   vor   Meister  Johans   15 
Bock  dem  altern  und  dem  Bäte  das  Bürgerrecht  und  schwört  den  Eid   auf  10  Jahre 
von  St.  Niclaustage  an.         geben  uf  sant  Urbans  obent  1386.  1386  Mai  24. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  272  nr   1.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend. 

317.  König  Wenzel  an  Strassburg  und  was  dazu  gehört:  begehrt,  dass  man  Be- 
vollmächtigte zu  ihm  nach  Oppenheim1  auf  den  25.    Juli    sende,   wo   er  Friede   und  20 
Gnade  in  dem   Beich  bestellen   will   und    beglaubigt   Bischof  Nikolaus   von  Konstanz 
und  Colman  von  Donerstein.         geben  zum  Burgleins  des  freytags  vor  pfingsten  reg. 
boh.  in  dem  23,  rom.   10  jaren.  BütglUz  1386  Juni  8. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  33.  or.  eh.  Ut.  pat. 

Gedruckt :  J).  B.  A.  1  nr.  288.  .  25 

318.  Herzog  Lupolt  von  Oesterreich  an  den  Bat  von  Strassburg:  fordert  auf 
gemäss  der  Einung  ....  die  unser  herr  der  römische  konig,  wir  und  andere  fursten 
und  herren  mit  uch  habent,  unverzüglich  Hülfe  zu  schicken  .  .  .  umb  daz  grosze 
unrecht,  das  uns  und  den  unsern  dy  von  Luczern,  von  Zugg  und  etliche  ir  eitgenoszen 
dy  Waltstede  getan  hand  ubir  dy  fridden  und  brive,  so  wir  und  sy  miteinander  hetten.   30 

geben  ze  Brugg  an  fritag  vor  sungihten  anno  dorn.  1386.  Brugg  1386  Juni  22. 

Aus  dem  Frankf.  St.  A.  Beg.  bei  Janssen,  Frankf.  B.  K.  7,  nr.  57. 

319.  Johans  Bocke  der  eltir  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  Speier : 
künden  uch,  daz  der  hochgeborn  fürste   hertzog  Lupolt   zu    Osterich    uns   mit   sinen 


1  Der  Beichstag  kam  nicht  zu  Stande,  cf.  Anmk.  3.  U.  B.  A.  I,  288.  85 


10 


1386  \m 

briefien  gemant  hat  uff  dy  von  Luzern,  von  Zugg  und  ir  helflere,  als  ir  da»  wol 
schind  an  der  inbesloszin  abeschrift  desselbin  «ins  brieffes.  Desshalb  möchten  sie 
doch  alle  rheinischen  Bundesstädte  auffordern  ihre  Boten  zu  Samstag  über  8  Tage 
(Juli  7)  nach  Speier  zur  Beratung  zu  .schicken.         datum    vigilia   beatorum  Petii  et 

Pauli,  l.iso  Juni  %8. 

Frankf.  St.  A.  Copialb.  XI.  20  i>.  cop.  eoaev. 
Beg.  bei  Janssen,  Frankf.  B.  K.  1,  nr.  58. 


320.   Liste  der  in  der  Schlacht  bei  Sempach  gefallenen  Slraßburger. 

11386  nach  Juli  it.] 
Ilienach    statt    geschriben   aller   der  namen,  die    zu   Sempach    erschlagen    sind 
worden   von  der  herschafft  tail,  es  syen  edel  oder  unedel : 

Her  Hans  von  Ochsenstein  (Domprobst  zu  Straßburg). 
Diepolt  von  Kagnegg  von  Strasburg. 
Fridrich  von  Glatt,  baid  von  Strasburg, 
[der  (Cunz)  von  Mülheim] 1 

Aus  der  Thurgauer  Chronik,  fol.  74  nach  Liebenau,  die  Schlacht  von  Sempach.  S.  126. 


H321.  Pfalzgraf  Ruprecht  an  Strassburg  :     sendet   und  beglaubigt   als  Reichsvicar 
an    Stelle   des   gefangenen    Königs   Wenzel   seinen    Bevollmächtigten    Hanneman  von 
Sickingen,    um    über   die   Beilegung   des   Krieges   zwischen   dem  von  Dyst    und   dem 
20  von  Ltttzelstein    und  ihren    beiderseitigen    Anhängern   zu    verhandeln. 

I         datum  Alczei  6  feria  post  diem  beate  Margarethe  virginis  anno  1386. 


Str.  St.  A.  AA.  114.  or.  eh.  lit.  cl. 


322.  Jacob  ton  Fitistingen  bekennt,  daß  er  mit  Bischof  Friedrich  und  der 
Stadt  Straßburg  völlig  gesühnt  sei.  1386  Juli  21. 

Ich  Jacob  herre  zu  Vinstingen  vergihe  und  künde  menglichem  mit  disem 
briefe,  alse  der  erwirdige  min  gnediger  herre,  her  Friderich  bischof  zu  Strazburg 
und  die  erbern  bescheiden,  der  meister  und  der  rat  zu  Strazburg  anspräche  und 
vorderunge  an  mich  hant  von  sölichs  schaden  wegen,  der  in  und  den  iren  geschehen 
30  ist,  alse  sie  meinent  von  mir  und  den  minen  und  von  den,  die  ich  in  minen  vestin 
und  sloszen  enthalten,  gehuset  und  gehofet  habe,  daz  also  derselben  sachen  und 
ouch  umbe  alle  anspräche,  die  sie  an  mich  haut  und  an  mich  hant  gehebt  untze  uf 
disen  billigen  dag  ich  ez  komen  bin  und  geläszen  habe  mütwillekliche  uf  gnäde  äne 
alle  vürworte  uf  den  vorgenanten  minen  herren  bischof  Frideriche  und  sinen  rät 
und  uf  meister  und  rat  der  stat  zu  Strazburg,  also  waz  sie  darumbe  erkennent  und 
erteilent,  daz  ich  daz  halten  und  vollefüren  sol  bi  minem  eide,  den  ich  darumbe  gesworn 


1  Dieser  Name  wird  nicht  in  der  Thurgauer,  wohl  aber  in  andern  Listen  (*.  B.  in  der  Stadtchronik 
von  Bern)  aufgeführt.  Liebenau,  S.  153. 


170  1386 

habe  an  den  heiligen  doch  uzgenomen  alles  dez  brandes,  so  wir  ietwedersite  getan 
hant  oder  vor  unsern  und  der  unsern  wegen  .  geschehen  ist  untze  uf  disenselben 
hüligen  dag,  alse  die  date  dis  briefes  beseit,  daz  da  uzgesetzet  und  uz  gesloszen  sol 
sin  äne  alle  geverde.  und  wände  ich  der  vorgenante  Jacob  herre  zi'i  Vinstingen  ge- 
sworn  habe  an  den  heiligen  zu  haltende  zu  tünde  und  zu  vollefürende,  daz  von  mir  5 
und  von  minen  wegen  do  vorgeschriben  stät,  so  habe  ich  dez  zu  einem  Urkunde  min 
ingesigel  an  disen  brief  gehencket.  der  wart  gegeben  an  sant  Arbogastes  dage  dez 
heiligen  bischoves  in  dem  jare  do  man  zalte  von  gotz  geborte  drutzehenhundert  jare 
ahtzig  und  sehs  jare. 

Str.  St.  A.  kk.  1413.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  p.  delaps.  10 

Ebenda  G.  U.  P.  lad.  22.  cop.  coaev. 


323.  Graf  Johann  zu  Sohns  und  sein   Sohn    Johann   schliessen   ein  Bündnis  mit 
den  Städten  des  rheinischen  Städtebundes  Strassburg,  Mainz  etc.  auf  6  Jahre  und  ver- 
pflichten sich  denselben  einzeln  oder  insgesammt  14  Tage  nach  geschehener  Mahnung 
6   Mann  mit  je  zwei  Pferden   und  einer  Glefen  zu  Hülfe    zu    senden.         geben   den  15 
nesten  fritag  nach  sant  Jacobs  dag  des  heiigen  apostelen  1386'.  1386  Juli  27. 

Str.  St.  A.  G.  0.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  1.  cop.  eh.  coaev. 
Beg.  bei  Janssen,  Frankf.  B.-K. :  I  nr.  60. 


324.  Dietherich  Burggräfe  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  alle  Herren, 
Bitter,  Dienstleute  u.  s.  w. :  wir  bitten  uch  alle  und  ieglichen  under  uch  besunder  20 
fliszekliche  und  mit  allem  ernste,  daz  ir  an  dem  samestage  (August  4.)  zu  prime 
zit,  der  nü  zu  nehste  körnet,  bi  uns  zu  Strazburg  sient.  wir  wellent  von  gar  ernst- 
lichen sachen  mit  üch  reden,  die  üch  selber  und  uns  und  daz  lant  und  die  lüte  gemein- 
liche angänt,  alse  ir  ouch  daz  danne  wol  verhörende  werdent.  und  länt  uch  dar  an 
nützit  irren,  wände  ouch  die  selben  sachen  gar  ernste  sint.  datum  feria  tertia  25 
proxima  post  diem  saneti  Jacobi  apostoli  a.  d.   1386.  1386  Juli  31. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  271  nr.  5.  2  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  in  vers.  impr.  defic. 


325.  Walter  von  Ensisheim,  Schaffner  zu  Benfeld  an  Meister  und  Bat  zu  Strass- 
burg :  bittet  ihre  Boten  zu  dem  Tage  mit  Markgraf  Hesso  von  Hochberg  auf  nächsten 
Dienstag  (7.  Aug.)  nach  Herbolzheim  bei  Ettenheim  zu  schicken.  datum  crastino 
vineula  Petri.  [1889]  August  2- 

Str.  St.  A.  kk.  1411.  or.  chA 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  372.  cf. :  h.  373.  h.  375. 


1  Ein  Schreiben  gleichen  Inhalts  richtet  der  Bischof  Friedrieh  von  Straßburg  am  4.  August  von 
Bufaeh  aus  an  den  Bat.  (ibid.  or.  eh.)  und  am  15.  December  desselben  Jahres  schickt  derselbe  von  Ben- 
feld einen  Brief  des  Markgrafen  Hesso  wegen  einer  Tagleistung,  (ibid.  kk.  1410.  or.  mb). 


m 


1386  171 

:{26.  Krzbischof  Adolf  von  Mainz,  die  Pfalzgrafen  Ruprecht  der  ältere,  Friedrich 
und  liuprecht  der  jüngste,  die  Bischöfe  Lamprecht  von  Hainberg  und  Gerhard  von 
Würzburg,  Burggraf  Friedrich  von  Nürnberg  und  Graf  Eberhard  von  Wirtemberg  an 
die  rheinischen  Bundesstädte  :  sie  hätten  die  rheinischen  Slädte gemahnt,  gemäss  ihrer 
i  Einung  dem  nun  verstorbenen  (f  bei  Sempach)  Herzog  Lupolt  von  Oesterreich  gegen 
die  Waldstättc  Hülfe  zu  schicken...  da  die  eynunge,  die  unser  herre  der  konig  zwu- 
schen  uns  und  uch  gemacht  hat,  an  yme  ubbirfarn  ist  und  noch  degelichin  geschieht 
...  in  den  termenyen  und  kreyszin,  als  unser  eynunge  rurt  und  begriffent  hat,  das 
ist  von  dem  Ilauwinsteyn  an  und  daz  gebirge  vur  sich  virhin  uneze  an  der  herren 
land  von  Heyern  ....  So  sollen  sie  denn  unverzüglich  50  mit  Glefen  nach  Brugg 
bei  Rheinfclden  zu  Hülfe  senden.  datum  Mergentheim  an  fritag  nach  s.  Petr.  ad. 
vinc.   1386.  Mergentheim  lXSii  August  X. 

Aus  Frank  f.  St.  A.  lieg,  bei  Janssen,  Fr.  B.  K.  I  nr.  61. 

327._  Mahnung  jles  Grafen  Johann  von  Nassau  an  Mainz  und  die  übrigen  rheini- 
schen Städte :  lassen  üch  wissen,  daz  Hennekin  Hake,  Conrat  Stremme  und  Gotschalk 
von  Brucbusen  .  .  .  uns  leidegent  und  schedigent  wider  rehte  und  wider  alle  beschei- 
denheit.  bitten  und  ermanen  wir  üch  ernstlichen,  daz  ir  uns  wider  sü  und  ir  helffere 
hclffen  wollent  und  uns  uwer  entsagebriefTe  an  sü  unverzogenlichen  sendent  und  üwer 
antzal  glefen  uns  gein  Sygen   schicken  wollet   nach   ussewisunge   unsers  buntbrieffes 

2o Vier  adlige  Herren  siegeln  mit  zur  Beglaubigung.         datum  die  dominica 

ante  festum  assumptionis  beate  virginis  Marie  anno  138(3.  tS9S  August  12. 

,$28.  Aufzeichnung  über  die  Bundesrechnung  vom  Speirer  Tage.    13S6  August  25. 

Also  der  stette  unsers  blindes  an  dem  Ryne  erbern  botten  bienander  zu  Spire 
25  uff  den  nehesten  samstag  nach  sante  Bartholomeus  tage  gewesen  sint  anno  1386  und 
do  eine  gantze  rechenunge  von  unser  stette  aller  wegen  von  aller  vergangener  schul- 
den  und  kosten  wegen  geton  hant,  also  sint  wir  die  von  Straszburg  uff  derselben 
rechenunge  schuldig  hüben  700  güldin.  des  sint  uns  2  0  güldin  abegeslagen  von  unsers 
kosten  wegen  und  von  rytegelte,  den  wir  und  unser  stat  gehebet  hant.  unde  sullent 
wir  von  derselben  rechenunge  und  von  aller  stücke  wegen  dem  bunde  nüt  me  geben 

enue  500  güldin.  unde  ist  ouch  in  dieselbe  rechenunge  ouch  begriffen  und  verrechent 
die  500  güldin,  die  man  dem  grofen  von  Solmsz  geben  sol  und  300  güldin  von  der  von 
Wbrmesze  und  ires  byschofes  krieges  wegen  und  die  90  güldin,  die  man  in  der  lesten 
vernygen  rechenungen  schuldig  bleip  von  des  gemeinen  bundes  wegen,  also  daz  alle- 

aininet  der  bapiren  zedel  völleklicher  bewiset,  der  uff  derselben  rechenungen  ge- 
achel  wart,  und  blibent  uns  den  von  Straszburg  über  die  vorgenanten  reche- 
nungen uszestende,  daz  noch  nüt  verrechent  noch  uns  bezalt  ist  von  des  ryttes  wegen, 
also  her  Eberlin  von  Mülnheim  und  her  Cüntze  Müller  in  des  gemeinen  bundes  kosten 

eu  Esselingen  ritlent,  daz  doch  wir  verteil  und  uszgegeben  hant  und  daz  uns  ouch 


172  1386 

von  dem  gemeinen  bunde  wider  werden  sol  74  güldin  und  9  untzen  denare.  und  ufT 
disem  tage  zu  Spire  und  by  der  rechenunge  sint  gewesen  her  Eberlin  von  Mülnheim 
und  her  Cöntze  Müller. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  XI.  in   einem   langen  Heft  mit  Pergamentumschlag 
mit  der  gleichzeitigen  Aufschrift :  Der  gemeine  bunt.  5 


329.   Aufzeichnung  über  die  Rechnung sablage  der  Städteboten  zu  Speier. 

1386  August  25. 

[A]  Als  der  stette^fründe  am  Ryne  rechenunge  zu  Spire  getan  hant  dez  nehsten 
samstdages  nach  Bartholomeus  dage  anno  86,  waz  iegliche  stat  dez  bundes  bis  darvon 
der  lesten  vordrigen  rechenung  her  uszgeben  hat,  so  hattent  die  von  Mentze  uszgeben  io 
838  güldin.  —  item  die  von  Strazburg  200  güldin.  —  item  die  von  Franckenfurt 
295  güldin.  —  item  die  von  Spire  800  und  3  güldin.  —  item  die  von  Sletzstat  21 
güldin.  —  item  die  von  Frideberg  6  güldin.  —  item  die  von  Wiszemburg  4  güldin." 
—  item  die  von  Geilnhusen  1  güldin. 

So  ist  danne  in  dieselbe  rechenunge  geslagen  und  gerechent  die  300  güldin,  alse   is 
gemeine  stette  söllent  geben  zu  vollerste,  daz  die  von  Wurms  uszer  banne  und  ahte 
koment  von  der  rahtunge  wegen  zwischent  in  und  der  pfafheit  zu  Wurmes  und  darzü 
in  dieselbe  rechenunge  geslagen  die  500 b  güldin,  als  ouch  gemeine  stette  söllent  geben 
dem  grafen  von  Soltnsze  von  dem  ersten  jare,  als   er  den    stetten    verbuntlichen    ist 
worden,  und  danne  die  90   güldin    dar   uf  gerechent,   alse  der  gemeine  bunt   in  der  20 
lesten   vernigen   rechenunge   bis   uf  dise   rechenunge  schuldig  bleip,    so  ist  der   vor- 
geschriben   rechenunge   summen   überal  3007  '/2  güldin.   daran  gebürt  iegelicher  stat 
dez  bundes   zu  gebende    von    ie    der    glefen    der    groszen    sumen,    die   si    zu   dem 
bunde  heltet    7   güldin.   und   ist  der  glefen   überal,   alse  die   stette  zum   bunde   hal- 
tent    448.   und  wenne  alse  iegeliche  stat   ir  anzal  darzü  git,  so  blibent  daran  übrig  25 
128  '/i   güldin,   die  gemeinen   stetten  zu  gehörent. 

Und   hant  ouch  die   von  Wurms,   von  Hagenöwe,  von  Obernehenheim,   und  von 
Phederszheim,   ob   sie   ouch   von  dez    bundes   wegen    iht    uzgeben  hant,  uf  dise  zit 
nit   gerechent,   wanne    si   sint    bi    diser   rechenunge   nit    gewesen,   und    in   doch    ir 
anzal   als   den   andern  stetten   an   der  vorgeschriben   rechenunge  zu    geben    zu    ge-  30 
rechent  ist   worden."5 

[Zusatz  der  Vorlage  £.]  Item  die  von  Wormsz  hant  uff  den  nehsten  tag  dar- 
nach zu  Spir  rechenunge  getan  also,  daz  sie  von  des  gemeynen  bundis  wegen  ouch 
uszgeben  hatten  240  güldin.  und  dazselbe  gelt  wart  gerechent  uff  die  nehste  reche- 
nunge als  von  ie  der  gleen  7  güldin  geburte.  daran  uberig  warent  bliben  129  güldin,  35 
die  abegingent  an  derselben  von  Worms  nachrechenunge,  also  daz  man  dannoch 
an  der  von  Wormsz  uszgeben  zu  bezalende  hatde  131 'Ig  güldin,  daran  iegelichir  stat 
geburte  zu  geben  von  ie  dru  gleven  einen  güldin.  dazselbe  gelt  man  den  von  Mentze 
solte  schicken,  und  so  iegliche  stat  ir  anzal  geben  hetde,  so  blibent  daran  uberig  13'/* 

a)  Hier  die   Vorlage  B.   13  güldin.         b)   Vorlage  B.   400  güldin.  c)    Vorlage  B.  bis  hier  gleich-    40 

lautend  hat  den  hier  eingeschobenen  Zusatz. 


II 
v 


1386  173 

guldin  4  grosze  dem  gemeynen  bunde.  darumb  .sollint  ieglichir  stetde  frunde  an  iren 
rechenbuchern  daheime  suchin  und  erfaren,  ob  sie  ir  anzal  an  der  von  Wormsz  nach 
rechenunge  gelten  habent  odir  nit  und  darumb  bisz  zu  dem  nehsten  tage  ein  ant- 
wurte  zubringen. 

[A.]  Ouch  ist  in  der  vorgeschoben  rechenung  uszgesatzt  und  nit  gerechent  die  hundert 
guldin,  die  zii  Wetslar  an  den  Juden  Stent  und  die  50  guldin  zii  Franckenfurt,  die 
dem  wergmanne  für  bürg  Solms  (?)  wurdent.  so  ist  danne  den  von  Mentze,  Francken- 
furt  und  den   andern   wedereibschen  stetten   in   der  vorgeschriben    rechenunge   oucli 

Bzgesatzl  ein  ritd,  als  si  dem  graven  von  Solms  an  sinem  flüre,  an  wyngarthen  und 

n  einer  müle  schedigent  von  dez  gemeinen  blindes  wegen,  als  si  meinent  und  den 
von  Strasburg  und  Mentze  sint  ouch  etliche  stücke  uszgesatzt,  als  die  in  irre 
rechenunge  gezeichent  sint. 

Item  von  der   keszeler  wegen  gedenkent  zu  redende.  —  item  als  die  von  Mentze 

nd  von  Franckenfurt  grafe  Johans  von  Solms  einen  gegenbrief  daz  gelt  zu  gebende 

esigeln  söllent. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  b  fasc.  XI.  2  eh.  coaev.  A.  u.  B. 


330.  Aufzeichnung  der  Forderungen  der  Stadt  Straßburg  an  den  Städtebund 
aus  den  letzten  Jahren.  13S0. 

[A.]  Dis  hie  nochgeschribene  gelt  ist  der  gemeine  bunt  der  stette  zu  Straszburg 
ao  schuldig. 

tllem  der  gemeine  bunt  sol  der  stat  von  Strazburg  13  '/2  hb.  und  2  sol.,  verzerte 
her  Cüntze  Müller  zii  Pfortzheim,  do  man  vür  Entzeberg  lag  und  yme  selber  30  sol. 
von  pferden  und  dem  koche  10  sol.  [diz  ist  uzgesetzet,  wann  ez  vor  verrechent  ist.]1 
1 1  «in  der  gemeine  bunt  sol  der  stat  von  Strazburg  90  lib.  und  6 '/»  lib.  von  herrn 
25  Johans  von  Oberkirche  kosten  wegen,  alz  er  houbtman  waz,  da  man  vor  Entzeberg 
lag  von  sime  solde.  [disz  gelt  ist  nit  me  dann  80  guldin  geleit.] 1  und  drien  pfiffern  und 
eime  smit  und  eime  koche  und  eime  kneht,  der  ir  wartete,  und  wagenlon  und  knehte, 
die  dez  gezeltes  wartetent,  und  in  alle  wege  und  umbe  lichter  zusamen  11  lib. 

[B.]  Item  der  gemeyne  bunt  sol  der  stat  von  Strazburg  90  lib.  d.  7  lib.  von  dez 
p  kosten  wegen,  den  her  Johans  von  Oberkirche  hette  vor  Entzberg,  da  er  des  gemeynen 
blindes  houbtman  waz,  vür  sinen  solt  vür   die  pfiffer,  smyde   und   andere  koche  und 
knehte,  alse  ouch  die  botton  von  dem  bünde  überkoment,  waz  man  yme  geben  solle, 
und  vür  wagen  Ion  und  den  knechten,  die  dez  gezeltes  wartetent  11   lib. 

[A.]  Item  der  gemeine  bunt  sol  der  stat  von  Straszburg  16  lib.  und  12  sol.  den., 
die  verreit  her  Götze  von  Grostein  vür  koste  und  vür  ritegelt  und  in  alle  wege  zu 
der  verte,  do  er  und  der  schultheiss  von  Oppenheim  zö  Lützelnburg  worent  anno 
domini  1384  und  kam  her  heim  an  dunrestage  vor  sant  Gallen  tage,  [diz  ist  ouch  uz- 
gesetzet, wan  sie  meynent,  daz  ez  verrechent  sy.] !  oe"!a. 


1  Diese  Notizen  stehen  in  der  Vorlage  am  Bande  und  sind  wohl  hinzugefügt  nach  dem  Durchstreichen 
der  einzelnen  Posten,  welclus  die  Vorlage  zeigt. 


174  1386 

[B.]  Item  etc.  70  güldin  und  6  güldin  4  s.  den.  minre,  die  verzerte  her  Götze 
von  Grozstein,  da  der  schultheisz  von  Oppenheim  under  zu  dem  künyge  gein  Lützeln- 
bürg  warent,  da  waz  er  vier  tage  zu  Mentze  alleyne  nach  dem  da  Henny  (?),  Güne 
und  Dietrich  Syde  (?)  von  yme  rittent  und  vor  den  costen,  da  sie  von  dem  kunyge  wider 
gein  Mentze  koment  untz  daz  er  wider  gein  Strazbürg  kam  und  vür  ritegelt  und  dez  i 
koches  Ion  und  vür  dez  koches  pfert. 

[A]  Item  etc.  32  güldin,  do  her  Götze  von  Grostein  und  die  von  Worms  und 
von  Spire  den  zol  uffe  dem  Möiin  besattent,  von  zerunge  untze  gen  Spire  und  her- 
wider  heim  und  ritegelte  und  von  dem  koche  und  pferde  Ion  und  in  alle  weye.  [das 
sol  in  der  vorderigge  rechenunge  verrechent  syn.|'  io 

[B.]  Item  32  güldin  verzerte  her  Götze  von  Grozstein  von  Strazbürg  untz  gein 
Spire  und  von  Spire  wider  gein  Strazbürg  zu  zweyen  verten,  alse  er  und  der  stelle 
botten  von  des  bündes  wegen  zu.  zwein  malen  gefarn  warent  gein  Franckenfürt,  bede 
vür  cost,  vür  ritegelt  und  in  allen  weg. 

[A.]  Item  etc.  7  lib.  und  2  lib.  und  8  s.  von   ritegelte  gon  Gengenbach,   do  wir   w 
zu  dem  byschofe  von  Straszburg  hettent    geschieket  hern   Eberlin    und   den  Manszen 
und  den  Mescerer  den  krieg  zu  rihtende    zwüschent  ime   und  den  marggraven.    und 
söllent  10  lib.,  het  Waltherlin  verzert  alles  dis  jor,  do'er  hin  geritten  waz.  [ouch  vor 
verrechent.]  • 

[B.]  Item  etc.  9  lib.  und  8  s.  verzerte  her  Eberlin  von  Mülnheim,  Ortelin  Mansze  20 
und  der  Messerer  gein  Gengenbach,  da  sie  rittent  umbe  einen  friden  zwüschent  dem 
byschofe  von  Strazbürg  und  den  marggraven  von  Hochberg,  bede  vür  cost   und  vür 
ritegelt. 

[A.]  Item  etc.  40  güldin  verreit  her  Eberlin  von  Mülnheim  und  Johans  Lumbart 
April  ss.  gen  Spire  und  gen  Mentze  feria  quarta  post  Glorii  sub  anno  [13]85.  2ä 

[B.\  fehlt. 

[A.]  Item  etc.  54  güldin  verzerte   her  Johans   von  Wickersheim  und  her   Johans 
juus.  Messerer  gen  Basel. dominica  die  ante  Udalrici  episcopi  sub  anno  [13]85  und  10  unc. 
d.  dem  koche  von  pferden  [den  wolten  sie  nit  rechen.]1 

[B.]  Item  etc.  10  lib.  het  Walther  der  soldener  dis   gantze  jar  verzert,   alse   er  30 
von  dez  bundes  wegen  wider  und  vür  geschicket  wart. 

[A]    Item    etc.    6  güldin    gebent    wir   Wernher   Sturme    an   sant    Thomanstage 

Decbr.  si.  in  dem  [13]81  jore,   do  er  und  der   von  Grostein  von  dem  künige  kement  umbe  den 

eynung   brief,   den  sü  brehtent.    [das  sol  vormals  verrechent  sien  als  sie   meynen.]  ' 

Item   man  sol  an  die  von  Mentze  vordem  50  güldin,   die   in   geliehen  sint  von   35 
Lowenstein. 

Item  zu  kosten  drye  verte  daz  lant  uff  zu  dem  hertzogen  seligen  und  zu  den 
Waltstetten  8  güldin  und  1 1  güldin  7  lib.  8  s.  und  4  den.  und  ist  dis  mit  in  die 
hinderste   summe  geslagen.   [daz  wolten  sie   auch  nit  lan   rechen.]  ■ 


1  Diese  Notizen  stellen  in  der  Vorlage  am  Rande  und  sind  wold  hinzugefügt  nach  dem  Durchstreichen    40 
der  einzelnen  Posten,  welches  die   Vorlage  zeigt. 


1386  175 

Item    feria  seeunda    post  ascensionem    domini   4    s.    gein    Sletzstat    und    gein  n<u  /*. 
Ehenheim.1 

Item  feria  quarta  post   modum  4  s.   gen  Sletzstat  und   gein   Ehenheim.  *«*"'• 

Item   sabbato   ante  festum  penthecostes  4  s.  gein   Sletzstat  und   gein  Khenheim.   Mann. 
t  Item  etc.   (>   lil).    and  2   B.   und   35  s.   zu   ritegelte    hern    Claus  Tütschman   gen 

Baden   von   der  Johanser    wegen   an   sant   Anthonien    obende    in    dem    [13]85  jore.  Janvarii. 
[oueb   vor   verreebent.]2 

[B.]  Item  etc.   7  lib.  und   7  s.    verzerte  Claus   Tütscheman    gein    Baden,  da  die 
Jobanser  und   der   von   Kirkel  den  tag  da   hettent,   vür  cost  und  ritegelt. 
io  \A.]  Item   etc.  57   guldin  verreit  her   Claus   Berer    und  Claus    Nelsheim   in   der 

vnsLen  zu  dem   hertzogen  von  Osterrich  von    der  swebischen   stette  wegen  und  von 

(der   von   Basel   wegen   sub  anno   [13]85.    [ouch  vor  verreehent.]2 
|/y.]   Item   etc.   54  guldin   verzerte   her    Claus    Berer  und   Claus   Nellesheim    zu 
<lem   bertzogen   von   Oesterich   in   der  vasten    und   15  s.   zu    ritegelt    sub   anno   K5. 
i»  [A.]  Item  etc.    30  guldin   und   5  üntze   d.   zii    ritegelt  Werlin   Sturm   und    hern 

>  ('.nutze  Müller  gen  Friburg  feria  quarta  post  dominicam  Quasimodo  sub  anno  [13]85.   Aprtut. 
[ouch  vor  verreehent.]2 
[Ä]  Item   etc.  31    guldin  verzerte   her  Wernher  Sturm  und    her    Cfintze   Müller 
gen   Friburg   in  der  osterwochen    und  5   unc.   zö.   ritegelt  sub  anno  [13]S5. 
h  [A.]  Item   etc.  54  guldin   9  unc.   zii  ritegelt  hern  Johans  von    Wickersheim  und 

Ihern   Götze  Wilhelme   gein   Basel   feria  quinta   ante   Philippi    et   Jacobi    apostolorum  April  n. 
anno  [13]85. 
Item   etc.   3G    guldin   und   0    unc.    d.    zu   ritegelte    hern    Johans   von    Wickers- 
heim und   hern   Julians  Messerer  gen  Basel   feria  sexta  ante  festum  corporis  Christi  Maas. 
*•  sub  anno   [13|85.    [das  wolten   sie   nit   rechen.]2 

Iltem  4  s.  gein  Sletzstat  feria  sexta  post  festum  corporis  Christi.  hmf*. 

Item   4   s.    gein   Sletzstat  und   gein  Ehenheim   feria  quarta  post  Adolfi.  Augwiso. 

Item    14   s.   gen    Sternecke   gein   Keppenbacb    und    gein    Spitzenberg    in    vigilia  ocibr.  ti. 
Symonis   et  Jude   apostolorum. 
so  Item   2   s.   gein   Ehenheim   in   vigilia  Thome   apostoli.  Decbr.io. 

Sub   anno   86. 

Item  4   s.   gein   Sletzestat   und  gein  Ehenheim. 

Item   Werlin  Spatzingen    2  guldin    von  manunge    und   andern    buntbriefen  abe 
ze   schribende,   die   do   wurdent  den  von   Sletzstat   und   von  Hagenau. 
Item  Colmar  3  lib.   gein   Basel  von  des  gemeinen  bundes  wegen. 
Item   Diersberg  2  lib.   gen  Ulme  ouch   von   des  bundes  wegen. 
Item  Sengelin  0   s.  gein   Sletzstat  und  gen   Ehenheim. 


1  Von  hier  an  bis  vor  Summa  mit  einem  langen  Strich  ausgestriclien,  während  vorher  jeder 
rosten  einzeln  durchstrichen  war. 

*  Diese  Notizen  stehen  in  der  Vorlage  am  Bande  und  sind  wohl  hinzugefügt  nach  dem  Durchstreichen 
der  einzelnen  Posten,  welches  die  Vorlage  zeigt. 

VI.  98 


176  1386 

Mtirz  4e.  Item   2  s.   gen   Ehenheim  feria   sexta  post  dominicam  Invocavit. 

April  3.  Item  3   s.   gen   Sletzstat  feria   tertia  post  dominicam  Letare. 

April  u.  Item  2  s.  gen  Ehenheim   feria   quarta  post   dorn.    Judica. 

Item    12  s.  zu   drien  malen  gen   Sletzstat. 
Augu$tio.  jtem  ferja  sexta    post  festum   assumptionis   beate   Marie  virginis  4  s.  gen  Sletz-  5 

stat  und  gen  Ehenheim. 

Summa   der  güldin  300  und   11    güldin. 

Summa  der  pfenninge  100  üb.  90  lib.  10  hb.  und  4  dn.  und  12  s.  d. 
dar  zu. 

[B  auf  der  andern  Seite  des  Blattes.]  10 

Item  der  gemeyne  bunt  sol  unsern  herren  *  6  güldin ;  gab  Werlin  Stürm  in 
die  kantzelige  von  eins   briefes  wegen. 

Item'  der  gemeyne  bunt  sol  91  güldin  von  der  pfiffer  wegen  unde  der  smide 
wegen,  die  do  worent  zu  Wetslar  mit  der  stat  Straszburg  und  mit  her  Peter 
Durren  ritter  irem  höbtmanne  untz  an  die  stunt  daz  die  stette  koment.  unde  hant  is 
ouch  die  pfiffer  und  der  smit  gewartet  des  gemeinen  venlinsb  von  dem  bunde 
usz  der  herberge  und  wider  dar  in  und  uf  dem  velde  und  wo  man  ir  bedorfte 
unde  zu  mitternaht  und  in  dem  tage  ie  den  höbtman  zu  holende,  bitz  daz  sie 
allewege  zu   dem  fenlin   koment. 

Dis  hab  ich  Peter  Dürre   geschriben   geben    unde   ziehe   öch   daz   uf  Brant   von  20 
Bartenheim,  der  do  fürte  daz  fenlin  des  gemeinen  bundes,  unde  uf  Hans  von  Beekingen, 
der  do  waz  höbtman  von  der  Spire   wegen,  und  uf   Heinrich   von    Grynach  der   von 
Franckfurt  höbtman  unde  uf  Koch  der  von  Wurmesze  höbtman. 

[Summa    total.  530   güldin    die   rechenunge   ist  zu   Spire  geschehen  uff  sant 
Man.  Walpurg  dag.]2  « 

Summa  als  gerechent  ist  300  und  7  güldin,  uzgnomen  der  zweier  stucke  von 
des  houbtmans  koste  wegen  für  Entzberg  und  der  phiffer  und  smyden  wegen  zu 
Wetslar,  die  zwen  stucke  nit  gerechent  sint.  auch  sollen  wir  gedencken  des  kosten 
für  Schehtelün. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P   lad.  48/49  B.    A.  cone.  Papierrolle.     B.  conc.  Papierrolle.  *> 

331.  Graf  Johann  von  Nassau  an  die  rheinischen  Städte:  wundert  sich,  dass  man 
die  Stadt  Strassburg  noch  nicht  von  seinem  Anliegen  in  Kenntnis  gesetzt  und  auf 
ihre  durch  die  Bundbriefe  übernommenen  Verpflichtungen  aufmerksam  gemacht  hat, 
....  want  nü  die  von  Straszburg  ir  sache  nit  bliben  enwollent  by  den  vier  stetden : 
Mentze,  Wormsz,  Spir  und  Franekefürt,  so  wollen  wir  der  sachen  bliben  by  den  »5 
stetden  von  dem  bonde  gemeine  und  wollen  darumb  unser  fründe  senden  gein  Mentze 

a)  übergeschrieben,  ausgestr.  Cfintze  Rebestog.  b)  übergesehr.  ausgestr.   veldes. 


1  Von  hier  an  von  anderer  Hand  geschrieben. 

2  Dieser  Satz  ist  durchstrichen. 


I 


1388  177 

uff  eyn  tag  von  nü  nehsten  sontage  über  viertzehen  tage  ...  Er  bittet  Mainz  der  ^vibr.u. 
Städte  Freunde  alle  auf  diesen  Tag  zu  laden,  um  der  Sache  ein  Ende  zu  machen. 
.  .  .  und  als  ir  uns  auch  geschriben  haut  umb  ein  verzig  von  beiden  syten  /.wuschen 
uns  und  den  von  Straszburg,  der  bizher  gewest  sy,  des  engeren  wir  keines  verzieges 
von  yn.  han  wir  gebrochen,  daz  wollen  wir  richten  na  uwern  erkennen  uff  dem  vor- 
geschoben dage.  und  wo  uns  dez  gliches  nit  widerumb  geschee,  dez  bilden  wir 
ucli  zu  denken  und  zu  behalten,  want  wirs  yn  ye  tun  wollen.  Er  erwartet,  dass 
der  rückkehrende  Bote  die  verlangten  Widersagen  mitbringt  ....  auch  wissent  ir 
wol,  daz  unser  bontbrieffe  haltent,  wer  ez  daz  ir  zu  felde  leget  und  uns  daby  kein 
folge  dün  ensollent,  so  weret  ir  uns  doch  schuldig  uwer  widersages  brieffe  zu  senden 
wider  die  wir  gemant  hetden.  datum  Sygen  feria  sexta  ante  festuin  nativitatis 
beate  Marie  virginis.  Siegen  [1386  September  71]. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  cop.  eh.  mit  Versendungsschnitten. 

332.  Der  Rat  von  Mainz  an  Strassburg  (?) :  Johann  von  Nassau  hat  auf  Ersuchen 
15  die  Mahnung  gegen  Johann  von  Waltmanshusen  zurückgenommen,  hält  aber  um  so 
bestimmter  die  gegen  Sifrid  von  Westerburg  Herrn  zu  Schauwenburg  aufrecht  und 
Mainz  glaubt,  dass  man  diesem  Verlangen  auf  Grund  der  Bundbriefe  entsprechen  und 
dazu  auch  die  andern  Bundesstädte  anhalten  müsse.  Der  betreffende  Mahnbrief  Rup- 
rechts  von  Nassau  [datum  mitwoch  vor  sant  Michels  dagej  ist  in  Abschrift  beigefügt. 
20  datum  feria  quinta  ante  diem  seti  Michahelis.  [1386  September  27], 

>Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  or.  eh. 
333.  König  Carl  VI  von  Frankreich  beurkundet,  dass  Bruno  von  Rappoltstein  für 
8000  Franken  Gold  sein  Mann  geworden  ist  und  ihm  helfen  will  gegen  jedermann  aus- 
genommen  gegen   die   Herzoge    von  Burgund,  Lothringen  und  Oesterreich,  gegen  die 
r.,   lüschöfe  von  Basel  und  Strassburg  und  gegen  die  Stadt  Strassburg. 

Arras  1386  Sejttember  28. 

Paris  or.  mb.  (französ.) 

Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  263. 


334.  Claus  von  Heiligenstein  der  Meister  nnd  der  Rat  von  Strassburg  an  den 
Ritter  Johann  von  Kriechingen:  uns  hant  geclaget  unserre  bürgere,  die  wir  sitzende 
haut  zu  Waszelnheün  und  anderswo,  daz  ir  und  die  uwern  sie  grösliche  geschadigt 
hahent  mit  brande  und  mit  name  alse  uns  das  geseit  ist.  Desshalb  bitten  sie  ernst- 
lich die  Leute  zu  entschädigen.  datum  feria  4  proxima  post  seti  Galli  confessmis 
anno   1386.  I.:s6  October  17. 

äs  Str.  St.  A   AA.  112.  cop   eh.  coaev.  —  Ibid.  vom  30.  October  erneuerte  Aufforderung. 


178  1386 

335.  Die  in  Ulm  versammelten  Boten  der  schwäbischen  Bundesstädte  an  Strass- 
burg :  bitten  dem  Bürgermeister  von  Rottweil  Conrad  Haggen  zur  Erlangung  eines 
Erbteilszu  Offenburg  behülflich  zu  sein  durch  Verwendung  beim  Bischof  von  Stras- 
burg, .  .  .  wenne  oder  alzbald  unser  herre  der  bischoff  zu  iuch  komme,  daz  der  sach 
endjund  ustrag  geben  werde  .  .  .  geben  von  unser  aller  heissen  wegen  ze  Ulme 
under  der  von  Ulme  insigel  an  fritag  nauch  Galli  confessoris  anno  [13]8Ö. 

Ulm  1386  October  1<). 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B   nr.  130.  or.  eh. 


336.  Aufzeichnung  über  eine  amtlich  vorgenommene  Untersuchung  des  Wertes 
der  zu  Freiburg,  Breisach  und  Bergheim  im  Ober-Elsaß  geschlagenen  Heller.  10 

1386  October  25. 

Es  ist  zu  wissende,  daz  die  haller,  die  man  sieht  zu  Bris  ach,  versuchet  sint 
in  dem  füre  und  zu  der  wagen  an  dem  dunrestage  vor  sant  Symon  und  Jude  tage 
anno  1386. 

Als  sü    unsere  herren    erbern  botten   brochten   usser  der   münsze,    die   darnoch   '& 
geschicket  wurden  von  dem  rot  zu  Strozburg : 

Item  do  wugent  13  ß.  derselben  haller  fier  lot  und  dieselben  13  ß.  haller  wurden 
ufgesat  und  wurden  versucht  und  gebrant  in  dem  füre,  und  wart  nüt  me  silbers 
usser  den  fier  loten  haller  danne  ein  halp  lot  und  ein  halp  quinsin  silbers  und  1  J/2 
den.  pfundiger  pfennige  swer.  so 

Und  hant  gerechnet,  daz  der  vorgenanten  haller  nüt  besser  sint,  wanne  5  haller 
einz  Strozburgers  pfennigs  wert. 

Och  hat  man  gerechent,  daz  die  vorgenanten  haller,  wer  derselben  haller  hat  15 
lib.,  der  mag  kume  ein  marg  gutes  silber  darus  geburnen. 

Es  ist  öch  zu  wissende  umbe  die  haller,  die  man  sieht  zu  Friburg,  .die  öch  25 
versucht  wurden  und  ufgesat  uffe  denselben  tag,  als  vorstot,  do  wugent  13  ß.  4 
haller  fier  lot.  und  dieselben  13  ß.  4  haller  wurden  versüht  in  dem  füre  und  gebrant 
und  wart  nüt  me  silbers  usser  den  fier  loten  haller  danne  ein  halp  lot,  ein  halp 
quinsin  und  1  '/»  pfundiger  pfenning  swer  silbers.  und  hant  gerechent,  daz  der  selben 
haller  nüt  besser  sint  und  kume  5  haller  eins  Strozburgers  wert.  3ü 

Och  hat  man  gerechent,  daz  die  vorgenanten  haller,  wer  der  het  15  it.  5  ß. 
haller,  der  mag  kume  ein  gute  marg  silbers  darus  geburnen,  wann  sü  lihter  an  dem 
gewege  sint. 

Item  es  ist  öch  zu  wissende   umbe  die  haller,   die   man    sieht  zu   Bercheim, 
die  öch  versucht  wurden,   der  wugent  13  ß.  4  haller   fier  lot  und  wurden    dieselben   ss 
13  ß  4  haller  öch  ufgesat  und  versuchet  in  dem  füre  uf  den  selben  tag,  als  vor  stot 
und  wurt   nüt  me  silbers    usser  den  fier  loten   haller,    danne  ein  halp   lot  2  V2   den. 
pfundiger  pfennige  swer. 

Do  hat  man  gerechent,  das  5  Vi  haller  kume  eins  Strozburgers  wert  sy. 

Und  hant  öch  gerechent,  daz  die  vorgenanten  haller,  wer  der  hat  18  it.  6  ß  haller,  4u 


1386  171» 

laz  der  kiiinc  ein   BOrg  gi'iles  silberz  darus  geburne,  wanne  si'i  kranckcr  sinl  an  dem 
■über  1 1 1 1<  1  öch  libter  danne  die  von  Krisach. 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaie    lad.  24  nr.  18.  Papierzettel. 

Erwähnt :  Hanauer :  Monnaie  S.  106. 

Vgl.  Calw,  Münz-  und  Geldgeschichte  der  Stadt  Straßburg  (1895)  S.  49. 


337.   Amtliche  Probe  und  Abschätzung  der  Baseler  Dreilinge  zu  Strasburg. 

1386  October  80. 

Es  ist  zu  wissende  umbe  die  drigelinge,  die  man  sol  slahen  zu  Basel,  wurden 
versucht  zu  der  wagen  und  in  dem  füre  an  zistage  vor  aller  heiigen  tage   anno   Kli. 

lD  Item  do  gierigen  derselben  drigelinge  1   t%2  den.  uf  ein  fierdung.  und  die  fier  lot 

wurden  ufgesat  in  daz  für  und  gobent  nüt  me  gutes  silber  danne  1  '/g  lot  21/,  den. 
pfundiger  pfenning  swer.  und  haut  gerechent,  daz  drige  drigelinge  nüt  volle  eins 
Slrozburgers  wert  sint.  und  hant  gerechent,  wer  derselben  drigelinge  hat  U  t/.  und 
lü  sol,  der  hat   gnüg   zu   schaffende,   obe   er  ein    marg  gutes  silbers   dar  uz   bürnen 

a  gemöge. 

Str.  St.  A.  AA    Monnaie  lad.  21  nr.  19.  Papierzettel 
Vgl.  Cahn,  Münz-  und  Geldgeschichte  Straßburgs.  S.  49. 

3315.  Ratsbeschlnß  betreffend  größere  Freilegung  des  Münsters. 

i:tSli  Dccemher  U. 

2o  Item  was  vor  dem  münster  an  dem  holwege  oder  an  weihen  stellen  das  ist,  ab- 

gebrochen ist  oder  gemachet  wirt,  das  sol  ouch  alle  wege  also  bliben,  und  sol  dirre 
rat  noch  kein  ander  rat,  der  hernoch  wirt,  kein  recht  noch  gewalt  haben,  es  lossen 
wider  zu  machende  oder  gelt  darvür  zu  gebende,  doch  so  sol  man  von  unser  stette 
wegen  ein  gemein  mess  machen,  wie  breit  iegelicher  ein  tach  one  uff  sülen  an  sime 

ns  husc  gegen  unserre  stette  almende  machen  sol  und  darüber  nit. 

Item  es  sol  ouch  menglich  vor  sinen  hüsern,  do  almenden  gemachet  sind,  die 
löcher  verfüllen  in  disen  nehesten  ahte  tagen,  und  sol  ouch  mengelich  in  denselben 
tagen  die  lecher,  die  an  dem  münster  hangent  und  vor  dem  münster  und  daran  stont 
aliebrechen.  und  davon  tun  und  sie  ouch  nit  me  do  haben  by  straff  (von)  5  tt.,  und  sol 

:|"  disse  urteil  alle  jar  ein  rat  dem  andern  in  den    eyt  geben.         actum   et   publicatum 
domiuica  proxima  post  diem  sancti  Nicolai  episcopi  anno  1386. 

Wencker's  Auszug  aus  den  Protokollen,  ed  .:  Dacheux,  yg.  194. 


33!).  Bpeier  an  ShmiMihrg  :    Ba  sind  von  des  Königs  wegen  Sifrit  von  Venygen, 
Graf  Johann  zu  Sponbeim  und  [Brich  von  Wolfesganzen '    bei  ilmen  gewesen,  um  zu 
:«  einem  Tage,  den  der  König  Fürsten  und  Herren  zu  Mergentheim  auf  nächsten  Sonn- 
lag nach  dem  heil.   Oberstentag   (6.  Januar  87)   gesetzt  hat.  zu  werben.     Auch    die 

1    Vgl    1385  August  7.    dieselben  als  des  Königs  Boten 


180  1386 

von  Nüremberg  haben  geschrieben ;  ihr  Brief  und  ihre  Nottel  liegt  bei. .  Speier  hat  an 
Mainz  gesehrieben,  dass  es  mit  dem  Erzbischof  ein  Geleit  verabrede.  Bitte  um  Ant- 
wort,        datum  crastino  beati  Thomae  apost.  [13S0?]  December  22. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48J49  C.  cop.  eh.  coaev. 

340.    Rechenbuch  über  die  Belagerung*  von  Lö'wenstein'2 ,  angelegt  von  Hugelin  5 
Süsse.  1386. 

Dis  ist  der  kosten,  der  do  gangen  ist  uff  die  vestin  Löwenstein,    actum  sub  do- 
mino  Johanne  Bock  seniore  magistro  sub  anno  [13]86. 

Item  10  sol.  unser  burger  zu  warnen  zu  underlant. 

Item  30  lib.  minus  4  unc.  umb  win,  körn  und  habern ;  kam  gen  Honburg  uff  die   io 
vestin  by  Löwestein. 

Item  21  lib.  den  süben  glefen,   die   zu   Gerlingesdorf  ligent;  schihte  ich  in   feria 
Mais,  quarta  ante  diem  inventionis  sanete  crucis. 

Item  36 '/2  nD-  dem  vorgenanten   meister   und   den  glefen,   die    mit  ime   worent 
Aprü  n.  und  den  werglüten  ;  die  fürent  hinweg  feria  sexta  ante  diem  inventionis  sanete  crucis.   l-> 

Item  fünf  hundert  gülden  sint  jungher  .lohanse  von  Lichtenberg  geluhen. 
Mai  8.  Item  feria  tertia  post  diem  inventionis  sanete  crucis,    do  gab   ich   dem  Böckelin 

dem  meister  140  güldin  zii  solde  vür  vier  wochen  und  30  lib.  den  söldenern,  die 
mit  ime  us  rittent  und  17  lib.  den  17  glefen,  die  er  her  wider  heim  schihte  von 
zweier  dage  wegen  irs  soldes.  2» 

Item  sime  koche  2  lib. 

Item  sime  smide  1  lib. 

Item  dryen  pfiffern  3  lib.  und  aber  3  lib. 

Item  9  Steinmetzen  und  murern  21  lib.  und  12  sol. ;  der  solt  ging  an  feria  seeunda 
Mai  7.  post  diem  inv.  sete.  crucis  und  daz  was  für  solt  drye  wochen.  2ä 

Item  so  hab  ich  geben  dryen  smiden  und  eim  seiler  9  lib.  und  12  sol.-;  daz   ist 
ouch  ir  solt  drye  wochen  alz  den  vorgenanten  Steinmetzen  und  murern. 

Item  dem  t und   9   zinbermeistern   hab   ich  geben  23  lib. ;  daz  ist 

ouch  ir  solt  drye  wochen  alz  den  Steinmetzen  und  murern  vorgenant. 

Summa  140  güldin  und  111  lib.  und  4  sol.  30 


1  Vgl.  den  Bericht  bei  Königshof.  (Hegel  II,  812113).  Do  men  zalte  1386  jor,  do  hette  juncher  Jo- 
hans  von  Lichtenberg  einen  grossen  krieg  mit  zweigen  edeln  knehten  genant  Hennyn  Strouffe  (Hensel 
Streiff  von  Landenberg)  und  Hans  von  Albe  {Johann  von  Bitsch)  und  schedigetent  zft  beden  siten 
vaste  ein  ander,  dise  zwene  edelknehte  enthieltent  sich  uf  einre  vesten  genant  Löwenstein;  daz 
was  eine  gute  bürg  von  gebuwe  und  böse  von  roubende.  do  bat  juncher  Johans  von  Liehtenberg  die  30 
von  Strosburg,  wan  er  ir  burger  was,  das  sü  ime  zu  helfe  kement  wider  sine  vorgenanten  viende. 
also  zogetent  die  von  Strosburg  us  mit  dem  von  Liehtenberg  für  Lowestein  mit  bühssen  und  werken 
und  stürmetent  die  bürg  vaste  und  undergrftbent  den  berg  und  fels,  do  die  bürg  uffe  stont,  das  sich 
die  innern  entsqssent  und  gobent  die  bürg  uf,  do  men  uf  8   tage  was  dervor   gelegen   und  lies   men 

sü  enweg  gon.  do  wart  uf  14  tusent  gülden  verzert  und  gen  grebern  und  werglüten  verlonet.  40 

2  Der  bekanntere  Name  dieser  in  der  Nähe  von  Weißenburg  gelegenen  Burg  ist  heute  Lindenschmidt. 
Vgl.  über  Lage  und  Zustand  Mündel,  Vogesen.  —  Vgl.  [Fritz]  die  alten  Territorien  des  Elsaß.  S.  154.  — 
Vgl.  Lehmann,  Gesch.  v.  Hanau-Lichtenberg.  I,  152. 


1386  181 


Item  so  hab  ich  geben  meister  Scngeün  und  eime  sime  houbtknehte  5  üb.  4  sol. 
minre;  daz  ist  ir  solt  drye  wochen  alz  den  vorgenanten,  dedi  eet.  meister  Sendelin 
und  sime  süne,  do  sü  her  heim  koment,  6  üb.  minus  14  den.  irs  lones. 

Item  so  hab  ich  geben  Cünrat  Armbroster  und  21  schätzen  zu  ime  40  lib.  und 
'    18  sol. ;  ditz  ist  ouch  ir  solt  drye  wochen  alz  den  vorgenanten. 

Item  so  habe  ich  demselben  Cünrat  Armbroster  geben  12  sol.  umbe  senewen 
garn  zu  armbrosten. 

Item  so  hab  ich  geben  4  lib.  den  blüthersten  und  2  sol.  umbe  ein  baner. 

Item  so  hab  ich  dem  lonherren  geben  50  lib.  die  wagenknehte  und  ire  pferide 
i"  zu  lifernde.  actum  feria  secunda  post  diem  inventionis  sancte  crucis.  mmi. 

Iltem  feria  quarta  proxima  post   diem   beate   Sophie   do  gab   ich   dem   lonherren   um  i* 
iber  50  lib. 
Item  in  die  predicta  do  gab  ich  och  den  Steinmetzen,  die  do  noch  fürent,  25  üb. : 
mpfing  .leckelin  von  Hagenow. 
Item  in  eodem  die  schiht  ich  öch  mit  dem  lonherren  den  glefen  die  zu  Honburg 
igent  60  lib. 

Summa  261  lib.  7  sol.  minus  2  den. 
Item  6  sol.  gen  Than  und  gen  Madenberg  zu  manende. 

Item  30  sol.  gen  Grützenach,  gen  Erpach  und  zu  den  von  Nassöwe  zu  manende. 
«"  Item  2  lib.  umb  20  secke. 

Item  28  den.  umb  zwei  sper,  die  baner  us  zu  steckende. 
Item  12  sol.  hertzoge  Rüpreht  von  Pegern  zu  manende. 

Hein  5  sol  gen  Honburg  dominica  ante  ascensionem  domini.  n«in. 

Item  feria  tertia  ante  ascensionem  domini  310  lib.  dem  lonherren  und  des  selben  ««.*». 
r*  dages  100  lib.  dem  Berer. 

RItem  6  sol.  umb  zibollen  und  umb  klobeloch. 
Item  17  sol.   1  den.  umb  retiche. 
tem  feria  tertia  predicta  2  lib.  den  blüthersten  und  1  üb.  den  phiffern  und  3  sol.   «<"'  *»• 
umb  ein  baner  den  blüthersten. 

Item  8  sol.  Rülman  gen  Honburg  und  do  zu  wartende. 

Item  in  die  ascensionis  domini  5  sol.  gen  Honburg.  iiam. 

Summa:  400  lib.  19  lib.  14  sol. 

Dis    ist    der   koste   in    die    küchin. 

Item  Heinze  Pfister  2  lib.  und  2  sol.  umbe  erweiszen  und  ander  smelsete. 
üs  Item  13  sol.  umbe  ein  schibe  saltzes. 

Mein  2  sester  saltzes  umbe  7  sol. 

Item  2  lib.  und  6  den.  umbe  schusseln,  kare  und  umbe  ander  gesehirre,  daz  in 
ie  küchin  gehöret  und  ouch  umb  200  krusen  und  dovon  zu  tragende. 
Item  3  '/,  sol.  umb  hültzen  kannen  und  umb  rückörbe. 
Item  15  sol.  und  2  den.  umbe  essich. 

Hihi  2  lib.  minus  4  sol.  umb  smaltz,  daz  wag  1  zentener  und  3  lib. 
Item  51/«  üb.  und  6  sol.  und  1  den.  umb  speck,  der  wag  21,.  zentener  und   M 


182  1386 

lib.  und  umbe  hammen,  die  wugent  60  lib.  und  ouch  umbe  bühszen,  die  wugent  56 
lib.  und  do  von  zu  tragende  wart  birtsche. 

Item  7  sol.  umbe  oley. 

Summa  14  lib.  und  3  den. 

Item  3  lib.  und  2  sol.  umbe  meyevisehe  Ciintz  Forner.  a 

Item  so  vil  wurtzen  3'/*  lib.  suszer  wurtzen ;  2  lib.  ingebers ;  2  lib.  pfeffers;  1  lib. 
safferans ;  6  lib.  wiszes  tresemers ;  1  lib.  rotes  tresemers ;  20  lib.  ryses. 

Item  3  striche  ducher;  koste  alles  zu  sammene  21  lib.    und  5   sol. 

Item  6  guldin  umb  ein  salmen. 

Item  10  sol.  on  2  den.  umb  messer  und  umbe  schindeldeller.  io 

Item  6  lib.  und  3  sol.  umbe  kese,  ancken  und  umbe  20  hundert  eyger  Lienhart 
Hönrer. 

Item  2  '  '3  sol.  unser  herren  kuchinwagen  zu  beschlahende. 

Item  3  lib.   11  sol.  umbe  semelmel ;  des  ist  3  sester  und  umbe  brot. 

Item  1   sol.  umb  ein  weidesag.  15 

Item  1  lib.  71/,,  sol.  1  den.  umbe  senf,  zibollen,  klobelöch  und  retieh  und  worent 
der  retiche  1200. 

Summa   26  lib.  23.  den.  und  6  guldin. 

Item  4  sol.  umbe  honig. 

Item  21  sol.  on  4  den.  umb  schandeln  und  schindelladen.  20 

Item  3  lib.  umbe  secke. 

Item  10  sol.  umbe  hantweheln  und  fürdücher. 

Item  4.  lib.  minus  4  sol.;  koste  ein  rot  füder  wines  dem  gesinde  und  8  sol.  umbe 
zwei  lere  halbe  füder. 

Item  14  sol.  umb  6  fesselin,  do  die  wine  in  wurdent  gelossen.  25 

Item  3  lib.  umb  20  quart.  habern  und  2'/j  sol.  zu  tragende   und   zii    messende. 

Item  100  guldin  herrn  Götze  Wilhelm  umb  kuwe  in  die  reise. 

Item  1  lib.  5  sol.  Cünrat  Armbroster  umbe  hanf  und  wahs  zu  armbrosten. 

Item  8  lib.  5  sol.  umbe  ein  wis  fuder  wines. 

Item  7  lib.  umbe  ein  rot  fuder  wines.  30 

Item  6  sol.  dem  faszieher  und  10  sol.  5  den.  dem  küffer  und  zu  füllende. 

Item  16  den.  umb  ein  sip  zu  pulfer 

Item  9  sol.  gen  Than  und  gen  Madenberg  anderwerbe  zu  manende. 

Item  15  sol.  gen  Mentze  den  von  Sponheim  zu  manende. 

Summa   30  lib.   17  sol.  minus  1  den.  und  100  guldin.  35 

Item  3  lib.  minus  3  sol.  umb  swebel  und  umb  zwei  schencke  liehter  in  die  reise ; 
wart  Ellewibelin  der  appetekerin. 

Item  2  lib.  3  sol.  2  den.  umb  zwo  fleschen. 

Item  7  lib.  gab  ich  Martin  des  ammemeisters  kneht;  hattent  die  greber  verzert, 
die  zum  ersten  an  weg  fürent.  40 

Item  6  lib.  minus  2  sol.  Andres  Klamman  umb  mitbeler  zu  fenlin  und  der  von 
zii  molende  und  von  secken  zu  molende. 


1386 


183 


Juni  H. 


Juni  II. 


Hein  200  üb.  schiht  ich  dem  Baerer  in  die  reise  mit  meister  Johannese  dem  söl- 
dener  l'eria  sexta  ante  l'estiim  penthekosten. 

Item   1  üb.  von  zweier  phiffer  pforde. 

Item  10  sol.  und   1   den.  und)  ein  planne  in  die  reise. 

Item  2  üb.  4  sol.  und  1  guldin  Oetdelin  Silberbürner;  verzertent  die  hündersti  n 
grober. 

Item  21j3  üb.  2  uncen  umb  exe  und  howen. 

Summa  200  lib.  25  üb.  6  sol.  minus  5  den.  und  1  guldin. 

Item  35  sol.  umb  schefte  zö  spiessen. 

»11011  15  sol.  2  den.  umb  spies  ysen. 
Hein  3  sol.  umb  grüne  was  und  bappire  in  die  reise. 
Item  217  lib.  schiht  ich  dem  lonherre  in  die  reise  mit  Beimbolt  Wetzet  und  mit 
des  lonheiTen  kneht  feria  secunda  proxima  post  diem  festi  penthecostes. 
Item  13  sol.  minus  4  den.  den    schützen   umb   federnpfil   zu   fidernde   und   umb 
u  garn  zu  gönnen. 

BItem  10  sol.  zweien  wegen  zu  zerende,  die  unsern  koste  und  spise  fürtent   und 
pfale. 
Hein   1  lib.  6  sol.  minus  2  den.  umb  soherter  zu  banern  und  der  von  zu  machende. 
Item  15  sol.  den  naht  rittern  von  18  fesselin  zu  füllende. 
|^H       Hein   10  lib.   12  sol.   und  4  den.    l'eria    quarta    posl    festum   penthecosten    in   die  ■'•"»'«• 
reise  gab  ich  umb  spek,  sweig  kese,   swebische  kese,  umb  oley,  umb  erweissen,  umb 
Schüssel  und  kar,  umb  senf,  umb  sältz  und  umb  matzen   und   umb   schändet   liehter 
und  umb  scliindelteller  und  k(l)ein  seile. 

Summa  223  lib.  9  sol. 

Item  200  lib.  und  200  guld.  schiht  ich  dem  lonherren  mit  sime  knehte  und  mit 
Hans  von  Mulnheim  feria  secunda  ante  festum  corporis  Christi.  Juni  w. 

Item  5  sol.  Dietherich  Kesseler  dem  bühssenschiesser  zu  zerende,  do  er  an- 
weg  für. 

Item  3  */2  s°l-  von  wegen  zu  beschlahende  und  essen  zu  machende,  do  men  zu 
hünderst  noch  unsern  herren  fuor.  item  5  sol.  eime  botten,  der  dag  und  naht  lief  har 
von  Honburg  und  ein  warnunge  brohte  von  Mentze. 

Item  12  lib.  den  blüthersten,  do  sü  von  der  reise  koment. 

Item  6  guldin  dem  bühssenschiesser  von  Basel  und  2  lib.  minus  2  sol.  die  her- 
beige abe  zu  tünde. 

Hein  Hense  Beumelin  von  Küngeshofen  2  lib.  für  ein  abegeritten  pfert. 

Item  00  guldin  den  10  hündersten. 

Item  in  die  beatorutn    Petri   et   Pauli    appostolorum   do  gab   ich  dem   lonherren  Arndt* 
100  lib.  und  9  lib. 

Hein  200  guldin  gab  ich  meister  Burgelin  und  sinen  gesellen. 

Hein  7  lib.  und  8  den.  gab  ich  Martin,  daz  die  greber  bi  ime  vorzertenl.  do  sü 
von  der  reise  koment. 


Summa   100  guldin   10  guldin  300  lib.   12  sol.  und  2  den. 
VI. 


24 


184  .  1386 

jum  30.  Item  crastino  beatorum  Peter  et  Pauli  do  gab  ich   dem   lonherren    110   lib.   und 

200  guldin. 

Item  6  lib.  2  uneen  von  der  koche  pferde  in  der  reise  nam  des  ammemeisters 
kneht. 

Item  25  guldin  dem  Berer  de  gratia.  s 

juii  7.  Item  100  lib.  gab  ich  dem  lonherren  feria  sabbati  post  Udalrici. 

Item  35  lib.  von  der  lüte  wegen  zu  Lowestein. 

Item  1  lib.  4  sol.  umb  ysen  und  stahel  zu  howen  und  zu  exen  in  die  reise. 

Item  30  lib.  umb  habern  und  umb  win  dem  landvougte,  kam  in  die  reise  wurdent 
Bürckelin  von  Rotwilr.  io 

Item  10  guldin  hern  Stephan  dem  schriber  de  gratia. 

Item  10  guldin  Hügelin  Süssen  de  gratia. 

Item  dem  lonherren  20  guldin  de  gratia. 

Item  36  sol.  umb  zwene  Schillinge  düchelysen  in  die  reise ;  wart  Claus  Schmit 
von  Butenheim.  15 

Item  8  lib.  und  2  sol.  Cünrat  Armbroster,  die  man  ime  schuldig  bleip  in  der 
reisen  an  sime  solde. 

Item  70  lib.  und  34  sol.  umb  die  kuter  und  umb  die  seile,  die  dar  zu  komment 
und  umb  die  seile  zu  den  wercken;  wurden  meister  Hug  seiler. 

Summa  370  lib.  und  265  guldin  8  den.  minre.  20 

juim.  Item  100  lib.  gab  ich  dem  lonherren  uf  sant  Arbogastes  dag. 

Item  2  lib.  und  28  den.  eime  brotbecker  von  Hagenowe,  hiessent  die  brotherren. 

Item  16  guldin  dem  Bocke  dem  meister  für  ein  pfert,  ging  ime  abe  in  der  reisen. 

Item  8  guldin  dem  lonherren  vür  ein  pfert. 

Item  8  sol.  dem  schultheissen    von  Eckeboltzheim   sine   herberge   abe   zu  tunde.  25 

Item  4  lib.  und  4  sol.  Volmar  dem  Würte  zu  Hagenowe  umb  brot,  hies  der 
ammenmeister. 

Item  20  guldin  meister  Sendelin  de  gratia. 
Auguans.  Item  200  guldin  leh  ich  dem  lonherren  feria  secunda  post  Laurencii  martiri  und 

sol  mir  sü  wider  geben,  so  er  daz  gut  verköffet  zu  sant  Arbogastes  brücke.  30 

Item  9  lib.  meister  Johans  dem  scherer  und  den  zweien  knehten,  die  bi  ime  in 
der  reisen  worent. 

Item  4  lib.  Wirich  Püllers  frowe  für   daz  ir  genummen  wart  zu  Lowenstein. 

Item  2  lib.  Heintze   Pfister,  daz  er  in  der  reisen  buch. 

Summa  244  guldin  und  121  lib.  14  sol.  und  4  den.  85 

Item  21  lib.  umbe  seil  Claus  zum  Salmen  in  die  reyse. 

Item  3  lib.  minus  18  den.  Heintze  Retenbach  von  Wissenberg  umb  tüchel  ysen 
in  die  reise. 

Item  10  guldin  aber  meister  Bürgelin  umb  daz  er  der  stat  gesworn  hat  zwei  jor 
gehorsam  zu  sinde,  wenne  men  in  manet.  40 

Summa  14  lib.  minus  18  den.  und  10  gülden. 

Item  distributa  1200  guldin  und  32  guldin. 


1386  185 

tcm  2000  lib.  den.  300  lib.  24  lib.  und  21   den.  ane  wagen  und  karriche  Ion.1 

Item  000  lib.  und  70  lib.  gab  ich  den  lüten  in  Crutenowe  für  ir  eygin  und  für 
im  schaden. 

Item  200  guldin  gab   ich   dem   lonherren  feria  sabbati   ante  festum   Martini  zu  n<*>.  io. 
s  buwe,  hies  der  rat. 

Item  400  gukiin  gab  ich  dem  lonherren   feria  quarta   post   festum    beati  Martini    \,„.  u. 
zürn  buwe,  hies  der  rat. 

Item  200  guldin  gab  ich  dem  lonherren  feria  tertia  ante  Katherine  virginis  zum  ,v«°  m. 
buwe,  hies  der  rat. 

Item  200  guldin  dem  lonherren  feria  tertia    post  Katherine   virginis  zum   buwe,  no«.  n. 

Bhies  der  rat. 
Item  200  guldin  dem  lonherren  feria  tertia  ante  Nycolai  episcopi  zürn  buwe,  hies  />«*»-.  i. 
der  rat. 

Item  200  guldin  dem  lonherren  feria  tertia  ante  Lucie  virginis   zum  buwe,   hies  /;<•<*>-.  //. 

»der  rat. 
Item  200  guldin  dem  lonherren  feria  tertia  ante  Thome  appostoli  zürn  buwe,  hies 
der  rat 
Item  200  guldin  verköft  ich  feria  quinta  post    festum  assumptionis   beate  Marie,  Augutit. 
ieden  guldin  umb  1 1  sol.  minus  2  den.  summa  100  lib.  und  8  lib.  und  4  uncen. 
tltem  200  guldin  hab  ich  dem  spittal  geluhen. 
Item  300  guldin  verköfet  ich  feria  secunda  post  festum  assumptionis  beate  Marie  Aiguttto. 
virginis,  ieden  guldin  umb  11  sol.  minus  2  den.  summa  150  lib.  13  lib. 
Item  200  guldin  gab   ich  dem  lonherren  zürn   buwe   in   vigilia  Mathei   appostoli,  s*t  *o. 
hies  der  ammemeister  und  der  rat. 

Item  fünf  hundert  guldin  schiht  ich  mit  dem  von  Stille  und  herrn  Cüntze  Müller 

Idem  gemeinen  bunde  gen  Mentze  feria  quinta  ante  Michehelis  sub  anno  13NU.  a**.« 

Item  400  guldin  gab  ich  dem  lonherren  zürn  buwe  feria  sexta  ante  Michehelis,  hies 
der  rat. 
Item  400  guldin  gab  ich  dem  lonherren  zum  buwe  feria  quinta  ante  Luce  evange-  oci.  n. 
8o  liste,  hies  der  rat. 

Iltem  200  guldin  gab  ich  dem  lonherren  feria  sexta   post   Galli   confessoris   zöm  oa.i». 
buwe,  hies  der  rat. 
Item  200  guldin  gab  ich  dem  lonherren  feria  quarta  ante  Symonis  et  Jude  appos-  oa.  u. 
tolorum  zum  buwe  hies,  der  rat. 
85  Item  200  guldin  verköft  ich  feria  quinta  post  Udalrici,  ieden  guldin  umb  11  sol.  J«"*. 

minus  1  den. 

Summa  109  lib.  und  2  uncen. 

Item  200  guldin  verköft  ich  feria  sexta   post  Udalrici,  ieden  guldin  umb  11  sol.  **« 
minus  1  den.  summa  100  lib.  und  2  uncen. 

Item  200  guldin  verköft  ich  an  sant  Arbogastes  dag,   ieden  gülden    umb  11    sol.  Juusi. 
minus  3  den.  summa  107 '/,  lib. 

»  Hier  folgen  27  leere  Seiten,  dann  die  weiter  abgedruckte  Aufzeichnung  anderer  Ausgaben. 


186  1386 

juii  3t.  Item  200  guldin  verköft  ich  feria  tertia  post  Jacobi  apostoli,  ieden  guldin    umbe 

11  sol.  minus  1  den.  summa  100  Hb.  8  üb. 
Juni  7.  Item  200  guldin  verköft  ich  feria  quinta   ante   festum   penteeostes,  ieden   guldin 

umb.  11  sol.  summa  110  lib. 
Juni  18.  Item  200  guldin  und  20  guldin  verköft  ich  feria   secunda  ante   festum   corporis     5 

Christi,  ieden  guldin  umb  11  sol.  summa  100  lib.    10  lib.  wurdent  unsern  herren. 
juni  19.  Item  800  guldin  verköft  ich  feria  tertia  ante  festum  corporis  Christi,  ieden  guldin 

umb.  11  sol.  minus  1  den.  summa  400  lib.  47  lib.  11  sol.  und  8  den. 
jumio.  Item  200  guldin  verköft  ich  feria  quarta  ante  festum  corporis  Christi,  ieden  guldin 

umb  11  sol.  minus  1  den.  summa  100  lib.  9  lib.  und  2  uncen.  10 

juni  27.  Item    vierdelhalbhundert  guldin    verköft   ich   feria  quarta    post   festum   corporis 

Christi,  ieden  guldin  umb  11  sol.  summa  192  lib.  und  10  sol. 
juni  ss.  Item  120  guldin  verköft   ich   in  vigila  Petri   et  Pauli  apostolorum,  ieden    guldin 

umb  11  sol.  summa  66  lib. 
juni  00.  Item   300  guldin   verköft   ich   crastino   beati   Petri   et   Pauli  apostolorum,    ieden   15 

guldin  umb  11  sol.  summa  165  lib. 
Juni  2.  Item  100  guldin  verköft  ich  feria  sabbati  post  festum   ascensionis   domini,  ieden 

gülden  umb  11  sol.  summa  55  lib. 
j,mi  4.  Item  600  gülden  und  74  gülden  verköft  ich  feria  secunda  post  festum  ascensionis 

domini,  ieden  gülden  umb  1 1  sol.  summa  300  lib.  70  lib.  und  36  sol ;  wurdent  unsern  20 
herren. 
Mais.  Item  600  gülden  verköft   ich  14    dage   noch   ostern,   ieden    gülden    umb    11  sol. 

summa  drühundert  lib.  und  30  lib. 

Item  do  noch  verköft  ich  100  gülden,  ieden  gülden  umb  11  sol.  und  1  den.  summa 
55  lib.  und  5  üncen.  2S 

Item  do  noch    verköft    ich    400   gülden,   ieden  gülden  umb    11    sol.   und   2  den. 
summa  zweihundert  lib.  23  lib.  und  4  üncen. 
Mai  28.  Item  300  gülden  verköft  ich  feria  secunda  ante  ascensionem  domini,  ieden  gülden 

umb  1 1  sol.  summa  150  lib.  und  15  lib. 
Mai  29.  Item  feria  tertia  ante  ascensionem  domini  verköft  ich  100  gülden,   ieden   gülden  ™ 

umb  11  sol.  summa  55  lib. 

Item  dem  schaffener  uf  unser  frowen  hus  hab  ich  geluhen  500  guldin  usque  ad 
Nov.  //.  festum  Martini.         actum  crastino  ascensionis  domini. 
juni  1.  Item  1  guldin  gab  ich  den  Juden  zu  verzerende  des  dages,  do   sü    die   schencke 

beietzetent.  35 

Item  11  guldin  den  herren,  die  do  bi  worent,  do  men  die  Juden  schetzete. 
Dis  ist  der  koste  vor  Löwestein  und  in  Crutenowe  sub  anno  86. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22.  schmales  Papierlieft  von  24  Blättern,  von  denen  die  ersten  7 
und  die  letzten  3  beschrieben  sind. 


341.  Ratsbeschluß  betreffend  das  Frauenkaus.  1386.  40 

Item  es  sol  nieman  keine  stunde  noch  tage  machen  uff  unsere  frauen  hüs,  noch 


1387  187 

in  unser  frauen  hof,  noch  kein  gespreche  do  haben  bey  straff  80   sol.,   doch   Ml   dis 
unsern  rat  und  so  wir  von  iinscrre  stette  wegen  zu  schaffen  lianl,  nützit  ane  gon. 

'Register  allerhand  Urteilen  1380*  aus  Wencker's  Auszug  aus  d.  Protokollen,  ed. :  Dacheux 
1891  pg.  194. 


»  342.  Ratsbeschluß  betreffend   die  Einsetzung  von  drei  Pflegern  für  die  Jahres- 

abrechnung des  Dominikanerklosters.  13XH. 

Unsere  herren  meister  und  der  rat  hant  mit  urteil  erteilt,  das  man  den  predigem 
und  irme  huse  in  unser  slat  gelegen1  drye  pfleger  geben  sol,  die  mit  namen  alle 
fronen  vaslen  bj  iren  reebenungen  sin  sollent,   wenne  ouch  dieselben  bruder  gemein- 

lu  liehen  <les  erbeten  hat.  und  darumbe  so  hant  schöffel  und  anunun  erkant,  das  die- 
selbe urteil  also  stete  sol  sin  und  ewieliche  hüben,  also  das  dieselben  bruder  noch 
ir  nachkommen  derselben  ires  huses  guter  nut  kouffen,  noch  verkouffen,  versetzen 
noch  verseren  sollent  in  denhein  weg,  es  si  denne  mit  wissen  und  wille  derselben 
pfleger  oder  die   denne   an  ire    stat  komrnent.    und    was    su   ouch   also    verbriefen^ 

is  do  sollent  allewege  die  plleger  mit  namen  in  den  briefen  geschriben  ston ;  und  wo 
anders  geschehe,  denne  als  vor  geschriben  stat,  das  sol  keine  kraft  noch  mäht 
haben   ane  alle  geverde.        actum   anno  8ü. 

Str.  St.  A   Schilter,  jus  statutarium  fol.  283. 

343.  .Johannes,  Herzog  zu  Luxemburg  und  Görlitz   und  Markgraf  zu  Lausitz   an 

'"   Sirassburg:  fordert  auf  Ansuchen   des   englischen    Königs    und   seiner  Gemahlin    die 

Stadt   auf,    dass    sie     ihren   Bürger    Bruno  von  Kappoltstein2  anhalte,    den  von  ihm 

gefangenen  englischen  Ritter  Johannes  Harleston  freizugeben.  Luxemburg  [1387]  Jan.6. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  94.  or.  eh.  lit.  cl. 

Gedruckt.   Bappoltst.    Urkb.   II  nr.  273.   —   Vgl.  Albrecht,   Bruno  v.  Bappolt.    (Vortrag 
ib  1892)  S.  14. 


344.  Aufze  ichnu  ng  übe  r   die  Sühneverhandlungen   mit  Jean   de 

BVergy:  Es  ist  zu  wiszende,  daz  getedinget  ist  zwiischent  mime  herren  von  Strasz- 
burg,  der  stat  von  Straszburg,  den  richstetten  und  demme  grefen  von  Lützelslein, 
und  die  des  bundes  sint,  ire  dienere,  ire  helffere  und  die  zu  in  gehörent,  uff  einsite  unde 
to  zwischen  dem  herren  von  Nuwenburg  von  des  von  Versey  wegen  herre  von  Fofansz, 
sine  helffere,  dienere,  und  die  zu  ime  verbunden  sint,  uff  die  andersite  in  dise  wise, 
alz  her  noch  geschriben  stot : 

1.  Schettelon  wird  an  Vergy   zurückgegeben.  —    2.  Schaden  und  Kosten  sollen 

sinn  uff  dein  vorgen.  mime  herren  von  Straszburg  und   uff  dem  vorgen.  herren    von 

35  Nuwenburg.  unde  sollent  dar  über  sprechen  mynne  oder  recht,  wie  daz  in  fuget,  alz 

1  An  der  Stelle  des  heutigen  Prot.  Gymnasiums. 

*  Bruno  v.  Kapp,  war  Bürger  von  Straßburg  seit  dem  2.  October  1383. 


188  1387 

denne  der  vorgen.  min  herre  von  Straszburg  und  der  obgen.  herre  von  Nuwenburg 
miteynander  einhelleklichen  überkoment.  unde  hant  ouch  die  vorgen.  herren  macht 
die  sache  zu  verzihen  one  allen  schaden,  alz  sü  danne  überkommende  werdent  eyn- 
helliklich,  alz  vor  berett  ist.  —  3.  beide  Parteien  sollen  sich  fürder  keinen  Schaden 
von  des  Krieges  wegen  zufügen.  —  4.  ouch  ist  berett,  daz  der  fryde,  der  so  benennet  5 
JTebl3i7  waz  mtz  sante  Hylarien  tage,  der  ist  erlengert  untz  uff  den  15.  tag  noch  der  lieht- 
mesze.  item  ist  berett,  daz  min  herre  von  Straszburg  den  herren  von  Nuwenburg 
jan.  22.  zwischen  hie  und  sante  Vincensius  tage  sol  laszen  wiszen,  obe  die  dedinge,  alz  berett 
ist,  ein  vürgang  also  habe,  in  aller  der  mosze  sol  ouch  der  von  Nuwenburg  min  herren 
von  Straszburg  loszen  wiszen  von  jener  site,  obe  die  dedinge  einen  vürgang  also  io 
haben  solle,  item  alle  gefangen,  die  zu  bedensiten  gefangen  werent,  den  sol  man  zil 
geben  uff  Sicherheit  sicher  wider  zu  antwurten  ahte  tage  noch  dem  uszgonden  fryden. 
Ouch  ist  berett  wer  es,  daz  die  dedinge  also  volleginge,  dass  der  von  Versey 
Schettelon  wider  buwende  würde,  so  sol  er  wol  versichern  und  sicher  machen  mit 
guten  bürgen  und  ander  Sicherheit,  daz  er  noch  die  sinen  und  die  zu  ime  verbunden  ^ 
sint  noch  niemen  anders  keinen  schaden  noch  unlust  niemerme  von  der  vorgen. 
vesten  Schettelon  söllent  getün  noch  schaffen  geton  werden  dem  vorgen.  mime  herren 
von  Straszburg,  der  stat  Straszburg,  den  richstetten  und  dem  grefen  von  Lützelstein 
und  die  zu  in  verbunden  sint  und  sünderliche  den,  die  vor  der  vesten  gewesen  und 
von  deine  kriege  sint.  [1387  Anfang  Januar.]  20 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22.  1.  cop.  eh.  coaev. 

345.  Diether  Kemmerer  der  Bürgermeister  und  der  Rat  von  Worms  an  Mainz, 
Strassburg  und  die  übrigen  rheinischen  Städte :  bitten  um  Widersagebriefe  und  Hülfe 
gegen  Graf  Emicho  von  Leiningen,  weil  derselbe  Hansen  von  Than,  Diether  Kemme- 

rers  swester   sun an   sinen   armen   luten   zu   Hauenstein,   zu  Wernhersberg  » 

und  anderswo  .  .  .  Unrecht  gethan  und  sie  gefangen  habe.  Die  Absagebriefe  soll  der 
Bote  gleich  mitbringen,  die  Diener  mit  den  Glefen  sollen  über  14  Tage  zu  Thann 
sein.       datum  a.  d.  1387  sabbato  post  conversionem  sancti  Pauli.    1387  Januar  26. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  cop.  eh.  coaev. 

346.  Ratsbeschluß    über  Feilhalten   ir ff  endweicher    Waaren  auf  städtischer  AI-   so 
inende.  1387  Januar  27. 

Unserre  herren  meister  und  rat  sint  übereinkomen,  daz  hinnanfürder  nieman 
nütschit  veil  haben  sol  uff  unserre  stette  almenden,  wo  daz  ist,  die  er  nüt  verzinset, 
und  wer  daz  darüber  verbreche,  der  bessert  30  sol.  darzu  so  wil  man  ime  dieselben 
sine  gewerde  nemen,  die  er  dann  veil  het  und  sol  die  gewerde  unserm  spittal  werden,  ss 
ouch  wil  man  hüte  darüber  setzen.  actum  et  pronunciatum  dominica  proxima 
ante  diem  festi  purificationis  beate  Marie  virginis  sub  domino  Johanne  de  Kagenecke 
juniori  anno  87. 

Str.  St.  A.  Stdtordn.  Bd.  29  fol.  7. 


1387 


180 


347.  Graf   Symont   zu   Sponhein   und  Vianden    an    Mainz:    erneuert    seiM    Bitte 
inen  Tag  zu  Mainz  anzusetzen  zur  Unterhandlung  zwischen  ihm  und  Strassburg  und 
nialinl   Main/,  um  Zusendung  der  vertragsmässigen  Glefen  zum  Freitag  nach  purific-if io 
Mario  (Februar  8.)        dal  um    Crützenach    tertia    f'eria    post   diem    conversiouis    -h. 
I   Pauli  anno  octogesimo  septimo.  Kreuznach  1387  Januar  99. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  b.  fasc.  XI.  cop.  eh.  eoaev. 


348.  Papst   Urban   VI   bittet   die    Bürger   von   Strassburg  sich    bei   Bruno    von 

lappoltstein  für  die  Befreiung  des  von  diesem  gefangenen  englischen  Bitters  Johannes 

larleston  und  seiner  Begleiter  zu  verwenden.         datum  Luce  id.  februarii  pontificatu- 

">   nostri  anno  nono.  Lucca  1387  Februar  7. 

Aus  Wencker,  de  ußburg.  170  nr.  3  und  darnach  gedruckt  im  llappult.it.  Urkb.  11,  nr.  274. 


349.  Anne  von  Mülnheim   hern  Johans   dohter    von    Mulnheim   eins  ritters,   des 
burggraven    zu  Straszburg    empfängt  von   Meister   Johans    von   Kagenecke   und    dem 
Rate  liürgerrecht  zu  Straszburg  und  schwört  den  Bürgereid  vom  Niclaustage   an  auf 
15  10  Jahre.        datum  uffe  den  nehesten  frytag  nach  sante  Veltins  1387. 

1387  Feh,  aar  Iß. 


Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  272  nr.  1.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  del. 


350.  König   Wenzel   fordert   Bruno   von   Bappoltstein   auf,   den   Bitter   Johannes 
Harleston  frei  zu  geben,  gebenn  zu  Amberg  am  aschtag   inn   der   vastenn    reg.   boh. 
so  24,  rom   11.  Amberg  1387  Februar  20. 


Colmar.  Bez.  Arch.  cup. 

Gedr.  Wencker,  de  ußb.  183  p.  3. 


Rappoltst.  Urkb.  II,  nr.  276«. 


351.  Waltpurg  von  Lützelstein  vrowe  zu  Geroltzecke  am  Wahsichen  empfängt 
ror  Meister  Johans  von  Kagenecke  und  dem  Bäte  das  Bürgerrecht  und  schwört  den 
Cid  auf  10  Jahre  von  Niclaustage  an.  an  der  nehesten  mitewochen  noch  dem 
sunnentag  in  der  vasten  alse  man  singet  Beminiscere  1387.  1387  Miirz  6. 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  272.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  del. 


352.  König  Wenzel  an  Strassburg:  teilt  mit,  dass   er  wegen   einer  Feuersbrunst 
die  Bürger  von  Rosheim  für  etliche  Jahre  befreiet  habe  .  .  .  von  Steuer  und  ungelt,  die 
so  uns  und  dem  reiche  geburet,  und  bittet  denselben  auch  für  ihre  hohen  Geldschulden 
an  Strassburger  Christen  und  Juden  langen   Aufschub   zu   gewähren.         Heitinsfelde 
des  mitwochen  nach  sand  Gregori  tag.  reg.  boh.  23  reg.  rom.  1 1  jaren. 

Heidingafeld  1387  Mars  13. 

Str.  St.  A.  AA.  107  ur.  42.  or.  eh. 


190  1387 

353.  Primislaw  Herzog  zu  Teschen  schickt  an  Bürgermeister  und  Rat  der  Stadt 
Strassburg  die  Abschrift  eines  an  Bruno  von  Rappoltstein  gerichteten  Schreibens  in 
Betreff  des  englischen  Ritters  Johannes  Harleston  und  fordert  die  Stadt  auf,  den  ge- 
nannten Bruno  als  ihren  Mitbürger  anzuhalten,  dass  er  dem  Schreiben  gemäss  handle. 

geben  zu  Luczemburg  am  mitwochen  vor  dem  palmentage. 

Luxemburg  [1387  März  22.1 
Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  102.  or.  mb.  lit.  cl. 

Gedr.  Rappoltst.  Urkb.  II,  nr.  278. 

354.  Hermann  Bosze  ton  Waldeck  sühnt  sich  mit  der  Stadt  Straßburg,  Johann 
ton  Liechtenberg  und  andern.  1387  April  6. 


in 


Ich  Herman  Bosze  von  Waldecke  edelkneht  verjehe  und  erkenne  mich  offenlichen 
an  diesem  gegenwurtigen  brieffe  also,  als  ich  von  Hansen  wegen  von  Albe  gegen  dem 
edeln  jüngher  Johan  herren  zu  Lichtenberg  der  von  Straszburg  bürger  und  den  iren 
mit  widersagen  zu  fientschafft  bin  komen,  das  ich  dar  umb  mit  in  luterlichen  und 
gentzlichen  gerächt  und  gesunet  bin.  und  han  auch  die  selbe  fientschafft  und  das  15 
widersagen  für  mich  alle  min  helffer  und  diener  abgetan  und  du  das  abe  an  diesem 
brieff  gegen  den  wisen  und  bescheiden  meister  und  rat  zu  Straszburg  vorgenant,  gein 
jungher  Johans  von  Liechtenberg  egenant,  allen  den  iren  und  allen  iren  helffern,  wer 
die  gewesen  und  wie  die  genant  sint,  und  auch  gegen  vroü  Fyen  Pullerin,  Wirch 
Pullers  seligen  witewe  und  allen  den  iren  ane  alle  argelist  und  geverde.  und  des  zu  w 
warem  Urkunde  han  ich  myn  eigen  ingesigel  gehencket  an  diesen  brieff,  der  geben 
wart  do  man  zalte  von  gottes  geburte  drutzehenhundert  syben  und  ahtzig  jare  an  dem 
heiligen  osterabende. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166  nr.  66.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend. 

355.  Basel  an  Straßburg :   hat  gerüchtweise   erfahren,  daß  die    Bildung  einer  '« 
Herren-  und  Ritler  gesellschaß  im  Werke  sei,  und  bittet  Erkundigungen  darüber  ein- 
zuziehen. 1387  April  13. 

Williger  dienst  si  üwer  guter  früntsehaft  um  uns  alle  zit  vorgeschriben  mit 
gantzer  stetkeit,  lieben  fründ.  von  des  hofs  wegen,  der  da  kurtzlich  sin  sol  zu  nidren 
Baden,  als  ir  wol  wissent,  da  ist  uns  fürkommen  und  geseit,  wie  sich  da  herren,  ritter  30 
und  knechte  sich  meynent  ze  underreden  umb  ein  geselleschaft  und  vereynung  ze 
tünde,  da  bittent  wir  üch  mit  gantzem  ernst,  wand  ir  die  sint,  die  dem  gelegen  sint 
und  aller  best  kSnnent  und  vermögent  heimlichen  umbe  die  sachen  erfaren,  das  ir 
uff  demselben  hoff  üwer  botschaft  und  kuntschaft  haben  wellent  ze  erfarende,  waz 
da  sölicher  sachen  oder  ander,  die  die  stette  angan  möchten  getriben  getan  und  ge-  3:> 
worben  werdent,  und  ob  ir  ützit  da  erfürent,  das  ir  uns  das  ouch  denne  förderlich 
wissen  liessent  durch  unsers  dienstes  willen  umbe  das  wir  uns  ouch  denne  dar  nach 
gerichten  köndent.         datum  sabbato  ante  Quasimodogeneti  anno  87. 

Heinrich  Ryche  ritter  burgermeister 

und  der  rat  der  stat  Basel.  40 


1387 


1IH 


[In  terto]    Den  fürsichtigen  «rfeen  ansern  sundern  guten  fründen,  dem  meyster 
and  den  rata  der  sini  Strasburg. 

SJr.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  mb.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 


356.  Heinrich  (lamerer  edelkneht  liern  Heinrich  Camerers  snn  schwört  Urfehde  von 
der  Sache  wegen,  .  . .  also  als  mich  die  wisen  bescheiden  meister  und  rat  zfi  Stras- 
burg und  der  edel  jnngherre  Johans  herre  zu  Liehtemberg  ir  burger  und  die  iren  vor 

Löwenstcin  viengent  und  mich  in  iren  sleszen  etwie  lange  zit  gehebt  hatden 

Er  verzichtel  auf  alle  Ansprache  gegen  die  genanten  und  gegen  frowe  l'liycn  Püllerin, 
Wiricli  l'üllcrs  seligen  wituwe.  Er  siegelt  und  auf  seine  Bitten  auch:  her  Syfrit  von 

10  Wildenstein,  her  Heinriche  von  Fleckenstein  der  jünger,  her  Symont  von  Castel,  her 
Johan  von  Wartenberg  ritler  and  Heinrich  von  Herbotzheün  ein  edelkneht.       geben 

e;  aftch  dem  heiligen  ostertage,  alse  man  singet  in  der  heiligen  kirchen  Quasi- 
liti    1387,  1387  April  14. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.   17  nr.  1.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  6  sig.  pend. 

357.  Johans  Pfaffenlap  der  eitere  der  Meister  und  der  Rat  von  Strazburg  an  die 
rheinischen  Bundesstädte:  teilen  mit,  daz  .  .  .  der  edel  jungherre  graf  Emich  zu  Lei- 
ningen groszen  schaden  getan  hant  dem  erbern  fromen  ritter  herrn  Heinriche  von 
Fleckenslein  dem  jungern  unserin  hurger,  sinen  lüten  und  den  sinen  mit  brande  mit 
nomen  mit  gefengnüsze  und  mit  andern  groszen  und  vil  schedelicflen  dingen  mit 
namen  z(i  Sultze  und  zu  Hohenwilre  .  .  .  und  mahnen  um  die  vertragsmässige  Hülfe 
gegen  diesen  Grafen  von  Leiningen.  (Dieselbe  Mahnung  isi  auch  an  die  schwäbischen 
Städte  ergangen.)  datum  feria  seeunda  proxima  post  dominicani  Ouasimodogeniti 
anno   ...  87.  1387  April  15. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  cop.  eh.  coaev. 


358.  Johann  von  Nassau  an  die  rheinischen  Städte :  laszen  uch  wissen,  daz  u\\  <  n 
dienere  und  frunt  uns  aber  vaste  entryden  sinl  ane  unser  wiszen,  also  als  wir  Doch 
in  unser  kriege  und  friede  sin  mit  den,  da  ir  unser  helffere  wyder  syt.  und  wand 
uns  ouch  die  zal  lule  von  uch  nil  gent/.lich  worden  ist,  darumbe  wir  uch  vil  geschriben 
und  gebeten  haut  .  .  .,  so  bittet  er  die  Hülfe  unverzüglich  and  zwar  jest  vollzählig 
zurückzuschicken.         datum  dominica  Misericordia  domini.  [1387  April  21.] 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48|49  B.  fasc.  XI.  cop.  eh.  coaev. 


359.  Graf  Symonl  zu  Sponheim  an  (Mainz):  manen,  daz  ir  uns  schicken  wellent 
uwer  zale  lule  nach   innehalte  der  verbunlnüsze  und  ouch   die  von  Strazburg  und  die 
ander  sletlc   beschribcnl,   da/,  sie   ouch   irc    zale   uns   schicken   wellent.   daz  die  sin  zö 
u  Crutzenachen  von  nü  dunrestage  nehste  komet  über  ahte  dage,  daz  ist  mit  namen  uf 

Iden  diinrestdng  nach  dem  sunnendage  .lubilale.    und  lünt  bar  zu,  also  wir  uch  besunder  Man. 
VI.  25 


192  1387 

geloben  und  getruwen  und  als  ir  woltent,  daz   wir  uch   deten.         datum   Crutznach 
quarta  feria  post  dominicam  Misericordie  domini.  Kreuznach  1387  April  24. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  cop.  eh.  coaev. 

360.  Strassburg  an  die   rheinischen   Städte :   bittet   im   Hinweis   auf   die   bereits 
ergangene  Mahnung  für  Heinrich  von  Fleckenstein,  die  vertragsmässige  «kleyne  summe    .=> 
der  glefen»  zum  Freitag  über  14  Tage  (Mai  16.)  in  die  Stadt  Weissenburg  zu  senden. 

Auch  soll  jede  Stadt  ihre  Boten  mitschicken durch  das,  daz   man   sich   danne 

da  underrede  untereinander,  was  man  mit  den  glefen  schaffen   oder  wohin   man   sie 
legen  wolle.         datum  sabbato  proximo  post  diem  seti.  Georii  anno  dorn.  87. 

1387  April  17.    w 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  cop.  eh.  coaev. 

361.  Gedächtniszettel  für  Straßhur ger  Gesandte.  [1387  April.] 

Zum  ersten  als  der  von  Mencze  frunde  den  andern  stetde  fründen  furgeleit  hant 
von  unsers  herren  des  kunig  wegen,  als  er  mit  etlichen  der  von  Mencze  fründe  zu 
Wirczeburg1  geretd  hat  von  einer  eynunge  mit  den  stetden  am  Rine.  w 

Item   von    dez    dagis   wegen,    der  zu  Eszelingen  sol  sin   uff  mitwoche   aht  dage 
Mai  8.  nach   Walpurgen. 

Item  zu  befelhen  den  botden,  die  man  uff  den  selben  dag  gein  Eszelingen 
schickenne  wirt,  daz  sie  mit  der  von  Spire  frunden  an  den  graven  von  Wirten- 
berg  riden   von   der   zinse  und  gülden   wegen,    die   er   den   von   Spire   schuldig  ist.  20 

Item   von    der  Juden  wegen,   als   sie  cristen   ammen    und   gesinde  haben.  * 

Item  an  Herman  Boszen  und  Rudolff  von  Montfort,  die  der  stetde  helffere 
wordent  wider  grave  Emichen. 

Str.  St.  A.  AA.  110.  Papierzettel 

362.  Johann  von  Nassau  an  Mainz  teilt  mit:  daz  (trotz  seiner  Mahnung)  die  25 
von  Strazburg,  Sletzstat,  Ehenheim,  Hagenowe,  Frideberg,  Geylnhusen  keynen  ir 
diener  noch  keyn  ir  zal  glefen  bi  uns  ligende  hant,  danne  die  von  Spire  hand  nyd 
danne  drye  mit  glefen,  die  von  Worms  zwene  mit  glefen  ietzend  bi  uns  ligende. 
Dass  hingegen  Mainz  und  Frankfurt  ihre  richtige  Anzahl  Glefen  gesandt  haben  und 
dass  .  .  .  uns  die  uwern  nit  entrydent,  als  die  andern  uns  entryden  sind  3  erkennt  er  30 
mit  Dank  an  und  bittet  beide  die  säumigen  Städte  an  die  Erfüllung  ihrer  Bundes- 
pflichten zu  erinnern.         datum  ipso  die  inventionis  sanete  crucis.      [1387  Mai  3.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  cop.  eh.  coaev. 

363.  Verzeichnis  der  Ausgaben,  welche  die  Stadt  Frankfurt  für  Strassburg 
gemacht  hat.  13S7  Mai  8. 35 

1)  200  guldin  7  sol.,  als  sie  uns  gemand  hatten  vor  dy  vesten  Scheehtelon. 


1  Der  königliche  Fürstentag  fand  statt  Anfang  März  1387. 

2  Vgl.  Beschluß  der  Städtebünde  vom  8.  Sept.  87. 

3  Vergleiche  oben  Johann's  von  Nassau  Brief  vom  21.  April.  (1387.) 


1387 


196 


8)  600  guldin,  als  wir  yn  mit  der  groszen  summe  glefen   dieneten,   do  der  von 
Verse  in  Klsas/.  ziehen  sohle  und  man  sich  strijdens  vorsaeh. 

3)  Mino   1383:   15  mit  gleven  und  zwein  eynspennegen  'äi  tage  212  gülden  dm 

ivon  Straszburg  und  Obern-Ehenbeim  zu  dienen. 
4)  anno   1384:   134  gülden  0  sol.   iinsern  dienern  mit  der  groszen  summe  glefen 
von  :;  Dachten,  als  die  von  Straszburg  off  lieir  Johanne  von  Verse  gemaned  hallen, 
dye  wendig  wurden. 
5)  anno  1380 :  80  gülden  den  von  Straszburg. 
Item  so  han  wir  nu  zu  leste  10  mit  gieren,  dye  zu  Wiszinburg  den   obirsteden 

Izu  dinste  in   fruntschafft  laggen  zu   naehlgelde    134  gülden. 
[Ex  libris  cömputationia  anno  domini  1387  quarta  feria  proxima  posl  VValpurgis.] 
3ü4.  Ruprecht   von    Nassau    an    Mainz   und   die    rheinischen  Städte:    wiederholl 
dringlich   seine   schon    vor   Jahr    und    Tag    ergangene    Mahnung    gegen    Sifrid    von 
15  Westerburg   und    Schanenburg    und   erbittet    die   Widersagebriefe   nach  Sonnenberg 
zum  Sonntag  nach  Pfingsten   (fu/ii  2).        geben  uf  den  dunrestag  nach  dez  heiligen 
CTUtzes  dage  alz  ez  funden  wart  anno  87.  1387  Mai  it. 


Str.  St.  A.  G    ü.  P.  lad.  48|49  B.  fasc.  XI.  top.  eh.  coaev. 
Mahnung  vom  12.  Mai. 


Ebenda  fast  gleichlautende 


20  365.  Die   zu  Eßlingen   versammelten  Boten  rheinischer  Städte  an  Straßburg  : 

bitten  um  Vermittlung  zwischen  Ulrich  von  Württemberg  und  seinen  Gläubigern. 

Esslingen  1387  Mai  12. 

Unser  fruntlich  willig  dienst  wissent  allzit  von  uns  berait  voran,  lieben  herren 
und  fründe.  von  solicher  schuld  und  gült  wegen,  die  unser  herre  von  Wirtenberg 
«5  etlichen  stetten  iuwern  und  unsern  aidgenossen  dez  bunds  in  Swauben  schuldig 
sind,  davon  wol  gros  zwaiung  und  brüch  ufferstan  mügent  und  möchten,  nu  haut 
si  wol  etwaz  rede  mit  in  gehabt,  damit  die  sach  fruntlich  mag  nidergeleit  werden. 
darumbe  lieben  frwnd  bitten  wir  iuwere  fiirsichlikait  gar  mit  ernst  vlissig,  da/,  ir 
unserm  herren  graff  Ulrichen  von  Wirtenberg  ainen  gerumten  zug  von  iuwern 
burgern  schallen  von  der  schulde  wegen,  die  er  iuwern  burgern  schuldig  ist  und 
darumbe  er  ietzo  gemant  ist  in  der  wise,  alz  iueh  Anahalm  von  Wile  von  gemainer 
stette  wegen  iuwer  und  unser  aidgenossen  dez  bondes  in  Swauben  ouch  bitten  und 
an  iueh  werbende  wirt,  wan  so  hoffen  wir,  daz  sölich  weg  zwischen  in  erfunden 
werden,  daz  aller  stette  frwnde  und  bürgere,  baidir  irs  und  unsers  bunds  irer  schulde 
dest  furderlicher  bezalt  werden  und  daz  ouch  wir  ze  widersit  dest  basz  ane  krieg 
und  kosten  beliben.  ouch  lieben  friunde,  als  die  von  Basel  in  unser  aidgenossen 
der  swebschen  stette  bund  komen  sind  und  daz  vil  und  dik  an  uns  all  braucht  ist, 
wie  die  sach  verschriben  würde,  daz  si  uns  und  wir  in  verbünden  weren  gelich  als 
ander  die  swebschen  stette,  also  hant  sye  daz  aber  ernstlich  an   uns   erfordert,   dez 


194  1387 

hetten  aber  iuwer  frwnde  uff  dis  zit  nicht  macht,  bitten  wir  iuch  aber  ernstlich 
nauch  dem,  alz  der  vorgenant  Anshalm  von  Wile  an  iuch  aber  werben)  wirt  von 
der  sach  wegen,  daz  ir  iuch  darinne  alz  frwntlich  bewisent,  daz  duz  iistrag  nemo. 
da  erzaigent  ir  uns  sölich  besunder  lieb  und  dienst,  die  wir  mit  willen  gern  unib 
iuch  verdienen  wellen.  geben  ze  Esslingen  von  unser  aller  haisseatz  wegen  ander  i 
Golygen  Walderhaimers  von  Miintz  und  Henslins  Fritzen  von  Spiro  ineigej  an  sun- 
nentag  vor  dem  uffert  tag  anno  domin  i  87. 

Von  uns  der  stette  Miintz,  Worms,  Spiro,  Frankenfurt,  Hagenow,  ScbletstaJ   und 
Fridberg  Wunden  und  botten,  als  wir  uff  dis  zit  ze  Esslingen  bi  ainandor  syea. 

[In  verso]  Den  gar  fürsichtigen  wisen,  dem  maister  und   dein  rate  gemainlichon    w 
der  stat  ze  Strausburg  unsern  besundern  lieben  frwnden  und  üdgenossen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49.  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

366.  Bischof  Friedrich  an  Wilhelm  ton  Grand  willcrs  über  die  Sühne  mit  Johann 
von  Vergy.  Rufm-h  [1387  Mai  J4]. 

Unsern  fruntlichen  grüs  bevor,  lieber  frünt.  als  ir  uns  verschriben  haut  von  is 
der  süne  wegen  der  herren  von  Vergey,  von  Nüwemburg,  sime  sune  und  die  zu  in 
gehörent  und  iren  helffern  uff  einsit  und  uns,  die  stat  von  Stroszburg,  des  riehes 
stette  und  dem  grefen  von  Lutzelstein,  ir  helffer  und  die  zu.  in  gehörent  als  Zschech- 
telon  wegen  uff  die  ander  sit,  daz  der  krieg  verrichtet  sol  sin  also,  daz  man  den 
egenanten  herren  von  Versey  die  egenante  vesti  Zschechtelon,  als  sü  nu  ist,  mit  w 
dem,  daz  dozü  gehört,  sol  lassen  volgen  ungeirret  unser  halbe  und  die  uff  unser 
parte  des  krieges  sint  und  mag  öch  die  vesti  wider  buwen,  ob  er  wil.  do  lont  wir 
uch  wissen,  daz  wir  der  süne  in  der  selben  mosse  einhelliclichen  überkomen  sint 
also,  daz  man  uff  bedesite  die  hubtlüte  des  krieges  iegelich  für  sich  selber  und  für 
sine  helffere  und  diener  desselben  krieges,  als  es  recht  und  gewönlich  ist,  spreche  -•■ 
und  versigele  mit  namen  :  wir  Friderich  byschoff  ze  Strazburg  für  uns  und  unser 
diener  und  helffere;  die  stat  von  Strazburg  für  sich,  ir  diener  und  helffer:  die  rich- 
stette  für  sich,  ir  diener  und  helffere  und  der  grefe  von  Lutzelstein  für  sine  diener 
und  helffere.  und  lant  uns  üwer  antwurt  wider  wissen,  ob  sü  die  süne  also  halten 
wellent.         geben  zii  Rufach  des  zystages  vor  unsers  herren  uffart  tage.  3I, 

[Nachschrift.]  Dis  ist  ein  abeschrift  des  briefes,  so  hern  Wilhelm  von  Grandwür 
geschigket  ist. 

Str.  St.  A    G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  1.  cop   eh.  coaev. 

367.  König   Wenzel  an  Slraßburg :  cerkündigt,  daß  er  über  die  Juden  von  Col- 
mar,  Hchlettstadt  und  Uagenau  seine  Kammerhnechte  und  ebenso  über  die  drei  ge-  35 
nannten  ihm  in  dieser  Sache  nicht  willfährigen  Städte  die  Reichsacht  verhängt  habe 
und  von  Straßburg  Unterstützung  bei   Vollzug  derselben  erwarte. 

Jliirf/litz  1387  Mai  18. 

Wir  Wenczlaw   von    gots   gnaden   romischer   kunig haben   vormals    von 

den  Juden   in   unsern    und  des  reichs  steten  zu   Colmar,    Sletzstat  und   zu   Hagenow   «c 


1387 


l'.C, 


gesessen,  unsere   eamemknechten,    eine    summen    geltes  gefordert    und  gemutet,   da.- 

sie  uns  die  noch  irer  anczal  geben  und  berichten  sollen,  als  uns  die  juden  un-i-rr 
und  des  reichs  siele  in  Swaben  geben  und  beczalel  haben,  im  babi'ii  sich  dieselben 
Juden  wider  Milche  00808  l'orderung  und  geböte  rrevelicheii  gc.-eczcl  und  wollen 
:-,  uns  doran  nichl  gehorsam  sein  als  sie  billichcn  sollen  und  allein  wir  sie  doruinb 
mil  rechte  und  urleylc  vor  unsenn  und  des  reichs  hofgerichte  in  die  achte 
brach)  haben,  ydoch  so  hatten  wir  durch  bele  willen  des  edlen  Sdislawen  von  der 
Wevleninule    laut vogfen    y.u    Insassen,    unsers    liben    getreuen    solche     achte     uf    eine 

genante  czeite  &f  geschoben  in  solcher  meynung,  das  die  vorgen.  Juden  bynnen  det 

in     unsere  gehorsam   koiueii    und    uns  solches  gelte  gebet!    und  bee/alen  sollen,    doruinb 
Hieb  derselbe  lantvogle   Dietrich   sein  sone    und   Luc/.e   und    Hedel    unsere    diener,  den 
vir  ilas   von   rechter   wissen   empfohlen   haben,    mit    in    von    uiisern  wegen    ernstlielien 
[eredel    und  sie  mit    uiisern    briven   geinanct    haben,    und   wann   sie   in   solchem   frevel 
klso    beliben    sind,    das   uns   kein   redlicli  ende   von    in   werden   mochle,    so   haben    vir 
M    sie   vor  demselben    unserm   hofgerichle   in    unser   und  des    reichs   abcrachlc    mit     reiht 
lind     urleylc    gebracht,    als    das     usvveisen    des    hofgeriehles    hrile,    die  doruber  geben 
sind,    ouch  hatten  wir  geschriben  den  vorgen.    steten   C.ohnar,    Sleczsladt     und  llage- 
now  und    in    geboten,    das    sie    die    vorgen.    Juden  dor/.u  halden  solten,    das  sie  uns 
solches  gelle   unverezogenlicheii   richten   und   beczalten,  die    nicht    allein    das    versaget 
■m    haben  zu   lunde,  sunder  sie  in    irer    widervertikeit   gesterket   haben,    dovou    wir    sie 
oiicli   in    unsere   und  des    reiche    achte    mit    rechte  und    urteyle    gebracht    haben,   und 
haben    geboten    den    vorgen.   lanlvogten    Dietrichen    und  Luezen,   das    sie     dieselben 
;ilicraehlc   und  achte   verkündigen   und  offenbaren    sollen,    doruinb  hegen  wir  an   cw- 
rcii   Irewen    ernstlichen   und    wollen,   das   ir    denselben   unsern    dienern    oder    andern, 
m   die    das    von    unsern    wegen   an    eucli    begern  werden,    wider   die  obgenanleii    Juden 
und  siele  zu    verfolgen    solcher  aberachte    und    achte    beygestendig   geralen    und   be- 
hoben sein  sollet,  wenn  ir  (U^  von   i::    ermanel    werdet    und  euch  doran    in  solcher 
nassen  beweiset,  das  wir  ewera  ernste  in  den  suchen  eigentlichen   erlinden   mögen. 
eben  zum  Bargleins  des  liebsten  annähendes  noch  des   heiligen   ifiartstage   «mott 
eiche  des  beheniischen  in  dem  25t   und  des  romisehen  in  dem    11  jaren. 

I'er  doininuin   Kapplcruni   inagistruin   nionele 
\\  lachiueo   de    Wcylenniiile. 
Str.  St.  A.  AA.  107  n.  37.  or.  eh.  lit.  cl. 


368.  Ordnung  zwischen  Schultmachermeistn-n  und  Schuhinncliertjesellen, 

1397  M"i  is. 

Ks  isl   zu   wiszende.    daz  dis  sinl    die  allen   reht,  die  die  schübemacherineister  zu 

Stroszbnrg  gehöbel  hani  von  allers  her: 

Zftm  ersten,  daz  men  keime  knehte  kein  brot  sol  geben  noch  yni  mit  sol  essen 

schicken   für  daz   Ims.   welre   incisler  dirre  dinge  beines   verbreche,  der  bessert   5  sol. 
dem  anluerke.   und    sol    es    des    anlwerckes     meisler     und    daz    gerillte    rügen    nach 
4«   hfirsage.   es  sol  Ach  ein   iegelichcr  meister  sagen   UM  kneble,  so  er  in  dinget,   gange 

In   \me   über  sinen    willen    massig  einen  dag,   also  mannen   dag  er  müssig  gange,  daz 


196  1387 

er  ym  darumbe  für  leden  tag  einen  Schilling  den.  abeslahen  müsse,  und  wil  ein  iege- 
licher  meister,  so  mag  er  dem  knehte,  der  ym  massig  über  sinen  willen  get,  die 
Schillinge  sparen  und  verswigen  untze  der  kneht  von  yme  wil,  so  mag  er  sü  ym 
denne  rechenen  und  abeschlahen.  und  weres  daz  der  meister  dem  knehte  nüt  abe- 
schluge  für  ieden  tag  1  sol.  den.,  so  er  über  sinen  willen  mussig  were  gegangen,  so  s 
bessert  der  meister  für  den  kneht  dem  gerihte  für  ieden  tag  1  sol  den.  also  manigen 
tag,  also  manigen  Schilling,  ez  sol  öch  ein  iegelicher  meister  sime  knehte  yme  be- 
haben  5  sol.  den.  sines  gedingeten  lones  untze  zu  sime  zil.  wer  es  daz  der  kneht 
von  sime  meister  lieffe  in  dem  zil,  so  mag  der  meister  die  egenanten  5  sol.  den. 
yme  behaben,  ob  er  wil  und  sol  kein  des  antwerckes  meister  noch  daz  gerihte  dem  lu 
meister,  von  dem  der  kneht  gelöffen  si,  heissen  noch  gebieten  dem  knehte  die  5  sol. 
den.  wider  zu  gebende ;  sü  sollent  des  meisters  sin,  obe  er  wil  one  mengeliches 
wider  rede,  und  öch  welre  kneht  also  enweg  löffet,  der  bessert  dem  antwerke  5  sol. 
den.  und  sol  mit  sime  meister  überkomen.  alle  die  wile  er  des  nüt  tut,  so  sol  er 
in  dem  burgbanne  keime  meister  dienen  noch  keinen  schnell  machen,  und  öch  welre  15 
meister  den  kneht  darüber  satte  oder  ym  zu  wereke  gebe,  der  bessert  dem  geriht 
5  sol.  den.  und  weres,  daz  der  kneht  mit  dem  meister,  von  dem  er  gelöffen  wcic 
über  komen  wolte,  wolte  denne  der  meister  dem  knehte  zu  herte  sin  mit  dem  über- 
komen, so  sol  daz  überkomen  an  dem  gerihte  ston.  öch  von  welme  meister  sin  kneht 
also  löffet,  so  sol  der  meister,  von  dem  der  kneht  gelöffen  ist,  denselben  kneht  -m 
rügen  und  nemen  eime  des  antwerkes  meister  und  dem  gerihte.  und  welre  meister  daz 
nüt  tete,  der  bessert  5  sol.  den.,  wo  es  dem  meister  und  dem  geriht  für  kerne,  dise  vorge- 
schriben  stücke  und  reht,  wie  men  die  verbreche  und  wo  es  dem  meister  unde  dem 
geriht  für  kumpt,  so  süllent  sü  es  rügen  noch  hörsage  by  dem  eyde,  den  sü  dem  antwerke 
geton  hant.  und  sol  ein  ieglicher  des  antwerckes  meister  und  daz  gerihte  dise  vorge-  ■* 
schriben  stucke  und  reht  eime  yrme  nochkomenden  meister  und  gerihte  in  den  eit 
geben  ez  zu  halten  und  zu  rügen  und  zu  rehtfertigen  und  die  besserunge  zu  nemende 
by  dem  eyde  one  alle  geferde.  und  sol  dise  besserunge  eime  gerihte  fallen  und  mügent 
darmitte  tun  und  lassen,  also  iren  eren  wol  anstot  unschedeliche  irme  eyde.  dise 
srorgeschriben  dinge,  stücke  und  reht  sint  geschehen  mit  des  gantzen  antwerckes  h 
willen  und  gehelle,  wenne  arm  und  rieh  darzü  berüffet  wart,  und  daz  men  dise 
slücke  hanthaben  und  rehtfertigen  sol  in  alle  die  wise,  als  es  do  vorgeschriben  stot, 
so  ist  zö  worer  gezügnisze  unsers  antwerckes  ingesigel  gehencket  an  disen  brief.  der 
geben  wart  an  dem  neusten  samestage  noch  dem  none  tage  in  dem  jore  do  men  von 
gotles  gebürt  zalte  drüzehen  hundert  jor  ahtzig  und  süben  jor.  » 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  Schuhmacherzunftordnungen,  or.  mb    l.  p.  c.  sig.  pend. 
Gedruckt:  Motte  XVII  pg.  60. 

Hegest:  Fritz,  der  oberrheinische  Gesellenausstand.  Ob.  B.  Ztschr.  N.  F.  VI,  132.  — 
Erwähnt:  Schanz:  Zur  Geschichte  d   deut.  Gesellenverbände,  pg.  38. 


369.  Die  verbündeten  schwäbischen,  fränkischen   und  bairischen  Städte   (unter 
dem  Siegel  ton  Eßlingen)  an  Straßburg :  berichten,  daß  der  Sühneversuch  mit   den 


1387 


1<»7 


Herrn  ton  Württemberg  gescheitert  sei  und  daß  sie  deswegen  schwerlich  du  ver- 
tragsmäßige Bundes// Ulfe  leisten   kannten.  Eaalingen  i:iS7  Mai  '47. 
Unser  willig  dienst  und  waz  wir  {jütz  vermögen   wissen!  allezil   von   uns  bereit 

voran,   liehen  frunde.  ez  ist  iuwer  crberiu    bottschafift,  diu   nechsl    l>i    1 1 1 1 -  gewesen  Ist, 

i     also  von  uns  gesehaiden,  daz  wir  iuch  schritten  und  verkünden  sollen,  wie  diu  ~:i< -]i 

und  täding  zwischen  den  von  Wartenberg  und  unsen  ende  näme,  alz  wir   die    ietzo 

TOr  banden  gehebt  haben,  und  also  lassen  wir  iuch  wissen,  daz  die  von  Wurtcnberg 

ir  bollschaffl.  eist  an  dem  hailigen  pfingstabent  zu  uns  saniert,  den    berechneten    wir  um t&. 

unser  schuld   in   etlicher  inasze   und   lellen    unser    rede,    daruh"    dieselben    ir    rat    und 

i"   hotten  antworten  uns,  daz  sy  ez  gerne  wider  an  ir  herren  bringen  wollen    und    uns 

denne  danunh  antwurtten.  die  sind  uff  hiui  beider  zu  uns  komen  und  können  an  ir 

rede  nit  anders  verstän,  denne   daz   ez   ane   umbefüren    ist    und    ist   ouch    diu    saofa 

genlzlieh  zerschlagen,  doch  so  manen  wir  ye  darnach  ze  gedenken,  wie  wir  und  die 

unsern  hezalt  werden,  darumb  lieben  frwnd  mügent  ir  daz  iendert  gefügen.  so  bitten 

is   wir  iuch  mit  allem  ernst  und  flisseclich,  daz  ir    unser    mit   der   summe    der    übrigen 

Kpiesz  schonent,  so  ir  lengest  mügent.  daz  wellen  wir  immer  gern  umb  iuch  in  allen 
ichen  verdienen,  wan  Ir  iuch  selb  wol  verstau  mügent,  daz  wir  derselben  spiess  in 
isen  unsern  Sachen  gar  wol  bedürffent  werden,  aber  doch,  wenne  ir  der  nit  enbern 
wellen!   und  uns  daz  verkündent,  so  wellen  wir  gern  tun,  alz  wir  iuch  schuldig  sien 
'•"    und  alz  wir  hillieh  süllen.         geben  ze  Esslingen  von  unser  aller  haissenlz  wegen  au 
dem  mentage  nach  dem  pfingstag  ander  der  von  Esslingen  insigel  anno  87. 

Gemain  stett  dez  bunds  in  Swaben,  in  Franken  und  in  Bayern, 
alz  wir  ietzo  ze  Esslingen  bi  ainander  gewesen  sien. 
[In  verso]  Den  gar  fürsichtigen  und  wisen  dem  meister  und  dem  rat  zö.  Strass- 
burg  unsern  lieben  aidgenossen. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49.  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  e.  sig.  i.  v.  imp.  del. 


!• 


370.  Graf  Emicho  von  Leiningen   verkündet,  dass  er  zu  einer  Sühne  mit  Heinrich 
von  Fleckenstein,  der  Stadt  Strassburg  und  Hagenau,  mit  denen  er  in  offenem  Kriege 
elegen,  bereit  sei  und  sich  dem  Mehrheitsheschluss  der  Städteboten  auf  einem  Ver- 
la  mittlungstage  ZU  Worms  unterwerfen  und  bis  dahin  Bürgen    stellen    wolle.         geben 
Iuff  die  nehste  mitwoche  nach  dem  heiigen  pfingcstage  des  jares  1387.  1387  Mai  29. 
Frankf.  St.  A.  Copialb.  VII  «•  109  nr.  363.  cop.  coaev. 
371.  Stislaw   von    der  Witenmülen,   Landvogt   im   Elsass,   an   Strassburg :     also 
hahenl  her  Brune  von  Bappoltzstein  und  ich  einen  tag  gemäht    und   bescheiden    gen 
is  Strasburg  uf  nö  sunnentag,  mentag  oder  zinstag  nebst  als  von  dva  ritlers  wegen  von  j„ni»-n. 
Engellant,  den  her  Brune  gefangen  hat.    Bittet    um   sicheres   Geleite    für   Bruno    und 
ine  Leute  nach  Strassburg  und  hofft  auf  gütliche  Beilegang.         geben  uf  fritagnach 
nsers  herren  lichnamen  tag.  [J3S7  Juni  7.1 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  63.  or.  eh.  I.  cl. 

Gedr.  Rappoltst.   Urkb.  II,  nr.  286. 

Vgl.  Albrecht,  Bruno  von  EappolUtein  (Vortrag,  Colmar  1892)  S.  14. 


198  1387 

372.  Ratsbeschluß  über  das  Verhalten  zu  den  früheren  Fehden  der  Außenbürger. 

l.iS7  Juni  10. 

Wen  wir  hinan  furder  zu  burger  emphohent,  was  den  geschiht  und  uferstät  von 

aller  der  Sachen  wegen,  die  sich  vormals  erhebt  hant  und  einen  anfang  und  Ursprung 

hant  gehabt  vor  und  e,  danne  der  oder  dieselben  unser   burger  warent,    in   welchen    <■< 

weg  dass  sie,  darzu  sullent  wir  denselben  nit  hehoKYen  sin.  und  ouch  den,  die  nutze 

har  unsere  bürgere  worden  sint  und  soliche  sachen  zu  uns  hant  braht,  die    vormals 

sich  erhebt  und  Ursprung  gehebt  hant,  den  sullent  wir  och  zu  sölichen    iren    sachen 

weder  geraten  noch  beholffen  sin.  und    sol   ouch    nieman    unsere    bürgere   denselben 

bystendig  noch  beholffen  sin  vor  unserm   rate,   das   wir   denselben   zu    sölichen   iren   10 

sachen  beholffen  soltent  sin.    und   welre    unsere   bürgere    das    dete,    der   sol   besten) 

zehen  pfunde  pfenninge  und  sol  nieistcr    und    rat   dieselbe    beszerunge   bi    dem    eide 

niemanne  varen  laszen  und  sullent  es  ouch  bi    dem  eide  rügen,  rihten  und   rehtver- 

tigen,  wie  es  in  vurkomet    ane   alle   geverde.    —   actum   feria   seeunda  ante  Witi  et 

Modesti  anno  1387.  15 

Nach   dem  Abdruck  bei    Wen  eher,  de  ußburg.  S.  117  u.  118   aus  dem  nicht   mehr  vor- 
handenen Artikel-Buch.  F.  pg.  27. 


373.  König  Wenzel  an  die  Stadt  Strassburg:  sie  soll  sofort  Gesandte  zu  ihm  nach 

Würzburg  oder  Nürnberg  schicken,  wie  er  auch  je  an  Mainz,  Speier,  Worms  geschrieben 

hat.         geben  zum  Burgelins  des  mittewochens  vor  sante  Vitus  tag  unser  reiche  des   » 

beb.  in  dem  4  des  rom.  in  den  1 1  jaren.  Bürglitz  1887  Juni  12. 

Str.  St.  A.  a    d.  Saul  I  B.  nr.  VII  nr.  36.  or.  eh.  1.  cl.  c   sig. 
Gedr.  B.  R.  A.  1,  560  nr.  310.  vgl.  dort  üb    die  Datierung. 
Beg.  Boos,  Wormser  ürkb.  II  nr.ß88. 

374.  Notiz  aus  der  Nürnberger  Stadtrechnung  mit  der  Angabe,  dass  ein  Bote  mit  25 
Briefen    nach    Strassburg    [wegen    des    Anschlusses   der   rheinischen    Studie    an    das 
Bündnis  mit  dem  König]  entsandt  sei.  1387  Juni  12. 

Nach  Weizsäcker,  D.  R.  A   I,  551.  not.  1. 

375.  Verbannung  aus  der  Stadt.  [13S7  Juni  20.] 
Item  Memmelot  de  Morschele  der  Jude,    der  Walich,  der  in  dem  minister  funden  30 

wart  unde  der  umbe  daz  münster  gestrichen  wart,  het  dise  stat  by   sime   jüdischen 
eyde  eweklich  versworen  tag  und  naht  eine  mile,  und  wo  man  in  in    den    zilen   er- 
griffet, so  sol  man  in  ertrencken.        actum  feria  quinta  ante  diem  .lohannis  baptiste. 
Aus  dem  .Heimlich  Buch»  fol.  5G  «  nach  Hegel,  Kötiigshof.  II,  1022. 

376.  Verzeichnis  der  Judenabgaben  zum  Johannislermin.  l.t.sT  Juni  24. 
De  feste  Johannis  baptiste  sub  anno  87  de  censibus  : 
Item  für  Giitelin  dedit  3  guld. 


I 


1387  190 

It.  Lawelin,  dm*  wurl.  dedit.  0  guld. 
It.  Elyol.  von   Avion  dcdit  20  guld. 

It.  Jeckelin  dedil  loo  guld.  und  sin  dohterman  Minolta  5  guld. 
It.  Abraham  von  Spire  dcdit  15  guld. 
It.  Loser,  Symundes  dohterman  ded.  l1ji  guld. 
It.  Malhis  von  Brisach  dedit  12  */2  guld. 
It.  Salamon  Mathis  bruder  5  guld. 
It.  Joscp  Hose  ded.  70  guld. 
It.  Joseps  brüder  ded.  5  guld. 
It.  Salamons  wittewe  dedit  5  guld. 

[It.  her  Claus  Hock  dedit  100  guld.  von  Symundes  wegen,  dedit  etiam  50  guld.]1 
[It.  Abraham  von  Spire.]1 
It.  Kirse  dcdit  60  guld. 
It.  Lowe  von  Wesel  dedit  10  guld. 
II.  Swartz  Eberlin  dedit  5  guld. 
It.  Göselin  von  Mollesheim  dedit  15  guld. 
It.  Lowe  von  Ulme  dedit  40  guld. 
It.  Symund  von  Spire  dedit  15  guld. 
It.  Menelin  von  Ulme  dedit  90  guld. 
It.  Ysenlin  von  Bretheim  dedit  20  guld. 

It.  der   riebe    Symund    dedit  200  und   3  guld;   dedit  etiam    15  guld.  für   Finelin 
sin  dohterman. 

Summa  727  guld. 


sin 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  174  nr.  13.  conc.  eh.  (Zettel).    Die  ganze  Aufzählung  ist  durch- 
25  gestrichen. 


1377-  Graf  Simon  von  Sponheim  an  Mainz:  erklärt,  dass  er  zwar  vormals  auf 
dem  Städtetage  zu  Speier  zugegen  gewesen  sei,  aber  nichts  davon  erfahren  habe, 
dass  Strasslmrg  einen  neuen  Tag  angesetzt.  Erst  in  seiner  Abwesenheit  habe  sein 
Caplan  von  Mainz  aus  die  Nachricht  erhalten  und  sei  selbst  nach  Mainz  geeilt  .  .  . 
30  doch  wie  dem  sie,  so  wollen  wir  noch  hutestages  gerne  verlyben  an  uch,  den  von 
Kränkeln  rl,  den  von  Spir  und  den  von  Wormsze  odir  an  uch  und  der  stetde  eyne, 
weliche  ir  zu  ach  nemen  wullent  von  den  dryn  steten  vorgeschriben,   wie    uch   das 

tbequenielieh  ist  zu  besehen,  hau  wir  uns  an  dieheynen  Sachen  nach  unsere  rede 
und  der  von  Straszburg  Widerrede  verkurtzet,  darzu  wulten  wir  tun  und  das  abe- 
legen als  gelymplichen,  das  ir  sehen  soltent,  daz  uns  mit  allem  gelimpe  wole  ge- 
nügen solte.  also  haut  sie  sich  gein  uns  auch  verkortzett,  das  uns  desselben  gliche- 
wis  wiilcniinb  von  yn  geschee.  dalum    anno  domini  1387  sexta  feria  ante  diem 

sie.  Margarete  virginis.  1887  JtUi  12. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  b  fasc.  XI.  eop.  eh.  coaev.  mit  Verschickungsschnitten  und 
4u  Siegelspuren  des  großen  Mainzer  Stadtsiegels. 


Ist  in  der  Vorlage  ausgestrichen. 

VI.  26 


200  1387 

378.  Bischof  Friedrich  von  Straßburg  an  den  Slraßburger  Rat  über  Abhaltung 
eines  neuen  Sühnetages  mit  Johann  von   Vergy.  Benfeld  [1387]  Juli  14. 

Unsern  grösz  bevor,    lieben   getruwen.    als    wir   und   uwer   botten   zu    leste   z& 
juii  i8.  Zabern  eins  tagez  überkoment  von    dez   von   Vergey    wegen   dez   nehsten   donrestag 

vor  sant  Jacobs  tage,  daz  ist  uf  donrestag  nehst  kummet  und  soltent  unser  '■• 
iegliche  do  sin  mit  vollermaht,  do  wissent,  daz  uns  die  antwurt  wider  ist  kumen 
von  dem  von  Nuwenburg  und  von  hern  Wilhelme  von  Grandewilr,  daz  si'i  den  tag 
also  uf  disen  nehsten  donrestag  leisten  und  die  sache  volleenden  wellent  zu  Mase- 
münster.1  do  hant  wir  yn  widerumbe  versehriben  von  unser  aller  wegen,  daz  wir 
denselben  tag  also  leisten  wellent.  darnoch  wissent  i'ich  zö  rihtende  und  verkündent  io 
daz  dez  richez  stetten.  daz  wir  der  Sachen  ein  ende  machent,  daz  dunckt  uns  göt 
sin.         geben  zu  Benfeit  dez  sunnendags  uf  sant  Margareten  obent. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  or.  eh.  lit.  ct. 


379.  Bischof  Friedrich  von  Straßburg   bittet   den  Grafen   von  Lützelstein  um 
Besiegelung  der  von  ihm,  Straßburg  und  den  rheinischen  Städten  mit  Johann  von  » 
Vergy  vereinbarten  Sühnebriefe.  Benfeld  [1387]  Juli  20. 

F.  episcopus  argent.         Unsern  früntlichen  gros  bevor,  lieber  öheim.  als  wir  von 
einander  schiedent  zö  Zabern8  von  der  sune  wegen  des    von  Vergey    und    des   von 
Nuwenburg  und  und  des  einen  dag  überkoment  die   s&ne   zu   follefurende   des   dun 
juii  in.  restages  vor  sant  Jacobes  dage  nehst   vergangen   gen   Masemünster,8   do   sint   unser  *« 
frünt,  die  stat  von  Strasburg    und   des   riches    stette    der  süne   überkomen,    als   die 
sune  vor  ziten  beret  ist  noch  lute  der   abegeschrift,    die   wir   uch   hie   mit   sendent, 
die  man  zu  latine  briefe  darüber  sol  machen,  die  wir  allesament  und  unser  ieglicher 
besunder  besigeln  sollent,   als  wir  zu  Zabern    von  einander  schiedent.  do  bitten  wir 
uch,  so  dieselbe  briefe  noch  lute  diser  abegeschrift,  die  wir  uch  hie  mit  sendent,  zu  2i 
latine  gemäht  werdent,  das  ir  mit  uns  und  den  andern,  als  vorgeschriben  stot,   för- 
derlichen besigelnt,  daz  kein  ander  unrat  darin  fallen  müge,  wan  die  süne  slehtlichen 
begriffen  ist,  als  sü  vor  ziten  beret  ist.  geben   zu    Benefelt   des  samestags  vor 

sant  Jacobes  dag. 

[In  verso]   Dem  edeln  unserm  lieben  oheime,  dem  grafen  von  Lützelstein.  80 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22.  faso.  1.  cop.  eh. 


1  Dieser  auf  den  18.  Juli  angesetzte  Tag  ist  wohl  derselbe,  den  eine  Notiz  meint,  welche  sich  unter 
einem  unvollständigen,  dem  späteren  Vertrage  vom  Juli  29  oder  August  14  fast  gleichlautenden  Entwürfe 
findet :  Item  men  ist  eines  dages  überkomen,  alle  ding  zu  vollenden  von  des  herren  von  Vergey 
wegen  zu  Than  oder  zu  Senheim  und  sol  men  do  sin  mit  vollermaht.  Vgl.  auch  Ebrard,  Strasburgs 
Fehde  mit  J.  de  V.  S.  15. 

2  Nach  dem  Briefe  Friedrichs  von  Juli  14  hat  der  Zaberner  Tag  schon  vor  diesem  Datum  stattge- 
funden. 

3  Von  Masmünster  ist  auch  die  Ausfertigung  des  Vertrages  (August  14)  datiert. 


, 


380.  Friedensschluß  mit  Jean  de   Vergy.  [Masmünstcr]  1387  Juli  2». 

Nos  Frydericus  dei  gratia  episcopus  Arg.,  Wetzelo  Marsilis  miles  magister  et  con- 

Hsules  civitatis  Arg.,  Tislaus  de  Witenmülcn   presefl  WH  advocatus  in    Alsacia  racione 
imperii  generalis,  Heinricus    comea   de    Parvapetra    recognoscimus  publice   DOtamqoe 
laciinus  universis  tenore  presentium  litterarum  pro  nobis  et  nostris  successoribus  adiuto- 
ribu.s  servitoribua  subditis  et  ad  nos  pertinenlibus,  quod  ratione  guerre,  quam  habuimus 
Icum  nobili  domino,   domino   Johanne  de  Versey,   domino   in  Fomans   occasione   seu 
causa  castri  Schettelon  nuncupali  Metensis  dyocesis  pro  nobis  ac  nostris  successori- 
bus  adiutoribus,  servitoribus  et  ad  nos  pertinentibus  racione   eiusdem  guerre  et  om- 
io  nium  que  exinde   contigerunt   et   emerserunt    usque   in   diem   hodiernum    pro   nobis 
omnibus    prenominatis    et   noslrum   quolibet   singulariter   cum    predicto    domino    Jo- 
hanne de  Versey  domino  in  Fomans  ac  domino  Theobaldo  domino  Novicastri  lantgra- 
io    ad    Palinan    et    domino    Theobaldo    fdio    suo  domino  in  Schettelot  super  fluvio 
ubii    et,  in  Schettel    super  Musella  adiutoribus  in  guerra   predicta   domini    Johannis 
de  Versey  domini  in  Fomans  prenominati  et   cum    omnibus  eorum   adiutoribus   ser- 
itoribus  subditis  et  ad  eos  pertinentibus  et  cum  quolibet  eorum  singulariter  ex  parte 
erre    predicte    totaliter  et  pure  et    de  omnibus  rapinis  incendiis    et   homicidiis   et 
tiam  ex  parte  castri  Schettelon  prius  dicti  et  omnium    pertinenciarum   eius    necnon 
omnium  eorum  que  contigerunt  et  emerserunt  in  predicta   guerra  et  eius    occasione 

Iseu  causa  usque  in  diem  hodiernum  sumus  bene  pacati  et  hnaliter  ac  in  toto  con- 
cordati  sie  etiam  quod  tenemur  supra  dicto  domino  Johanni  de  Versey  dictum 
castrum  Schettelon  [cum  omnibus  et  singulis  pertinentiis  et  appendieiis  eiusdem  cas- 
tri de  Chastoillon] '  prout  nunc  est  permittere  cedere  sine  impedimento  ex  parte  nostri 
et  eorum,  qui  pro  parte  nostra  fuerunt  in  guerra  prelibata  et  idem  dominus  Johan- 
25  nes  de  Versey  predictum  castrum  reedificare  poterit  si  volet  seu  dum  ei  videbitur 
expedire.  et  renunclamus  ac  promittimus  pro  nobis  ac  omnibus  nostris  successoribus 
adiutoribus,  servitoribus,  subditis  et  ad  nos  pertinentibus  et  pro  quolibet  nostrum 
singulariter  ratione  dicte  guerre,  in  perpetuum  nichil  exigere  neque  postulare  a  do- 
mino Johanne  de  Versey  domino  in  Fomans,  domino  Theobaldo  domino  Novicastri 
30  antgravio  ad  Palman  et  domino  Theobaldo  filio  suo  domino  in  Schettelot  super 
flluvio  Dubii  et  in  Schettel  super  Musella,  adiutoribus  in  supradieta  guerra  domini 
Johannis  de  Versey  supradicti  nee  eciam  ab  adiutoribus,  servitoribus  et  subditis 
eorundem  seu  pertinentibus  ad  eosdem  neque  etiam  procurare,  quod  ratione  seu 
occasione  dicte  guerre  aliquid  ab  eisdem  exigatur  seu  quomodolibet  postuletur 
raude  et  dolo  exclusis  in  omnibus  suprascriptis.  et  in  omnium  et  singulorum  pre- 
issorum  testimonium  nos  Frydericus  episcopus  Arg.  pro  nobis  et  nostris  nos- 
trum  sigillum  nosque  Wetzelo  Marsilis  magister  et  consules  civitatis  Arg.  pro  nobis 
et  nostris  civitatis  eiusdem  sigillum;  nos  etiam  Tislaus  de  Witenmülen  preses  seu 
advocatus  in  Alsacia  ratione  imperii  generalis  pro  nobis  et  eiusdem  imperii  civita- 
tibus  et  opidis  in  Alsacia  nostrum  sigillum ;  ac  nos  Heinricus  comes  de  Parvapetra 
pro   nobis,   nostris   heredibus  et  aliis    nostris    etiam    sigillum  nostrum  appendi    feci- 

1   Von  anderer  Hand  übergeschrieben.  Dieselbe  Hand  verändert  Versey  stets  in  Vergeyo. 


202  1 387 

mus  litteras  ad   presentes.         datum  feria  secunda   proxima  ante   diom    sancti  Petri 
ad  vincula   a.   d.   millesimo  trecentesimo  octogesimo  septimo.1 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  nr.   I.  or.  mb.  mit  Siegeleinschnitten,    doch  nicht  vollzogen.  — 
Ebenda,  1)  cop.  eh.  coaev.  —  2)  deutsche  Uebersetzung  —  3)  französische  Uebersetzung. 

381.  Scha/fliausen  an  Slraßburg  .•   nimmt  seinen  Münzmeister  Markus  in  Schulz    b 
gegen  den  laut  gewordenen   Verdacht  minderwertiger  Prägung.  1387  August  1. 

Den  wisen  fiirsichtigen  unseren  besundren  guten  fründen  .  .  dem  burgermaistcr 
.  .  und  dem  rät  ze  Strasburg  enbieten  wir  der  vögt  und  .  .  der  rat  ze  Schafhusen 
unsern  willigen  dienst  berait  in  allen  sacben  und  tünt  üwer  wissehait  ze  wissen, 
das  Markus  der  münezmaister,  der  üwer  und  unser  burgerjst,  für  uns  bracht  bett,  io 
wie  er  in  ettlichem  zig  si,  das  er  öch  der  bösen  haller  geschlagen  söl  hau  und  daa 
er  sich  darumb  vor  üch  versprochen  sölt  han  uff  den  nechsten  mentag,  der  nu  was 
juii  23.  vor  sant  Peterstag  ze  ingendem  ögsten.  der  tag  aber  in  ze  kurcz  was.  von  im  wart 
juii  st.  darumb  erst  enbotten  uff  die  nechsten  mitwochen,  du   nach   dem   egenanten   mentag 

kam.  da  sol  üwer  wissehait  wissen,  das  unser  gnediger  herr  selig  herezog  Lüpolt  u 
von  Oesterrich  mit  andren  herren  und  stetten,  die  ouch  müncz  hant,  ainer  müncz 
uberain  kament,  wie  man  die  schlahen  und  halten  und  sölt,  das  nun  phunt  baller 
vier  Schilling  minrer  ain  vin  mark  silbers  usser  dem  für  tun  sölt.  und  hattest  öch 
wir,  darzü  gesetzet  alwegent  zwei  ünsers  geswornen  rates  und  ainen  goltschmid,  der 
öch  darumb  gesworen  hatt,  die  das  gelt  alwegent  versüchtent  an  der  wag  und  usser  20 
dem  für.  und  wenn  man  das  gerecht  fand,  so  hies  man  es  erst  münezen.  die  müncz 
hielten  wir,  als  bi  der  geseezt  und  ordenung  gemachet  und  geordenett  was,  unez  uff 
die  zit,  das  uns  für  kam,  daz  ander  lüt  die  müncz  swecher  schlügint,  denn^  als  si 
geordenett  und  geseezet  was.  und  für  das  mal  hortent  wir  und  öch  er,  daz  wir  mit, 
nie  schlügent.  und  wissent,  daz  er  sich  in  der  sach  recht  und  redlich  gehalten  hett  z."> 
und  als  es  geseezet  und  geordenet  was.  da  bittent  wir  üwer  wissehait  mit  ganezem 
ernst  flisseklich,  das  ir  denselben  Markus  üwern  und  ünsern  burgern,  unschuldig 
habint  und  im  öch  in  siner  sach  erschiessint  und  in  fürderint,  als  wir  üch  das  wol 
getrüwent  in  den  worten,  daz  wir  in  sölichen  und  in  meren  sachen  iemer  dest  gerne* 
tun  wellent,  daz  üch  und   den   üweren   lieb    und    dienstlich   ist.  geben    an    sant  so 

Peterstag  ze  ingenden  ögsten  anno  87. 

[In  verso]  Den  wisen  und  fürsichtigen  unseren  besunderen   guten  fründen   dem 
burgermaister  und   dem   rat  ze   Strassburg. 

Str.  St.  A.  AA.  Münze,  lad.  24  nr.  1.  or.  eh.  I.  cl. 

Erwähnt  bei  Cahn,  Münz-  u.  Geldgeschichte  der  Stadt  Straßburg.  (1895.)  S.  50.  35 


1  Das  Datum  ist  teils  ausgestrichen,  teils  unterstrichen  und  dafür  von  anderer  Hand  hingeschrieben  : 
et  actum  in  villa  Masemsvalle  Basiliensis  diocesis  in  vigilia  assumptionis  beate  Marie  virginis  gloriose 
(August  14).  In  der  Kopie  steht  das  ursprüngliche  Datum,  das  korrigierte  ist  erst  von  viel  späterer  Hand 
nachgetragen.  —  Das  spätere  Datum  findet  sich  auch  in  der  gleichzeitigen  deutschen  u.  französischen 
Uebersetzung.  Der  Tag  zu  Masmünster  war  auf  den  18.  Juli  angesetzt.  Vgl.  dazu  den  Brief  Bischof 
Friedrichs  vom  6.  August  1387. 


1387 

2.  Bischof  Friedrich  an  die  Stadt  Straßburg:  schickt  den  mit  Jean  de  Vergy 
zu  Masmünster  vereinbarten  Siihnebrief  zur  Besiegelung.     Rufach  [13-87]  Augu*t  «. 
I  ii-ern   grüs   bevor   lieben   gclruweii.    wir  lont    ucli    wissen,  das   unser  (runde   sin! 
koinen    von  dem   dage  zu   Maseim'insler  von  der  YValheii  wcjri'ii    und  ist    inen  der  snne 
l    gentzlichen  überkomen  und  sol  ane  gon  ufi   unser  l'r<">wen  dag  nebst   kommet  al-  der  A»a<uti3. 
frid«  usget,  der  do  vür    gemäht  was.  und  sendent    uch  den  briefT  3er  süne  mit   un- 

Bserm  ingesigel  besigelt  und  den  briefT  zu  latinc,  den  ir  gemäht  hattent,  r  do  ane  sehen 
ir  wol,  was  die  Walben  zu  und  druber(?)  geton  baut,  und  ist  nit  me  dan  als  ir 
wol  sehenl  in  dem  selben  brief'e  Hebel  lelon  mit  siner  zügehorden  und  daz  die  date 
io  verwandell  ist,  wan  es  oueb  also  beret  wart  und  ouch  in  der  lützsehen  notleln  slont 
geschriben.   dar   umb  80  wellent   den   briefT  bcsigeln    mit    uns   und   wellent   dem    grefen 

»von  Lützelstein  und  dem  lantvogete  ouch  enbieten  und  versebriben,  daz  sü  den 
selben  sünebrieff  ouch  besigelnt.  daz  wellent  wir  ouch  dün,  daz  wir  der  sachen  zfi 
einen  ende  koment,  wan  es  lange  genug  gewert  hat.  ouch  sendent  wir  uch  die  abe- 
i5  gesehrilt  zu  laline  des  briefes,  als  men  überkomen  ist,  den  uns  die  Walhen  wider- 
niii l>  sollenl  geben  hil nigeM,  daz  ir  ach  dar  noch  kiinnent  gerillten,  und  wellent  dia 
sebatleu  f'ürderliehcn  geendet,  daz  kein  unral  dar  in  lallen  müge,  diewile  men  zu 
einen  ende  kommen  ist.  daz  duncket  uns  gut  syn.  geben  zii  Rüfach  des  zinstages- 
ull'  sant  Hixtes  dage. 

2o  Str.  St.  Ä.  G.  ü.  P.  lad.  22  faso.  1.  or.  eh.  lit.  cl. 


383.  Bischof  Friedrich  von  Straßburg  mahnt  den  Grafen  Wilhelm  von  Lützel- 
stein an  die  Besieghing  des  Sühnevertrags  mit  den  Welschen.  [1387  nach  August  6.] 

Unsern  grüs  bevor,  lieber  Öhem.  als  ir  uns  den  sünebrief  nüt  besigelt  hant 
den  wir  uch  und  die  von  Straszburg  gesaut  baut,    und  ir  meynent   uch   und   uwem 

■  belfern  solle  ein  verziehunge  besehen  von  eime  künige  von  Franckrich,  da  wissen, 
daz  ir  uns  dez  nie  gedahten  zu  keyner  zit  und  nemelich  uff  dem  tage  zu  Zabern, 
do  wir  und  ir  und  die  von  Straszburg  by  in  warent,  da  die  notele  gemäht  wart 
und  uch  benügete  und  ir  uch  versprochent,  ginge  ez  also  der,  so  woltent  ir  die 
süne  also  ufT  nemen.  daz  haben    wir    oueb  getan    in    alle    der   maszen.    als    wir    von 

H  Zabern  schiedent  und  habent  wir  ouch  vor  die  süne  briefc  gesprochen,  da  hiltent 
wir  uch,  als  ernstlichen  wir  yemer  künent,  daz  ir  die  sache  sichtlichen  dar  laut  gan, 
als  ir  uch  versprochen  hant,  want  ir  wol  wissen  inugent.  und  wer  uns  noch  lieber, 
wir  hettent  zehen  jor  gekrieget  den  wir  zu  sollichem  ungelimpfe  kement.  doch  so 
wellent  wir  alle  unser  bestes  dar  zu  tön  an  die,  da  wir  truwent,  daz  gut  sige,  den 
die  verziehunge  besehe,  da  von  lieber  ohem  so  tünt  ez  durch  unser  und  uwer  selbes 
willen  und  besigelt  den  brielV  förderlichen,  daz  kein  anrät  dar  ynfalle. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  nr.  1.  cop.  eh.  coaev. 


'   Vgl.  oben  nr.  380  vom  89.  Juli  87. 


204  1 387 

384.  Graf  Johann  von  Nassau  an  Strassburg:  führt  unter  ausführlicher  Dar- 
legung Klage  über  den  Erzbisehof  von  Köln,  der  ihm  den  geschlossenen  und  be- 
schwornen  vierjährigen  Bund  gebrochen  und  ihn  auch  sonst  schwer  geschädigt  habe, 
und  warnt :  uch  und  üwer  stait  gemeynlichen,  daz  ir  uch  hudet  und  gewarnt  syt 
vor  yme  und  den  synen,  daz  sy  uch  nit  dun,  als  sy  mir  gedan  hant.  datum  anno 
1387  feria  quarta  ante  diem  scti.  Laurencii  martyris  nostro  sub  sigillo. 

1387  August  7. 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  1.  p. 


385.  König  Wenzel   an  Strassburg :  beglaubigt   seinen    Gesandten  Hinczik    Pflug, 
Hauptmann  zu  Luxemburg.        geben  zu  Nurenberg  des  sunabends  nach  unser  frawen  io 
tag  assumptionis  reg.  boh.  25  reg.  rom.   12  jar.  Nürnberg  1S87  August  17. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  45.  or.  eh.  I.  el. 


386.  Der  ammanmeister,  die  rate  und  die  burger  gemeinlichen  arme  und  reich 
der  stat  zu  Strazburg  sullen  antwurten  [wegen  des  von  Bruno  von  Rappoltstein  ge- 
fangenen englischen  Ritlers  Harlcston  und  auf  Befehl  König  Wenzels]  dem  herrn 
Heinrichen  Weyszkle  des  hochgebornen  fursten  und  herren  Rischartes  kunigs  ze  Engel- 
lant  und  frawen  Annen  kunigin  seiner  elichen  frawen  diener  uff  den  nehsten  tag 
Sept.  30.  nach  sant  Michels  tag,  der  schirst  kumt.  geben  zu  Nurenberg  an  mitwochen 
vor  sant  Bartholomeus  tag  anno  1387.  Nürnberg  1387  August  21. 

Str.  St.  A.  AA.  113.  or.  eh. 


387  Abschied  des  rheinischen  Städtebundtages  zu  Speier. 

Speier  1387  September  1. 

Gedächtnusz,  als  der  städt  frunde  am  Ryne  mit  namen  von  Strazburg  herr  Götze 
von  Grostein,  herr  Hanns   von   Stille  rittere  und  herr  Heinrich   Lymer   altarhmeister 
von  Mentze  etc.,  zu  Spire  bi  einander  gewesen  sint  und  umb  dise  hernach  geschriben   25 
Sept.  i.   artickele  also  gescheiden  sint  an  sontag   post  Johannis   tag   decollationis   anno  1387. 

Item  hat  man  mit  der  swebischen  stetde  botschaft  genzlichen  überkomen,  das 
sepi.  8.  man  in  den  stetden  uf  disen  nehsten  frowen  tag  nativitatis  den  Juden  verbieten  sol 
keine  cristine  ammen  noch  magit,  die  in  diene,  zu  haben  bi  einre  pene  hundert 
gülden,  die  der  Jude  oder  judin,  die  das  uberfaren,  als  dicke  sie  das  tedin,  der  statt,  so 
da  sie  geseszen  werent,  geben  soltent,  und  sie  derselben  pene  bi  dem  eide  nit  zu 
überheben,  und  sol  man  auch  der  ammen  oder  magit  die  stat,  da  sie  geseszen  und 
den  Juden  gedienet  hette,  ein  jar  verbieten. 

Item  sol  man  hinder  sich  bringen  bisz  uf  den  nehsten  tag,  daz  die  Juden  in  ju- 
discher   waid    und    nach   judischen   sitden    giengen,    als    in   zugehörit   und  in    alter  35 
gangen  hat. 

Item  daz  man  das  cristine  gesinde :  ammen  und  magde,  das   in    dienete,    under 
ougen  mit  eime  brande  zeichente. 


1387  m 

Item  daz  alle  kouflute  nu(t)  fi'irbasz  me  in  die  vastenmesse  gein  Franckenfurt 
qwemen  uf  den  sontag  Oculi  und  dannen  füren  uf  den  sontag  .Judica,  und  dasz  bei 
einre  pene  nicman  darnach  nicht  kaufte  noch   verkaufte. 

Item  wegen  juden-wechsel,  die  das  gelt  usz  dem  land  machen,  dasz  das  versor- 
5    get  werde. 

Aus  Wenckeri  excerpta  II,  364  <>.  gedr.  Weizsäcker,  D.  R.  A.  I,  581  nr.  317. 

B388.  Beschluß  der  schwäbischen  und  rheinischen  Bundesstädte,  den  Juden  das 
Halten  von  christlichen  Ammen  und  Dienstboten  bei  hoher  Strafe  zu  verbieten. 
1387  September  8—14. 
|^^       Man  sol  wiszen,   daz  der  swebischen  stetde    und    rynschen    stede    frunde  gentz- 

»lich  übirkommen  sint,  daz  man  in  allen  yren  steden  den  Juden  verbieden  sal  keyne 
cristen  ammen  noch  cristen  maget  zu  haben,  die  yn  dynen  bij  eyner  pene  von 
hundert  guldin,  die  der  Jude  oder  judynnen,  die  daz  ubirfuren,  alsz  dicke  sie  daz 
teden,  der  stad,  do  sie  geseszen  weren,  geben  solten.  und  solte  man  sie  derselbin 
15  pene  bie  dem  eyde  nit  überheben,  und  sol  man  auch  der  ammen  oder  der  maget  die 
stad,  do  sie  gesessin  und  den  Juden  gedynet  hette,  eyn  jar  verbyden.  und  dis  ist 
den  Juden  zu  Franckenford  von  Hertwine  Wieszen  und  Gifride  von  Holtzhusen  bur- 
germeistern  in  yrer  schul  verkündet,  anno  domini  1387  infra  oetavam  nativitatis 
Marie  virginis  gloriose, 
so  Frankfurter  St.  A.  Copialb.  VII»  fol.  110  nr.  364. 

1389.  B  u  nde  sabrechn  u  ng  z  u  Spei  er.     Die  Städteboten  sind  :  von  Strass- 
burg    Johann    von    Stille    Ritter,    Johann    Messerer   Altammanmeister.    —   Mainz: 
Georg   Waldertheim,   Peter  Winsberg.  Worms:   Johann  Dierolff,   Brechtel   Bonn.  — 
Frankfurt:  Heinrich  von  Holtzhusen.  —   Friedberg:    Heinrich  von  der  Zit.  — 
28  Ehenheim:     der     Stadtschreiber.     —     Wetzlar:     Hermann     Holtzheimer.     — 
Gelnhausen:     Thenne   Kreinfelt.  —  Phedersheim:   Fritzlin  Schnider.     Ausge- 
geben haben   seit  der   letzten   Rechnung:    Mainz:   000    Gulden   einschliesslich   der 
!50  Gulden  an  den  Grafen  von  Solms.  —  Strassburg:  86  Gulden.  —  Worms: 
!5  Gulden.  —Speier:  345  Gulden.   —  Frankfurt:    134    Gulden.  Hage- 

nau:  20  Gulden.  —  Friedberg  27  Gulden.  —  Gelnhausen  18  Gulden.  — 
\\  'c  i  s  senburg  :  45  Gulden.  —  Ehnheim:  3  Gulden.  In  Summa  1503  Gulden. 
Hierzu  soll  jede  Stadt  beisteuern  von  jeder  Glefe  der  vertragsmässig  grossen 
Summen  Glefen  :  3  Gulden  3  '/t  Groschen.  Da  nun  die  Gesammtzahl  der  Glefen 
448  beträgt,  so  entsteht  für  die  Bundeskasse  ein  Ueberschuss  von  9  Gulden. 
Ausserdem  hat  jede  Stadt  zu  den  1000  Gulden  der  Wormser  Zollablösungssumme 
und  den  128  Gulden  «zu  gesuche  gangen >  beizutragen  von  jeder  vertrasgmässigen 
Glefe:  5  Gulden  5  Groschen.  Jede  Stadt  soll  innerhalb  von  3  Wochen  ihre  BetrSge 
Dach  Mainz  einschicken.         actum  donrstag  für  Mathei  ap.  et  evang. 

1387  September  19. 

Str.  St.  A.  Q.  U.  P.  lad.  48/49  B.     conc.   eh.   mit   den   Abrechnungen  anderer  Jahrgänge 
auf  einer    Papierrolle.     Diese    Rechnung    von    1387    findet    sich    dort    noch    einmal 


206  1387 

mit  Hinzufügung  derjenigen  Ausgaben  der  einzelnen  Städte,  welche  nicht  als  Bundes- 
ausgaben anerkannt  und  von  der  gemeinsamen  Rechnung  ausgeschlossen  wurden.  Straß- 
burger Ausgaben  sincTnicht  darunter. 

390.   Strassburger  Gesandte  an   ihre   Stadt:    berichten  von  der  Vorberatung   der 

Mergentheimer  Stallung  (vom  S.  Nov.  1387)   auf  einem  rheinischen  Städtebundstage 

zu    Speier   und   von    dem   Aufbruch   nach   Mergentheim.         datum   uf  sant  Matheus 

abend.  [Mergentheim  1387]  September  20. 

Aus  Str.  St.  Bibl.  Wenckeri  excerpta  2  fol.  364  b. 

Gedruckt:  D.  B.  A.  I.  nr.  318.  —  Vergl.  dort  Anmk.  7  über  das  Datum. 


391.  Ratsbeschlüsse  über.-  Weinverkauf,  Schi /[verkauf  und  Kehricht. 

1387  September  29. 

Unserre  herren  meister  und  rot  sint  über  ein    komen,  wer  wine  köffet   in   dirre 
stat  oder  in  dem  burgbanne  uffe  merschetzen,  es  sy  uff  dem  waszer,  uff  wegen  oder 
uff  karrichen,  der  sol  sie  in  sin  kelre  oder  gewalt    ziehen  und  sol  sie  nit  wider  umb 
verköffen,   die   wine    sint  denne  vor  ahte  tage    in    sime   kelre   oder   in    siner   gewalt  ' 
gelegen,  wer  daz  verbreche,  der  bessert  5  Hb.,  alz  dicke  er  daz  dete. 

Unsere  herren  meister  und  rot  sint  übereinkomen,  daz  nieman  kein  schiff  uff 
merschetzen  köffen  sol  in  dirre  stat  noch  burgbanne,  es  sy  danne  vor  ahte  tage  zu 
offem  merckete  veilgehangen  uff  der  Brüsche  one  geverde.  und  wer  daz  verbreche 
der  bessert  30  sol.  2 

Es  sol  ouch  nieman  keine  fegotte  noch  ander  gererde  schütten   in   die  Brüsche, 
in  die  burggraben  noch  anderswohin  uff  die  almenden  indewendig  der  pfele.  wer  d;iz 
dete  oder  usz  wesz  husz  oder  hof  daz  beschehe,  do  bessert  der  wurt  oder  die  würtin, 
des  danne  der  gewalt  ist,  5  sol.  und  sol  man  daz  ouch  ryhten  noch  horsagen. 
actum  et  pronunciatum  ipsa  die  beati  Michahelis  anno  etc.  87.  2 

Str.  St.  A.  Ordnungen  nnd  decreta  tom.  20  f.  76. 

392-  Bischof  Friedrich  von  Straßburg  und  Landvogt  Styslaw  von  der  Weiten- 
mühle bezeugen  der  Stadt  Straßburg  das  Vorhandensein  des  königlichen  Oerichls- 
privilegs  vom  Jahre  1381.  1387  Oktober  1. 

Wir  Friderich  von  gotz  gnaden  bischof  zu  Strazburg  und  Styslaw  von  der  3 
Witenmülen  ritter  lantvogt  zu  Elsas  bekennent  und  kündent  menglichem  mit  disem 
briefe,  daz  dez  jares  do  man  zalte  von  gotz  gebürte  drützehenhundert  jare  ahtzig  und 
1387  oci  i.  syben  jare  an  dem  ersten  zinstdage  nach  sant  Michels  dage  dez  heiligen  ertzengels 
wir  einen  versigelten  brief,  der  do  versigelt  ist  mit  dez  allerdurhluchtigestem  fürsten, 
unsers  gnedigen  herren,  herren  Wentzlaws  von  gotz  gnaden  römischen  küniges  zu  a 
allen  ziten  merer  dez  riches  und  küniges  zu  Beheim  anhangendem  küniglichem  maje- 
stat  ingesigel  gesehen  und  von  worte  zu  worte  selber  überlesen  haut,  derselbe  brief 
ouch  an  geschrift  und  an  demselben  küniglichen  majestat  ingesigel,  do  mit  er  ver- 
sigelt ist,  gantz  gereht  und  .göt  ist  und  an  keinen  dingen  bresthäft  ist.  und  alsus  von 


1387  207 

wnrle  zu  worte  geschriben  stilt:  Wir  Wenczlaw  von  gotz  gnaden  römischer  kunig  etc. 
etc.  {folgt  das  Privileg  von  1381  wie  unter  nr.  8],  und  wände  wir  denselben  brief 
selber  also  gesehen  und  überlesen  hant,  so  hant  wir  die  vorgcnanten  Friderich  bischof 
zu  Strazburg  und  Styslaw  von  der  Witenmülen  ritter  lantvogt  zu  Elsas  dez  zu  einn- 
geziignüsze  unsere  ingesigele  an  disen  brief  gehencket.        actum  et  datum  ut  supra. 

Str.  St.  A.  AA.  lad.  3.  nr.  17.  or.  mb.  e.  2  sig.  pcnd. 


z 


393.  Bischof  Friederich    von  Strassburg    und   Styslaw   von    der   Wytenmüle  be- 

ii".  ii  der  Stadt  Strassburg   (in  derselben    Form  wie  oben)  das  Vorhandensein  des 

öniglichen  Privilegs  vom  25.  October  1379  (Bd.  V  nr.  13G5).  1387  October  1. 

Str.  St.  A.  AA.  lad.  3.  nr.  18.  or.  mb.  c.  2  sig.  pcnd.,  q.  1  delaps. 


394.    Schultheiss,    Meister    und    Rat    zu    Dambach   an    Strassburg:     raten    um 

Vermittclung  angegangen  in  der  Streitsache  zwischen  dem  Strassburger  Bürger  Hans 

von  Albe  und  dem  Grafen  Werdenberg,  Vogt  auf  der  Burg  Bernstein,  der  dem  cisteren 

wegen  schuldiger  Zinsen  ...  sin  gut  by  uns  mit  gericht  verbotten  habe  .  .  diesen  anzu- 

M  weisen,  sich  gütlich  mit  dem  Vogt    oder    dessen    Amtleuten   auseinander   zu   setzen. 

datum  Francisci  anno  domini  87.  1387  October  4. 

Str.  St.  A.  AA.  2012.  or.  eh.  I.  cl. 


395.  Pfalzgraf  Ruprecht  der  ältere   an  die  rheinischen  Bundesstädte  :   mahnt   sie 

auf  Grund  ihrer  Einigung  gegen  Bertram  von  Vilwile  und  Henne   von  Nordecke  und 

2»  seine   Helfer   um   50    Glefen,    die   am   Dienstag   über    14  Tage   in    Eppenheim   sein 

sollen.         datum  Heidelberg  sabbato  post  diem  beati  Remigii  confessoris  anno  \dS7. 

Heidelberg  1387  October  ü. 
Frankf.  SU  A.  Oopialb.  XV,  22.  cop.  coaev- 


396.  Wetzel  Marsilis  der  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  Speier:  ersucht 
den  Juden  Kursman  von  Speier  ihren  Rürger,  der  mit  ihrem  Gesandten  zugleich 
nach  Speier  gekommen  war  und   dort  gefangen  genommen  wurde,  ledig  zu  lassen. 

datum   feria   proxima  ante   beati   Dionysii   anno   1387. '  1387  October  8. 

Frankf.  St.  A.  Reichs-Act.  nr.  168  b.  Cop.  eh.  coaev. 


397.  Item  Lawelin  der  wöber,  der  zu  Byschofesheim  geweszen  waz  und  der 
ouch  geblendet  wart,  het  ewekliche  versworn  dise  stat  über  Ryn,  und  wo  niiin 
in  hie  dise  site  ergriffet,  do  er  uns  in  unser  gerihte  gevolgen  mag,    so  sol    man 


i    Vgl.  unten  den  Brief  Speier's  vom  16.  Oct.,  und  Straßburgs  vom  21.  Oet. 

VI.  27 


208  1387 

in  ertrencken,   umbe   daz  er    zu   den    Juden    ging  in   unser  stat  und  in  sin   eygin 
kint  veil  bot  und  in  daz  zu  kouffende  wolte  haben  geben,  daz    sü  es  getötet  hettent. 
actum  feria  sexta  ante  diem  scti  Galli  confessoris.  1387  Oetober  11. 

Aus  dem  'Heimlich  Buch»,  fol.  57».  gedr.  Hegel,  Königsh.  II,  1023. 

398.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg   an  die   Stadt :    beklagt    sich    über   unge-    s 
rechte  Zumutungen  Graf  Eberharts   von   Zweibrücken,   welcher   offenbar   willens   sei 
ihn    mit   Krieg   zu    überziehen,   und   bittet   unter   Hinweis  auf  sein  Bündnis  mit  der 
Stadt  .  .  .  daz  yr  uns  schickent  15  gleben  gen  Zabern  in  unser  slos  dez  neisten  dages 

Novbr.  2.    nach   aller  heiligen  tage   nehst  kümpt    in   der    massen,    alz    ir   uns    schuldich    sint 

von  büntnisse  und  einunge  wegen   und  wir  uch  sonderlich  wol  geleubent  und  ge-  iU 
truwent,   want  wir   10  gleben  uff  aller  heiligen   dage   da  vor  haben  wellent.       ge- 
bin  zu   Offenburg   under   unserm   ingesigel   des   jares    1387   dez    samstagz   vor  sant 
Gallen   dage.  Offenbury  1387  Oetober  12. 

Str.  St.  A.  AA.  1409.  or.  eh.  I.  pat.  c.  sig.  impr. 

399.  Speier  an  Strassburg :  antwortet  auf  den  Brief  vom  8.  Oetober,   dass   dem  15 
luden   Kürsman   vor  den    Städteboten  Becht  werden  solle,    dass   aber   auch   sie   den 
Speirer  Juden  Moises  von  Bretheim,  .  .  .  dem  ir  das  sin  abgenomen  hant  .  .  .  frei  und  ledig 
lassen  müssten.         datum  ipsa  die  saneti  Galli  confessoris.  [1387]  Oetober  16. 

Frankf.  St.  A.  Reichs.  Act.  nr.  168  b.  cop.  eh.  coaev. 

400.  Frankfurt  an  Strassburg  und  die   anderen   rheinischen   Bundesstädte :    ver-  20 
fangt  mit  Berufung  auf  den  Bundbrief  Absagebriefe  und  Sendung  der  kleinen  Summe 

Novbr.  7.    Glefen  zu  Donnerstag  vor  S.  Martin  gegen  Friderich   Holtzappel   von   Bunckel,  Büle- 

man  dessen  Sohn,  Cüne  von  Budinhüsz  und  Bertram  von  Velvyl   die    «uf  dez   richs 

strasze»  Frankfurter  Bürger   überfallen   oder   ihnen   sonst  Schaden    zugefügt   haben. 

datum  anno  1387  quinta  feria  proxima  post  Gally.  .  '<*> 

[Darunter  Vermerk  von  anderer  ffand].  Dirre  manungen  hant  die  von  Francken- 

Decbr.  3/.  Jurt  einen  ufslag  geben  untze  an  den  zinstdag  nach  dem  wihennaht  dage  also  daz  in 

keine  andere  manunge  dar  an  schaden  sol   und  sol  man  in  danne  dienen,   daz  sie 

nit  bedörffent  anderwarbe  dar  umbe  manen.  1387  Oetober  17. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.  cop.  eh.  coaev.  30 

401.  Obrecht  Mansse  der  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  Speier:  verwahren  sich 
ernstlich  gegen  den  Vorwurf  vom  10.  Oetober,  dass  sie  dem  Speirer  Juden  Moises 
von  Bretheim  sein  Gut  genommen  hätten  und  schlagen  einen  Tag  vor  zwischen  Speier 
und  Strassburg,  um  dies  zu  erweisen.  Schlügen  sie  aber  diesen  aus  ...  so  wissint, 
das  wir  herren  und  stedten  von  uch  künden  und  sagen  weltent,  das  ir  uns  an  3r> 
unser  ere  geschriben  hant  und  uns  geziegen  habent,  des  wir  unschuldig  sint. 
datum   feria   seeunda   proxima   post  diem   saneti  Galli  confessoris  anno    1387. 

1387  Oetober  21. 

Frankf.  St.  A.  Reichs.  Act.  nr.  168 1>.  cop-  eh.  coaev. 


1387 


209 


402.  < »brecht  Mansse  der  Heister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  die  zu  Speier 
versammelten  rheinischen  Städte:  teilen  mit,  dass  die  von  Speier  .  .  .  uns  einen 
heslichen  brief1  geschriben,  des  wir  uch  eine  abeschrift'  sendent.  und  do  wir  den 
brief  gelosont,  do  lietde  ez  us  fremde  von  in,  ...  so  dass  sie  anfangs  entschlossen 
i  waren  garkeine  Gesandte  gen  Speier  zu  schicken.  datum  feria  seeunda  proxima 
post  diem  seti  Galli  confessoris  1387.  1387  October  21. 

Frankf.  St.  A.  Reichss.  Act.  nr.  168  b,  cop.  ch.'coaev. 


403.  Markgraf  Rudolf  von  Baden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  teilt  mit, 

dass  er  über  acht  Tage  den  Tag  wegen  des  Claus  von  Bach  mit  der  Stadt  nicht  leisten 

o  könne,  weil  er   nach    Mergentheim   reiten    müsse,   wohin   auch   andere  Fürsten   und 

Herren  und  auch  wohl  ihre  Boten   kommen   würden.        datum  Baden   zinstag  nach 

sct.  Lucas.  Baden  [1387]  October  22. 

Str.  St.  A.  AA    108.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1422. 


10 

80 


404.  Morgentheimer  Stallung  oder  Landfriedensvertrag  zwischen  der  Fürstenpartei 
einerseits  und  dem  schwäbischen  Städtebunde  anderseits,  als  Verlängerung  der  Hei- 
delberger  Stallung  vom  26.  Juli  1384.  geben  zu  Mergentheim  1387  dez  nehsten 
dienstags  nach  aller  heiligen  tag.  Mergentlieim  1387  November  5. 

Str.  St.  A.  G.  O.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  3.  cop.  auf  4  Blättern. 
Gedruckt  D.  B.  A.  I,  pg.  588  nr.  324. 


K405.  König  Wenzel  an  Strassburg:  ....  wann  unsere  liben  getrewen  die  burger 
und  ynwonere  der  stat  zu  Egre  von  unsern  vorfaren  an  dem  reiche  romischen  keysern 
und  kunigen  also  begnadet  und  gefreyet  sein,  das  sye  mit  irer  kaufmanschaft  und 
habe  yn  und  uf  allen  des  reichs  Strassen  czolfrey  faren  und  wandern  mugen,  als 
ü5  das  in  derselben  unserr  vorfaren  und  unserr  majestat  briven,  die  sye  doruber  haut 
volkumenlichen  ist  begriffen,  dorumb  begeren  wir  an  ewer  trewe  mit  ganszem  ernste, 
das  ir  dieselben  unser  burger  und  ir  diner  mit  irer  kaufmanschaft  und  habe  in  ewerr 
stat  und  gebite  abe  und  czu  czolfreye  und  an  allerley  hindernusse  faren  lasset  und 
euch  doran  gegen  in  in  solcher  masse  beweiset,  das  sie  bey  sulcher  irer  freyheit 
bleiben  und  sich  des  von  euch  in  unser  gegenwertikeit  beloben  mugen,  das  ist  uns 
von  euch  sunderlichen  wol  zu  dancke.  geben  zu  Präge  des  snnabendes  vor  sand 
Merteins  tag.  reg  boh.  25.    rom.    \2.  Prag  1387  November  O. 

Str.  St.  A.  AA.  107  n.  46.  or.  mb.  lit.  pat. 


1  Wegen  des  Juden  Moses  von  Bretheim.  —  Noch  in  einem  Bericht  über  den  Mainzer  Städtetag 
rom  SO.  Januar  1388  heißt  es:  beider  Städte  Gesandten  sollen  die  Saclie  wegen  des  Jiulen  nochmal  hinter 
sich  bringen  u.   Vollmacht  für  weitere  Verhandlung  Irischen.  (Frankf.  St.  A.  B.-S.  197  ".) 

I  nr.  3!)'J. 


210  1387 

406.  Worms  an  Strassburg:  man  solle  die  in  Mergentheim  ausgebliebenen  Ge- 
sandten der  Stadt  auf  den  23.  Nov.  zu  einem  rheinischen  Städtetag  nach  Worms 
schicken.  [1387  November  10.] 

Aus  Straßb.  Sem.-Bibl.  Wenckeri  excerpta  1,  111b. 
Gedr.  B,  B.  A.  I.  nr.  329.  —  Reg.  Boos,  Wams.  ürkb.  II,  891. 


407.  Strassburg  an  Mainz :  betreffend  den  Wormser  Tag  des  rheinischen  Städte- 
bundes auf  25.  Nov.  wegen  Verlängerung  der  Heidelberger  Stallung. 

[  1387  vor  November  22.] 
Aus  Str.  Sem.-Bibl   Wenckeri  excerpta  2,  491». 
Gedr.  D.  B.  A.  I.  nr.  330.  vgl.  dort  Anmk.  1. 


408.  Strassburg  an  Mainz :  hat  ihre  Boten  .  .  .  viler  unmusse  halben  und  son- 
derlich wegen  zweiunge  mit  denen  von  Spir  .  .  nicht  zu  den  wegen  Verlängerung  der 
Heidelberger  Stallung  abgehaltenen  Wormser  Tage  gesandt,  erklärt  sich  aber  mit  der- 
selben einverstanden.  [1387  vor  November  22.] 

Aus  Wenckeri  excerpta  II,  491*. 
Gedr.  D.  B.  A.  I.  598  nr.  330. 


409.  Worms  an  Strassburg:  die  Städteboten  wollen  zu  Worms   einige  Tage   auf 

die  versagten  Strassburger  Gesandten  warten,   die   man   doch   sofort   schicken  möge. 

[1387  November  22.] 
Aus  Str.  Sem.-Bibl.  Wenckeri  excerpta  1,   l'Jl  K 
Gedr.  D.  B.  A.  I.  nr.  331. 


410.  Ratsbeschluß  über  Almenden.  1387  November  23. 

Unserre  herren  meister  und  rot  scheffel  und  amman  sint  über  einkommen,  wenne 
wir  von  unserre  stette  wegen  ützit  abegebrochen  oder  zu  almenden  gemachet  haut, 
es  sy  in  unserre  stat  oder  uszewendig  unserre  stat,  darumbe  sollent  die,  [gestrichen  :  u 
von  den  man  es  gelehen  oder  geköft  het  denselben]  den  wir  es  abegebrochen  oder 
zu  almenden  gemachet  haut  den,  umbe  die  sie  es  geköft  oder  zu  erbe  gelehent  haut, 
mit  schuldig  noch  gebunden  sin  zu  jehende  oder  zu  lockende  oder  in  ütschit 
darumbe  [zu]  gebende  oder  zu  tünde  in  denhein  weg  one  alle  geverde.  actum 
sabato  proximo   ante   diem   scte  Katherine   virginis   anno   domini  1387.  3» 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20  fasc.  7.  or.  eh. 

411.  Straßburg  fordert  die  adligen  Außenbürger  zum  Kriegsdienst  auf. 

1387  December  9. 

Allen   herren    dienstlüten,    rittern    und    knehten    und    allen    edelnliiten    unsern 
burgern,    zu    den    dirre    unser    botte    komet,   embietent    wir    Obrecht    Mansze    der  a 
meister   und  der   rat  von   Strazburg  unsern   dienst   und  waz   wir  gutes  vermügent. 


1387  211 


Iwir  manenl  uch  alle  und  iegliehen  ander  üch  besunder  uwers  eydes,  den  ir  siebte 
und  rat  zu  Strasburg  getan  haut,  daz  ieglicher  under  üch  mit  uwer  Belbei  Üben 
und  mit  al.se  vil  glel'en  mit  bereitscheften  wol  uzgerüstet,  alse  üch  daz  derselbe 
unser  botte,  der  ueli  disen  brief  gezöget,  vom  munde  wol  sagende  wurt,  by  m^ 
5  zii  Strazborg  sint  an  dem  fritdage  zu  naht  der  nü  ziinehste  komet  und  daz  ir  oecbr.a. 
und  die  uwern,  die  ir  mit  üch  danne  zu  uns  bringent  und  ie  me  der  ist,  ie 
lieber  ir  uns  tünt,  varent  an  söliche  stette  mit  den  unsern.  und  so  mit  tßnt,  alse 
wir  üch  daz  danne  selber  bi  uns  vom  munde  sagende  werdent.  und  läszent  ir 
üch  daran  nützit  irren,  wände  die  sache  gar  ernste  ist.  daz  wellent  wir  zu  göte 
1,1  gegen  üch  vergeszeu.  datum  feria  secunda  proxima  post  diem  sancti  Nycolai 
episcopi   anno  domini   1387. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  271  fasc.  1.  nr.  5.  2  or.  mb.  lit.  pat.   c.  sig.   in  «r«.  impr.  del. 
Vgl.  Wencker  de  ußburg  116. 


412.  Verzeichnis  der  Judenabgabcn  zu,  Weihnacht.  1387  December  25. 

De  festo   nativitatis  domini  sub   anno   87   de  censibus: 

Item  Menelin   der  Jude  dedit   90  guld. 

Item  für   Gütelin   3   guld. 

Item  Mathia  von  Brisach   12 '/8   guld. 

Item  Salamon   Mathis   brüder  5   guld. 

Item  Salamons   wittewe  5  guld. 

Item  Läwelin   der   wurt  0   guld. 

Item  Elyot  von   Avion  20  guld. 

Item  Symunt  dedit   200  güklin   und   3   guld. 

Item  Finelin   Symundes  dohtermari    15  guld. 

Hein  Jeckelin  der  Jude   dedit    100  guld. 

Item  sin   dohterman   Minelin   5   guld. 

Hein  Josep  Rose  70  guld. 

Hein  Josepa    brüder  5   guld. 

Hein  Kirse    der  Jude    dedit  60   guld. 

Hein  Abraham  von  Spire  dedit  15  guld. 

Item  Yselin   von    Brotheim    dedit   20   guld. 

Item  Lowe  von   Wesel   10  guld. 

Hein  Syinund   von    Spiro    15   guld. 

Hein  Lowe   von  Ulme   40   guld. 

Item  Jöselin   von   Mollesheim    15  guld. 

Hein  Loser  Symundes   dochterman  7 l/»  guld. 

Item  Moyses  von  Bretheim  50   guld. 
Summa   772   guld. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  174  nr.  13.  conc.  eh.  (Zettel).  Die  Aujzälüung  ist  durchgestrichen. 


212  1387 

413.  Ratsbeschlüsse.  [1387.]  ^ 

Von  der  soldener  wegen,  welre  do  wil  urlop  haben,  den  sol   man   loszen  ryten, 
welre  aber  beliben   wil,  den  sol  man  sin  zil  loszen   usz  beliben. 

Von   Weckerlins   wegen  meinet  daz  meisteteil,   daz  man    in   nüt    usser  vorhten 
sol  loszen a  und  daz   man   unsern   dienern   beleihen   sol,  daz  sü    noch   ime   stellent  5 
und  ouch  noch  Hanse  von  Albe. 

Wen  man  hinnanfürder    zu    burger   empfohet,   waz   dem   geschult  und  uferstot 
von  aller    der   Sachen  wegen,   die  sich  vormoles  erhebet    hant,    e    danne    er  unser 
burger  wart,  dar  zu  sol  man   ime  nüt  beholffen   sin  und  sol  ime   ouch  nieman  be- 
holffen  noch  bygestendig   sin   vor   dem   rote,   daz   wir  ime  darzii   helffent.    und    sol  io 
man   ouch  dis   also   schöilel   und  amman  vürlegen,   so  man   süabesamment. 

Str.  St.  A.  Ordnungen  tom.  21  f.  202.  eone.  eh. 

414.  Ratschlag  über  die  Behandlung  der  wegen  Armut  ausgeschiedenen,  spdler 
wieder  zu  Bürgern  angenommenen  Außenbürger.  [1387.] 

Weihe  unser  uszburger  ir  burgreht  von  armute  wegen  hant  geloszen  uszgon  15 
und  wir  die  begnodet  und  widerumbe  zu  burger  empfangen  hant  und  das  halbe 
von  in  hant  genommen  und  do  dieselben  dozwuschent,  do  sie  uns  nut  diendent 
zu  den  ahtzig  mareken  gedienet  hant,  die  sullent  ouch  hinnanfürder  darzu  dienen, 
also  das  men  nut  me  uffe  su  lege,  wenne  zu  den  ahtzig  mareken  alleine  zu 
dienende,  item  der  ander  teil  meinde,  sider  wir  su  also  begnadet  hant,  so  sullent  20 
su  nut  zu  denselben  ahtzig  mareken  dienen,  die  nut  mit  hande  noch  mit  munde 
gelobet  hant  darzu   zu   dienende. 

Nach  dem  Abdruck  bei  Wencker,  de  ußburg.  S.  119.  ohne  Quellenangabe. 


415.  Ratsbeschlüsse.  [1387/88.?] 

Unserre  herren  meister  und   rot    sint    übereinkomen,   daz    mengelich    sin    eun-  25 
stofeler  meister  und  sin  antwerckmeister  gehorsam   sin  sol,  wer  daz  verbrichet,  der 
bessert    10  lib. 

Alle  die,  die  an  die  porten  und  an  die  hüten  gekosen  sint,  die  sullent  vür- 
derlich  an  ire  hüten  gon,  es  sient  cunstofeler  oder  von  den  antwereken,  und  ouch 
dar   an  bliben.    und  wer  daz  verbrichet,   der  bessert   5  lib.  30 

Wenne  ouch  ein  meister  mit  eim  venlin  zühet,  do  sullent  alle  die,  die  ge- 
ritten  sint  und   die   do   riten   sullent    by   eim   meister   by    dem    venlin   bliben    und 

a)  gestrichen  gon. 


1  Auf  der  Rückseite  des  Blattes  steht  außer  einigen  andern  Bruchstücken  und  Sehreibübungen  auch    35 
ein  Brieffragment  mit  der  Datierung :  der  wart  gegeben  an  donrestdage  vor  sant  Gallen  dage  in  dem 
jare  etc.  ahtzig  und  sjben  jaie.    Die  Schrift  ist  gleichseitig  mit  der  der  BatsbescMüsse. 


1388  213 

nüt  von  ime   rilon.   und    wer  daz   verbrichet,  der  bessert   10  üb.,  die   man  by  dem 
eydfl    nienian    viiicn    BOl    loszcn. 

Es  snllenl   oueh   kein  nacket  man    ooch   frowe,  sie  sient  geistlich  oder  \\ <rHi.li. 

Ivur  kein  porte  lullen  noch  gon  noch  by  den  porten  DOOfa  umb  die  porten  slon. 
wer  daz  dar  über  verbrichet,  der  bessert  30  sol. 
Es  .sol  deheiii  cunstofeler  noch  antwerckman  nie  riten  dcnne  mit  zweien 
pferden  uszgenummea  ein  ritter,  der  sol  mit  drien  pferden  riten  und  nit  me.  und 
die  drei  eygin  pferde  hanl  in  iren  stellen,  die  mögen  t  oueh  wol  mit  drin  pferden 
riten.  und  wer  daz  dar  über  verbreche,  der  bessert  10  üb.  und  wil  man  oueh  hüte 
i»  dar  über  setzen. 

Waz  frömder  lüte  sie  sient  frowen  oder  man  in  unser  stat  sint  und  nüt 
burger  ble  sint  und  oueh  nüt  ir  wiszentliaften  lehenherren  hie  inne  hant,  die 
sällent  unverzögenliche  unser  rehte  stat  rümen  und  mögent  in  unser  vorstette 
gon.  und  wer  dar  über  by  läge  in  unser  rehten  stat  fünde,  den  wil  man  dar  umbe 
i»  turnen  und  kestigen.  wer  aber  by  naht  hie  inne  funden  würde,  den  wil  man  ertrencken. 
[Wiederholung  des  vierten  Beschlusses  mit  dem  Zusatz}:  und  wil  man  oueh  daz 
ragen  und  rihten  und  oueh  hüte  dar  über  setzen. 

Ms  sollent  oueh  die,  die  in  unserme  burgbanne  sitzen!,  antweders   mit  den  eun- 

stofcln  oder  den  antwereken  dienen  in  gehorsam  sin    in  disen   nehesten   abte   tagen. 

2D   und  wele  daz  nit  endetent,  die  bessernt  jor  und  tag  von  unserre  stat  und  git  10  üb. 

und  waz  oueh  denselben  geschäht,  den  wellent  wir  weder  geroten  noch  beholffen  sin. 

Es  sol  mengelich,  der  by  uns  ist  in  disen  nehesten  drien  tagen,  dem  meister  dem 

ammanmeister  oder  dem  rote  verkünden  und  sagen,  waz  gutes  iegeüches  wisze,  daz 

unserre  vigende  ist,  es  sy  welher  bände  gutes  es  welle,  und  wer  daz  nit  endete,  der 

;5  sol  jor  und  tag  von  diser  stat  bessern  und  git  20  üb.  actum  et  pronunciatum  domi- 

nica  post  Remigii  und  wil  man  oueh  dar  noch  erneslüch  stellen. 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20  nr.  18.  com.  eh. 


416.  Graf  Johann  von  Nassau  an  Mainz,' Strassburg  und  die  übrigen  rheinischen 
Städte:  bittet  um  Widersagebriefe  und  vertragsmässige  Hülfe  gegen  Cünrat  von  Hat- 
stein  und  seine  Knechte:  Henne  von  Arnoidesheim,  den  man  nempt  Babest,  Herman 
von  Hatstein,  Henne  Düde  von  Arnoidesheim  und  Werner  von  Eppenstein,  die  unser 
vient  sint  worden  umbe  Johans  willen  von  Bicken  ritters  und  hat  üch  wol  uszge- 
scheiden,  als  ir  wol  boren  süllent-in  sinem  briefe,  in  dem  er  uns  entsaget  hat  .... 
datum  anno  .  .  88  ipsa  die  eircumeisionis  domini.  1388  Januar  1. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  or.  eh. 


417.  Markgraf  Rudolf  von  Baden  an  Strassburg:  bittet  die  Freilassung  des 
Klosteramtmanns  von  Beuren  (Bure)  zu  veranlassen,  welchen  ihr  Bürger  Nellesheim 
wegen  einer  geringen  Forderung  von  1  it.  Geld  an  das  Kloster  gefangen  halte,   oder 


214  1388 

einen  Tag  zu  Lichtenau  zu  veranstalten.         datum  Baden   sabbato   ante  Epiphaniam 
anno  .  .  88.  Baden  1388  Januar  4. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1433.  vgl.  dazu  nr.  1447,  1450,  1451. 

418.    Graf  Eberhard   von   Württemberg    an   Strassburg :    beklagt   sich   über   die    5 
schwäbischen    Städte,   insbesondere   über    Esslingen,   wegen   Nichtbeachtung   der   im 
Jahre  1387  zu  Nürnberg  und  zu  Mergentheim  getroffenen  Abreden. 

[1.388  circa  Januar  6.] 

Aus  Wenckeri  exe.  II,  490  '>. 

Gedr.  D.  B.  A.  I,  nr.  326.  vgl.  dort  über  die  Datierung.  10 

419-  Rottweil  an   Straßburg:   littet   um   Auskunft  wegen   des  Gerüchtes,   daß 
Kriegsvolk  aus    Welschland  heranziehe.  1388  Januar  6. 

Williger  früntlicher  dienst  sie  üwer  guten  früntschaft  alle  zit  von  uns  berait  in 
allen  sachen.  lieben  besundern  fründe  und  aidgenossen.  alz  üch  villicht  wol  fürkomen 
ist  von  des  zoges  wegen,  so  ietzent  üwer  und  unser  guten  fründe  gemain  stette  des  is 
bundes  tun  wellent,  uff  daz  ist  uns  für  komen,  wie  daz  sich  ain  gros  volck  von 
herren,  rittern  und  knechten  in  waischen  landen  gesammet  habe  und  die  ietzent 
gegen  üch  und  gegen  Elsäz  dem  lande  usz  her  ziehen,  bitten  wir  üwer  guten  frünt- 
schaft mit  ernst  flizzig,  daz  ir  uns  verschriben  lassent  wissen  bi  disem  botten,  wie 
es  darumb  sie  und  waz  ir  fremder  mere  und  löuffe  wissen  mügent,  daz  wir  uns  dar-  20 
nach  wissent  ze  richtend,  durch  daz  wir  in  allen  sachen  dester  gerner  tun  wellent, 
waz  üwer  guten  früntschaft  lieb  und  dienst  ist.         datum  ipsa  die  Epiphanie  domini 

anno  domini  1388. 

Von  uns  dem 

rat  ze   Rottwil.  2» 

[In  verso]  Den  frommen  fürsichtigen  wisen  dem  maister  und  dem  rat   der   statt 
ze  Strasburg  unsern  guten  fründen  und  aidgenossen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  Ut.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

420.  Entscheidung  des  Ammanmeisters  und  mehrerer  AI tammanmeisler  in  einem 
Streit  der  Küfer  und  Oanlener.  1388  Januar  8.  30 

Wir  Wilhelm  Metziger  der  ammanmeister,  GStze  Wilhelm,  Cüntze  Müller,  Cüntze 
Geyspoltzheim,  Glaus  Meyger,  .lohans  Messerer  und  Heintzman  Lymer  die  alten  am- 
manmeistere zu  Strazburg  tünt  kunt  allen  den,  die  disen  brief  angesehent  oder  gc- 
hörent  lesen,  daz  vür  uns  koment  Jeckelin  Zubeler  der  alte,  Walther  Schanlit,  Voltze 
von  Wifersheim,  Conen  Henselin,  Paulus  Claus,  Swemmer  Cüntzelin,  Claus  Hartmüt,  ai 
Johans  Brügeler,  Johans  Langnefe,  Vetterhans,  Rülman   von  Offenheim   und   Fürsten 


1  Dieselbe  Angelegenheit  betreffen  die  Briefe  Bernhards  an  den  Bat  vom  1.  Mai,  18.  Juni,  24.  Juni 
(1388).  ibid.  AA.  183  u.   104. 


1388  215 


Peterman  von  yren  und  yres  gemeinen  antwerekes  wegen  der  kuffere  zfi  Stroszburg 
nni!  sprochent :  es  were  under  yrem  antwercke  lange  zit  und  vil  jore  reht  und  ge- 
wnnlieil  gewesen  und  bette  daz  also  lange  zit  geweret,  das  daz  nieman  fürdehte  und 
were  ouch  daz  noehütis  tages  under  in  reht  und  gewonheit,  wo  ein  küfler  oder  ein 
s  gantener  oder  wer  der  were  under  in  grösser  vas  mahtent,  sü  werent  nuwe  oder 
alt,  denne  die  do  füderig  und  mossen  lang  werent,  do  bessert  ie  der  küfler  oder 
gantener  oder  wer  der  were,  der  daz  tete,  vür  ye  daz  vas  sehs  pf'enninge.  die  besse- 
runge  viele  ouch  yrem  gemeinen  antwercke.  wider  die  reht  und  gewonheit  so  sattent 
sich  die  gantener.  do  sehent  die  vorgen    kuffere  gerne,  daz  sie  die  gantenere  bi  yren 

10  alten  rehten  und  gewonheiten  liessent  beliben,  do  gegen  es  der  grosse  Martin  der 
gantener,  Fritsche  Murssel,  Röselin  von  Achenheim,  Jeckelin  Machefröide,  Henselin 
Essichman,  Walther  von  Ulme  und  Peter  mit  der  Reiffbiegen  von  yren  und  der 
gantenere  aller  wegen  verentwurtetent  und  sprochent,  ez  were  reht  und  gewöhnliche 
gewesen  also,  daz   daz  ouch  nieman    vürdehte    und   were   ouch   nochütis   tages    reht 

■s  und  gewönliche,  daz  ein  iegelicher  gantener  wol  möhte  alte  vas  machen,  sie  werent 
gros  oder    kleine,    und   werent   dar   umbe    niemanne   keine   besserunge   schuldig  zu 

Htnnde.  doch  wie  dem  were:  woltent  zwelfe  der  erbersten  von  den  vorgen.  küffern 
sweren  an  den  heiigen,  daz  die  vorderunge,  die  sie  geton  hettent,  yres  antwerekes 
reht  und  gewonheit  were  und  also  von  alter  her  kommen  were,  so  woltent  sie  es 
2"  ouch  gerne  also  halten,  also  waz  geltes  under  in  gefiele,  daz  daz  gelt  in  yre  bühse 
vii Hon  solte  und  mit  in  der  kuffere  bühse.  noch  vorderunge  und  antwurte  und  noch 
dem  also  wir  der  vorgen.  Wilhelm  Motzigor  der  ammanmeister  und  wir  die  alten 
ammanmeistere  vorgen.  verhöret  hant,  so  sprechent  wir  zu  rehte  :  wellent  zwelfe  der 
erbersten  von  den  küffern  vorgen.  sweren  an  den  heiigen,  daz  sie  nit  anders  wissent 
«  denne,  das  die  vorderunge,  die  sie  do   vor  geton   hant,   yres   antwerekes  rehte   und 

P»owonheite  sy  und  ouch  von  alterher  also  kommen  sy,  als  da  vorges.  stot,  tönt  sie 
die  eide  also,  so  söllent  die  egen.  gantenere  alle  und  yre  nachkommen,  wo  ir  einre 
ein  grösser  vas  mähte  denne  füderig  und  mossen  lang,  der  sol  sehs  pfenninge  bessern, 
also  hant  Jeckelin  Zubeler  der  alte  [weiter  die  Namen  wie  oben]  by  iren  eiden  behebet, 
30  wanne  sie  schöffel  worent.  so  het  es  Fürsten  Peterman  an  den  heiligen  gesworn,  wenne 
er  kein  schöffel  waz  und  da  sie  es  by  iren  eiden  also  behübent,  als  vorges.  stot,  do 
gebülton  wir  den  vorgen.  gantenern  die  urteile  stete  zu  habende,  doch  also  mit  der 
gedinge,  waz  geltes  also  von  den  vorgen.  gantenern  gei'ellet,  daz  gelt  sol  men  sunder 
in  eine  gemeine  bühse  stossen  und  sol  die  selbe  bühse  der  kuffere  schaffener  gehalten 
:is  und  sol  ouch  die  selbe  bühse  zwey  "slos  haben  mit  zwein  slüsseln,  und  söllent  die 
kuffere  einen  slüssel  haben  und  die  gantenere  den  andern,  und  was  geltes  in  die 
selbe  bühse  gefellet,  daz  gelt  sol  man  bruchen  zu  gemeinen  kosten  der  beder  antwercke, 
es  si  zu  reysen,  zu  gezelten  oder  anderswo  zu,  daz  ire  beder  antwercke  gemeine  an- 
triffet  und  nüt  anders  one  aller  slahte  geverde.  [Der  gegenwärtige  und  die  alten 
i0  Amman m rwi ler  siegeh].        geben  an  sant  Erhartestage  des  heiligen  byschoves  1388. 

«Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.   12  nr.  5.  or.  mb.  lit.  pat.  e.  7  sig.  pend.  quor.  3  u   7  del. 


VI.  28 


216  1388 

421.  Basel    an  Straßburg:  meldet,   daß   Kriegsvolk  gegen    die    schwäbischen 
Bundesstädte  gesammelt  werde.  1388  Januar  u. 

Williger  dienst  bevor,  besundern  lieben  frunde.  wissent,  daz  uns  in  warheit 
fürkommen  ist  und  geseit,  wie  daz  die  fürsten  und  herren,  die  iuver  und  des 
swebischen  bundes  viende  sint,  ein  heimlich  samung  bestellet  habent  und  da  mit  s 
fürgesetzet  ist,  daz  uf  dem  tage  ze  Mergentheim  mit  ein  richtunge  oder  fride  ge- 
troffen würde,  daz  si  denne  mit  der  samunge  angeleitet  habent  ze  ziehende  uf 
die  swebischen  stette  fürderlichen  und  in  dem  einen  hufen  irs  volkes  von  in 
schieben  der,  die  man,  ob  si  zu  den  kommen,  mögent  niderlegen,  lieben  frunde, 
dem  gedenkent  nach  und  versorgent  üch,  als  iuwer  wisheit  wol  kan.  und  erfarn  io 
üch  ouch  umb  die  saehe,  so  getrüwent  wir,  daz  ir  die  also  erfindent.  und  lassent 
uns  ouch  alle  löuffe   und  mere  wissen  verschriben  bi  disem  botten.         datum  anno 

88   sabbato   post   Epiphaniae  domini. 

Jacob  Ziboll  burgermeister 

und  der  rat  der  stat  Basel.  15 

[In  verso\    Den  fursichtigen  wysen   unsern  besundern   guten  fründen  dem  bur- 
germeister und  dem  rate  der  stat  Straszburg. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  mb.  lit.  el.  c.  sig.  i.  vers.  impr.  del. 


422.  Bericht  über  den  rheinischen  Städtetag  zu  Mainz.  —  An- 
wesend  waren  folgende  Städteboten: 

von  Strassburg:  der  von  Stille,  Cünrat  Molner ;  von  Worms:  Johan 
Künen,  Sygel  Macheris ;  von  Speier:  Bechtolff  Reinbode,  Hans  Dylen  ;  von  Frank- 
furt: Johan  von  Holtzhüsen,  Adolf  Wisze ;  von  Hagen  au:  Hans  von  Frideberg, 
Heinrich  von  der  Zyt;  von  Gelnhausen:  Henne  von  Kreenfelt ;  von  Schiet  t- 
stadt:   Klopsheimer.  —  Diese  haben   über  nachstehende   Artikel  geratschlagt: 

1 .  Der  Streit  zwischen  Strassburg  und  dem  Grafen  von  Sponheim  wegen 
gegenseitiger  Mahnung  soll  gütlich  geschlichtet  werden  auf  einem  Tage  zu  Mainz 
am  Montag  nach  Judica   (März  16). 

2.  Desgleichen  soll  dort  der  Streit  zwischen  den  Grafen  Ruprecht  und  Johann 
von   Nassau   und  der   Stadt  Strassburg   zum  Austrag  gebracht  werden. 

3.  Frankfurt  will  ebenfalls  seine  Mahnung  gegen  Graf  Symon  von  Sponheim 
und   alle   rheinischen  Bundesstädte   bis  Ostern    aufschieben. 

4.  Mainz  will   dasselbe  thun. 

5.  Schenke  Eberhart  zu  Erpach  und  Frankfurt  wollen  sich  ebenfalls  ver- 
ständigen. 

6.  Sollen  zu  jenem  Tage  Strassburg  und  Speier  ihre  Boten  bevollmächtigen, 
um  den  zwischen   ihnen  bestehenden  Streit  wegen  eines  Speirer  Juden  *  beizulegen. 

7.  Bezüglich  des  Bundes  mit  Graf  Symon  und  Ruprecht  von  Nassau  ist  be- 
schlossen, dass  jede  Bundesstadt  das   Recht  habe,  die  Grafen  um  Hülfe  zu  mahnen. 


n 


1   Vgl.  oben  nr.  402.  « 


1388  217 

8.  Wenn  eine  Bundesstadt  von  irgend  jemand  angegriffen  oder  sonst  geschädigt 
wird,  soll  sie  das  der  nächsten  Stadt  mitteilen  und  diese  dann  schriftlich  von  dem 
Angreifer  Genugthuung  fordern.  Erklärt  dieser,  dass  er  seine  Suche  vor  die  Entscheid- 
ung des  Hundes  bringen  wolle,  so   soll   sich   die   angegriffene   Stadt  damit   zufrieden 

5  geben.  Ueber  diesen  Artikel   sollen   die  Städteboten  zum  Mainzer  Tag  am   Sonntag 
Judica  (März  15)  die  Entscheidung  ihrer  Räte  mitbringen. 

9.  Sollen  die  Städteboten  ihren  Räten  mitteilen,  dass  die  schwäbischen  Städte 
auf  dem  Mainzer  Tage  Antwort  haben  wollen  wegen  des  kürzlich  zu  Mergentheim 
verlängerten  Bündnisses  mit  Fürsten  und  Herren  und  wegen  Haseis  und  der  Waldstädte. 

io  [1388  vor  Januar  15.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  cop.  eh.  eoaev.  (Papierrolle). 

423.  Bericht  der  Strassburger  Gesandten :  Johann  von  Kagenecke  und  Hans 
Lumbart  an  Ihre  Stadt  über  ihre  Friedenssendung  zu  den  sich  bekriegenden  Herzögen 
von  Haiern  und  schwäbischen  Städten,  welche  wenig  Erfolg  gehabt  hat. 

Heidelberg  1388  Januar  25. 

Aus  Weneker^s  Excerpten  2,  364  b.  gedr.  D.  B.  A.  II,  pg.  13  Anmerk.  5.  —  Reg.  Koch 
m.   Witte,  Tfalzgr.  Reg.  nr.  4747. 

424.  Aufzeichnungen  über  einen  ütädtetagabschied  von  Speier. 

1388  Februar  17. 

20  Gedehtnisse,  als  der  stetde  fründe  mit  namen  von  Straszburg  her  Götze  von 

Grostein,  Wernlyn  Storm  und  Wilhelm  der  alter  ammeister;  von  Mentze  Georie 
Waldertheimer  und  Jacob  Medetrost ;  von  Worms  Johan  Becker  und  Sigelman ; 
von  Franckenford  Heinrich  von  Holtzhusen  und  Johan  von  Widdel ;  von  Hage- 
nnw e  ritterHans;  von  Wiszemburg  Heinrich  von  Reh  tembach ;  von  Sletzstat 

a»  Clobsheim  ;  von  Frideberg  Heinrich  von  der  Zijd ;  von  Geilnhusen  Eberhard 

vom  Steynenhuse  von   Spire    gescheiden  sint  des  dinstages   nach    dem    ersten    son-  «**  n. 
tage  in  der  vasten  anno  88. 

Zum  ersten  als  man  der  schwebischen  stetde  frunden  geentwurt  hat,  als  sie  me 
bilffe  gefordert  hant. 

Item  als  her  Bernhart  der  elter  marggrave  zu  Baden  sich  zu  den  schwebischen 
stetden  verbunden  hat,  als  ir  botden  uff  disem  tage  in  heimelichkeit  der  rinschen 
stehle  frunden  gesagit  hant,  uff  daz  sich  die  stetde  am  Ryne  ouch  bedenckin  mohten 
sieh  mit  dem  egenanten  marggraven  zu  verbinden  ez  were  mit  hullfo  umb  hulffe 
naeh  dem,   als  er  sich  zu  den  swebischen  stetden  verbunden  hat  odir  daz  dieselben 

■  swebischen  stetde  von  sinen  wegen  und  mit  yme  zu  erkennen  und  die  rinschen  stetde 
zu  nianen  hetden  und  daz  sie  hin  widdirumb  von  des  seibin  marggraven  wegen  den 
rinschen  stetden  mit  einre  hulffe,  der  man  uberqueme,  verbunden  werent  zu  der 
sumen,  die  sie  yn  furhin  verschriben  hant  nach  der  bunt  briefe  sage  odir  abir,  daz 
sust  die  rinschen  stetde  und  der  egenante  marggrave  eyner  fruntlichen  eimnutekeit 
ane  hulffe  uberquement  nit  widdercinander  zu  tünde  doch  daran  unschedelich  den 
buntnissen,  die  man  furhin  hat. 


218  1388 

Item  daz  die  von  Mentze  an  grave  Rupreht  von  Nassauwe  odir  an  sine  frunde 
werben  sollint,  daz  er  ez  mit  den  gleen  und  auch  umb  die  widdersagis  briefe,  als  er 
in«™  in.  gemanet  hat,  lasze  steen  bisz  uff  den  nehsten  tag  gein  Mcintze  uff  Judiea  umb  des 
willin,  daz  grave  Ailff  von  Dietsche  und  her  Eckehart  von  Elkirhusen  von  der  stetde 
gefangen  diener  wegen  destebasz  zu  tagen  braht  worden  die  gefangen  ledig  zu  machin  5 
und  auch  yn  und  den  andern  ire  habe  widdir  zu  kerende  und  daz  ouch  derselbe 
grave  Ailff  und  her  Eckehart  von  grave  Rupreht  mit  sime  briefe  für  sich  und  sine 
helffere  uff  soliche  tage  und  widdir  heim  vertrostit  und  versichirt  werden. 

Ouch  sollint  die  von  Mentze  grave  Johan  von  Nassau  von  des  gemeynen  bundes 
wegin  verschriben  uff  vorgenanten  tag  Judiea  gein  Meintze  zu  kommen  umbe  ehafftiger,   io 
ernstlichir  sache  willin  yn  und  die  stetde  des  bundis  antreffende  und  die  man  yme  nit 
wol  verschriben  möge. 

Item  sollent  der  stetde  frunde  uff  demselben  tage  zu  Meintze  rechenunge  tun, 
waz  iegliche  stat  sid  der  lesten  rechenunge,  die  ouch  zu  slihten,  von  des  gemeynen 
bundis  wegin  verzerit  und  uszgebin  hat.  15 

Item  uff  denselben  tag  Judiea  gein  Meintze  mit  vollen  gewalte  zu  kommen  den 
dienern  zu  Swaben  einen  gemeynen  houbtman  und  ouch  phiffer  zu  geben. 

Item  daz  iegliche  stat  des  bundis  ir  grosse  summe  der  gleven  volleclich  und 
darzu  halb  als  vil  dienere  haben  und  bestellin  solle. 

Item  als  den  von  Spir   und  ouch  den    von    Franckenfurt   von   iren   heimelichen  20 
fründen  warnunge  gescheen  sint. 

Item  dasz  man  uszer  den  stetden  weder  harnesch,  gezug,  kost  noch  deheinreley 
andern  rat  nieman  volgen  lasze,  dann  den,  die  zum  bunde  gehorent 

Item  daz  die    antwereknehte,    dienstknehte  und   der  phaffen   dienere  den  retden 
in   den   stetden    swurent   gehorsam,  getruwe   und  holt   zu  sine  und  für   schaden  zu   *> 
warnen. 

Item  ob  ez  zu  gemeynem  criege  queme,  daz  dann  deheine  stat  die  andern  nit 
manete  also  doch,  wo  eine  stat  not  anginge,  daz  man  der  furderlich  zu  hulffe  queme 
nach  gelegenheit  der  sache. 

Item  des  Rynes  ström   offen  zu  halten  und  daz   mit   den   fursten  zu  ubirtragen,  30 
ob  ez  dann  bequemeliche  wurde. 

Item  an  die  von  Wiszenburg  und  von  Frideberg,  als  die  hulffe  begert  hant,  so 
ez  yn  not  geschee. 

Umb   dise   vorgeschriben    artickele    uff  den   vorgenanten    tag   gein  Meintze   mit 
mäht  zu  kommen  und  auch  dan  den  dicke  genanten  anlasz  von  der  von  Spir  wegin  35 
gein  den   von  Meintze    und   von   Wormsz   usz   zusprechen    umb    die   wingarthen    zu 
Hagen  und  Hergesheim  (?) 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  eop.  eh.  coaev.  (Papierrolle). 


425.  Bruno  von  Hoh-Rappoltstein  verpflichtet  sich  der  Stadt  Strassburg  gegenüber 
zu  Ostern  des  laufenden  Jahres  die  alljährlich  um  diese  Zeit  fällige  Gült  von  200  Gulden  -»o 
sowie  am  24.  Juni  die  festgesetzte  Abzahlungsrate  des  ihm  von  der  Stadt  Strassburg 


1388  219 

geliehenen  Kapitals  (von  1000  Gulden)  im  Betrage  von  400  dulden  zu  bezahlen, 
ferner  alle  Forderungen  zu  begleichen,  welche  das  Kapitel  von  .lung-Sl. Peter  in 
Sirassburg  und  genannte  Strassburger  Bürger  an  ihn  haben,  und  endlich  der  Hadt 
Slrassburg  und  den  Strassburger  Privatgläubigern  für  die  ihnen  x.ii.-(<iicn<liii  Gülten 
und  Schuldforderungen  neue  Hingen  und  Mitschuldner  an  Stelle  der  verstorbenen  zu 
geben.  Für  den  Fall,  dass  er  diesen  Verpflichtungen  bis  zum  24.  Juni  des  laufenden 
Jahres  nicht  oder  nur  teilweise  nachkomme,  erklärt  er,  bis  zur  Ausgleichung  sämmt- 
licher  Ansprüche!  die  Unterstadt  Rappoltsweiler  in  die  Gewalt  und  Verwaltung  der 
Stadt  Strasaburg  übergeben  zu  wollen.  actum  ...  13  kalend.  marcii  —  6  kalend 
marcii  anno   1388.  Strasuburg  1888  Februar  17-24. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  271  nr.  22.  or.  mb.  Vidimus  vom  21.  October  1392.  Ibid.  deutsche 

Uebersetzung. 
Vollständiger  Druck  Bapp.  Urkb.  II  nr.  295.  S.  250—257. 


426.  Bruchstück  eines  Briefes  von  Berthold  Zorn  an  Straßburg  über  den  Stand 
15  der  Dinge  in  Baiern.  Regt  „*/,„, v  i:tss  Februar  27. 

I.  .  .  .  kuniges  wegen  den  bischof  leidig  und  den  stetten  die  nome  zu  wider 
keren  ....  daz  nüt  volgen  ....  liesseid  sü  des  kuniges  von  Beheiin  wider- 
sagesbriefe.  do  lieben  heren  wissent,  daz  hertzog  Friderich  von  Peygern  vor  eine 
.  .  .  .  lit  heisset  Nuwenburg  by  Ingelstat  und  ist  eis  zeugers  (?)  wol  mit  400glefen. 
so  wissent  öeh,  daz  hertzoge  Hüppreht  und  hertzoge  Kieme  von  Peygern  gewesen  sint 
zu  dem  Nuwen-merkete  und  sint  nu  zu  Amberg  und  redent  hie  zwischent  ernestlich,  obe 

Ksü  es  gerihten  kundent.  wissent  öch,  daz  die  briefe,  die  ir  uns  santtent,  nüt  worden  sint 
und  öch  die  200  und  00  gülden  zu  Ulme  ligent,also  uns  der  botte  seit,  und  uns  die  öch  mit 
worden  sint.  wiszent  öch,  daz  die  von  Regelsburg  uns  geluhen  haut  400  ungerscherguldin, 
25  wenne  nieman  die  rineschen  von  uns  wil  nemen,  so  bitten  wir  uch  lieben  herrn  durch 
unsers  dienstes  willen,  wenn  ir  sehent  der  von  Regelsburg  besigelter  brief  und  minen 
brief  versigelt  und  ein   worzeichen   doby,    also  men  üch  sagende  wirt,   daz   ir  danne 
die   guldin  bezalent  und  in  gute  ungersch  guldin  gebent,  wenne  wir  es    in  gar  hohe 
versprochen  haut  also  zi'i  bezalende.  lieben  herren,  wiszent  öch,  daz  die  von  Regels- 
so bürg  meinent,  daz  sü  gros  gelt  dürlfent  und  daz  sü  uns  nüt   me   lihen  wellent.   und 
ist  ir  meinunge,  daz  ir  gedenkent,  wie  ir  uns  guldin  geschiekent   gen  Nürenberg,  so 
liuwenl  sü  die  wege  zu  lindende,  wie  es  uns  werde,  lieben  heren,  do  bitten  wir  üeh, 
daz  ir  uns  fürderliche  gelt  gon  Nürenberg  schickenl,  wenne  wir  nüt  lang  des  gelttes 
enhern  mügenl,  wenne  wir  gar  köstliche  ligent,  do   wir  ygenote  ligent.         geben  zu 
35  Hegelsburg  am  nehsten  dunderstag  noch  saneti  Mattis  dag  anno  1388. 

Berhttolt  Zorn. 
[In  verso].  .  .  .  en  und  bescheiden  ...  rat  von  Strasburg. 

G.  ü.  P   lad.  48/49  B.  or.  eh.  lit.  cl. 

Ebenda :  Copien   einiger  Briefe  zwischen    den  schwäbischen   Städten,  dem    Erzbischof  von 

Salzburg,  dem  Herzog  von  Baiern  und  Borziboy  von  Swinar  aus  dem  Januar  u.  Februar 

1388. 


220  1388 

427.  Mainz  an  Strassburg  (unter  Beilegung  eines  an  sie  gerichteten  Frankfurter 
Schreibens  gleichen  Inhalts)  fragt  an,  ob  es  den  Städten  beliebe,  einzeln  oder  ge- 
meinsam den  benachbarten  Helfern  Herzog  Ruprechts  des  älteren  und  des  jüngeren 
Absagebriefe  zu  senden.         datum  feria  quinta  post  Mathei  apostoli  anno  1388. 

1388  Februar  27. 
Str.  St.  A.  G.  D    P.  lad.  48/49  B    faac.  XI.  cop.  eh.  coaev. 
Ebenda  die  Copien   von  3  Absagebriefen  einer  Anzahl   den  Herzögen    anhängender  Ritter. 


428.  Bericht  der  städtischen  Gesandten  an  Straßburg  vom  Städtetag  in  Ulm. 

Giengen  1388  Februar  20. 

Unsern  dienst  zuvor  lieben  herren.   wir   laszin  uch   wiszin,   als   wir   gein   Ulme   « 

waren  geriden  zu  besehin  umb  einen  dag  zwuschen  den  herren  von  Beiern  und  den 

swebschen    stetden,   daz  haben  die  stetde   getan   und   gar   ungerne   und   ist   der   tag 

also  uffgenomen.  wer  zu  dem  tage  gehöret,  der  sol  friden  han   beide   uff  der   herren 

syte  und  uff  der  stetde  syt.  und  die  herren  sollint  sin  zum  Steyne,  so  sint  die  stetde 

zu  Nuremberg.  so  ist  unser  herre  der  hertzoge  zum  Nuwenmarkete.  des  rad  und  die   iä 

botden  von  dem  Ryne  werdent  da  zwuschen  riden,  ob   sie   ez  gitlichen   mögen   ver- 

M/irz  3.   rihten,  und  der  tag  sol  sin  uff  den  dinstag  nach  Oculi.  und  da  zwischen  hat  nieman 

keinen  friden  dann  die  zu  dem  tage  ridende  werdent.    und  brennen   und   hergen   uff 

beide  syt  faste,  doch  hant  die  stetde  den  meren  schaden  getan,    auch  wiszent  lieben 

herren,  daz  unser  herre  der  konig  den   herren  von  Peigern  widdersagit  hat  und    die  20 

fursten  uff  sie  gemanet  hat  uff  die  eide,  die  sie  dem  riche  getan  hant.  und  daz  biss- 

tum  von  Saltzburg  mit  allem  irme  lande  ziehen  uff  die  herren   von   Beigern.    daz  ist 

Febr.  i7.    gescheen   uff   den  ersten  mantag    in  der  vasten.   und   können    uch   nustnit   me   ver- 

schriben  zu  diser  zyt.         geben  zu  Gingen  uff  samsztag  für  Oculi  und  uff  denselben 

tag  schieden  wir  von  Ulme.  25 

Von  uns  den  botden. 
Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I.  cl.  mit  Aufschrift. 


429.  Johann  Zorn  von  Bulach  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  raten  den 
unten  genannten  Herren,  ihre  Widersage  gegen  die  schwäbischen  Städte  zurückzu- 
nehmen, da  Strassburg  sonst  vertragsmässig  verpflichtet  sei,  gegen  sie  einzuschreiten  :  so 
Georg  von  Nüwenecke,  Ulrich  von  Truchtelfingen,  Böckelin  Menloch  von  Lijnstetten 
der  eitere,  Heinrich  Böckelin  genant  Pfetzman.  datum  sabbato  proxima  post  diem 
saneti  Mathie  anno  domini  1388.  1388  Februar  29. 

Str.  St.  A   G.  ü.  P.  lad.  48)49  B.  fasc.  XU  cop.  eh.  coaev.\ 


1  Ebenda  die  Notiz,  daß  die  gleiche  Mahnung  an  den  Herrn  von  Schauenburg  und  von  Stauffenberg    35 
ergehen  soll.  —  Ebenda  auch  die  Notiz:  Man  solle  den  Edelleuten  und  Außenbürgern  mitteilen,  daß  sie 
<gegen  dieseme  kriege>  gerüstet  hallen  möchten,  sowie  auch  mit  den  benachbarten  Herren  und  Dienst- 
leuten, die  keine  (Slraßburger)  Bürger  sind  <reden  und  an  in  entpfinden,  wie  sü  sich  in  disem  kriege 
halten  wellent.» 


1388  221 

430.  Die  zu  Ulm  versammelten  schwäbischen  Städte  an  Strassburg:  teilen  mit, 
ihre  Fehde  gegen  die  Fürsten  von  Haiern  nehme  zwar  den  glücklichsten  und  erfolg- 
reichsten Fortgang,  so  dass  viele  Marktflecken,  Dörfer  und  Weiler  in  bündig -ln-u 
Bänden  seien,  aber  die  Städte  Speier,  Worms  und  Frankfurt  betrieben  im  Verein  mit 
Herzog  Ruprecht  von  Heidelberg  die  Aussöhnung  mit  den  bairischen  Herren  und  hüllen 
zu  dem  Zweck  einen  Tag  zu  Nürnberg  festgesetzt,  zu  dem  sie  denn  auch  Gesandte  abge- 
ordnet hätten.  geben  ze  Ulme  von  unser  aller  haissentz  wegen  under  der  von 
Ulme  insigel  an  fritag  vor  dem  sunnentag  Letare  anno  domini  1388. 

Ulm  1388  Mürz  6. 


in  Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig.  in  vers.  impr. 

Reg.  Koch  u.  Wille,  Pfalzgr.  Heg.  nr.  6724. 


431.  Die  zu  Ulm  versammelten  Boten  der  schwäbischen  Bundesstädte  an  Slraß- 
bnrg:  eine  Einigung  mit  den  bairischen  Fürsten  sei  noch  nicht  erzielt ;  einige  könig- 
liche Räte  seien  gefangen  genommen.  uim  1388  März  11. 

Fürsichtigen  wisen  besundern,  lieben  fründ  und  aidgenossen  unsern  willigen 
undertenigen  dienst  wissent  alle  zit  von  uns  berait  voran,  besundern  lieben  fründ 
und  aitgenozzen.  als  ir  uns  bi  dem  iuwern  botten  umb  etwas  löuff  und  mär  ver- 
schieben hant,  das  haben  wir  wol  verstanden  und  laussen  iueh  wissen,  daz  iuwer 
und  unser  aidgenossen,  die  stette  an  dem  Rine,  etwas  täding  mit  uns  und  den  herren 
von  Paigern  getroffen  hetten,  das  wir  mainteri  und  hofften,  die  sach  war  ze  ainem 
gutem  ende  komen.  indem  so  hat  hertzog  Fridrichs  vitztüm  von  Paigern  da  ze  Sultz- 
bach  unsers  herren  des  römischen  künigs  rate,  die  er  herus  gesent  hat,  gefangen,  und 
därumb,  so  ist  nü  unser  mainung,  das  wir  ie  kain  raehtung  wellen  vollegan  lan, 
unsers  herren  des  romischen  kunigs  rate,  und  die  mit  in  gevangen  sind,  werden  vor 
ledig  und  los  aller  Schätzung,  und  wie  es  nu  gan  werde,  dez  wissen  wir  noch  nit 
und  künnen  iueh  ouch  nit  ander  löuff  verschriben.  geben  ze  Ulme  von  unsers 
haissentz  wegen  under  der  von  Ulm  insigel  an  mitwochen  nach  Letare  anno  88. 

Gemain  stette  dez  bundes  in  Swauben, 
als  wir  ietzo  ze  Ulme  by  ainander  sein.    . 

[In  verso]  Den  fürsichtigen  wisen,  unsern  besundern  lieben   fründen  und  aidge- 
nossen dem  ammanmeister  und  dem  rate  gemainlichen  der  stat  ze  Strauszburg. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48)49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl  c.  sig.  in  v.  impr.  del. 

432.  Johann  Zorn  von  Bulach  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Fri- 
derich    von    Tigensheim    Schultheiss    zu    Offenburg :    erwarten,    dass  die  Herren  Jo- 

3r>  huns  von  Roszenstein,  der  Nuwenecker,  Otteman  und  Winterbach  von  Schowenburg, 
Friederich  Bock  und  Mollenköpf  ihre  Widersage  gegen  die  schwäbischen  Städte 
innerhalb  von  8  Tagen  zurücknehmen  werden  und  erklären  sich  bereit,  sodann  den 
schwäbischen  Städten  davon  Mitteilung  zu  machen.  datum  feria  quarta  proxima  post 
dominicam  Letare  anno  88.  1388  März  11. 

«o  Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  top.  eh.  coaev. 


222  1388 

433.  Konstanz  an  Straßburg :  hat  endlich  einen  siebenjährigen  Frieden  zwischen 
Oesterreich  und  den  Waldstädlen  zustande  gebracht;  allen  Bundesstädten  ist  von  dem 
Grafen  Rudolf  von  Hohenberg  Fehde  angesagt.  Konstanz  1388  März  14. 

Unser  williger  dienst  und  was  wir  trüwen  und  gutes  vermugen  sigin  üch  alzit 
von  uns  berait  voran,  erwirdigen  aydgnossen  und  besundern  lieben  fründ.  wir  tügin  & 
üch  ze  wissen,  das  unser  der  von  Rotwil  und  gemainer  stett  umb  den  sew  botten 
nach  vil  und  langen  tädingen,  die  sy  wol  fünfthalb  wochen  zwüschent  der  herschaft 
von  Osterich  und  den  Waltstetten  getriben  und  gefürt  hand,  dieselben  krieg  und 
Apra  «.  stöss  bis  ze  sant  Gerientag,  der  schierest  kumt  und  dannanthin  siben   gantze  jar  ze 

ainem  guten  getrüwen  friden  braht  und  bestelt  habent:  also,  das  wir  getrüwen,  das  i» 
derselb  frid  zwüschen  in  beliben  und  bestan  soll,  ouch  sol  üwer  fürsichtigi  wishait 
wissen,  das  allen  stetten,  die  den  bund  haltend,  graf  Rudolf  von  Hohenberg  abge- 
sait  hat  mit  sinem  brief,  des  wir  ein  abgeschrifft  senden  verschlossen  in  diesem 
brief.  darzü  sol  uwer  guti  früntschaft  wissen,  das  wir  zu  der  herschaft 
von  Osterich  guten  trost  habent,  und  bitten  üch  mit  ernst  flizzig,  wissind  15 
ir  dehaine  mär  und  löff,  die  uns  ze  verschribend  sigin,  das  ir  uns  di  wissen  las- 
sind verschriben  bi  disen  botten.         geben  ze  Costenz  an  samstag  vor  dem  sunnen- 

tag  Judica  anno  88. 

Burgermeister  und  rät  ze  Costentz. 

[In  verso]  Den  gar  fürsichtigen  erbern  und  wisen,  dem  ammanmeister,  dem  bur-   20 
germeister  und  dem  rät  der   statt    ze   Strassburg  ünsern    besundern   guten   fründen 
und  lieben  aydgnossen. 

Str  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XII.  or.  eh.  lit.  el. 

Ebenda :  die  in  dem  Briefe  erwähnte  Absehriß  des  Absagebriefes  von  Rudolf  v.  Hohenberg. 

434.  Bundesabrechnung  zu  Mainz.  1388  März  19.  25 

Dis  ist  die  rechenunge,  die  her  Götze  von  Grostein  und  her  Wilhelm  brahtent 
von  Spire  von  des  gemeinen  bundes  wegen  feria  quinta  ante  Palmarum  sub  anno  88. 

Als  der  stette  des  bondes  an  dem  Rine  erber  botten  mit  namen  von  S  t  r  a  s  z  - 
bürg:  her  Götze  von  Grostein  und  Wilhelm  der  altammanmeister ;  von  Worms: 
Hennelin  Becker,  Sygel  Macharis  ;  von  Spire  :  Johan  Diele,  Jeckelin  Andela ;  von  so 
Frankefurt:  Gypel  zürn  Eber,  Heinrich  Holtzhusen  ;  von  Hagenowe:  ritter 
Hans;  von  Wiszenburg:  Heinrich  von  Retenbach ;  von  Frideberg:  Heinrich 
von  der  Ziit;  von  Geilnhusen:  Eberhart  vom  Steinhuse  und  von  Sletzstat: 
Blopsheymer  rechenunge  zu  Meintze  tatent  dez  nehesten  dunrstages  vor  dem  Pal- 
Mtirz  ia.  metage  1388,  waz  iegliche  stat  bisz  dar  syt  der  lesten  vordem  rechenunge,  die  zu  3» 
Spire  geschach,  her   von  des    gemeinen    bondes  wegen  verzert    und  uz  geben  hette  : 

Meintze  113  guld.  7  sol.  —  Straszburg  SMf,  guld.  —  Worms  45 '/»  guld.  — 
Spire  115  guld.  —  Spire  250  gülden  dem  von  Sohns,  alz  er  in  eimjarzal  verbunden 
ist.  —  Frankefurt:  13  V2  guld.  6  sol. 

Der  summe  liberal,  daz    die  vorgenanten   stette    uzgeben   hant .  .  .    der   ist  541   *> 
guld.  1  sol.   daran  gebürt  ieglicher  stat  des  bondes  zu  geben    von  ieder   gleven   der 


1388  223 

grossen  summe,  die  si'i  zu  dem  bonde  holtet  1  guldin  und  2  '/»  groszen.  und  i-t  der 
gieren  liberal,  als  die  stette  zu  dem  bundo  helfet  448;  und  wanne  also  iegliche  stat 
ir  antzal  darzü  git,  so  belibet  daran  iiberig  8  sol,  die  gemeinen  stetten  zö  gehorent. 
[Et  folgen  dann  eine  Reihe  kleinerer  Ausgaben  der  einzelnen  Stallte  meistens  für  hotschaften, 
6  welche  als  l'rivatausgaben  erachtet  und  nicht  mit  in  die  Bundesrechnung  aufgenommen,  sondern  «u»z- 
gesetzt»  sind.] 

Dise  vorgeschrihen  uszgesetzeten  stücke  sollent  die  botten,  die  ietzunt  ulT  disem 

tage  zu  Mentze  gewesen  sint,  hinder  sich  in  ire  stette  rete  bringen,  und  sol  rieh  yeder 

stette    rot    daruff    bedencken     und    iron    fründen,    die   sie   zu    dem   nehesten   dage 

in  schicken  werden  volle  gwalt  geben,   obe  man   die   vorgenanten    uzgesetzeten    stücke 

mit  einander  gellen  wollent  oder  nut. 

Die  von  Mentze  hant  ouch  den  vorgenanten  botten  rechenunge  geton  von  dem 

gelte,  daz  sü  ingenommen  hattent  von  der  nehesten  vordem  rechenunge  zu  Spire,  und 

ouch  von  des  geltes  wegen,  daz   den  von  Worms  gehurt  von  der  abelegunge  wegen 

i&  dez  zolles  von   zwein   joren,  und   hattent   über  ir  uzgeben,  daz  sie  davon  under  die 

»Juden  zu  Mentze  gaben  von  der  abelegunge  wegen  des  vorgenanten  zolles  uberig  46 
güldin.  von  demselben  überigen  gelte  hant  die  von  Mentze  ufT  disem  selben  tage 
geben  Hans  Dielen  von  Spir  45  güldin  3  sol.  heller,  und  sint  die  von  Spire  do  mit 
zi'imole  bezalt,  waz  in  werden  solte  und  uzstant  von  der  nehesten  vordem  rechen- 
20  unge  zu  Spir. 

BItem  so  hant  die  von  Mentze  ouch  davon  geben  hern  Götzen  von  Grostein  1  Hb., 
daz  die  von  Straszburg  zu  vil  uszgcben  hettent. 
Item  an  den  815  güldin,  die  den  von  Worms  von  der  abelegunge  wegen   ires 
zolles  von  dem  vergangen  jare  bisz  uff  unser  frouwen   dag  purificationis  nehest  ver-  *'*••■». 
25  gangen  werden  züllent,  gebürte  ieglicher   stat   zu   gebende   von   ieglicher   gleven   der 

I  groszen  somme,  die  sie  zu  dem  bonde  haltent  21/i  guldin  1  groszen.  und  sint  der 
gleven,  die  darzü  gehorent,  318  gleven.  und  süllent  der  stette  frunde  zu  dem  nehesten 
dage  gen  Mentze  solich  gelt,  als  ieder  gleven  gebürt  zu  geben  von  diser  vorgeschrihen 
rechenunge  und  ouch  von  des  zolles  wegen  zu  Worms,  mit  in  bringen,  daz  man 
0  ouch  uff  demselben  dage  bezaln  sol,  uff  daz  kein  judenschade  daruff  gen  werde. 


Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  t>.  cop   eh.  eoaev.  (Papierrolle.)   Die  obige  gleiclizeitige  Un- 
terschrift steht  auf  der  Rückseite  der  Rolle. 


Kaufmanns  guter  aller  Art  aufgehoben  habe,  von  denen  man  sage,  daß  sie  Eigentum 

I85  Straßburger  Bürger  seien.  üotttveil  1.388  April  21. 

Williger  dienst  berait  mit  früntlichen  trüwen  ste  üch  alle  zit  von  uns  bevor. 
hesundern  lieben  fründe  und  aidgenossen.  uns  kom  für  uf  gesteh  wie  daz  der  edel 
herre  graf  Fridrich  von  Hohenzolr  der  elter  etwiemengen  lastkarren  mit  wolle  und 
mit  anderm  gut  uf  der  Strasse  ufgehept.  habe,  und  lief  etwas  red  darunder,  wie  daz 
I  daz  selb  gut  etlichen  des  bundes  stetten  zügehorte.  und  do  schickten  wir  ze  stunde 
unser  erber  botschaft  zu  demselben   graf  Fridrichen   und  satzten  den  ze  rede,   wem 

VI.  » 


224  1388 

er  daz  gut  genomen  hetti  oder  wen  er  mainte,  da  mit  angriffen  haben,  an  dem  meht 

unser  botschaft  nit  me  erlangen,    wand  daz  er  ir   also   antwürtet,   daz  daz   selb  gut 

siner  offenen  vigenden  gewesen  were.  und  moht  dieselb  unser  botschaft  kain  stallung 

dem  gut  gewinnen,  wand  daz  ers  nu  zemal  angriffen  wolt.  und  in  den  mären,  ee  unser 

botschaft  her  haim  körne,  do  kom  uns  etwas  rede  für,  wie  daz  des  selbtetigen  gutes  5 

etwie  vil  üch  und  üwern  burgern  zugehorte,   wand  uns  nu  sere   und  lait  were,   wa 

üch  oder  dehainen  der  üwern  dehain  schade  wider  füre,    daz  wir  gewenden  künden 

oder  möhten,  da  werent  wir  alle  zit  willig  zu,   als  billich  ist.    darumb  lieben  fründe 

gedenkent  der  sache  nach   unverzogenlich,   ob  es    dehainen   der  uwern   anrüre,   waz 

darinne  ze  tünde  sie.  wand  waz  wir  üch  darinne  geraten  und  gehelfen  künnen   und  10 

mügent,    darzü  wellent   wir  alle  zit  willig  sin.    üwer   verschriben    antwürt   länt  uns 

darumb   wissen   mit   disem   botten.         datum    Rotwil   feria   tertia  ante  festum  beati 

Georii  junioris  hora  completorii  anno  88. 

Von  uns  dem 

rat  ze  Rottwil.  15 

[In  verso]  Dem  ersamen  wisen,  dem  maister  und  dem  rate  gemainlich  der  statt 

ze  Strasburg  unsern  sundern  guten  fründen  und  lieben  aidgenossen. 

Str.  St.  Ä.  Q.  ü.  P.  lad.  48(49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  in  v.  impr.  del. 


436.  Aufzeichnung  über  die  Verhandlungen  auf  dem  rheinischen  Städtelage  zu 
Mainz  betreffend  den   Streit   der    Stadt  Straßburg   mit  Simon  von  Sponheim  und  20 
Johann  von  Nassau.  1388  April  SO. 

Gedechtnische,  als  der  stede  frunde  des  bundis  an  dem  Ryne,  die  off  dem  donrs- 
Apriiso.  tage  off  sct.  Walpurgen abent  in  dem  88  jare  zu  Mentze  bii  einander  gewest  sin  mit 

namen  von  Straszburg:    her  Johans  von  Stille, Johann  Meszerer;   von 

Wormesze:    Hennelin  Becker,  Johann  Dierolff  .  .  .  ;  von  Spire:   Henselin  Fritze  »* 
und   Hans  Diele;   von  Francken furd:    Gypel  zum   Eber  und  Heinrich  von  Holtz- 
husen ;  von  Hagenouwe:  ritter  Hans;    von  Frideberg:   Heinrich  von  der  Ziit ; 
von  Slitzstat:  ßlopsheymer. 

Zum  ersten   von    soliche  zweyunge   und  spenne,   als  bisher   gewest   ist   zuschin 
den  edeln  herren  graffen  Symon  graffe  zu  Spanheim  und  Vianden  und  graffen  Johan  30 
graffen   zu  Nassau  off  eyne  syte  und   den  von    Straszburg   off  die  andere   syte   von 
manunge  wegen,   als  die  von  Straszburg  dieselbin   edeln   herren  off  Johan  von   Albe 
und  syne  helffere  gemanet  hattin  und  auch,  als  dieselbin  edeln  herren  graffe  Symon 
graffe  zu  Spanheim   und  zu  Vianden  die   von  Straszburg    und  die   andern    stete  des 
bundis  an  dem   Ryne  von  Johan  Ulner  (?)  von    Sponheim   ritter,   Jeckelin   Bernbach  35 
und  ire  helffere  gemant  hatte  und  auch,  als  graffe  Johan  von  Nassowe  die  von  Strasz- 
burg und  andere  stete  des  bundis  an  deme  Ryne  off  die  von  Bickere,  von  Eckebach 
und  andere,  off  die  er  sich  erkant  hat,  gemanit  hatte,   waz  sümenische  da  inne  von 
beyden  partien  oder  von  welicher  partie  sunderlich  daz  geschehin  were,  und  waz  da 
von   instanden   ist  bitz  off  diesen  hutigen  dag,    daz  ist    allis  von   beyden  syten  eyn  40 
luter  sune  und  ewig  verzig.  und  hant  die   vorgeschriben  edeln  herren   graffe  Symon 


1388  gas 

und  graffe  Johan  ofT  diesen  hutigen  dag  oft*  scte  Walpurgen  abent  vor  den  vorgenanten   Apriizo. 
botten  geyn  den  von  Straszburg  und  allin  steden  des  bundis  an  dem  Ryne  gemeynlich 
und  sunderlich   umbe  alle   vorgeschoben  sache,    wie  sich  die  bis  off  diesen    hutigen 
dag  erlauffen  haben,  montlich  und  gentzeliche   verzihen,  so  hant  auch  her  Johan  von 

5  Stille  ritter  und  her  Johan  Meszerer  von  Straszburg  vor  die  meystere  und  den  rad 
von  Straszburg  und  auch  ander  stete  frunde  dez  bundis  an  dem  Ryne,  als  die  off 
diese  zijt  zu  Mentze  by  einander  gewest  sint  vor  ir  rete  auch  in  glicher  wise  geyn 
dem  vorgenanten  edelin  herren  graffen  Johan  von  Nassow  umbe  alle  vorgenanten 
sache  montlich  und  gentzlich  veraigen,  so  ist  wort  geret :  wer  iz,  daz  der  vorgenante 

i»  edele  herre  graffe  Symon  graffe  zu  Sponheim  und  zu  Vianden  die  von  Straszburg 
hernach  nianende  wurde  off  hern  Johan  Ulner  vorgenant  und  syne  helffere,  die  mane- 
briefe  sal  er  geyn  Mentze  schicken  und  dieselbe  manebriefte  sullent  die  von  Mentze 
by  in  bchaldin  und  die  vorgenanten  edeln  herren  graffen  Symund  hernach  manende 
off  Johan  von  Albe  und  sine  helffere.  dicselbin  manebriefte  sullent  sie  auch  den  von 

ia   Mentze  in  iren  rat  schicken,   und  sullent  auch  die  von  Mentze  dieselbin   manebriefte 

(bi  in  behaltin  und  den  vorgenanten  edeln  herren  graffen  Symon  die  nit  schickin.  und 
insullent  auch  soliche  manunge  und  manebrieffe  beyden  partien  unschedelichen  sin 
und  darumbe  von  allermenlich  unvirdacht  sin  und  sich  auch  daran  nit  virkurtzit 
habin  an  allis  geverde  und  diese  virzig  und  manunge  also  zu  nemen,  als  vorgeschriben 
■o  stet,  von  graffe  Symons  wegin  sullint  die  vorgeschriben  herren  Johan  von  Stille  und 
her  Johan  Meszerer  in  iren  rad  geyn  Straszburg  bringen,  wan  sye  des  nit  mehlig 
waren  also  off  zu  nemen.  und  waz  irs  ratis  meynunge  darum  ist,  daz  sullint  die  von 
Straszburg  den  von  Mentze  in  den  neusten  sehs  wochin  virschriben.  und  ist  des,  daz 
die  von  Straszburg  diz  auch  also  off  nemcnt  und  daz  den  von  Mentze  also  virschry- 
25  hent.  so  sullint  daz  die  von  Mentze  graffen  Symon  virkundin.  und  so  hat  die  sache 
also  iren  gang,  wer  iz  aber,  daz  die  von  Straszburg  diese  sache  also  nit  offnemen 
so  gülden  die  vorgenanten  manungen  von  beyden  syten  sten  als  hude  zu  dage  jeder 
partien  unverlustig  irs  rechtin. 

So  ist  auch  geret  von  der  manunge  wegin,  als  die  von  Straszburg  graffen  Johan 
30  von  Nassow  gemanet  hant,  und  als  derselbe  graffe  Johan  von  Nassow  die  von  Strasz- 

Iburg  auch  wider  im  gemanit  hat,  daz  sye  des  beyder  syte  zum  rechtin  an  gemeyner 
stete  frunde  des  bundis  an  dem  Ryne,  als  sye  off  den  nehisten  sundag  nach  sanct 
Johans  dag  baptisten  nehiste  komit  über  achtage  zu  Mentze  sin  werden  virlyben  sin  j«h  s. 
welich  manunge,  als  sye  eynander  gemanet  haut,  Vorgang  habin  solle,  und  darum 
35  sullint  alle  stette  des  bundis  an  dem  Ryne  ir  erbern  boden  off  den  vorgeschriben  sun- 
dag zu  Mentze  habin  solichcr  Bachin  ende  zu  geben. 

Und  wer  iz,  daz  eyner,  zweyer,  drier  oder  me  stette  frunde  ungeferlich  off  den 
vorgenanten  sundag  geyn  Mentze  nit  quemen,  so  sullint  doch  der  andern  stede  frunde, 
die  dan  da  weren,  solich  recht  uszprechin  und  dem  ende  gebin.  und  sullint  auch  aller 

I*o  stete  dyner,  die  ietzunt  bij  graffe  Johan  zu  Sygen  ligent,  vorter  daselbis  virlyben 
ligen  bis  off  den  vorgeschriben  sundag.  und  welicher  stete  gleve  nit  da  weren,  uz 
gescheiden  die  von  Straszburg,  die  sol  bestellin,  daz  ir  zal  der  gleven,  die  ir  darzu 
geboxt,  unverzogenlich  geyn  Sygen  geschieht  werde  und  ouch  daselbis  verlyben  bis  off 


226  1388 

den  vorgeschriben  sundag  nach  sanct  Johans  dage  des  deuffers  über  achtage,  und  in- 
sullint  auch  die  von  Franckenfurt  noch  keyn  ander  stad  des  bundis  an  dem  Ryne 
den  vorgenanten  graffen  Johan  da  zuschin  nit  manen. 

Item  graffe  Symon  hat  auch  syner   manunge,   als   er   die   stede   off  hern   Johan 
ülner  von   Sponheim   gemant   hatte,  eynen   offslag   geben   bit   off  den    vorgeschriben  5 
sundag. 

Item  so  hant  auch  die  von  Mentze  ir  manunge,  als  sye  graffen  Symon  von  Span- 
heim gemanit  hattin,  eynen  offslag  gebin  bis  off  den  vorgeschriben  sundag  in  allir 
der  masze,  als  sye  daz  bisher  gedan  hant,  unverlustig  irs  rechtin  derselbin  ir  manunge. 

Item  als  von  graffe  Ruprecht  wegin  von  Nassowe  ist  befolin  den  von_Mentze  10 
und  von  Franckenfurd  mit  yme  zu  reden,  ob  er  soliche  rachtunge  mit  den  von 
Straszburg  und  mit  den  andern  stedin  offnemen  wolle  in  der  masze,  als  graffe  Symon 
von  Sponheim  oder  graff  Johan  von  Nassowe  getan,  und  sullint  auch  der  von  Strasz- 
burg frunde  vorgeschriben  diz  heym  in  iren  rad  bringen,  und  waz  ire  frunde  nuy- 
nunge  darinne  ist,  daz  sullint  die  von  Straszburg  furderlich  geyn  Mentze  verschriben.  15 
und  waz  die  von  Mentze  und  von  Franckenfurt  von  graff  Ruprecht  in  den  sachin 
erfindent,  daz  sullint  sye  den  von  Straszburg  virschriben. 

Item  von  der  sache  wegin  Schenck  Eberhart  herre  zu  Erpach  mit  den  von 
Frankfurt  off  geslagin  bis  off  den  vorgeschriben  sundag  derselbin  sache  dan  ende 
in  gebin.  20 

Umb  diese  und  auch  um  ander  stucke,  als  der  stede  boden  vormals  in  irre  rete 
bezeychint  bracht  hant,  da  sye  zu  Mentze  zu  dagin  gewest  sin  und  mit  namen  umbe 
den  artikel:  «wer  iz,  ob  ymant,  wer  der  were,  eyne  stat  des  bundis,  welich  daz 
were,  schedigite  oder  angriffen  wulde  oder  angriffe  oder  abir  eyn  stad  des  bundis 
jeman  krigen  wulde  etc.»,  sullint  die  vorgeschriben  bottin  in  irre  rete  bringen  und  B 
daz  ieder  rad  synen  frunden,  die  er  off  den  vorgeschriben  sundag  geyn  Mentze 
schicken  werden  vol  und  gantze  macht  gebin  der  stucke  zu  ubirkomen  und  ende 
zu  gebin. 

Gedenckent  auch  von  dez  Zolles  wegen  zu  Hoeste,  als  man  off  disem  vorgeschriben 
dage  davon  gescheiden  ist.  30 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  2.  cop.  eh.  coaev. 

437.  Markgraf  Rudolf  von  Baden  an  Strassburg :  bittet  mit  dem  Bürger  der  Stadt 
Claus  Nellesheim  zu  reden,  dass  er  das  Frauenkloster  Lichtenthai  mit  seiner  Gült- 
forderung unbekümmert  lasse,  oder  zu   einem  Tage  nach  Lichtenau  komme. 

Baden  [1388]  Mai  1.    « 
Str.  St.  Ä.  AA.  183.  or.  eh. 
Heg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1447. 

438.  Die  zu  Mainz  versammelten  Boten  der  rheinischen  Städte  außer  Straßburg 
an  die  Stadt  Straßburg:  fordern  auf  die  an  der  Bundesrechnung  rückständigen 
Forderungen  der  Stadt  Mainz  baldigst  zu  begleichen.  [1388]  Mai  3.  40 

Unsern  dinst  zuvor,  lieben  frunde  und  eitgenossen.  als  die  von  Mentze  dicke  und 


1388  227 

vil  off  (lagen  und  auch  mit  schrifTte  gefordert  haben,  das  yn  etwie  vil  geltes  von 
vordem  rechenungen,  die  zu  Spir  gescheen  sin  u/.stee,  darumb  wir  durch  richUickeil 
ubir  der  Sachen  geseszen  sin,  als  das  billich  ist,  und  haben  eyne  rechenunge  daromh 
getan  und  die  erfunden,  als  wir   uch    dieselbe   rechenunge   in   disem   unserrn    briere 

5  versloszen  senilen.1  und  darumb  begern  wir  von  uch  fliszclichcn,  das  ir  soUcfa  gelt, 
als  uch  in  der  vorgescliriben  rechenunge  bezeichent  ist  zu  geben,  bynnen  disen 
nesten  virtzehentagn  gein  Meintze  schicken  wolent,  off  das  die  von  Mentze  solichs 
geltes,  als  yn  uzsteet,  bezalt  werden,  off  das  die  sachen  zu  ende  komen.  geben 
nnder  der  sleltde  von  Meintze  unserer  eitgenossen  ingesigel    von  unser  aller  geheisz 

io  off  sontag  vocem  joeunditatis. 

PVon  uns  der  slelde  und  rete  frunden  des  bondes  an  dem  Rine  als  wir  oIT  di-e 
ziit  zu.  Meintze  by  einander  sin  uzgescheiden  der  uwern. 

[In  verso]  Erbern  wisen  lüten  unsern  besundern  guten  frunden  und  eitgenossen, 
dem  meister  und  dem  ratte  zu  Straszburg. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i  v.  impr.  del.  Der  Brief  ist  mit 
Bundesabrechnungen  von  1885/86187  zusammengeheftet.  Auf  der  Rückseite  Reste  des 
großen  Mainzer  Stadtsiegels. 

439.  Die  zu  Ravensburg  versammelten  Boten  der  schwäbischen,  fränkischen  und 
baltischen  Bundesstädte  an  den  Rat  von  Speier  zur  weiteren  Mitteilung  an  die 
andern  Städte  des  rheinischen  Bundes :  Die  Herzöge  von  Baiern  haben  die  nach 
langem  Kriege  mit  ihnen  zu  Neumarkt  abgeschlossene  Sühne  nicht  gehalten,  sondern 
mit  Raub,  Brand  und  Mord  sie  aufs  neue  ohne  Widersage  mehr  als  früher  in  offe- 
nem Kriege  geschädigt.  Desshalb  bitten  und  mahnen  sie  dringend  um  Bundeshülfe 
durch  Entsendung  der  vertragsmässigen  Anzahl  Glefen  nach  Weil.  geben  zu  Ra- 
vensperg  des  samsztagis  zu  uzgender  phingest  wochin  anno  domini  88. 

Ravensburg  1388  Mai  23. 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  6.'-*  cop.  eh.  coaev. 

440.  Wir  Fridcrich  der  elter  grafe  zu  Zolre  kundent  menglichem  mit  disem  briete, 
das  von  sölicher  sachen  wegen,  alse  wir  mit  den  erbern  bescheiden  dem  mehrtet  dem 

so  rate  und  den  burgern  der  stat  zu  Strazburg   gehebt  hant   und  wir  und   die    unsern 

Ivor  ziten  ire  bürgere  angegriffen  und  in  ir  vihe  und  anders  daz  ire  genomen  hant3 
und  von  alles  dez  kosten  und  schaden  wegen,  so  wir  und  die  unsern  do  von  gehebt 
1  Nach  dieser  Rechnung  sind  an  der  gesummten  Bundesrechnung  aus  den  Vorjahren  noch  rück- 
ständig :  280  Gulden  10  sol  -+-  272  Gulden  10  Grosclien  =  500  Gulden.  Außer  dieser  Summe  bleiben 
35  noch  rückständig  39  Gulden.  Die  Städte  sollen  nach  Maßgabe  der  seiner  Zeit  auf  Grund  der  Glefen- 
tahl  gemachten  Jahresanschläge  innerhalb  von  14  Tagen  bezahlen.  Die  rückständige  Schuld  Straßburg» 
beträgt  143  Gidden  an  den  257  Gulden  der  Rechnung  vom  1.  Mai  1385  und  außerdem  an  der  Wormser 
Zollablösung  33  Gulden  2  Groschen. 

•  Ebenda :  Die  ausführliche  Aufzeichnung  aller  Beschwerden,  wclclie  die  Städte  seit  der  Sühne  gegen 
40    die  bairischen  Herzöge  zu  erheben  haben  unter  der  Unterschrift :  Diz  sint  der  stettc  klage,  die  yn  von 
den  herren  von  Beyern  und  den  yren  syd  der  rahtunge  zum  Nuwenmarket  wider  faren  und  besehenen 
sint.  —  Vgl  Weizsäcker.  D.  R.  A.  II  pg.  29  f.  9.  Anm.  4. 
3  Vgl.  oben  nr.  435. 


228  1388 

und  gelitten  hant  u.  s.  w.  wir  gentzliche  gesönet  verrihteUund  geslihtet  sint.  [Er  ge- 
lobt die  Huhne  zu  halten]  und  dez  zu  einem  Urkunde  so  ist  unser  dez  vorgen.  Fri- 
derichs  dez  eitern  gräfen  zi'i  Zolre  ingesigel  an  disen  brief  gehencket.  gegeben  an 
dem  ersten    fritdage   nach  sant  Urbans    dage  dez   heiligen   babestes  in  dem  jare    do 

man  zalte  von  gotz  gebürte  drützehenhundert  jare  ahtzig  und  ahte  jare. 

1388  Mai  20. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166  in-,  67.  or.   mb.   lit.  pat.  c.   sig.  pend.   mit  der    Umschrift : 
comitis  de  Zolr  junio[ris  sigill]. 


441.  Speier  an  die  rheinischen  Bundesstädte:   sendet  den  Mahnbrief  der  zu  Ra- 
vensburg  versammelten   schwäbischen   Städte   vom   23.  Mai   wider   die  Herzöge  von  io 
Baiern.         datum  sabbato  poximo  post  festum  Corporis  Christi.  [1388  Mai  30.] 

Frank/.  St.  A.  Copialb.  XII.  fol.  42  nr.  51. 


442.  Markgraf  Rudolf  von  Baden  an  Strassburg:  bittet  die  Erben  des  Strassburgers 
Nellesheim  zu  Rede  zu  stellen,  wesshalb  sie  auf  dem  auf  heute   angesetzten  Lichte- 
nauer Tage  mit  Kloster  Lichtenthai  nicht    erschienen  seien  und  sie   zur   Freilassung   15 
des   Amtmanns   jenes   Klosters   zu   veranlassen.         datum   Stadelhofen   feria   5  ante 
Joh.   bapt.  Stol/wfen  [1388  Juni  18.J 

Str.  St.  A.  AA.  101.  or.  eh. 

Ebenda  Brief  liudolfs  vom  24.  Juni  in  gleicher  Sache. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1450  u.  51.  '•*<> 


443.  Die  zu  Ulm  versammelten  schwäbischen  Städteboten  (unter  dem  Siegel  von 
Ulm)  an  die  Stadt  Speier  mit  der  Bitte  um  Mitteilung  an  die  übrigen  rheinischen 
Bundesstädte:  erzählen  von  den  Uebergriffen  und  Angriffen  der  Herzöge  von 
Baiern  .  .  .  darumb  so  manen  wir  üch  ernstlich  und  vesteclich  uwer  truwen,  eren 
und  eides  .  .  .  das  ir  uns  unverzogentlich  mit  üwere  summe  gleen  widder.  die  ege-  25 
nanten  herren  von  Beiern  und  die  iren  beraten  und  beholffen  sint  und  auch  das 
furderlich  allen  andern  uwren  und  unsern  eitgenossen  am  Rine  verkundent  und 
manent,  das  sie  das  auch  tun  und  das  beide  uwer  und  auch  ir  spisse  zu  (Worms?) 
sint  uff  die  ziit,  als  das  uwer  und  unser  verbuntnisse  wiset  und  seit,  da  wollen  wir 
bestellen,  das  sie  danne  furbaz  gefuret  werden  an  die  stelle,  da  wir  der  widder  die  30 
vorgenanten  herren  von  Beiern  notdurfftig  sin  .  .  .  geben  an  dem  nehsten  samstage 
vor  sant  Johans  dage  zu  sünwenden  anno  1388.  1388  Juni  20. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/19  B.  cop.  eh.  coaev. 

444.  Allerlei  Ratsbeschlüsse.  1388  Juni  21. 

[1.]     Unserre   herren  sint    ubereinkomen,  daz  iederman  dem   andern   rümen   sol  35 
zu  ziehende  in  disen  nehesten  drien  tagen,  und  wer  daz  verbrichet  der  bessert  30  sol. 

[2.]     Unserre   herren   meister    und  rot    sint   oueh    ubereinkomen :    daz    nieman 
hinnan  vürderme  uffe  der  owen  in  der  stat,  uffe  den  plönen,   noch  ussewendig  noch 


1U88  230 


an  keinen  Bemlichen  enden  weder  wurffelspil,  karienspil  noch  kein  ander  tpil  triben 
noch  tiin  sol,  noch  ouch  do  nieman  kein  breit,  kein  wurfTel  noch  kein  karten  spil 
darlihen,  noch  darlegen  sol.     und  wer  daz  verbrichet  der  bessert  ouch  30  sol. 

[3.]    Es  sol  ouch  nieman  kein  vegotte  ufTe  unserre  stette  almende  noch  in  anaerra 

stelle  burggraben  noch  in  die  Brüsche  schütten  noch  werflen,  DOOfa  -ol  ouch  sunder- 
liche  nieman  kein  vegotte  zu  den  rnwerin  uszfüren  noch  dohin  uszhin  schütten, 
wenne  iederman  sol  sine  vegotte  ufTe  die  owe  zu  den  pfelen  füren  und  schütten 
und  mit  hie  dissilo  den  pf'elen  [am  Hand:  die  zu  einigen  darzü  geslagen  sint]  loszen 
legen,  und  wer  daz  verbrichet,  der  bessert  ouch  30  sol,  alz  dicke  daz  beschehe.  und 
wil  man  ouch  höte  darüber  setzen.  actum  et  pronuntiatum  dominica  proxima 
ante  diem  St.  Johannis  baptiste  anno  88. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  20  fasc.  18.  conc.  eh.  (Zettel.) 

445.  Ratsbeschluß  über  die  an  vornehme  Gäste  zu  gewährenden  Ehrengeschenke. 

1388  Juni  23. 

Unsere  herren  meister  und  rat  sint  uberein  komen,  das  man  hinnanvurder  me 
von  unsre  stette  wegen  eirne  landesherren  einen  omen  wines  schencken  sol ;  einem 
dienstman  und  süss  eim  edlnmanne  sol  man  schencken  einen  halben  omen  alle  ym- 
bisse.  item  süss  eime  erbern  manne  einen  halben  omen.  und  sol  man  ouch  iegelichem 
zu  icgelicher  vart  nuwet  einmal  schencken  und  nit  alle  ymbisse,  ussgenommen  den 
stetten  sullent  wir  alle  ymbisse  schencken,  also  vor  geschriben  stat.  unde  sol  ouch 
die  schencken  nieman  tun,  danne  ein  meister,  der  danne  rihtet,  unde  ein  aniinau- 
meister  und  nieman  anders,  was  ouch  ein  meister,  der  danne  rihtet,  und  ein  amman- 
meister  heissent  schencken  epten  und  zu  liebe  und  zu  leide,  das  ist  zu  lychen  und 
zu  brutloften,  das  sol  man  ouch  tun  unde  anders  nit.  unde  sol  ouch  diese  urteil  alle 
*5  jor  ein  rot  dem  andern  in  den  eyt  geben.  actum  feria  tertia  proxima  ante  diem 
saneti  Johannis  baptiste  anno  88. 

Str.  St.  A.  Schilter,  statutarium  fol.  285. 

446.  Bürgermeister  und  Rat  von  Freiburg  an  Strassburg:  antworten  auf  ein 
Schreiben  und  versprechen,  sich  nicht  in  die  Streitigkeiten  mischen  zu  wollen  zwischen 
den  von  Endingen  und  Johann  von  Schaftoltzhein  und  der  Witwe  Johann  Erb's  .  .  . 
ist,  daz  die  von  Endingen  den  uwern  ützit  schuldig  sient,  das  mögent  die  uwern 
gewiinnen,  als  sü  getruwent  reht  tun,  das  gat  uns  nüt  an.  datum  feria  quarta  posl 
Petri  et  Pauli  anno  88.  1388  Juli  l. 

Str.  St.  A.  AA.  1799.  or.  mb.  I.  ei. 


447.  Aufzeichnung  über  die  Verhandhingen  der  rheinischen  Städteboten  M  Main:. 

Mainz  1388  Juli  9. 

Gedeclitnisze  der  stede  fründe  dez  blindes  an  dem  Ryne,  als  sie  uff  dem  donres- 
tage  nach  sant  Kilians  tage  yn  dem  88  jare  zu  Mentze  bii  eynander  gewest  syn  mit  j*u». 


230  1388 

namen :  (diese  Namen  sind  meist  unleserlich).  1 .  betreffend  die  Richtung  zwischen 
Strassburg  und  Simon  von  Sponheim.  —  2.  betreffend  die  Richtung  zwischen  Strass- 
burg  und  Johann  von  Nassau.  —  3.  betreffend  Massregeln  über  die  Ausführung  der 
von  den  schwäbischen  Städten  geforderten  Bundeshülfe. 

[4.]  Item  daz  iecliche  stad  dez  bundes  an  dem  Ryne  ir  zal  gleven,  als  ir  geboret  5 
von  der  manunge  wegen  der  swebischen  stede  gein  Swaben  zu  schicken  zu  Spire  uff 
juii  ii.   sant  Jacobsabent  haben  sal  nehst  komet. 

[5.]  Item  so  sullent  die  von  Mentze  denselbing  lewen  allen  eynen  heubtman  geben, 
dem  dieselbin  gleven  und  diener  alle  von  dem  Rynschen  bi'inde  gehorsam  syn  sollen, 
und  sol  der  selbe  heubtman  phiffer  haben  off  dez  gemeinen  bundes  kost,  als  daz  vor-  io 
mals  zu  Spir  gezeichent  worden  ist. 

[6.]  Item  daz  iecliche  stad  dez  bundes  an  dem  Ryne  ir  grosze  summe  der. gleven 
juii  23  bestelle,  daz  sie  die  vollecliche  habe  biz  uff  sant  Jacobstag  nehste  komet  und  daz 
auch  iecliche  stad  darzu  habe  halb  als  viel  diener  und  gleven  der  vorgenanten 
groszen  summen  bestelle,  daz  sie  die  habe  bynnent  viertzehentagen  nach  demselbin  is 
sant  Jacobs  tage  und  sollent  die  boten  daz  in  ire  rete  bringen,  und  waz  ires  rates 
meinunge  darumb  ist,  daz  sal  ieder  raid  gein  Spir  virschriben.  und  sollent  die  von 
Spir  daz  furter  allen  steden  virschriben.  und  wer  ez  daz  eyne  stad  oder  me  diz  nyt 
tun  wolte,  so  sullent  die  andern  stede  dez  unverbunden  syn. 

[7.]  Item  daz  man  uz  den  steden  weder  harnasch,  gezugk,  kost  noch  die  heinerley  20 
andern  raid  nyman  volgen  lasze  dan  den,  die  zu  dem  bunde  gehorent. 

[8.]  Item  daz  die  hantwergkknechte,  dienstknechte  und  der  phaffen  knechte  den 
reten  in  den  steden  sweren  gehorsam  getruwe  und  holt  zu  syne  und  für  irem  schaden 
zu  warnen. 

[9.]  Item  ob  ez  zu  kriege  queme,  daz  dann  keyne  stad  die  ander  nyt  manete  also  25 
doch,  wo  eyn  stad  noid  angynge,  daz   man   der   furderlichen   zö   helffe   queme   nach 
gelegenheit  der  sache. 

[10.]  Item  gedenckent  auch  umb  eynen  erberlichen  gemeynen  heubtman  der  stede 
diener  dez  bundes  an  dem  Ryne  hie  uze  in  diessem  lande,  so  die  uff  dem  felde  sin 
und  mit  eyander  rident,  daz  sie  der  füre  und  (sie)  dem  auch  gehorsam  syn.  so 

[11.]  Item  sol  auch  iecliche  stad  unsers  bundes  ir  erbern  boden  mit  ir  zal  gleven, 
juii  u.  die  sie  den  swebischen  steden  schicken  wirdet,  uff  sant  Jacobsabent  nehste  komet  zu 
Spir  syn,  der  dag  zu  Heidelberg  gee  fursich  odir  nyt.  und  waz  iecliches  rates  mey- 
nunge  ist  umb  alle  vorgeschriben  stucke  und  umb  waz  anders  notdorfft  ist  zu  diessen 
sachen  gein  Spire  boten  gen.  und  duncket  diz  allen  botten,  als  die  zu  Mentze  uff  85 
diesse  ziit  gewest  sint,  nutze  und  gut  sin. 

[12.]  Item  gedenckent  auch  von  dez  zolles  wegen  zu  Hoste. 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  eone.  eh. 

448.  Aufzeichnung  über  die  Beilegung  des  Streites  zwischen  Straßburg  und  dem 
Grafen  Johann  von  Nassau.  [1388  nach  .Juli  9.]  40 

Von  des  anlaszes  wegen,  als  grafe  Johan  von  Naszowe  und    die   von   Strazburg 


1388. 
April  30. 


an  der  stette  fründen    des  bundes  an    dem    Rine,  als   die   uf  sant  Walpurge   obent 


1388  231 

in  dem  88  jarc  zu  Menlze  bienander  warent,  getan  hant  zum  rehten,  also  waz  der- 
selben Btette  fründe  erkennen»  zürn  rehten,  weliche  manunge  als  die  von  Strazburg 
grafen  Johan  von  Nassowe  gemanet  hant  uf  Johan  von  Albe  und  sine  helflere  und 
als  grave  Johan  von  Nassowe  si  ouch  gemanet  baut  uf  die  von  Bicken,  von  Seibach 

Iö  und  etliche  andere  ire  lielll'ere  und  dienere,  also  das  sine  tDaaebriefe  uswiscnl,  vor- 
gang  haben  sülle,  des  hat  grafe  Johan  von  Nassowe  für  sieh,  her  GAtze  von  Grawe u- 
etein,  her  Ortelin  Mansze  und  her  Wilhelm  altammeister  von  Strasburg  vor  den 
meiste?  and  den  rat  der  stat  zu  Strazburg  dieselbe  sache  und  daz  erkennen  zürn 
rehten  an  der  stette  fiünden  dcz  bundcs  an  dem  Ryne,  als  die  uf  den  dtmrestdag 
i"  nach  sant  Kilians  dag  in  dem  88  jare  zu  Mentze  bienander  gewesen    sint,   genlzlich      «.** 

Igestalt.  und  baut  oueh  daruf  von  beidensiten  gegen  einander  luterlieh  und  zümale 
verzigen.  und  sullent  ouch  die  manunge,  die  von  beidensiten  bitzher  zwischent  in 
geschehen  sint,  als  vorgeschriben  stat,  zümale  abe  sin  und  keine  partie  die  ander 
darumbe  fürter  me  manen  sol.  weres  aber,  daz  grafe  Johan  von  Nassowe  noit  wurde 
u  uf  ieman  anders  zu  manen,  danne  uf  die  er  bitzher  gemanet  bat,  und  oueh  dezglichen 
den  von  Strazburg  not  wurde  uf  ieman  anders  zu  manen,  danne  uf  Johan  von  Albe 
und  sine  helffere,  darumbe  mügent  sie  von  beidensiten  einander  manen  nach  Inte 
der  buutbriefe,  die  darüber  gemäht  sint.  und  sullent  ouch  dieselben  buntbriefe  in  ire 
mäht  und  kraft  bliben.  so  hat  ouch  derselbe  grafe  Johan  gen  allen  stetten  des  bundes 
an  dem  Rine  gentzlich  verzigen  uf  die  mynerunge  der  glefen,  als  ime  bitz  her  von 
den  von  Strazburg  uz  gestanden  und  nit  geschicket  sint  und  ouch  uf  mynerunge 
der  glefen,  als  ime  von  den  von  Strazburg  furter  geburt  zu  schicken,  uf  die  er  bitz 
her  gemanet  hat  ane  alles  geverde. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  cop.  eh.  coaev. 

u  441).  Pfalzgraf  Ruprecht  (I)  an  die  rheinischen  Städte:  sie  sollen  die  schwäbischen 

Städte  benachrichtigen,  dass  er  dieselben  zu  dem  auf  29  .luli  zur  Versöhnung  zwi- 
schen  Fürsten  und  Städten  angesetzten  Würzburger  Tage  sicher  geleiten  lassen  wolle. 

Heidelberg  1388  Juli  11. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  cop:  eh.  coaev.  mit  Versendxingsschnitten. 
Gedruckt  D.  B.  A.  II,  49  nr.  19. 


SO 


450.  Beschisse  der  rheinischen  Städteboten  einen  Sühnetag  zwischen  Fürsten  und 
Städten  irgendwo  am  16  August  abzuhalten  oder,  falls  dieser  nicht  zu  Stande  käme, 
eine  Versammlung  der  rheinischen  Städte  zum  29  Juli  nach  Speier  zu  berufen  wegen 
neuer  Kriegsmassrqgeln.  [1388  Juu  12-14.] 

Aus  Heidelb.  Univ.  Bibl.  Urk.  Schrank.  1.  nr.  49.  cop.  eh.  coaev.  gedr.   D.  B.  A.  II,  nr.  21. 

451.  Die  Städte  Straßburg  und  Saarburg  schließen  ein  Bihidniß  auf  10  Jahre. 

1388  Juli  16. 

Wir  die  rete  und  die  bürgere  gemeinliche  der  stette  Strazburg  und  Sarburg  tönt 
kunl  allen  den,  die  disen  brief  sebent  oder  gehörent  lesen,  daz  wir  mitenainler  uher- 

VI.  80 


232  1388 

komen  sint  der  hie  nächgeschriben  dinge,  alse  die  hie  nach  bescheiden  sint :  das  ist 
also  .  .  were   es,  daz   ieman   wer   der   were,  der  in  dem  bistüme   zu  Strazburg  iet- 
zent  mit  huse  und  mit  sinre  husere  seshaft  ist  oder  in  dem  hir  nächgeschriben  zile, 
die  wile  dise  selben  zile  werent,  mit  huse  und  sinre  huseren  darinne  seshaft  würde, 
die  von    Sarburg   oder   ire   bürgere   hinnanfürder   angriffe,  kriegete   oder   schadigete  5 
in  dem   bistüme  zu  Strazburg,   welhem   danne    under   den    selben    die   von   Sarburg 
oder  ire  bürgere  rehtes  gehorsam  wellent  sin  zu  tünde  von  unserm  rate  zu  Strazburg, 
der   danne  ist,  oder  dohin  sie  danne  die  selben    meister  und    rat  zu    Strazburg,   die 
danne   sint,   wisent,  dezselben  ouch   die  von  Sarburg   und  ire  bürgere  gehorsam  sin 
süllent,  und  die  selben,  die  sie  danne  also  geschadiget  hettent,  daz  nit  von  in  ufnem-  10 
men  woltent  und  sieh  do  mit  nit  woltent  läszen  gegen  in  begnügen,  gegen  dem  und 
den  süllent    wir  die  von  Strazburg   den  von  Sarburg  und  iren  burgern   geraten  und 
beholffen  sin  in  dem  bistüme  zu  Strazburg  und   nit  vürbaszer  zu  glicher  wise,   alse 
obe    es  uns  die  von  Strazburg  und  unsere  bürgere  selber  angienge  untze  an  die  stunde, 
daz  den  von  Sarburg  und  iren  burgern  daz  widertän  wirt,  daz  in  danne  von  densel-  15 
ben  also   geschehen   were   und  sie    da  von  unklagehaft  werdent   gemachet,    alse  es 
meister  und  rat  z&  Strazburg,  die  danne  sint,  danne  erkennent,   daz  sie  unklagehaft 
gemachet  sient  und  in  da  von  volletän  sie  äne  geverde.  zu  weihen  kriegen  auch  die 
von  Sarburg  uns  den  von  Strazburg  beholffen  sint,  es  sie  in  dem  bistüme  zu  Straz- 
burg oder   ienesite  der  steigen,  mit  dem  oder  mit  den  süllent  wir  die  von  Strazburg  20 
keine  süne  noch   rihtigunge   nemmen,    wir   habent   danne    die  von  Sarburg   und  ire 
bürgere  ouch  in  die  selbe  süne  und    rihtigunge  verteigdinget  und   genomen  äne  alle 
geverde.  in  allen  disen  dingen  nemment  wir  die  von  Strazburg  us  daz  römische  rieh 
und  unsern  herren  den  bischof  von  Strazburg,  der  ietzent  ist  oder  har  nach  wirt,  und 
den  edeln  herren  gräfe  Heinrich  herren  zu  Lützelstein  und  ouch  dar  zu  alle  die,  zu  25 
den  wir  die  von  Strazburg  ietzent  verbunden    sint.  und  obe  wir  unsere   büntnüszen 
mit  den  selben   vürbaz   erlengernde  würdent,   des  ouch  wir  die  von   Strazburg  gute 
mähte  süllent  haben  zu  tünde.  und  umbe  die  groszen  früntschaft  und  helffe,  die  die 
vorgenanten  die  von  Strazburg  uns  tünt  und  tun  wellent  die  hie  nächgeschriben  zehen 
jare  us,  so  hant  wir  der  rat  die  bürgere  und  die  gemeinde  der  stat  zu  Sarburg  uns  so 
verbunden,  daz  wir  den  von   Strazburg   und  allen  den  iren   die   selbe  stat   Sarburg 
uftün  süllent.  und  sol  ouch    die  selbe  stat  Sarburg  dem  meister,    dem  rate  und   den 
burgern  gemeine  und  besunder  der  stat  zu  Strazburg  allen  iren  helffern  dienern  und 
den  iren,  ez  sie  mit  lützel  oder  mit  vil  lüten,  offen  und  uf  getan  sin  vürderliche  und 
äne  alles  verziehen,  wenne  und  wiedicke  sie  wellent  in  den  hie  nächgeschriben  zehen  35 
jaren,  es  si  bi  tage  oder  bi  naht,  daz  sie  sich  in  der  selben   stat  zu  Sarburg  dar  in 
und  dar  us  behelffen  mügent  und  dar  in  und  dar  uz  gefaren,    wenne    und   wiedicke 
sie  wellent  wider  menglichen  uf  iren  kosten,  den  selben  kosten  und  ouch  veilen  kof 
wir  die  von  Sarburg  süllent  schaffen  den  von  Strazburg  und  allen  den  iren  zu  Sar- 
burg gegeben  werden  umbe  ire  pfenninge  nach  bescheidenlichen  dingen,  dar  zu  süllent  40 
ouch  wir  die  von  Sarburg  unsere  bürgere  und  alle  die  unsern  den  vorgenanten  den 
von  Strazburg  iren  burgern  und  allen  den  iren    getruweliche   geraten  und   beholffen 
sin   zu  allen  der  von   Strazburg  und  irre  bürgere   kriegen,    die  sie  hinnanfürder  ge- 


1388  233 


winnont  zu  glicher  wi.se,  alse  obe  es  uns  die  von  Sarburg  und  unsere  bürgere  selber 
angienge  untze  an  die  stunde,  das  söliche  der  von  Strazburg  und  irre  bürgere  kriege 
gentzlicbe  gesunet  werdent.  und  .sullent  wir  die  von  Harburg  unsere  bürgere  und  die 
unsern  daz  tun  wider  menglichen  uzgenomen  gegen  dem  bischofe  zu  Metze,  der  iet- 

5  zent  ist  oder  bar  D&cfa  wirt,  und  dem  stifte  zu  Metze,  do  sieselben  höptlüte  sint,  und 
ouch  uzgenomen  gegen  dem  hoherbornen  fürsten  und  herren  hertzoge  Johanse  zu  Lotho- 
ringen  und  marggriifen,  die  wile  die  zile  werent,  in  den  wir  die  von  Sarburg  gegen  dem- 
selben herren  dem  hertzogen  zu  Lotboringen  nit  ti'm  sullent,  das  ist  von  hinnant 
untze   zu   aller   heiligen   tage,    der  nü  zu  nehste   komet,    und   von  dem   selben  aller    so"r.t 

i»  heiligen  tage  die  zwei  jare  uz,   die  dar  nach  aller  nehste   nächenander  koment,   äne 

Kalle  geverde.  aber  nüch  dem  selben  zile  so  sullent  wir  die  von  Sarburg  unsere  bür- 
gere und  alle  die  unsern  den  vorgenanten  den  von  Strazburg  iren  burgern  und  allen 
den  iren  gegen  dem  selben  herren  dem  hertzogen  von  Lotboringen  und  allen  den 
sinen  geraten  und  beholffen  sin  getrüweliche  und  ouch  den  von  Strazburg  und  allen 

15  den  iren  Sarburg  die  stat  gegen  in  uftün  zu  glicher  wise  alse  gegen  andern  lüten 
und  do  mit  den  von  Strazburg  tun,  alse  do  vor  ist  bescheiden,  äne  alle  geverde. 
wir  die  von  Sarburg  nemment  ouch  bar  inne  us  den  edeln  herren  hern  Heinrich 
herren  zu  Blanckemberg,  mit  dem  wir  ietzent  ursagen  hant,  doch  also  gewünnent  die 
von  Strazburg   mit  dem   selben   herren   hern   Heinriche   herren  zu  Blanckemberg  zu 

20  schaffende,  wenn  sie  uns  daz  danne  verkündent,  so  sullent  wir  die  von  Sarburg 
derihte  dar  nach  dem  selben  herren  hern  Heinriche  herren  zu  Blanckemberg  die 
selben  unsere  ursagen  abesagen.  und  wenne  so  die  zile  der  selben  ursagen  vergänt, 
BO  sullent  wir  und  die  unsern  den  von  Strazburg  und  den  iren  gegen  ime  und  den 
sinen  beholffen  sin  und  in  die  stat  Sarburg  uftün  zii  glicher  wise  alse  gegen  andern 

.23  lüten  und  alse  do  vor  ist  bescheiden  äne  alle  geverde.  wir  die  von  Sarburg  nemment 
ouch  har  inne  uz  den  edeln  herren  grafe  Heinrich  herren  zu  Lützelstein,  wir  globent 
ouch  zu  beiden  siten  bi  unsern  eiden,  das  alle  jare,  die  wile  die  hie  nächgeschriben 
zehen  jare  werent,  der  rat  zu  Strazburg,  der  alle  jare  da  wirt,  und  die  gemeinde 
mitenander  der  stette  zu  Sarburg   sullent   sweren  an  den  hailigen  alles  daz,   daz  an 

so  disem   briefe   geschriben    stät,   stete  und   veste   zö   haltende   getrüweliche    äne   alle 
geverde,  und  sullent  die  vorgeschriben  dinge  allesament  zwischent  uns  den  vorgenanten 
zweien    stetten  Strazburg    und  Sarburg  weren   untze  zu  sant  Jacobes   dage  dez  hei-  ■»■<««. 
ligen  zwelfbotten  in  der  ernen,   der  nü  zu  nehste   komet  und   von  dem   selben  sant 
Jacobes  dage  zehen  gantze  jare,  die  dar  nach   aller  nehste  nächenander  koment  äne 

m  underlas,  äne  alle  geverde.  und  daz  alle  die  vorgeschriben  dinge  zii  beidensiten  und 
ouch  alles  daz,  das  an  disem  briefe  geschriben  stät,  veste  und  stete  blibent  die  vor- 
genanten zehen  jare  us,  so  sint  unsere  der  vorgenanten  zweien  stette  Strazburg  und 
Sarburg  ingesigele  zu  Urkunde  an  disen  brief  gehcncket.  der  wart  gegeben  an  dem 
ersten  dunrestdage  vor  sant  Marien  Magdalenen  dage  in  dem  jare,  do  man  zalte  von 

«o  gotz  gebürte  drützehenhundert  jare  ahtzig  und  ahte  jare. 

Str.  St.  Ä.  G.  D.  P.  lad.  45/46  nr.  74.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  2  sig.  pend.  —   Ibid.  com.  ch- 
Heg.  Jahr.  f.  Lothr    Gesch.  li    I,  170  Fritz,  Saarburg  u.  Straßburg. 


234  1388 

452.  Die  zu  Ulm  versammelten  Städteboten  an  die  früher  von  ihnen  um  Hülfe 
gemahnten  rheinischen  Städte  :  der  mit  den  Augsburgern  unternommene  Zug  gegen 
die  Herzöge  von  Baiern  zum  Entsatz  von  Kaufbeuren  sei  so  glücklich  verlaufen,  dass 
man  vorläufig  der  erbetenen  Kriegshülfe  nicht  bedürfe.  Für  künftigen  E'all  bittet  man 
um  directe  Sendung  der  Bundeshülfe  nach  Ulm.  geben  ze  Ulme  von  unser  aller 
heissendes  wegen  under  der  von  Ulme  ingesigel  an  sant  Marien  Magdalenen  tage 
abende  anno  88.  Ulm  1388  Juli  21. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  VII.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig.  i.  v.  imp.  del. 


453.  Bischof  Friedrich   verkündet,   daß'^er  seinen  Streit  mit  den  Grafen  von 
Fürsleuberg  durch  den  Rat  von  Straßburg  schlichten  lassen  wolle.       1388  Juli  24.   ia 

Wir  B'riederich  von  gotz  gnaden  bischof  zu  Strazburg  kündent  menglichem  mit 
disem  briefe,  daz  die  miszehelle  und  die  stösze,  die  do  gewesen  sint  von  des  sloszes 
Haselähe  wegen  in  Kintzigental  und  der  zügehörde  zwüschent  uns  und  den  edeln 
grafe  Heinriche  von  Fürstenberg  und  grafe  Heinriche  sinem  eltesten  sune,  wir  müt- 
willekliche  komen  sint  und  geliiszen  hant  an  die  erbern  bescheiden,  den  meister  und  's 
den  rat  der  stette  zu  Strazburg  ein  reht  darumbe  zu  sprechende,  und  darumbe  so 
globent  ouch  wir  der  vorgenante  Friderich  bischof  zu  Strazburg  vür  uns  und  alle 
unsere  nächkomen,  was  dieselben  der  meister  und  der  merreteil  dez  rates  der  stat 
zu  Strazburg  dar  umbe  mit  urteile  zurollte  spreehent,  daz  wir  das  halten  und  volle- 
füren  wollent  und  daz  uns  ouch  domit  wol  begnüget  und  daz  ouch  wir  und  alle  *> 
unsere  nächkomen  wider  dieselben  den  meister,  den  rat  noch  die  bürgere  gemeine 
noch  besunder  der  stat  zu  Strazburg  noch  wider  alle  die  iren  darumbe  und  von  der- 
selben irre  urteile  wegen  nyemer  getünt  noch  schaffent  getan  werden,  daz  in  zi'i 
schaden  komen  müge  mit  gerihte  oder  äne  gerillte  noch  in  denheinen  weg  äne  alle 
geverde.  und  dez  zu  einem  Urkunde,  so  ist  unser  dez  vorgenanten  Friderichs  bischof  * 
zu  Strazburg  ingesigel  an  disen  brief  gehencket.  der  wart  gegeben  an  sant  Jacobes 
obent  in  der  ernen  dez  heiligen  zwelfbotten  in  dem  jare  do  man  zalte  von  gotz  ge- 
biirte  drützehenhundert  jare  ahtzig  und  ahte  jare. 


Str.  St.  A.  AA.  1413.   or.    mb.    lit.   c.   sig.    —    Ebenda:    Gegenurkunde  der    Grafen  von 
Fürstenberg. 


M 


454.  Die  in  Speier  weilenden  Strassburger  Boten  an  ihre  Stadt:  den  Mainzer 
Abschied,  dass  den  Herzögen  von  Baiern  samt  allen  ihren  Helfern  Absagebriefe  zu 
schicken  seien,  haben  die  Städte  dahin  abgeändert,  dass  sie  nur  absagen  wollen  :  den  von 
Baiern,  den  von  Württenberg,  dem  Bischof  von  Augsburg  und  den  von  Oettingen  und 
den  ihren  ohne  ihre  Helfer.  Das  Muster  eines  solchen  Absagebriefes  senden  sie  mit.  35 
....  auch  hant  die  stetde  bestalt,  das  die  houbtlude  keynen  widersagis  brieff  ent- 
wurtent,  ez  sy  danne,  das  uwer  widersagisbrieff  und  die  andern  alle  byenander  sint. 
darumb  so  mogent  ir  uch  bedencken,  ob  ir  uwern  widersagis  brieff  wollint  lassin 
entwürfen,  als  er  ltzunt  stat,  oder  ob  ir  yn  andern  wollint  und  die  helffere  uz  wollent 


I 


1388 


■B 


lan.  und  lant  daz  zu  stand  ^r* ; i  r i  Spiro  wi.-sin  in  den  rat,  ob  man  den  ersten  bricfT 
entwürfen  solle  oder  ob  ir  andere  scbieken  wollint,  wann  wis.-ini.  daz  wir  furderüeb 
koment.         datum  dorninica  proxima  post  Jacobi  appo.stoli.  [i:ts&  Juli  ««./ 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I.  el. 


455.  Verbot  der  Reisen  ohne  Erlaubnis  von  Meister  und  Rat.       1388  Juli  28. 

Unsere  herren  meister  und  rat  sint  übereinkommen,  daz  nieman  der  unsern  usz 
unser  stat  ryten  noch  varen  sol  one  urlop  eins  meisten  und  eins  ammainiicisters. 
und  wer  daz  verbreche,  der  bessert  20  lib.  den.  und  fünf  jor  von  un.serre  stat,  alz 
dicke  er  daz  delc.         actum  feria  tertia  post  diem  saneti  Jacobi  apostoli  88. 

Str.  St.  A.  G.  U    P.  lad.  20  nr.  18. 

456.  Rottweil  an  Slraßburg:  über  den  Verlauf  der  Fehden  zwischen  den  schwäbi- 
schen Städten  und  den  Herzögen  von  Baiern.  liottwell  1388  Juli  :n. 

Unser  williger  dienst  bevor,  besundern  lieben  frunde  und  aidgenos.sen.  als  ir  uns 
üwern  botten  geschicket  hant  mit  dem  munde  mit  uns  ze  redent,  daz  wir  üch  alle 
mere  und  löuffe  liessint  wissen,  wie  es  üwern  und  unsern  guten  fründen  gienge  und 
muh  uns,  da  wisten  wir  üch  aigenlicher  mere  nit  ze  verschribende  und  schicktent 
darumbe  denselben  üwern  botten  gen  Ulme,  der  moht  nit  verrer  gelouffen  denne  gen 
Rütlingen  und  miiste  da  wider  keren.  und  lassent  üch  wissen,  daz  die  herren  von 
Paigern  mit  mäht  gezogen  waren  für  Koufbürren  die  statt,  üwer  und  unser  guten 
Iniiide  und  aidgenossen.  und  mainten  dannen  nit  ze  koment  und  die  statt  ze  benötent 
oder  aber  man  müste  sü  dannen  slahen.  und  als  balde  die  nehsten  stette  darzützugen 
und  sü  redten  wolten,  do  zugen  die  herren  von  Paigern  flühteclich  davon  und  ver- 
branden ain  tail  ires  gezüges,  den  sü  mit  inen  darbrahten.  doch  do  traten  die  von 
Koufbürren  herus  zu  inen  und  nement  inen  mit  werender  hant  zwo  katzen  und  ain 
85  antwerk,  die  inen  gentzlich  hinin  in  die  stat  ervolgetent.  sidher  griffent  die  herren 
und  stette  vast  und  vil  enander  an.  anderu  mere  und  löuffe  kunnent  wir  üch  nuze- 
male  nit  verschriben.  datum  Rotwil  pridie  mensis  augusti  anno  88. 

Von  uns  dem 
rat  ze  Rotwil. 

[In  verso]  Den  fromen  wisen  dem  maister  und  dem  rate  der  statt  ze  Strasburg, 
unsern  sundern  guten  und  lieben  aidgenossen. 

Str.  St.  A.  ü.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc   VII.  or.  eh.  I.  el.  c.  sig.  i.  v.  impr.  dd. 


457-  Straßburg  ladet  alle  Aiißcnb ärger  ein,  zu,  einer  Beratung  nach  Straßburg 
ZU  kommen.  13S8  August  4. 

Allen  herren  und  frowen,  dienstlüten,  rittern  und  edelknehten,  epteo,  eptisefain, 
probsten,  comentüren,  meistern  und  meisterin,  dechanen,  cüstern  und  allen  pfaffen 
und  priestern,  die  unsere  uzburgere   und  uzburgerin   sint,   zu  den  der  unser  bette 


236  1388 

komet,  der  üch  disen  brief  zöget,  embieten  wir  Hetzel  Marckes  der  meister  und  der 
rat  von  Strazburg  unsern  dienst  und  waz  wir  fruntschefte  und  gutes  vermügent.  wir 
manent  üch  alle  und  iegliche  under  üch  besunder  uwers  eides,  den  ir  meister  und 
rat  zu  Strazburg  gesworn  hant,  daz  ir  an  dem  ersten  zinstdage  zu  prime  zit  nach 
Augmi  n.  sant  Laurenciendage,  der  nü  zu  nehste  komet  bi  uns  zu  Strazburg  sient.  wir  wellent  5 
von  gar  ernstlichen  sachen  mit  üch  reden,  die  üch  selber  und  uns  und  daz  lant  und 
die  lüte  gemeinliche  angänt,  alse  ir  ouch  daz  danne  selber  wol  verhörende  werdent. 
und  länt  üch  nützit  daran  irren,  wände  ouch  die  selben  sachen  gar  ernst  sint. 
datum  feria  tertia  proxima  post  diem  sancti  Petri  ad  vincula  anno  domini  1388. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad   271  fasc.  1  nr.  5.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del.  io 

458.  Roltweil  an  Straßburg:  bittet,  da  das  Gerücht  gehe,  der  Herzog  von  Loth- 
ringen ziehe  mit  großem  Volk  über  den  Rhein,  um  nähere  Auskunft. 

1388  August  8. 

Unser  williger  dienst  bevor  mit  früntlichen  trüwen.  besundern  guten  frunde  und 

lieben  aidgenossen.  wissent,  daz  uns  aigenlich  fürkomen  ist,  daz  der  hoherborn  herre   ib 

der  markgraf  von  Baden  embotten  het  dem  edeln  wolerbornen  herren  graf  Rüdolffen 

von  Hohenberg,  wie  daz  der  hertzog   von  Lutringen   da   ufher  ziehe   und   kome   mit 

grossem  mehtigem  volk,  und  daz  sü  ietzent  über  Rine  ziehen  und  varen  wellent.  und 

darumb  het  derselb  graf  Rüdolff  von  Hohenberg  gehaissen  und  empfohlen  allen  sinen 

armen  lüten  in  sinen  dJrfern  und  in  siner  gebiete,  daz  sü  endecken,   ir   stuben   ab-  20 

brechen  und  daz  ir  flöhen  snelleclichen  und  unverzogenlich,  da  sü  des  mainen  sicher 

ze  sinde.  bitten  wir  üwer  guten  früntschaft  mit  allem  ernst   flizzig,   daz   ir  uns    allü 

märe  und  löuffe,  ob  ir  ützit  davon  wissent,  ob  es  sie  oder  nit  aigenlich  verschriben 

bi  disem  botten.  daz  wellent  wir  willeclich  umb  üch  gedienen.         datum  feria  quinta 

ante  Laurentii  junioris  anno  88.  25 

Von   uns   dem 

rate  ze  Rotwil. 

[In  verso]    Den  fromen  wisen  dem  meister  und  dem  rat   der   stat   ze  Strazburg 
unsern  guten  fründen  und  aidgenossen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  I.  cl.  e.  sig.  i.  v.  impr.  del.  so 


459.  Die  schwäbischen  Städte  unter  dem  Siegel  von  Ulm  an  die  rheinischen 
Slädte:  teilen  mit,  dass  ausser  Ruprecht  dem  älteren,  Rudolf  von  Baden,  Graf  Wolf 
von  Eberstein,  die  inzwischen  die  Städte :  Heilbronn,  Wimpfen  und  Weinsberg  schwer 
geschädigt  haben,  nun  auch  Ruprecht  der  jüngere  ihnen  Fehde  angesagt  habe  und 
bitten  um  Absagebriefe  und  Hülfe  gegen  diesen.  geben  zu  Ulm  .  .  .  Sonnentag  ss 
vor  sant  Laurentien  dag  anno  1388.  Ulm  1388  August  9. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  cop.  eh.  eoaev. 

Ebenda:  die  Cop.  der  Äbasagcbriefe  Buprechts  d.  j.  und  einer  AnzalU  Bittern  und  Herren. 

Frankfurter  St.  A.  Beichssaehen- Acten  II,  185. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1458.  —  Koch  u.  Wille,  Pfalzgr.  Beg.  nr.  6725.  40 


1388 


387 


460.  Ettlingen  an  Slraßburg.-  über  die  Fehde  der  schwäbischen  Städte  mit  den 
Herzögen  von  Baiern.  l:tSs  iugwt  i-i. 

Unser  willig  dienst  bevor,  besundern  lieben  frund  und  Eidgenossen,  als  ir  vfllicht 
vvol  gehört  und  vernommen  haut,  wie  unser  und  aller  stett  unsers  bnndt  volk  ufT 
■  dem  vclilc  ist  von  dez  unrechtes  wegen,  alz  die  berren  von  Fayern  an  uns  getan 
haut,  da  haben  wir  wol  elwaz  rede  vernomen,  wie  daz  volke  für  iueh  her  ufT  ziehen 
BÖJle  mit  namen  der  hertzog  von  Cussin  und  etlich  ander  herren.  und  dar  umb 
bitten  wir  iuwer  gut  fruntsehafft  gar  mit  gantzem  ernst  und  flisseclich,  daz  ir  durch 
unser  und  gemainen  stett  wille  iuwer  gewiss  künlschaffl.  uff  BÖbch  volk  habest,  ob 
io  daz  wiir  sy  oder  ob  sich  si'isz  dehain  ander  volk  samneti  oder  huffent  wurde,  daz  ir 
uns  daz  denne  allezit  verkundent.  daz  wellen  wir  umb  iueh  imer  gern  beschulden 
und  verdienen,  und  waz  ir  in  disen  Bachen  wissent  oder  erfarent,  daz  versehribent 
uns  aigentlicb  bie  disem  botten.  •  geben  an  donrstag  vor  unser  frowentag  assump- 
tionis  anno  domini  88. 

Burgermaister  und  rat 

der  stat  ze  Esselingen. 

[In  verso]  Den  gar   fürsichtigen   wisen   dem  meister  und   dem  rat   der   stat   zu 
Stiassburg  unsern  besundern  lieben  frunden  und  aidgenossen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  I.  el.  c.  sig.  »'.  v.  impr.  del. 


461.  Aufzeichnung  über  den  Abschied  des  Speirer  Slädletages. 

Speier  138S  August  14. 

Als  man  von  Spire  gescheiden  ist  an  unser  frauwen  abent  assumptionis  anno 
...  88. 

Gedenkent  an  die  huffnünge,  als  man  beide  zu  rosse  und  zu  füsse  mehteclichen 
25  zu  felde  ziehen  sol,  darzu  die  von  Mentze  schicken  soltent  200  mit  gleen,  200  ge- 
wapent  auch  mit  gleen  und  200  schützen  uf  wegen  und  kerchen  und  darnach  ie  die 
stat  ir  anzal  nach  der  grossen  summe  der  gleen,  als  sie  zum  biinde  heltet.  und  so 
der  bulle  angriffet,  das  dan  ie  die  stat  des  bundes,  sie  sii  dem  huffen  nahe  oder 
verre  gelegen,  darzu  so  sie  beste  mag,  die  viende  umb  sich  helligen  und  schedigen  aal. 

Und  ist  geralslagit,  das  ez  ein  grosse  notdurfft  were,  das  iglich  stat  einen  oder 
zwene  ires  ratis  darzu  setzete  und  ordente  den  krieg  zu  bestellen  und  zu  trieben, 
die  auch  zu  den  heiigen  swürent,  die  cleiinste,  als  die  gröste  stat  zu  versorgen 
nach  dem  besten,  als  ez  dann  not  und  bequemlich  were,  und  das  das  m y tue  teil 
von  denselben,  die  darzu  bescheiden  wurdent,  dem  merenteü  daran  volgen  solte  den 
s>  krieg  uz. 

Item,  das  die  von  Mentze  und  von  Franckenfort  die  greifen  und  herren  unsers 
bundis  ir  umbesessin  und  die  von  Wormsz :  Schencke  Eberhard  von  Erpach,  Mether 
Kemerer  und  Hansen  von  Than  zu  iin  besenden  und  mit  iin  reden  sollent  uff  das 
beste,  wes  sich  die  stetde  in  disen   leufP'i  und  kriegen  zu  iin  versehen  sollent. 

Item  als  mit  Diether  Kemerer  geretd  ist  worden. 


10 


238  1388 

Item  als  man  von  Heidelberg  gescheiden  ist  und  als  Hans  Fritze  von  Spir  zu 
den  swebischen  stetden  gein  Ulme  gesant  ist. 

Item  als  grave  Emiche  von  Liiningen  gebetden  hat,  die  wile  er  den  krieg  wolle 
stille  sitzen,  das  die  stedte  siner  dorffere,  die  er  mit  den  bertzogen  gemeiine  hat, 
schonen  woltent.  ■ 

Item  als  die  herren  sant  Johans  ordens  auch  gefordert  hant,  das  ir  husere  zu 
Heymbach  und  Mosbach  umb  Spir  gelegen  sicher  werent  für  den  stetten,  wann  iin 
dar  uz  noch  daryn  keyn  schade  geschehen  solte. 

Und  umb  dise  vorgeschriben  artickel  sollent  die  stetde  ir  frunde  mit  vollem  ge- 
Augmia.  walte  wider  zu  tage  gein  Spire   schicken  von  montage  über  aht    dage  zu  abende  da   w 
zu  sinde. 

Und  dise  artickel  sollent  die  von  Strazburg  den  von  Sletzstat  und  Obern-Ehen- 
heim  auch  zu  wissen  tun  und  sü  ernstlichen  beschriben,  das  sie  nit  enlassen,  sie 
schicken  ir  frunde  auch  zu  dem  vorgeschriben  dage  gein  Spire. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  XI.  com.  eh.  eoaev.  u> 

462.  Straßbnrger  Gesandteninstruction  für  einen  Städtetag  [zu  Speier  am  24. 
August].  [1388  nach  August  14.] 

Uns  duncket  mit  nutzlich,  daz  man  ein  volg  zu  sammene  sende,  alz  es  zu  Spire 
geret  ist.1  wenne  kerne  ein  mehtig  volk  von  den  herren  uff  daz  velt,  so  möhtent  die 
unsern  mit  deruffe  beliben.  danne  uns  beduncket  gut  sin,  daz  iegliche  stat  ander  uns  20 
stetten  an  dem  Ryne  die  herren,  die  ir  gelegen  werent,  die  die  swebischen  stette  angrif- 
fent  und  schadigent,  angriffent,  so  sie  beste  mügent,  und  daz  ouch  die  stette  allesament 
an  dem  Ryne  eins  genanten  tages  über  koment,  uff  den  wir  allesament  denselben  herren 
allensament  widersagent  und  ouch  uff  ein  genanten  tag  iegliche  stat  die  herren  an- 
griffen, die  ir  gelegen  sint  und  daz  ouch  dieselben  angriffe  allesammet  uf  einen  tag  25 
beschehent.  würde  man  aber  redende  von  eins  Volkes  wegen  bienander  zu  habende, 
darzü  süllent  unsere  botten  entwurten,  daz  wir  gerne  viertzig  glefen  darzu  wellent 
senden  und  daz  die  ligen  sollent  zu  Spire  oder  zu  Wiszenburg  oder  in  denselben 
gegen  do  umbe.  und  wo  die  beduncket,  daz  es  aller  notdurftigest  sii,  es  sii  den  ni- 
dern  oder  den  6berstetten,  do  sol  dazselbe  volk  hin  varen  und  den  beholffen   sin.        so 

Item  von  zweier  wegen  iegliches  rotes  zu  dem  kriege  zu  setzende,  die  in  orden 
soltent.  daz  süllent  wir  zu  disen  ziten  loszen  also  bliben  und  es  nüt  loszen  dar  gon. 

Item  von  grefe  Emiches  wegen  von  Liiningen  und  sinre  dorffere  sol  man  dun, 
daz  wir  truwent  reht  zu  dünde. 

Item  von  der  hüser  wegen  Heimbach  und  Nösbach  sollent  unserre  botten  vollen  sä 
gewalt  haben,  mügent  die  sicher  bliben  vor  den  herren  und  stetten,    daz  sü  daz  ge- 
hellent,  obe  es  ouch  der  andern    stette  wille  ist,    daz  sol  ouch   unser   gut  wille   sin, 
also,  daz  man  sich  nütschit  gegen  in  verspreche  also  daz  sü  versehent,  daz  die  herren 
uns  kein  schaden  dar  usz  noch  darin  tünt. 


1   Vgl.  den  unter  voriger  Nummer  gedruckten  Städtetag-Abschied  vom  14  August. 


1388 


ms  duncket  gut  sin,  daz  die  nidern  stette  ein  höbtman  gewünnent  umbe  ir 
gelt  und  wir  die  fünf  Obern  .sielte  öch  einen  umbe  unserre  pfennige.  also  wenne 
dieselb(!ii  zwene  uff  dem  velde  zu  sammene  konient,  daz  sü  denne  bede  ein  höbt- 
inan  sigent. 

Weres  aber,  daz  man  in  Eiilsasz  oben  und  niden  in  dem  lande  an  beden  enden 
zu  mole  Aberzogen  würde,  so  mögen t  ieglichei  stette  glefcn  wider  zu  den  iren  riten, 
untz  daz  die  Bftcfaen  vergant,  darumbe  sie  danne  von  einander  gescheiden  und  ge- 
ritten werent. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XL  conc.  eh. 


463.  Matheus  von  Sehowenburg  ein  edelkneht  schwört,  dass  er  mit  seinem  und 
seines  Vaters  Teil  an  der  Feste  Sehowenburg  Strassburg  gehorsam  sein  und  dessen 
Diener  und  Helfer  auf  ihre  Forderung  aus  und  eingehen  lassen  will,  so  lange  der 
Krieg  zwischen  den  Herrn  von  Baiern  und  den  schwäbischen  Städten  währt.  Er 
wird  die  Feste  auf  seine  Kosten  behüten,  bewahren  und  beschirmen.  Dafür  sollen 
ihm  die  von  Strassburg  während  dieses  Krieges  jede  Woche  geben  ein  Pfund  Strass- 
burger  Pfennige  und  haben  ihm  dazu  bereits  aus  Freundschaft  zwanzig  Gulden 
gegeben.  Er  siegelt,  desgl.  sein  Vater  Sygelin  von  Sehowenburg  ein  edelkneht,  mit 
dessen  Willen  der  Schwur  geleistet  ist.  gegeben  an  dem  ersten  dunresdage  vor 
saal   Bartholomeus  dage  etc.  do  man  zalte  drützehen  hundert  jare  ahtzig  und  ahte  jare. 

1388  August  20. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  168  nr.  2.  or.  mb.  lit.  p.  c.  2  sig.  pend.  del. 


464.  Allerlei  Ralsbeschlüsse.  1388  Juli  81  u.  August  21. 

1.  Betreffend  die  Schildknechte :  Welieh  sehiltknelit  oder  renner  von  sime 
herren  oder  jungherrn  löffet  und  zu  eime  andern  herren  oder  jungherren  löfTet  oder 
von  der  stai  löffet,  der  sol  niemmerme  in  der  mile  weges  zu  unser  stat  kommen,  und 
wo  men  der  einen  in  der  mile  weges  ergriffet,  so  sol  man  in  ertrencken.  und  alle, 
die  in  diseii  ahte  tagen  hinweg  sint  gelöffen,  koment  die  in  viertzehen  tagen  mit 
herwider,  so  sol  man  sü  ouch  ertrencken,  wo  man  sü  in  der  mile  weges  umbe 
unserre  stat  vindet  oder  ergriffet.  actum  et  pronuntiatum  feria  sexta  ante  Bar-  Aug<<»tti. 
tholomei  appostoli. 

2.  Betreffend  die  Nachtpolizei:  Das  hinnan  fürder  me  nieman  nach  der 
dirten  wahteglocke  nüt  dort  Irummen,  noch  mit  keiner  pfiffen  after  wege  gon  sol, 
noch  mit  keyine  dorne  blosen  sol,  noch  öch  mit  keyme  swerte  after  wege  gon  sol. 
und  were  der  stücke  deheis  verbrichet,  der  bessert  30  sol.,  also  dicke  er  daz  tut. 
und  wil  man  ouch  daz  rihten  und  rechtfertigen  uf  den  eit  und  noch  hörsage. 

3.  Betreffend  Schutz  der  Störche :  Es  sol  ouch  nieman  keinen  alten  storck  vohen. 
wer  daz  verbrichet,  der  bessert  30  sol  den. 

4.  Betreffend  die  Abfuhr  des  Kehrichts:  Es  sol  ouch  nieman  keynen  vegete 
zu    den   ruwerin   us  füren,    wenne   iederman  sol  sine   vegete  schütten  ginesite   der 

VT.  81 


240  1388 

pfele,   do   sil  geslagen  sint.     wer  daz  verbrichet,  der   bessert    30    sol.   den.   und   wil 
juii 3i.  man   ouch   hüte  darüber  setzen.         actum  et  pronuntiatum  feria  sexta  proxima  post 
diem  St.  Jacobi  appostoli  anno  88. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20  fasc.  9.  cone.  oder  cop.  eh.  coaev. 

465.  Ratsbeschluß  betreffend  die  Entfernung  der  Kirclienstühle  aus  dem  Münster .    5 

[i:f88.] 

Item  unsere  herren  meister  und  rat  sint  überein  gekomen,  dasz  man  alle  die 
stüle,  die  in  dem  münster  sint  und  mit  namen :  die  stüle,  die  bi  der  sülen  vor  Sl. 
Laurentien,  die  stüle  umbe  die  sülen  und  alle  andere  stüle,  die  in  dem  münster  sint, 
sie  sint  an  weihen  stellen  in  dem  münster  sie  wellent,  unverzogenlich  abebrechen  i0 
und  dannan  tun  und  das  münster  lossen  bliben,  als  es  von  alter  harkomen  ist.  und 
sollent  ouch  der  schaffener  noch  die  pflegere  des  werekes  noch  nieman  anders  nieman 
erlouben  keinen  stül  in  dem  münster  zu  machende  an  keinen  enden,  klein  oder 
gross,  doch  süllent  die  stüle,  die  an  den  wenden  zu  beden  siten  stont,  bliben  stonde, 
als  sie  von  alter  do  gestanden  und  gewesen  sint,  und  nit  lenger  herfür  in  das  « 
münster,  das  einre  vür  den  andern  gange. 

Aus  Wencker's  Auszügen  aus  Protocollen.  ed.:  Bacheux ,  pg.  194. 

466.  Allerlei  Ratsbeschlüsse.  [1388?] 

[1.]  Es  sol  dehein   cunstofeler  noch   antwerkman   me  riten  denne   mit  zweien 
pferden  [gestrichen :  er  habe  sü  denne  in  sime  stalle  ston]    uszgenommen    ein  ritter.  20 
der  sol  mit  drien  pferden  riten  und  nit  me.  und  die  drie  eygen  pferde  hant   in   iren 
stellen,  die  mögent  ouch  wol  mit  drien  pferden  riten.  und  wer  daz  darüber  verbreche, 
der  bessert  10  it.  und  wil  man  ouch  hüte  darüber  setzen. 

[2.]  Was  frSmder  lüte,  sie  sient  frowen  oder  man,  in  unser  stat   sint   und   nüt 
burger  sint  und  ouch  nüt  ir  wiszenhaften  lehenherren  hie  inne  haut,  die  süllent  un-  2:, 
verzögenliche  unser  rehte  stat  rümen  und  mögent  in  unser   vorstette   gan.    und   wer 
darüber  by  tage  in  unser  rehten  stat  fünden  würde,  den   wil   man    darumbe   turnen 
und  kestigen,  wer  aber  by  naht  hie  inne  funden  würde,  den  wil  man  ertrencken. 

[3.]  Es  söllent  ouch  kein  nacket  man  noch  frauwe,  sie  sient  geistlich  oder  wert- 
lich, an  unser  stat  porten  löffen    noch   darvür   löffen   noch   by    den   porten   noch   do  30 
umbe   gon  ston.  und  wer   daz   darüber  verbrichet,  der  bessert   30  sol.  und   wil  man 
ouch  daz  rügen  und  rihten  und  ouch  hüte  darüber  setzen. 

[4.]  Unsere  herren  meister  und  rot  sint  übereinkomen :    daz   mengelich  sin   cun- 
stofeler meister  und  sin  antwerckmeister  gehorsam  sin  sol.   wer   daz  verbrichet,    der 
bessert  10  it.  alle  die,   die  an  die  porten  und  an  die  hüten  gekosen  sint,   die  süllent  35 
vürderlich  an  ire  hüte  gon,  es  sient  cunstofeler  oder  von   den   antwerken    und  ouch 
daran  bliben.  und  wer  daz  verbrichet  der  bessert  5  it. 

[5.]  Wenne  ouch  ein  meister  mit  eim  venlin  zühet,  do  süllent.  alle  die,  die  geritten 
sint  und  die  do  riten  süllent,  by   eim   meister   by    dem    venlin  bliben   und  nüt   von 


1388  241 

ine  riten.  und  wer  duz  verblichet,  der  bessert  10  ML,  die  man  by  dem  eyde  nieman 
varen  loszen. 

SU*.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  20  nr.  18.  conc.  eh. 

467.  Die  schwäbischen  Städte  (unter  dem  Siegel  von  Ulm)  an  Strassburg:  die  rheini- 
l  sehen  Städte  haben  auf  Ansuchen  bereitwillijjsl  zugesagt  allen  ihnen  feindlichen  Herren 
ebenfalls  Fehde  anzusagen.  Ueber  die  Kriegsereignisse  melden  sie:  .  .  .  im  sien  wir 
dem  von  Wirtenberg  mit  macht  in  das  land  gezogen  und  ligen  im  darinne  und  be- 
Bchedigen  in.  und  hetten  ouch  gedacht  nach  etlichen  schlössen,  die  wir  im  mit  der 
hilir  gotz  wol  wolten  abgebrochen  han.  so  ist  aber  bertzog  Rüprechtz  und  margraff 
io  Büdolffs  von  Baden  volk,  als  die  vor  iuwern  und  unsern  aidgenossen  den  von  Heil- 
prunne  gelegen  sind  und  beschediget  hant,  zu  im  gestossen  und  hant  sich  also  ge- 
slerkt,  daz  wir  darzü  als  wol  nicht  getan  mugen,  als  iuwer  und  unser  aller  nutz  und 

ere  werc geben  ze  Ulme under   der   von  Ulme   insigel   an    samstag 

vor  Bartholomey  apostoli  anno  88.  mm  1388  August  22. 

18  Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  VII.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig.  i   v.  impr.  del.    Der  An- 

fang des  Briefes  ist  durch  ein  großes  Loch  unleserlich. 
Bcg.  Koch  u.  Wille,  nr.  6726. 

4(ili.  Die  schwäbischen  Städte   (unter  dem  Siegel   von  Ulm)  an   Strassburg:    ge- 
stehen auf  Wunsch  Strassburgs  die  Neutralität  der  Herren  Claus   von  Bach,  Fridrich 

20  von  Schouenburg  und  Erhart  Zorn  zu,  bitten  aber  Strassburg  mit  Hinweis  auf  die 
Bestimmungen  des  Bundes  nochmals  nachdrücklich  alle  übrigen  in  der  Nähe  ange- 
sessenen Feinde  des  schwäbischen  Bundes  sofort  mit  Krieg  und  Brand  anzugreifen. 
.  .  .  das  wir  iueh  wissen  laussen,  wie  es  uns  gang,  sol  iuwer  fruntschaft  wissen, 
das  es  uns  noch  von  den  gnaden  gotz  an  allen  enden  gluklich  und  wol  gat  und  das 

»  iuwer  und  unser  frunde  und  aidgenossen,  die  von  Regenspurg  und  von  Augspurg 
den  herren  von  Baigern  ir  laut  gewüst  hant,  als  verr  si  das  erbaithen  und  erlangen 
mugen,  sunderlich  so  sind  der  herren  von  Baigern  diener  ietzo  kurtzlich  wol  mit 
drien  hundert  pferden  gewesen  vor  den  von  Augspurg;  da  sind  aber  der  von  Augs- 
purg  \*<>lk  an  si  komen  und  haut  si  nidergeleit  und  hant  ir  zwantzig  erschlagen    und 

:io  /.wen  und  zwantzig  gefangen,  die  übrigen  sind  in  flechtiklich  entrannen,  so  ligen  och 

wir  jetzo  mit  gantzer  macht  uf  dem  von  Wirtenberg  sid  unser  frowen  aubent  assump-  Auguuu. 
tionia  und  wüsten  und  brennen  den.    und   hetten   got   wol   getruwet,   wir   sölten    im 
elliehiu  siniu  schloss  abgebrochen  han,  denne   das   in   hertzog   Ruprecht   und    marg- 
grauff  Rudolf  von  Baden  mit  volk  gesterkt  hant.  darumb  getruwen  wir  iuwer  wishait 

n  wol,  ir  sienl  lürdrig  mit  den  angriffen  und  verkundent  och  das  andern  iuwern  und 
unsern  aidgenossen  an  dem  Rine,  das  si  das  och  tügen.  so  haben  wir  niht  zwifels, 
es  gange  iueh  und  och  uns  gelüklich  und  wol.  geben  ze  Ulme  von  unser  aller 
heissentz  wegen  under  der  von  Ulm  insigel  an  Sonnentag  vor  Partholomey  anno 
domini  88.  Ulm  1388  August  23. 

*o  Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  e.  sig.  i.  t>.  impr.  del. 


20 


242  1 388 

469.  König  Wenzel  befiehlt  Straßburg  und  andern  elsässischen  Stadien  den 
ßappoltsteinscheii  Unter thanen  das  Bürgerrecht  in  ihren  Städten  zu  entziehen. 

Prag  1388  August  27. 

Wir  Wenczlaw  von  gotz  gnoden  romscher  künig  zu  allen  säten  mcrer  des  riches 
und  künig  zii  Beheim  embieten  den  Bürgermeistern,  rote  und  den  bürgern  gemeinliche 
der  stette  Straszburg,  Sletzstat,  Hagenouwe,  Coliner  und  allen  andern  des  riches 
stetten  in  Eylsasz  unsern  und  des  heiligen  riches  lieben  getruwen  unser  gnode  und 
alles  gut.  wir  gebietent  üch  ernestliche  mit  disem  briefe  die  bürgere,  die  ir  inge- 
nommen hant,  die  Brunen  von  Roppolsteine  zu  gehören t,  daz  ir  den  zu  stunt  duz 
burgreht  uff  sagent,  wand  der  obgenante  von  Roppoltstein  und  alle  die  sinen  in 
unsern  und  des  heiligen  riches  ohte  sint  und  vor  ouch  frefeliche  vil  jore  in  ohte 
und  aberohte  gewesen  sint  und  noch  sint  von  clage  wegen  des  edeln  grofe  Rüdolles 
von  Habesburg  seligen  und  Heinrich  Wiskle  von  wegen  der  hoherbornen  fürstin  frowe 
Anne  künigin  zu  Engellant  etc.  und  loszent  ouch  des  nit,  ir  vollendent  daz  unver- 
czögenliche,  alz  liep  üch  unser  swer  ungnode  sy  zu  vermidende.  mit  Urkunde  die 
briefes  versigelt  mit  unsers  hofegerihtes  ingesigel.  der  geben  ist  zii  Proge  am 
dunrestage  noch  sant  Bartholomeustage  nach  Cristus  gebürt  drüzehen  hundert  jor 
und  in  dem  ahte  und  ahtzigisten  jore  unser  riche  des  behemschen  in  dem  26  und 
des  romischen  in  dem  13  joren. 

Str.  St   A.  AA.  114  nr.  3.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  Bappoltst.  Urk.  II  nr.  303. 

470.  Straßburg  und  die  übrigen  rheinischen  Bundesstädte  beschließen  den  Er- 
laß eines  Absagebriefes  an  Herzog  Ruprecht  den  Alleren  von  der  Pfalz. 

Speier  1388  August  28. 

Als  der  stette  frunde  am  Ryne  mit  namen  von  Meintze:   Heinrich  zum  jungen  25 
und  Jacob  Medetrost;     von    Straszburg:     her  Götze   von   Grostein   ritter,    Götze 
Wilhelm  der  alte  ammeister  und  Albrecht  Mansze ;    von   Wormsz:     Johan   Becker 
und  Johan  Dierolff;     von    Franckfurt:     Johan    von  Widdil ;     von    Fridberg: 
Heinrich  von   der   Ziid;     von    Geilnhusen:     Johan  von  Kreenfelt  der  alte;     von 
Hagenowe:     ritter  Hans ;    von  Wiszemburg :     Jeckel  Bogener ;    von    Slitzstat:  3» 
Klopsheimer   und  von   E  h  e  n  h  e  i  in  :     ir   stetde  schriber,  des    neusten  fritages    nach 
Augustis.  sant  Bartholomeitage  anno  88  zu  Spir  von  tage  gescheiden  sint,    so    hant  sie   einer 
gemeinen  forme  eins  widdersagens  überkommen,  als  hernach  geschriben  steet : 

Dem  hochgebornen  fursten  und  herren  hern  Rupreht  den  eitern  phaltzgraven 
bi  Ryne  etc.  laszen  wir  die  meistere  und  der  rat  der  stat  etc.  wiszin,  das  uns  35 
gemeyne  stede,  die  den  bunt  mit  einander  haltent  in  Swaben,  in  Francken  und  in 
Peigern  unsere  eitgenossen  geschriben  hant  von  schaden  wegen,  den  ir  yn  und  etz- 
lichen  den  iren  getan  sollint  haben  und  hant  uns  darumb  gemanet  von  der  verbunt- 
nisse  wegen,  die  sü  und  wir  mit  einander  haben,  daz  wir  yn  uff  och  und 
die  uwern  beraten  und  beholffen  sin.  darumb  wir  ouch  nit  gelaszin  noch  ubergesin  40 
mögen  von  derselben  unsere  verbuntnisse  wegen,  wir  müssen  yn  widdir  ach  beholl'iin 


1388 


243 


sin.  und  darumb  so  wollin  wir  uwere  helffere  und  der  uwern  viende  sin  und  wollin 
in  dar  vorgenanten  unsere  eitgenossen  friden  and  unfriden  sin  und  wollin  uns  damitde 
gein  lieh  uwern  helffern  und  den  uwern  bewart  han  mit  Urkunde  dises  hriefes 
darulT  zurucke  unsere  stehle  ingesigel  gedruckit  ist. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48|49.  B.  cop   eh.  coaev.* 
lieg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1400. 

171.  König  Wenzel  schickt  drei  Gesandte  an  Strassburg:  Johann  erwälillen  Bischof 
von  Camyn,  Grafen  Johann  zu  Sponheim  und  Landgrafen  zum  Leuhtenberg  und  be- 
glaubigt sie  als  Bevollmächtigte  zu  mündlicher  Unterhandlung.        geben  zu  Burgleins 

dmierstag  nach  sand  EgidÜ  tage.  Bürglltz  1388  September  3. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  40.  or.  eh. 

Gedr.  auszüglich:  D.  B.  A.  II.  pg.  02  Anmk.  1. 


U 


10 


172.  Die  schwäbischen  Städte  (unter  dem  Siegel  von  Ulm)  an  Straßburg:  be- 
richten über  ihren  Krieg  und  bitten,  falls  es  noch  nicht  geschehen,  um  schleunige 
1  Hilfeleistung  durch  Angriffe  auf  die  Straßburg  benachbbarlen  Feinde  des  schwäbi- 
schen Bundes.  Ulm  1388  September  9. 

Unser  fruntlich  willig  dienst  wissent  allezit  von  uns  berait  voran,  besundem 
lieben  fründe  und  aidgenossen.  wir  laussen  iueh  wissen,  daz  iuver  und  unser  aid- 
genossen,  die  von  Windshain  ain  botten  gefangen  hant,  bi  dem  haut  si  funden  brieff, 
wie  unser  herre  von  Mentze  dem  byschoff  von  Wurtzburg  geschriben  hat  und  wie 
hertzog    Ruprecht,  der  elter  dem   bischoff  von  Wurtzburg   und  dem  burgrauffen  von 

I 

Nurenberg  geschriben  hat  und  ouch,  wie  die  von  Otingen  dem  burgrauffen  ouch  ge- 
schriben  haut,  derselben  brieff  wir  iueh  aller  drier  abgeschrifften  senden  verschlossen 
in  diesem  brieff,  daran  ir  ir  niaynung  wol  sehent  und  erfinden!,  nü  hant  ir  wol 
vernomen,  wie  ez  uns  an  dem  fechten,  daz  wir  mit  den  von  Wirtenberg,  hertzog 
Ruprechtz  und  margrauff  Rudolffs  volk  von  Baden  getan  haben,  ergangen  ist.  dez 
selben  Fechtens  doch  die  unsern  ze  gut  masse  obgelegen  waren,  denne  daz  eltlieh 
lüt,  als  ir  daz  vilicht  wol  wissend,  ain  flucht  gemacht  lianl,  daran  iueh  und  uns 
nicht  gutlich  beschechen  ist,  dez  wir  uns  doch  iuelitzit  ersehreken,  wan  wir  von  den 
gnaden  gotz  so  vil  eren,  lutz  und  ouch  gütz  hant,  das  wir  uns  bald  wider  er- 
setzen, und  ob  got  wil  kurtzlich  als  mechteclich  wider  ze  Teld  sin,  als  wir  ie  gewesen 
sin.  so  hant  ouch  unser  vigend  solichen  schaden  entphangen  an  herren.  rittern  und 
knechten,  da/,  sy  sieh  unsers  Schadens  nicht  vast  fröwen  bedurffen.  und  darumb 
liehen  frunde,  als  wir  iueh  vormals  etwie  dik  verschriben  und  gemant  haben,  daz  ir 


1  Auf  derselben  Papierrolle  stehen  zwei  hierzu  gehörige  Briefe:  1)  1388  August  27.  Adolf  Erz- 
bischof  zu  Mcdnt  und  Verweser  von  Speier  an  die  rheinisehett  Städte:  bittet  von  einem  Zuge  gegen  Ruprecht 
von  der  Pfalz  abzulassen  und  bietet  seine  Vermittlung  an.  2)  13X8  August  28.  Bierheinischen  Städte 
unter  dem  Siegel  von  Speier  an  F.izbischof  Adolf:  danken  für  den  Brief  und  vcrsturehen  denselben  so- 
weit es  mit  ihrer  Ehre  verträglich  zu  berücksichtigen,  besonders,  da  sie  selbst  keinerlei  Feindschaft  gegen 
Ituprecht  hätten. 


244  1388 

unsern  vigenden,  die  (umb)  iucli  gesessen  und  gelegen  sind,  widerseitent  und  die  angriffent, 
also  bitten  und  manen  wir  iuch  aber  ernstlich  und  vesteclich  trüwen  eren  und  aids 
und  wez  wir  iuch  unser  verpuntnüsse  wegen  gemanen  sullen  oder  mugen :  sie  daz 
ir  daz  noch  nicht  getan  habent,  dez  wir  doch  nicht  getruwen,  daz  ir  daz  noch  un- 
verzogenlich  tugent  und  unsere  vigend  angriffent  und  uns  in  den  sachen  beraten  und  & 
beholffen  sigent  nach  uswisung  unserer  verbuntnösse.  daz  wellen  wir  mit  willen 
iemmer  gern  umb  iuch  verdienen ;  so  getruwen  wir  zu  got  und  haben  ouch  daran 
nicht  zwifels,  wir  wellen  diu  sach  in  solicher  inasse  erobern,  daz  ir  und  wir  dez 
nütz  und  ere  gewinen,  und  land  uns  darumb  iuwer  fruntlich  verschriben  antwurt 
wider  wissen  bi  dem  botten.  geben  ander  der  von  Ulme  insigel  an  mitwoch  io 
nach  unser  frowen  tag  nativitatis  anno  88. 

Von  uns  gemainen  stetten  dez  bundez  von 
Swaben,  alz  wir  ze  Ulme  sien. 
[In  verso]    Den  fursichtigen  wisen   dem   burgermaister   und  dem  raute   der  stat 
ze  Straussburg  unsern  besundern  guten  fründen  und  aidgenossen.  15 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v   impr.  del.  Die  er- 
wähnten Abschriften  der  abgefangenen  Briefe  liegen  nicht  mehr  bei. 
Eegest.  Koch  u.  Wille  nr.  6729. 

473.  Die  schwäbischen  Städte    (unter  dem,  Siegel  von  Ulm)  an  Straßburg  .•  be- 
richten von   der  erfolgten   Widersage   des  Erzbischof  Adolf  von  Mainz  und   bitten  20 
diesen  sowie  auch  ihre  andern  Feinde  anzugreifen.  Ulm  1388  September  11. 

Unser  fruntlich  willig  dienst  und  waz  wir  eren  und  gütz  vermugen  wissent 
allezit  von  uns  berait  voran,  besundern  lieben  fründ  und  aidgenossen.  wir  verkünden 
iuwer  wishait,  das  uns  her  Adolf  ertzbischoff  ze  Mentze  ouch  widerseit  hat  und 
unser  vigend  worden  ist  von  der  hertzogen  wegen  von  Beigern  und  von  dez  bischoffs  25 
wegen  von  AugspuVg  und  ouch  von  wegen  dez  von  Wirtenberg  und  der  von  (Hingen, 
und  darumb  so  bitten  und  manen  wir  iuwer  fruntschafft  aller  triuwen  und  eren, 
daz  ir  demselben  herrn  Adolffen  durch  unsern  willen  ouch  widersagent  und  ouch  in 
und  die  andern  fursten  und  herren,  darumb  wir  iuch  vormals  verschriben  haben, 
angriffent  und  darzi'i  tugent,  als  ir  uns  schuldig  sind,  und  als  wir  iuch  getruwen.  30 
und  daran  gedenkent,  daz  si  uns  als  gar  ane  alle  schuld  durch  rechten  mütwillen 
umb  unser  aigen  gut  bekriegent  und  nach  unserm  lib  und  gut  wider  rechtz  als 
kreffteklich  stellent,  dem  doch  ir  und  ouch  wir  mit  der  hilff  dez  almechtigen  gotz  und 
mit  der  macht,  die  wir  haben  wol  widerstände,  das  wir  alle  unser  krieg  ze  gutem 
ende  bringen  und  in  solicher  masse  erobern,  daz  ir  und  ouch  wir  eweklich  dest  35 
bas  in  fride  beliben,  wenn  wir  ze  baider  sitte  alz  ernstlich  darzii  tön  wellen, 
als  wir  ainander  schuldig  sind  und  dez  wir  an  iuch  nicht  zwifels  haben,  nü  land 
uns  umb  diu  sach  iuwern  guten  willen,  maynungen  und  auch  fruntlich  antwurt  ver- 
schriben wider  wissen  bi  disem  botten.  geben  ze  Ulme  von  unser  aller  haissentz 
wegen  under  der  von  Ulme  insigel  an  frytag  nach  unser  frowen  tag  nativitatis  anno  8S.   m 

Von  uns  gemainen  stetten  dez  bundz  in 
Swaben,  als  wir  ze  Ulme  sien. 


1388  245 

[In  versa]  Den   erbern    fürsichtigen    und   wisen   bürgern    und   dem    rat  der  «l;it 
Strasburg  unsern  besundern  guten  frund  und  aidgenossen. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49.  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  »ig.  i.  v.  impr.  del. 

474.  Der  Rat  von  Nürnberg  [an  Speier  und  zur  Mitteilung  an  die  übrigen  r/ieini- 
5    sehen  Städte] :  berichtet  über  den  Verlauf  ihres  Krieges  und  bittet  nochmals  dringend 

»die  benachbarten  Feinde  des  schwäbischen  Bundes  anzugreifen  und  auf  alle  Weise 
zu  schädigen.  i,38S  September  Iß. 

Dnser   willig   frewntlich  dienst  sein  ewer    Weisheit   allzeit    voran  bereit,    erbern, 
weisen,  lieben,  besundern  frewnd  und  aidgenossen.  wir  lassen  ewer  Weisheit  wissen, 

10  daz  uns  ewer  und  unser  aidgenossen  die  von  Rotenburg  als  heut  verbotschaft  haben, 
wie  daz  hertzog  Ruprehts  volk  mit  grosser  mäht  heruff  ziehe  und  die  sein  die  vor- 
der!] naht  umb  Halle  gelegen  und  die  mainen  zu  andern  forsten  für  unser  aidgenossen 
die  von  Winsheim  ziehen,  lieben  frewnd,  ine  haben  uns  unser  frewnd  von  lim 
verschriben,    wie  daz   euch  und  ander   ewer  und   unser  frewnd  uff  dem  Rein    unser 

15  frewnd  gemain  stat  etwieoft  gebeten  und  gemant  haben  umb  angriff  und  hilff.  lieben 
frewnd,  nu  bitten  wir  ewer  Weisheit  mit  gantzem  ernst  und  fleiz,  alz  euch  dieselben 
ewer,  und  unser  frewnd  gemain  stete  gemant  und  gebeten  haben,  daz  ir  daz  durch 
ewer  unser  und  aller  stet  ere  willen  tun  wollet  und  die  herren  umb  euch  angreiftet 
und  beschedigt.  wann  uns  die  herren  also  angesetzt  haben,  daz  sie  uns  gern  an  leib 

n  ern  und  gut  verdruckten  und  verderbten,  do  got  vor  sey.  wann  wolt  ir  uns  und  ewer 
und  unser  frewnd  uff  dem  Rein  gemainen  steten  und  uns  mit  ernst  und  mit  mäht 
angreiffen  und  mit  andern  sachen  beholfcn  sein,  alz  ir  uns  schuldig  und  verpunten 
seil,  so  hoffen  wir,  daz  euch  und  uns  dez  kriegs  mit  grossen  eren  zerrönne,  dez  ir, 
wir  und  all  stete  ere  und  nutz  haben,  wann  wir  on  zweifei  sein,  wenn  ir  und  ander 

*  ewer  und  unser  frewnd  uff  dem  Rein  die  herren  umb  euch  angrift,  daz  sie  deliein 
volk  von  in  geschiken  möhten.  lieben  frewnd,  tut  in  den  Sachen,'  alz  wir  dez  ein 
gantz  getrawen  zu  euch  haben,  daz  wollen  wir  in  solichen  und  merren  sachen  allzeit 
gern  umb  euch  verdienen,  lieben  frewnd,  wisset  daz  wir  den  burggraven  von  Nürem- 
berg   nehst  an  unser  frawenabent   ein    gemawrte    statt,    Zenne  genant,   angewunnen   Sqtfr.?. 

30  und  awzgcprant  haben,  und  haben  im  vil  leut  darynne  gevangen  und  grosz  hab  ge- 
nomen  und  haben  im  uff  den  selben  tag  ein  gut  vesten,  Altperg  genant,  auch  ange- 
wunnen und  eylf  darynn  gevangen.  und  haben  die  besetzt  und  haben  im  darzu  vil 
dorflcr  verprant,  pawrn  gevangen  und  grosz  vihe  genomen,  wan  wir  uff  denselben 
lag  gar  ein   schön  volk  zu  roszen  und    zu  fussen  uff  dem   veld   gehabt   haben,    und 

•  dieselben    sloz    haben  wir  mit    rehtem  stürm    gewonnen   und  sind  unser  diener  und 

■  gesellen  vil  dovor  geletzt  worden,  so  haben  wir  im  syder  aber  ein  gut  vesten,  Schö- 
nenberg genant,  auch  angewunnen  und  die  besetzt  und  groz  hab  und  getreid  dorynn 
genomen.    und   haben   im    ein    markt,    Pairstorff  genant,   awzgeprant   und   darzu  vil 


1    Vgl.  Königsiwf.  (Hegel,  843)  :  do  es  nu  die  von  Strosburg  mit  lenger  me  mit  eren  mohten  »er- 
40   ziehen,  do  gobent  sti  2C0  glefen  und  andere  stette  ouch  ir  glefen.  (Michaelis  1388.) 


246  1388 

dorfler  verprant  und  prennen  und  besehedigen  in  noch  teglichen  vast.  auch  wisset 
lieben  frewnd,  das  die  von  Dynkelspühel,  unser  Fewhtwank  die  stat  dem  burggraven 
auzgeprant  haben,  und  sie  und  ander  unser  aidgenossen  umb  uns  gesessen  greifen 
die  herren  vast  an  mit  prant  und  andern  sachen.  ewer  frewntlich  antwurt  und  waz 
ir  newer  mer  und  lewff  bey  euch  wissent,  daz  lat  uns  verschriben  wissen  bey  disom 
boten,  daz  wollen  wir  umbe  ewer  frewntschaft  allzeit  gern  verdienen.  datum  feria 
3  post  exaltationem  sancte  crucis  anno  88. 

Von  dem  rat 

zu  Nuremberg. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  cop.  eh. 


10 


475.  Rottweil  an  Straßburg :  über  die  Absage  Walthers  von  Oeroltzech  und  den 
Verlauf  des  Krieges  zwischen  dem  Burggrafen  von  Nürnberg  und  den  schwäbischen 
Städten.  13 $s  September  21. 

•    Unser  dienst  ste  vor.    besundern   guten   fründe  und  lieben    aidgenossen.    als    ir 
uns  vormals    vor   disem  male  verschriben  hant  von  jungherren  Walthers  wegen  von   15 
Geroltzeck,  wie  üch  für  komen  were,  daz  etlich  herren    an    in    würbint,    daz  zuver- 
sihtig  were,    daz  er  uff  jene  syte  wider  uns  körne  und  daz  wir  darzi'i  sehint  und  in 
ze  rede  satztint  und    gedehtint,    waz  da   für   gi'it   were,    daz   die   vesti    üt   in  ander 
hende   körne,     uff  dieselben   üwer   mainung   verschriben    wir   im  do,    so   wir   iemer 
aigenlichest  künden,     und   dezselben   verschribends  gab  er  uns   kain   antwürt.     und  2(l 
darnach  üwer  etwie  mengen  tag  da  schickte  er  einen  offen  brief  in  unser   räfe   gen 
Rotwil  und  seit  uns  sin  burgreht  damit  ab.     waz  aber  er  fürbas  im   sinne   habe  zu 
tunde,    dez   enwissen   wir   nüt.     wissent  ouch   lieben  fründe,    daz  üwer   und   unser 
guten  fründe,  die  von  Nürnberg,    dem   burggrafen   von    Nürnberg  angewunnen  hant 
dry  vestine  und  ain  statt  darzü.    so  brechent  sü  im  ietzent  sin  vestin  ze  Nürenberg  25 
an  der  statt,  als  uns  unser  botschaft,  die  ze  Ulm  daher  bi  gemainen  stetten  gelegen 
ist,  gesait  hat.  so  sint  die  von  Esselingen  in  der  nehsten  wochen  vor  dato  dis  briefs 
gezogen  für  Gretzingen  die  statt  und  hänt  da  mit  etwie  mengen  inen  ir  vihe  hinder 
ritten  und  hänt  inen  ain  hüt  gestecket,    da  hänt  die  von    Gretzingen   geilet  und  der 
hänt  sü  gevangen  sehs  und  fünftzig  und  äht  ze  tode  erslagen  und  darzü  ir  vihe  mit  so 
in  gen  Esselingen  getriben.         datum  ipsa  die  Mathei  apostoli  anno  88. 

Von  uns  dem 
rate  ze  Rotwil 

[In  verso]  Den  frurnen  wisen  unsern  besundern  guten  fründen  und  aidgenossen, 
dem  maister  und  dem  rat  ze  Strassburg.  35 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  VII.  or.  ch   lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  imp   cid. 


1388  2  '»7 

47G.  Rottweil  bittet  Strasburg  um  Auskunft  ober:  alln  inere  und  tftoffe,  wie  es 

üch  und  anderen   rinisehen  Hielten    üwern    und  unseren  guten  (runden  gange1   .... 
geben  ze  Rotwil  an  Kant  Michahels  aubent  in  der  naht  anno  88. 

Rottwett   1888  SepUnif» /■  ML 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B  fasc.  VII.  or.  eh.  Ut.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

477.  Basel  an  Straßburg:  erbittet  Auskunft  über  die  Absage  des  Bischofs  von 
Straßburg  an  die  schwäbischen  Städte.  1388  September  30. 

Steter  williger  diensi  bevor,  beaundem  lieben  friind.  uns  ist  fürkoraen  und  geseit, 
wie  daz  unser  herre  der  bysehof  von  Straszbürg  solle  dem  bunde  in  Swaben  abge- 
seil  Indien  und  wider  die  sin  volke  gesendet,  also  daz  er  vieid  sie.  da  bitten  wir  üch 
lieben  (rund  mit  gantzem  flizz  und  ernst,  daz  ir  uns  dieselben  sacb  lassen!  wissen 
versebriben  bi  disem  botten,  waz  ir  von  der  wissent  oder  vernomen  babent  und 
ander  loll'e  und  inere,  die  ir  wissen!,  die  uns  ze  verschribende  sient  durch  unsere 
dienstes  willen.         datuni  anno  88  feria  quarla  post  Miehahelis. 

Jacob  Ziboll   burgeraeiatof 

und  der  rat  der  slal   Hasel. 

[In  verso]  Den  wisen  fürsichtigen,  dem  burgermeister  und  dem  rat  der  stat 
Strasburg  unsern  sundern  guten  (runden. 

Str.  St.  A    G.  ü.  P.  lad   48/4!)  B.  fasc.  VII.  or.  mb.  Ut.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr. 


478.  Rottweil  an  Straßburg :   über  die  Absage  des  Bischofs  von  Straßburg. 

1388  October  3. 

Unser  williger  dienst  bevor,  besundern  lieben  (runde  und  aidgenozzen.  uns  ist  für 

komen,  wie  daz  üwer  und  unser  guten  fründe,  die  an  dem  Rine  bi  enander  gewesen 

sint,  ufgebrochen  sient  und  daz  üwer  volck  lierulT  zu  üch  haim  gezogen  syge.    oucli 

wissent,  daz  der  bischoff  von  Strasburg  gemainen   stetten  dez   bundes   abgesait  hat 

lullen  wir  üwer  guten  früntschaft  mit  ernsl  und  llizz,  daz  ir  uns  verschriben  wissen 

lassen!,  in  welcher  masse  er  sich  zu  üch  verbunden   habe   oder   wie   er   sieh   gegen 

üch  ielzent  in  disen  kniffen  halte,  und  uns  oucli  allii  mere  und  louffe,  die  ir  wissen 

EQÜgent   und  uns  ze  verschiebend  sient,  aigenlich  bi  disem  botten.  daran  ir    uns    be- 

H   sunder  früntschaft  lieb  und  dienst   erzöget.         geben  an  samstag  ze  nacht  nach  sant 

Michahels  tag  anno  88. 

Von "uns  dem 

rat  ze  Rotwil. 

1  Vgl.  Königshof en  (ed.  Hegel,  842  u.  845.)  :  .  .  .  nmb  sant  Michels  tag  [29  Sepicmb]  do  vingent 
ane  die  von  Strosbuig  und  der  jnnge  marggrove  von  Baden  sere  uffenander  zft  reysende,  wan  sii  zft 
beden  siten  des  krieges  warent,  und  die  von  Strosburg  mahtent  eine  brücke  über  den  Ryne  mit 
schiffen.  —  Vgl.  auch  Chron.  Mogunt.  bei  Böhmer  i  Fontes  4,  381.  —  Schaab,  Geschichte  d.  rhein. 
Stüdteb.  I,  364.  —  Vgl.  Eeg.  d.  M.  v   Bad.  nr.  1462. 

VI.  8S 


248  1388 

[In  verso]  Dem  fromen  wisen  dem  maister  und  dem   rate   ze    Strasburg   unsern 
guten  fründen  und  lieben  aidgenossen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48(49  B.  faso.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 


479.  Walter  von  Wissenhorn  Ammanmeister  zu  Basel  an  Andreas  Heylman 
Ammanmeister  zu  Strassburg  erbittet  unverzügliche  Auskunft  denn:  es  ist  etwas  5 
rede  by  uns,  wie  daz  üwer  spiesse  und  volk  wider  heim  gezogen  und  komen  sie, 
und  daz  die  rinschen  stette  in  missehellung  und  unhellekeit  komen  sient  von  dez 
kriegs  wegen,  so  ist  zwischent  den  herren  und  uwern  und  unsern  eydgenozzen  ze 
Swaben  und  sust  vil  ander  lSffen  und  meren  seit  man  bi  uns,  die  by  üch  und  an 
dem  Rin  sin  söllent  von  dez  kriegs  wegen,  und  daz  es  da  nidenan  etwaz  wunderlich   10 

gange,  da  ich  doch  getruwe  nützit  ander    denne  gutes    der    stetten    halb 

datum  anno  88  sabbato  post  Michaelis.  1388  Ortober  3. 

Str.  St.  A.  AA.  1799.  or.  eh.  I.  cl. 


480.  Die  Stadt  Kaisersberg  an  Strassburg :  verklagt  die   Ritter  Hannemann   und 
Burkard  von  Laubegasse  wegen  ungerechten' Angriffs  nahe  bei  der  Unterstadt  Rappolts-  15 
weiler,  die  ja  jetzt  in  Strassburgs  Besitz  sei,  und  bittet  die  dortigen  Amtleute  anzu- 
weisen,   den  genannten  Rittern  keinerlei  Vorschub  zu  leisten.         datum   feria  tertia 
proxima  post  Michahelis  anno  88.  1388  October  6. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48)49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl. 

Gedr.  Eapp.  Urkb.  II  nr.  305.  20 

481.  Ritter  Heinrich  von  Wiseneche  an  Straßburg:  meldet,  daß  er,  obwohl 
Diener  des  Grafen  von  Würtemberg,  aus  alter  Freundschaft  keinerlei  Feindselig  - 
leiten  gegen  die  Stadt  üben  wolle,  wenn  auch  ihm  der  Friede  gesichert  werde. 

Waldkirch  1388  October  8. 

Den  wisen  wolbescheiden  dem  meister   und   dem   rate   ze    Strasburg   enbüt   ich  25 
Heinrich  von  Wisenegke  ritter  minen  fnintlichen  dienste  unde   lan   üch   wissen,   das 
ich  vor  langer  zite,  öbe  duie  krieg  zwischent  den  herren  und  den  stetten  uffe  stundz 
mins  genedigen  herren  von  Wirtenberg  diener  gewesen  bin  und  ouch  noch  hüte  dise 
tages  bin.  und  bin  ouch   bi  dem   niderlegen    gesin,    daz    do   kürtzlich   in  sime  lande 
beschehen  ist.  und  getrüwe  auch  darumbe  mit  wider  üch  getan  han  umbe   das,  daz  30 
die  üwern  do  sint  gesin,  sid  ich  vormals  sin  diener  bin  gesin  und  öch  noch  bin  und 
teti  auch   noch   hüte   dises   tages    ungern   wider  üch,   ich   müste    ez   denn   tun  von 
geheisses  wegen  mins  herren,  das  ich  doch  noch  mit  geheissen  bin.  wenne  aber  ich  daz 
geheissen  würde,  so  wolt  ich  ez  üch  vorhin   erberlich  abesagen   umbe   das,   daz  ich 
vormals  dicke  und  vil  zu  üch  gewandlet  han  in  üwer  stat  und  mir  zuht   und  frünt-  33 
schaft  von  üch  beschehen  ist  und  ouch  ungern  wider   üch   teti,   ir  wistent   ez   denn 
von  mir.  uwer  früntlich  verschriben  antwurt  lant  mich  wissen  bi  disem  botten  umbe 


1388 


249 


dch  deste  bas  darnach  gcrihien  kfiode,  übe  ich  sicher  vor  üeh  and  den 

üweni,  die  zu  üch  gehörent,  sü  oder  mit.  liessent  ir  mich  aber  dehein  antwurt  wi.-.-en. 
dez  ich  Qch  doch  mit   getruwe,   BO   miist   ich    ez   do   für  han,   wie   ich    üwer   sorge 
mäste  han.         datum  in  oppido  Waltkilcli  feria  quinta  post  Francisco  anno  88. 
[In  verso]  Den  wisen  wolbescheiden  dem  meister  und  dem  rate  ze  Strasburg. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

482.  Rottweil  an  Strassburg]:  verwendet  sich  für  Frau  Anna  von  Ochsenstein, 
welche  an  den  Feindseligkeiten  ihres  Sohnes  Walter  von  Geroltzeck  keinerlei  Anteil 
habe,  und  bittet  deren  im  Schutterthale   gelegene;    Besitzungen  unversehrt  zu  lassen. 

^  gehen  am  nehsten  samstag  nach  Francisci  anno  88.  13S8  October  10 


Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 
Ebenda :  Brief  ganz  ähnl.  Inhalts  für  dieselbe  vom  17.  October. 


4113.  Rottweil  an  Strassburg :  sendet  die  Abschrift  eines  Absagebriefes,  den  einige 
Herren    dem   schwäbischen   Bunde   gesandt    haben.         datum  feria  tertia  ante   (ialli 
i5  anno  88.  1388  October  13. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

484.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Ammeister,  Meister  und  Rat  zu  Strass- 
burg :  bitten  uch  mit  ernst,  daz  yr  mit  den  uwern  bestellen  wöllent,  daz  unser  diener 
Reinhart  von  Kraszwilr  ungeschadiget  von  uch  und  den  uwern  blibe  zu  Kraszwilr 
M  und  an  sinen  gutem  .  .  .  wau  derselbe  mit  dem  kriege  oder  mit  nyeman  anders  zii 
disen  ziten  zu  schaffen  hat  dann  mit  uns.  datum  ze  Durlach  feria  quarta  ante 
Galli  confessoris  anno  88.  Ihtrlach  138S  October  U. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1463. 


485.  König  Wenzel  an  die  Bürgermeister,  Räte  und  Bürger  der  Städte :  Strass- 
burg, Basel,  Hagenau,  Ehnheim,  Rosheim,  Weissenburg,  Mülhausen,  Kaisersberg, 
Münster  und  Türkheim :  der  hochgeborne  Ruprecht  der  elter  pfalczgraf  bey  Rein  des 
heiligen  reiche  erezdrugses  und  herezog  in  Beyren  unser  liber  oheim  und  furste  hat 
uns  zu  wissen  getan,  wie  das  ir  in  seine  lande,  lute  und  guter  mit  brande,  nanie 
und  anderr  suchen  swerlichen  angriffen  und  beschediget  habet  und  tegliehen  beschä- 
diget und  angreiftet  und  im  in  seinen  landen  mit  volke  und  here  liget.  und  wann 
derselbe  unser  oheim  sich  vor  uns  zum  rechten  erboten  hat  und  erbewtet  und  wir 
ouch  sein  als  unsers  und  des  reichs  forsten  zu  dem  rechten  wol  mechtig  sein,  dorumb 
so  begern  wir  an  ewrer  trewe  und  gebieten  ouch  euch  ernstlichen  und  vestielichen 
mit  diesem  brife  und  wollen,  das  ir  den  egen.  onsern  ohcini  seine  lande,  lute  und 
guter  und  undersessen    mit   brande,  naine  und  andern    Bachen  l'urhas  mer  nicht   au- 


•250  1388 

greiften  noch  beschedigen  sollet  ...  zu  beschedigen  gestattet  in  dheineweis,  sunder 
in  seine  lande,  lute,  und  guter  in  friden  und  gemache  genczlichen  beleiben  lasset, 
wann  geschee  des  nicht,  des  wir  von  euch  nicht  enhoffen  noch  getrawen,  so  musten 
wir  und  wolten  ouch  in  solcher  massen  dornt  gedenken  und  tun,  als  sich  das  geburet 
und  eisehet  und  als  billichen  ist.  geben  zum  Betlern  an  sand  Lucas  tag  reg.  boh. 
26.  rom.   13.  Betlern  1388  October  18. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  48.  or.  eh.  lit.  pat.  e.  sig.  i.  v.  impr. 

Gedr.  Als.  dipl.  II,  390  (irrtümlich  zu  1391). 

Heg.  Koch  u.  Wille  nr.  4801.  —  D.  B.  A.  II,  69  nr.  35. 


486.  Die  schwäbischen  Städte  (unter  dem  Siegel  von  Ulm)  an  Strassburg:  teilen 
mit,  dass  ihr  Krieg  in  Franken  gegen  die  Herzöge  von  Baiern  guten  Fortgang  nehme 
und  legen  die  Abschrift  eines  Briefes  bei,  worin  der  Erzbischof  von  Salzburg  verspricht, 
soviel  er  kann,  die  Herzöge  zur  Einstellung  der  Feindseligkeiten  zu  veranlassen 
geben  ze  Ulme  von  unser  aller  haissentz  wegen  under  der  von  Ulme  insigel  an 
dunrstag  vor  omnium  sanetorum  anno  88.  Ulm  1388  October  29.   15 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.  VII.    or.  eh.  lit.  el.  c.  sig.  in  v.  impr.  del. 

487.  Die  schwäbischen  Städte  an  Strassburg:  Gesandte  des  Königs:  Haniko  und 
Graf  Johann  von  Sponheim  und  der  Landgraf  von  Lichtenberg  sind  bei  ihnen  gewesen 
und  haben  ihnen  mitgeteilt,  der  König  wünsche,  dass  sie  den  Krieg  einstellten.  Sie 
haben  geantwortet,  dass  sie  das  nicht  könnten,  wohl  aber  zu  einem  Sühnetag  bereit  n 
seien.  Die  Nürnberger  haben  ihnen  geschrieben,  dass  der  Erzbischof  von  Mainz,  der 
Bischof  von  Bamberg  und  ein  königlicher  Bat  Busik  von  Wissnitz  mit  ihnen  über 
Abhaltung  eines  Sühnetags  zu  Mergentheim  am  Sonntag  vor  Martini  (November  8) 
verhandelt  hätten.  Ob  diese  Gesandtschaft  auch  nach  Strasshurg  und  zu  den  übrigen 
rheinischen  Städten  gekommen  ist,  wissen  sie  nicht.  —  Mit  den  Kriegsläufen  in  Franken  ?s 
sind  sie  zufrieden  und  hoffen  das  beste.         geben  ...  an  aller  selentag  anno  88. 

1388  November  2. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c  sig.  i.  v.  impr.  del. 

488.  Mülhausen  an  Straßburg:  wegen  der  der  Stadt  Reickentveier  und  der  Burg 
Bilstein  während  des  Krieges   mit   den  Fürsten   von   Wiirtemberg    und   Baien   M   m 
gewährenden  Neutralität.  1388  November  5. 

Den  wisen  bescheiden  unsern  guten  fremden  dem  burgermeister  und  dem  rat  zu 
Strasburg  enbietent  wir  der  meister  und  der  rät  von  Mülnhusen  unsern  dienst  und 
waz  wir  gutes  vermögen,  als  ir  uns  verschriben  hant,  wie  das  ir  mit  willen  und 
wissende  der  stette  des  swebischen  und  rineschen  bundes  uwer  eytgenossen  uszge-  ss 
tragen  habent,  das  sü  und  ir  der  stat  und  den  lüten  ze  Bichenwilr  und  der  vesten 
zu  Bilestein  und  der  zügehörden  deheinen  schaden  tun  söllent  und  desgelichs  si 
widerumbe,  die  wile  der  krieg  wert,  mit  den  herren  von  Beyern,  dem  von  Wörtern- 


1388  251 

berg  und  Iren  hollferen,  haben  wir  wol  verstanden  und  lassen!  darumbe  uwer  gute 
frontschaft  wissen,  we«  gemeine  Btette  des  bnndes  in  Swabeo  uwer  und  unsere  eit- 
genossen  uch  in  der  sach  gegünet  hant,  daz  uns  das  gef'ellig  ist  und  och  da  bi  Milien 
und  daz  Indien  wellent.  und  ze  Urkunde  habent  wir  unser  stette  ingesigel  zu  rügke 
s  gctrükct  uff  disen  brieff.  der  geben  ist  am  nehsten  duncrstag  vor  Martini  epücopi 
in  dem  jar,   da  man  zalt    von  gottes  gebart  tusüg  dreihundert  achtzig   und  acht  jar. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  mb.  lit.  et.  c.  sig.  i.  v.  impr. 


4iJ9.   Erzbischof  Friedrich  von  Cöln  an  die  rheinischen  Städte:1    sendet  die  Ab- 
schrift eines   königlichen    Schreibens   vom    18   October,   worin   Wenzel    ihn   ersucht, 
io  die  rheinischen  Städte  von  einem  Zuge2  gegen  Ruprecht  von  der  Pfalz  nach  Kräften 
abzumahnen  und,  wenn  das  erfolglos,  letzterem  mit  allen  Mitteln  beizustehen.        datum 
Bonne  sabbatho  post  omnium  sanetorum.  Bonn  [1388  November  7]. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  cop.  eh.  coaev. 

Ebenda  die  im  Brief  erwähnte  Abschrift.  —  Regest  von  letzterer  bei  Koch  u.  Wille  nr.  6734. 

15  490.  Die  schwäbischen  Städte  (unter  dem  Siegel  von  Ulm)  an  Straßburg :  über 

ihren  angeblichen  Tag  mit  den  Herzögen  von  Baiern  und  die  Kriegsläufe. 

1388  November  13. 

Unser  früntlich  willig  dienst  und  was  wir  eren  und  gütz  vermugen  wissent  allezit 
von  uns  berait  voran,    lieben  fründe  und  aidgenossen.    uns  hant  unser  aidgenossen 

20  die  von  Ulme  ainen  brieff  zögt,  den  ir  in  gesent  hant,  daran  ir  in  verschribent,  das 
iueh  verbotschafft  sie,  das  ain  tag  zwischen  den  herren  von  Paigern  und  unser  sin 
solt,  das  si  iueh  darumb  ain  aigenschafft  wissen  Hessen,  darumbe  soud  ir  wissen, 
das  kain  tag  zwischen  ir  und  unser  noch  nicht  berett  noch  volgangen  ist,  denne  in 
der  wise,  als  wir  iueh  vor  verkunt  haben 3,  wie  das  unser  herre  der  ertzbischoff 
von  Mentze  und  der  bischoff  von  Babenberg  von  unserm  herren  dem  kung  heruss 
kumen  weren  und  mit  in  unsers  herren  dez  kungs  rät  ainer,  her  Busik  von  Wistritz. 
und  die  sauten  ir  rät  zu  iuwern  und  unsern  aidgenossen  den  von  Nürenberg  und 
würben  da  an  si  umb  tag,  darzü  doch  unser  fründ  von  Nürenberg  wislich  und 
erberklich  antwurten.    aber  uff  das,   do  retten   aber  unsers  herren  dez  bischoff  von 

so  Mentze  und  von  Babenberg  rät:  si  wolten  furbas  ritten  zu  forsten  und  zu  herren  und 
ouch  zii  iueh  und  zii  andern  unsern  (runden  und  aidgenossen  an  dem  Rine  und 
wolten  denne  zu  uns  auch  her  gen  Ulme  ritten,  und  also  ist  noch  nieinan  zu  uns 
her  gen  Ulme  kumen.  ob  aber  si  bi  iueh  oder  andern  unsern  aidgenossen  an  dem 
Kino  gewesen  sind,  dez  wissen  wir  ouch  nicht,     und  also  kunnen  wir  iueh  von  der 


85  i   Vgl.  das  Briefconcept  Straßburgs  vom  2  December,  wo  dieser  Brief  und  der  König  Wenzels  als 

von  den  Städten  erhaltene  Abschriften  erwähnt  werden. 

8  Der  Einfall  der  rheinischen  Stiulte  in  das  Gebiet  Ruprechts  geschah  13öS  November  6.  vgl  Hegel, 
ktmigsh.  844.  —  Reg.  Koch  u    Wille  nr.  5172. 
'•'  Vgl.  den  Brief  der  Städte  vom  2  November. 


252  1388 

sach  wegen  nüzemale  nichtzit  anders  verschriben.  wer  ez  aber,  daz  hinfür  ichtzit 
an  uns  bracht  würde,  sullent  ir  nicht  zwifels  han,  denne  daz  wir  iuch  daz  furderlich 
alwegen  verkünden  und  ze  wissen  tun  wellen,  als  muglich  und  billich  ist.  lieben 
f runde,  wissent,  das  wir  uns  von  den  gnaden  gotz  an  allen  orten  wol  besetzt  haben 
und  den  krieg  reschlich  triben,  und  daz  ez  nü  daran  kumen  ist,  daz  raisig  habe  ze 
baider  sitte  vast  anainander  kummet  und  daz  ouch  kurtzlich  etwievil  guter  schar- 
mutzen beschechen  sind,  da  die  unsern  von  den  gnaden  gotz  alwege  das  velt  behept 
hant.  und  getruwen  ouch  zu  got,  daz  ez  uns  nu  fürbas  wol  gan  sulle.  geben  an 
fritag  nach  Martini  anno  88. 

Gemain  stett  dez  bunds  in  Swaben  etc, 
als  wir  ze  Ulme  bi  ainander  sien. 
[In  verso]  Den  fursichtigen  wisen  dem  burgermaister  und  dem  rate    der  stat  ze 
Straussburg  unsern  besundern  guten  fründen  und  aidgenossen. 

Str.  St.  Ä.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i    v.  impr.  del. 


491.  Rottweil  an  Slraßburg :   erbittet   Auskunft  über    das   Gerückt  von  einer  ^ 
Niederlage1  der  rkeiniscken  Städte  und  von  ihrer  Lage.  1388  November  15. 

Unser  fruntlicher  williger  dienst  bevor  in  allen  sachen.  bescheiden  lieben  fründe 

und  aidgenossen.  wissent,   daz  ain   gemainü    rede  in   unser   gegend    von   den  herren 

ietzent  uferstanden  ist,  wie  daz  etwas  niderlegendes  üwern  und  unseren  guten  fründen 

von  Spire,  von  Wormes  und  von  Mentz  geschehen  sin   sülle:    also   daz   sü    schaden  2» 

empfangen  süllent  haben  von  dez  hoherbornen  fürsten  hertzog  Rüprehtz  von  Paigern 

dienern  und  von  anderen  unseren  vigenden,  daz  wir   doch   gott  nit  getruwen,-  wand 

uns  doch  gar  getrüwlich  und  inneclichen  lait  were,  als  billich  were.    bitten  wir  üch 

mit  ernst  flizzig,    daz  ir  uns    aigenlich   verschriben   lassent   wissen,    wie   es  darumb 

sige.  wissent  ouch,  daz  es  uns  wol  gat  und  unser  vigende  vast  angriffen  mit  brennen   25 

und  mit  wüsten,  und  getruwen  ouch  üch  wol,  daz  ir  daz  gen  unseren  vigenden  ouch 

tügint   und   wa   es    üch   wol   gat,    daz   wir   dez   von   gantzem   hertzen    frow  sigent. 

datum  vigilia  beati  Othmari  anno  88. 

Von  uns  dem 

rat  ze  Rotwil.  so 


[In  verso]    Den  fromen  wisen  dem  meister  und   dem   rate   ze   Strasburg   unsern 
guten  fründen  und  aidgenossen. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  lit.  cl  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 
Ebenda  :  fast  gleichlautender  Brief  vom  folgenden  Tage. 


492.  Die  sckwäbiseken  Städte  (unter  dem  Siegel  von  Ulm)  an  Straßburg  :  über  ^ 


1  Eine  solche   war  wirklich  gescheiten   am  10  Nov.  bei  Worms,   vgl.  Böhmer,  Fontes  IV,  383.  — 
Städtechronikcn,  Maine  II,  218. 


1388  2.™ 

ereits  früher  beabsichtigten  Tag  mit  den  Herzögen  ton  Baiern  zu  Mergentheim 
und  das  Gerücht  einer  Niederlage  der  von  Worms  und  Speier. 

Ulm  1388  November  10. 

Unser  fruntlich  williger  dienst    und  waz  wir  gütz    vermugen    wissent   alle   zyte 

s  von  uns  berait  voran,  besundern  lieben  frwnd  und  aidgenossen.  alz  wir  weh  vor- 
malz ;iin  tail  och  versehriben  '  haben,  wie  unser  herre  der  ertzbischof  von  Mentze 
und  der  bischof  von  Uabenberg  von  unserm  herren  dem  kunig  her  us  komen  sien 
and  mit  in  her  Busik  von  Wistritz  und  wie  die  würben  an  iuwer  und  unser  aidge- 
nossen von  Nuremberg  amb  ainen  tag  zwischen  forsten,  herren  und  steilen  gen  Her 

io  genlheini  und  wie  och    81   willen    beten   ze    rilen    y.i'i    iueh   und   andern   wwern    und 

unsern  aidgenossen  an  dem  Ryne  und  denne  ir  bottschaft  fürbas ze  tund 

zu  uns,  also  verkünden  wir  wwer  fruntschaft,  daz  uns  die  von  Nürenberg  verschriben 
haut,  wie  daz  her  Busik  von  dem  Ryne  her  uff  gen  Babenberg  komen  und  enzwischen 
gen  Beheym  in  geritten  sie  und  daz  si  niht  wissen,  waz  sins  gewerbs  sye.  darumbe 

15  bitten  wir  iuwer  fruntschaft  mit  vlissigem  ernst,  daz  ir  uns  by  disem  boten  an 
wwerem  brief  wissen  lassen,  wie  oder  in  welher  masze  er  von  weh  geschaiden  sy, 
oder  ob  er  by  weh  oder  andern  unsern  aidgenossen  an  dem  Ryne  gewesen  sy  oder 
niht  oder  ob  ir  suzz  ihtz  frömds  wissen,  daz  uns  ze  verschriben  sy,  daz  wellen  wir 
mit  willen  mnb  wwer  wishait  verdienen,  lieben  frwnde,  so  ist  denne  etwaz  gemainer 

20  red  by  uns,  wie  wwer  und  unser  aidgenossen  von  Worms  und  von  Spire  nw  lieh  mit 
hertzog  Rfiprehtz  dez  eitern  volk  süln  gefochten  han.  bitten  wir  weh  och  gar  frwnt- 
lich,  daz  ir  uns  verschriben,  ob  daz  sy  oder  niht  oder  wie  es  ergangen  sy  ymmer 
durch  unsers  dienstz  willen.  geben  ze  Ulme  von  unser  aller  haissentz  wegen 
ander  der  von  Ulme  insigl  an  sant  Eisbetentag  anno  88. 

Gemaine  stete  dez  bunds  etc.  alz 

Iwir  ze  Ulme  sien. 
[In  verso]  Den  fürsichtigen  wisen  unsern   besundern  lieben   frwnden  und  aidge- 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  VII.  or.  eh.  Ht.  cl.  e.  sig.  i.  v.  impr.  del. 


493.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  bittet  dafür  zu  sorgen, 
dass  das  Kloster  Herrenalb  an  seinen  in  der  Markgrafschaft  gelegenen  Dörfern 
Maisch  und  Rüppurr  angeschädigt  bleibe,  weil  diese  mit  dem  Kriege  nichts  zu 
thun   haben.         geben   ze   Pfortsheim  feria   sexla   ante   festam  Kalherine   Virginia. 

Pforzheim  1388  Xorrmber  20. 


Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh. 

Reg    d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1465. 


494.    Nürnberg   erlässt   ein    Rundschreiben  an  die   rheinischen   liundesslädle  be- 
lnils  Ansetzung   eines  neuen  Tages,  da  der  für  den  8  Nov.    1388  beabsichtigte  Tag 

1   Vgl.  nr.  487  den  Brief  vom  2.  November. 


254  1388 

zwischen   Herren   und   Städten    nicht    zu   Stande    gekommen   sei ;   dazu   Nürnberger 
Kriegsnachrichten.  [1388  November  30.] 

Aus  Nürnb.  Archiv,  gedr.   D.  B.  A.  II,  nr.  38. 

495.  Strassburg  an  die  rheinischen  Bundesstädte  schlägt  vor:  dass  man  auf  die 
von  der  Teilnahme  an  der  Fehde  gegen  Ruprecht  von  der  Pfalz  abmahnenden  5 
Schreiben  des  Königs  und  des  Cölner  Erzbischofes '  letzterem  folgendermassen 
antworten  solle:  das  wir  dieselben  stette  am  Rine  des  krieges  nit  höbtlüte 
sint  und  nuwent  unsere  eitgenossen  der  swebischen  stette  helffere  sint.  und 
darüber  so  hat  der  hocherborne  fürste  hertzoge  Rüpreht  der  elter  von  Peigern 
und  die  sinen  uns  die  stette  und  die  unsern  geschadiget  und  verbrant,  gefangen  io 
und  erslagen  und  sü  grösliche  geschetzet  umb  ir  gut  und  tut  ouch  das  tegeliche. 
und   darumbe   so  mögent  wir  stette  nit  abegesin,  wir  muszent  uns  dargegen  weren, 

so   wir   beste   künnent.    und   darüber   so  getruwent   wir   stette   öch    uwern    gnoden 

wol,   das   ir  üch   des   selben    krieges    nit   annemment.    so    wiszent   ouch    wir  stette 

nit,  wie  derselbe  herre  hertzoge   Rüpreht   der  elter  sich  gegen  uns  den  stetten  des  is 

bundes   halten  welle  von    des   vorgenanten    unsers    herren    des    römschen    küniges 

schribendes   und  verbotscheftendes   wegen,   so   beduncket   uns   ouch   gut  sin,  das    ir 

dem   ertzbischofe   von   Cölne   da    bi   schribent,   das    unsers    herren    des    römeschen 

küniges   kantzeler   grofe   Johan  von  Sponheim   und  der    lantgrofe    vom  Lühtenberge 

vormals   bi   uns  stetten   gewesen   sint   und   mit  uns  stetten  von    unsers   herren   des  20 

römschen  küniges  wegen  geret  hant   von  derselben   Sachen  und  des   krieges   wegen 

und   das   man   den   geentwurtet  habe,   das   uns   unfride    und    kriege    leit    sint    und 

wir   öch   derselben   kriege   nit  höptlüte   sint  und  wo  wir   stette  gereden  oder  getün 

kundent,   das   die   lande   in   friden  blibent,   das  woltent  wir  gerne   tun    und   wolten 

uns  daran   weder   koste   noch  arbeit  turen   und  das   wir  stette  öch  das  noch  hutig-  25 

dages  gerne   tun   woltent  und   das   ir  dis   alleszament  also    und    in    sölicher    forme 

uf  das  beste  dem   ertzbischofe   von   Cölne    verschribent    und    des    sine    verschriben 

entwurle   heischent,   das  beduncket  uns   nützliche  und   gut    sin.         datum    crastino 

beati  Andree  apostoli.    [übergeschrieben   feria   quarta  proxima  post  diem]. 

[1388  December  1-2.]   so 
Str.  St.  A   G.  ü.  P.  lad.  48/49  B    cone.  eh. 
Erwähnt,  D.  B.  A.  II,  92  anm.  1.  -  Beg.  Koch  u.    Wille  nr.  4807. 

496.  Ratsbeschluß  über  das  von  den  Straßburger  Bürgern  bei  schwerer  Strafe 
gegen  die  Feinde  zu  beobachtende   Verhalten.  1388  December  2. 

Es  sol  nieman  wer  der  ist,  der  by  uns  in  unserre  stat  sitzet  oder  by  uns  wonet,  & 
unsern  vigenden  deheine  koste,  spise  noch  hilffe  geben  noch  tun  noch  ouch  in  keine 
botschaft  tun  noch  daz  schaffen   geton  in  deheinen   weg  noch  ouch    keine  botschaft 


1   Vgl.  nr.  485  u.  nr.  489  den  Brief  des  Königs  vom  18.  Oetober  und  des  Erzbischofs  vom  7.  No- 
vomber. 


1388  255 

von  CD  empfohcn,  es  sient  botschaft  mit  brieten  oder  mit  dorn  munde,  wenn  kerne 
iemanne  semmeliche  botschaft,  wie  oder  waz  daz  were,  daz  sollent  die,  die  daz  en- 
pfindent,  zu  stunt  forderlich  ane  verzog  meister  und  rate  oder  ein  ammanmeisiir 
verkünden,  vürbringen  und  .sagen,   und  wer  du  darüber  verbreche,  des  libc  und  gut 

e  Hol  meister  und  rat  verfallen  sin  und  sol  oueh  darzü  niemcr  me  gen  Slmszburg 
kommen  und  sollent  oucb  meisler  und  rat  sich  sins  libes  und  gutes  underziehen  und 
zii  iren  handen  nemen.  und  süllent  auch  daz  rihten  und  rehtvertigen  uff  den  eyt 
noch  horsagen  und  wie  es  dem  rote  vürkomet.  und  welre  rot  daz  nüt  rihtete  und 
rehtvertigete,  alz  vorgeschriben  stat,  der  sol  meineidig  und  erlosz  sin  und  sollent  oueh 

io  niemer  me  meister  noch  rot  werden.  actum  et  pronuncialum  leiht  ojoarta  post 
Andree  appostoli  anno  88. 

Str.  St.  A.  Stadtord.  Bd.  29  fol.  5. 
Gedr.  Weneker,  de  ußb.  S.  164. 


497.  Bürgermeister  und  Rat  von  Speier  an  Strassbufg:  lan  uch  wiszen,  daz  die 
15  hertzogen  von  Beyern  und  der  bischof  von  Mentze '  sich  besament  mit  groszem  volgke 
und  aller  irre  mäht,  die  sie  haben  mögen,  unde  daz  der  hertzogen  volg  grave  von 
Worcheim,  grave  Diether  von  Katzenelnbogen,  grave  Heinrich  von  Sponheim,  der 
von  Hanouwe  und  vil  rittere  und  knehte  von  gesellescheften,  die  uf  im  kosten  farent 
gein  der  geselleschaft  unde  die  von  den  Telaren  ietze  uf  dise  zit  bi  uns  ligent  nahe 
20  bi  unser  stat  uf  bedesite  Rines  und  daz  sie  uf  ginsite  Rines  daz  lant  uf  ziehen  wollen 
gar  kurtzlichen.  ouch  wiszent,  daz  die  von  Mentze,  die  von  Wormsz  und  wir  zu  dem 
zöge  dienen  wollen  mit  300  glen.  darnach  wiszent  uch  zu  rihten.  datum  feria 
quarta  ante  Nicolai  episcopi.  [1388  December  2.] 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I.  cl. 

■  498.  Speier  an  Strassburg :  berichtet,  dass  Herr  Syfrit  von  Venygen  und  andere 

an  sie  geworben  hätten  .  .  .  von  eins  tages  wegen  zu  Mergentheim,  als  die  von 
Nuremberg  auch  darumbe  den  stetten  am  Ryne  geschriben  nach  uswisunge  ires 
briefs  und  der  notteln  harinne  versloszen.  [1388  December  2?J 

D.  B.  A.  II,  pg.  92.  Anmk.  2.  nach  Weneker,  excerpta  1,  114". 


so  499.  Nürnberg  an  die  Städte  des  rheinischen  Rundes  :  ladet  ein  zu  dem  von  den 

königlichen    Räten    betriebenen   Tage   auf   10  Januar    1158!),   wo   sich   die  Herren  in 
Mergenthein]  und  die  Städte  in  Rotenburg  versammeln  sollen. 

[Nürnberg  13S8  Dezember  11.] 
Aus  Nümb.  Arch.  Konserv.  cod.  278.  fol.  54  *>.  conc.  eh. 
Gedr.  D.  B.  A.  II  nr.  42. 


1  Am  11  September   hatten  die  schtväbischeit  Städte  bereits  von  der  Absage  dieses  Kirehenfürsten 
berichtet,  vgl.  oben  nr.  473. 

VI.  33 


256  1388 

500.  Ratsbeschluß  über   die  von  der  Stadt  an  vornehme  Gäste  zu  gewährenden 
Geschenke.  1388  December  14. 

Anno   domini    1388    feria    secunda    proxima   ante   diem    beati    Thome    apostoli 
sub  domino  Hugone  dicto  Rihter  nnneupato  Dutscheman  magistro  et  sub  domino  Andrea 
dicto  Heilman  magistro  schabinorum  sint  nnsre  herren  meister  und  rat   schöffel  und  -r> 
amman  ubereinkomen  aller  der  stucke  und  artickele,  die  hie  noch  geschriben  stont : 

Zu    dem    ersten,   das   man    sol    einem    landesherren    von    unsere    stette    wegen 
schencken   einen  omen  wines ;    item  einem  dienestman   und  sust  eim   edelmanne  sol 
man  schencken  einen  halben  omen ;  item  einre  statt  einen  halben  omen  alle  imbisse  : 
item  süss  einem  erbern  manne  einen  halben  omen.  und  sol  man  ouch  iegelichem  zu  10 
iegelicher   vart   nuwent   einmal    schencken  und  nit  alle   imbisse,   ussgenommen    den 
stetten    sullent   wir   alle   ymbisse   schencken,    als  vor    geschriben   stat.    und    sol  die 
schencke  ouch  nieman  heissen  tun  danne  ein  meister,  der  danne  rihtet,  und  ein  am- 
manmeister   und   nieman  anders,    was   ouch  ein    ammanmeister   heissent   schencken 
epten  zu  libe  und  zu  leide,    das  ist  zu  lychen  und  zu  brutloften,   das  sol  man  ouch   »5 
tun  und  anders  nit.1    und  wenne  man  sol   schencken,  niergent  anders  wohin,  danne 
an  die  stat,  do  er  isset.  und  sol  ime  ouch  win  schencken  in  unser  stette  schencke-*. 
kannen  und  nieman  keine  pfenning  darynr  geben  in  denheinen  weg. 

Str.  St.  A.  Schilter,  jus  statutarium  fol.  287. 

501.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  an  die  Stadt:  lant  uch  wissen,  daz  der  w 
grafe  von  Sarwerde  mutwillicklich  und  frevelich  uns  und  die  unsern  unherfolget  vor 
unser  sloz  Cellenberg  mit  ufgeworfinder  banir  mit  buszen  und  schuttzen  gezogen  ist 
unser  sloz  understande  zu  gewynnen  .  .  .  herume  wir  mit  seszen  unsers  rates  erkant 
hant  .  .  .  daz  ir  uns  hülfe  schuldig  sint  nach  lute  unsers  buntbriefes  .  .  .  und  bitten 
desshalb  60  Glefen  zum  nächsten  Montag  Abend  nach  Kestenholz  zu  schicken.  da-  S5 
tum  1388  dez  mitwochin  vor'sant  Thomansdag  dez  heiligen  zweifboten. 

1388  December  l(i. 

Str.  St.  A.  AA.  1409.  or.  eh.  I.  pat.  c.  s.   impr- 

Anno  ...  85.  30 

diz  höret  zu  dem  lantfrijden  von  .  .  . 
Diz  ist  der  bottenlon  dez  gemeinen  friden : 
Mai  is.  Item   feria   secunda   post   ascensionem    domini   4    sol.   gein   Sletzstat   und   gein 

Ehenheim. 

Item  feria  quarta  post  .  .  .  ?  4  sol.  gein  Sletzstat  und  gein  Ehenheim.  35 

Mai  20.  Item  sabbato  ante  festum  penthecostes  4  sol.  gein  Sletzstat  und  Ehenheim. 


1  Hegel  (Königsh.  S.  1023)  druckt  zum  Jahre  1388  aus  dem  «Heimlich  bfteb»  einen  ziemlich  gleich- 
lautenden Batsbeschluß,  der  die  Abweichung  hat:  das  man  epten  und  eptinen  und  susz  z&  liebe  und 
zu  leide  geschencket  hat,  daz  sol  hinnanvürder  absin  und  man  in  soliche  schencke 
nit  me   tun.  40 


1388  257 

Etem  4  sol.  gen  Sletzstat  feria  sexta  posl  festem  corporis  Christi.  Juni  i. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  quarta  posl  Adelphi.  Aug.  st. 

Item    14    sol.    gen    Slernccke,  gen    Keppenbach   und   gen   Spitzenberg  in   vigilia  ocWr.  n. 

SvniDiiis  et  Jude  apostolorum. 
s  Hein  2  sol.  gen  Ehenheim  in  vigilia  St.  Thome  apostoli.  ߫6r.  it. 

Sub  anno  .  .  .  86. 
Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim. 

Hein  Werlin  Spatzinger  2  guldin  von  manunge   und  andern    buntbriefen  abe  zu 
schribende,  die  do  wurdent  den  von  Sletzstat  und  von  Hagenowe. 
in  Item  Colmar  2'/2  üb.  gcn  Basel  von  gemeinen  bundes  wegen. 

Item  Diersberg  4  lib.  gen  Ulme  ouch  von  des  bundes  wegen. 
Item  Gengelin  0  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim. 

Item  2  sol.  gen  Ehenheim  feria  sexta  post  dominicam  Invocavit.  man  tt. 

Item  3  sol.  gen  Sletzstat  feria  tertia  post  dominicam  Letare.  Apnn 

15  Item  2  sol.  gen  Ehenheim  feria  quarta  postidominicarn  Judica.  ApHi  n. 

Item  4  sol.  in  vigilia  penthecostes  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim.  junit. 

Item  12  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheiin  zu  drien  molen. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  secunda  post  Jacobi  apostoli.  WIM. 
Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  sexta  post  festum  assumptionis 
20  sancte  virginis.  Aug.  n. 

Item  der  gemeine  bunt  sol  der  stat  von  Strasburg  72  gülden  und  9  untzen ; 
verreit  her  Eberlin  von  Mülnheim  und  her  Cüntze  Müller  gen  Spire  und  gen 
Ksselingen.  und  koment  her  heim  feria  quinta  ante  festum  nativitatis  beate  Marie 
virginis  sub  anno  86.  stpt.  «. 

•«  Item  ist  herrn  Steffan  5  guldin  von  des  gemeinen  bundes  wegen  und  Spatzinger 

2  guldin   (schuldig)  her  Eberlin  von  Mülnheim  und  her  Cüntze  Müller. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  secunda  ante  diem  sancte  crucis.  -v-  '«• 
Item  der  gemeine  bunt  sol  der  stat  von  Straszbürg  12 '/2  üb.  und  2  sol.;  verzert 
her  Cüntze  Müller  zu  Pfortzheim,  do  men  vor  Entzeberg  lag,  und  ime  selber  30  sol. 
au   von  pferden  und  dem  koche  10  sol. 

Item  der  gemeyne  bunt  sol  der  stat  von    Straszbürg   90   lib.   und  6  '/i    hb.  von 

her  .lohans  von  Oberkirche  kosten  wegen,  also  er  höbetman  waz,  do  men  vor  Entzeberg 

lag  von  sime  solde  und  drye  pfiffer  und   ein   sunt    und   ein    koch   und  einen   kneht, 

der  ir  wartette  und  wagenlon  und  knehte,   die   dez   gezeltz    wartcttent,   und   in   alle 

35  weg  und  liep  züsamen  5  lib. 

Item  der  gemeine  bunt  sol  der  stat  von  Straszbürg  41  lib.  und  12  sol.  denar : 
die  verreit  her  Götze  von  Grostein  vür  koste  und  ritegelt  und   in   allen   weg  zu  der 

»  leite,  do  er  und  her  ....    Heisse  von   Openheim  zu  Lüzelnburg  was  anno  domini 
L384;    und  kam  her  heim  an  dunrestag  vor  saut  Gallcntage.  oct"!a. 

Der  gemeine  bunt  sol  der  stat  von  Strazburg :  31 1/i  guldin,  do  her  Götze  von 
Grostein  und  die  von  Wormes  und  von  Spire  den  zol  uf  dem  Möin  besatent,  von 
serung  unze  gen  Spire  und  herwider  heim  und  von  ritegelt  und  von  dem  koche  und 
pferdelon  und  in  allen  weg. 


25«  1388 

Der  gemeine  bunt  sol  7  lib.  und  2  lib.  und  8  sol.  von  ritegelt  gen  Gengenbach, 
do  wir  zu  dem  bischof  von  Strozburg  hetent  beschiket  her  Eberlin  und  den  Manssen 
und  den  Messerer  den  krieg  zu  rihtende  zwischent  ime  und  den  margrafen  und 
süllent  10  lib. ;  hette  Walther  (?)  sin  (?)   furzert  alles  dis  jor,  do  er  hin  geritten  was. 

Item  der  gemeine  bunt  sol  der  stat  von  Strasburg  40  guldin ;  verreit  her  Eberlin  5 
von  Mulnheim  und  Johans    Lumbart   gen^Spire   und   gen   Mentze   feria    quarta   post 
Aprii  26.  Georgii  sub  anno  85. 

Item  der  gemeine   bunt  sol  mime  junghern  51/»   lib.  und  2  sol.;  item   35   sol. 
zu   ritegelt    her    Claus  Tutchemen    gein    Baden   von    der    Johanser  wegen  an   sant 
jan.  n.  Anthoni   gen  obende   in   deme  85  jore.  io 

Item    der    gemeine    bunt   sol    der   stat   von    Strazburg    57    guldin ;   verreit    her 
Claus  Berer  und  Claus  Nelsheim  in    der    vasten    zu    dem  hertzogen    von   Österrich 
von  der  swebischen  stette  wegen   und   von   der  von  Basel   wegen   sub   anno  85. 
Item  der  gemeine   bunt  sol  der  stat   von  Strasburg    30    guldin    und    5    uncen 
Aprii  n.  zu   ritegelt  Werlin    Sturm  und  hern    Cüntze  Muller  gen   Friburg  feria  quarta    post  w 
dominicam   Quasimodogeniti   sub   anno  85. 

Item   der   gemeine    bunt   sol   der  stat    von  Strazburg   54    guldin  und  9  untzen 
zu    ritegelt    hern    Johans   von   Wiekersheim    und    Götze   Wilhelm   gein    Basel    feria 
ApHi  is.  quinta  ante  Philippi  et  Jacobi  apostolorum  anno  85. 

Item   der  gemeine   bund   sol    der  stat    von   Strasburg  36   guldin   und   6   untzen  so 
zu  ritegelte   hern  Johans   von   Wiekersheim   und   hern    Johans    Messerer    gen   Basel 
Mai  ie.  feria   sexta  ante  festum   corporis   Christi    sub   anno   85. 

Item   der  gemeine  bunt  sol  der   stat  von    Strasburg   54  guldin ;  verzerten   her 
Johans   von   Wiekersheim   und  her  Johans   Messerer    gen    Basel    dominica  die   ante 
juii  s.    Udalrici  episcopi  sub  anno  85  und  9   untzen   dem  koche   von  pferden ■.  2ä 

[Folgen  3  freie  Seiten  und  eine  Aufzeichnung  über  den  Speierer  Bundesrech- 
nungstag vom  August  1386.] 

Item   10  sol.  eime  botten,  der  von  Mentze  untze  gen  Sletzstat  lief,  daz  ir  botten 
züsammene  kement  gen   Spire. 
Au«.  29.  Item   4   sol.  gen  Sletzstat  und  gen  obern  Ehenheim  in  vigilia   Andree   apostoli.   ^ 

Decbr.  e.  item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  in  die  beati  Nycolai  episcopi. 

Decbr.  9.  nem  5  s0\    gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  dominica  post  Nicolai. 

Jan.  13.  Item  5  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  seeunda  post  Erhardi. 

Sub  anno  ...  87. 

jan8]t.  Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  in  die  beati  Valentini.  35 

März  2.  Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  sabatti  post  Mathie  apostoli. 

März  /«.  Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  in  dominica  die  Oculi. 

März  23.  Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  sabbati  ante  dominicam  Judita. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  seeunda  post  dominicam  Quasi- 
Apni  is.  modogeneti.  40 

juii  e.  item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  sabbati  post  Udalrici  episcopi. 

juii  13.  item  3  sol.  gen  Sletzstat  feria  sabbati  ante  Margrete  virginis. 


1388  259 

Item  4  sol.  gen   Sletzstat  und  gen    Ehenheim   crastino   festi   assumptionis   beate 
Marie  virginis.  Aug.ie. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  crastino  Bartholomei  apostoli.  Aug.  m. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  vigilia  nativitatis  beate  Marie  virginis.  Sept.  i. 
Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  quarta  post  festum  Michehelis.   o&r.  *• 
Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  secunda  ante  Galli  confessoris.   oabr.  u. 
Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  secunda  ante  Symonis  et  Jude,   octbr.tt. 
Item  12  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  zu  zweien  molen. 

Sub  anno  ...  88. 

io  Item  5  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim. 

Item  2  sol.  gen  Ehenheim. 

Item  7 1li    sol   gen   Sletzstat   und   gen  Ehenheim  zu  zweien   molen. 
Item    der    gemeine    bunt   sol    unser    stette    272    guldin,    die    her    Johans    von 
Kagenccke    und    Johans    Lumbart   verzertent,   do    sü    gen   Ulme    und    gen    Swoben 
i5  worent   geritten   mit  den  andern  botten  vom  Rine  zu  tedinge  zwüschent  den  herren 
von   Peigern   und   den   swebischen   stetten. 

Item   4   sol.  gen   Sletzstat   und  gen   Ehenheim   feria  secunda  post  festum  pasce.   M'3r8zs30. 
Item   5   sol.   gen   Sletzstat   und  gen  Ehenheim  feria  sexta  post  corporis  Christi,   im  t». 
Item   4   sol.  gen   Sletzstat   und  gen  Ehenheim    feria   quinta    post  octavam   festi  J**t  io- 
20  corporis   Christi. 

Item   4    sol.    gen    Sletzstat    und    gen    Ehenheim    feria    sabbati    ante    Johannis  •/«>»'  *». 
baptiste. 

Item   4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  quarta  post  Udalrici  episcopi.  Juli  *. 
Item   18  sol.   zu  vier  molen  gen   Sletzstat   und  gen  Ehenheim. 
«5  Item  4   sol.   gen   Sletzstat  und  gen  Ehenheim   feria   quinta  post   Adelphi.  sePi.  3. 

Item    17    sol.  gen    Wurmsze   und    17  sol.  gen    Basel    in    die    exaltationis   sancte  Sept.  u. 
crucis. 

Item  1  guldin  dem  schriber  von  Spire  die  reise,  do  nidenan  waz. 

Item  5  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  sabbati  post  Michahelis.  ocibr.  j, 

30  Item  2'/>  üb.  10  knechten,  die  do  branten,  do  men  den  hertzogen  von  Peygern 

brante. 

Item  feria  sexta  post  Remigii  12  sol.  gen  Spire  und  5  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  oabr.  t. 
Ehenheim. 

Item   16   sol.  gen   Spire   und   3  sol.   gen   Hagenowe,  4   sol.  gen   Sletzstat   feria 
35  quarta  ante  Thome  apostoli.  Dtcbr.  «. 

Item  4  guldin  Iloppekin  dem  bogener  von  vier  gefangen  wegen. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  in  die  Stephani.  o«*r.  tt. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  feria  sexta  post  festum  pasce.  April  3. 

Item  4  sol.  gen  Sletzstat  und  gen  Ehenheim  post  Philippi  et  Jacobi.  ua>  /. 

*o  Item   sub  anno  .  .  .  85  do   schihte  ich  dem   gemeinen   bunde  100  guldin  und  80 

guldin    mit  horrn    Götze  von  Grostein  und  hern  Cüntz   von   Geistboltzheim ;  daz  ge- 
schach  under  herrn  Claus  Meyger. 


260  1388 

Sub  anno  ...  86. 

Do  schihte  ich  dem  gemeinen  bunde  gen  Mentze  5(00)  güldin  mit  herrn  Johans  von 
Stille  und  hern  Cüntz  Müller;  daz  beschach  under  hern  Heinrich  Lymer. 

Sub  anno  ...  87. 

Do  schihte  ich  dem  gemeinen  bunde  gen  Mentze  8(00)  güldin  mit  Hellefeger  dein     • 
schifeknehte ;  daz  beschach  under  hern  Wilhelm  Metziger. 

Sub  anno  ...  88. 

Do  schihte  ich  dem  gemeinen  bunde  gen  Mentze  300  und  76  güldin  mit  hern 
Götz  von  Grostein,  hern  Ortelin  Manszen  und  hern  Wilhelm  Metziger;  daz  beschach 
under  hern  Andres  Heilman.  iu 

Item  so  hab  ich  ouch  uszgeben  von  des  gemeinen  bundes  wegen  wol  uff  200 
lib.  und  38  lib. 

{Folgen  14  leere  Seiten.] 

Item  unser  eytgenoszen  die  von  Wiszenburg  und  von  Hagenowe  und  von  Strasz- 
burg  und  von  Ehenheim  und  von  Sletzstat,  die  sint  der  stat  von  Straszburg  schuldig   u 
22  V«  bb.  von  unsers  höbetmans  wegen,  den  wir  hettent  vür  Entzeberg. 

Item  der  gemeine  bunt  sol  mir  Kunze  Rebestog  6  güldin ;  gab  ich  Werlin  Sturm 
an  sant  ...  tag  in  dem  84  jare,  do  er  und  der  von  Grostein  von  dem  künge  koment 
umb  den  einung  brief. 

Str.  St.  A.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  langes,  schmales  Heft  in  Pergamentdeckel  mit  der  gleich-    H 
zeitigen  Aufschrift:  Der  gemeine  bunt,  und  weiter  unten  Lantfrideu. 

503.  Aufzählung  der  Geldsendungen  Straßburgs  an  die  Bundeskasse  zu  Mainz. 

1385  die  Summe  von  180  Gülden  durch  Götze  von  Grostein  und  Cüntze  Geist- 
poltzheim. 

500   Gulden   durch  Johans  von  Stille   und   Cüntze  Müller.  <• 

800  Gulden  mit  Hollefeger  dem   schifknechte. 

376  Gulden    durch  Götze   von   Grostein,   Ortelin    Manszen    und  Wilhelm 


1386 
1387 
1388 
Metziger. 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  cup.  eh.  conc.  auf  einer  Papierrolle  mit  Bundesrechnungen 
u.  dergleichen.  3u 


504.   Allerlei  Ausgaben,  Aufzeichnungen    und  Bemerkungen  über  die  Bundes- 
rechnungen 1388/89.  1388IS!>. 

Item  der    gemeine    bunt   sol    unsere    stette    272    gülden,    die    her    Johans    von 
Kagenecke    und    Johans    Lumbart    verzertent,    do   si    gen   Ulme    und    gen   Swaben 
warent  geritten  mit  den  andern  boten  vom  Rine  zu  tedingen  zwüschent   den  herren   35 
von  Peyern   und   den  swebiseben  stetten. 

Item  8  lib.   minrer   18  den.    sint    gegeben    botten,   die    do  briete    von   des    ge- 
meinen bundes  wegen  getragen  hant. 

Item   1   güldin   dem   schriber   von   Spire,   do  die  reise   do   nidenan  waz. 

Item  24    güldin    von    gefangener    wegen,    die    gefangen    sint    worden    von  des  *) 
gemeinen  krieges  wegen. 


1 388  261 

Urin   2'/2  lü>.  10  knechten,   die  do  äff    den    hertzogen   brantent,    do    gemeiner 

stelle  glefen   bienander   worent. 

Summa  der  von  Strazburg    uzgeben    uff   sant    Peters   und    sant    Paulusdag   40  •'»<"' «. 
guldin   anno  domini    1389.  und  sol   irme  schriber  werden    16   guldin,  die  den  von 
s   Spir  gebi'irl   zu   Kelten. 

Gedenckent  an  der  von  Straszburg  schribere,  daz  den  ouch  gelonet  werde   ire 
arbeil    also   andern    scliribern,  wände   sü  von  des  gemeinen   bundes  wegen  und  daz 
den   gemeinen   bunt  ane  got   me  geschriben    hant    denne    in    keiner    stat    ufT    dem 
Ryne  geschriben  ist  uszgenommen  der  Bchriber  zu  Spire. 
io  Summa   daa   der  gemeine    bunt    nzgeben    hat    1830 '/»    guldin,  do   geburt  ieder 

gleen  4  guldin. 

Item  die  von  Strazburg  sollent  den  von  Mentze  50  guldin  von  alten  rechenungen. 

Den   von   Strazburg   geburt   von  disen   rechenungen   wegen  noch   zu  geben  342 
gülden   4  grossen,   über  das  sie   uzgeben   hant. 

U  Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48|49  B.  cop.  v.  conc.  Papierrolle. 


505.  Aufzeichnung  von  Städtebnndsbeschlüssen  betreffend:  Ansetzung  eines  Tages, 
Mahnungsverfahren,  Abstimmung  und  Verteilung  der  Stimmen,  Verhalten  während 
eines  Krieges,   Verhandlungen  mit  den  schweizer  Waldställen.  [1385—1388?] 

Do  der  stetde  frunde   und  botten  sint  ubereinkomen,    als    die    botten,    die  sie 

2o  zu  unsermo  herren  dem  kunig  geschicket  hant  von  derselben  botschafTt  wegen 
den  stetden  ein  tag  bescheident,  daz  dartzü  die  stetde  ire  frunde  vorderlich  sollint 
schicken. 

Auch  ist  ire  meynunge,  wan  ein  stad  die  andern  gemant  hat,  wurde  dan  die 
manunge   widerboten,   so   sol   die   manunge   zu   der  ziit  abesin. 

25  Auch  sollint  die  botten  an  ire  rete  briingen    umbe    alle    stucke,    die    sie  an- 

langende werdent,  daz  do  die  miinresten  stymmen  den  meisten  volgen  und  daz 
die  von  Meintze  und  von  Straszburg  dry  stymmen  habent,  die  von  Wormsz, 
Spire  und  Franckenfurt  ouch  dry  stymmen,  die  von  Hagenowe  und  Wiszenburg 
eine   stymme,  die    von    Slitzstad    und   Ehenheim  ein    stumme,    die    von    Friideberg, 

so  Wetslar  und  Geiilnhusen  ouch  eine  stymme. 

Auch  ist  der  botten  meynunge,  werez,  daz  die  von  Straszburg  oder  dez 
richs  stett  umbe  sie  in  der  gegen  nüt  iieman  iht  zu  schickende  gewunnen  in  der 
ail,  daz  dan  die  nüt  eine  sieh  darumbe  arbeyten,  daz  die  sach  zu  tagen  queme 
und   fruntlieh   oder   rehtlich   hingeleit  wurde,    obe    man    möge,    e    dan    dehein   der- 

35  selben  stetde  sich  erkente  und  manunge  tede.  moht  ez  aber  also  nit  hingeleit 
werden,  daz  dan  igliche  stad  ir  erkentnisse  und  manunge  dun  möge  nach  uz- 
wissunge  dez  bondez  und  daz  die  von  Meintz,  Wormsz  Spire  und  Phederszheim 
dezselben  glichen,  obe  ez  darzü  queme,  ouch  dun  und  die  von  Franekenfurd, 
Friideberg,  Wetslar  und  Geylnhusen  dem,    als  vor  erludet  ist,   ouch  nachgeen  sol- 

40  lent,  obe  ez  darzu  queme. 


262  1388 

Auch  sint  die  stetde  zu  rade  worden,  daz  man  in  iieder  stat  fursehen  und 
besorgen  solle,  daz  zu  stunt  bestalt  werde,  ob  der  criege  uffgienge,  wez  man  in 
den  stetden  bedorffe,  welcherley  daz  sii,  daz  man  daz  da  ynne  behalte  und  key- 
nerley   harnasch   noch   andern   gezug  daruz  geen    lasze. 

Ouch  sint  die  stetde  beyder  bonde  uberkomen  werez  sache,  daz  der  kriege  s 
uffgienge,  daz  dan  kein  bond  den  andern  mane  noch  uzwisunge  dez  bondez  den 
krieg  uz.  doch  daz  der  bond  zwuschen  iin  in  crafft  blibe.  wer  ez  aber,  daz  deheine 
partie,  ez  were  der  bond  an  dem  Ryne  oder  zu  Swaben  oder  dehein  stad  under 
iin,  genodiget  wurdent  mit  uberziihen  oder  mit  beleger  und  daz  die  genodigete 
partiie  daz  die  ander  liesze  wissin,  dartzu  solte  man  dun  nach  dem,  als  wir  w 
von  beiidensiiten  billichen  ein  göt  getruwen  zusamen  haben  sollent  und  unsern 
eren  wol  ansteet.  und  dezselben  glichen  hant  die  botten  an  dem  Ryne  sieh  under 
ein  vereiiniget  in  irme  bonde  obe  deheine  stad  in  dem  criige  belegen  und  beno- 
tiget  würde. 

Auch   umbe  den   tag,    als  uff   hüte    den    donrestag    zwuschen    den   Waltstetden  15 
und  beyden  bonden   darumb  sollint   uns   die   Swaben   lassin   wissin,   wie    man   von 
demselben   tag   gescheiden   wirt. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48149  B.  fasc.  XI.  conc.  eh. 


506.  Ordnung   über   Besetzung    der    Stadtmauer,    Tliore   und  Mauertürme    zu 
Kriegszeiten.  1388  u.  1389.   20 

Wie  die  porten,  die   turne  und   die   letzen  bestalt  und    versorget  sint  anno   etc. 
88  et  89.1 

[1]  Die  cunstofeler  in  Kalbezgasze  und  die  schiflüte  süllen  behüten  den  güldin  turn, 
[daruf  1  cunstofeler   und  2  antwerker]»   Nellesheims  erker  und   süllent  uff  derselben 
muren  hüten  bitz  gegen  sant  Ketterinen  turn,  und  süllent  darzu  behüten  sante  Ket-  25 
terinen  turn  und  die  mure  von  demselben  turne  bitze  an  Utengasser  steck. 

[2]  Die  cunstofler  sant  Niclause  und  die  metziger  süllent  hüten  die  mure  ussewendig 
von  Utengasser  steck  bitz  an  Heinrich  Wahsichers  duphüselin.  und  süllent  behüten b 
die  inre  mure  von  der  metziger  turn  bitz  an  den  wüsten  turn,  so  süllent  die  küffer 
von  dem  wüsten  turne  hüten  uff  der  inren  mure  bitz  an  spittoltor.  und  sollent  80 
dieselbe  cunstofel  sant  Niclause  und  die  beden  antwereke  metziger  und  küffer  die 
beden  metzigertürne  den  üssern  und  den  inren  behüten. 

[3]  Die  cunstofeler  sant  Niclause  und  die  würte  sollent  behüten  c  die  mure  bitz 
an   Münchelins   garte,    so    sollent   die  smide  und   dieselbe   cunstofel   von  Münchelins 
turn    uff  der  mure   hüten  bitz  an  sant   Eylsebeth   turn,    und   sollent   ouch  die    selbe  35 
cunstofel  und  die  würte  und  die  smide  den  turn  an  spitteltor  behüten. 

a)  Ist  an  dieser  Stelle  übergeschrieben.         b)   hier  gestrichen:    /.wene    tnme   indewendig.         c)  ge- 
strichen :  den  turn  an   spittol  tor. 


1  Steht  als  Aufschrift  auf  der  Außenseite  der  langen  Papierrolle.  —  Vgl.  die  Baubeschlüsse  nr.  415. 


1388—1389  263 

[4]  Die  cunstofeler  in  Spettergasze  and  die  saltzmütter  sollent  uff  der  mure  hüten 

bitz  an  des  Twingers  tum.  so  sollent  die  selben  cunstofeler  und  die  winmesser  und 

winrüffer  uf  der  mure  hüten  von  des  Twingers  turn  bitz  an  Vinckewilre  törlin.  und 

sollent  die  selben  cunstofeler  und  die  zwey  antwerk   die  zwene  turne  sant  Eilsebeth 

»  den  inren  und  den  üssern  behüten. 

[5]  Die  cunstofeler  sant  Thoman  und  die  vischer  sollent  Vinckewilre  den  turn 
behüten  und  die  mure  und  die  bedeckete  brücken  und  die  andern  turne  zwüschent 
dem  knöpfeheten  (?)  turne  und  dem  knopfehten  turn. 

[(>]  Die  cunstofeler  in  Spettergasze  und  die  gerwere  sollent  behüten  Grünecke  den 

io   Bpitz.  und  sollent  behüten  den  groszen  nuwen  turn  den  Grü[nen]werden  und  die  mure 

herabe  an  die  trencke  gegen  Grünecke,  so  sollent  dieselben  cunstofeler  und  die  kür- 

senere   die  mure    behüten  von    dem   groszen   turne   bitz  an    den    turn   gegen   sante 

Margreden,    und  sollent  die  selben  cunstofeler   und  die   zwey    antwerck  den  groszen 

turn  und  den  turn  sante  Margreden  behüten. 

i6  [7]  Die  cunstofeler  sant  Thoman  und  die  wagener  sollent  behüten  die  mure  von 

dem  turne    gegen  sante  Margreden  bitz  an  den    turn  Wartecke   gegen  den   dütschen 

herren    und  sollent   öch  der  dütschen    herren  dum,  der  do  zwüschent  stat,  behüten. 

[8]  Die  cunstofeler   an  der  Oberstrasze   und  die   grempper   sollent   behüten   den 

turn  Wartecke  und  die  mure  von  dem  turne  bitz  an  den  wiszen  turn  under  Wagener. 

*o  [9]  Die  cunstofeler  an  der  Oberstrasze  und  die  schüchsüter  sollent  behüten  den 

wiszen  turn  under  Wagener  und  die  mure  von    dem  selben   turne  bitz  an    den  turn 

gegen  der  von  sant  Marx  hofe  über. 

[10]  Die  cunstofeler  am  Holwige  und  die  gartenere  sollent  behüten  den  turn  ge- 
gen der  von  sante  Marx  hoff  über  und  die  mure  von  demselben  turne  bitz  an  Kronen- 
85  bürg  und  den  turn  gegen  Jacobes  garte  von  Diemeringen. 

[11]  Die  cunstofeler  sant  Peter  und  die  tücher  sollent  behüten  Kronenburg  den 
turn  und  die  mure  von  demselben  turne  bitz  an  dem  nehesten  turne  darnoch,  der 
bedecket  stot. 

[\2]  Die  cunstofeler  sant  Peter  und  die  snider  a  sollent  von  den  selben  bedecketen 

so  tum  behüten  und  von  dem  selben  turne  bitz  an  den  gemolten  turn  an  Steinstrasze. 

so  sol  die  selbe  cunstofel  sant  Peter  und  die   brotbeckerb   von   dem  gemolten  turne 

an  Steinstrasze  die  mure  bitz  an  daz  türnelin  Rosenecke  behüten,  und  sol  denne  ouch 

dieselbe  cunstofel  und  die  zwey  antwerck  den  gemolten  turn  an  Steinstrosze  behüten. 

t[13]  Die  cunstofeler  sant  Peter  und  goltsmide  und  schilter  sollent  behüten  daz 
türnelin  Rosenecke  und  die  mure  von  dem  selben  türnelin  bitz  an  den  bedecketen 
turn,  do  lonherren  Cüntzel  uff  sitzet. 
[14]  Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  und  dar  zu  die  weber  und  die  waszzieher 
sollent  behüten  den  turn,  do  lonherren  Cüntzel  uf  sitzet,  und  die  mure  untz  an  daz 
türnelin,  daz  her  Heintze  von  Mülnheim  inne  het. 

[15]  Die  cunstofeler  am  Holwige  und  die  kornlüte  sollent  behüten  das  türnelin, 
daz  her  Heintz  von  Mülnheim  inne  het,  und  die  mure  von  dem  selben  türnelin  bitz 
an  des  Wageners  steck. 

a)  übergeschrieben  für  das  gestrichene  brotbecker.         b)   übergeschr.  für  das  gestrichene  snider. 
VI.  84 


264  1388—1389 

[16]  Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  und  die  bader  und  scherer  sollent  ufT  der 
mure  hüten    von  des  Wageners   stecke  bitz   an   die   prifeyge   by   der  Judenkirchhof. 

[17]  Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  und  die   murer  sollent  die  mure   von  der 
prifeye  behüten  bitz  an  die   brücke  an  Juden  turn  und  die  zimberlüte   sollent  hüten 
von  der  brücken   bitz  an  hern  Hetzel  Marxes  törlin.    und  sollent   ouch  die   cunstofel    « 
und  die  beden  antwerck    der  Juden  turn  und  den  erker  by  hern    Hetzel  Marx  garte 
behüten. 

[18]  Die  cunstofeler   vor  dem  Münster a   und   die   winsticherb    sollent    die  mure 
behüten  von  des  Marxes  törlin  bitz  an  sant  Andres  steck. 

[19]  Die  cunstofeler  zu  Münster0  und  die  schifzimberlüted  und  die  müller,  oley-  '» 
lüte  und   düchscherer   sollent  uff   der  mure   hüten   von    sant   Andres    steck   bitz   an 
Saltzenecke. 

[20]  Uff  güldine  turn  sollent  einre  von  der  cunstofeler  sin  und  zwene  von  dem 
antwercken  der  schiflüte  und  drunder  also  vil.  so  sollent  von  dem  güldin  turne  uff 
der  mure  die  schiflüte  haben  8  man  bitz  an  Nellesheims  ercker  und  einen  von  der  « 
cunstofeler.  so  sol  uff  Nellesheims  ercker  die  schiflüte  zwene  man  haben  und  einen 
von  den  cunstofeln.  so  sol  von  dem  ercker  uff  der  mure  untz  gegen  sant  Kette- 
rinenturn  die  schiflüte  haben  6  man. 

[21]  Darnach  uff   sant  Ketterinen   dum   so   sollent   die   cunstofeler  zu    Mülstein 
einen  man  uff  dem  turn  haben,  so  sollent  die  schiflüte  3  man  ufe  dem  selben  durne  «o 
haben,     so    sollent    von   dem    selben   turne    haben    untz    an    Utengasser   steck   die 
schiflüte  9  man  und  einen  von  der  cunstofel. 

[22]  Darnach  so  sollent  die  cunstofeler  sant  Niclause  und  die  metziger  von  Uten- 
gasser steck  geben  untz  an  Heinrich  Wahsichers  dubhus  uff  der  muren  zwelfe  von 
den  metzigern  und  einen  von  der  cunstofel.  so  sollent  die  cunstofeler  sant  Niclause  «s 
einen  man  geben  uff  den  üssern  turn,  so  süllent  die  metziger  zwene  man  und  die 
küffer  zwene  man  uff  den  selben  turn  geben,  zu  glicher  wise  so  sollent  die  cun- 
stofeler und  die  beden  antwercke  5  man  geben  uff  den  inren  turn,  zu  glicher  wise 
so  sollent  die  cunstofeler  und  bede  antwerck  under  ie  die  porte  5  man  geben,  alz 
Vorbescheiden  ist.  so  sollent  die  metziger  uff  die  inre  mure  bitz  an  den  wüsten  turn  so 
geben  16  man  und  einen  von  der  egenanten  constofel.  so  süllent  die  küffer  von  dem 
wüsten  turne  bitz  an  Spitteltor  uff  die  mure  geben  20  man  und  einen  von  der  ege- 
nanten cunstofel  [geben]  und  3  man  uff  Peter  Bersters  turn. 

[23]  Uff  Spitteltor  sollent  die  cunstofeler  sant  Niclause  geben  uff  den  turn  einen 
man  und  under  den  turn  einen,  so  süllent  die  würte  und  die  smide  ie  daz  antwerck  35 
zwene  man  uff  den  turn  geben  und  ie  daz  antwerck  3  man  dar  under.  so  sollent 
die  würte  alleine  uff  die  mure  bitz  an  Münchelins  turn  geben  20  man  und  zwen  von 
der  cunstofel.  und  uff  die  zwene  turne,  die  do  zwüschent  stont,  sollent  die  würte  uff 
ie  den  turn  geben  3  man.  so  sollent  die  smide  uff  Münchelins  turn  und  uff  der  Bar- 
pfennigen turn  uff  ie  den  turn  3  man  und  uf  ie   den  turn  von   der  cunstofel   sant  40 

a)  für  das  gestrichene  :   z&  Mülstein.         b)  gestrichen  :  müller  d&chscherer  und  oleilüte.  c)  ge- 

strichen: Mülstein.         d)  gestrichen:  vaszieher.  e)  gestrichen:  sant  Ketterin. 


1388—1389  265 

ficlause  einen  man.  und  sollent  die  smide  ufT  die  mure  von  Münehelins  turn  bitz  an 

saut  Eilsebeth  turn  24  man  geben  und  einen  man  von  der  cunstofel  sant  Niclause. 

[24]  Die  cunstofeler  in  Spettergasze  süllent  einen  man  geben  ufT  den  üssern  turn 

sant  Eilsebeth.  so  süllent  die  saltzmütter  und  die  winruffer   und   winmesser  ie   daz 

5  antwerck  under  den  beden  antwercken  zwene  man  daruff  geben,  zu  glicher  wise  so 
sollent  die  cunstofeler  einen  man  und  die  beden  antwercke  ie  daz  antwerck  zwene 
man  uff  den  inren  turn  geben,  und  sollent  die  cunstofeler  einen  man  under  den  turn 
geben,  so  süllent  die  beden  antwercke  ie  daz  antwercke  zwen  man  under  den  turn 
geben,  so  süllent  die  saltzmütter  8  man  und  2  man  von  der  cunstofel  geben  uff  die 

io  mure  bitz  an  des  Twingers  turn,  und  uff  des  Twingers  turn  so  sollent  die  cunstofeler 
in  Spetlergasze  einen  man  und  die  winruffer  und  winmesser  2a  man  geben  uff  den 
selben  turn,  also  so  sollent  sü  ouch  geben  uff  des  von  Kagenecke  turn,  und  uff  die 
innre  do  zwüschent  bitz  an  Vinckewilre  dörlin  sollent  die  winmesser  und  winruffer 
20  man  geben  und  einen  von  der  cunstofel. 

15  [26]  Die  cunstofeler   sant  Thoman   sollent  geben   uff  den   turn   zu  Vinckewilre 

einen  man  und  die  vischer  4  man  und  zwene  man  under  den  turn  und  einen  von 
der  cunstofel.  und  von  dem  turne  uff  die  mure  bitze  an  Diemerlins  dum  sollent  die 
vischer  8  man  geben,  und  die  cunstofeler  einen  man  uff  Diemerlins  turn  sollent 
geben,  und  die  vischer  2  man   geben  und  von   dem   turne  uff  die   erste   bedeckete 

20  brücke  untz  an  Rülmans  turn  sollent  die  vischer  geben  8  man  und  die  cunstofeler 
einen,  und  uf  Rülmans  dum  sollent  die  cunstofeler  einen  man  geben  und  die  vischer 
2  man.  und  sollent  denne  von  demselben  turne  uff  die  ander  bedeckete  brücke  bitz 
an  Heintze  Wahsichers  turn  die  vischer  8  man  geben  und  die  cunstofeler  einen,  und 
uff  Heintz  Wahsichers  turn  sollent  aber  die   cunstofeler   einen  man  geben   und   die 

25  vischer  zwene  man.  darnoch  von  Heintz  Wahsichers  turn  bitz  uff  die  dirte  bedeckete 
brocke  bitz  an  den   knöphehten  dum  sollent  die  vischer  8  man  geben  [gestrichen: 

(und  die  cunstofeler  einen  und  uff  den  knophchten  turn  sollent  die  cunstofeler  einen 
man  geben  und  die  vischer  2  man],  so  sollent  die  kornlüte  G  man  geben  uff  hern 
Cüntz  Müllers  ercker  und  2  man  uff  den  knöpfeheten  turn  und  einen  von  der  cun- 
stofel an  der  Oberstrasze. 
[26]  Uff  Grünecke  den  spitz  sollent  die  cunstofeler  in  Spettergasze  geben  einen 
man  und  6  man  von  den  gerwern.  so  sollent  die  cunstofeler  an  der  Oberstrasze 
einen  man  geben  uff  den  groszen  nuwen  turn  hinder  den  GrQnenwerden  und  die 
gerwere  8  man,  und  sollent  ouch  die  mure  herabe  behüten  bitz  an  die  trencke  by 
h  den  Grünenwerden.  dieselben  cunstofeler  sollent  ouch  einen  man  geben  uff  den 
turn  gegen  sante  Margreden  und  dar  uff  sollent  die  kürsener  3  man  geben,  darzö 
sollent  die  selben  cunstofeler  und  die  kürsenere  die  mure  behüten  von  dem  turne 
gegen  sante  Margreden  herwider  bitz  an  den  groszen  nuwen  turn,  darzu  sollent 
geben  die  cunstofeler  einen  man  und  die  kürsenere  16  man. 

[27]  Die  cunstofeler  sant  Thoman  und  die  wagener   wellent   die   mure   behüten 
von  dem  turne  gegen  sante  Margreden  über  bitz  an  Wartecke  den  turn,  und  sollent 

a)  gestrichen;  3  man. 


266  1388—1389 

dar  zu  die  cunstofeler  einen  man  geben  und  die  wagener  16  man.  dar  zu  sollent 
sü  behüten  den  turn,  der  do  zwüschen  stot.  dor  zu  gent  die  cunstofeler  einen  man 
und  die  wagener  2  man. 

[28]  Die  cunstofeler  an  der  Oberstrasze   sollent  einen   man   geben   uff  den   turn 
Wartecke  und  3  von  den  gremppern.  und  süllent  uff  die  mure  bitz   an   den   wiszen  5 
turn  die  cunstofeler  2  man  geben  und  die  grempper  28  man. 

[29]  Die  cunstofeler  an  der  Oberstrasze  sollent  einen  man  geben  uff  den  wiszen 
turn,  darzü  sollent  die  schüchsuter  4  man  geben,  so  sollent  die  cunstofeler  einen 
man  under  den  turn  geben  und  die  schüchsuter  5  man.  und  süllent  die   cunstofeler 

2  man   geben  uff  die  mure  von  dem  wiszen  turne  bitz  an  den  turn  gegen   der    von   io 
sant  Marx  hof  über,  darzü  sollent  die  schüchsuter  28  man  geben. 

[30]  Die  cunstofeler  am  Holwige  sollent  geben  [gestrichen:  einen  man  uff  den 
turn  gegen  der  von  sant  Marx  hof  uf  den  turn,  gegen  der  von  sant  Marx  hof  über 
in  dem  brüche],  die  do  hüten  sollent  von  dem  turn  gegen  der  von  sant  Marx  hof 
über  und  die  mure  die  snecken  und   den  andern   turn   herabe   bitz  gen  Kronenburg  i5 

3  man.  darzü  gent  die  gartener  40  man. 

[31]  Uf  Kronenburg  sollent  geben  die  cunstofeler  sant  Peter  einen  man  und 
zwen  darunder.  darzü  sollent  die  tücher  geben  4  man  uff  den  turn  und  6  man  drunder, 
und  sollent  darzü  die  cunstofeler  einen  man  uff  die  mure  geben  und  die  tücher  20 
man.  und  got  die  hüte  bitz  an  den  nehesten  bedecketen  turn.  20 

[32]  Uff  den  bedecketen  turn  darnoch  sollent  [übergeschrieben:  und  uff  die  mure 
bitz  an  den  gemolten  turn]  die  cunstofeler  sant  Peter  einen  man  geben  und  die 
snider  20  man.  und  uff  den  gemolten  turn  an  Steinstrasze  sollent  dieselben  cunstofeler 
einen  man  geben,  die  snider  2  man  und  die  brotbecker  2  man,  so  sollent  aber  die- 
selben cunstofeler  2  man  geben  under  den  turn,  die  snider  3  man  und  die  brotbecker  25 
3  man.  und  von  dem  turne  uff  die  mure  bitz  an  Rosenecke  sollent  die  brotbecker 
geben  15  man  und  einen  von  der  cunstofel  uff  die  mure. 

[33]  Die  cunstofeler  sant  Peter  sollent  geben  einen  man  uff  daz  turnelin  Rosen- 
ecke, darzü  sollent  geben  goltsmide  und   schilter  2  man.    so    sollent   die  cunstofeler 
einen   man   geben   uff  die   mure   von   dem   turnelin  bitz  an  den  turn,  do   lonherren  so 
Güntzel  uff  sitzet,  darzü  gent  die  goldsmide  und  schilter  19  man. 

[34]  Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  sollent  einen  man  geben  uff  die  mure  von 
dem  turne,  do  lonherren    Cüntzelin  uff  sitzet,  untz   uff  den   nehesten  snecken.  darzü 
sollent  die  weber  10  man  geben,  so   sollent  aber   die   selben   cuntofeler    einen   man 
geben  uff  die  mure  von  dem  snecken  bitz  an  daz  turnelin,  das  her  Heintze  von  Müln-  35 
heim  inne  het.  darzü  sollent  die  vaszieher  6  man  geben. 

[35]  Die  cunstofeler  am  Holwige  sollent  geben  einen  man  uff  die  mure  von  dem 
turnelin,  daz  her  Heintze  von  Mülnheim  inne  het,  bitz  an  des  Waldeners  steck,  dar- 
zü sollent  öch  die  kornlüte  12  man  geben,  und  sollent  daz  selbe  turnelin  öch  behüten. 

[36]  Die  cunstofeler  vor    dem   Münster  und  bader   und   scherer   sollent   uff  der  «0 
mure  hüten  von  des  Waldeners  steck  bitz  an  die  prifeyge  by  der  Juden  kirchhof  und 
dieselben    prifeyge.   dar    zu    sollent  geben   die    cunstofeler    1   man    und  die    bader 
und  scherer  10  man. 


1389  267 

[37]  Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  sollent  die  mure  behüten  von  der  prifeyge 
bitz  an  Juden  turn,  dar  zu  sollent  dieselben  ;[cunstofeler  einen  man  geben  und  die 
murer  10  man.  so  sollent  dieselben^cunstofeler  und  die  zimberlüte  die  mure  behüten 
von  der  brücken  bitz  an  hern  Hetzel  Marckes  dörlin.  do  zu  sollent  die  cunstofeler  1 
5  man  geben  und  die  zimberlüte  10  man.^so  sollent  uff  der  Juden  turn  die  cunstofeler 
vor  dem  Münster  einen  man  geben  und  einen  under  den  turn,  dar  zu  sollent  die 
zimberlüte  einen  undjiie  murer  einen  uff  den  turn  geben  und  die  zwey  antwerck  ie 
daz  antwerck  2  man  under  den  turn,  so  sol  die  selbe  .  .  . 

So  sollent  dieselben  constofeler  einen  man  geben  uff  hern  Hetzel  Marckes  ercker 
1«  und  die  zwey  antwerck  ie  daz  antwerck  einen  man  dar  uff  .  .  . 

[38]  Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  und  die  winsticher  sollent  die  mure  be- 
hüten von  des  Marxes  törlin  bitz  an  sant  Andres  steck,  do  zu  sollent  die  cunstofeler 
einen  man  geben  und  die  winsticher  12  man. 

[39]  Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  und  müller  süllent  hüten  uff  der  mure  bitz 
15  gegen  sant  Ciaren  über,  do  der  schilt  stot,   do  zu  sollent  die  cunstofeler  einen  man 
geben  und  müller,  oleylüte  und  düchscherer  10  man. 

[40]  Die  cunstofeler  vor  dem   Münster  und  die  schifzimberlüte    sollent   von  der 
letze  hüten  bitz  an  Stoltzenecke.  do  süllent  die  cunstofeler  einen  man  geben  und  die 
schifzimberlüte  6  man. 
2„  [41]  Die  cunstofeler  zu  Mülstein   und  die  kremere  süllent  behüten    Stoltzenecke. 

do  zu  süllent  geben  die  cunstofeler  einen  und  die  kremere  6  man. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20  fasc.   6.  lange  zusammengelieftete  (jetzt  zerlegte)  Papierrolle, 
auf  deren  Rückseite  nur  die  obige  Ueberschrift  und  die  Art.  37—40  stehen. 

507.  Strassburger    Boten    an   ihre    Stadt:   berichten   von    Speier  aus,   dass   die 

25  Städte  des  rheinischen  Bundes  einen  «ufslag  der  manunge  wegen»  suchen  und  mit 

Kurf.  Buprechts  Botschaft   helfen  wollen,  dass    die    Sachen  in    Gütlichkeit  beigelegt 

werden.         datum  feria   5   post  Epiphanie.  [1389  Janttar  7.] 

Nach  einer  i.  d.  D.  B.  A.  II  S.  101  gedruckten  Notiz  Wenckers. 


50!!.    Markgraf   Bernhard    von    Baden    an  Strassburg:     sendet   und    beglaubigt 
so  Heinrich  von  Fleckenstein    herren  zu  Dagstül    etwaz    von   unsern    wegen    mit  üch 
zu   reden.         datum   Mülnberg   dominica   post  Epiphanie  domini    anno   1389. 

Mülenburg  1389  Januar  10. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1467. 


35  509.    Verzeichnis  der  Bürger,  welche  auf  den  Ruf  der  Feuerglocke  die  7  Stadt- 

thore  zu  besetzen  haben.  1389  Januar  26. 

[1]    Diso  hie  nochgeschriben  personen  sollent  an   die  porte   an   Steinstrosze 
gon,  wenne  man  die  fürglocke  lütet.  und  sollent  mit  namen  dar  an  höbtlüte  sin :  her 


268  1389 

Burekart  von  Mülnheim,  Hans  Berlin  und  Werlin  Schöpfelin.  dar  zu  sollent  die  eun- 
stofeler  sant  Peter  an  die  selbe  porte  schicken :  hern  Burckartz  sun  von  Mülnheim 
den  jungeste,  Schmasman  Maler  und  Peter  von  Dürningen.  so  sollent  die  selben 
cunstofeler  sant  Peter  uff  denselben  turn  geben :  Beinbolt  Swarber  und  Blümenöwe. 
do  zu  an  die  selbe  porte  sollent  die  brotbecker,  die  snider  und  goltsmide  und  schil-  & 
tere  ie  daz  antwerck  10  wol  gewaffente  man  geben  und  von  den  drin  antwereken 
sol  ie  daz  antwerck  von  sinen  10  man  einen  uff  den  turn  geben  und  sollent  von 
den  antwereken  daz  dirteteil  schützen  sin. 

[2]  Dise  hie  noch  geschriben  personen  sollent  an  die  porte  zu  Kronenburg  gon 
wenne  man  die  fürglocke  lütet  und  sollent  mit  namen  dar  an  höbtlüte  sin :  her  Jo-  i0 
hans  von  Bülach,  her  Hug  Dütseheman  und  Bülman  Voltze.  dar  zu  sollent  die  cun- 
stofeler sant  Peter  an  die  selbe  porte  schicken  :  hern  Bülman  Swarber,  Peter  Swarber 
den  langen  und  Beinbolt  Suszen.  und  sollent  die  selben  cunstofeler  uff  den  turn 
schicken :  Hügelin  von  Künheim  und  Peter  Böllelin.  do  zä  an  die  selbe  porte  sollent 
schicken  die  tücher  15  man,  die  winrüffer  und  winmesser  10  man  und  die  vaszzieher  '& 
5  man  alle  wol  erzüget  und  bereit,  do  sollent  die  selben  drü  antwerck  von  den  ege- 
nanten  iren  mannen  iegeliches  einen  man  uff  den  turn  Kronenburg  schicken  und 
sollent  von  den  antwereken  daz  dirteteil  schützen  sin. 

[3]  Dise  hie  nochgeschriben  personen  sollent  an  die  porte  an  den  Wiszenturn 
under  Wagener  gen,  wenne  man   die   fürglocke  lütet  und   süllent  mit   namen   daran   20 
höbtlüte  sin :    her  Heitze  Otte  Friderich,  Berchtolt   von   Boszheim   und  Ulrich   Gosze. 
die  cunstofeler  an  der  Oberstrosze  a  schicken  hern  Johans  von  Kagenecke  und  Bein- 
bolt Völtsche  und  uff  den  turn  Claus  Gnipping die  cunstofeler  sant  Thoman: 

Pauwelin  Mosung  und  Walther  von  Mülnheim  des  burggrafen  sun  und    uff  den  turn 
Hügelin  Bippelin.  ...  die  drü   antwerck :  kürsenere,  gerwere    und   kistenere   ie   daz  « 
antwerck  10  man  wol  gewaffente  [welter  wie  oben.] 

L4]  An   Spittoltor: höbtlüte:   Wetzel  Beinholt  Spender,1»  her   Claus 

von  Heilgenstein  und  Lienhart  Smit  der  saltzmitter.  ...  die  cunstofeler  sant  Niclause 
Hesse   Pfaffenlap,   Claus   sun   zur  Megede,    Klobelöchelin  und  Götze  von  Heilgenstein 
und  uff  den  turn  Wolkesheim  und  Hügelin  von  Heilgenstein.  .  .  .  die  zwey  antwerck:   »« 
würte  und  smide  ie  daz  antwerck  15  man  [weiter  wie  oben]. 

[5]AnMetzigertor:    ...  höbtlüte:  her  Beinbolt  Hüffelin  der  eilter,  Cüntze 
Lentzelin  und  Wilhelm  Botschilt.  ...  die  cunstofeler   in  Spettergasze :  Zörnelin   von 

Bülach,  Berwig  Botenburg,  Henselin  Bertschin  und  Thoman  zur  Megede die 

cunstofeler  am  Holwige :  Bülin  Lentzelin  den  eiltern  und  Werlin  Leiterberg.  ...  die  ss 
zwey  antwerck :  die  metziger  und  die  küffer  ie  daz  antwerck  15  man  etc. 

[6]  An   sant  Ste  ff  ans   tor:    ...  höbtlüte:    her  Johans   von  Kagenecke   am 

Holwige;  her  Johans  Ulrich,  Peter  Bock  und   Hans  Lumbart die   cunstofeler 

zu  Mülstein :    Gosz  Sturm  von   Bütenheim,    Swenninger   den    eiltern  Wolfhelm   Bock 
und  Bosenberg  von  Mülnheim  und  uff  den   turn   Claus  Bühsener,  Heitzeman  Vegers-  *o 
heim  und  Erwin  (?)  ....  die  kremere  10  man  und  die  schüchsütere  20  man  etc. 

a)  heutige  Langstraße.         b)  übergeschrieben  über   den   ausgestrichenen  Namen :    her    Thoman    vou 
Endingen. 


1389  269 

7]  An  Ruwerinporte:    .  .  .  .  höbtlute  :    her   Hansen    Götze   von   Grostein, 

Claus  Mansze  und  Hanseman  Peyer die  cunstofeler  vor  dem  Munster :    Rein- 

bolt  Scliiltikeim",  Symunt  Wetzel,  Hans  von  Mülnheim  von  Ramstein,  Eberlin  Cristion, 
Werlin  Störckelin,  Obrecht  Howenstein  und  Hans  Heinrich  von  Girbaden  ....  die 
i  drü  antwerck  :  winsticher,  murer  und  zimberlüte  ie  daz  antwerck  10  man  wol  erzügeter 
und  bereiteter  lüte.  so  sollent  bader  und  scherer  daz  antwerck  und  die  weber  die 
zwei  antwerck  ie  daz  antwerck   5  man  schicken  an  die  porte  an  Judentum  etc. 

Actum  feria  tertia  ante  diem  purificationis  beate  virginis  Marie  anno  etc.  89  ipsa 
die,  do  wart  Brümot  die  stat  von  grofe  Emiche  von  Liningen  irme  herren  verreten-  J«n  u. 
10  lieh  verroten  und  hin  geben. l 

[Auf  dem  Rande]  man  sol  Spittoltor  vermuren  und  Spittolbrucke  abe  werfen,  die 
brücke  an  den  Hunden  sol  man  ab  werffen.  den  steck  zu  Vinckewilre  sol  man  ab 
werffen. 

[In  verso]    Wer  an  die  porten  sol  gen  in  der  herren  kriege  anno  1389. 

1!l  Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  55/56  n.  3.  eonc.  eh.  (lange  zusammengenähte  Papierrolle.) 

510.  Johans  der  wisze  Zorn  der  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  die  rhei- 
nischen Bundesstädte:  Mainz,  Worms,  Speier,  Frankfurt  u.  s.  w.  teilen  mit,  daz 
Emich  grafe  zu  Leyningen  und  die  sinen  Johans  Bocke  und  Peter  Museler  unsern 
burgern  ire  bürg  und  vesten,  die  sie  in   der   stat   zu    Brumat*   ligende   hettent   und 

ao  ouch  ire  teile ,  die  sie  hettent  an  der  stat  zu  Brümat  angewunnen  ....  und  die 
iren  gefangen  hant .  .  und  das  alles  obwohl  er  früher  persönlich  sowohl  zu  Strassburg, 
wie  auf  dem  Städtetage  zu  Speier  versichert  habe,  dass  er  nie  etwas  gegen  die 
Bundesstädte  unternehmen  und  sich  in  dem  Kriege  zwischen  Herren  und  Städten 
neutral  halten  wolle.  Desshalb  mahnen  sie  jetzt  alle  Städte  zu  Widersage  und  Angriff 

*»  auf  Emicho  von  Leiningen.  datum  feria  quarta  post  diem  sete  Agnete  virginis 
anno  1389.  1339  Januar  27. 

Frankfurt.  Stadt  A.  Copialb.  VII».  nr.  392.  cop.  coaev. 

511.  Beschicerde  Johans  ton  Lichtenberg  gegen  die  Stadt  Straßburg.      fj389], 

Dis  ist  die  vorderunge,  die  ich  Johans  von  Lichtenberg  an  die  stat  von  Strosz- 
80  bürg  habe. 

Zum  ersten,  das  sü  mir  min  lüte  abe  empfohent  und  hant  empfangen  zu  burgern 

dise  mit  namen:    Diether  und  Smicker  von  Nuwewilre,   Hans   Gerhart  von  Ingewilr, 

Cftnczen  den  vogt  von  Rufaeh,   Ychenheim,   Fritsche,  Köshirner  den  schultheiss  von 

Nuwilre  und  sine  kint  und  vil  andere,  so  sint  doch  dise  vorgeschriben  über  60,000  güldin 

35  richc  gewesen  ane  andere. 

a)  Sbergeschr.  für  den  ausgtslr.  Claus  Lappe. 


1   Vgl.  nr.  510  den  Brief  Straßburgs  an  die  rhein.  Städte. 
4  Vgl.  Hegel,  Königsh.  II  847.  —  Janssen,  B.-K.  I,  3. 


270  1 389 

Item  so  vorder  ich  den  schaden,  der  mir  in  dem  kriege  geschehen  ist  zwuschent 
herren  und  stetten,  das  sü  geschaffet  hant,  das  es  mir  geschehen  ist  über  das  sü 
mir  versprochen  hant,  das  es  mit  sin  solte  mit  rehten  fürworten,  das  schat  mir 
minen  mannen  dienern  und  lüten  über  40,000  güldin. 

Item  so  hant  sü  mir  Brümat  bürg  und  stat  minen  teil  gebrochen,  das  schat  mir  5 
10,000  güldin  und  me. 

Item  so  sint  sü  mir  schuldig  500  güldin  und  117  pfunt  pfennige. 

Item  so  hant  sie  mir  einen  gefangen  genummen  Heinrich  Kammerer,  zu  dem 
ich  reht  hette,  der  gab  in  700  güldin.  und  müste  ich  50  güldin  zu  atze  bezalen,  den 
sine  knehte  verzertent.  und  wart  mir  nützit  von  dem  gefangen.  io 

Item  so  müste  ich  dem  von  Fleckenstein  keren  120  iL  und  schatte  mir  me 
denne  40  it.  dar  zu  über  das,  das  ich  es  ime  nüt  schuldig  was  zu  kerende  mit 
keime  rehten. 

Item  so  müste  ich  vür  Klein  Hug  von  Brümot  geben   252   güldin,   des   ich    mit 
dem  rehten  nützit  schuldig  was.    und  wart   darumbe  geschetzet,    das   ich   es   müste   is 
geben,  das  ouch  küntlich  ist  für  denselben  Klein  Hug. 

Item  so  ist  man  mir  in  der  stat  schuldig  200  marg  silbers,  des  ich  gute  briefe 
habe,  die  sie  mir  ouch  nit  wellent  loszen  werden. 

Item  so  het  min  herre  von  Stroszburg  vür  mich  gebotten,  das  sü  mir  min  schulde 
gebent,    die  man  mir  in  der  stat  schuldig  ist,    so  wolte  ich  in   alle  ire   schulde,   die  20 
ich  in  die  stat  schuldig  bin  bezalen  und  alle  verkofte  gesatten  gülten.    do  wolte  ich 
sie  bewiset  han,  das  min  herre   und    sin    rot   gesehen   hettent,   das  sü   alle   jore  ire 
gülten  genummen  hettent  uff  dem  mime,    des  sint   sü  mir  uszgangen  und  hant  mich 
darüber  angriffen  und  mich  geschediget  vaste  und  lüte,  die  [ich]  under  mir  sitzende 
habe  in  minen  gerihten,  die  anderre  herren  sint,  die  hant  sie  dün  sweren  usser  mir  25 
zu  ziehende  oder  aber  sü  wellent  in  nemen,  das  sü  hant  und  mine  lüte,  die  in  ander 
herren  gerihte  sitzent,  die  hant  sie  anegriffen  vür  anderre  herren,  do  sü  sitzent  und 
wellent  in  nützit   wider  geben   und  bütent   und  verköffent    das  und  hant  mich   ge- 
trenget  und  trengent  mich  von  minen  gerihten,  rehten   und  lüten   wider   die   fryheit 
und  reht,  die  ich  von  keysern  und  kunigen  habe  in  manigerleye  weg,  des  ich  wandel  M 
beger,  obe  es  mir  geschehen  mag.  [1389.] 1 

Str.  St.  A.  AA.  112.  cop.  eh.  coaev. 


512.  Straßburg  an  die  rheinischen  Bundesstaate :  berichtet  ausführlich  über  die 
Entstehung  der  Feindschaft  mit  Emicho  von  Leiningen.*  1389  Februar  5. 

Johans  der  wisze  Zorn,  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  embieten  etc.  etc.  35 

zu  den  ziten,  als    der   krieg  zu   leste   zwischent   fursten,   herren  und  steten 

wider  angefangen  waz,    kam   der  edel  juncher  Emich  grafe   zu   Lyningen   gein  Spire 


1  Dies  Stück  ist  hier  im  Anschluß  an  den  Brumater  Vorfall  eingereiht,  obwohl  wahrscheinlich  dem 
Ausgang  des  Jahres  1389  oder  Anfang  90  angehörend. 

«  Vgl.  Hegel,  Königsh.  II,  847.        .  «o 


1389  27-1 

zu  gemeiner  stette  unsers  bundes  an  dem  Rine  erbern  botten,  die  ouch  allesament 
zügegin  warent,  und  sprach,  er  wolte  sie  nute  schadigen  dis  kriegis  und  bat  gemeiner 
stette  botten  und  die  unsern,  daz  sie  sin,  siner  dorffer  und  siner  lute,  die  er  mit 
dem  hertzoge  gemeine  hette,  schonen  wollent,  wenne  er  darumbe  grosz  gut  übersehe, 

5  daz  yme  von  den  herren  würde,  obe  er  ir  helffer  werden  wolte.  darumbe  wart  yme 
geantwortet,  alse  daz  dieselben  erbern  botten  wol  wiszent.  darnach  kam  er  zu  uns 
gen  Strazburg  im  unsere  heymeliche  rete  und  rette  die  vorgenante  rete  zu  uns 
selber  und  bat  uns  glicherwise  ouch  also  und  sprach:  «ich  bin  und  wil  sin  uwer 
guter  nachgebüre,  wände  ir.yn  vatter  selgen  allewegent  mit  den  stetten  gewesen  ist» 

10  der  rede  yme  ouch  eyn  fruntliche  antworte   wart,   daz    in  wol   begnügete.    darnach 

reit  er  geyn  Brümat  und  Kit  do  zu  sinem  essende  ufT  den  heilegen  wihenachtdag  die  Deebr.  »«. 
besten  und  erbersten  edel  und  einteil  unedel,  der  ein  teil  sine  man  und  unsere  stette 
bürgere  sint,  uff  sine  festen    Brümat    und  mit   mannen,  darzi'i  Johans    Bocke  unsern 
burger,  der  ouch  einen  teil  hette  an  der  andern  festen,  die  zu  Brümat   ynne  stünt, 

'5  und  an  dem  halben  teile  der  stette  zu  Brümat  und  det  es  in  wol  mit  siner  koste, 
und  noch  dem  essende  sprach  er  zu  yn:  «sehent,  habent  keine  not,  ich  wil  by  uch 
sicn,  wenne  es  not  düt,  kummet  ueh  utzit  an,  so  bewarent  uch  selber  wol  in  diesem 
slosse  und  flohest  und  kumment  selber  uff  dise  myne  vesten  und  behütent  uwer 
selbig  gut.    doch  zuge  der  hertzoge  mit  einem  volke  her,  also  balde  ich  daz  befinde, 

m  so  wil  ich  selber  zu  uch  kommen  mit  20  spieszen  odir  me  und  wil  uch  helffen  dis 
slosz  behüten,  daz  ir  keine  not  dürffenl  haben».1  daruff  da  lehente  er  umbe  Bocken, 
Hans  und  Peter  Museler  unsere  bürgere,  der  die  ander  vesten  an  der  stat  waz,  und 
der  ouch  die  halbe  stat  waz,  ein  teil  ire  büssen  abe  irre  vesten,  uff  daz  sie  yme 
wol  getruwetent,    die  sie  ime  ouch  luhent.    darnoch   an  dem    andern  tage  da  luden t 

■  die  erbern  lute,  die  grofe  Emich  vor  geladen  hette,  denselben  grafe  Emichen  dagegen 
wider  uf  ire  dringstübe  und  as  und  trang  er  da  bi  in.  und  nach  dem  essende  da 
rette  grafe  Emich  zi'i  den  erbein  lüten  dieselben  wort,  die  er  vormals  uf  syme  huse 
zu  in  gered  hette,  daz  sie  ime  soltent  wol  getruwen  und  keinen  zwifel  daran  haben, 
er  wolte  lip  und  gut  in  laszen.    uf  daz  reit  er  von  den   erbern  lüten,   die  ime  libes 

80  und  gutes  wol  getruwetent,  und  ist  nü  uf  den    nehsten   dinstdag  noch   sand  Paulus  Jan.tt. 
dage  alse  er  bekert  wart  verretenliche  und  [mit]   bösem   uffsatze  hindenan   zu  siner 
vesten  zu  Brümat  in  geritten  und  brohte  mitt  yme  wol  uf  1000  glefen,  die  er  durch 
sin  teil  inlies,  und  het  sinen  teil  der  stette  und  der   vorgenanten   bürgere  bürg  und 
ir  teil  der  stette  verretenliche  ingenommen  und  die  edel  lute  und  erber  lute,  ein  teil 

"  sinre  manne,  sine  dienere  und  unsere  bürgere  und  sine  und  unsere  bürgere  eigenlude 
verretenliche  verroten,  sie  gefangen,  ir  gut  genommen  und  in  ire  wibe  und  kinde  ge- 
notzoget.  und  alse  daz  uf  mitten  dag  geschach  darnoch  zu  obende,  alrerst  da  wider- 
seit  er  und  etliche  die  sinen  uns  mit  iren  briefen.  und  an  dem  andern  tage  darnach 
da  reit  der  harst  bi  unser  stat  uff  eine  mile  weges  odir  etwaz  noher   und   brantent 

«  da  wol  den  halben  teil  an  vier  dorffern  oder  funITen,  die  also  wol  dem  riche  und 
dem  bistüme  von  Strazburg  zügehorent  alse  uns1,  da  ritent   der  unsirn  etzwie  ma- 


1  Dörfer  des  Kochersbergers  tComitat»  cf.  Fritt,  Territorium  des  Bistunis  Straßburg  S.  14  ff. 
VI.  8ö 


272  1389 

niger  ufle  daz  velt  ane  urlop  der,  die  über  den  krieg  gesetzet  sint,  und  viengent  der 
vigende  drie  reiseger  knehte  und  erstochent  einen  und  noment  in  ire  habe,  und 
koment  ouch  die  vigende  dar  affter  nit  me  dar,  wände  wir  uns  dagegen  krefftekliclic 
Febr.  1.  stelletent.  darnach  uff  unser  frowen  obent  der  lichtmes  da  verbrante  die  stat 
Brümat,  daz  die,  die  dar  inne  warent,  darvon  mflstent  entwichen,  alse  balde  wir  daz  ■' 
befundent,  da  santent  wir  die  unsern  dahin  und  datent  die  stat  volles  gerwe  ver- 
hornen, so  hant  wir  darnach  an  dem  dritten  tage  unsere  dienere  und  darzü  einen 
groszen  harst  von  zimberluten  und  mürern  gein  Brömat  geschicket,  die  die  muren 
der  vesten  und  der  stette  zu  Brümat  nider  gefellet,  zerslöffet  und  zerbrochen  habent. 
und  darumb  so  manent  wir  uch  mit  diesem  briefe,  daz  ir  denselben  grefe  Emich  alle  10 
sine  lute  und  die  sinen  vurderliche  angriffent  und  schadegent,  so  ir  beste  mugent 
und  ouch  do  mit  tönt,  alse  wir  uch  gemanet  hant  und  alse  daz  uwer  und  unserre 
verbuntnüsze  wiset.  und  dez  zu  einem  Urkunde,  so  ist  unserre  stette  ingesigel  zu 
rucken  uff  diesen  brieff  getrucket.         datum  die  beate  virginis  Agathe  anno  1389. 

Frankf.  St.  Ä.  Copialb.  VII  a.  fol.  119/20  nr.  393.  15 

Gedr.  Janssen,  B.-K  I,  30  nr.  76. 

513.  Straßburger  Gesandteninstruction  betreffend :  Sperrung  der 
Wege  von  Dagsburg,  die  Gefangenen,  Bündnis  mit  dem  Erzbischof  von  Mainz, 
Mahnung  der  Grafen  von  Nassau,  Einfall  im  Albrechtsthal,  die  Juden,  Verbren- 
nung der  Dagsbnrger  Dörfer,  Stauffenberg,  Kloster  Dorolzheim.  [1389  MürzjApHl.]  20 

Wir  sollent  mit  Schönmanszen  reden  und  ime  befehlen,  daz  er  sich  anneme, 
wie  die  wege,  also  man  von  Dagsburg '  vert,  verfeilet  werden  mugent,  und  daz  man 
ein  botten  zu  jungher  Volmar  von  Geroltzecke  sende,  daz  er  ein  diener  her  in  sende, 
der  die  kuntschaft  aller  bast  weisz  und  ouch  den  Dütscheman  besende  und  daz  die 
zu  sammen  sitzent  und  gedenckent,  wie  es  geschehe.  25 

Man  sol  den  fünfzehen  vürlegen  von  des  von  Bülach  huses  und  der  von  Stouffen- 
berg  wegen,  mag  man  vinden,  daz  den  unsern,  die  do  gefangen  sint,  ein  zil  werde 
und  daz  wir  den,  die  wir  gefangen  hant,  ouch  ein  zil  gebent,  daz  süllent  wir  uffnemen, 
doch  ein  kurcz  zil  mag  ouch  den,  die  zu  Brümat  gefangen  wurdent,  ouch  zil  werden, 
daz  sol  unser  gut  wille  sin.  und  sol  man  ouch  under  unsern  gefangen  einem  oder  30 
zwenen  zil  geben,  die  daz  werbent,  doch  sol  uns  der  gefangen  von  Brümat  sache 
nit  angon. 

Item  von  des  byschofes  wegen  von  Mentze :  ist  es  do,  daz  die  stette  unsere  bunt- 
genoszen  die  früntschaft  mit  dem  byschofe  von  Mentze  uff  nement  in  der  mosze, 
alz  uns  unser  erber  botten  die  selbe  sache  geseit  hant,  so  süllent  wir  es  mit  in  uff- 
nemen und  es  loszen  dar  gon,  alz  es  darumbe  geret  ist.  und  süllent  wir  ouch  danne 
unser  anzal  darzu  gen  und  tun,  alz  uns  darumbe  an  geburt. 

Unser  erber  botten  süllent  ouch  mit  den  von  Mentze  reden  von  der  manunge 
wegen,  also  grofe  Johans  von  Nassowe  uns  stette  gemanet  het  zu  hinderste,  daz  wir 


1  Denn  Emicho  von  Leiningen  war  Besitzer  von  Dagsburg.    Vgl.  Fritz,  Territorium  S.  37  ff.  —    w 
Strobd  11,  422.  -   Hegel.  Königsh.  IL  449  ff. 


1389  273 

unser  glefen  nit  sicher  gen  Sygen  bringen  mögen  und  daz  wir  zu  disen  ziten  mit 
gröszern  unmiiszen  beladen  sint,  danne  sine  sint,  doch  so  wellent  wir  ime  alle 
wegent  dün,  waz  wir  ime  von  rehtes  wegen  dun  sollent. 

[Gedenkent  von  solicher  warnunge  wegen,  alz  die  von  Hagenowe,  die  von  Gerlin- 
5  gesdorfz  wegen  von   der   von   Sletzstat  Warnungen    wegen   und   obe   die   vigende  in 
Obrehlztal  koment,    obe  wir  darzü   ziehen    woltent   und   oucli    von   der  von   Obern- 
Ehenheim  wegen  von  Gerhard  Püntels  wegen.] l 

Gedenkent  wie  man  vürbasz  mit  den  Juden  tun  wir  .  .  . 

[Man  sol  dem  Dütscheman  verkünden  von  siner  zweier]1. 
'o  Man  sol  vürderliche,  so  men  erste  mag,  die  dörffer,  die  under  Dagesburg  ligent, 

verburnen  mit  namen :  Ubersorne,  Himbreht  und  Walstette  und  die  geburen  do 
inne  vohen. 

Von  Stoffenberg  wegen,  alz  der  jungher  Klobelouch  geseit  hette,  sol  man  beiten, 

bitz  daz  mau  gesiht,   wie  es  umb  das  volk  gange,  also  man  meint,    daz  man  in  dis 

it  laut  ziehen  welle,  doch  sol  man  ime  heimlihe  befehlen  dem  gezüg  darzü  zu  machende. 

Gedenkent  von  des  closters  wegen  Doroltzheim,  alz  der  cometur  gevardert  hette, 
daz  man  ime  erloube  zu  werbende,  daz  daz  closter  stille  sitze  disen  krieg. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  23.  conc.  eh. 


514-  Herzog  Johann  von  Lothringen  beurkundet,  dass   er   den  ihm   durch   Hein- 

20  rieh  von  Zweibrücken  verpfändeten  Teil   der  Burg   Herrenstein   gegen  Zahlung  von 

200  Gulden  jederzeit  wieder  herausgeben  wolle.        des  nehesten  mentages  nach  unser 

fröwen  lichtmessetage  anno  1389.  1389  Februar  8. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30  b.  cop.  eh.  coaev.  Herrensteinbüchel. 


515.  Die  schwäbischen  Städte  (unter  dem  Siegel  von  Rottenburg)  an  Strassburg : 
85  fürsichtigen  etc.  als  wir  ietzo  ze  Mergenthain   aber   uf  ainem  tag  gewesen  sien,   da 

kunnen  iueh  iuwer  guten  frunde  und  erbern  botten,  die  bi  uns  uf  dem  selben  tag 
gewesen  sind,  wol  gesagen,  wie  unsers  herren  des  römischen  kunigs  rate  ainen 
ändert)  tag  zwischen  den  forsten  herren  und  iueh  und  uns  beredet  und  gemachet 
hant  gen  Babenberg  uf  den  sunnentag  ze  miterfasten  als  man  singet  Letare,  dar  zu  Man  t». 
so  unser  herre  der  romische  kunig  selb  kotnen  sol.  .  .  .  Sie  bitten  Boten,  besonders  die  jetzt 
auf  dem  Tage  waren,  mit  ganzer  Vollmacht  zu  senden.  geben  an  sunnentag  vor 
kalhedra  Petri  anno  etc.  1389.  1389  Februar  21. 

G.  ü.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl. 

516.  Nürnberg  an  die  rheinischen  Städte:    sie  sollen  zum  28.  März  den  Tag  zu 
Bamberg  beschicken,   der  nach  einer   auf  der  Heimreise  von  Mergentheim   zwischen 

1  In  der  Vorlage  durchgestrichen. 


274  1389 

Städteboten   und   Fürsten    getroffenen  Abrede  im  Notfalle  auch   ohne   den   König  ab- 
gehalten werden  soll.         datum  feria  4  in  die  scti  Mathie  apostoli. 

1389  Februar  24. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  C.  cop.  eh.  mit  Versendungsschnitten. 
Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  58. 


517.  Herzog  Stephan  von  Baiern  und  seine  Verbündeten  erteilen  den  Städten  einen 
Geleitsbrief  für  den  Tag  zu  Bamberg  am  28  März.  datum  Mergentheim  sabbato 
post  Petri  cathedram.  Meraentlieim  1389  Februar  27. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  4.  or.  eh. 

Gedruckt  D.  B.  A.  II,  nr.  59.  io 

518.  Johannes  Weisszorn  der  Meister  und  der  Bat  der  Stadt  Strassburg  als 
Inhaber  der  Unterstadt  Bappoltsweiler '  versprechen,  dass  mit  der  Oberstadt  Rappolts- 
weiler  Friede  gehalten  werden  soll.  geben  den  ersten  samestdage  vor  dem  sunen- 
tage  .  .  .  Invocavit  1389.  1389  Mars  6. 

Orig.  nicht  mehr  vorhanden.    Gedr.  Schöpflin,  Als.  dipl.  II,  285  und  danach  Bapp.  Urkb.    i& 
II,  nr.  308. 

519.  Markgraf  Bernhard  zu  Baden  an  Strassburg:  bittet  seinen  armen  Mann 
Döldlin  Suszman  Bürger  zu  Beinheim  frei  zu  lassen,  der  gefangen  sei,  weil  er  einer 
Frau  «luterlich  um  gotz  willen»  einen  Sack  mit   Zimmt   in    das  Ried   geführt   habe. 

datum  Eberstein  feria  tertia   post  Invocavit  anno  89.      Eberstein  1389  März  9.  20 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1468. 


520.  König  Wenzel  an  die  schwäbischen,  rheinischen,  wetterauischen,  frän- 
kischen und  bairischen  Bundesstaate :  beruft  ihre  Bevollmächtigten  auf  den  28   März 
zu  sich  auf  einen  Tag  nach  Eger.         geben  zu  Prag  des  mitwuchen  vor  sant  Gregorii  m 
tag  regn.  boh.  26  rom.   13.  Frag  1389  März  10. 

Aus  Nürnb.  A.  Konserv.  cod.  278  fol    79  b.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  63. 


521.  Mainz  an  Graf  Johann  zu  Sponheim.-   bittet   das  versprochene   Geleit  der 
rheinischen  Städteboten  nach  Bamberg  am  23  März  abends  in  Mainz  zu  übernehmen  30 
und  Straßburg  und  andern  oberrheinischen  Städten  dies  anzuzeigen.  [1389]  März  11. 

Unsern  dienst  bevor  und  waz  wir  gutes  vermügent.  lieber  herre.  alse  ir  Heinrich 
zürn  Jungen  und  Jacop  Medetrost  unsern  rätgesellen  geschriben    hant   der   rinischen 


Vgl.  Hegel,  Königsh.  II,  683. 


*v 


1389  275 

stette  fründe  zu  geleiten  gen  Babemberg  uf  den  dag  zu  mitterfasten  von  unsere  herren  «"»»•*  **• 
des  römeschen  küniges  wegen  und  daz  man  üch  läsze  wiszen,  uf  welichen  dag  ir 
darumbe  bi  uns  kommen  sullent,  daz  ir  üch  darnoch  wiszent  zu  rihten,  läszen  wir 
üch  wiszen,  daz  unser  meinunge  darumbe  ist,  obe  ez  üch  anders  wol  gefellet,  daz  ir 
bcstellent,  wie  ir  truwent,  daz  aller  sicherste  sin  müge,  daz  der  von  Strazburg 
und  andere  unsere  eitgenoszen  der  rinschen  stette  fründe  uf  den  zinstdage  zu  obende  *<*«  »• 
allernehste  nach  dem  sunnentage  Oculi,  daz  ist  von  nü  zinstage  nehst  kommet  über 
aht  dage  bi  uns  in  unser  stat  sin  und  daz  man  danne  uf  den  mittewochen  darnach  uan  u. 
früge  mitenander  zu  dem  dage  gein  Babemberg  rittent.  und  dis  hettent  wir  gerne 
Misen)  eitgenoszen  den  obern  stetten  verschriben,  danne  daz  wir  besorgetent,  daz 
unsere  briefe  sicherlich  unufgebrochen  nit  geantwurtet  noch  zu  kommen  möhten. 
darumbe  bittent  wir  üch  fliszeklich,  daz  ir  disen  unsern  eitgenoszen  den  obern  stetten 
verschriben  wellent,  daz  sie  sich  darnoch  wiszent  zu  rihten  und  daz  ir  üch  ouch 
durch  unsern  willen  darzü  fügen  wellent,  daz  ir  uf  dieselbe  zit  selber  bi  uns  sin 
wellent.  und  beduhte  üch  üt  anders,  daz  mügent  ir  uns  wider  verschriben.  und  bittent 
üch,  daz  ir  über  disen  uwern  dienern  nit  zürnen  wellent,  wanne  wir  in  vor  unmüszen 
nit  e  gevertigen  mohtent  danne  uf  hüte  zu  naht.  datum  feria  quinta  ante  domin- 

cam  Reminiscere. 

Burgermeistere  und  rat  zu  Mentze. 

Str.  St.  Ä.  G.  ü.  P.  lad.  48(49  C.  cop.  eh.  coaev. 


522.  Geleilsbrief  Herzog  Ruprecht  des  allem  für    die  Slädteboten   Slraßburgs 
und  der  oberrheinischen  Städte  zum  Bamberger  Tage.      Mannheim  1389  März  13. 


Von  herlzoge  Ruprecht  dem  eitern.       Allen  unsere  höbtlüte,  amptlüte,  dienere,  helf- 

fere  und  undertanen.  wir  heiszent  üch  ernstliche,  daz  ir  der  stette  von  Strazburg,  von 

«5  Ilagenawe  und  von  Wiszenburg  fründe,  die  Martin  von  Hirtzberg  unser   diener  oder 

ein  ander  unser  diener,  den  Heinrich  Eckebreht   unser   amptmann   zu  Zweinbrücken 

I  darzü  schicket,  herabe  füret  gen  Spire  uf  fritdag  oder  uf  samestdag  nehst  kommet  mtn  /»im. 
herabe  zu  riten  gen  Spire  und  vürbaz  uf  den  dag  gen  Babemberg  zu  ritende,  den 
unsers  herren  dez  küniges  fründe  dar  gemachet  habent  zwischent  forsten  und  stetten 
so  uf  halpfasten  nehst  kommet,  sicher  läszent  vürfaren  ungehindert,  wanne  es  also  ge- 
redt ist,  daz  wir  sie  herabe  geleiten  sullent  zu  dem  obgenanten  dage.  die  selben 
stettefründe  süllen  öch  uns  und  den  unsern  uf  demselben  ritde  keinen  schaden  zu- 
fügen, so  sullent  die  unsern,  die  sie  geleitent,  vor  den  stetten  und  den  iren  öch  sicher 
sin  uf  und  abe.  Urkunde  dis  briefes  versigelt  mit  unserm  ufgedruckent  ingesigel. 
u  datum  MitniH'heim  sabbato  posl  dominicam  Inrocavil  anno  .  .  .  89. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  C.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  B.  B.  Ä.  II,  nr.  65. 

523  Speier  an  Strassburg,  Hagenau,  Weissenburg  und  die   andern   obern  Städte 
im  Elsass :  bittet  den  ihnen   von   Pfalzgraf   Ruprecht  1    zum   Besuche   des   Bamberger 


276  1389 

Tages  gestellten  Geleitsmann  Martin  von  Hirtzberg  sicher  durch  ihr  Gebiet  reisen  zu 
lassen.         datum  dominica  Reminiscere  anno  ...  89.  1380  März  14. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  C.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  66  nach  Wenckers  Excerpten. 


524.  Graf  Johann   von    Sponheim  an   Straßburg:    betreffend    das    Geleit   zum  5 
Bamberger  Tage.  Sennern  (?)  [1380  März  15.] 

Erbern  wisen  minen  früntlichen  dienst  vorgeschriben.  ich  sende  üch  einen  brief, 
alse  mir  die  burgermeistere  und  rat  von  Mentze  geschriben  hant.  nü  habe  ich  minem 
herren  dem  hertzogen  dem  alten  geschriben,  daz  er  bestelle,  daz  ir  und  die  andern 
stette  sicher  geleitet  werdent,  daz  ir  sicher  gen  Spire  komment,  da  ir  mich  vinden  l0 
Murzii.  werdent  uf  dem  sunnentag  Oculi  und  mit  üch  vürbaz  zu  ritende,  alse  ir  in  dem  briefe 
wol  sehent,  den  ich  üch  hie  mit  sende,1  den  mir  die  erbern  wisen  lüte  burgermeister 
und  rat  von  Mentze  gesant  hant.         datum  Sennern  an  mentdage  nach  Reminiscere. 

Johan  grafe  zu  Spanheim  der  junge. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  C.  or.  eh.  I.  cl.  15 

525.  Johann  von  Lichtenberg  an  seine  Verwandten :  hat  als  Bürger  von  Straß- 
burg und  gemäß  dem  bestehenden  Burgfrieden  den  Straßburgern  in  Burg  Herren- 
stein Schutz  gewährt.  1380  März  24. 

Die  edeln  mine  swagere  Hanneman  und  Symunt  genant  Wecker,  graven 
von  Zweinbrücken  und  herren  zu  Bitsch,  lasze  ich,  Johans  herre  zu  Liehtemberg,  20 
wissen,  daz  die  von  Straszburg,  der  burger  ich  bin,  an  mich  gemutet  und  mich  ge- 
betten  hant,  sü  zu  enthaltende  zu  Herrenstein  wider  die  hochgebornen  fürsten  hertzog 
Steffan,  hertzog  Friderich  und  hertzog  Johans  von  Peyern  und  alle  ire  helffere,  daz 
ich  ouch  getan  habe  in  aller  der  maszen,  als  unser  burgfride  brieff  wiset  und  hant 
ouch  mit  eiden  und  mit  entheltnüszgelte  und  mit  armbrusten  getan,  waz  sü  tun  »5 
söllent,  als  unser  burgfridebrieff  wiset.  dis  üch  zu  verkündende,  so  habe  ich  zu  Ur- 
kunde min  ingesigel  an  disen  offen  brieff  zu  ende  dirre  geschrift  getrücket.  datum 
feria  quarta  post  dominicam  Oculi  anno  domini  1389. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30.  cop.  eh.  coaev. 


526.    Gedächtniszettel   für    eine    Unterhandlung    mit    Bischof   Friedrich    von  30 

Straßburg.  [1380?] 

Gedehtnisze. 

Zum  ersten  so  sol  man  mit  unserme  herren  dem  bischofe  reden  und  ime  sagen, 
daz  rede  by  uns  sy,  daz  er  uns  kriegen  welle,  so  sage  man  ime  lihte,  daz  wir  in 
kriegen  wellen,  daz  er  uns  do  lüterliche  sage,  waz  do   von   sins   willen   sy,   waz    er  35 


1  Vgl.  oben  nr.  521  den  Brief  vom  11  März. 


1389  277 

uns  denne  ouch  darumbe  froget,  daz  wellent  wir  ime  ouch  luterliehe  sagen,  und  sol 
sine  meinunge  verhören  und  daz  her  nider  bringen. 

DniiHxh  so  sol  man  an  in  vordem,  daz  er  uns  in  sin  sloszen  dn  in  und  usz 
loszen  und  sol  man  daruff  die  abegesehrift  des  buntbriefes  unser  botten  mit  in  füren 
und  sol  man  ime  den  artikel  di'in  vorlesen,  wie  er  uns  verbunden  ist  usz  und  in  zfl 
loszendo.  darnoch  so  sol  man  an  in  vordem,  daz  er  heisze  und  schaffe  daz  herr 
Burekart  Humbel  uns  swere,  alz  der  buntbrief  stat. 

Darnoch  so  sol  man  ime  den  brief  zögen,  den  er  uns  verschriben  het  von  her 
Jobannes  von  Prüssen  wegen,  und  sol  man  sich  entschuldigen,  daz  wir  nit  geret 
habent,  also  ime  die  sinen  geseit  hant  und  der  brief  stat. 

Wenne  ouch  alle  dinge  geret  werdent,  so  sollent  unser  erber  botten  des  bischofes 
rete  zwene  oder  drie  an  ein  ende  nemen  und  in  den  brief  zögen,  den  uns  der  graf 
von  Sanegansz  verschriben  het  und  der  rot  nemmen,  ebe  wir  den  brief  unserme 
herren  zögen  sollen. 

Scheidet  man  früntlich  von  unserme  herren  dem  bischofe,  so  sol  man  ime  tugent- 
liche  sagen,  wie  die  von  Bitsche  Schoenmanszen  unsern  burger  angegriffen  hant; 
scheidet  man  aber  mit  ungetonen  von  ime,  so  sol  man  ime  nütschit  sagen. 

Item  von  Claus  wegen  von  Heiligenstein. 
Sr.  St.  A.  AA.  1416.  cone.  eh. 

527.  König  Wenzel  erklärt,  dass  der  königliche  Geleitsbrief,  den  er  den  rheini- 
schen und  schwäbischen  etc.  Städten  zu  dem  von  seinen  Boten  zu  Mergenthein  auf 
den  28  März  nach  Bamberg  ausgeschriebenen  Tage  erteilt  habe,  seine  volle  Kraft 
bebalten  solle  für  die  Beise  nach  Eger,  wohin  er  für  den  21  April  den  Tag  verlegt 
habe.  geben  zum  Burglins  des  fritags  vor  dem  sunnetag  Judica  anno  regn.  boh. 
26  rom.   13.  Bürglitz  1389  April  2. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  C.  cop.  eh.  coaev. 

Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  70  nach  Nürnb.  Copie. 

52H.    König  Wenzel  an   die   schwäbischen,    elsässischen,   rheinischen,   wet- 

terauischen  etc.  Städte:  gebietet,  dass  sie  von   ihren   Bünden  ablassen,   sich  nur  an 

so  ihn  und  das  Beich  halten  und  dem  Egerer  Landfrieden    beitreten.        gebin   ze   Eger 

an  s.  Sigmunds  tag  a.  d.  etc.  89.  Eger  1389  Mai  1. 

Frankf.  St.  A.  Kop.  B.  Landfrieden. 
Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  76. 

.V>:i.  .lohans  von  Stille,  Oertelin  Mansze  und  Herr  Wilhelm  ein  Altammanmeister, 

als  Gesandte  auf  dem  Tage  zu  Eger  an  ihre  Stadt  Strassburg :  berichten  über  die  dort 

stattfindenden  Verhandlungen  und  zählen  die  anwesenden  Fürsten    und   Herren    auf. 

besigelt  mit  herrn  Wilhelms  ingesigel,  geben  zu  Eger  an  dez  heiligen  erützes  dage. 

Eger  1389  Mai  3. 
Str.  St.  A.  AA.  111.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Wencker,  de  ußburg.  S.  145. 
Gedr.  D.  R   A.  II,  nr.  88 


278  1389 

530.  König  Wenzels  Landfriede,  geschlossen  zu  Eger  auf  6  Jahre,  also  bis  5  Mai 
1395.  geben  zu  Eger  .  .  .  1389  des  mitwochen  noch  s.  Philippcs  und  s.  Jacobs 
tag  der  czwelfboten  regn.  boh.  26  rom.  13.  Eger  1389  Mai  r>. 

Str.  St.  A.  AA.  106.  cop.  ch   coaev 

Gedruckt.  D.  B.  A.  II,  nr.  72.  nach  dem  Münchener  Original.  —  Ebenda  nr.  74.  Teilbrief     » 

für  den   Landfriedensbezirk    am  Rhein  vom  5  Juni  89  und  nr.  75  Teilbrief  für  das 

Elsaß,  Straßburg  etc.  vom  21  Dec.  89. 


531.  Bemerkungen  und  totgeschlagene  Zusätze  zu  den  Artikeln  des  Landfriedens 
von  Eger  seitens  der  rheinischen  Bundesstaate.  [1389  Mai.] 

Zum  ersten  so  ist  der  stette  meynunge  uff  den  zehenden  artikel  des  lantfriden,  10 
der  da  saget,  ob  ein  krieg  zwischen  herren  und  steten  des  lantfriden  ufferstiinde, 
daz  man  fursten,  herren  und  stete  friheit  und  gute  gewonheit  uffneme  etc.  nu  ist  zu 
wissen,  daz  zu  beheltnisse  aller  fursten,  herren  und  stete  friheit  und  gute  gewonheit 
diesen  artikel  und  allen  andern  artikeln  dieses  lantfriden  usgenomen  ist  und  eigentlich 
geschriben  in  dem  43  artikele,  der  da  angeet :  Auch  sol  dieser  lantfride,  der  nü  zu  us 
einem  gemeinen  nutze  also,  daz  nit  notdorfft  ist,  daz  man  den  an  diesem  artikel 
vorschriebe,  als  der  stette  meynunge  ist. 

Item  in  deme  artikel  [25]  von  der  pfandunge  wegen  der  angeet:  Welre  man 
auch  ymand  kuntlich  redeliche  schuld  schuldig  etc.  zu  deme  artikele  mag  man 
setzen :  2t) 

Item  ist  yman  gulte  oder  zinze  schuldig,  die  sol  man  reichen  als  bizher,  hette 
auch  yman  briefe  darüber,  der  selbe  mag  siner  brieffe  und  rechte  geniszen. 

Item  artikel  [27] :     Auch   sollen  alle  closterpaffen  und  ander   geistliche   lute  etc. 
derselbe  artikele   ist   begriffen,    daz   man    sie  für   nymand  pfenden  sol  und  ist  nicht 
darin    begriffen,    ob  sie   yman   icht   schuldig  weren.     darumb    darf  man  nicht  darzu   ss 
setzen. 

Item  der  artikel  [34] :  Auch  mag  der  obermann  des  lantfrides  in  diesen  lant- 
friden nemen  unde  emphaen  etc.,  derselbe  artikel  blibet  also,  daz  der  oberman, 
der  da  fursten  herren  und  stetten  sweren  wirdet,  mag  in  den  lantfriden  nemen, 
wen  yn  duncket,  der  den  lantfriden  nutze  sy  etc.,  wann  ez  were  ein  groz  hinder-  3Ü 
nisse  und  sumenisse,  wann  ein  furste,  herre,  ritter,  knechte  oder  stette  in  den  lant- 
friden wolde,  daz  der  oberman  darumb  die  andern  ahte  besenden  solde.  doch  mag 
man  den  oberman  wol  underwisen,  wie  er  ez  darumbe  halten  solle. 

Item  der  artikel  [35.] :  Auch  sol  der  gemeine  bund  der  gemeine  stette  etc.  der 
musz  bliben  also,  daz  sie  keinen  gemeinen  bund  ine  mache  i  und  daz  der  gemeine  »a 
bund  itzunt  abe  sy,  wann  von  der  gemeinen  eynunge  und  des  gemeinen  bundes 
wegen  diese  kriege  in  dutschen  landen  ufferstanden  sin  und  darumb  hat  unser  herre 
der  kunig  als  ein  romischer  kunig  die  eynunge  abegenomen  und  ouch  gesetzet,  daz 
der  gemein  bund  abe  sy,  des  yme  auch  die  fursten  und  herren  gefolget  haben  und 
von  der  eynunge  gelassen  haben  unde  auch  etwie  vil  stette  den  bund  auch  abege- 
lassen  haben  und  durch  daz  daz  allermenglich   friede   und   gnade   habe   diesen   lant- 


1389  279 

en  gemachet  und  uffgesetzet   von   kuniglicher   rnechte   und   wann   auch  in   allen 

eynungen  mit  buntnissen  eyn  romischer  kunig  und   daz  riche   ussgenomen   ist.    und 

darumb  hat  er  auch  geboten,  daz  die  eynunge  und  der  gemeyne  bund   abe  sin  solle 

und  hat  auch  geboten  und  gesatzet  diesen  lantfrieden.  und  wer  darin  komet  und  den 

*  swort,  als  er  begriffet  ist,  des  oder  die  sollent  gerichtet  sin  mit  allen  fursten  graven, 

Iherren,  rittern  und  knechten. 
Item   der  artikel   [37] :   Auch   sollen   alle   und    yeliche   pfalburger  etc.  derselbe 
artikel  blibet  also,  wann  unser  herre   der  keyser   selige  darüber   ein   recht  gesetzet 
hat,  daz  alle  pfalburger  solten  abesin  und  sie  nymant  me  empfaen   solte,  da  widder 
mag  oder  kan  nyman  getun. 
Item    [art.   HS]   von   der   versworn    und   verbriveten    lute   wegen,   daz   ist  von 
sache  wegen  darin  gesetzet,  die  daz  getan  hetten   vor   datum  dieses  lantfridens,  den 
unser  herre  der  kunig  zu  Eger  gemachet  hat,  nach  deme  datum  desselben  lantfridens 
blibet  yedaz  lant  bie  sinen  guten  gewonheiten  und  rechten. 
15  Item  der  artikel  [28] :    Were  auch  daz  got  nicht  enwolle  etc.  daz  ist  zu  wissen, 

daz   dieser  lantfride  ist  widder  raub,  mord,  brand  und  unrecht,  widdersagen   und 
fahten,   darumb   ist    nicht   noit,  daz  man  recht  darzu  setze   dann,  wer   daz    tede,  er 
were  in  geselschafftwise   oder  sust,   widder  den  oder  die  mustent  die,  die  in  diesem 
lantfriden  sin,  beholffen  sin. 
20  Item  [art.  44]  daz  der  lantfriedc  sechs  jare  slechtes  were  etc. 

Item  umb  den  dinst  sol  man  uffsetzen  und  beschriben  etc. 
Item  umb  die  marke  des  lanfridens,  die  sol  man  auch  beezeichen. 
Item  [art.  40]  weliche  diesen  lantfrieden  nicht  sweren,  der  vynt  ist  unser  herre 
der  kunig  von  des  romischen  richs  wegen  und   alle   die,    die   in    diesem   lantfrieden 
25  sin  oder  kernen,  ez  sint  fursten,  herren,  ritter,  knehte  oder  stette  und  widder  die  sol 
unser  herre  der  kunig  nach  des  riches  rechte  und  gerichte  tun,  als  recht  ist  zu  tunde 
widder  den,  die  yme  und  deme  riche  ungehorsam  sin.     also  ist  man  zn  Eger  davon 

Igeschciden  und  ist  auch  verbrieffet  und  versigelt. 
Item  dieser  lantfriede  sol  den  andern   lantfriden   niht   furbaz   verbunden   sin  zu 
80  helffen,  dann  wer  in  einen  andern  lantfried  verorteilt   und   verwiset   wurde,   der  sol 
auch  hie  verorteilt  und  verwiset  sin  und  sol  man  dan  dem  richten,  als  ez  recht  ist. 
Item  der  begriff  und  kreisze  des  lantfridens  der  sol  anfahen  zu  Kolmar  und  bisz 
goin  Wesel  und  iegwedersyt  Rynes  12  mile  weges. 

Item  von  des  dienstes  wegen  darzu  sollen  die  von  Straszburg  dienere  mit  40  gleven 
und  die  andern  .... 

Str.  St.  A.  AA.  111.  conc.  od.  cop.  eh.  coaev.  [Fragment.] 

Gedr.  bis  auf  die  beiden  letzten  Absätze  bei  Wencker,  de  ußburg.  S.  147. 

532.  Hagenau  sendet  an  Straßburg  die  Abschrift  des  folgenden  an  Weißenburg 
(/(■richteten  Schreibens  der  Stadt  Wimpfen.  datum  sabbato  post  incentionem  sete 
crucis :  [J389  Mai  8.] 

Unsern  willigen  dienst  allezit  bevor  lieben  besundem  fründe  und  eitgenoszen. 
wir  lüszent  üch  wiszen,  daz  jetzent   der   hertzoge,   der   bischof  von  Wirtzeburg  und 

VI.  8« 


280  1389 

der  von  Wirtemberg  alle  drie  mit  starker  mäht  sich  vür  uns  und  uwere  fründe  und 
eitgenoszen  die  von  Heilprunne  geslagen  hant  und  schedigent  die  an  iren  wingärten 
und  megent  in  alle  ire  frühte  uffe  den  eckern  abe  und  fugent  in  groszen  schaden 
ApHi 29,  zu.  dazselbe  ist  uns  ouch  geschehen  an  dem  nehsten  dunrestage  vor  sant  Walpurg 
dag.  und  sint  ouch  stercker  jetze  danne  sie  noch  ie  vür  sie  koment  und  habent  uns  s 
ouch  unsere  fründe  die  von  Heilprunne  verschriben  und  gebeten,  daz  wir  uch  das 
verkünden,  daz  klagent  wir  üch  alse  unsern  guten  fründen  und  wiszent  üch  darnach 
Mai  s.    zu  rihtende.         datum  feria  quarta  post  inventionem  scte  crucis. 

Von  dem  rate 
zu  Wimphen.  io 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  4.  cop.  eh.  coaev. 

533.  Aufzeichnung  der  von  Eger  zurückkehrenden  rheinischen  Städteboten  über 
die  in  ihrer  Gegenwart  gepflogenen  Verhandlungen  auf  den  Tagen  zu  Bamberg  (1389 
März  28)  und  zu  Eger  (April  21).  scriptum  Miltenberg  feria  quarta  post  Jubilate 
anno  89.  Miltenberg  1389  Mai  12.   ig 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  C.  cop.  eh.  durch  viele  große  Flechen  zum  Teil  unleserlich. 
Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  91  nach  Wencker's  Excerpten. 

534.  Ulrich  Herr  von    Schwartzenberg  an    Strassburg :   berichtet,   dass   in   seine 
Gegend  Botschaft  gekommen  sei,  dass  die  Herren  und  Städte,  die  zu  Eger  bei  einander 
waren,  von  einander  geritten  seien,  und  dass  weder  er  noch  jemand  in  seiner  Gegend  20 
eigentlich  wisse,  wie  sie  von  einander  geschieden  seien.        datum  1389  feria  quinta 
nocte  ante  Urbani.  1389  Mai  20. 

Nach  einer  i.  d.  D.  B.  B.  A.  II,  S.  203  anm.  3  abgedruckten  Notiz  Wenckers. 


535.  Aufzeichnung    über  die    zu    Utenheim   gepflogenen    Verhandlungen  wegen 
ausnahmsweiser  Behandlung  der  Straßburger  Erbebürger  im  Landfrieden.  25 

[1389  Mai  26  —  Juni  1.] 

Es  ist  zu  wissinde :  alse  der  lantfride,  den  unser  herre  der  künnig  in  disin 
landen  bestalt  hat,  für  den  erwirdigen  in  gotte  vettern  und  herren  Adolffe  dez  heiigen 
stuls  zu  Mentze  ertzbischof,  herren  Lamppreht  bischof  zu  Babemberg  und  dem  meister 
dütsches  ordens  in  dütschen  landen  zu  Utteinhein  beret  und  übirkommen  wart,  und  30 
alse  der  artickel  von  der  pfalburgere  wegen  in  demselben  lantfridenbriefe  begriffin 
gelesen  wart,  daz  do  der  fon  Stroszburg  erbern  botten,  mit  nammen  her  Heintzze 
fon  Mülnheim,  her  Johans  fon  Stille  ritter,  Örttelin  Mansze,  Küntzze  Müller  und  Wil- 
helm Metzziger  alter  ammeister  in  geigenwerttikeit  der  forgnantten  herren  und  der 
hie  noch  gescriben  der  stette  erbern  botten  darzft  rettent,  daz  die  stat  Stroszburg  in  35 
dem  lande  umb  sich  etteliche  burger  wonende  hettent,  die  da  erbeburger  hieszent, 
die  sie  von  alter  herbraht  hettent  und  vordertent  und  begertent  an  die  vorgnanten 
herren,  daz  sü  der  stat   von   Stroszburg   dieselben    ir  erbeburgere   mit  zu   gesatzter 


1389  281 

scrift  in  dem  vorgescriben  artickel  der  pfalburger  behalten  woltent,  wände  öch  die 
selben  ir  burger  den  herren,  hünder  den  sie  sessinl,  alse  daz  herkummen  werre,  mit 
zitlichen  gewönlichen  diensten  gegenwartig  und  gehorsam  werrent.  dez  antwurttent 
die  vorgenantten  herren,  daz  dez  nüt  notdurftig  were  und  es  öch  die  fon  Stroszburg 
5  nit  bedorftent,   daz  man  sie  mit  sunderlicher  scrift  in  dem  lantfridenbriefe  von   der- 

I  selben  ire  erbeburger  wegen  versorgete,  wanne  sie  an  ime  selbir  daran  versorget 
werrent,  und  daz  es  sie  nit  angienge,  die  wille  es  nit  pfalburger  hieszent  noch  wer- 
rent. und  daruf  so  sworrent  die  egenantten,  der  von  Stroszburg  erbern  botten  den 
lantfriden  mit  den  andern  hie  nach  genant  der  stette  botten  doch  mit  uszgedingeten 
i«  fürwortten,  daz  die  stat  Straszburg  bi  irren  erbeburgern  bliben  solte  und  wolte.  hie 
bi  sint  zugegen  gewesen  und  hant  daz  gehört  der  stette  fründe  und  erbern  botten, 
mit  nammen,  fori  Mentzze:  Heinrich  zum  Jungen,  Jackop  Medetrost;  von  Wormes:  Jc- 
han  Becker,  Henne  Dysolf;  vonSpire:  Bcrhttolt  Reimmolt,  Hans  Fritzze,  Hans  Pfrum- 
bäm,  Hans  Dielen  und  Cläwes  Rinckenberg;  von  Franckenfurt:  Johan  von  Holtzhusen, 
ir,  Adolf  Wisse,  Jockob  Weibe,  Bernhart  Nigebür;  von  Hagenöwe:  Ritterhans;  von  Wis- 
Binburg:  Heinrich  von  Rehtenbach,  Wilhelm  Hölderböm ;  von  Scletzstat:  Blopzein  ;  von 
Ehheinhein:  Niclaus  ir  stettescriber  und  vil  ander  erber  lütte,  die  do  zugegen  stun- 
dent,  alse  man  den  lantfriden  swor. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  271.  cop.  eh.  coaev.  (Zettel.) 
10  Gedr.  Wencker,  de  ußburg.  pg.  162  und  darnach  D.  B.  A.  II,  nr.  103. 

Reg.  Boos,  Worms.  Urkb.  II,  nr.  915. 


536.  Erzbischof  Adolf  von  Mainz,  Bischof  Lamprecht  von  Bamberg  und  Deutsch- 
ordensmeister Siegfried  von  Veningen  entscheiden  durch  freundliche  Sühne  die  Strei- 
tigkeiten zwischen  den  Pfalzgrafen  Ruprecht  I  und  II  einerseits  und  den  rheinischen, 
«5  elsässischen  und  wetterauischen  Städten  anderseits  und  setzen  fest,  dass  die  Städte 
in  gewissen  Raten  und  Terminen  G0,000  Gulden  zahlen  sollen.  geben  am  nehsten 
donnerstage  für  dem  heiigen  pfingstage  1389.  1389  Juni  3. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  nach  anderer  Vorlage  D.  B.  A.  II.  nr.  106.1 

Beg.  Koch  u.  Wille  nr.  4857.  —  Boos,  Worms.  Urkb.  nr.  017.  —  Janssen,  B.-K.  nr.  80. 
—    Vgl.  Hegel,  Königshof.  II,  850,  53. 


537.  Basel  an  Strassburg :  erkundigt  sich,  was  die  rheinischen  Städte  auf  dem  letzten 
Taue  zu  Speier  [Mai  26]  beschlossen  hüllen  wegen  der  königlichen  «vorderung  an 
gemeine  stellt  getan»,  dass  sie  in  den  Lantfricden,  den  der  König,  die  Kurfürsten, 
Fürsten  und  Herren  gemacht  haben,  sich  begeben  und  von  dem  bunt  lassen  sollen. 
dalum  feria  sexta  ante  penthecostes  1389.  13S9  Juni  4. 

Nach  einer  in  den  D.  R.  A.  II.  pg.  230  anmk.  2.  gedruckten  Notit  aus  Wenckers    Ex- 
cerpten. 


1  Vgl.  ebenda  auch  nr.  105. 


282  1389 


538.  Aufzeichnung  für  eine  Städtebotenverhandlnng  in  Sjwier  im  Anschluß  an 
die  Friedensverhandlungen  zu  Heidelberg.  [1389  (?)] 

Zum  ersten  als  hertzöge  Ruprecht  der  elter  sine  botzschafte  mit  wiszende  der 
stetde  frunde  zu  den  fursten  getan  hat  umb  eine  stallunge  von  beidenseiten  zu  lidende 
aTu7ii6  ^1Z  U^  unser  vrauwen  tag  nativitatis  zu  nehest  und  da  zusehen  uf  den  ersten  tag  5 
noch  unser  vrauwen  tag  assumptionis  zu  eime  tage  zu  körnende  zu  volendenne  die 
juni  e.  einmütekeit  zusehen  fursten,  herren  und  stede  nach  den  artikeln,  die  zu  phingesten 
nehest  zu  Heidelberg  übertragen  sint.  und  wanne  dieselbe  botzschaft  den  von  Spire 
verkündet  wirt,  daz  da  geschehen  sal  zusehen  hie  und  von  sontage  nehest  komet 
über  ahtage,  so  sollent  sie  ez  furbaz  vorderlichen  die  andern  stetde  laszen  wissen,  io 
und  geet  dieselbe  stallunge  fursich,  so  sullent  die  stetde  zu  dem  tage  darumb  ire 
frunde  mit  gewalt  schicken,  were  aber  die  stallunge  nit,  so  sullent  der  stetde  frunde 
von  mitwoche  nehest  über  viertzehen  tage,  daz  ist  uf  die  nehest  mitwoche  nach  dem 
sontage,  da  zusehen  die  vorgenante  stallunge  abegesaget  oder  angesaget  sol  werden, 
gein  Spire  mit  gewalt  komen  den  krieg  zu  bestellen.  i» 

Ouch  hant  die  botden  geratslaget,  werez  daz  deheine  stad  des  bundes  mit  eime 
deinen  zügriffe  anegriffen  worde,  die  sol  doch  darwider  keinen  zügriff  dün,  ez  enwere 
danne,  daz  sie  zu  frischer  getat  daz  yr  beschutden  mohten.  wolte  aber  die  selbe 
stad  oder  deheine  andere  stat  anegriff  dün,  daz  sol  sie  vorhin  die  andern  lassen 
wissen,  wie  und  uff  welichen  tag  sie  daz  willen  haben  zu  dün,  off  daz  sich  die  andern  20 
stetde  darnach  versorgen  und  gerihten  mögen  mögen,  werez  aber,  daz  eine  stad 
groszlichen  geschediget  worde  mit  brande,  mit  name  oder  mit  überziehen,  eo  mag 
dieselbe  stad  zu  denselben,  die  ir  solichen  schaden  dünt,  wyder  zu  griffen  und  sche- 
digen  und  daz  auch  die  andern  stetde  lassen  wissen. 

Ez  ist  auch  der  stetde  frunde  meynunge,  ob  sich  die  sache  mit  den  fursten  wol  25 
stiesze,  daz  doch  die  stetde  den  krieg  nit  anehüben,  ez  wurde  danne  von  den  fursten 
oder  von  den  iren  anegehoben. 

Ouch  sullent  die  botden  an  ire  rete  bringen  und  darumb  mit  vollem  gewalt  off 
die  vorgeschriben  mitwoche  gein  Spire  komen,  ob  ez  sich  mit  den  fursten  stösset, 
daz  die  stetde  iren  krieg  ane  funfe,  ane  syeben  oder  ane  nüne,  die  darzü  nütze  und  so 
gut  sint,  bestellen  zu  arbeiden  und  zu  driebenne  und  daz  dieselben  bienander  blibent 
an  einer  stad,  der  man  uberqueme.  und  sollent  auch  danne  off  dieselbe  vorgeschriben 
mitwoche  die  drute  teil  der  stetde  ieglich  teil  iren  heubtman  zu  Spire  haben  den 
krieg  zu  bestellen. 

Waz  gelt  auch  ieglich  stad  nach  den  rechenungen,   die  geschehen  sint  von  des  35 
bondes  wegen  usgeben  hat,    daz  sol   sie   off  den   nehesten   tag   gen  Spire   mit  iren 
frunden  beschriben  senden  rechenunge  darumbe  zu  dünde. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  cop.  od.  conc.  eh. 


1389  üH.'i 


539.  Straßburger  Gesund ' teninstruction  1  für  einen  Tag  zu  Speier. 

[1399  vor  Juni  24.] 

Von  der  rechenunge  wcgent  süllent  unsere  botten  also  vaste  haben,  alz  verre 
sü  mugcnt ;  doch  sollent  sü  vollen  gewalt  haben  von  aller  stucke  wegen,  also  von 
der  rechenunge  wegen  zu  tünde  und  zii  loszende,  waz  su  beduncket  uns  gft'f  und 
nützlich  zu  sinde.  und  waz  sü  ouch  domitte  dünt,  daz  sol  uns  wol  gevallen.  und 
ucnne  sü  von  der  rechenunge  scheident,  so  sollent  s-ii  des  ein  offen  brief  vordem 
under  der  von  Spire  ingesigel  versigelt,  also  daz  wir  gerwe  von  in  koment. 

Waz  ouch  uns  angebürt  an  den  6000  giildin  dem  bischofe  von  Mentze  zu  gebende 

io  und  umbe  die  25000  güldin  nü  zu  mole  mit  den  rinschen  stetten  dem    hertzogen  zö 

gebende  unser  anzal,  darumbe  sollent  unser  botten  vollen  gewalt  haben  zö  den  zilen, 

Ialz  die  stette  den  herren  daz  gelt  geben  sollent. 
Daz  man  dem  höbtmanne    geben    sol,    daz   sollent   unser   botten    ziehen,    so   sie 
neheste  mögent.   und  sollent  gewalt  haben  unser  anzal  dar  zu  zft  gebende,   also   daz 
i5  man  mit  nammen  kein  zol  darumbe  gemäht  werde,  und  waz  wir  darzü  geben  süllent, 
wurdent  wir  denne  by  uns  lantfryden  machende,  daz  sol  uns  noch  margzal  abe  gon, 
•    wände  wir  disem  höbtmanne  nit  lenger  geben  süllent,  danne  die  wile   wir   in   disem 
nidern  Ianti'riden  sint. 

Item  von  der  von  Kayserslutern  wegen. 
so  Item  Ortelin  Mansze  sol  sweren  alz  die  andern,  die  von  der  nidern  stette  wegen 

von  des  lantfriden  wegen  swerende  werdent. 

Item  von  der  herren  diener  oder  von  der  andern  wegen,  die  den  stetten  zu  ge- 
liuicnl,    wurde  do  ieman  anegriffende,  es  were  umbe  brant  oder  umbe  andern   scha- 
den, do  sol  man  gedenken,  daz  der  lantfride  gemeinlich  gegen  den  beholffen  sin  sollen. 
25  Item    von    der    von    Bitsch,    von    der    von    Leiningen    und   der  andern   herren 

schatzunge  wegen,  daz  noch  in  in  burgscheften  stat,  sol  man  ouch  reden. 

Hein  von  soiicher  nome  wegen,  die  sider  dem  pfingest  obende  geschehen  ist,  sol  junis. 
man  ouch  reden. 

Wir  sollent  zwene  erbern  botten  mit  dem  Manszen  zu  disem  mole  zu  dage  senden 

so  durch  daz,  daz  man  alle  suchen  deste  basz  verentwurten    und  darzü   gereden   muge. 

und  sol  ouch  der  Mansze  zii  dem  lantfriden  sitzen  und  sweren  mit  soiicher  gedinge, 

alz  wir  ouch  in  den  lantfriden  komen  sint.  und  süllent  unser  botten  zu   disem  mole 

umbe  keine  sache  von  unsern  wegen  zu  rehte  ston  von  dem  lantfriden. 

Gedenckent  ouch  an  der.  von  Strazburg  schribere,  daz  den   ouch   gelonet   werde 
85  ire  arbeit  also  andern  schribern,  wände  sü  me  do  geschriben  hant,    denn    in   keiner 
stat  uff  dein  Ryne  geschriben  ist,  uszgenummen  der  schriber  zu  Spire. 

Item  umbe  die  pfalburgere,  zu  dem  artickel  sol  man  setzen:   «doch  sol   daz  den 
von  Straszburg  an  iren  erbeburgern  keinen  schaden  bringen»,  und  do  disen  artickel 


1  Die  Namen  der  Straßburger  Boten  finden  sich  am  Ende  der  Abrechnung  vom  24  Juni.  vgl.  nr.  541. 


284  1389 

unser  erbern  botten  vorderten,  daz  man  in  solte  in  den  brief  schriben,  do  sprochent 
die  herren,  men  bedurfte  sin  nüt,  daz  solte.  die  von  Sträszburg  anegon. 

Str.  St.  A.  AA.  111.  conc.  od.  eop.  eh.  coaev.   Zwischen  den  einzelnen  Notizen  oft  größere 

Zwischenräume. 
Gedr.  D.  B.  A.  II.  nr.  109. 


540.  Mainz  an  Strassburg :  mahnt  die  Stadt,  ihren  Antheil  an  der  auf  dem  Tage 

zu  Heidelberg  dem  Pfalzgrafen  Ruprecht  versprochenen  Geldsumme  zu  Oppenheim  zu 

zahlen,  ....  daz  kein  brest  darane  an  uch  sy  und  auch   kein   irrunge   noch  infall 

juni  te.  davon  entsteen  werde  und  das  ir  auch  mit  uwern  frunden,  die  ir  bisz  samstag  nest 

kommet  gein  Spir  schickende  werdend,  solich  gelt  als  wir  uch  fruntlich  geluhen  han,  io 
zu  den  G000  guldin,  als  ir  die  von  Worms,  von  Spir,  von  Frankefurt,  von  Hagenauwe, 
von  Wiszenburg,  von  Frydeberg,  von  Geilnhusen,  von  Ehenheim,  von  Sletzstat,    von 
Pedersheim  und  auch  wir  unserm  herren  von  Meintze  gebin   und   bezalt   habin    und 
uwer  antzal  an  den  zwolfftehalb  hundert  guldin,  die  wir   auch   dargeluhen   han   von 
der  swebschen  stete  wegen,  das  yn  brest,  waz  an  den  6000  guldin,  die  auch  unserm  15 
herren  von  Meintze  bezalt  hant,  schicken  wolent,  als  uwer  fründe  wol   wissent   und 
auch  uwer  antzal,  als  uch  geburet  zu  gebin  zu  den  drittehalbhundert  guldin  dem  von 
Solms  von  siner  halbin  jargulte   wegen,   die   ym   vallen   waren   in  der   alten   messe    ■ 
zuzehen  den  zwein  unser  frauwen  tagen   nest   vergangen,   die   wir   uch   auch   darzu 
fruntlich  geluhen  han,  und  herzu  dun  wullent,  als  wir  uch  sunderlich  wol  getruwen.  20 
datum  ipso  die  saneti  Albani.  1389  Juni  21. 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  1.  cl. 
Vgl.  D.  B.  A.  II,  142  Einleitung. 


541.   Ueber Schlagsrechnung  über  Bundeskoslen.  1389  Juni  24. 

Es  ist  zu  wiszende,  daz  an  den  sechs  dusent  guldin,  die  man  dem  byschofe  von  25 
Mentze  geben  sol,  daz  do  ie  der  glefen  des  bundes,  der  do  sint  400  und  48,  gebürt 
zu  gebende  13  guldin  anderthalb   ort  eins   guldin   und   zwen    Strassburger   pfennige. 
und  bristet  den  glefen  allen  an  der  vorgenanten  summen  5  sol.  und  4  den. 

Ouch  ist  zu  wiszende,  daz  den  von   Strassburg   von  irre   hundert   glefen  wegen 
zu  irre  anzal  daran  gebürt  zu  gebende  13  guldin,   37 1/t   guldin   17  sol.   one   4  den.  30 
Straszburger. 

Es  ist  zu  wiszende,  daz  an  den  25  guldin,  die  die  rinschen  stette  dem  hertzogen 
von  Peyern  geben  süllent,  do  gebürt  an  der  summe  ieder  glefen,  die  der  rinsche 
bunt  haltet,  der  do  sint  400  und  48  zu  gebende  55  V»  guldin,  ein  ort  eins  guldin 
und  6  den.  Strassburger.  do  gebürt  den  von  Sträszburg  an  zu  gebende  von  iren  ss 
hundert  glefen  zu  irre  anzal  fünf  düsent  guldin,  fünf  hundert  guldin  und  80  guldin. 
juni  18.  [Des  habent '  die  von  Sträszburg  uff  sant  Peters  und  Paulus  abent  uff  eime 


1  Dieser  eingeklammerte  Passus  ist  mit  anderer  Tinte  nachgetragen. 


1389 

dage  zu  Spiro  gewert  und  bezalt  eyn  vierdeteil  der  vorgeschriben  summe  yrre  antzal 
1395  guldin. 

Item  sollint  sie   geben   ufT  Michahelis   nehst   komet   in  disem  jare   anno   .  .  89  &»/>i*r.»#. 
aber  eyn  vierteil  der  vorgenanten  summen  mit  namen  1395  guldin. 

Item  sollint  sie  geben  uff  wihenahten  auch  zenehst  die  uberigen  2790  flor.]  otebr.  it. 

Ks  ist  zu  wiszende,  daz  her  Ortelin  Mansze,    Thoman   Lentzelin    und  Kleinhensz 
Pfaffenlap  diso   vorgenanten  summen   uff  die  egenanten  glefen   also   überslagen  und 
gerechent  hant.         actum  ipsa  die  nativitatis  scti.  Johannis  baptiste.  —  und  hant  10  Junm. 
sol.  den.  vür  ein  guldin  gerechent.  —  anno  .  .  89. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  XI.  eonc.  ctort. 


542.  Die  zu  Speier  versammelten  Städteboten  von  Mainz,  Worms,  Frankfurt, 
Speier  an  Strassburg:  da  auf  dem  Tage  zu  Bamberg  durch  Ausspruch  die  von  den 
Städten  an  die  Pfalzgrafen  Ruprecht  I.  und  II.  zu  zahlende  Summe  von  50000  fl.  um 
10000  fl.  erhöht  worden  sei,  möge  Strassburg  auch  an  disem  Zuschlag  nach  Verhältnis 
beitragen.  datum  dominico  proximo  post  diem  scti.  Johannis  baptiste  sub  secreto 
civitatis  Spirensis.  [1389  Juni  27.] 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr. 

Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  93.  —  Beg.  Boos,  Worms.  Urkb.  II,  nr.  919. 


543.  Herr  Hermann  legt  vor  Meister  und  Rat  Rechnung  ab  über  das  Frauenhaus. 

1389  Juni  30. 

Anno   domini    1389  feria  quarta  proxima  post  diem  sanetorum  Petri  et  Pauli 

Iapostolorum,  da  her  Heinrich  von  Mülnheim  der  junge  meister  waz,  da  rechente  her 
Herman  uf  unserre  frowen  hus,  da  zu  gegen  warent  der  vorgenant  meister  und  der  rat. 
Da  het  der  vorgenant  her  Herman  ingenommen   und   empfangen   tusent  pfunde 
25  sybenhundert  pfunde  97  lib.  3  sol.  und  3  den. 

Die  het  er  wider  gerechent  und  blibet  schuldig  zweihundert  pfunde  25  lib.  9  sol. 
minus  2  den. 

So  blibent  ime  vorstände  von  der   rebelüte  wegen   zweihundert  pfunde   40  lib. 
17  sol.  minus  4  den. 

So  blibent-  ime  vorstände   von  rocken   sehzehen  hundert  vierteil   und  7  vierteil. 
So  blibent  ime  vorstände  von  wine  14  füder. 

Str.  St.  A.  V.  D.  G.  63.  B.  46.  fol.  mb. 


544.  Die  Städte  des  ehemaligen  rheinischen  Bundes  (also  auch  Strassburg) 
an  die  Reichsstädte,  die  den  Landfrieden  mit  einander  halten  in  Schwaben :  letztere 
sollen  gemäss  dem  Ausspruche  zu  Bamberg  30000  Gulden  bezahlen  als  ihren  Anteil 
an  der   den  Pfalzgrafen  Ruprecht  I.  und  II.  zuerkannten  Summe  von  Ü0000   Gulden. 


286  1389 

datum  sub  sigillo  civitatis  Spirensis  ex  jussu  omnium  nostrum  seeunda  feria  ante 
diem  Marie  Magdalene  89.  1389  Juli  19. 

Ulm.  St.-Bibl.  r.op.  eoaev. 

Gedr.  D.  B.  A.  II,  205  nr.  94.  —  Boos,  Wormser  Urkb.  II,  nr.  920. 


545.  Herzog  Ruprecht  der  ältere  an  Strassburg:  han  vernomen,  daz  etwaz  stosze  s 
und  zweyunge  sin  zusehen  unserm  herren  von  Straszburg  und  uch.  des  begern  wir 
und  bitten  uch  mit  ernst,  daz  ir  darumb  glauben  wollent  hern  Stiszlaw  von  der 
Witemülen  lantvogt  in  Elsasze  und  Volmar  von  Wickersheim  vogt  zu  Wiszenburg 
.  .  .  ,  waz  sie  uch  von  unseru  wegen  zu  disen  ziten  davon  sagende  sin  .  .  .  datum 
Heidelberg  in  die  beati  Jacobi  "apostoli  anno  1389.  Heidelberg  1389  Juli  25.  w 

Str.  St.  A.  AA.  1410.  or.  eh.  I.  el. 

Begest  D.  B.  A.  II,  231  anmk.  1.  nach  Wencker's  Exeerpt. 


546.  Die  Reichsstädte  des   Landfriedens   in   Schwaben  an    die   ehemaligen   rhei- 
nischen Bundesstädte:    letztere   sollen  gemäss   den   Verhandlungen  zu    Bamberg  und 
Eger  sie  wegen  Bezahlung,  der  in  dem  Schreiben  vom  19  Juli  geforderten  30,000  fl.   15 
unbehelligt  lassen,  die  Entrichtung  der  1150  fl.  aber  wird  gefördert  werden.         geben 
zu  Nurenberg  ex  jussu  omnium  nostrum  in  die  sabati  post  Jacobi  etc.  89. 

Nürnberg  1389  Juli  31. 

Ulm.  St.-Bibl.  ülmensia  5557  fol.  17.  cop.  eoaev. 

Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr   95.  20 

547.  Johans  von  Stille  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Graf  Heinrich 
zu  Lützelstein :  fordert  ihn  auf  unverzüglich  ihrer  Bürgerin  der  edlen  Frau  von 
Blanckenheim  den  zugefügten  Schaden  zu  kehren  und  auch  an  jeglicher  Schädigung 
und  Gefangenahme  Strassburger  Bürger,  wie  sie  inswischen  wieder  zu  Dunzenheim 
vorgekommen  sein  soll,  abzulassen.  datum  sabbato  proximo  ante  diem  seti.  Lau-  25 
rencii  anno  1389.  1389  August  7. 

Str.  St.  A.  AA.  111.  cop.  eh.  eoaev. 


548.  Johans  von  Stille  der  Meister  und  der  Rat  von  Straßburg  an  Bischof  Fried- 
rich: xoollen  in  Sachen  der  Erbebürger  ihre  Boten  auf  den  Tag  zu  Asciiaffenburg 
senden.  1389  August  12.  so 

Unserm  gnedigen  herren  von  gotz  gnaden  bischof  Frideriche  zu  Strazburg  em- 
bieten  wir  Johans  von  Stille  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  unsern  dienst, 
alse  unsere  erbern  botten  bi  uch  zu  Benefelt  gewesen  sin,  alse  hant  sie  uns  wol 
geseit,  wie  sie  von  uch  sint  gescheiden  und  darumbe,  so  verkündent  wir  uch,  daz 
wir  von  unserre  erbeburgere  wegen  unsere  erbern  botten  haben  wellent  zu  Aschaffen-  ss 
bürg  uf  dem  lantdage,  der  nü  zu  nehste  alda  wirt,    da   mügent   ir   ouch  die   uwern 


1389  287 

von  uwern  wogen  haben  und  wil  uns  1 1 f"  demselben  lantdage  vor  den  nünen  des 
lantfriden  mit  rehte  von  unserre  erbeburgere  wegen  gegen  uch  wol  begnügen,  die- 
selben unsere  erbern  botten  liant  uns  ouch  wol  geseit,  wie  her  Rudolf  von  Höllenstein 
uwer  vii/.Umi  mit  in  geretde  het  von  der  zweierhundert  und  zwentzig  pfände  pfeunige 
geltes  wegen,  die  wir  uf  uwerm  geistlichen  gerihte  zu  Strazburg  hant.  und  darumbe 
so  kündent  wir  lieh :  ist  es,  daz  Hesse  IM'afienlap  oder  Kleinhenselin  sin  brüder  uns 

Idarvür  spreclient,  daz  sie  uns  dieselben  pfennige  geben  und  bezalen  wellent  untze 
zu  dem  zwelften  dage  nach  dem  heiligen  wihenaht  dage,  so  nü  zu  nehste  kemmet, 
so  wil  uns  wol  da  mit  begnügen,  woltent  aber  sie  des  nit  tön,  so  getruwent  wir 
111  wol,  daz  herr  Jacop  uwer  ingesigeler  uns  darumbe  halte  und  tu,  alse  er  uns  gesworn 
het.  datum  feria  quinta  proxima  ante  diem  festi  assumptionis  beate  virginis 
anno   1389. 

Str.  St.  A.  AA.  111.  cop.  eh.  coaev. 


549.  Ralsbeschlwß,  betreffend  Abhaltung  einer  großen  Procession  und  eines  Bitt- 
fesles.  1389  September  7. 

Also  unserre  herren  meister  und  rot  mit  der    erwirdigen    geistlichen   herren  rot 
von  den  stiften  und  von  den  örden  unserme  herren  gotte  zu  lobe  eins  erützeganges 
überkomen  sint  und  geordent   hant   uff   disen   nehesten   samstag   zu    tünde,    do  sint  Bqtbrji. 
unser  herren  meister    und    rot   übereinkomen,    daz   do   mengelich    uff  denselben  tag 

20  viren  sol  und  kein  werg  triben,  bitz  daz  der  erützegang  geschiht.  darzü  so  sol  men- 
gelich bescheidenliche  götteliche  und  andehtekliche  mit  dem  heiligen  sacramente  gon 
sunderliche  die  "man  mittenander  und  darnoch  alle  frowen  und  frowesnamen  ouch 
mittenander,  und  wer  darüber  unbescheidenliche  ginge  oder  dehein  unbescheiden 
ding  dete,  zu  dem  wellent  es  meister  und  rot  strengliche  und  vestekliche  rihten  und 

25   rehtvertigen  noch  den  geschihten,  also  sü  drinne  ergangen  sint.         actum  et  pronun- 

cialum  feria  tertia  ante  nativitatis  beate  virginis  Marie  anno  89.  septin-.T. 

Mengelich  sol  ouch  wiszen,  daz  an  dem  fritag  iegenote  alle  stifte,  kirspel  und  stptbr.io. 
örden  herliche,  löbeliche  meszen  wellent  han.  und  wil  ir  ieglich  teil  besunder  mit  dem 
heiligen  sacramente  umbe  sine  stift,  umb  sin  kirspel  und  umbe  sine  örden  gon. 
darzü  so  wellent  uff  denselben  fritag  ieglich  orden  viere  in  das  münster  schichen, 
meszen  darinnc  zii  habende  alles  unserme  herre  gotte  zu  lobe  und  zu  ere  und  daz 
er  sines  zornes  gegen  uns  vergesze. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20  fasc.  13.  conc.  vel  eop.  (Zettel.) 

550.  Johans  von  Stille  der  Meister  und  der  Rat  zu  Strassburg  an  ihre  Boten  in 
Aschaffenburg:  Markgraf  Rudolf  hat  wegen  des  Abtes  von  Selz,  ihres  Bürgers, 
nach  dem  Tage  zu  Baden  noch  keine  Antwort  geschickt.  Die  Boten  sollen  auf  dem 
Landtage  zu  Aschaffenburg,  wohin  auch  der  Abt  selbst  kommen  oder  jemand  schicken 
werde,  ihr  bestes  in  der  Sache  thun.         datum  feria  quinta  ante  Mathei. 

[13S9  September  16.] 

«  Str.  St.  A.  G.  U.  P.  168.  or.  eh. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1475 

VI.  37 


288  1389 

551.  Johans  von  Stille  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  ihre  Gesandten 
auf  dem  Landtage  zu  Aschaffenburg:  teilen  mit  dass  Stislaw  von  der  Witenmülen, 
der  seine  Bemühungen  um  Aufhebung  der  Acht  zugesagt  habe,  seine  Briefe  einem 
Manne  mit  geben  will,  der  gute  Kundschaft  bei  Hofe  habe,  der  auch  bei  ihnen  vor- 
sprechen solle.  .  .  .  und  darumbe  ist  ez,  daz  ir  von  derselben  ähten  und  sachen  6 
wegen  nit  bessers  underhanden  hant,  so  läszent  ir  denselben  erbern  man  mit  hern 
Stislaw  briefen  gen  hofe  vollefaren;  were  ez  aber,  daz  ir  üt  beszers  davon  wustent, 
so  mügent  ir  denselben  erbern  man  wendig  machen  und  in  heiszen  bliben.  doch  so 
süllent  ir  nit  dester  minre  werben,  obe  es  üch  gut  beduncket  sin  an  herczoge  Ru- 
precht den  eitern  von  Peygern,  an  den  bischof  von  Mencze,  an  den  byschof  von  io 
Bäbemberg  und  an  andere  herren  und  mit  namen  an  die  nüne  des  lantfriden  an  dem 
Ryne,  daz  sie  von  unsern  und  der  ächte  wegen  ire  ernstliche  botschaft  tönt  an 
unsern  herren  den  römeschen  künig  in  aller  der  mäszen,  alse  wir  üch  öch  daz 
vormals  in  unserm  briefe  verschriben  hant.  und  tünt  daz  beste  darinne,  alse  wir  üch 
daz  wol  getruwent.  da  mit  tünt  ir  uns  sunderliche  liebe.  datum  vigilia  beate  15 
Mathei  appostoli.  [1389]  September  20. 

Str.  St.  Ä.  A.A..  112.  or.  mb.  lit.  cl. 

552.  Pfalzgraf  Ruprecht  der  altere  an  König  Wenzel :  bittet  der  Stadt  Straß- 
burg, die  nicht  wisse,  daß  und  warum  sie  in  der  Acht  sei,  freien  Zug  innerhalb 
des  rheinischen  Landfriedens  zu  gestatten  oder  sie  der  Acht  zu  entledigen.  20 

Heidelberg  [1389  September  27.] 

Aller  durchluchtigster  hochgeborner  furste,  gnediger  herre,  unser  schuldiger 
dienst  etc.  ez  hant  die  von  Straszburg  ir  erbere  botschafft  by  uns  gehabt  und  hant 
uns  laszen  wiszen,  wie  daz  sie  auch  vernomen  haben,  daz  sie  in  -die  ahte  sollen 
gefallen  sin,  als  von  Brüne  von  Rapoltstein  wegen,  davon  yn  doch  nit  kuntlich  oder  ■ 
wiszentllch  sy,  daz  yn  daz  ye  verkündet  oder  gemant  si[n]  worden,  als  uns  ir  boten 
gesagt  hant.  bitten  wir  uwer  gnade  underteniclich,  daz  uwer  gnade  versorgen  wolle, 
die  wile  die  von  Strasburg  auch  in  dem  lantfriden  sin,  den  uwer  gnade  von  uwerm 
geböte  uff  dem  Rine  gemacht  hat,  daz  dann  die  von  Straszburg  zu  demselben  lant- 
friden sicher  wandern  und  den  gesuchen  mögen,  dar  und  dannen,  wann  sie  auch  so 
helffen  muszent  den  lantfriden  zu  bestellen  und  darzu  dienen  umb  uwer,  dez  riches 
und  des  gemeynen  landes  notdurfft  willen,  wann  uwere  gnade  selber  wol  merken 
mag,  daz  ez  ein  notdurft  sy  dem  lande,  und  ob  ez  ouch  von  uwern  gnaden  sin 
mochte,  daz  dann  uwere  gnade  die  von  Straszburg  uz  derselben  achte,  ob  sie  daryn 
gefallen  weren,  wolte  heiszen  uzlaszen,  diewile  yn  nit  kuntlich  sy,  daz  sie  darinne  35 
sollen  komen  sin.  und  bitten  auch  uwer  gnade,  daz  uwer  gnade  den  von  Straszburg 
von  uwern  gnaden  eynen  offen  brieff '  senden  wollent  und  uns  den  selben  antwurten, 
daz  sie  ir  frunde  von  derselben  sachen  wegen  sicher  zu  uwern  gnaden  besenden 
mögen ;  so  hoffen  sie  die  sachen  gen  uwern  gnaden  zu  verantwurten  und  für  zulegen 


1  Einen  solchen  Geleitsbrief  stellte  König  Wenzel  am  29  October  1389  für  die  Stadt  ans.  Vgl.  nr.  555.     w 


1389  <28D 

az  uwer  gnade  daran  solle  ein  genügen  haben,  uwere  gnedige  antwurt  xrollenl  uns 
laszen  wider  vvi.s/.cii  by  disem  unserm  botden.  datum  Heidelberg  feria  secunda 
ante  festum  beati  Michaelis  archangeli. 

Von  uns  hertzog  Ruprecht  dem  eitern. 

Str.  St.  A.  AA.  107.  nr.  f>8.  cop.  eh.  coaev.  stellenweise  verwischt  und  unleserlich. 
Gedr.  Bappoltst.  CM*.  //,  nr.  313. 
liegest.  Koch  und   Wille  nr.  (1735. 

553.  Julians   von  Stille  der  Meister   und   der   Rat   von   Strassburg  an  Markgraf 
Rudolf  von  Baden:    teilen  als  Vermittler  zwischen  ihm  und  ihrem  Bürger,   dem  Abt 

fvon  Selz  mit,  dass  letzterer  zu  einem  gütlichen  Vergleich  und  Tagleistung  über  den 
streitigen  Zehnten  im  Ried  bereit  sei  und  ....  bittent  üch  ernstliche,  daz  ir  und 
die  uwern  dem  abte  daruf  sinen  zehenden  von  disem  jare  keren  wellent  und  uns 
damit  wellent  eren  in  den  Worten,  daz  wir  öch  dest  gerner  tun  wellent,  daz  üch 
dienstlich  ist.  uwer  entwurte  embieten  uns  darumbe  wider.  datum  die  beati 
"•■>  Dyonisü  anno  1389.  1389  October  9. 

Str.  St.  A.  AA.  84   cop.  eh.  coaev. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1478. 

554.  Strassburg  an  Mainz,  Worms,   Speier,  Frankfurt  über  die  Zahlung  der  den 
Pfalzgrafen  zuerkannten  Entschädigungssumme :    also  kundent  wir  uch,   alse  ir  ouch 

M  das  selber  wol  wissent,  dez  wir  getruwent,  daz  in  der  sunen,  die  zwischent  herren 
und  stetten  zugieng,  beret  wart,  daz  alle  gefangen  ledig  sin  soltent,  und,  was  von 
brantschatzes  oder  von  gefangenre  wegen  noch  uszestunde  dazumale  und  das  ver- 
bürget und  nit  gegeben  were,  daz  das  solte  abe  sin  .  .  .  Daher  bitten  sie  dass  .  .  . 
abeslagen  werde  daz,  das  unsere  bürgere  und  die  unsern  von  gefengnusze,  von  brant- 

«  Schatzes  oder  von  anderre  dinge  wegen  nach  der   vorgenanten  sunen   gegeben   hant, 

Iund  daz   ouch   ir   burgschaft  darumbe  ledig  werde   geseit.        datum   feria   5    ante 
555.  König  Wenzel  erteilt  freies  Geleit  für  Gesandte,  welche  Straßburg  in  Sachen 
30  des  Landfriedens  oder  der  Acht  zu  ihm  oder  zu  Tagen  senden  wolle. 

Betlern  1389  October  29. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu   allen   czeiten   merer  des 

reichs  und  kunig  zu  Beheim  bekennen  offenlichen  mit  disem  brief,  allein  die  burger- 

Imeistor,  rate  und  burger  gemeinlichen  der  stat  zu  Straspurg  in  unser  und  des  reichs 
acht  kumen  sind  und  noch  frevelichen  dorynne  bleiben  ydoch,  wann  dieselben  von 


Nach  einer  i.  d.  D.  B.  A.  II,  $33  Anmk.  3  gedruckten  Notiz  aus  Wencker's  ExcerptenA 


1  Dort  folgten  [nach  Weizsäcker]  fol.  134  noch  4  Schreiben  Strasburgs  an  obige  Städte  (3  als  Be- 
gest,  1  in  Abschrift),  aus  denen  erhellt,  daß  um  Weihnachten  eine  weitere  [dritte]  Bäte  von  35000  Gulden 
an  Pfalzgraf  Ruprecht  von  den  Städten  zu  zahlen  war,  daß  die  Straßburger  immer  noch  dieselbe  Klage 
wie  am  14.  Oct.  13S9  vorbringen  mußten,  und  daß  sie  nun  von  der  Summe,  zu  deren  Entrichtung  sie 
40   verpflichtet  waren,  ihre  selbstgcschätzte  Entschädigung  abziehen  wollten. 


1390 
Januar  6, 


290  1389 

Straspurg  zu  volenden  den  lantfride,  den  wir  nehsten  gemäht  haben  und  sich  mit 
uns  umb  diselben  achte  zu  vorrichten  ir  frunde  beyde  zu  uns  und  ouch  uf  die  tege, 
als  das  note  sein  wirdet,  senden  müssen,  so  haben  wir  durch  bete  willen  des  hoch- 
gebornen  Ruprechtes '  des  eitern  pfalczgrafen  bey  Ryn  des  heiligen  reichs  erczdrugscss 
und  herczog  in  Beyrn  unsers  liben  oheimes  denselben  von  Straspurg,  die  zu  uns  5 
und  zu  sulchen  tegen  reyten  werden  und  den  iren,  als  ofte  in  des  note  sein  wirdet, 
sicherheid  fride  und  geleite  gegeben  und  geben  in  die  in  craft  dicz  brives  von  ro- 
mischer kuniglicher  mechte  zu  uns  und  uf  sulche  tege  zureyten  und  czu  kumen, 
doselbist  zu  sein  und  von  dann  zureyten  sicher  leibes  und  gutes  für  uns  und  alle 
die,  die  durch  unsern  willen  tun  und  lassen  an  geverde  von.  data  dicz  brives  bis  w 
uff  den  oberisten  tag.  und  gebiten  doruber  allen  fursten,  geistlichen  und  werblichen, 
grafen,  freyen  herren,  dinstluten,  rittern,  knechten,  gmeinscheften  der  stete,  merkt 
und  dorffer  und  allen  andern  unsern  des  reichs  und  des  kunigreichs  zu  Beheim  ge- 
trewen  und  undertanen  ernstlichen  und  vesticlichen  mit  disem  brive,  das  sie  die 
egenanten  von  Straspurg  und  die  iren,  die  zu  uns  und  uf  suliche  tege  reyten  und  is 
kumen  werden  czwischen  hie  und  dem  oberisten  tage  an  iren  leiben  und  guten  nicht 
hindern,  irren,  angreiffen  oder  leidigen  in  dheineweis,  als  libe  in  sey  unser  swere 
ungnade  zu  vermeiden.  geben  zum  Betlern  noch  Crists  geburd  dreiczehenhundert 
jare  und  dornach  in  dem  neunundachczigisten  des  freytags  vor  aller  heiligen  tag  unser 
reiche  des  behemischen  in  dem  sibenundczweinczigisten  und  des   romischen  in  dem  20 

virczehendem  jaren. 

Ad  mandatum  domini  regis  Jo. 

Camyn.  elect.  cancellarius. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  51.  or.  mb.  I.  pat.  e.  sig.  i.  v.  impr. 

Beg.  D.  B.  A.  II,  218  Anmk.  3.  -  Beg.  Koch  und  Wille  nr.  4S97.  » 


556.  Strassburg  an  Bürgermeister  und  Rat  zu  Eszelingen :  .  .  .  wir  kündent 
üch  daz  der  edel  herre  marggrefe  Heszse  von  Hochberg  und  wir  etwaz  miszehelle 
und  sachen  mit  enander  hant.  dar  umbe  er  und  wir  dage  mitenander  geleistet  hant 
zu  Läre\  uf  dem  selben  dage  buttent  wir  ime  reht  zu  tunde  umbe  sine  anspräche, 
die  er  an  uns  het  uf  gemeine  lüte,  also  daz  er  uns  dar  nach  öch  reht  widerumbe  30 
dete  umbe  die  anspräche,  die  wir  und  unsere  bürgere  an  in  hant  öch  uf  gemeine 
lüte.  und  woltent  wir  ime  daz  versichert  haben  zu  tünde  vür  zwenczig  tusent  güldin, 
vür  zehen  dusent  güldin  oder  vür  sehsdusent  güldin,  daz  er  doch  versprochen  gegen 
uns  het  und  uns  dez  uz  gegangen  ist.  darnach  so  hant  wir  aber  dage  mitenander 
geleistet  zu  Ettenheim  und  hant  ime  aber  aldä  reht  gebotten  uf  gemeine  lüte  zu  kom-  35 
mende,  also  wenne  daz  reht  gegen  uns  uzgetragen  würde,  daz  er  danne  derihte  dar- 
nach uf  dem  selben  dage  vor  den  selben  gemeinen  lüten  uns  umbe  unse  anspräche, 

a)   Ucbergeschrieben  für  Ettenheim. 


1   Vgl.  oben  nr.  552.  den  Brief  Buprechts  an  Kg.  Wenzel  vom  27  Sept.  1389. 


10 
15 


1389  291 

die  wir  an  in  hant  och  roht  dargegen  (lote,  und  woltent  wir  öch,  daz  gegen  ime  also 
uf  genommen  haben,  daz  wir  es  zu  beiden  siten  gegen  enander  vür  kein  gut  ver- 
sichert soltent  haben,  und  daz  es  unversichert  also  dar  gegangenem  solle,  wände  er 
selber  meinde,  daz  er  daz  reht  vür  sölich  gut  nit  versichern  künde,  dez  er  uns  öch 
■/.i\  glicher  wise  also  abgegangen  ist.  und  über  daz  allesament,  so  het  er  uns  den 
salz  und  die  vürwort  abegeseit,  die  er  und  wir  gegen  enander  hettent.  und  wil  uns 
nü  durch  sinen  mütwillon  und  wider  reht  kriegen,  und  dar  umbe  so  bittent  wir  üch 
frünt  liehe,  hörent  ir  der  selben  sachen,  gedencken,  daz  ir  uns  danne  verentwurten 
wellent  in  die  wise,  alse  dar  vor  ist  bescheiden,  wände  öch  der  sachen  also  und  nit 
anders  ist.  und  daz  ir  öch  dis  andern  stetten  und  uwern  guten  fründen  verkünden 
wellent,  daz  der  selben  sachen  also  ist  und  nit  anders,  und  were  es  öch,  daz  ir  von 
keinre  samenungen  ützit  befindent.  die  er  hette,  daz  ir  uns  daz  vürderliche  ver- 
schoben wellent  läszen  wiszen.  da  mit  erzögent   ir  uns  eine  sunderbar  frünlschaft. 

datum  feria  quinta  proxima  post  diem   festi    omnium   sanetorum   anno  d.    1389. 

[An  den  Rand  ist  geschrieben :  Rotwile,  Basel,  Friburg,  Brisach,  Kentzingen,  wohl 

die  Städte,  an  die  derselbe  Brief  geschickt  wurde. \  1389  November  4. 

Str.  St.  A.  AA.  84  nr.  23  ».  conc.  eh. 
Heg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  h.  388. 


557.  Meisler  und  Rat  von  Straßburg  an  Cuno  von  Otterbach:*  stellen  ihm  die 
a<>  gleiche  Sühne  in  Aussicht,  die  seinem   Vater  geworden.  1389  November  a. 

Wir  Örtelin  Mansze  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  kündent  dir  Conen 
von  Otterbach,  alse  du  uns  gescriben  hast,  daz  wir  da  nit  anders  da  von  wiszent, 
war  umbe  wir  din  besorget  sin  soltent,  danne  daz  es  uns  geseit  ist  worden,  und 
wiszent  wir  es  öch  nit  anders  danne  von  hörsagen,  und  alse  du  schribest,  daz  du 
25  umbe  keine  andere  vigentschaft  gegen  uns  wiszest,  danne  von  dez  krieges  wegen, 
der  zwischent  herren  und  stetten  gewesen  ist,  der  sie  öch  verrihtet.  also  wiszent  wir 
öch  nit  anders  mit  dir  zu  tünde  haben,  doch  wellent  wir  die  selbe  süne  und  rihtunge 
("ich  halten  gegen  dir,  so  danne  von  dines  vatters  wegen,  dem  hant  wir  geentwurtet, 
daz  wir  getruwent,  daz  bescheidenlich  sie  und  da  mit  in  öch  begnügen  sülle.  und 
so  dar  über  so  getruwent  öch  wir  und  die  unsern  dir  denheine  sorge  zu  habende  und 
li'tsze  öch  du  uns  darumbe  dine  verschriben  entwurte  mit  disem  botten  wider  wiszen. 
datum  sabbato  proximo  post  dienT  festi  omnium  sanetorum  anno  dorn.  1389. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  168.  eonc  (?)  mb. 

558.  Bischof  Friedrich  ton   Straßburg  schließt  einen  Vertrag   mit  der  Stadt 
Straßburg  über  die  Pfahlbürger.  138»  November  15. 

Wir  Fridrich  von   gotz   gnaden    bischof  zu    Strazburg   verjehent  und   kündent 
mengelichem  mit  disem  briefe,  alse  etwaz  stoszes  und  missehelle  ietzent  gewesen  ist 


1  1389  November  26  Straßburg  gewältrt  demselben  auf  sein  Ansuchen  eine  Tagleistung  tu  Seh  und 
verspricht  Boten  dorthin   zum  10.  December  (fridag  nftch   8.  Nicolaus)  eu  senden.        datum   feria  6 
40   pvoxima  post  diem  sete  Katheriue. 


292  1389 

zwischent  uns  und  den   erbern  wisen,  dein  meister  und  dem   rate   und  den  burgern 
gemeinliche   der   stette   zu  Strazburg  von    derselben  stette   zu  Strazburg   pfalburgere 
wegen,  die  under  uns   und  in    allen  unsern    stetten,  dörffern  und   gebieten   geseszen 
sint,  daz  also  durch  sunder  früntschaft  und  durch  daz,  das  wir   und  sie   dest  frünt- 
licher  mitenander  geleben  mügent   und  öch  mit   namen  umbe  daz,  daz  sie  sich  ouch    5 
uns  zu  liebe  derselben  irre  pfalburgere  aller  sament,  die  sie  in  allen  unsern  stetten, 
vesten,  dörffern  und  gebieten  hant,  begeben  habent  und  sie  uns  hant  geluszen  volgen 
in    die  wise,  alse   hie    nächgeschriben   stät,   wir   früntliche   gerihtet   und   übertragen 
sint  mit  denselben  dem  meister,  dem   rate   und  den   burgern  gemeinliche   der   stette 
zu  Strazburg  in  alle  die  wise,  alse  daz  hienäch  geschriben  stät :  daz  ist  also,  daz  wir  10 
Friederich  bischof  zu  Strazburg  süllent  den  von  Strazburg  alle  ire  uzburgere  genant 
pfalburgere,  die  under  uns  seshaft  sint  und  die  sie  uns  geläszen  hant  dis  nehste  jar 
nach  der  date   dis  briefes   zu  zalende,  läszen   sitzen   mit   semelichen  dienste  und   in 
aller  der  mäszen,  alse  sie  untze  har  geseszen  sint,  und  nach  demselben  jare,  so  sül- 
lent wir  noch  die  unsern  sie  nyemer   me  vürbaszer  getrengen    noch  genötigen  noch  15 
in  keine  sunder  getwengnüsze  getün  noch  schaffen  getan  werden  danne  ungeverliche 
alse  andern  unsern  lüten,  bi  den  si  danne  sitzent  äne  geverde.  und  süllent  ouch  die 
von  Strazburg  keinen  uzburger  genant  pfalburgere  me  empfahen,  die  uns  zügehörent. 
es  süllent  ouch  alle  unsere  lüte,  die  under  uns  seshaft  sint,  wä  die  geseszen  sint, 
einen  frien  gezog  habent  mit  irem  libe  nnd  gute  zu  ziehende  in  die  stat  zu  Strazburg   2« 
oder  wohin  es  in   föget.  und   süllent  wir   noch   die  unsern  daz   nit  weren   noch   sie 
daran   irren   in  denheinen  weg.    und  hettent  öch  die   unsern    iergent  abetrünne  ver- 
sworn   oder   burgschaft  darvür   gesetzet,  die   süllent   wir   und   die    unsern   in   disen 
nehsten  ahte  dagen  derselben  irre  eide  und  burgschaft  ledig  und  los  tun  sagen,  were 
ez  aber,  daz  einre  hinnan  fürder  es  verschuldete,  daz  er  uns  mit  rehtem  gerillte,  lip  25 
und  gut  verfiele,  verbünde  sich  der  ützit,  daz  sol   er  halten,   were  aber  er  uns  vor- 
mals lib  und  gut  verfallen,  wez   sich   der  verbunden  hette,  daz  sol   er  halten,    hette 
öch  denhein  sölicher  schulden  geholffen  machen,  darzü  er   beruffet  were  worden  mit 
einre  gelüteten  glocken  oder  hette  er   mit   hande  oder  mit  munde   denheine   schulde 
gelopt  zu  geltende,  die  sol  er  ouch  helffen  bezaln.   daz  sol  aber  nit  angän  semeliche  30 
schulde,  alse  die  lüte  vür  abtrünne  gelopt  hant  und   die  von  abtrünne  wegen   dar- 
triffet.  were  es   ouch,  daz   ieman,  wer   der   were,  sine   lüte,  die   under    ime   sitzent, 
trengen  oder  twengen  wolte  oder  sie  bitze  har  getrenget  hette,  daz  dieselben  keynen 
fryen  gezog  haben  soltent,  uf  den  und  uf  die  süllent  wir  bischof  Friderich  den  vor- 
genanten meister  und  rate  zu  Strazburg  geraten  und  beholffen  sin,  daz  er   sine  lüte  35 
der  getwengnüsze,  eide  burgschaft  und  gelübede  ledig  sage,  die  sie  ime  darumbe  ge- 
tan hant  und  daz  er  sie  läsze  fri   ziehen  mit  irem  libe  und   gute,    wähin  sie   wellent, 
alse  ouch  daz  billich  reht  und  gewönlich   ist,   uzgenommen   eigen  lüte,    die  man  be- 
setzen sol  mit  den  lide  nehsten,  alse   daz  von  alterhar  dan  gewönlich   und   reht  ist. 
wir  der  vorgenante  bischof  Fridrich  wellent  ouch  nit,    daz   denhein    unser   amptman  « 
noch  nieman  der  unsern  denheinen,    der   der   von    Strazburg   bürgere   gutere  lehent 
oder  in  gülte  davon  git,  von  dez  selben  gutes  oder  der  gülten  wegen  ützit  me  trenge 
oder  nötige  zu  dienende  anders  danne  alse  vil,   alse  er  vormals   diende,   e  danne  er 


1389  200 

daz  gut  lehente,  es  were  danne,  daz  er  sich  an  sinen  gutern  beszerte  oder  ergerte 
nach  erkentnüsze  der  banlüte,  da  er  danne  geseszen  ist.  der  vorgenanten  der  von 
Strazburg  lehenlüte  mügent  der  bürgere  von  Strazburg  vihe,  pferde,  rindere,  schofle 
und    ander   vihe    uf  unser   wunne,  weide   und   almende  triben,  wä    die   sitzent  alse 

5  untze  har  gewönlich  ist  gewesen,  welre  ouch  under  uns  der  bürgere  von  Strazburg 
gütere  lehent  oder  gelehent  het,  gienge  der  von  den  gutern  e,  danne  die  zil  uzge- 
ginget,  alse  er  dieselben  gütere  gelehent  het,  oder  so  die  zil  oder  die  mist  gedinge 
uzkommet,  so  sol  derselde  leheman  noch  nieman  der  unsern  dieselben  bürgere  von 
Strazburg,  der  danne  daz  selbe  gut  ist,  an  den  gutern  vürbaszer  zu  lihende  nit  irren 

io  noch  hindern,  welre  daz  darüber  dete  oder  also  von  den  gutern  gienge  e,  danne 
duzselbe  zil  uzkemmet  oder  die  bürgere  also  an  iren  gutern  zu  verlihende  irrete, 
uf  den  süllent  wir  unsere  amptlüte  und  die  unsern  nach  der  von  Strazburg  ver- 
kündende den  von  Strazburg  und  iren  burgern  geraten  und  beholffen  sin,  daz  daz 
nit  geschehe  und  in  öch  verbeszert  werde  unverzögenliche,   alse  gienge   es   uns  den 

»6  bischof  selber  an.  wir  süllent  öch  daz  gesinde  und  die  knehte,  die  die  bürgere  von 
Strazburg  uffe  iren  gutern  und  höfen  hant,  die  under  uns  dem  bischofe  gelegen  sint, 
denheine  bete  trengen  zu  gebende  noch  sie  sus  nötigen  noch  nieman  von  unsern 
wegen,  da  söliche  knehte  oder  gesinde  uns  vormals  zehen  Schillinge  Strazburger 
Pfennige  oder  minre  gedienet   hant.    weihe   aber  under   denselben   me  danne  zehen 

2o  Schillinge  jares  gedienet  hettent,  die  süllent  uns  bete  geben,  alse  harnäch  von  den 
burgern,  die  uszer  der  stat  zu  Strazburg  under  uns  ziehent,  geschriben  stSt,  wände 
wir  süllent  sie  äne  dieselben  damit  läszen  bliben  in  iren  alten  rehten  und  guten 
gewonheiten,  alse  sie  von  alter  har  kommen  sint  äne  alle  geverde.  wir  der  vorge- 
nante bischof  wellent  ouch  nit,  daz  man  von  denheinem  burger  von  Strazburg  sinen 

25  gutern,  frühten  und  dem  iren  in  unsern  gerillten  üt  rihten  sülle,  wände  wir  ir  friheite 
wol  gesehen  und  selber  gelesen  hant,  daz  sie  des  von  römeschen  keisern  und  künigen 
gefriet  sint,  daz  man  davon  nit  rihten  sol.  und  darumbe  so  wellent  wir,  wenne  den- 
heinem unserm  amptmanne  oder  dem  unsern  in  dem  gerihte,  da  die  lüte  daz  gut 
oder  daz  ire  verbotten  sint,  es  zu  dem  ersten  male  verkündet  wirt  mit  der  stette  zu 

so  Strazburg  briefe  oder  gewiszem  botten,  daz  sie  danne  die  lüte  oder  daz  gut  oder 
daz  ire,  daz  danne  verbotten  ist,  ledig  sagen  süllent.  und  daz  süllent  ouch  unsere 
amptlüte  und  die  unsern  vürderliche  und  äne  verzog  tön.  und  süllent  unsere  ampt- 
lüte den  oder  die,  den  die  bürgere  von  Strazburg  ir  gut  oder  daz  ire  verbotten  hettent, 
den  burgern  nächwisen  in  die  stat  zi'i  Strazburg.    und    sol  man    danne   den  unsern, 

äs  die  in  die  stat  also  gewiset  werdent,  in  der  stat  zu  Strazburg  unverzögenliche  dez  rehten 
helffen  äne  alle  geverde.  und  süllent  öch  wir  der  bischof  und  unsere  obresten  amptlüte 
alle  die  schultheiszen,  die  under  uns  nii  zu  male  sint  oder  die  wir  harnäch  machent,  tun 
sweren  an  den  heiligen  daz  vorgeschoben  stücke  also  zu  haltende  und  zu  vollefürende  un- 
geverlich.  wä  aber  der  von  Strazburg  bürgere  [einre]  darüber  einen  brief  vordert  an 
ineister  und  rat,  daz  ime  sine  gütere  verbotten  verent  und  ime  daz  gut  von  den  unsern 
also  danne  entslagen  wurde,  vindet  sich  danne  vor  meister  und  rate,  daz  daz  gut,  daz 
demselben  burger  entslagen  were,  nit  sin  eigen  gut  were,  so  süllent  in  meister  und  rat 
tlariiiiilit'  straffen  und  es  in  tun  beszern,  alse  iren  eren  wol  anstät.  were  ez  öch,  daz 


294  1389 

unserre  schultheiszen  einre  der  burger  von  Slrazburg  gut  von  dem  ersten  verkündende 
nit    entslflge    und   also    verbrochen  würde,    den   süllent  wir    darumbe   tun    straffen 
und  in  tun   beszern,    alse   unsern   eren    daz   danne   wol  anstät.     es  ist  ouch   beret, 
were  es,  daz  die  von  Strazburg   reysen    varen  woltent   oder   reysende   würdent,  be- 
dürffent  sie   danne  pferde,    wegene,     karriche   und   semelicher  bereitschaft   von   den    5 
unsern  in  unserm  lande,    daz  wellent  wir  in  wol    günnen  und  ist  unser   guter  wille 
umbe    semeliche    pfennige,     alse    sie    untze    har    sölichen   lüten    darumbe    gegeben 
hant.  und  süllent  wir  daz  also  allen  unsern  amplüten    befehlen,   wir  der  vorgenante 
byschof  Friderich  wellent  öch,  welre  der  von  Strazburg  ingeseszen  burger  hinanfürder 
nach  dem  dage,  alse  dirre  brief  gegeben  ist,  us  der  stat  hinder  uns  in  unsere  stette  10 
gerihte  und  gebiete  zühet,  derselbe  und  sine  nachkommen  süllent   uns  jares    dienen 
eine  alte  gemeine  banbete.  und  dieselben  süllent  den  unsern,    da   sie   danne   seshaft 
sint,  helffen  mächen  mülen,  ofenhüser,  burnen,  stege   und   wege   nach   margzal,    alse 
sie  danne  daran  an  gebürt,  ungeverlich.  sie  süllent  öch  alle  gemeine  eynungen  helffen 
halten  und  süllent  mit   den   unsern   in   unsern   gerihten,   da   danne   söliche    bürgere   is 
sitzent,  zu  gerihte  gän.  sie  süllent  ouch  den  unsern  helffen  graben  und  wachen  nach 
irre  anzal  ungeverlich.  wir  noch  die  unsern  süllent  ouch  semeliche  bürgere  über  die 
vorgeschriben  dinge  nit  vürbaszer  trengen  oder  nötigen    uns  vürbaszer  zu    dienende 
oder  zu  tünde,  sie  detent  es  danne  gerne,  wir  süllent  noch  wellent  öch  nit  gestatten, 
daz  dieselben  bürgere  ieman  versetze  oder  verbinde  gülte  oder  zinse  zu  gebende  oder  20 
schulde  zu  machende  in  denheinen  weg.-  wä   auch   einre   der  von   Strazburg   burger 
eine  unfüge  tut  in  unsern  gerihten  und  gebieten,  kommet  der  mit  dem  libe    darvon, 
so  sol  öch  alles  sin  gut  fry  und  ledig  sin  und  bliben,  es  were  danne  daz  denheinre 
der  unsern,  der  von  uns  in  die  stat   zu  Strazburg   gezogen  were,    sider   der  .zit   daz 
wir  bischof  zu  Strazburg  gewesen  sint.  zügent   dieselben  also  wider  under  uns  under  25 
unser  gebiete,  die  süllent  uns  dienen  alse  andere  unsere  lüte  äne  geverde.  welre  öch 
der  von  Strazburg  ingeseszen  burger  sine  kinde  oder  gesinde  us  der  stat  in   unsere 
gebiete  jares  vert  sine  gutere  zu  buwende  oder  andern  sinen  nutz  zu  werbende,  der  doch 
sine  beste  husere  in  der  stat  zu  Strazburg  het,  der  und   dieselben  süllent  fri  hinder 
uns  sin  alles  dienstes  und  aller   der  vorderungen,    so   die   unsern   an   sie   gevordern  so 
oder  getün  möhtent,  wände  wir  wellent,  daz   sie   fri   sind   und   ouch   unsere   wunne 
und  weide  mit  allem  irem  vihe  mügent  nützen  und  nieszen  und  zu   aller   irre   not- 
durft  bruchen,  alse  alle  andere  unsere  lüte   und   alse   daz   ouch   harkommen  ist  äne 
geverde.  were  es  aber,  daz  wir  und  die  von  Strazburg  stöszig   mitenander   darumbe 
würdent,  so  sol  yetweder  teil  under  uns  derselben   sachen  komen   uf  zwene   erbere  K 
manne,  und  süllent  wir  byschof  Friederich  darzu  einen  zu  einem    obemanne   nemen 
uz  den  vier  meistern  und  dem  ammeister,  die  danne  zu  Strazburg  sint.  und  waz  der 
merre  teil  under  denselben  fünfen  darumbe  erkennent  und  sprechent,  daz  süllent  wir 
und  die  von  Strazburg  zu  beidensiten    halten   und   voilefüren,    und   wenne   daz   ein 
mal  von  unsern  bischof  Frideriches  wegen  geschehen  ist,  würdent  wir  danne  die  von  *<> 
Strazburg  von  sölicher  stücke  wegen  anderwarbe  anlangende,  so  süllent  wir  zu  beiden 
siten  aber  zwene  erbere  manne  darzu  setzen  und  süllent  danne  die  von  Strazburg  einen 
under  disen  sehsen,  die  hie  nach  geschriben  stänt,  zu  einem  fünften  manne  darzu  nemen. 


1389 

und  waz  dieselben  funfe  darumbe  erkennent  und  sprechent,  daz  süllent  wirfiehzfi  beiden 
siten  hallen  und  vollefüren.  und  sint  diselben  sehse:  her  Weither  von  Mulnheiui  probst  zu 
Rynowe,  her  Burekart  von  Landesperg,  der  Zuckemantel  der  elter,  her  Johana  von  Sehaf- 

lollzheiui,Voluiar  von  Wickershei tdJohans  Hlappollzheim.  und  öch  allewegent  also  ein- 

r.  mal  aäch  «lern  andern,  wie  dicke  wir  die  von  Strasburg  von  deszelben  Stückes  wegen 

I  anlangende  wüsdent,  so  sol  es  allewegent  also  darumbe  sin  und  bliben  und  zu  glicher 
wise,  alse  es  davor  darumbe  bescheiden  ist.  doch  sol  dieselbe  anspräche  allewegent 
nit  me  sin  danne  von  einre  personen  wegen  ie  zii  einem  male,  und  wenne  öch  wir 
bischof  Friderich  eine  söliche  anspräche  an  die  von  Strazburg  hant  und  wir  einen 
10  uz  Iren  vier  meistern  und  dem  ammanmeister,  die  danne  sint,  darzü  nemen  süllent, 

Iso  süllent  die  dage  darumbe  sin  in  der  stat  zu  Strazburg  und  niergent  anderswä. 
so  aber  unser  anspräche  ander  warbe  darumbe  ist  und  die  von  Strazburg  einen 
linder  den  vorgenanten  sehsen  zu  einem  fünften  manne  nemen  süllent,  ho  süllent 
dieselben  dage  sin  zu  Holtzheim  und  öch  niergent  anderswä  äne  alle  geverde.  wenne 
15  öch  die  vorgeschriben  sehse  alle  sehse  gesterbent  und    verfarent,    wenne   wir  danne 

Idie  von  Strazburg  von  einre  sölichen  sachen  wegen  ansprechent,  so  süllent  allewegent 
ietweder  teil  under  uns  zwene  erbere  manne  darzü  setzen,  und  süllent  die  von 
Strazburg  danne  einen  darzü  nemen  uz  unserm  bischof  Frideriches  rate,  der  danne 
unserm  rat  gesworn  het,  weihen  sie  wellent.  und  waz  danne  daz  merre  teil  under 
«  denselben  fünfen  von  dez  vorgenanten  Stückes  wegen  erkennent  und  sprechent,    daz 

§  süllent  wir  zu  beidensiten  darumbe  halten  und  vollefüren  äne  alle  geverde.  weme 
öch  die  von  Strazburg  ire  stat  verbietent,  die  mügent  hinder  uns  ziehen,  in  weihe 
unser  stat  oder  gerihte  sie  wellent.  und  wohin  sie  hinder  uns  ziehent,  so  süllent  sie 
ire  kinde  und  gesinde,  die  wile   die   zile   werent,    alse  in   danne   die   stat  verbotten 

8!i  ist,  fri  sitzen  alles  dienstes  und  aller  vorderungen.  und  süllent  wir  es  gegen  den 
halten,  alse  von  der  von  Strazburg  edeln  burgern  hernach  geschriben  stät,  die  wile 
sie  under  uns  sitzent,  ez  were  danne,  daz  sie  es  mit  iren  unzühten  gegen  uns  oder 
den  unsern  verschuldetent,  die  mügent  wir  von  uns  heiszen  ziehen  ungehindert  äne 
geverde.  weihe  die  von  Strazburg  vür  edellüte  empfangen  oder  sus  vür  edellüte  hant 

so  und  die  under  uns  under  unserre  gebieten  zügent  und  die  da  seshaft  werent  oder 
iegenote  da  seshaft  sint  äne  die,  die  vormals  in  unsern  stetten,  dörffern  und  gebieten 
bete  gegeben  hant,  die  süllent  betefry  da  sin.  und  süllent  wir  noch  nieman  von 
unsern  wegen  sie  nit  nötigen  noch  trengen  zu  tünde  anders  danne  alle  andere  edel- 
lüte tönt,  die  under  uns  geseszen  sint  äne  alle  geverde.    wir  der  vorgenante  bischof 

85  Friderich  noch  unsere  amptlüte  noch  nieman  von  unsern  wegen  süllent  noch  en- 
wellent  den  unsern  nit  verbieten,  daz  sie  den  burgern  von  Strazburg  ingeseszen  oder 
uzgeseszen  noch  den  iren  nit  malen,  bachen  oder  arbeiten  süllent,  in  weihen  weg 
daz  sie,  wände  wir  wellent,  daz  die  unsern  in  malent,  baehent  und  arbeiten)  umbe 
ire  pfennige  alse   andern    lüten    äne   geverde.     wir   süllent   öch   jares    von   den  von 

40  Strazburg  nit  me  danne  hundert  pfunde  Strasburger  pfennige  nemen  die  vier 
wochen  us,  alse  ire  messe  alle  jare  in  irre  stat  ist,  die  wile  sie  dieselbe  mesze  in 
irre  stat  haltent  und  haben  wellent  vür  unsern  zol,  der  uns  in  unserm  zollehuse 
zi'i  Strasburg  dieselben  vier  wochen   vallen   und   werden   solte.    und  süllent    wir  sie 

VI.  88 


296  1389 

darüber  nit  nötigen  noch  trengen  noch  vordem  uns  me  Javür  zu  gebende,  wände 
uns  sol  da  mit  davür  begnügen  äne  geverde.  unsere  zollere,  die  in  der  stat  zu 
Straspurg  uf  den  brücken  und  bi  den  turnen  von-  unsern  wegen  zol  nement, 
die  süllent,  von  wine,  von  körne  noch  von  denheinen  andern  dingen  nit  me 
zolles  nemen  danne,  alse  man  von  alter  har  vor  zwentzig  oder  vor  driszig  jaren  da  ' 
selbes  genomert  het  äne  alle  geverde.  wir  der  vorgenante  bischof  Friderich  noch 
nieman  von  den  unsern  wegen  süllent  noch  enwellent  hinnanfürder  in  allen  unsern 
stetten,  dörffern  und  gebieten,  ez  sie  uf  wasser  oder  uf  lande,  denheinen  nuwen  zol 
uf  die  bürgere  von  Strazburg  noch  uf  ir  gut  machen  noch  von  in  heischen,  und 
hettent  die  unsern  semeliche  nuwe  zolle  gemachet,  die  süllent  abe  sin  äne  geverde.  >" 
zu  glicher  wise  süllent  wir  meister  und  rat  zu  Strazburg  noch  nieman  von  unsern 
wegen  noch  enwellent  och  hinnanfürder  in  unserre  stat  und  burgbanne  zu  Straz- 
burg, es  sie  uf  waszer  oder  uf  lande,  denheinen  nuwen  zol  uf  den  vorgenanten 
unsern  herren  bischof  Friderich  zu  Strazburg,  uf  die  sinen  noch  uf  ir  gut  machen 
noch  von  in  heischen,  und  hettent  wir  semeliche  nuwe  zolle  gemachet,  die  süllent  u 
abe  sin  äne  geverde.  wir  der  vorgenante  bischof  Friderich  verzihent  uns  ouch  mit 
disem  briefe  gegenwertikliche  aller  der  ansprächen  und  vorderungen,  die  wir  und  die 
unsern  untze  uf  disen  hütigen  dag  an  die  vorgenanten  meister  und  rat  und  an  die 
bürgere  gemeinliche  und  besunder  der  stat  zu  Strazburg  gehabt  hant  oder  gehaben 
möhtent :  es  sie  von  brandes,  nomen  oder  schaden  wegen,  der  uns  oder  den  unsern  20 
von  in  oder  den  iren  geschehen  ist,  in  weihen  weg  daz  sie,  oder  von  waz  Sachen 
wegen  daz  ist,  wände  wir  also  uf  disen  hüligen  dag  mitenander  früntliche  und  gen- 
tzliche  gerihtet  und  geslihtet  sint  äne  alle  geverde.  wir  wellent  öch,  daz  die  ver- 
buntnisse,  die  wir  und  die  von  Strazburg  mitenander  hant,  und  die  wir  öch  gesworn 
hant  gegenenander  zu  haltende,  gegen  uns  zu  beidensiten  stete  sol  sin  und  in  allen  20 
iren  kreften  bliben  mit  allen  den  stücken,  puntten,  verbüntnüszen  und  artickeln, 
alse  es  die  buntbriefe  besagent,  die  darüber  gemachet  und  versigelt  sint  äne 
alle  geverde.  und  durch  daz,  daz  die  vorgenante  früntliche  rihtunge  und  der 
Übertrag  und  allez  daz,  daz  da  vorgeschriben  stät,  stete  sol  sin  und  bliben  in 
alle  die  wise,  alse  da  vorgeschriben  stät,  alle  die  wile,  daz  wir  der  vorgenante  w 
bischof  Friderich  lebent  und  byschof  zu  Strazburg  sint,  äne  underläz.  wände 
wir  s  öch  also  und  dieselbe  zit  us  mit  ufgehebter  hant  tipliche  gesworn 
hant  an  den  heiligen  unverbrochenliche  zu  haltende,  so  han  wir  dez  zu  einem  woren 
Urkunde  unser  ingesigel  an  disen  brief  gehencket  und  durch  merre  Sicherheit  und 
gantzer  bestetegunge  willen  aller  der  vorgeschriben  dinge  so  hant  wir  der  vorgenante  sä 
bischof  Friderich  gebeten  den  tümprobst,  den  dechan  und  daz  capittel  unserre  merren 
stifte  zu  Strazburg,  daz  sie  dazselbe  unsers  und  ires  capittels  ingesigel  zu  dem  unsern 
hant  gehencket  an  disen  brief,  dez  öch  wir  Burekart  von  Lützelstein  der  tümprobst 
und  Volmar  von  Lützelstein  gebrüdere  dechan  der  merren  stifte  zft  Strazburg  von 
unserm  und  dezselben  unsers  capittels  wegen  verjehent  an  disem  briefe.  und  daz  zu  *o 
einem  Urkunde  so  ist  dez  vorgenanten  unsers  cappittels  ingesigel  durch  bete  willen 
dez  vorgenanten  unsers  gnedigen  herren  bischof  Frideriches  zu  Strazburg  zö  des 
selben  unsers  herren  bischof  Fridriches  und   der   stette   zu   Strazburg   ingesigeln   an 


1389  297 

(lisch  brief  gehencket.  wir  Ortelin  Mansze  der  meister  und  der  rat  von  Strasburg 
rerjehent  öch  und  künden!  mengelichem  mil  dieem  briefe,  daz  wir  von  unsern  und 
der  gemeinde  wegen  zu  Strazburg  früntliche  geribtet,  ge.slihtet  und  überkommen  sint 
mit  dem  vorgenanten  unserm  gnedigen  herren  bischof  Frideriche  zu  Strasburg  aller 

«  dinge,  die  da  vor  an  disem  briefe  geschriben  staut,  wände  wir  dieselben  vorgeschriben 
dinge  allesamcnt  halten  wellent  unverbröchenliche,  die  von  unsern  wegen  da  vorge- 
schriben  stänt  all  die  wile,  daz  der  vorgenante  herre  bischof  Friderich  lebet  und 
bischof  zu  Strazburg  ist  und  es  öch  alle  jare  der  nuwe  rat,  der  in  unserre  stat  zu 
Strazburg  wirt,  sweren  sol  also  zu  haltende,    und  zu   einem  waren  Urkunde   so   ist 

i"  unserre  stette  ingesigel  zii  dez  vorgenanten  unsers  herren  bischof  Frideriches  und 
dez  capittcls  ingesigeln  zii  Strazburg  an  disen  briet  gehencket.  der  wart  gegeben 
an  dem  ersten  mentdage  nach  sant  Martins  dage  dez  heiligen  byschofes  in  dem  jare 
da  man  zalte  von  gotzbürte  drützehenhnndert  jare  ahtzig  und  nüne  jare. 

Str.  St.  A.  AA.  1412  or.  mb.  1.  pat.  c.  3  sig.  pend. 

Ebenda:  ein  itnvollzogenes  Orig.  und  mehrere  gleichzeitige  Copien.  —  AA.  1413  conc.  eh.  blosse 

Aufzählung  der  Bedingungen  dieses  Vertrages. 
G.  U.  P.  lad.  271.  nr.  14.  cop.  vel.  or.  mb. 
Gedr.  Lünig,  I,  pg.  284.  —  Wencker,  de  ussburg.  88-95. 

559.  Zubrief  zu  dem  großen  Sühnebrief  des  Bischof  Friedrich  und  der  Stadt 
so  Straßburg.  i389  yovunber  22. 

Wir  Friderich  von  gotz  gnaden  byschof  zu  Strazburg  und  wir  Wilhelm  zu  dem 
Riet  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  verjehent  und  tünt  kunt  mit  disem 
briefe,  also  wir  zu  beidensiten  liplichen  und  frontlichen  gerihtet  und  geslihet  sint  von 
aller  der  spenne  und  missehelle  wegen,  so  wir  bitzhar  mitenander  gehebet  hant,  alse 
■  das  der  brief  wiset,  da  diser  brief  durch  gezogen  ist.  in  derselben  rihtunge  begriffen 
und  beret  wart,  das  wir  bischof  Friderich,  die  stat  von  Strazburg  und  ire  nach- 
kommen ungehindert  und  unansprechig  süllent  laszen  von  irre  edeln  bürgere  wegen 
herren,  frowen,  rittere,  knehte  und  irre  geistlichen  bürgere  wegen  epte,  eptischen 
pröbeste,  comentüre,  priole,  meistere,  meisterinne  und  alle  andere  pfaffen,  die  ire 
:">  bürgere  sint,  die  sie  ietzent  hant  oder  harnäeh  gewinnent  und  sie  öch  bi  den  söllent 
laszen  bliben  mit  allen  den  rehten  und  in  aller  der  maszen,  alse  sie  die  harbraht 
haut  und  bitz  har  kommen  ist,  doch  mit  beheltni'isze  unser  und  unserre  stifte  reht 
und  friheit.  da  gegen  öch  in  derselben  rihtunge  beret  und  begriffen  wart,  alse  wir 
der  vorgenante  bischof  Friderich  anspraclie  hant  an  etliche  der  von  Strazburg  bürgere 
\nii  unserre  betingen  gütere  wegen,  die  wir  hant  in  dem  Riete  zu  Gamesheim  und 
darumbe  und  öch  von  unserre  haberbete  wegen  zu  Zabern,  das  da  die  vorgenanten 
von  Strasburg  die  selben  ire  bürgere  söllich  soltent  haben,  das  sie  uns  umbe  die- 
selben ansprachen  uf  gemeinen  gelegenen  dagen  oder  in  der  kuntschaft  reht  tun 
soltent.  und  wände  die  vorgenanten  stücke  in  der  rihtunge  also  begriffen  und  beret 
wurdent  und  doch  nit  in  die  rihtegunge  briefe  verschriben  sint.  darumbe,  daz  ez 
danne  doch  von  uns  zii  beidensiten  hinnanfürder  gehalten  und  volle  füret  werde  zii 
»liehe!'  wise,  alse  es  beret   ist,    alse    da    vorgeschriben    stat.  so  gelobent   wir   bischof 


298  1389 

Friderich  und  wir  die  obgenanten  meister  und  rat  die  egenanten  stücke,  alse  da 
vorgeschriben  und  bescheiden  ist,  stete  und  veste  ze  haltende  und  zu  vollefurende 
zu  glicher  wise,  alse  die  rihtegunge  [wiset]  und  niemer  da  wider  zu  tunde  noch  ze 
kommende,  wanne  ez  da  bi  bliben  sol  noch  daz  schaffen  getan  werden  in  deheinen 
weg  äne  alle  geverde.  und  des  zu  Urkunde,  so  hant  wir  Friderich  bischof  zu  Straz- 
burg  und  wir  Wilhelm  zu  dem  Riet  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  unsere 
ingesigele  an  diesen  brief  tun  hencken.  der  geben  wart  an  dem  ersten  mentdage 
vor  sant  Katherinen  dage  in  dem  jare,  da  man  zalte  von  gotz  gebürte  drützehen- 
hundert  achtzig  und  nüne  järe. 

Str.  St.  A.  AA  1413.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Wencker,  de  ußburg.  S.  98/00. 


560.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  söliche  kriege,  als  herren,  ir 
und  andere  stette  miteinander  gehabt  hant,  domit  hant  auch  ir  uns  zu  Hochberg  und 
anderswo  und  auch  unsern  dyener  Hans  von  Bach  und  ander  unser  dyener  und  die 
unsern  geschadigt.  bitten  wir  uch  mit  ernst  . . .  diesen  Schaden  zu  kehren  und  des-  15 
wegen  einen  Tag  abzuhalten.         datum  Mülnberg  crastino  beate  Katherine. 

MiiMburg  [1389]  November  26. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh. 

Beg.  d.  Markqr.  v.  Bad.  nr.  1483. 


561.  Örtelin  Mansze  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  mahnen  alle  Herren,  20 
Frauen,  Dienstleute,  Ritter,  Edelknechte  und  Edelleute,  ihre  Auszenbürger1  an  dem 
üeebr.  12.  ersten  sunnendage  zu  naht  nach  sant  Nicolaus  dage  in  der  stadt  zu  sein  .  .  .  wir 
wellent  von  ernstlichen  sachen  mit  üch  reden,  die  üch  selber  angant  .  .  .  und  lant 
üch  daran  nützit  irren,  wände  die  sache  ernst  ist.  datum  feria  quinta  proxima 
post  diem  seti  Andree  apostoli  a.  d.  1389.  1389  December  2.  *$ 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  271  nr    5.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  in  v.  impr.  del. 
Gedr.  Wencker,  de  ußburger.  166. 


562.  Freiburg  an  Strassburg :  bittet  zu  berichten,   wie   es  mit   den  Brotbäckern 
und  der  Brotschau  in  Strassburg  eingerichtet  sei.  [1389.] 

Str.    St.   A.  Begest  in    einem  alten   Inventar  des  aufgelösten  Bestandes   «an  der   Saul»    so 
Original  nicht  aufgefunden. 


563.  König  Wenzels  Landfriede  für  Bischof  Friedrich  von  Strassburg,  die  Land- 
vogtei  Elsass,  elf  genannte  elässische  Reichsstädte,  Strassburg  und  Basel  auf  die 
Dauer  des  Egerer  Landfriedens  am  Rhein,  also  bis  5  Mai  bezw.  5  Juni  1395  mit  der 


Vgl.  nr.  324  die  Einladung  an  die  Außenbürger  vom  31  Juli  1386. 


1389  908 

Besiegelung  durch  den  König  und  die  genannten  Teilnehmer.         geben  zu  Präge  noch 
(liistus  gebarte  1389  jore  uf  sant  Thomans  tag  des  zwelfboüen.   i3so  December  21. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48(49  B.  3  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  B.  li.  A.  II,  nr.  7ö  nach  Cop.  des  Hasel.  St.  A. 
lieg.  Mone,  Ztsehr.  f.  Gesch.  d.  Obrh.  21,  170 


564.  Maßregel  zur  Sicherung  der  Stadt  während  der  Kriegszeit.  [i:tso.]  • 

Es  sollent  alle  fremde  lüte,  die  in  unser  stat  sint,  die  nit  burger  hie  sint,  oder 
oucli  nit  ir  wissenthaften  lehcnherren  hinne  het,  der  in  bekenne,  die  söllent  usz  unser 
rehten  stat  in  die  vorstette  gon  und  nit  in  unser  rehte  stat  kummen.  wer  dar  über 
io  in  unser  stat  funden  würde,  den  wil  man  ertrenken,  er  sy  man  oder  frowe.   es  sol 
ouch  nieman  kein  howe  noch  kein  stro  in  unser  reht  stat  füren. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  20  nr.  G.  Papierzettel. 


565.  Maßregeln  für  den  Krieg  gegen  den  Marhgrafen  von  Baden.  [1389.] 

Wir  söllent  ettewie  vil  schiffe  tön  bereiten,  obe  wir  werdent  uff  den  marggrofen 

i5  ziehen,  daz  wir  denne  domitte  gerüstet  sind,  und  süllent  ouch  die  constofeler  meistere 
und  die  antwerckmeistere  in  Hügelin  Sfiszen  husz  kummen  umbe  daz,  daz  sü  do 
sagent,  wie  vil  lütes  sü  usz  gerillten  mügent.  und  meindent  ein  teil  darzu,  weihe 
gespannen  wir  ietze  pfenninge  gegeben  hant,  daz  die  blibent  und  daz  wir  zu  den- 
selben süllent  drissig  spannen. 

üo  Wir  söllent  alle  dörlin  an   unserre   stat    beslieszen   und    söllent   sehs   tor   offen 

loszen.  und  süllent  ouch  lüte  under  die  tor  setzen,  die  ouch  die  mengelich  frogent, 
wer  er  sy,  die  do  usz  und  in  gont2. 

Item  uns  duhte  ouch  gut  sin,   daz   man   des   von  Bülaches  husz3    im   Turbach 
besetze  durch  daz,  daz  man  sin  deste  basz  one  sorge  möge  gesin. 

25  Von  Richenwilre  wegen  süllent  wir  den  unsern  verschriben,  daz  sü  werbent  an 

der  swebischen  stette  botten,  daz  Richenwilre  stille  sitze  in  disem  kriege  und  daz 
men  darusz  noch  darin  dem  lande  und  ouch  uns  kein  schaden  du  und  daz  es  un- 
geschediget  ouch  von  uns  belibe. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20.  Bd.  18.  conc.  eh.  (Zettel.) 


566.  Die  zu  Worms  versammelten  Städteboten  der  Städte  des  ehemaligen  rhei- 
nischen Städtebundes  an  die  Reichsstädte  des  Landfriedens  in  Schwaben  :  fordern 
Aufs  neue  die  Bezahlung  der  30,000  Gulden  ...  die  ir  uns  schuldig  sind,  alz  wir 
meinen,  nach  ergangen  und  vertedingeten  sachen  allda  ze  Babenberg,  alz  von  dez 
hochgebornen  fursten  herzog  Ruprechts  dez  eitern   von   Baigern   wegen,   den   fürhin 


1   Vgl.  Hegel,  Königsh.  II,  852,  wo  gerade  diese  Maßregel  für  13$'.)  erwähnt  wird. 

3  Vgl.  auch  über  diese  Maßregel  für  1389  Hegel,  Königsh.  S.  852. 

:l   Wohl  das  noch  heute  bestehende  Gut  der  Zorn-liulaeh  in  Durbach  bei  Oberkirch  in  Baden. 


300  1390 

abzelegende,  uf  daz  man  mit  andern  fursten  und  herren  dez  krieges  dest   zu   friden 

der  land  möchte  komen möcht  aber  daz   nicht  gesin,    so   wollen   wir  da- 

rumbe  gerne  mit   iuch   an    ain   fruntlich   recht   komen  .  .   entweder   vor   einem    der 

drei  Erzbischöfe  von  Mainz,   von  Köln,    von    Trier   oder   vor   Ruprecht  dem   älteren. 

geben  under   der   von   Wormsze   unser   frunde  der   vorgen.   insigel  von   unser   aller  5 

geheisz  uf  mantag  nach  dem  zwölften  tag  anno  domini  etc.  90.        1390  Januar  10. 

Aus  Ulm  St.  Bibl.  gedr.  D.  B.  A.  IL  nr.  00. 
Heg.  Boos,  Worms.  UrJcb.  II,  nr.  928. 


567.  Johans  von  Bach  ein  edelknecht  thut  kund,  dass  er  von  «aller  ansprachen 
und  sachen  wegen»  verrichtet  und  geschlichtet  ist.  Er  gelobt  die  Richtung  zu  halten  und  10 
hängt  sein  Siegel  an.         geben  an   dem   ersten   dunrestdage   vor   sant   Agathen   dag 

in  dem  jare  do  man  zalte  dritzehenhundert  jare  und  nüntzig  jare.    1390  Februar  3. 
Str.  St.  A.  AA.  lad.  166.  nr.  72.  or.  tnb.  lit.  pat.  e.  sig.  pend.  mut. 

568.  Die  Bürgermeister  und  Räte  von  Mainz,  Worms,  Speier  und  Frankfurt  an 
Strassburg : '  haben  beschlossen  das  von  Bundes  wegen  dem  älteren  und  jüngeren  is 
Pfalzgrafen  Ruprecht  von  Baiern  zu  zahlende  Geld,  welches  bereits  Weihnachten 
fällig  war,  in  der  nächsten  Fastenzeit  auf  einem  Landtage  zu  Mainz  zu  bezahlen  und 
bitten,  dass  Strassburg  auch  seinen  vollen  Anteil  an  dieser  Bundesschuld  einsende, 
wohingegen  sie  sich  verpflichten  die  Gegenforderungen  der  Stadt,  von  der  sie  neulich 
geschrieben,  geltend  zu  machen.  geben  under  der  von  Spir  ingesigel  von  unsere  20 
aller  geheisze  des  nehsten  mantages  nach  unsere  vrauwen  kertztage. 

[1390  Februar  7.] 

Str.  St.  A.  AA    118.  or.  eh.  I   cl. 


569.  Bischof  Friedrich  von  Strassburg  bekennt  der  Stradt  Strassburg  schuldig 
zu  sein :  tusent  guldin,  die  gut  an  golde  und  swer  gnüg  sint,  die  sie  uns  durch  ■ 
sunder  früntschaft  und  durch  iren  guten  willen  mütwillekliche  geluhen  hant  .  .  .  und 
verspricht  dieselben  Ostern  übers  Jahr  ganz  zurückzuzahlen.  Als  Bürgen  und  Mit- 
schuldner sollen  gelten  Thomas  von  Grostein  Vogt  zu  Bernstein,  Egenolf  von  Lützel- 
burg  Schultheiss  zu  Zabern,  Ludwig  von  Wickersheim  Vogt  zu  Mollsheim,  Götzemann 
Münich  Vogt  zu  Rufach  und  Johans  von  Bossenheim  Vogt  zu  Ortenberg,  welche,  30 
falls  der  Zahlungstermin  nicht  inne  gehalten  wird,  bei  Strafe  der  Absetzung  und 
Aechtung  verpflichtet  sind  jeder  zwei  Knechte  mit  2  Pferden  solange  als  Geisel  nach 
Strassburg  zu  schicken,  bis  die  Schuld  bezahlt  ist.  geben  an  dem  ersten  fritdage 
vor  sant  Valentins  dage  des  heiligen  byschofes  in  dem  jare  1390.  1390  Februar  11, 

Str.  St.  A.  AA.  1412.  conc.  eh.  » 


1  Vgl.  hierzu  das  aus  dem  Straßb.  St.  A.  stammende  Begest  (Koch  und  Wille  nr.  0702) :  1390 
Ianuar  24.  Die  Stadt  Straßburg  schreibt  an  die  Städte  Mainz,  Worms,  Speicr  und  Frankfurt  betreff, 
die  Zahlung  von  25000  Gulden  an  Ruprecht  den  jungem  —  Doch  ist  dieser  Brief,  auf  den  der  obige 
ivohl  als  Antwort  anzusehen,  nicht  im  Archiv  aufgefunden 


1390  3M 

570.  Die  zu  Mainz  tagenden  Städteboten  von  Mainz,  Worms  und  Speier  an 
Slrasshurg:  bitten  ihnen  zwei  Ratefreunde  zu  dem  nächsten  Landtage  nach  Mainz 
zu  senden,  damit  sie  dort  nähere  Auskunft  geben  .  .  .  von  der  nunhundert  und 
Bienen  und  siebenteig  guldin  wegen,   als  ir  meynent,   die  den  uwern  meatotn  und 

s  abegeslagen  sullen  werden  an  uwer  stete  anlzal.  als  ir  off  wyhenachten  nest  ver- 
gangen bezalt  sollen!  hau  nach  lute  des  uszspruchs,  als  zusehen  den  (nisten  und 
Btetden  üzgespruchen  ist Wollen  sie  keine  Gesandte  schicken,  so  sollen  sie  diejenigen 

»selbst  senden,  welche  jenes  Geld  zu  fordern  haben,    da   sie   versprochen    haben    um 
jene  Zeit  alle  Ausstände  zu  begleichen.         geben  under  der   stetde   von   Mentze   in- 
i»  gesigel  von  unser  geheisz  off  den  nesten  samstag  vor  katlicdram  Petri. 

[1390  Februar  19.1 

rStr.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  I  cl. 
•wl,  Herzog  Ruprecht  der  ältere  an  Strassburg:  giebt  Nachricht  von  den  Ver- 
handlungen, welche  sein  Sohn  Ruprecht  der  Jüngere  und  Schenck  Eberhart  der 
">  Lantvogt  mit  König  Wenzel  und  seinem  Rate  in  Retreff  der  Acht  gepflogen  haben : 
der  König  habe  gesagt,  ....  daz  der  ritter,  der  gefangen  ist,  wider  komen  sii  in 
des  von  Rapolstein  hant  und  gewalt  von  des  wegin  die  acht  gescheen  sii,  den  wolle 
er  ledig  haben  .  .  .  Demgemäss  sollten  sie  es  sich  ernstlich  angelegen  sein  lassen, 
die  Refreiung  des  Ritters  zu  erwirken.  Für  den  Fall  ober,  dass  sie  dies  nicht  ver- 
"  möchten  und  weitere  Unterhandlungen  mit  dem  Könige  pflegen  wollten,  habe  der 
Landvogt  Schencke  Eberhart  mit  dem  Könige  verabredet,  .  .  .  daz  er  uwern  f runden 
und  bodten  dann  gut  geleit  schaffen  wolle  zu  yme  und  wider  herusz  ryten.  daluin 
Heidelberg  quarta  feria  post  diem  cinerum.  Heidelberg  [1390  Februar  23.] 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 
25  Gedr.  Rapp.  Urkb.  II.  nr.  316. 

Ilieq.  Koch  u.  Wille  nr.  6763. 
572.  Siraßburg  an  Markgraf  Jobst  von  Mahren:  bittet  beim  König  für  Auf- 
hebung der  Acht  zu  wirken.  1390  Februar  24. 
Dem  hoherbornen  Fürsten  und  herren  herren  Jose  marggrafen  zu  Merhern  unserme 
80  gnedigen  herren  embietent  wir  Wilhelm  zii  dem  Riet  der  meister  und  der  rat  von 
Strasburg  urisern  undertenigen  gewilligen  dienst,  hoherborner  furste  und  herre,  alse 
uwer  gnade  wol  weis,  des  wir  getruwent,  wie  wir  und  unser  stat  in  ahte  getan  sint 
unverschuldeter  dinge,  alse  uns  bedüncket  und  über  daz,  das  uns  von  derselben 
Sachen  wegen  nye  kein  verkündunge,  vürgebot  noch  anleite  getan  noch  geschehen 
ist  und  öch  dieselbe  ahte  nit  uf  freneschesem  ertriche  geschehen  ist  und  über  das, 
das  wir  dein  allerdurhluhtigestem  forsten  unserm  gnedigen  herren  herren  Wenczlaws 
romeschen  künige  und  künige  zii  Benenn  willig  sint  und  werent  zu  tünde,  was  sinen 
gnaden  dienstliche  were,  wände  wir  ez  öch  dem  allerdurlühtigesten  fürsten  und  herren 
herren  Karlen  seliger  gedehtnisze  von  gotz  gnaden  römeschem  keiser  sinem  vatter 
und   dem  heiligen   nnnesclien  riebe  voi/.iteu   und    allewegent    getan    haben!    und    dem 


302  1390 

heiligen  romeschen  riche  noch  willig  sint  zu  tünde.  also  hant  herr  Johans  von  Kageneck 
und  Burekart  von  Rotwile  unsere  erbern  hotten  uns  wol  geseit,  das  sie  uwern  für- 
stenlichen  gnaden  dieselbe  sache  verkündet  und  vürgeleit  habent  und  das  ir  in 
gnedekliche  darzu  geentwurtet  habent  und  üch  erbotten  mit  uwerme  gnedigem  rote, 
der  furstenlichkeit  und  gnaden  wir  uch  gnedekliche  danckent.  und  bittent  uwer  gnade  i 
gnedeklich,  daz  ir  uwern  ernst  vübasser  keren  wellent  an  den  vorgenanten  unsern 
gnedigen  herren  herren  Wentzlaws  den  römeschen  künig  und  sine  gnade  gnedekliche 
bitten,  daz  er  uns  und  unser  stat  uz  derselben  ahten  lassen  welle  und  uwern  gnaden 
dieselbe  sache  mit  vollem  gewalte  völlekliche  befelhe.  alsobalde  uwere  furstenlichkeit 
denne  her  usz  zu  lande  gen  Franckfurt  oder  uff  den  Rin  kumet,  so  wellent  wir  unser  10 
erber  botschaft  zu  uwern  gnoden  schicken  die  uwere  furstenlichkeit  helfliche  an  zu 
ruffende,  daz  wir  usser  ahte  kummen  mögent.  gnediger  herre,  wir  bittent  ouch  uwer 
furstenliche  gnode,  daz  ir  hern  Peter  von  sant  Diedot  schultheiszen  zu  Colmer  uwer 
gnedekliche  wellent  verhören,  waz  er  von  unserre  sache  wegen  mit  uwern  gnoden 
redet  und  ime  behulffenliche  wellent  sin  vür  unsern  gnedigen  herren  den  künig  zu  is 
kummende.  daz  ist  ein  ding,  daz  wir  mit  unserme  ewigen  dienste  gegen  uwern  fürsten- 
lichen  gnoden  und  den  uwern  zu  verdiende  haben  wellent.  uwere  gnedige  antwurte 
wellent  uns  wider  lassen  wissen.         datum  die  beati  Mathie  appostoli  anno  1390. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  conc.  eh.    Concept   mit   vielen  Aenderungen.     Dieselben  haben   durch- 
gehends  den  Zweck  das  Schreiben  höflicher  und  demütiger  zu  machen  z,  B.  statt  edeln    iü 
oder  gnedigen  herren  ist  immer  übergeschrieben:   hocherbornen    fürsten  und   herren. 


573.    Bischof  Friedrich   und  die  Stadt  Straßburg  schliessen   ein  Schutz-   und 
Trutzbündnis .  1390  Februar  28. 

Wir  Friderich  von   gotz   gnaden   byschof   zu  Strasburg   und   wir   Wilhelm   zürn 
Riethe  der  meister  und  der  rat  zu  Strasburg  dünt  kunt  mengelichem  mit  disem  briefe,  ?f> 
alz  wir  durch  unsern  und  des  landes  nutzes  und  notdurftes  willen  mittenander  über- 
kömen  sint,  das  lant  und  uns  selber  zu  beschirmende  der  stucke,   die  hie  noch   ge- 
schriben  stont :  zum  ersten  sullent  wir  zu  beden  siten  darzu  einander  beholffen    sin 
wider  alle  die,  die  ietzent  unsere  vigende  sint  oder  harnoch  unsere  vigende  werdent 
und  die  das  lant  schedigent  oder  geschadiget  habent.   und   zu   solicher   helfe   sullent  3» 
wir  der  bischof  dienen  mit  fünfzehen  glefen  und  mit  vier  einspennigen   und  wir  die 
von  Strasburg  mit  zwentzig  glefen  und  mit  vier  einspennigen ;  und  sol  zu  bedensiten 
ietweder  teils  glefen  selbander  und  mit  zwein  pferden  sin.  und  sullent  wir  die  zu  beden- 
siten one  underlosz  uff  dem  velde  haben  und  die  lüte  und  daz  lant  beschirmen,  und 
sullent  ouch  darzu  alle  unsere  slosze,  stette  und  vesten  zu  bedensiten  einander  offen  35 
und  uf  geton  sin  nahte  und  dage.  und  sullent  wir  öch  schaffen,  daz   dieselben   oder 
die  unsern  zu  bedensiten  veilen  köf  darinne  umbe  bescheiden  gelt  habent.  wer.  es  öch, 
daz  wir.me  oder  minre  volckes   bedörftent,   so   sullent   wir   darumbe  zu    bedensiten 
züsamen  körnen,  und    wes  wir  denne   zu   bedensiten    darumbe   einhelleklichen   über- 
kummeöt,  das  sullent  wir  denne   halten,    was   öch   gefangen   oder   slosze    gewunnen  *» 
würdent,  darumbe  sol  iegliche  teile  under  uns   der   halbeteil  bliben   und   werden,   es 


1390  808 

sol  öch  kein  teil  under  uns  deheinem  gefangen  zil  geben  oder  lidig  sagen  on  des 
andern  teiles  willen  und  wissen,  wir  süllent  öch  zu  bedensiten  mit  nieman  deheinen 
fride,  söne  oder  vürwort  nemen  noch  machen  öch  one  des  andern  teiles  willen  oder 
wissende,  und  sol  dis  zwüschent  uns  zii  bedensiten  weren  untze  sancte  Martins  tage,   Nootn-.ii. 

s  der  nu  zu  nehste  kummet.  und  süllent  wir  öch  alles  das  vorgeschriben  stot  zu  beden- 
siten getruweliche  halten  und  vollefüren  untze  zu  dem  vorgenanten  zile  bi  unsern 
eidcn,  die  wir  zu  bedensiten  gesworen  hant  von  der  verbuntnisse  wegen,  die  zwu- 
schent  uns  vormoles  gemachet  ist.  und  sol  öch  dis  uberkumen  dem  selben  unserem 
bonde  nit  letzen   noch  in   dehein    schade  sin  one  alle  geverde.  zu  Urkunde  hant  wir 

io  Friderich  bischof  zu  Strasburg  und  wir  der  meister  und  der  rat  zu  Strasburg  vorge- 
schriben unsere  ingesigel  an  disen  brief  dun  hencken.  der  geben  ist  des  jores  do 
man  zalte  nach  gotz  gebiirte  drützehen  hundert  und  nuntzig  jor  des   mendages   post 

Idominicam  qua  cantatur  in  ecclesia  dei  Reminiscere. 
Str.  St.  A.  AA.  1413.  or.  mb.  I.  pat.  c.  2  sig.  pend.  Das  kleine  runde  städtisclte  Siegel  in 
grünem  Wachs  und  das  kleine  rote  bischofliche  Siegel. 


574.  Bischof  Friedrich  von  Straßburg  verkündet  als  Schiedsrichter  in  dem 
Streite  zwischen  seinem  Oheim  dem  Markgrafen  Hesso  von  Hochberg  und  der  Stadt 
Straßburg,  daß  die  Parteien  mit  einander  ausgesöhnt  seien. 

Dachstein  1390  Milrz  10. 

■>»  Wir  Friderich  von  gots  gnaden   bischoff  zu  Strasburg   kundent   menglichem   mit 

Idissem  briefe,  also  kriege  missehelle  und  stosze  gewesen  sint  zwischent  dem  edelcn 
unserme  lieben  ohem  marggrafe  Hessen  von  Hoichberg  und  den  sinen  zu  eyme  teile 
und  andersite  unsern  lieben  getruwen  dem  meister,  dem  rate  und  den  burgern 
gemeinliche  der  stat  zu  Strasburg  und  den  iren  und  mit  namen  Heinczeman  Hubisch- 
25  mannen,  der  von  Strasburg  burger,  und  den  sinen.  die  selbe  missehelle  und  kriege  sie 
zu  beidensiten  mutwilleclichen  und  auch  genczlichin  an  uns  den  vurgenanten  Fride- 
rich bischoff  zu  Strasburg  gelassin  hant,  also  waz  wir  dar  ynne  sprechent  nach  der 
mynne  oder  nach  dem  rechten,  daz  sie  daz  zu  beidensiten  halten  süllent,  alse  auch 
daz  Ire  versigelten  briefe  besagent,  die  wir  von  in  zu  bedensiten  hant.  also  und  auch 
nach  dem,  als  wir  die  sache  zu  beidensiten  verhört  hant  und  erfaren,  so  sprechent 
wir  der  vurgenante  Friderich  bischoff  zu  Strasburg  nach  herren,  ritter  und  wiser 
lute  rat  nach  der  minne,  want  wir  uns  auch  selbers  bessers  nit  verstant,  daz  von 
alle  der  ansprachen,  brandes,  nomen,  smaheite,  toitslege  und  schaden  wegen,  in  willichen 
weg  daz  zu  beiden  siten  geschehen  ist,  und  auch  von  alle  der  sachen  wegen,  so  si 
zu  beiden  siten  miteinander  zu  tunde  gehebt  hant  unez  uff  dissin  hutigen  tag,  in 
willichen  weg  daz  sie,  die  mugen  marggrafe  Hesse  von  Hoichberg  vor  sich  und  alle 
sine  frunde,  diener  und  helfer  zu  eime  teile  und  andersite  der  meister  der  rat  und 
die  burger  gemeinlichen  und  besundern  der  stat  zu  Strasburg  vür  sich,  alle  ire  helfer, 
diener  und  die  iren  und  auch  mit  namen  Heinczeman  Hubischman  ir  burger  auch 
vür  sich,  alle  sine  belfere,  diener  und  die  sinen  miteinander  genczlichen  versunet,  ge- 
richtet und  geslichtet  süllent  sin,  und  daz  dar  ume  iewederteil  under  in   nymer  an- 

VI.  89 


304  1390 

spräche  noch  furderünge  gehaben  nach  gewynnen  sol  an  den  andern  teil  under  in 
mit  gerihte  oder  an  gerichte  noch  sus  in  denheinen  weg  an  alle  geverde.  were  ez 
auch,  daz  ieman,  wer  der  were,  der  des  vorgen.  marggrafen  Heszen  von  Hoichberg 
frunt  von  sipschafft  oder  erbe  were  von  der  vorgen.  sache  und  schaden  allersamment 
wegen  iemer  deheine  anspräche  hettent  oder  hinnanfurder  haben  woltent  an  die  vur-  * 
gen.  meister  und  rat  oder  die  burger  gemeinlichen  oder  besundern  der  vurgen.  stat 
zu  Straszburg,  in  willichen  weg  daz  were,  die  selbe  anspräche  und  furderünge  sullent 
der  vurgen.  marggrafe  Hesse  von  Hoichberg  sine  erben  und  nachkomen  den  selben 
den  von  Strasburg  und  den  iren  abelegen  genczlichen  und  sie  da  von  allem  schaden 
zihen  ane  alle  geverde  und  an  alle  widderrede,  und  dis  unsers  sprechendez  zu  ur-  m 
künde  so  hant  wir  der  vurgen.  Friderich  bischoff  zu  Strasburg  unser  ingesigel  an 
dissen  brieff  gehenket.  der  wart  gegebin  zu  Dachenstein  an  dem  ersten  dünres- 
tage  vor  deme  suntage,  als  man  sang  in  der  heiligen  kirchen  in  der  vasten  Letare 
in  dem  jare  do  man  zalte  von  gots  geburte  drüzenhundert  jare  und  nünczig  jare. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  » 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  h.  390. 


575.  Bruno  von  Rappolstein  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg :  beschwert 
sich  über  den  thätlichen  Angriff,  den  er  in  Strassburg  in  seinem  dem  (Rappoltsteiner) 
Hofe  erfahren  habe,  .  .  .  den  ir  mir  doch  öch  von  uwern  gnaden  gefryget  hant, 
als  auch  in  der  Kraemergasse,  wo  sein  Begleiter  Ulrich  von  Altenkastel  durch  ihren  2u 
Bürger  Hannemann  von  Colmar  beschimpft  sei.  Zeugen  der  Vorfälle  seien  :  Lienhart 
Schultheisse,  Rurckart  Meiger  und  Petermann  zum  Riet.  geben  an  dem  fritage 
vor  mittelfasten.  [1390  März  11.] 

Str.  St.  A.  AA.  112.  nr.  12. 

Gedr.  im  Auszug  Bapp.  Urkb.  II  nr.  317.  25 


576.  Bischof  Friedrich,  der  Landvogt,  die  Stadt  Straßburg  und  sieben  andere 
elsässische  Städte  treffen  ein  Abkommen  über  Erbaxmng  einer  Brüche  über  die  IE 
[bei  Grafenstaden].  1390  März  12. 

Wir  Friderich  von  gotz  gnoden  byschof  zu  Straszburg  .  . ,  Stisläw  von  der  Witen- 
mülen  lantvogt  in  Eylsasz  .  . ,  wir  Wilhelm  zu  dem  Riet  der  meister  der  rot  und  3u 
die  burger  gemeinlich  der  stette  zi'i  Straszburg  .  .  und  wir  die  schultheiszen,  die 
meistere,  die  rete  und  die  bürgere  gemeinliche  der  stette  Colmar,  Sletzstat,  Ehenheim, 
Keysersberg,  Mülhusen,  Dürinkeim  und  Münster  .  .  tünt  kunt  allen  den,  die  disen 
brief  ane  sehent  oder  gehörend  lesen  .  . ,  daz  wir  der  vorgen.  byschof  Fryderich 
von  unser  und  unsers  bystumes  wegen,  ich  der  vorgen.  lantvogt  von  des  riches  ■ 
landtvögtye  wegen  in  Eilsasz,  wir  die  vorgen.  meister  und  rot  zu  Stroszburg  von 
unsere  stette,    unserre  bürgere   und   der  unsern  wegen   und  wir   die   vorgen.    riches 


1390  HB 

stetto  von  unserre  stette,  unserre  bürgere  und  der  unsern  wegen  gemeinliche  mitten- 
ander übcrkummen  sint  durch  nutz  und  notdurft  des  gemeinen  landes  und  der  lüte, 
daz  man  ein  brücke  sol  machen  über  die  Ylle1  und  die  wege,  die  darzü  gont  und 
darzii  notdurftig  sint.  und  die  selbe  brücke  und  die  wege  sollent  machen  wir  die 
5  vorgen.  von  Stroszburg  .  .  und  darumbe,  daz  wir  die  vorgen.  von  Stroszburg  die 
brücke  machen  sollent,  so  sollent  wir  der  vorgen.  byschof  Fryderich  und  ouch  wir 
die  egen.  meister  und  rot  zu  Stroszburg  mit  gemeinem  rote  ein  erbern  man  by  die 
brücke  setzen  und  den  dün  sweren  an  den  heiligen  uff  der  brücken  zoll  zfi  empfe- 
hlende von  lüten,  pferden,  vihe,  wegen,  kerrichen  von  iegelichem  besunder,    also  vil 

in  alz  hie  noch  geschriben  stot :  daz  ist  zu  wiszende  von  eime  manne  und  eime  pferde 
ein  Stroszburger  pfenning;  von  eim  lidigen  manne  oder  frowen  ein  heilbeling;  von 
eime  lidigen  pferde  ein  heilbeling;  von  eime  ohsen  oder  rinde  ein  heilbeling,  von 
zwein  verhern  ein  heilbeling;  von  zwein  kleinen  vihen  ein  heilbeling;  von  eim  karriche 
zwene  pfennige;    von  eime  wagen  vier  pfennige.    und  sol  man  ouch   den  zoller  den 

i«  diin  sweren  an  den  heiligen  nieman  loszen  über  die  brücke  vergeben  riten,  varen 
noch  gon,  uszgenummen,  wenne  wir  der  vorgen.  byschof  Friderich  oder  ich  der 
egenante  lantvogt  selber  über  die  brücke  ritent,  so  sollent  wir  und  alle  die,  die 
denne  zu  der  zit  mit  uns  ritent,  vergeben  über  die  brücke  riten  und  nütschit  dar 
über  geben,  unde  wenne  der  zoller  so  vil  geltes  uffe  der  brücken  empfohet,  daz  der 

20  koste  bezalet  mag  werden,  daz  die  brücke  und  die  wege  gekostet  hant,  so  sollent 
wir  byschof  Friderich  und  die  vorgen.  meister  und  rot  zu  Stroszburg  unser  erbere 
botten  dar  zu  schicken  und  verhören,  waz  der  zoller  empfangen  het.  het  er  denne 
so  vil  geltes  empfangen,  daz  der  koste  bezalt  mag  werden,  so  sol  men  den  zoller 
dennan  dün  und  sol  men  ouch  kein  zol  me  do  nemen  noch  empfohen  und  ouch  von 

ar,  niemanne  in  denheinen  weg.  wer  es  aber,  daz  nit  so  vil  geltes  do  empfangen  were, 
alz  die  brücke  und  die  wege  gekostet  hettent,  so  sol  man  den  zoller  do  loszen  und 
mit  nammen  nit  dennan  dün,  der  koste  sie  denne  e  gentzlich  bezalt.  und  waz 
geltes  der  zoller  empfohet,  daz  sol  er  alle  woche  gen  Stroszburg  meister  und  rote 
an  iren  gewalt  entwurten.     und   sol  men  ouch   denne   verschriben,    wie  vil  des  ist, 

so  durch  daz  man  wisze,  waz  do  empfangen  und  geentwurtet  wurt.  unde  wenne  dis 
vorgeschriben  überkumen  durch  nutz  und  notdurft  des  gemeinen  landes  und  der  lüte 
n ii t  unser  aller  willen  und  gehelle  geschehen  ist,  so  hant  wir  der  vorg.  byschof 
Friderich  unser  ingcsigel,  ich  der  vorg.  Stisläw  von  der  Witenmülen  der  lantvogt 
inin  ingesigel,  wir  die  egenanten  meister  und  rot  von   Stroszburg   unserre   stette  in- 

H  gesigel  und  ouch  wir  der  schultheisze,  der  meister  und  der  rot  von  Colmor  unserre 
stette  ingesigel  von  unsern  und  der  andern  obgen.  richesstette  und  der  iren  wegen, 
wenne  wir  die  von  Colmor  daz  also  geton  habent  von  der  egenanten  riches  stette 
belle  wegen  zu  worein  Urkunde  und  vester  stetikeit  an  disen  brief  gehencket.  der 
geben  wart  an  sante  Gregorien  tage  des  heiligen  bobestes  des  jores  do  man  zalte 
von  gottes  gebürte  druzehenhundert  jor  und  nüntrig  jure,  unde  sint  dirre  briefe  drie 
glich,    den  einen  hant  wir  der  vorgenante   byschof,   den   andern  die  egenanten  von 


1  In  dem  einen  Concept  ist  hier  gestriclien :  by  Grnfcnstaden. 


306  1390 

Stroszburg  und  den  dirten  hant  wir  die  obgenanten   von   Colmor,    die  ouch   by   uns 
süllent  bliben. 

Str.  St.  A.  AA.  1412.  or.  mb.  I.  pul.  c.  4  sig.  quor.  1  delaps.  Ibid.  G.  ü.  P.  lad.  8  n.  lad. 
48/49  B.  2  conc.  ohne  Datierung. 


577.  König  Wenzel  gewährt  allen,    die  Meister  und  Rat  von  Strassburg  von  der    5 
Acht  wegen  zu  ihm  schicken  werden,  sicheres  Geleit.         geben  zum  Betlern  1390  des 
montags  nach  Judica.  Betlern  1390  März  21. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  55.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  i.  v.  impr. 

578.  Die  zu  Mainz  tagenden  rheinischen  Städteboten  an  Strassburg:  teilen 
mit,  dass  sie  wegen  des  Zwistes  zwischen  Strassburg  und  Graf  Simon  zu  Sponheim  io 
einen  Tag  zu  Mainz  angesetzt  haben,  zu  dem  die  Stadt,  wie  alle  andern  Bundesstädte, 
rechtzeitig  ihre  Boten  auf  Sonntag  Cantate  [1  Mai]  schicken  möge.  geben  under 
der  stetde  von  Mentze  ingesigel  von  unser  aller  geheisz  off  den  nesten  frytag  vor 
dem  Palmetage.  [1390 (?)  März  23.] 

Str.  St.  A.  AA.   118.  or.  eh.  I.  cl.  is 


579.  Bischof  Babanus  von  Speier  an  Strassburg :  bittet  um  zollfreien  Durchgang 
einiger  Stückfässer  Wein's,  die  der  Ueberbringer  dieses  Briefes  kaufen  solle  .  .  in 
uwer  stat  vor  uns  in  unsern  hoff.        datum  Utenheim  anno  1390  in  oetava  pasche. 

Uttenheim  1390  April  3—10. 

Str.  St.  A   Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl.  20 


580.  Wir  Burekart  Hummel  von  Stöffemberg  ritter  und  Wilhelm  von  Stöffenberg 
ein  edelkneht  sin  br&der  verjehent  beide  und  kündent  mengelichem  mit  disem  briefe, 
das  von  aller  der  anspräche  und  sachen  wegen,  so  wir  untze  uf  disen  hütigen  dag 
gehebet  hant  gegen  den  erbern  bescheiden  dem  meister,  dem  rate  und  den  burgern 
der  stat  z&  Strazburg  und  der  wir  gentzliche  komen  sint  und  gelaszen  hant  an  den  & 
erbern  fromen  ritter  hern  Johans  von  Kagenecke  den  jungen,  hern  Cünrat  Geist- 
poltzheim  und  hern  Wilhelm  Metziger  zwene  alte  anmanmeistere,  wir  früntliche  und 
gentzliche  verrihtet  und  geslihtet  sint  mit  den  selben  dem  meister  dem  rate  und  den 
burgern  gemeinliche  und  besunder  der  selben  stat  zu  Strazburg  allen  iren  helffern 
dienern  und  den  iren.  [Sie  geloben  die  Sühne  zu  halten].  gegeben  an  dem  ersten  30 
fritdage  vor  dem  sunnendage  alse  man  sang  in  der  heiligen  kirchen  Misericordia 
domini  in  dem  jore  do  man  zalte  drützehenhundert  jare  und  nüntzig  jare. 

1390  April  15. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  2  sig.  pend. 

581.  Markgraf  Rudolf  von  Baden  verspricht  allen  Strassburger  Bürgern,    welche 
des  Badens  wegen  nach  Baden  reiten  oder  fahren,  Sicherheit  vor  seinen  Dienern  und 


1390  307 

erklärt  der  Feind  desjenigen  zu  sein,    der  jene   auf  dem   Wege   dahin   angreife   und 
beschädige.        datum  samstag  ante  festum  scti  Georgii.  [1390(7)  April  10.) 

Str.  St.  A.  AA.  103.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1514. 


5112.  Markgraf  Bernhard  an  Ammeister,  Meister  und  Rat  von  Strassburg :  beklagt 
sich,  dass  er  noch  keine  Antwort  wegen  seines  Dieners  Aberlin  Schulzen  bekommen 
habe  und  begehrt  dringlich  .  .  .  daz  ir  in  kerent  den  schaden,  den  ir  und  die  uwern 
im  getan  habenl,  dann  detent  ir  des  nit,  so  möchten  wir  in  niht  lenger  uflgehalten 
.  .  .        datum  Mülnberg  feria  seeunda  ante  Georii  anno  90. 

MÜMburg  1390  April  18. 

Sir.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  141)2. 


583.  Dietherich  von  Keppenbach  thut  kund,   dass  er  mit  den  Strassburgern  von 
«allen  ansprächen  und  sachen  wegen»  gesühnt  ist  und  verspricht  die  Sühne  zu  halten. 
i5  gegeben  an  dem  ersten  mentdage  vor  sant  Georien  dage  des  heiligen  marterers 

drützehenhundert  und  nuntzig.  1390  April  18. 

Str.  St.  A  G.  U.  P.  lad.  166.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend. 


584.  Borziboy  von  Swinar  an  Strassburg:  versichert  seine  stete  Freundschaft 
und  Dienstbereitschaft,  doch  der  von  Bergaw  habe  seine  guten  Absichten  gehindert 
«von  der  künigin  wegen  von  Engellant  und  meynt  vill  nflez  unserm  hern  dem  kunig 
daruz  zu  tun»,  verspricht  weitere  Nachricht  und  rät  den  Bischof  von  Bamberg  um 
Vermittlung  anzugehen.         geben  dez  mitiche  noch  scti  Galli  1390. 

1390  April  18. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I   cl. 


585.  Markgraf  Rudolf  an  Strassburg :  Das  Schiff  mit  Wein  des  Strassburgers  von 
Winterdür  sei  ihm  wegen  »grundrur«  verfallen  und  die  Berufung  auf  die  Freiheiten 
der  Stadt  ändere  daran  nichts  .  .  .  hant  ir  gute  friheid,  die  haltent  vast,  also  bliben 
wir  ouch  gern  by  den  unsern.         datum  dominica  Cantate.  [1390?  Mai  1.] 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  128.  or.  eh. 


586.  Luzem  schließt  eine  Sühne  mit  der  Stadt  Straßburg,  damit  die  Belästi- 
gungen ihrer  Kaufleute  im  Straßburger  Kavf hause  aufhören.  1390  Mai  21. 

Wir  der  burgermeister  und  der  rat  der  stat  zu  Lucern  verjehend   und  kündent 
menglichem  mit  diesem  brieffe,  daz  von  des   angriffes,  der   behabünge   und  des   be- 
kümberndes  wegen,  alse  die  erbern  bescheiden  der  meister  der  rat  und  die  bürger  der 
35  stat  zu  Strasburg  und  die  iren  unsern  burgern  und  den   unsern   ire  töche,  pfeninge 


308  1390 

und  anders  das  ire  in  irem  köfhüse  zu  Strazburg  und  bii  \n  angegriffen  behebt  und 
bekümbert  hettent,  wir  fruntliche  verrihtet  und  geslihtet  sint  mit  den  selben  dem 
meister,  dem  rate  und  den  burgern  getneinliche  und  besunder  der  stat  zu  Straszbi'irg. 
[Sie  geloben  die  Sühne  zu  halten.}  gegeben  uff  den  heiligen  phingest  abent  anno 
domini  1390. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig   pend. 


587.  König  Wenzel  setzt  den  Pfalzgrafen  Ruprecht  (II.)  als  Hauptmann  des  Egerer 
Landfriedens  ein  mit  Vollmacht,  in  seinem  Namen  alle  seine  und  des  Reichs  Rechte 
zu  fordern  und  zu  heischen  und  den  Landfrieden  mitsammt  den  darüber  gesetzten 
Obmannen  zum  Nutzen  von  Land  und  Leuten  nach  bestem  Wissen  zu  bestellen ;  io 
gebietet  Herren  und  Städten  des  Landfriedens  sich  an  ihn  zu  halten  und  ihm  bei- 
zustehen, geben  zum  Retleren . .  .  1390  dez  friedages  nach  sant  Vites  dag  regn. 
boh.   28  rom.   14.  Betlern  1390  Juni  17. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  54.  cop.  eh. 

Gedr.  D.  M.  A.  I  nr.  117.  15 


588.  Die  Weber  von  Slraßburg,  Hagenan  und  Zabern  beurkunden  und  bestätigen 
ihre  alten  Vereinbarungen.  1390  Juni  20. 

Mengelich  sol  wissen,  daz  die  Webermeister  und  knehte  linen  und  wüllin  zii 
Strasburg,  zu  Hagenowe  und  zu  Zabern  durch  ere,  nutz  und  notdurft  irre  antwerke 
und  der  gemeinde  schaden  zu  versehende  über  einkummen  sint  vor  langen  ziten,  20 
gegeneinander  mit  briefen  verbunden  hant  der  dinge,  die  hie  nochgeschriben  stont :  zu 
dem  ersten,  wo  ieman,  der  dez  antwerkez  ist  missetüt  und  anders,  danne  er  tun  sol, 
den  sol  man  schicken  an  die  stat,  do  er  die  missetat  getan  het,  do  eine  zunft  und 
gesworne  sint  dez  antwerkes,  daz  er  es  do  bessere,  also  die  geswornen  danne  er- 
kennent.  ist  aber  keine  zunft  dezselben  antwerkes  an  den  stetten,  do  die  getat  ge-  25 
schiht,  so  sol  man  es  ziehen  in  die  neheste  stat,  do  eine  zunft  dezselben  antwerkes 
ist.  und  sol  öch  nieman  von  dem  andern  keine  besserunge  nemmen,  do  keine  zunft 
ist.  es  sol  och  nieman  keinen  lerkneht  dingen  neher  danne  zu.  Strasburg,  wer  öch 
einen  lerkneht  dinget,  der  sol  in  in  den  nehesten  aht  tagen  noch  der  gedinge  für  die 
geswornen  in  der  nehesten  stat  bringen,  do  eine  zunft  ist,  also  do  vor  ist  bescheiden,  ^ 
und  in  do  dingen  und  winköf  und  wahs  geben  nach  des  antwerkes  gewonheit  und 
reht.  nieman  sol  öch  zwene  lerknehte  in  sinem  müse  und  brote  haben,  wo  öch  ein 
lerkneht  von  sinem  meister  lieffe,  e  sine  jorzil  us  kement,  die  er  gelobet  zu  dienende, 
den  sollent  meister  und  knehte  schuhen,  unlz  er  mit  dem  meister  und  den  geswornen 
der  nehesten  zünfte  über  ein  kummet.  und  wenne  ein  lerkneht  also  sinem  meister  36 
abgat  und  von  yme  löffet,  so  mag  der  meister  wol  einen  andern  lerkneht  dingen  in 
der  wise,  also  die  briefe  sagent,  die  meister  und  der  knehte  versprochen  hant  zii 
haltende,  es  sol  öch  kein  meister  noch  lerkneht  von  einander  sich  scheiden  in  den 
gedingeten  jorziln  anders  danne  vor  den  geswornen  der  nehesten  zunfte.  wer  öch  der 


1390  300 

vorgeschribcn  dingo  deheines  fi'irbreche,  den  sollent  meister  und  knehto  an  allen 
statten  schuhen  und  nit  für  gut  haben,  untze  er  mit  den  geswornen  übereinkummet 
an  den  .stetten,  also  do  vor  ist  bescheiden,  und  öch  dez  verschriben  Urkunde  under 
ires  anl Werkes  ingesigel  zöget,  daz  er  also  üborcinkummcu  si.  dirre  vorgeschoben 
dinge  bant  Biofa  die  erbern  meister  und  knehte  der  webere  zu  Obern-Ehenheim  für 
sich  und  ire  not  hkummen  ires  anlwerkes  gegen  uns  verbunden  zu  haltende  bi  guten 
truwen  und  haut  uns  gebetten,  disen  brief  besigeln  mit  unserme  dez  anlwerkes  ge- 
meine ingesigel  zu  Strasburg,  wanne  sü  öch  hinder  unser  zunft  gehörent.  geben 
an  dem  nohesten  mendage  vor  dem  süngiht  tage  noch  gottes  geburte  1390  jore. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  10.  or.  mb.  c.  1  sig.  pend. 
Gedr.  Schmoller,  Straß.  Tucher-  u.   Weberzunft,  nr.  15. 


589.  Meisler  und  Rat  von  Straßburg  bitten  den  Cardinal  Philipp  von  Alencon, 
Bischof  von  Ostia,  sich  beim  Papste  für  die  Ernennung  Ulrichs  von  Lichtenberg 
zum  Bischof  von  Straßburg  zu  bemühen.  i:iuo  Juli  ~>. 

Reverendissime  pater  et  domine  graciosissime  quia  sanetissimo  in  Christo  patri 
ae  domino  digno  dei  providencia  Bonifacio  sunimo  pontifici  scripsimus,  quod  in  causam, 
in  qua  reverendus  pater  dominus  Fridericus  episcopus  Argentinensis  episcopatum 
Arfentinensem  propria  voluntate  dimitteret  vel  ipsum  alias  ad  episcopatum  vel  ar- 
chiepiscopatum  transferri  contingeret,  qnod  in  eum  eventum  idem  sanetissimus  pater 
20  nobilem  virum  dominum  Ulricum  de  Lichtenberg  canonicum  et  camerarium  ecclesie 
Argentinensis  virum  utique  nobilem  providum  scientia  litterarum  et  rnoruin  honestalc 

»multipliciter  conmiondatum  in  spiritualibus  et  temporalibus  circumspectum,  qui  sue 
virtutis  et  providencie  meritis  amicorum  potencia  neenon  terrarum  fortaliciis  eccle- 
siam  Argentinensem,  ut  creditur,  poterit  feliciter  gubernare  et  eidem  preesse  pariter 
*.=>  et  prodesse  dignaretur  promoveri  ad  reverentiam  igitur  vestram  humiliter  recurrentes 
cum  fiducia  exaudicionis  vestre  reverencie  offerimus  instantissime  preces  nostras 
quatenus  apud   sanetissimum   in    Christo   patrem   et   dominum  dominum  Bonifacium 

*summum  pontificem  sedulus  cooperator  adesse  dignemini,  ut  de  persona  dicti  domini 
Ulrici  eidem  Argentinensi  ecclesie  providere  dignetur  preficiendo  ipsum  ecclesie  su- 
o  pradicte  in  episcopum  et  pastoretn  cum  pax  et  tranquillitas  in  istis  partibus,  ut  spe- 
ramus,  per  ipsius  provideuciam  valeat  reformari  et  reformata  libere  conservari.  pater- 
nitatem  vestram  conservet  alüsaimua  lirniam  columpnam  ecclesie  sue  sanete. 
dal  um  quinta  die  mensis  julii  anno  domini  millessimo  trecentesimo  nonagesimo. 

Vestre  paternitatis  humiles  servitores  consules 
scabini  totaque  communitas  Argentinensis. 

\ln  ci'rsn]  Reverendissimo  in  Christo  patri  et  domino  domino  Philippo  de  Alen- 
eenio  episcopo  Hoetiensi  ei  sacrosanete  ecclesie  romane  canlinali  digniasimo. 

Str.  St.  A.  AA.  1414.  2  cop.  eh.  coaev. 


310  1390 

590.  Meisler  und  Rat  von  Straßburg  bitten  Papst  Bonifaz  den  Canonikus  Ulrich 
von  Lichtenberg  zum  Bischof  von  Straßburg  zu  ernennen  falls  das  Bistum  [durch 
Berufung  Friedrichs  von  Blanhenheim  nach   Utrecht]  erledigt  werde. 

Strassburg  1390  Juli  9. 

Sanctissimo  in  Christo   patri   ac  domino   domino   Bonifacio   sacrosancte  Romane    6 
ac  universalis  ecclesie  [sumrao]  pontifici  devoti  vestre  sanctitatis  filii  magister  et  con- 
sules  civitatis  Argentinensis   pedum  oscula   beatorum.    sanctissime   pater   et   domine 
reverendissime    beatorum   patrum   venerabiles   edocent   sanctiones    ad    ecclesiasticas 
dignitates  hos  merito  promovendos,    qui  eisdem  preesse  valeant,    pariter   et  prodesse 
et  quibus  laudabile  testimonium  perhibet  prior  vita.    vir   igitur   honorabilis   dominus   io 
Ulricus  de    Lichtenberg   camerarius   ecclesie    Argentinensis,    quem    generis    nobilitas, 
morum  honestas,  vite  probitas,   literature   sapiencia,    naturalium   prudentia   nee   non 
spiritualium    et    temporalium    circumspectio    reddunt   multipliciter   commendatum    in 
episcopatum  dicte  Argentinensis   ecclesie,  cum  vaeaverit,   per   vestram   beatitudinem 
digne  meruit  promoveri,  quoniam  et  ipsius  ecclesie  necessitas  periculoso   statu  part-   15 
ium  Alamanie  considerato  profuturo  eiusdem  ecclesie  cavendis  periculis    sibi  prefici 
postulant  pro  pastore,  que  ipsum,  ut  mater  filium,  propriis  lactavit  uberibus  eundem 
primitus  in  canonicum,  deinde  in  camerarium  assumendo,  quieunque  nedum   in  pro- 
priis sed  etiam  in  partibus  alienis    talem   se  exhibuit,    ut   a   pluribus   amaretur,    de 
cuius  etiam  nobili  et  generosa  ac  potenti  prosapia  tres   ecclesie   Argentinenses   suc-  m 
cessive  pastorali  officio  fungebantur   et   eandem   etiam   ecclesiam   in    spiritualibus  et 
temporalibus    summo   studio   et   feliciter  gubernarunt.     quo    circa    vestre    sanctitatis 
clemencie  supplicamus  affectibus  mentium  nostrarum  quatenus   dictum   dominum  Ul- 
rieum  canonicum  et  camerarium  tum  et  si  venerabilis   dominus   et  pater   Fridericus 
episcopus    Argentinensis    modernus    episcopatui    renunciaverit    libera    voluntate,    vel  a5 
alias  translatus   fuerit,    eidem  ecclesie  Argentinensi  prefici   pro   pastore  ac  de  eadem 
dignemini    providere,    quia    speramus    indubitanter    eundem    dominum    camerarium 
prefate  ecclesie  ac  nobis  et   toti   diocesi   feliciter  posse  preesse  pariter  et  prodesse. 

datum  Argentine  sabbato  proximo  post  oetavam   sanetorum  Petri  et  Pauli  appo- 
stolorum  anno  domini  millesimo  trecentesimo  nonagesimo.  so 

Sanctitatis  vestre  devoti  filii  magistri  consules 
ac  tota  communitas  civitatis  Argentinensis. 

[In  verso]  Sanctissimo  ac  beatissimo  in  Christo  patri  ac  domino  Bonifacio  divina 
Providentia  dementia  sacrosancte  romane  ac  universalis  ecclesie  summo  pontifici. 

Str.  St.  A.  AA    1414.  2  cop.  eh    coaev.  B.  hat  die  Datierung:  quinta  die  mensis  jnlii.        35 

591.  Johann  von  Vergy  an  Straßburg :  bittet  um  Kehrung  erlittenen  Schadens. 

Fouvent  1390  Jtdi  18. 

Carissimi  amici  salutatione    previa.  vobis  satis  est  notun,    quod  alin '   inter    vos 
consortes  et  complices,  vestros  ex  una  parte  et  me  et  alios  ex   altera  parte  ratione 


1  Immer  n  statt  m  am  Wortende. 


1390  311 


castri  nici  cl  terre  Caslcllionis  orta  guerra  et  discencio  esset,  super  qua  finaliter  fuit 
concordatun  et  pacificatun  inter  nos  tan  pro  vobis  consortibus  et  complicibus 
vestris  et  similiter  me  et  meis  quod  nichil  in  futurum  unus  ad  alterun  oecasione 
predicte  guerre  in  aliquo  tenebatur,  pro  ut  hec   in  litteris  concordaeionis  super  hec 

5  eonfectis  lacius  continentur  nichilominus  Cune  de  Colbezcey, a  Georgius  frater  ejus 
Leutor  b  commorans  Saleburci,  Dietmer  de  Blumenowe  et  Clauczelin  de  Blumenowe 
subditti  et  subjecti  vestri  tan  racione  ville  vestre  quan  alias  cun  pluribus  complicibus 
et  malefactoribus  suis  nuper  oecasione  dicte  guerre  vel  alias  indebite  invaserunt 
dietan  terran  mean    Castillionis    spoliaverunt   et   predaverunt  ean    bonaque    mobilia 

io  seeun   tulerunt  neenon  homines  predicte   terre   ceperunt   seeun   captos  duxerunt   et 

Ide  ipsis  peeunias  indebite  extorserunt  nee  de  predictis  restitucionen  vel  recreden- 
cian  facere  voluerunt  pluries  et  debite  requisiti  et  sommati,  quod  est  in  maximo 
prejudicio  mei  in  gravamine  et  destrucione  dicte  terre  mee  et  hominum  illius  neenon 
concordancian  et  pacis  federa  in  fringendo  et  violando  quan  quidem  concordancian 
15  et  federa  nullatenus  per  me  vel  meis  (!)  infringere  vellen,  sed  me  ac  meos  in  amore 
in  servicio  vestris  committere  et  manere.  qua  propter  vos  affectuose  rogo  quatenus 
de  dictis  bonis  mobilibus  tan  animalibus  quan  alias  nee  non  hominibus  et  peeuniis 
sie  per  dictos  malefactores  captis  et  habitis  me  ac  homines  meos  restituere  ac  re- 
credencian  exhiberi  et  fieri  velitis,  super  quibus  dampnis  et  de  perdittis  per  fide 
20  dignos,  si  sit  opus  informabuntur  et  per  ipsos  declarabuntur  et  si  que  predicti 
aut  sui  complices  aut  aliquis  ipsorum  racione  dicte  guerre  vel  alias  michi  opponere 
vel  petere  voluerit,  noscat  amicicia  vestra  me  esse  promptun  et  paratun,  coran  re- 
verendo  in  Christo  patre  ac  domino  domino  episcopo  Metensi,  cujus  feodun  dieta 
terra  ac  bona  predieta  sortiuntur,  stare  juri  pro  ut  fuerit  rationis  in  tantis,  quod 
»  de  me  nullatenus  juste  conquerentur  rogans  affectuosissime  Universitäten  vestran  ut 
super  premissis  tantun  facere  velitis  quantun  in  vobis  confido  et  ut  complementun 
exigit  racionis  rescribentes  queeunque  super  premissis  et  dependicis  volueritis  ac 
poteritis  facere.  altissimus  vos  conservet  feliciter  et  longeve.  scriptum  Fontis- 

wenne  18  die  mensis  julii  anno  etc.  90. 

Johannes  de  Vergeyo 

dominus  Fontiswenne 

et  senescallus  Burgondie. 

[In  verso]  Carissimis  amicis  meis  dominis  ac  gubernatoribus  civitatis  Argen- 
tinensis. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  or.  eh.  I.  cl. 

592.  Pfalzgraf  Ruprecht  der  ältere  als  Hauptmann  des  rheinischen  Landfriedens 
an  Strassburg:  ladet  ein  zu  einem  Tage  nach  Bingen  auf  den  28  August,  wo  wegen 
der  «Neun»  über  den  Landfrieden  gesetzten  und  über  allerlei    «bresten»    des    Land- 

a)   Wohl  =  Kolbiheim.        b)   Wohl  =  LeutoU. 
VI.  40 


312  1390 

friedens  verhandelt  werden   solle  und   fügt   Abschrift1    seiner   köng.    Bestallung  zum 
Hauptmann  bei.  Heidelberg  1390  Juli  31. 

Str.  St.  A.  AA.  111.  or.  eh.  lit.  el. 


593.  Ruprecht  der  ältere  als  Hauptmann  des  Landfriedens  wegen  der  Landfriedens- 
zölle an  Strassburg:  bitten  wir  uch  mit  ernste  von  der  fürsten,  herren  und  der  stete    5 
des   lantfridens  wegen,  daz  ir  mit  imans  bestellent,  der   die   zolle   zu  Brumat   und 
zu  Burtelgrifft  (?)  mit  kuntschaft  redelich  ofhebe  und  behalte  und  das  gelt  dem 
lantfriden  antwurte  zu  ieder  fronvasten.  und  wollent   auch   darzu   beholfen    sin,    daz 

Augustis.  sie  geschirmet  werden,  und  daz  man    sie   anhebe   zu   nemen   of   unser   frauwen   tag 

assumptio  nehstkombt  furbasz  als  lange  zu  nemen,  als  der  lantfride  weret.  was  auch  io 
nit  kaufmanschaft  zuhet,  das  darf  nit  zollen   etc.2  datum   Heidelberg  in    crastino 

beati  Petri  ad  vineula.  Heidelberg  [1390]  August  2. 

Aus  Wenckeri  excerpta  gedr.  D.  B.  A.  II,  pg.  234  Anmk.  1. 
Beg.  Koch  u.  Wille  nr.  5231. 

594.  Schenk  Eberhard  zu  Erbach,  Landvogt  des  Landfriedens  am  Rhein  und  die   '» 
Acht-Männer  des  Landfriedens  an  die  Stadt  Strassburg:  mahnen  ernstlich,   dass    sie 
die  Zölle  von  des  Landfriedens  wegen  an  die  beiden  in  obigem  Schreiben  Ruprechts 
zuerst  genannten  Orte  und  auch  an  andre  Ende  legen  solle,  gemäss  ihrer  Uebereinkunft. 

[1390  August  2.] 
Aus  Wenckeri  excerpta  II,  504  ".  gedr.  D.  B.  A.  II,  pg.  234.  Anmk.  1.  20 

595.  Ursagebrief  zwischen  Straßburg  und  den  Herren  von  Zweibrücken- Bitsch. 

1360  August  11. 

Wir  Reimbolt  Wetzel  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  verjehent  und  kün- 
nedt  mengelichem,  daz  wir  uns  versprochen  hant  und  versprechent  mit  disem  gegen- 
wertigen briefe  vür  uns  alle  unsere  bürgere,  belffere,  dienere  und  die  unsern  eine  ge-  25 
truwe  stete  ursage  zu  haltende  ein  halb  jar  vorabe  zu  sagende  den  hie  nachgeschriben 
herren  von  Zweinbrücke  und  herren  zu  Bitsche  mit  unserm  offen  versigeltem  briefe 
gegen  den  edeln  herren  gräfe  Hanneman,  gräfe  Symonde  genant  Wecker,  gräfe  Hein- 
riche, gräfe  Frideriche  gebrudere,  gräfen  von  Zweinbrücken  und  herren  zu  Bitsche, 
grafe  Hanneman  von  Zweinbrücke  des  vorgenanten  gräfe  Hannemans  sune  und  gräfe  3" 
Symont  von  Zweinbrücke   des   vorgenanten   grafe   Symondes   sune    und   gegen   allen 


1  Vgl.  nr.  587  diese  Bestallung  vom  Juni  17. 

*  Ein  Zettel  lag  dem  Briefe  bei  mit  dem  Verzeichnis  der  rheinischen  Zollstätten:  Disz  sint  die 
zolle  und  geleide  des  lantfrides  am  Rine :  [1]  zu  Brumut,  [2]  zu  Burtelgrifft  (?)  [X]  zu  Agersheim,  [4] 
zu  Gernsheim,  [5]  zu  Oppenheim,  [6]  zu  Mentze  am  heubte,  [7]  zu  Castel  am  fare,  [8]  zu  Waldaffen,  35 
[9]  zu  Ettlingen,  [10]  zu  Twingenberg,  [11]  zu  Fredeberg,  [12]  zu  Wulnstad,  [13]  zu  Geilnhusen.  [14] 
zu  Franckeford  uf  der  brücken,  auch  sol  ie  das  pfert  an  den  obgenanten  zollen,  das  da  last  dreit 
oder  zühet,  geben  zwene  engelsse,  das  ist  ein  Schilling  alter  heller,  wasz  aber  nicht  kaufmanschaft 
dreit  und  lere  geet,  das  darf  nichts  geben. 


1390  3i;{ 

iren  helffern,  dienern  und  den  iren  mit  s61ieher  bescheidenheit,  beachehe  in  üt  in 
dirre  ursagen  von  uns,  unsern  burgern,  helffern,  dienern  und  den  unsern,  da  got  vor 
sie,  daz  süllent  wir  in  unvcrzögenliche  widerkeren  mit  der  nome.  und  sol  doch  dise 
ursage  in  iren  kreften  bliben.  und  sol  dise  ursage  anegän   uf  sant  Bartholomeusdag   Jwt'i- 

5  dez  lieiligen  zwelfbotten  der  nü  zu  nehste  kommet,  darzü,  so  ist  in  der  vorgenanten 
ursage  zwischent  den  vorgenanten  herren  grüfe  Hannemanne,  gräfe  Symonde  genant 
Wecker,  grüfe  Heinriche,  grüfe  Frideriche  gebrudere  grüfen  von  Zweinbrücken  und 
herren  zu  Bitsche,  grüfe  Hannemanne  von  Zweinbrücke  dez  vorgenanten  gräfe  Hanne- 
mans sune,  grüfe  Symont  von  Zweinbrücken  dez  vorgenanten  gräfe   Symondes  süne 

10  und  beredt  und  uzgetragen,  daz  die  vorgenanten  meistere  und  rat  zu  Strazburg 
ensüllent  hinnanfürder  nit  denheinen  der  vorgenanten  grüfen  und  herren  vigende 
hi  unsere  stat  zu  Strazburg  weder  husen,  entholten  noch  hofen  mit  unserm  wissende 
ünc  alle  geverde.  darnach,  so  sie  uns  dieselben  ir  vigende  verkündet  oder  benennet 
hant,  oder  die  wir  sus  verstent  ane  geverde,  die  ire  vigende  werent   oder  sint  ane 

i5  alle  geverde.  in  diser  unsere  ursagen  nemment  wir  die  vorgenanten  die  von  Strazburg 
uz :  unsern  gnedigen  herren  bischof  Friderich  zu  Strazburg  und  die  verbüntnusze, 
die  er  und  wir  miteinander  hant  und  den  lantfriden  und  die  verbüntnusze,  die  wir 
ietzent  mit  fürsten,  herren  und  stetten  an  dem  Rine  hant.  und  obe  wir  denselben 
landfriden  vürbas  erlengern  woltent  oder  harnüch  mit  einem  andern  bischof  zu  Straz- 

2o  bürg  verbüntnüszen  machen  woltent  oder  och,  obe  wir  lantfriden  oder  vebüntnüszen 
in  dem  lande  zu  Elsass  nü  oder  harnüch  machen  woltent,  daz  sol  allessament  dise 
ursage  nützit  angün.  und  sol  ir  öch  keine  schade  sin  in  derheinen  weg  äne  alle  ge- 
verde. und  globent.  öch,  wir  die  vorgenanten  meister  und  rat  zu  Strazburg  bi  guten 
truwen  an   eydes  stat  allez  daz  zu  haltende  und   zu  vollefürende,   das   vor  da  ge- 

25  schriben  stat  äne  alle  geverde.  und  daz  zu  einem  Urkunde,  so  ist  unsere  stette  inge- 
sigel  an  disen  brief  gehencket.  der  wart  gegeben  an  dem  ersten  dunrestage  nach 
sant  Laurenciendage  dez  heiligen  marterers  in  dem  jare  da  man  zalte  von  gotz  ge- 
bürte  drützehenhundert  jare  und  nunezig  jare. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  fasc.  III.  eonc.  eh. 


r>!)6.  Hanneman  und  Symont  genant  Wecker  und  Friderich  Grafen  von  Zwei- 
brücken und  Herren  von  Bitsch  sowie  Hanneman,  des  Grafen  Hannemans  Sohn  und 
Symont,  des  Grafen  Symonts  Sohn  schliessen  Urfehde  mit  Strassburg  (Gegenurkunde 
zu  Nr.  395)  und  nehmen  davon  aus  :  den  Herzog  Johann  von  Lothringen  und  den 
Bischof  von  Metz  und  zwar  so,  dass  sie  sogar  ohne  ihre  Ursage  zu  verletzen  beiden 
Herren  Hülfe  bringen  dürfen,  wenn  jene  gegen  Strassburg  im  Felde  liegen.  ge- 

geben an  dem  ersten  dunrestdage  nach  sant  Laurenciendage    in    dem  jare   da   man 
zalte  1390.  1390  August  11. 


Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  B  45.  eop.  eh.  coaev. 


314  1 390 

597.  Bischof  Friedrich   ton  Straßburg  belehnt  Thomas,  Claus,  Johann  den  fil- 
tern und  Johann  den  jungem  von  Or ostein  mit  dem  Schultheißenami  zu  Straßburg. 

1300  August  12. 

Wir  Friderich  von  gots  gnoden  bischof  zu  Stroszburg  tun  kunt  allen  den,  die  disen 
brief  sehen  oder  hören  lesen,  das  wir  hant  angesehen  vil  getruwer  nutzlicher  und  ge-  5 
nemer  dienste,  die  die  fromen,  vesten  unser  lieben  getruwen  her  Thomas  von  Grostein 
unser  vogt  zu  Bernstein,  her  Claus  von  Grostein  hern  Clausen  von  Grostein  seligen,  der 
unser  hofmeyster  und  schulthisz  zu  Stroszburg  ist  gewesen,  sune,  bede  ritter,  Johans  der 
elter  und  Johans  der  junger  von  Grostein  beide  sune  des    obgen.    her    Thomas    von 
Grostein,  uns  und  unser  stift  zu  Stroszburg  dicke  und  lange  zit  williglich  han  geton   io 
und  noch  furbasser  nutzliche  getun  mogent.  und  umb  solch  dienst  in  zu  danckende, 
han  wir  mit  gutem  rot  wol  bedachtem  mut  und  wissentlich  ouch  mit  willen  rot  und 
gehelle  der  ersamen  unser  lieben   in    got    Burckartes    von    Lützelstein    dumprobstes, 
Volmares  von  Lützelstein  dechans  und  des  capitels  der  egen.  unser  stift   zu    Strosz- 
burg einmutiglich  und  gemeinlich  für  uns  und  all  unser    nochkomen    in    der    selben   »s 
unser  stift  zu  Stroszburg  verluhen  und  lihen  also  mit  disem    brief  den  obgen.    Tho- 
man  und  Claus  von  Grostein  rittern,   Johans    dem    eitern    Johans   dem   jungen    von 
Grostein,  sunen  des  egen.    Thomans   unser   schulthissenampt  in  der    stat    zu  Strosz- 
burg mit  allen  rechten,  nutzen,  gevellen  und  zugehorden,  als    das  selb   schulthissen- 
ampt herkomen  ist,  zu  besitzende,  zu  habende,  zu  übende,  zu  nutzende  und  zu  nies-  so 
sende  alle  die  wil,  das  sy  oder  dry  oder  zwen  oder  einre  under  in  lebend  oder  lebet 
in  disz  wise,  alse  hie  noch  geschriben  stot.  das  ist    also  :    das  der  eltest    under    in, 
die  wil  der  lebet,  das  obgen.  schulthissenampt  besitzen  und  üben  sol,  und  wan   der 
obgen.  von  todis  wegen  [abegat],  darnoch  aber  der  eltest  under  den  uberigen  drygen,  die 
wil  der  lebet,  und  wanne  der  auch  gesterbet,  aber  darnoch  der  elter  under  den  uberigen  25 
zweyen,  die  wil  der  auch  lebet,  und  wenne  der  den  ouch  nit  ist,  darnoch  der  jungest 
under  in  ouch,    die  wil  der  lebet,   und  ir  yeglicher   under    in   vieren   ye   eyner  also 
noch  dem  andern,   die  wil  er  lebet,   sol   das   egen.   schulthissenampt   haben,    üben, 
besitzen,  niessen  und  nutzen  ganz  und  gar  mit  allen   desselben    schulthissen   ampts- 
rechten,  nutzen,  gevellen  und  zugehorden,  als  dovor  geschriben  stot.  wan  sie  aber  all  so 
vier  abgegangen  sint  und  verfaren,    so  sol  uns   und   unsern   nochkomen  in  dem  eg- 
enanten  stift  zu  Stroszburg  und  der  selben  stift  lidig  sin  das  obgenant  schulthissen- 
ampt   und    all    unser    recht   an    demselben    schulthissenampt    mit    siner  zugehorde 
behalten  sin  gentzlich  on  alle  geverde.  wir  Friderich  bischof  zu  Stroszburg  vorgenant 
hant  ouch  gelopt  und  gelobent  für  uns  und  all  unser  nochkomen  in  der  egen.  unser  95 
stift  zu  Stroszburg  by  guten  truwen  mit  urkunt  disz  bryefs,  das  wir  und  die  selben 
unser  nochkomen  die  vorgenanten  Thomas,  Claus,  Johans  den  eitern  und  Johans  den 
jungern  von  Grostein  und  ir  yeglichen  an   dem   vorgeschriben   schulthissenampt  und 
des  selben  schulthissenampts  habung,  besitzung,  ubung,  nutzen,  gevellen,  rechten  und 
zugehorden    nit   irren  noch    hindern    wellen    noch    sollent    noch   das   schaffen  geton  40 
werden  in  keinen  weg  mit  gericht  oder  on  gericht,  sunder  das  wir  und  unser  noch- 
kommen sy  all  vier  und  ir  yeglichen  do   by   handthaben   und   schirmen    sollen   und 
wellen,    und   das   wir    und   unser   nochkommen    das    selb   schulthissenampt   nieman 


1390  :«!."• 


anders  lihen  wellen  noch  sollen,  alle  die  wil  die  vorgenanten  Thomas,  Claus,  Johans 
der  elter  und  Johans  der  junger  von  Groslein  oder  ir  drye  oder  ir  zwen  lebent  oder 
ir  ei  uro  lebet  on  geverd.  wer  68  aber,  das  von  vergessen  zit  oder  anders  wir  oder 
unser  nochkomen,  die  wil  yemau  anders  das  egen.  schuHhissenampt  vilicht  wordent 

ȟben,  do  wellen  wir,  das  das  lyhen  widder  dise  gelupdt  und  widder  disen  brief  kein 
krall  haben  solle  noch  inüge  und  das  den  obgen.  Thomas,  Claus,  Johans  dem  eitern 
und  Johans  Sem  jungern  von  Grostein  und  ir  yeglichem  an  der  lihunge,  die  wir  zu 
vieren  von  dem  selben  Bchnlthissenampt  geton  hant,  als  do  vor  bescheiden  ist,  und 
ouch  an  demselben  Bchnlthissenampt  und  einen  vollen  nutzenrechten  und  zuge- 
1"  horden  ni'it   schaden   sol   noch  möge   in    dekeynen    weg  o.  a.  g.    wir   Burekart  von 

ILutzelstein  lumprobst,  Volmar  von  Lutzelstein  dechan  und  das  capittel  gemeinlich 
der  obgen.  still  zu  Stroszburg  verjehent,  das  das  obgenant  lihan  und  alle  vorgeschriben 
stück,  artickele  und  dinge  mit  unserm  gemeynen  willen,  rote  und  gehelle  in  capitels 
wis  einmu loklich,  als  dovor  bescheiden  ist,  bescheen  sint.  und  geloben t  darumb  für 
15  uns  und  all  unser  nochkomen  in  der  obgen.  stift  zu  Stroszburg  by  guten  truwen, 
das  wir  auch  besunder  oder  samenlbaft  das  selb  lihen  und  all  vorgeschriben  ding 
stet  und  vest  sollen  und  wollen  halten  und  haben  und  nit  dawidder  tun  noch  schaffen 
geton  werden  mit  gericht  oder  on  gericht  in  deheine  wisz  a.  a.  g.  wir  Friderich 
bischof,  Burekart  tumprobst,  Volmar  dechan  und  das  capitel  der  stift  zu  Stroszburg 
20  vorgen.  vor  uns  und   alle    unser   nochkomen   in    derselben    stift   verzihen   uns   ouch 

I  williglich  und  wissentlich  uf  alle  dise  vorgeschriben  ding  aller  fryheit,  recht,  Statuten, 
gesetzenden,  gewonheiten,  Privilegien,  brief,  schirm  und  hilf,  die  wir  und  der  selb 
unser  stift  gehept  hant,  nu  hant  oder  wir  oder  unser  nochkomen  erwerben,  gewinnen 
oder  haben  mochtent,  domit  wir  oder  unser  nochkommen  samenthaft  oder  besunderyt 
gereden,  gewerben  oder  getun  oder  schaffen  geton  oder  uns  behelfen  oder  beschirmen 
mochtent  mit  gericht  oder  on  gericht  widder  disz  vorgeschriben   lihen,    artickel   und 

■  stuck  gar  oder  ein  teil  in  dheinwisz  a.  a.  g.  und  argelist.  und  aller  diser  vorge- 
schriben ding  zu  bestetigung  und  urkund  hant  wir  Friderich  bischof  zu  Stroszburg, 
Burekart  tumprobst,  Volmar  dechan  und  das  capitel  vorgenant  unsere  ingesigel 
gethon  hencken  an  disen  brief.  der  geben  wardt  uf  den  nechsten  fritag  vor  unser 
l'rauwentag  der  eren  in  dem  jor  do  man  zalt  von  Christi  gepurt  dusent  dryhundert 
nüntzig  jor. 

Str.  Bez.  A.  G.  34G3.  H.  Copinlbmh. 

597.  König  Wemel  giebt  sicheres  Geleit  ■  allen  Straßburger  Gesandten,  die 
wegen  der  Acht  zu  ihn  kommen  werden.  Prag  13U0  August  16. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  czeiten  merer  des 
reichs  und  kunig  zu  Beheim  geben  allen  den,  die  der  ammanmeister,  rate  und  burger 
gemeinlichen  der  stat  zu  Strasburg  zu  uns  zu  disem  male  senden  werden  von  solcher 


1  Diesen  Geleitsbrief  schickte  Worzyboy  von  Swinar  unter  dem  24  August  1390  an  Straßburg  ab. 
Vgl.  nr.  601. 


316  1390 

achte  und  aberachte  wegen,  dorein  sie  nesten  von  unserm  und  des  reichs  hofgerichte 
komen  sind,  unsern  sichern  fried  und  geleite  zu  uns  zu  komen,  bey  uns  zu  sein, 
wo  wir  sein,  und  wider  von  uns  uncz  gen  Straspurg  zu  varende  für  uns  und  alle 
die,  die  durch  unsern  willen  tun  und  lassen,  sicher  leibes  und  gutes  an  alles  geverde, 
doch  also,  das  vor  allen  sachen  die,  die  zu  uns  komen  werden,  volle  macht  haben  zu  s 
teydingen,  das  der  ritter  von  Engellant,  der  gefangen  ist,  ledig  und  los  werde,  und 
Nov.  u.  dicz  unser  geleite  sal  weren  czwischen  hie  und  sant  Martins  tag,  der  schierst  kumpt, 
und  nicht  lenger.  und  gebieten  dorumb  allen  und  iglichen  fursten,  geistlichen  und 
werntlichen,  grafen,  freyen  herren,  dienstluten,  rittern,  knechten,  burggrafen,  pflegern 
etc.  das  sie  dieselben  von  Strasburg  sicher  leibes  und  gutes  durch   ire   stete,    slosse  10 

etc.  varen  und  reyten  lassen geben  zu   Präge   nach  Cristo   geburt    1390  des 

nehsten  dinstags  nach  unser  frawentag  assumpcionis,  unserr  reiche  des  behemischen 
in  dem  achtundczweincgisten  und  des  romischen  in  dem  funfczehenden  jaren. 

Ad  mandatum  domini  regis  Joannes  Caminensis  electus  cancellarius. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  44.  or.  mb.  « 

Barnach  Regest:  Bapp.  Urkb.  II,  nr.  320. 


598.  König  Wenzel  beauftragt  den  Landvogt  des  rheinischen  Landfriedens  Eber- 
hard Schenk  von  Erbach  die  Strassburger  Gesandten  sicher  von  Strassburg  nach 
Nürnberg  zu  geleiten.  geben  zu  Präge  donerstags  noch  unser  vrawen  tage  assump- 
tionis  a.  reg.  rom.  15.  boh.  28  reg.  Prag  1390  August  18. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  67.  or.  eh.  I.  cl. 


599.  Hanneman  vom  Huse  von  Isenheim,  welcher   auf  Verwendung  des  Bischofs 

sepibr.  29  Friedrich  von  Strassburg  bis   kommenden  Michaelistag   aus    der   Gefangenschaft  der 

Stadt  entlassen  ist,  schwört  unter  Anrufung   der  Heiligen   freiwillig   zurückzukehren, 

wenn  bis  dahin  die  Streitsache  zwischen  Strassburg   ihm   und   seinen   Söhnen   nicht  25 

gütlich  geschlichtet  ist  und  stellt  Burkhart  und  Härtung  von  Landesperg  als  Bürgen. 

geben  an  dem  ersten  dunrestage  vor  sct.  Bartholomeus  dage  1390.  1390  August  18. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  15.  or.  mb. 


600.  Örtelin  Mansse  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  ich  lose  üch  wissen, 
daz  ein  erber  rittende  botte  mins  herren  fon  Bobenberg  mir  begint  ist  und  het  mir 
geseit,  daz  min  herre  gon  Proge  geritten  sy,  und  sprichit  Billung,  er  truwet  wol 
sichir  gon  Nürrenberg  odir  gon  Bobenberg  zu  kummende,  er  wisse  abir  nyt,  wie 
er  fürbassir  in  hin  gerittin  muge  fon  der  ohte,  do  ir  inne  sullent  sin  fon  hern  Brunnen 


II 


1390  317 

wegen  fon  Roppilsteine,  wenne  wol  herkant  in  dem  lande  ist,  daz  er  üch  zö  gehöre. 

geben  zii  Sels,  besigilt  mit  Föthenselins  ingesigil,  bresten  halb  dez  minen. 

Heiz  [1300  vor  Augtmt  24.]  ' 
Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  lit.  cl. 
Reg.  Rapp.  Urk.  II,  nr.  321. 


601.  Borzyboy  von  Swinar  an  Strazburg:  ist  bereit  die  städtischen  Boten  von 
Nürnberg  zum  König  zu  geleiten,  wie  der  Geleitsbrief2  besagt,  und  bittet  um  nähere 
Auskunft,  wann  und  ob  die  Abreise  erfolgen  soll,  üeberhaupt  stehe  er  der  Stadt  zu 
Diensten.  .  .  wann  mein  herr  der  künigk  dye  sach  herrn  Hynnaczken  und  mir  und 
dem  apt   von  Murbach   sunderlich   vor  empffolhen   het  czwischen  ew  zu  theydingen. 

geben  in  die  Bartholomey  appostoli  anno  1390.  1300?  August  24. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 


602.  Instruction  für  Straßburger  Gesandte  an  den  König,  betreffend  die  Reichs- 
aclt  und  Bruno  von  Rappoltstein.  [1300  Augurt  24  —  November.] 

15  Unsere    erbern   botten,   die   zu    unserm  herren   dem    römschen   künge   varende 

werdent,  süllent  die  stücke  an  in  werben  von  unsern  wegen,  die  hie  nach  geschriben 
sli'int: 

Zürn  ersten  süllent  sie  ernstliche  suchen  und   werben,  obe   wir  usz   Ahten   und 

aberähten  kommen  mügent,  möhte  aber  daz   nit   gesin,   daz   sie  danne  umbe   einen 

ao  ufslag  werbent,  so  sie  langest  mügent.  und   waz  daz  kostet,   dez   süllent  die  selben 

unser  botten  vollen  gewalt  haben,  aber  vor   allen    dingen   so  süllent  sie   kein   reht 

darumbe  vor  dem  lantrihter  nemen. 

Item  sie  süllent  öch  des  Pfluges  rede,  alse  er  geret  het,  und  öch,  wie  ime  gent- 
wurtet  ist,  vür  sich  nemmen  und  sagen  und  öch  wie  dem  lantvogte  geentwurtet  ist 
55  von  dez  Ropoltzsteine  wegen. 

Item  von  der  rede  wegen  zu  Eger  süllent  sie  sagen,  daz  wir  die  unsern  geeydiget 
habent  und  künnent  nit  erfarn,  daz  ieman  üt  darumbe  gehört  habe. 

Item  daz  es  wol  viertzig  jare  ist,  daz  unser  stat  umbe   den  alten  von  Bopolcz- 
steine  gelt  köfte,  so  ist  es  vil  jare  daz  unsere  bürgere   gelt  umbe  die   von  Rapolcz- 
80  steine  geköfl   haut,  und  dar  vür  und  unsere   bürgere  Bapolczwilre   ingenommen   und 
durch  keinen  mütwillen. 

Item  daz  wir  hern  Brunen  unser  stat  verbotten  hant,  und  er  wol  in  zwein  jaren 
nie  dar  in   kerne. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  nr.  57.  Papierzettel. 
*  Auszügl.  gedr.  Rapp.  Urkb.  II,  nr.  322. 


1  Denn  erst  unter  diesem  Datum  sandte  Worzyboy  von  Swinar  den   königliche»*  Geleitsbrief 
16  Aug.  an  Straßburg.  vgl.  nr.  601. 

2  Vgl.  oben  nr.  59. 


318  1390 

603.  Oeffentliclie  Bekanntmachung  der    Verordnungen  des  Rats  ton  Straßburg 
für  ein  daselbst  abzuhaltendes  Turnier. l  1390  September  4. 

Also  unsere  stette  zu  eren  und  mengelichem  zu   nütze   ein  hof  und   ein  turney 
her   zu   unsere    stat    geleit   und   gemäht  ist,   der   do   sin   sol  von  morne   über   ahte 
tage  und  do  unser  stat  mengelichen  glich  schirmen    wil    noch   turneis  reht   und   ge-    ■', 
wonheit,  do  sint  unsere  herren  meister  und  rat  übereinkomen,  das  alle  die,  wer  die 
sint,  die  zu  disem  unserme  hofe  varen  und  koment,  vier  tage  vor  dem  hofe  und  vier 
tage  noch  dem  hofe  z"i  uns  in  unser  stat  und  by  uns  in  der  stat  und  wider  von  uns 
getröstet  süllent  sin.  und  süllent  ein  fry  geleit  haben  vür   uns  und   alle  die   unsern, 
uszgenomen  die,  die  in  unsere  stette  ohten  sint  oder  in  unserme  heimlichen  buche  ver-  m 
schriben  stont  und  sünderlichen  die,  von  der  wegen  unsers  herren  gotz  dienste  und  göt- 
licher  gesang  darnider  geleit  möhte  werden,  als  daz  sünderliche  vormals  öch  verbotten 
ist,  die  süllent  mit  namen  der  trostunge  noch  friheit  nit  haben,  doch  wer  es,  daz  ieman 
in  der  trostunge  sin  gesinde  oder  rosz,  hengeste  oder  pfert  geleidiget  oder  geschediget 
würdent  also,  daz  sü  von  soliches  leidigens  oder  schedigens  wegen  noch  der  trostunge  ,5 
in  unser  stat  blibent,  die   süllent  doch,    die  wile  sie  semlicher  ertzenige   pflegent,   in 
unser   stat   öch   getröstet   sin   one   geverde.     wir   wöllent   öch,   das  alle   die   unsern, 
wer   die   sint,  allen  den  frömden,  die  herzu   uns  koment,   zuht  und   ere    bieten   und 
inen  weder  laster,  leit  noch  smacheit  dönt  in  deheinen  weg.  wenne  wer  das  darüber 
verbreche,  zu  dem  wil  man  daz  strenglich   und  vestekliche   rihten   und   rehtvertigen  so 
uf  den  eit  und  noch  den  schulden,  also  sü  denne  ergangen  und  beschehen  sint. 

Wir  wöllent  öch,  daz  alle  die  unsern,  wer  die   sint,  die  frömden  geste  an   allen 
köffen  bescheidenliche  und  tügentlichen  haltent. 

Und  mit  namen  so  söllent  alle  würte  und  würtin  ir  geste  disen  hof  halten  in 
solicher  bescheidenheit  und  gedinge  und  nit  me  von  in  nemen,  denne  also  hie  noch-  25 
geschriben  stot :  Zu  dem  ersten,  so  sollent  sie  von  eim  iegelichen  gaste  zu  eime 
ymbisze  einen  Schilling  pfennige  nemen  und  nit  me;  von  sime  oder  sinen  erbersten 
knehten  zehen  pfeninge  und  nit  me;  von  eime  renner  aht  pfeninge  und  nit  me;  vür 
ein  sestern  habern  zehen  pfeninge  und  nit  me ;  von  eim  pferde  ein  tag  und  naht 
vür  howe  und  stro  vyer  pfeninge  und  nit  me.  und  wer  sine  mol  by  inen  nymet,  von  so 
dem  söllent  sie  von  der  herbergen  nütschit  nemen  noch  heischen,  er  gebe  es  in  oder 
irme  gesinde  denne  gerne  ungeheischen  und  ungetunget.  wo  aber  ein  frömder  gast, 
er  wer  ein  herre  oder  wer  er  were,  sin  sunder  koste  in  eins  würtes  hus  haben 
wolte,  der  herre  oder  gast  mag  fruntliche  mit  sime  würte  überkomen,  das  beschei- 
delich  sy,  doch  das  dehein  würt,  die  wile  sin  herberge  rüme  in  denheinen  weg.  die 
würte  sollent  ouch  in  iren  hüsern  für  und  lieht  ernestliche  und  getruweliche  ver- 
sorgen und  bewaren.  es  süllent  öch  alle  metzigere  bestellen  und  versorgen,  das  sü 
mengelichem  fleisch  gebent  umbe  ein  bescheiden  pfening,  das  kein  klegede  von  in 
sy.  wo  dar  über  klegede  von  in  würde,  daz  sü  nüt  fleisch  hiewent,  abestechent  und 


. 


1  Das  Turnier  von  1390  wird  wohl  ebenso  wie  das  von  1408,   von  dem  es  ausdrücklich  bemerkt  ist, 
auf  dem  Roßmarkt  (Broglieplatz)  stattgefunden  haben. 


1390  319 

gebent  umbe  bescheidene  pfeninge,  diu  wil  man  öch  strenglich  und  recteklich  zu  in 
pihten. 

Zu  glicher  wise  sollent  es  alle  irischere  mit  iren  vischen  gegen  mengelichem 
halten,  als  es  von  den  nietzigern  du  vorgesehriben  stot. 

Es  sollen!  öch  alle  brotbeckere  brot  buchen,  welre  bände  brot  ir  iegelicher  wil 
und  wie  dicke  er  wil,  also  das  er  ein  pf'ennewert  brotes  umb  ein  pfening  bache  und 
kein  vorbmt  gehe  und  hellent  die  brotbecker  umb  soliche  Sachen  deheinen  satz  under 
in  uf  gesetzet,  der  so!  abe  sin  gentzlich  und  gar,  wenne  wir  wöllent,  das  mengelich 
brotes  gniig  by  heu  finde  und  kein  gebreste  sy.  welre  aber  darüber  durch  mütwillen 
kein  brof  buche  oder  durch  des  hofes  oder  andere  Sachen  willen  das  brot  deste 
kleiner  oder  desle  krengker  Iniehe,  zii  dem  und  den  wöllent  wir  es  vürbasser  denne 
zii  andern  ziten  strenglich  und  veslekliche  rihten  und  rehlvertigen  uf  den  eit,  wenne 
wir  och  hüte  darüber  wollen!  setzen,  die  sünderliche  zii  dem  brote,  zu  fleische,  zii 
vischen  und  zii  allen  andern  dingen,  die  vorgesehriben  sint,  hüten  sollent  und  war 
nemen,  wer  die  sint,  die  soliche  ding  verbrechend  actum  et  pronuntiatum  die  do- 
ininica  proxhna  ante  diem  festy  nativitatis  beate  virginis  Marie  anno  etc.  nonagesimo 
sub  domino  Reinboldo  Wetzel  magistro  et  sub  domino  Cunrado  Armbroster  magistro 
Bchabinorum.1 

Str.  St.  A.  AA.   1921.  conc.  od.  cop.  eh.  coaev.    (Papierrolle  auf  beiden  Seiten  besehrieben) 
Ibid.  Ordnungen  tom.  13  fol.   107.  conc.  eh. 


1  Auf  derselben  Papierrolle  folgt  unmittelbar  eine  Fortsetzung  dieser  Ratsverordnung,  die  unter 
Wiederholung  der  Verordnungen  vom  Jahre  1390  für  das  Turnier  von  1408  Ende  Mai  als  Zusatz  zu  der- 
selben erlassen  worden  ist,  und  hier  des  sachlichen  Zusammenhangs  und  kulturgeschichtliclien  Interesses  wegen 
mitgeteilt  werden  mag:  Also  ouch  vormals  [1390]  allen  zapfenern  gebotten  ist  und  sü  ouch  gesworen  hant. 
H5  daz  sü  keinen  win  zft  dem  zapfen  höher  sollent  geben,  denne  uff  den  pfennig,  also  sü  ingeköffet  han  und 
ouch  gebotten  ist,  daz  nieman  win  schenckon  sol,  er  habe  denne  vor  gesworen,  do  erlftbent  wir  mengelichem 
disen  hof  mit  namen  in  disen  neuesten  künftigen  viertzehen  tagen  win  zft  schenckende  und  zft  gebende, 
wie  er  mag.  also,  daz  sü  in  vorhin  verungeltent,  als  daz  alles  vormals  gehalten  und  uff  gesetzet  ist. 
doch  so  sol  men  alle  andere  gobotto  halten,  die  von  des  wines  wegen  vormoles  ufgesetzet  und  ver- 
so    schriben  sint. 

Es  cnsol  ouch  dehein  ungewoffent  man  noch  frowo  noch  niemans  kint  oder  gesinde  uff  der  ge- 
r&ste,  do  die  gewoffenten  uffe  stont,  nit  kummen  noch  do  uff  sin,  wer  darüber  do  uffe  gesehen  wurde 
oder  daruff  kerne,  der  bessert  5  lib.,  alz  dicke  er  daz  dftt. 

Es  ensol  auch  nieman  in  den   ring   riten,  uszgenummen,  die  ein   ammanmeister  heisset  mit   ime 
:,;'    riten.  wer  daz  verbrichet  der  bessert  5  lib. 

Ouch  beduncket  min   herren  den   ammanmeister  gftt,  ebe  es  lioh  wol  gevellet,  daz  man  nüt   me 

denue  dise  hie  nochgeschriben  porten  offen  sol  loszen  und  keine  me.  daz  ist  mit  namen  :    spittaltor. 

metziger  turn,  santSteffans  tor,  zum  jungen  sant  Peter  und  zürn  alten  sant  Peter  und  daz  man  under 

iedie    offen    porte   ein  gewoffente  man   sol   dftn  und   uff  den  turn  vier  gewoffente   man  und  daz  man 

■lo    ouch  die  bedecketen  brücken  besetze  [mit]  12  gewoffenten. 

Ouch  beduncket  min  herren  den  ammanmeister  gftt,  daz  zwene  erber  manne  uff  dem  münster 
sient  by  den  wahtern. 

Ouch  beduncket  in  gftt,  daz  man  sehs  einspenniger  knehte  uf  dem  velde  an  drien  enden  sol  haben 
ritende  zft  besehende  daz  velt  umbo  und  umbe. 
'■  Die  alten  herren  beduncket  gftt,  wenne  es  ouch  unserer   stette  nützlich   und  erlich  ist,  daz    man 

sol  haben  fünf  hundert  gewoffenter  man  von  den  antwerken  die  geradensten  und  basz  erzügesten, 
die  iedorman  under  sine  antweicke  vinden  oder  haben  mag.  und  die  sollent  uff  dem  Uosscmerkete 
des  turneys  hüten,  und  sollent  der  Inte  iewedersite  des  llossemerketes  zwey  hundert  man  ston  und 
vornan  an  der  bauen  ein   hundert,     und   sollent  doch   ie  daz  antwerck   bestellen,  daz   ein   erberman 

VI.  41 


320  1390 

604.  Straßburg  erklärt  den  Grafen  von  Württemberg,  den  Markgrafen  von  Baden 
und  Heinrich  von  Fleckenstein  frei  von  jeder  Ansprache  und  Forderung  wegen  des 
Straßburger  Bürgern  zugefügten  Schadens.  1390  September  25. 

Den   edeln   herren   grafe   Eberharte    von   Wirtenberg,    marggräfe   Bernharten  zu 
Baden    und   herrn    Heinriche   von    Fleckenstein    dem   eitern   enbieten   wir    Reimbolt  ß 
Wetzel  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg   unszern   friintlichen,   willigen    dienst 
und  waz  wir  gutes  vermügent.   gnedigen  herren,  als  ir  und  die  uwern  unsere  bürger 
gut  angegriffen  und  gen  Beinheim  gefürt  hant,    also  kündent  wir  uvern  gnaden,   das 
von  desselben  angriffes  und  derselben  getete  wegen  wir  und  alle   unser   bürger,  alle 
unser  erben,  nachkommen   und   die   unsern  niemer   anspräche   noch   vorderunge   an  io 
üch,  uwer  helffere,  dienere  und  die  uwern  und  mit  nammen  an  alle  die,  die  bi  dem- 
selben angriffe  gewesen  sind,  gehaben  söllent   noch  wellent  und  üch  noch  sie  in  de- 
heinen  wege  von  der  sache  wegen  leidigen  noch  bekümern  in  deheine  wise  äne  alle 
geverde.     und  dez  zu  einem    offen  Urkunde   so  ist  unszere  stette  ingesigel   an  disen 
brief  gehencket.         der  geben  ist  an  dem  nehsten  sunnentage  vor  sant  Michels  dage  « 
nach  Cristi  gebürte  da  man  zalte  drüczehenhundert  jare  und  in  dem  nüczigesten  jare. 

Stuttg.  St.  A.  M.  Baden  A.  1  B.  or.  mb.  c.  sig.  pend. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1501. 


605.  Hanneman  von  Schönau  verlehnt  das  Fischmeislertum  zu   Straßburg  an 
Wilhelm  von  Mülnheim.  1390  September  30.  20 

Ich  Hanneman  von  Schönöwe  genant  von  Stetemberg  ein  edelkneht  tun  kunt 
allen  den,  die  disen  brief  anesehent  oder  hörent  lesen  nu  oder  hie  noch,  daz  ich  ane- 
gesehen  habe  die  genemen  getruwen  dienste,  die  mir  Wilhelm  von  Mülnheim  hern 
Eberlins  seligen  sun  von  Mülnheim  eins  ritters  zu  Strazburg  dicke  und  vil  geton  het 
und  noch  in  künftigen  ziten  wol  geti'm  mag,  und  habe  yme  geluhen  frilichen  von  25 
der  hant  mit  kraft  dis  gegenwertigen  briefes  zu  eime  rehten  manlehen  yme  und 
allen  sinen  lehenserben  das  vischermeistertüme  und  das  vischergerihte  zu  Strazburg 
mit  allen  den  rehten  und  gevellen,  die  dar  zu  gehörent  und  von  alter  her  von  minen 
altvordern  an  sine  altvordern  broht  und  gehalten  sint,  mit  den  rehten  und  gevellen, 
alse  su  hernoch  in  disem  brief  geschriben  stont,  sie  sient  gesuchet  oder  ungesuchet,  30 
wie  die  funden  werdent,  die  zu  disem  lehen  gehörent.  ich  habe  yme  ouch  geluhen 
die  Brüsche  in  der  stat  zu  Strazburg,  die  ouch  in  dis  lehen  gehöret,  alse  ouch  sin 
altvordern  das  selbe  wasser  die  Brüsche  genützet  und  genoszen  hant  mit  vischende 
gesüchet  und  ungesuchet,  alse  es  von  alter  her  an  sü  broht  ist  und   genützet   hant, 


under  iren  gesellen  sy,  dem  sine  ander  gesellen  gehorsam  sin  söllent  und  sint.   men  wil  ouch  iedem   35 
antwercke   sin   schilt  uff  dem  Rossemerkete  slahen,  wo    es  stan    sol.   do    sol  ouch   iedie  geselleschaft 
zühteklichen  und  bescheidenliche  stan  und  sol  nieman  ungewoffentens  by  inen  stan,  wo  darüber  ieman 
by  inen  stünde,  der  ungewoffent  were,  daz  süllent  die  gewoffente  nit  gestatten,    dar  zu  so   mfisz  sem- 
liche smocheit  erbotten  werden,  daz  soliche   ungewoffenten  woltent,  daz   sü  nie  dar  werent  klimmen. 

Dise  gebot  geschahent  ouch,  do  der  hoff,  das  stechen  alhar  in  die  stat  geleit  was ;  der  selbe  hof   *o 
was  in  der  neuesten  wochen  vor  der  pfingestwochen  anno  domini  1408  under  hern  Heinrich  von  Müln- 
heim dem  meister  unde  hern  Gossen  ammanmeister. 


n 


1390  321 


noch  lehena  reht  und  gewonheit.  das  selbe  wasser  anefohel  zu  Margbacfa  l>v  dem 
gesselin,  das  do  zühei  zu  der  spitzen  her  abe  indewendig  des  Rintsuter  graben  und 
der  gegen  her  über  ist  ein  zug  almende  oidenan  an  der  berren  male  zfi  sanl  Thomas 
und  by  des  Häffelins  müle  gehöret  es  in  die  leben  und  get  her  abe  durch  die  brocken 

r,  alle  zö  beiden  staden  untze  an  daz  gesselin,  das  hinder  der  stette  ringmure  inget, 
by  dein  güldin  turne,  de  der  Rinegicsse  '  her  in  flüsset,  obwendig  sant  Stephans 
brücke,  indewendig  ist  es  almende,  es  ist  ouch  zfl  wissende,  das  der  egenant  Wilhelm 
von  Mülnheim,  und  wer  dis  lehen  ynne  het,  einen  andern  vischermeister  sol  setzen, 
der  yme  die  gevelle  und  die   reht   yn    neme,    die    do    vallent   oder  dar  zfi   gehörent 

lo  oder  er  mag  es  selben  besitzen,  die  visehere  sÖllent  ouch  oiergent  kein  gerihte  anderswo 
suchen  noch  nemmen  denne  in  eins  Obermeisters  hoff  oder  in  des  hoff,  der  denne 
dis  lehen  ynne  het,  und  besitzet,  das  daz  antwereke  ane  get  oder  antriffet  von  vi- 
echendes  wegen  oder  dem  gliche,  es  sie  denne  umbe  wunden  oder  unfügen  oder 
eigen  und  erbe,  das  do  für  daz  öbergerihte  gehöret  für  meister  und  rat  zu  Strazhurg. 

M  «renne  euch  in  den  hoff  gebotten  wurt,  do  ist  das  erste  gebot  zwene  pfenninge  und 
mag  daz  fürbas  gebieten  untze  an  süben  Schillinge;  pfenninge.  vellet  ein  urteil  wider 
einen,  das  ist  sehtzehen  pfenninge.  men  mag  ouch  wetten  alse  vor  weltlichem  ge- 
rihte umbe  schulde,  verhütet  man  hürling  zu  vollende,  daz  ist  by  süben  Schillinge 
pfenninge.     und  waz  dirre  gebot  und  gevelle  sint,   die  söllent  alle   eime   Obermeister 

pi  werden,  der  dis  zu  leben  hei.  ist  es  ouch,  das  ein  lantman  sin  reht  oder  sinen  ey- 
nunge  knuffen  wil,  daz  sol  er  umbe  einen  Obermeister  tön,  als  er  denne  mit  yme 
gedingen  mag.  doch  hette  man  lange  zit  vier  pfunt  pfenninge  von  eime  lantman 
genommen,  ist  es  ouch,  das  ein  vischer  kint  het,  der  sin  reht  vor  köffet  het,  wenne 
die  zfi  iren  tagen  komment,    wellent   sü   denne   vischen   oder  daz   antwereke  triben, 

'_'.,  so  sol  ir  ieglicher  zehen  Schillinge  pfenninge  geben  eime  Obermeister,  wer  der  ist, 
der  sin  reht  und  sinen  eynunge  empfohet,  der  sol  den  ahte  lüten,  die  das  gerihte 
in  deine  hoff  besitzent,  zwene  Schillinge  pfenninge  umbe  win  geben  und  vier  pfenninge 
zfl  st&le  gelt,  die  vischer  mögent  ouch  alle  jore  ahte  erber  mau  kiesen  under,  in  der 
sol  ein  Obermeister  den  eit  geben,  die  söllenl  sweren    zu   rehten   ziten  in   des  öber- 

M  meisters  hoff  oder  in  des  hof,  der  denne  dis  lehen  ynne  het  und  besitzet  zfi  gonde 
und  do  zfi  rihtende,  alse  es  bar  kommen  ist  dem  armen  alse  dem  riehen  und  eime 
öbermeisler  und  dem  antwereke  sine  rehte  zfi  behebende,  alse  verre  sü  mögent  one 
alle  geverde.  ist  es  ouch  das  einre  sin  rehl  verlöret,  ebe  es  die  geswornen  erkennent, 
der  iniisz  es  von  nuwem  uf  umbe  einen  öbermeistere  können,     und  was  der  gevelle 

85  und  gebot  sint,  die  söllent  alle  eime  Obermeister  werden  one  die  stüle  pfenninge  und 
die  zwene  Schillinge  pfenninge  umbe  win.  die  den  ahte  lüten  zu  gehörent.  und  her 
umbe  so  sol  in  ein  Obermeister  geben,  obe  sü  wellent,  alle  jor,  so  daz  antwereke  sin 
gedinge  hei,  in  eins  Obermeisters  hoff  zwene  ymbis  zu  herbeste,  einen  und  zu  vasten 
einen,  do  sol  men  in  zu  herbeste  geben  ie  zweigen  drü  pfunt  fleisches  und  ieg- 
liclieni  ein  Schüssel  mil  krule  und  ieglichem  ein  brot  und  ein  halbe  mosse  wines. 
und  zö  vasten  sol  men  ie  zweigen  geben  drige  heringe  und  ieglichem   ein   brot  und 


1  Heute  Züricher-Straße. 


322  1390 

ein  halbe  mosse  wines  und  ein  schüssel  mit  louche  und  ein  Schüssel^  mit  kalten 
erweissen  one  oley.  wil  aber  ieman  baz  gessen,  der  mag  es  kouffen,  umbe  sin  gelt, 
do  süllent  oueh  zu  iedem  ymbis  vier  scheneken  sin,  den  sol  men  zu  herbeste  geben 
ieglichem  zwey  pfunt  röwes  rintfleisches  und  zwey  brote  und  ein  halp  vierteil  wines 
und  zu  vasten  iedem  scheneken  zwene  heringe  und  zwey  brote  und  ein  halp  vierteil  5 
wines.  dis  ist  des  hofes  und  eins  Obermeisters  reht,  waz  er  den  vischern  und  sü 
yme  wider  umbe  tun  söllent.  und  wenne  sü  über  tische  gesitzent,  so  get  ein  Ober- 
meister umbe  oder  einre  von  sinen  wegen  und  git  yme  ieglicher  vier  pfenninge, 
welher  ouch  nüt  kommet  zu  dem  ymbis,  der  git  zwene  pfenninge,  der  sin  reht  het. 
verlüre  ouch  einre  sin  reht  oder  sinen  eynunge  mit  diepstal  oder  demgliche  mit  un-  10 
detten,  der  musz  mit  eime  Obermeister  oder  mit  dem,  der  dis  lehen  ynne  het,  dar- 
umbe  über  kommen,  sol  er  daz  antwereke  triben.  es  sol  ouch  nieman,  der  in  dem 
burgbanne  sitzet,  daz  antwereke  triben,  er  habe  denne  vor  sin  reht  umbe  einen 
Obermeister  oder  umbe  den,  der  denne  dis  lehen  het  und  besitzet,  gekouffet.  dise 
vorgeschriben  reht  und  alles,  das  von  alter  her  hie  zu  gehöret  und  des  obgenanten  15 
Wilhelmes  von  Mülnheim  altvordern  von  minen  altvordern  gehebet  hant  in  lehens 
wise,  das  habe  ich  Hanneman  von  Schönöwe  genant  von  Stetemberg  do  obgenant 
geluhen  dem  egenanten  Wilhelm  von  Mülnheim  zfi  eime  rehten  manlehen.  und  het 
ouch  er  mir  dar  umbe  gehuldet  und  gesworen  semeliche  truwe  und  eide,  die  ein 
man  sime  herren  von  sinre  lehen  wegen  von  rehtes  wegen  billichen  tun  sol.  und  w 
des  zu  Urkunde,  so  habe  ich  Hanneman  von  SchSnöwe  vorgenant  min  ingesigel  geton 
hencken  an  disen  brief.  und  beschach  dise  empfengnüsse,  alse  der  egenante 
Wilhelm  von  Mülnheim  die  obgenanten  lehen  von  mir  empfangen  het,  an  dem  nehsten 
fritage  noch  sant  Mathis  ahteste  dez  heiligen  zwölfbotten  in  dem  jore  do  man  zalt 
von  gottes  gebürte  drützehenhundert  jore  und  nüntzig  jore.  2» 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  86  fasc.  1.  or.  mb.  lit.  pat.  1  sig.  petid.  mut. 
Ibid.  noch  vielerlei  die  Fischerei  betreffendes  Material  aus  späterer  Zeit. 
Gedr.  Brucker,  Zunft-  u.  Polizeiordnungen.  S.  199. 


606.  Schlettstadt  an  Strassburg:  bittet   Boten   zu  dem   Tage   nach   Hagenau    zu 
senden,    den    König  Wenzel  daselbst  ihrer  Juden   wegen  angesetzt  hat  .  .  .  und  mit  30 
sunderheit  die  (boten),  die  vormals  bi  den  sachen  gewesen  sind  oder  ir  einteil, 
datum  feria  6  ante  festum  seti.  Dionysii.  1300  October  7. 


Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  174.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr. 
Gedr.  auszüglich :  D.  B.  A.  II,  pg.  284. 


607.  Markgraf  Bernhard  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:  antwortet,  dass  er 
wegen  ihres  Bürgers  Claus  Zorn  mit  seinem  Bruder  gesprochen  habe,  dem  sie  nur 
selber  schreiben  sollen,  und  dass  er  gerne  bereit  sei  einen  Sühntag  zu  Lichtenau  zu 
besenden  .  .  .  ouch  umb  sölichen  schaden,  der  uns  und  den  unsern  in  dem  krieg, 
den  ir  und  ander  stete  mit  den  fürsten  und  herren  gehabt  händ,  von  üwern  und 
der  andern  stete  wegen  geschehen  ist,  darumb  wir  doch   auch   vormals   mit   unsern 


1390 


:m 


briefen  und  erber  bottschaft  an  ach  kerung  erfordert  haben,  die  kerunge  uns  ouch 
doch  noch  nit  geschehen  ist.  und  begeren  aber  an  üch  mit  ernst,  das  bas  unser 
Bchade  gekert  werde,  als  wir  üch  wol  getruwen,  dann  wo  uns  daz  nit  geschehe,  so 
di'ilite  uns  daz  unreht  geschehe.  Hut  um  Pforczheim  feria  quinta  post  Lucie  vir- 

s     ginis  anno  90.  Pforzheim  1.390  December  15. 

(i()il 


Str.  St.  A.  AA.  84.  m:  eh. 
lieg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  1610. 


(i()}J.  Notiz  über  die  Aufstellung  der  Glefen,  welche  in  der  Weise  geschieht,  dass 
kriegstüchtigen  Leuten  die  pflichtmässig  gehaltenen  Pferde  anderer  zugewiesen  werden 
i»  für  die  Dauer  des  Kriegszuges  :  z.  B. :  Hans  Riffe  sol  nemen  Walter  Riffen  pfert  und 
Friederich  Negel  und  Jeckel  Kippenheim  pfert 

Hans  Ludewig  sin  pferd  und  Hans  Deschen  pfert. 

Fridel  von  Setzingen  sin  pfert  und  sins  vatter  pfert  und  sins  brüder  pfert. 
Jacop  von  Rcinichen  sin  pfert  und  siner  swiger  pfert. 
15  Claus   Krliart  sin  und  der  Werberin  pfert  u.  s.  w. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20  nr.  6.  Pat>ierzettel.  (gefaltetes  Folioblatt.) 


609.  Ratsieschluß  wegen  der  Söldner.  [1389/90.] 

Unser  herren  sint  uberein  kumen,  daz  man  den  söldenern,  die  daz  laut  abfarent 
zum  indem  lantf'riden,  einen  solt  ftirgeben  wil  vier  und  zwentzig  guldinn  und  dar- 
H  nach,  als  vil  als  sie  angeburt  nach  margzal.  und  wollen  t  ouch  weder  irre  hangest 
and  pferde  keyn  ergerunge  gelten,  ez  enwere  denne,  daz  ein  hengest  oder  pferde 
stürbe  odir  abegienge  of  der  verte  oder  uf  einer  offenen  füterunge  verloren 
würde  mit  irs  höptmannes  urlop  und  wissende  und  mit  dem  venlin,  daz  wil  man 
gelten  [und]  anders  niht.  man  sol  in  ouch  zwen  wagen  und  einen  karrich  üben 
|und]  dem  hoptmanne  sol  man  einen  hengest  lihen  zu  einer  banyer.  man  sol 
einem  pfiffer  lihen  ein  pfert;  und  süllent  die  goldener  alle  mit  gekröneten  hehnen 
varen. 

Dia  sint  die  soldener  die  das  lant  abe  süllent.  zu  dem  ersten: 

lierr  Johans  Zorn  der  höptman. 

Item  herr  Friderich  Klette. 

Item  der  von  Stille. 

Hein  Hugelin  von  Bülach. 

I Um ii   lieiinbolt    von  Sehonecke. 

Item  Obrehl  Judenbretter. 

Item  Ortelin  Sippos. 

Hein  Friderich  von  Dunzenheim. 

Item   (losse   Slunn. 
Hein  der  junge  Epficher, 
Hein   Erbe  von   Dünungen. 


324  1390—1391 

Item  Wetzeis  sun  Marsilius. 

Item  Cüntzelin  von  Wintertur  zum  Engel. 

Item  Wisbrötelin. 

Item  Billung  von  Heiligenstein. 

Str.  St.  A.  G.  U.   P.  lad.  20  fasc.  3.  or.  eh.  (Zettel.) 


610.  Ratsbeschluß  über  die  Stellung  von  Pferden.  [1889/1890.] 

Unsere  herren  sint  uberein  kommen,  daz  alle  unsere  bürgere  und  burgerinnen, 
die  da  hengeste  und  pferde  von  gebottes  wegen  haben  söllent,  daz  och  dieselben, 
wer  die  sint,  dieselben  ire  hengeste  und  pferde  haben  söllent  hinnan  untze  an  den 
heiigen  pfingest  tag  nil  zu  nehste  komet.  het  och  yeman  kein  argerunge  an  sinen  w 
hengesten  oder  pferden  oder  ist  yeman  kein  pfant  pfert  abe  erlöset,  daz  sol  er  alles 
hinnan  dar  ervollen,  het  och  yeman  du  zu  ziten  hengeste  oder  pferde  von  gebotz 
wegen,  die  sol  er  nit  abe  komen  ane  urloup  meistere  und  rates.  und  wer  diz  ver- 
breche, der  beszert  10  IL  und  wil  man  öch  die  bi  dem  eide  nyeman  varen  laszen. 
und  wil  man  öch  mengelichen  zu  stunt  nach  pfingesten,  so  man  rihtet,  zu  rede  dar-  15 
umbe  setzen,  es  sy  von  gantzen  pferden  oder  von  halben. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad    20  fasc.  6.  Papierzettel. 


611.  Bruchstück*  einer  Instruction  für  Slraßburger  Gesandte  an  den  König  in 
Sachen  der  Acht.  [1390-91]. 

Zum  ersten  :  so  soltent  unserre  botten  vordem,  das  man  uns   und  unserre   stat  20 
usz  ohte  und  aberohte  losze  und  uns  des  briefe  gebe  an   alle   fürsten,    herren   unde 
stette,  das  wir  usser  ohte  und  aberohte  sient.  und  wer  es,  das  dehein  herre,  stat  oder 
niemand  anders  uns  widerseit  darumbe  hette,  das  der  oder  die  ire  vigentschaft  gegen 
uns  abeloszent. 

Item  das  wir  aller   der   anesprochen   oder   vorderungen,   die   unser   stat  unserre  25 
bürgere  oder  die  unsern  angesprochen  sint  von  unsers  herren  des  kiiniges  oder  des 


1  Auf  der  andern  Seite  desselben  Blattes  stehen  2  Notizen,  die  auch  in  diese  Jahre  gehören  :  Wir 
wollent  ouch  nit,  das  ieman,  wer  der  sige  oder  wie  der  genant  sige,  die  stat  von  Straszburg  ane- 
spreche  oder  in  deheinen  weg  bekümbere  umbe  welchen,  schaden  und  Verlust,  so  ynen  geschach  von 
den  stetten  des  bnndes  an  dem  Rine  in  Schwaben,  Peyern  oder  Francken.  wenne  wir  wol  underwiset  30 
sint,  was  dienstes  sie  zu  demselben  bunde  dotent,  daz  sie  das  dftn  mftstent  eydes  und  erenhalb,  also 
sie  sich  des  verbunden  hettent,  wände  wir  wollent  nit,  das  sie  iemand  ichtzit  darumbe  schuldig  sient 
zu  kerende  oder  ze  widerd&nde. 

[Nach  einer  Lücke.]  So  denne  von  der  brücken  wegen,  die  die  stat  von  Stroszburg  gemacht 
hant  über  den  Rin,  die  mengelichem  dem  riehen  und  dem  armen  nütze  unde  g&t  ist,  daz  wir  wol  35 
bekennent,  do  gunnent  und  bestetigent  wir  in  die  selbe  brücke,  das  sie  die  haben  und  do  uffe 
nemen  mögent  von  eime  wagen  8  den.  von  eime  karriche  4  den.  ein  man  und  ein  pfert  2  den.  ein 
pfert  oder  ein  grosz  vihe  ein  pfennig,  ein  klein  vihe  ein  helbeling,  ein  lidig  mensche  ein  pfennig. 
und  sol  sie  daran  nieman  irren  in  denheinen  weg. 


II 


1391  325 

heiligen  riches  wegen,  wenne  das  ist  oder  gesin  möhte  untz  uff  disen  hütigen  tag 
ledig  und  quit  sint  und  das  wir  darumbe  gentzlich  und  lüterliche  mit  unserme  herren 
dem  käsige  und  den  sinen  gerilitet  und  geslilitet  sint. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  104. 


5  612.  Wir  Friderich  von  gotz  gnoden  byschof  zu  Stroszburg  kündent  mengelichem 

mit  disem  briefe,  also  die  erbern  wisen  der  meister  und  der  rot  der  stette  zu  Strosz- 
burg anegriffen  und  gefangen  hant  hern  Hanneman  vom  Huse  von  Isenheim  ritter 
von  solicher  anesproche  wegen,  so  der  erwirdige  brüder  Johans  meister  sante  Antho- 
nien  huses  zö  Isenheim  ir  burger  an  den  selben  hern  Hanneman  vom  Huse  het  von 

I»  sin  selbes  und  sines  gotzhuses  wegen  zu  Isenheim,  daz  wir  dar  umbe  die  selben 
meister  und  rot  zu  Strozburg  und  den  vorgenanten  brüder  Johans  den  meister  und 
sin  closter  zu  Isenheim,  alle  ire  burger,  helffer,  diener  und  die  iren  und  ouch  den 
egenanten  hern  Hanneman  vom  Huse,  ritter  Hans  Ulrich  vom  Huse  und  Hanneman 
von  Isenheim  den  banghart  sine  süne  alle  ire  helffere,  dienere  und  die  iren  mittenan- 

15  der  gutliche  gesunet,  gerihtet  und  geslihtet  hant  in  dise  wise  etc.  etc.  geben  zu 
sante  Arbegaste  des  nehesten  zinstages  vor  dem  heiligen  zwölften  tage  noch  winachten 
des  jores  etc.    1391.  Kloster  St.  Arhogast  1991  Januar  3. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166.  or.  mb.  I.  pat.  c.  s.  pewl. 


613-  Ratsbeschluß  über  Behandlung  der  Slraßburger  Außenbiirger. 

1391  Januar  29. 

Also  unserre  stat  alle  unserre  uszburgere,  under  wem  die  sitzent,  one  die  under 
unserme  herrn  dem  byschofe  sitzent,  hanthaben,  schüren  und  schirmen  wellent,  alz 
daz  von  alterher  kommen  ist,  do  sint  unser  herren  meister  und  ret  übereinkummen, 
daz  dieselben  unserre  uszburgere,  wo  die  also  sitzent,  ir  burgreht  rihten  und  geben 
söllent  hinnan  bitze  zu  der  groszen  vastnaht.  wenn  welre  des  nit  endete,  dem  wellent 
wir  darnach  weder  geraten  noch  beholffen  sin.  und  sage  ouch  disz  ie  einre  dem  an- 
dern,        actum  die  dominica  proxima  post  diem  conversionis  scti  Pauli  anno  91. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  271  fasc.  4.  conc.  vel.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Wencker,  de  ußburg.  S.  165. 


614-  Bischof  Friedrich  an  Strassburg:  teilt  mit,  dass  Graf  Heinrich  von  Zwei- 
brücken und  Bitsch  sein  Feind  sei  und  bittet  auf  Grund  des  zwischen  ihnen  be- 
stehenden Hundes  .  .  .  daz  ir  uns  schickent  zwelfe  mit  glefen  geweffender  lute  wol 
ertzugel,  und  daz  die  sigent  uff  den  nehten  sünnetag  so  man  singet  Beminiscere  zu 
naht  zu  Xabern.  .  .  .  Alles  Nähere  soll  der  Ueberbringer  des  Briefes  erzählen. 
gebin  under  unserme  Lngesigle  deznesten  fritages  vor  Invocavit.  anno  1391. 

1391  Februar  10. 

Str.  St.  A.  AA  1409  «r.  61.  or.  eh.  lit.  pat.  c.  sig.  impr. 


326  13Ö1 

615.  Breisach  an  Strassburg :  hater  fahren,  dass  grosser  Schade  angerichtet  werde 
.  .  .  mit  der  stein  waten,  dem  affenberren  und  mit  söliehen  engen  garnen  an  jungen 
fischen,  die  doch  der  weit  wenig  ze  nutze  nocli  ze  fromen  kommend,  sunderlicfa 
selbling  und  esche  .  .  .  Schlägt  desshalb  vor  die  engen  Garne  bis  Johannistag  zu 
verbieten.         datum  in  die  inventionis  s.  crucis  anno  91.  1391  Mai  3. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  86    or.  ch.  lit.  cl 


616-  Claus  Berer  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  Markgraf  Bern- 
hard zu  Baden :  bitten  den  Seinen,  welche  dem  Heinrich  von  Fleckenstein  Herrn  zu 
Dachstuhl  beistehen  gegen  die  von  Hagenau,  zu  befehlen,  dass  sie  ferner  nicht  in 
das  Gebiet  und  den  Burgbann  von  Strassburg  reiten.  datum  feria  proxima  post  diem 
festi  ascensionis. 

[1391  Mai  />.] 
Str.  St.  A.  AA.   103.  cop.  ch   coaeo. 
lieg.  d.  Markgr.  v.  Uad.  nr.  1533.  vgl.  dort  über  die  Datierung. 


617-  Breisach  an  Strassburg:  herr  Burghart  Humel   von  Stöffemberg   wolle   den   u 
Vorschlägen  vom  3  Mai  die  Fischerei  betreffend  in  der   Gegend    von   Rheinau    nicht 
beitreten.  Strassburg  möge  ihn  dazu  veranlassen.         datum  feria  quinta  post  festum 
penthecostes  anno  91.  1391  Mai  18. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  86.  or.  ch.  lit.  cl. 


618.  Die  rheinische  Landfriedenscommission  von  Straßburg:  mahnt   um  Eni-  -° 
Sendung  von  40  Glefen  nach  Germersheim  doch  zu  einem  späteren   als    dem    früher 
mitgeteilten   Termin.  Mainz  1391  Mai  25. 

Unsern  fruntlichen  grüsz  zuvor   ersame  wise  lute.  als  wir  eynen  gemeynen  zug 
erkant    haben,   darumb   wir  üch  nehste    schrieben    und   menten  von  des  lantfrieden 
wegen    uwer   zal   Volkes,  die   nachgeschriben   steet,    zu   schicken    gen    Germersheini  u 
oder  darby  von  noch  hude  über  acht  tage  zu  sin,  laszen  wir    uch  wiszen,    daz   wir, 
die  wir  by  dem  lantfaude  geseszen  han,  durch  merer    notz    und    frome    des    landes 
und  gelegenheid   der  sachen   willen   eymudelichen   erkant   han    of    unser    eide,    daz 
wir  den  zog  obgeschriben  offgeslagen  haben  von  dem  donrstage,  als  ir  die  uren  geen 
Jim,  u.   Germersheim  geschickt  solt  haben,  über  virzehentage  nehst   darnach   kommende,  daz  30 
ist  oft  sant  Vits  und  Modestidag.  darumb  manen  wir   uch   ernstliche   von    des   lant- 
frieden wegen  by  den  eiden,  die  ir  dem  lantfrieden  getan  habent    und   als   hoe,    als 
wir    uch    gemanen    mögen,    daz    ir    schicken    uwer   diener  wol  herzöget  virtzig  mit 
glewen  geen  Germersheim  oder  darby  off  den  egeschrihen  offgeslanden  tag  zu  nacht 
zu  sin  in  allermaszen  bestalt  und  auch  zu  tun,  als  wir  uwern  gnaden  vorgeschriben  35 
han,  damit  her  zu  als  ir  von  lantfriets  wegen  billich  sollent.  datum  Mogiimii 

ipsa  die   corporis   anno    nonagesimo   primo  sub  sigillo  generalis  pacis   juxta  Renum. 


1391  372 

Schenek  Ebirhard  bert*  zu  Erpach  lantfsot  de«  lantfrledeti  am  Binc  un<l  die 
cclil,  die  mit  yeme  obir  denselben  lantfrieden  gesczt.  sint. 

.SV»-.  ,sv   A.  AA.  118.  or.  c/t.  /.  d. 

(>19.   RiUsbeschluß  über  die  Ill-Fähre  und  das  Fährgeld  zu  Orafensladen. 

1391  um  Juni  29. 

Als  meister  und  rat  mit  urteil  erteilt  hant,  das  wir  das  var  zu  Grafenstadeu  zu 
nnsern  banden  genommen  haut  und  das  man  gelt,  das  dovon  gevellet,  man  unser 
Btette  alle  wochen  antwurten  sol  und  das  ane  sebriben  so]  und  das  gelt,  das  her 
Lienharl    Zorn    dovon   ettewie   maoig   jore    ingenomea    bet,    Lawelin   Blenckelin   die 

io  geburen  von  lllekirche  schuldig  sint,  das  man  oucli  unserre  stette  geben  und  ant- 
wurten sol.  und  het  darnach  ieman  ut  an  das  var  zu  sprechende,  dem  mag  alle 
sine  rehte  vor  unserme  rote  daran  behalten  sin.  so  sint  unsre  herren  meister  und 
rai  oberein  komen,  das  man  das  dem  nuwen  rate  in  den  eyt  geben  sol,  das  n 
ouch  das  also  haltent  und  hant  habent  und  das  gelt,  das  man    also    ingenomen    hei 

iä   and  schuldig  ist,  das  su  das  unverzogenlichc  in  gewinnet       actum  circa  diem  sanete 

IPetri  et  Pauli  apostolorum  anno  domini   1:51)1. 


in 

II 


Str.  St.  A.  Schilter,  jus  statutarium  fol.  291/2. 


(120.  Die  Strassburger  Gesandten  Johann    Wisszorn,    Johann    Bock    und    Cüntze 
Müller  an  den  Ammanmeister  von  Strassburg:  sind  vorigen  Freitag  Nacht  in   Mainz    /■*». 
an  angekommen,  wo  sie  auch  Volmar  von  Wickersheim  angetroffen  haben,  doch  ist  der 

I  Bischof  von  Bamberg  und  die  andern  Bäte  nach  Wesel  abgereist  und  der  Herzog 
von  Bayern  jetzt  in  Boppart.  Doch  haben  sie  auf  Bat  der  anwesenden  Wormser  und 
Speirer  Boten  an  den  Schultheissen  von  Oppenheim  geschickt  und  fragen  lassen,  ob 
jener  der  Meinung  sei,  dass  sie  Rhein  abwärts  folgen  oder  zu  Mainz  ihre  Bückkehr 
H  erwarten  sollten.        geben  an  sete  Margreden  tag.  [1391]  Juli  in.1 

Str.  St.  A.  AA    112.  or   eh.  Ut.  cl. 

621.  Instruction  ftlr  die  wegen  Aufhebung  der  Acht  an  den  König  geschickten 
Straßb arger  Gesandten.  [t:t91].* 

Lieben  frunde.  alse  ir  uns  geschriben  hant,  das  ir  rede  habent  gehebet  mit  dem 
byschof  von  Biibonberg  und  mit  den  andern  zweien  herren  des  kuniges  reten  von 
unserre  ohten  wegen  und  dar  die  manunge  sye,  daz  wir  fünftehalp  tusent  gülden 
geben  sullent  us  der  ohten  zu  kommende  und  das  wir  neb  unser  manunge  darumbe 
und  ouch  von  der  andern  stücke  wegen  sullent  verschriben  laszen  wissen,  also 
kündent  wir  üch,  das  unsere  frunde  und  schöffel  und  aman  darumbe  bienander  sint 


■ 


1    Vi/I.  nur  Datierung  den  Rechtfertigt! ngsbrief  Straßburgs  an  die  Fürsten  etc    1392  October  1. 

*  Da  der  Endtermin  ilieser  mehrfach  erw<duilen  Mainzer  Verhandlungen,  die  sich  tcohl  bis  an  das 
Kndf  ton  1391  hingezogen  haben,  (rt/l  Straßburgs  Urief  an  Heinr  z.  Jungen  1392  Januar  2)  nicht  fest 
steht,  so  folgen  hier  die  undatierten  auf  diese  Mainzer  Verhandlungen  bezüglichen  Stücke. 

VI.  « 


328  1391 

gewesen  und  die  bedüncket  allesament,    daz  man   tön  sulle  und  ouch   vordem  sülle 
die  stücke,  die  hie  nachgeschriben  stant. 

Zu  dem  ersten  meinent  sie,  daz  ir  es  süllent  läszen  dar  gon  umbe  die  fünftehalp 
tusent  güldin,  obe  ir  es  nit  geminren  mügent,  und  das  dieselben  güldin  den  drien 
herren  werdent  in  einre  schencke  wise.  und  bedüncket  uns  gut  sin,  daz  ir  die  fünf  :< 
hundert  güldin  und  ouch  die  vier  tusent  güldin  inne  behabent  und  davon  nützit  von 
handen  gebent  untze  an  die  stunde,  daz  alle  die  briefe,  der  wir  notdurftig  sint  us 
der  ohten  zu  kommende,  hinder  den  schultheiszen  von  Oppenheim  geleit  sint  worden, 
wände  wir  vörhtent,  der  in  die  fünf  tusent  güldin  ietzent  gebe,  wenne  sie  danne 
wider  heim  kement,  das  sie  danne  nit  me  daran  gedehtent  und  es  also  liessent  ligen.  10 
ouch  bedüncket  uns  nützlich  und  gut  sin,  was  briefe  uns  davon  oder  von  anderre 
unserre  friheit  wegen  werden  süllent,  das  die  besigelt  werdent  mit  unsers  herren 
des  römeschen  küniges  ingesigel  und  mit  der  kurfürsten  ingesigel.  möhte  es  aber  mit 
der  kurfürsten  ingesigel  allersament  nit  sin,  daz  sie  danne  doch  besigelt  werdent 
mit  hertzoge  Rüprehtes  von  Peygern  und  der  byschof  von  Mentze,  von  Triere  und  15 
von  Cölle  ingesigel.  ouch  beduhte  uns  nutzlich  sin,  gät  es  also  dar,  das  man  uns 
denne  unsers  herren  des  küniges  briefe  gebe  an  den  nidern  lantf'riden  und  an  den 
lantvogte  zu  Elsas,  der  danne  ist,  und  an  dez  riches  stette  zu  Elsas  und  an  alle 
fürsten,  herren,  dienstlüte,  rittere  und  knehte  und  stette.  were  ez  daz  uns  ieman 
von  der  ohte  wegen  anlangen  wolte  oder  uns  von  derselben  Sachen  wegen  fürbasser  20 
bekümbern  oder  anlangen  wolte,  wer  der  were,  das  sie  uns  gegen  den  geroten  und 
beholffen  sin  süllent  getruweliche  äne  alle  Widerrede,  und  beduhte  uns  nützlich  und 
gut  sin,  so  man  uns  us  derselben  ohten  tünde  wirt,  daz  danne  versorget  werde, 
daz  die  künigin  von  Engellant  noch  der  von  Bergöwe  noch  alle  die,  die  sich  derselben 
saehen  angenummen  hant  oder  sich  ir  hinnanfürder  annemmen  woltent,  und  ouch  25 
mit  nammen  hern  Johan  Harlestein,  das  ist  der  ritter,  den  her  Brune  von  Rappolt- 
stein  gefangen  hat,  und  noch  die  unsern  nit  anderwarbe  noch  me  von  der  selben 
Sachen  wegen  bekümbernt,  ez  sie  mit  gerihte  oder  äne  gerihte.  ouch  bedüncket  uns 
gut  sin,  so  der  hoferihter  uns  uz  der  ohten  lassende  wirt,  daz  er  uns  danne  einen 
versigelten  brief  gebe,  daz  er  bekennet,  daz  wir  unschuldekliche  in  die  ohten  komen  so 
sint  und  das  wir  unsre  friheit  genossen  hant,  das  wir  dar  us  sint  kommen,  und 
umbe  alle  die  vorgeschriben  stücke  befelhent  wir  üch  zu  suchende,  das  sie  darganget, 
alse  da  vor  ist  bescheiden,  was  aber  üch  dar  an  nit  gefolgen  mag,  ez  sie  umbe 
welhes  stücke  es  dar  under  sie,  da  befelhent  wir  üch,  daz  ir  damit  tünt,  was  üch 
bedüncket,  daz  das  nützelicheste  und  beste  zu  tünde  sye.  35 

Und  alse  ir  uns  ouch  geschriben  hant  under  andern  dingen,  daz  wir  üch  ein. 
nottel  verschriben  senden  soltent,  so  befelhent  wir  üch,  das  ir  uwere  guten  fründe 
darzü  nemment  und  briefe  machent,  alse  üch  danne  bedüncket  nach  den  löffen,  alse 
ietzent  daniden  sint,  nach  dem  alse  ir  der  stücke  danne  mitenander  Überkomment, 
alse  es  üch  danne  bedüncket,  daz  es  uns  und  den  unsern  aller  nützlicheste  und  40 
beste  gesin  mag. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  113.  Papierzettcl. 
Auszügl.  gedr.  Rapp.   UrTcb.  II,  S  274  Anmk.  3. 


1391 


I 


622.  Di«'  Strassburger  Gesandten  :  Elana  Wiszorn,  C&ntze  Müller  und  Hans  Bogk 
im  ihre  Stadl  :  sind  nach  vielem  Verhandeln  mit  dem  Bischof  von  Bamberg,  den 
königlichen  Räten,  dem  Oppenheimer  Schullheissen  und  Volmar  von  Wickersheim, 
t*Otz  anfänglichen  Widerstrebens  darauf  eingegangen,  jenen  für  ihre  Bemühung  um 
Aufhebung  der  Reichsacht  4500  Gulden,  wovon  500  sofort,  4000  nach  vollständiger 
Ablieferung  ;ill<  r  zugehörigen  Urkunden  und  Erneuerung  der  städtischen  Privilegien 
zahlbar  sind.  Bitten  um  neue  Instruction,  sowie  möglichst  schnelle  und  geheime 
Erledigung  der  Sache.         geben  zu  Mencze  am  dinstage  zu  naht  Mainz  [1891.] 

Str   St.  A.  AA.   112.  or.  eh.  lit.  el. 


{)¥.).  Die  Strassburger  Gesandten  Hana  Weisszorn,  Cüntze  Müller  und  Hans  Dogk 
in  Mainz  an  <Um  Rat:  haben  auf  Ersuchen  des  Bischofs  von  Bamberg  vor  diesem 
mit  den  königlichen  Daten  verhandelt.  Dies  sind  die  Schlusspunkte:  Herr  Dislacb 
iiiul  Tristram  und  alle  andern  sollen  völlig  gesühnt  sein  mit  Strassburg;  alle  Feind- 
schaften u.  d.  gl.,  die  von  der  Acht  herrühren,  sollen  abgestellt  sein ;  alle  Gefangenen 

15  auf  beiden  Seilen  frei  und  ledig,  alle  Bürgschaft  ahgethan  sein ouch  wisent, 

daz  sui  an  uns  gemutet  hant  und  ouch  heftekliche  do  an  blibent,  daz  wir  dem  kunige 
ein  dienst  getan  soltent  han  und  solte  daran  dem  bischofe  von  Bobenberg  gestanden 
sin.  do  woltent  wir  kein  rede  von  hoern  und  slugent  ez  uz;  ouch  hant  sui  an  uns 
gefordert,  daz  wir  uns  soltent  binden  zu  dem  kunige  in  al  der  masen,  also  wir  uns 
zö  dem  keiser  verbunden  hettent  in  dem  lande  zii  Elsaz,  also  das  der  brief  wiset, 
den  ir  haut,  do  mogent  ir  noch  uf  bedencken,  waz  uwers  willen  sige.  doch  vollegat 
daz  erste  allez,  obe  ez  uwer  wille  ist.  .  .  .  Der  Bischof  von  Bamberg  und  die  königlichen 
Räte  haben  inzwischen  Mainz  verlassen  und  wollen  nach  einem  Besuche  des  Erz- 
bischöfs  von  Mainz  nach  Frankfurt  reiten,    worüber  wohl  4  Tage   vergehen  werden. 

_>.,  Sie  bitten  um  Antwort,  ob  sie  dorthin  folgen  und  den  Vertrag  abschliessen  oder 
erst  oach  Strassburg  zurück  kommen  sollen.  [1391.] 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 


624.  Bischof  Lamprecht  von  Bamberg,  Hynatschko1  von  der  Duben  und  Borsiboy 
von  Swinar  geben  den  I Solen  der  in  der  Acht  befindlichen  Stadt  Strassburg,  welche 
bei  ihnen  in  Mainz  waren,  freies  Geleit  nach  Böhmen  zum  König  1391. 

[Mainz  1391.]* 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  c.  sig.  impr. 


( J y 3 -  Burekart  von  Mülnheim  dem  man  sprichet    von   Bechberg  der  Meister   und 
der  Rat  von  Strazburg  an  Junker  Johann  von  Lichtenberg :  teilen  mit,  dass  ihnen  die 


1   Vgl.  Hegel,  Künigsh.  II,  863:  Henrictis  Scopek  de  Dnba  der  von  1380-92  häufig  als  magister 
C&mera«  et  curiae  genannt  wird. 

8   Vgl.  bc:i\<jluh  der  F.inrcihung  die  Amnk   zu  Nr.  0:'l 


330  1391 

Grafen  Symont  und  Hanneman  von  Zweinbrücken,  Rudolf  von  Morsperg  und  Weckelin 
ire  helfer  groszen  schadeu  getan  hau  .  . .  und  mahnen  ihn  zur  bundesmässigen  Hülfe  und 
Oeffnung  seiner  Burgen.         datum  feria  proxima  post   diem    s.  Jacobi    apost.    13011. 

l'.UH  '/Uli  Hl. 

Str   St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  271.  cop.  ch   coaev. 

Ebenda  erneuerte  Mahnung  vom  1.  August    (i.  die  Petri  ad   vinc.)   u.  vom   7   Aug.    (feria 

2  a.  s.  Laurentii ) 
Gedr.   Wencker,  de  ußburg.  212. 


626.  Ratsbeschluß  über  Pferdehaltung  und  Brandschatzung.        1301  August  7. 

Daz  nieman  von  unserre  stat  sol  riten  noch  varen  one  urlop  meister  und  rotes.  i« 
es  sol  ouch  nieman  sin  pfert  usser  der  stat  riten  ane  urlop.  und  wer  ouch  nit  heim 
ist  oder  sin  pfert.  nit  heime  enhet,  der  sol  vürderliche  nach  in  schicken,  daz  kein 
breste  an  in  sige.  wenn  wen  men  heisset  riten  oder  pferde  darlihet,  und  daz  nitdi'it,  am 
weme  der  breste  ist,  von  dem  wil  [man]  daz  swerlich  verbessert  haben,  wenne  men- 
gelich  sol  gerüstet  und  gewarnet  sitzen.  i& 

Es  sol  sich  ouch  nieman,  der  unserre  stette  oder  unsern  burgern  zu  gehöret, 
brantschetzen  in  den  heinen  weg.  wer  daz  verbrichet,  der  bessert  hundert  marck 
silbers  und  zehen  jor  von  unserre  stat  und  sol  uns  ouch  also  vil  geben,  also  er 
sich  denne  geschetzet  het.  und  wer  ouch  soliche  brantschatzunge  untze  uff  dissen 
hütigen  tag  nit  geben  het,  der  sol  sü  ouch  nit  geben.  20 

Actum  et  publicatum  feria  secunda  ante  Laurencii  anno  Dl. 

Str.  St.  A.  Stadtordn.  Bd.  19  fol.  162.  eingehefteter  Zettel. 

627-  Johann  von  Lichtenberg  an  Straßburg :  beantragt  seine  Entlassung  aus 
dem  Straßburger  Bürgerrecht.2  [1891]  August  15. 

Den  wisen  und  bescheiden,  dem  meister  und  dem  rate  zu  Straszburg  embiete  a 
ich  Johans  herre  zu  Liehtenberg,  waz  ich  liebes  und  gutes  vermag,  als  ir  mich  zu 
drien  malen  ignote  gemant  hant  umbe  helffe  mit  uwern  offen  briefen  und  mir  in 
uverm  lesten  briefe  geschriben  hant,3  were  es  daz  ich  üch  nüt  endete,  als  ir  mich 
gemant  hant,  so  woltent  ir  herren,  stetten  und  mengelichen  von  mir  klagen,  daz  ich 
nüt  enhielte,  daz  ich  üch  zu  den  heiligen  gesworen  habe,  do  wissent,  daz  mir  geseit  so 
ist,  daz  ich  uch  nützit  do  von  verbunden  solle  sin,  als  üch  min  herre  der  hertzoge 
ouch  in  sinem  briefe  geschriben  het.  darumb  bitte  ich  uch  früntlichen,  daz  ir 
mich  ansprachen  von  der  burgerschaft  wegen  erlaszen  wellent,  als  ich  ouch  under- 
wiset  bin,  daz  ich  ir  erlaszen  sol  sin  von  dem  rehten,  und  mir  minem  brieff  wider 
geben  wellent,  den  ir  von  mir  hant.  meinent  ir  aber  daz  nüt  zu  tünde  oder  meinent, 
daz  ich  üch  üt  fürbaz  verbunden  sin  solle,  und  wellent  darüber  von  mir  klagen,  daz 


1  Am  7.  August  mahnt  Straßburg  zum  dritten  Maie  und  erklärt,  daß  es  Herren  und  Städte  von 
dem  Eidbruche  Johannes  v.  L.  benachrichtigen  werde,  falls  auch  jetzt  keine  Hülfe  erfolge,  (feria  2  a. 
d.  s.  Laurentii   139 1.) 

2  Dasselbe  hatte  er  erhalten  1383  Febr.  21.  vgl.  oben  nr.  125. 

3  Vgl.  nr.  625  Anmkg.  1. 


1391  33t 

ich   iicli   doch   nül    gelruwc,    so   wil    icl,    gerne    vor    unser hcncn    dem    römischen 

künige,  vor  den  eurfürsten  oder  vor  mime  herren  bertzog  Biipreht  von  Peyen  busen 
besehen,  waz  ich  üch  von  eren  oder  von  rehtes  wegen  verbunden  sol  sin  oder  nüt 
von  des  burgrehles  wegen  verantwürte.         geben  off  unser  frowen  tag  der  eren.  ' 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  271  fasc.  2.  cop    eh.  coaev. 


(i2ß.  Breisach  an  Strassburg :  seine  Fischer  haben  beschlossen  in  seiner  Weide 
nichl  zu  fischen  . .  .  an  unser  frowen  abend,  an  zwolfbotten  abend,  am  samstag  zu  nacht 
noch  sus  an  keinem  gebannen  abend,  den  man  firren  soll.  Dasselbe  ist  den  Stn 
burger  Fischern  auch  verkündet,  doch  haben  diese  es  verschiedentlich  übertreten 
io  und  schliesslich  aus  Rache  Breisacher  Fischer  gefangen.  Bittet  die  Breisacher  frei- 
geben zu  lassen  und  die  Strassburger  an  Befolgung  des  Breisacher  Beschlusses  zu 
erinnern.        datum  feria  seeunda  post  assumptionem  Marie.  [1391  August  21./ 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  86.  or.  eh   lit.  cl.  c.  sig.  in  v.  impr.  del. 


(>2!).  Meister  und  Bat  von  Strassburg  an  Johann  von  Lichtenberg-  antworten 
auf  seinen  Brief  vom  15  August:  alse  ir  uns  geschriben  haut  von  uwers  bnrgrehtz 
wegen,  alse  wissent  ir  wol,  daz  wir  getruwent,  daz  zö  den  ziten,  da  die  rihtunge 
zwischen!,  fi'irsten,  lierren  und  stetten  zuging,  daz  da  unsere  erbern  botten,  die  da  zu 
gegen  wftrent,  vertedingetent  mit  den  forsten  und  herren,  die  zwischent  den  sachen 
giengent,  das  unserre  stat  ire  erbeburgere  uzgesetzet  soltent  sin  und  uns  nit  solte 
so  angän.  und  uns  ouch  also  uzgesetzet  und  us  vertedinget  wurdent,  sie  werent  edele 
geistlich    oder   weltlich,    so   wissent   wir   ouch   wol,   wie   der   lantfride  begriffen   ist, 

Idar  inne  geschriben  stat,  das  alle  pffilburgere  abe  sin  siillent,  das  wir  ouch  gehalten 
haut  dar  uf,  das  der  lantfride  zuging,  da  besantent  wir  zu  uns  üch  und  alle  unsere 
edeln  bürgere  und  frägetent  üch  und  sie,  obe  ir  und  ouch  sie  unsere  bürgere  hüben 
woltent  und  uns  gehorsam  sin,  alse  ir  und  sie  uns  gesworn  hettent.  da  entwurteut 
ir  uns  sunderliche,  ir  woltent  uns  gerne  gehorsam  sin.  alse  ir  uns  gesworn  hettent. 
wände  ir  wol  bekantent  sameliche  grosse  früntschaft,  so  üch  und  den  uwern  von 
unserre  stette  geschehen  was,  das  ouch  wol  lantkfmdig  ist,  wie  wir  üch  by  uwern 
landen  und  lüten  behebet  haut,  doch  batent  ir  uns,  woltent  wir  in  uwern  slossen 
m  us  und  in  riten,  daz  wir  es  danne  durch  uwern  willen  detent  und  üch  die  be- 
nantent,  die  unsere  vigende  werent,  und  uf  die  wir  riten  woltent,  so  woltent  ir  uns 
uwern  li|>  und  gilt  dar  legen  und  ouch  tun,  alse  ir  uns  gesworn  hettent,  die   selben 


1  Derselbe  bittet  um  Antwort  auf  seinen  und  Herzog  Ruprechts  Brief,  (uff  s.  Barthol.  lag  )  August 
'.'/.  —  Diese  Antwort  erfolgt  am  28  August.  S.  nr    029. 

s  Derselbe  an  Strasburg:  will  wissen,  ob  sie  ihn  der  Ansprache  erlassen,  (d.  frouwcu  tag  der  Jüngern.) 
1391  Sept.  8.  (or.  eh.)  —  Derselbe  bittet  um  Antwort  auf  twei  weitere  Briefe  von  sich  und  Her.'og 
Ruprecht,  (d.  tunnentag  nach  exaltaiionis.)  />'.''/  Sept.  17. 


332  1391 

unsere  vigende  wir  üch  ouch  benennet  hant.  und  darumbe  so  liant  wir  üch  gemanel  etc. 
datum  feria  secunda  proxima  ante  diem  decollacionis  .lohanis  baptiste  a.  d.  1391. 

13itl  Awjust  28. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  271.  cop.  ch    cuaev.     Ebenda  gleichlautender  Brief  an  den  Her- 
zog Ruprecht;  die  Copie  des  Bundbriefes  von  Johann    von  Lichtenberg  legen   sie  bei. 
Gedr.   Wencker,  de  ußburg.  218. 
Reg.  Koch  u.   Wille  nr.  5351. 


630.  Pfalzgraf  Ruprecht  der  ältere  an  Meister  und  Rat  vmi  Strassburg:  auf  «las 
Schreiben  Johanns,  ihn  seiner  Rürgerschaft  zu  entlassen,  und  die  abschlägige  Antwort 
der  Straszburger  erinnert  er,  .  .  .  daz  unser  herre  der  romische  kunig  zu  Eger 
fursten  und  stete  entscheiden  hat  .  .  und  auch  nach  rat  der  kurfursten  und  fur- 
sten  eynen  lantfrieden  und  gesetze  für  recht  gesatzt  und  gemacht  hat  und  daz  zu  >o 
den  heiligen  gesworen  ist  von  fursten  und  steten  zu  halten,  und  hat  darynne  den 
bont  und  buntnisz  abegenomen,  als  er  des  auch  wol  macht  hat  zu  tun  von  des  richs 
wegen,  und  hat  da  mit  sin  fursten,  graven,  hericn,  dinstlutde,  rittere  und  knechte 
wider  an  sich  und  daz  riche  genomen,  yme  und  dem  riche  zu  warten  und  gehorsam 
zu  sin,  als  sie  des  schuldig  sin.  und  als  ir  uns  auch  geschoben  hant,  do  ir  yn  den  15 
selben  lantfrieden  tredent,  do  habent  ir  verteydingt,  daz  ir  uwer  erbeburger  behalten 
soltent,  davon  wiszen  wir  nit.  so  han  wir  auch  unser  frunt  eins  teyls  darnach  gefraget, 
die  auch  da  by  waren,  die  hant  uns  gesagt,  daz  sie  davon  nit  wiszen,  daz  key- 
nerley  gen  uch  verteydingt  sy  anders,  dann  der  lantfriede  briefc  von  unserm  lierren 
dem  kunig  daz  uszwiset  begriffen  und  gesworn  ist.  und  mogent  ir  daz  selber  wol  an 
mereken,  daz  des  nyman  macht  het  zu  verandern,  daz  unser  herre  der  kuhige  für 
eyn  gesetz  und  recht  gesatzt  hat  und  gesworn  ist,  daz  alle  zu  tun  oder  zu  verändern, 
wann  unser  herre  der  kunig  des  alleine  macht  hat  sollich  gesetze  und  recht  zu 
setzen  in  gemeynen  nutze  .  .  Deshalb  fordert  er  als  oberster  Hauptmann  über 
den  Landfrieden,  dass  sie  Johann  von  Lichtenberg  aus  der  Rürgerschaft  entlassen,  v 
Wollen  sie  es  nicht,  so  sollen  sie  sich  an  den  König  wenden.  datum  Heidelberg 
quarta  feria  ante  nativitatem  beate  Marie  virginis  anno  91. 

Heidelberg  1391  September  6. 

Str.  St.  A.  G.  U.   P.  lad.  271.  or.  ch. 

Gedr.    Wencker,  de  ußbitrg.  210.  m 

Reg    Koch  u    Wille  nr.  5352. 


631.  Rurckart  von  Mülnheim  der  Meister  und  der  Rat  von  Straszburg  an  Sar- 
burg :  .  .  .  alse  ir  uns  under  andern  dingen  verschriben  hant,  das  wir  ach  das 
ein  zit  übertragen  soltent,  alse  ir  uns  und  die  unsern  in  uwer  stat  zu  Sarburg  und 
dar  us  varen  lassen  süllent,  untze  das  wine  und  andere  koste  in  uwer  stat  kernen t, 
also  wissent,  das  es  uns  von  üch  fremde  und  umbillich  beduncket  sin.  und  dar  umbe 
so  bittent  und  manent  wir  üch  aber  mit  disem  briefe,  das  ir  uns  und  die  unsern 
in  uwerre  stat  zu  Sarburg  us  und  in  lassent  varen  by  dage  und  by  nahte,  wenne 
und  wie  dicke  ez  die  unsern  an  üch  und  die  uwern  vordernt,  und  das  ir  ouch  uns 


1391  888 

und  den  unsern  uf  unsere  vigende  geraten  und  beholffen  sint  und  da  mit  tönt,  alse 
ir  dez  allesament  gegen  uns  und  onserre  etat  verbunden  sint  und  bittenl  acta  oncb 
da  by,  daz  ir  den  glefen,  den  loten  und  den,  die  vor  Sarecke  ligent,  keinen  kosten 
geben,  und  in  disen  dingen  wollen?  tun,  alse  wir  acta  dez  sonderliche  wo!  getrawent, 
und  alse  onch  wir  gegen  üch  detent.        datum  die  exaltacionis  sanete  crueis  1391 .' 

l.e.n  s<i,t>,„i>. ■■#•  u. 

Str.  St.  A    <i.  U.  P.  lad.  271.  cop.  ch.  eoaev. 

Hegest :  Jahrb.  f.  lolhr.  Gesch.  I,  177,  Fritz,  Straßburg  u.  Saarburg. 


(i32.  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  Pfalzgraf  Ruprecht  II:  können  Johann 
viin  Lichtenberg  seines  Eides  nicht  entbinden,  den  er  von  seines  Bürgerrechts  wegen 
geschworen  habe.        datum  vigilia  Mathei  apostoli  a.  d.  1391.     i:an  September  20. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  271.  cop.  eh.  coaev. 

Gedr.  Wencker,  de  utlb.  S.  221.  —  Reg.  Koch  u.  Wille  nr.  5350. 


GM.  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  Johann  von  Lichtenberg:    sie  besitzen 
15  seinen   besiegelten  Brief  [nr.   12;">\    ober   den   Eid,    den  er  des   Bürgerrechts   wegen 

I geschworen  hat,  und  können  ihn  von  diesem  nicht  entbinden,  sondern  hoffen  dennoch, 
dass  er  ihn  halten  werde.         datum  vigilia  beati  Mathei  apostoli  a.  d.  1391. 


Str.  St.  A.  0.  ü.  P.  lad.  271.  cop.  ch    coaev. 


(i34.  Bischof  Friedrick  von  Straßburg  verbürgt  sich  für  den  Frieden,  der 
so  zwischen  seinem  Neffen  Sigmund  von  Zweibrücken-Bitsch  und  der  Stadt  Straßbin-g 
geschlossen   ist.  Offenhurg  IHM  November  25. 

Wir  Eriderich  von  gottes  gnaden  bischofT  zu  Straszburg  und  pfieger  der  stift  zu 
Basel  tönt  kunt  allen  den,  die  disen  brief  ansehent,  lesent  oder  hörent  lesen,  da/. 
wir  in  der  aussehe!  und  kriege,  die  da  sint  zwuschent  dem  edeln  unserm  lieben 
Hefen  Symunl  greven  von  Zweinbrucken  uff  eime  site  und  unsern  lieben  getruwen 
dem  meisfer,  dem  rate  und  der  stat  zu  Straszburg  uff  die  ander  site  einen  friden 
gerel  und  gemachet  haut:    der  selbe  fride  anheben  und  angan  sol  uff  disen  neusten 


1  Au»  diesen  Jahren  stammt  wohl  folgender  die  Beziehungen  Straßburgs  und  Saarburg»  betreffender 
Gedächtniszettel  für  einen  Brief  am  Saarburg  :  Man  sol  den  von  Sarburg  schriben,  daz  die  iren  in  unser  stat 
30  gevaien  sint  aber  duz,  daz  wir  in  und  unserme  herren  dem  bischofe  von  Straszburg  vormoles  verkündet 
und  embotten  hant,  daz  die  iren  nüt  z&  uns  kommen  solten.  und  sider  die  uwern  dar  über  zft  uns 
kommen  sint,  daz  uns  doch  nüt  liep  ist,  so  sint.  in  ire  pferido  und  daz  ire  mit  dem  gerihte  in  unser 
stat  bekümbert,  daz  unseis  herren  des  byschofes  ist,  daz  selbe  gerihte  wir  ouch  gesworen  hant  by 
allen  sinen  rehten  zu  loszen.  wellcnt  ir  do,  so  mügent  ir  ieman  von  uwern  wegen  an  daz  selbe  ge- 
rihte senden  und  des  selben  gerilltes  rcht  aldo  zn  suchende,  und  meinent  wir,  daz  uns  daz  selbe  und 
ouch  von  Lütoltz  wegen  von  Kolbolzheim  liützit  angon  sülle,  sider  sü  über  unser  botschaft  zn  uns 
gefaren  sint.  bedalite  aber  üch  üt  anders,  so  wil  uns  dar  umbe  mit  rehte  und  bescheidenheit  uff  tage 
und  stunden  wol  benftgen. 

Der  anderteil  meinde,  daz  man  mit  dem  schultheisz  solte  reden,  daz  die  pferide  und  daz  ander, 
daz  den  von  Sarburg  ire  pferide  und  daz  ire  ledig  würde  geloazen,  wenn  die  selbe  sache  anders  ist 
denne  Lütoltz  sache  von  Kolbotzheim.  —  Str.  St.  A.  Ordnungen  tom.  21.  f.  BOB.  conc.  ch. 


334  1391 

Novbr.ts.  zinstag  nach  sant  Katherinen  tage,  so  die  sunne  uffgat,  und  sol  weren  steteeliclien 
Aprii  tö.  und  gentzlich  von  demselben  tage  bitze  uff  sant  Jergentage  nehst  klimmende  und 
den  tag  allen,  und  daz  derselbe  fride  getruwelich  gehalten  und  nit  uberfaren  werde, 
so  hant  wir  gesprochen  und  sprechen  ouch  mit  disem  briefe  für  den  vorgenanten 
unsern  nefen  von  Bitsche,  alle  sine  helffer  und  diener  also,  daz  sie  denselben  friden  5 
gegen  der  stat  von  Straszburg  iren  helffern,  iren  dienern  und  allen  den  iren  ge- 
truwelich halten  süllent.  were  es  aber,  daz  derselbe  fride  von  irem  deheinem  doch 
ane  geverde  hie  zwuschent  übergriffen  und  uberfaren  wurde,  daz  sol  man  keren  mit 
der  name  oder  aber  den  wert  dafür  ane  Widerrede,  und  dez  zii  Urkunde,  so  hant 
wir  unser  heimelich  ingesigel  zu  ende  dirre  geschrifte  gedrücket  in  disen  brieff  10 

der  geben  wart  zii  Offemburg  uff  den  sampstag,  der  da  waz  sant   Katherinen  tag  in 
dem  jar  do  man  zalt  nach  Cristus  gebürde  dusent  drühundert  nüntzig  und   ein   jar. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  168.  fasc.  13.  or.  mb.  lit.  pat.  e.  sig    im}»:  del. 

635.  Hanman  von  Liebegg,  Rudolf  von  Vessingen,  Rütschman  Behnen  (?)  von 
Münster,  Niglin  Dietschin  von  Wietlisbach  und  Cüntz  Schult  von  Baistat  thun  kund,  15 
dass  sie  mit  Johann  Berlin  dem  Meister  und  dem  Rat  von  Straszburg  .  .  .  von  der 
behabung  wegen  und  gevangnüsse,  so  Hentzman  Rorer  und  andern  ir  burgern  von 
den  vorgenannten  geschehen  ist,  gesühnt  sind.  Sie  versprechen  keine  Ansprache  oder 
Forderung  mehr  an  die  Stadt  zu  stellen,  Liebeggs  Siegel  ist  aufgedrückt.  geben 
an  sant  Andrestag  des  jares  do  man  zalte  thusent  drühundert   nüntzig  und   ein  jar.  80 

1391  November  30. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  in  v.  impr.  del. 

636.  Ich  Fritsche  Stroseil  ein  edel  kneht  vergihe  unde  künde  mengelichem  mit 
diseme  briefe,  also  ich  anesprache  gehebet  habe  an  die  erbern  wisen  den  meister  und 
den  rot  der  stat  zii  Stroszburg  von  soliches  schaden  wegen,  so  mir  von  in  und  den  & 
iren  geschach  zu  Waltenheim  in  dem  kriege,  so  fürsten,  herren  und  stette  miteinander 
hettent,  dar  umbe  ich  ouch  Kleinhug  von  Brümat  iren  burger  angreif  und  ving,  das 
ich  dar  umbe  mit  in  und  ouch  sie  mit  mir  dar  umbe  und  ouch  von  aller  ander 
anspräche  wegen,  in  weihen  weg  ich  die'an  sie  oder  die  iren  untze  uf  disen  hü- 
tigen  tage  gehebet  habe,  gütliche  gerihtet  und  geslihtet  bin  ....  Er  gelobt  die  Sühne  so 
zu  halten  und  hat  sein  Siegel  angehängt.  Auf  seine  Bitte  hat  sein  Schwager  Hein- 
rich von  Waltenheim  dem  man  sprichet  von  Mülhusen  das  seine  hinzugefügt.  ge- 
ben an  dem  nehesten  sammestage  nach  sant  Andres  tage  des  heiligen  zwölfbotten 
do  man  zalte  drützehen  hundert  nüntzig  und  ein  jar.  1391  December  2. 

Str.  St.  A.  G    U    P.  lad    166.  or.  mb.  I.  pat.  c.  2  s.  pend. 


35 


637.  Hans  Wepfermann  von  Barr  an   Straßburg  :  rechtfertigt  sich   icegen  der 
Beschuldigung  Straßburger  Bürger  gefangen  genommen  zu  haben. 

Stollhofen  1391  December  14 

Minen  gewilligen  undertenigen  dienst  bevor  meister  und  rat   der  stat   zu    Stras- 
burg, wissent  von  des  angrifes  wegen,    alsz   ich  Hans  Wepferman   zu   tünd    habend  *° 


1 


1391  MB 


mii  den  von   Eheoheim,  daz  mir  for  kamen  ist,  wie  daz  in   mich  in  .schaden  ha- 

» bent,   daz    üwer   burger   mir   gesworcn  sülleat  haben,  daz  sie  nit  sullent  sagen,  wer 
sie  gefangen  hab.  duz  isl   nil,  und  bin  sin  unschuldig  und  me  von  der  zweiger  wegen, 
die    nur   gesworcn    süllenl   habent,    die    habend    gesworeo,  daz   sie  niins    herren  von 
'■>  Strasburg  sinl.  da  lies  ich  sie  ledig  und  lies  sie  gan.    und  sworent    nit   anders   den 

nein  schiebt  urfehl  uf  die  nah!  mir  kein  schad  zu  sin.  und  me  hetten  sie  an  üch  ge- 
jehen,  ich  sie  alsz  gern  ledig  geseit,  alsz  niins  herren  Kit  von  Straszburg.  und  oueh 
von  des  wunden  mans  wegen,  alsz  mir  fürkumen  ist,  wie  daz  der  zu  üch  höre,  da 
Iml  ich,  ich  wils  also  verentwurten,  daz  ich  gen  üch  in  glimpfe  ste  und  me,  daz 
10  mir  vil  bekamen  sint,  die  üwer  und  mins  herren  von  Strasburg  warent,  die  ich  an 
kam,  die  ungele  ....  von  mir  kament  sint.  da  bit  ich  üch  ernstlichen  durch  mins 
dienstes  willen,  daz  ir  dag  bescheiden  für  üch,  ich  wil  mich  enschlahen  für  mich 
und  min  helfer,  daz  ich  daz  ich  got  getruwe,  daz  ich  der  ding  unschuldig  sy,  wenn 
ich  es  üch  nit  alsz  gentzlich  verschriben  kan,  alsz  ich  mich  for  üch  verentworten 
i6  will,  da  bit  ich  üch,  daz  ir  mir,  und  die  ich  mit  mir  bringe,  ein  fri  trostung  gent  us 
und  in  an  alle  geverde.  uwer  verschribend  antwort  lant  mich  wissen  mit  di.-cin 
hotten.  geben   zu    Stalhoffen   an    dem   nehsten  durnstag  nach  sant  Lucien  dag. 

anno  domini   1301. 

Hans  Wepferman 

von  Barre. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  168  fasc.  13.  or.  eh.  I.  cl.  c.  s.  in  v.  impr. 


fi:lil.  Borzibog  von  Swinar  an  Heinrich  zum  Jungen1  und  andere  über  seine 
Bemühungen  für  Straßburg.*  1391  December  16. 

Mein  dinst  zuvor  über  Heinrich,  Wilhelm    und  Volmar.   alz    ir   mir   verschriben 

habt     mit   hern    Hynaczku,    daz   hau    ich    woll    vernommen   von    der    von  Slrospurg 

wegen  und  der  theyding.   nu   laz   ich    ew    wissen,    daz   wir   daz   meist   teill   darumb 

ligen  bey  unserm  hern  dem  kunig,  daz   wir  dy   sach  gern   zu  gutem   ende    mechten 

bringen,  liber  ffrünt.  nu  ist  uns  ein  solcher  einffall  geschehen,  daz  unsers   hern    dez 

kunnigz  reit  dawider  sein  und  meinen,  ez   soll    und   müz   unserm   obgenanten   hern 

gelt  daruz  gen.  und  daz   get  her   von  Straspurg,    von  dem  daz   zuget,   daz  weyz   ich 

nicht,  wan   ich  allezeit  gerner  tet  allcz,   daz    ew    liep    ist    und    sunderlich,    daz    ichs 

gern  zu  gutem  ende  brecht  noch  hewtes  tags.         geben  zu  der  (. .?)  dez  sameztags 

noch  Luczie  91. 

Worzyboy  von  Swinar  dez 

romischen  kunnigz  haubtman  in  Beyern. 
[In  verso]  Den  erbern  und  weyssen  Heinrich  zum  Jungen  zu  Meyncze,  Wilhelm 
von  Burne  und  Volmar  von  Wickersheim  meinen  sundern  ffrunden. 

Str.  St.  A.  AA    112.  or.  eh.  I.  cl. 


1  Vgl.  über  diesen  Mainzer  Bürger  Hegel.  Königshof.  II.  633.  Anmk.  4. 

2  Dieser  Brief  war  von  Heinr.  z.  J.  an  Straßburg  gesandt,  vgl.  Straßburgs  Brief  vom  2  Januar  1392. 

VI.  « 


336  1391 

639.  Dietrich  Kemmerer  an  Strassburg:  beklagt  sich  .  .  .  daz  die  uweren  off  min 
\ovbr.2o.  fründe  helffer  und  mich  gehalten  haben  off  mandag  nehst  virgangen  vor  sante  Kate- 
rinen dage,  des  dages  wir  auch  off  dem  velde  waren,  und  hette  ich  die  von  Hage- 
nouwe  gerne  geschediget,  die  mich  zu  eyme  kryege  gedränget  hant  wieder  recht  und 
bescheidenheit  ....  laszent  mich  wiszen,  obe  ich  der  uweren  danne  besorget  sülle  & 
sin  oder  nit.         geben  off  sant  Stheffans  dag.  1391  December  26. 

Str.  St.  A.  Abteil.  IV.  lad.  30.  or.  eh. 

640.  Johans  Berlin  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Diether  Kemmerer: 
länt  dich  wissen,  das  wir  dinen  brief  wol  hant  verstanden  ....  daz  die  unsern  uf 

Novbr.so.  dich  und  die  dinen  gehalten  haben  süllent  uf  dem  mentdag  vor  sct.  Katharinen  dage,  io 
der  zu  nehest  vergangen  ist.  und  darumbe  so  kündent  wir  dir,  daz  wir  daran  un- 
schuldig sint  und  nützit  darumbe  wissent.  und  darüber  so  meynent  ouch  wir  und 
die  unsern  din  denheine  sorge  zu  habende,  dine  verschriben  entwurte  embüt  uns 
darumbe  mit  disem  unserm  botten  wider.  datum  feria  sexta  proxima  post  diem 
festi  nativitatis  domini  anno  domini  1391.  1391  December  29.   ifi 

Aschaffenburg  Dalberg-Areh.  or.  mb.  I.  cl.  c.  s.  i.  v.  impr.  delA 

641.  Protokoll  einer  Münzberatung .  [1391]. 

Von  der  münszen  wegen. 

[1]  Duhte   die   gut,    die   bienander    worent   von  der  münszen  wegen  :  sit  daz  in 
dem  briefe,  also  der  bischof,  die  riches  stette  und  wir  überkumen  sint,2  verschriben  20 
Apriis.  stat,  das  man  noch   sante  Gergen  tage   die   erste   riter  vür  sich  nemen  sol,  also  daz 
zum  ersten  angefangen  wart,  so  sol  man  ouch  iegenote  vürderliche  dieselbe  riter  wider 
her  vür  nemen   und  waz   geltes   do   durch   dieselbe   riter   vellet,   daz   durchvallende 
gelt  sol  man  zersniden  und,  durch  daz  daz  grosze  gelt  hie  blibe  und  nit  von  hinnan 
gefüret  werde,  so  sol  man  den  güldin  setzen  vür  zehen  Schillinge  pfennige,  also  daz  25 
ie  eins  daz  andere  domitte  weren  mag.    und  sol   ouch   ie    eins  von  dem  andern  ein 
güldin  vür  zehen  Schillinge  pfennige  nemen  und  geben  an  allen  dingen,  wie  daz   ge- 
nant ist,  doch  mögent  die,  die  do  güldin  gelt  hant,  wol  nemraen  vür  ein  güldin  Schil- 
linge und  ein  pfennig,  also  mögent,  die  do  koufmanschaft  tribent,  an  irre  köfmanschaft 
ouch   wol  zehen   Schillinge   und   ein   pfennig   vür   ein   güldin    nemmen,  aber  an  de-  30 
.  heinen  andern  dingen  sol  nieman  anders  me  geben  noch  nemmen,  denne  zehen  schil 
linge  vür  ein  güldin.  und  wer  me  gebe  oder  nemme,  denne  also  vorgeschriben  stat, 
der  bessert  etc. 

[2]  Sü  duhte  ouch  gut  sin,  daz  man  alle  münssere  jung   und   alt   solte   heissen 
sweren  an  den  heiligen,  ein  guten  rinschen  güldin  vur  10  sol.  den.  zu  nemende  und  ss 


1  Biese   und   spätere  Briefe  Straßburgs  an  Dietrich  Kemmerer  verdanken  wir  der  gütigen  Mittei- 
lung des  Herrn  Archivar  Morneweg  in  Erbach  (Odenwald). 

2  Dieser  Vertrag  wurde   abgeschlossen   am   2  December   1390;  siehe  oben  und  vgl.  Cahn.  Münzge- 
schichte S.  52. 


1391  WM 

umbe  einen  und  10  sol  ber  wider  usz  zii  gebende  nit  und  hoher,  item  ein  ungerschen 
güldin,  ein  hellenischen  güldin,  ein  gennower  guldin  oder  duckaten  sollent  sie  umbe 
eilftehalb  Schilling  neiiinicn  und  mogent  in  umbe  einen  und  eilftehalb  Schilling  her- 
wider  uszgcben  und  nit   hoher,  zu  glicherwise  sollent   sie   ein  alten   francken   umbe 

•r>  eilf  Schillinge  nemmen  und  umbe  einen  und  eilf  Schillinge  her  wider  uszgeben  und 
nit  hoher,  noher  mögest  sie  die  vorgenanten  güldin  alle  wol  geben,  sie  süllent  ouch 
sweren  by  irme  eyde,  was  kleines  oder  böses  geltes,  daz  durch  die  grosz  riter  vellet, 
in  vürkiimct,  daz  sü  daz  niemanne  von  banden  geben  sollent,  wenne  sü  sollent  es 
unverzögenliche  entwurten  Claus  Merswin  und  der  sol  ouch  umb  ie  daz  lot  solicher 

10  pfennige  geben  34  guter  pfennige. 

[3]  Die  vorgenanten  münssere  sollent  ouch  by  demselben  irme  eyde  keinen  bösen 
pfennig   nemen,  es  sient  Heidelberger,  Mansheimer  noch   keine  soliche  böse  pfennige. 
[4]  [So  beduhtc  ouch  gilt,  daz  nieman  anders,  donne  die  münssere  in  dirre  stat 
wehesein  süllent  anders,  denne  do  vorgeschriben  stot  etc.]" 

15  [5]  Wer  ouch  in  dirre  stat  oder  burgbanne  umbe  den  andern  üt  köffet  oder  ver- 

köffet,  do  sol  einre  dem  andern  nit  ane  gedingen,  daz  er  ime  güldin  geben  sol  und 
kein  gelt,  wo  daz  darüber  geschehe,  daz  sol  nit  kraft  haben,  und  sol  man  dar  zu  einre 
besserrunge  überkumen. 

[0]  Es  sol  dehein  münszer   deheinen    Metzer   güldin,   Lützelburger  güldin  byslag 

2o  oder  andere  soliche  guldin  under  andern  güldin  vür  gi'ite  güldin  hinweg  geben.  {Am 

I  Rande :  gut]  wenne  ir  ieglicher  sol  ieden  güldin,  wie  der  genant  ist,  vür  sinen  wert 
hinweg  geben  noch  margzal  zu  rechende,  also  ein  gut  güldin  zehen  Schillinge  pfennige 
giltet  also,  daz  ir  iegelicher  an  iedem  stücke  soliches  goldes  nit  me  denne  ein  pfennig 
zii  gewinne  sol  nemmen.  und  süllent  ouch  sweren  keinen  nuwen  satz  under  in  zii 
ig  machende  one  urlop  meister  und  rotes. 

[7]  Sü  süllent  ouch  an  allem  anderm  gemünsseten  silber,  die  nit  Strassburger 
münszen  sint,  es  sient  Metzer  groszen,  turneis,  oder  wie  semlich  gelt  oder  groszen 
genanl  sint,  nit  nie  von  ienianne  an  dem  wehsei  zu  gewinne  [sol]  nemmen  danne  an  eins 
Schillinges  weil  [soliches  geltes]  ein  heilbeling.  aber  wenne  ir  einre  soliches  geltes 
nie  verwihselt,  also  das  es  ulf  oder  über  vier  Behilünge  triftet,  do  sol  ein  iegelicher 
münszer  denne  zu  mole  nit  me  denne  an  iedem  grossen  ein  ort  von  eime  pfennige 
zi'i  gewinne  nemen,  und  an  eim  halben  groszen  ein  halb  ort  von  eime  pfennige.  und 
sol  dehein  mmisser  durch  geverde  dehein  mc  gelt  sundern,  durch  des  willen,  daz  er  ime 
ander  vier  Schillinge  wert  geltes  geben  solte.  [Am  Rande:  gut.] 

[8]  Es  ensol  ouch  dehein  münsser  ieniau  trengen  oder  nötigen  oder  susz  durch 
geverden  dehein  silberin  gelt  zii  keime  guldin  zi'i  kolTende  geben  durch  daz,  daz  in 
an  dein  silberin  gelte  deste  me  vor  wehsels  wurde.  [Am  Rande:  gut.] 

l'.)|  Sil  siillcnl  ouch  by  demselben  irme  eyde  kein  geiniinsset  golt  noch  silber, 
wie  daz  genanl  isl,  weder  erlesen,  zerbrechen,  zcisinciltzen  noch  hinweg  schicken  in 
denheinen  weg  noch  nieman  von  iren  wegen,  wer  es  ouch,  daz  ir  keinre  keine  un- 
erkeiitliche  niüns/.c  bette  oder  gewänne,  die  not  genge  und  gebe  were,   und   der  er 

a)  Ist  gestrichelt. 


338  1391 

gerne  abe  kerne,  soliche  münszen,  es  sie  von  golde  oder  von  silber,  sullent  sä  dein 
hüter  oder  dem,  der  von  der  stette  wegen  an  der  münszen  sitzet,  ebe  sü  einen  vür 
basser  der  setzet,  entwurten  also  gantz.  und  der  huter,  oder  (der)  von  unserre  stelle 
wegen  do  sitzet,  sol  dem  münsser  also  vil  darumbe  geben,  also  solich  gelt  denne 
wert  ist.  und  usser  dem  unerkentlichen  gelte  sol  man  danne  anderre  nuwe  pfennige  •'■ 
machen. 

[10]  Es  ensol  ouch  ir  keinre   noch    nieman   von    iren   wegen   an   keiner   nuwen 
münszen,  do  man  güldin  oder  pfennige  sieht  oder  slahen    wil,   wo  daz   were,   weder 
teile  noch  gemeine  haben  noch  daran  roten,   sturen   oder   helffen    in   denheinen   weg 
one  alle  geverde.  und  wer  daz  verbrichet,  der  bessert   zehen  jor   von   der   stat   und   io 
git  zwentzig  marck  silbers.  [Am  Rande.] 

[Am  Rande]  Es  sol  ouch  nieman  kein  gemünsset  golt  oder  silber  köffen,  daz 
er  es  uff  anderre  münsze  füren  oder  schicken  welle,  wer  daz  verbreche,  der  bessert  etc.  ■ 

[11]  Was  silbers  ouch  unser  burger  oder  die  unsern  in  unser  stat  oder  in  diseme 
bysti'ime  köffent,  das  sullent  sü  nit  von  der  stat  schicken  noch  schaffen  geton  werden   15 
in  dehein  weg.  wo  aber  unserre  burger  oder   die   unsern   anderswo   uszewendig  dis 
bistümes  silber   köffent,  es    sie   zii   Franckfurt,   zii    Kölle   oder   anderswo,  daz   silber 
mügent  sü  schicken  und  fürn,  war  sü  wellent  one  geverde. 

[12]  Brehte  aber  ein  lantman  silber  her  zii  verköffen  und    duhte  in,  wie  er  das 
silber   nit   wol   noch   sinem    willen  verköffen  möhte,   der  mag  daz   silber    wol   wider  20 
hinweg  füren  one  geverde. 

[13]  Welre  lantman  also  silber  zii  unserme  stocke  bringet,  dem  sol  der,  der  von 
unserre  stette  wegen  do  sitzet,  also  vil  darumbe  geben,  alz  des  danne  unser  stat 
überkumment. 

[14]  Es  ensol  ouch  dehein  unser  burger  niemane  noch  nieman  von  unsern  wegen  »5 
usz  dem  bistume  engegen   riten   noch   varen,    daz   er  ime   sin   silber   abe  köffe    one 
alle  geverde  durch  daz,    daz  dem  stocke  empfurt  werde.  [Am  Rande:  gut.] 

[15]  Es  ensol  aber  kein  lantman  noch  nieman  anders  kein  silber  von  unserre 
stat  füren,  es  sy  gebrant  silber,  verwirket  silber  oder  geflecket  geschirre,  wie  daz 
genant  ist,  der  kein  silber  her  bringet,  und  wer  daz  verbrichet,  dem  sol  men  daz  so 
silber  gerwe  nemmen  und  zu  sime  libe  und  gute  rihten  und  rehtvertigen  uff  den  eyt. 
dis  sullent  alle  münssere,  goltsmide,  underköffer  unde  köffelerin  sweren  zu  haltende 
und  zu  vollefürende  und  darzü,  wo  sü  beduncket  an  iemanne,  der  gebrant  silber  oder 
verwürket  silberin  geschirre  köffen  wil,  und  der  es  hinweg  schicken  welle,  daz  sü 
daz  dem  nit  zu  köffende  gebeut  noch  nieman  von  iren  wTegen,  wenne  sü  sullent  es  35 
meister  und  rote  vübringen. 

[16]  [Gestrichen:  Es  sol  ouch  ein  iegelich  münsser  by  sime  eyde  deheinen  pfennig 
sundern  oder  in  sundern  secken  haben,  wehne  ir  iegeliches  sol  sine  pfennige  alle 
in  einen  sack  under  einander  diin  ungeverliche]. 


Fehlt  in  dem  Abdruck  bei  Calm,  Münz-  und  Geldgeschichte. 


■- 

[17]  IühIc  duhte  ouch  die  gftt,  die  darambe  bieamaätft  sinl   gewesen,  <i;i/  [ye- 
s/ riehen:   man  kuehte  machen  sol,  die  one  underlosz  after  wege  gon  sollent]  hiniian 
fürdersich  ie  eins  das  ander  mit  der  |gr08zen]'   rftei  BOJ  loszen  weren  und  da/,  ouch 
nieman  deheinen  pionnig  nie  durch  die  [grosze]  '   riter  trengen  oder  nötigen  sol.  wenne 
s  meu  slechtekliclio  und  einfelickliche  daz  gelt  uff  die  riter  setzen  sol,  und  was  geltes 
nil  do  durch  reitet,  daz  sol  man  nemmen.  darufT  so  sol  man  bestellen   mit    knchien. 
die  one  underlosz  after  wegen  gonl  und  die    pfennige   zersnident,   die   da    böse   sint 
und  durch  die  riter  vallent,  und  ouch  die    ritern    zersnident,    die   zii   grosz   oder   zu 
kleine  sint.  [gestrichen,:  und  sonderliche  so  sol  man  bestellen,  daz  (man)  zwene  oder 
10  drie  kneble  habe  one  underlosz    in    der   münszen   gende,   die  soliche   böse    pfennige 
zersnident   und   zersniden    sollentj.    und    wer  den    snidern  darumbe    laster    leit  oder 
Bmocheil  dete,  zu  dem  oder  den  sol    und   wil   man   daz    vestekUche    und   strengliche 
rihlen  und  rehtvertigen  uff  den  eyt  noch  den  schulden,  so  ein  iegeliches  denne  geton 
und  begangen  het  one  alle  geverde. 
15  [Am  Rande:  Und  wer  daz  verbriebet,  der  bessert  5  sol,  also  dicke  er  daz  dut, 

und  wen  die  snider  rugent,  des  unschulde  sol  man  nit  do  vür  nemen.] 

[18]  Und  sollent  alle  vorgeschribenen    dinge,    die  in    dem    rote   sint,    rügen    und 
vorbringen  also  ein  murde  oder  ein  dotslage. 

[19]  Wen     ouch  die  münsser  rugent,  der  ussewendig  der  münszen  wihselt   [ge- 
rn slrklici)  .■  und  denne  meister  und  rot  erkennent,  daz  er  solichen  wehsei  tribet,  daz  er 
es  mügelichen  di'in  sülle,  ist   daz   er   dis   swere]    der   sol   dise   vorgeschriben   stücke 
sweren  zii  haltende.  [Am  Rande:  gut.] 

Str.  St.  A.  AA.  Monnnic  lad.  24  nr.  7.  zusammengeheftete  Papierrolle. 
Gedr.  doch  ohne  die  Zusätze.   Randbemerkungen  und   Streichungen  bei  Calm,    Münz-   und 
25  Geldgeschichte,  Beilagen  nr.  1.  als  *Münzurdnung  von  131)1*.  —    Vgl.  dort  auch  S.  53. 


642-  Drei  Bruchstücke  der  Protokolle  von  Müniberatnngen,  deren  zweites  datiert 

ist  von :  i;an  December  29. 

I.  Bruchstück.  Sie  duhte  ouch  göt   sin,   das   alle   goltsmide,  jung   und   alt   und 

alle  die,  die  do  silber  künnent  bürnen,  sweren  sollent,  daz  so  keinen  kleinen  pfennig 

so  koffen  sollent  noch  nieman  von  iren  wegen,  noch  daz  sü  der  pfennige  deheinen  ver- 
binden noch  zu  silber  machen  sollent  noch  ouch  hinweg  schicken  sollent  in  deheinen 
weg  in  selber  noch  andern  löten,  durch  das  die  kleinen  pfennige  alle  zu  stocke 
kumment  und  nuwe  pfennige  darusz  gemäht  werdent  und  hie  blibent. 

Man  sol  an  dem  lettener  verkünden,  daz  nieman  keinen  kleinen    pfennig    koffen 

:i.>  sol  anders  denne  die  huszgenoszen,  die  do  wehsei  tribent  und  an  der  münszen  zii 
bancke  sitzent  umbe  daz,  wenne  die  huszgenoszen  alles  zu  stocke  entWarten  sol- 
lent und  müszent,  daz  nuwe  pfennige  darusz  gemäht  werdent.  und  darzü  me,  daz 
nieman  keinen  kleinen  pfennig  koffen  noch  verköffen  sol,  verbürnen  oder  hinweg 
schicken   sol  by  einre  penen  etc.  und  sünderliche,  daz  kein  fromde  man  dehein  klein 

40  gelt  koffen  oder  verschicken  sol  by  einre  pene  etc. 


1  Gestrichen. 


340  1391 

Ouch  sol  man  gebieten,  das  nieman,  er  sie  heimesch  oder  frömde,  deheinen 
Strassburger  pfennig  erlesen  sol,  durch  daz  er  sie  verbürnen  oder  verschicken  welle 
an  die  ende,  do  man  sie  beschroten  oder  verbürnen  welle,  und  wer  daz  verbreche, 
zu  des  libe  unde  gute  sol  man  daz  rihten. 

Man  sol  ouch  an  dem  lettener  gebieten,  daz  mengelich,  wer  der  ist,  sine  kleinen  s 
besnitten  pfennige,  die  er  het  oder  hernoch  gewinnet,  zu  dem  stocke  entwurten  sol. 
und  sol  ime  darumbe  vür  ie  daz  lot  solicher  pfennige  34  guter  pfennige  geben,  und 
sol  men  denne  usz  den  alten  besnitten  pfennigen  gute  nuwe  pfennige  machen. 

Es  ensol  ouch  nieman  deheinen  nuwen  pfennig  nemen,  der  besnitten  oder  ge- 
flecket ist,  by  einre  penen  etc.  10 

Ouch  sol  man  des  silbers  wegen  es  halten,  also  es  in  dem  alten  besigelten  Briefe 
geschriben  stat. 

2.  Bruchstück.  [Auf  der  Rückseite  desselben  Blattes],  Anderwerbe  ist  man  von 
Decb:°'s9    der  münszen  wegen,  die  bienander  sint  gewesen  ipsa  die  beati  Thomanni  cancellarii 

anno  91,  [übereinkommen]:  15 

Die  münssere  süllent  sweren  etc.,  was  böses  oder  besnittenes  geltes,  daz  durch 
die  grosze  riter  vellet,  sie  nü  zu  mole  hant,  es  sie  ir  oder  anderlüte,  daz  sollen t  sie 
unverzögenliche  zersniden.  und  was  geltes  sie  oder  ieman  von  iren  wegen  hinnanfür 
me  nement  oder  empfohent,  das  gelt  sie  unverzögenliche  kiesen,  und  was  böses  oder 
besnittenes  geltes  sie  under  solichem  gelte  vindent,  daz  sollent  sie  unverzögenliche  ae 
zersniden.  und  sollent  solich  gelt  by  ireme  eyde  zu  dem  stocke  entwurten,  daz  uz 
dem  demselben  gelte  nuwe  pfennige  gemäht  werdent.  und  söllenl  ouch  die  münssere 
by  demselben  irme  eyde  nieman  kein  bösen  pfennig  geben  in  denheinen  weg  unge- 
verliche. 

3.  Bruchstück.   Ein   teil    [meinde]:  und  waz  silbers  unser  bürgere  oder  die  25 
unsern   köffent,   daz   süllent    sie   nit   von   unsere    stat    schicken  noch  schaffen  geton 
werden   in   dehein   weg,    wenne   sie   sollent   es  alles   zu    dem  stocke  entwurten.    wo 
oder  an  weihen  stetten  unser  burger  ouch  silber  köffent,  daz  süllent  sie  glicher  wise 
alles  ouch  harzü  unserme  stocke  entwurten  und  niergent  anderswo  hinfüren. 

Brehte  aber  ein  lantman  silber  her  zu  verkouffende  und  duhte  in,  wie  er  daz  so 
silber  nit  wol  noch  sinem  willen  verköffen  möhte,  der  mag  daz  silber  wol  wider 
hinweg  füren  one  geverde.  welre  lantman  also  silber  zu  unserme  stocke  bringet, 
dem  sol  Kleinhenselin  Pfaffenlap  ö  gülden  um  1  marck  geben,  es  sol  aber  kein  lant- 
man noch  nieman  anders  kein  silber  von  unser  stat  füren,  es  sie  gebrant  silber, 
verwürcket  silber  oder  geflecket  geschirre,  wie  daz  genant  ist,  der  kein  silber  her-  35 
bringet,  und  wer  daz  verbrichet,  .  .  . 

Und  sollent  daz  alle  münssere,  die  zfi  bancke  sitzent  und  wehsei  tribent,  und  alle 
gollsmide,  alle  underköffere  und  ouch  alle  koffelerin  und  alle,  die  domitte  umbe  gont, 
sweren  an  den  heiligen  zu  haltende  und  zu  vollefürende.  sie  süllent  ouch  alle 
sweren,  wo  sie  beduncket  an  ieman,  der  gebrant  silber  oder  verwürcket  silberin  « 
geschirre  köfl'et,  daz  er  es  hinweg  schicken  solle,  dem  sollent  sie  es  nit  zu  kouffende 
geben,  wenne  sie  sollent  es  rügen  und  vürbringen  meistere  und  rote. 

Der  ander  teil  meinde:  daz  man  alle  vorgeschribene  dinge  also  hallen,  alz 


1391 


341 


vorgeschritten   stat,   uszgenommen   des,  wo   unser  burger   anderswo   ussewendig  dis 

bysti'nnes  silber  köll'ent,  es  sy  zfi  Franckfurl,  zu  Kölle  oder  anderswo,  daz  sü  daz 
Silber  mögent  schicken  und  füren,  war  sie  vvcllcnl. 

Sie  duhte  ouch  gut,  daz  men  allen  unsern  angelten)  und  in  dem  kofhaM  und 
l  .111  den  zollen  und  den,  die  bühsen  habent,  empfehlen  sol,  waz  böses  oder  kleines 
geltes  in  überkunmiet,  daz  sü  daz  zu  staut  zersnident  und  niemans  dar  an  schonent 
by  yrme  eyde. 

Ouch  sol  man  an  dem  lettener  gebieten,  daz  nieman  keinen  kleinen  pfennig 
nemen  sol  und  ir  abe  kummen  sol.  wenne,  wo  men  sie  über  dise  ahte  tage  by 
io  ieuiiin  vindet,  so  wil  man  sie  ime  zersniden.  und  wil  man  ouch  lüle  drüber  setzen, 
die  die  pfennige  zersnident. 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaio  lad.  26  nr.  9.  lose  Papier Zettel.1 


Ii43.  Bruchstück   eines  Münzvertrages    zwischen   dem   Bischof  von   Straßburg, 
der  Stadt  Straßburg  und  genannten  elsässischen  Reichsstädten.  [13911. 

15  Wir  Friderich  von  gotz  gnoden  bischof  ze  Straszburg  und  wir  die  meistere,  die 

sehullheiszen,  die  rete  der  stette  Stroszburg,  Hagenowe,  Sletzstat  und  Obern-Ehenheim 
dünt  kunt  allen  den,  die  disen  brief  ane  sehent  oder  gehören t  lesen,  das  wir  gemein- 
liche und  einmütekliche,  durch  des  gemeinen  landes  und  der  lüte  nutz  und  frommen 
überkommen    sint  von  diser  Strossburger   pfennige  wegen,   der  halb  bitz  her  gross 

2o  span  und  missehelle  gewesen  ist,  das  man  hinnanvurder  in  allen  unsern  stetten, 
dörffern  und  gebieten  ewekliche  eins  von  dem  andern  grosze  gantze  gute  Strossburger 
nemmen  sol.  wer  aber  dehein  solicher  Strassbarger  pfennige  ein  wenig  geflecket  von 
dein  münszende,  die  pfennige  sol  man  ouch  nemmen  und  nit  wider  sprechen,  weihe 
pfennige  ouch  mit  engein  gemünszet  sint  und  nit  besnilten  noch  gerürt  sint,  die  sol 

»  man   ouch    nemmen.    und  sol  ouch  ie  eine  persone  von    der  andern  mit  dem  vorge- 


ht ufder  llückseüc  des  dritten  Bruchstückes  steht  folgende  Liste  (wohl  der  damaligen  «  Hausgenoss,  n » | 


Tlioman  Lentzelin  der  hftter. 

Hans  Lentzelin. 

Rulin  sin  brftder. 

Hans  Lentzelin,  Thoman   Lentzelins  snn 

Lauwelin  Klobelouch  nnd  sin  brftder. 

Lienhart  Klobeloch. 

Sygclin   Völtsche. 

Hugclin  Völtsche 

Walther  Erlin. 

Hesseman  Erlin. 

Henselin  Erlin. 

Reinbolt  llebestock. 

Rftlin  Rebestock 

Walther  Wintertur. 

L.luwelin  sin  brftder. 

Lauwelin  Merswin. 

Eberlin  und  Wilhelm  von  Schönecke. 

Claus  Bock,  Ulrich  sin  brftder. 


Lauwelin  Rrünlin. 

Peter  Bock.  Ulrich  sin  brftder. 

Klein  Ulrich  Bock. 

Hügclin  Rippelin. 

(fintzelin  Pfaffcnlap  und  Henselin  fratres. 

Henselin  Diitscheman. 

Arbegast  sin  bruder 

Hesse  und  Klein  Henselin  Pfaffenlapp. 

Cftntzelin  Pfaffenlap,  ires  brftders  sun. 

Wintertur  Henselin. 

Lauwelin  Bercr,  des  Bereis  sun. 

Walther  Wintertur  der  junge. 

Klein  Henselin,  Winterturs  sun  Läwelin. 

Hans  Ellehart  der  junge. 

Wilhelm  Noppe. 

Hügelin  Wintertur. 

Wetzel  Brager. 

Walther  Spiegel. 


342  1391 

nanten  gelte  lossen  weren  an  zinsen,  an  köfmanschaften,  an  schulden  und  an  allen 
dingen,  unde  daruff  so  hant  wir  einmütekliche  uff  gesät  umbe  das,  das  dise  Stross- 
burger  pfennige  by  uns  und  in  unserme  lande  blibent,  das  man  ein  ieglichen  guten 
rinschen  guldin  vür  zehen  Schillinge  Strassburger  pfennige  nemmen  und  geben  so] 
und  daz  ouch  ie  eins  das  andere  domitte  weren  sol  und  nit  hoher  in  denheinen  weg.  s 
und  wer  darüber  in  allen  unsern  stetten  oder  dorffern,  er  were  heimesch  oder  fremde, 
ein  guldin  hoher  gebe  oder  nemme,  der  bessert  dem  herren  oder  stat,  under  dem  es 
denne  gesche,  etc. 

Doch  mögent  die  wehseler,  die  offenliche  zu  bancke  sitzent  und  wehsei   tribent, 
ein  pfennig  an  eim  guldin  an  dem  wehselnde  zu  gewinne  nemmen  und  nit  me.  und   "> 
welre  wehseler  daz  verbrichet,   der  bessert  dem  herren  oder  der  stat,  under  dem  es 
gesche,  etc. 

Wer  es  ouch,  das  ieman  umbe  den  andern  in  unsern  stetten  oder  gebieten  küffet 
oder  verkouffet,  do  sol  nieman   dem  andern  angedingen,    daz  man  ime   guldin  geben 
sol  und  kein  gelt,  wo  das   darüber  geschehe,    das  sol  nit  kraft   haben,  und   sol  der,   ^ 
der  die  gedinge  also  mähte,  bessern  etc. 

Es  ensol  ouch  nieman  in  den  vorgenanten  unsern  stetten,  dörffern  und  gebieten 
dehein  gemünsset  silber  weder  erlesen,  zerbrechen,  zersmeiltzen  noch  hinweg  schicken 
in  deheinen  weg.  und  mit  namen  so  sol  nieman  der  unsern  noch  nieman  von  iren 
wegen  an  keinre  nuwen  münszen,  do  man  pfennige  schleht  oder  sl  .  .  20 

Str.  St.  A.  AA.   Monnaie  lad.  26  nr.  9.  Bruchstück  eines  alten  Coneeptes  auf  Papier.' 

644.  Ungenannter  an  König  Wenzel:  verwendet  sich  für  die  Stadt  Slraßburg 
in  Angelegenheilen  der  Reichsacht.  [1390-92?]. 

Allerdurchlühtigester,  hohstgeborner  fürste,  lieber  gnediger  herre  ich   enbiet  etc. 
also  uwer  hofegerihte  der   stat  und   gemeinde   zu  Strasburg  vorgebotten  hatte  uwern  ^ 
gnaden  aldo  zu  antwortend,  also  hant  sie  ire  erbern  botten  vor  dem   selben   uwerm 
hofegerihte   gehabet,   dieselbe   ir  botschaft  öch  gerne  für  uwer  gnade   gewesen  were, 
das  in  zii  der  zit  nit  bescheen  künde,  also  sie  sprechent.  und  darumb  lieber  gnediger 
herre,  so  habent  mir  die  von  Strasburg  vorbraht,  das    sie    gerne   uwer   gnade   wem 
und  truwetent  sich  also  mit   uwern  gnaden  zu  vereinigen,  das   sie   in  uwern  gnaden   30 
und  dinste  bliben  solten.  gnediger  über  herre,  bitte  ich  uwer  gnade  dinstlich,  sit  sie 
also  begerent  vor  uwer  gnade   zu  komen,    das   ir   dann   ir   erber   botschaft,    die   sie 
gerne  zu  uwern  gnaden    senden   wollent,    vertrösten   wollent    zu    uwern   gnaden   by 
uwern  gnaden  zu  sinde  und  wider  heim  an  ire  gewarsam  zu  kommen  und  sie  gnedic- 
lich  verhören  und  usrihten  wellent,   wann    ich   wol    vernommen  habe,   das    sie   sich  35 
gerüvlich  gegen  uwern  gnaden  und  dem  riche  vorbasser  allewegent  meinent   zu  hal- 
tende, uwer  gnedige  antwurte  lassent  mich  verschriben  wider  wissen. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  59.  cop.  eh.  coaev. 


1  Vgl  hierzu  sachlich   Cahn,  Münz-  und  Geldgeschichte  S.  57.     Zur  Ausführung  dieses  Vertrages 
ist  es  jedoch  nicht  gekommen.  M 


1 392  :J43 

645.  Brief  eines  Ungenannten  in  Angelegenheit  der  Slraßburger  Reichsacht. 

[1391-92?  nach  Januar  17]. 

Lieber  her  Styrnad(?)  ich  enbiet  etc.  und  laszen  uch  wiszen,  dasz  die  von  Strasz- 

burg  mir  vorbracht  hant,  als  sie   nü    zunehst  ire   erber   botschaft  zu  Präge   gehabt 

5  hant  zu  der  ziit,  do  ich  do  was.  dieselbe  ire  botschaft  gerne  vor  minen  gnedigen 
hern  den  kunig  gewest  were,  dasz  zu  der  ziit  nit  wol  gesin  mohte,  als  sie  mir  ge- 
saget hant.  und  darumb  so  habenl  sie  mich  gebeten  myme  gnedigen  hern  dem  kunige 
zu  Bchribende  und  sine  gnade  zu  byttende,  dasz  sie  noch  gerne  ire  erber  botschaff 
zu  mi us  hern  gnaden  senden  wollent  in  semelicher   masze,  als  ir  dasz  in  mins  hern 

io  des  kuniges  bryff  wol  sehende  wordent.  denselben  bryff1  ich  uch  auch  hie  senden 
und  ach  auch  bytten,  dasz  ir  yn  vor  mins  hern  des  kuniges  gnade  bringen  wollent. 
und  darumb  so  bytten  ich  uch  mit  gantzem  flisze,  dasz  ir  do  der  von  Straszburg 
botschaft  fordern  wollent  gegen  mins  hern  gnaden,  do  getruwe  ich,  dasz  daz  mins 
hern  gnade  und  dem  riche  ere  und  syme  lande  zu  Elsasz  ere  und  frommen  bringen 

a  solle  und  meyne,  dasz  esz  wol  umb  uch  verdynet  solle  werden,  dann  wasz  ich  uch 
zu  gefugen  künde,  dasz  uch  ere  und  frommen  bringen  mochte,  dasz  wolte  ich  willich 
und  gerne  tun  und  dete  dasz  billich.  dunt  herzu,  als  ich  uch  besunder  wol  getruwe  und 
ich  iillziil  umb  ach  begern  zu  verdynen.  und  wasz  ir  hie  ynne  verstent  von  mins 
hern  gnaden,  dasz  mir  zugehört  zu  wiszen,  dasz  verschribent  mir,  so  ir  erste  mogent, 

ia  oll  daz  ich  und  die  von  Straszburg  uns  darnach  wiszen  zu  rychten.  gebietent  allziit 
zu  mir.         geben  oft  zinstag  nach  sanct  Anthoniendag. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  59.  cov.  ch    coaev. 


646.  Lienhart  Zorn  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Heinrich  zum 
Jungen  von  Mainz:  danken  für  die  Uebersendung  des  Briefes*  von  Borziboy  an  ihn 
und  bitten  demselben  mitzuteilen,  dass  sie  sich  zu  Mainz  dahin  verstanden  haben 
im   die  Befreiung  von  der  Acht  4  500  Gulden  zu   zahlen.  datum   feria   secunda 

proxima  ante  diem  scti  Valenlini  episcopi  anno  1392.  1392  Januar  1. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  cop.  v.  cmic.  mb   coaev. 


647.  Johans  Berlin  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Diether  Kem- 
merer:  antworten,  .  .  daz  du  und  die  dinen  unser  und  der  unsern  unbesorget  sin 
sullent,  wir  schribent  es  dir  danne  vorhin  mit  unserm  briefe,  alse  wir  billich  süllent 
etc.  datum  feria  quinta  proxima  ante  diem  sancti  Erhardi  episcopi  anno  1392. 

1392  .Januar  t. 

Aschaffenburg  Dalberg-Arch.  or.  mb.  I.  pat.  c.  s.  i.  v.  impr. 


i   Wohl  nr.  644. 

2  Vgl.  nr.  638  Brief  vom  16  Dec.  1391  und  den  Brief  der  Straßb.  Gesandten  vom  15  Juli  [1391J. 

VI.  " 


344  1392 

648.  Münzordnung  für  Straßburg,   beraten    und  beschlossen   am  29  December 
1391,  veröffentlicht  am  20  Januar  1392. '  1392  Januar  20. 

Decbr.  29.  Von  der  münszen  wegen  ist  aber  gerotslaget  ipsa  die  seti  Thomanni  Cantellburgii 

anno  91. 

[1]  Es  sollent  alle  münssere,  die  nü  zu  mole  sint  oder  harnoeh  werdent,  alt  5 
und  jung,  die  zu  bancke  sitzent  oder  wehsei  tribent,  sweren  an  den  heiligen,  was 
böses  oder  besnittenes  geltes,  das  durch  die  riter  vellet,  das  sie  nü  zu  mole  hant, 
es  sie  ir  oder  ander  ltite,  das  das  unverzögenliche  entwurtent  pfennig  snidern,  die 
-von  unserre  stette  wegen  darzü  erkosen  sint,  daz  sü  es  zersnident  und  sullent  es 
heiszen  zersniden.  unde  was  geltes  sie  selber,  oder  ieman  von  iren  wegen  hinnan  10 
viir  nie  nement  oder  empfohent,  von  weine  in  daz  wurt  oder  in  weihen  weg  in  daz 
vürkummet,  das  gelt  sollent  sie  unverzögenliche  kiesen  und  ritern.  und  was  böses 
oder  besnittenes  geltes  sie  under  solichem  gelte  vindent,  das  durch  die  riter  vellet, 
das  sollent  sie  unverzögenliche  öch  den  vorgeschriben  snidern  entwurten,  daz  sie  es 
och  zersnident  und  sullent  es  heissen  zersniden.  und  sollent  denne  solich  zersnitten  15 
gelt  by  irme  eyde  unverzögenliche  zu  dem  stocke  entwurten  und  in  keinen  andern 
weg  abe  klimmen  durch  das,  das  usz  demselben  gelte  nuwe  pfennige  gemachet 
werdent.  sie  sollent  ouch  by  demselben  irme  eyde  nieman  keinen  bösen  pfennig 
geben  in  denheinen  weg  ungeverliche  [gestrichen :  daz  beduncket  ein  teil,  so  be- 
duncket  den  andern  teil,  daz  man  Schröter  in  die  münsze  sol  schicken.]  20 

Man  sol  den  guldin  setzent.2 

[2]  Sie  sullent  ouch  sweren  an  deheime  guldin  nit  me  zd  gewinne  zu  nemende, 
die  guldin  nement  uff  oder  abe,  denne  ein  pfennig,  wie  ir  ieglicher  ein  guldin  iocli 
minret,  es  sie  an  rinschen,  welschen,  beheimschen,  ungerschen  guldin,  an  duckaten, 
francken,  bysleygen  oder  an  was  oder  an  weihen  guldin  das  sint.  doch  mögent  sie  25 
an  nobeln  oder  dobel  mutunen  (?)  an  iegelichem  zwene  pfennige  zu  gewinne  nemen 
und  nit  me. 

[3]  Es  ensol  ouch  dehein    münsser    dehein   Metzer   guldin,   Lützelburger   guldin, 
byslag   oder    anderre    soliche   guldin    oder   andern    guldin    vür    gute   guldin    hinweg 
geben,  wenne  ir  iegelicher  sol  ieden  guldin,    wie    der    genant    ist,    vür    sinen    wert  30 
hinweg  geben,  also,  das  ir   iegelicher   an    ie   dem   stücke   goldes   nit  me   denne   ein 
pfennig  zu  gewinne  sol  nemen. 

[4]  Sie  sollent  ouch  sweren  by  dem  selben  irme  eyde  keinen  nuwen  satz  under 
in  zu  machende  one  urlop'  meister  und  rotes. 

[5]  Sie  sullent  ouch  by  irme  eyde  eim  iegelichen  menschen  umbe  ie  das  lot 
swer  kleiner  pfennige  vier  und  drissig  guter  pfennige  geben,  und  mögent  ouch  wol 
eim  ieglichen  menschen  umbe  solich  klein  gelt  ytel  nuwe  pfennige  geben,  ebe  sie 
wellent.  und  sollent  ouch  niemanne  minre  darumbe  geben  by  irme  eyde.  sie  sullent 
ouch  mengelichem  glich  und  gereht  gewihte  geben  und  von  in  nemen.  und  sullent 
ouch  ein  quinsin  oder  dorüber  soliches    geltes  nit    köffen    ungewogen    one    geverde.  40 


35 


1  Cahn,  Münz-  u.  Geldgeschichte  S.  53  giebt  hier  die  Baten  Dec.  31  und  Januar  2. 
a  Steht  links  am  Bande;  wohl  als  eine  Art  Ueberschrift  für  das  Folgende  hinzugefügt. 


1392  HB 

Sie  süllent  ouch  an  allem  andern  gemunsseten  silber,  die  nit  Stroszburger 
münszen  sint,  es  sient  Metzer  groszen,  turneys  oder  wie  semlich  gelt  oder  groszen 
genant  sint,  nit  one  von  iemanne  an  dem  wehsei  zu  gewinne  nemen,  danne  an  eins 
Bchillingej  wert  soliches  geltes  oder  an  einen  groszen  ein    heilbeling.   aber  wenne  ir 

»  einre  soliches  geltes  me  verwihselt,  also  das  es  uff  oder  über  vier  Schillinge  triffet, 
do  sol  ein  iegelichcr  münszer  denne  zu  mole  nit  me  denne  an  iedem  groszen  oder 
an  eins  schillinges  wert  geltes  ein  ort  von  eim  pfennige  zu  gewinne  nemen  und 
an  eim  halben  groszen  ein  halb  ort  von  eime  pfennige.  und  sol  dehein  münsser 
durch  geverde  deheime  dehein  gelt  sundern  durch  des  willen,  das  er  ime  under  vier 

10  Schillinge  wert  geltes  geben  solte. 

[7J  Es  ensol  ouch  dehein  münsser  ierrian  trengen  oder  nötigen  oder  susz  durch 
geverden  dehein  silberin  gelt  zu  keime  güldin  zu  köffende  geben  durch  das,  daz  in 
an  dem  silberin  gelte  deste  me  vorwehsels  würde. 

[8]  Sie  süllent  ouch  by  demselben  irme  eyde  noch  nieman  von  iren  wegen  dehein 

15  gemünsset  gelt  oder  silber,  wie  daz  genant  ist,  weder  erlesen,  zerbrechen,  zersmeltzen 
noch  hinweg  schicken  in  denheinen  weg.  und  das  sol  ouch  mit  namen  nieman  anders 
diin,  er  sie  heimesch  oder  frömde.  wer  daz  verbrichet,  der  bessert  10  jor  von  der 
slat  und  git  hundert  marck  silbers. 

[9]  Es  ensol  ouch   ir   keinre   noch   nieman   von   iren  wegen   an   keinre   nuwen 

so  münszen,  do  man  güldin  oder  pfennige  sieht  oder  slahen  wil,  welherhande  münsze 
daz  were,  wo  das  were,  weder  teile  noch  gemeine  haben  noch  darzii  roten,  sturen 
oder  helffen  in  denheinen  weg  one  alle  geverde. 

[10|  Es  ensol  ouch  nieman,  er  sie  heimesch  oder  frömde,  dehein  gelt  füren  oder 
schicken  oder  ersuchen  oder  erlosen  oder  schaden  geton   werden   an   die   stette,   do 

»s  man  daz  gelt  verbürnen  oder  zersniden  welle,  wer  daz  darüber  dete,  zii  des  libe  und 
gute  sol  man  daz  rihten  und  rehtvertigen  uff  den  eyt,  wie  daz  vürkumet  und  noch 
hSrsagen.  es  ensol  ouch  nieman  keinen  kleinen  pfennig  köffen,  daz  er  in  hinweg 
schicken  oder  füren  welle,  wer  daz  verbreche,  der  sol  bessern  ein  jor  von  der  stat 
und  git  20  üb.  den. 

so  [11]  Es  ensol  ouch  nieman  deheinen  uuwen  pfennig,  der  besnitten  oder  geflecket  ist, 

nemen  [wie  wol  sie  nit  durch  den  riter   vallent].  *    wer   das  darüber  verbreche,  der 
bessert  5  sol.  und  sol  man  die  alle  zersniden. 

[12]  Es  sol  mengelich,  wer  der  ist,  sine  kleinen  besnitten  pfennige,  die  er  ietze 
het,  oder  harnach  gewinnet,  zu  dem  stocke  entwarfen  [unverzogenliche.  und  sol  man 

3ä  ime  in  den  nehesten  vierlzehcn  tagen,  BO  sie  ime  worden  sind]1  durumbe  vür  iedaz 
k)t  swer  solicher  pfennige  35  guter  pfennige  geben,  und  sol  man  denne  usz  den  alten 
besnitten  Pfennigen  gute  nuwe  pfennige  machen  by  10  lib.,  [by  5  jore  usz  dem  bis- 
tüme  und  20  lib.  die  Juden  lip  und  gut  verfallen  one  alle  gnade] '  doch  mag  ein  iege- 
lichea  usz  gptichem  gelte  silberin  geschirre  oder  kleinottes  machen  one  geverde  [duhte 

<o  die  gilt,  daz  man  daz  gelt  allein  zu  stocke  entworfen  und  kein  silberin  geschirre 
darusz  machen  wolte.] ' 


1  Zusatz  am  liandc. 


346  1392 

[13]  Es  ensol  ouch  nieman  keinen  kleinen  pfennig  köffen  anders  denne  die  hu^z- 
genoszen,  die  do  wehsei  tribent  und  an  der  münszen  öffenliche  zu  bancke  sitzent, 
umbe  daz,  wenne  die  huszgenoszen  daz  gelt  alles  zum  stocke  entwurten  sollent  und 
müssent,  alz  sü  gesworn  hant,  daz  nuwe  pfennige  darusz  gemäht  werdent.  und  sol 
ouch  nieman  kein  solich  gelt  an  siner  köfmanschaft  nemen,  er  sy  fremde  oder  hei-  s 
mesch.    wer  daz  verbrichet  der  bessert  10  lib. 

[Men  sol  es  in  dem  riche  versorgen.] ' 

[14]  Was  silbers  ouch  unserre  bürgere  oder   die   unsern   in  unser   stat   oder  in 
diseme  bystüme  köffent,  das   sullent  sie  nit  von  der  stat  schicken  noch  schaffen  getan 
werden;  wo  aber  unserre  bürgere  oder  die  unsern  anderswo  ussewendig  dis  bistömes  >o 
silber  köffent,  es  sie  zu  Kölle,  zu  Franckfurt  oder  anderswo,  das   silber   mügent   sie 
schicken  und  füren,  war  sie  wellent  one  geverde. 

[15]  Brehte  aber  ein  lantman  silber  herzu  verkoffen  und  duhte  in,  wie  er  daz  silber 
nit  wol  noch  sinem  willen  verkoffen  möhte,  der  mag  daz  silber  wol  wider  hinweg 
füren  one  geverde.  15 

[16]  Es  ensol  ouch  dehein  unser  burger  noch  nieman  von  iren  wegen  niemanne 
usz  diseme  bistume  engegen  oder  nach  riten,  daz  er  ime  sin  silber  abe  köffe  in 
deheinen  weg  ane  geverde,  durch  daz  das  dez  silber  dem  stocke  empfürt  werde. 

[17]  Es  ensol  aber  kein  lantman,  noch  nieman  anders  kein  silber  von  unserre 
stat  füren,  es  sy  gebrant  silber,  verwirket  silber  oder  geflecket  geschirre,  wie  daz  20 
genant  ist,  der  kein  silber  herbringet,  und  wer  daz  verbrichet,  dem  sol  men  daz 
silber  gerwe  nemen  und  zu  sime  übe  und  gute  rihten  und  rehtvertigen  uff  den  eyd. 
dis  sullent  alle  münssere,  goltsmide  und  köffelerin  sweren  zu  haltende  und  zu  volle- 
fürende  und  dazu,  wo  sü  beduncket  an  niemanne,  der  gebrant  silber  oder  verwirket  silberin 
geschirre  köffen  wil  und  der  es  hinweg  schicken  welle,  daz  sü  daz  deme  nit  zu  as 
köffende  gebent  noch  nieman  von  iren  wegen,  wenne  sie  sollent  es  meistere  und 
rote  vürbringen. 

[18]  Es  sollent  ouch  alle  goltsmide,  jung  und  alt,  und  alle,  die  do  silber  künnent 
bürnen,  sweren  zu  den  heiligen,  daz  sü  keinen  kleinen  pfennig  köffen  sollent  noch 
nieman  von  iren  wegen,  noch  daz  sü  der  pfennige  deheinen  verbürnen  noch  zu  30 
silber  machen  sollent  noch  ouch  hinweg  schicken  sollent  in  denheinen  weg  in  selber 
noch  andern  lüten.  und  sollent  daz  sweren  darumbe,  das  die  kleinen  pfennige  alle 
zu  stocke  kument  und  nuwe  pfennige  darusz  gemäht  werdent ;  es  were  denne,  daz 
ein  erbere  mensche  usz  solichem  kleinen  gelte  ime  selber  darusz  wolte  machen  sil- 
berin geschirre  oder  kleinotter  ungeverliche,  daz  mögent  die  goltsmide  wol  verwurcken  ss 
und  zu  geschirre  oder  zu  kleinottern  machen  und  nit  anders  one  geverde. 

[19]  Wen  ouch  die  münsser  rugent,    der  ussewendig  der   münszen   wihselt    und 
denne  meister  und  rat  erkennent,    das   der,    den    sie    gerüget   hant,    solichen  wehsei 
tribet,  das  es  mügelichen  und  notdürftig  ist,  das  er  dis  swere,    den   oder  die  sollent 
meister  und  rat  solich  haben,  daz_er  alle  vorgeschribene  dinge  swere  stete   zu  hal-  *o 
tende  glicher  wise,  also  denne  die  münssere    gesworn   hant   etc.   und   wer  daz  ver- 


1  Zusatz  am  Bande. 


1392  347 

breche  und  ruf  entwüre,  der  bessert  by  5  lib.  daz  erste  gebot  und  darnach  die 
andern  gebot,  alz  daz  gevüglich  ist. 

[20]  Alle  die,  die  do  vor  benennet  sint,  daz  sü  sweren  süllent,  die  süllent  des 
eydes,  so  sie  denne  geswerent  und  aller  der  stücke  und  artickele  und   iegeliches  be- 

ü  sunder,  so  in  denne  vorgelesen  wurt  und  von  iren  wegen  verschriben  stot,  niemer 
lidig  sin  noch  werden  meistcr  und  rot  zu  Straszburg,  die  denne  zu  ziten  sint  und 
mit  namen,  daz  merreteil  des  rotes  erlant  sie  denne  des  eydes  oder  der  stücke  eins 
besunder.  wurde  in  ouch  ein  stücke  oder  artickel  oder  me  abegeloszen,  so  sollent 
sie  aber   der   andern   by   irme   eyde    niemer   erloszen  sin,  sie  werdent  ir  denne  er- 

io   loszen  noch  vorgeschribener  wise. 

[21]  Und  sol  ouch  dise  vorgeschriben  puncto,  stücke  und  artickele  alle  jor  der 
abegonde  rot  dem  nuwen  angonden  rot  in  den  eyt  geben,  und  sollent  auch  alle,  die 
in  dem  rote  sint,  und  alle  schöffele,  und  ouch,  die  es  do  gesworn  hant,  ie  einre  von 
dem  andern  alle  vorgeschriben  dinge  und  ir  iegliches  besunder  meister  und  rete  un- 

u  verzögenliche  rügen  und  vürbringen.  und  sollent  es  ouch  denne  meister  und  rot 
iinvorzögenliche  rihten  und  rehtvertigen  uff  den  eyt,  zu  glicher  wise  also  ein  murde 
oder  ein  totslag.  und  welher  rot  daz  nit  endete,  der  sol  meineydig  und  erlosz  sin. 
und  wo  der  vorgeschriben  stücke  üt  verbrochen  würde,  daz  süllent  meister  und  rat 
rihten  uff  den  eyt. 

üo  [22]'    Unser  herren    meister   und   rot    sint   ubereinkumen,    das  sich  ie  eins  von 

dein  andern  sol  loszen  weren  mit  diser  riter,  die  man  ietzent  an  het.  und  sol  ouch 
nieman  deheinen  pfennig  durch  die  riter  trengen  oder  nötigen  oder  dodurch  trucken, 
wenne  men  slehtekliche  und  einfeltekliche  das  gelt  sol  setzen  uff  die  riter.  doch  mag 
ein  iegliches  ein  pfennig  uff  der  riter  wol  um    wenden  one    trucken.  und  was  gelles 

u  nit  durch  die  riter  vellet,  das  sol  man  nemen,  und  mag  ouch  ie  eins  das  ander 
weren  durch  sin  selbes  riter.  wen  aber  beduhte,  daz  ein  solichc  riter  zu  gross  oder 
zu  kleine  were,  do  mag  eins  daz  ander  rügen,  doch  was  die  pfennigsnider  vür  gut 
gelt  erkennent,  daz  gelt  sol  men  ouch  vür  gut  nemen.  unde  wer  sich  soliches  geltes 
widerte  zu  nemende  oder  das  gelt  durch  die  riter   druckete,   der   oder   die   bessernt 

an  5  sol.,  alz  dicke  daz  geschult,  und  sol  man  niemans  unschulde  darvür  nemen.  unde 
daruff  sol  man  bestellen  mit  sehs  erbern  knehten,  der  one  underlosz  drie  in  der 
münszen  sollent  sin,  die  andern  drie  sollent  after  der  stat  gen  under  der  metzige, 
uff  dem  visehemerkete,  vor  dem  münster  und  umbe  und  umbe  in  der  stat  und  sollent 
die  kleinen  bösen  pfennige  zersniden,  die  durch  die  riter   vallent.    und    sollent   ouch 

3i.  zersniden  die  ritern,  die  zu  »ms/  oder  zu  kleine  sint.  unde  hinder  wem  die  ritern 
runden  werdent,  die  zi'i  grosz  oder  zu  kleine  sint,  der  bessert  1  Hb.,  also  dicke  so- 
liche  ritern  honder  iemanne  fanden  werdent.  und  wer  den  pfennigsnidern  darumbe 
taster  leit  oder  smocheil  mit  Worten  oder  niil  wereken,  daz  sollen!  und  wollen! 
meister  und  rol   strengliche  und  veslekliche  uff  den  eyl   rihten  und  rehtvertigen  noch 

i»  den  schulden,  so  denne  solichc  geton  oder  begangen  hant.  unde  süllent  ouch  dis  alle 


1  Die  Artikel  von  hier   bis  mm  Ende  stehen  auf  der   Rückseite  derselben  Papierrolle  und  gehören 

tvuhl  totmittelbar   ;u   tlctn   curttjen. 


348  1392 

die,  die   in   dem    rote    sint,    rügen   und  vorbringen  alse  ein  murde  oder  ein  totslag. 
und  süllent  ouch  alle  vorgeschribene  dinge  rügen  und  ouch  vorbringen   die    pfennig 
snidere  by  irme  eyde. 
Jan.  io.  Publicatum  est  anno  1392  die  dominica  post  diem  scti  Anthonii  confessoris  sub 

domino  Leonhardo  Zorn  magistro. 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaie    lad.  24  nr.  3. 


649.  Dietrich  Kemmerer  an  Strassburg :  beklagt  sich  über  Schädigung  der  Seinen 
durch  die  Strassburger  vor  Hagenau  .  .  .  und  daz  sie  mich  gehindert  hant  an  myne 
fienden  und  an  yrme  gude  etc.       geben  off  sundag  vor  sant  Veltins  dag  anno  1392. 

1392  Februar  11. 

Str.  St.  A.  IV,  30.  or.  eh.  lit.  cl. 

Ebenda  eine  Reihe  anderer  Briefe  mit  ähnlichem  Wortlaut  und  der  Forderung  um  tKerung* 
des  Schadens. 


650.  Heinrich  zum  Jungen  von  Mainz  an  Strassburg:  hat  in  Sachen  der  Reichs- 
acht zusammen  mit  dem  Bischof  von  Bamberg,  Hynatsco  und  Borsiboy  eine  Audienz  15 
beim  König  gehabt,  doch  ist  die  Sache  .  .  .  nit  gefertiget  worden  in  der  maszen, 
als  uwere  erbern  fründe  von  denselben  sachen  gescheiden  sint,  dez  ich  uch  doch 
nit  eygentlichen  geschriben  gethar,  wand  ez  mir  nit  gefuglichen  were  die  sachen  üch 
zii  schriben,  als  ich  die  uwern  heymelichen  funde  eyme  oder  zwein,  die  ir  zu  mir 
schickende  wordent,  eygenlichen  wol  sagen  und  underrihten  wolte,  wie  die  sachen  20 
gelegen  weren  ....  doch  sollen  sie  auf  ihren  alten  Forderungen  bestehen ;  davon 
zurückzutreten  halte  er  für  verkehrt  und  nachteilig.  Wilhelm  von  Borne  der  Bruder 
des  Bischofs  von  Bamberg  wird  nächstens  nach  Strassburg  kommen  und  ihnen 
ebenfalls   allerlei   Auskunft  erteilen.  datum   Babinberg   in   crastino   scti    Mathei 

appostoli.  Bamberg  [1392]  Februar  26J    25 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 


651.  Lienhart  Zorn  dem  man  sprichet  Schultheisz  der  Meister  und  der  Rat  von 
Strassburg :  geben  freies  und  sicheres  Geleit  dem  Diether  Kemmerer  und  den  Seinigen 

März  16.  zu  einem  Tage  zu  Selz  «uf  den  samestdag  zii  dagzit  der  nü  zu  nehest  kommet» 

datum  feria  seeunda  proxima  ante  dominicam  Oculi  anno  1392.  1392  März  11.  30 

Asciiaffenburg  Dalbsrg-Arch   or.  mb.  I.  pat. 

652.  Dietrich  Kemmerer  stellt  einen  Geleitsbrief  aus  für  die  Boten,  welche 
Strassburg  zu  einem  Sühnetage  mit  ihm  nach  Selz  entsenden  will.  datum  feria 
seeunda  proxima  ante  dominicam  Oculi  anno  1392.  1392  März  11. 

Str.  St.  A.  IV,  30.  or.  eh.  lit.  cl. 


1  Die  Datierung  dieses  Stückes  ist  schwierig  u.  unsicher  sowohl  für  das  Jahr  als  für  den  Tag.  Ist 
unter  crastino  scti  Mathei  der  Tag  nach  Mathaustage  (September  21)  zu  verstehen  statt  des  25  Febr. 
dann  gehört  das  Stück  ins  Jahr  1391. 


1392  349 

653.  Lienhart  Zorn  dor  Meister  und  der  Rat  zu  Straszburg  bekennen  und  thun 
kund,  dass  sie  mit  Dietrich  Kemmerer  «von  der  geschiht  und  niderlegunge  .  . 
nf  dem  vorste  und  uf  dem  sande  by  Hagenouwe»  vollständig  gesühnt  seien,  geben 
uf  dem  sunnentag  Oculi  in  dem  jare  13!)2.  1392  März  17. 

5  Aschaffenburg  Dalberg-Areh.  or.  eh.  c.  sig.  impr. 

654.  Ich  Dietherich  Kammerer  bekenne  und  dün  kunt  mengelichem  mit  disem 
briefe,  also  von  semlicher  anesproche  und  vorderungen  wegen,  so  ich  gehebt  habe 
an  meister  und  an  den  rot  zu  Stroszburg,  so  die  iren  mich  süllent  gehindert  haben 
off  dem  vorste  und  uft"  dem  sande  zu  Hagenöwe  an  minen  vigenden   von  Hagenowe 

1«  und  an  irme  gute,  do  erkenne  ich  mich,  das  ich  mit  in,  iren  burgern  und  mit  iren 
dienern,  die  do  zu  mole  ufT  dem  velde  worent,  dar  umbe  gentzlichen  geriht  und  ge- 
sund bin.  .  .  .  ouch  ist  beret  mit  rehter  gedinge,  das  die  ursage  briefe,  die  die  von 
Stroszburg  und  ich  iewedersite  gegeneinander  habent,  in  allen  iren  kreften  bliben 
sollent,   als   sie   luten  unde    sagent.   und  süllent   wir   die   ouch   getruweliche  gegen 

i6  einander  halten  ane  alle  geverde.  geben  uff  den  sunnentag  als  man  singet  Oculi 
tusent  drühundert  nüntzig  und  zwey.  1392  März  17. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  166  nr.  76.  or.  mb.  lit.  pat:  c.  sig.  pend. 

655.  Ich  Heinrich  von  Fleckestein  der  junge  ritter,  Volmar  von  Wickersheim  vögt 
zu  Wissenburg,  Swicker  von   Sickingen  vögt  zu  Germersheim,  Martin  von  Sickingen 

20  amptman  zu  Weyelnburg,  Ostertag  von  Winstein  und  Jeekel  Bogener  bekennent  uns 
alle  gemeinlichen  umbe  soliche  zweygunge  und  missehelle,  als  der  meister  und  der 
rat  zu  Strasburg  uf  eine  site  und  Dietherich  Kammerer  zu  der  andern  siten  uf  uns 
sehsze  einhelleklichen  kummen  sint  von  der  nyderlegunge,  dotslages,  gevengnisse 
und  schaden  wegen,  der  do  geschach  zi'i  Hagenowe  uf  dem  vorste  und  uf  dem  sande, 

25  do  sint  wir  die  vorgenanten  sehsse  einhelleklichen  uberkummen  noch  der  trost  briefe 

Ilute,  die  wir  gesehen  hant.  do  dunket  uns  und  bekennent  alle  sehsse,  das  der  vor- 
genante Dietherich  Kammerer  den  von  Strazburg  ire  gevangen  ledig  sage  und  in 
das  ir  widergebe  mit  namen:  eilfpfert  und  hengest,  die  ir  sint  gewesen,  dar  zu  ahte 
pantzer  und  dar  zu,  was  er  des  iren  noch  me  hat,  das  sol  er  in  öch  wider  geben 
so  ungeferlich.  und  do  süllent  sü  öch  ein  begnügen  mitte  haben,  und  sol  öch  der  ege- 
nante  Dietherich  Kammerer  sine  helffere  und  alle,  die  des  dages  by  ime  uf  dem 
velde  worent,  do  die  gedat  beschach,  do  Lampert  erslagen  wart,  und  alles  kosten  und 
schaden,  der  do  uferstanden  ist,  gein  den  vorgenanten  von  Strazburg  und  der  iren 
envunden  und  entladen  sien.  und  sol  ein  gantz  luter  verzig  sien  one  alle  geverde. 
35  des  zi'i  urkünde  so  habent  wir  der  obgenante  Heinrich  von  Fleckestein  der  junge 
ritter  und  Swicker  von  Sickingen  vögt  zu  Germersheim  unszer  ingesigele  von  unser 
aller  wegen  gehenket  an  disen  brief.  der  geben  wart  uf  den  sunnendag  Oculi  in 
dem  jare  do  man  zalte  von  gotz   gebürte   tusent  drühundert  nüntzig  und  zwey  jare. 

1392  März  17. 

40  Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  166  nr.  77.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  2  sig  pend.  mut. 


350  1392 


656.  Auszug  aus  einem  Oedenkzetlel  [für  den  um  die  Aufhebung  der  Straß- 
burger Reichsacht  bemühten  Ruprecht  den  alteren?]  [1392  vor  März  31?} 

.  .  .  Und  darumbe  so  sagt  der  Schenck  mym  herren  wider  zu  entwerte,  daz 
der  konig  wolte,  daz  der  ritter  ledig  were,  solt  er  die  von  Straszburg  usz  der  acht 
laszen.  5 

Des  hat  myn  herre  wol  vernomen,  daz  her  Brune  von  Ropolstein,  der  daz  getan 
hat,  usz  der  acht  sii  und  auch  der  ritter,  der  gefangen  waz,  ledig  sii.  und  wolt  min 
herre  nit  laszen,  er  wolte  die  sachen  anderwerb  den  konig  laszen  wiszen  umbe  sin 
und  des  richs  besten  willen. 

Darumbe  bidt  myn  herre  den  konig,  die  wile  der  von  Ropolstein    usz   der   acht   io 
sii  und  der  gefangen  ritter  ledig  sii,  daz  er  die  von  Straszburg   auch  gnediclich    tut 
der  acht  lasze  und  retet  ez  auch  myn  herre    dem   konig   in  den  truwen,  als   er   ym 
schuldig  ist,  und  daz  es  des  koniges    und  dez    richs   und   des  landes    bestes  sii   und 
auch  des  lantfriden,  den  der   konig   umbe   friden   willen  gesaczt   hat,  bestes  sii    und 
daz  lant  dest  baz  damit  in  friden  gestalt  wirt  nach  sinem    gebot,   die  wile   doch  die   <• 
von  Straszburg  gen  sinen  gnaden  meynent  zu  dun  und  zu  halten  in   der  masze,    als 
des  konigs  rate  zu  Meintze  mit  yn  geteydingt  haut,  daz  sie  usz  der  acht  solten   sin, 
ee  doch  der  ritter  ledig  waz.  und   sie   verentwertend   noch,     daz   ez    yn   allczit    lcyl 
gewest  sii  und  zu  male  daran    unschuldig    sin    und    zu    syme   gebodt   und    in    sinen 
gnaden  allczit  gern  underteniclich  sin  wollen  yme  und  dem  riche,  alse  sie  auch  sime  20 
vatter  seligen  dem  keiser  underteniclich  getan  haben. 

Und  daz  die  von  Straszburg  keinerlei  schulde  daran  gehabt  haben,  daz.vindet 
und  mercket  sin  gnad  allerbeste  daran,  daz  der  von  Ropolstein  sich  mit  dem  konig 
gericht  hat  und  auch  den  gefangen  ritter  hat  ledig  gesagt,  daz.  der  von  Straszburg 
keyner  dabii  gewest  ist  und  sich  nit  daran  gekert  haut,  umbe  daz  sin  gnad  und  aller  « 
mengelich  eigentlich  erkennen  mochte,  daz  sie  male  aller  sachen  daran  unschuldig 
gewest  sint  und  auch  nöde  mit  solichen  sachen  wolten  bekümert  sin,  dann  sie  wolten 
solich  sachen  lieber  helffen  straffen  dann  Ursachen  darzü  ze  geben,  als  des  konigs 
rete,  die  da  bii  gewest  sin  und  auch  der  ritter,  der  gefangen  waz,  von  den  von 
Straszburg  wol  vernommen  hant  und  gewar  sint  worden.  30 


Str.  Bez.  A.  AA.  115.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II,  nr.  337. 


657.  Lienhart  Zorn  dem  man  sprichet  Schultheisze  der  Meister  und  der  Rat  von 
Strassburg  antworten   dem  Diether  Kemmerer:    weune  derselbe  Ryncke  din  kneht  in 
disen  nehsten  vierzehen  dagen  zu  uns  kommet,  das  danne  er,  und  die  er  mit  ime  zu   »5 
uns  bringet,  die  mit  uf  unsre  stette  schaden   gewesen  sint,  getröstet  .  .  .  sein  sollen 
auf  11  Tage.         datum  sabbato  proximo  ante  diem  festi  pasche  anno  1392. 

1392  April  13. 

'      Aschaffenburg  Dalberg-Arch.  or.  mb.  I.  cl   c   s.  impr.  del. 


1392  351 

638.  Claus  Bocke  der  Meister  und  der  Hat  von  Straszburg  an  Diether  Kemmerer : 
uns  hat  vurgeleit  Gertrat,  Bechtold  Mülnheims  dohter,  unser  bürgerin,  das  dine  dienere 
und  die  dinen  ir  von  dinen  wegen  genomen  habent  by  Mademberg '  nun  stücke 
Bleyger,  alse  sie  uns  das  geseit  hat.  und  darumbe  bittent  wir  dich  ernstliche,  daz  du 
ir  die  seihon  ir  Bleyger  wider  gehest  etc.  dine  antworte  einbütent  uns  wider. 
dalum  sabhato  proxinio  ante  dotninicam  Misericordia  anno  92.  1392  April  27. 

Aschaffenburg  Dalberg-Arch   or.  mb.  I   cl. 


659-  Symont  griife  von  Zweinbrückcn  Unit  kund  :  dasz  die  Ursage,  welche  zwischen 

seinem  Neffen  Johans  grüfen  von  Lyningen  und  der  Stadt  Sarburg  vor  seinem  Kriege 

I»  mit  Strazburg  gewesen  ist,  un verbrochen  bleibt.         geben   an   dem  ersten   zinstdage 

vor  der  zweier  zwelfbottcn  dage  Philippi  et  Jacobi.  1392  April  39. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  198.  or.  mb.  lit.  pat.  c   sig.  pend. 

(Kid.  Symont   gräfe   von  Zweinbrücke   schliesst,   zugleich   für   seine  Diener  und 

Helfer   und    Berhtolt   Krantze,    Lütolt    und    Gerien   von    Kolbotzheim,   mit   der   Stadt 

»  Straszburg  eine  Sühne.         geben  an  dem  ersten  zinstdage  vor  der  zweier  zwelfbotten 

dage  Philipp]  et  Jacobi  1398.  1392  April  30. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  198.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend. 


filil.  Borsiboy  von  Swinar  an  Heintz  den  Jungen  in  Mainz:  versichert,  dass  er 
sich  in  der  Strassburger  Angelegenheit  sehr  bemüht  habe  und  diese  sicherlich  jetzt 
zu  Main/,  einen  guten  Verlauf  nehmen  werde.  Dies  solle  er  nach  Strassburg  schreiben 
und  zugleich,  dass  er  bald  im  Klsass  ankommen  werde..,  daz  lant  ein  zu  nemen  und 
dy  sach  dosselbs  zu  vollenden.  geben  zu  Prag  dez  samstags  vor  ascensionem 
domini  B592.  Prag  1899  Mai  IS. 

Str.  St.  A.kk.  112.  or.  eh.  I.  cl. 


25  (>()2.    Borsiboy  von   Swinar   an   Slraßburg:    hat   sich    nach   Kräften   für  die 

Stadt  bemüht  und  will  demnächst  selbst  ins  Elsaß  homnien.        Prag  1392  Mai  19. 

Mein  williger  fruntlicher  dinst  zu  vor  ir  erbrgern  und  weyssen  burgermeister 
und  rotf.  alz  ir  mir  verschriben  het  und  ouch  gebeten  umb  ewer  sach,  daz  han  ich 
mit  ganezem  ffleiz  getan  und  sunderlich  darumb  gebeten  meinen  hern  den  romischen 
so  kunig,  daz  es  dabey  beleibt,  alz  ich  mit  ewrn  ffrunden  yberein  wurde  zu  Meines 
dann  etlichen  meines  hern  retten  mirz  mer  darumb  gebin  werden  dann  vor,  wan 
ich  yn  daffur  gesprochen  hab,  daz  dy  sach  dester  e  geendet  werde  und  zu  gutem 
ende  kwem,  alz  ich  e\v  daz  allez  woll  muntlich  erczellen  will,  wen    ich   yezund   gen 


1  ?  -   Madenburg  i.  d.  Pfalz. 

VI.  « 


352  1392 

Ellzasz  hin  uff  chum   und  daz  lant  dasselbs  einnym  und  enpffoh.  geben  zu  Prag 

am  suntag  vor  unszer  hern  auffart  anno  domini  etc.  92. 

Worzyboy   von  Swinar  dez  römischen 

kunigz  haubtman  in  Peyern,   lantffogt 

in  Swoben  und  in  Ellzasz. 

[In  verso]  Den  erbrgern  und  weyssen    burgermeister  und   ratt  gemein    der   stat 
zu  Strospurg. 

Str.  St.  Ä.  AA.  112  nr.  27.  or.  eh.  I.  el. 


663.  Meister  und  Rat   ton    Straßburg   an    Bischof  Lamprecht   ton  Bamberg: 
bitten  für  die  Durchführung  des  zu  Mainz  wegen  Aufhebung  der  Acht  geschlossenen  io 
Uebereinhommens  zu  sorgen.       ,  1392  Mai  20. 

Dem  erwurdigen  unserm  gnedigen  herren,  herren  Lamprehte  von  gotz  gnaden 
byschof  zu  Bäbemberg  embieten  wir  Claus  Bocke  der  meister  und  der  rat  von 
Strazburg  unsern  undertenigen  willigen  dienst  und  waz  wir  eren  vermügent.  gne- 
diger  herre.  alse  uwer  gnäde  wol  weis,  des  wir  getruwent,  wie  die  sache,  alse  von  ir> 
unserre  ohten  wegen  uzgetragen  ist  worden  zu  Mencze  mit  hern  Hynnascken  von 
der  Duben  von  Wissemburg  und  hern  Worseboy  von  Swinar  und  wir  gehorsam 
sint  zu  tünde,  alse  es  alda  vertedinget  ist  worden,  wenne  uns  dargegen  geschiht, 
alse  es  ouch  alda  beratden  und  uzgetragen  wart,  und  wir  ouch  daruf  uz  derselben  ohten 
kommen  sint,  also  bittent  wir  uwer  gnade  mit  allem  ernste,  das  ir  uwer  bestes  so 
keren  wellent  an  unsern  herren,  herren  Wenczlawes  den  römeschen  künig  und  ouch 
an  die  beiden  herren,  hern  Hynascken  von  der  Duben  und  hern  Worseboy  von 
Swinar,  das  dieselbe  rihtiunge  vollegange  und  zu  ende  bräht  werde,  wände  ir  vor- 
mals allewegent  früntliche  zu  denselben  unsern  sachen  getan  hant,  des  wir  ouch 
uwer  gnaden  mit  allem  ernste  danckent  in  den  Worten,  das  wir  ouch  willekliche  25 
und  gerne  tun  wellent,  was  wir  wissent,  das  uwern  gnaden  und  den  uwern  dienst- 
lich und  liep  gesin  mag.  uwer  gnedige  antwurte  wellent  uns  darumbe  verschriben 
widerumbe  mit  disem  botten  lassen  wissen.  datum    feria    seeunda  proxima  ante 

diem  festi  ascensionis  domini  anno  etc.  92. 

[In  verso]  Dem  erwurdigen  unserm  gnedigen  herren,  herren  Lamprehte  von  gotz-  30 
gnaden  byschof  zu  Bäbemberg. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  nr  43.  cop.  v.  cone.  mb. 

664.  Claus  Bock  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  Frankfurt :  mahnen 
dringend  um  Bückzahlung  der  geliehenen  1400  Gulden,  .  .  wände  wir  derselben  guldin 
langezit  gemangelt  hant.  datum  feria  tertia  proxima  ante  diem  ascensionis  anno  * 
1392.  1392  Mai  21. 

Frankf.  St.  Ä.  Reichss.  330  a.  or.  mb.  lit.  d. 


1392  BEB 

(Mio.  Mainz,  Worms  und  Speier  bestätigen  für  sich  und  die  linndessladte  im 
Elsaß  und  in  der  Wetterau  den  Schwäbische*  Städten  den  Empfang  ton  6000 
dulden  als  Anteil  an  der  dem  verstorbenen  Erzbischof  Adolf  ton  Mainz  gelobten 
Zahlung  ton  12000  Gulden.  1392  Mai  22. 

I  Wir  die  lmrgcrmeistere  und  rete  der  stete  Mentze,  Worms   und  Spire  bekennen 

offlnlich  und  versprechen  darzu  besunderlichen  für  alle  andere  stetde  in  Elsasz  und 
in  der  Wedereybe,  die  den  bunt  miteinander  hielten  uff  dem  Ryne,  und  tun  kunt 
allermenglich  mit  diesem  briefe,  daz  uns  die  erbern  und  wisen  die  burgermeistere 
und    rete   gemeinlich  der   stedte   in   Swabin,   in  Francken  und  in  Beygern,   die  den 

io  bunt  in  Swaben  miteinander  hielten,  an  den  zwelff  tusent  gülden,  die  sie  und  ouch 
die  stetde  des  bundes  uff  dem  Ryne  unserm  herren,  hern  Adolff  seligen  ertzbischoff 
zu  Mentze  globten  zu  gebin  ir  sehs  tusent  gülden,  wann  wir  für  ir  gelt  versprachen, 
vollenkomenlichen  und  ouch  gar  und  gentzelich  gewert  und  betzalt  hant.  darumb  so 
sagen  wir  sie  alle  und  ir  iglichen  besunder   derselben   sehs    tusent   gülden   für   uns 

i5  und  für  alle  andere  stetde,  die  den  bunt  miteinander  hielten  uff  dem  Ryne,  aller 
dinge  qwyt,  ledig  und  losz,  gentzlich  und  gar  mit  Urkunde  disz  briefes,  daran  wir 
unsere  stedte  ingesigele  offenlichen   gehencket   haben.  der   gebin   ist   uff  unsers 

herren  offart  abent  nach  Cristi  geburte  1392  jare. 

Ulmer  St.  A.  Städtebunds-Urk.  or.  mb.  c   3  sig.  pend. 

(i(i(i.  Claus  Bocke  der  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  Herrn  von  Hertemberg: 
nehmen  an,  dass  er  von  ihrer  durch  die  Verhandlungen  zu  Mainz  bewirkte  Entlas- 
sung1 aus  der  Reichsacht  gehört  habe,  und  fordern  ihn  auf  sich  zu  erklären,  ob  er 
trotzdem,  wie  man  sage,  der  Stadt  Feind   sein   wolle.  datum   feria  4  ante   diem 

seti  Urbani  anno  92.  1392  Mai  22. 

Str.  St   A.  AA.  112.  conc.  mb.  (die  Anrede  ir  und  nch  ist  durch  ü 'eberschreiben  durchweg 
in  du  und  dir  geändert. 

6(i7.  Frankfurt  an  Strassburg  als  Antwort  auf  die  Mahnung  vom  21  Mal  nr.664: 

das  wir  nit  wissin  von  keinen   1400  gülden,  die    ir    uns   geliehen    habit.  dal  um 

seeunda  feria  proxima  post  diem  ascensionis.  [1392]  Mai  W. 

Frankf.  St.  A.  Reichss.  380  ». 

Ebenda  Schreiben  Straßburgs  an  Mainz  mit  der  Bitte  um  Vermittlung  in  derselben  An- 
gelegenheit. 


GfiJi.    Abkommen   über   die  Rhein-Fähre   bei   [Ruprechtsau]   mit  den  bisherigen 
Inhabern  derselben.  1392  Mai  29. 

35  Die  by  einander  worent    mit    namcii  :  her  Dietherich    Burggrofe,    her  Claus    von 

Beiligenstein,  her  Johans  Rock  der  junger,  her  Heintzeman  Lymer,  und  her  Andreas 


1   Vgl.  nr.  603.  Straßburgs  Iiricf  an  den  Bischof  von  Bamberg  vom  20  Mai 


Septbr.S9. 


Juli  IS. 


354  1392 

Heilman  von  des  underen  vares  wegen,  die  duhte  gut  sin,  das  man  herrn  Gossen 
Engelbreht  und  den  von  Grostein  alle  wochen  von  des  vares  wegen  geben  sol  10 
Schillinge  pfenninge.  und  sol  man  in  geben  darzu,  was  in  versessen  ist,  von  ieder 
wochen  10  Schillinge  pfenninge  sit  des  tages,  das  in  das  vare  genommen  wart,  und 
sullent  die  varherren  mit  namen  von  irme  gelte  das  gelt  alle  jor  usrihten,  das  von  •■> 
dem  vare  jores  get.  und  sollent  ouch  die  10  Schillinge  pfenninge  abe  sin,  die  in  die 
varherren  von  dem  oberen  vare  jores  gabent.  darzu  so  sol  den  varherren  blyben  alle 
die  liegende  gutere,  die  sü  bitze  her  von  desselben  vares  wegen  gehebet  oder  genossen 
hant.  dargegen  sollent  die  varherren  die  wege  und  stege  machen  in  Ruprehtzowe, 
also  sü  von  alter  har  danne  gemäht  hant.  und  wellent  sie  das  also  uffnemmen,  so  io 
sollent  die  varherren  schaffen,  das  es  der  herren  wille  sie,  von  den  das  vare  zu  lehen 
rürel,  oder  sullent  aber  die  varherren  unsere  stette  einen  guten  brief  über  sich 
geben,  darinne  sie  sich  unverscheidenlich  vur  sie  und  ire  erben  verbindend  wer  es 
sache,  das,  das  sü  unser  stat  iemer  in  deheinen  schaden  kement  von  der  lehenherren 
wegen  oder  unser  stat  von  den  lehenherren  angelanget  wurde  oder  ieman  anders,  ,5 
das  sie  uns  das  kerent  und  abehebent.  actum  feria  quarta  ante  diem  festi  pen- 
thecostes  anno  1392. ' 

Str.  St.  Ä.  Schüter,  jus  Statut,  fol.  294  b. 

669.  Ralsbeschluß    beireifend    Herstellung    der    «Landvesten»    als    Vorkehrung 
gegen  eine  Belagerung.  1392  Juni  IG.  20 

Unser  herren  meister  und  rot  sit  übereinkommen,  das  mengelich  sine  lantvesten 

sol  machen  von  der  gedecketen  brücken  bitze  an  den    dich   und   obewendig  der   ge- 

decketen  brücken,  do  die  ziegelöfen  stundent,  und  sant  Johans  gieszen  durch  uf  uncze 

an  sant  Johans  das  closter  ietweder  site  der  Briische  und  der  gieszen   hinnan   bitze 

sante  Michels  tag,  der  nehest  kummet.  wenne  mengelich  sol  wiszen,  das  man  denne  25 

botten  schicken  wil,  die  lantvesten  umbe  und  umbe  zii  besehende,   und   uf  wen   die 

erkennent,  das  sine  lantveste   nit   redelich   und  reht  gemäht  sy,  der  sol  bessern  fünf 

pfunt   pfenninge    unverantwürtet  und  one  Widerrede,  doch  wolte  ieman  verantworten 

sine   lantvesten   zu   machende,   der  mag  es   tun   hinnan  bitze  sante   Margreden  tage. 

und  wer   es    keins    hinnandar    verantwürtet,    des  entwürfe  wil.  man  darnoch  nit  me  30 

verhören,  und  wil  man  ouch   des   rihten   und   rechtvertigen  uf  den   eyt        actum  et 

pronuntiatum  die  dominica  post  diem  sctorum  Viti  et  Modesti  anno    1302.2 

Copie  bei  Schilter,  jus  Statut,  fol.  295/3.  —  Gedr.  Hegel:  Königsh.  11,  1048.  aus  «Heim- 
lich Buch>  fol.  90  b  (mit  der  Stadtbibliothek  1S70  verbrannt). 

670.  Bischof  Friedrich    von   Slraßburg    schließt  mit  Markgraf  Bernhard   von 

Baden  ein  Bündnis  gegen  die  Stadl  Straßburg.  Oberkirch  1392  Juli  24. 

Wir  Friederich  von  gots   gnaden   bischoff  zu    Straszburg,   phleger  dez    stifts   zu 


1  Darunter  steht  als  Nachtrag:  Also  ist  zu  wissende,  das  die  vorgenanten  herren  ein  brief  geben 
hant  der  stette  von  jungher  Johanse  von  Lichtenberg,  das  es  des  wille  ist.  actum  feria  secunda 
proxima  post  dominicam  Reminiscere  anno  1395.  (Märe  8.) 

2  Unmittelbar  darunter  steht  der  Nachtrag:  Iterum  pronuntiatum  est  dominica  Estomichi  1401 
(Februarl3). 


1392  HB 

Basel  lind  wir  Berohart  von  denselben  gnaden  gote  marggrafe  efl  Baden  verjohen 
iiml  bekennen  uns  offenlicfa  mit  disem  briefe,  alfl  wir  von  unsers  gnedigen  herren 
dez  römschen  küniges  wogen  der  etat  zu  Straszbnrg  und  aller  der  yeren  fient  werden 
und  sin  wollen,  daz  wir  uns  dez  miteynander  vereynt  haben,  alle  die  wile  derselbe 
krieg  weret,  daz  wir  an  eynander  getruwelieh  hüben  wollen  und  daz  sieb  unser 
deheinre  ane  den  andern  mit  den  von  Straszhurg  noch  mit  deheime  verein  burger 
oder  lielffer  nil.  friden,  richten  noch  sunen  oder  deheyne  sunder  vorteil  noch  vurwurt 
mit  in  nil  uffnemen,  noch  suchen  sol,  weder  heinlich  noch  offenlich  in  deheyne  wise. 
und  versprechen  uns  dez  eyander  stete  zu  halten  by  unsern  fürstlichen  gelobden 
truwen  und  eren  ane  aller  slacht  geverde.  und  dez  zu  eym  sichern  urkund,  so  haben 
wir  die  obgenanten  zwene  herren  unser  beder  ingesigel  tun  hencken  an  diesen  briefT. 
der  geben  ist  zu  Oberkirche  an  sant  Jacobs  abent  dez  heiligen  zwolfbotten  nach 
Crist  gebarte  drutzehenhundert  jar  und  darnach  in  dem  zwey  und  nunlzigisten  jare. 

Str.  Bez -A.  G.  i'62.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  dclaps. 
Karlsruhe.  G    L.  A.  Copialb.  4fi  ». 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1550. 


671.  Der  Prior  Jacob  zu  S.  Veitin    zu   Rufach  giebt  sein   Bürgerrecht   auf. 
an  der  neonaten  mitwuchen  vor  sant  Laurencien  lag  1382.  1302  August  7. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  271.  or.  eh.  lit.  d. 
Gedr.  Wem-.ker  de  ußburg.  Ol. 


672.  König  Wenzel  gebietet  allen  Lehnsleuten  des  Reiches,  welche  :u  8tr*6bura 
ansässig  sind,  sofort  die  Stadt  zu  verlassen  und  liorsiboy  von  6'trinar  gegin 
dieselbe  zu  unterstützen.  Heuern  199»  August  W. 

Wir  Wenczlaw  von  goles  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  czeiten  merer  des 
■  reichs  und  kunig  zu  Beheim  embieten  allen  und  iglichen  rillern  und  knechten,  die 
lehen  von  uns  und  dem  reiche  haben  und  in  der  stat  zu  Strasburg  gesessen  sind, 
unsern  und  des  reichs  liben  getrewen  unser  gnade  und  alles  gut.  wann  der  anunan- 
meisler,  rate  und  bürgere  gemeinlichen  der  slat  zu  Strasburg  vormals  in  unsere 
und  des  reichs  acht  und  aberachte  mit  recht  und  urteil  komen  und  gebracht  sind 
so  und  dorynne  bis  uf  diesen  hewtigen  tage  frevelichen  bliben  sind,  also  das  wir  nicht 
anders  dorynne  prüfen  und  erkennen  mögen  dann,  das  sie  mütwillen  wollen  mit 
uns,  dorumb  gebieten  wir  euch  ernstlichen  und  vestielichen  bey  unsern  und  des 
reichs  hulden  und  manen  euch  ouch  sulcher  eide  und  trewe,  der  ir  uns  und  dem 
reiche  verbunden  seit,  das  ir  von  stadan  aus  der  egenanten  stat  von  Straszhurg 
35  czihen  und  von  den  von  Strasburg  Urlaub  nemen  sullet  und  euch  dorzu  fuget  und 
Stellet,  das  ir  uns  und  an  unser  stat  Borsiboyen  von  Swinars  uuserm  lantfogle  zu 
Swaben  und  zu  Blzsassen  rate  und  liben  getrewen  wider  dieselben  von  Strasburg 
beholffen  seit,  wann  tot  ir  das  nicht,  so  musten  und  wollen  wir  solche  ewer  guter, 
die   ir   von   uns   und  dein   reiche  zu   lehen   habt  andern   voiieihen.    die    uns    gehor.-aiu 


356  1392 

weren  und  domit  gefaren,  als  recht  und  billichen  were.       geben  zu  Betlern  an  wand 

Larenczen  tage  unser  reiche  des  behmischen  in  dem  30  und   des   romischen  in  dem 

17  jaren. 

Per   dorn     Joh.    Camynensem 

electum  cancellarium 
Wlochinco  de  Weytmule. 
Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  76.  or.  eh.  I.  el. 
Karlsruhe.  G.  L.  A.  or. 
Hegest.  Obr.  Ztschr.  N.  F.  111,  427  nr.  428. 
Heg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1558. 


673.  Ralsbeschluß  und  Gebot,  daß  alle  Verbannten,  alle  Außenbiirger  und 
alle  abwesenden  Bürger  zur  Verteidigung  der  Stadt  gewa/fnel  nach  Straßburg 
zurückkehren  sollen.      r  1392  August  24S 

Unser  herren  meister  und  rat  sin  übereinkummen,  daz  alle  die  echter,  die  von 
unserre  stette  zu  Straszburg  sint,  wo  von  oder  von  was  sachen  sü  von  unserre  15 
stette  sint,  uszgenommen  die,  den  tag  und  naht  eine  mile  die  stat  verbotten  ist 
oder  die  usz  dem  bystüme  gesworn  hant,  söllent  und  mögent  kommen  in  unserre 
vorstat,  in  welle  sü  wellent,  mit  irme  harnesche,  hengesten,  pferden  und  bereit- 
Aug.26.  scheften  hinan  untze  mentages  zu  naht,  so  nü  zu  neheste  kummet. 

Zu  glicher  wise  so  söllent  alle  unserre  uszburgere,  die  reisig  sint,    wer  die  sint  a> 
oder  wo  die  geseszen  sint,  ouch  heryn  unser  stat  kummen    hinnan    bitze    mentages 
zu  naht  mit  irme  harnesche,  bereit  scheften,  hengesten  und  pferden.  und   welre  ouch 
also  herin  kommet,  der  sol  an  stunt,  so  er  herin  kommen  ist,  ez  künden  dem  meister 
oder  dem  ammanmeister,  daz  er  hie  sye  durch  das,  daz  man  wisze,  wer  herin  kume 
oder  nit.  wanne  welre  nit  herein  kommet,  über  den  wellent  meister  und   rot    ernst-  25 
liehen    erkennen,   was   in   zu    dünde   sie   zu    dem,  der  in  also  ungehorsam  ist.  doch 
welle  also  komment,  ez  sie  von  den  echtem  oder   uszburgern,   die    süllent   getröstet 
sin  bitze  uf  ein  gut  zit  vor  abesagen.  dis  sol  eins  dem  andern  verkünden  und  sagen 
durch  das,  daz  keinre  hernach  müge  gesprechen,  er  wüste  umbe  dis  gebot  nit.    wer 
ouch  sus  uz  der  stat  ist  oder  sine   hengeste   oder   pferde    uszewendig   der   stat   het,  30 
der  sol  unverzögenliche  nach  in  schicken,  daz  sü  ouch  hie  sint  untze  uf  den   vorge- 
nanten mentag  zu  naht,  wer  das  verbrichet,  der  bessert  10  lib. 

Ez  sol  ouch  nieman  von  unser  stat  riten  noch  varen,  daz  er  über  naht  usze  si 
one  urlop  meister  und  rotes,  wer  das  verbrichet,  der  bessert  100  marg  und  zwey 
jar.        actum  el  pronunciatum  ipsa  die  set.  Bartholomei  apl.  anno  1392.  35 

Nach  dem  Druck  bei  Wencker,  de  ußburg.  S.  165. 


1  Zu  diesem  Datum  bringt  Königsliofen  die  Nachricht,  daß  Bruno  von  Rapp.  der  Stadt  Straßburg 
widersagt  und  das  Städtlein  Gemar   eingenommen  habe:     Unter   disen    dingen  an  sant  Bartholomewes 
tage  (Aug.  24),  so  gewinnet  her  Brune  von  Boppoltzstein  mit  verretnysse  das  stettelin  Gemer,  das  er 
doch  hern  Heinzen  von  Mulnheim  zft  Strosbnrg  hette  versat  und  gesworn,  nut  daran  zu  irrende,  und    *o 
widerseite  do.  vgl   Hegel,  Königsh.  S.  685  u.  789.  —   Vgl.  Bapp.  Urkb.  II,  nr.  345. 


1392  367 

674.  Ratsbeschluß    betreffend. .-'     1)  P ferdehaltung .   2)  Austreibung  der  Land- 
streicher, Bettler  und  Müssiggänger.  [1302(?)1 

[1]  Als  man  iegenote  von  wunderlichen  loffen  seit,  do  sol  iederman  sine  hengeste 
und  pferde  heim  by  ime  behoben,  wenne  man  des  heiligen  geistes  glocke  lütet,  daz 
i  niiin  sä  denne  heime  in  den  husern  vinde,  wenne  die  darnach  schickent,  den  sü 
denne  gespannen  sint,  daz  sü  den  zu  stunt  und  one  allen  verzog  gesant  werdent. 
und  wer  das  nit  endete  und  den  sumete,  dem  danne  dieselben  pferde  gespannen 
weren,  der  bessert  10  it.  den.,  also  dicke  er  daz  dete.  und  wil  man  ouch  die  nieman 
varen  loszen. 

in  [2]  Unsere  herren  meister  und  rat  sint  übereinkommen :  daz  alle  giler  und  gilerin, 

alle  betteler  und  bettelerine  und  alle  die  müssigenger  und  müssiggengerin  in  unser 
stat,  die  do  nit  ein  jor  spise  in  iren  husern  gehaben  mügent  noch  die  ouch  gileigen 
meistere  noch  ge  .  .  .  frowen  habent,  den  sü  dienent,  uszgenommen  die,  die  in  unser 
stat  erzogen  und  erboren  sint,  süllent  in  disen  nehesten   drien  tagen  usz   unser  stat 

is  gon  oder  varen  iederman  an  daz  ende,  do  er  denne  getruwet  sich  vübasz  ze  erner- 
ende.  und  wer  das  nit  endete,  wurt  der  darnach  in  unser  stat  begriffen,  den  sol 
und  wil  man  darumbe  an  sime  libe  bessern,  und  wer  sü  noch  den  drien  tagen  huset 
(»der  liofet,  es  sient  frowen  oder  man,  der  bessert  10  U.  den.  het  er  aber  nit  sovil 
geltes,  so  wil  man  es  an  sime  libe  zu  keren.    und  wil  ouch  hüte  darüber  setzen,  es 

20  nieman  varn  ze  lossende. 

Str.  St.  A.  Stadtordnungen  Bd.  19.  fol.  163.  (eingehefteter  Zettel). 

675.  Bischof  Friedrich   an  die  Stadt  Straßburg:   will  Kundschaft   über  die 
Kriegsgerichte  einziehen  lassen  und  verspricht  Nachricht*  1392  Augvst  26. 

Minen  grüs  bevor,  lieben  getruwen.  also  ir  uns  verschribent   hant,   do  lant    wir 
«5  üch  wissen,  das  wir  die  unsern  geschicket  hant,   die   sache   zu    erfarende.   was   uns 
die  herwider  bringest,  das  sü  herfaren  hant,  das  wellent  wir  üch  lossen  wissen, 
geben  am  mentage  noch  sant  Bartholomewes  tage  noch  gotz  gebürte  1392  jor. 

Nach  Königshof.,  der  diesen  Brief  mitteilt  unter  der  Ueberschrift :    Des   bischoves  brief 
vgl.  Hegel  II,  685. 


676.  Kuntze  Lentzelin  von  Speier  aus  an  Strassburg:  hat  durch  Hans  Fritsche 
erfahren,  dass  Borsiwoy  von  Swinar  mit  800  Glefen  von  Böhmen  gegen  Nürnberg 
heranziehe,  doch  weiss  weder  sein  Gewährsmann  noch  Pfalzgraf  Buprecht,  der  dem 
Rate  von  Speier  dieselbe  Mitteilung  gemacht  hat,  gegen  wen  der  Zug  gerichtet  ist.  Er 
will  in  den  städtischen  Geschäften  weiter  nach  Mainz  und  Frankfurt  reisen  und  von 


1  Zu  den  damals  für  den  Krieg  getroffenen  Vorkehrungen  gehört  auch  der  am  29  August  1392  be- 
schlossene Abbruch  des  Spitals,  vgl.  Hegel,  Königshof.  II,  739. 

2  Vgl.  hiereu  nr.  670  das  damals   bereits  gegen  Straßburg  geschlossene  Bündnis  arischen  dem  Bi- 
schof und  Markgraf  Bernhard  vom  24  Juli.  —    Vgl.  nr.  677  auch  den  Brief  Botel»  vom  29  August. 


358  1392 

dort,  sobald  er  etwas  erfährt,  schnelle  Nachricht  geben.         geben  zu  Spirre  uf  zistag 
noch  sant  Bartolomeus  dag.  Speier  [1392(?)  August  27]. 

Str.  St.  A.  AA.   112.  or.  eh.  lit.  el. 

677.  Meister   und  Rat  von   Hasel  an  Straßburg:    antworten  auf  Anfrage  und 
versprechen    nach  Kräften  Kundschaft   über  die  feindlichen  Rüstungen  einzuziehen.    * 

1392  August  29. 

Unsern  willigen  dienst  bevor  lieben  fri'ind.  als  ir  uns  verschriben  hant  von  der 
samnunge  wegen,  so  ietzent  ist,  da  wissent,  daz  ouch  bi  uns  louffent,  wie  forsten 
und  herren  gar  ein  grosse  samnunge  habent.  und  darumb,  so  hant  wir  unser  guten 
botten  bi  unserm  herren  von  Straszburg  und  andern  herren  gehept  und  köndent  doch  10 
noch  nie  erfaren,  wesz  oder  über  wen  die  samnunge  sie.  als  balde  wir  aber  davon 
dehein  eigenschaft  vernement,  die  üch  ze  verschribende  notdürftig  sie,  wellen  wir 
üch  förderlichen  lassen  wissen  und  gern,  desselben  wir  üch  ouch  wol  getruwent. 
datum  feria  5  post  Bartholomei  anno  1392. 

Heinrich  Rieh  ritter  burgermeister  und  der  « 

rat  der  stat  Basel. 
Str.  St.  A.  AA    112.  or.  mb.  I.  cl 

678.  Absagebrief  Bischof  Friedrichs  an   Straßburg. 

Dachstein  1392  September  5. 

Wir  Friderich  von  Blankenheim  von  gots  gnaden  byschoff  zu  Strassburg  und  *o 
pfleger  der  styfft  zu  Basel  widersagen  üch  meister  und  rat  der  stat  zu  Strassburg, 
allen  üwern  burgern  und  helffern  und  wellen  üwer  fyend  sin  von  des  durluyehtigen 
hochgebornen  fiirsten  wegen  unsers  gnedigen  herren,  hern  Wenczlaus  des  römschen 
kiiniges  siner  manunge  und  gebottes  umbe  den  widersatz  der  ungehorsamkeit,  alls  ir 
uch  von  der  auchte  wegen  und  in  andern  Sachen  lange  zit  wider  in  gehalten  hant,  23 
und  wellen  in  derselben  unsers  herren  des  künigs,  sins  lantvogts  oder  houptmans 
friden  und  unfriden  sin  und  meinen  uns  ouch  hiemitte  gegen  üch  und  den  üwern 
bewart  han  ze  Urkunde  diez  brieffs,  den  wir  uch  dorumb  mit  unserm  uffgedrukten 
ingesigel  besigelt  senden  und  geben  ist  zu  Dapohenstein '  des  nehsten  donrstags 
vor  unser  frowen  tag  ze  herbeste  nativitatis  anno  domini  1392.  *> 


Str.  St.  A.  AA.  1416.  or.  eh.  I.  p.  c   sig.  impr. 

Gedr.  Lünig,  p.  sp   con.  I,  288.  —  Weneker,  de  ußburg.  S.  177.  —  Als.  dip.  II,  292. 

Moiie,  Quellensamml.  I,  267. 
Beg.  d.  Markgr.  v   Bad.  nr.  1560.  —  Hegel.  Königsh.  686. 


679.  Liste  von  Rittern,    welche  Straßburg  Absagebriefe  geschieht  haben    unter  35 
verschiedenen   Ucber Schriften.  [1392  August  26— September  B.] 

[1]  Dise  hant  widerseit  von  hern  Brunen  wegen  von  Rappolsteine,  und  komment 
Augusi  ie.  die  widersages  briefe  an  dem  mentag  nach  Bartholomei,  do  doch  herrBrune  und  die 


1   Wohl  =  Dachstein,  wo  der  Bischof  häufig  residiert. 


1392  359 

selben  an  dem  sunnentage  dar  vor  Gemer  verentenlich  gewunnen  hettent:  {folgen  90 
Namen.] 

[2]  Dise  hant  widerseit  von  Heinrich  Sturmes  wegen  von  Achenheim:  [folgen  3 
Warnen], 
!>  |3]  Diso  drie  von  Hadstat  hant  widerseit  von  der  ohte  wegen :  [folgen  3  Namen]. 

[4]  Dise  hant  wider  seit  von   des    byschofes   wegen   von   Strassburg.   [folgen  49 
Aramen,  darunter  bisehöfliche  Vögte,  Schultheissen,  Schaffner.] 

[5]  Dise  hant  ouch  widerseit  von  der  ohte  wegen:  [folgen  15  Namen]. 

[G]  Dise  hant  widerseit  von  marggrofe  Bernhartz   wegen   von  Baden :    [folgen  4 
io  Namen]. 

[7]  Actum  feria  quinta  ante  diem  festi  nativitatis  beate  virginis  Marie  anno  92.  a*x.  s 

Dise  hie  nochgeschriben   hant   unserre   stette   widerseit  von   des   heiligen   riches 
wegen,  umbe  das  wir  in  ohte  sin  süllcnt  und  wellent  in   des   byschofes   von  Stras- 
burg fride   und   unfride   sin.   [folgen  488  Namen,   darunter  auch:   der  Bischof  von 
15  Metz  Rudolf  von  Cussin,  sowie  eine  Anzahl  lothringscher  Ritter,  der  Graf  Hans   von 
Habsburg,  Landgraf  im  Kletgau,  Markgraf  Rudolf  von  Hochberg.] 

[8]  Auf  der  andern  Seite  der  Rolle  folgen  unter  abgerissener  Ueberschrifl  670 
zum  grossen  Teil  französische  Namen.] 

{'■)]  Ali  Summe  aller   Widersager  steht  am  Ende  der  Aufzählung :    1953,   wäh- 
20  read  die  Summe  der  noch  vorhandenen  Namen  1262  beträgt.] 

Str.  St.  A.  AA.  1415.  or.  eh.  lange  Papierrolle. 


680.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  widersagt  der  Stadt  und  allen 

ihren  Bürgern  und  Helfern  .  .  .  von  unsere  hern  des  kunygs  manunge  und  gebotts  wegen 

umb  den  wiedersatz  der  ungehorsamkeit,  als    ir   uch    von   der   achte   wegen   und  in 

25  andern  Sachen  wider  in  gehalten  hant.         datum  feria  sexta  ante  nativitatem  virginis 

Marie  anno  1392. »  1302  September  6. 

Karlsr.  G.  L.-A.  Kopialb.  46  a.  cop.  eh.  coaev. 

Reg.  d.   Markgr.  v.  Bad.  m:  1560.    —    Vgl.  Hegel,  Königshofen  S.  680.   —    Vgl.  Motte, 
Quellensammlung  II,  506. 


so  681.    Bischof   Friedrich    von    Strassburg    an   Ritter  Thoman    von  Endingen    und 

Reinbolt  Spender:  rät  ihnen  dringend,  der  Stadt  Strassburg  keinerlei  Hülfe  und 
Dienste  zu  leisten,  weil  sie  in  der  Reichsacht  sei.  .  .  .  wir  manen  und  gebieten  uch 
auch,  das  ir  dasselb  alles  zügelicherwise,  also  von  unsernwegen  fürbazz  verkünden!, 
und  gebietent  allen  andern  unsern  mannen  in  der  stat  zu  Strassburg,  die  ir  wissent 


35  l  Die  nun  folgende  Bedrohung  Strasburgs  durch  die  Verbündeten  dauerte  vom  8  Sept.  1392  —  18 

Febr.  1393,  vgl.  Königshof.  (Hegel  II,  690).  also  logent  der  herren  volg  zft  leger  in  dem  lande  zft 
velde  und  in  den  stetten  von  unser  frowen  tage  der  jungem  untz  vastnaht.  Ebenda :  Sept.  11.  Ritt 
der  Herren  mit  angeblich  2000  Glefen  durch  die  Metzgerau  bis  ans  Metzgerthor.  —  Sept.  15.  Zweiter 
erfolgloser  Ritt  gegen  Straßburg  von  Westen  her  bei  Königshofen.    —   Sept.  22.  Dritter  Ritt  gegen  die 

*o    Metzgerau  und  Versuche  die  Rheinbrücke  zu  verbrennen.  —   Vgl  Albrecht,  Bruno  v.  Rapp.  (Vortrag  1892.) 

VI.  46 


360  1392 

oder    furbazzer   erfragen    könnent    oder    mögent    etc.  geben    in    unserm    leger 

Weyersheim  vor  Strassburg  des  nehsten  fritags  vor  unser  fröwentag  ze  herbste  nati- 
vitatis  anno  domini  millesimo  trecentesimo  nonagesimo  secundo. 

Weyerslteim1  1392  September  6". 

Str.  St.  A.  AA.  1416.  or.  eh.  I.  p.  c.  s.  impr. 


682.  Boriiboy  von  Swinar  Landvogt  im  Elsaß  verkündigt,  daß  Bischof 
Friedrich  von  Straßburg,  Markgraf  Bernhard  von  Baden,  Graf  Eberhard  von 
Württemberg  und  andere  Herren  mit  ihm  ein  Bündnis  geschlossen  haben  gegen  die 
mit  der  Reichsacht  belegte  Stadt  Straßburg. 

Lager  vor  Strassburg   1392  September  20.    '« 

Ich  Worsiboy  von  Swinar  dez  allerdürluchtigesten  fursten  und  herren,  herrn 
Wentzelaus  dez  römsehen  kunigs  zu  allen  ziten  merer  dez  richs  und  konig  zu  Beheim 
houptman  und  lantvogt  zu  Beyern,  zu  Swaben  und  in  Eisassen  bekennen  und  tun 
kunt  offenbar  mit  diesem  briefe,  als  ich  von  dezselben  mins  gnedigen  herren  dez 
konigs  wegen  mit  den  meystern,  dem  rat,  den  bürgern  und  der  gemeinde  gemeinlich  »6 
der  stat  zu  Strazburg  zu  vyndschaft  und  zu  kriege  komen  bin,  umb  daz  sie  frevelich 
mit  mütwillen  in  dez  richs  achte  und  aberachte  komen  sint  und  ouch  ander  sache 
wegen,  als  sie  sich  wieder  daz  rieh  und  wieder  etliche  dez  richs  fursten  und  herren 
gesetzt  hant,  und  als  diese  nachgeschriben  fursten,  grafen  und  herren  mit  namen  : 
der  erwirdige  herr  Friderich  byschoff  zu  Strazburg,  der  hochgeborn  herr  Bernhart  20 
marggrafe  zu  Baden,  der  wolgeborn  grafe  Eberhart  von  Wirtenberg  und  die  edeln 
herren,  herr  Heinrich  grafe  zu  Lutzelstein,  herr  Brune  herr  zu  Bopoltzstefn,  herr 
Heinrich  und  jungherre  Johans  herren  zu  Liechtenberg  und  jungherr  Heinrich  von 
Geroltzecke  mit  mir  in  denselben  krieg  wieder  die  von  Strazburg  und  die  irn  von 
dez  obgenanten  mins  gnedigen  herren  dez  romischen  kunigs  manüng  und  gebots  as 
wegen  komen  sint,  daz  ich  der  obgenante  Worsiboy  mit  macht  und  von  gewalts 
wegen,  den  ich  von  von  demselben  mime  herren  dem  könige  mit  sime  magestat 
ingesigel  verbrieft  han  zu  tön  zu  laszen  und  zu  überkomen,  mich  mit  denselben  forsten, 
grafen  und  herren  verbunden  und  vereint  habe  und  verbinde  mich  mit  in  craft  diz 
briefs,  dezselben  sie  sich  ouch  wiederumb  gen  mir  verbunden  hant,  also  daz  ich  von  30 
dez  richs  wegen  mit  in  und  sie  mit  mir  denselben  krieg  wieder  die  von  Strazburg 
und  yrn  heifern  getruwelich  einander  bystendig  und  beholffen  sin  sollen  und  wollen, 
als  lange  der  weret,  und  uns  von  einander  darinn  nit  zu  scheiden  in  deheine  wise 
ane  alle  geverde.  und  umb  daz  derselbe  krieg  dem  riche  zu  eren  und  den  vorgenanten 
fursten,  grafen  und  herren  und  irn  landen  zu  nutze  getriben  und  geerbeit  werde,  so  ss 
sol  ich  der  obgenante  Worsiboy  der  lantvogt  zu  tegelichem  kriege  von  dez  richs 
wegen  haben  anderthalphundeit  mann  mit  gleven  wol  erzöget;  so  sol  min  herre  von 
Strazburg  obgenante  zweyhundert  mit  gleven ;  min  herre  marggrafe  Bernhart  vorgenant 


1  Entweder  =   Weyersheim  zum  Turm  oder  =  dem  näheren  zwischen  Hönheim  und  Mundolsheim 
gelegenen  Suffelweyersheim.  40 


1392  m 

hundert  mit  glcven;  min  herre  von  Wirten  borg  vorgenant  fünfzig  mit  gleven  und  die 
andern  vorgenanten  herren  sollent  alle  zusamen  tun  und  oueh  hundert  mit  gleven 
haben  ir  yeglicher  uf  sin  selbes  kosten  und  schaden,  und  daz  sollent  alles  erber  lule 
sin,  gewopent  und  wol  erzüget,  die  sie  zu  tegeliehem  kriege  wieder  die  von  Straz- 
l  borg  alzit  haben  und  in  die  nechsten  slosze  by  die  viende  teilen  und  legen  sollen, 
da  ez  dann  allernotdürftigs  ist  und  by  einander  zu  bliben  und  den  krieg  endelich 
zu  triben,  als  ich  der  lantvogt  von  dez  richs  wegen  und  sie  dieselben  herren  dez 
wollent  ere  und  gefüre  haben  one  alle  geverde.  und  waz  slosz  gewunnen  wurden  in 
demselben  kriege,  gefangen    niederlegen  oder  welcher   bände  habe   genummen  würde 

io  oder  bitz  her  genomen  were,  ez  sy  schatzünge,  zinse,  gulte  oder  gelt,  win,  körn  oder 
ander  guter  oder  von  richtunge  wegen,  waz  dez  ist  oder  wirdet,  daz  sol  allez  mins 
herren  dez  konigs  halbes  sin  und  mir  dem  lantvogt  von  sinen  wegen  glich  halbes 
werden  und  daz  anderhalpteil  solicher  gewunnen  guter  der  vorgenanten  forsten,  grafen 
und  herren  sin  und  werden,  und  sol  ir  yeglicher  so  vil  teils  daran  haben  nach  markzal, 

I»  als  er  denn  gewopenter  löte  zu  teglichem  kriege  geleit  und  gehabt  hat  ane  geverde. 
sich  sol  ouch  unser  deheiner  weder  ich  der  lantvogt  noch  die  vorgenanten  herren 
ane  den  andern  uz  diesem  kriege  nit  tedingen  noch  sunder  vertedingen  laszen  und 
weder  fürwort,  süne,  stallunge,  setze  oder  friden  mit  den  von  Strazburg  noch  mit 
den  irn  nit  halten  noch   üfnemen    heimlich   noch  offenlich  in  deheine   wise,   wir  tun 

m  ez  dann  alle  miteinander  von  beratem  mute  und  vereintem  willen,  wer  aber,  daz  die 
von  Strazburg  und  die  irn  richtunge  oder  sune  an  mich  den  obgenanten  lantvogt 
würben  und  gern  tedinge  gen  mime  herren  dem  konige  und  gen  den  vorgeschriben 
herren  üfnemen  wolten,  wer  dann  dieselbe  tedinge  in  der  mazze,  daz  sie  uns  uf  ze 
nemen  were  und  uns  mit  eren  und  zu  nütze  ze  rymen  mochte,  daz  sollen  und  mögen 

as  wir  üfnemen;  weren  aber  etliche  under  uns,  ez  weren  die  herren  oder  ich  der 
lantvogt,  den  der  krieg  lieber  were  dann  die  richtunge,  und  nit  gern  tedinge  uf 
nemen  wolten,  so  han  wir  fünf  herren  under  uns  darüber  geben  und  erkorn,  der  ich 
der  obgenante  Worsiboy  von  mins  herren  dez  romsehen  konigs  wegen  mit  namen 
einer  bin,  so  ist  der  ander  min  herre   der  byschoff  von   Strazburg,   der  dritte   min 

so  herre  marggrafe  Bernhart,  der  vierde  min  herre  von  Wirtenberg  und  der  fünfte  her 
Heinrich  herre  zu  Liechtenberg  obgenant,  der  von  der  vorgenanten  herren  alles  wegen 
zu  den  vieren  geben  ist.  also  waz  spenne  von  dez  kriegs  wegen  zwischen  uns  uf 
erstünden  oder  welcherley  süne,  frieden  oder  riechtünge  darynne  begriffen  würden, 
mochten  wir  uns  dann  darumbe  miteinander  nit  gütliche  vereynen,  waz  dann  dieselben 

35  fünfe  oder  der  merer  teil  under  in  darumb  zwischen  uns  scheiden,  wisen  und  er- 
kennen, dez  sollen  wir  volgen  und  dabi  bliben  und  ouch  schaffen,  daz  es  stete  ge- 
halten werde  ane  Widerrede,  und  alles,  daz  vorgeschriben  stet,  daz  globe  ich  der  ob- 
genante Worsiboy  der  lantvogt  von  mins  herren  dez  konigs  wegen  mit  guten  trüwen 
uf  den  eyt  den  vorgeschriben  fürsten,  grafen  und  herren  wäre  und  stete  z"i   halten 

40  und  da  wieder  nit  zu  tun  noch  schaffen  getan  in  deheine  wise.  und  dez  zu  einem 
sichern  urkund,  so  han  ich  min  eygen  ingesigel  gehenkt  an  diesen  brief.  und  wir  die 
obgenanten  fürsten,  grafen  und  herren,  als  wir  mit  namen  vorgeschriben  sten,  er- 
kennen uns  offenbar  mit  craft  diz  briefs,  wez  sich  der  edel  herr  Worsiboy    lantvogt 


362  1392 

obgenant  von  unsere  herren  dez  konigs  von  diz  kriegs  wegen  wieder  die  von  Straz- 
burg  und  den  irn  gen  uns  verbunden  und  versprochen  hat,  daz  wir  uns  dezselbon 
glichen  widerumb  gen  ime  ouch  verbinden  und  versprechen  in  aller  mazze,  als  vor- 
geschoben stet  und  globen  daz  uf  unser  eyde  war  und  stete  zu  halten  und  da  wieder 
nit  zu  tun  in  deheine  wise,  sunder  daby  zu  bliben  ane  alle  geverde.  und  dez  zu  5 
Urkunde  so  hat  unser  yeglicher  sin  ingesigel  uns  zu  übersagen  zu  dez  obgenanten 
lantvogts  ingesigel  laszen  henken  an  diesen  brief.  der  geben  ist  zu  velde  in  dem 
leger  vor  Strazbürg,  da  man  zalte  nach  Crists  geburte  drützehenhundert  jare  und  in 
dem  zwey  und  nüntzigsten  jare  an  sant  Matheus  obent  dez  heiligen  zwelfbotten  und 
evangelisten.  i« 

Str.  St.  A.  AA.  1415.  or.  mb.  I.  p.  e.  sig.  pend.  quor.  3  delaps. 
Str.  Bez.  A.  G.  132.  or.  mb.  I.  p.  c.  8  sig. 
Karlsruhe.  G.-L.-A.   or. 

Gedr.  Lünig.   7.  cont.  1.  S.  30.  —    Wencker,   de  ußb.  173.  —  Bapp.    Urkb.  II,  nr.  346. 
—  Beg.  Schöpflin,  Als.  Dipl.   II,  292.  —   Beg.  d.  Markgr.  v.  B  nr.  1563.  15 


6113.  Bischof  Friedrich  und  Worsiboy  von  Swinar  geben  ihre  Einwilligung  dazu, 
dass  Markgraf  Bernhard  seine  100  Glefen  nach  dem  nächsten  Monat  wieder  über 
den  Rhein  zurück  in  sein  eigenes  Land  ziehe.  Hindisheim  1392  September  24. 

Karlsruhe.  G.-L.-A.  or. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1565.   -     Vgl.  auch  hier  für  d.  nächste   Zeit  nr.   1565  und   W 
Königshof.  II,  693.  —  Mone  I,  271. 


684.  Ernennung  des  Stadt- Kriegsrats  der  Sieben.  1392  September  27. 

Unser  herren  meister  und  rat,  schöffele  und  amman  sint  durch  unsser  stette 
nuezes  willen  übereinkommen,  das  von  des  krieges  wegen,  den  wir  ietzent  hant, 
wir  fünf  erber  manne  von  rittern  und  knehten,  burgern  und  antwerglüten  und  25 
einen  meister,  der  danne  rihtet  und  einen  ammanmeister,  welre  ammamneister  danne 
ist,  süllent  über  denselben  krieg  setzen,  und  süllent  ouch  dieselben  siben  sweren  an 
den  heiligen,  denselben  krieg  zu  besorgende  und  das  beste  und  wegeste  unser  stat 
und  den  unsern  damit  zu  tunde,  alse  verre  sie  künnent  und  mügent  ane  alle  su- 
menisse.  und  das  ouch  von  alles  des  wegen,  daz  dieselben  siben  von  desselben  30 
krieges  wegen  tünt,  es  sie  mit  uszögen,  brande,  nomen  oder  gefengnisse,  oder  was 
sie  zu  demselben  kriege  tünt,  in  weihen  weg  das  sie,  oder  mit  dienern  zu  gewinnende, 
die  selben  siben  und  alle  ire  erben  niemer  angesprochen  noch  geleidiget  süllent 
werden  mit  Worten  noch  mit  wereken  noch  kein  schaden  geliden  noch  gehaben 
davon  süllent  in  denheinen  weg  von  uns  meister  und  rat  zu  Strazbürg  noch  von  sü 
allen  unsern  nachkommen  derselben  unsre  stette.  doch  also,  wenne  derselbe  krieg 
zu  rihtungen  kommen  sol,  das  man  danne  schöffele  und  amman  darumbe  besamenen 
sol,  und  was  die  danne  umbe  die  selbe  rihtunge  Überkomment,  das  sol  vür  sich 
gän.  und  süllent  dieselben  siben  von  der  rihtungen  wegen  keinen  gewalt  haben  es 
uf  zu  nemende  äne  schöffele  und  amman.  und  sint  dis    die    siben,   die   ietzent   über 


1392  363 

denselben  krieg  gesetzet  sint,  den  wir  bant  mit  hern  Worseboy  von  Swinar  dem 
lantvogte  und  mit  allen  den,  die  uns  von  unserre  ohte  wegen  widerseit  hant,  mit 
hern  Frideriehe  byschofe  zii  Stro/burg,  hern  Bernharte  marggrilfen  zu  Baden,  mit 
den  von  Würtemberg,    hern  Heinriche   und  jungherre  Johanse  von  Liehtemberg,  mit 

i  hern  Brunen  von  Rapollstein,  jungherre  Heinriche  von  Geroltzecke  von  Läre,  mit 
den  von  Ohsenstein  und  mit  andern  herren  und  lüten,  die  sint:  zürn  ersten  Dietrich 
Burggrafe  der  meister,  her  Ciinrat  Müller  der  amman,  her  Johannes  von  Stille,  Or- 
telin  Mansse,  Johans  Bocke  hern  Cüntzen  sun,  her  Wilhelm  Metziger  und  her  Hein- 
rich  Kranich   zwene    alt    ammamneister.  actum   feria    sexta   proxima   ante  diem 

10  sancti  Michahelis  archangeli  anno  domini  1392. 

Oedr.  Hegel:   Königsh.  II,  1047.    aus  Stacltrechtbuch  cod.  E.  Stadtbibliothek  (verbrannt). 


(ÜI5.  Herzog   Willulm   von  Jülich  und  Geldern  und  die  /Seinen  widersagen  der 
Stadt  Straßburg  als  Helfer  Bischof  Friedrichs  von  Straßburg.        1392  Sejttember  28. 

Wy  Willem  van  Gulich  bi  der  genaden  goids  hertzoge  van  Gelre  ende  greve 
15  van  Zulphen  laten  u  weten  meystere,  burgermeystere,  raide  ende  ghemeynen  bürgern 
der  stat  van  Straisborgh,  dat  wy  lievcr  hebben  den  eerwerdigen  yn  goide  vader  ende 
here  onsen  lioven  ende  gheminden  neven  hern  Frederich  von  Blanckenheym  bisscop 
tot  Straisborgh  dan  u  ende  willen  dair  omme  uwe  vyande  syn  ende  alle  der  gheenre, 
die  wy  op  u  beden  maighen  ende  willen  hicrmede  onse  eer  bewairt  hebben.  gegheven 
so  onder  onsen  zegel  beneden  ap  des  brieff  gcdrucht.  voirwetet  meyster,  burgermeyster, 
raide  ende  ghcmeyne  bürgere  der  stat  van  Straisborgh  vorgenant,  dat  wy    Reymont 

Ivan  Valkcnborgh  here  van  Borne  ende  van  Zickart,  Willem  here  van  Bronchorst, 
[Folgen  die  Namen  einer  grossen  Anzahl  nieder  rheinischer  an  dieser  Absage  teil- 
nehmender Ritter]  ghegheven  onder  seghel  onss  lieven  ende  gnedigen  heren  des 
25  hogeboren  vorsten  hertzoge  van  Gelre  voirscreben  int  jair  onss  heren  1300  twe 
endtnegentich  op  sante  Michicls  avont  archangeli. 

Str.  St.  A.  AA.  1415.  or.  eh.  I.  p.  c.  sig    impr. 


(Jl{().  Johans  von  Ingenheim  an  Strassburg:  hat  gehört,  .  .  .  das  ir  keinen  uszburger 

ine  haben  si'illent  edel  noch  unedel  und  ein  gebot  erhalten  von  minen  obersten,   der 

:>«   man  und  diener  ich  bin  .  .  .  und  muss  desshalb  sein    Aussenbürgerreeht    kündigen. 

geben  uf  den  liebsten  mendag  nach  st.  Michelsdage  anno  13i>"J.     t392  September  30. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  3.  or  eh.  I.  cl. 


364  1392 

687-   Ausführliche    an    viele  Fürsten,    Herren    und   Städte '    versandle    Vertei- 
digungsschrift  der   Stadt   Straßburg   in   Sachen    der  Acht  und   des   Krieges. 

1392  October  1. 

Wir  kündent  uwern  gnoden,  das  her  Worseboy  von  Swinnar  lantvogt  in  Eilsasz 
mit  dem  byschofe  von  Stroszburg  mit  dem  edeln  herren  Bernharte  marggrofe  zu  5 
Baden  mit  dem  edeln  herren  Eberharte  grafe  zu  Würtenberg  und  mit  andern  fürsten, 
grefen,  herren,  rittern  und  knehten  und  groszem  volke  vi'ir  unser  stat  gezogen  sint 
und  hant  uns  do  gröszliehe  geschadiget  mit  brande  mit  nomen  und  andern  schede- 
lichen dingen  und  hant  uns  daz  geton,  umbe  das  wir  in  unsers  herren  des  küniges 
ohte  sin  sollent.  darumbe  sie  uns  widerseit  hant.  do  wisze  uwer  gnade,  das  sü  uns  i0 
daran  unreht  dünt  und  uns  unschuldeklichen  und  unmügelichen  geschadiget  hant, 
wanne  wir  nit  in  ohte  sint  und  ouch  von  erst  unschuldekliche  zu  ohte  geton  wurdent, 
als  uns  beduncket.  es  ist  her  Brune  herre  zu  der  hohen  Roppoltein  unser  burger, 
der  ving  ein  ritter  von  Engellant,  hies  her  Johan  Harlestein,  von  des  wegen  ver- 
schreip  uns  unser  herre  der  kunig  und  anderre,  wir  soltent  unsern  burger  solich  ,5 
haben,  das  er  den  gefangen  lidig  liesze.  daruff  antwurtetent  wir,  wir  hettent  ime  usz 
gedinget,  do  wir  in  zii  burger  empfingent,  was  kriege  oder  sachen  er  zu  uns  brocht 
hette,  darzti  soltent  wir  ime  weder  heißen  noch  enthelfen,  doch  do  shihtent  wir  unser 
erber  botten  zu  hern  Brunen  und  botent  in  ernestlichen,  daz  er  den  ritter  lidig  liesze 
und  dotent  alles  unser  bestes  mit  unserm  groszen  kosten  darzö,  wie  das  wir  in  2o 
gerne  ledig  gemäht  hettent.  daz  möhte  uns  nit  gefolgen,  wenne  ouch  her  Brune  uns 
ermanete  der  viirworte,  die  wir  ime  uszgedinget  hettent.  darnach  do  schihte  unser 
herre  der  kiinig  sin  erber  botschaft  zu  uns  mit  nammen :  hern  Pflüg.2  der  vorderte 
an  uns  von  unsers  herren  des  küniges  wegen,  sit  daz  wir  hern  Brunen  uszgedinget 
hettent,  als  vorgeschriben  stat,  das  wir  ime  denne  ouch  nit  beholffen  werent  wider  25 
daz  rieh  darumbe  über  in  ziehende  wurdent.  daruff  anwurtetent  wir  ime,  daz 
wir  das  gerne  diin  woltent.  domitte  het  er  ein  gut  gnügen  von  unsers  herren 
des  küniges  wegen  und  schied  also  gutliche  von  uns.  dornoch  über  lang,  do  kam 
einre,  hies  Wiszkle,  der  det  ime  ein  lantgerihte  machen  in  der  stat  zu  Eger  und 
vorderte  do  vor  dem  gerillte,  man  solte  uns  ehten,  umbe  das  her  Brune  Roppolstein  so 
ritter  von  Engellant  gefangen  hette,  das  uns  doch  nit  ane  ging,  do  erteilent  die  ritter, 
die  do  zu  gerihte  soszent,  mit  rehter  urteil,  sit  uns  vor  nit  vür  gerihte  gebotten  were, 
das  man  uns  denne  nit  ehten  solte  noch  in  deheinen  weg  mit  gerihte  besweren  solte. 
wolte  aber  ieman  an  unser  stat  ützit  vordem  von  der  oder  anderre  sachen  wegen,  der 
solte  uns  vor  gerihte  laden  mit  vürgebotten  und  anleitzbriefen  und  andern  sachen,  die  »» 
dozü  gehorten,  als  das  reht  und  gewonlich  were,  das  alles  küntlich  und  wiszende  ist. 
darüber  und  über  die  urteil  und  ouch  über,  das  uns  noch  der  urteil  nie  keine  ver- 
kündunge,  vürgebot,  ladunge  noch  anleitunge  me  geschach,  do  het  uns  derselbe  Wiszkle 
zu  ohte  geton  in  der  stat  zum  Bürgeiis   in  Beheim,   do   men   doch   nieman   uff  dem 


1  Das  lange  Namenverzeichnis  steht  unter  diesem  Concept.   Nach  anderer  Vorlage  abgedruckt  unter  40 
nr.  690. 

2  Vgl.  oben  nr.  602  die  Straßburger  Gesandteninstruetion. 


1392  DK 

Rine  niergent  anderswo  ehten  oder  zu  ohte  dun  sol,  denne  uffe  frenekschem  ertriche. 
und  wurdent  also  zu  ohte  geton  unverkündet  und  ouch  nit  uff  frenekschem  ertriche 
und  ouch  über  daz,  das  wir  von  keysern  und  künigen  und  ietz  von  unserme  herren 
dem  künige  gefryet     sint,  das  man  uns  vür  keine  hofegerihte  noch  nit  usz  unsre  stat 

5  laden  sol  mit  deheime  gerihte.  darnoch  wart  uns  von  unsern  guten  fründen  geseit, 
daz  wir  und  unser  stat  zii  ohte  geton  werent,  das  uns  ettelicher  moszen  unmügelich 
hette.  do  botent  wir  unsern  herren  den  römischen  künig  und  ouch  andere  sine  rete 
mit  unsern  briefen :  uns  were  geseit,  das  wir  zu  ohte  geton  sin  sollent,  das  er  unser 
erberen  botten  vür  sine  gnade  vertröste,  die  woltent  wir  zu  ime   schicken   und   uns 

io  vor  sinen  gnaden  verantwurten  mit  unserre  unschulde,  das  wir  getruwetent  in  sinen 
gnoden  zu  blibende.  die  botten  wurdent  uns  vertröstet  gen  Proge  zu  ime.  und  als 
wir  die  zu  ime  geschihtent,  do  liesz  man  sie  also  ligen  me  denne  sehs  wochen,  das 
sie  nieman  vür  unsern  herren  den  künig  wolte  loszen. '  und  do  sü  in  keinen  weg 
vür  sine  gnade  kummen  möhtent,  do  rittent  sie  wider  heim  zii  uns.  so  ist  ouch  her 

i«  Hrune  von  Roppoltsteine,  der  der  Sachen  ein  höbtman  was,  und  den  die  sache  ane 
ging,  sit  uszer  ohte  geloszen  und  ist  her  Johan  Harlestein  sinre  gefengnisze  ledig 
geloszen.*  ouch  sprechent  etteliche:  wir  habent  hern  Brunen  herre  zii  der  hohen 
Roppoltstein  sin  stat  Roppoltzwilr  ingenummen  in  schirmes  wise  .  .  do  wiszent,  das 
daz  nit  enist.  er  und  sine  vordem  hant  unserre  stette  und  den  unsern  uff  derselben 

20  stat  Roppoltzwilre  gülte  verköft,  do  etteliche  gülte  me  denne  vor  drissig  joren  ver- 
köft ist,  dar  vür  er  dieselbe  stat  versetzet  het,  die  hette  er  uns  nit  wol  zu  der  zit 
zii  bezalende.  do  gap  er  uns  und  unsern  burgern  dieselbe  sine  stat  in  und  swür  er 
niemer  in  die  stat  Roppoltzwilre  me  zii  klimmende,  wir  und  unser  bürgere  werent 
denne  e  bezalt.  und  det  uns  ouch  die  lüte  in  der  stat  zii  Roppoltzwilre   sweren   ge- 

ss  horsam  zu  sinde  mit  der  stat  und  den  gevellen  derselben  stette.  dar  über  das  er  uns 
das  gesworn  het,  so  het  er  uns  dieselbe  stat  ingnummen  und  ist  er  und  sine  lüte 
uns  domitte  ungehorsam  wider  die  eyde,  die  er  und  sine  lüte  uns  gesworn  hant. 
über  das  alles  do  wart  uns  embotten,  unsers  herren  des  küniges  rete  mit  namen  der 
erwirdige  herre  Lamppreht  byschof  zii    Bobemberg,  her  Hinaczschko   von  der  Duben 

so  und  her  Worseboy  von  Swinnar  der  lantvogt  werent  zu  Mentze.  woltent  wir  usser 
ohte  kummen,  so  woltent  sie  mit  uns  darumbe  tedingen,  wie  wir  usser  ohte  kement. 
und  schihtent  dieselben  drye  uns  des  ir  geleitz  briefe.  daruff  do  schihtent  wir  unser 
erber  botten  gen  Mentze  zu  ime,  wenne  her  Hinaczschko  und  her  Worseboy  sprochent, 
daz  sie  des  volle  mäht  und  gewalt  hettent  zii  vertedingende  von  unsers   herren   des 

3.>  küniges  wegen,  und  hettent  ouch  des  unsers  herren  des  küniges  brief  besigelt  mit 
siner  majestat  ingesigel.  und  tedingetent  die  unser  erbere  botten  so  verre  mit  in,  do 
ouch  zii  gegene  worent :  der  erwürdige  her  Lamppreht  bischof  zu  Bobemberg,  Wil- 
helm von  Burne  sin  brüder,  Volmar  von  Wickersheim  und  Heinrich  zürn  Jungen 
zu    Mentze,    das    wir    usser    ohte    und    aberachte    sin    soltent.    und    soltent    sie 

40  uns    alle    die    briefe,  die  wir  darzü    notdürftig   werent,    es    were    von    dem    hofe- 


1    Vgl.  oben  nr.  645  Brief  eines  Ungenannten  in  Sachen  der  Straßburger  Acht.  [1390191.] 
■  Vgl.  den  Bericht  Sclienk  Eberhart  [1392  vor  Märe  HJ. 


366  1392 

rihter    oder    von  andern,   uns   antworten   Heinriche    zum    Jungen    zu    Mentze    bitze 
Hepilr  s    unsere    frowen    tage    der    lesten,    der    do   was    in    dem   ein   und    nüntzigesten  jore 
one  allen  unsern  schaden,  und  soltent  wir  darumbe  fünftehalb  dusent  güldin  geben,' 
der  wir  in  ouch  fünf  hundert  guldin  bar  gebent,  die  sie  ouch  noch  hant :  und  wenne 
die  vorgenanten  briefe  Heinriche  zum  Jungen  geentwürtet  werent  worden,  so  soltent  i 
wir  Heinriche  zum  Jungen  die  vier  tusent  güldin  antworten,    doch   so   soltent  unser 
botten  die  tedinge  an  unser  stat  und  vür  unsern  rot  bringen,  gefiele  den  die  tedinge 
wol,  so  soltent  wir  es  halten,  das  solte  an  uns  stan  und  nit  an  in.  und  wer  es,  das 
unser  stat  die  tedinge  nit  uffnemmen  wolte,  so  soltent  sie  uns  die  fünf  hundert  güldin 
wider  geben,  woltent  wir  es  aber  halten,  das  solten  wir  in    verschriben,    also    balde  « 
es  uns  unser  botten  do  ie  gesehen,  do  verschribent  wir  es  in  zu  stunt,    das  wir   es 
also  halten  wolten.  derselben  vier   tusent  güldin    sint   wir   in   ouch   ie   sit  gehorsam 
gewesen  zu  gebende,  wenne  die  briefe  Heinriche  zum  Jungen  vorgenant  geentwürtet 
werent  worden,  darüber  und  über  daz,   so  het  uns   her  Worsyboy  der   lantvogl    mit 
den  vorgenanten  herren  und  andern  herren  und  ouch  mit  groszem  volcke  überzogen   if> 
und  gröszliehe  geschadiget  mit  nome  und  mit  brande  unde   sünderliche  domitte,    das 
sie  uns  unser  Rinbrucke'  an  gewunnen  woltent  haben  mit  iren  groszen  stürmen, 
die  wir  doch  mit  der  gottes  hilffe  wol  vor  in  behebet   habent,  und   doch  also  sie  nü 
vür  unser  stat  gezogen  worent  und  in  iren  legem  by  zweyn  mile  weges  von  unsere 
stat  logent,  do  dotent  wir  erfaren,  was  des  lantvogtes  meinunge  were.  dar  mutete  er  *« 
an  unser  stat,  wir  soltent  usser  ohte  kummen  und  woltent  wir  dar   uszkummen,  so 
mfistent  wir  ime  geben  hundert  tusent    güldin.    darzi'i    sprach  er  aber:  es  möhte  nit 
sin  mit  dem  gelte  alleine,  die  andern  herren,  mit  den  er  zu   velde  were,   die  hettent 
vil  zu  spruche  zii  uns,  die  soltent  wir  darzii  und  zu  dem  gelte  an  in  loszen;  wenne 
er  daz  gelt  den  herren  teilen  muste,  so  wolte  er  der  stücke  ein  gemeiner  rihter  sin.  25 
dieselben  stücke  der  zii  spruche  von  den  herren  gab  er  uns  verschriben.  do  wir  die 
gelosen,  do  verstundent  wir  wol,  das  wir  mit  -in  allen  umb  die   stücke  gerihtet   und 
usz  getragen  worent  und  nütschit  mit  in  darumbe  zu  tünde  hettent,  wenne  alle,  die 
uns   zii    sprechent,    uszgenummen    der   von  Würtenberg,   werent   vil    nüwelinges   by 
uns  in  unser  stat  gewesen 3  und   hettent  in  geschencket  und   zuht  und  ere  gebotten  so 
und  hette  uns  ir  keinre  me  züspriich  geton  in  deheinen  weg.  und  sünderliche  sprach 
uns  der  bischof  zii  umbe  stücke,  der   wir   indewendig  drien   joren   mit  ime   gutliche 
gerihtet  und  geslihtet  sint,  und  die  er  ouch  gesworn  het  zii  haltende  und  nit  do  wider 
zii  tünde,  als  daz  die  briefe  besagent,  die  wir  darüber  von   ime  habent  besigelt   mit 
sin  und  sinre  stifte  cappittels  ingesigel,  die  uns  aber  nit  gehalten  sint.  so  het  er  zii   35 
unser  stat  gesworen  ewekliche,  die  wüle  er  byschof  zii  Straszburg  ist,  und  sich  zu  uns 
verbunden  uns  zu  helffende  wider  alle  die,    die   uns  schadigent.    und   hant   wir   uns 
das  selbe  hin  wider  umbe  gegen  ime  verbunden,  also   das    die   briefe   besagent,    die 


1  Vgl.  oben  nr.  621  die  Gesandteninstruction. 

2  Vgl.  Hegel,  S.  690:  1392  Sept.  22. 

3  Vgl.  Hegel.  Königshof.  II,  692.  Zu  diesen  vergeblichen  Friedensverhandlungen  im  September  1392 
waren  erschienen  u.  a.  Graf  Johann  von  Sponheim,  Schultheiß  von  Oppenheim,  Abgesandte  von  Worms, 
Mainz,  Speier  etc. 


1392  367 

wir  gegeneinander  hant  besigelt  mit  unser  beder  ingesigeln,  die  briefe  und  buntnisze 
er  uns  ouch  nit  gehallen  het.  doch  wondent  wir  ein  gnedigen  herren  an  ime  haben 
und  do  wir  hortent,  das  man  uns  überziehen  wolte,  do  getruwetent  wir  ime  wol  und 
schihtent  unserre  erbere  botten  zu  ime   und   seitent    ime,   das   uns   geseit  were,  ein 

»  volk  wolte  in  daz  lant  Eilsasz  und  uf  uns  ziehen,  do  antwurtete  er  in,  er  wüste 
nützit,  darumbe  er  wolle  sich  darnach  erfaren  und  empfinde  er  üt,  das  wolte  er  uns 
zii  stiin!  loszen  wiszen.  und  bat  unsern  botten,  empfunden  wir  6t,  das  soltent  wir 
in  ouch  loszen  wiszen.  und  sprach  darzü  zii  unsern  boten  :  «wiszent,  man  sage,  was 
man  welle,  ich  bin  ietze  sehtzehen  jor  uwer  byschof  gewesen, ich 

io  getet  n  ü  wider  üch,  ich  wil  noch  reht  an  (ich  faren  und  dün».  dar- 
nach wol  über  drye  oder  vier  tage  do  wurdent  wir  aber  gewarnet,  do  schribent  wir 
ime,  als  er  uns  empfolhen  hette,  do  cziigent  grosse  herste  in  das  lant,  wüste  er  üt, 
daz  er  uns  daz  liesze  wissen,  do  schreip  er  uns  sinen  griisz  und:  «ir  üben  getruwen. 
wir  wissent  nit,  empfindent  wir  üt,  das  wellent  wir  üch  loszen  wiszen  in  den  nehesten 

if>  drien  tagen»,    darnach  widerseiten  uns  sine  amptlüte  und   darnach   er.   mit  solichens,p,^f*  4. 
ufsetzen  ist  er  mit  uns  umbegangen,  dem  wir  doch  wol  getruwetent  noch  sogetonen 
früntschel'ten,  die  wir  ime  geton  habent,  das  er  by  landen  und  lüten  beliben  ist,  dar- 
von  er  müste  sin  schulden  und  anderre  sachen  halp.  doch  so  hant  wir  wol  empfunden, 
das  derselbe  byschof  dise  sache   alle   geton   und   getriben   het,   so   sprichet  uns  der 

ao  edele  herre  grofe  Eberhart  von  Würtenberg  zii  umbe,  daz  sin  vatter  selige  erslagen 
ist  und  umbe  schaden,  der  ime  und  den  sinen  in  dem  kriege  geschach,  der  zwüschent 
fürsten,  herren  und  stetten,  waz  daz  doch  verrihtet  ist.  so  hant  uns  ouch  zii  gesprochen 
her  Brune  herre  zu  der  hohen  Roppolstein  und  jungher  Johans  herre  zii  Liehtenherg. 
die  sint  unsere  bürgere   und   hant    uns   gesworn   gehorsam   zii    sinde   und   uns   vor 

as  unserme  schaden  zu  warnende  und  den  zii  wendende,  des  wir  ir  briefe  hant  mit  iren 
anhangenden  ingesigeln.  noch  dem  allen  do  bittent  wir  hern  Worseboy  dem  lantvogte 
unserme  herren  dem  kunige  zii  eren,  wir  woltent  ime  me  geltes  geben,  denne  als  es 
zii  Mentze  vertedinget  were,  das  wir  in  unsers  herren  des  küniges  und  des  riches 
gnaden  koment  und  do  inne  blibent.  und  umbe  die  zii  sprüche,  so  die  herren  an  uns 

so  meindent  zu  habende  und  uns  verschriben  geben  hettent,  do  hette  uns  der  byschof 
in  sinen  stucken  verschriben  geben  under  andern  puncten  und  susz  vil  andere  stücke 
etc.,' der  stücke  wir  nit  wiszen,  wie  vil  der  ist.  wir  woltent  gerne  der  stücke  zürn 
rehten  uf  in  kummen  mit  den  fürworten,  daz  er  uns  liesze  bliben  by  unsern  fry- 
heiten,  rehten  und  guten  gewonheiten  und  ouch  by  allen  unsern   versigelten  briefen, 

«6  sie  seitent  über  rihtigungen,  pfantgüter  oder  schulden,  des  wolte  der  lantvogt  nit  tun,  er 
wolte,  daz  wir  der  stücke  und  zusprüche  one  alle  fürwort  uff  in  kement.  do  daz  nit  mohte 
gan,  do  buttent  ime  unsere  erbere  botten  von  unsere  stette  wegen,  sit  wir  von  der 
ohte  wegen  gerihtet  und  geslihtet  werent,  umbe  fünftehalp  tusent  güldin.  und  er  daz 
Biso  vertedinget  hette   und   des   geltes   fünfhundert   güldin   hinweg  hette,   so   woltent 

in  wir  daz  laszen  zu  dem  rehten  besehen  vor  dem  hoherbornen  fürsten  unserm  gnedigen 
herren  hertzoge  Riiprehte  von  Peyern  dem  eillern  oder  vor  unsern  gnedigen  herren 
den  kürfürsten,  ebe  wir  in  ohte  sin  soltent  noch  allen  ergangen  dingen,  und  ouch 
noch  dem  wir  es  mit  ime  vertedinget  und  usz   getragen   hettent,   das   wir    ouch  wol 

Vi.  47 


368  1392 

küntlichen  wellent  machen  oder  ebe  wir  mit  in  ohte  werent.  werent  wir  in  ohte  vom 
rehten,  wir  woltent  gedencken,  wie  wir  mit  unserme  gnedigen  herren  dem  künige 
überkemment.  fünde  sich  aber,  daz  wir  nit  in  ahte  werent,  hette  er  uns  denne  un- 
redelich  geschadiget  oder  schadigete  uns  unredeliche,  wir  getruwent  ime  wol,  er  kerte 
uns  unsern  schaden,  das  er  alles  nit  ufnemmen  wolte  und  schadiget  uns  darüber  •'■ 
noch  hüt  dis  tages.'  und  bittent  uwer  gnade  flisseclich  und  mit  allem  ernste,  hörent 
ir  dirre  sachen  iergent  gedencken,  daz  ir  danne  uns  gnedekliche  versprechen 
wellet  in  die  wise,  also  do  vor  ist  bescheiden,  wände  es  ouch  in  der  worheit  also 
ist  und  nit  anders,  und  danckent  do  by  uwern  gnaden  mit  allem  flisse  uwer  gnedigen 
erbern  botschaft,  die  ir  mit  den  uwern  zu  uns  getan  habent,  die  sich  ouch  ernest-  i«i 
liehe  gearbeitet  habent  in  unsern  sachen  uns  erberliche  und  endeliche  darzü  getan 
hant,  wände  wir  es  uwern  gnaden  von  in  rüment.  und  daz  wollent  wir  ouch  mit 
unserme  dienste  niemer  gegen  uch  vergessen.  datum  sub  sigillo  nostre  civitatis 
prelibate  tergotenus  appresso  feria  tertia  proxima  post  diem  seti  Michahelys  archangeli 
anno  domini  millesimo  trecentesimo  nonagesimo  seeundo.  15 

Str.  St.  A.  AA.  1415.  conc.  eh. 

Ibid.  lat.  cone.  der  für  Metz  bestimmten  Ausfertigung  vom  4  October. 

Auszug  gedr.:  Wencker,  de  ußburg.  171.  —  Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1567.  — 

Vgl.  Hegel.  Königshofen  9,  692. 

688.  Dietrich  Burggrafe  der  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  Frankfurt :  be-  äo 
richten  ausführlich  über  ihre  Feindschaft  und  Krieg  mit  Borsiboy  von  Swinar, 
dem  Bischof  von  Strassburg  und  andern,  in  den  sie  wegen  der  Reichsacht  gekommen, 
und  beschweren  sich  über  die  ungerechte  Behandlung,  welche  ihnen  von  allen  zu 
teil  würde,  und  welche  verhindere,  dass  sie  aus  der  Acht  kämen.  datum  sub 
sigillo  nostre  civitatis  feria  tertia  proxima  post  diem  seti  Michahelis  anno  1392.  * 

1392  October  1. 
Frankf.  St.  A.  Reiohss.  AA.  nr.  352.  or.  mb.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 

689.  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  den  Herzog  von  Jülich :  berichten  von 
dem  Angriffe,  den  aus  Anlass  der  über  die  Stadt  verhängten  Acht  der  elsässische 
Landvogt  Borsiboy  von  Swinar,  der  Bischof  Friedrich  von  Strassburg,  der  Markgraf  m 
Bernhard  von  Baden,  der  Graf  Eberhard  von  Württemberg  und  viele  andere  Grafen 
und  Herren  auf  ihre  Stadt  gemacht  haben,  und  setzen  auseinander,  dass  sie  unver- 
dientermassen  wegen  des  Handels,  den  Bruno  Herr  zu  der  Hohen  Rappoltstein  mit 
dem  von  ihm  gefangen  gehaltenen  englischen   Ritter  Johannes  Harleston  gehabt   hat, 

in  des  Reiches  Acht  gekommen  sind.         datum  feria  quarta  proxima  post  diem  saneti  35 
Michahelis  archangeli  anno  domini  1392  sub  sigillo  civitatis  nostre  tergotenus  appresso. 

1392  October  2. 

Str.  Bez.-A.  G.  151.  or.  mb.  I.  pat.  c.  s.  impr. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  conc.  eh.  v.  impr.  del.  [latein.] 

Gedr.  Bapp.   Urk.  11,  nr.  347.  —  Gedr.  in  deutsch.  Auszug  Weneker,  de  ußburg.  171.         *o 


1  Kleiner  Absatz  und  Fortsetzung  von  anderer  Hand. 


1392  960 


(UM).  Aufzählung  der  Fürsten,  Herren  und  Städte,  welchen  Straßburg  seine 
ausführliche  Verteidigungsschrift  [nr.  087]  in  /Sachen' der  Acht  und  des  Krieges 
in  deutscher  oder  lateinischer  Sprache  hat  zugehen  lassen.  1392  October  3. 

Disen  hie  nach  gesehriben  sint  briefe  verschriben  von  unsere  stette  wegen,  wie 
5  her  Worsiboy  der  lantvogt,  der  bischoff  und  andere  herren  an  uns  gefaren  hant  anno  etc» 
i)2  feria  quinta  proxima  post  diem  sancti  Michahelis  archangeli.  oaor.3. 

Item  herczoge  Rftpreht  von  Peyern  dem  eiltern. 

Item  den  von  Spire. 

Item  den  von  Wormesze. 
111  Item  hern  Cunrat  dem  ertzbischofe  zu  Mentze. 

Item  der  stat  von  Mentze. 

Item  der  stat  von  Francki'urt. 

Item  hern  Friderich  dem  ertzbischofe  zu  Kölle. 

Item  der  stat  von  Kölne. 
i5  Item  den  von  Ache. 

Item  dem  hertzogen  von  Gelre. 

Item  dem^hertzogen  von  Gülche. 

Item  hern  Wernher  dem  ertzbischofe  zu  Triere. 

Item  der  stat  zu  Triere. 
»  Item  der  stat  zu  Metze. 

Item  dem  hertzogen  von  Bore. 

Item  dem  hertzogen  von  Luttringen. 

Item  den  von  Nurenberg. 

'Item  den  von  Regenspurg. 
«  Item  den  von  Ulme. 

Item  den  von  Rotwilr. 

Item  den  von  Costentze  und  den  stetten  irs  gebundes. 

Item  her  Reinharte  von  Wehingen  der  herschaft  von  Österich  lantvogt. 

Item  hern  Lampreht  bischof  zu  Bobenberg. 
3»  Item  der  stat  von  Berne. 

Item  der  stat  zu  Zürich. 

Item  dem  hertzogen  Bürgun  sint  zwene  gesehriben. 

Item  hern  Simunde  von  Spanheim  grefe  zu  Crutzenach  und  zu  Vyganden. 

Item  hern  Gerharte  dem  bischofe  zu  Wurlzeburg. 
3i  Item  den  von  Ogesburg. 

Hein  den  von  Basel. 

Item  den  von  Obern-Ehenheim. 

Item  den  von  Überlingen. 

Str.  St.  A.  AA.   107.  or.  eh.  -  Ebenda  AA.  HIB. 


370  1392 

691.  Absagebrief  Bischof  Friedrichs,^-  und  der  Herren  Heinrich  ton  Lülzel- 
stein,  Heinrich  und  Johann  von  Liechtenberg  und  Bruno  von  Rappollstein  an  Meister 
und  Rat  von  Straßburg.  1392  October  4. 

Wir  Friderich  von  gotes  gnaden  bischoff  zu  Straszburg  und  pfleger  der  stift  zu 
Basel  und  ich  Heinrich  greffe  zu  Lützelstein,  Heinrich  und  Johann  herren  zu  Liehten-  '•> 
berg  und  Brune  herre  zu  der  Hochenropolestein  lazzen  üch  den  meister  und  den 
rät  der  stat  zu  Straszburg  wissen,  alz  wir  vormalen  von  manunge  und  gebottez 
wegen  dez  allerdurluhtigesten  hochgebornen  fürsten  unsers  gnedigen  herren  herrn 
Wentzlaws  des  römschen  knngez  und  ouch  mit  dezselben  unsers  herren  dez  kungez 
lantvogt  gegen  üch  zu  tagen  komen  sin  von  dez  widersatzes  und  der  ungehorsamkeit  io 
wegen  und  ouch  umbe  daz  unrecht  und  den  gewalt,  den  ir  an  uns  und  unser  stift 
und  uns  greffen  und  herren  vorgenant  begant  und  lange  zit  geton  hant,  darumbe  ir 
uns  daz  recht  uff  denselben  tagen  usschlogent  und  dez  gegen  üch  nyt  bekomen 
möhtent  und  wir  dez  siderhar  zu  grossem  kosten  und  schaden  komen  sin.  darumb 
widersagen  wir  üch  ouch  von  unser  selbs  wegen  und  wellent  uwer  und  aller  uwern  15 
burger,  hellfer  und  diener  fyend  sin  und  wellent  uns  dez  gegen  üch  allen  bewart 
han.  harumbe  zu  Urkunde  ist  unser  ingesigel  ze  end  dirre  geschryft  gedrucket  uff 
disen  brieff  von  unser  aller  wegen,  want  su  uns  darumbe  gebetten  hant.  der  geben 
ist  des  jors  do  man  zalte  noch  gotez  gebürte  drüzenhundert  nunzig  und  zwey  jor  dez 
fritagez  noch  sant  Michel  tag.  20 

Str.  St.  A.  AA.  1416.  or.  eh.  I.  p.  c.  sig.  impr. 

Gedr.  Lünig,  Part.  spec.   cont.  I,  288.  —   Wencker,  de  ußburg.  177.  —  Bapp.   Urkb.  II, 
nr.  348  nach  Wencker.  —  Vgl.  Hegel,  Königsh.  686  Anmk.  4. 

692.  Die  Stadt  Strassburg  an   Metz :    bittet   um   Hülfe   gegen   Bischof   Friedrich, 
Markgraf  Bernhard  und   andere  Herren   mit   ausführlicher  Darlegung   wie    die  sie  in  25 
Acht  und  Krieg  gekommen  ist.         datum  feria  6  post  fest,  beati  Michaelis  arch.  1392. 

1392    October  4. 

Str.  St.  A.  AA.  1415.  conc.  eh.  lat.  mit  vielen  Correcturen. 

693.  Ordnung  über  Besetzung  der  Mauern,  Thore  und  Türme.     1392  October  5. 
[1]  Wie    die    porten,   die   turne    und  die  letzen  bestalt   und  ver-  3» 

sorget  sint  nahtes  anno  etc.  92  sabbato  proximo  post  Michahelis 
archangeli.2 

Uf  sant  Eilsabeht  turn  den  ussern  do  söllent  zwene  uffe  sin :  von  den  saltzmittern 
einer  und  winruffern  und  winmessern  ouch  einer  und  indewendig  uf  den  inren  turn 
ouch  2  von  beden  antwereken  und  einen  kustofeler  us  Spettergasse. 

Die  vorgen.  beden  antwerg  söllent  4  haben  uf  des  Twingers  turn  und  einen  eun- 
stofeler  usz  Spettergasze  und  soljeiner  gon  untze  an  sant  Eilsabet  turn  und  einer 
untz  an  Vinckenwiler  toriin  und  die  3  uffe  dem  turne  sin. 


1  Bischof  Friedrich  hatte  für  sich  allein  bereits  am  5  Sept  abgesagt,  vgl.  nr.  678.  —  Vgl.  unten  das 
notarielle  Vidimus  dieser  zweiten  Absage.  t 

-  Diese  Ueberschrift  steht  im  Original  am  Ende  des  ersten  Teils. 


1392  :rri 

Die  cunstofeler  sant  Thoman  söllent   einen  gehen    uf  Vinekewiler   turn   und   die 

vischer  .'5,  der  sol  einer  gon  von  Vinckenwilre  turn  untz  an  Stoffen  Ifcitzcman  turn. 

Item  uf  die  drie  bedecketen  brücken  6  von  den  vischern,  uf  ie  die  brücke  zwene 

und  zwene  cunstofeler  von  den    von    sant    Thoman    einen    uf  die   erste   brücke   und 

5    einen  uf  die  hinderst«. 

Item  und  die  gremper  3  uf  ie  die  brücke  einen. 

Item  uf  des  ammanmeisters  türnolin  bi  der  bedecketen  brücken  söllent  die  korn- 
h'ite  zwene  gehen,  item  die  gerwer  söllent  zwene  geben  gen  Grünecke,  die  cnnstofel 
in  Spettergasse  sol  einen  geben  uf  den  ruiwen  turn  hinder  den  Grünwerdern,  die 
io  gerwer  2  und  die  kursener  2,  der  söllent  allcwegent  2  wider  und  für  gon  und  die 
andern  uffe  dem  turne  sin.  und  sol  der  gerwer  gon  wider  die  trencke  und  der  kur- 
sener wider  den  türm  hinder  sant  Margreden. 

Item  die  gerwer  söllent  einen  geben  uf  den  turn  hinder  sant  Mai-groden  und  die 
kursener  ouch  einen,  do  sol  einer  uffe  dem  turne  sin  und  der  ander  gon   wider  den 
is   nuwen  turn. 

Die  cunstofeler  sant  Thoman  sullent  einen  geben  uf  den  turn   hinder  sant  Mar- 
greden und  die  wagener  4.   und  sullent  drie  sin  uf  dem  turne  hinder  den  dutzschen 
herren  und  die  andern  zwene  söllent  uf  der  mure  gon    einer   wider   sant  Margreden 
turn  und  der  ander  untze  an  den  turn  Wartecke. 
20  Die  cunstofeler  an  der  Oberstrasze  sullent    einen   geben    uf  den    turn  Wartecke 

und  die  gremper  4,  der  söllent  zwene  uf  der  mure  gon  untz  an  den  Wissenturn  und 
die  ander  sullent  uf  dem  turne  bliben. 

Die  cunstofeler  an  der  Oberstrasze  sullent  einen   geben  uf  den  Wissenturn   und 
die  gartener  12,  der  sullent  vier  uf  den  turn  sin,  4  dar   under  und    4    uf  die   mure 
•«>  und  do  gon  und  hüten  unez  an  den  turn  gegin  sant  Marx  hof  über. 

Die  cunstofeler  an  der  Oberstrasze  sullent    einen   geben  uf  den  turn  gegin    sant 
Marx  hof  über  und  die  schüchsüter  0.  und  sullent  2  bi  dem  kustofeler  uf  dem  turne 
sin  und  zwene  uf  dem  turne  sin  gegin  Jacobes   hof  von  Diemeringen  und  zwene   uf 
der  mure  gon  einer  heruf  und  einer  herabe  untze  an  Kronenburg. 
:w  Die  cunstofeler  sant   Peter   söllent   geben    einen   uf  Kronenburg   und   einen  dar- 

under.  und  die  dücher  söllent  zwene  dar  uf  geben,  3  dar  under  und  3  uf  die   mure 
und  die  weber  ein.  die  sullent  hüten   untz  an  den  bedecketen  turn,   die  dücher  und 
die  vaszieher  söllent   geben   ie   daz    antwerg  einen   uf  den   innern   bischof  bürgetor, 
umb  daz,  obe  üt  botschaft  kerne,  daz  sü  daz  her  in  seitent. 
u  Die  cünstoftel  sant  Peter  sol  geben  einen  üf  den  bedecketen  turn  und  die  snider 

zwene  und  viere  uf  die  mure,  daz  allewegent  zwene  do  gant  und  hütent  untz  an  den 
gemolten  turn  an  Steinstrasze. 

Die  cunstofel  sant  Peter  söllent   einen   geben  uf   den  gemolten    turn    und   einen 
dar  under  und  die  brotbecker  1   uf  den  turn  und  vier  under  den  turn,   der  sol  allt- 
40  wegent  einer  gon  uf  der  mure  untze  Rosenecke. 

Die  cunstofel  sant  Peter  sol  einen  geben  uf  Rosenecke  und  die  goltsmide  und 
die  schilter  zwene  uf  den  turn  und  dar  zu  zwene  uf  die  mure,  die  do  hütent  untz 
an  Güntzelins  des  lonherren  knehles  turn. 


372  1392 

Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  söllent  geben  einen  uf  den  turn,  do  Cüntzelin 
des  lonherren  kneht  uf  sitzet,  und  die  weber  zwene  und  die  faszieher  einen,  der 
söllent  allewegent  zwene  uf  der  mure  gon  uncz  an  das  türnelin,  daz  her  Heitze  von 
Mulnheim  het.  und  sol  der  cunstofeler  uf  dem  turne  sin. 

Die  cunstofeler  am  Holwige   söllent    geben   1    uf   her   Heitzen    türnelin    und   die    s 
kornlüte  3,  der  sol  einer  allewegent  uf  der  mure  gon  und  hüten  untz  an  Wagener  törlin. 
die  scherer  und  bader  süllent  geben    zwene    und   sullent    hüten    von  Wagener  törlin 
untz  an  die  prinvege. 

Die  cunstofel  vor  dem  Münster  söllent  einen  geben  uf  Judentum  und  die  murer 

1  und  zimberlüte  1.  io 

Item  die  selben  cunstofeler  söllent  geben  1  uf  her  Hetzel  Marxes  erker  und  zwene 
mürer  und  2  zimberman,  der  söllent  zwene  gon  und  hüten  untz  an  die  prinvege. 

Die  winsticher  söllent  geben  1,  die  schifzimberlute  1,  die  müller,  oleilüte  und 
düchscherer  1.  und  söllent  sin  an  sant  Andres  steck  und  süllent  wider  und  für  gon 
und  hüten  von  her  Hetzel  Marxes  erker  untze  an  Stoltzenecke.  i« 

Die  cunstofeler  zu  dem  Mülstein  süllent  geben  1  uf  Stoltzenecke  und  die  kremer  3. 

Die  cunstofeler  zu  dem  Mülstein  söllent  1  uf  sant  Stephansturn  und  1  dar  under. 
die  kremer  1  dar  uf  und  die  schüchsüter  1  dar  uf.  die  kremer  2  under  den  turn,  die 
schüchsüter  ouch  2.  die  kremer  2  uf  die  mure  in. sant  Stephans  closter. 

Men  sol  keinen  verwihten  man  an  kein  tor  leigen  weder  tag   noch   naht,  es    sii  *» 
denne,  daz  men  stürme,  so  sol  iederman  an  sin  letze  gon  und  do  hin,  do  er  hin  be- 
scheiden ist,  also  es  vor  gemäht  ist. 

[2]  Taghüte  und  wie  die  porten,  die  do  offen  stundent,  ver- 
sorget sint  anno  92. 

Die  cunstofeler  zu  dem  Mülstein  söllent  geben  2  erber  cunstofeler  an  sant  Stephans  25 
turn,  die  kremer  2  und  die  schüchsüter  ouch  2  und  die  kremer  1  uf  den  turn  und 
die  schüchsüter  ouch  1 .  und  söllent  do  sin  morgens  von  der  torglocken  untz  nahtes 
zu  der  torglocken.  und  söllent  die  selben  ouch  nieman  usz  noch  in  lossen,  sü  wissent 
denne,  wer  er  sii.  und  sol  ouch  ie  daz  antwerg  an  ie  dem  tore  bestellen,  daz  einer 
von  dem  antwercke,  die  do  hüten  sullent,  allewegent  an  der  porten  blibe,  umb  daz  daz  30 
su  die  lute  erkennent. 

Die  cunstofeler  sant  Nicolause  söllent  geben  2  an  Metzigerturn  und  die  metziger 

2  und  die  kuffer  2  und  ie  daz  antwerg  dar  zu  1  uf  den  turn. 

Die  cunstofeler  sant  Peter  söllent  geben  2  an  Kronenburg  und  die  dücher  viere 
und  die  wöber  2  uf  den  turn.  35 

Die  cunstofeler  sant  Peter  söllent  geben  2  an  den  gemolten  turn  an  Steinstrosze 
und  die  brotbecker  2  und  die  snider  2  und  ie  daz  antwerg  1  uf  den  turn. 

Die  cunstofeler  vor  dem  Münster  söllent  geben  an  Judentum  einen  dar  under 
und  die  murer  2  und  die  zimberlüte  2,  der  sol  einer  uf  dem  turne  sin. 

Item  an  her  Hetzel  Marxes  erker  1  von  den  cunstofeler  vor  dem  Münster  und 
ie  das  vorgenante  antwerg  ouch  1. 

Str.  St.  Ä    G.  U.  P.  lad.  20.  langer  Papierstreifen 


1392  373 

694-  Ratsbeschluß  über  Einsetzung  von  drei  Männern  zur  Beaufsichtigung  der 
Bächer.  1392  October  0. 

Mengelich  sol  wiszen,  also  die  brotbeckere  bitze  her  gar  kleine  gebaehih 
hant,  daz  gar  uulidelirh  ist  gewesen,  da/,  da/  nieister  und  rat  versehen  und  versorget 
i  hant  in  diee  wiae  : 

Zinn  ersten,  so  hant  sü  darzü  gernaht  drye  erber  manne  mit  namen :  Johans  Bock 
den  eilter  in  Kalbesgasse,  Heinbolt  Spender  und  Wernher  Sehöppfelin,  die  do  alle  tage 
ombe  litcii  oder  gan  söllent  von  eime  brotbeckerhuse  zu  dem  andern  und  süllent 
da/  brot  beschawen  in  den  hüsern  und  uf  den  laden  und  sünderliche  vor  dem 
io  Münster  uf  den  brotkarichen,  obe  ein  pfennewert  brotes  umbe  ein  pfennig  gebachen 
sy.  und  welles  brot  sü  zu  kleine  vindent  oder  zu  kleine  erkennent,  do  bessert  der 
brotbecker  5  sol.,  dieselben  süllent  sü  ime  gebieten  in  dryen  tagen  zu  gebende  bij 
30  sol. 

Es  sol  ouch  mit  namen  kein  brotbecker  kein  ander  brot  bachen,  denne  ein  brot 
15  umbe  ein  pfennig.  und  mügent  ouch  die  brotbecker  bachen  alle  tage  und  wie  dicke 
sü  wellent  und  welher  hande  brot  sü  wellent.  und  sol  ouch  das  antwerg  der  brot- 
becker hinnan  fürder  keine  hüte  darüber  setzen  noch  kein  gebot  oder  satz  under  in 
darüber  machen,  und  wer  es,  daz  sü  es  darüber  detent,  so  bessert  daz  antwerck 
5  &,  also  daz  buch  stat.  actum  et  pronuntiatum  die  dominica  proxima  post  diem 
so  scti  Remigii  '   anno  92. 

[iYac/isc/irift]  Wer  ouch  zu  kleine  gebachen  het,  daz  brot  süllent  die  drie  dün 
verköffen,  noch  dem  sie  beduneket,  daz  daz  brot  wert  sy.  die  brotbecker  sollent  auch 
alle  tage  bachen  und  welher  dis  gebotz  halb  ungebachen  were,  der  bessert  also  ma- 
nigen  tag  der  versitzet. 

2-,  Str.  St.  A.  Stdtord.  Bd.  20  f.  81. 

Gedr.  Brueker,  Straßb.  Zunft-  u    Polizeiverordnungen  S.  89,  das  Datum  dort  irrtümlich 
Januar  14. 

695.  König  Wenzel  an  Bischof  Nikiaus  von  Speier:  lassen  dich  wissen,  das 
unser  über  getrewer  Borziwoy  von  Swynar  lantvogte  in  Swaben  und  zu  Eisassen 
so  voir  unsern  wegen  einen  fruntlichen  tag  gemachet  hat  mit  den  von  Straspurg  gen 
Nuremberg  uf  den  samstag  nach  allerheiligen  tage  .  .  .  und  bittet  um  sicheres  Geleit 
für  die  zu  entsendenden  Strassburger  Boten.  geben  zu  Betlern  an  sand  Gallen 
lau  reg.   boh.  30  reg.  rom.    17  jar.  Retlern  189»  October  IG. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  49.  or.  eh.  I.  cl. 


(i!)(j.  König  Wenzel  an  Bischof  Friedrich  von  Strassburg :  gebietet  die  zum  Nürn- 
berger Tage  reitenden  Strassburger  Boten  sicher  zu  geleiten.  geben  zu  Betlern  an 
sand  Gallentage  reg.  boh.  30  reg.  rom  17.  lietlern  189»  (htober  16. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  76.  or.  eh.  I.  cl. 


Xnvbr.  I 


Uebergeschrieben  für  das  gestricliene  Heminiscere. 


374  1392 

697.  König  Wenzel  verspricht  allen  denen,  welche  von  Meister  und  Rat  zu 
Strassburg  zurdem  von  Landvogt  Borsiboy  von  Swinar  in  Nürnberg  am  Samstag 
nach  Allerheiligen  abzuhaltenden  Tage  gesandt  werden,  sicheres  Geleit.  geben  zu 
Betlern  an  sand  Gallen  tag.  a.  reg.  boh.  30  reg.  rom.   17.     Betlem  1392  October  16. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.'jiO.  or.  mb.  lit   pat.  c.  sig   i.  v.  impr. 


698.  Bürgermeister  und  Rat  von.  Basel  an  Straßburg :  verwahren  sich  gegen 
den  Vorwurf,  daß  sie  den  Straßburger  Bischof  im  Kriege  gegen  die  Stadt  unter- 
stützen. 1392  October  19. 

Dem   meister   und   dem   rate  der   stat   Straszburg   embieten  wir   Heinrich    Rieh 
ritter,  burgermeister  und  der  rat  der  stat  Basel:  als  ir  uns  verschriben  hant  von  des   '» 
überziehendes  wegen,  so  wider  üch  von  unsers  herren  des  kuniges  lantvogt,  unserm 
herren   von    Straszburg,   den  edelen    herren  marggraf  Bernharten  von  nidern  Baden, 
graf  Eberharten  von  Wirtemberge  und  andern  herren  beschehen  ist,  und  ouch  von  der 
stücken  wegen,  so  ir  wider  uns  verschriben  hant,  haben  wir  alles  wol  entstanden  und 
üch  uf  die  stücke  ze  antwurtende,  die  ir  wider  uns  verschriben  hant,  des  ersten  uf  ia 
daz,   wie  wir  den  unsern  söllent  gestattet  haben  uf  uch  ze  ziehende   und  ze  schedi- 
gende  etc.,  lassen  wir  uch  wissen,  das  unsere  rittere,  knechte  und  bürgere  in  sölicher 
gewonheite  bi  uns   harkommen   sint,    daz  si  herren  und  gesellen  gedienet  hant.    also 
sint  ouch  zu  unserm  herren  von  Straszburg  etlich  des  ersten  gezogen  und  kommen, 
dem  ze  dienende,  da  wir  getruwent,  das  si  ir  ere  gegen  üch  wol  bewart  habent.  was   n 
aber  in  darumb   widerfüre  oder   beschehe,   gat  uns  nützit  an  und  wistent  wir   ouch 
nit,  war  oder  uf  wen  die  reise  gienge,  denne  von  des  habern  schiffunge  und  holtzes 
wegen,    da  hat  unser  herre  von    Straszburg,    der  bi  uns  des  bystümes   phleger  und 
unser   herre   worden  ist,   dem  wir  auch   als  unserm  herren  gesworen  hant,   habern, 
holtzschiffung  und  ander  ding  dahar  bi  uns  und  ussewendig  gekouft.  darumb  wir  in   25 
nüt  ze  fragende  hattent   noch  cze  fragende  stund,    war  er  damitte  wolte,    als  ir  das 
selber  wol   merkent.   so    denne   von  der   schützen  wegen    bat   uns  unser   herre  von 
Straszburg,    dem  wir  als    unserm  herren   gesworen  hant,    im  50  schützen  ze  lihende 
mit  den  sine  schlosz  ze  verhütende,    die  haben  wir  im   ouch  als   unserm   herren   in 
sölicher  massen  verlühen  und  getruwent  ouch,    das  wir  sölich  lihunge  mit  eren  wol  w 
getün  möchtent  und  das  uns  die  sachen  vorgeschriben  nit  ze  verwissende  sient,  wand 
wir  in  allen  sachen  vor  und  nach  in  sölicher  massen  gefaren,   geworben   und  getan 
habent,  daz  wir  uns  getruwent   vor  herren  und  stetten    alwegent  wol  verantwurten. 
wie  aber   disem    allem  sie,    so  wissent,   daz  uns  die  sach   getruwelich  leit  ist  gesin, 
das  ir  dabi  wol  merken  und  glouben  mögent,  als  uns  vormols  fürkam,  wie  ein  heim-  35 
licher  unwille  zwüschent  unserm  herren  von  Straszburg  und  üch  were,    das  wir   da 
unser   erbern   guten  botten  wol  ze  drumolen  ussantent,    den  heimlichen  Unwillen  an 
unserm  herren  und  üch  ze  erfarende  und  eb  der  also  zwüschent  üch  were  ze   wer- 
bende, wie  der  hingeleit  würde,  da  uch  wol  kunt  ist,  in  weler  massen  unser   botten 
ie  von  üch  schiedent.   darnach  da  vast  gemein    rede  und  mere   gundent   bi   uns   sin  *i 
und    lieffent,    wie  vil  samnungen  werent   und  ein  grosz  volk   in  daz  land   züge  und 


1392  375 

niemand  wiste,  war  oder  wahin  daz  volk  nid  sich  oder  ob  sich  und  dehein  eygenschaft 
darinne  köndent  noch  möchtent  vinden  noch  haben,  da  santen  wir  aber  unser  guten 
botschaft  ze  stund  zu  unserm  herren  von  Straszburg,  die  sach  zu  erfarende  und,  eb 
wir  iergent  nütze  oder  gut  werent,   ze  werbende,    wie  das   land  ungeschädiget  blibe 

5  und  gern  darzii  unser  bestes  und  wegestes  geworben  und  getan  hettent,  wo  wir  daz 
ze  werbende  funden  hettent  und  noch  hüttis  tages  gern  tetent  und  uns  weder  koste 
noch  arbeit  darinne  beturet  hette  und  an  uns  vor  und  nach  nützit  erwunden  ist 
noch  erwand.  harumb  so  dunkt  uns  vaste  unzitnlich  und  unbillich  sin,  daz  ir  uns 
ze  disem  male  als  unfrüntlichen  verschriben  hant.    und  lassent  uns  bi  disem   botten 

ii)  verschriben  wissen  gentzlich  uwer  meynunge.  datum  sabbato  post  Galli  anno  etc.  92 
\In  verso.]  Dem  meyster  und  dem  rate  der  stat  Straszburg. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  mb.  1.  cl. 


699.  Notarielles  Vidimus   der  Absagebriefe  Bischof  Friedrichs  von  Blankenheim, 
Johannes  von  Bossenstein  des  bischöflichen  Vogtes   zu  Ortemberg,   des  Grafen  Hein- 
is rieh  von  Liitzelstein,  der  Herrn  Johann  von  Lichtenberg  und  Bruno  von  Rappoltstein. 
datum   anno   a   nativitate   Christi   millesimo   trecentesimo   nonagesimo   seeundo, 
indictione  quintadeeima  pontificatus   sanetissimi    in  Christo,   patris   et   domini    nostri 
Bonifacii  diviua  Providentia  pape  noni  anno  tertio  vicesima  die  mensis  octobris  hora 
vespertina  ejusdem   diei  presentibus    honorabilibus    viris    dominis :  Friderico  Buhardi 
so  preposito,   Erledomo   de   Dambach   decano,   Johanne    Wetzelonis   cantore   et   Nicoiao 
Bertschin  canonico  saneti  Thome   neenon  Erhardo  de   Kagenecke  preposito,  Volczone 
Hüffelin  cantore,  Wilhelmo  de  Parma  scolastico  et  Johanne  Ortelini  thesaurario  saneti 
Petri  argentiuensis  etc.  testibus  ad  premissa  vocatis  specialiter  rogatis. 

1392  October  20. 

25  Str.  St.  A.  AA.  1415.  or.  mb.  c.  sig.  pend.  del.  und  den  Notariatszeichen  und  Unterschrift 

der  Notare  Johannes  dictus  Grossklaus  und  Johannes  Nasoris  dietns  Netzebart  von 
Hagenau. 


700.  König  Wenzel  an  Pfalzgraf  Ruprecht  den  älteren :  mahnt  dringend  um 
Kriegshülfe  gegen  das  widerspännstige  Strassburg,  das  .  .  .  vormals  langest  mit  recht 

so  und  urteyl  in  unser  und  des  richs  acht  und  bann  kommen  und  noch  verlibe  uns 
und  dem  heiligen  riche  zu  smacheit  und  widerdrisz  .  .  .  und  gegen  das  er  schon 
lange  alle  Fürsten  und  Herren  aufgerufen  und  auch  Borsiboy  von  Swinar  geschickt 
habe  .  .  .  daz  er  sie  mit  macht  und  von  unsern  wegen  an  unser  gnade  roten  und 
brengen  solle,  der  sie  mit  andern  unsern  und  des  richs  furslen,  herren   und   under- 

86  tanen  mit  brande  und  andern  sachen  angriffen  und  beschediget  hat,  des  sie  alles  nit 
achten,  sunder  in  dem  frevel  lnütwilliclich  bliben,  und  ob  dyner  libe  ymand  und  sun- 
derlichen  die  von  Straszburg  icht  anders  schriben  des  glaube  nit  .  .  .  datum  Bett- 
lern quinta  feria  post  11000  virg.  reg.  boh.  30.  reg.  rom.  17.       BeUem  1392  October  24. 

Str.  St.  A-    AA.  107  nr.  74.  cop.  eh.  mit    Versendunguchnitten. 
VI.  48 


376  1392 

701.  Heinrich  zum  .hingen  von  Mainz  in  Sachen  der  Acht  an  Strassburg:  hat 
von  der  Absicht  an  den  Bischof  von  Bamberg,  Hynaseko  und  Borsiboy  je  einen  ver- 
siegelten Brief  zu  schicken  Kenntnis  genommen  und  hält  es  für  gut,  dass  man  Wil- 
helm von  Borne  und  seinen  (des  Briefschreibers)  Schwager  Volmar  von  Wickersheim, 
denen  er  sich  selbst  gerne  anschliessen  werde,  bitte  nach  Speier  zu  reiten,  damil  sie 
mit  jenen  Herren  in  Sachen  der  Acht  verhandeln.  dämm  Maguntii  feria  4  ante 
festum  beati  Martini  episCOpi   meo  sub  sigillo.  Mainz  1X92  November  G. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 


702.  Hagenau  an  Strazsburg:  bittet  ihren  Bürgern  Ulrich  zum  Bocke  und  Johans 
Zipperer  die  2  Rinder  und  Kälber  zu  ersetzen,  welche  ihnen  von  Strassburger  Knechten  io 
zu  Marienthal  geraubt  seien  und  beklagt  sich  über  die  barsche  Abweisung,  die  neulich 
ihr  Bote  durch  den  Stettmeister  erfahren  habe,  mit  Berufung  auf  die  alte  Freund- 
schaft beider  Städte  und  ihr  besonders  Verdienst  um  die  Aufhebung  der  Acht.  Ja, 
heimlich  hätten  sie  damals  .  .  .  ane  uwer  wissen  unser  ernstliche  Beheliche  Botschaft 
getan  zii  unsern  herren  und  zu  unsern  guten  fründen,  daz  sü  durch  gottes  willen  u 
durch  dis  landes  willen  gemeinlich  und  umbe  unsers  ewigen  dienstes  willen  ir  bestes 
darzu  redent  und  tünt,  das  ir  in  unsers  herren  des  kuniges  gnade  koinment :  geschehe 
das  niht,  so  müsze  Eilsasz  das  lant  verderben  und  manig  erber  man  rinnen,  der 
vertriben  wurt.        datum  sabbato  post  diem  seti  Martini  episcopi  anno  1392. 

1899  November  16.    2» 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 


703.  Borsiboys  von  Swinar  Geleitsbrief  für  die  in  Sachen  der  Achtsaufhebung 
nach  Nürnberg  reitenden  Straßburger  Gesandten.  1899  November  iß. 

Ich  Worziboy  von  Swinar  dez  römischen  künigs  hauptman  in  Beyrn,  lantvogt 
in  Swaben  und  czü  Eisassen  embewt  meinen  willigen  undertenigen  dinst  allen  hoch-  ■ 
geborn  forsten,  geistlich  und  werltlich,  graven,  freyen  herren,  rittern,  knechten  :  lieben 
herren.  ich  bit  ewr  gnad  mit  allem  fleisze  von  der  von  Straszburg  wegen,  daz  ir  die 
sicher  wollet  geleiten  leibs  und  güts,  wenn  sy  dez  an  euch  begern  czö  dem  tag  und 
im-i„:  i.  von  dem  tag,  der  da  sein  sol  czu  Nuremberg  von  suntag  sehirst  über  virezehen  tag. 

daz  wil  ich  allczit  umb  ewr  gnad  verdienen   sülehen  oder  merern.    und  dez  czu  or-  N 
künde  so  han  ich  mein  eigen  insigel  gedruckt  auff  disen  offen    brief.        der   geben 
ist  am  samstag  nach  sand  Merteins  tag  anno  1992. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  52.  or.  eh.  lit.  pat.  c.  sig.  sub.  I.  impr. 

704.  Ratsbeschluß  betreffend:  den  städtische»   Wachldienst  und  Instandsetzung 
der  Befestigungswerhe.1  t899  November  18.  M 

Unser  herren  meister  und  rot  hant  es  verurteilt: 

1  Zu  diesen  Kriegsvorkehrungen  mag  auch  erwähnt  sein,  was  Königshofen  berichtet  (Hegel  11,  756) : 
Adelnhofen  wart  abegebrochen  (1392)  —  do  brach  men  geiwe  abe,  die  voi  genanten  zwo  zilen  zwüsclieut 


1392  :i77 

Die  riere  sint  üborkomcn  der  stucke,  die  hie  nochgeschriben  gtot.  und  duiiekel 
sie  fd\  and  oütze  siu  und  isi  das  mit  Dämmen:  her  Cfintze  Geistbottzheim,  BthtoU 
von  Roszheim,  Werlin  Schöpfelin  und  Rfilman  Voltze.  daz  hant  ouch  meister  and  rol 
also  erkant.       actum  feria  quarta  ante  Thome  apostoli  anno  92,  #<«>. «. 

5  [1]  Zu  dem  ersten  daz  man  zwo  schiltwahten  mähte,  eine  vor  milternaht  anvinge, 

so  es  ehtuwe  slüge  und  die  umb  rittent,  untz  das  es  eins  slüge  und  die  ander  schill- 
wahte,  von  dem  das  SB  eins  slüge,  nutz  daz  es  dagete,  und)  rittent.  und  weller  von 
in  funden  wurde,  er  wer  kunstofeler  oder  antwergman,  der  mit  wacbete  oder  hnte  oder 
mil  do  were,  daz  es  denne  dieselben,  die  also  uinbrillenl   uml  es  eiuplündont  bi  der 

i»  tage  zil  zu  slunt  dar  noch  dem  ammanmeister  und  dein  rote  verkantest  bi  den 
eiden,  die  sij  der  stette  geton  hant.  und  daz  men  ouch  ein  pene  dar  uf  satte,  woller 

Bes  also  verbreche,  daz  der  bessert,  wie  es  der  rot  crkanle,  und  mit  varen  zu  lossen, 
so  würde  deste  bas  gehütet  und  ist  die  pene  5  sol. 
[2]  Item  daz  alle,  die  an  den  toren  und  porten  ligent  dag  und  naht  oder  ufTe  den 
'»  turnen,  das  die  verswürent  alle  spil. 

|:;|  Item  und  swurent  nieman  us  noch  in  zu  lossende,  er  helle  denne  sin  Wortzeichen 

oder  kantent  in  denne   oder  wer  heimisch,    wenne  vil  lüt  es  do  her  usz  oder   in   ist 

gegangen    one   Wortzeichen    und    ungefroget.     frogete   meu  es  aber  an  ohne    tor  und 

hiesefa  ime  sin  Wortzeichen,  hette  er  denne  keis,  so  ging  es  an  einander  tor,  da  men 

20  es  mit  frogete. 

[■1]  Item  und  dar  zii  swürenl  zu  hutende,  zu  wachende  und  daz  beste  und  daz 
wegeste  zii  tünde,  also  verre  sü  kundent  und  mohtent  und  bi  iren  porten  zii  blibende 
an  alle  geverde  und  daz  holz,  daz  in  gegeben  wurde,  zu  oueze  zu  rerbämende. 

[5]  Item  sü  duhte  ouch  gut,  daz  men  unter  den  swi bogen  an  der  steinen  brücken 
-:>  under  her  Heiszen  türlin  ein  gatter  mähte  oder  es  sus  verslüge. 

[P>]  Item  daz  men  vor  den  bedecketen  brücken'  versluge  mit  dicken  tuen  oder  mit 
zweigelingen,  wenne  es  sorglich  were,  kerne  ein  gefröste,  do  wil  der  ammanmeister 
einen  dargeben. 

[7]  Item  von  Closener  wegen,  der  do  ist  an  dem  schiffe  bi  sant  Stephans  brücke, 
3»  do  ist  den  vieren  fiirkomen,  daz  er  mit  nütze  do  sü.  daz  sol  men  dem  rote  verkünden. 
do  wil  der  ammanmeister  einen  geben. 

[8]  Item  sü  duhte  gut,  daz  men  an  Nopen  stai  an  den  Wissenturn  ein  andern 
dete,  Hügelin  von  Sehsselsheim. 

[9]  Item  daz  men  den  nuwen  turn  hünder  den  .lohansern  decke  und  büne,  daz  men 
du  uffe  gehüten  müge. 

[10]  Item  von  der  bedecketen  brücken  wegen,  do  sol  man  dem  rote  sagen,  daz  die 
tilen  umb  und  umb  abe  brichet,  daz  men  daz  wider  mahle.  actum  feria  tertia 
proxima  ante  Thome  aposloli  a.  d.   1U92. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20  nr.  2.   Papier streifen,  davor  eine  Aufrüstung  dess.   Datum*. 

dem  wissen  turne  und  dem  wighuso  wider  Künigeshofen;  men  brach  ouoti  das  dorf  zu  Künigoshofen 
gerwe  abe  und  mähte  acker  und  velt  do,  do  vor  hüser  attindont.  —  Ebenda  S.  785  wird  erzählt,  daß 
Thomas  und  Claus  von  Orostcin  als  Anhänger  des  Bischofs  aus  der  Stc  it  verbannt  wurden  .  .  .  über 
das  engelscho  mer,  do  sü  soltent  ir  leben  Hissen. 


378 


1392 


705.  Aufrüstung  der  städtischen  Mannschaften. 


[1392.] 


Dis    ist   die   constofel   in    Spette  r  g  a  sse. 

Item  hern  Zörnelin  von  Biilach  ritter.*  i 
Item  der  Kurtze  von  Kageneck  ritter.  * 
„     juncher  Dietterich  Burggrofe.* 
„      her  Hug  Tütscheman.* 
„     juncher  Claus  Humbreht. 

Berwig  Rotenburg.* 

Behtolt  von  Roszheim.* 

Hügelin  Zorn,  hern  Hüg  Zornes  seligen  sün.* 

Ber  von  Heilgenstein.* 

Johans  Schilt  der  junge.f 

Lawelin  Clobeloch  zum  güldin.* 

Claus  Nope  und  Wilhelm  sin  sün.* 

Reinbolt  Zorn  uffe  Rinecke.* 

Götze  von  Heilgen  stein.* 

Johans  Rudolf  von  Endingen.* 

Johans  Clobeloch  genant  Ytel  Clobeloch.* 

Wilhelm  Clobeloch  sin  brüder.* 

Johans  Clobeloch  zum  güldin.f 

Peterman  Clobeloch  zum  guldin  sin  brüder.* 
der  juncher  Clobeloch. 
juncher  Cünrot  Merswin.* 

Wilhelm  Twinger.* 

Rülin  Rebstock.* 

Dietterich  Rebstock  sin  brüder.* 

Gosse  Burggrofe  juncher  Dietteriches  sün.* 

Johans  Tütscheman  hern  Huges  sün.* 

Lienhart  Hüter.* 

Gosse  von  Mulnheim  hern  Walthers  seligen  sun.f 

Heitzeman  Gürteler. f 

Hesseman  Erlin.* 
Cünin  Hans  von  Westhofen. 


M 


25 


23  zu  füsz 
und  4  zu  rosz 


2  an  die  porten  (  322  ss 


27  guter 


1  *  bedeutet,  daß   der  Betreffende  zu  Fuß,  f  daß  er  zu  Roß  dient.    Im  Original  ist  für  ersteres 
ein  wagerechter  Strich,  für  letzteres  ein  Kreuz  beigefügt. 

2  Die  Zahlen  der  Summierungen  sind  ohne  Bücksicht  auf  ihre  Richtigkeit  genau  nach  der  Vorlage  40 
gegeben. 


1392  379 

Dis  ist  die  constofel  zu  santte  Thoman. 

Item  her  Wetzel  Marssiliis  ritter,  *  her  Hetze]  Marx  ritter.* 

„  her  Johans  Schilt. 

„  „     Reinbolt  Hüffelin  der  eilter.* 

•■>               „  „     Reinbolt  Wetzel.* 

„  juncher  Heitzeman  Wetzel.* 

„  „        Thoman  Lentzelin  der  huter. 

„  juncher  Rülin  Lentzelin  sin  brüder.* 

„  „        Johans  Spiegel.* 

10             „  „        Johans  Rertsche.* 

„  „        Reinbolt  Clobeloch.f 

„  „        Hetzel  Clobeloch  sin  brüder.* 

„  „        Cüntzelin     von  Gödertheim* 

„  „        Johans  von  Tygesheim.* 

15              „  „        Werlin  Hüffelin.* 

„  „        Claus  von  Westhus.* 

„  „        Johans  Lentzelins  juncher  Thomans  sün.* 

„  „        Diebolt  von  Dambach  Hessen  seligen  sün  von  Tanbach.* 

„  „        Clein  Rülin  Lentzelin. 

m             „  „        Johans  Lentzelin  sin  brüder.* 

„  „        Wetzel  Broger.* 

„  „        Hügelin  Völtsche.f 

„  „        Johans  Achenheim  juncher  Claus  seligen  sün  von  Achenheim.* 

„  „        Johans  Rosenberg  von  Mülnheim.* 

■              „  „        Fritsche  von  Heilgenstein  zürn  Rosse. 

„  Walther  Spiegel  juncher  Johans  Spiegels  sün. 

„  Grosz  Claus  Rebstock.f 

„  juncher  Walther  Erlin. 

„  „        Walther  von  Mulnheim.f 

so              „  „        Götze  von  Rümelnheim. 

„  „        Wilhelm  von  Rümelnheim  sin  sün. 

„  die  zwene  Elleherte  gebrüder  bi  juncher  Cünrot  Müller  in  dem  huse. 

18  zu  füsz 


18  zu  hisz 

,    .     ,.  10  an  die  porten   } 'Xi, 

und    t  zu  rosz  r 

22  guter 


Dis    ist  die   constofel    an   der   Öberstrosze 

Item  her  Claus  Berer*  und  sin  sün,  her  Johans  Buman. 
„    juncher  Claus  Rösselin.* 
„  „        Hans  Berer.  * 

„  „        Päwelin  Mosung.  f 

„  „        Johans  Mosung  sin  sun.  f 


380  1392 

Item  juncher  Walther  von  Mulnheim  dez  burggrafen  seligen  si'in.* 

„  „  Johans  von  Mulnheim.  f 

„  „  Peterman  von  Mulnheim  gebrüder.  * 

„  „  Claus  Gnipping.  * 

„  „  Claus  Brünlin.  *                                                                                            .<> 

„  „  Cüntzelin  Pfaffenlap.  * 

„  „  Johans  Pfaffenlap  sin  brüder.* 

„  „  Heinrich  Peterlin  von  Molsheim* 

„  „  Cüntze  Krebsser. 

„  „  Reinbolt  Föltsche.  *                                                                                     10 

„  „  Walther  Völtsche  sin  brüder.  * 

„  Hetzel  Rebstock  zürn  bilde. 

,,  juncher  Walther  Völtsche  frowe  Grede  Wetzelin  sun.* 

„  Johans  Völtsche  sin  brüder  pfründener  zürn  Münster. 

„  „  Peter  Swarber.                                                                                        15 

„  „  Cüntze  zur  Megde. 

„  „  Burghart  Meiger. 

t)  BSckelin  in  Grunewerder  gesselin.* 

M  „  Hug  von  Sehsselsheim. 

n  „  Walther  von  Firdenheim.                                                                          20 

„  „  Burghart  Buman.  f 

„  „  Walther  Buman.  f 

„  „  Walther  Swop.  * 

„  „  Cüneman  Nope.  * 

15  zu  füsz     „  ,.  ,       I  „. 

9  an  die  porten  :  31   » 
und  5  zu  rosz  ' 

äD  güterT" 

Dis   ist   die   constofel   zum   Mülstein'    zürn   ersten. 

Item  her  Claus  Zorn  der  Lappe. 

„  Johans  Zorn.  *  M 

„  Heinrich  Zorn.  * 

„  Hügelin  Zorn.  * 

„  her  Gosse  Engelbreht. 

„  Johans  Engelbreht.  f 

„  Wilhelm  von  Mulnheim.  * 

„  Böllelin  von  Mulnheim.  f 

„  Otteman  von  Mulnheim.  * 

„  Reinbolt  Hiltebrant.  * 

„  Rudolf  von  Vegersheim.  * 


1   Von  hier  an  von  anderer  Hand. 


l  :J92 


rwi 


Item  Groszhans  Hiltcbiant.  * 
llngelin  Schop.* 
Johans  Junge.  * 
Blüinenowe.  * 

her  Johans  Bog  der  eilter.* 
her  Johans  Bog  der  junge.* 
her  Claus  Bog.* 
Grosz  Ulrich  Bog.* 
Clein  Ulrich  Bog.* 
Peter  Bog.* 
Peter  Böckelin.  f 
Bernhart  Böckelin.  f 
her  Wernher  Sturm. 
Henselin  Sturm. 
Hugelin  Sturm. 
Göselin  Sturm  syne  sune.  f 
Gosse  Sturm  der  alte. 
Gosse  Sturm  von  Vegersheim  sin  sün.* 
Langhügelin  Sturm* 
Johans  von  Sturmecke.* 
Gosse  sin  brüder. 
Lauwelin  von  Wintertur. 
Henselin  sin  sön.* 
Walther  Wintertur  der  alte.* 
Walther  sin  sun.  * 
Walther  Wintertur  Geiler.  * 
Glausman  sin  brüder. 
Clein  Henselin  Wintertur. 
Claus  Bühssener. 
Gosse  Rebestock.* 
Jacob  von  Diemeringen,  f 
Claus  sin  bri'ider.* 
Alexius  Closeman.* 
Burekart  von  Roszheim.* 
Peter  von  Geidertheim.* 
Hannemann  sin  bri'ider.* 
Claus  Pl'ettensheim.* 
Herman  Ritter.* 


32  zu  füsz 
und  6  zu  rosz 

J58 


1 1  an  die  porten 


382 


1392 


Dis    sint   die   ph äffen. 
Zum    ersten. 
Item  der  sehülmeyster. 
„     her  Johans  Zellehans  der  schaffener. 
„     her  Andres  Röyte. 
,,     der  junge  Dieffendal. 
„     meyster  Johans  von  Hagenöwe. 
„  „        Johans  von  Sahssen. 

„  „        Eberhart  von  Nürenberg. 

„  „        Johans  von  Döchendorf. 

„  her  Ulrich  Kentziger. 
„  der  junge  Virnekorn. 
„     Symunt  der  Besemer. 


Dis  sint  die   constofeler  in  der  constofeln  z  ü  sant  Nyclause 

über    B  r  u  s  c  h. 

Item  zum  ersten  hern  Thoman  von   Endingen  ritter.* 
hern  Claus  von  Heilgenstein  der  meister  * 
und  Friderich  sin  sun.* 
Peterman  zum  Riet.* 
Mulnheim  Han  kircherre  zii  Vessenheim.* 
Clein  Zörnelin.* 
Lauwelin  Kurnagel.* 

Claus  von  Heilgenstein  der  junge,*  Thoman*  und  Hans*  sine  brüdere. 
Johans  von  Wolkesheim,  Heinrich  *  und  Joseph  sine  süne. 
Hügelin  von  Heilgenstein. 
Gosse  Clobelöch  Hüter. 
Nauwer. 

Reimbolt  Spender ,f 
her  Johans  Clobelöch.* 
Billung  zu  der  Megede.* 
Höwensteinf  und  sin  sun. 
Cüntze  zu  der  Megede  und  Claus  f  sin  sun. 
Hanz  von  Wintertur. 
Hans  von  Marckoltzheim.* 

Cüntze  von  Markoltzheim  *  und  Keiser*  sin  brüder. 
Claus  von  Dambach.* 
Pfettensheim.f 
Gosse  Sturm.* 
Thoman  zii  der  Megede.f 

Hesse  Pfaffenlap  der  burggrave  *  und  Cleinhenselin  sin  briider* 
Cüntzelin  Pfaffenlap.* 


1392 


888 


Item  Rüstelin.f 
„     Sigelin  von  Ehenheim.* 
„     Hug  Meinrich. 
„     Reimbult  Hüffelin  der  lange.* 


23  zft  füsz. 
und  6  zu  rosz. 
28  guter. 


(i  an  die  porten  j  39. 


Die   constofel  zu   sant   Peter.' 


Item  juncher  Wölfelin  von  Hochfeldin. 
„         Erbe  von  Bulfeszheim. 
„        Reinbolt  Snesze. 

her  Lyenhart  Zorn.* 

juncher  Johans  Löselin. 

her  Swartzgötze  von  Grostein. 
i5  „     der  lange  Hans  Swarber.* 

juncher  Reinbolt  Eppficher.* 
„         Friderich  Mansze.* 
„         Claus  Zorn.* 
„        Rudolf  von  Büetenheim.* 
„         Dietterich  von  Küngeszheim. 
„        Schochman  Laier.* 
„         Reinbolt  Surer.* 

her  Burekart  von  Mülnheim.* 

juncher  Heinrich  von  Mülnheim .* 
„         Burekart  von  Mülnheim.* 
„        Peterman  von  Dürnungen.* 
„         Hanneman  Rlüemelin.* 
„         Lütolt  von   Mülnheim.f 
„         Johans  von  Mülnheim.f 
„         Reinbolt  von  Mülnheim. 

der  von  Girbaden. 

juncher  Reinbolt  Lappe.f 

„         Cime  von  Rimelnheim.* 

her  Rülman  Swarber.* 

juncher  Adam  Löselin.f 
„         Reinbolt  Swarber.* 
„        Blümenöwe.* 

her  Hug  Klette. 

Friderich  Klette.* 


1    Von  hier  an  eine  dritte  llctwl. 
VI. 


49 


3U 


1392 


» 


Item  juneher  Reinbolt  zum  Trübel.f 
„         „        Claus  Junge.* 

„         Lauwelin  Junge.* 
„        Johans  Swarber  in  Kirchgasze.f 
„         Heinrich  Swarber.f 
der  wisze  Zorn.* 
juneher  Diebolt  Zorn.* 

„         Claus  Schultheisze.* 
„         Claus  Swarber. 
Romer  Heitze. 


» 


22  zu  füsz. 
und  7  zu  ritende. 


7  under  die  dor 


}«• 


29  guter. 


Dis   sint  die   personen  in   der   kunstofel    vor   dem    Münster. 


Item 


her  Örtelin  Mansze.* 

Lawel  Blenkelin.* 

Lawel  Blenckelins  sun. 

Lawel  Kristion. 

Hans  Kristion.* 

Hesseman  Hesse.* 

Heinrich  Hesse  sin  sun.* 

Hans  Hesse  sin  sun.* 

her  Johans  Berlin.* 

Gosse  von  Kagenecke.f 

her  Obrecht  Mansze.f 

Simunt  Wetzel* 

Böldel  Mansze.* 

Hans  von  Mülnheim  von  Eppfiche.f 

Hans  von  Wasselnheim.* 

Hans  Hesse  zum  Hawart* 

her  Ulrich  Bock.* 

Simunt  Büssener.* 

her  Heinrich  von  Mülnheim* 

Reinhart  von  Mülnheim  sin  sun.f 

Hans  von  Ramstein.* 

Hans  Rebstock.* 

Peterman  Rebstock. f 

her  Heitze  von  Mülnheim. 

hern  Heitzen  sun  von  Mülnheim. 

der  von  SchSnecke  sun  under  der  loben.* 

her  Reinbolt  Hüffelin.f 


15 


20 


26 


30 


35 


40 


1392 


Item  die  zwen  jungen  von  Schönecke.* 
lleilzman  von  Rechberg.* 
Hensel  zürn  Trubel. 
sin  brüder  der  junge. 
Küne  Mansze.* 
Hensz  Mansze  sin  sun.* 
Cläs  Mansze.f 

her  Johans  von  Kagenecke.* 
Herman  Wirich.* 
her  Johans  von*Stille.* 
Ulrich  von  Stille  sin  sun.f 
Eberlin  Kristion.* 
Johans  Schöne  Mansze.f 
Panfelin.* 

Reinbolt  Schiltikeim.* 
Erbe  Löselin.* 
Hans  Ingelbrecht  der  alte. 
Hensel  Ingelbrecht  der  junge.* 
Mürsel  Berlin. 
Ulrich  Löselin.* 
Wilhelm  Gürteler. 
Peter  Blumlin.f 
Pfettesheim,* 
Reinbolt  Rebstock. 
Bernhart  Löselin.* 
Hügelin  Ripelin.* 
Hans  Peterlin.* 
Bernhart  von  Matzenheim.f 
Hügelin  von  Ehenheim. 
Hanseman  Sturm. 
Heitzeman  Russer.* 
Küntzel  Russer. 
Werlin  Störkelin.f 
Henselin  von  Ehenheim.* 
Lawelin  zdr  Birken* 
Küntzel  Löselin. 
Ileitzel  Masenu'inster. 
Friderich  von  Ochsenstein.* 
Frantze  in  sant  Anthonien  hof* 
Hesseman  Broger.* 
Bülin  Stöibe  Hase. 
Friderich  von  Hochfelden.f 
her  Hügel  der  artzot. 


1392 


Item  Betschelin  von  Rosheim. 
„     Werlin  von  Halle.f 
„     Friderich  von  Hochfelden.1 


39  zu  fusz. 
und  14  zu  rosz. 
53  guter. 


17  under  die  porten 


70. 
i 


Die    constofel    am    Holwige.* 

Item  juncher  Hug  Süesse. 

„  her  Götze  von  Grostein. 

„  juncher  Ulrich  Löselin.f                                                                                           10 

„  „         Wilhelm  zum  Riet.f 

„  „        Behtolt  zürn  Riet.f 

„  her  Johans  von  Wickersheim.* 

„  her  Hanneman  von  Wickersheim* 

„  juncher  Cunrot  von  Wickersheim.                                                                          15 

„  „         Cöntzeman  Rebestok.* 

„  „         Werlin  Leiterberg.* 

„  „         Cüntze  Lentzelin.* 

„  „         Frantze  Lentzelin* 

„  her  Johans  Tützman.                                                                                                 20 

„  juncher  Johans  Tützman.* 

„  „         Arbegast  Tützman.* 

„  „         Ludewig  von  Wickersheim.f 

„  „         Friderich  von  Duntzenheim. 

„  „         Peterman  von  Duntzenheim.                                                                       25 

„  „         Richenberg. 


>) 


Lauwelin  Rebestok. 


9  zu  füsz.       n        ,       ,.  .        )  nn 

6  under  die  porten    l  20. 
und  4  zu  rosz. 


13  guter. 
Summa  08  an  die  porten  von  den  constofeln. 


Die  brotbeckere  31. 
„     würte  80. 

„     goltsmide  und  schiltere  54. 
„    gerwere  32. 
„     schiflüte  120. 


1  Diese  beiden  letzten  Namen  und  die  Summierung  sind  von  anderer  Hand  hinzugefügt. 

2  Beginnt  wieder  eine  andere  Hand;  Summierung  von  anderer  Hand. 


1392  387 

Die  schüchsütere  80. 

„  wagenere  28. 

„  smide  42. 

„  koffere  70. 

„  schifzimberlüte  14. 

„  vaszzieher  8. 

„  grempper  und  seiler  80. 

„  winsticher  und  underkofler  37. 

„  zimberlüte  41. 

io  „  scherer  und  bader  24. 

„  kornlüte  50. 

„  kremere  100. 

„  webere  31. 

„  snidere  90. 

a  „  murere  32. 

„  gartenere  110  man. 

„  B&ltzmitter  19. 

„  kürsenere  37. 

„  oleylüte,  duchscherere,  müllere  20. 

20  „  metziger  00. 

„  vischer  60. 

„  tücher  40. 

„  winrufler  und  winmessere  60. 

Von  den  constofeln  230. 
as           Gedenckent  an  die  werg  und  die  boler. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  20  nr.  2.  l'apierstreifen  von  3'/,  Meter  Länge,  zusammengenäht 
aus  einzelnen  von  verschiedenen  Händen  beschriebenen  Blättern. 


?()().  Aufrüstung  und  Aufstellung  der  städtischen  Mannschaften. 


[1302.] 


I. 
Dis  teil  solsin  zu  rosz  by  Conen      Item  her  Cünrat  Armbroster 
von    Kolbotzheim   und    sollent    dise 
hie  nochgeschribene  by  ime  sin,  die 
ime  zi'i  gegeben  sint.  und  sollent  die 
der  stette  venlin  by  in  haben: 

Zinn  ersten  her  Lienhart  Zorn  genant 
Schultheisz  ritter  der  vier  meister  einre. 


Reinbolt  Spender. 

Hans  Swarber  in  Kirchgasze. 

Cünrat  Müller,  [gestr.] 

Lütolt  von  Mülnheim. 

herr  Reinbolt  Hüflelin. 

Hans  Swarber  in  Kirchgasse. 


Item  her  Obrecht  Mansze.  [gestr.] '  Dise  wartent  alle  ufl*  die  baner 




heft,  in  dem  die  Liste  steht,  ein  Blatt  mit  einer  die  Aufrüstung   betreffende   Verordnung   von  1397  etn- 
*o   gelteftet  ist.   Vgl.  dieselbe  unter  20.  August  1397. 


388  1392 

Item  von  der  cunstofel  Sant  Peter.        „     Rüstelin. 
Item  her  Lienhart  Zorn  genant  Schultheiss     und  Clausman  zur  Megde 
ritter. 

„    Hans  Swarber  in  Kirchgasse. 

„     Heinrich  Swarber  sin  sun.  \jjeslr.\ 

„     Lütolt  von  Mülnheim. 

„     Lütolt  Hans  sin  sun. 

„     Reimbolt  Lappe. 

„     Adam  Löselin. 

„     Reimbolt  zu  Trubel. 

[Summa]  8 


[Summa]  6. 

Von  der  constofel  in  Spettergasze. 
Item  Johans  Schilt. 

„     Hans  Klobelöch  zum  Güldin. 

„     Gosze  von  Mülnheim. 
und  Heitzeman  Gürteler. 

[Summa]  4. 


Item   von  der  cunstofel   vor 
dem    Münster. 

Item  her  Reinbolt  _Hüffelin  ritter. 

„  Obreht  Mansze.  [gestr.] 

„  Gosze  von  Kagenecke. 

„  Hans  von  Mülnheim  vonEpfiche.f^e^r.] 

„  Reinhart  von  Mülnheim. 

„  Claus  Mansze. 

„  Peterman  Rebestock. 

o 

„     Ulrich  von  Stille. 
„     Johans  Schömansze. 
„     Peter  Blumelin.  [gestr.] 
„     Bernhart  von  Matzenheim. 
„     Werlin  Störckelin. 
,.     Werlin  von  Halbe 
und  Friderich  von  Hochfelden. 

[Summa]  14. 

Von  der  cunstofel  in  Kalbesgasze. 

Item  Hans  Engelbreht.  [gestr.] 

„     Böllelin  von  Mulheim,  [gestr.] 

„     Peter  Böckelin.  [gestr.] 

„     Bernhart  Böckelin. 

„     Gösselin  Sturm,  [gestr.] 

und  Jacop  von  Diemeringen. 

[Summa]  6. 

Von  der  cunstofel  Sant  Niclause. 

Item  Reinbolt  Spender. 
„     Thoman  zur  Megde. 
„    Pfettensheim.  [gestr.] 
„    Obreht  von  Höwenstein.  [gestr.] 


Von  der  cunstofel  Sant  Thoman.  io 

Item  Reinbolt  Klobelöch. 

„     Hügelin  Völtsche. 

„     Claus  Rebestock. 

und  Walther  von  Mülnheim. 

[Summa]  4.   is 

Von  der  cunstofel   an   der   Ober- 
strosze. 

Item  Paulin  Mosung.  [gestr.] 

„     sin  sun.  [gestr.] 

„     Hans  von  Mülnheim.  [gestr.].  i0 

„     Bürckelin  Buman. 

„     Walther  Buman. 

[Summa]  5. 


Von   der   constofel  am   Holwige. 

Item  her  Wilhelm  zum  Riet. 
„     Berchtolt  zum  Riet  sin  sun. 
„     Ulrich  Löselin. 
„     Ludewig  von  Wickersheim. 

[Summa]  4. 

Von    den    schiflüten. 

Item  Henselin  Lunbart. 

„    Nellesheim. 

„     Ellenheim  Lawelin. 

„     Claus  Bernaltzwilre. 

„     Hans  von  Burgheim. 

und  Rüfelin  Wahsicher. 

[Summa]  6. 


H 


Von   den    kremern 
Item  Claus  Barpfennig. 
„     Heinrich  Karle.  [ffeslr.] 
„     Läwelin  Voltze.  [ffeslr.] 
„    Cüntzelin  von  Rotwilre. 
„     Hans  Kriese. 
„     schaffener  Cüntzelin. 
„    Claus  01er. 
„     Meyenberg. 
„     Stengelin. 
„     Leppichin.  [ffeslr.] 


1392 

Von  den  goltsmiden   und  schiltern. 

Item  her  Cünrat  Armbroster. 

„     Jacob  Fryburger. 
und  Hans  Kämmerer. 

[Summa]  3. 

Von   den   saltzmüttern. 

Item  Werlin  Güldin  Schaf. 

[Summa]  1. 

Von  den   kornlüten. 


Von  den  wurten. 

Item  Marx  Hüter.' 

„     Fritscheman  z&m  Hörne. 

„     Otteman  z&m  Slnssel. 

„     Hügelin  zu  Grünenberg 

und  Cüntzelin  Pfettensheim. 

[Summa]  5. 

Die   metzigere   sollent    uszrihten. 

Item  Wilhelm  Heitzelin. 

„     Peter  Museler. 

„    Henselin  Betscholt. 

„     Wilhelm  von  Berse. 

[Summa]  4. 

Die   tüchere   sollent    uszrihten. 

Item  des  Heilmans  sun. 

„     Verwer  Henselin. 

und  Gerhart  Henselin. 

[Summa]  ,'i. 


[Summa]  10.     Item  Cünrat  Müller,  [ffeslr.] 
„     Cüntzelin  Kesselring. 


[Summa]  2. 


Von  den  seilern  und  gremppern. 
Item  Tüfel  Läwelin. 
„     Jeckelin,  der  Riffen  kneht  waz. 

[Summa]  2. 

Von   den   kürsenern. 

Item  der  junge  Münchelin. 

[Summa]  1. 

Von    den   winstichern. 
Item  gebur  Claus. 

Von    den    düchscherer n. 
Item  des  Armbrosters  dohterman. 

[Summa]  1. 

Item  und  alle  andere  soldernere  und 
(licnere,sie  sient  mitglefen  oder  einspennig. 


Dis    ist   das   anderteil,   und    sint 
zu    füsz. 
Zu  dem  ersten   her  Claus  von   Heil- 
»5  genstein   der  meister,  der  sol  haben  die 
grosze    unserre    frawen    baner.    by    dem 
sollent  sin,  die  ime  zu  gegeben  sint. 
Item  her  Thoman  von  Endingen  ritter. 
„     Johans  Bock  von  Bockenheim  [ffeslr.] 
„     her  Wilhelm  Metziger. 
„    her  Heitzeman  Lymer. 


II. 


rittere. 


Und    dise    cunstofel    von    der 
cunstofel    vor    dem    Münster. 
Item  her  Heitz  von  Mülnheim  ritter. 
„     Heitzelin. 
„     Johans  von  Kagenecke.  I 

« 

Ortelin  Mansze. 
Läwelin  Blenckelin. 
Läwelin  Kristion  der  eilter. 
Hesseman  Hesse. 
Heinrich  Hesse  sin  sun. 


390 


Hans  Hesse  sin  sun. 

Johans  Berlin. 

Symunt  Wetzel. 

Böldel  Mansze. 

Hans  von  Waszelnheim. 

Hans  Hesse  zürn  Hawart. 

her  Heinrich  von  Mülnheim  in  Brant- 
gasze. 
Heinrich  von  Mülnheim  von  Lan- 
desberg. 
„     Berchtolt  Zorn  ritter. 

Ulrich  Bock. 

Symunt  Buhsener. 

Hans  von  Bamstein.  [gestr.] 

Hans  Bebestock. 

Hans  von  Schönecke   under   der  lo- 
ben, [gestr] 

Wilhelms  seligen  sun  von  Schönecke 
der  eilteste. 

Heitzeman  von  Bechberg. 

Cüne  Mansze. 

Henselin  Mansze  sin  sun. 

Herman  Wirich. 

Eberlin  Cristion. 

Panffelin. 

Beinbolt  Schiltikeim. 

Erbe  Löselin. 

Hans  Ingelbreht  der  junge. 

O 

Ulrich  Löselin. 
Pfettensheim. 
Bernhart  Löselin. 
Hügelin  Bippelin. 
Hans  Peterlin.  [gestr.] 
Heitzeman  Buffer,  [gestr.] 
Henselin  von  Ehenheim. 
Läwelin  zur  Birken. 
Friderich  von  Ochsenstein. 
Frantze  in  sante  Anthonienhof. 
Hesseman  Brager. 

[Summa]  49. 


1392 

Von    der   cunstofel   sant   Niclause. 

Zürn    ersten   her    Thoman    von   En- 
dingen. 
Item  Hans  Biidolf  sin  sun  usz  Spettergasze. 

her  Friderich  von  Heilgenstein. 

Peterman  zu  Biet. 

Mülhan(!)  der  kirchherre. 

Klein-Zörnelin. 

Läwelin  Kurnagel. 

Claus  von  Heilgenstein  der  junge. 

Thoman  von  Heilgenstein. 

Hans  von  Heilgenstein  sin  brüder. 

Heinrich  von  Wolkensheim.  [gestr.] 

Johans  Klobelöch. 

Billung  zur  Megde. 

Hans  von  Marckoltzheim.      j 

Cüntze  von  Marckoltzheim.  \  [gestr.] 

Keyser  von  Marckoltzheim.  ] 

Claus  von  Dambach,  [gestr.] 

Gosse  Sturm,  [gestr.] 

Hesse  Pfaffenlap  der  burggrofe. 

Kleinhenselin   Pfaffenlap  sin  brüder. 

Cüntzelin  Pfaffenlap. 

Sygelin  von  Ehenheim. 

Beinbolt  Hüffelin  der  lange. 

[Summa]  22. 


Und   darzü  von   den   antwercken 

von    iedem    antwercke,    alz    vil 

hie    nochgeschriben    stot. 

Item  von  den  küffern  70  man. 

vaszziehern  8  man. 

gremppern  und  seilern  80. 

winstichern  37  man. 

zimberlüten  41  man. 

seherern  und  badern  24. 

kornlüten  50  man. 

kremern  100  man. 

wövern  31  man. 

metzigern  40  man. 

tüchern  40  man. 
alle  bereit  gewoffent  und  erzüget  mit  iren 
beingewanden. 


30 


1392 


■  M 


[Lücke] 

Von  den  kremern  Rülman  Voltze  und  Ru- 
dolf Voltzen. 
„      „    taetzigera  Hüller. 

o 

„       „     kornlüten  Ulrich  Hünrer. 
Item  schaffener  Blochholtz. 

Drse    zwölfe   sollent   gen   vor  des 

meister    baner. 
Item  Symunt  Wetzel. 

„     Heitzeman  von  Reehberg. 

„     Hennan  Wirich. 

„     Erbe  L6selin. 

„     Läwelin  zur  Birken. 

„     Friderich  von  Ohsenstein. 

„     Hans  von  Marckoltzheim.  [f/eslr.] 

„     Reinbolt  Huffelin  der  lange. 
Rülman   Voltze. 


Item  Rudolf  sin  vetter. 
„     Hüller  der  metziger. 
„     Ulrich  Hünrer. 

So    süllent   dise    nebent    dem 
meister    und     der     baner     ston. 

Item  uff  der  rehten  siten: 

„    Joh.  von  Wickersheim   und  sin  sun 
rittere. 

„     her  Thoman  von  Endingen. 

„    Johans  Bock  von  Bockenstein. 

„     her  Wilhelm  Metziger. 
Item  uff  der  linken  siten: 

„     her  Johans  von  Stille,  [pestr.] 

„       „    ürtelin  Mansze. 

„      „    Heitzeman  Lymer. 

„     Blochholtz  der  alte. 


III. 


Dis    ist    das    dirte    teil,   und    sint 
zu    f ü s z. 

/üiii  ersten  her  Claus  Bock  der  vier 
meister  einre  (der  sol  haben),  by  dem  sollent 
sin,  die  ime  zu  gegeben  sint. 
Item  her  Burekart  von  Mülnheim  ritter. 

„     Reinbolt  Huffelin  der  alte 
und  her  Heitzeman  Kranich. 

Unde    dise    cunstofeler    von    der 
cunstofel   Sant    Peter. 

Itcin  der  lange  Hans  Swarber. 

„  Reinbolt  Eplicher. 

„  Friderich  Mansze. 

„  Claus  Zorn. 

„  Rudolf  von  Bütenheim. 

,,  Dielherich  von  Künigeshcini. 

„  Schochman  Maler. 

„  Reinbolf  Surer. 

„  her  Burkart  von  Mülnheim. 

„     Heinrich    I 

.,      ,        \  sine  sune. 
„     Burekart  J 

„     Reterman  von  Dürningen.  [t/cs/r.] 


„  Hanneman  Blümelin.  [geslr.] 

„  Cüne  von  Rümelnheim.  [geslr.] 

„  her  RCilman  Swarber. 

„  Reinbolt  Swarber. 

„  Bliunenöwe. 

„  Friderich  Klette. 

„  Claus  Junge. 

„  Läwelin  Junge. 

„  Claus  Zorn  Schultheiss. 

[Sumina]  22. 

Von  der  cunstofel  in   Kalbesgasze. 

Itcni  Hans  Zorn  von  Eckerich. 

„  Heinrich  Zorn  sin  brüder. 

„  Hügelin  Zorn  Heilant. 

„  Wilhelm  von  Mülnheim. 

„  Otteman  von  Mülnheim. 

„  Reinbolt  Ililtebrant. 

„  Rudolf  von  Vegersheim.  [geslr.] 

..  (iroszhans  Ililtebrant.  \je$tr.] 

„  Hügelin  Schöp.  [geslr.] 

„  Johans  Junge. 

„  Blünienowe.  [i/eatr.] 


VI. 


50 


392 
Item 


1392 


Grosz-Ulrich  Bock. 

Klein-Ulrich  Bock. 

Peter  Bock. 

Peter  Bock. 

Gosze  Sturm  von  Vegersheim. 

Lang-Hügelin  Sturm. 

Hans  Sturm  von  Sturmecke. 

Henselin  Läwelins  sun  von  Wintertur. 

Walther  Wintertur  der  alte. 

Walther  sin  sun. 

Walther  Geiler. 

Gosze  Bebestock. 

Claus  von  Diemeringen. 

Alexius  Closeman. 

Burekart  von  Boszheim. 

Peter  von  Gödertheim. 

Hanneman  sin  brüder. 

Claus  Pfettensheim. 

Herman  Bitter. 

[Summa]  3ü. 


Von   der   cunstofel    am    Holwige. 

Item  her  Johans  von  Wickersheim  rittere 
[geslr.] 
„       „     Hanneman  sin  sun  rittere.  [yeslr.] 
„     Cüntzeman  Bebestock. 
„     Werlin  Leiterberg. 
„     Cüntze  Lentzelin. 
„     Frantze  Lentzelin. 
„     Johans  Tütschman. 
„     Arbegast     Dütscheman     gebrudere. 

[r/estr.] 
„     Friderich  von  Duntzenheim. 

[Summa]  8. 


n        " 


Item  von  den  schüchsütern  80. 
„       „       „     wagenern  28  man. 
„       „       „     smiden  42. 

scliifzimberlüten  14. 
saltzmiillern  19. 
[leerer  Raum] 
Item  Ürich  Gosze. 
„     Anshelm  von  LSselin  kneht. 
„     Cunen  Hans  von  den  gerwern. 


Dise  sollent  vor  der  baner  gen,  die 
hern  Claus  Bocke  empfolhen  ist. 

Item  Büdolf  von  Butenheim,  [ffestr.] 

„  Schochman  Maler. 

„  Hans 

„  Heinrich 

„  Beinbolt  Hiltebrant  von  Mülnheim. 

„  Hügelin  Schöp. 

„  Grosz  Ulrich  Bock. 

„  Lang-Hügelin  Sturm. 

,,  Gosze  Bebestock. 

„  Cuntze 

„  und  Frantze 

„  Ulrich  Gosze. 

„  Conen  Hans  der  gerwer. 


Zorne  von  Eckerich. 


Lentzelin  gebrüdere. 


So  süllent  dise  nebent   hern   Claus  25 
Bocke     und     der     baner    uff    der 
rehten    s  i  ten   s  ton. 

Item  her  Burkart  von  Mülnheim  ritter. 
„     Beinbolt  Hüffelin  der  eilter. 
„     Heintzeman  Kranich.  m 


So  sint  dise  von  den  antwerken. 


So  süllent  dise  uff  der  linken 
siten    s ton. 


Item  von  den  brotbeckern  31. 
„       „       „     würten  80. 
„       „       „     goltsmiden  und  schiltern  14.     Item  her  Bülman  Swarber  ritter. 

„       „  ,,     gervern  'A2.  „     Peter  Bock. 

„       „  „     schiflüten   120.  und  Anselm  Spirer. 


1392 


:t<K! 


IV. 


[)is 


ist     das     vier  de 
s  ii  1 1  e  n  t   sin   zu 


rittere. 


teil,     und 

f  i'isz. 

Zum  ersten  bei  Bietherich  Burggrafen 

der  vier  meister  einre  (der  sol  haben),  by 
dem  Bollent  sin,  die  ime  zu  gegeben  sint. 
Item  her  .lohans  Wiszzorn  und  her  Adam 
Zorn. 
„    Reinheit  Wetzel. 

„     und  her  Heitzeman  Lymer.  [f/cilr.]1 
„     Diebolt  Zorn  von  sant  Peter. 

Von  der  constofel   in   Spettergasze. 

Item  her  Zörnolin  von  Bulach 
,,     her  Johans  von  Kagenecke 
..     Hug  Dütscheman. 
Herwig  Rotemburg. 
Becbtold  von  Rosheim. 
Hügelin    von   Zorn   her  Hug  Zornes 

seligen  sun. 
der  von  Heilgenstein. 
Läwelin  Klobelöeh  zum  Guldin. 
Claus  Nosse. 
Wilhelm  sin,  sun. 
Reinbolt  Zorn  ufT  Rinecke. 
Götze  von  Heilgenstein. 
Ytel  Klobelöeh         1 
Wilhelm  Klobelöeh  f  ^brüdere- 
Pelorman  Klobelöeh  zürn  Güldin. 
Wilhelm  Twinger. 
Rulin  Rebestoek 
Dietherich  Rebestock 
Grosze  Hurggrafe. 
Hans  Dütschman. 
Licnharl  Hüter. 
(los/.c  von  Mülnheim.  [gestr.] 
Hesseman  Erlin. 

[Summa]  iJ.'i. 


gebrudere. 


Von   der   constofel   sant  Thoman. 
Item  her  Wetzel  Marsilis  ritter. 

,,     Reinbolt  Wetzel. 

„     Heitzeman  Wetzel. 

„     Rulin  Lentzelin  der  eilter. 

„     Johans  Spiegel. 

„     Johans  Hertsche. 

„     Hetzel  Klobelöeh. 

„     Güntzelin  von  Gödertheim.  [yestr.] 

„     Johans  von  Tygesheim. 

„     Werlin  Hüffelin. 

„     Claus  von  Westhusz 

„     Johans  Lentzelin   Thomans  sun. 

„     Diebolt  von  Dambach. 

„     Johans  Lentzelin  Klein  Rülinsbrüder. 

„     Wetzel  Brager. 

„     Johans  von  Achenheim. 

„     Johans    Rosenberg    von    Mülnheim. 
[ffesir.] 

[Summa]  IS. 

Von   der   Gunstofel   an   der  Ober- 
strosze 

Item  Claus  Berer  und  sin  sun. 
„     Claus  Rösselin. 
„     Hans  Berer.  [gestr.] 
„     Faulin  Mosung.  \//eslr.] 

Johans  Mosung  sin  sun.  [//eslr.] 

Walther    von     Mülheim    des     burg- 
grafen  seligen  sun. 

Hans  von  Miilnheimsin  bröder.L/«ff\] 

Peterman  von  Mülnheim  sin  bri'ider. 

Claus  Gnipping. 

Claus  Brünlin. 

Güntzelin  PI'afTcnlap.  [gestr.] 

Johans  Pfaffenlap  sin  brüder. 

Heinrich  Peterlin  von  Mollesheim. 

Reinbolt  Völtsche. 


1    Darüber  ist  geschrieben  aber  ebenfalls  wieder  durchstrichen:  Hanseman  Peyer. 


394 

Item  Walther     Völtsche 
sun. 
„     Swartz  Böckelin. 
„     Walther  Swop. 
„     Cüneman  Noppe. 


1392 

frowen    Greden 


[Summa]  15. 


So    sint    von    den    ant werken. 

Item  die  snidere  90  man. 

„       „    murere  32  man. 

„       „    gartenere  110  man. 

„       „    kürsenere  37  man. 

„       „    oleylüte,  duchscherere  und  mid- 
iere 20. 

„   '   „    vischere  40  man. 
alle  wol  erzöget  und  bereit. 
Hug  zum  Stösse. 
Cuntzeman  Merckwilre. 
[Lücke] 

Der  von  Wickersheim   und  her  Wil- 
helm Metziger,  dise  sollent  daz  volk  stellen. 


Dise  solvent  riten  hinder  dem 
volke  und  das  volk  anschryen 
und  anrüffen,  ebe  deheinre 
wencken  wolte. 

Item  her  Wernher  Sturm. 
„     schaffener  Blochholtz.  [geslr.] 
„     der  jungher  Klobelöch. 
Gosze  Sturm. 
Reinbolt  Süsze. 
Wernher  Schöpfelin. 


» 


Dise  sollent  vor  der  baner  gon,      , 
die     her    Dietherich     Burggrofe 
het. 

Item  Berchtolt  von  Roszheim. 

„  Ber  von  Heilgenstein.  » 

„  Itel  Klobelöch. 

„  Wilhelm  Klobelöch. 

„  Hetzel  Klobelöch. 

„  Claus  Rösselin. 

„  Walther    von    Mülnheim    des    bürg-  io 

grafen  seligen  sun. 

„  Claus  Gnipping. 

„  Heinrich  Pellin  von  Mollesheim. 

„  Diebolt  Zorn. 

,,  Hug  zürn  Stoffe.  '» 

„  Cuntzeman  Merckwilre. 

So  süllentdise  nebent  hern  Diethe- 
rich   Burggrafen    und    der   baner 
uff   der    rehten    ston. 

Item  her  Johans  Wiszzorn  ritter. 
„     Beinbolt  Wetzel. 
„     Hanseman  Peyer. 

So    süllent    dise    uff    der    linken 

siten    ston. 
Item  her  Zörnelin  von  Bftlach  ritter.  [geslr.]  25 
„      ,,   Johans  von  Kagenecke 
..    Wetzel  Marsilis 


rittere. 


So   sullent    in    der    stat   bliben 
by    dem    ammanmeister. 

Her  Gosz  Engelbreht 
.,     Heitz  von  Mülnheim 


rittere. 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20.  nr.  7.   schmales  Papierheft,  undatiert,  doch  das  Jahr  1392 
ergiebt  sich  aus    den  vorkommenden  Namen  der    Stettmeister. 


707.  Friedensvertrag  zwischen  König  Wenzel,   dem  Bischof  von  Straßburg  und 
ihren   Verbündeten  einerseits  und  der  Stadt  Straßburg  anderseits.  ^ 

Betlern  1393  Januar  1. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig   czu  allen   czeiten  merer  des 
reichs  und  kunig   zu    Beheim   bekennen  und   tun  kunt  offenlichen  mit  diesem  brive 


1393  395 

allen  den,  die  in  sehen  oder  hören  lesen,  das  wir  mit  rate  fursten,  geistlicher  und 
werntlicher,  herren,  graven,  freyen  und  andern  des  heiligen  reichs  getrewen  unsern 
reten  usgetragen  haben  und  zurate  worden  sein,  das  alle  czweitracht  und  krige,  als 
sich  c/.wischcn  uns,  den  fursten  und  herren,  unsern  und  des  reichs  getrewen  an 
5  einem  teile  und  dem  meister,  ra,te  und  burgern  gmeinlichen  der  stat  zu  Strassburg 
an  detri    andern    Icile  vorlawffen    haben,    durch    gemeines    nuczes   und    frides  willen 

»beyde  unserr  und  des  reichs  fursten    und   herren  lande  und  leute  hingelegt  und  ab- 
getan haben,  das  sie  gerichtet  werden  in  aller  massen,  als  hernach  geschriben  stet : 
Czum    ersten    sullen    wir   die    von    Strassburg  us  der  acht  und  aberacht  lassen 
io  und  wollen  ouch  umb  alle  vergangen    sachen,    die    sich    vorlauffen   haben    uf  diesen 
heutigen  tag,  wie  sich  die  vorlauffen   haben,  ir   gnediger  herre   sein    und  wollen  in 

»ouch    die   brive  heissen    geben    vor    dem    recht,   das  do   czu  Hagenowe  sein  sol,  als 
hernach  geschriben  stet,  item  was   ouch  die    fursten,  herren    und  die  stat  zu  Strass- 
burg freyheiden,  brive,  gerichte  und  gute  gewonheid   redlichen   herbracht  haben,   es 
,5  sey    umb    schulde,  leipgedinge,    pfantgute    oder   widerkawffen,  dobey    sol    iglichs    teil 
bleiben  und  sullen  ouch  uf  beydeseyte  bey  allen  iren  briven  und  hantvesten,  die  sie 
von  unsern  vorfaren  an    dem    reiche  und  uns  oder   yemanden   anders    redlichen   er- 
worben und  herbracht  haben,  geruhlichen  bleiben,    item   es  sullen  ouch  alle  sachen, 
die  sich  vorlauffen  haben  in  dem  krige  czwischen    uns   und   von  des   reichs  wegen, 
an  andern  fursten,  herren,  rittern  und   knechten    uff  ein  seyte  und  den  von  Strassburg 
uff  die  ander  seyte,  es  sey  umb  prand,    mortt,    name   oder   übergriffe   oder  worumb 
d;is  sey,  abe   und  ein  vorrihte  und  vorteydingte  sache  sein,    doch    so  mag  sich    der 
bischoff  von    Strassburg   und  die  andern   herren,    die   do   beschuldiget   sein   an  iren 
eren,  als  sie  sprechen,  wol  verantwurtten  mit  dem    rechten,  ob  sie  wollen,  und  des- 
v5  gleichen  widerumb  mugen  ouch  die  von  Strasburg  tun,  ob  sie  wollen,  es  sullen  ouch 

I  totsiege,  mortt  und  prand,  die  vor  dem  krige  und  in  dem  krige  geschehen  sein  von 
beyden  teilen,  wie  die  geschehen  sein  oder  wie  die  leute  getötet  sein  oder  von  wem 
die  geschehen  sein,  hindan  gesetzt  werden  an  dem  rechten  und  sol  kein  recht  doruber 
gesprochen  werden,  item  es  sullen  ouch  alle  gefangen  uff  beide  seile,  die  in  dem 
so  krige  oder  vor  dem  krige  gefangen  sein,  ledig  sein,  es  sullen  ouch  alle  schatzunge  und 
pi'iinlschatzunge,  die  nicht  gefallen  sein  oder  beczalet,  abe  sein  und  sullen  ouch  alle  bürgen 
ledig  sein,  inanet  aber  yemand  doruber,  der  sol  die  leistunge  und  scheden,  die  doruff 
geezogen  werden,  selber  geben  und  usrichten.  item  wer  es,  das  uff  beiden  teilen 
yemande  dem  andern  sein  lute,  er  sey  des  kriges  oder  nicht,  eingenomen  bette  in 
i.  diesem  kriege  und  vor  dem  krige  und  sie  genotet,  das  sie  gesworen   haben    bey   ym 

izu  bleiben,  die  sullen  alle  ledig  sein  und  sullen  sie  die,  hinder  die  sie  geezogen  sein 
und  die  sie  eingenommen  haben,  unvorezogenüchen  ledig  lassen,  das  dieselben  leute 
wider  hinder  ire  rechten  herren  kumen  und  bleiben  ungehindert,  und  sullen  die,  die 
sich  der  lute  undei •wunden  hellen,  denselben  teilten  nicht  dester  gramer  noch  dester 
finder  sein,  item  die  fursten,  herren,  ritter  und  knechte,  die  mit  uns  wider  die  von 
Strassburg  in  dem  krige  gewesen  sein,  was  sie  zu  den  von  Strassburg  zu  sprechen 
haben,  do  bescheiden  wir  in  tage  umb  gen  Hagenowe.  und  sol  der  edel  unser 
über  uetrewer  Bofsiwoy  von  Swinars  lantvogte  in  Swaben  und  in  Eisassen   uf  dem- 


396  1393 

selben  tage  von  unserm  teile  sein,  und  dorumb  sol  in  derselbe  Borziwoy    ein   gleich 
recht  besetzen  mit  unsers  ohmes  des  hochgeborn  Ruprechtes  des  eitern  pfaltzgrafes  bey 
Reyn  und  hertzog  in  Beyern  und  des  von  Meinczundanderr  fursten  uff  dem  Reyne  etc. 
oder  mit  andern  erbern  herren,  rittern  und  knechten,  die  in  beider  seyte  gleich  sind 
und  nemlichen,  die  nicht  des  kriges  und  ouch  der  herren,  die  der  krige  angeet,  diner    « 
noch  mane  sind  und  die  mit  dem  krige  nicht  zu  schicken  haben,  do  sol  in  der  vor- 
genante Borziwoy    des    rechten   gmeinlichen   helffen    in    der    weize,   als  hernach  ge- 
schriben  stet,  der  bischof  von  Strasburg,  die  fursten  und  herren    sollen  alle    ire  an- 
sprach acht  tage  vor  dem  tage  unserm    rate    und    Borsiwoy    etc.   zu    Hagnowe    vor- 
schriben  geben,  desselben  gleich  sollen  die  von  Strasburg  ouch  tun,  was  sie  zuspräche  10 
haben  zu  dem  bischof  von  Strassburg,  fursten  und  herren,  die  des  kriges  sind  ouch 
beschriben  geben  uff  dieselbe  czeite  demselben   unserm   rate    und    Borsiwoy  etc.,  als 
vorgeschriben    stet,    item    was  man  mit  beider  parteyen  wissen   und  willen   mit  der 
mynne  vorrichten  mag,  dobey    sol   es    bleiben,    was  aber   mit  der  mynne  nicht  vor- 
richtet mag  werden,  es  [sie]  vil  oder  wenig,  das   sie   beschriben   geben,   do  sol  man   » 
recht  ubersprechen.  und  was  do  gefeilet  mit  dem  urteil,   wollen  wir,  das    das    veste 
bleibe  und  von  beiden  teilen  gehalden    werde,    item  was  zuspräche  die  von    Strass- 
burg zu  rittern  und  knechten  haben,  die  des  kriges  gewest  sein,  und  dieselben  ritter 
und  knechte  zu  den  von  Strasburg,  das  sol  man  ustragen    mit   fruntschaft   oder  mit 
dem  rechten  uf  gmeinen  tagen  und  vor  gmeinen  luten.   und   was  also    wirdet   usge-  w 
tragen,  dobey  sol  es  bleiben,  und  sol  ouch    der  egenante    Borziwoy  bey    den    tegen 
sein,  ob  er  wil.  wil  er  aber  oder   mag  zu   denselben    tegen   nicht  kumen,   so   sol   er 
einen  erbern  mane  an  seiner  stat  dorczu   senden   dovon,    das  das  recht  seinen  gank 
habe  und  gewynne.  item  was  vor   dem  krige  czwischen  fursten,  herren,  rittern    und 
knechten  und  den  von  Strasburg  beidenteilen  mit  gutem  willen   voracht,  vorschriben  25 
und  geteydingt  ist,  dobey  sol  es  bleiben,  item  wir  wollen,  wer  es,  das  sich  yemande 
vorschriben  oder   vorbrivet   hette   oder   zu   keiner  vorbuntnus    getrungen    were,  von 
welchem  teil  das  were,  das  wider  uns  oder  das    romisch    reiche    were,    doruber   sie 
nicht  brive  oder  freyheid  hetten  von  uns  oder  unsern  vorfaren  an   dem  reiche,   die- 
selben brive  und  buntnuss,  als   sie   sich   vorschriben    haben,    sullen    absein,   ob  wir  311 
wollen,  item  weres,  das  wir  yedwederm    teile    dhein    brive    geben  hetten   in    diesem 
krige,  die  sullen  yedwederm  teile  keinen  nucze  noch  schaden  brengen  noch  vor  dem 
rehten  furgeczogen  werden,    ouch  wollen  wir,  das  die  forsten  und  herren,  ritter  und 
knechte  und  andre  lute  den  von  Strassburg  und  ihren  burgern  alle  ire  schulde  und 
houptgute  und  ouch  czinse  und  rente,  die  vor  diesem  krige   vorsessen   sind,  zuvoran  35 
widerkeren  und  widergeben  sollen  noch  laute  irer  brive,  die  sie  doruber  haben  oder 
guter  kuntschaft.  so  wollen  wir  ouch,  was  in  die  fursten  und  herren  in  disem  krige 
gulde,  rente  und  nucze,  die  in  disem  krige  vorfallen  sein,  genommen  haben,  das  sol  hinweg 
sein  und  verloren ;  was  aber  semlicher   gulde,   rente   und   nucze,  es   wer    ewig  oder 
leibgedinge,  noch  vor  ougen  und  vorhanden  were  und   unbeczalet  in  dem   krige   und  40 
nicht  genomen,  die  sol  man  in  ouch  widerkeren  an  geverde.  und  des  gleichen  sullen 
die  burger  von  Strassburg  und  ire  helffer  den  fursten,  herren,  rittern    und  knechten 
von  schulde  und  houptgutes  wegen  und  der    rente,   nucze  und  gulde,   die    noch   vor 


1393  397 

ongen  sind  und  nicht  ufgehebt,  wideruinb  tun  an  geverde.  item  wir  wollen,  das  die 
linsten  und  herren  den  von  Strasburg  und  iren  burgern  alle  und  igliche  ire  guter, 
wie  die  genant  sein,  die  sie  in  diesem  krige  gehindert,  vorboten,  dernidergelegt,  vor- 
lihen  oder  hingeben  hetten,  offen  n  undertenig  machen,  sie  dorein  setzen  und 
i   furbas  daran   nicht  bindern,  es  sey  erbe,  eygen  oder  lehen.    und   desgleichen    sullen 

Bebe  von  Strassburg  tun  der  fursten  und  herren,  leute,  rittern  und  knechten,  wo  su 
das  getan  betten,  an  geverde.  dieselben  guter  mugen  sie  ouch  wider  bawen  und 
rasten,  oh  sie  wollen,  item  es  sullen  ouch  die  fursten  und  herren  und  die  von  Stras- 
burg keinen  pfalburger  nicht  ufnemen  noch  haben  in  aller  der  massen,  als  sich  das 
10  findet  mit  dem  rechten  zu  Hagenowe.  item  wir  wollen  ouch  und  gebieten  den  fursten, 
herren,  rittern  und  knechten,  die  des  kriges  sein,  uff  einem  teile  den  von  Strassburg 
und  irer  beider  teile  dynern  und  helffern  bey  unsern  und  des  reichs  hulden,  das  sie  die 
vorgeschribeu  artickeln  und  stucke  vestielichen  halden  und  das  recht  suchen,  ufnemen 
und  dem  gehorsame  sein  in  aller  massen,  als  vorgeschriben  stet,  welche  teile  das 
i6  were  und  des  nicht  hilde,  so  wollen  wir  dem  andern  teile  zulegen  und  dem  unge- 
bersamen  teile  nicht  helffen.  mit  urkunt  diez  brives  vorsigelt  mit  unser  kuniglichen 
majeslal  insigele.  geben  zu  Betlern  nach  Crisles  gebärde  dreiezehenhundert  jare 
und  dornacli  in  dem  dreyundnewnezigisten  jare  an  des  newen  jarestage  unserr 
reiche  des  beheimschen  in  dem  dreissigistem  und  des  romischen  in  dem  sibenezehen- 
n  den  jaren. 

Ad  mandatum  domini  regis 
Franciscus  Olmucensis  canonicus. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  mb.  c.  sig.  pend.  delaps.  —  Auf  dem  Bug  links:  Ein  fridebrieff 
zwoschont  kunig  Wenczlaw,  den  fursten  und  herren  und  den  von  Strazbnrg. 
N  Ebenda  AA.  3  nr.  10.  or.  mb.  c.  sig.  pend.  —  Ebenda  AA.  107.  cop.  eh.  eoaev. 

Gedr.  Lünig,  cont.  1.  S.  144.   —    Gedr.  Wencker,  de  ußburg.  191—95.  —  Bapp.    Urkb 
U,  352. 

7011.  König  Wenzel  verkündet,  dass  er  Bischof  Lamprecht  von  'Bamberg,  Bischof 

Johann  von  Camyn  und  Worseboy  von  Swinar  zu  Schiedsrichtern  und  Vermittlern  für 

so  den  Frieden  mit  Strassburg  ernannt  habe.         geben  zürn  Betlern  des  fritages  vor  dem 

obersten   tag«  regn.   boh.  30  regn.  rom.    17.  Betlern  1393  Januar  10. 


Str   St.  A.  AA.  112  nr.  139.  cop.  inseriert  in  der  Utk.  von  1393  März  14.  (vgl.  nr.  748.) 

Gedr   Bapp.  Urk.  II.  353. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad   nr.  1573. 


Abhaltung  eines  Sühntages  zu  Hagenan.  [1392/93.] 

KEb  isi  gered^trad  getedinget  worden : 
1.  Zfini  ersten,  das  die  von  Stroszburg  dem  aller  durchlutigisten  fursten  und  henvn. 
erren  Wentzelawcn  römischen  künig'zi'i  allen  ziten  merer  des  riches  und  künig  zu 
i(l   Beheim  onserme  gnedigen  herren  geben  sullen  etc. 

'2.  Und  darumbe,  so  sol  der  selbe  unser  gnediger  herre  der  romische  künig  die  von 
Stroszburg  DBS  der  OChl   und  abdacht    loszen  und  sol  ir  gnediger  herre  sin  also  vor 


398  1393 

und  e,  danne  wir  zu  ohte  geton  wurdent.  und  sol  ouch  ein  verichte  sache  sin  umbe 
alles  das,  das  sich  zwüschen  unserme  herren  dem  künige  und  in  verlöffen  het  und 
ouch  von  aller  der  vorderunge  wegen,  die  her  Worseboy  von  Swinnar  oder  iemand 
anders  von  unsers  herren  des  küniges  wegen  an  die  von  Straszburg  gevordert  het 
bitz  uff  disen  hütigen  tag.  & 

3.  Item  was  die  von  Stroszburg  fryheit  und  briefe  von  dem  egenanten  unserme 
gnedigen  herren  dem  römischen  künige  und  von  sinen  vorfaren  an  dem  riche  haben, 
do  by  und  by  allen  iren  rechten,  fryheiten,  gerillten  und  gewonheiten  söllent  sie 
bliben,  also  sie  untze  har  gehebt  hant  und  gewesen  sint,  und  sol  ouch  nieman  do 
wider  dün.  m 

4.  Item  es  süllen  alle  sachen,  die  sich  verlöffen  haben  in  dem  kriege,  der  zwüschen 
unserme  gnedigen  herren  dem  künige  und  allen  andern  fürsten,  herren,  rittern  und 
knechten  und  den  von  Stroszburg  gewesen  ist,  es  sy  umbe  brant,  umbe  mort,  umbe 
nome,  oder  warumbe  das  sy,  abe  und  ein  verihte  vertedingete  sache  sin.  und  süllen 
ouch  alle  gefangen  uff  bedensiten  ledig  sin.  und  sol  alle  schatzunge  und  brantschat-  lft 
zunge,  die  nicht  gevallen  ist  uff  disen  tag  abe  sin.  und  sullent  ouch  alle  bürgen  ledig 
sin  und  nicht  gemanet  werden,  manet  aber  iemant  darüber,  der  sol  die  leistunge  unde 
schaden,  die  daruff  gezogen  wurden,  selber  geben  und  uszrichten. 

5.  Item  wer  ouch  abe  in  ir  schulde,  gülte,  lipgedinge,  slosz,  vesten,  hüsere  oder 
gutere,  wie  die  genant  wem,  yndert  verbotten  oder  darnider  gelegt,  verlihen  oder  20 
hingeben  wem,  von  wem  das  were,  die  solt  man  in  offenn  undertenig  machen,  sie 
darin  setzen  und  fürbasz  daran  nicht  hindern,  was  aber  der  slosz,  vesten  oder  hüsere 
abe  gebrant  oder  abe  gebrochen  weren  in  dem  kriege,  die  sol  man  den  unsern  ouch 
wider  geben,  und  mögent  ouch  die  unsern  die  volmaht  haben  wider  zu  buwende 
und  zii  machende.  25 

Mit  namen  sol  man  ouch  die  stette  Rappoltzwilre  und  Gemer  und  alle  anderre 
slos,  die  uns  und  unsern  burgern  unwiderseites  dinges  und  e,  ebe  her  Worseboy 
widerseite,  anegewunnen  sint,  uns  und  unsern  bürgern  widerkeren,  es  sie  geschehen 
vor  disem  kriege  oder  darnoch. 

6.  Item  es  ist  geretd  von  den  fursten,  herren,  ritter  und  knehte  wegen,  die  mit  3» 
unserme  herren  dem  römischen  künige  gen  den  von  Stroszburg  in  dem  kriege  gewesen 
sint,  was  dieselben  fürsten,  herren,  rittere,  knehte  zu  den  von  Stroszburg  zii  sprechen 
haben  und  die  von  Stroszburg  zu  in  hin  wider,  darumbe  sol  unser  gnediger  herre 
der  künig  ein  tag  bescheiden  gen  Hage  na  w  und  sol  hern  Borseboy  von  Swinnar 
lantvogt  in  Swoben  und  zu  Eylsaszen  dohin  uff  denselben  tag  schicken,  und  was  man  35 
mit  der  minne  oder  früntschaft   zwüschen  in  bedersite  verrichten  möhte,    do  by  solt 

es  bliben.  was  man  aber  mit  minne  oder  mit  früntschaft  niht  verrihten  möht,  darumbe 
sol  in  der  egenante  her  Worseboy  von  Swinnar  lantvogt  etc.  ein  geleich  reht  beset- 
zen mit  des  hochgebornen  fursten  und  herren  hertzoge  Rüpprehtes  des  eiltern  und 
anderer  kürfiirsten  reten  uff  dem  Rine,  obe  er  die  gehaben  möht  oder  mit  andern  *» 
erbern  herren,  rittern  unde  knehten,  die  in  bedersite  glich  weren,  und  mit  namen,  die 
niht  des  krieges  und  ouch  der  herren,  die  der  krieg  aneget,  niht  diener  noch  manen 
sin    und   mit   dem    kriege   nihtz   ze   schicken  haben,  und  solt  in   der  vorgenant  her 


1393  399 

Worseboy    von    Swinnar   lantvogt   etc.    also    des  rehten    gen   einander  helffen    ane 
geverde. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  15.  eonc.  (Papiertieft) 


Till.   BofstSoy  von  Swinar  an  Straßburg:  teilt  seine  und  der  andern  königlichen 
5    Unterhändler  Ankunft  in  Hagenau  mit,  fordert  zu  schleuniger  Reise  dorthin  auf  etc. 

Hagenati  1393  Januar  27. 

Ir  erwern  weysen  der  ammeyster  und  rat  der  stat  zu  Strassburg :  ir  sullet  wissen, 
das  wir  nii  chumen  sein  mit  meinem  liern  bischof  von  Babemberg  und  mit  meines 
herren  des  römischen  kunigs  canczler.  darfimb  so  saumpt  euch  niht  czu  chumen,  dann  als 

10  ir  von  mir  geschiden  seit  und  uberein  worden  sein,  wer  zu  disem  tag  reitet,  der  sol 
sicher  sein  leibs  und  guts  on  alles  geverde,  doran  so  sol  es  beleiben,  über  das  be- 
durftet ir  icht  goleites  czu  dem  tag,  des  wil  ich  euch  genunck  schicken,  dann  von 
der  gevangen  wegen,  den  ir  nicht  tag  wollet  geben,  das  mich  gar  unpillich  von  euch 
zimpt,  wann  het   ich  vil  ewer  gevangen,  den  wolt  ich  teg   genunck   geben,  wenn  sy 

16  des  begerten.  darumb  so  sullet  ir  auch  pillich  und  muglich  den  meinen  tag  geben. 
ewer  verschriben  antwurt  lat  mych  wider  wissen.  geben  czu  Hagnaw  am  mentag 
czu  mittentag  nach  conversionis  Pauli  anno  etc.  nonagesimo  tertio  etc. 

Borziboy  von  Swinar  des  römischin  kunigs  hauptman  in  Beim  lantvogt  in 
Swaben  und  czu  Eisassen  etc. 

20  [In  cerso]  Den  erwern  weysen,  dem  ammeyster   und   den  burgern  der   stat   czu 

Strassburg. 

Str.  St.  A.  AA    112  nr.  31.  or.  eh.  I.  el. 


711.  Geleitsbrief  Borsiboys  von  Swinar  für  die  Gesandten  Straßburgs  zum  Tage 
in  Ifagenau.  Hagenau  1393  Januar  27. 

Ich  Borziboy  von  Swinar  des  römischen  kunigs  hauptman  in  Beim,  lantvogt  in 
Swaben  und  zu  Eisassen  künde  menigilichen  mit  disem  brief,  das  ich  von  wegen  an 
stat  des  allerdurchleuchtigisten  fursten  und  herren,  hern  Wenczlaus  von  gotes  gnaden 
römischen  kimiges  und  kunig  czu  Bebeim  meines  gnedigen  herren  vertröstet  habe 
und  vertröste  für  mich  alle  meine  beider  und  diener  in  disem  krieg  mit  gegenwertigen 
80  brief  der  stette   von  Strassburg   erbern  boten   und  alle,  di    dy    selben    boten    mit   in 

füren  gen  Hagna\\  uff  den  tag,  der  da  sein  soll  auff  die  nechsten  mitwoch,  alse  das  jan.t». 
dieselben  erbern  boten  und  alle  die,  dy  mit  in  varen,  sementlich  oder  besunder  die 
nechsten  virzehen  tag  sicher  sullen  sein  und  ein  gut  frey  geleit  sullen  haben  on 
alles  geverde  uncz  gen  Hagnaw  in  die  stat  und  in  der  stat  zu  Hagnaw  und  wider 
von  Hagnau  bicz  gen  Strassburg  in  die  stat  und  als  dicke  es  in  dozwischen  in  disen 
virzehen  tagen  not  geschieht  on  alle  geverde.  und  dez  zu  Urkunde  so  han  ich  mein 
eigen  insigel  gedrucket  auff  disen  offen  brief.  datum  feria  secunda  proxima  ante 
diem  festi  purificationis   beate  virginis  anno  etc.  nonagesimo  tertio  etc. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  33.  or.  eh.  I.  pat.  c.  s.  impr.  del. 
Ebenda  AA.  107  nr.  66.  cop. 

VI.  51 


400  1393 


712.  König  Wenzel  erklärt,  daß  Straßburg  wieder  von  der  Acht  befreit  sei  und 
von  niemandem  mehr  angegriffen  werden  dürfe.  Hagenau  139.3  Februar  4. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  zeiten  merer  des 
reiehs  und  kunig  zu  Beheim  bekennen  und  tun  kunt  offenlichen  mit  diesem  brief 
allen  den,  die  yn  sehen  oder  hören  lesen  :  wie  wol  das  sey,  das  die  burgermeister,  •'• 
rate  und  burger  gemeinlichen  der  stat  zu  Strassburg  unsere  und  des  reiehs  lieben 
getrewen  in  unsere  und  des  reiehs  achte,  aberachte  und  ungenade  komen  waren,  ydoch 
sind  sie  für  unser  majestat  komen  sein  sich  mit  uns  gutlichen  voreynet  und  uns 
demutielichen  gebeten  haben,'  das  wir  sie  us  sulcher  acht  uhd  aberachte  lassen  und 
in  unsere  gnade  nemen  wolten,  so  haben  wir  angesehen  gnedielichen  sulche  geneme  10 
dinste  und  trewe,  als  uns  und  dem  reiche  die  egenanten  burgermeister  und  burger 
der  vorgen.  stat  oft  und  dicke  nuczlichen  und  williclichen  getan  haben  und  furbas 
tun  sullen  und  mögen  in  künftigen  zeiten  und  haben  sie  dorumb  mit  wolbedachtcm 
mute,  gutem  rate  und  rechter  wissen  alle  gmeinlichen  und  sunderlichen  us  sulcher 
unserr  und  des  reiehs  achte,  aberachte  und  ungenade  gelassen  und  sulche  achte,  i&' 
aberachte  und  ungenade  genczlichen  abgetan  und  tun  die  abe  in  krafft  diez  briefs 
und  romischer  kunielicher  mechte,  also  das  sie  furbas  von  sulcher  achte,  aberachte 
und  ungenade  wegen  von  uns  und  dem  reiche  und  sust  von  allermeniclich  unbe- 
kumert  und  ungehindert  bleiben,  und  nemen  sie  us  dem  unfride  und  seezen  sie  wider 
in  unsern  und  des  heiligen  reiehs  fride.  so  mögen  und  sullen  sie  ouch  aller  irer  2° 
freiheiden,  recht  und  gnaden,  die  sie  von  romischen  keysern  und  ki.nigen  redlichen 
herbracht  und  erworben  haben,  genyesen  und  gebrauchen  gleicherweize,  als  sie  der, 
ee  sie  in  sulche  achte,  aberachte  und  unser  ungenade  quamen,  genossen  und  gebraucht 
haben,  und  gebieten  dorumb  allen  fursten,  geistlichen  und  werntlichen,  grafen,  freven 
herren,  dienstluten,  rittern,  knechten,  gmeinsehefften  der  stete,  merkte  und  dorffer  und  * 
sust  allen  unsern  und  des  reiehs  getrewen  und  undertanen  ernstliehen  und  vestielichen 
mit  diesem  brief,  das  sie  die  vorgen.  burgermeister,  rate  und  burger  gmeinlichen  von 
Strasburg  von  sulcher  acht,  aberachte  und  unser  ungenaden  wegen  furbas  nicht  an- 
teydingen,  angreiffen,  hindern,  irren  oder  beschedigen  sullen  noch  gestatten,  das  sie 
dorumb  gehindert,  geirret  oder  beschedigt  werden  in  dheineweis,  als  libe  in  sey  unser  so 
und  des  reiehs  swere  ungenade  zu  vermeiden,  mit  urkund  diez  briefes  vorsigelt  mit 
unser  kunielicher  majestat  insigele.  geben  zu  Hagnaw  noch  Crists  geburt  drey- 
zehenhundert  jar  dornach  in  dem  dreyundnewnezigistem  jare  des  nehsten  dinstags 
noch  unser  vrawen  tage  lichtmesse  unser  reiche  des  beninischen  in  dem  dreissigistem 
und  des  romischen  in  dem  siebenzehenden  jaren.  3& 

Ad  mandatum  domini  regis  domino  Borzywoyo  referente 
Franciscus  Olomucensis  canonicus. 

>  Vgl.  Königshof.  (Hegel  II,  695) :  das  die  stat  us  der  ohte  kam,  darumb  gobent  die  von  Stros- 
burg  dem  kunige  32  tusent  gülden;  aber  dem  bischofe  und  den  andern  herren  wart  nütsehet,  denne 
das  sü  noment  und  vonbetent  in  dem  kriege.  40 


1 


1393  401 

|  ///  cerso]  R.  Wenceslaus  de  Olomuncz. 

Str.  St.  A.  AA.  4  nr.  1.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  del.  (hing  an  seidener  Schnur.) 
Gedr.   Wencker  de  uliburg.  196.    —    Lünig,  arck  imp.  part.   spee.  cont.  IV,   2.    Teil.  — 

Mappoltst.  Urkb.  II,  203. 
lieg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1576. 


713.  König  Wenzel  erlaßt  den  an  alle  Fürsten  und  Herren  gerichteten  Befehl, 
die  Stadt  Straßburg,  die  jetzt  von  der  Acht  befreit  sei,  nicht  mehr  anzugreifen  oder 
sonst  zu  schädigen.  Hagenau  1393  Februar  4. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  römischer   kunig   zu   allen   czeiten   merer   des 

io  reicha  und  kunig  zu  Beheim  embieten  allen  forsten,  geistlichen  und  werntlichen,  grafen, 
freyen  herren,  dinstluten,  rittern,  knechten,  gemein scheften  der  stete,  merkte  und  dorlfere 
und  sust  allen  andern  unsern  und  des  reichs  getrewen  und  undertanen  unser  gnade 
und  alles  gute,  wann  der  burgermeister,  rate  und  burger  gemeinlich  der  stat  zu 
Strasburg  unsre  und  des  reichs  üben  getrewen  von  sulcher  achte,  aberachte  und  un- 

l(  genaden,  dorein  sie  von  unsern  und  des  reichs  hofgerichtes  wegen  kumen  waren, 
unser  hulde  und  gnade  wider  erworben  und  wir  sie  us  derselben  achte,  aberachte 
und  unser  Ungnaden  gelassen  haben,  als  das  inn  andern  unser  majestat  briven  vollic- 
lich  begriffen  ist.  '  dorumb  so  gebieten  wir  euch  ernstlichen  und  vesticlichen  mit 
diesem  brive,  das  ir  die  egenanten  burgermeister,  rate  und  burger  gemeinlichen  von 

h  Strasburg  von  sulcher  achte,  aberachte  und  unser  ungnoden  wegen  furbas  nicht 
antey dingen,  angreiffen,  hindern,  irren  oder  beschedigen  sollet  noch  gestatet,  das  sie 
dorumb  gehindert,  geirret  oder  beschedigt  werden  in  dheineweys,  als  libe  euch  sey 
unsere   swere   Ungnade   zu    vormeyden.  geben  zu   Hagenow    des   dinstags    noch 

uuserr  frawen  tage  lichtmesse  unserr    reiche   des  behemischen  in  dem   30   und   des 

H   romischen  in  dem  17  jaren. 

Ad  mandatum  domini  regis  Borziboyo  referente 
Franciscus  Olomucensis  canonicus. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  77.  or.   mb.  I.  pat.  c.  c.  i.  v.  impr.  —  Ebenda  nr.   53   u.  56.  or. 
ch   l.  pat.  —  Ebenda  AA.  112.  cop.  eh. 
:i,i  Gedr.   Wencker,  de  ulib.  195.  —  Lünig.  IV,  2,  747. 

Schöpflin,  Als.  dipl.  II,  292.  -  Rapp.  Urkb.  II,  nr.  356. 

714.  Bischof  Lamprecht  von  Bamberg  au  Straßburg:  die  Stadt  soll  ihre  Bolen 
schon  mm  22  Februar  nach  Hagenau  senden.  Hagenau  1393  Februar  19. 

Lampreht  byschof  zu  Babemberg. 
3S  Unser  fruntlich  gruzz   zuvor,  ersamen   lieben  besundern  frund.   als   ir   uns  ver- 

schriben  habt,  das   ir  ewer   erber  boten   her  gen  Hagnaw   wollet   schicken    auf   den 
neusten  mantag,   das  haben  wir  wol  verstanden,  nn  deuht  uns   gut   sein   und   raten   *><»•.  ti. 
euch  auch  in  guten  trewen  und  mit  ernst,  das  ir  dieselben  ewer  erber  boten  schicket, 

'    Vgl   nr.  712. 


402  1393 

Febr.  2s.  das  sy  am  nehsten  samzztag  zeitlich  hie  sein  zu  Hagnaw.  und  laszt  den  gebresten 
nicht  an  euch  sein,  ewer  meynung  laszt  uns  unverczogentlich  wider  wiszen.  geben 
zu  Hagnaw  am  mitwoch  vor  Invocavit  anno  etc.  93. 

[In  verso]   Den   ersamen,  weysen  .  .   dem   meister   und   dem  rat   zu   Straszburg 
unsern  besundern  guten  frunden.  » 

Str.  St.  A.  AA.   112  m\  36.  or.  eh.  I.  el. 


1393 
Jan.  1. 


715.  Meisler  und  Rat  von  Straßburg  erklären,  daß  sie  mit  dein  König  und 
den  Fürsten  gesühnt  seien  und  zum  völligen  Austrag  aller  Ansprüche  den  Ilagenauer 
Tag  am  24  Februar  beschicken  wollen.  Ha  genau  1393  Februar  20. 

Wir  der  meister,  rat  und  bürgere  gemeinliche  der  stat  zii  Strazburg  bekennen  u 
etc.,  das  wir  mit  wolbedachtem  mute  und  rehter  wissende  des  aller  durchlühtigesten 
fürsten  und  herren,  herren  Wenczlaws  römischer  künig  zii  allen  ziten  etc.  und  künig 
zii  Beheim  unsers  lieben  gnedigen  herren  hulde  und  genade  erworben  haben  und  dar 
in  kumen  sin  und  mit  dem  erwürdigen  in  gotte  vatter  herren  Frideriches  byschofes 
zu  Strazburg  und  des  hochgeborn  fürsten  hern  Bernhartes  marggrafen  zii  Baden,  dem  it 
wolgeboren  Eberharte  grafe  zii  Wurtemberg,  den  edeln  herren  Heinrich  grafen  zii 
Lützelstein,  Brunen  herre  zii  Rappoltstein,  Heinriche  und  jungherre  Hanse  zu  Lichten- 
berg, Heinrich  von  Geroltzecke  here  zii  Lore  etc.  in  eine  gantze  süne  und  rihtigunge 
getretten  sint  und  die  gentzlich  ufgenomen  haben  und  zii  vollefurende  für  uns  und 
die  unsern  in  aller  massen,  als  das  der  egenante  unser  herre  der  künig  in  artickeln  ao 
und  in  sinen  majestat  briefen  zum  Betlern  uf  des  nuwen  jorestage,  der  vergangen 
ist,  eigentlich  begriffen  ist  und  beiden  teilen  haruz  gesant  hat.  und  geloben  darumbe 
by  unsern  guten  truwen,  by  dem  eide,  den  wir  darüber  liplichen  gesworen  haben, 
das  wir  dieselben  süne  und  richtigunge  gantze  und  stete  haben  und  voilefüren  wellen 
nach  lute  desselben  unsers  herren  des  kuniges  brief.  also  verneinen,  daz  wir  uf  den   » 

Ftbr.u.  nehsten  mentag  nach  dem  sunnentage  Invocavit  zu  Hagenowe  sin  süllen  und  wollen, 
und  da   selbest   sullen  wir   dem   egenanten   herren  Frideriche   bischof  zii    Strazburg 

Febr.  is.  umbe  alle  sine  züsprüche  und  anspräche  uf  den  dinstag  dar  nach  reht  tun  und  dem 
gehorsam  sin,  was  mit  der  minne  do  selbes  niht  möhte  verrihtet  noch  uzgetragen 
werden,  und  desglich  sol  uns  zu  stund  wider  umbe  der  egenante  her  Friedrich  tun  30 
ane  geverde.  und  also  süllent  ouch  der  andern  fürsten  und  herren  ye  eins  noch  dem 
andern  anspräche  gerihtet  werden  und  uns  widerumbe.  und  sol  ouch  kein  teile  von 
dem  rehten  gan  noch  tretten,  es  habe  denne  ein  ende  noch  dem,  als  sich  das  reht 
heischet  one  geverde  noch  begriffe  des  egenanten  unsers  herren  des  künigs  brief  und 
artickeln.  und  were  es  sache,  das  wir  uf  die  egenante  zit  zu  dem  rehten  niht  qwemen  .15 
gen  Hagenowe  oder  die  unsern  mit  unserm  vollen  gewalte  uf  die  selbe  zit  dohin  niht 
schicketen,  so  süllen  wir  unsere  anspräche  gen  den  egenanten  fürsten  und  herren 
verloren  haben,  als  ouch  in  der  massen  die  egenanten  fürsten  und  herren  das  selbe 
gesworn  und  mit  irem  briefe  vermaht  und  versigelt  haben,  und  des  zu  urkünde  und 


. 


1393  403 

steter  Sicherheit  .  .         [geben     an     der     negsten     mittwoch     nach    sant 
Veltena    tag   des  ja  res  1303.]' 

Str.  St.  A.  AA.  112   cop.  eh.  coaev. 

Gedr.  Lünig,  17.  888  nr.  4i).  —   Gedr.  nach  anderer  Vorlage,  die   ebenfalls  undatiert  ist, 
aber  im  Eingang  den  Meisternamen  Claus  Zorn  von  Bulach  hat  Iiapp.  Urkb.  II,  357  ". 


716.  Bischof  Friederich  von  Strassburg,  Markgraf  Bernhard,  Eberhard  von  Würt- 
temberg etc.  erklären  [gleichlautend  wie  oben],  dass  sie  nach  Aufhebung  der  Acht  mit 
Strassburg  gesühnt  seien.  [1393  Februar  l'J.] 

Unvollständ.  Druck  Lünig,  17,  888.  —  Heg.  Als.  dipl.  272.  —  Reg.  Kapp.  Urkb.  11,  357  b. 


717-  Markgraf  Bernhard  von  Baden  und  Graf  Eberhard  von  Württemberg  geloben 
die  Sühne  und  Richtung,  in  die  sie  mit  der  Stadt  Strassburg  getreten  sind,  zu  voll- 
führen, wie  es  in  den  Aitikelu  der  Urkunde  des  Königs  von  1393  Jan.  1.  zu  Kellern  [wr. 
707)  begriffen  ist,  so  zwar,  dass  sie  auf  den  24  Febr.  in  Hagenau  zu  völligem  Austrag 
ihrer  gegenseitigen  Forderungen  mit  den  von  Strassbuig  zusammen  kommen  wollen. 
\\ Cr  dort  nicht  erscheint  oder  nicht  Stellvertreter  mit  voller  Gewalt  hinschickt,  soll 
seinen  Anspruch  gegen  die  Stadt  verloren  haben.  Heidelberg  1303  Februar  10. 

G   L.  A.  Karlsruhe.  Kopialb.  4'!  ». 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1577. 


718.  Der  Hat  von  Nürnberg  an  Straßbarg:  /'real  sich  sehr  über  die  Befreiung 

K  Slraßburgs,  kann  aber  leider  den  Berlhold  Pfinzing  nicht  mehr  rechtzeitig  zum  Hage- 

nauer  Sühntage  senden.  Nürnberg  1303  Februar  24. 

Unser  willig  frewntlich  dienste  sein  ewer  eisamkeit  allezeit  voran  bereit,  ersamen, 

weisen    und    besundern    lieben   frewnde.    als   ir   uns    verschieben   habt,   daz   ir   aws 

unsera  herren  .  .  dez  römischen  künigs  ehte  und  abereht   kumen  seit  und  ouch  mit 

dein  byschof  zu  Strazzburg   und  andern   herren  bericht  worden  seit,   das  hören  wir 

gar  gerne  und  sein  auch  desczemal  fro.  und  als  ir  begert,  daz   wir  Kertholden   Plin- 

t v.iug  czü  ew  auf  den  tag  gen  Hagnaw,  der  als  morgen  sein  sol,  senden  sollen,  nu  ist 

derselbe  unser  burger  noch  awssen,  als  er  mit  ewer  botschaft  hie  awzschied  und  ist 

uns  ewr  briefe   erst  als  gestern  geantvvurt  worden,    dann  wer  derselb    unser  burger 

kumen  gewesen    und  duz   uns  ewer  briefe  ee  geantwurt  worden  wer,   so  hetten  wir 

denselben  unsern  burger  gern  zu  ew  geschickt,   doch  mainen  wir,  daz  er   noch  bey 

ew  sey.   wan  wo  wir  ewer  erberkeit   gedienen  und  liebe  und  frewntschaft  beweisen 

muhten,  das  teten  wir  czu  allerczeit  williklich  und  gerne.         datum  in  die  seti  Mathie 

apostoli  anno  U3. 

Von  .  .  dem  rate 

czü  Nüremberg. 

1  Diese  Datierung  ist  ergänzt  aus  einer  Copie  des  17.  Jahrh.  vgl.  Eapp.  Urk.  II,  357». 


404  1393 

[In  verso]  Den  fursichtigen,   ersamen   und  weisen  .  .  dem  meister  und  rate  der 
stat  czü  Strazzburg  unsern  besundern  guten  frwnden. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  mb,  l.  cl.  c.  sig.  impr. 


719.  Johann  von  Kageneck  und  die  andern  Slraßburger  Bolen  berichten  von 
Hagenau  an  ihre  6'ladl.  [1393]  Februar  24.  5 

Unsern  gewilligen  dienst  bevor,  lieben  herren.  wir  lont  üch  wiszen,  als  wir  gen 
Hagenaw  kament,  do  gingent  wir  zu  stunt  zu  dem  bischofe  von  Bobemberg  und 
fundent  by  demme  den  cantzeler  hern  Worseboy  und  der  stette  erbern  botten  von 
Mentze,  von  Wurmesze  und  von  Spire,  also  die  nii  nehest  ouch  hie  by  uns  worent. 
und  rettent  do  vor  in  allen  umbe  die  trostungge,  also  wir  von  üch  gescheiden  io 
sint  und  vordertent  des  ein  brief  von  dem  lantvogte.  do  antwurtete  uns  der  bischof 
von  Bobemberg  dar  uff  vor  den  vorgenanten  allen  und  sprach:  gebe  uns  der  lantvogt 
sin  brief,  so  muste  er  ie  dem  herren  besunder  briefe  geben  und  würde  das  gar  ein 
lang  ding,  aber  die  botten,  die  ir  von  uwere  stette  wegen  uff  den  tag  schicketent, 
die  soltent  getröstet  sin  von  Stroszburg  gen  Hagenaw,  zu  Hagenaw  in  der  stat  und  u 
von  Hagenaw  wider  gen  Stroszburg.  daruff  mögent  ir  uwere  erbere  botten  zu  uns 
schicken,  also  vil  ir  wellent.  und  schickent  ouch  die  deste  früger,  daz  duncket  uns 
nutze  sin,  wenne  wir  tagen  muszent,  so  die  glocke  nüne  sieht,  besigelt  mit  min  Johans 
von  Kagenecke  ingesigel  von  unser  aller  wegen.  datum  ipsa  die  beati  Mathie 
apostoli  de  nocte.  2„ 

Johans  von  Kagenecke  und  andere  uwere  botten  etc. 

[Nachschrift]  Ouch  so  lant  uns  wiszen,  wie  vil  ir  güldin  haben  mögent,  daz  wir 
dovon  gereden  kunnent  und  uns  wiszent  dar  nach  zii  rihtende  und  ouch  wie  vil 
silbers. 

[In  verso]  Den  erbern  wisen,  dem  meister  und  dem  rate   zu   Stroszburg  unsern  25 
lieben  herren. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  47.  or.  eh.  I.  cl. 


720.  Bischof  Friedrich  befiehlt  den  fünf  Procuraloren  seines  geistlichen  Gerichtes 
in  6'lraßburg  sofort  nach  Hagenau  m  kommen j,nr  Darlegimg  aller  an  diesem  Ge- 
richte erlittenen  „Gebresten".  Hagenau  1393  Februar  24.    M 

F.  episcopus  Argentinensis. 
Wir  bevelhent  und  gebietent  üch:  Johans  Ffeticzheim  (?,,  Philippen  von  Breiten- 
bach, Dietrich  von  Ysenach,  Heinrich  von  Bynowe  und  Johans  Groszclaus  unsern 
procuratorn  zu  Strasburg  dez  geystlichen  gerihtes  und  manen  üch  auch  der  eide,  die 
ir  uns  gesworn  hant,  daz  ir  nach  angesiht  diz  briefes,  so  ir  fürderlichest  mügent,  zu  " 
uns  gen  Hagenau  komment  eigentlich  underwisent  uns  für  zu  bringende  alle  die 
gebresten,  die  wir  und  ir  von  unsern  wegen  da  gehebt  hant  an  unsern  gerihten 
und  iren  zugehörden,  wie  sich  daz  verlöffen  hat  oder  Zugängen  ist,  alse  verre  ir  daz 


1393  405 

wissent  oder  erfrogen  künnent  und  auch  das  nüt  lassent.  harumbe  zu  Urkunde  ist 
dirre  briefe  offen  besigelt  mil  unserm  ingesigel.  der  geben  ist  zu  Hagenau  an  sant 
Mathis  tage  dez  zwelfbotten  anno  93. 

Str.  St.  A.  AA.   1416  nr.  33.  cop.  eh.  coaev 


5  721.  Beschwerden  Bischof  Friedrichs  von  Straßburg  gegen  die  Stadt  Slraßburg. 

[1393  Februar  24.] 
Des  byschofes  anesproche. 

flj  Des  ersten  so  sweret  die  stat  der  stift  eer  und  darnacb  der  stette  eer. 

[2]  Harüber  so  schetzent   sie  sin    pfaffen  und   beswerent  die  und   entwerent  sie 
io  eime  bischofe. 

[■I]  Item  von  der  gerichte  wegen  bede  geistlich  und  weltlich,  die  sint  eins  by- 
schofes  zu  Stroszburg,  do  lont  sie  die  bede  gerillte  und  die  rihler  nit  rihten,  denne 
also  verre  ynen  füget. 

[4]  Item  von  des  zolles  wegen,    den  sie  uff  hebent    an  mins   herren   geistlichen 
u,  gerillte. 

[5|  Item  von  der  schribere  wegen  an  geistlichem  gerihte,  die  dünt  sie  machen 
und  dünt  ynen  ouch  andere  gebot  über  sie  also  über  andere  antwerk  lüte. 

|6]  Item  sie  wollent  ouch,  das  mengelich  vür  sie  komme,  es  sy  umbe  leben  oder 
umbe  eygin  und  lont  minen  herren  in  sinen  gerihten  nüt  rihten  noch  nieman  anders. 
m  [7|  Item   sie   hanthaben   ouch   die   pfalburgere    edel  und  unedel  und   ouch   die 

clöster. 

[8]  Item  sie  werent  ouch  einen  frygen  gezog. 

[$)|  Item  sie  nement  ouch  minem  herren  die  müntze  in  der  stat,  die  eim  bischofe 
zu  gehört  und  susz  vil  anderre  fryheit. 
h  [10]  Item  wen  sie  ouch  vohent,  der  der  herren  man  ist,  wie  unschuldig  der  ist, 

der  müsz  eweklich  ir  gevangen  sin  und  niemer  nie  wider  sie  getün  und  sinen  herren 
unnütze  sin. 

|11]  Item  wer  ouch  minem  herren  dienet,  sine  amptlüte  und  andere,  do  wellent 
sie  nit,  das  der  mins  herren  Sachen  hanthabe  wider  sie  und  vertribent  sie  darumbe. 
m  [12]  Item  sie  stellent  ouch   rittern  und  knehten   noch  iren  üben  umbe  schulde 

und  von  burgschefte  wegen. 

[131  Item  von  bern  Hannemans  wegen  vom  Huse  von  Isenheim. 

[14]  Item  von  hern  Gerspaches  wegen. 

[15]  Item  von  hern  Hetzeis  wegen  von  Ongersheim. 
85  [10]  Item  sie  machent  mime  herren    sinen  zoll  ze  nute,   wand   sie   lont   nieman 

zollen  denn,  den  sie  wollent,  und  machent  sie  nuwe  zolle. 

[17]  Item  gedencke  an  hern  Johansen  von  Wasselnheim. 

[18]  Item  sie  rennent  ouch  ussewendig  der  stat  minem  herren  in  sine  gerihte  in 
stette  und  in  dorffere  und  fohent  die  lüte  und  fürent  die  in  die  stat  unerfolget. 


406  1393 

[19]  Item  flühet  einer  von  geschürte  wegen  in  das  münster  zu  Stroszburg  oder 
in  anderre  kilchen,  den  sie  mit  gewalte  uffe  den  eitern  und  dtint  ime  sinen  köpf  ab- 
siahen und  twingent  die  pfaffen  darüber  singen. 

[20]  Item  susz  vil  andere  stücke,  die  har  in  gehörent  und  minem  herren  wider 
reht  und  fryheit  beschehent,  die  er  wil  gebessert  han,  das  si  ime  nit  me  geschehen,   i 

Str.  St.  A.  AA.  112.  nr.  117/8.  (Papierheft.) 


722.  Forderungen   Bischof  Friedrichs   von  Straßburg  an  die  Stadt  Straßburg 
nach  Beendigung  des  Acht-Krieges.  [1393  Feltruar.] 

Ansprach  und  vorderung  meines  herrn  von  Strassburg  an    den  meister,  den  rat 
und  dy  burger  der  stat  zu  Straszpurg.  io 

[1]  Des  ersten  als  dy  meister  und  der  rat  zu  Straszpurg  meinen  herren  von 
Straszpurg  an  seinen  eren  geschuldiget,  ime  daran  gerett  und  wider  in  versehriben 
haben,  wie  er  sich  zu  in  verpunden  und  darüber  wider  sy  getan  haben  solle  und 
aber  er  in  allen  stucken  unsern  herren  den  römischen  künig  gegen  in  awzgenomen 
hat  von  desselben  unsers  herren  des  kuniges  geheisze  und  gebot  wegen  er  mit  in  zu  » 
kriege  komen  ist,  do  vordert  und  begert  mein  herre  an  dy  von  Straszpurg,  daz  sy 
im  darumb  einen  wandel  tünt,  wann  er  e  auch  also  meinet  den  wandel  von  in  zu 
haben,  syder  sy  in  unschuldigleich  und  wider  reht  an  seinen  eren  geschuldiget  haben, 
als  sich  daz  wol  vinden  sol  an  den  puntbriefen,  dy  sy  gegen  einander  geben  haben, 
daz  er  und  sy  einander  beholffen  sein  sollen  gegen  aller  meniglich,  dy  sy  verunrehten  20 
wölten  awszgenomen  unsern  herren  den  römischen  könig,  den  auch  mein  herre  in 
den  und  allen  seinen  punden  nemlich  und  allwegen  awszgenomen  hat,  wy  wol  doch 
mein  herre  von  Straszpurg  zu  den  zeiten,  do  sy  sich  zueinander  verpunden  solden, 
gern  gesehen  hette,  wie  daz  versorget  wer  worden,  daz  zwu sehen  in  bederseit  kein 
stosz  noch  missehell  wurde,  wo  aber  daz  geschehe,  daz  man  denn  wiste,  wie  und  25 
wo  man  daz  awsztragen  solte.  dasselbe  slugent  sy  awsz  von  meinem  herren  und 
wolten  des  nicht  und  sprachen  auch  mit  nemlichen  wortten  :  «wir  gerihtent  uns  wol 
untereinander»,  darüber  haben  sy  ime  groszen  gewalt  und  unreht  im  und  seiner  stift 
getan  einz  auf  daz  ander,  als  hynoch  an  diesen  stucken  und  artickeln  geschriben  stet 
und  säst  noch  vil  anders,  daz  sich  wol  vinden  sol  allez  wider  dy  eyde,  dy  sy  doch  30 
alle  jar  mit  aufgehabten  henden  der  stift  sweren. 

[2]  Item  darnach  als  meins  herren  stift  von  Straszpurg  von  pebsten,  keysern 
und  kunigen  gefreyet  ist  und  gestiftet  mit  maniger  hande  freiheit,  als  sy  des  gut 
besigelte  brif  haben,  die  daz  weysent  und  sünderlichen,  daz  geistliche  und  werntliche 
gerihte  in  derselben  stat  einem  byschoff  unverweret  zugehörent  noch  kein  ander  35 
geistlich  noch  werntlich  gerihte  do  gen  soll  noch  kein  rat  gesetzet  werden  denne  mit 
eines  byschoffes  willen  und  daz  alle  almende  in  derselben  stat  und  awszwendig  auch 
einem  byschoff  zugehörent,  als  er  dy  vom  reiche  zulehen  hat  und  sy  nymant  anders 
haben  sol,  denne  er  und  dy,  den  er  sy  leihet,  und  als  dicke  yemant  were,  der  do 
wider  tut  anders,  denne  do  vorgeschriben  stet,  des  ist  vervallen  hundert  mark  goldes, 


1393  407 

der  gevallen  und  werden  stillen  in  unsers  herren  des  keysers  cammern  fünftzig  mark 
und  einem  byschofl  fünftzig  mark. 

[3]  Hein  so  swerent  auch  dieselben  meister  und  rat  zu  Straszpurg  alle  jar  gelerte 
eyde  und  mit  bedahtem  mute  ires  eygen  willen  der  stift  ere.  dowider  und   über  daz 

»  allez  haben  dy  egenanteu  meister  und  rat  zu  Straszpurg  mit  ir  selbes  gewalt  ange- 
setzet  ein  pfaltze  und  gerihte  gemacht  mit  amannmeystern  und  andern  amptleutten 
und  rihtent  hob  und  nider  wider  eines  bischofs  willen,  als  sy  dann  lustet.  und  ge- 
bietent  und  beischent  für  sich  der  stift  freye  herren,  tumherren  und  pfaffen  und 
andere  der  stifte  manne,  daz  allez  wider  reht  und  wider  der   stift   freyheit    und   ere 

1,1  ist,  do  mit  sy  dy  obgenanten  pene  dy  hundert  mark  goldes  dicke  und  zu  manigem 
male  verfallen  sint.  —  do  vordert  mein  herre,  daz  im  also  verfallen  ist,  daz  im  daz 
awsgerihtet  und  sein  smacheit  gebeszert  und  gekeret  werde,  dy  im  und  seinem  stift 
also  geschehen  sind  und  auch  ftirbaz  nicht  mer  geschehe,  wann  auch  dieselben 
meister  und  rat  all  jar  swerent  der  stift  ere. 

ii  [4|  Item  sy  haben  auch  gebawen  auf  meine  herren  und  sein  stift  almende  in  der 

stat  und  awzwendig,  die  er  von  dem  reiche  zu  lehen  hat,  daz  doch  wider  reht  und 
der  stift  freyheit  ist,  und  als  dicke  sy  daz  auch  getan  haben,  sint  sy  auch  verfallen 
dy  obgnante  pene  dy  hundert  marck  goldes,  als  vor  geschriben  stet.  —  do  vordert 
auch  mein  herre,  daz  im  die  pene  uszgerihtet  werde  und  auch  gekert  und  gebeszert, 

•  daz  ime  also  wider  seinen  willen  geschehen  ist. 

[5]  Item  auch  haben  sy  sunderlich  ir  deine  pfaltze  stuben,1  dorinne 
sy  rihtent,  über  das  plüt  gepauet  auf  sant  Martins  capellen, 
darunder  man  alle  tage  messe  sprichet,  daz  ouch  wider  der  stift  ere  und  fryheit  ist. 
—  vordert  ouch  mein  herre,  daz  yme  dasselbe  abgenomen  und  gebeszert  werde  und 

■«  ffirbazz  nicht  mer  geschehe. 

[(!]  Item  sy  schetzent  auch  meinem  herren  sein  pfaffheit  und  tun  mangerley  gebot 
über  sy,  als,  über  ander  ir  burger  und  underseszen,  dy  leyen  sint,  domit  sy  meinem 
herren  sein  pfaffheit  beswerent  und  in  wider  reht  tönt,  daz  alles  wider  meines  herren 
und  seiner  stift  ere  und  freyheit  ist.    —  do  vordert  auch  mein  herre  in  namen  sein 

so  selbes  und  von  seiner  stift  und  gotshaus  wegen,  daz  ime  daz  gekert  und  gebeszert 
werde  und  hie  noch  furbaszer  nicht  mer  geschehe. 

[7]  Item  sy  lazzen  auch  meinen  herren  sein  pfaffheit  nicht  straffen  umbe  ir 
missetat,  als  sy  under  weylen  zu  straffen  weren,  und  schirment  und  hanthabent  sy 
do  vor  mit  irem  angenomen   frevenlichen  gewalt,   daz  allez  wider  reht  und  der  stift 

ss  friheit  ist.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz  ime  dy  smacheit  gebezzert  werde  und 
fürbazz  nicht  mer  geschehe. 

[8]  Item  daz  sy  in  dem  köre  des  münsters  der  stift,  dy  weile  man  gotes  dinst 
beget,  singen  oder  lesen  und  auch  in  der  pfaffheit  und  der  stift  freyen  höfen  gebietent 
der   pfaffheit   für  ir  werntlich  gerihte  und  auf  ir  pfaltz.    und  welche  in    denne   nicht 

<o  gehorsam  werden,  dy  muszent  yn  daz  beszern  bey  groszen  penen,  dy  sy  auf  setzent 


1  Die  alte  Canzlei,  welche  an  der  Ecke  des  Guteiibergplatzes  und  der  Schlossergasse  stand. 
VI.  68 


408  1393 

und  dozu,  daz  sy  in  alz  gelt  geben  müszen,  so  gebietent  sy  in  für  dy  stat  etleichem 
ewiglichem  nymmer  darzu  kommen  und  auch  etleichem  auf  genante  zil,  daz  ally 
kuntlich  unde  offenbar  und  wider  der  stift  freyheit  und  wider  ir  ere  ist.  —  do  vor- 
dert  auch  meins  herre,  daz  yme  daz  gebeszert  werde  und  furbazz  nicht  mer  gescheh. 

[9]  Item  sy   twingent   auch  dy  pfaffen,    daz  einer   dem    andern   für  ir  werntlich  s 
gerihte  gebiete  und  reht  do  nemen  mflzz  und  lazzen   sy  daz   reht  nicht   suchen   vor 
meins   herren    offieial,    als  daz   billeich   und  reht  were.  —  vordert  auch  mein  herre, 
daz  ym  daz  gebeszert  werde  und  furbasz  nicht  mer  geschehe. 

[10]  Item  so  legent  sy  auch  auf  dy  pfaffheit  steure,  gewerff,  pfert  zu  haben  und 
domit  in  zu  dinste  zu  wartende  und  gebietent  auch  dasselb  Deutlichen  weihbyschöfen   w 
und  officialen*  furbaszir  denne  andern.    —  vordert   auch  mein  herre,  daz  im  daz  ge- 
beszert und  abgelegt  werde  und  furbasz  nicht  mer  geschehe. 

[11]  Item  so  schickent  sy  ir  boten  mit  iren  stehen  in  daz  munster  und  in  den 
köre  zu  den  zeiten,  so  man  fronmesse  und  zu  fronaltare  singet,  dy  gebietent  der 
pfaffheit  und  meniglich,  daz  sy  sweygent  und  rüffen  denne  auz  ir  werntlich  geböte  <5 
zu  haltende,  domit  auch  denne  zumale  gotesdinst  und  der  pfaffen  freyheit  nider  geleit 
und  zerstöret  wirt.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  daz  gebeszert  werde  und 
nicht  mer  geschehe. 

[12]  Item  so  man  denne  von  reht  und  von  Statuten  nicht  singen  sol,  so  gebietent 
sy  den  pfaffen  und  trengent  sy,    daz  sy  singen  muszent,   domite  auch  meins   herren  20 
und  seiner  pfaffheit  ere  und  freyheit   geswechet  und  gekrencket  wirt.   —  do  vordert 
auch  min  herre,  daz  yme  daz  nü  gebeszert  und  abgeleit  werde  und  furbazz  nicht  mer 
geschehe. 

[13]  Item  so  (man)  denne  yemant  in  daz  munster  oder  in  ander  kirchen  fleuhet 
durch   freiheit  und  schirmes  willen,  dy  nement  sy  mit  gewalt  abe  fronaltar  und  auz  a 
der  kirchen  und  verderbent  sy  mit  gerihte,   daz  sy  sie  tödent,   daz  auch  alles'  wider 
der  stift  ere  und  freyheit  ist.    —  do  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  daz  gebeszert 
und  abgeleit  werde  und  auch  furbaszer  nicht  mer  geschehe. 

[14]  Item  so  habent  sy  auch  ire  werntlich  geböte  und  teyding  in  dem  munster  und 
in  dem  chore  zu  prime,   zu  vesper  und  zu   den   zeiten,   so   man   gotes    d'nst   begen,  30 
singen  und  lesen  sol,    domit   auch   der  stift   ere   und  freyheit   geswechet   wirdet.   — 
do  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  daz  benomen  und  gebeszert   werde   und   fürbaz 
nicht  mer  geschehe. 

[15]  Item  so   denne    dhein    untzuht   geschiht   in    dem   munster   oder   in    andern 
kirchen  oder  in  freyheiten  derselben  kirchen  und   munsters,  darüber   rihtent  sy,  wy  sj 
doch   daz  ez  meinem  herren  dem  bischof  und   seinem  gerihte  zugehöret.  —   do  vor- 
dert auch  mein  herre,  daz  im  daz  gebeszert  werde  und  fftrbaz  nit  mer  geschehe. 

[16]  Item  so  nement  sy  sich  an  mit  irem  angenomen  gewalt  der  fabricken  und 
des  pawes,  so  zu  meins  herren  stift  dem  munster  und  sein  kirchen  gehorent  und 
setzent  ir  Schaffner  und  amptleut  darüber,  und  waz  zu  derselben  fabricken  gevellet  u> 
oder  gehöret,  es  sey  von  buzze,  beyhte,  beschickung,  von  antheiszen,  von  almusen, 
widerkerunge  unrehtes  gutes,  oder  wy  dheinerley  gut  an  dieselben  fabricken  geben 
wirt,  domit  schaffent  sy  ir  selbs  nutz    und    machent   unredlichen   kosten    noch    irem 


1393  409 

willen,  und  ist  auch  ein  gemeiner  leümünde  und  rede,  daz  sy  davon  yegleichs  jares 
verezerenl  in  ire  k&chen  bey  dreytawsent  gülden,  und  wenne  sy  süst  in  dem  jare 
und  in  der  wochen  et  wie  dicke  ir  heimlich  gesprech  habent  und  an  ir  selhs  koste 
zeren  wollen,  das  lim  sy  in  der  f'abricken  haws  awsz  derselben  fabricken  und  des 
5  pawes  gut,  da/,  doch  alles  ein  almusen  ist  und  man  götlich  werk  domit  oben 
sölte  und  einem  yeglichea  byschoff  unde  seinem  capitel  seinem  stift  zugehörent  zu 
besorgen.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  und  seiner  stift  der  gewalt  und  smach- 
<ii   brnomen  und  gcbeszert  werde  und  auch  furbazz  nicht  mer  geschehe. 

[17|  Item  sy  lazzent  auch   nicht    richten    an   meins   herren    geystlichen   gerihten 

10  danne,  als  verre  sy  lustet  und  in  daz  füget  zu  dem  ersten  in  den  sachen,  dy  billeich 
von  recht  und  gewonheit  an  geistlich  gerihte  gehörent,  ez  sey  von  selgerete,  von 
sachen  wegen  der  heiligen,  von  vvucher,  von  sweren,  von  ebrechen  und  sust  von 
manigerley  sache  wegen,  dy  an  geistliche  geriht  gehörent.  und  gebieient  meines  herren 
officio]  mit  irem  boten  mit  dem  stabe,   so  der   official   in    gerihte   sitzet,    daz   er   nit 

15  rihten  solle,  sy  wollen  dy  sach  für  sich  ziehen,  domit  auch  mein  herren   und  seiner 

stift  ere  reht,  freyheit  und  gute  gewonheit  gekrencket,  niedergeleit  und  zerstöret  wirt.  — 

vordert  auch  mein  herre,  daz  im  daz  gcbeszert  und  gekert  werde  und  nicht  mer  geschehe. 

[18J  Item  so   denne   iemant   der   iren   oder  ander   einer   den   andern    für   geriht 

geladen  hat  oder  einem  hin  in  gebotten  wirt,  den  bekümern  und  vahent   sy,   daz  sy 

an  den  sachen,  darümb  danne  sy  geladen  sint,  nicht  ausztrag  geben  mügen,  domit  auch 
meins  herren  gerihte  und  fryheit  geswehet  und  nider  geleit  wirt.  —  vordert  auch 
mein  herre,  daz  im  daz  gebeszert  werde  und  nicht  mer  geschehe. 

[19]  Item  sy  haben  ouch  mit  irem  gewalt  aufgesetzet  und  gemacht  einen  zol  an 
meine  herren   geistlich  gerihte  und  iren  eygen  amptman  und   zollner   dortzu   gesetzt 

25  und  dem  einen  stul  in  daz  geistlich  geriht  gemacht,  und  waz  in  demselben  meines 
herren  gerihte  kauffe  oder  verkauffe  geschehent  und  mit  meines  herren  insigel  be- 
stell werdent,  davon  nymt  derselbe  ir  zollner  von.  yglichem  teil  kauffern  und  ver- 
kauffern von  yedem  pfände  1  den.  daz  gebürt  sich  von  beiden  teilen  von  yglichem 
pfund  8  den.  und  haben  denselben  zoll  ietzunt  bey  meines  herren  zeitten  wider  seinen 

so  willen  aufgesetzet.  und  also  wirt  meins  herren  geistich  gerillte  zumal  geswechet  und 
gekrencket.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  daz  gebeszert  werde  und  furbasz 
nicht  mer  geschehe. 

[20]  Item  sy  tund  auch  mit  irem  gewalt  dy  Schreiber  an  meins  herren  geistlichem 
gericht  wachen  und  machen  auch  ander  gebot   über  sy  als  ober  ir  ander    hanlwerk- 

35  löte,  da/,  ouch  wider  geistliches  gerilltes  reht  und  freyheit  ist.  —  vordert  auch  mein 
herre,  da/  mau  im  daz  kere  und  ablege  und  furbazz  nicht  mer  gescheh,  wann  ez 
ouch  bey  seinen  zeiten  besehenen  ist   und  vor  nie  mer  beschach. 

|21|  Item  auch  wollen!  sy  mit  irem  gewall,  daz  meniglich  für  sy  kümme,  der  mit 
in  zu  schallen  hat,  ez  sey  ümb  eygen,  umb  erbe,  umb  lehen,  oder  warümbe  daz  sy. 

io  und  laut  meinen  herren  noch  nyemant  von  seiner  wegen  in  seinen  gerihten  nicht 
rihten,  da/,  doch  wider  gemeyn  reht  und  freyheil  ist  unde  römische  keyser  mit  urteil 
erkanl  haben,  daz  sy  daz  nit  tun  sollen.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  daz 
abgeleit,  henomen   und  gebeszert   werde  und  furbasz  nicht   mer  geschehe. 


410  1393 

[22]  Item  sy  habent  auch  alle  pfalburgere,  edel  und  unedel  darüber,  daz  sy  daz 
nit  tun  söllent,  als  kuntlich  ist,  sweren  laszen.  dasselbe  auch  meinem  herren  und 
seinem  stift  groszen  schaden  und  gebresten  pringet.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz 
im  daz  auch  gebeszert  und  abgeleit  werde,  als  ez  billich  ist,  und  furbaz  nit  mer  ge- 
schehe. 5 

[23]  Item  sy  underwinden  sich  auch  mit  irem  gewalt  der  closter  auszwendig  und 
innwendig  der  stat  und  entwerent  der  meinen  herren  darüber,  daz  dy  doch  von  reht 
einem  yegleichem  byschof  zugehörent  und  halten  dy  auch  mit  iren  gebotten,  als  sy 
lustet,  daz  auch  meinem  herren  und  seiner  stift  an  iren  eren,  rehten  und  freyheiten, 
gebresten  und  smacheit  bringet.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  daz  gekert  und  io 
gebessert  werdejand  auch  furbasz  nit  mer  geschehe. 

[24]  Item  sy  werent  auch  einen  freyen  getzog  wider  landes  reht  und  wollent 
doch,  daz  nyemant  were  zu  in  zu  zihen.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz  sy  im  daz 
beszern,  keren  und  furbasznicht  mer  geschehe. 

[25]   Item   sy   underwinden    sich   auch    mit   irem  gewalt    und    wider   reht   sein   15 
müntze  anders,   denne   sy  villeich  tun    sollent,  dy    im   zugehörent  von    keyserleicher 
freyheit  und  dy  er  slahen   sol   und   mag,  wo  und  wenne   er  wil   in   seinem  bystum. 
—   vordert   auch  mein   herre,   daz   man    im  daz   besser  und  in  seinen    schaden  ab- 
lege und  in  furbaz  bey  seiner  müntz  und  rehten  beleiben  lasz. 

[26]  Item  mein  herre  sölt  auch  alle  jar  banwein  haben  in  der  stat  zu  Straszburg  20 
von  ostern  und  pfingsten.  waz  weine  dazwischen  in  der  stat  geschencket  wirt,  solten 
im  werden  von  yeglichem  fuder  zwen  omen,  als  er  des  gut  briefe  hat,  und  mit  key- 
serlicher  urteil  erkant  ist,  daz  er  und  sein  stift  mit  irem  gewalt  und  wider  reht  ent- 
wert haben.  —  do  vordert  auch  mein  herre  von  sein  selbes  und  seiner  stift  wegen, 
daz  man  im  daz  beszer,  seinen  schaden  kere  und  auch  schaffe,  daz  er  furbaszer  25 
daran  an  seinen  rehten  und  freyheiten  beleihe  ungeirret  und  ungesaumet. 

[27]  Item   mein   herre  sölte   auch  haben   ein  porte   und  ein   tor  an  der   stat  zu 
Straszpurg.  dasselbe  tor  sy  selber  und  yedermann  nennet  daz  byschoff  bürgtor.'  des 
entwerent  sy  in  auch  mit  irem  gewalt.  —   vordert   auch   mein  herre,  das  sy   im  dy 
smacheit  beszern  und   in  auch  fürbasz   daran  ungehindert   laszen,  wann  auch   mein  H 
herre  dy  prucke  vor  dem  selben  tor  machen  musz  in  seiner  koste. 

[28]  Item  mein  herre  sol  auch  haben  ein  var  am  Reine,  dasselbe  vare  dy  von 
Lihtenberg  von  meinem  herren  und  seiner  stift  zu  lehen  haben,  für  dasselbe  vare 
haben  sy  gemacht  mit  irem  gewalt  ein  prucke,  domit  sy  wüstent  und  zerstörent. — 
vordert  auch  mein  herre,  daz  sy  im  an  denselben  seiner  ungesaumet  und  ungeirret  35 
laszen  und  im  auch  wider  keren  dy  smacheit  und  den  schaden,  den  sy  im  daran 
getan  haben  und  auch  dy  prucken  ab  tunt. 

[29]  Item  ez  haben  auch  dy  tumherren   des  capitels  der  stift   zum  jungen  sanct 
Peter  zu  Straszpurg  redlich  gekauft  vor  meins  herren  official  und  vor  andern  erbern 
pidern  lefitten  etlich  guter  auf  dem  lande,  und  dy  irer  stift  nutzlich  und  gelegentlich  w 
waren,  von   herrn  Heinrich   Reichen  eins    ritters  von  Basel  und    seiner    hausfrawen. 


'  Dasselbe  stand  am  Ende  der  Blauwolkengasse 


1393  411 

und  do  der  kauf  beschach  und  sy  daz  gut  den  merern  teil  beczalten,  do  gebuten 
meistcr  und  rat  denselben  herren  von  sant  Peter  für  sich  auf  dy  pfaltze  und  verputen 
in  do  offcnlich  in  allen  gemeingleich  und  ir  yglichem  besunder  bey  10  pfunden  und 
bey  einem  jare  von  der  stat  zu  sein,    daz  sy  von  dem  kauffe   stunden,  als   sy  auch 

5    dovon  laszen  müsten,  wie  doch  er  in  und  irer  stifte  vast  nützlich  und  gut  wer  gesein. 

desselben  gebotes  geleich  und  etwye  maniges  mer  haben  sy  dicke  und  vil  getan  über 

meines  herren  pfafiheit  und  düster,  daz  doch  allez  wider  meins  herren  stift  ere  und 

freyheit  ist.  —  do  auch  mein  herre  begert,  daz  im  dasselbe  gebeszert  und  gekert  werde. 

[30]  Item  wen  sy  auch  vahent,   er  sey  meins   herren    oder   andrer   herren   man 

io  oder  dyner,  oder  wer  der  sey,  der  müzz  ewiglich  ir  gevangener  sein,  er  sey  schuldig, 
grosz  oder  dein  oder  unschuldig,  domitte  werdent  auch  meinen  herren  und  andern 
herren,  rittern,  knehten  ir  leütte,  dyener  und  man  unnütze  und  unbehilffenlich.  — 
vordert  auch  mein  herre,  daz  man  im  den  gewalt  beneme,  seinen  schaden  und 
smacheit  kere  und  schaffent,  daz  ez  fürbaz  nicht  mer  geschehe. 

15  |31]  Item  sy  stellent  auch  rittern  und  knehten  noch  iren  leiben  von  schulde,  von 

burgschalt  wegen,  daz  nicht  noch  gewonlich  ist. 

[32]  Item  gedencket  an  herrn  Hanneman  vom  Hüse  von  Isenheim. 
Item  an  hern  .lohannsen  von  Wasselnheim. 
Item  von  hern  Gerspaches  wegen. 

2o  Item  von  herrn  Hetzeis  seligen  wegen  von  Ungersheim. 

[33J  Item  wer  auch  meinem  herren  dinet,  ez  sint  sein  amptlütte  oder  ander 
weihe  dy  sint  oder  wy  sy  heiszen,  do  wollent  sy  auch  nicht,  daz  dy  meins  herren 
reht  suchent  oder  lmnthabont  und  vertreibent  sy  darumb.  —  vordert  auch  mein 
herre,  daz  sy  im  dy  smacheit  ablegen  und  beszern  und  furbasz  niht  me  geschehe. 

a  [34]  Item  sy  vernichtent  auch  meinen  herren  seinen  zol,  wann  sy  laszen  nymant 

zollen,  danne  den  sy  wöllent,  und  machen  sy  mit  irem  gewalt  in  selber  newe  z611e 
und  nement  dy  von  der  stift  leutten  wider  keyserliche  freyheit,  als  doch  die  stift 
gefreyet  ist,  daz  ir  leütte  kein  zol  geben  süllen  weder  auf  dem  lande  noch  über 
prücke  noch  über  steg.  —   vordert  auch  mein  herre,    daz  im  daz  gebeszert   und  ab- 

3o  gelegt  werde  und  furbaszer  nicht  mer  geschehe. 

[35]  Item  mein  herre  was  schuldig  den  von  Straszpung  2000  gülden,  und  do  er 
und  dy  seinen  sich  zu  einander  verpinden  solten,  do  sprechent  ir  erbere  botten  dy  in 
der  sachen  von  irer  wegen  reytent  und  wiirbent,  mein  herre  vorgenant  bedürfte  kein 
sorge  des  geltes  halb   haben,   er  solte   sein  wol  ledig  sein,   ez  würde    nymer   an   im 

35  gefordert,  do  aber  der  bunt  vollging  und  beschah,  do  betwungen  sy  meinen  herren, 
daz  er  in  betzalen  moste  und  hat  desselben  geltes  auff  1200  gülden  beczalt.  —  do 
vordert  mein  auch  mein^herre,  daz  sy  im  daz  keren. 

[3Üj  Item  sy  haben  auch  aufgesetzet  und  gemachet  ein  gebot:  welherleige  in  dy 
slat  gefiiret   wirt  zu  verkauften,    ez  sey  wein  oder  koren  oder  ander   kaufmanschaft, 

*o  daz  dasselb  niemant  gekauften  getar,  denn  ir  burger  und  dy  sessehaft  sein  in  der 
stat,  wenne  ez  denn  der  also  kauffei,  so  verkauftet  derselbe  ez  danne  fürbasz,  als  in 
lastet,  domit  auch  aller  meniglich  weihe  süs  von  den  herren,  von  dem  lande  oder 
yeman  anders  frembder  geschediget  und  gehindert  werden. 


412  1393 

[37]  Item  sy  rennent  auch  meinem  herren  in  sein  gerihte  in  steten  und  in  dörffern 
und  vohent  im  sein  leutte  und  fürent  dy  awsz  seinen  gerihten  in  ir  stat  unervolgeter 
dinge,  daz  allez  wider  reht  und  wider  meines  herren  freyheit  ist.  —  vordert  auch 
mein  herre,  daz  im  daz  gebeszert  werde  und  fürbasz  nicht  mer  geschehe. 

[38]  Item  sy  nement  auch  jerlich  20  marck  silbers  von  mins  herren  stat  zu 
Rynöwe,  dy  man  in  von  ires  gewaltes  wegen  do  har  geben  müste  und  woltent  doch 
nie  gesagen  noch  briffe  zeigen,  ob  sy  dheine  habent,  warümb  man  sy  in  geben  solle. 
—  do  vordert  auch  mein  herre,  daz  man  im  do  widerkere  und  im  die  seinen  dovon 
fürbasz  mer  unbekümert  lasze. 

[39]  Item  sy  haltent  auch,    meinent    und  wöllent,    waz   boten    sy    awszschicken,    to 
wohin  daz  denne  ist  oder  wie  ioch  dieselben  boten  sint,  waz  dy  sagen,  daz  den  dar- 
umb  zu  gelawben  sey  und  daran  nyemant  wider  reden  solle,  daz  auch  dicke  meinem 
herren  und  den  seinen  schaden  und  bresten  braht  hat.    —  vordert  auch  mein  herre, 
daz  daz  abgeleit  werde. 

[40]  Item  sy  haben  auch  mit  irem  frevenlichen  gewalt  darezu  braht,  daz  sy  nit   a 
wöllent,  daz  mein  herre  sein  empter,  nemeklich  die  vogtey,  der  Schultheis zt&m, 
burckgrafenampt,    zollertüm,    mü  n  tzmei  s  t  eramp  t,    insiglermit  ymant 

anders  setze  denne  mit  den  iren  dieselben  mit  den denne   von   den 

iren  dy  empter  gesetzet  werden,  getörrent  meinem  herren  nicht  fürbringen,    waz   im 
an  denselben  seinen  emptern  schade,  nütze  oder  gut  sey,  dasselbe  auch  meinem  herren   « 
dicke  und  vil  schaden  braht   hat.    und   werdent  meinen  herren   domit   seine   empter 
geswechet  und   gekrencket.   —  vordert   auch   mein    herre,   daz   im   der   schade   und 
smacheit  abgelegt  werde  und  nicht  mer  geschehe. 

[41]  Item  sy  haben  auch  meinen  herren  seinen  official,  seinen  prelaten,  seinen 
zoller  und  ander,  der  er  sich  behelffen  solte,  und  dy  umb  seine  reht,  sein  freyheit  n 
und  ander  sein  sache  wiszent,  in  eide  genommen  und  sy  von  der  stat  getriben,  daz 
sy  zu  im  nicht  getürrent  konien  noch  ime  fürbringen,  daz  im  und  seiner  stift  not- 
dürftig were,  daz  auch  meinem  herren  zu  küntlichen  schaden  kümmet.  —  vordert 
auch  mein  herre,  daz  ime  daz  abgeleit  und  gebeszert  werde  und  fürbasz  nit  mer 
geschehe,  sy  haben  auch  dem  zoller  genomen  die  bücher,  domit  er  meinem  herren  -m 
seine  reht  weysen  und  verrechnen  sölt. 

[42J  Item  ez  sölten  auch  alle  wirte  in  der  stat  meinem  herren  sweren  furzu- 
bringen  und  zu  rügen  alle  zolle  von  iren  gesten,  als  sich  daz  denn  heischet,  daz 
weren  sy  auch  mit  irem  gewalte,  domit  meinen  herren  sein  zoll  entragen  wirdet. 

[43]  Item  sy  haben  auch  nü  in  der  zeit   disz    krieges   mit   irem   mütwillen   und  3=> 
gewalt  frevenlich  genomen  in  dem  münster  und  in  versicherten  sloszen  des  münsters 
der  stift  ingsigel,  daz  auch  wider  reht  und  wider  meins  herren  und  seiner  stift  frey- 
heit ist.   —  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  und  seiner  stift  dy  smacheit  gebeszert 
werde. 

[44]  Item  sy  haben  auch  newleich  ein  gebott  und  ein  ordenung  gemacht,  welcher  ir  40 
burger  ein  pfründe  ein  jar  ynne  hat,  ez  sey  mit  unreht  oder  mit   reht,  daz   sy    den 
dobey  hanthaben  wöllent  wider  meniglich  und  wöllent  sich  nit  keren  weder  an  unsers 
heiligen  vaters  des  pabstes  brieffe  noch  keins  andern  herren  noch   rihters    briffe.  — 


1393  413 

vordert  auch  mein  berre,  daz  ime  der  frevel  und  der  unreht  gewalt  gebeszert  werde 
und  furbasz  nicht  mer  geschehe. 

1 15]  Item  sy  Iiaben  auch  bey  meines  herren  zeitten  ein  gebott  gemacht,   daz  sy 
nil  wöllent,  daz  yemant  dhein  selgeret  besetze  oder  mache  hoher  denne  5  sol.  mechte 

»  aber  ycmanl  daz  böber,  daz  solte  kein  kraft  haben,  sy  erkennent  ez  danne  und  tun 
doch  dy  erkent  nasse  nit  umb,  daz  nit  darawsz  werde,  daz  doch  allez  wider  got  und 
der  sele  heil  ist.  —  vordert  auch  mein  herre,  daz  im  daz  gebeszert  und  abgelassen 
werde  und  furbasz  nit  mer  geschehe. 

j  16]  Hein  der  abt  von  Peris  hat  ein  sache  wider   den    techant    von    sanct  Peter 

in  zu  Straszpurg,  den  man  nante  den  Koppen  vor  meines  herren  official  von  eins  selgerets 
wegen,  do  verhüten  sy  demselben  meines  herren  official,  daz  er  in  den  sachen  nit  rihten 
solte.  daz  moste  er  auch  tun,  wie  wol  bede  partey  und  auch  dy  sache  geistlich 
waren  und  enkonde  dem  abt  kein  reht  wider  varen  vor  meins  herren  gerihte.  und  kom 
des  zu  groszem  schaden  solcher  ding  und  geböte,  dy    sy  dick  getan   haben,   darumb 

i5  meins  herren  geistlich  und  werntlich  gerillte  dick  und  vil  nidergeleit  und  gekrencket 
ist  worden.  daz  ich  mute  von  meins  herren  wegen,  daz  im  daz  gebeszert  und 
gekeret  werde,  als  ez  reht  ist. 

[47]    Item    umb   diese   vorgenanten    stucke    und    artickel    alle   hat    mein    herre 
rehtes  begert  und  gefordert   und   ouch   daz    reht   gebotten   auff  nemelichen   tagen  in 

üo  diesem  kriege,  als  er  von  gebot  und  geheisz  wegen  unsers  herren  des  römischen 
königes  und  mit  demselben  unserm  herren  dem  könige  mit  ine  zu  kriege  komen  ist. 
und  wann  sy  daz  reht  also  von  ime  awszslügen  und  des  noch  keins  geleichen  von 
in  nit  bekummen  möhte,  so  hat  er  von  sein  selbes  und  seiner  stift  wegen  gemüst 
diener  gewinnen  und  in  manigen  weg  grosse  koste  haben,  do  zu  sy  in  allez  für  un- 

äa  rehtet  haben,  und  umb  dasselbe  unreht  und  als  sy  daz  reht  von  im  awszgeslagen 
haben,  hat  auch  mein  herre  von  sein  selbes  und  seiner  stift  wegen  in  widerseit  und 
vordert  auch  den  kosten  und  schaden  darin,  so  in  und  dy  seinen  mutwilliglieh  und 
wider  reht  braht  haben,  daz  ime  daz  awszgerihtet  werde,  als  billeich  ist. 

[48]  Item  mein  herre  behalt  auch  ime  selber,  ob  im  notdürftig   were   oder   ver- 

N  geszea  bette  dheinerleige  stucke  oder  artickel  mer  furzubringen,  dy  zu  bessern,  zu 
nieien  oder  zu  mynnern,  daz  er  dasselbe  wol  getün  muge  und  im  sein  reht  darumb 
behalten  sol  sein. 

Str.  St.  A.  AA.  1416.    Fapierheft   in  Pergamentumschlag  mit  der  Aufschrift :    Byschoffe 
Friderichs  anesproch  und  andern  seiner  helffer.  cop.  coaev.1 

■  723.  Nachträge  zu   den  Beschwei'den   und  Forderungen  Bischof  Friedrichs  u,i 

(He  Stadt  Straßburg.  [1393  Februar.] 

Alia  cedula. 

[1]  Item   dy  von  Straszpurg  werent   meinem  herren    von  Straszpurg,  do  er  reht 
zu  bet,  in  dy  80  marcke  zu  Gamshcim,  zu  Hetenhofen  und  zu  Kilstette  und  zu  Hin- 

40  '  Auf  den  folgenden  Blättern  finden  sich  unter  der  Ueberschrift  Alia  cedula  noch  andere  Forderungen 

des  Bischofs  und  einiger  seiner  Anhänger,  die  unter  den  folgenden  Nummern  abgedruckt  sind. 


414  1393 

stette  und  zu  Sufelwihersheim  und  zu  Freudensheim.  und  ist  die  summe  150  lib.  und 
14  lib.  den. 

[2]  Item  disz  sölte  auch  meinem  herren  werden  von  der  awszfundigen  bette  von 
yedem  virteil  rocken  und  weiszen  geltes  5  den.    alle  jar  jerlichen,  waz  do  gölte  ist, 
und  von  iedem  virteil  habern    und  gersten  21/.,  den.    und   von  eim  pfund   geltes  ein    » 
untz  den.  von  disen  dorflern  Gamsheim,  Bettenhofen   und  Kilstette.  hie   zu  het  mein 
herre  reht,  und  hant  ez  im  die  von  Straszpurg  lange  zeit  yme  behebet. 

[3]  Item  do  sitzet  zu  Gamsheim  auf  einem  hof,  der  do   her  Bertholt   Schultheisz 
sun  ist  von  Straszpurg  sein  leheman,  in  meins  herren  geriht,  den  wil  er  nicht  laszen 
meinen  herren  dynen   und   gehorsam   sein   als  ander  sein  leite,  und  nymet  teil  und  n 
gemeyne  an  almende  und  an  andern  dingen  fülliglich  als  meins  herren  annlütte,  und 
hat  daz  gewert  ettwy  manig  jare. 

[4]  Item  do  ist  auch  Hensel  Syfrit  von  Kilstette,  den  wollent  sy  meinem  herren 
nit  laszen  dienen,  und  hat  alweg  fewer  und  rawch  und  teil  und  gerne}  n  an  almende, 
an  weiden  und  an  andern  dingen  gehabt  zu  Kilstette  als  ander  meins  herren  armlütte.   15 

[5]  Item  do  nymet  auch  der  lonherre  zu  Kilstette  dy  almende,  dy  meins  herren 
und  seiner  armen  leutte  sint,  und  acker  und  weyde  und  setzet  bäume  darauf  und  ver- 
grebet  sy,  daz  sy  ir  mein  herre  noch  sein  armlütte  nit  mügen  genieszen.  und  setzet 
darauf  steine  an  geriht  und  an  reht  und  mit  gewalt  den  armen  lütten  und  schencket 
auch  wein  in  meins  herren  gerihten  zu  Kilstetten  und  wil  meinem  herren  nit  ver-  M 
üngelten 

[6]  Item  do  nymet  auch  Wilhelm  Metziger  eine  mate  zu  Honowe,  der  man  sprichet 
dy  sleige,  in  meins  herren  geriht  und  weret  meinem  herren  und  seinen  armen  lütten 
darauf  zu  faren,  wanne  mein  herre  und  dy  seinen  nit  anders  wiszen,  danne  daz  ez 
ir  sey  und  nit  sein.  -u, 

[7J  Item  auch  werent  sy  meinem  herren  in  seinen  gerihten,  do  er  reht  wil  von 
seinen  lütten  nemen,  do  schreibent  sy  den  schultheiszen,  daz  sy  kein  andern  geriht 
sullent  nemen  dann  für  in  auf  der  pfaltzen. 

[8]   Item   dy    von    Straszpurg   sint   auch   zu   Dachestein    ein   gerieten    und   hant 
meinem  herren  sein  armlütten  daz  ir  genommen  unerfolget  meins  herren  und  seiner  so 
amptlütte  und  hin  weg  gefüret. 

[9]  Item  auch  sint  sy  gen  Berse  gerant  in  meins  herren  gerihte  und  haben 
meinem  herren  einen  armen  man  geslagen  und  gewundet  an  geriht. 

[10]  Item  sy  sint  auch  gerant  gen  Wihersheim   zürn   turne  über  meines  herren 
armlütte  bey  naht  und  bey  nebel,  als  sy  geclagt  hant  und   hant  meinem  herren   ein   M 
armen  man  erstochen. 

II  Alia  cedula. 
Ditz  ist  des  gewaltes  ein  teil,  den  dy  von  Straszpurg  getan  hant  in  der  pfleg 
zu  Berntein.  zum  ersten : 

[1]  Es  ist   zu  wiszen,  waz  meins   herren  arm   lütt  korngelte  oder  pfenning  gelts  40 
oder  weingeltes   zu  Straszpurg  versetzent   oder  versetzet  haben,  sy  versetzent   es  ab 
acker,  ab  matten,  ab  reben,  ab  haws  oder  ab  hoff,  so  wellent  dy  von  Straszpurg  nit, 
daz  kein  geriht  mer  über  dieselben  guter  gang   und  wollent   ouch   nit,  daz  dyselben 


1 393  415 

bauleüt,  dy  meinem  herren  sein  steüer  und  sein  gewerf  gebent,  die  dy  auf  dieselben 
guter  kein  stör  und  kein  gewerff  me  legent.  und  daz  bringet  meinem  herren  groszen 
gebresten  und  schaden  in  seinem  laut. 

[2]  Ez  ist   auch  zu  wiszen,  daz   dy  von   Straszpurg  an  menigem  ende  in   meins 

5  herren  lant  sitzent  und   in   meins  herren  laut  walt,  wonn    und  weyde   nieszent   und 

he&slich  und  heblich  do  sitzent  und  wollent  denne  weder  heitren  wachen  noch  hüten 

noch  keiner  hant  ding  tun,  daz  in   meins  herren  nutz  triffet  und  wöllent  aller  ding 

frey  sein. 

[3]    Item    Schönemansz   der   rant    über   meins  herren   arm   lütt   auf  einer   offen 

io  strasz  und  nam  in  ir  vihe  und  ir  gut  und  waz  sy  hetten  mit  gewalt  an  allez  reht 
und  uncrforderter  ding  und  über  daz,  daz  im  mein  herre  nutz  schuldig  was.  und  nam 
in  ir  vih  und  ir  gut  ropplich  und  treib  daz  gen  Straszpurg  in  sein  haws.  do  ging  im 
der  arme  kneht  einer  noch  in  sein  haws  und  het  geren  gefraget,  warümb  er  in  daz 
ir  genomen  het    und  wes   er   sy  zieg,  do  slug   er  denselben   kneht  in  seinem  eigen 

B  haws  durch  den  köpf  und  wolt  im  kein  antwurt  geben,  und  dasselb  vihe,  daz  er  in 
nam,  daz  hetten  dy  armen  kneht  kauft  zu  Zabern  umb  wein  und  tribent  ez  dy  rehtrn 
lantstrazs  aufhin.  also  koment  dy  armen  kneht  zu  mir  und  clagten  mir,  daz  sy  Schonemans 
auf  einer  offen  strasz  berawbet  het  und  in  genomen  het,  waz  sy  hetten.  und  hette  daz 
gen  Straszpurg  getriben  und  hette  sy  dartzu  geschlagen  und  übel  gehandelt  zu  dem, 

8«  daz  er  in  ir  vihe  und  ir  gut  gen  Straszpurg  getriben  het  in  sein  haws. 

Item  do  schreib  ich  Schonniansen  einen  brif:  mir  hetten  meins  herren  arm 
liitt  geclaget,  wy  daz  er  in  daz  ir  genomen  het  auf  einer  offen  strasz  über  daz,  daz 
ich  nut  enwust,  daz  mein  herre  oder  dy  armen  lütt  iht  mit  im  zu  schaffen  hettent. 
und  dorumb  so  bette  ich  in,  daz  er  meins  herren  armen  lütten  widerkert  oder  aber 

25  mich  liesz  wiszen,  wes  er  meins  herren  arme  lütt  zig.  do  wolt  mir  Schonmans  meins 
brifes  noch  meiner  botschaft  kein  anttwort  gen  und  gab  mir  auch  kein,  do  komen 
dy  armen  kneht  zu  mir,  den  Schonmans  daz  ir  genomen  het,  und  baten  mich,  daz 
ich  in  gund  Schönmansen  anzugreiffen  für  iren  schaden,  daz  wolt  ich  in  nicht  erloben 
und  sprech  zu  in :  ich  wolt  in  geren  erloben,  daz  sy  sein  gut  mit  eim  geriht  und  mit 

so  dem  rehten  angriffen,  daz  tatent  dieselben  kneht  und  giengen  gen  Zellenberg  und 
bekftmerten  do  Schonniansen  gut  mit  ollem  geriht  und  mit  dem  rehten.  do  verschreib 
mir  dy  stat  von  Straszpurg,  daz  ich  die  geriht  unverczogenlich  abliez,  daz  wölten  sy, 
het  ich  üt  an  irm  burger  zu  clagen  Schönmansen  oder  yeman  von  meinen  wegen, 
sy  wolten  mir  in  zu  dem  rehten  stellen  auf  der  pfaltzen.  do  verschreib  ich  der  stat 

:«  widerumb,  daz  sy  wiszen  solten,  daz  Schonmans  ir  burger  meins  herren  armen  lütten 
ir  vihe  und  ir  gut  genomen  hette  auf  einer  offen  strasz  über  daz,  daz  mein  herre 
noch  dyselben  armen  lütt  nit  mit  im  zu  schaffen  hettent  in  keinen  weg.  und  dorumb 
so  bette  ich  sy  von  meins  herren  wegen,  daz  sy  Schönmansen  underwysent,  daz  er 
meins  herren  armen  lütten  widerkerte,   dy  er  doch  wider   allez  reht   angriffen  hette. 

40  deüht  aber  sy  iht  anders,  so  wolt  ich  gern  zu  in  reiten  gen  Northus  uf  einen  tag 
und  wolt  mich  auf  dem  tag  mit  allen  geleichen  dingen  und  mit  einem  geleichen  rehten 
wo!  Lauen  benugen  von  der  armen  lütt  wegen,  den  tag  slugen  sy  von  mir  ausz  und 
wolten  zu  keinem  tag  zu  mir  reiten  und  schriben  mir  aber  einen  brif  zu  glicherweise 

VI.  sa 


416  1393 

als  den  vordem,  dornach  schickten  sy  ir  soldener  einen  zu  mir  mit  irem  besigelten 
offen  brif  und  enputen  mir,  daz  ich  daz  geriht  und  auch  andren  geriht  und  ander 
stuck  in  meins  herren  lant  abliesz  und  ez  nüt  me  tet,  und  wo  ich  ez  mer  tet,  daz 
wolten  sy  mir  nymmer  gestatten. 

III.  5 

Item  daz  ist  daz  unreht,   daz  dy  von  Straszpurg   meinem  herren   hant  getan  in 
der  Mortenowe. 

|1J  Item  zu  dem   ersten  in  Grieszheimer   geriht   so   haben    sy  im  genomen   sein 
lütte,  dy  von  alter  her  sint  gewesen   der  stift  und  sy  im   auch   dieselben    lütte,    der 
ein  teil  burger  was  worden,  ledig   seyten  noch  dem  ersten  kriege  und  sy  im  seither  io 
wider  genomen  hant.  und  hant  im  auch   unterstanden  zu  nemende  walt  und  weyde, 
dy  doch  meins  herren  von  Straszpurg    und  meins   herren  von  Lichtenberg  und  irre 
lütt  sint  gemeyne  gewesen  ye  und  ye,  daz  nieman  für  dencket.  auch  hant  sy  unter- 
standen ein  herberg  zu  nemende  zu  Sande  in  dem  dorff  uf  meins  herren  lütten,    do 
doch  keiner  so  alter  in  demselben  geriht  ist,  der  ez  ye  gedencket,  daz  man  ye  kein   ig 
herberg  do  inn  geneme,  sy  sint  meins  herren  von  Straszpurg  oder  meins  herren  von 
Lichtenberg  oder  ir  burger.  auch  mügent  meins  herren  amptlütt  dar  legen  stewer  auf 
dy  vorgeschriben  lütte,  dy  man  meinem  herren  ledig  hat  gezalt.  do  gingent  aber  dy 
von   Straszpurg  dar  und  erlawbten  dy  amptlütt  und  ander  meins  herren  lütte   anzu- 
greiffen  und  brahten  ez  dartzu,   daz  wir  in  dy  plant  wider   musten  geben  und  ledig  20 
sagen,  über  daz  sy  meins  herren  werent. 

[2]  Item  so  ist  daz  ander,  daz  sy  understanden  haben,  wo  man  ir  burger  fronche  (!), 
in  welhem  gerihte  daz  ist  genseit  Reins  in  den  dörffern,  do  haben  sy  ez  zu  braht 
mit  irem  gewalt,  wenne  sy  irre  briefe  drey  awsz  gesendent  und  man  in  denne  daz 
nicht  e  entslug,  so  erlawbent  sy  meins  herrn  lütt  gar  anzugreiffen,  niemant  awszge-  25 
nommen,  daz  doch  an  den  vorgeschriben  gerillten  von  alter  her  reht  ist  gewesen) 
daz  man  niemant  geriht  sol  versagen,  der  auch  daz  geriht  anruffent  ist. 

[3]  Item  in  dem  geriht  zu  Acher,  do  kom  ein  fremder  kneht  hin  und  hiesz  der 
Heintz  Zimmerman  und  swur  hinder  meins  herren  geriht  zu  beleiben  mütwillicklich 
und  versichert  auch  daz.  der  für  donach  gen  Straszpurg  und  wart  burger,  do  gingent  so 
do  dar  dy  von  Straszpurg  und  erlawbten  in  meins  herren  lütte  anzugreiffen,  biz  daz 
man  im  sein  bügere  ledig  muste  sagen  und  sprachent:  der  eyt,  den  er  het  getan, 
den  künde  in  nutz  «wenne  twungen  eyt  wer  got  leyt»  und  brachent  in  meins  herren 
gerihte  dartzu,  daz  man  in  müste  ledig  sagen,  item  daz  hant  sy  nüt  sunderlich  an 
dem  getan,  sy  hant  meim  herren  und  seinen  gerillten  manigen  also  genummen  mit  s» 
irem  gewalt. 

[4]  Item  ez  sint  auch  gewesen  knecht,  die  heiszent  dy  hüseler,  dy  gingen  bey 
naht  und  bey  nebel  in  meins  herren  geriht  gen  Onspach  und  vingen  ein  sein  arman 
an  seim  bett,  heiszt  Henslein  Byschof,  und  fürten  in  mit  in  hinweg  wol  auf  ein  meile 
und  must  in  sweren  sich  zu  anttworten  gen  Straszpurg  und  bey  demselben,  daz  erz  *° 
niemant  sagte,  er  were  amptman  oder  schutheisze.  do  bat  dy  stat  von  Straszburg 
mein  herren,  daz  er  in  daz  vergebe,  daz  tet  mein  herre  und  meinent  auch  dieselben 


1393  417 

knehto  wider  mein  herren  noch  dy  seinen  niemermer  zu  tunde,  wenne  sy  doch  vor- 
mals auch  meins  herren  worent.  daz  haben  sy  anderweit  wider  gebrochen,  daz  het 
in  dy  Btat  von  Straszpurg  geholffen  über  daz,  daz  sy  doch  nihts  mer  mit  in  zu  tun 
sollen  lian,  so  sy  hinter  meim  herren  seszhaft  werent  mit  den  besten  hewsern. 

»  [5]  Item  ein  kneht  gewunnen  wir  zu  Straszpurg  auf  der  pfaltz   mit   dem   rehten 

noch  lies  rats  urteil,  was  von  Sassbach,  der  ist  noch  heut  bey  tage  in  der  stat  und 
mag  meim  herren  noch  seim  gerihte  nüt  werden. 

[<>|  Item  so  ist  einer,  heiszet  der  Strage,  der  was  eygen  zu  Sassbach  in  meins 
heilen  hoff,  daz  kam  zu  Dachenstein  zurede,  do  mein  herre  was  und   auch   dy    von 

I»  Straszpurg.  do  erzelt  Jacob  Röbely  von  meins  herren  wegen,  wy  sich  alle  sach  er- 
loffen  het.  do  dy  von  Straszburg  daz  gehortent,  do  baten  sy  meins  herren  gnade, 
daz  mein  herre  den  vorgenanten  Stragen  liesz  ir  genieszen  und  daz  man  im  nüt 
desler  ungnediglicher  tettc.  und  solle  mein  herre  und  sein  amptlütte  mit  im  leben  und 
tun  als  mit  andern  seinen  lütten,  daz  het  er  allez  sampt   gebrochen    und   het    meim 

'■r>  herren  dy  seinen  seit  nider  geworffen  und  band  im  daz  dy  von  Straszpurg  geholffen, 
über  daz  sy  in  meim  herren  lieszent. 

[7]  Item  es  ist  auch  zu  wiszen,  daz  sy  alle  newe  zolle,  dy  sy  in  irre  stat  auf 
haben  gesetzt,  dy  sollent  sy  nit  nemen  von  kein  meins  herren  taten,  wanne  man  vor 
in  auch  kein  nam  an  allen  meins  herren    zollen,   dy    newe   worent   aufgesetzet.    daz 

■  haben  sy  nit  gehalten  und  haben  in  genomen  von  meins  herren  lütten,  über  daz  sy 
ez  nit  tun  solten. 

[8]  Item  so  haben  sy  auch  an  meins  herren  geistlichem  geriht  in  der  stat  ge- 
nomen von   1  lib.  4  den.,  über  daz  sy  ez  nit  tun  soltent. 

[9]  Item  so   soltent  alle    meins   herren    amptlüte    fürgeben  -über   Rin    faren,    do 

ii>  müeszen  wir  alle  betzalen,  über  daz  wir  und  dy  unser  kneht  nütz  geben  solten. 

Str.  St.  A.  AA.  1416.  Papierheft  in  Pergamentdeckel  mit  der  Aufschrift:    Byschoffe  Frid- 
richs  anesproch  und  andern  siner  helffer. 


724.  Forderungen  der  Stadt  Straßburg  an  den  Bischof  Friedrich  von  Straßburg. 

[1303  Februar.] 

Dis  ist  die  anesproche,  die  unser  stat  het  an  den  byschoff  von  Straszburg: 
[1]  Zum  ersten,  do  wir  den  byschoff  zu  eime  bischofe  empfingen!,  das  ist  wol 
sübentzehen  jor,  do  swür  er  uns  uff  shne  hertzen,  uns  by  unsern  rehten,  friheiten 
und  gewonheiten  loszen  zi'i  blibende,  als  wir  die  bizher  gehebt  hettent  und  sünderliche, 
also  wir  die  hettent  by  bischof  .lohans  von  Lichtenberg  ziten  und  uns  ouch  die  zu 
merrende  und  nit  zi'i  minrende. 

[2]  Item  alse  der  byschoff  sinen  lebelagen  und  die  wile  er  bischof  zu  Stroszburg 
isl,  sieh  zu  uns  und  unsere  stat  verbunden  het  und  wir  uns  gegen  ime  hinwider 
ouch  verbunden  hant,  die  büntnisze  wir  zii  bedensiten  gesworen  hant  stete  zu  habende, 
das  wir  in  do  derselben  büntnisze  ermanl  hanl  mit  unsern  briefen,  das  er  und  sine 
amptlüte    uns  und  den   unsern    sine    slosz  und  veslen  uff  dun  sultent  und  uns   ouch 


418  1393 

beholffen  sin  soltent  mit  namen  gegen  marggrofe  Hessen  von  Hochberg,  uff  jungher 
S ymunt  von  Bitsche,  uff  hern  Hanneman  vom  Huse  und  andere  etc.  das  er  noch  sine 
ambtlüte  uns  nit  gehalten  hant  und  sünderliche,  do  wir  uff  marggrofe  Hessen  zugent 
und  uns  der  byschof  geseit  hette,  das  man  uns  zu  Ettenheim  usz  und  in  solte  loszen. 
und  er  sprach,  das  er  es  bestalt  hette,  das  man  das  dun  solte.  und  wir  die  unsern  6 
dar  uff  Ettenheim  schihtent  mit  eime  guten  harste,  daz  man  die  unsern  do  zu  Etten- 
heim nit  in  wolte  loszen  und  mustent  vor  Ettenheim  bliben  ligende.  daruff  ouch  sich 
marggrafe  Hesse  besammelte  und  wolte  die  unsern  übervallen  haben,  des  wir  zu 
grossem  kosten  und  schaden  kummen  sint. 

[3]  Zu  andern  ziten,  do  wir  vor  dirre  büntnisze  ouch  zu  dem  bischofe  verbunden   io 
werent,  do  manetent  wir  den  bischof   und  sine   amptlüte  uff  jungher  Johansen   von 
Ohsenstein  seligen  und  uffe  den  probest  von  Lutenbach  etc.  do  det  er  uns  ouch,  das 
er  uns  nit  dün  solte. 

[4]  Item  vor  und  e  sich  diser  krieg  erhüb,  do  hortent  wir  sagen  von  grossen 
huffungen  unde  sammenungen,  die  in  dis  lant  zugent  und  santent  darumbe  unserre  15 
erbern  botten  zu  dem  byschofe  und  dotent  die  den  bischoff  frogen,  ebe  er  ütschit 
dovon  wüste,  do  antwortete  er:  er  wüste  nit  darumbe,  doch  er  wolte  sich  darnach 
erfaren,  befünde  er  üt,  das  wolte  er  uns  loszen  wiszen.  darnach  kam  uns  aber  vür, 
wie  das  grosse  herste  in  dis  lant  zugent  und  schribent  dem  bischofe  darumbe  und 
verkündetent  ime  das  und  bottent  in:  wüste  er  üt,  das  er  uns  das  liesze  wiszen.  20 
do  verschreib  er  uns  wider  sin  grüsz  und:  *Ir  lieben  getruwen.  wir  wiszent  nit,  wir 
wellent  uns  darnach  erfaren,  und  empfindent  wir  üt,  das  wollent  wir  üch  loszen 
wiszen.»  und  derrihte  darnoch  und  in  den  dingen  do  widerseitent  uns  sine  amptlüte 
und  dienere  von  des  byschofes  und  nit  von  unsers  herren  des  küniges  wegen, 
und  dotent  sie  vor  und  e,  danne  uns  bischof  widerseite.  darnoch  erste  widerseite  15 
uns  der  bischof  und  het  uns  domitte  zu  groszem  kosten  und  schaden  broht  und  het 
uns  ouch  das  geton  über  das,  do  der  bischof  zu  unserme  herren  dem  künige  für. 
do  bottent  wir  in,  das  er  unser  wegen  werben  solte  an  unsern  herren  den  römischen 
künig.  do  sprach  er,  er  wolte  es  dün. 

[5]  Item  darnach   so  het  uns  der  byschof  mit  andern  herren  widerseit   von   sin  30 
selbes  wegen. 

[6]  Item  wir  sint  indewendig   kurtzen  ziten  mit  dem  byschofe  gerihtet  unde  ge- 
slichtet  von  aller  der  spenne  und  missehelle  wegen,  die  sich  verlöffen  hettent  bitz  uff 
die  zit,   das  die   rihtigunge  zu  ging,    darüber    so  ist  in  der  rihtigunge  begriffen,   wie 
man  unsere  edeln  burger  unde  unser  ehter  in  des  bischofes  stetten  halten  solte.  das  ss 
het  uns  der  bischof  nit  gehalten,  also  die  rihtigunge  begriffen  ist. 

[7]  Item  es  soltent  alle  des  bischofes  schultheiszen  gesworen  haben  in  den  ahte 
tagen,  noch   dem  das  die  rihtigunge  zügeging,  also  ouch  das  in  der   ryhtigungen  be- 
griffen ist,  das  sie  das  dem  bischof  solich  soltent  haben,  das  sie  das  swürent,  das  ir 
keinre  von  unsern  burgern  oder  ire   bürgere   rihten   solte   nach   unserme  erste   ver-   ■*<> 
kündende,  das  sie  das  nit  gehalten  habent. 

[8]  Item  wir  hant  zu  ziten  erber  lüte  zu  Ettenheim  und  anderswo  gemant  umbe 
unserre  wissenthaften   zinse,  das  sie   uns  die  gebent   oder   aber   leistetent,   als   sie 


1393  Hü 

gesworen    hettent,   das  in  do  der    bischofl*  da«  gewert  het   and   sie   nit  wolte   loszen 
leisten  and  ir  eide  und  ere  hallen,  daz  sie  doch  gerne  geton  hettent. 

[9]  Item  80  het  der  byschof  nuwe  zolle  gemäht  und  von  unsern  burgern  genummen 
mit  namen  zu  Ettenheim,  zu  Capelle,  zu  Haselo,  zu  Zabem  und  anderswo  etc. 

Str.  St.  A.  AA    112  nr.  141.  cop.  eh.  coaev. 


725.  Forderungen  der  Stadt  Strassburg  an  Bischof  Friedrich 
unter  der  Ueberschrift :  Dis  ist  die  vorderunge  und  gebresten,  die  wir  und  unser 
bürgere  und  die  unsern  hant  an  unsern  herren  den  bischof:  1)  dass  er  Johann  Wis- 
zorn  wiedereinsetze  zu  Osthofen.  —  2)  Reinbolt  von  Mülnheim  und  Hug  Tütschman 
io  einsetze  zu  Barg  Werde.  —  3)  dass  er  ledig  zahle  Claus  Zorn  den  Lappen  der  100 
Gulden,  die  er  Burkhard  Swane  geben  sollte  von  «des  huses  wegen  zu  Wickersheim«. 
—  4)  dass  er  wiedereinsetze  Thoman  von  Undingen  und  Claus  Richter  gen.  Tütschman 
in  ihre  Burg  Niedeck  und  letzteren  in  seinen  Teil  des  Breuschthales.  —  5)  dass  er 
Erhard  von  Sarbyrg  ledig  schaffe,  wie  sie  auch  die  seinen  ledig  gemacht  haben.  — 
n.  0)  dass  er  Gerhard  Schoube  und  andere  Amptleute  anhalte  und  anweise  alle  Ge- 
fangenen und  Heschlagnahmungen  ledig  zu  lassen.  —  7)  dass  er  überhaupt  für  Bezahlung 
aller  Schulden,  versessener  oder   während  der  Krieges  fällig  gewordener  Zinsen  sorge. 

[1393  Februar.] 
Karlsruhe  O.  L.  A.  Kopialbuch  B.  46  ".  cop.  coaev. 


m  72(i.  Forderimg  und  Beschwerde  Johanns  von  Lichtenbergs  an  Straßburg. 

[13U3_Vebruar.] 
Dis  ist  die  vorderunge,  die  ich  Johans  von  Liehtenberg   an  die  stat  von  Strasz- 
burg  habe. 

1 1 1  Zürn  ersten,  das   sü    mir   min   lüte   abe   empfohent  und  hant  empfangen   zu 

n   bürgern  dise  mit  namen  :  Diether  und  Smicker  von  Nuwenwilre ;  Hans  Gerhart  von  Inge- 

wilr;  Cüntzen  den  vogt  von  Rufach;  Ychenheim  Fritsche  kSfherren ;   den  schultseiss 

von  Nuwilre   und   sine  kint    und  vil  janderre.  so   sint   doch   dise   vorg.  über   sehtzig 

dusent  güldin  riche  gewesen  ane  andere. 

[2]  Item  so  vorder  ich  den  schaden,  der  mir  in  dem  kriege  geschehen   ist   zwü- 
H  schent  herren   und   stetten,  das    sü   geschaflet  hant,  das   es    mir  geschehen  ist,  über 
das  sü  mir  versprochen  hant,  das  es  nüt  sin   solte  mit    rehten  fürworten.  das  schat 
mir,  minen  mannen,  dienern  und  lüten  über  viertzig  dusent  güldin. 

[3]  Item  so  hant  sü  mir  Prümat  bürg  und  stat  minen  teil  gebrochen,  das   schat 
mir  zehen  dusent  güldin  und  ine. 
35  [4]  Item  so  sint  sü  mir  schuldig  fünf  hundert  güldin   und   hundert  unde   süben- 

zehen  pfunt  pfennige. 

[5]  Item  so  hant  sie  mir  einen  gefangen  genummen  Heinrich  Kammerer,  zu  dem 
ich  reht  hette,  der  gab  in  700  güldin.  und  müste  ich  fünfzig  güldin  zu  atze  bezalen, 
den  sine  knehte  verzertent  und  wart  mir  nutzit  von  dem  gefangen. 


4'20  1393 

[6]  Item  so  müste  ich  dem  von  Fleckenstein  keren  120  lib.  und  schatte  mir  me 
denne  (50  lib.  darzü  über  das,  das  ich  es  nüt  schuldig  was  zu  kerende  mit  keime 
rehten. 

[7]  Item  so  müste  ich  vür  Klein-Hug  von  Brümat  geben  250  güldin  und  2  güldin, 
des  ich  mit  dem  rehten    nützit  schuldig  was.     und  war  darumbe  geschetzet,  das  ich  i 
es  müste  geben,  das  ouch  küntlich  ist  für  den  selben  Klein-Hug. 

[8]  Item  so  ist  man  mir  in  der  stat  schuldig  200  marg  silbers,  des  ich  gute  briefe 
habe,  die  sie  mir  ouch  nit  wellent  loszen  werden. 

[;)]  Item    so  hett  min  herre  von  Stroszburg  vür  mich  gebotten,  das  sü  mir  min 
schulde  gebent,  die  man  mir  in  der  stat  schuldig  ist,  so  wolte  ich  in  alle  ire  schulde,   u> 
die  ich  in  die  stat  schuldig  bin,  bezalen  und  alle  verkSfte  gesatten  gülten.  do  wolte  ich 
sie  bewiset  han,  das  min  herre  und  sin  rot  gesehen  hettent,  das  sü  alle  jore  ire  gülten 
genummen  hettent  uf  dem  mine.  des  sint  sü  mir  uszgangen  und  hant  mich  darüber 
angriffen  und^mich  geschediget  vaste.  und  lüte,  die  ich  under  mir  sitzende  habe  in  minen 
gerihten,  die   anderre   herren   sint,  die   hant    sie  dun  sweren    usser  mir  zu  ziehende  u 
oder  aber  sü  wellent  in  nemmen,  das  sü  hant.  und   mine  lüte,    die  in  ander   herren 
gerihte  sitzent,  die  hant  sie  ariegriffen  vür  anderre  herren,  do  sü  sitzent,  und  wellent 
in  nützit  wider  geben  und  butent  und  verköffent  das.    und  hant  mich   getrenget  und 
trengent  mich  von  minen  gerihten,  rehten  und  lüten  wider  die  frvheit  und  reht,  die 
ich  von   kevsern  und   kunigen  habe  in   manigerleye  weg,  des  ich  wandel  beger,  obe  "-" 
es  mir  geschehen  mag. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  115.  gleichzeit.  Papierheft.  Ebenda  AA.  141G.  fol.  18.  eine  noch  etwas 
ausführlichere  Aufzeichnung  der  Beschwerden  und  Forderungen  Johanns  v  Lichtenberg 


727.  Forderung  der  Stadt  Straßburg  an  Junker  Johann  von  Lichtenberg .    [1393.] 

Dis  ist  die  anspreche,  die  unser  stat  het  an  jungher  Johansen  von  Lichtenberg.  25 
Sol  man  gedencken,  wie  wir  den  vür  unsern  rot  besantent,  do  der  bunt  abe 
ging  und  frogetent  in,  ebe  er  unser  burger  bliben  wolte  oder  nit,  das  er  uns  do 
antwürtete  und  sprach:  er  hette  uns  gesworen,  so  wer  ime  gutliche  von  uns  be- 
schehen,  so  wer  er  ouch  kein  habest,  daz  er  ime  selber  keinen  eit  abe  genemmen 
künde,  darumbe  so  wolte  er  ouch  unser  burger  sin  unde  bliben  und  wolte  uns  ge-  30 
horsam  sin  mit  sinen  slossen  und  vesten  uns  und  die  unsern  darin  und  darusz  zii 
lossende,  also  das  wir  ime  die  nentent,  uffe  die  wir  danne  halten  oder  die  wir 
schadigen  woltent.  also  hant  wir  in  sit  etwie  dicke  gemant  und  ime  ouch  unsere 
vigende  genant,  und  het  uns  sine  slosze  nit  uf  getan  und  ist  uns  also  ungehorsam 
gewesen  wider  sin  eit,  den  er  uns  gesworn  het,  also  das  sin  besigelt  brief  beseit,  den 
wir  von  ime  hant.  und  sint  des  zu  groszem  kosten  und  schaden  kummen. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  141.  coaev.    lange  Papierrolle   mit   einer   Anzahl   derartiger  < An- 
sprachen*. 


1393  421 

72JI.  Forderungen  Heinrichs  von  Lichtenberg  an  die  Stadt  Straßburg. 

[1393  Februar.] 

Di«  ist  die  vorderunge,  die  ich  Heinrich  herre  zii  Lichtenberg  habe   an   die  stat 
zii  Straszburg. 
'■'  [1]  Item  zum  ersten  von  der  lüte  wegen,  die  mir  zu  leste  entwuschet  sint,  dar- 

iimbe  ich  etwie  dicke  zu  in  in  ire  stat  geritten  bin  in  früntschaften  und  in  eigentlich 
erzalt  habe,  was  ich  an  die  lüte  zu  sprechende  hette  und  das  sü  mich  des  liessent 
gemessen  oder  mir  aber  daz  rehte  lieszent  widerfarn,  das  künde  mir  nit  von  in  ge- 
schehen, darumbe  hand  sü  mich  ir  lip  und  gut  entwert,  des  ich  zu  grossem  schaden 
io  bin  kuminen. 

\2\  Hein  viiii  der  lüte  wegen,  die  ire  bürgere  sint  In  minen. twingen  und  nennen 
gesessen  sinl,  die  hant  sü  mir  ouch  (Mitwert  aller  dienste  und  gebottes. 

[3]  Item  von  minre  gerihte  wegen,  die  ich  zu  lehen  habe  von  minen  herren   und 
ouch,  die  ich  habe,  der  sü  mich  dick  entwerfet  habent. 
15  [4]  Item  sü  sint  dicke  in  mine  gerihte  gerant  über  mine  lüte   und  haut    sü   ge- 

Bchedigel  mich  unherfolget. 

[5]  Item  mit  angriffen  unherfolget  und  den  minen  daz  ire  genommen  und  sü 
verjaget. 

[6]  Item  einen  totslag  zu  Westhofen,  do  sü   mich  entweltiget   hant    des   gerihtes 
i<>   und  nit  woltent  lassen  rihten. 

[7]  Item  von  des  zolles  wegen,  daran  sü  mich  zu  ziten  geirret  hant,  den  ich  zu 
lehen  habe  von  mime  herren  dem  keiser  seligen  und  zii  dirre  zit  von  mime  herren 
dem  künige.  und  hant  mir  die  minen  swerliche  gezollet  und  noch  dünt. 

[8]  Item  das  sü  mich  entweret  hant  minre  manschaft  und  der  gut,  du    von  mir 
•»  zii  lehen  sint  an  den  faren  by  Straszburg. 

[9]  Item  es  ist  ouch  zu  wissende,  das  sü  Hans  von  Albe  in  minen  gerihten  ge- 
fangen haut  und  den  strefelich  getötet,  der  min  man  und  diener  waz. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  eop.  coaev.  Papierlieft. 

729    Forderungen  Heinrichs  con  Lichtenberg  an  die  Stadt  Straßburg. 

[1393  Februar.] 

3,1  Kz  isl  czu  wizzend,  daz   ich  Heinrich   herr  czu   Lichtemberg  czu   sprechen    und 

</.ii  vordem  h&b  an  dy  von  Strazzpurg. 

[1]  Item  czu  dem  ersten  von  der  leute  wegen,  dy  sy  mir  ab  empfangen  haben 
mit  namen  Heinczen  Kagen  und  seinen  sun  von  llelbingen  und  Merczen  von  Diers- 
heim  und  auch  andere,  darumb  ich   ynreit  etwy  dick  in  ir  stat  geen  Strazzpurg  und 

sj  sy  halt,  daz  sy  mir  mein  leutl  liezzent,  czu  den  ich  doch  recht  hell,  und  ich  yn  doch 
darumb  daz  recht  volkumenlich  bot  für  meinen  gnedigen  herren  hern  Fridrich  bischof 
czu  Strazzburg,  von  dem  auch  dyselben  lewt  und  gut  ein  teil  czu  lehen  rüren,  daz 
singen  sy  von  mir  auz.  da  bot  ich  in  daz  recht  auf  drey  oder  auf  fünf  in  ir  stat, 
daz  sv  auch  von  mir  auzslugen.  und  über  daz  so  wolten  sy  über  mich  geezogen  sein 

«o   mit  irem  gewalt  und  wolten  mich  und  mein  lewt  gesehedigt  hau  wider  daz  recht  und 


422  1393 

umb  daz,  daz  ich  umb  meins  rechts  nicht  begeben  wolt,   dez   ich   und   dy  mein   czu 
grozzem  schaden  komen  sint. 

[2]  Auch  ist  czu  wissend,  daz  sy  mich  entweret  hant  der  leut,  dy  hinter  mir 
gesezzen  woren  und  noch  sint  in  meinen  twingen  und  benen  und  dyselben  leut 
walt,  weide,  wazzer  und  all  almend  genuczet  und  genossen  haben  bicz  auf  disen  6 
heutigen  tag  also  ander  mein  arm  leut.  und  mer,  daz  mir  dyselben  keins  dinsts  ge- 
horsam sint  gewesen  des  gewalts  halp  der  von  Strazzpurg,  darczu  si  dy  selben  von 
Strazzpurg  gehanthabt  hant.  davon  mir  grozz  schaden  komen  ist.  und  sint  der  lewt 
auf  virczig. 

[3]  Auch  ist  czu  wizzende,  daz   sy   mich  entwert   hant  meins   gerihts   czu  West-  w 
hofen,  daz  ich  von  dem  reich  habe  von  eines  dotslags  wegen,  darumb  man   daselbst 
gericht  solt  haben,  daz  auch  gegenwertig  waz.  und  auch  derselb  in  gericht  gevangen 
lag,  der  den  mort  getan  hett,  da  verhütten  sy  mit  irem  gewalt,  daz  daz  gericht  nicht 
davon  richten  solte  und  also  leiten  sy  mir  myn  gerichte  nyder  wider  recht. 

[4]  Auch  ist  czu  wizzend,  daz  sy  mich  entwert  hant  meiner  czoll,  dy  ich  von  10 
meynem  herren  seligen  dem  keyser  und- meinem  herren  dem  konig  nnd  andern  meinen 
herren  hab,  dez  ich  auch  brif  von  yn  hab  und  auch  dyselben  czoll  genozzen  hab 
an  mengeliche  irrunge  auzgenomen  dv  von  Strazzpurg.  und  hant  mir  daz  mit  irm 
gewalt  getan  widerrecht  und  hant  sy  von  den  meinen  all  dy  weil  frolich  czol  geno- 
men  in  ir  stat  und  auzwendiger  stat.  20 

[5]  Auch  ist  czu  wissend,  daz  sy  mich  entwert  haben  mit  irme  gewalt  an  recht 
der  var  auf  dem  Rein  bey  Strazzpurg,  dy  ich  furbaz  von  meynen  herren  czu 
lehen  hab  und  mein  vordem  und  ich  sy  furbaz  czu  eime  lehen  geluhen  hant.  und 
dez  bin  ich  und  dy  meinen  czu  groszem  schaden  komen. 

[6]  Auch  ist  czu  wissend,  daz  ich  an  sy  czu  sprechend  han,  daz  sy  dick  und  vil  2.-, 
gerant  sint.  in  dy  geriht,  dy  mein  sint,  und  die  ich  von  dem  reych  und  andern  meinen 
herren  czu  lehen  han  und  mir  und  den  meinen  darynn  smachheit  erbotten  hant  un- 
ervolget  allez  rechten  und  daz  ich   und   dy  meyn  czu   groszem  schaden   komen  sint. 

[7]  Auch  ist  czu  wizzend,  daz  sy  mich  gehindert  hant  an  den  Juden,  dy  hinter 
yn  gesessen  woren  czu  Strazzpurg.  wenn  ich  den  ir  hauptgi'it  geben  hett,  daz  ich  30 
denn  von  wüchers  wegen  mit  den  Juden  nicht  übereinkomen  kund,  darczu  sy  dy 
Juden  haltent  und  darauf  wistent,  daz  sy  doch  wider  got  und  alz  recht  dotent  und 
darczu  so  trengent  sy  mich  von  der  Juden  wegen  in  wücher  czu  gebend,  daz  ich  in 
doch  von  rechts  wegen  nicht  schuldig  waz. 

[8]  Auch  ist  czu  wissend,  daz  sy  mir  mein  gericht,  dy  ich  von  dem  reiche  und  35 
ander  meinen  herren  czu  lehen  han  und  auch  mein  eigens  gericht  nyder  geleit  hant 
mit  irm  gewalt  an  recht  und  hant  daz  damit  getan,  daz  sy  ir  boten  und  brif  schicktent 
czu  den  meynen  und  in  verhütten  czu  richten  umb  welcherley  sach  dy  gericht  weren, 
so  getorsten  dy  meinen  nicht  richten  vor  irem  gewalt,  dez  ich  und  dy  meinen  czu 
groszem  schaden  komen  sint. 

[9]  Auch  ist  czu  wizsende,  daz  sy  mir  in  meinem  gericht  geritten  sint  und  haben 
leut  darynn  gefangen  und  sy  mit  gewalt  darauz  gefuret  an  recht  und  sy  auzgefuret 
und  getötet  mit  namen  :  Johans  von  .Alb  seligen,  von  dem  sy  doch  nicht  geseit  hant, 


1393  423 

waz  sy  in  geezigen  hant,  der  doch  mein  man,  mein  dyner  und  mein  amptman  czu 
der  czeit  waz. 

[10]  Auch  hant  eltlich  dy  iren  mich  und  dy  meinen  angriffen  auz  und  in  der  stat 

von  guter  wegen,   dy  ich  von  meinem  lierren  czu  lehen  han,  darumb  ich  denselben, 

«  dy  inicli  also  angriffent,  daz  recht  volliclich  bot  vor  meinen  herren,  von  den  dyselben 

guter    czu    lehen    ruften,    daz  si  doch  von  mir  auzslugen  und   mich  und  dy    meinen 

darüber  czu  schaden  prachten. 

[II]  Auch  han  ich  und  dy  mein  sy  dick  und  vil  gebeten  und  an  sy  gevordert 
von    geriehtS  wegen,    daz  sy  mir  und  den  meinen    sachen   auztrugent   nach  gerichts 

'"  recht,  dy  doch  für  ir  gerieht  geezogen  wurden,  daz  sy  mit  irme  gewalt  darezu  sprochen 
und  dy  nieiimu  darezu  trengen,  daz  sy  ir  sachen  von  meinen  gerichten  an  ir  gerihte 
für  sy  czilien  musten,  daz  mir  und  den  meinen  doch  dick  nicht  von  in  beschehen 
künde,  und  wenn  sy  meiner  gerichte  vorderten,  daz  in  dann  daz  verezigen  wart  und 
sein  bresten  hetten,  dez  ich  und  dy  meinen  czu  grozzem  schaden  komen  sint. 

u  [12]  Auch  hau  ich  an  sy  czu  sprechend  von  ein  dotslags  wegen,  der  da  geschach 

czu  Rottenhur  in  meinem  gerihte ;  desselben  dotslags  sy  czigen  den  Schaffner  von 
Wickersheim,  der  da  czumal  mein  amptman  waz,  und  trengen  mich  darezu,  daz  ich 
denselben  meinen  amptman  für  ir  gerichtt  stellen  iiiusl  von  desselben  dotslags  wegen, 
davon    doch  nymand    billicher    czu  richtend    hett  wenn  ich,    wenn  auch  dy  getat  in 

2u  meinem  gerichte  geschach,  daz  ich  und  dy  mein  auch  czu  grozzem  schaden  komen 
sint  und  mein  gericht  geswechet. 

[13]  Auch  hab  ich  an  sy  czu  vordem,  daz  sy  einen  armen  knecht,  hiezz  Cünczel 
Siieider,  vingen  czu  Kilwilre  in  dem  dorff  und  in  dem  gericht  und  furtend  in  mit 
gewalt   darauez    und  hingend  in  an  seinen  dumen    und   marteltent  yn  unverschulter 

«5  ding  und  ane  recht. 

[14]  Auch  hab  ich  an  sy  czu  sprechend  von  Ditrich  Burggrafen  wegen,  daz  der 
mich  und  dy  meinen  geschedigt  hat  anz  und  in  ir  stat  und  mich  auch  meins  rechten 
(Milwert  hat  czu  Swindratsheim  in  dem  dorf  von  ettlicher  leute  wegen,  dy  darynn 
in  demselben  dorf  sessehafft  waren  und  noch  sint,  daz  er  mir  dyselben  keins  dinsts 

so  noch    keinre   rechte  wolte    lazzen  gehorsam   sein,    daz   sy  mir  doch    billich  und  von 
rechts  wegen  getan  hetten,  wenn  mir  auch  dy  leut  in  demselben  gericht  alle  jar  mein 
rechl   sprechent,  daz  ich  an  sy  gevordert  hab  czu  der  czeit,  da  daz  vorg.  dorf  mein  was. 
[15]  Auch  hab  ich  an  sy  czu  sprechend  von  Wüsteten  wegen,  also  ich  da  über- 
kam mit  meinen  vetern  seligen  hern  Heinrich  und  meinem  veter  seligen  hern  Conrat 

■  herren  czu  Lichtemberg,  daz  ich  daz  vorg.  dorf  Wilstet  mit  seinre  czugehorend  umb 
sy  kaufte  und  mir  gundent  der  losungen  und  dez  widerkauffs  gegen  den,  den  sy  ez 
versetzet  hetten,  da  wolten  mir  dyselben  den  ez  samd  der  losungen  noch  dez  wider- 
kawls  nicht  gehorsam  sein  utnb  dy  summ,  alz  dy  brif  weisten,  dy  doruber  geben 
waren,  bitz  auf  dy  czeit  bisz  ich  in  gut   darumb  geben  must,   daz  ich  in   doch  von 

in  rechts  wegen  nicht  schuldig  was  czu  geben,  und  darezu  trengen  sy  mich  mit  irem 
gewalt,  dez  ich  czu  grozzem  schaden  und  kosten  komen  bin. 

[l(i]  Auch  hab  ich  an  sy  czu  sprechend,  daz  sy  gevischet  hant  in  meinen  wazzern 
und  mich  in  meinen  wazzern  geirret  hant  und  mich  darum  geweitiget  hant  wider  recht. 

VI.  U 


424  1393 

[17]  Auch  hab  ich  an  sy  czu  sprechend,  daz  sy  gejaget  hant  in  ineynen  wiltpennen 
über  daz,  daz  ez  in  dick  verpotten  wart  von  den  ineinen,  darüber  sy  ez  mit  irme 
gewalt  nicht  lazzen  wolten. 

[18]  Auch  hab  ich  an  sy  czu  sprechend,  also  sy  Konigshofen  abgesprochen  hant, 
daz  doch  von  mir  czu  lehen  rüret,  damit  mir  mein  manschaft  geswechet  wart.  6 

[19]  Auch  hab  ich  an  sy  czu  vordem,   daz  sy  dem  schultheizzen  von   Offendorf 
auz  meinem  gericht  fürten  von  Offendorf  gen  Strazzpurg  und  dümelten  und  martelten 
in  unverschulter  ding,  der  doch  mein  amptman  waz  czu  der  czeit. 
Str.  St.  A.  AA.  1416.  Papierheft  fol.  14  ff. 

730.  Forderung  des  Grafen  Heinrich  von  Lülzelstein  an  die  Stadt  Straßburg.    io 

[1393  Februar.] 

Disz  ist  die  vorderung,  dy  ich  Heinrich  grafe  czu  Lutzelstein  tun  an  dy  von 
Straszburg. 

[1]  Item  zu  dem  ersten  vorder  ich  an  sy,  daz  ir  soldener  mir  meinen  yungen 
dynern  und  under  mir  gesezzen  drewczehen  stück  hengst  und  pferd  angewonnen  in  ia 
den  dingen,  daz  ich  noch  diselben  meine  dyner  nicht  mit  yn  czu  tund  hetden  denne 
gut  und  ir  unbesorget  waren,  und  czu  derselben  czeit,  daz  sy  meinen  dynern  dy 
hengst  an  gewunnen,  da  dienten  sy  irem  eingesezzen  burger,  der  meine  dyner  bat, 
daz  sy  ym  wolten  dynen  und  helffen  pfenden  auf  recht  für  sein  wissenthafte  schuld. 

[2]  Do   vorder   ich   an   sy,  daz  sy  mir   meinen  schaden    und   dy  habe  widerkeren.   2u 
der   triffet   hoher   denn   2000  gülden,  alz  ich  daz   wol  kuntlich   wil  machen  und  tun 
kuntlich   machen   myme   dyner,  den   der   schad   geschehen   ist,  wy   ez  recht  ist  und 
benugt   mich   auch  wol,  waz  mir  und   meinen  dynern   von  rehts  wegen  darumb  ge- 
schehen sol. 

[3]  Auch  vorder  ich  an  dy  stat  czu  Straspurg  czu  der  czeit,  da  ich  Sarburg  dy  25 
stat  in  pfant  hett,   und   mir  dy   geschuldigt  und   gesworn   hetten   also   irem   rechten 
herren  und  mir  danach  grozz  gewalt  und  unrecht  daten,    daz  doch  wol   kuntlich  ist, 
da  unterstund  ich  mit  einem   aufsatz  in  der  stat  czu    komend  sy  darczu  czu  halten, 
daz  mir  mein  voll  geschehen  wer,   alz  sy    gelopt  und  gesworen  hetten.    da   batt    ich 
meine  herren  von  Straszpurg  umb  dinst  und  meinen  bruder  den  tumprobst  und  umb  30 
daz,  daz  mein  vorgen.  herre  von   Straszpurg  ir  burger   Drig  auch   gebeten  hett,    daz 
dy  ym  und  mir  dynten.   desselben  (!)  Driger  müste  an  virczig  pfunt  Straszpurger  geben, 
oder  aber  ewiclich  für  dy  stat.  diselben  cwenczig  und  hundert  pfund  pfennig  must  (er) 
minem  (?)  herr(n)  von  Straszpurg  geben  und  hab  ym  seiderhar  den  vollen  getan,  doch 
dynt  mir  mein  bruder   der   tumprobst  czu   derselben   czeit,  da  must  er  für  sich  selb  » 
vierdsechczig  und  hundert  pfunt  pfennig   auch   an   semlicher  maz   geben  alz  vorgen. 
stet,  dem  ich  auch   seither   den   vollen   getan   und  gekert  hab.    und  ist  auf  daz  vor- 
gen. gelt  mer  wenn  die   elvhundert    gülden   schaden    gegangen,    uncz   ich   ez  beczalt 
hab,  alz  ich  daz  wol  kuntlich  weysen  wil  mit  guter  kuntschaft,  damit  vorder  ich  an  sy, 
daz  sy  mir  daz  vorgen.  gelt   und  schaden  keren  wollen,  wenn  mich  dunckt,  daz  sy  40 
ez  umbillich  wider  mich  genomen  haben,  und  wil  mich  mit  recht  wol  begnügen,  waz 
mir  da  von  rechts  wegen  geschehen  sol. 


1393  \-ir, 

[4]  Auch  vorder  ich  an  sy,  daz  sy  mir  unterstanden  hant  leib  und  gut  an  czu 
gewinnend  auf  dem  veld  in  den  dingen,  da  ich  ir  umbesorget  waz.  und  habent  mich 
auch  geprant  und  geschedigt  unwiderseit  und  wider  recht  und  bescheidenheit  und 
czu  grozzen  kosten  pracht.  und  schadet  mir  daz  mit  namen  zehentawsend  gülden  und 
5  mer,  daz  ich  wol  kuntlich  wil  machen  mit  guter  kuntschafft.  und  vorder  auch  an  sy, 
daz  sy  mir  daz  keren.  und  begnüget  mich  davon  wol,  waz  mir  von  rechts  wegen 
geschehen  sol. 

[5J  Auch  ist  zu  wissend,  daz  mir  mein  herre  der  konig  czoll  czu  Einhartshusen 
und  czu  Luczelstein  geben  het.  darumb  han  ich  mein  veterlich  erb  und  den  czoll 
in  von  yme  czu  manschaft  empfangen,  da  haben  sy  sich  gesagt  wider  meins  herren 
konigs  brif  und  ouch  darczu  getrungen,  daz  ich  von  iren  eingesezzen  noch  auzburgern 
wol  in  fünf  jaren  me  kein  zol  getorst  nemen  noch  wolten  sy  mir  auch  keinen  geben. 
daz  schadet  mir  dy  vorgen.  fünf  jare  alle  jare  mer  den  fünfhundert  gülden,  daz  ich 
wol  kuntlich  machen  wil.  damit  vorder  ich  an  sy,  daz  sy  mir  daz  kerent,  wann  (ich) 
ir,  mich  mit  recht  wol  begnügen  wil,  waz  mir  von  rehtz  wegen  da  geschehen  soll. 

[6]  Auch  nym  ich  in  allen  vorgen.  stücken  auz,  ob  mir  icht  vergessen  were,  daz 
mir  daz  auch  behalten  sey,  und  daz   ich  auch   mag  czu   allen   vorgen.   stucken   ant- 
worten und  mein  notdurft  reden,  und  wer  ez   auch,   daz   wir  dhein   vorderung   ver- 
gessen were,  da  nym  ich  auch  auz,  daz  ich  dy  mag  vordem,  wenn  sy  mir  pidenckig 
n   werden. 

[7]  Auch  ist  czu  wizzend,  da  dy  von  Straszpurg  den  czug  daten  über  hern  Con- 
rad und  über  her  Heinrich  Beyer  vor  Lutzelstein  hin,  da  schadten  sy  mir  an  dem 
ynfaren  und  an  dem  herwider  auzfaren  an  meinen  armen  leuten  400  gülden  und 
mer,  daz  ich  wol  kuntlich  machen  wil,  damit  ich  an  sy  vorder,  daz  sy  mir  dy 
u  keren,  wann  (ich)  mich  mit  recht  wol  begnügen  wil,  daz  mir  davon  geschehen  sol 
von  rechts  wegen. 

[8]  Der  von  Straszpurg  burger.  nemelich  Heintzman  Arner  und  ander  haben  ge- 
ritten auz  der  stat  czu  Straszpurg  und  auf  dez  reychs  strazzen  bey  einer  meil  wegs 
von  der  stat  umb  Eschaw  gefangen  Wornher  meins  herren  von  Straszpurg  Schreiber 
h  und  haben  yn  rewplich  nider  geworfen  und  ym  genomen  czwey  pfert,  sein  geltteschen, 
gurtet,  swert,  sein  kleider  und  hatten  in  herteklich  gefangen  funfczehen  wochen  ein- 
beslozzen  gehebt  und  in  ringen  und  wolten  yn  auf  kein  Sicherheit  noch  borgen  czu 
dheinem  czil  auf  reht  me  auzgeben  auf  widerantworten  noch  rast,  denn  si  wolten 
gut  haben,  und  darnach,  da  er  auzzer  der  gevengnuzz  kam,  batt  und  vorderte  mein 
35  herre  von  Straszpurg  selber  an  meister  und  rat,  daz  sy  dy  iren  alz  licht  hetten  und 
wiscn,  daz  sy  ym  daz  sein  widerkerten  und  sein  smachheit  ableiten,  und  vordert 
auch  derselb  meins  herren  Schreiber  dick  und  czu  manigem  mal  auf  der  pfaltzen  an 
meister  und  rat,  daz  sy  ym  schuffen  widerker,  alz  sy  mein  her  von  Straszpurg  ge- 
peten  hat,  daz  kund  allez  nie  gehelfen  noch  verfallen,  und  ist  der  name,  daz  s\  \m 
4o  dez  ersten  genomen  hant,  besser  gesin  dennu  newnczig  gülden,  so  ist  er  sust  an  ander 
weg,  dez  ym  dy  gevengnuzz  geschadet  hat  und  gepresten  komen  bey  achthundert 
golden,  und  ist  der  vorgen.  ir  burger  Heinczman  Arner  hewt  disz  tags  bey  yn  an 
der  stat.  und  waz  auch  daselbst  bey  yn  sein  husere  und  sein  weip  in  der  stat,  da 


426  1393 

er  dy  missetat  det.  dem   wellen  nach  gedenken,  wy  daz  unrecht  undjgrozz  missetat 
gepezsert  werde  und  gekert. 

Str.  St.  A.  AA.  1416.  Papierheft  enthaltend  eine  Anzahl  derartiger  Forderungen. 


731.  Forderung  der  Stadt  Straßburg  an  Graf  Heinrich  von  Lützelstein. 

[1393  Februar.]   5 
Die  anesproche  an  grafe  Heinriche  von  Lützelstein. 

Das  er  hern  Cünraten  von  Liehtenberg  seligen  unsern  burger  het  anegegrifFen 
und  geschadiget  unwiderseites  dinges  über  das,  das  ime  derselbe  her  Cünrat  selige 
unser  alle(r)wege(n)  des  rehten  gehorsam  were  gewesen  zu  dünde. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  141.  cop.  coaev.  (Papierrolle).  10 


732.  Forderung  Ottemanns  von  Ochsenstein  an  die  Stadt  Straßburg. 

[1303  Februar.] 

Dis  ist  die  anspräche,  die  ich  Otteman  herre  zu  Ohssenstein  han  an  die  stat  von 
Straszburg. 

[I]  Item  zum  ersten  so  brantent  sü  mir  Marley  und  vingent  mir  mine  armen  lüte   m 
und  schatztent  sü  umbe  ahtzig  pfunt  pfennige. 

[2]  Item  sü  hant  mir  zerbrochen  das  kleine  Ohsenstein  in  den  dingen,  das  ich 
nit  mit  zu  schickende  noch  zu  schaffende  bette  und  nie  schade  dar  uz  geschach. 

[3]  Item  ouch  hant  sü  mir  Löwestein  zerbrochen. 

[4]  Item  so  nement  sü    mir  Eckefersheim   das    dorf,  das  ich   doch  vant   in  mins  n 
vatter  hant,  und  das  zii  lehen  han  von  der  stift  zii  Metze. 

[5]  Item  so  nement  sü  mir  Göidertheim,  das  ouch  do  her  zu  lehen  ruret. 

[6]  Item  ouch  bin  ich  min  libes  allezit  vürlöibig  gewesen  und  noch  bin  burg- 
schaft halp,  da  ich  in  doch  mine  pfant  nie  gewerte. 

[7]  Item  ouch  hant  sü  mir  minen  man  und  diener  mit   namen  Hanse   von  Albe  25 
in  mime  gerihte  gevangen,  der  alle  zit  das  gerihte  anschrey  in  demselben  gerihte.  und 
darüber  fürtent  sü  in  mit  gewalte  enweg  und  hant  ime   hin   höbet   abegeslagen   one 
gerihte. 

[8]  Item  so  hant  die  iren,  do  sü  gegenwertig  uf  dem  velde  worent,  mir  eine 
arme  frowe  zu  Mindefelt  ertötet,  die  grosz  kindes  ging.  30 

[9]  Item  ouch  ligent  sü  mir  in  minen  gerillten  und  mercketen,  do  man  mir  alle- 
zit zu  sprichet,  das  sü  die  lüte  dar  us  s'chedigent.  darumb  mir  grosse  name  und 
schade  geschehen  ist. 

[10  Item  so  ist  mir  Sultzbach  min  kneht  gevangen  und  mir  ein  pfert  und  har- 
nesch  domitte  genomen.  und  kan  mir  kein  reht  dovon  widervarn. 

[II]  Item  so  trengent  sü  mich  und  mine  manne,  das  man  die  gut  uf  ire  pfaltzen 
vür  in  verrehtigen  müs,  die  doch  von  mir  zu  lehen  rürent. 

[12]  Item  so  haltet  mir  Schönemansze  mine  briefe  vür  vür  zwey  und  nüntzig 
pfunt  geltes. 


1393  427 

[13J  Item  ouch  stalfent  sü  und  die  iren  uf  mich  und  miner  diener  lip,  das  wir 
nil  wustent  mit  in  zu  schaffende  luin  und  trengent,  uns  das  wir  mustent  vür  mins 
ampllülc  von  Straszburg  riten  und  mustent  uns  vur  den  eidigen,  das  wir  uf  iren 
schaden  nie  kumen  werent  danne  in  offen  krigen. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  115.  cop.coaev.  (Papierheft.)  —  Ebenda  AA.  I41G.  Ausführlichem 

Aufzeichnung  gedr.  nr.  737. 


733.  Forderungen  Bohemunds  von  Ettendorf  an  die  Stadt  Straßburg.    1139a.] 

Dis  ist  her  lioymundes  von  Ettendorf  vorderunge  an  die  stat  von  Strassburg. 

[1]  Item  zum  ersten  so  hant  sä  mich  verbrant  und  schedelichen  geschediget   zu 

io  Dambach  in  myme  dorffe,  do  sü  mit  grefe  Emichen  von  Lyningen  kriegetent,  das  ich 

wol  herfolget  und  uz  gedragen  mit  ym  habe  und  mir  nie  kerunge  geschehen  möhte. 

zu  denselben   ziten  yr   höbtman  was   her  Hans    von  Kagenecke   und  Swarber  Hans. 

[2]  Item  so  hat  Peter  Museler  ir  ingesessen  burger  mir  min  schafe  6  hundert 
genommen  zu  Diersberg,  in  den  dingen,  das  ich  nützit  mit  den  zu  schaffende  hette. 
n  [3]  Item  so  hant  die  von  Strasburg  ir  gewalt  und  die  iren  mir  min  tal  zu  Diers- 

pregf!)  verbrant  und  Hofewilre  min  dorff  und  mir  min  gut  genomen  vor  dem  kriege, 
der  zwüschent  herren  und  stetten  waz,  und  e  ich  hellTer  wurde  min  herren  seligen 
von  Peyern. 

[4]  Item  so  Bebest  sü  myr  mine  herschaft  eigendorf  von  Ettendorf  ufTe  ire 
M  pl'altze,  da  doch  mine  manne  von  myme  eigen  und  iren  lehen  vor  mir  und  minen 
mannen  zi'i  rehte  sullent  stan. 

[5]  Item  so  hant  sie  mir  Hans  von  Albe  minen  man  und  diener  an  geriht  und 
wider  reht  herdotet  in  den  dingen,  das  er  aller  fede  und  fintschaft  mit  in  geriht  was, 
daz  er  ie  mit  in  zu  schaffen  gewan  und  des  er  gute  besigelte  briefe  hatte. 

H  Str.  St.  A.  AA.  112.  cop    coaev.  Papierheft. 


734.  Forderung  des  Grafen  von  Württemberg  an  die  Stadt  Straßburg. 

[1393  Februar. 

Der  Zuspruch,  den  mein  herre  von  Wirttenberg  zu  der  stat  von  Straszpurg  hat, 
der  ist,  daz  sy  ime  in  sein  lant  gelzogen  sint  mit  aufgeworfenem  baner,  mit  gewalt 
anerfolget  unbesorgeter  dinge  und  unwidcrseit  und  sint  dabey  und  damit  gewesen, 
so  daz  ime  sein  vatter,  sein  ritter  und  sein  armlütte  erslagen  sind  und  er  und  dy  sein 
schedelichen  verbrant  und  angriffen  sint,  des  er  und  sein  lant  schaden  genomen  hant 
an  alle  lodslege  mer  denne  üml>  hundert  tavvsent  gülden,  umb  denselben  schaden 
but  mein  herre  von  Wirttenberg  nit  mer  denne  eins  glichen  rechten  von  den  von 
Straszpurg. 

36  Str.  St.  Ä.  AA.  1416.  (Papierheft.) 


428  1393 

735.  Forderung  der  Stadt  Straßburg  an  Junker  Heinrich  von  Geroldseck  und 
Lahr.  [1393  Februar.] 

Die  anesproche  an  jungher  Heinrich  von  Geroltzecke  herre  zu  Lore. 
Er  het  gesworen  ewekliche,  die  wile  er  gelebet,   unser  burger  zu  sinde   und  nit 
wider  uns  zu  dunde,  darüber  so  het  er  uns  widerseit  und  gröszliche  geschediget.         5 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  141.  cop.  coaev.  [Papierrolle.] 

736.  Forderungen  Junker  Heinrichs   von  Geroldseck   und  Lahr   an   die   Stadt 
Straßburg.  [1393  Februar.] 

[1]  Ez  ist  czu  wissend,  daz  dy  von  Strazzpurg  meinem  jungherren  gewert  hant 
mit  gewalt  an  recht,  daz  er  auf  den  gütern,  dy  er  von  dem  reiche  czu  lehen  hett,  10 
nicht  getorst  richten  an  den  stetten,  da  dy  guter  gelegen  sint  in  dem  lehen,  ez  wer 
umb  wunden,  freveil  und  umb  ander  sache.  und  wenn  sein  amptleut  richten  wolten 
in  dez  reichs  gütern,  so  vingent  sy  dy  von  Strazzpurg  und  slügen  sy  und  handelten 
sy  übel,  und  also  wart  meinem  jungherren  entweret  seins  rechten,  daz  er  von  dem 
reiche  czu  lehen  hett.  15 

[2]  Item  mein  jungherr  hett  auch  giessen  und  wyger  gelegen  bey  dem  Heyn,  dy 
auch  von  dem  reich  mein  jungherr  czu  lehen  hett,  da  furend  im  der  von  Strazzpurg 
vischer  ein  und  vischtend  darynn  mit  gewalt  an  recht,  darumb  pfanten  sy  meins 
herren  amptlewt  auf  rehte  umb  dy  frevel  und  gobent  in  doch  dy  pfant  wider,  daz 
sy  einr  czeit  uberkemen  mit  meinem  jungherren  umb  dy  frevell,  ob  er  recht  darczu  20 
hett.  darumb  wolten  dy  von  Strazzburg  meinen  jungherren  uberczogen  haben,  da 
kam  mein  jungherre  czu  stund  geen  Straszpurg  und  überkam  da  kume  mit  yn,  daz 
sy  nicht  auf  yn  czugen.  und  santen  dy  von  Straspurg  botten  von  ir  stat  da  czu  und 
vant  sich  an  denselben  botten,  daz  dy  wiger  und  gieszen  meins  jungherren  .warend 
und  gefrevelt  und  unrecht  hetten.  da  batt  mein  jungherr  meister  und  rat,  seit  ez  sich  w 
vand,  daz  sy  unrecht  hetten,  daz  man  ym  daz  bezzert,  daz  wolten  sy  nicht  tun  und 
geschach  ym  nie  kein  bezzerung.  darumb  hett  aber  mein  jungherr  unrecht  gehaben, 
er  must  ez  .  .  .  swerlich  gebezzert  han. 

[3]  Item   dy  von  Straszpurg   haben   auch   einen    czoll   gemacht  an  dem   Altheim 
wege  in  meins  jungherren  gebiett,  daz  er  czu  lehen  hett  von  dem  reiche  und  da  sy  30 
doch  nicht  czu  schaffent  hant,  und  hant  denselben  czol  lang  genomen  mit  gewalt  an 
recht  und  kund  meinem  jungherren  darumb  kein  recht  beschehen. 

[4]  Item  dy  von  Straszpurg  hand  auch  dick  und  vil  gerant  in  dy  dorffere,  dy 
mein  jungherr  czu  lehen  hett  von  dem  reyche,  mit  pfiffern  umbescheidenlich  und  hant 
ym  dy  sein  gevangen,  übel  gewundet  und  geslagen  und  \n  daz  ir  genomen.  und  35 
hant  dyselben  gejehen,  wer  meinen  jungherren  und  sein  sun  bekomen  in  dez  reichs 
gutern,  si  hetten  sy  beid  erstochen,  und  sand  mein  jungherr  darumb  sein  botschaft 
für  den  rat  czu  Straszpurg  und  clagt  daz,  dez  wart  ym  nie  kein  antwort. 

[5]  Item  mein  jungherr  waz  schuldig  etlich  czu   Strasspurg  und  hat   mein  jung- 
herr einen  walt,  heiszt  dy  Sneit ;  daz  wisten  dy  von  Straszpurg  wol,  daz  er  gar  ein  «0 
gut  walt  waz   und   schuffent   mit  den  schuldenern,    daz  ym   nymand   kein   czil   wolt 


1393  429 

geben,   mit  den  er  wol  überkomen  wer,   der  si  gelossen  hett  uncz  daz  ym  der  stet- 
meister   und   der  ammanmeister   czu  den   czeiten   denselben  walt  ab    traiihlcnt    und 
must  in  den  walt  czu  kawfTen  geben  tawsend  pfund  neher,  denn  er  wert  wacz. 
[0]  Item   dy  von   Straszpurg   hant  auch  ein   prucken   gemacht    über   den 

5  Reyn,  daz  «tat  auf  meine  jungherren  eygen.  da  er  und  all  sein  vordem  ie  und  ie 
sint  über  gefaren  czollf'rey,  da  müs  er  und  all  dy  sein  czol  über  geben,  da/,  hant  sy 
ym  getan  mit  gewalt  und  an  recht. 

[7]  Item  dy  von  Straszpurg  dy  empfingent  meinen  jungherren  ab  czu  burger  et- 
wie  mutigen  seiner  lewt  in  den  czeiten,  da  dy  herren  und  stett  mit  einander  kriegten, 

io  wy  doch  mein  jungherre  ir  helffer  waz.  und  do  sy  dy  also  empfohen  wolten,  ob  daz 
s\  dy  empfingent,  da  sant  mein  jungherr  czu  stund  sein  botschaft  czu  den  von 
Straszpurg  und  det  sy  ernstlich  biten,  daz  sy  ym  dy  sein  nicht  empfingent.  enwere 
in  der  krieg  irenthalp  und  hett  dy  sein  geheizzen  flihen  czu  in  und  auch  anderswo, 
wo  sie  sich  beschirmen  und  behelffen  möhten.    da  sprachent  dy  von    Straszpurg,   sü 

15  wolten  sy  emphahen  und  wolten  sy  selbst  haben  und  antworten  also  meinem  jung- 
herren mit  gewalt  an  recht. 

[8]  Item  dy  von  Straspurg  hatten  auch  meiger  sitzen  auf  höfen  in  meins  jung- 
herren  dorffer,  dy  er  von  dem  reiche  czu  leben  hett,  und  auch  in  sein  eigen  dorfTer 
undnieszend  d}  selben  meyer  in  den  dörffern  wunn,  weyde  und  alles  gemeinsam  mer  denn 

20  dy  ander  leut,  dy  daselbst  sizzend.  und  woltend  dy  meyger  nie  nicht  davon  tun  kein  bett, 

klein  noch  grozz,  und  halten  ez  dy  von  Straszpurg  dafür,  alz  wer  ez  ir  eygen  gut,  und 

wenn  sy  meins  jungherren  amptleut  angriffend,  so  must  man  in  czu  samd  widerkeren. 

[9]  Item  mein  jungherr  hat  verüben  ein  schofweide  ein  jorsczale  czu  Ichenheim 

auf  dez  reichs  gutern,  daz  er  czu  leben  hett  vom  reich,  daz  weren  ym  dy  von  Strasz- 

25  purg  mit  gewalt  und  wolten  nicht,  daz  er  schaf  da  hett  und  must  dy  schaf  von  der 
weyde  tun.  und  entwerten  also  daz  meinem  jungherren  mit  gewalt  an  recht. 

[1()|  Item  mein  jungher  hat  auch  ein  aw  czu  Ichenheim  verluhen  ein  jarsczal. 
da  ging  Götz  Wilhelm  der  alt  czu,  der  waz  ein  altammanmeister  in  den  cziten  czu 
Straszpurg   und  waz  gewaltig  vor  dem  rat  und    must  sich   mein   jungher   verpinden 

30  mit  einem  brief,  den  sy  mit  der  stat  von  Straspurg  insigel  versigelten :  wer  daz  mein 
jungherr  dy  vorg.  aw  verkauf  in  dreizzig  jaren,  so  solt  dyselb  a\v  Götz  Wilhelm 
eygen  sein  ewicklich,  umb  daz  mein  jungher  ym  dy  a\v  nicht  neher  leihen  weit  denn 
einem  andern,  und  antwurten  also  meinem  jungherren  seins  rechten. 

[11]  Item  dy  von  Straszpurg  ranten  geen  Altheim  bey  nacht  und  bey  nebel  und 

35  vingen  da  meins  jungherren  schultheizz  zu  Altheim  in  dem  dorf,  daz  mein  jungherr 
CZU  leben  hett  von  dem  reich,  und  pranten  ym  (in)  derselben  nacht  haws  und  hof 
und  allez  sein  vihe  und  waz  er  hatt,  über  daz  er  nicht  mit  yn  czu  schaffend  hat. 

[12]  Item  dy  von  Straszpurg  warend  auch  meinem  jungherren  in  sein  wiltpenn 
jagend  und  wizzen,  daz  er  von  dem  reych  czu  lehen  hett,  über  sein  willen. 

jo  [13]  Item  dy  von   Straszpurg  ranten  auch  gen  Otenheim  in  daz  dorf,   daz   mein 

jungherr  von  dem  reich  czu  lehen  hett,  und  erstochen  ym  da  einen  erbern  man,  über 
daz  mein  jungherr  noch  derselb  man  nicht  mit  yn  czu  schaffend  hett.  und  torst  mein 
jungherr  über  ein  dotslag  nicht  richten. 


430  1393 

[14]  Item  dy  von  Straszpurg  entwerten  und  noment  auch  meinem  jungherren 
sein  gruntrure,  dy  er  hett  auf  dem  Re\ne  in  seinem  gebiet,  daz  er  auch  von  dem 
reich  czu  lehen  liatt. 

[15]  Item  wenn  mein  jungherr  und  dy  seinen  den  von  Straszpurg  mosten  recht 
tun  an  mein  jungherren  gerichten,  wenn  in  daz  ervolget,  so  wolten  sy  nymand  kein   t 
recht  tun  in   dem  gericht  und  sprechen  :    hett  ymand  an  sy  icht  czu   sprechend,    sy 
wolten  yn  darumh  recht  tun  auf  der  pfaltz  czu  Straszpurg. 

[1(J]  Item  mein  jungherr  behabt  ym  selber  auch  czu  disen  stucken  czu  redend 
und  hett  er  sich  icht  vergessen,  daz  sol  ym  keinen  schaden  pringen. 

Str.  St.  A.  AA.  1416.  Papierheft  in  Pergamentdeckel  fol.  22J23  ".  lü 


737.  Forderungen  Ottemanns  von  Ochsenstein  an  die  Stadt  Straßburg. 

(1803  Februtir.] 

Ez  ist  der  brest,  alz  ich  Ottmann  herr  czu   Ochssenstein  czu  sprechende  hab  an 
dy  von  Straszpurg. 

[1]  Czum  ersten  pranten  sy    mir  Marley  kirch   und  dorf  und  vingen  mir  mein   »» 
armen  lewt  und  trungent  sy  mit  irem  gewalt,  daz  sy  in  achtzig  pfunt  pfennig  geben 
mosten  für  ein  doten,  da  sy  doch  nie  nichtz   mit   czu    schaffend   czu   schaffen    noch 
czu  tund  gewunnen   und  begerten  allezeit  dez    rechten  von   yn    und  künde    mir    nie 
widervaren. 

[2]  Item  hant  sy  mir  Klein-Ochssenstein  mein  vesten  czerbroehen  in  den  dingen,  to 
daz  ich  mich  nicht  wüste  mit  czu    schaffend   noch  czu    tund   han    und    in    ouch   nie 
schad  darauz,   darein  geschah,  und  han   allezeit  kerung   von  in   darumb   begert    und 
benuge  mich  auch  wol  mit  dem  rechten. 

[3]  Item  auch  hant  sy  mir  Lowenstein  mein  vesten  czerbroehen  in  den  dingen, 
daz  ich  auch  nicht  wüste  mit  yn  czu  schaffend  han,  da  ich  doch  sundern  veils,  25 
brücken,  porten  und  turn  hett  und  ich,  und  dy  von  meinen  wegen  da  \  nnen  wareni, 
mit  irm  krieg  noch  gescheite  czu  den  czeiten  nicht  czu  tund  hetten,  daz  sich  doch 
mit  warheit  funden  hat.  und  haben  mir  mer  denn  umb  zweytausend  gülden  schaden 
da  getan,    und  beger  dez  kerung  und  benuge  mich  auch  wol  mit  dem  rechten. 

[4]  Item  so  nement   mir   ir  burger  mit  namen  dy  Loselein  daz  dorf  Eckfersheim   30 
mit  gewalt,  daz  ich  in  meins  vater  hant  vant,  und  ez   auch  czu  lehen  han  und  trag 
von  der  stift   czu  Meezig  (!)  und  mich  auch  mit  dem  rechten  wol  benuge,  \va  ich  ez 
billich  tun  solt. 

[5]  Item  gleich  in  derselben  mazz  nement    mir   ir  burger  dy   von  Mulheim  Gew- 
dertheim  daz  dorf,  daz  ich  auch  von  der  vorg.  stift  czu  leben  habe,  und  benuge  mich  3ä 
auch  wol  mit  dem  rechten  davon  in  vorg.  mazzen. 

[6]  Item  so  bin  ich  meins  leibs  allezeit  unsicher  gewesen    und    noch    um    burg- 
schefte  halp,  da  ich  doch  mein  pfant  nie  gewert. 

[7]  Item  auch  hant  sy  mein  mann    und  dyner   mit    namen   Johans    von    Alb   in 
meinem  gerichte  czu  Pfaffenhofen  gevangen,  der  allezeit  daz  gericht  anschrey  in  dem-  i0 
selben  gerieht,  und  darüber  fürten  sy  yn  mit  gewalt  enweg  und  hant  ym  seinen  kopfl  ab- 


I 


1393  431 


geslagen  an  gerieht,  und  beger  dez  kerung;  benugt  mich  wol  mit  demselben  gericht, 
da  er  auz  gefuret  wart. 

[8]  Item  so  haut  dy  iren,  da  sy  gegenwertig  auf  dem  velde  waren,  mir  ein  arm 
fruw  ezu  Myndevelt  ertötet,  dy  groskinds  ging. 
■  ['-'I  Hein  auch  ligent  sy  mir  in  meinen   gerichten  und  merkten,  da  man  mir  all- 

ezeit ezu  spricht,   daz  sy  dy  leut  daruz    schedigent ;    darumb   mir   grozz    nome    und 
schaden  geschehen  ist. 

[10]  item  so  tringent  sy  mich  und  mein  mann,  daz  man  dy  guter  auf  ir  pfalczen 

vor  in  verrechtigen  mus,  dy  doch  von  mir  ezu  lehen  rüren.  dasselb  tringent  sy  mich 

10  in  meinen  huphofen  und  dinghof'en,  daz  sy  diselben  reht  auf  ir  pfalcz  vor  in  auztragen 

wollen  haben,  und    tringent  niieh  dy   vorg.    hof  mit  gewalt   von   iren   gerichten    und 

rechten  und  benuge  mich  da  mit  wol  mit  den~rechten. 

[11]  Item  so  hant  ir  soldener  und  dy    iren  mir   einen   knecht   auf  der  straszen 
gevangen  mit  namen  Sulczbach,  ein  pfert,  harnesch,  gelt,  und  was  er  hett,  genomen 
i5  und  hant  denselben  knecht  lang  geturnet  und  eingeslozzen  und    kan  mir  kein   recht 
von  in  davon  widervaren. 

[12]  Item  so  stalten  sy  und  dy   iren  auf  mich   und   mein    dyner  lieb,   daz   wir 
nicht  wüsten  mit  in  ezu  schaffend  han ;  und  trungent  uns,  daz  wir  musten  für  mein 
herren  amptlewL  von  Straszpurg  ritten  und  musten  uns  für  den  eydigen,  daz  wir  auf 
H   iren  schaden  nie  konien  werent,  dann  in  offen  kriegen. 

[13]  Item  auch  hat  mir  Cuncz  Mulner  der  ammeister  meine  anvell  der  stette  ezu 
Wangen  mit  gewalt  genomen;  und  kund  mir  nie  kerung  noch  recht  von  yn  davon 
widervaren. 

[14]  Item  so  hant  sy  iren  burgertan  '  ezu  Straszpurg  erweytert  in  meinen   ban 

»*  ezu  SchUtkeim  und  hant  mir  ein  kreuez  darynn  gesät,  denselben  ban  ich  von  dem  reich 

ezu  lehen  hab,  umb  denselben  überbegriff  mir  nie  kerung  noch  reht  geschehen  kund. 

[15]  Item  so  sint  sy  mir  mit  ganezer  gewalt  in  geezogs  weis  ezu  ross,  mit  wagen, 
kerchen  und  ezu  fuzz  ezu  Burne  in  meinem  dorf  gelegen  und  hant  mir  dasselb  dorf 
und  lutt  (?)  und  hant  mir   mer   denn  umb  2000  gülden  schaden   do   getan;  darumb 
so  ich  allezeit  kerung  und  recht  begert  han  und  noch  beger. 

[16]  Item  so  waz  ich  ezu  einer  czeit  der  von  Straszpurg  hauptman.  und  hiezzent 
sy  mich  ein  ursag  machen  czwischen  yn  und  Walther  Schaden  von  Winstein ;  dyselb 
ursag  ich  mäht  nach  ir  geheisz.  und  vingent  dy  vorg.  von  Straszpurg  den  egenanten 
Walther  in  den  vorg.  ursagen.  und  starp  der  egenante  Walther  in  vorg.  gevengniezz, 
85  dez  ich  in  groszen  komer  komen  bin  und  noch  bin  ;  darumb  ich  allezeit  kerung  und 
■echt  bqgfixt  han  und  mir  nie  leider  varn  kund. 

[17]  Item  so  hant  sy  mir  czwene  arme  manne  mit  namen  Sigel  Pflug  und  seinen 

sun  gevangen  und  getürnet  unschuldiclich,  daz  sich  doch  mit  warheit  vant;   darumb 

ich  kerung  beger  an  sy. 

«  [18]  Item  auch  hat  Cuncz  Mullers  sun  dez  ammanmeisters  mir  ein  arm  fraw  von 

Merczewilr  gesehetzt  umb  2 '/«  hb.  den.,  da  er  meinen  vetern  Johans  herr  ezu  Lich- 


1  So  steht  in  der  Vorlage,  vielleicht  ist  burgban  tu  lesen 

VI.  56 


432  1393 

temberg  angreif,  und  embot  mir  einen  dag  und  det  mir  sagen,  welchen  er  meiner  lewt 
finde  noch  dem  tag  in  dez  vorg.  meins  vetern  dörffer  und  gerihten  sitzend  und 
wonend,  den  wolte  er  voll  schuld  für  yn  angriffen,  und  müsten  all  mein  arm  leut 
von  ir  veterlich  und  müterlich  erb  von  seinem  gepot  rumen  und  entweichen,  dez  si 
czu  grozzem  verdinplichen  (!)  schaden  komen  sint ;  und  beger  darumb  kerung  und  recht.  » 

[19]  Item  so  hant  sy  mich  verprant  czu  Reichenshofen  in  dem  tale  und  mir  und 
den  ineinen  wol  40  fuder  weins  und  anders,  daz  sy  hetten  genomen  in  dem  krieg, 
der  cz wischen  fursten  und  stetten  waz,  ee  ich  vigent  wart;  und  begere  dez  kerung 
und  benuge  mich  wol  mit  dem  rechten. 

[20]  Item  auch  hant  sy  und  dy  iren  mir  wol  60  stuck   vihes   genomen    in    dem  w 
vorg.  tale  und  meindent  Rudolf  meinen  prüder  angriffen ;  und  wolten  mir   daz   nicht 
keren  noch  auzgeben  auf  recht. 

Str.  St.  Ä.  AA.  1416.  Papierheft  fol.  24/26. 


738.  Forderungen  Rudolfs  von  Ochsenstein  an  die  Stadt  Straßburg.       [1393.] 

Disz  sint  dy  gebresten,  dy  ich  Rudolf  herre  zu  Ohsenstein  an  dy  von  Straszpurg  15 
zu  sprechen  hab  und  an  dy  iren. 

[1]  Des  ersten  von  Klein-Ohsensteins  wegen,  daz  sy  mir  zerbrochen  hant  in  den 
dingen,  daz  ich  mit  in  nit  zu  tunde  het  denne  lieb  und  gut. 

[2]  Item  von  Johans  wegen  von  Lichtemberg,  also  er  mich  unterstund  niderczu- 
werffen  in  den  dingen,  daz  ich  sin  unbesorget  was;  und  gewan  in  sein  hengest  und  20 
gelt  ein  teil  an.  do  drungent  mich  dy  obgen.   von  Straszburg,    daz   ich  im   sein   hab 
keren  muste,  dafür  ich  mein  gut  versetzt   und  noch  czins   davon    musz   geben,    und 
slug  daz  reht  auz  vor  unserm  herrn  dem  könig. 

[3]  Item  auch  nemen  sy  mir  mein  lehen,  daz  ich  von  dem   rieh   zu  lehen  habe, 
Ruprehtsaue  und  dy  drew  Husbergen  wider  unser  besigelt  brif,  dy  wir  von  dem  rieh  » 
haben. 

[4]  Item  ume  den  prant,  den  sy  mir  hant  getan  in  der  fyntschaft  czwischen 
herren  und  steten,  waz  in  dem  niderland  und  in  dem  tale  zu  Richenshofen,  wider  daz 
ich  des  kriges  nicht  enwas,  wenn  ander  irer  eitgenozzen  ein  teil  mit  mir  über- 
kummen  sind. 

[5]  Item  so  forder  ich,  also  sy  ein  einval  teten  zu  Marie  und  uns  unser  armlüte 
scheeztend  ümb  ahezig  pfund  und  den  schaden. 

[6]  Item  so  forder  ich  den  schaden,  den  mir  dy  Barpfennige  teten  czu  Marie  und 
czu  Northeim. 

[7]  Item  auch  forder  ich,  also  sy  mit  der  gewalt  czu  Phaffenhofen  einkomen  in 
unser  geriht  und  Johans  von  Alben  seligen  darauz  fürten,  der  doch  unsers  gerihts 
begert.  und  slugend  im  darwider  sein  hawbt  abe. 

[8]  Item  so  haben  sy  mir  ein  arm  frow  erstochen  und  ein  kint  in  irem  leibe  in 
dem  geezoge,  den  sy  taten  czum  ersten  ober  dy  herren,  do  sy  herwider  uf  czugende. 
und  was  herr  Eberlin  von  Mullheim  und  herr  Cunez  Muller  houbtlüte. 


1393  433 

[9]  Item  so  wolten  dy  iren  pfenden  uff  Oüman  meinen  bruder  und  erslugend 
mir  einen  arm  man  cza  (irieszpach  in  den  dingen,  daz  ich  czu  der  czeit  nit  mit  yn 
czu  tun  hett. 

[1()|  Item  so  forder  ich  ein  pferd,  daz  nam   mir   irer  burger  einer   wider  reht; 
5    und  wolten  mir  kein  reht  lazen  widerfaren. 

[11]  Item  forder  ich  semlich  brif  an  sy,  dy  mir  ir  burger  Schönmansse  vor  be- 
haltet  widcrreht,  also  mich  bedöncket. 

[12]  Item  auch  hant  dy  iren  mich  meins  bruder  seligen  erbes  entwert  des  dum- 
probstes  in  irer  stat  zu  Straszpurg. 
'"  [13]  Auch  sprich  ich  sy  an  von  Henslein  Hackens  wegen   ires   burgers,   daz   sy 

mich  für  denselben  tröstend  und  mir  in  der  trostung  daz  mein  namen. 

[14]  Item  so  sprach  ich  sy  an,  daz  mir  Cuncz  Mulner  mein  anfeile  czu  Wangen 
genomen  hat. 

[Bin  Nachtrag  mit  der  Ueberschrift  Ohsenstein  enthält  5  Artikel,   von  denen 
15  nur  folgende  2  neues  bringen]  .• 

[15]  Item  han  sy  mir  Obreht  von  Alb  meinen  man  und  dyner  in  myme  geriht  ge- 
vangen  und  mit  gewalt   darauz  gcfurt,  der  sich   doch    nichts   mit   in  weste   czu    tun 
hant;  und  beger,  daz  mir  darüme  ein  wandel  gescheh  nach  des   gerihts   erkentnuss, 
do  daz  ynne  geschehen  ist. 
20  [16]  Item  hand  sy  mir  min  dorff  Dampach  verprant  in  dem  krige,  den  sy  mit  graf 

Emichin    von    Lynigen   hetten,    der   mich   nit   anging    und   mit   dem    krig   nihts   czu 
schaffen  hette. 

Str.  St.  A.  AA.  1416.  Papierheft  fol.  26f27. 


739.  Forderungen  Markgraf  Bernhards  an  Strassburg :  Schadenersatz  für  die 
25  Plünderung  der  Stadt  Selz,  die  er  und  seine  Vorfahren  vom  Reich  als  Pfand  haben, 
desgleichen  für  den  Schaden,  den  sie  ihm  von  Selz  aus  im  Städtekrieg  thaten, 
obwohl  er  von  «dez  konigs  wegen  muszig  saz»,  ferner  für  schädlichen  Angriff  zu 
Hochberg,  wo  die  Stadt  dem  Markgrafen  Hesso  für  seinen  Schaden  1700  fl.  gab; 
ferner  für  Uebervorteilung  markgrfl.  Unterthanen  an  Ungelt  und  Zöllen,  die  40,000  fl. 
80  betragen,  Abstellung  der  Bürgenaufnahme  markgrfl.  Diener  und  armer  Leute  und 
Herausgabe  vorenthaltener  Erbschaften.  [1393  Februar.] 

Karlsruhe  G.  L.  A.  Kopialb.  46  ». 
Reg.  <l.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1576. 


740«  Forderungen  der  Stadt  Strassburg  an  Markgraf  Bernhard:  Wiedereinsetzung 

35  des  Herrn  Zornelin  von  Bulach  in  sein  Haus  zu  Durbach,  ferner  all  die  Punkte,   die 

sie  gegen  Heinrich  von  Lichtenberg  aufgestellt   hat,   nämlich  Einsetzung   des  Thomas 

von  Endingen  in  sein  Haus  zu  Westhofen  und  zu  Ballbronn :  Zahlung  aller  vor  dem 

Kriege  gemachten   Schulden,   versessener   Zinsen,    Gülten,    sowie    aller   während   des 


434  1393 

Krieges  verfallenen  Zinsen,  Gülten,  Nutzen  von  Leibgedingen;    Rückgabe   weggenom- 
mener Güter,  Häuser,  Höfe,  desgleichen  etwaiger  Gefangener.  [1393  Februar.] 

Karlsruhe  G.  L.  A.  Kopialbuch  46  a. 
Beg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1575. 


741.  Forderungen  des  Landvogtes  an  Straßburg.  [1393  Februar.]  s 

Dis  ist  des  lantvogtes  anesproche : 

[1]  Item  gedenckent  zu  dem  ersten,  das  die  von  Stroszburg  so  lange  gewesen  sint 
mit  frefel  in  der  aberahte. 

[2J  Item  gedenckent,  das  sie  herren,  rittern  und  knehten,  stette,  dörffer,  und  wo 
gerihte  sint,  krenckent  und  zwingent  mit  irme  gewalte,  reht  uff  irre  pfaltzen   zu  ne-   w 
mende ;  do  mitte  legent  sie  des  riches  gerihte  nider,  das  nieman  getar  von  in  gerihten 
vor  irme  gewalte,  wie  wol  alle  gerihte  vom  riche  dar  rurent. 

[3]  Item  also  ouch  min  herre  der  künig,  ander  fürsten,  herren  und  stette  ge- 
meinekliche  zu  Eger  übereinkoment,  das  alle  unserre  bürgere,  pfalburgere,  wie  die 
genant  sint,  abe  sollen t  sin,  die  ouch  andere  abe  geloszen  hant,  das  wellent  sie  nit  rs 
dün.  allen  herren,  rittern  und  knehten  und  armen  edeln  lüten.  und  überfarent  die 
rihtigunge  und  haltent  ir  niht  die  vereynunge,  die  zu  Eger  geschach.  und  sunder  so 
habent  sie  dem  riche  vor  die  bürgere,  die  sie  vor  hettent  in  der  pflege  zu  Hagenow 
und  wenne  des  riches  knehte  angriffent  umbe  sture,  so  griffent  sie  wider  darumbe 
an  und  trawent  den  knehten  in  die  turne  zu  werffende  und  machent  do  mitte,  das  2o 
nieman  getar  des  riches  stüre  noch  nutz  gesamein. 

[4]  Item  do  behüb  des  riches  burger  einre  zu  Colmar  mit  gerihte  und  dem  Stabe 
einen  von  Stroszburg,  der  in  doch  vor  uff  dem  velde  gefangen  hette  one  gerihte. 
was  do  die  von  Colmar  ires  von  burgers  wegen  geschribent,  das  künde  nit  gßhelffen, 
das  sy  woltent  iren  burger  wisen  zu  rehte  zu  kumende  uff  gemeine  tage,  da  entran  25 
der  von  Colmar  burger  und  vant  denselben,  der  in  gefangen  hette,  zu  Colmar  darnoch 
und  behob  in  mit  gerihte,  alz  vorgeschriben  stat.  darumbe  so  rantent  sie  vur  Colmar 
mit  uffgeworffener  baner  und  muste  man  in  iren  burger  lidig  loszen  und  tedingen, 
wie  sie  wolten. 

[5]  Item  do  der  Heilman  meister  was,  do  hulffent  sie  sime  dohtermanne,  das  er  30 
dem  closter  ze  Peris,  das  in  des  riches  schirm  do  lit  und  zu  Colmar  ingeseszen  bur- 
ger sint  25  lib.  Stroszburger   pfenninge  geltz  wolte  haben   abegenummen   me   denne 
sie   in   schuldig  worent.    und   künde   in  nie   geholffen  zum  rehten  zu  kummende   uff 
tagen  und  stunden  an  gemeinen  stetten,  alz  gewonheit  ist.  und  mustent  die  von  Peris 
in  noch  volgen   gen  Stroszburg   und  do  reht  von  in  nemmen.    und  erfant   sich  doch  35 
mit  rehter  kuntschaft  und  mit  iren  ingeseszen  burgern,  das  die  von  Peris  reht  hettent 
und  auch  vor  in  selber    reht  gewunnen.  do  hettent  sie  gerant  in    der  von  Peris  hof 
und  ir  schlosz  ufgebrochen  und  ire  munche  [  .  .  .  ]  berost  (!)  gestossen  und  geslagen 
und  das  ire  in  dem  hofe  genummen  mit  gewalt,  die  doch  in  des  riches  schirm  sint, 
und  hattent  von  derselben  sachen  wegen  anderre  der  von  Colmar  bürgere  angegriffen  40 
pferde,  kerriche  und  silberin  geschirre,    das  sie  noch  nie  wider   gekeren  wolten  und 


1393  435 

die  smocheit,  die  sie  denselben  herren  dotent,  wie  wol  das  sie  reht  gewunnent  und 
mar)  in  das  gelt  wolte  haben  abe  genuunuen  wider  reht. 

|<;|  item  ouch  wissent,  das  sie  den  Juden  haut  abe  genummen  mcr  druue  ahtaig 
diisent  guldin  über  iren  rchlcn  dienst  luicrluiilvet  mins  herren  des  kuniges  von  de» 
5  riches  wegen. 

[7]  Item  ouch  hant  sie  unerloubet  grosze  zolle  und  ungelt  geleit  uff  des  riches 
lant  und  lüte  und  ouch  uff  herren,  rittere  und  knehte  und  stelle  in  den  landen  und 
mengelichem  abcgenummen  riehen  und  armen. 

[8]  Item  sie    hant   ouch   hern  Hansen  von   Oberkirchen    gefangen    und   getümelt 

in  und  gemartelt  alz  ein  diep.    und   kundent   keine  schulde    uff  in    vinden   anders   sie 

hettent  ime  ouch  sin  hobt  abe  gehöwen.  über  die  smocheit   so  moste  er  sich  zu  in 

verbinden  mit  sinen  frunden  und  mögen,  das  er  dem  riebe   noch   nieman  gedienen 

getar,  wie  wol  er  des  riches  man  ist. 

|!)|  Item  so  hant  sie  Heinman  herren  seligen  sin  hübt  abegeslagen,  der  doch  mit 
is  in  nüt  zu  schaffende  hette  und  ime  iren  win  davor  kürtzlich  gesehencket  hatte  und 
herren  Gossen  sinen  brüder  mit  irem  gewalte  darzü  getrenget,  das  er  sich  mit  in 
müste  rihten  und  der  anspräche  sich  gegen  in  verzihen. 

[10]  Item  ouch  hant  sie  Berhtold  Schencken  gefangen  mit  unsehulde^und  ouch 
darzü  getrenget,  das  er  sich  mit  sinen  fründen  gegen  in  verzigen  hat,  daz  er  dein 
H  riche  noch  niemand  wider  sie  geholffen  getar. 

[11]  Item  ouch  hant  sie  hern  Thoman  von  Grostein  us^dem  künigriche  geholten 
äne  schuld,  das  sie  doch  von  rehte  nit  tön  soltent, 

[12]  Item  ouch  ist  derselben  vil,  abe  den  sie  also  gerihtet  und  getrenget  hant. 
ouch  so  hant  die  von  Mülnheim  alle,  die  an  Obrehtztal  teil  hant,  hern  Friderich  von 
■  Hadstat  ein  dorf,  heisset  Wassemberg,  mit  gewalte  langezit  vor  gehabet  und  one  recht, 
daz  lehen  ist  von  der  herschaft  von  Österrich. 

[13]  Ouch  so  hant  sie  Hans  Erben  das  far  zu  Gräfenstaden  genummen  mit  ge- 
walte und  äne  reht,  das  lehen  ist  von  dem  riche. 

[14]  Item  und  ouch  viel  smächeit,  getranges  und  vurchtes,  so  sie  dem  riche  und 
8o  mengelichem  tunt  und  getan  hant. 

[15]  Item  ouch  hant  sie  münssen  abe  getan  und  wider  gemäht,  damit  sie  das 
lant  umbe  gros  unmessig  gut  braht  hant,  alles  unerlöbet,  davon  sie  grossen  nutz 
gehabet  hant. 

[16]  Item  ouch  hant  sie  des  riches  herren,  ritter  und  knehte  und  stette  mit 
85  wücher  zinsheftig  in  die  stat  gemacht. 

[17]  Item  herr  Stislaus  was  lantvogt  und  sante  die  von  Strazburg  nach  ime  in 
dem  kriege,  den  sie  hettent  mit  den  forsten  und  in  das,  alse  er  by  in  was,  da  stiessent 
sie  ime  die  sinen  us  der  vesten  zu  Sels  und  entwurten  in  der  vesten  von  des  riches  wegen. 

[18]  llcm  so  het  er  einen  zol  zu  Lymperg  von  dem  riche,  da  woltent  sie  ime 
■io  nie  keinen  zol  gegeben  und  sint  allewegen  mit  gewalte  vür  gefaren,  so  hant  sie  ime 
ouch  do  selbes  sine  schif  genummen  und  sine  knehte  in  turne  geworffen. 

[19]  Item  do  sü  gen  Lowenstein  zugent,  do  brantent  sie  ime  das  sine  zu  Hagenau 
vor  der  stat. 


436  1393 

[20]  Item  so  ist  er  und  sine  sfinne  irs  libes  vor  in  in  sorgen  gewesen  zwey  jare, 
das  sie  nie  keins  rehten  von  in  künden  bekummen.  und  hant  in  daz  reht  für  unsern 
herren  den  künig,  für  mynen  herren  von  Straszburg,  für  des  riches  stet,  das  im  alles 
nie  gefolgen  möhte.  und  hant  in  domit  in  grossen  schaden  broht. 

[21J  Item  so  hand  sie  Zebischen  (!)  gefangen  wider  got,  wider  ere,  wider  reht  und  5 
alle  bescheidenheit.  und  hant  in  gemartert  und  das  sine  genummen.  und  enwoltent 
ny  laszen  besehen,  warumbe  sie  in  hettent.  und  hand  in  getrenget,  das  er  sich  der 
lehen,  die  ime  unser  herre  der  künig  gelihen  hat  nnd  der  kober  brief,  so  er  an  dem 
hofgerihte  erkobert  hat,  sich  begeben  müste.  und  hant  ime  sehtzig  vierteil  kornes  zu 
Anneheim  (?)  wol  fünf  jare.  io 

'  [22]  Item  ouch  hant  sie  des  riches  man  betwungen,  das  si  gelt  nemen  müsten 
für  ir  var  uf  dem  Rine,  die  doch  von  dein  rieh  lehend  sint.  und  hant  sie  ein 
brücke  darüber  gemäht. 

[23]  Item  gedenckent  ouch,  als  wir  den  krieg  mit  den  von  Fleckenstein  hatten, 
do  nanien  wir  schaf,  die  unser  finde  warent.  do  sprachent  sie,  sie  werent  eins  irs  u 
burgers  und  der  hette  sie  behabet  vor  in  und  darumbe  solte  man  ime  wider  keren. 
do  wer  wir  gerne  kuminen  zu  gemeinen  tagen  und  hetten  gerne  lan  besehen  und  sich 
erfinden  nach  des  landes  gewonheit  und  reht,  obe  die  schaf  unser  viende  weren 
gewesen  oder  niht.  das  slugent  sie  als  usz  und  fingent  der  von  Hagenowe  ingesessener 
burger  ettewievil  und  twingent  mit  irme  gewalte,  daz  wir  müstent  hundert  pfund  20 
Strazburger  für  die  schaf  geben  und  woltent  uns  niht  laszen  besehen  mit  dem  rehten. 
Str.  St.  Ä.  AA.  112  nr.  115.  Papierheft. 

742.  Forderung  Bruno  s  von  Rappoltstein  an  die  Stadt  Straßburg.         [1393.] 
Dis  ist  die  vorderunge  von  hern  Brunen  wegen  von  Rappoltzstein : 
[1]  Item  zürn  ersten,  do  der  lantvogt   her  Stislaus  von   der  Witenmüle   die   von  2& 
Straszburg  und  mich  anlangete  von  mins  herren  des  kuniges  wegen  und  in  mit  rehte 
wol  benügen  wolte   von   her  Johan  Alesteins  wegen  mins  gefangen,  do  besantent  sü 
altammanmeister  und   nuwe  ammanmeister,  alt  und   nuwe  schöffele   und  antwürtent 
alle  gemeinliche,  das  sü  ime  nit   helfen  woltent   noch   soltent  und   sich  nit   an  mich 
noch  an  minen  gefangen  keren  woltent  und  mir  weder  helffen  noch  enthelffen  woltent  30 
und  ouch  nit  wider  mich  woltent  sin.  und  dis  bekantent  sie  mit  gemeinem  urteil,  do 
der  egenante  lantvogt  und  ich  by  werent,  wenne  sü  eim  iegelichem  irem  burger  sine 
alten  kriege,  die  er  zu  inen  broht  hette  vor  uz  nement,  als  sie  uns  antwürtent  und 
sprachent. 

[2]  Item  do  ich  do  gen  Peyern  geritten  was  zu  erwerbende  einen  brunlöft '  zwü-  u 
schent  mine  herren  von  Peygern  und  dem  grefin  von  Loufen,  do  zigent  sü  mich,  das 
ich  ander  sache  würbe,  die  wider  sie  werent  und  verbuttent  mengelichem  in  ire  stat, 
daz  man  mir  noch  minen  bürgen,  nieman  kein  zil  geben  solte  by  der  stette  bes- 
serunge.  und  darumbe  brohtent  sü  mich  mütwilikliche  me  denne  umbe  5000  güldin, 
die  ich  den  würten  geben  müste  von  leistunge  wegen,  der  ich  über  were  gesin.  het- 


i  =  brutlöft. 


1393  437 

tent  sie  das  gebot  nit  geton  und  verbuttent  ouch  dozü  me,  wer  der  were,  der  von 
min  oder  minre  bürgen  wegen  rette  oder  bette  umb  kein  zil  kurtz  oder  lang,  der  müste 
öeh  in  der  stette  besserunge  sin,  und  schedigetent  mich  darzft  wol  umbe  zwölf  tusent 
güklin,  do  sü  mich  ouch  umbe  brohtent. 

ä  [3J  Item  do  rettent  sie  mit   her  Cünrat  Pe^ger,  das  er  werben  solte  an  minen 

herren  den  künig  und  woltent  versichert  haben  mime  herren  dem  künige,  das  si 
imme  inynen  lip  und  mine  slosz  oder  min  gefangen  in  geantwürt  und  yme  also  geben 
woltent  haben  alles,  das  ich  yr  umbesorget  was,  umbe  das  sü  min  herre  der  künig 
usser  ahte  gelossen  hette. 

10  [-1]  Item  do   understundent   sie  mir  an  zu  gewinnende  mine   stat   Rappoltzwilre, 

in  dem  des  ich  ir  ouch  keine  sorge  hette. 

[5]  Item  do  kantent  sü  und  Walther  Wahsicher  ir  burger,  mit  dem  ich  doch  nit 
zu  schaffende  hette,  für  mine  stat  Rappoltzwilre  uf  mine  graben  und  stachent  uf  mine 
edellüte  und  tribent  sü  untze  in  den  Wassergraben  alles  über,  das  ich  noch  dieselben 

i5  mine  edellüte  ire  keine  sorge  wüstent  zu  habende  und  lingent  mir  Walther  Tuten- 
stein minen  diener.  und  det  das  derselbe  Wahsicher  ir  burger  und  die  iren  und 
fürtent  ouch  denselben  Walther  minen  diener  gon  Strasburg  in  die  stat  und  hieltent 
in  swerliche  in  gefengnisze. 

[(!]  Item  do  understundent  sü  mir    minen   lip   an   zu   gewinnende   und  jagetent 

so  mich  von  Sletzstat  untz  gon  Bergheim  und  fingent  mir  minen  diener  aber  und  fürtent 
die  gon  Gemer  in.  und  beschach  ouch  das  alles  von  Gemer  usz  und  in  in  mine  stat, 
die  doch  nuwent  pfant  waz  her  Heitzen  von  Mülnheim,  und  rittent  ouch  alle  zit  tag 
und  nacht  gen  Gemer  usz  und  in,  wenne  und  wie  dicke  sie  woltent.  und  widerstun- 
det mir  darusz  und  drin  alle  zit  tag  und  naht  lip  und  gut  an  zu  gewunnende.  und 

h  habe  ouch  der  einen   in  Gemer  gefangen,   der  mich   also   half  jagen  und  mir  mine 

diener  abefing  und  in  Gemer  infürte,    und  mohte  ich  harüber  inen   vil   leides   haben 

getan,  ich  hette  es  getan  und  duncket  mich,  wie  ich  gelimpf  unde  bescheidenheit  hette, 

was  ich  inen  leides  getün  möhte,  das  ich  es  tun  solte  noch   allen   ergangen   dingen. 

[7]  Item  als  ich  inen  mine  stat  Rappoltzwilre  versetz  (t)  hette,  do  wolte  man  inen 

M  ir  gelt  geben  haben,  also  das  sie  die  burger  in  iren  schirm  genummen  hettent.  das 
woltent  sü  ouch  nit  tun.  und  also  haut  sü  mir  alle  zit  nach  mime  libe  und  gute 
gestellet,  über  das  ich  ir  keine  sorge  wüste  zu  habende. 

[8]  Item  ouch  vingent  sü  Hanneman  herren  von  Wittenheim  minen  man  und 
diener  und  slügent  dem  das  höbet  abe  unerfolget  alles  rehten. 

»  [9]  Item  ouch  het  mir  min  herre  der  künig  geben  ein  zol  ze  Gemer  an  der  Yllen 

mir  und  min  erben  eweklich  zu  eime  rehten  lehen  unwiderrüffiglich  besigelt  mit  der 
magestate  ingesigel.  und  habe  ouch  denselben  zol  uf  gehebet ;  do  hant  sü  mir  den- 
selben zol  genomen  und  entwert  mit  gewalt  und  müste  in  dasselbe  gelt  wider  geben, 
das  ich  do  uf  genummen  het  und  in  syder  har  nie  getürste  gevordern.  und  das  schat 

4o  mir  20,000  güldin  und  me. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  115.  Papierlteft 

Ebenda  AA.  J416.  Papierheft,  iUmliche  Aufzeichnung  der  Ansprüche  Brunos. 

Gedr.  nach  anderer    Vorlage.  Mapp.    Urkb.  II,  nr.  358. 


438  1393 

743.  Aufzeichnimg  über  städtische  Forderungen  an  Bruno  von  Rappollstein. 

[1393  Februar.} 
Von  hern  Brunen~wegen  von  Roppolsteine. 

[1]  Also  her  Brune  von  Roppolsteinne  unser  gesworner  burger  ist  und  uns 
gesworen  het  mit  sinen  slossen  und  vesten  gehorsam  zu  sinde  und  uns  ouch  darnach  '•> 
sine  stette  Roppoltzwire  in  gegeben  het  vür  unserre  und  unserre  bürgere  wissenthafte 
zinse,  gülte  und  schulde,  und  er  ouch  do  mitte  gesworen  het  niemer  in  dieselben 
stette  Roppoltzwilre  zö  kummende,  wir  und  unserre  bürgere  werent  denne  e  bezalt : 
darüber  so  het  er  dieselben  stette  Roppoltzwilre  ingenommen  und  uns  der  entwert 
wider  die  eyde,  die  er  uns  gesworsn  het,  in  dem  das  wir  noch  unserre  bürgere  noch  io 
nit  bezalt  sint. 

[2]  So  het  er  eime  unserme  burger,  her  Heintzen  von  Mülnheim,  sin  bürg  und 
stat  zu  Gemer  versetzet  vür  ein  michel  gelt,  das  doch  her  Heintze  vorgenant  durch 
hern  Brunen  ernestlicher  bette  willen  verpfendet  het.  dieselbe  bürg  und  stat  het  ime 
her  Bruno  ingenummen  und  in  der  entwert  vor  -disem  kriege,  über  das,  das  wir  is 
noch  her  Heintze  von  Mülnheim  unser  burger  mit  hern  Brunen  nit  wustent  zu  dönde 
haben  und  wir  ime  ouch  allewegent  gehorsam  werent  rechenunge  zö  dünde  von 
allen  stücken  an  den  stetten,  do  es  dicke  benant  ist.  und  het  das  alles  geton  wider 
die  besigelten  briefe,  die  wir  und  unserre  bürgere  von  ime  hant,  des  wir  und  unserre 
bürgere  zu  grossem  kosten  und  schaden  kommen  sint.  20 

[3]  Wir  sint  ouch  in  die  ohte  geton  von  herrn  Johan  Harlesteins  wegen,  den  her 
Brune  gefangen  hette,  über  das,  das  wir  hern  Brunen  seitent,  das  er  hern  Johan 
Harlestein  zum  rehten  stalte,  wände  es  uns  billich  duhte. 

[4]  Item  das  er  uns  die  unser  het  gefangen  zu  Gemar  etc. 

Str.  St.  A.  AÄ.  112  nr.  141.  cop.  eoaev.  (Papierrolle.)  *5 

Gedr.  Bapp.  Urkb.  IH,  ttr.  359. 


744.  Bischof  Friedrich  von  Straßbwg  verbietet  den  Amtleuten  seiner  weltlichen 
Berichte  au  Sh-aßburg  Geistliche  vorzuladen.  Magenau  1393  März  1. 

Wir  Friderich  von  gottes  gnoden  bischoff  zu  Stroszburg  und  pfleger  der  stift  zu 
Basel  embietent  unsern  lieben  getruwen    Thoman   von   Grostem    schultheisze,    Gosze  30 
Engelbreht  und  Henselin  Pfaffenlap  amptlüten    unsere    weltlichen   gerihte   gelegen    in 
der  stat  zu  Stroszburg  und  allen  iren  stathaltern  rihtern    und  büttein  an  den  selben 
unsern  gerihten  alles  lieb  und  gut.  lieben  getruwen.  uns  ist  vurkomen  vormols  dicke 
Und  vil  und  ouch  nun,  wie  daz    ir   mit   unserm   weltlichen   gerihte   die   pfaffheit,  sü 
syen  geistliche  oder  weltliche,  heimsch  oder  harkomen    und   sunderlich   alle   die,    die  35 
unsere  geistlichen  gerihte  besitzent  und  uszrihtent,  und  über  die  wir   als  ir   bischoff 
und  andere  unsere  geistlichen  rihtere  von  unsern  wegen  und  in    unserm   namen   zu 
gebietende  hant,  vür  üch  bekümbernt  und  ir  gut  stellig  machent  und   in   manigerley 
wegtrengent  und  nötigent,  daz  sy  vor  üch  zu  rehte  müszent  ston,  daz  sy   doch   von 
dem  rehten  nüt  tun  söllent  noch  schuldig  sint  by  grosser  geistlicher  pene  vor  üch  als  *o 
weltlichen  rihtern  reht  zu  nemende  oder  zu  .gebende,  dar   umb  wellen    wir   und   ge- 


1393  439 

bietent  und  verbietent  i'ich  by  der  truwe,  die  ir  uns  und  unsere  stifte  schuldig  sint, 
daz  ir  mit  unserme  weltlichen  gerillte,  duz  ir  von  unsern  "wegen  besitzent,  deheinen 
pfeifen,  geistlich  oder  weltlich,  heimsch  oder  harkomen  und  sunderliche  die  pfaffheit 
und  die  gcswornen  schribere  unsere  geistlichen  gerillte  und  öch  die  vürsprechen  und 
i  botten  der  selben  gerillte  und  alle  die,  die  unsere  geistlichen  gerihte  besitzent  und 
nszrihtent  von  unsern  wegen,  wie  die  genant  sint,  weder  an  iren  personen  noch 
Irena  gi'ite  bekümbernt,  angriffent  oder  stellig  machent  in  deheinreley  wise  one  alle 
geverde,  ez  were  denne,  daz  wir,  oder  die  unsere  geistlichen  gerihte  besitzent,  üch 
umb  helffe  an  niffent,  als  gewonlich  ist,  oder  üch   daz   sunderliche   erlobent,    wanne 

10  die  selben  unsere  pfaffheit  "nnd  andere,  die  unsere  geistlichen  gerihte  besitzent  und 
gemeinlich  geistliche  oder  weltliche,  wie  die  genant  sint  oder  wohar  sy  koment,  ober 
die  wir  von  rehtes  wegen  zu  gebietende  hant,  die  sollent  üch  und  aller  mengelichen, 
nieman  uszgenomeh,  vor  unsern  geistlichen  gerillten  und  vor  den,  die  denne  von 
unsern  wegen  do  sitzcni,  ein  unverzogen  reht  tun  amb  allez  daz,  daz  ir  oder  sv  an 

15  sy  zi'i  sprechende  hant.  und  dez  zu  Urkunde  und  zu  ewiger  gedehtnisse  so  hant  wir 
unsere  ingesigel  gehencket  an  disen  brieff.  der  geben  ist  zu  Hagenowe  unsers 
bistums  an  dem  nehstem  samstage  noch  dem  sunnentage  Invocavit,  do  man  zalte 
von  gottes  gebürte  tusend  drühundert  nüntzig  und  drü  jare.  diser  briefe  sient  zwene 
glich,  der  einer  by  üch  und  unsern  weltlichen  gerillten,  der  ander  by  uns  und  unsern 

20  geistlichen  gerillten  zu  steter  ewiger  gedehtnisse  bliben  sol. 

Str.  Bez.  A.  G.  132.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  del. 

745.  Borsiboy  von  Swinar  an  Strassburg:  gebietet  die  königlichen  Privilegien 
der  Stadt  Eger,  deren  Abschrift  er  mitsende,  in  ihrer  Stadt  anzuerkennen  und  be- 
stehen zu  lassen.  Der  Bote  soll  sofort  Antwort  bringen.        geben   zu   Hagenawe  am 

25  montag  nach  Oculi  anno  1393.  Hagenau  1393  März  10. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 

746.  Borsiboy  von  Swinar  quittiert  der  Stadt  Straßburg  den  Empfang  ton 
1000  Gulden.  Hagenau  1393  Mürz  10. 

Ich  Borziboy  von  Swinar  meines  gnedigen  herren  des  römischen  kunigs  und 
39  kunigs  zu  Beheim  hauptman  in  Beiern,  lantvogt  in  Swaben  und  zu  Eisassen  tun  kunt 
ftllermenjglich,  das  mich  die  erwern  weisen  ammeister  und  rat  der  stat  zu  Strassburg 
erweislich  gericht  und  bezalt  haben  1000  guidein  von  der  leezten  summe  gelts,  die  sy 
auch  noch  richten  sullen.  dieselben  1000  guidein  haben  sy  geantwurt  dem  ersamen 
weisen  manne  Hesse  Pfafflap  burggraf  zu  Strassburg.  darumb  so  sag  ich  die  ege- 
■  Mimten  von  Strassburg  der  vorgeschoben  1000  guidein  quit,  ledig  und  losz  von 
meines  herren  des  kunigs  gnad  und  auch  von  meinen  wegen,  des  zu  Urkunde,  so 
hau  ich  mein  eigen  insigel  gedruckt  auff  disen  offen  brief.  der  geben  ist  zu  Hage- 
nawe am  montag  nach  Oculi  anno  1393. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  lit.  pat.  c.  sig.  impr.  del 
VI.  66 


440  1393 

747.  Ammanmeister  Heinrich  Lymer  an  die  Straßburger  Boten  auf  dem  Tage 
zu  Ilagenau  in  Sachen  der  Rheinbrüche.  1393  März  10. 

Minen  früntliehen  dienst  bevor,  lieben  herren.  alse  ir  mir  alleine  geschriben  bant 
von  der  Rinbrucken  wegin,  also  wissent,  daz  ich  daz  broht  habe  heimliche  an    ette- 
liche  uwere  und  mine  fründe,  die  mich  beduhtent  nücze   darzü   zu   sinde    und   nach    a 
dem,  alse  ich  der  rat  und  ire  meynungen  darumbe  verhört   habe,    so   beduncket   sie 
und  mich  gut   sin,    das   ir   die    sache   vürbas   tribent   alse   von    der   Rinbrucken 
wegen  und  es  bringent,   so  ir   allerneheste   mugent.    künnent   aber   ir   es   nit   naher 
bringen,  so   süllent   ir   vollen   gewalt   haben   von    der  Rinbrucken    wegen   uncze   an 
3000  güldin  zu  gebende  also,  das  wir  und  die   stat   wol   versorget   werdent   von  der  "» 
Rinbrucken  wegen,  daz  die  uns  gefryet  und  bestetiget  werde  mit  allen  den  dingen,  die 
wir  darzü  bedürffent  und  unser  stat  notdurftig  davon  ist.  und  mag  es  also  dar  gan,  so 
beduncket  uns  gut  sin,  daz  ir  das  gelt  zu  gebende  machent  uff  ein   gerümet   zil,    so 
ir  aller  lengest  mugent.    und   das   ir   öch   beredent,    das    man    es   bezalen    sülle   mit 
güldin  oder  mit  silber,  wände  wir  nü  zu   male   bresten   an   güldin   habent.   doch   so  i» 
söllent  ir  es  nit  lassen  entslahen  uncze  an  die  vorgenannte  summe  geltes.         datum 
feria  secunda  proxima  ante  dominicam  Letare. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 


748.  Der  Bischof  von  Bamberg,   der  Bischof  von  Kamin  und  Landvogt  Borsi- 
boy  treffen    unter   Verhündigung    ihres   königlichen   Vollmachlbriefes    Bestimmungen  t> 
über  einen  neuen  Sühnelag  zwischen  Slraßburg,  den  Fürsten  und  Herren  zu  Hagenati. 

Ungenau  1393  März  14. 

Wir  Lampreht  bischoff  zu  Rabemberg,    Johans  erweiter  byschof  zu   Camyn    des 
römischen  küniges  canczeler  und  Worsiböy  von  Swinar  lantvogt  in  Swaben  und  in 
Elsasz  bekennen  und  tünt  kunt  öffenlichen  mit  disem  briefe  allen  den,  die  in  sehent  t& 
oder  horent  lesen,  das  uns  der  allerdurhlühtigeste  fürste  und  herre,  herre  Wenczlauves 
römischer  künig  zu  allen  ziten  merer  des  riches  und  künig  zu  Reheim,  unser  lieber 
gnediger  herre  von  wegen   der  zwevungen   zwüschent  ime,  den  fürsten   und   herren 
an  eime  teile  und  der  stat  von  Straszburg   an  dem  andern  haruz   gesant   und   sinen 
gewaltbrief  mit  siner  majestat  ingesigel  versigelt,  den  beide  teile   gesehen   und   lesen  so 
gehöret  haben,  geben  het,  der  von  worte  zu  worte  hernach  geschriben  stet  und  also 
lautet:   [folgt  der  königliche    Vollmachlbrief  von    1393   Januar   10.    vgl.  nr.  708\. 
und  wann  uns  der  vorgenante  unser  gnediger  herre  in  demselben  sinem  briefe  vollen 
gewalt  und  mäht  geben  het,  obe  sich   denheine   stösse,   schellunge   und   ynfelle   ent- 
stunden und  erhüben  in  der  rihtigunge,  die  er  zwüschent  beiden  teilen   in   artickeln  35 
verschriben  und  haruz  gesant  het,  es  were  gebrochen  von  der  minne   oder   an   dem 
rehten  oder  in  welicherley   hande   sachen   das   geschehe,   das   wir   danne   von   sinen 
wegen  und  von  römischer  küniglicher  mehte  beiden  teilen  gen  Hagenowe  oder  anders- 
wohin tage  setzen  mügen,  also  ofte  wir  wellent  und  uns  gut  duncket,   doch   das   die 
süne,  die  unser  herre  der  kunig  gemäht  het,  gentzlichen  gehalten  werde  und   beiden  40 
teilen  sin  unschedelichen  an  iren  rehten,  also  das  alles  in  des  selben  unsers   herren 


1393  in 

des  kuniges  briefen  völleclichen  geschriben  stet,  und  wie  wol  vormoles  ein  tag  her 
gen  Ilagenowe  uf  den  neusten  dinstag  noch  dem  sunnentag  Invocavit,  der  vergangen  ist,  /."*'». 
durch  Her  egenanten  sachen  willen  gemäht  und  geleget  waz,  also  das  in  beider  teile 
briefen  genczlichen  begriffen  ist,  ye  doch  so  haben  wir  uns  in  den  egenanten  sachen 
5  vasle  gearbeitet  und  wurdent  ouch  der  forsten  und  herren  rete  und  rittere,  die  des 
klieges  nit  waren  noch  sin,  besant,  der  eins  teiles  etwie  vil  dohin  kamen,  und  da 
eins  teiles  etwie  vil  dohin  kamen  und  da  eins  teiles  by  uns  bliben  sint  bis  hieher 
und  eins  teiles  wider  von  dannan  ritten  und  niht  reht  zu  sprechende  nidersilzcu 
woltent,  86  sint  öueh  derselben  rittere  und  rete  zwene  von  gottes  gewalt  und  ver- 
">  hcricknisse  einer  kräng  worden,  der  noch  sincr  gnaden  wartet  und  einre,  der  eilteste 
ritter,  der  dahin  kam,  verschieden  und  dot.  und  also  das  zu  diser  zit  daz  reht  niht 
vürganck  haben  möhte,  sonderlichen  wanne  die  rittere,  die  danne  mit  uns  da  waren, 
sprachent,  das  sie  one  der  andern  fürsten  und  herren  rittere  und  rete  das  reht 
niht    mühten    besitzen    noch  sprechenl     und    niht   verstendig   waren   solliche   grosse 

ir.  sachen  zu  rihtende,  das  beiden  teilen  glich  und  billich  geschehe,  und  do  froge- 
tent  wir  sie  und  ouch  andere  des  riches  getruwen  und  undertanen,  das  sie  uns 
rietent  noch  iren  truwen,  obe  wir  von  gewalte  unsers  herren  des  kuniges  noch  lute 
sins  briefes,  sider  gebresten  an  dem  rehten  were,  einen  andern  tag  billich  machen 
mühten,    do  antwurten  sie  uns  mit  gemeinem  munde,  das  sie  duhte,   noch  dem   also 

n  sie  sich  zu  der  zite  verstunden,  das  wir  wol  möhtent  einen  andern  tag  setzen  und 
machen,  und  wann  wir  faste  und  in  manigerleye  wege  mit  beiden  teilen  geretde 
haben  und  vil  wege  suchetent,  das  wir  sie  gütlichen  und  früntlichen  miteinander 
verrihtet  hettent.  und  so  wir  das  an  sie  brohtent,  so  mütetent  die  forsten  und  herren 
an  uns,  das  wir  in  das  reht  besetzen    soltent   und   in   ir   klage   vorgen   lossen   umbe 

25  alle  sachen.  und  wann  wir  das  denn  an  die  stat  von  Straszburg  würbent,  so  ant- 
wi'ulenl  sie  uns,  wanne  in  alle  ire  gütere,  welcherleye  die  weren,  gentzlichen  wider- 
kerot  und  sie  dar  ingesetzet  wurdent  und  in  ouch  alle  ire  schulde  lipgedinge  und 
versessen  gülte  zu  voran  bezalct  weren,  so  woltent  sie  denne  den  forsten  und  herren 
hinnach  umbe  alle  anspräche  gereht  werden,  und  also  kundent  wir  von  beiden  teilen 

N  andere  antworte  niht  bekumen  und  keine  früntlicho  rihtunge  mit  der  minne  zwüschen 
in  niht  machen,  und  sider  das  reht  ouch  niht  besetzet  möhte  werden  von  gebresten 
wegen,  also  vorgeschriben  stat,  und  darumbe  von  gewalte  und  mäht  des  egenanten 
unsers  herren  des  kuniges,  den  er  uns  geben  het,  sint  wir  ouch  zu  rate  worden  mit  den 
egenanten  rittern  und  andern  des  riches  getruwen,  das  wir  ein  andern  tag  wol  setzen 

35  mögent.  und  setzen  und  machen  den  in  krall  dis  briefes  und   römischer   küniglicher 
gewalte  uff  den  nehesten  sunnentag  vor  unsers   herren   uffart   tage    in    aller   massen   MM 
und  mit  voller  mahl  zu  dem  rehten  gen  Hagenowe  zu  kommende  noch  lute  unsers 
herren  des  kuniges  briefe  und  der  briefe,  die  uns  beide  teile   darüber   geben  haben, 
also,  das  alle  sachen  zwüschent  beiden  teilen  in  einre  gantzen  süne  in  aller  mossen, 

i)   also  die  selbe  süne  von  beiden  teilen  vormals  gesworn  und   verbriefet  ist,  also  ver- 
neinlichcn :  das  alle  sachen  in  gutem  bestem  süllen,  und  das  keine  partye  die  andere 
zwüschent  den  nehesten  plingesten    umbe   keinerleye  schulde,  lipgedinge,   pfantschaft  .v.n«. 
oder  versessen   gülte   niht    manen  noch  darumbe  pfenden  süllent  noch  keine  leistunge 


442  1393 

daruff  gan  lossen  in  deheine  wise.  so  söllent  ouch  beide  partyen  iegliche  der  andern 
alle  ire  gutere,  es  sie  lipgedinge  und  lehen,  erbe  und  eygen,  in  den  nehesten  ahte 
dagen,  wenne  ein  teil  von  dem  andern  gemanet  wirdet,  wider  antwürten  one  geverde, 
in  geben  und  volgen  lossen,  also  das  sie  die  buwen  und  bessern  mügen,  alse  in  das 
gefeilig  ist,  uz  genommen  doch  die  stette  Gemer,  Ropoltzwilre  und  die  vestin  5 
Werde  und  Westhofen,  darumbe  sol  es  bliben  in  gutem,  also  es  ietzent  stet, 
bitz  uf  das  reht.  und  was  danne  das  reht  darumbe  erkennet,  daby  sol  es  ouch  bliben 
ungehindert  und  one  wider  rede,  es  sullent  ouch  alle  gefangen  uff  beiden  teilen  und 
ouch  alle  Schätzungen  und  brantschatzungen  und  bürgen,  die  vor  der  süne  niht 
bezalt  sint,  ouch  in  den  nehesten  ahte  tagen,  so  derhein  teile  darumbe  gemant  wirdet,  m 
one  geverde  gentzlichen  und  unverzögenlichen  ledig  und  losz  gesaget  werden,  also 
das  in  unsers  herren  des  kuniges  briefen  und  artickeln  eigentlichen  begriffen  ist.  so 
sullent  ouch  beide  forsten  und  herren  und  alle  andere  und  ouch  die  stat  von  Stras- 
burg wider  umbe  allermenglichem  mit  iru  habe  und  koufmanschaft,  war  an  die  sye, 
uz  iren  slossen  gen  Strasburg  und  von  Strasburg  wider  uz  und  sust,  wa  sie  zu  15 
schaffende  haben,  frylichen  und  ungehindert  wandeln  und  varen  lossen,  es  sie  uf 
lande  und  uf  wasser  one  allerleye  hindernisse  und  sumen.  und  darumbe  manen  wir 
beide  teile  by  den  truwen,  die  sie  unserm  herren  künige  und  dem  riche  pflihtig  sint, 
und  gebietent  in  ouch  ernestlichen  und  vesteklichen  von  der  gewalte,  die  wir  von 
unserme  herren  dem  kunige  darüber  haben,  daz  sie  die  egenanten  sachen,  also  sie  m 
dovor  geschriben  und  begriffen  sint,  haltent  und  vollefurent  den  egenanten  tag  zu  dem 
rehten,  das  nach  lute  unsers  herren  des  kunigs  briefe  völleclicher  sol  bestellet  werden, 
suchen  und  darzü  kommen,  die  süne  lieplichen  und  fruntlichen  halten,  also  sie  unsers 
herren  des  kuniges  hulde  und  ire  rehte,  das  die  nicht  geswechet  werdent,  gehalten 
wellent  und  ouch  vürbaz  andere  pene  noch  des  riches  reht  vermyden  und  der  über  25 
haben  sin  wellent.  und  des  zu  Urkunde  habent  wir  unsere  ingesigele  an  disen  brief 
gehencket.  der  geben  ist  zu  Hagenowe  nach  Cristus  gebürte  1393  des  fritdagcs 
vor  dem  sunnendage,  also  man  singet  Letare  in  der  vasten. 


Str.  St.  A.  AA.  112.  cop.  eh.  coaeo.  nr.  139. 
Gedr.  im  Auszug  Bapp.  Urkb.  II.  nr.  360. 


30 


7J9.  Claus  Zorn  von  Bülach  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  ihre 
Gesandten  in  Hagenau :  lieben  fründe.  von  des  gütz  wegen,  daz  wir  hern  Borziboy 
dem  lantvogte  und  den  andern  geben  sullent,  also  bittent  wir  üch,  das  ir  mit  den- 
selben herren  reden  wellent,  daz  sie  sich  des  lassent  bezalen  zu  Franckenfurt  und 
daz  sie  üch  ouch  bescheident,  in  weihe  herberge  man  es  alldä  antwürten  sol  und 
wie  das  Wortzeichen  sie,  dem  man  da  globen  sol.  und  wie  sie  üch  das  bescheident, 
das  lassent  uns  vürderliche  wider  wissen  durch  das,  das  wir  uns  darnach  gerihten 
künnent.  uwer  entwurte  embietent  uns  darumbe  by  disem  botten  wider.  datum 
feria  sexta  proxima  ante  dominicam  Letare.  [1303  Mars  14.] 


Str.  St.  4.  AA.  112.  or.  mb.  I.  et. 


1393  Ui 

750.  König    Wenzel  erklärt,  daß  er  die  Stadt  Straßburg  von  der  über  sie  ver- 
hängten Reichsacht  befreit  und  in  alle  ihre  früheren  Rechte  vieder  eingesetzt  iabe, 

Jietlarn  1398  März  Iß. 
Wir  Wentzelaw  von  gots  gnaden  römischer  kunig  czu  allen  ziiten  merer  des  riches 
5  und  künig  zu  Beheimen  bekennen  uffenlich  mit  disem  brieve  und  tun  kunt  allen  den, 
die  vii  ausdient,  lesent  oder  horent  lesen,  daz  wir  die  ammeistere,  rete  und  die  burger, 
gemeinlieh  arm  und  riebe,  der  stat  zu  Straszburg  unser  und  des  riches  lieben 
gclruwcn  HS  der  achte  und  aberachte  gelassen  haben,  sie  und  alle  die,  die  von  iren 
wegen  in  dieselben  achte    und   aberaehte    kommen  syn,   daryn  sie  von   clage  wegen 

io  der  allerdurchluchligislin  furslyn,  frauwen  Annen,  kunigyn  zu  Engelant  etc.  unser 
lieben  swester,  die  sie  für  unserme  hofegerichte  erclaget  hatte,  kommen  waren,  und 
«rollen,  daz  yn  dieselbe  achte  und  aberachte  furbas  ine,  iren  lyben  und  guten  zu 
deheyme  schaden  kommen  sol.  wir  setzen  sie  auch  mit  crafft  dises  brieves  und  von 
königlicher   macht  in  alle  wirde  und  ere,   do  sie  ynne  saszen  und  waren,  ee  sie  in 

«  die  achte  und  aberachte  kommen  waren,  und  nemen  sie  usz  deme  Unfrieden  und 
kundigen  sie  in  des  heiligen  romischen  riches  friede  und  gnade  und  künden  sie  widder 
usz  der  achte  und  aberachte  in  alle  die  recht,  als  sie  die  gehabet  haben  von  alter 
her,  der  sie  furbas  gebruchen  und  genieszen  sollen  und  wollen,  ouch  daz  yn  und 
iren  guten  dieselben  clagen,  die  uff  sie  gescheen  syn,  als  vorgeschriben  stet,   furbas 

*o  mee  deheinen  schaden  bringen  sollen  mit  deheynen  sachen  in  deheine  wyse.  und 
wir  haben  sie  ouch  usz  unserme  und  des  heiigen  riches  achtbüche  heiszen  schriben. 
dovon  gebieten  wir  allen  fursten,  geistlichen  und  werblichen,  allen  graven,  fryen 
(lienslluten,  rittern,  knechten,  steten,  gemeynen  und  mit  namen  allen  den,  den  diser 
brieff  gewiset  und  geezeiget  wirdet,  daz  sie  die  vorgenanten  von  Straszburg,  und  die 

M  von  iren  wegen  in  die  achte  und  aberachte  kommen  waren,  als  vorgeschriben  stet, 
alle  und  ir  iglichen  besonder  schirmen,  schüren  und  schüczen  vor  allermenlichen,  die 
ire  lybe  oder  gute  bekomern  oder  angriffen  wolten  von  der  sache  wegen,  und  nit  gestaten, 
daz  sie  oder  ire  guter  von  ymande  darümb  angegrieffen,  beschediget  oder  geleidiget 
werden  in  deheinre  wys,   also  lieb  yn  sye  unser  swere   ungnade   zu  vermyden.    mit 

H  Urkunde  dises  brieves  versigelt  mit  unsere  hol'egerichtes  anhangendem  ingesigel. 
der  geben  ist  zu  deme  Bellern  uff  den  süntag  zu  mitfasten,  als  man  singet  in  der 
heiigen  kirchen  Letare,  nach  Cristi  geborte  drützehen  hundert  jar  und  in  deme  dry 
und  nonezigesten  jare  unsere  riches,  des  beheimischen  in  deme  driszigisten  und  des 
romischen  in  deme  siebenezehendem  jare. 

35  Str.  Bez.  A.  G.  336.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend. 


751.  Borsiboy  von  Swinar  mahnt  alle  Schuldner  Straßburgs  an  die  Bezahlung 
ihrer  Schulden,  da  die  Stadt  jetzt  ton  der  Acht  befreit  und  in  alle  ihre  Rechte 
wieder  eingetreten  sei.  Ungenau  13U3  Milrz  IG. 

Ich  Borseboy  von  Swinar  mines  gnedigen  herren  des  römischen  küniges  zu 
<o  Beheim  houptman  in  Peyern,  lantvogt  in  Swaben  und  zu  Eisassen  embiete  allen  und 


444  1393 

iegelichen,  burgermeistern,  reten  und  sust  allermengelichen  des  heiligen  riches  stette, 
merkte  und  gerihte,  wo  die  gelegen  sin,  minen  früntlichen  dienst  und  grüs.  lieben 
fründe.  wann  die  stat  zu  Straszburg  an  mins  Herren  des  küniges  gnade  kummen  und 
us  der  ahte  gelossen  sin,  darumbe  so  ist  min  manunge  und  begere  von  üch  mit 
erneste,  das  ir  daran  seit,  das  ir  alle  und  iegelich  der  stat  zu  Straszburg  und  den  5 
iren  alle  ire  alte  versessene  zinse,  schulde,  gülte  vor  dem  kriege  beczaln  süllet,  us- 
genomen  die  rente  und  zinse,  die  von  diseme  jare  von  minen  und  miner  amptlute 
wegen,  ee  die  süne  anegangen  ist,  in  disem  kriege  verfallen  und  uff  gehebet  und 
niht  noch  vor  ougen  sint.  und  fuget  das  also  und  richtet  üch  mit  den  egenantcn 
von  Straszburg  darumb  gutlichen,  das  ir  ungemanet  und  one  schaden  blibet.  ouch  iu 
wil  ich  von  uch,  das  ir  die  egenanten  von  Straszburg  in  alle  ir  hüsere  und  gütere 
wider  insetzet,  und  was  ouch  mir  und  minen  amptlüten  in  burgschaft  stet,  das  ir 
das  ouch  lidig  sagent.  geben  zu  Hagenöwe  des  sunnentages  Letare  nach  Cristi 
gebürte  1393. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  nr.  139.  eop.  eh.  coaev.  u 

752.  Borsiboy  von  Swinar  an  Straßburg:   billet  um  Zahlung  der  letzten  1000 
Gulden.  1393  März  21. 

Mein  dinst  zuvor,  ir  erwern  weisen   ammeister  und  rat.  ich  bit  euch    mit  allem 
fleisse,  das  ir  wollet  antwurten  tausent  guidein  dem,    der  euch  disen  brive  gibt  von 
der  leezten  summe  geltes,  doran  beweiset  ir  mir  besunder  freuntschaft.  und  wenn  ir  m 
das  getan  habt,  so  sag  ich  euch  derselben  tawsent  guidein  mit  disem  brive  quit  ledig 
und  losz.         geben  am  freitag  vor  Judica  anno  1393. 
Str.  St.  A.  AA.  112.  eh.  I.  cl. 

753.  Borziboy   von   Swinar   quittiert  über   die  ton  Straßburg   gezahlten  2000 
Gulden.  1393  März  21.   25 

Ich  Borziboy  von  Swinar  meines  gnedigen  herren  des  römischen  kunigs  und 
kunigs  zu  Beheim  hauptman  in  Beim,  lantvogt  in  Swaben  und  zu  Eisassen  tun  kunt 
allermeniglich,  das  mich  die  erbern  weisen,  der  ammanmeister  und  rat  der  stat  zu 
Strassburg  erwerglich  gericht  und  bezalt  haben  2000  gülden  von  der  leezten  summe 
geltes,  und  die  haben  sy  geantwurt  und  geben  Hanns  Cunczman  meines  herren  des  so 
marggraven  von  Baden  obirstem  amptman  und  rat.  darumb  so  sag  ich  die  egenanten 
von  Strassburg  der  vorgeschriben  2000  gülden  quit  ledig  und  losz.  und  des  zu  Ur- 
kunde so  han  ich  mein  eigen  insigel  gedruckt  auff  disen  offen  brive.  der  geben 
ist  des  freitags  vor  Judica  anno  1393. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  pat.  c.  sig.  impr.  del.  35 

754.  Borziboy  ton  Swinar  quittiert  der  Stadt  Straßburg  über  5800  Gulden. 

Strassburg  1393  April  9. 

Ich  Borseboy    von   Swinnar   mins   gnedigen   herren    des    römschen  küniges  und 

küniges  zu  Beheim,   houbtman  in  Peyern,   lantvogt   in  Swoben   und  in   Eylsasz   tun 


1393  '.',.'. 

kiml,  aller  mengelichem,  das  mich  die  erbern,  wisen  meister  und  rot  der  stal  zu 
Strossburg  erberklich  gerillt  und  bozalt  habent  von  mins  herren  des  küniges  gnad 
fünf  (liisinl  güldin  und  ahte  hundert  güldin  dem  erbern  ritter  Habart  Hertenberg, 
rogl  /c  Kcyscisberg  .  .  darumbe  so  sage  ich  die  egenantea  von  Stronbnrg  der  vor- 
gescliriben  summen  geltes  von  mins  herren  des  küniges  genade  und  von  minen 
wegen  qwit,  ledig  und  losz.  zu  Urkunde  so  han  ich  min  eygin  ingesigel  getrucket  uff 
disen  offen  brief.  der  geben  ist  zu  Stroszburg  an  der  mittewoche  noch  dem  heili- 
gen ostertage  in  dem  jore,  do  man  zalte  von  gotz  gebürte  drüzehen  hundert  jor 
nünt/.ig  und  diu  jore. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  37.  or.  eh.  I.  pat.  c.  s.  impr. 


755.  Örtelin  Mansze    und  Wilhelm,  Altammanmeister  zu  Strassburg   bitten  Hans 

Guntzman  von    Staffurt,   Vogt  zu  Pforzheim,   mündlicher  Abrede  gemäss  den  Termin 

für  den  Tag    in  Baden  mit  dem   Markgrafen   Bernhard  ihnen   anzuzeigen   und    ihren 

Boten  sicheres  Geleit  zu  stellen.         dalum    feria  quinta   infra   oetavum   fesli    pasche 

is   anno  93.  1393  April  10. 

Karlsruhe  O.  L.  A.  Kopialb.  40  ».  cop.  eh.  coaev. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bd.  nr.  1580. 


756.  Hans  Guntzman  von  Staffurt,  Vogt  zu  Pforzheim,  bestimmt  in  Beantwortung 

des  Strassburger  Briefes   vom   10  April   den  28  April   für   einen   in    Baden  abzuhal- 

M   tenden  Tag  und  will  für  das  sichere  Geleit  der  Strassburger  Bevollmächtigten  sorgen. 

1393  April  13. 

Karlsruhe  G   L.  A   Kopialb.  46  «■.  cop.  coaev. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1581. 


757.  Slraßburgcr  Bolen  in  Prag  berichten  an  ihre  Stadt.  [Prag  1393  April  16.]' 

•«  Unsern  willigen  dienst  bevor,  lieben  herren.  wir  loszent  üch  wiszen :  alse  Hans 

Bock  von  uns  gereit,  do  gingent  wir  für  die  herren  .  .  do  seite  uns  der  byschof  von 
Bobenberg,  daz  ime  geseit  were,  daz  der  byschof  von  Strassburg  sicher  morne  oder 
zem  lengesten  an  sunnentage  kerne,  und  sprach  do  mitte,  daz  in  gut  duhte  sin,  daz 
wir  alle  Bachen  Hessen  ston,    bitz  daz  er  kerne,    so  keine  ouch   her  Brune   mit  ime: 

so  so  wolte  er  mit  der  fürsten  rete  reden,  daz  sie  ouch  so  lange  beliben.  und  wenne 
denne  der  byschof  kerne,  so  getruwete  er  so  früntlichen  zu  den  sachen  ze  redende 
mit  der  andern  hilffe,  daz  dise  sache  vil  lihte  früntliche  zerleit  würde:  daz  geviel 
uns  wol.  darnoch  über  unlange  kam  der  vitztum  zu  hern  Heintzen  und  seite  ime  : 
do  werent   etteliche    herren   weiter  vaste  geneyget  uff  den  krieg,    so  werent  aber  er 

:ir>  unde  sine  geselle  daruff  geneiget,  daz  sie  gerne  friden  sehent.  und  darumbe  sprach  er : 
er  und   sine   gesellen  woltent  also  ernestliche   mit  dem  bischofe   reden,   so  er   keine 


1    Vgl.  über  die  Datierung  Rapp.  Urkb.  II,  nr.  361,  Anm.  1  u.  2. 


446  1393 

und  in  ime  also  vaste  roten  zu  dem  friden  und  rihtunge,  daz  er  getruwete,  daz  in 
der  byschof  villihte  volgete.  also  hant  wir  üch  verschriben,  was  sich  sit  verlöffen 
het.  was  wir  vürbasser  aber  befindent,  daz  loszent  wir  üch  ouch  wiszen.  ouch  heissent 
üch  Hansen  Bock  sagen  die  rede,  die  von  Claus  Jungzornes  wegen  alse  gestern  mit 
uns  geretd  wart,  wenne  wir  ime  hüte  nit  verzeichent  geben  hant.  5 

Uwere  botten  etc. 

[In  verso]    Den    fursichtigen   wisen,    dem  meister  und   dem    rote   ze   Stroszburg 
unsern  lieben  herren. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  24.  or.  eh.  I.  cl. 

Auszüglich' gedruckt :  Rapp.  Urkb.  II,  nr.  361.  ,0 


758.  Zolltarif  für  die  Rheinzölle,  vereinbart  stoischen  den  rheinischen  Herren 
und  Städten  von  Slraßburg  bis  Mainz.  Speier  1393  April  25. 

Dise  nochgescriben  satzunge  ist  überkomen  und  gemacht  von  den  fürsten,  herren 
und  stette  fründe,  die  do  zolle  ufle  deme  Ryne  hant  zwuschent  Strasburg  und 
M  e  n  t  z  e ,  und  sol  weren  yetzent  an  alz  datum  disz  briefes  sprichet  und  von  sant  15 
jimtli.  Johanstage  baptisten  nehste  komen  über  drü  jor  den  dag  usz.  und  hant  alle  schriber, 
beseher  und  dyener  ufle  den  vorgen.  zollen  one  ufle  die  von  Mentze,  die  yetzent  sint, 
gelobet  ufle  ire  eyde,  die  sü  yren  herren  von  den  stetten  geton  habent,  und  söllent 
alle  schryber  und  beseher  und  öch  dyener,  die  by  in  sint  in  der  egenanten  stat,  dar 
koment  und  gesetzet  werden,  uff  ire  eyde  nemen  stete  und  veste  zu  haltende,  also  20 
April**»  ner  nocn  geschriban  stot.  geben  zu  Spire  an  sant  Marcus  dag  des  heyligen  evan- 
gelisten  a.  d.  1393  jore. 

[1]  Item  zu  dem  ersten:  sol  man  zollen  an  allen  zollen  vorgen.  zwey  mossen 
lange  eylsesser  füder  wynes  für  eyn  füter  für  völ.  und  sollent  die  massen  lange  vasz 
halten  fünf  und  zwenzig  omen  wynes  one  geverde,  alz  es  von  alterhar  komen  ist.  25 
und  sol  doch  dem  köffman  gutlich  dun  an  der  widergabe.  man  sol  öch  dem  köffman 
keyn  vasz  stechen,  danne  daz  sü  selber  gerne  gebent  und  über  ein  vierteil  wines 
nyt  nemen  one  geverde.  und  sol  öch  der  köffman  geben  guten  wyn  one  zu  Nu  wem- 
burg  sol  man  nemen  den  alten  zol. 

[2]  Item  sol  man  nemen  ye    von  eime  hundert  malter  kornes,  weissen,  wicken,  so 
erweissen,   gersten  3  güldin  zu  Selsz,   zu   Ge  rmerszheim ,   zu   Uttenheym, 
zu  Manheym,    Gernsheym   und  zu  Oppenheym. 

[3]  Item  sol  man    nemen   zweihundert    malter   habern    oder   zweihundert  malter 
speltzen  für  ein  hundert  malter  kornes. 

[4]  Item  sol  man  nemen  zu  Stroszburg,  zu  Solingen1  und  zu  Schrecke  35 
nyt  me  von  eime  hundert  malter  kornes  danne  einen  güldin.  und  sol  man  öch  an 
den  vier  zollen  an  der  fruhte  noch  marekzal  nemen,  alz  vor  geschriben  stot  und  80 
N  u  w  e  m  b  u  r  g  den  alten  zol. 


1   =  Söllingen  in  Baden. 


1393  447 

[5]  Item  sol  man  ncmcn  von  ohne  phunt  ysens,  das  den  Ryn  heruff  wirt  gefuret, 
2  turnisz  an  den  sehs  zollen  und  an  den  andern  vier  zollen  halb  alzvil,  one  zu  N  u- 
wemberg  sol  man  nemen  den  alten  zol. 

[G]  Item  sol  man  nemen  von  viertzig   guldin  wert    vische   einen   guldin    an   den 
5  sehs  zollen   und  an  den  andern  vieren  halb  alzvil  und  von  eime  sahnen  einen  engel- 
schen,  one  zu  Nuwcmburg  sol  man  nemen  den  alten  zol. 

[7]  Item  sol  man  nemen  von  einre  dünne  herynges,  rynfische,   witinge  und  von 
eime  stro  bückinge  einen   engelschen   an  den  sehs   zollen   und  an    den   andern  vier 
zollen  halb  alzvil,  one  zu  Nu  wem  bürg  sol  man  nemen  den  alten  zol. 
i»  [8]  Item  sol  man  nemen  von  hundert  hübe  saltz,  die  dönt  dirthalb  hundert  malter 

Mentzer  masse,  4  guldin  an  den  sehs  zollen  und  an  den  andern  vier  zollen  halb 
alzvil,  one  zu  Nuwemburg  sol  man  nemen  den  alten  zol.  nü  dunt  zwey  und  sehtzig 
malter  saltzes  ein  vierteil. 

[9]  Item  sol  man  nemen  von  buttern,  oley,  hartze  und  alle  ander  köflmanschatz, 
u   daz  ufle  die  wage  gehöret,  von  dryen  zentner  einen  dürnisz  an  den  sehs  zollen  und 
an  den  andern  vier  zollen  halb   alzvil,  one  zu    Nuwemburg  sol   man    nemen  den 
alten  zol. 

[10]  Item  sol  man    nemen   von    hundert   rumpphen l    hartz   alzvil   alz   von   eime 
fader  wines  ufT  den  zoll  für  vol.    und  wer  under   eime  vierteil    hat,    der  sol  von  ye 
m  dem  rumppfe  :i  alte  heller  geben  an  den  sehs  zollen  und  an  den  andern  vierzöllen  halb 
alzvil,  one  zu  Nuwemburg  sol  man  nemen  den  alten  zol. 

[11]  Item  von  louch,  knobelöeh,  ruhen,  cappus,  heu,  strö,  dugen,  reiffen,  steinen 
und  ander  köffmanschaft,  die  vor  oder  noch  nit  benant  sint,  ie  von  fünf  und  zwentzig 
guldin  wert  einen  guldin  an  den  sehs  zollen  und  an  den  andern  vier  zollen  halb  alz 
■  vil,  one  zu  Nuwemburg  sol  man  nemen  den  alten  zol. 

[12]  Item  von  eime  lampartschen  vardel  sol  man  nemen  einen  thürnisz  an  den 
sehs  zolle  und  an  den  andern  vier  zollen  halb  alz  vil,  one  zu  Nuwemburg  sol 
man  nemen  den  alten  zol. 

[13]  Item  von   iedem  wagenlaste   hoppfensecke,   lederballen  oder  hanffballen   sol 

so  man  nemen  an  den  vorgen.  sehs  zollen  einren  fünff  grosse  und  an  den  andern  vier 

zollen   halb   alz  vil.    gebent  sy  aber  yetzent  minre,    do  sol  es  by  bliben   und  söllent 

zwene  karrich  leste  dun  alz   vil  alz  ein  wagenlast,  one   zu   Nuwemburg  sol  man 

nemen  den  alten  zoll. 

[14]  Item  von   yedem   wollesacke   einen   thürnisz   an   den  6  zollen  und  an  den 
35  andern  vier  zollen  halb  alz  vil  one  zu  Nuwemburg,  alz  vor  geschriben  stat. 

[15]  Item  ein  fuderig  berwer  vasz  vier  thürnisz  an  den  6  zollen  und  an  den 
andern  vier  zollen  halb  alz  vil,  one  zu  Nuwemburg  sol  man  nemen  den  alten  zol. 

[IG]  Item  von  eime  einigen  sleger  vasz,  der  6  ein  fftder  wines  dünt,  einen  thür- 
nisz an  den  G  zollen  und  an  den  andern  vier  zollen  halb  alz  vil,  one  zu  Nuwemburg 
4o  sol  man  nemen  den  alten  zoll. 


In  dem  Privileg  von  1449:  kämpfen. 

VI.  67 


448  1393 

[17]  Item  von  drie  buhszvassen,  lorbervassen,  weidaschen  alz  vil  alz]  von  eyme 
füder  wines  für  vol  und  3  fuderige  vasz  wetzesteine  oder  paternosterkörner  für  ein 
füder  wines  für  vol  an  den  0  zollen,  an  den  andern  vier  zollen  halb  alz  vil  one  zii 
Nuwemburg  sol  man  nemen  den  alten  zoll. 

[18]  Item   rötesecke,1    senffsamen,   zübelsamen   oder   ander   samen   ye   von   dem  5 
malterigen  sacke  9  heller  an  den  sehs  zollen  und  an  den  andern  vier  zollen  halb  alz 
vil,  one  zu  Nuwemburg  soll  man  nemen  den  alten  zoll. 

[19]  Item  von  eyme  gesetze  weytes  2  engelschen  an  den  6  zollen  und  an  den 
andern  vier  zollen  halb  alz  vil  one  zu  Nuwemburg. 

[20]  Item  von  eyme  gebuweten  schiffe,  daz  den  Ryn  lere  abe  got,  von  20  güldin  io 
wert  einen  güldin  an  den  sehs  zollen  und  an  den  andern  vieren  halb  alz  vil,  one  zu 
Nuwemburg  sol  man  nemen  den  alten  zoll. 

[21]  Item  von  gebuweten  schiffen,  die  man  verköffen  wil,  und  die  köffmanschatz 
nyt  also  vil  zu  zolle  geben  mag  alz  daz  schür,  do  mag  man  zollen  schiff  und  köff- 
manschatz mittenander  one  geverde.  were  es  aber,  daz  die  köffmanschaft  me  zu  zolle  15 
möhte  geben  danne  daz  schiff,  so  sol  man  daz  schiff  nit  zollen  an  den  sehs  zollen 
und  an  den  andern  vieren  halb  alz  vil,  one  zu  Nuwemburg  sol  man  nemen  den 
alten  zol. 

[22]  Item  so  sol  man  nemen  von  vierhundert  morwer  borten  einen  güldin  und  alle 
ander  zymberholtz  noch  marckzal,  borte  schetzen  für  0  güldin  und  öch  ander  zymber-  20 
holtz  noch  margczal  noch  Spirer  marcke  an  den  sehs  zollen  und  an  den  andern  vieren 
halb  alz  vil.  und  an  welichem  zolle  man  zollet  mit  knehten,  do  sol  man  von  yedem 
knehte  nemen  den  alten  zoll  halben,  one  zu  Nuwemburg  sol  man  nemen  den 
alten  zoll. 

[23]  Item  von   flösse   bürneholtz   usser  dem   Necker  sol   man    nemen  von  yeder  25 
schar  einen  halben  güldin. 

[24]  Item  von  yedem  hundert  bürneholtz,  zalholtz,  byndeholtz,  daz  in  schiffen 
den  Ryn  abegefüret  wirt,  sol  man  nemen  ain  grossen  an  den  sehs  zollen  und  an 
den  andern  vier  zollen  halb  alz  vil,  one  zu  Nu  wen  b  er  g  sol  man  nemen  den  alten  zol. 

[25]  Item  sol  man  zollen  zwei  walchundert  pfele  für  ein  füder  wines  für  völ  an  so 
den    sehs   zollen  an  den   andern  vier  zollen  halb  alz  vil,  one  zu  Nuwemburg  sol 
man  nemen  den  alten  zoll. 

[26]  Item  von  schiffen,  do  lüte  inne  varent,  sol  man  ye  von  eines  güldin  wert 
schiffes  einen  türnisz  nemmen  an  den  sehs  zollen  und  an  den  andern  vier  zollen  halb 
alz  vil.  und  sol  man  von  den  lüten  nüst  nemen  und  zu  Nuwenburg  den  alten  zol.   m 

[27]  Item  von  yedem  pferde,  daz  man  geritten  mag,  sol  man  nemmen  einen  turnisz 
an  den  6  zollen  und  an  den  andern  vieren  halb  alz  vil  one  zu  Nuwenburg  sol 
man  nemen  den  alten  zol. 

[28]  Item  öch  sol  man  an  aller  köffmanschatz  nemmen  einen  güldin  für  12  grossen. 


1  Privileg  von  1449:  rettich. 


1393  449 

[2!)]  Alle  vorges.  stücke  sol  yegelieher  schryber,  beseher  und  diener  der  vorges. 
zolle  halten  nach  sinen  besten  synnen  und  witzen  one  geverde. 

[30] '   Were  es  öch  sache,  daz  deheyn  köfTman  Übernomen  würde  an  wyne  und 
in  ander    kcyner   koffmanschatz  iner,   an    wellichem   zolle   daz  geschehe,   wil   er  daz 

ri  heberten  und  uszlragcn,  80  mag  er  daz  vordem  zu  slunt  an  den  beseher,  do  er 
verzolle!  hat  und  mag  den  manen  ufF  den  eyd  mit  ime  zu  farende  an  den  nehsten 
zoll  zii  besehende,  ob  er  ime  reht  oder  unreht  habe  geton.  so  soll  der  beseher  oder 
sinre  eitgesellen  eynre  an  den  zoll  ze  stunt,  alz  unverzögenlich  mit  dem  koffman 
viiicn   und  in  du  zu   «äsende,  daz  er  in  reht  getzollet  habe  und  nyt  übernomen  habe. 

ki  wo  er  daz  nyt  gel  im  mohle,  so  sol  er  ime  keren  die  übernomen  und  die  koste,  die 
die  knechte  rerteerel  heltcnt  der  sumenysse  halp  one  geverde.  wisent  aber  der 
vorgen.  beseher  oder  sine  geselle  von  des  vorgen.  besehers  underwisunge,  daz  er  in 
nyl  übernomen  hell,  so  sol  der  köffman  nyt  dannan  varen,  er  gebe  danne  dem  vorgen. 
bescher   alz  vi  1  gelles,   alz  er  in  getzigen  bette,   daz  er  in  übernomen   solte  han  one 

15  geverde  und  öch  sin  und  silier  gesellen  zerunge   selbe  dirte  des  noch   varendes  halp 

one  geverde.        datum  an  sant  Marcus  dag  des  heyligen  evangelisten  a.  d.  1303.        Apmis. 

Och  ist  zu  wissende,  wer  in  diser  satzunge  nyt  sin  will,  daz  man  gen  den  dise 
vorges.  satzunge  nyt  schuldig  ist  zu  haltende. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  39»  nr.  21.  Auf  Papier. 


2o  759.  König  Wenzel  verschiebt  den  Sühnetag  ztoischen  Straßbnrg  und  den  Fürsten 

auf  den  8  Juni.  prag  1,393  April  30. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  czeiten  merer  des 
reichs  und  kunig  zu  Beheim  bekennen  und  tun  kunt  offenlichen  mit  diesem  brive 
allen   den,   die   in   sehen   oder   hören   lesen :  wye   wol    das  sey,    das  die   erwirdigen 

25  Lamprecht  bischof  zu  Babenberg,  Johans  erweiter  bischof  zu  Camyn,  unser  canczler 
unsere  fursten  und  andechtigen  und  der  edel  Borziboy  von  Swynars  lantvogte  zu 
Swaben  und  zu  Eisassen  unsere  rete  und  liber  getrevver  von  unserr  gewalt  und 
machte,  die  wir  in  doruber  gegeben  haben  und  alle  sachen,  die  sich  czwischen  fursten 
und  herren  an  einem    leyle  und  den  burgermeistern,    rate  und  burgern    der  stat   zu 

30  Strassburg  an  dem  andern  teyle  verlawffen  haben,  einen  benanten  tage  uf  den  nehsten 

Isuntag  vor  unsers   herren   uffartes   tage  gemacht  und  gesaezet   haben  also,  das  alle  Mai ». 
sachen  bis  uf  dieselbe  czeite  in  guten  besten  und  uf  denselben  tage  bevde  parteven 
-"* ""-*—'— 
1  Privileg  von  1449  hat  hier  die  Ueberschrift :  Von  nbernemende 

-  Die  Mottein  von  1410  und  1449  ebenda,  die  fast  gleichlautend  sind,  schicken  voraus :  Die  zolschriber, 
die  beseher,  die  wartepfennige  und  alle  die  ienne,  die  der  /olle  uff  dem  Rine  wartent,  dar  zu  gesetzt 
sint,  sollcnt  dise  noch  geschriben  puneten  und  artickel  sweren  zu  halten,  und  sol  dis  ane  gon  uff  datum 
diser  nottcl  und  sol  dis  weren  u.  s.  w. 

Item  zftm  ersten  das  sü  kein    herberg  haben    noch    halten  sollent   durch   sich   selps   oder   ieman 
40    anders  von  iren  wegen,  item  das  sü  dehein  gemeinschafft  miteinander  haben  sollent  mit  deheinerleye 
kouffmansehatz  mit  andern  Zöllnern,  besehern  und  yren  genoszen. 


450  1393 

Mai  is.  sein  doch  also  vernemlichen,  das  kein  teyle  das  ander  czwischen  den  nehsten  pfingsten 
umb  keynerley  schulde,  leibgeding,  pfantschaft  oder  versessene  gulde  nicht  monen 
noch  dorumbe  pfenden  oder  keine  leistunge  doruf  gen  lassen  sollen  in  dheyneweis, 
als  das  und  ouch  etliche  andere  stucke  in  der  egenanten  unserr  reten  briven,  die  sie 
beyden  teylen  doruber  geben  haben,  volkomenlichen  begriffen  ist.  y(e)doch  wann  wir  5 
durch  notlicher  Sachen  und  geschefte  willen,  die  uns  von  des  heiligen  reichs  wegen 
anligende  sind,  yeczunt  die  egenanten  unsere  rete  uf  den  egenanten  tage  in  dheyne- 
weis gesenden  mögen,  und  dorumb  so  haben  wir  mit  rate  unserr  und  des  reichs 
fursten,  edlen  und  getrewen  mit  wolbedachtem  mute  und  rechter  wissen  den  egenanten 
tage  verlenget  und  verlengen  den  in  kraft  dicz  brives  und  romischer  kuniclicher  mechte   10 

Juni  8.  bis  uf  den  suntage  mit  namen  den  virczehenden  tage  noch  dem  pfingstage,  also  das 
alle  sachen  czwischen  beyden  teilen  in  libe  und  guten  beleiben,  und  uf  denselben  tag 
gen  Hagenow  unverczogenlichen  komen  sollen  dem  rechten  gehorsam  zu  sein  in  aller 
der  mazzen,  als  das  in  unsern  artikeln,  die  wir  beyden  teylen  hinuss  gesant  haben 
und  ouch  in  der  egenanten  unserr  reten  usspruch  brifen  volliclichen  begriffen  ist,  15 
doch  also  vernemlichen,  das  kein  teyle  das  ander  umb  keinerley  schulde,  leibgedinge, 

Juni  tt.    pfantschaft  oder  versessene  gulde  bis  uf  den  nehstkomenden  sand  Johannes  tage  des 
heiligen   tewffers    nicht   manen    noch    dorumb   pfenden    oder  keinerley  leistung   oder 
schoden    doruf  gen  lassen  sollen  in  dheyneweis.    und  dorumb  so   gebieten  wir  ouch 
beyden  teylen  ernstlichen  und  vesticlichen  bey  unsern  und  des  reichs  hulden  und  bey   20 
beheltnusse   irer   rechten,  freyheiden   und   gnaden,    das  sie  alle  egenanten  sachen  in 

Juni  s.    guten  und  libe  bis  uf  die  egenante  czeite  besten  lassen  und  ouch  uf  den  egenanten 

virczehenden  tage  noch  dem  pfingestage  zu  dem  rechten,  das  wir  zu  Hagenow  bestellen 

wollen,  unverczogenlichen  komen  bey  solchen  eiden,  als  sie  die  söne  gesworen  haben 

und  als  sie  unsere  und  des  reichs  swere  ungnade  vermeyden  wollen,  wann  wir  die  25 

egenanten  unsere  fursten  und  rete  oder  andere,  ob  wir  derselben  ir  eines  oder  mer 

nicht   emperen  mochten,  uf  denselben   tag  schiken  wollen,   uf  das  das  solche  sachen 

ye  zu  einem  ende  und  ganczer  verrichtigung  kome.    mit  urkunt  dicz  brifes  versigelt 

mit  unserr  majestat  insigel.         geben  zu  Präge  noch  Crists  geburt  dreiczehenhundert 

jar,  dornach  in  dem  drey  und  newnczigistem  jare  an  sand  Philippi  und  Jacobi  abend   M 

unserr  reiche  des  behmischen  in  dem  dreissigistem  und  des  romischen  in  dem  siben- 

czehenden  jaren. 

Ad  relationem   Borzywoygii  de  Swinars 

Franciscus  Olomucencis  canonicus. 

[In  verso.]  R.  Wenceslaus  de  Olomücz.  35 

Str.  Bes.  A.  G.  99.  or.  mb.  c.  s.  p. 
Str.  St.  A.  AA.  1415.  or.  mb.  c.  s.  p. 
Ebenda  A.  AA.  112.  cop.  eh.  coaev.  nr.  139. 
Auszug]  gedruckt:  Bapp.  Urkb.  II,  nr.  364. 
Beg.  d.  Markgr.  v.  Baden  nr.  1583. 

760.  Einsetzung  des  Siebener-Kriegsrats.  139.3  Mai  3. 

Unsere  herren   meister    und  rat  schöffele  und  amman  sint  durch   unsere  stette 

nutzes  willen  übereinkommen,  das  von  aller  der  kriege  wegen,   die  wir  ietzent  hant 


1393  451 

oder  harnach  gcwinnent,  wir  fünf  erbere  manne  von  rittern,  von  knehten,  von  bur- 
gern und  von  antwergltiten  und  einen  meister,  der  danne  rihtet,  und  einen  amman- 
meister,  welher  danne  ammanmeister  ist,  süllent  zu  den  sachen  von  derselben  kriege 
wegen  setzen  ;  und  süllent  die  damit  tun,  das  sie  beduncket,  das  unsre   slat  unsern 

5  burgern  unde  den  unsern  das  nutzeste  gesin  möge  und  ouch  alles  das  tön,  alse  von 
in  in  dem  vordem  nehsten  artickel  gesehriben  stat.  und  süllent  ouch  meister  und 
rat  gewalt  haben,  jerlich  gelt,  widerköufe  und  lipgedinge  uf  unsre  stat  und  uf  dem 
unsern  zu  verkouffende.  und  was  sie  ouch  des  also  verkouft  hant  oder  hinnanfürder 
verkouffent,  das  sol  stete  sin  und  bliben  und  einen  vürgang  haben,  und  süllent  ouch 

in  dieselben  siben  von  derselben  kriege  wegen  und  meister  und  rat  von  söllicher  köuffe 
wegen  und  alle  ire  erben  niemer  darumbe  angesprochen  noch  geleydiget  werden  mit 
worten  noch  mit  wercken  noch  keinen  schaden  davon  geliden  noch  gehaben  in  den- 
heinen  weg  von  uns  meister  und  rat  zu  Strasburg  noch  von  allen  unsern  nachkommen 
derselben  unsre  stette.  und  sint  dis  die  siben,  die  über  die  kriege  gesetzet  sint :  zürn 

15  ersten  her  Claus  Rihter  dem  man  sprichet  Tütschman  der  meister,  her  Hein- 
rich Lymer  der  ammanmeister,  her  Johans  von  Stille,  her  Oertelin  Mansse, 
her  Johans  Bocke  Cünczen  sun,  her  Wilhelm  Metziger  und  her  Heinrich 
Kranich  zwene  altammanmeistere.  und  sol  ouch  dis  alle  jare  ein  rat  dem  andern 
in  den  eit  geben.       actum  die  inventionis  sete  crucis  anno  domini  milles.  trecentesimo 

20  nonagesimo  tertio. 

Aus  Stadtrechtbueh  cod.  E.  Stadtbiblioth.  (verbrannt.) 
Gedr.  b.  Hegel:  Königsh.  II,  1048. 


761.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  verzichtet  gegen  Zahlung  von  2000  Gulden 

auf  alle  Ansprüche,  die  er  wegen  früher  erlittener  Schädigung  an  Straßburg  erheben 

h   könnte.  1393  Mai  5. 

Wir  Bernhart  von  gottes  gnaden  marggrafe  zu  Baden  bekennen  uns  offenbar  und 
tön  kunt  mengelichem  mit  disem  briefe  umbe  soliche  vorderunge  und  anesprache, 
so  wir  lange  ziji  an  die  erbern  wisen,  den  meister,  den  rat  und  an  die  bürgere 
gemeinliche   der  stat  zu  Strazburg  gehebt   han  von  soliches   schaden   und  Übergriffs 

30  wegen,  so  uns  und  den  unsern  und  ouch  unsern  dienern  von  in,  iren  burgern,  helffern 
und  dienern  mit  dotslegen,  brande,  nome  und  ander  verlust  und  schaden  geschah 
und  gescheen  ist  in  unserer  marggraffeschaft,  in  unserer  pfantschaft  zu  Herrenberg 
und  zu  Hochberg  zu  den  ziten,  do  fürsten  und  herren  mit  in  und  andern  stetten 
krieg  hatten,  der  uns  doch  nit  aneging,  das  wir  umbe  dieselben  anesprache  und  umbe 

35  alle  ander  anesprache,  die  wir  bitz  uff  disen  hütigen  tag,  alse  danne  dis  briefes  sagt 
zu  in  zu  vordem  hattent,  von  waz  sache  wegen  das  gewesen  ist,  oder  in  weihen 
weg  das  sin  möhte,  gentzliche  uff  dise  zijt  mit  dem  vorgenanten  meister  und  rat  zu 
Strazburg  gerihtet  und  überkommen  sint.  und  ist  uns  darumbe  ein  soliche  kerunge 
mit   einre   summe   geltes  mit  namen  zwey  tusent   guldin  von  in,   alse  verre  sie   das 

40  anetriffet,  davür  worden  und   bezalt,   da  mitte  uns   gegen  in   begnüget  uff  vertzilicn 


452  1393 

ouch  uff  die  egenannten  meister  und  rat  uff  alle  ire  bürgere,  helffer  und  dienere  von 
derselben  anesprache  und  vorderunge  wegen  vür  uns  und  die  unsern  vorgenanten, 
und  sol  ein  versönte,  gerihte  sache  darumb  zwischen  uns  sin,  die  wjr  nyemer  me  an 
sie  zu  vordernde  habent  in  deheiner  wise  one  alle  geverde.  wer  ez  aber,  das  das 
dehein  unser  dienere,  die  das  aneget,  hernach  die  vorgenanten  meistere  und  rat  der 
stat  zu  Strazburg  ire  bürgere,  helffer  oder  dienere  ansprechent  von  desselben  kriege^ 
wegen,  es  sie  umbe  kosten,  brant,  schaden,  nome  oder  verlust,  das  sollen  wir  in 
ablegen  und  hintun  one  iren  schaden  und  one  alle  geverde.  und  alles  das  vorgescliriben 
stet,  das  sollen  und  wellen  wir  der  vorgenannte  marggraffe  Bernhart  wore  und  stete 
halten  unverbrochen  one  alle  geverde.  und  das  zu  Urkunde,  so  haben  wir  unser  inge- 
sigel  lazzen  hencken  an  disen  brief.  der  geben  ist  an  dem  mentage  nehest  nach 
des  heiligen  crützes  tag,  alse  es  funden  wart,  do  man  zalte  noch  Cristus  gebürtc 
drützehenhundert  jare  und  in  den  drü  und  nüntzigisten  jare. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  165/6.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  p. 
Ebenda  lad.  48/49  a.  fasc.  1.  eop.  eh.  coaev. 
Auszug:  Schöpflin.  Hist.  Zar.  Bad.  II,  78. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Baden  nr.  1584, 


762.  Meister  und  Rat  von  Strasburg  beurkunden ,  daß  sie  als  einmalige  Ab- 
findungssumme für  alle  Entschädigungsansprüche  des  Markgrafen  Bernhard  von 
Baden  2000  Gulden  bezahlen  wollen.  1393  Mai  5. 


M 


Wir  Claus  Richter  dem  man  sprichet  Dütscheman  der  meister  und  der  rat  der 
stat  zu  Strazburg  verjehen  und  bekennen  öffenliche  an  disem  briefe  vur  uns  und 
alle  unsere  mitburgere  und  nochkomen,  das  wir  schuldig  sint  und  gelten  sollen  rehter 
und  redelicher  schulden  dem  hochgeboren  forsten  und  herren,  herren  Bernharte  marg- 
grafen  zu  Baden  zwey  tusent  guldin  guter  und  gever  vür  solichen  verlust  und  25 
schaden,  den  er  und  die  sinen  von  uns  und  den  unsern  genomen  haut  zu  den  ziten, 
do  wir  und  ander  stette  mit  den  fürsten  und  herren  krieg  hattent,  der  in  doch  nit 
anegieng,  und  unmügeliche  geschediget  wart,  dieselben  zwey  tusent  guter  guldin 
geloben  wir  mit  guten  truvven  vür  uns,  unser  mitburgere  gemeinliche  der  vorgenanten 
unser  stette  dem  vorgenanten  marggrafe  Bernhart  oder  sinen  erben  zu  geben  und  zu  30 
bezalen  by  uns  in  unser  stat  oder  zu  Spire  in  der  stat  in  der  pfingestwochen,  die 
Mai  ts-si.  nehest  komet,  noch  gift  dis  briefes  unvertzögenliche  one  alle  geverde.  detent  wir  das 
nit,  so  mögent  si  uns  und  die  unsern  darumbe  anegriffen  und  pfenden,  alse  lange 
und  alse  vil  bitz  wir  in  die  vorgeschriben  zwey  tusent  guldin  mit  dem  kosten  und 
schaden,  den  sie  des  küntlichen  nement,  bezalt  und  uff  gerihtet  hant  one  alle  geverde.  35 
und  ime  des  zu  sichern  Urkunde,  so  haben  wir  der  vorgenanten  unserer  stat  zu 
Strazburg  ingesigel  gehencket  an  disen  brieff.  der  geben  ist  an  dem  mentage  nehest 
nach  des  heiigen  crützes  tage  alse  es  funden  wart,  do  man  zalte  von  gottes  gebürte 
drützehenhundert  jar  und  in  dem  drü  und  nüntzigisten  jare. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49.  fasc.  1.  eop.  eh.  eoaev. 
Ebenda  Abt.  IV.  caucelliertes.  or.  mb. 
Heg.  d.  Markgr.  v.  Bad    nr   1586. 


1393  ttfl 

763.  Slraßburg  verkündigt,  daß  es  völlig  mit  dem  Markgrafen  Bernhard  ge- 
sühnt sei.  1303  Mai  li. 
Wir  Claus  Richter  dem  man  sprichet  Tütschman  der  meister  und  der  rat  von 
Strasburg  bekennent  uns  offenbar  und  tönt  kunt  mengelichem  mit  disem  briefe  umbe 

■  BÖllicbe  vorderunge  und  anspr5che,  so  wir  und  unsere  bürgere  lange  zit  gehebet  haut 
an  den  hoherbornen  fürsten  unsern  lieben  herren,  hern  Bernharte  marggräfe  zö 
Baden,  sin  amptlute,  an  sine  bürgere,  an  sine  armen  lüte  von  sölliches  schaden  and 
Übergriffes  wegen,  so  uns,  unsern  burgern  und  den  unsern  von  in  geschehen  ist,  es 
si  i ni l  töTslegen,  brande,  nome  und  anderm  Verluste  und  schaden,  in  weihen  weg  das 

10  sie,  das  wir  umbe  dieselbe  anspräche  und  umbe  alle  andere  anspräche,  die  wir  bitz 
uf  disen  hütigen  dag,  alse  datum  dis  briefes  saget,  zu  in  zu  vordernde  hettent,  von 
was  Sachen  wegen  das  gewesen  ist  oder  in  weihen  weg  das  gesin  möhte,  gentzliche 
uf  dise  zit  mit  dein  vorgenanten  herren  marggräfe  Bernharte,  sinen  amplüten,  burgern 
und  armen  luten  gerihtet  und  überkoinen  sint,  und  daz  wir,  unsere  bürgere  und  die 

IÄ  unsern  dariunbe  meiner  anspräche  und  vorderunge  an  sie  gehaben  süllent  noch 
wellent  und  schaffent  getan  werden  in  denheinen  weg  äne  alle  geverde.  und  verzihent 
uns  uf  den  vorgenanten  unsern  herren  marggräfe  Bernharte  zu  Baden,  sine  amptlute, 
bürgere  und  sine  armen  lüte  von  derselben  anspräche  und  vorderungen  wegen  viir 
uns,  unsere  bürgere  und  die  unsern;  und  sol  eine  versünte  gerihtetc  Sache  darumbe 

M  zwischen!  uns  sin,  die  wir  niemer  nie  an  sie  zii  vordernde  habent  in  denheine  wise 
äne  alle  geverde.  und  alles  das,  da  vorgesehriben  stat,  das  sullent  und  wellent  wir 
die  vorgenanten  meister  und  rat  zu  Strazburg  wäre  und  stete  halten  unverbrochen- 
liolic  Aue  alle  geverde.  und  des  zii  einem  Urkunde,  so  ist  unserre  stette  ingesigel  an 
disen   brief  gehencket.         der   gegeben   wart   an   dem    mentdage   nach   dez  heiligen 

-■"•  crützes  dage,  alse  es  funden  wart  in  dem  jare,  da  man  zalte  von  gotzgebürte  drüt- 
zehenhundert  jare  m'intzig  und  dru  jare. 

Karlsruher  G.  L.  A.  Orig.  Urk.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  pend. 
Hegest :  Reg.  d.  Markgr.  v.  Baden  nr.  1587. 


7G4.  Slraßburg  stellt   auf  Grund   der  vollzogenen  Sühne  mit  dem  Markgrafen 

so  Bernhard  ton  Baden  allen  Amtleuten  und  Unlerthanen  desselben  einen   Trost-  und 

Schutzbrief  auf  3  Jahre  aus.  1393  Mai  li. 

Wir  Claus  Richter  dem  man  sprichet  Tütschman  der  meister  und  der  rat  der 
stat  zu  Strazburg  verjehent  und  bekennent  offenbar  mit  disem  briefe  vor  uns  und 
alle  unsere  bürgere,  belfl'ere  und  dienere,  das  wir  uns  mit  dem  hoehgebornen  fürsten, 

35  iinserm  lieben  Herren,  hern  Bernharte  inarggräleii  zii  Baden  durch  sunder  trost  und 
früntschaft,  der  wir  uns  zu  ime  versehent,  früntliche  vereynet  haben  also,  das  wir  in 
sine  amptlute  und  alle  sine  bürgere  und  armen  lüte  vertröstet  habent  und  sicher  sin 
süllent  vor  aller  mengelichen  zu  Strazburg  in  unserre  stat  von  datum  dis  briefes  an 
nutze  zii  s;ml  Julians   dage  zu  sünegihten,  der  liebste    kommet,  und   von    demselben 

*o  sunt  Johans  dage  über  drü  gantze  jare,  die  aller  nehste  nach  enander  kommen! :  also,  Juni  u. 


454  1393 

das  sie  ire  libe  und  ir  gut  dazwischent  in  unserre  stat  sichern,  guten  schirme,  geleite 
und  trostunge  vür  uns  und   mengelichen   haben   süllent  äne  alle  geverde.    und  were 
es,  das  derselbe  unser  herre  marggräfe  Bernhart  oder  denheiner  der  sinen'  alse  vor- 
geschriben  stat,  in  disem  zile  dar  über  uszewendig  unserre  stat  in  unserme  burgbanne 
von  iemanne,  wer  der  were,  angegriffen,  geleidiget  oder  geschadiget  würdent  an  iren   5 
liben  oder  gutern,   darzü  süllent  wir   tun  und  in  beholffen    sin  und  daz  mit  unserre 
hilffe  wenden  und  weren  glicher  wise,  alse  gienge  es  uns  oder  die  unsern  selber  an. 
und  süllent  ouch  befelhen  allen  unsern  bürgern,  dienern,  helffern  und  soldenern,  das 
sie  darzü  tönt  und  es  helffent,  weren  und  beschütten  getruweliche,    so'  dicke  in  das 
not  tut  äne  alle  geverde.   were  es  aber,   das  wir  in  disem  zile  von  unsers  gnedigen    10 
herren  des  römeschen  küniges  oder  von  anderre  sachen  wegen  mit  dem  vorgenanten 
marggräfe    Bernharte    oder    mit    denheinen   der   sinen,    alse    vorgeschriben    stat,   zu 
schaffende  gewünnent  oder  wider   sie  sin  woltent,    das  süllent  wir   in  gen  Baden  in 
sin  stat  erberliche  mit  unserm  offen  besigelten  briefe  viertzehen  dage  vorhin  verkünden 
und  abesagen.  und  were  danne,  daz  sie  oder  ir  denheinre  in  unserre  vorgenant  stat  iä 
werent  oder  ützit  des  iren  köfmanschatz  oder  andere  habe  by  uns  hettent,  dieselben 
und  das  ire  süllent  einen  monatd  den  nehsten  nach  dem  abesagen  sicher  sin,  umbe 
das    sie   mit   dem   iren,   das   hinder   uns   lege,   deste   sicherre  wider  heime  kommen 
möhtent  äne  geverde.  und  alles,  das  vorgeschriben  stat,  das  globent  wir  meister  und 
rat  zu  Strazburg  vür  uns  und  alle    die  unsern  by  guten   truwen  wäre  und  stete  zu    20 
haltende  getruweliche    äne  alle  geverde.    und   des  zu  einem    sichern  Urkunde,  so  ist 
unserre  vorgenanten  stette  ingesigele  gehencket  an  disen  brief.         der  wart  gegeben 
an  dem  ersten  mentdage  nach  des  heiligen  crützes  dage,  alse  es  funden  wart,  in  dem 
jare,  da  man  zalte  von  gotz  gebürte  drützehenhundert  jare  nüntzig  und  drü  jare. 

Karlsruher  G.  L.  A.  or.  mb.  I.  pat.  c.  s.  p.  (kleines  Stadtsiegel  an  rotseid.  Schnur.)  25 

Regest:  Reg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1588. 


765.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  gelobt   [auf  Grand   der   abgeschlossenen 
Sühne]  den  Straßburgern  auf  3  Jahre  Sicherheit  und  Schutz  in  seinem  Gebiet. 

1393  Mai  5. 

Wir  Bernhart  von  gots  gnaden  marggräfe  zu  Baden  bekennen  uns  und  tun  kunt 
offenbar  mit  diesem  briefe,  daz  wir  uns  mit  den  erbern  wisen,  dem  meister  und  dem 
rat  der  stat  zu  Strazburg  durch  sunder  liebe  und  fruntschaft,  die  wir  zu  in  hant, 
früntlieh  vereynet  haben,  also  daz  wir  sie  und  alle  ir  bürgere  vertrostent  sicher  zu 
sinde  irs  libes  und  güts  vor  aller  menglich  zu  Baden  in  unser  stat  und  in  allen 
andern  unsern  stetten,  vesten  und  schloszen,  wo  wir  die  haben  oder  wo  die  gelegen  35 
Juni  n.  sint,  von  datum  diz  briefs  an  untz  sant  Johans  tage  zu  süngichten,  der  nehst  kompt, 
und  von  demselben  sant  Johans  tage  über  drü  gantze  jare  aller  nehst  nach  einander 
komend  also :  daz  sie  da  zwuschen  dar  inne  sicher  wandeln  und  werben  mögen  und 
gut  geleit  und  trostunge  von  uns  haben  sollen  ane  alle  geverde.  und  wer  ez,  daz 
die  vörgenanten  meistere  und  rat  der  stat  zu  Strassburg  oder  ir  bürgere  deheinr  in 
diesem   zil   dar  über  in   unsern   landen   oder   gebieten   von   ieman   angegriffen   oder 


1393  4.V» 

geschediget  wurdcnt  an  iren  üben  oder  guten,  da  zu  sollen  wir  tun  und  beholffen 
sin  und  duz  helffen  weren  glicher  wise,  als  gienge  es  uns  oder  die  unsern  selber  an. 
und  sollen  ouch  daz  bephelen  allen  unsern  vogten  und  amptluten,  daz  sie  mit  den 
unsern   datzü   ti'int  und  ez    helfTent  weren    und  beschütten  getrüwelich,  so  dick  dez 

s  not  tut,  ane  alle  geverde.  wer  ez  aber,  daz  wir  in  disem  zil  von  unsers  herren  des 
romschen  kunigs  oder  ander  sache  wegen  mit  in  zu  schaffende  haben  solten  oder 
wollen,  daz  sollen  wir  in  in  ir  stat  erberlich  mit  unserm  offen  versigelten  briefe  viert- 
zehen  tage  vor  her  abe  sagen  und  verkünden,  und  ist  dan,  daz  sie  oder  ir  bürgere 
deheinr  in   unsern   schloszen  oder  landen  weren  oder  ir  koufmanschatz  oder  ander 

in  habe  darynn  hetten,  dieselben  und  daz  ir,  daz  hinder  uns  were,  sollent  ein  manod 
den  nehsten  nach  dem  abesagen  in  unsern  sloszen  und  landen  sicher  sin,  umb  daz  sie 
und  daz  ire  dester  baz  sicher  wieder  heim  komen  mögen  ane  geverde.  und  alles  daz 
vorgeschriben  slet,  daz  sollen  und  wollen  wir  getrüwelich  stete  halten  ane  alle 
geverde.  und  dez  zu  Urkunde    so  haben  wir  unser  ingesigel  laszen  henken  an  disen 

15  brief.  der  geben  ist  an  dem  mentage  nehst  nach  des  heiligen  crfitzes  tag,  als  es 
funden  wart,  da  man  zalte  nach  Crists  gebürte  drützehen  hundert  jare  in  dem  dru 
und  nuntzigsten  jare. 

Str.  St.  Ä.  Q.  ü.  P.  lad.  45/46  nr.  75.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  1  sig.  pend. 
Ebenda  lad.  48/49.  cop.  eh.  coaev. 
-°  Reg.  d.  Markgr.  v.  Baden  nr.  1585. 


766-  Der  Straßburger  Gesandte  in  Prag,  Biltung,  an  seine  Stadt:  Bischof 
Friedrich  bewirbt  sich  um  das  Bistum  Utrecht;  Bruno  von  Rappoltstein  bemüht  sich 
durch  seinen  Gesandten  wegen  Gemar;  Heinrich  von  Lichtenberg  und  Markgraf 
Bernhard  haben  ebenfalls  Gesandle  beim  König.  [Prag  1393  Mai  9.] 

25  Den  wisen  bescheiden,  dem  meister  und  dem  ratde  zu  Straszburg  enbüt  ich  min 

dienst,  ich  lo  üch  wissen,  daz  der  bischof  von  Stroszburg  ist  zu  einen  mol  gewesen 
vor  mime  herren  dem  künge,  alse  ich  üch  öch  vorgescriben  habe,  und  meinit  der 
bischof,  er  welle  nüt  von  Proge,  er  kum  den  noch  einmol  für  min  herren  den  künnig 
und  wirbet  der  (der)   bischof  von  Stroszburg   umb  daz  bistum  zu  Utrich.1    und  üme 

»«  daz  bistum,  so  wolt  er  gerne  sinre  fründe  einen  zu  Stroszburg  bischof  machen,  doch 
soltte  er  bischof  zu  Utrich  werden,  so  würde  e  ein  andir  bischof  zu  Stroszburg,  alse 
mir  geseit  ist,  den  des  bischofes  frunt  einre.  und  wirt  daz  alles  gar  heimlich  geworben, 
öch  sollent  ir  wissen,  daz  her  Brun  von  Roppilstein  her  in  het  gesant  hern  Otten 
sin  phaffen  und  der  wirbit,  do  sy  Gemmir,  daz  sy  sinem  wibe  verwidemit,  daz  waz 

35  sin  ufsatz,  ob  sin  wip  starp.  sit  sin  wip  nun  dot  ist,  so  er  svenne  die  hant  ir  mütdir 
geerbit  öch,  obe  Roppoltzwilre  öch  furwidemit  solle  sin,  daz  kan  ich  nüt  erfarn,  doch 
glöbe  ich  es.  öch  sollent  ir  wissen,  daz  her  Heinrich  von  Lichttenberg  öch  ein  diener 
hinne  hett  ligen.  öch  het  der  maregrofe  von  Baden  öch  ein  diener  hinne  geheibit  ligen  by 


1  Das  Bistum  Utrecht  war  am  4  April  1393  durch  den  Tod  des  Bischof  Floren*  erledigt.  —  Bi- 
40  scltof  Friedrich  von  Straßburg  erhielt  das  Bistum  und  starb  als  Bischof  von  Utrecht  1423. 

VI.  68 


456  1393 

mime  herren  dem  künge.  denselben  het  min  herre  der  künnig  noch  dem  marggrofen 
gesant  und  het  üme  gar  ernslich  gescriben,  daz  er  zi'i  üme  her  in  solle  kiunen.  ich 
kum  öch  mit  hein,  der  bischof  sy  den  von  mime  herren  dem  klinge  gefertdigit. 
geben  zu  Proge  an  dem  nehesten  fritdage  noch  dez  heiigen  crützzes  dag. 

Billung.  b 

[In  verso]  Den  wisen  bescheiden,  dem  meister  und  dem  rot  zu  Stroszburg. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  15.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  im  Auszug  Bapp.  Urkb.  II,  nr.  365. 

767.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  schließt  unter  Zustimmung  seines  Bruders 
Albrecht  mit  der  Stadt  Straßburg  ein  Schutz-  und  Schirmbündnis  auf  5  Jahre.1        io 

Ensislieim  1393  Mai  9. 

e 

Wir  Lupolt  von  gotes  gnaden  hertzog  zu  Osterrich,  zu  Styr,  zu  Kernden  und  ze 
Krain,  grave  zu  Tyrol  etc.  bekennen  und  tun  kunt  offenlieh  mit  disem  briefe :  als  die 
erbern  wisen,  unser  sunder  lieben,  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  sich  mit 
derselben  stat  Strazburg  und  allen  iren  geslozzen  und  vesten,  die  si  yetz  habent  15 
oder  noch  furbaz  in  den  nachgeschribenn  zilln  und  kreissen  gewinnent,  und  mit  allen 
den  iren   zu  uns  verbunden   habent  von   disem  hütigen  tag,  als  der  brief  geben  ist, 

13  93  Mai  9 

139H  untz  uf  den  nächst  künftigen  sand  Johans  tag  ze  sunigichten  dannenthin  fünf  gantze 
jar,  die  nächst  nacheinander  köment,  uns  und  den  unsern  damite  getruwelich  und 
wider  aller  manielich  zu  allen  unsern  und  der  unsern  notdurften  zum  rechten  zu  20 
helffen  nach  lutt  und  sag  des  buntbriefs,  den  wir  von  in  darumb  haben  und  als 
hienach  geschriben  stet,  daz  wir  mit  guter  vorbetrachtunge  und  nach  rat  unserr 
rete  die  obgenanten  von  Strazburg  und  die  iren  mit  derselben  stat  und  andern  iren 
geslozzen  und  vesten,  die  si  yetz  habent  oder  noch  furbaz  in  den  nachgeschriben 
zilln  und  kreissen  gewinnent,  die  obgenante  zit  und  jarzal,  und  si  zu  uns  verbunden  » 
sind,  in  unsern  sundern  schirm  und  gnad  ufgenomen  haben  an  stat  und  in  namen 
der  hochgebornen  forsten,  unsers  lieben  herren  und  vettern  hertzog  Albrechts  und 
unserr  brüder  ouch  hertzogen  zu  Osterrich  etc.  unserselbs :  also  daz  wir  si  und  die 
iren  getruwlich  schirmen  und  verantwurten  sullen  zum  rechten  gen  monielich  als 
unserselb  li*it  ungeverlich  in  disen  nagegeschriben  kreissen  :  von  erst  von  dem  Howen-  30 
stein,  als  die  snesleiphen  gand  über  untz  gen  Phyrt,  von  dannen  gen  Bliimenberg, 
von  dannen  gen  Tatenried,  von  dannen  gen  Beffort  über  untz  gen  Aszel,  von  dannen 
die  rieht  ab,  als  die  snesleiphen  durch  den  Wasgen  smeltzent,  untz  gen  Fryburg, 
von  Fryburg  untz  gen  Louffenburg,  als  die  snesleiphen  von  dem  swartzwald  smeltzent, 
und  von  dannen  wider  untz  uf  den  Howenstein  und  dazwischent  allenthalben  in  den  sa 
ryniern  (?).  und  sullen  in  und  den  iren  darzü  all  unser  stete  sloss  und  vesten,  die 
in  denselben  ziln  und  kreissen  gelegen  sind,  die  wir  yetz  haben  oder  noch  gewinnen, 
offen  haben  zu  allen  iren  nöten  ungeverlich  und  in  damite  getruwlich  geraten  und 
geholffen   sin  wider   aller   nemlich  zum  rechten  ungeverlich,    als  gieng   die  sach  uns 


JuniU. 


1  Im  Jahre  1398  Juni  24  wird  dies  Bündnis  auf  5  Jahre  verlängert. 


1393  457 

.selber  an.  und  sullen  schaffen,  daz  man  in  und  den  iren  in  den  obgenanten  unsern 
steten  und  geslozzen  koste  geb  urnb  ir  bescheiden  gelt  ungeverlich.  wö'r  ouch,  daz 
inen  krieg  anmellen,  von  wem  das  wer,  so  sullen  wir  iren  vienden,  die  mit  in  kriegent, 
koste  weren  und  in  und  den  iren  koste  volgen  lassen  uz  den  obgenanten  unsern 
i  ryniern  umb  bescheiden  gelt  ungeverlich.  des  gelich  sullent  si  uns  und  den  unsern 
ouch  herwider  zu  tünd  gebunden  sin.  wer  ouch,  daz  yeman  den  von  Strassburg  oder 
den  iren  unreht  tote  in  den  obgeschribenn  kreissen,  so  mugent  si  ir  rete  darumb 
nidersetzen  zu  erchennen.  und  erkennent  sich  die  uf  ir  eyde,  daz  wir  in  derzü  hilff 
hin  sullen,  so  sullen  wir  vier  unserr  rete  und  si  dry  irr  rote  darzü  geben,  und  wie 

in  sieli  dieselben  siben  oder  der  merer  teil  under  in  erkennent,  daz  wir  in  zum  rechten 
helffen  sullen,  die  selb  hilffe  sullen  wir  in  denn  an  vertziehen  schicken  ungeverlich. 
das  sullent  si  uns  und  den  unsern  herwider  gepunden  sin  ze  tünd.  und  sullent  si 
denn  ouch  vier  irer  rete  und  wir  dry  unserr  rete  dargeben,  als  vorgeschoben  stet, 
ob  sich  unser  lantvogt,   ob  wir  nicht  in  landes  wem,    oder  sin  stathalter  und  unser 

15  rete  erkanten,  daz  si  unz  des  rechtens  helffen  sollen  und  darumb  ze  manen  hetten. 
es  ist  ouch  beredt,  ob  wir  unsern  lantvogt  oder  eins  lantvogts  stathalter  die  vorge- 
Danton  von  Strassburg  nach  erkantnüss,  als  davor  geschriben  stet,  manten,  so  sullent 
die  »siben,  die  dartzi'i  von  uns  und  inen  geordent  und  gesetzt  werdent,  sich  in  den 
nächsten   acht   tagen  nach   der  manung  ungeverlich  und   unvertzogenlich  fügen  und 

20  körnen  in  der  dryr  stet  eyne :  Bergheyn,  Brisach  oder  Kentzingen,  die  in 
denn  nach  gelegenheit  der  sache  von  uns  oder  den  unsern  benant  wirdt,  und  nicht 
von  dannen  körnen,  si  haben  denn  ee  erkant,  wie  die  hilffe  sin  sulle  mit  getzeug 
oder  andern  sachen,  darumb  wir  gemant  haben  nach  nutz  und  notdurfft  unser  und 
der  unsern  und  nach  gelegenheit  der  sache.  und  sullent  ouch  die  siben  by  iren  eyden 

25  erchennen  nyeman  ze  lib  noch  zu  leyde  nach  vorgeschribner  wise.  und  was  dieselben 
siben  oder  der  merer  teyl  under  in  bi  iren  eyden  umb  all  sach  erkennent,  darumb 
si  zu  tagen  gemant  werdent,  das  sullen  wir  und  die  unsern  und  ouch  die  von  Straz- 
burg  und  die  iren  zu  bedersitte  unvertzogenlich  volfüren  und  das  vest  und  stet 
halten   an    gever.    und    sullent   si   uns   unsern   lantvogt  oder  sin    stathalter   umb  all 

so  sachen  zu  Baden  in  Ergow  und  wir  oder  unser  ambtlüt  si  ze  Strazburg  in  der  stat 
manen.  wer  ouch.,  daz  die  von  Strazburg  uns  unsern  lantvogt  oder  sinen  Statthalter 
umb  hilff  uf  yeman  mantend  und  derselb,  uf  den  si  uns  gemant  hettent,  das  recht 
bute  uf  die  siben  ze  körnen  umb  die  sach,  darumb  wir  von  in  gemant  wem,  und  in 
voran  die  namen  und  angriff  widerkerte,  ob  er  deheinen  getan  hette,  und  die  gevangen 

35  ledig  Hesse,  wolten  die  von  Strazburg  und  die  iren  das  nicht  ufnemen,  so  sullen  wir 
in  darüber  nicht  gebunden  sin  zu  helffen.  des  gelich  uns  von  in  herwider,  ob  wir 
das  recht  ouch  also  nicht  ufnemen  wolten.  wurd  sich  ouch  fügen,  daz  wir  mitein- 
ander und  sammentlich  ein  stat,  vest  oder  slos  gewunnen,  die  sullent  unser  zu  beider 
sitt  gemeyn   sin  und   sullent  die    siben  darüber  sitzen  und  erkennen,    was  uns    und 

40  den  von  Strazburg  mit  derselben  stat,  slos  oder  vestin,  die  wir  also  gewunnen  haben, 
das  allerpeste  und  nützlibest  ze  tun  sy.  und  was  die  siben  oder  der  merer  teil  under 
in  darumb  erkennent,  das  man  damite  tun  sulln,  das  sulln  wir  zu  beden  sitten 
halten  und  volfüren.  wer  ouch,  daz  wir  oder  die  unsern  oder  die  von  Strazburg  und 


458  1393 

die  iren  yeman  viengen  von  diser  büntnüsse  wegen,  so  sol  yetweder  teyl  sin  gevangen 
in  sin  gewalt  füren  und  die  nach  kriegs  recht  halten  untz  uf  die  stund,  daz  die  siben 
zu  samen  körnen,  und  was  denn  die  siben  oder  der  merer  teyl  ur.der  in  darumbe 
von  des  oder  der  gevangen  wegen  erkennent,  das  sullen  wir  zu  beden  sitten  halten 
und  volfüren  ungeverlich.  was  sach  ouch  under  dem  sibenten  mann  angevangen  wirt,  5 
dieselb  sach  sol  ouch  derselb  sibent  man  uztragen  und  der  ein  end  geben  und  daby 
beliben,  untz  daz  die  sache  uzgetragen  wirt  ungeverlich.  wer  es  ouch,  daz  wir  die 
von  Strozburg  umb  hilff  gemant  hieten  und  die  wile  die  sach  und  die  manung  werte 
und  nicht  uzgetragen  wer,  dieselben  von  Strazburg  oder  die  iren  sölich  redlich  sach 
anmellent  oder  begegenten,  daz  si  bedühte,  in  wer  darumb  notdurfft  uns  zu  manend,  10 
darumb  sullent  sie  uns  nicht  manen  und  sullent  es  für  die  siben  bringen,  die  denn 
von  der  vordem  manung  wegen  byeinander  sind  und  in  ir  notdurfft  furlegen.  was 
denn  die  siben  oder  der  merer  teyl  under  in  darüber  erkennet  nach  nutz,  notdurfft 
und  gelegenheit  der  sach  unser  und  der  unsern  und  der  von  Strazburg  und  der  iren 
ungeverlich,  daby  sol  es  beliben.  und  sullent  darumb  die  siben  furderlich  zueinander  15 
körnen,  wenn  in  das  verkundit  wirdt,  nach  vorgeschribner  wise.  anders  sol  nyeman 
manen,  denn  daz  die  erst  manung  allwegen  sol  vorgan ;  des  gelich  uns  herwider  von 
in.  es  ist  ouch  beredt,  ob  die  von  Strazburg,  diewil  si  zu  uns  verbunden  sind,  dehein 
krieg,  anmell  oder  ufluffe,  der  in  der  zit  als  diser  bunt  weret,  nicht  berichtet,  gefridet 
oder  uzgetragen  wurde,  so  sullen  wir  und  die  unsern  in  denselben  krieg  uzhelffen,  20 
als  vorgeschriben  stet,  untz  daz  derselb  krieg  uzgetragen  und  bericht  wirt ;  des  gelich 
sullent  si  uns  und  den  unsern  ouch  herwider  gebunden  sin  zu  tünd.  wir  sullen  ouch 
schaffen  mit  unserm  gegenwurtigen  lantvogt  Engelharten  von  Winsperg  oder  künftigen 
lantvögten,  daz  si  dem  meyster  und  dem  rat  zu  Strazburg  swern  stet  zu  halten  und 
ze  volfüren  alles  das,  das  an  dem  brief  geschriben  stet,  und  sullent  uns  ambtlüt,  25 
burgermeister  und  ret  unserr  stete  in  den  obgeschribenn  kreissen  unserm  lantvogt 
swern  zu  halten  und  ze  volfüren,  was  davor  und  nach  an  disem  brief  geschriben  stet, 
wolten  wir  ouch  unsern  lantvogt  verkern  oder  unser  burgermeister  ambltut  und  rot 
verendern,  als  dick  das  in  den  vorgenanten  zil  beschech,  so  sullen  wir  aber  schaffen, 
daz  die  künftigen  lantvogt,  burgermeister,  ambtlüt  und  rete,  ee  si  zu  den  ambtern  30 
gan,  swern  alles  das  stet  ze  haben,  ze  volf&rend  und  ze  tünd,  was  die  verkerten  ze 
halten  gesworen  hetten.  dasselb  sullent  die  von  Strassburg  alle  jar  der  alt  rat  dem 
nuwen  rate  in  den  eyd  emphelhen  zu  halten  und  sunderlich  mit  irer  stat  und  iren 
geslozzen,  die  si  yetzunt  hand  oder  in  disen  obgeschriben  ziln  und  kreissen  gewinnent, 
ungeverlich.  und  sol  ouch  unser  gegenwurtiger  lantvogt  Engelhart  von  Winsperg,  oder 
wen  er  an  siner  stat  dartzü  schaffet,  gen  Strazburg  riten  und  daselbs  von  dem  meister 
und  rat  ir  eyd  und  gelubde  in  nemen  disen  bunt  ze  haltend  und  ze  volfürend  nach 
desselben  buntbriefs  sag.  wir  obgenanter  hertzog  Lupolt  geloben  ouch  by  unsern 
fürstlichen  eren  für  die  obgenanten  hochgebornen  fursten,  unsern  lieben  herren  und 
vettern  hertzog  Albrechten  unser  brüder  und  uns  selber,  daz  wir  alles  das  stet  haben  m 
und  volfüren  wellen  das,  waz  an  disem  brief  von  uns  stet  geschriben  an  geverd. 
doch  haben  wir  das  haylig  römisch  rieh  darynn  uzgenomen  und  diser  vorgeschriben 
sach  und  büntnüss  zu  urchund  und  vestunge  so  haben  wir  unser  insigel  gehenkt  an 


1393 

disen  gegenwärtigen  briefe.         der  gegeben  ist  ze  Ensisheyn  an  frytag  vor  dem  uffart- 

lag  nach  C.hristes  gepurd  drut/ehenhundert  jar  darnach  in  dem  druundnuntzgisten  jare. 

Str.  St.  A.  0.  ü.  P.  lad.  45/46  nr.  7«.  or.  mb    lit.  pat.  c.  1  sig.  pend. 

Ebenda  lad.  48/4!)  1>.  fasc.  4.  fasc.  6.  2  cop.  eh.  coaev.  deren  eine  unvollständig  igt. 

Ebenda  vor  Zeugen  vollzogenes   Vidimus  des  Joh.   Werder  vom  10  Februar  1305. 

768.  Claus  Richter,  dem  man  spricht  Dutscheman,  der  meister  und  der  rat  ze  Stras- 
burg erklären,  dass  sie  mit  Leopold  von  Oesterreich  und  seinen  Brüdern  ein  fünfjähriges 
Bündnis  geschlossen  haben,  dass  es  aber  diesen  Herren  freistehen  solle  bei  gehöriger 
Berücksichtigung  der  Strassburger  Interessen  auch  den  Markgrafen  Bernhard  von  Baden 
und  den  Grafen  Eberhard  von  Württemberg  in  das  Bündnis  aufzunehmen.  geben 
ze  Strasburg   unter  derselben    unser  stat  angehenktem    Beeret  insigel  anno  ...  93. 

Strassburg  1303  [nach  Mai  9]. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  4.  cop.  eh   coaev. 

lieg,  nach  Vorlage  im  Wiener  Staats-Arch.  bei  Lichnowsky,  Gesch.  d.  Hauses  Habsb.  4,  2335. 

Reg   d.  Markgr   v   Bad.  nr.  1589. 


769.  Entwurf  eines  Vertrages  zwischen  Meister  und  Rat  von  Straßburg  und  dem 
Domkapitel  in  Sachen  der  IVeubeselzmig  des  Bischofsluhles  [unvollständig .]    [1393.] 

Wir  Burchart  etc.  und  wir  Clawes  Rihter  der  meister  und  der  rat  etc.  etc.  tun 
kfint,   etc.,  daz  wir  beidersit  und  sonderlich  wir   die  vorgenanten  tümherren  einmü- 

20  teclich,  als  wir  bi  einander  gesessen  sint  und  in  cappitels  wise  beruft  gewesen  sien, 
mit  guter  vorbetrahtung  durch  nutz  und  notdurft  der  stift  zu  Strasburg,  der  stette 
zu  Strasburg,  unser  und  unserer  nahkommen  und  des  landez  zu  Elsas  lins  zii  sammen 
früntlich  vereiniget  und  gemäht  haben  künftigen  schaden  zu  versehend  in  diser  nah- 
geschriben  wise: 

zs  Zu  dem  ersten,  als  rede  loffet,  daz  der  erwirdig   herre,  herr   Fryderich   byschof 

zii  Strasburg  geheischen  oder  erweit  sige  von  dem  cappitel  zu  Utriht  zu  byschoff 
derselben  stift,  wer  ez  daz  unser  heiliger  vatter  der  pabst  in  von  demselben  bystüm 
providiert  und  versehe,  als  bald  wir  die  warheit  davon  befinden,  so  sollend  wir  der 
dechan  und  daz  cappittel  nah  unser  stift  reht  und  gewonheit   cappittel  berüffen  und 

■  sollen  einen  byschoff  welen  oder  heischen,  es  si  under  uns  selber  oder  ussewendig 
unser,   der   uns    denne   unser  stift,    der  stat  und  dem  land  und  uns  der  nutzlichest 

ibedunket.  und  sollen  wir  meister  und  rät  und  die  stat  die  tümherren  an  der  wale 
nit  irren  noch  in  deheinen  weg  drengen.  und  welher  also  von  dem  cappittel  gemeinlich 
oder  von  dem  merrenteil  des  cappittels  erweit  würt  zii  einem  byschoff,  den  söllent 
wir  die  obgenanten  tümherren  von  unser  stift  wegen  und  och  wir  die  vorgenanten 
meister  und  rat  vesteclich  halten,  hanthaben  und  schirmen  und  für  einen  byschoff 
haben  und  im  och  beraten  und  beholfen  sin  mit  allem  unserm  vermögen,  daz  im  daz 
bysliim  zii  Strasburg  und  die  schlosz,  die  dar/.ii  gehörend,  in  werden  und  dar  in  gesetzet 
werd  und  in  dar  inne  behaben,  als  verre  wir  mit  dem  rehten  mögend  doch  also,  daz 
*o  derselbe  byschof  swere  zii  haltend  alles  daz,  daz  ander  bischof  vor  im  gesworen 
haut,  und  von  rehtez  wegen  herkomen  ist  on  alle  geverd. 


460  1393 

Wer  ez  och,  daz  ieman,  wer  der  were,  daz  egenante  unser  bystum  zu  Strasburg 
in  pflegers  oder  fürmündters  wise  inne  haben  wolt,  nach  dem  so  dem  vorgenanten 
hern  Fryderich  von  dem  bystum  zi'i  Utriht  versehen  wer  oder  uns  die  egenanten 
tümherren  an  unser  wol  irren  wolt,  daz  söllent  wir  zu  beidersit  nit  gestatten  und 
uns  da  widersetzen  und  einander  darinne  getruwelich  beraten  und  beholfen  sin,  als  5 
verre  wir  mögent  mit  dem  rehten  on  alle  geverd. 

Wenne  ez  och  beschehe,  daz  wir  gebresten  in  den  obgenanten  stüken  in  einem 
oder  me  heten  oder  gewünnen,  wenne  denne  ein  party  under  uns  darumb  von  der 
andern  ermant  wirt,  so  söllent  wir  züsamen  komen  gen  Strasburg  in  die  stat  in  den 
nehsten  14  tagen  nach  der  manung  wir  die  vorgenanten  tümherren  mit  unser  selbez  10 
üb,  es  were  denne,  daz  vor  siehtagen  oder  vientschat't  oder  sust  rehter,  redlicher 
sache  wegen  nüt  getün  mögend,  weihe  aber  von  siehtagen,  vientschaft  oder  rehter, 
redlicher  sach  wegen  nit  mit  ir  selbez  lib  komen  möhten,  die  söllent  ir  gewalt  setzen 
und  bevelhen  den  anderen  herren  in  dem  cappitel  nah  irres  cappittels  reht  und 
gewonheit.  und  sollen!  wir  denne  zu  beidersit  züsamen  sitzen  die  sache  für  uns  is 
niemer,  darinne  wir  gebresten  heten  und  darinne  einander  getruwelich  beraten  und 
beholfen  sin  zu  beidersite  nach  ünserm  besten  vermögen,  als  verre  wir  mögen  mit 
dem  rehten  von  allerslaht  geverd  und  argenlist. 

Str.  St.  A.  AA.  1414.  eonc.  eh. 


770.  -Das  Domkapitel  und  die  Stadt  Straßburg  vereinigen  sich  zu  gemeinsamem  «o 
Proteste  gegen  die  etwa   geplante  gleichzeitige  Verwaltung   der   Bistümer    Utrecht 
und  Straßburg  durch  Bischof  Friedrich  von  Blankenheim  [unvollständiger  Entwurf]. 

[1393] 

Wir  Burekart  und  Volmar  und  die  etc.  und  ouch  wir  Claus  Rihter  der  meister 
und  der  rat  etc.  tünt  kunt  etc.,  das  wir  bedersite  und  sünderliche  wir  die  vorge-  25 
nanten  tümherren  einmütekliche,  alse  wir  bienander  sint  geseszen  in  cappitels  wise, 
mit  guter  betrahtunge  und  rehter  wissende  durch  nutz  und  notdurft  der  stifte  ze 
Straszburg,  der  stette  ze  Straszburg  und  unser  und  aller  unserer  nachkomen  und 
des  landes  ze  Eylsasz  uns  zesammene  früntliche  vereiniget  und  gemäht  habent  künf- 
tigen schaden  ze  versehende  in  dise  hie  nochgeschribene  wise.  »« 

Zu  dem  ersten  alse  rede  löffet  und  ouch  versehenlich  ist,  das  der  erwirdige 
herre  Friderich  byschof  ze  Stroszburg  versehen  sol  werden  mit  dem  bystüme  zu  Utreht 
und  er  aber  do  zu  meint,  die  bystum  zu  Straszburg  darzü  zu  habende  und  daz  zu  erwer- 
bende, zu  habende  in  pilegers  oder  fürmünders  wise,  unde  wenne  das  unserre  vorgenanten 
stifte  gewonheit  nit  gewesen  ist,  daz  das  bystum  von  Straszburg  in  solicher  wise  »5 
pfleger  oder  fürmünder  haben  sol  und  ouch  unserre  stifte  noch  der  stette  ze  Strasz- 
burg, das  nit  nützlich  noch  bekümenlich  ist,  alz  uns  beduncket.  dar  umbe  so  sint  wir 
ze  bedensiten  des  mittenander  früntliche  überkummen:  wer  es  das  her  Friderich 
bischof  ze  Strazsburg  byschof  zu  Utreht  wurde  und  dis  bystum  zu  Straszburg  in 
pflegnisze  oder  fürmünders  wise  inne  haben  wolte,  oder  vürbasser  ieman  anders  an  40 


1393  401 

sinre  stat  befelhen  wolte,  daz  wir  daz  zu  beden  sitten  nit  gestatten  sollent  noch 
enwöllent,  alse  vil  und  alse  verre  wir  mit  dem  rehten  vermögent.  wenne  wir  sollent 
ze  bedensiten  unverzogenliche  in  den  nehesten  viertzehen  tagen  darnoch,  so  eine 
partye  under  uns  dar  umbe  von  der  andern  gemant  wurt,  gen  Straszburg  in  die  stat 

6  riten  und  do  bienander  bliben  und  einander  getruweliche  beroten  und  beholffen  sin 
bedersite  mit  unserme  vermögende,  wir  die  ti'imherren  der  obgenanten  stift  mit  unser 
selbes  libe,  unsern  fründen  und  den  unsern  und  wir  die  vorgenanten  meistere  und 
rot  mit  unserer  stat,  unser  selbes  libe  und  den  unsern  also  lange  bitz  das  gewendet  werde 
und  wir  bedersite  ein  genügen  dervon  hant.  unde  sol  ouch  eine  parte  one  die  ander 

in  nit  dovon  sin  noch  loszen  one  der  andern  parte  wiszende  und  wille  etc. 

Wer  es  ouch  daz  her  Friderich  byschof  ze  Straszburg  versehen  würde  mit  dem 
bystiime  von  Utrecht  oder  eim  andern  bystüm  und  dis  bystüm  uffgebe  mit  willen 
oder  es  nit  uffgeben  wolte  noch  vorgeschribener  wise,  so  sollent  wir  dechan  und  cap- 
pitel  der  obgenanten    stift   ein   andern    byschof  welen,   es  sie  under  uns  selber  oder 

>•  ein  andern,  der  uns  denne  der  beste  und  der  nutzeste  beduncket,  alse  ouch  daz  alles 
zitlich  billich  und  reht  ist.  und  weihen  wir  oder  das  merrenteil  under  uns  also  erwelent 
zii  eime  byschofe,  den  sollent  wir  die  obgenanten  ti'imherren  von  unserre  stifte  wegen 
und  ouch  wir  die  vorgenanten  meister  und  rot  vestekliche  halten,  hanthaben,  schüren, 
schirmen  und  vür  ein  byschof  haben  unde  ime  ouch  beroten  und  beholffen    sin  mit 

•»  allem  unserme  vermügende  ze  bedensiten,  daz  ime  daz  bystüm  ze  Stroszburg  inwerde 
und  darin  gesetzet  werde,  alse  verre  wir  mit  dem  rehten  mögent  und  sollent,  alse 
doch  daz  derselbe  bischof  uns  ze  bedensiten  swere  und  versorge  ze  haltende  und  ze 
dünde,  alse  anderre  sine  vorfaren  uns  ze  bedensiten  gesworn  hant  und  unserre 
statuta  sagent  und  ouch  in  gewonheiten  harkommen  ist  one  aller  slahte  geverde  unde 

8»  argenlist  etc. 

Were  ouch,  daz  ein  ander  byschof  har  gegeben  würde,  der  wider  uns  die  vor- 
genanten ti'imherren  oder  des  merrenteils  under  uns  oder  wider  uns  die  vorgenanten 
meistere  und  rot  oder  unsere  nochkommen  were  und  der  uns  ze  bedensiten  nit  swüre, 
dete,  versorgete  und  voilefürte  alles  das,  das  andere  byschofe,  die  bitze  har  bischofe 

so  zu  Straszburg  worden  sint,  gesworn  und  geton  hant,  do  sol  eine  partye  den  one  die 
andere  nit  empfohen  noch  vür  ein  byschof  haben,  wenne  wir  sollent  uns  zu  beden- 
siten wider  den  setzen  und  wider  in  sin  und  zu  sammene  kommen  und  einander 
geroten  und  beholffen  sin  mit  allem  unserme  vermügende,  alse  ouch  do  vor  geschriben 
stot,  alse  verre  wir  mit  dem  rehten  sollent  und  mogent. 

as  Also  ouch  her  Friderich  byschof  ze  Straszburg  nuwelinges  krieg  mit  uns  der  vorge- 

nanten stat  zu  Straszburg  gehebet  het,  in  dem  kriege  wir  die  vorgenanten  tümherren 
und  unserre  stift  von  dem  egenanten  herren  Frideriche  dem  byschofe,  sin  helffern 
und  den  sinen  alse  wol  geschediget  sint  worden  alse  die  bürgere  von  Straszburg  über 
das,   daz  uns  doch  der   krieg   nütschit   aneging    und  ouch  domitte  nit  ze  schaffende 

40  hettent,  do  sint  wir  bede  ouch  mittenander  überkommen  :  were  daz  der  herre  Friderich 
der  byschof  oder  anderre,  die  des  krieges  vormales  gewesen  sint,  die  stift  oder  die 
stat  von  Straszburg  kriegen  woltent  oder  kriegetent  über  die  rihtigunge,  so  uns  unserre 
herre  der  römsche  künig  sie  mittenander  gerihtet  het,  das  wir  do  ze  bedensiten  uns 


462  1393 

dogegen  stellen  sollent  und  wollent  unser  bedersite  und  des  landes  schaden  ze  ver- 
sehende und  ouch  einander  getruweliche  geroten  und  beholffen  zu  sinde  noch  vorge- 
schribener  wise  one  alle  geverde. 

Str.  St.  A.  AA.  1412.  cor^.  eh. 

771.  Städtische  Aufzeichnung  über  die  zu  Rom  vorgebrachten  Klagen  der  Kapitel  5 
von  St.  Thomas  und  St.  Peter  gegen  den  Bischof  Friedrich  von  Straßburg.        [1393.] 

Dise  nochgescriben  artikel  hant  die  dechan,  die  prelaten,  die  dümherren  der  capitel 
zu  sant  Thoman  und  zu  sant  Peter  zu  Straszburg  und  die  gepfründeten  in  denselben 
stiften  und  ander  ir  mittegesellen  des  krieges  fürgeleit  zu  Rome  wider  herr  Friderich 
bischoff  zu  Straszburg.  10 

Zu  dem  ersten  hant  sü  do  fürgeleit  und  gesprochen,  daz  derselbe  her  Friderich 
bischoff  zu  Straszburg  si   ein    küntliher  offener    vigend   der   heilikeit   hobest  Urbans. 

Zu  dem  andern,  daz  er  nu  demselben  hobest  Urban  widerstrebig  und  wider- 
wertig  si. 

Zu  dem  dritten,  daz  er  des  widerbobestes   des    von  Geneff  si    ein    furderer    und   15 
ein  schirmer. 

Zu  dem  vierden,  daz  er  si  ein  allergroester  tyran. 

Zu  dem  fünften,  daz  er  si  widerstreb  und  widerwertig  der  heiligen  romischen 
kirchen  der  kristenheit. 

Zu  dem  sehsten,  daz  er  dieselben  prelaten  und  die  gepfründeten  der  vorgenanten  20 
stiften  hab  gesucht  und  an  si  gevordert,    daz   sü   mit   yme   anhaften    und   anhangen 
weltent  dem  widerbobest  dem  von  Geneff. 

Zu  dem  sübenden,  daz  er  derselbe  herr  Friderich,  darumb,  daz  dieselben  prelaten 
und  die  andern  offenberlich  widersprochent,  wider   denselben    her  Friederich   röftent 
und  seitent  sü  woltent  sterben  und  leben  mit  der   heilikeit   hobest  Urbans.    darumb  25 
do  wart  er  unwortsam  wider  sü  und  entzündet  in  vigentschaft  und  in  hass  und  leit 
in  denselben  prelaten  ein  stüre  under  eim  namen  einer  mynelichen  helfe. 

Zu  dem  ahten,  daz  derselb  her  Friderich  dieselben  prelaten  und  fürleger  zu  andern 
ziten  manig  mol  zu  vil  beswert  habe  wider  got  und  wider  recht  und  wider  alle 
bescheidenheit.  30 

Ouch  bittent  sü  und  hant  gebeten,  daz  men  denselben  her  Friderich  berouve  dez 
gewaltes  uff  zu  legende  semelich  stüre  und  fürbitt  yme  und  sinen  nochkommen  procesz. 
und  gebot  zu  legend  umb  semelich  stüre. 
Str.  St.  A.  AA.  1413.  cop.  eh.  coaev. 

772.  Bischof  Lamprecht,  Johann  von  C'amgn  und  Borsiboy  von  Swinar,  die  be-  35 
vollmächtig ten  königlichen  Schiedsmänner,  an  Straßburg:   melden  unter  Darlegung 
der  Gründe,  daß  sie  den  Hagenauer  Sühnetag  auf  den  29  Juni  verschieben  müssen. 

[1393  Juni  4.] 

Unsern  fruntlichen  grus  zuvor  lieben  frunde.  wir  tun  euch  zu  wissen,  das  wir 
aller  dinge  von  unserm  hern  dem  kunig  ussgevertigt  waren  zu  komen   uf  den    tage, 


1393  463 

das  ist  den  nehsl  körnenden  suntag  gen  Hagenow    alle    suchen   zu    vollenden    mit   der  tmt  7. 
inynne  oder  mit  dem  rechten  (zwischen   euch    und  den  fursten,    herren,    rittern   und 
knechten,  die  wider  euch  in  dem  kriege  gewesen  sind,  als  das  vorher  geteydinget  ist, 
und  wir  davon   gescheiden    sind,    und    do   wir    yeczund   komen   gen    Nuremberg,   do 

5    wurden  wir  ynnen,  wie  das  beyde  fursten,  geistlich    und  werntlich  beim  und  stete 

us  Meissen,  Franken,  Beyern  und  Swaben  von  dem  nehsten    sun.tag   über  acht   tage  ■/«-"  " 
zu  Bamberg  zusammen  komen  wollten  zu  bestellen  und  zu  schicken,  das  sulcher  ge- 
brechen und  irrosale,  der  in  den  lantfriden  doselbst    ist,    bestalt    und    in   einen    red- 
lichen salze  gebracht  wurde,  und  dovon  sein  wir  underweist  und  gefordert  von  künt- 

i<>  lichcm  gebeisse,  das  wir  von  demselben  tage  in  dhcineweis  nicht  reiten  sulten,  sunder 
dorzu  helffen  und  raten,  das  sulche  ynfelle  und  irrsal,  die;  in  den  lantfriden  doselbst 
erstanden  weren,  abgetan  und  hingelegt  wurden,  und  dorumb  durch  sulcher'  gebrechen 
wegen,  so  haben  wir  den  vorgenannten  tage  vorezogen  und  vorlenget  und  vorlengen 
den  bis  uf  sande  Peter  und  sand  Pauls  tag,  der  schirist  kumpt,  und  wollen  uff  den-  Jun>  **• 

*  selben  tage  mit  voller  macht  unsers  hern  des  kunigs  gen  Hagnaw  komen  also,  das 
alle  sachen  czwischen  euch  und  den  egen.  fursten,  hern,  rittern  und  knechten  m<t 
der  hilfl'e  gotes  uf  dieselbe  czeite  genezlichen  gerichtet  und  hingelegt  werde,  und 
dovon  so  getrawen  wir  euch  wol  und  begeren  von  kuntlicher  gewalt,  die  uns  geben 
ist,  das  ir  alle  sachen  in  der  egen.  czeite  in  guten  und  in  übe  besten  lasset  in  aller 

i«  der  masse,  als  die  uf  den  egenanten  suntag,  als  wir  zu  Hagnaw  gewesen  sulten  sein, 

gestanden  sulten  sein  und  ouch  uf  denselben  sand  Peters  und  sand  Pauls   tage   gen 

Hagnaw  komet  oder  die  ewern  mit  voller  macht  dohin  schicket,  also  das  alle  sachen 

genezlichen  und  gare  usgetragen  und  verrichtet  werden,  als  das  vormals  begriffen  ist. 

geben  zu  Nuremberg  an  unsers  hern  leichnam  abend. 

18  Lamprecht  bischof  zu  Bamberg,  Johans  erweiter  bischof  zu 

Camyn  des  kunigs  kanczler  und  Borzywoy  von  Swinar  lantfogt 
in  Swaben  und  zu  Elszsassen  etc. 

[In  verso]  Den  erbern  und  weyzen,  dem  meister  und  dem  rate  der  stat  zu  Stras- 
burg unsern  besundern  frunden. 

3"  Str.  St.  Ä.  AA.  112  nr.   114.  or.  eh.  I.  cl.  c.  3  sig.  »'.  v.  impr. 

Qedr.  im  Auszug.  Bapp.  TJrkb.  11,  nr.  369. 


1773.  König  Wenzel   erteilt  den  Ktraßburgern  ein  Privileg  für  ihre  unterbaute 
Rheinbr Hohe.  Settern  1393  Juni  5. 

Wir  Wenczlaw  u.  s.  w.  bekennen  u.  s.  w.,  das  wir  von  der  newen  brücken 
wegen,  die  unsere  und  des  reichs  lieben  getrewen  der  burgermeister  rate  und  burger 
der  stat  zu  Strassburg  über  den  Beine  bey  Strassburg  geslagen  und  gemacht  haben, 
eigentlichen  undeiw  eiset  sein,  das  dieselbe  brücke  dem  reich  und  dem  lande  nütz 
isl.  w;iii  gros  und  vil  wandels  doselbst  über  den  Bein  ist  meinclichen  hin  und  her- 
wider  zu  faren,  und  das  die  schiffe  uf  dem  vare  von  wassers  und  unw  iters  wegen 
40   nicht   gefaren    mögen    und   ouch    etwenn    lute   grossen    schaden   uf  denselben    faren 

VI.  59 


464  1393 

haben  genomen  und  davon  sulche  schaden  zu  vorsehen,  so  haben  wir  für  uns  und 
unsere  nachkomen  an  dem  reiche  mit  wolbedachtem  mute,  gutem  rate  und  rechter 
wissen  von  kuniclicher  mechte  den  vorgeschriben  burgern  zu  Strasspurg  und  iren 
nachkomen  die  egen.  brücke  und  diese  besundere  gnade  und  volle  gewalt  gegeben 
und  geben  yn  ouch  den  in  kraft  dicz  briefes,  das  sie  und  ire  nachkomen  dieselben  5 
brücken  mit  allen  rechten  und  nuczen,  als  sie  die  gehabt  haben  und  yeczund  haben, 
ynne  haben,  bessern  und  behüten  sollen,  und  ob  es  note  geschieht  von  wassern,  die 
zu  rucken  und  uff  ein  andere  stat  zu  slahen,  gleyherweis  als  die  yeczund  ist,  an 
allermeniclichs  hindernisse  und  Widerrede,  doch  sol  uns  und  den  unsern  dieselbe 
brücke  offen  sein,  wenn  und  wie  ofte  wir  der  bedurffen  wider  allermeniclichen  10 
nymandes  ausgenomen,  ausgenomen  alleine  die  stat  zu  Straspurg.  und  gebieten 
dorumb  allen  fursten,  geistlichen  und  werntlichen,  grafen,  freyen,  dinstlüten,  rit- 
tern,  knechten,  houptluten,  amptluten,  richtern,  burgermeistern,  reten  und  gemein- 
schaften  der  stette,  merkte  und  dorfer  und  allen  andern  unsern  und  des  heiligen 
reichs  getrewen  und  undertanen  ernstlichen  und  vestielichen  mit  diesem  briefe,  das  u 
sie  die  egen.  bürgere  und  stat  zu  Strasspurg  an  sulchen  gnaden  und  der  brücken 
nicht  hindern,  irren  oder  dowider  tun  in  dheineweis,  sunder  sie  dobey  geruhlichen 
und  ungehyndert  bleiben  lassen,  als  libe  yn  sey  unsere  und  des  heiliges  reiches  swere 
ungenade  zu  vormeiden,  mit  Urkunde  dicz  briefes  vorsigelt  mit  unserr  kunielichen 
majestat  insigel.  der  geben  ist  zu  dem  Betler,  do  man  czalte  nach  Cristes  geburt  »0 
dreytzehenhundert  jare  und  dornach  in  dem  drey  und  newnezigistem  jare  an  dem 
nehsten  donerstage  noch  der  heiligen  dryvaldikeittage  unserr  reiche  des  behmischen 
in  dem  dreissigistem  und  des  romischen  in  dem  sibenezehenden  jaren. 

Ad  mandatum  domini  regis  referentibus  domini  Lamperto  Bambergensi   episcopo 
et  Borzywovgio  de  Swinars  Franciscus  Olomucensis  canonicus. 

[In  verso]  R.  Wenceslaw  de  Olomuncz. 


25 


Str.  St.  A.  AA.  4  nr.  2.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  del. 

Ebenda  Briefbuch  B.  f.  29. 

Gedr.   Wencker,  de  ußb.  S.  197. 

Sehöpflin:  Ms.  dipl,  II,  292.  30 

Lünig,  arch.  imp.  part.  spec.  eont.  IV,  2  Teil  p.  747. 


774.  Schencke  Eberhart  zu  Erpach  Landvogt  am  Rhein  und  die  übrigen  8  Land- 
friedensmänner an  Strassburg :  laszen  üch  wiszen,  das  daz  hus  Schelodenbach  vor 
dem  lantgerichte  erfolget  ist  und  eins  teils  der  gemeiner  desselben  huses  verland- 
fridet  sint.  herumb  han  wir  die  nune,  die  ubir  den  lantfriden  gesät  sint,  evnmü- 
declichen  von  des  lantfriden  wegen  eins  zuges  ubir  dasselbe  hus  und  die  gemeiner 
gemeinlichen  ubirkommen  und  habent  wir  erkannt,  darumb  ermanen  wir  uch  von 
des  lantfriden  wegen  bi  den  evden,  die  ir  dem  lantfriden  getan  haut,  und  als  hoch 
wir  uch  gemanen  mögen,  das  ir  uwere  dienere  viertzig  mit  gleven  wol  erezuget  dar 
Juni  i4.  zü  schickent  also,  das  die  egenante  zal  uwere  dienere  uff  sant  Johans  tag  baptisten  jo 
schierste  kemmet  zu  naht  zü  Lucern  sin  in  der  herberge  oder  da  umbe  von  dannen 
fürt  mit  andern  fursten,  herren  und  steden,  f runden  und  dieneren  fürt  zü  zihen.  und 


H 


1393  465 

wollent  aucli  denselben  karriehe  und  wagen  und  ander  gerede  bestellen,  want  in  zu 
felde  gcburt  zu  ligen.  und  wollent  her  zu  tun,  als  ir  von  des  lantfriden  wegen  billich 
sollent  tun.         datum  feria  sexta  post  festum  corporis  Christi  anno  domini  1393. 

1393  Juni  7. 
5  Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  eh.  lit.  cl. 


775.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Papst  Bonifaz  in  Sachen  der  Neu- 
besetzung des  Straßburger  Bischofsstuhles.  Gray  (?)  1393  Juni  18. 

Beatissime  paterac  domine  clementissime.  sicut  vestre  sanetitatis  devoti  capitulum 
ecclesie  Argentinensis  et  magistri,  consules  ac  universitas  civitatis  ejusdem  ad  vestre 

in  sanetitatis  sedem  suos  certos  miserunt  nuncios  pro  impedienda  commissione  episco- 
palis  sedis  ipsius  Argentinensis  ecclesie  in  via  commende,  ne  commentatur  domino 
Ffrederico  ejusdem  ecclesie  episcopo,  qui,  ut  pereepi,  a  sanetitatis  vestre  provisione  ad 
Trayacensem  ecclesiam  sit  translatus.  et  jam  ab  e.  v.  s.  dietam  Argentinensem  ec- 
clesiam  in  commendam  ad  tempus  sibi  committendam  intendat  prout  veraciter  dicitur 

is  impetrare.  quare  e.  v.  s.  humiliter  supplico  et  devote,  qui  zelator  estis  quietis,  pater 
pacis,  comodi  et  largitor,  quatenus  dicto  domino  Ffrederico  predietam  ecclesiam  sibi 
committendam  in  via  commende,  si  petierit,  dignemini  denegare.  nam  si  sibi  eom- 
missa  fuerit,  quod  de  vestra  spero  non  fieri  clemencia,  timeo  quod  ipsa  ecclesia  pe- 
riculosos    defectus   ineurrat  et  gwerre  ac    discriminia  consurgant  velut  alias   ipsi   ec- 

an  clesie  ac  terris  meisque  subditis  contingere,  quia  bona  dicte  ecclesie  pro  majori  parte 
sunt  in  dicione  et  territioriis  meis  sita.  vestra  igitur  immensa  sanetitas  hanc  meam 
graciose  supplicationem  exaudiat,  quod  aput  e.  s.  v.  sedem  humiliter  serviendo  cupio 
promereri.  BCiiptum  in  opido  Grayaco  comitatus  Burgundie  die  XVIII  mensis  junii 
anno  domino  millesimo  trecentesimo  nonagesimo  tertio. 

25  Vestre  sanetitatis  devotus  filius  Leupoldus  dei  gratia  dux  Austrie  etc. 

[In  verso]:  Beatissimo  in  Christo  patri  et  domino,  domino  Honifacio  divina  Pro- 
videntia sacrosanete  Romane  ac  universalis  ecclesie  summo  pontifici,  domino  suo  gra- 
tiosissimo. 

Str.  St.  A.  AA.  1414  nr.  5.  or.  mb.  I.  el.  ibid.  nr.  10.  eop.  eh.  eoaev. 

3o  776.  Straßburg  an  den  Landcogt  des  Landfriedens  am  Rhein  Schenh  Eberhard 

zu  Erpach:   entschuldigt  sich  unter  Angabe  der  Gründe,  daß  es  seine  Olefen  nicht 

schicken  könne.  1393  Juni  21. 

Dem   erbern   fromen   ritter,  hern    Schencke    Eberharte    heran   zu   Erpache    lant- 

vogte  des  lantfriden  an   dem  Bine  und   den   ehtewen,  die    über   denselben  lantfriden 

6s  mit  ime  geseezet  sint,  embieten  wir  Claus  Rihter,  dem  man  sprichet  Tütschman,  der 
meisler  und  der  rat  von  Strazburg  unsern  willigen  dienst  und  was  wir  gutes  ver- 
mügent.  alse  ir  uns  geschriben  und  gemanet  hant  unsere  glefin  und  die  unsern  vür 
das  hus  Schelodembach  zu  sendende,  also  kündent  wir  uwern  fruntscheften,  das  von 
Bollioher  kriege  und  stösse  wegent,  alse  zwischen!  den  fürsten,  herren    und    uns  ge- 


466  1393 

wesen  sint,  unser  gnediger  herre  der  römesche  künig  uns  zu  bedensiten  einen  tag 
Juni  29.  bescheiden  und  gesetzet  hat,  der  da  sin  sol  zu  Hagenowe  uff  sant  Peters  und  sant 
Paulus  dag  der  heiligen  zwelfbotten,  der  nü  zii  nehste  komet.  und  gät  vil  rede  under 
den  lüten,  das  die  sachevillihteanderwarbe  zu  kriege  kommende 
werde  und  das  wir  darumbe  der  unsern  wol  by  uns  bedörffende  werdent.  und  dis  5 
verkündent  wir  üch  darumbe,  das  wir  getruwent,  das  ir  selber  wol  merckent  und 
verstänt,  das  wir  der  unsern  notdurftig  sint  by  uns  zu  behabende.  datum  sabbato 
proximo  ante  diem  nativitatis  scti  Johannis  baptiste  anno  domini   1393. 

[In  verso]  Dem  erbern  fromen  ritter,  herrn  Schencke  Eberharte  herren  zu  Erpach 
lantvogte  dez  lantfriden  an  dem  Rine  und  den  ehtewen,  die  mit  ime  über  denselben   io 
lantfriden  gesetzet  sint. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  nr.  22.  or.  mb.  I.  cl. 
Gedr.  im  Auszug.  Bapp.  Urkb.  II,  nr.  370. 


777.  Gesandteninstruction  betreffend  den  Siihnetag  zu  Hagenau. 

[1393  Juni- Juli.]    is 
Gedehtnisze 

Item  gedenckent  ze  verantwortende  gegen  herrn  Borseboy,    daz  wir  in  nit  lant- 
vogt  zu  Eylsasz  geschriben  hant,  daz  in  sin  schriber  also  verschriben  het. 

Item  gedenckent  dem  cantzeler  und  den  andern  ze  danckende. 

Item  von  des  tagesTwegen,    der  zii  Hagenau  sin  sol,    do  sollent  uwer   bestes  zii  2« 
reden,    daz   men    den    nit  vürbasser  ufslahe,   wenne  uns    unsers  herren  des   kuniges 
brief  nit  gehalten  wurt,  men  nimet  uns  tegeliche  in  unserre  zinse  gülte  und  schulde. 

Item  der  bischof  het  die  gerihte  in  unser  stat  loszen  gon  über  unser  burgei  und 
wil  unsern  burgern  in  dem  lande  in  sin  gerihten  nit  loszen  rihten. 

Item  der  bischof  bestellet  sich  ouch  vaste  mit  habern  und  andern  dingen,  darzü  25 
so  het   er  sine   botschaft    geton   zürn  hertzogen  von  Osterrich    und    sich  gegen   dem 
erbotten,  er  begere  sin  cappelon  ze  sinde. 

Item  alse  wir  uns  zu  dem  hertzogen  verbunden,  do  gedenckent  von  ze  redende  etc. 

Item  ir  sollent  ouch  sagen  dem  cantzeler,  wie  wir  mit  dem  marggrofen  geretd  hant. 

Item  warumbe  wir  unser  botten  nit  hin  in  geschicket  haben t.  30 

Item  ir  sollent  ouch  erfaren,  so  ir  beste  mögent,    von  des  bischofes  wegen,  ebe 
der  oder  unser  herre  der  kunig  ieman  zii  eime  bischofe  dar  stoszen  wellent. 

Str.  St.  A.  AA.  107.  conc.  eh. 


778.  Bruchstück  eines  tilraßburger  Oedächtnißzettels  vom  ungenauer  iSiihnetag. 

[1393  Juni.]    » 

Zürn  ersten  so  ist  der  herren  meinunge,  das  man  alle  die  schulde,  die  die  herren 
rittere  unde  knehte,  die  des  krieges  gewesen  sint,  der  stat  von  Straszburg  und  iren 
burgern  schuldig  sint,  sol  bezalen  das  dirteil  derselben  schulden  bitze  unserre  frawen 


1391 


Februars,  tage  der  liehtmesze   nehest   kommet,   das  ander   dirte  teil  von    dem    unserre   frawen 


1393  Vfl 

tage  uber   ein  jor  und   das   uberige    dirtcteil    der   schulden    aber  von    deme   unserre 
frawen  tag  der  lichtmesze  über  ein  jor. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh. 


779.  Otto  von  Ochsenstein  an  Strassburg  wegen  der  Vogtei  über  bischöfliche 
Besitzungen  während  der  Erledigung  des  Bistums :  lossen  üch  wissen,  daz  mine  vordem 
von  aller  her,  mine  brüder  selige  und  ouch  ich  das  reht  hant  gehebet,  wenne  daz 
bistum  von  Strazburg  osture  stunt,  daz  men  uns  Mollesheim  die  stat,  die  ir  ietze 
iune  hant,  Mutziche,  Berse  und  Girbaden  in  unser  hant  gap  und  in  antwurte  von 
dem  capittel  bitze  an  ein  einmütigen  bischof  in  fögetes  wis.  und  sint  ouch  allewege 
bitze  her  die  rehten  fögete  gewesen,  darumb  so  bitte  ich  uwer  erberkeit  mit  gantzem 
erneste,  daz  ir  mich  an  der  fogetige  ungeirret  lossent  und  mich  do  bi  lossent  bliben 
.  .  .  uwer  antwurte  lont  mich  wider  wissen.  [1X93.] 

Str.  St.  A.  AA.  1413.  or.  eh.  I.  el. 


780.  Die  Strassburger  Boten  [vom  Tage  zu  Hagenau?]  an  den  Bat:  sind  hüte 
vor  den  herren  gewesen  und  habent  do  gevordert  in  der  moszen,  alse  wir  von  üch 
gescheiden  sint  und  wir  vormales  ouch  allewege  gevordert  habent.  Die  königlichen 
Räte  haben  verlangt,  .  .  .  daz  wir  Heinrich  zum  Jungen  und  der  stat  zu  Mentze  schriben 
wellent,  daz  Heinrich  herufT  zu  uns  komme,  so  wellent  sie  ynen  ouch  alse  schriben. 
daz  hant  wir  getan.  Ferner  beklagen  sich  die  Räte,  dass  Biilin  Barpfennig  den  Herrn 
Johann  von  Lichtenberg  in  dieser  Stauung  angegriffen  habe  und  dass  auch  sonst 
allerlei  Ungehöriges  geschehen  sei.  Sie  wüssten  das  nicht,  könnten  und  würden  aber 
ihrerseits  mit  ähnlichen  Reschwerden  antworten.  datum  hora  vesperi  feria  4  post 

l'elri  et  Pauli. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 


[  1899  Juli  2.] 


«5  781.  Oerlelin  Mansse  an   den  Ammanmeister  Heinrich  Zimmer   in   Sachen  der 

Neubesetzung  des  Straßburger  Bistums.  [1393.] 

Minen  gewiigen  dienst  bevor  Henre  der  ameister.1  alse  ir  mir  virschriben  hant, 
do  wissent,  das  ich  zö  stont  mit  Hans  Ceupeman  (?)  do  von  rete.  do  meinde  ers  eine 
minen  herren  den  margreffen  ze  bringende,  was  mir  do  geantwortet  wirt,    daz  losze 

sn  ich  üch  wiszen,  so  üch  zö  üch  kome.  wissent  öch,  daz  uf  zistag,  der  nehst  vergangen 
ist,  dem  bischof  zwei  voder  wines  und  habern  ond  ander  koste  erst  gen  Raden  kam 
und  ist  noch  zö  Baden;  wie  lange  aber  er  do  hübet,  das  weis  ich  nüt.  wissent  öch, 
daz  er  offenlichen  geret  het:  ir  wellent  einen  bischof  machen  und  habent  die  döm- 
herren    darumbe   besant,    daz   wir   gege  nüt  gesien    der   könig  habe   imme  gegeben 

»»  daz   bistem  zö  St  rasborg  und  zö  Basel   zö  dem  bistem  zö  Otrecht  und  habe  ime  öch 


1  Heinrieh  Lymer. 


468  1393 

gesprochen  vir  den  hobest,  das  er  es  ime  gebe  und  het  öch  gesprochen :  der  könig 
welle  net,  das  ir  den  bont  mit  dem  herzogen  von  Ostereich  hant.  öch  het  mir  Volmar 
von  Wickersheim  geseit,  das  er  an  sonnedage  von  Heidelberg  scheide  von  dem  her- 
zogen, und  verdriese  in  der  bont,  den  ir  mit  dem  herzogen  von  Ostereich  hant,  zö 
molle  übel,  doch  het  ers  gar  wol  verantwurtin  wollen,  mossen  irs  gedon  hant,  alse  5 
er  es  üch  wol  sagen  sol,  so  er  zö  üch  komet.  öch  het  er  mir  öch  geseit,  daz  der 
künig  geschriben  het  dem  herzogen  umbe  sine  rete  gen  Hagenöwe  ze  schickende, 
herumbe  alles  wisent  üch  noch  zö  richtende.         geben  an  der  mitewochen. 

Ortelin  Mansze. 
[In  verso]  Dem  wissen  und   bescheiden  hern    Heinzeman    Limmer   ammeistcr  zö   \* 
Strasburg  minem  besundern  göten  fründe. 

Str.  St.  A.  AA.  1414  nr.  9.  or.  eh.  I.  cl. 

782.  Graf  Johann  von  Werdenberg  an  Strassburg:  teilt  mit,  dass  er  den  Herren 
von  Lützelstein  auch  fernerhin    feind  sei    und  dass  diese   die   Unwahrheit    sprächen, 
wenn  sie  sagten,  sie  hätten  einen  Sicherheitsbrief  von  ihm  bekommen.       datuin  anno'.i:!   ir, 
an  dem  zinstag  nach  Petri  et  Pauli.  1393  Juli  1. 

Str.  St.  Ä.  0.  ü.  P.  lad.  48/49  b.  fasc.  VII.  or   eh.  lit.  cl.  c.  sig    i.  v.  impr    (kl. 

783.  Papst  Bonifacius  IX  an  Slraßburg :  teilt  mit,  daß  Bischof  Friedrich  auf 
das  Bistum  Straßburg  verzichtet  und  in  Wilhelm  von  Biest  einen  Nachfolger  ge- 
funden habe.  Perugia  1393  Juli  7.   2» 

Bonifacius  episcopus  servus  servorum  dei  dilectis  filiis,  popnlo  civitatis  et  diocesis 
Argentinensis  salutem  et  apostolicam  benedictionem.  pastoralis  officii  debilum,  cu 
disponente  domino  presidemus,  exposcit,  ut  de  universis  orbis  ecclesiis,  quarum  cura 
nobis  imminet,  generalis  presertim  de  Ulis,  que  suis  viduate  pastoribus  vacationisi 
incommoda  deplorare  noseuntur,  solicite  cogitemus,  ut  Ulis  preficiantur  viri  providi  is 
in  pastores,  qui  eas  in  spiritualibus  et  temporalibus  velint  et  valeant  salubriter  guber- 
nare.  sane  ecclesia  Argentinensis  ex  eo  pastoris  solacio  destituta,  quod  nos  hodie 
venerabilem  fratrem  nostrum  Fridericum  Trajectensem  tunc  Argentinensem  episcopum 
licet  absentem  a  vineulo,  quo  Argentinensi  ecclesie  cui  tunepreerat  tenebatur,  de  fratrum 
nostrorum  consilio  et  apostolice  potestatis  plenitudine  absolventes  ipsum  ad  ecclesiam  30 
Trajectensem  tunc  pastore  carentem  auetoritate  apostolica  duximus  transferenduin 
preficiendo  ipsum  eidem  Trajectensi  ecclesie  in  episcopum  et  pastorem.  nos  ad  pro- 
visionem  ejusdem  Argentinensis  ecclesie  celerem  et  felicem,  ne  longe  vacationis  expo- 
neretur  incommodis,  paternis  et  solicitis  studiis  intendentes  post  deliberationem,  quam 
de  preficiendo  eidem  Argentinensi  ecclesie  personam  utilem  et  eciam  fruetuosam  cum  M 
fratribus  nostris  habuimus  diligentem,  demum  ad  dilectum  filium  Wilhelmum  de  Dyest 
electum  Argentinensem  tunc  canonicum  Leodiensem  in  subdyaconatus  ordine  consti- 
tutum, litterarum  sciencia  preditum,  vite  ac  morum  honestate  decorum,  in  spiritualibus 
providum  et   in   temporalibus    circumspectum   et    aliis   multiplicum    virtutum    meritis 


1393  409 

proul  fidfl  dignomm  testimoniis  accepimus  insignitum  direximus  oculos  nostre  mentis. 
(luilms  omnibus  debila  mcditalione  pcnsatis,  de  persona  ipsius  Wilhelmi  elecü  nobis 
et  eisdem  l'ratribus  ob  dietorum  suorum  exigenciarn  meritorum  accepla  eidem  Argen- 
liucnsi  ecclesie  de  ipsorum  fratrum  consilio  auctoritate  apostolica  providimus  ipsumque 

5  illi  prefecimuB  in  episcopum  et  pastorem,  euram  et  administrationem  ipsius  Argenti- 
iiensi.s  ecclesie  sibi  in  spiritualibos  et  temporalibus  plenarie  conimittendo.  in  illo  qui 
dal  gracias  et  largitur  premia  confidentes,  quod  eadem  Argentinensis  ecclesia  per  ipsius 
Wilhelmi  electi  circumspcctionem,  industriam  et  providenciam  cireumspectain  sub  suo 
felici  regimine  dextera  domiai  sibi  assistente  propicia  salubriter  et  prospere  dirigetur 

io  ao  grata  in  eisdem  spiritualibus  et  temporalibus  suscipiet  inerementa.  quocirea  uni- 
versitatem  vestram  rogainus,  monemus  et  hortamur  attente  per  apostolica  vobis  scripta 
maiidantes,  quatenus  eundem  electum  tamquam  patrem  et  pastorem  animarum  vestrarum 
devota  suscipientes  et  debita  honorificencia  prosequentes  ejus  monilis  et  mandatis 
salubribus  bumiliter  intendatis  ita,  quod  ipse  in  vobis  devotionis  filios  et    vos   in   eo 

u  per  consequens  patrem  invenisse  benevolum  gaudeatis.  datum  Ferusie  nonis  julii 
pontificatus  nostri  anno  quarto. 

Str.  Bez.  A.  G.  1459.  cop.  eh. 

784.  Johann  von  Einstelle  und   Wilhelm  von  Parma  an  Straßburg  in  Sachen 
der  Neubesetzung  des  Bischofssluhles.  [1393  Juli  7.] 

io  Unsern   dienest  bevor,   erwurdige   herren.    wir   lont   üch   wissen,   das   als    hütte 

unserm  herren  von  Strazburg  das  bistiim  von  Utriht  und  unserm  herren  von  Diest 
das  bistiim  zii  Strazburg  geluhen  sint  und  nach  uwere  forderunge  und  unsere  botte- 
schaft  durch  das,  daz  unser  herre  von  Utriht  villiht  wolte  das  bistöm  zu  Strasburg 
behaben,  als  lange  er  möhte, '  so  hant  uns  geseit  des  bobestes  heimelichesten  (botten) 

äs  geseit,  das  man  das  also  versorgen  wil,  das  unserm  alten  herren  niemer  brief  wurt  über 
das  biti'nn  zu  Utriht,  er  gebe  denne  unserm  nuwen  herren  die  vesten  und  besitzunge 
des  bistümes  zu  Strazburg.  und  hant  öch  geworben  und  gehindert,  das  unserm  alten 
herren  das  bistum  nüt  befolhen  wurt.  wir  hant  Öch  geworben,  so  wir  best  mohtent, 
das  man  das  bistiim  von  Strasburg  eime  von  der  stift,  der  der  stette  und  dem  bistüm 

so  und  dem  lande  nützelich  were,  Iihen  solte;  und  daz  möhte  nüt  gon,  als  wir  üch  mit 
dem  munde  selber  sagende  werdent  kürtzelich.  wir  bittent  üch  öch  ernestliche,  ist 
es,  daz  wir  uns  zu  entsitzende  habent,  das  ir  uns  zu  lutzem  in  der  von  Eschebach 
lierberge  losent  wissen,  wie  wir  uns  halten  süllent.  datum  feria  seeunda  post 
Udahici.  Johans  von  Rinstette 

i,  und  Wilhelm  von  Panne. 

[In  terso]  Den  erwürdigen,  wisen  meister  und  rat  zu  Strazburg. 

Str.  St.  A.  AA.  1414  nr.  8.  or.  eh.  I.  cl.  mit   Verschlußsiegel  und  3  kleinen  in  Papier  ab- 

gedruclUen  Siegeln. 


'    Vgl.  Königshofen  (Hegel)  II,  6'Jti :  Bischof  Friedrich  entwich  aas  Strassburg  .  .  bi  naht  ellendekliche 
4ii    und  M-Iu'inini'lii  lu>  umb  sant  Arbogastes  dag  (Jul.  21)  des  jores   1393   nnd   kam   in  sin  nuwe  bistum 
gein   üttriht,  das   ime   eine   grosse  notdurft   was,  wan    er   mAhte  hie   vor   sinen    schuldenem    niemer 
me  räwe  han  gehebet. 


470  1393 

785.  Meister  und  Rat  von  Slraßburg  an  Herzog  Leopold  von  Oesterreich : 
können  seinen  Brief  betreffs  der  Neubesetzung  des  Straßburger  Bistums  erst  beant- 
worten, wenn  ihre  Bolen  vom  Ifagenauer  Tage  zurückgekehrt  sind  und  sie  sich  mit 
diesen  beraten  haben.  1393  Juli  10. 

Dem  hoherbornen  fiirsten  und  herren  hertzoge  Lüpolt   zu   Osterich,  zii    Stir,   zi'i     i 
Kernden  und  zu  Krayn  grüfe  zu  Tyrol  einbieten  wir  Claus  Rihter,  den  man  sprichet 
Tütschman  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  unsern  undertenigen  willigen  dienst 
und  waz  wir  eren  vermügent.  gnediger  herre.  alse  ir   durch   uwere   gnade   uns   mit 
uwerm  briefe  embotten  hant  von  des  bystümes  wegen  zu  Strazburg,  alse  hant  unsere 
erbern  botten,  die  zu  leste  by  uwern  gnaden  gewesen  sint,  uns  wol  geseit,  wie  uwer   iu 
gnade  mit  in  davon  geretde  het.  und  darumbe,  so  kündent  wir  uwern    gnaden,    alse 
unsere  erbern  botten  ouch  das  selber  mit  uwern  gnaden  geretde  hant,  daz  wir  einen 
ernstlichen    dag   zu   Hagenowe   ietzent   hant.    uff   demselben   dage   ouch   vil    unserre 
erbern  botten  sint,  der  wir  zu    disen    selben    Sachen    wol    bedörffent    und    notdurftig 
sint  und  hoffent,  daz  dieselben  unserr  erbern  botten  widerumbe  von  Hagenowe  untze   15 
j,ui  u.  uff  disen  nehsten  zukünftigen  sunnendag  zu  uns  kommende  werdent,  so  wellent  wir 
vurderliche  die  Sachen  vür  uns   nemen    und   mit   in   zu  rate   darumbe   werden,    und 
wellent  danne  uwern  gnaden  unser   meynungen    dar   umbe   verschriben   mit   unsern 
briefen  verkünden,  wände  wir  willig  und  bereit  sint  zu  t  finde,  waz  wir  wisscnt,  daz 
uwern  gnaden  und  den  uwern  dienstlich  von  uns  gesin  mag.         datum  feria   quinta  20 
proxima  ante  diem  scte  Margarethe  virginis  anno  1393. 

Str.  St.  Ä.  AA.  112  nr.  60.  cop.  eh.  coaev. 


786.  Meister  und  Rat  von  Slraßburg  ersuchen  den  Papst  Bonifacius  für  ihn 
Fall,  daß  ihr  Bischof  das  erledigte  Bistum  Utrecht  bekomme,  den  Benedicliner-Abt 
von  Reichenau  zum  Bischof  von  Straßburg  zu  machen.  1393  Juli  15.  25 

Sanctissimo  ac  beatissimo  in  Christo  patri  ac  domino  domino  Bonifacio  dignis- 
sima  dei  Providentia  sacrosanete  Romane  ac  universalis  ecclesie  summo  pontifici  ma- 
gistri,  consules  ac  universitas  et  populus  civitatis  Argentinensis  pedum  oscula  bea- 
torum.  sanetissime  et  beatissime  pater,  vestre  sanetitati  et  beatitudini  significamus, 
quod  nuper  vacante  ecclesia  Trajectensi  reverendus  in  Christo  pater  dominus  Fride-  w 
ricus  episcopus  Argentinensis  in  presulem  et  episcopum  ejusdem  Trajectensis  ecclesie 
et  eidem  ecclesie  per  sanetitatem  vestram  preficiendum  sit  concorditer  postulatus. 
unde  vestre  beatitudini  suppliciter  supplicamus,  quod  in  casu,  quo  sanetitas  vestra 
dicto  reverendo  Friderico  in  Christo  patri  de  ecclesia  Trajectensi  dignaretur  providere, 
quod  ex  tunc  eadem  sanetitas  vestra  ecclesie  Argentinensi  de  persona  abbatis  mo-  si 
nasterii  Augie  majoris  Constanciensis  diocesis  ordinis  seti  Benedicti,  viro  utique  nobili 
et  potenti,  pro  quo,  ut  pereepimus,  etiam  illustris  prineeps  dominus  Lnpoldus  dux 
Austrie  et  Karinthye  suas  preces  humiles  vestre  sanetitati  duxit  porrigendas,  dignetur 
providere  et  eidem  illustro  (!)  prineipi  et  nobis  in  hac  parte  dignemini  conplacere. 
speramus  etenim  quod,   si  idem  dominus  abbas  ecclesie  Argentinensi  per  sanetitatem  i0 


1393  471 

ve.st.rain  in  episcopum  et  pastorem  preficeretur,  nt  speramus,  quod  eadem  ecclesia 
Argentinensifl  eins  feliei  regimine  dicti  domini  ducis  et  aliorum  amicorum  suorum 
siiiVnliiis  snffiragio  plus  quam  per  quemcumque  alimn  pacifice  et  felieiter  possit,  ut 
Bperatnus,  Brmiter  gubernari.  datum  snb  sigillo  nostre  civitatis  magno  terfO  lenus 
l   apprcsso.   idus  jnlii  anno  domini    I398. 

Str.  St.  A.  AA.  1414  nr.  7.  cnp.  eh,  coaev. 
Ebenda  AA.  III  nr.  2. 


787.  Borsiboy  von  Svnnar  an   Bischof  Friedrich,  Markgraf  Bernhard,  andere 

Fürsten  und  die  Stadt  Straßburg :  berichtet  über  die  bisher  gehaltenen  Siihneiage  und 

o  die  Anselzung  eines  neuen  Tages  auf  den  28  October.  Hagmmu  MS9S  Juli  16. 

Dem  erwurdigen  in  got  vatter  und  herren,  hern  Friderichen  bischofe  zii  Strazburg, 
dem  bochgebornen  forsten  lierren  Bernharte  marggrafen  zu  Baden  und  den  edem 
herren  Eberharte  graten  zii  Wirtemberg,  Heinrich  grafen  zu  Luczelstein,  Brune  von 
RapoUstein,  Heinriche  und  Hansen  von    Lichtenberg   und    Heinriche   zii    Geroltzecke 

|5  und  dem  meisler,  rate  und  burgern  gemeinliche  der  stat  zii  Strazburg  embiete  ich 
Worseboy  von  Swinar  lantvogte  zu  Swaben  und  Zu  Elsas  minen  willigen  dienst,  alse 
der  allerdurhlühtigeste  fürstc  und  herre,  herr  Wenczlawe  romischer  künig  zii  allen 
ziten  nierer  dez  richs  und  künig  zii  Beheim,  min  lieber  gnediger  herre  die  kriege, 
missehelle  und  stSsse  zwischen!  ime,  fürsten  und  herren  an  eime  teile  und  der  stat 

in  zii  Strazburg  an  dem  andern,  die  gewesen  sint,  gerihtet  und  gesünet  hatte  und 
dieselbe  süne  beide  partycn  ufgenommen  haben  nach  lute  und  sage  dez  vorgenanten 
unsers  herren  des  kuniges  und  ouch  beider  partyen  briefe,  die  darüber  begrifTen  sint, 
unde  wände  ich  vor  ziten  darumbe  dage  gemäht  habe  gen  Hagenowe  den  selben  par- 
tyen zii  besehen,  obe  ich  sie  gütlichen  und  früntlichen  oder  mit  dem  rehten  verrihten 

"  modle,  und  habe  das  mit  sampt  dez  egenanten  mins  herren  dez  küniges  reten  und 
anderre  fürsten,  rittern  und  knehten,  die  by  mir  hie  da  by  sint  gewesen,  ernstlich 
und  vesleklich  versucht  und  mich  darinne  gearbeit  und  by  den  partyen  ouch  daz 
reht  beseczet,  darin  ouch  bräche  gefallen  sint,  das  es  nit  möhte  gank  haben  noch 
gegangen  ist  zu  disen  ziten.  und  wanne  des  vorg.  mins  herren  des  küniges  ernstliche 

so  meynungen  ist,  daz  die  egenanten  süne  und  rihtunge  gancz  und  stete  von  beiden 
teilen  gehalten  werde  und  vürbaz  kein  ynfalle  noch  kriege  davon  in  dem  lande  zii 
Klsasscn  ufl'erste  ...  so  habe  ich  mit  rate  dez  vorg.  mines  herren  dez  küniges  reten, 
die  er  darzii  geschicket  hat,  und  andern  fürsten  und  herren,  rittern  und  knehten 
und  an  des  egenanten  mins  herren  des  küniges  stat  von  siner  voller  gewalt,  die  ich 

35  von  ime  dar  über   habe,   einen    ufslag  und  einen    andern  dag   gemachet   und  mache 
ouch  den  in  kraft  dicz  briefes,  also  das  alle  Sachen  in  gutem  und  liebe   bestan  und 
bliben  süllent  von   beiden   teilen  von   datum   dis   briefes  bis  uff  wihenahten    nehste  D(^',m 
kommende  in  aller  der  massen,  alse  die  bisher  gestanden  sint.  und  süllent  ouch  von 
peiden  partyen  mit  voller  gewalt  kommen  gen  Hagenowe  ulf  sant  Symonis  und  Jude  oci&r.M 

4o  dage  der  heiligen  zwelfbotten  in  aller  der  massen,  alse  das  vormals  bisher  in  andern 
dagen  bestalt,  begriffen  und  verschriben  ist  gewesen,  doch  also,  daz  die  fürsten  und 

VI.  60 


472  1393 

herren  und  die  burger  zu  Strazburg,  waz  zinse  und  gülte  harnäch  verfallen  werden 
nach  geben  dis  briefes,  daz  sie  mügent  heischent  und  vordem  und  mit  geistlichem 
gerihte  inbringen,  alse  sich  daz  heischet,  und  sol  man  ouch  beiden  teilen  dez  stete 
tun  und  beholffen  sin  äne  geverde.  und  sol  ouch  keine  teile  daz  ander  umbe  dieselben 
zukünftigen  zinse  in  der  egenanten  zite  nit  mit  leistungen  noch  mit  angriffe  zu  5 
schaden  bringen  äne  geverde.  doch  wenne  die  egenanten  wihenahten  die  nehsten 
vergen,  so  süllent  die  egenanten  sachen  ieglichen  teile  unsehedelich  sin  an  allen  iren 
briefen  und  rehten.  und  bitte  üch  beidersite  durch  mins  dienstes  willen  und  gebiete 
üch  ouch  von  gewalt  mins  gnedigen  herren  dez  küniges  ernstliche  mit  disem  briefe, 
das  ir  die  egen.  stücke  und  sachen  genczliche  haltent  und  dawider  niht  tot  in  den-  10 
heine  wise,  wanne  weliches  teil  daz  were,  daz  wider  den  vorgeschriben  artickel  dete 
frefeliche  und  wissentlichen,  daz  küntlichen  würde,  so  wil  ich  an  stat  mins  herren 
dez  küniges  dem  andern  teile  zulegen  und  beholffen  sin.  und  wil  ouch  vürbas  niich 
dez  egenanten  mins  herren  dez  küniges  geheisse  darzü  tun,  alse  sich  daz  mit  dem 
rehten  vor  sinem  hofgerihte  erfinden  wirdet,  ernstlichen  und  ;"me  allez  verziehen,  und  15 
dez  zu  Urkunde  so  habe  ich  min  ingesigel  an  disen  brieff  gehangen.  der  geben 
ist  zi'i  Hagenowe  nach  Cristus  gebürte  drüczehenhundert  jare  darnach  in  dem  drü 
und  nünczigesten  jare  dez  nehsten  mittewochens  nach  sant  Margareden  dage. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  112.  cop   eh.  coaev. 

Karlsruhe  G.  L.  A   Kopialb.  46  a.  2u 

Gedr.  im  Auszug.  Rapp    TJrkb   II,  nr.  373. 


7158.  Johann  Graf  zu  Sponheim  der  Junge  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  als 
wir  von  der  worte  wegen,  die  ir  uns  getan  hant,  und  auch  von  Ci'inen  wegen  von 
Colbeszheim  uwers  haüptmans  vor  ziiten  zu  Aschau  mit  uwern  fründen  geredt  han 
und  uns  auch  nu  zu  Hagenauwe  von  uch  vor  den  fursten  beclaget  han,  do  uns  uwer  *■< 
fründe  retden  sich  do  zu  verantwurten  uff  eynen  tag  nach  mittemtage,  des  wir  auch 
den  tag  allen  also  do  warteten  und  des  doch  nit  geschach,  des  wollen  wir  noch 
gerne  mit  uch  darumb  eynen  gutlichen  tag  leisten  zu  Baden  vor  unserme  vetern 
Augusin.  dem  marggräven  uff  den  nehsten  süntag   nach   unser   frauwentag   assurnptionis,  und 

waz  uwers  willen   darynne   sye,   daz   lant    uns   mit   disem    boten   beschriben  widder  30 
wiszen.         geben  uft  den  mentag  vor  sant  Jacobstag  des  heiigen  zwelffhotten  anno  1JSJ3. 

1893  Juli  21. 
Str.  St.  A   AA.   112  nr.  48.  or.  eh.  I.  cl. 


7IJ9.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Straßburg:  teilt  mit,  daß  der  Papst 
dem  Wilhelm  von  Diest  das  Bistum  Slraßburg  verliehen  habe.  K 

Auf  dem  Felde  hei  Basel  1393  Juli  23. 

Erbern  wisen  und  besunderlichen.  wir  lassen  üch  wissen,  als  wir  uf  disen  hütigen 
tag  von  Tann  gescheiden  syen  in  unser  obern  land  ze  Ergew  ze  riten,  ist  uns  gewisse 
botschaft  von  Rom  komen  uf  dem  velde  zwischen  Tann  und  Rynvelden,  daz  unser 
heiliger  vater   das   bistüm   ze    Strasburg   geben  hat  her  Wilhalmen  von  Diest   einem   40 


1393  473 

jungen  mann,   «las  isi,  geschehen  des  Bähenden   tags  diiz  manöds  julii.  der  hört  den  jum. 
cnrdinal  von  Frankreich  an.  das  tun  wir  üch  darumb  ze  «rissen,  da/  ir  üch  in  allen 
saclicn    deslpas    darnach  wizzet    zo    richten.         gehen    uf   dein  veld  neben    Hasel  an 
mittwochen  vor  Jacobi  appostoli  ander  Burkarte  Manche  unsers  rata  insigel,  wan  wir 
unser  rasige!  dieselh  zit  hy  uns  nit  betten,  anno  .  .  .  nonagesimo  tertio. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 


7!)0.  Aufzeichnung  über  das   Verfahren  gegen  eine  Anzahl  Xlraßburger  Bürger, 
welche  Silbermümen  eingeschmolzen  und  ans  der  Stadt  ausgeführt  haben  sollen. 

Juli  2S  —  Aiiffust  13. 

in  A. 

Dise  sint  gerüget  von   silbers  wegen,   daz  sü  söllent  gebrant    haben  und   enweg 
geschicket.        actum  feria  seeunda  proxima  post  diem  beati  Jacobi  apostoli  anno  1303  j,un«. 
vor  dem  rote  gerüget. 

Primo    Lauwelin    Merswin  het   vil    silbers    enweg    gefüret    und    gesehicket    und 
i5  sünderliche  Hans  Swarber  het  in  der  herren  krieg  yme  silber  und  golt  das  lant  abe 
gefüret. 

Item  Hanneman  von  Colmar  het  silber  gen  Metze  gefüret. 
Item  Peter  von  Wintertur  het  silber  enweg  gefüret. 
Item  Stengelin  het  bi  den  200  mareken  enweg  gefüret. 
an  Item  Henselin  Benefelt  der  kremer  bürnet  und  schicket  silber  enweg  und  nimmet 

ein  tot  umb  3  sol.  und  2  den. 

Item  Wermut  het  vil  silber  kouft. 
Item  Lafrancke  het  silber  enweg  geschicket. 
Item  Wilhelm  Heitzelin. 
85  Item  die  Voltzen,  die  do  wandeint. 

Item  Walther  von  Seckingen. 
Item  Sewer. 

Item  Hanneman  Mumpelgart 
Hein  Schröter  und  Diechelin  sin  stiefsün. 
m  Item  der  lange  Jeckelin  der  walich  het  silber  hinweg  gefürl. 

B. 
Feria  seeunda  post  Jacobi  apostoli  anno  1303.  j,ui  u. 

Hein  Lauwelin  zu  der  Hircken  dixit:  das  er  Claus  Merswin  gewihsselt  habe  und 

[eben  habe  wol  uf  250  güldin  und   gap   ime  umb  ein    guldin   1 1  sol.  2  den.,   do  die 

85  guldin  doch  gultent  5  sol.  und  11  den.  und  11 '/j  den.  dixit :  daz  er  von  Henselin  von 

Ehenheim  geboret  habe,   daz  Hügelin  Ripelin   dein  gelt   habe   kouft   und   daz  under 

ander  gül  gelt  habe  geworfen. 

Item  Lauwelin  von  Heise  dixit :  aso  (!)  Lauwelin  zu  der  Hircken  von  Claus  Mers- 
win wegen  von  des  wehssels  wegen 


474  1393 

Item  her  Ortelin  Mansse  dixit :  daz  er  habe  gehöret  von  Bireken  Lauwelin  von 
Claus  Merswin  wegen  aso  vorgeschoben,  dixit:  daz  her  Ulrich  Bock  selber  habe 
geseit,  daz  er  Stengelin  habe  geben  wol  60  marg  Silbers  zu  kouffende,  daz  er  si  en- 
weg  füre. 

Item  Wilhelm  Heitzelin  het  geseit :  daz  her  Ulrich  Bock  silber  habe  geton  bürnen   s 
und  habe  daz  walhen  geben  enweg  zu  füren  uf  40  marg. 

Item  Heitzeman  Wetzel  dixit:  daz  er  Walther  Erlin  ein  mol  umb  ein  güldin  habe 
geben   11  sol.  grosser  pfennige,  der  doch  do  zu  ziten  galt  vier  und   11  den. 

Item  Walther  von  Mülnheim  het  geseit  :  daz  er  Walther  Erlin  habe  geben  uf  alite 
guldin  umb  den  güldin  11  sol.  grosser  den.,  do  si  galten  11   sol.  und  4  den.  iu 

Item  Obreht  Schalk  dixit :  daz  er  Lauwelin  Merswin  gewihsselt  habe  wol  uf 
250  guldin  oder  200  güldin  und  habe  Obreht  ime  umb  ein  güldin  und  für  einen 
güldin  geben   11  sol.  2  den.,  do  er  galt  11  sol.  und  5  den.  und  12  sol. 

Es  folgen  noch  17  derartige  Aussagen. 

C.  15 

August  s.  Actum  die  Oswaldi. 

Item  Claus  Merswin  het  geseit :  daz  her  Ulrich  Bock  Stengelin  babe  geben  wol 
uffe  00  marg  silbers  zu  kouffende,  daz  er  es  enweg  habe  gefuret,  daz  habe  er  gehöret 
sagen  von  luten,  die  es  sohent  und  Peter  Wintertur  het  ime  silber  gebrant  us  deinen 
Pfennigen,  wer  er  daz  dete,  daz  weis  er  nüt.  *u 

Item  Brünle  Louwelin  het  vil  silber  kouft  umb  Erwin  und  umb  frömde  lüte  und 
het  dein  pfennige  kouft ;  wer  er  do  mitte  komen  si,  daz  weis  er  nüt,  wenne  er  het 
si  nüt  zu  stocke  geentwurtet. 

Es  folgen  5  ähnliche  Atissagen. 

Item  Clein  Henselin    Pfaffenlap    und  Hesse  sin  bruder   hant  vil  silber  geschicket  ■ 
gen  Franckfurt  uffe  die  messe  in  den  vasten. 

Item  Rülin  Rebestock  het  silber  geton  bürnen  und  het  daz  ouch  verkouft. 

Sit  dem  kriege,  waz  do  die  vorg.  münsser  keiner  usgenomen  kouft  hant  deiner 
pfennige  und  si  hant  gebrant  oder  geton  bürnen,  daz  hant  si  nüt  zu  dem  stocke 
geantwurtet  und  wart  sit  her  nie  pfennig  do  von  gemäht.  3« 

Item  Werlin  Hesser  het  geseit:  daz  ein  kneht  Claus  Merswin  heim  trüge  hundert 
tigelin  zu  zwein  molen,  do  man  dest  in  machet,  do  uffe  man  silber  bürnet. 

Item  Lienhart  Streler  het  geseit :  daz  er  her  Ulrich  Bocke  schuldig  were  1  tt. 
und  8  sol.  und  brehte  die  an  die  münsse,  do  hiesse  her  Ulrich  sün  den  vorg.  Lienhart 
eime  knebelin  geben  5  one  zwene  pfen.  3  sol.  und  1  lib.  für  2  güldin.  und  do  er  35 
dem  knebelin  zalte,  do  nam  es  ie  und  wilen  einen  pfennig  und  wart  den  her  Ulrich 
sün  dar  und  sprach :  brich  den.  do  sprach  Lienhart :  beite,  untz  ich  dir  daz  gelt  volle 
gezale  und  kusz  si  denne  und  wende  .  .  .  (und)  würfe  gebrochen  pfennige  us.  da  sprach 
daz  knebelin :  sü  sint  gut,  hettest  du  ir  2  lib.  oder  3,  du  gewinnest  wol  8  sol.  den. 
daran,  aber  er  sach  si  her  Ulriches  sün  nüt  brechen,  und  wer  daz  knebelin  were, 
daz  weis  er  nüt. 


1393  475 

D. 
Iicm    feria    quartä    ante   assumptionta    Marie    virginis.  Augu$nj. 

Item  Ilügelin  Etipelin  het  geseit,   daz  Michel  Hcnsclin    habe  dein  pfennige   kouft 
und  gebrant    und  habe  du/  enweg  gel'üret   daz  silber. 
b  Es  folgen  5  ähnlicJie  Aussagen. 

E. 

Von  der  mnnssen  wegen  du  het  Kurnagel  geseit,  der  pfennig  münsser,  daz  Hügelin 
Riplin  usz  den  deinen    Pfennigen  die  engeler  erlese  und  die  i'iberigen   deinen  Pfen- 
nige dem  hüter  entwürfe. 
w  Item  Scholle  der  goltsmit  het  geseit:  daz  Hügelin  Riplin  zu  im  in  sin  hus  gange 

und  habe  ein  esze  do  inne  unde  bürne  silber,  er  wisse  aber  nit,  waz  er  bürne. 

Item  Erewin  het  och  geseit:  daz  er  Hügelin  Hiplin  dicke  unde  vil  silber  ver- 
köffet  habe. 

Item  Hügelin  Riplin  het  geseit  von  im  selber:  daz  er  köfft  habe  deine  pfennige 
15  underenander  unde  si  gebrant  habe  in  Schollen  hus  des  goltsmides  uf  80  marg  und 
habe  och  daz  selbe  silber  in  dirre  stat  den  goltsmiden  zi'i  köffen  geben  und  habe  öch 
ie  zu  wilen  köfft  uf  ein  halp  marg  itel  engeler  und  habe  öch  die  türer  bezalt,  denne 
die  andern  nach  margzal  unde  het  öch  geseit :  daz  die  von  Hagenöwe,  die  von  Offen- 
hurg  und  die  von  Sletzstat  unde  susz  umb  und  umbe  vaste  silber  bürnent  unde  ez 
üo   liar  bringent  und  die  marg  silbcrs  umb  6  guldin  gebent. 

Item  Thoman  Lentzelin  het  geseit:  er  habe  uf  15  tot  silbers  verköfft  unde  habe 
si  zu  köffende  geben  eime  gaste. 

Item  Thoman  Lentzelins  knabe  het  öch  geseit :  daz  er  unde  sin  vetter  gebrant 
habent  uf  16  marg  unde  sie  daz  silber  verköffet,  unde  ligent  die  pfennige  noch  do 
25  heide  zu  gewinne  unde  zu  Verluste,  unde  wellent  do  mitte  unsern  herren  gnüg  dün, 
wenne  sie  wellent,  unde  wellent  rede  abe  sin.  er  het  öch  geseit :  daz  er  8  marg  silbers 
köfft  habe  unde  habe  sie  wider  umbe  zi'i  köffende  geben  Frantze  Lentzelin  unde  lige 
gewinne  unde  Verlust  bi  den  ersten  pfennigen.  er  het  öch  geseit:  daz  die  deinen 
pfennige  mengelich  köffe  an  der  münssen,  uszgenomen  her  Clawes  Bok  unde  sin 
so  briider  und  Hesse  Pfaffenlap  unde  Walther  Wintertur. 

Item  Frantze  Lentzelin  het  öch  geseit  :  er  habe  selber  pfennige  gebrant  und  habe 
öch  susz  silberin  geschirre  köfft  unde  verköfft  unde  zu  köffende  gegeben  den  heimi- 
schen und  den  frömeden. 

Item  Thoman  Lentzelin  het  öch  geseit :  daz  Frantze  Lentzelin  vil  deiner  pfennige 
■a  habe  köfft. 

Item  Erewin  het  öch  geseit :  daz  er  Frantze  Lentzelin  dicke  unde  vil  silber  ver- 
köfl'l   habe  unde  im  öch  silber  zi'i  köffende  habe  gegeben. 

Item  Hügelin  Pfaffenlap  het  geseit:  daz  Warmunt  habe  köfft  deine  pfennige  unde 

grosz  pfennige  unde  silberin  geschirre  unde  öcli  silber,  wo  ez  im  werden  möhte  und 

40   habe  daz  hinweg  gefüret  unde  geschiket  dicke  unde  vil.  er  het  öch  geseit,  daz  Marx, 

der  münssemeister  spreche:  im  werent  3  lib.  Stroszburger  also  liep  also  ein  marg  silbers. 


476  1393 

Item  Erewin  het  öch  geseit :  daz  er  Warmunde  uf  60  marg  silbers  zu  köffen 
habe  gegeben,  do  warent  8  marg  Lauwelin  Merswins  unde  (5  marg  Peter  Riffin  unde 
von  Henselin  von  Selse  öch  uf  6  marg  unde  habe  Jacop  von  Kölle  öch  zu  köfl'ende 
gegeben  uf  60  marg.  Erewin  het  öch  geseit  von  im  selber,  daz  er  vil  silbers  zu 
köffende  habe  gegeben  den  goltsmiden  und  unsern  burgern  und  den  frömeden.  5 

Es  folgen  noch  7  ähnliche  Aussagen. 

Str.  St.  Ä   AA.  Monnaie.  lad.  24  nr.  6. 

Augmt  7.  791.  Borziboy  von  Swinar  an  Strassburg :  bittet  den  Hans  von  Kageneck  mit  noch 

andern  auf  nächsten  Donnerstag  zu  ihm  nach  Ehenheim  zu  senden  zur  Besprechung 
einer  Sache,  die  dem  lande  und  leuten  zu  fride  und  zu  nutze  komen  sol.         Hagenau   10 
an  sand  Oswaldstag  anno  1393.  Hagenau  13WS  August  5. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  ch   lit.  cl. 


792.  Münzverordnung1  der  Stadt  Straßburg.  isus  August  5  und  Vi. 

Dis  söllent  alle  münssere  jung  und  alt,   die  zu   bancke   sitzent,    sweren    an   den 
heiligen  zu  haltende,  und  wer  sich  des  widerte,  der  bessert  10  U.  den.  15 

[1]  Unsere  herren  meister  und  rat,  schöffele  und  amman  sint  übereinkommen 
von  diser  Strossburger  pfennige  wegen,  das  iederman  dem  andern  gantze  gute  und 
umbesnittene  Stroszburger  pfennige  geben  sol  und  wider  von  ime  nemen,  es  sient 
pfennige  mit  den  engein  oder  mit  den  gilgen.  wer  ouch  derselben  pfennige  deheiner 
ein  wenig  ungeverliche  gespalten,  also  das  der  spalt  nit  in  die  münsze  ginge,  den  »0 
pfennige  sol  man  ouch  nemen  vür  gut  und  gebe,  weihe  aber  in  die  münsze  gespalten 
sint,  die  sol  man  nit  nemen  in  deheinen  weg.  würde  ouch  ieman  mit  dem  andern  darumbe 
stössig,  obe  pfennige  gut  oder  nit  gut  sin  soltent,  die  süllent  ire  gebresten  bringen 
vür  [am  Rande:  die  denne  in  ieglicher  unserer  stette,  dörffere  und  gerihte  darzii  be- 
nennet werdent]  Peter  Bock  und  Claus  Klobelöch,  den  das  von  unsere  stette  wegen  » 
empfolhen  ist  uz  zu  rihtende.  und  weihe  pfennige  die  vür  gut  bekennent,  die  pfen- 
nige sol  die  ander  parte  nemen  und  der  sich  nit  widern,  und  wer  sich  des  darüber 
widerte,  der  bessert  5  sol.,  also  dicke  er  das  di'it.  und  wenne  sie  solich  gelt  also 
kiesent,  was  böses  geltes  in  denne  vürkommet,  das  süllent  sie  behaben  und  den 
lüten,  die  es  denne  vür  sie  broht  hant,  also  swer  guter  pfennige  dargegen  geben.  30 
zu  glicher  wise,  wer  in  kleine  gelt  bringet,  dem  süllent,  sie  also  swer  guter  pfen- 
nige darumbe  geben  und  wer  ouch  sich  widerte,  solich  gelt,  das  vür  sie  klimmet 
und  sie  uz  kiesent  vür  böse,  wider  von  in  nemen  und  es  in  nit  wolte  loszen  oder 
es  gehalten  dete  oder  verbrante  oder  verschickete,  der  bessert  20  marg  silbers,  also 
dicke  er  das  düt,  wenne  mit  namen  nüman  kein  riter  me  haben  sol.  35 

[2]  Item  es  sol  ouch  mengelich  ein  guten  rinschen  güldin  vür  10  sol.  den.  geben 
und  nemmen  und  nit  hoher,  noher  mag  man  sie  wol  nemen  oder  geben,  uzgenommen 

1  Inhaltlich  gleich  mit  dem  Münzvertrag  vom  IS  October  1393. 


1393  477 

die  münszere,  die  dn  wehsei  tribent,  die  mögent  ein  mischen  guldin  umbe  einen 
und  10  sol.  <;eh<'ii  und  nit  hoher,  noher  mügenl  sie  in  alles  wol  geben,  und  also  mag  OUCfi 
ein  iegelich  mensche  an  siner  k»>u l'rn.i ns<-li;i f*t  ein  guldin  umbe  einen  und  ">  sol.  geben 
und  nit  hoher,  und  wer  darüber  guldin  hoher  gebe  oder  neme,  denne  also  vorge- 
•  schriben  slal,  der  bessert  10  ff  den.,  also  dicke  er  daz  düt.  würde  aber  ein  guldin 
niinre  denne  10  sol.  gelten,  so  söllent  doch  die  münszere,  die  da  wehselnl,  nit  HM 
denne  ein  pfennig  an  eime  guldin  zu  gewinne  nemen  by  derselben  penen. 

\3]  Item  ein  guten  duckaten  (i  den.  hoher  denne  ein  guten  rinschen   guldin   und 
nit  höher. 
10  [4|  Item  ein  nuwen  ungerschen  guldin  oder   ein    Genewer   guldin   4  den.  hoher. 

denne  ein  guten  rinschen  guldin. 

[5|  Item  ein  guten  allen  francken    4  den.    oder  10  den.    hoher   denne  ein  guten 
rinschen  guldin. 

|(>|  Item    die    vorgeschriben   stücke   goldes   sol    ie   eins  von  dem  andern  koulTen 
u   und  eins  dem  andern  geben  und  nit  höher,  doch  so  mag  eins  es  koufTen  geben  oder 
nemen,   also   das    die    münszere  nit  me  zu  gewinne  nernent  an  iedem  stücke  goldes, 
denne  ein  pfennig  zu  gewinne,  also  sie  es  köffent,  wie  sie  sü  noch  nement. 

[7]  Es  süllent  ouch  alle  Metzer  guldin,  Lützelnburger  guldin,  byslege  oder  andere 
soliche  guldin  gon  noch  irem  werde  oder   ander    stücke   goldes    noch    margzal.    doch 
2<>  so  süllent  die  münsser   nit   me   an   eime   guldin   zu    gewinne   nemen,  denne  1  den.; 
minre  mag  er  wol  nemen,  wie  er  sie  nymet  und  wie  er  genant  ist. 

|8]  Es  ensol  ouch  dehein  münsser  noch  nieman  anders   heheinen  Metzer  guldin, 

Lützelnburger  guldin,  byslag  oder  andere  soliche  guldin  under  andern  guldin  für  gute 

guldin  hin  weg  geben,  wenne  ein  iegeliches  sol  ie  den  guldin,  wie  der  genant  ist,  für 

»  sinen   wert    hinweg  geben,  also  vorgeschriben  stat.  und  wer  das  breche,  der  besscri 

10  //. 

[9]  Es  sol  ouch    dehein    münsser    noch    nieman    anders    denheinen    kleinen    be- 
schroten oder  besnitten  pfennig  zur  smeltzen  noch  enweg  schicken,  denne  mengelich 
sol  es  den  geben  und  antworten,  den  die  stat  denne  darzii  setzet  umbe  das,  das  die 
:,n  stat  gute  pfennige  dar  uz  machet,    und   wer   das   brächet,  der   bessert  20  marg  unde 
den  meineit  darzu,  der  gesworen  het. 

[10]  Es  sol  ouch  kein  münsser  noch  nieman  anders  dehein  gemünsset  gelt  oder 
silber,  wie  das  genant  ist,  bürnen,  zersmeltzen,  denne  man  sol  es   loszen    gon    noch 
Birne  werde  nsz  genommen,  waz  goldes  gebrochen  ist  one  geverde. 
M  [11]   Es   sol   kein   münsser  noch   nieman   anders  deheinen  grossen  pfennig  ver- 

bürnen  noch  zürbrechen  noch  enweg  schicken,  das  sie  verbrant  werdent  noch  erlesen 
die  sweren  von  den  übten,  und  wer  daz  dete,  der  bessert  lip  und  gut. 

|12]  Es  ensol  ouch  hein  münsser  noch  nieman  anders  an  keinre  nuwen  münssen, 

da  man  guldin  oder  pfennige  sieht,  welher  bände  inünsze  daz  were.  oder  slahen  wil, 

k   wo  daz  were,  weder  teil  noch  gemeine  haben  noch  darzii  roten,    sturen  oder  helll'en 

in  denheinen  weg  one  alle  geverde.    und    wer   daz  breche,  der   Dessert  fünfzig  marg, 

alse  dicke  er  daz  dete. 

[13]  Es  sol  ouch  kein  münmer  noch  nieman  anders,  uszgenommen  die  goltsmide 


478  1393 

in  iren  gademen  deheine  esse  hinnan  für  me  haben  in  simc  huse,  noch  niergont 
anderswo,  und  wer  daz  darüber  dete,  der  bessert  20  marg  und  den  meineit,  wenne 
grosz  schade  dovon  ist  geschehen. 

[14]  Was  silbers  ouch  unsere  bürgere  oder   die   unsern   in    unser    stat   oder   in 
dem  bysti'ime  köffent,  das  si'illent  sie  nit  von  der  stat  schicken   noch   schaffen   geton  & 
werden,  wo  aber  unszere  bürgere  oder  die  unsern  anderswo  ussewendig  dis  bystünios 
silber  kouffent,  es  sie  zii  Kölle,  zu  Franckfurt  oder  anderswo,  das  silber  mügent  sie 
schicken  und  füren,  war  sie  wellent  one  geverde. 

[15]  Brehte  aber  ein  lantman  silber  herzu  verköffen  und   duhte   in,   wie   er   §tm 
silber  nit   wol    noch  sinem  willen   verköffen  muhte,   der   mag   das    silher   wol   wider  io 
hinweg  füren  one  geverde. 

[IG]  Es  ensol  ouch  dehein  unszer  burger  noch  nieman  von  iren  wegen  niemanne 
uz  diseme  bystüme  engegen  oder  nochriten,  das  er  ime  sin  silber  abe  kouffe  in 
deheinen  weg  one  geverde,  durch  das  daz  das  silber  dem  stocke  empfürt  werde. 

[17]  Es  ensol  aber  kein  lantman  noch  nieman  anders  kein  silber  von  unszer  stat  ■ 
füren,  es  sie  gebrant  silber,  verwireket  silber  oder  gefleeket  geschirre,  wie  daz  genant 
ist,  der  kein  silber  her  bringet,  und  wer  daz  verbrichet,  dem  sol  man  daz  silber 
gerwe  nemen  und  zu  sime  übe  und  gute  rihten  und  rehtvertigen  uf  den  eil.  dis 
süllent  alle  münssere,  goltsmide,  underköffer  und  köffelerin  sweren  zii  haltende  und 
zu  vollefürende  und  darzu,  wo  sie  beduncket  an  iemanne,  der  gebrant  silber  oder  so 
verwireket  silberin  geschirre  kouffen  wil,  und  der  es  hinweg  schicken  welle,  das  sü 
daz  deme  nit  zu  kouffende  gebent  noch  nieman  von  iren  wegen,  wenne  sie  süllent 
es  iren  obersten,  meister  und  rote  fürbringen. 

[18]  Es  söllent  ouch  alle  goltsmide,  jung  und  alt,  und  alle,  die  do  silber  künnent 
bürnen,  sweren  zu  den  heiligen,  daz  sü  keinen  kleinen  pfennig  köffen  süllent  noch  25 
nieman  von  iren  wegen,  noch  das  sü  der  pfennige  deheinen  verbürnen,  noch  zu 
silber  machen  süllent,  noch  ouch  hinweg  schicken  süllent  in  denheinen  weg  in  selber 
noch  andern  lüten.  und  süllent  daz  sweren  darumbe,  das  die  kleinen  pfennige  alle 
zu  stocke  komment  unde  nuwe  pfennige  daruz  gemäht  werdent,  es  wer  denne,  daz 
ein  erber  mensche  uz  solichem  kleinen  gelte  yme  selber  daruz  wolte  machen  silberin  so 
geschirre  oder  kleinöter  ungeverliche,  daz  mögent  die  goltsmide  wol  verwireken  und 
zu  geschirre  oder  zu  kleinöttern  machen  und  nit  anders  one  geverde. 

[19]  Wen  auch  die  münssere  rügent,  der  ussewendig  der  münszen  wehselt  und 
denne  sine  obersten,  meister  und  rot  erkennent,  das  der,  den  sie  gerüget  hat,  solichen 
wehsei  tribet,  das  es  mügelichen  und  notdürftig  ist,  das  er  dis  swere,  den  oder  die  ss 
söllent  sine  örbern  meister  und  rat  solich  haben,  daz  er  alle  vorgeschriben  dinge 
swere  stete  zu  haltende  glicherwise,  also  denne  die  münszere  gesworn  hant  etc.  und 
wer  daz  verbreche  und  nit  enswüre,  der  bessert  by  5  U.  das  erste  gebot  und  dar- 
nach die  andern  gebot,  alz  daz  gewönlich  ist.  wenne  alle  vorgeschribene  stücke  alle 
münssere  oder  wehselere  sweren  süllent  zu  haltende  in  allen  unsern  stetten,  doerffern,  40 
gerihten  unde  gebieten  unde  alse  dicke  sich  ein  solicher  des  widerte  zu  swerende, 
der  bessert  alse  dicke  10  il.  den. 

[20]  Alle  die,  die  do  vorbenennet  sint,  das  sü  sweren  süllent,  die  süllent  des  eides, 


1393  470 

so  sic  denne  geswerenl  und  alter  der  stücke  und  artickete  und  iegeltohea  berandef, 
so  in  denne  vorgelesen  würt  und  von  iren  wegen  vorgeschriben  stat,  niemer  Hdig 
sin  noch  werden  Ire  ftbern,  meister  und  rat  zu  Sirassburg,  die  denne  zu  ziten  sint, 
und  im i I  namen  das  meitc  teil  des  rotes  erlant  sie  denne  des  eides  oder  der  stucke 
u  eins  besunder.  wurde  in  ouch  ein  stucke  oder  arlickel  oder  ine  abegelosscn,  so  söllent 
sie  aber  der  andern  by  irme  eyde  meiner  erlos/.en  sin,  sie  werdent  ir  denne  erloszen 
noch  vorgeschribeaer  vriae, 

|21]  Und  sol  ouch  dise  vorlese  lirilien  punete,  stücke  und   artickele   alle  jor   der 
abegonde  rat  dein  niiwen  angonden  rote  in  den  eil  geben. 
iü  [22]  Und  wo  der  vorgeschriben  stücke  ül  verbrochen  würde,  daz  süllent  meister 

und  rot  richten   uf  den  eyt. 

[Auf  der  Rückseite  von  ß]  Actum  die  saneti  Oswaldi  regia  anno  domini  millesimo  awj,ui  s. 
trecenteeimo  nonagesimo  tertio. 

[Darunter  mit  anderer   Tinte]  l'ublieatum  est  sub   domino  Lütoldo  de  Mülnheim 
16   magistro  feria  quurlu  proxiina  ante  resluin    assiiinptionis    beate    Marie    Virginia    anno   Auguttn. 
domini   1303. 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaie.  lad.  24  nr.  20.  Papierrolle.  (A.) 

Ebenda    nr.    ft.   Papierrolle    1    Meier  laut/,    auf  einer    Seite   he  sehr i  eben,  mit    vielen    Cor- 
recht  reit.  (Ii.) 


an  793.  Hans    von    Hirlzliorn    Hofmeister   des    Herzog    Ruprecht    von    der   Pfalz  an 

Sirassburg:  verlangt  Kehrung  des  Schadens,  der  ihm  durch  die  Strassburger  als 
Heller  bei  der  Eroberung  und  Zerstörung  seines  Schlosses  l.oinersheim  bei  Frankfurt 
geschehen  sei  und  schlägt  als  Vermittler  vor:  seinen  Herren  den  obersten  Hauptmann 
des  Landfriedens  oder  den  Erzbischof  von  Mainz.  geben  off  den  fritag  vor  saut 

*  Laurencientage  anno  1393.  1394  August  \. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


794.  Graf  Otto  von  Tierstein  an  Herzog  Leopold  von  Oeslerreich  in  Sachen  der 
Neubesetzung  des  Slraßburger  Bistums.  Part»  l.'tn.l  August  10. 

Durchluchliger  hochgeborner  furste  und  min  allergnedigister  herre.  wizze  uwer 
3(1  gnad,  daz  uns  botsehaft  underwegen  komen  ist,  daz  der  babst  das  bistüm  zu  Stras- 
burg dein  von  Tyest  gegeben  hat,  ee  wir  von  heynnen  verschieden,  und  darumb  wolt 
ich  doch  uwer  bete  nit  underwegen  lassen  und  bin  volriten  und  han  so  vil  ver- 
noincn,  daz  der  babsl  es  gern  von  uwern  wegen  widertete,  hett  er  utzit  Wortes 
ilarzu.  und  dunkchl  mich,  darumb  gelar  üch  der  ti'improbst  von  Brichsen  nut  ver- 
ii  schriben,  daz  dem  pabst  irrung  bring,  aber  nach  dem  als  mir  geraten  ist,  so  wizzend, 
ist  daz  ir  und  die  stat  von  Strasburg  den  von  Tyest  nit  gern  hand,  daz  ir  die 
slal  und  das  eapilel  dein  pabst  anderwerh  verschribend,  wie  darumb  solich  invelle 
geschehen  werden!,  die  ze  hert  syent  und  wellend  keyn  gast  da  enphahen  und  an- 
derwerh lur  minen  herren  von    Ivynsideln    hütend,   so  ist  kein   zwivel,   der  cardinal 

VI.  61 


480  1393 

von  Frankrich,  der  es  dein  von  Tiest  geschaft  hat,  mit  dem  wirt  der  pabst  als  vil 
reden,  daz  er  den  von  Tvest  abnimpt  und  uwere  bete  eret  umb  min  herren  von 
Eynsideln.  und  wirt  dem  von  Tvest  einander  warte  geben,  wan  wizz  üwer  gnade, 
daz  es  durch  den  alten  bisschof  von  Strasburg  alles  gangen  ist,  der  hett  es  dem  von 
Tyest  alles  verleit  und  meinet,  daz  er  recht  ein  weg  als  wol  harre  sy  als  den  an- 
dern, aber  kumpt  die  botschaft  also  herin,  so  hau  ich  keynen  zwifel,  es  gang  nach 
uwern  willen,  wan  im  geschult  gelich  als  dem  bisschof  von  Paasow.  was  uwer  gnade 
do  meyne,  das  land  uns  i'urderlich  wizzen,  wan  wizzet,  daz  es  wunderlich  hienne  zu 
Paris  ist  gangen,  als  ir  wol  verneinen  werdet  und  noch  in  allem  land  wunderlich 
gat  und  wir  mit  grosser  sorg  riten  und  der  babst  selb  nit  weiz,  wo  er  beliben  will. 

geben  an  sand  Laurentzen  tag.  Graf  Ott  von  Tyerstcin 

uwer  williger  diener. 

[In  verso]  Dem  durchluchtigen  mechtigen  und  hoch  gebornen  fursten,  ininem  al- 
lergnedigsten  herren  hcrtzog  Leopold  von  goles  gnaden  hertzogen  zu  Osterrich. 

Str.  St.  A.  AA.  1414.  cop   eh.  coaev. 


795.  Graf  Otto  von    Tier  stein   an   Straßburg  in  Sachen  der  Neubesetzung  des 
Straßburger  Bischofsstuhles.  [Paris  1303]  August  10. 

Minen  willigen  dienst  vor.  lieben  wisen  meister  und  rate,  alz  uff  der  fart  haben 
wir  vernommen,  wie  dem  von  Tiest  daz  bistiim  ze  Strassburg  geben  sy,  und  daz 
were  in  geben,  e  daz  wir  uns  von  huse  hübent,  und  ist  uns  alle  kuntschaft  darumb  20 
kummen,  wie,  der  vor  üwer  bischof  gewesen  ist,  im  die  sach  verleit  habe,  und  si 
der  von  Tiest  mit  anders  denn  als  sin  fürweser,  doch  dunkt  mich  sunderljch,  dar- 
umb getar  üch  meister  Walther  der  tftmprobst  von  Brixen  mit  schriben,  ich 
schribe  es  üch  aber,  daz  es  der  bobst  gern  widertete,  hette  er  ützit  gelimphes  darzii. 
und  darumb  ist  es,  daz  miner  herschaft  und  dem  cappittel  und  üch  der  von  Tiest  *a 
mit  liep  were  und  in  mit  gern  hettent,  so  vereinberent  üch,  daz  ir  und  daz  cap- 
pittel mit  miner  herschaft  har  in  dem  schribent,  daz  üch  der  nüt  fugglich  sy  und 
wellent  in  öch  nüt  emphohen,  und  daz  ir  einhelleklich  aber  für  minen  herren  von 
Einsideln  bittent,  so  ist  nüt  zwifels  daran  :  der  cardinel,  der  es  im  gesehaffet  hat, 
von  Acolonie  mit  dem  wirt  so  vil  gerett,  daz  er  in  ab  wiset  und  wirt  im  ein  an-  m 
ders  verheissen  und  wirt  min  herre  von  Oestrich,  ir  und  daz  cappittel  umb  den  apt 
geeret,  als  umb  daz  bistüm  ze  Passow  ouch  ist  geschehen,  also  han  (ich)  mine  herren 
von  Osterrich  öch  verschriben.  und  ist  öch  der  weg  darzii  also  gegeben,  waz  üch 
dar  inne  ze  sinne  stände,  daz  lont  mich  wissen,  wond  ich  warte  uwer  bottschaft 
ze  hofe,  wo  denn  der  bobst  ist.         geben  an  sant  Laurencientag.  3;. 

Graf  Ott  von  Tierstein. 

\In  verso]  Den  fromen  wisen,  dem  meister  und  dem  rät  der  statt  ze  Strassburg. 

Str.  St.  A.  AA.  1414  nr.  10.  or.  eh.  I   cl. 


1393  ',81 

7%.  Borziboy  von  Swinar  an   Strasburg  teilt  mit :  das  alle  stete   uir  morgen 
her  komen  gen  Hagenawe.  darumb,   bo   lal    mit  Dichte  and  kumpl  äff  den  donentag   i..7.<«//<. 
dester  eer,   dae  wir  dann  die  Bache  dester  fuglicber  awsztragen.    liehen  freunde,   lat 

euch   (Iheineiiey   ding   nicht,  sawuien.        geben   EU    llagenaw    am   dinslag  TOI  assuniptio 
i   heute  Marie  vir^iriis  anno   1393.  ilagenau  i:iu:t  August  t'4. 

Str.  St    A    AA.  112.  or.  eh.  I.  d. 


797  Uoizihoy  von  Swinar  an  Strassburg :  bittet  die  Bäcker  von  Hagenau  bo  lange 
in  Ruhe  zu  lassen,  bis  er  Belbsl  den  Streit  zwischen  ihnen  nnd  Strassburg  geschlichtel 
hahe.        Hagenaw  am  dinstag  nach  Laurenti  anno  1393.     Hagemm  1893  August ist. 

Str.  St.  A    AA    112.  or.  eh.  I.  el. 


?!)<!.  Die  Strassburger  Boten  Johans  von  Kagenecke,  örtelin  Mansze  und  An- 
dreas lleihiian  an  den  Aminanineisler :  melden,  dass  die  Domherren  morgen  nach 
Ilagenau  zum  Landvogt  kommen  wollen,  um  ein  Abkommen  zu  I reden  des  neuen 
Bischofs  wegen.  Desshalb  habe  sie  der  für  den  kranken  Landvogt  amtierende    Unler- 

i6  landvogl  gebeten  da  zu  bleiben  und  über  Aufrichtung  eines  Landfriedens  mit  zu  ver- 
handeln, wogegen  sie  wieder  vom  Landvogte  und  seinen  Räten  Vermittlung  wegen  Entgelt 
der  durch  Bischof  und  Reichsstädte  erlittenen  Schädigungen  nachgesucht  haben  .  .  .  , 
als  wir  das  zi'i  Bri'imat  mit  ime  rettent  und  ime  ouch  dez  eine  geschrifl  gabent,  dez 
meinent  sü,  daz  sä  das  an  den  lantvögt  bringen  und  uns  dez  uf  morne  ein  antwurte 

ao  geben  wellent.  sollent  wir  üt  anders  tön,  den  als  wir  von  fleh  gescheiden  sint,  und  ir 
uns  versehrihen  haut,  das  lassent  uns  wissen.  geben  an  unsere  frowen  abent 
aSBUmptionia  anno  '.):}.  1393  August  14. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 


7!)!).  (k'r/iart  Dünne  an  Straßburg:   erbittet  sich   wegen  seiner  durch  die   Ge- 
"  /'an  gen  nähme  seines  Verwandten  Heinrich  Kemmerer  entstandenen  Feindschaft  Siihn- 
tage  ztt  /eisten.  13U3  August  21. 

Lütolt  von  Mulsheim  meister  und  der  rat  von  Straszburg.  als  ir  mir  geschriben 
haut,  uwern  brif  han  ich  wole  gesehen  und  lau  uch  wiszen,  daz  ich  ucli  zu  andern 
zilen  geschriben  hau  von  heril  Heinrich  Kemmerers  wegen  myns  mages,  den  ir  ge- 
längen und  gesehelzet  liant  von  der  ere  und  wider  recht,  und  han  ich  und  andere 
sine  ["runde  uch  darumb  hesant  tage  zu  leisten  und  zu  besehen,  wie  ez  daz  ir  den 
egen.  hern  Heinrich  mynen  mag  mit  eren  gefangen  und  gesehelzet  hettent,  so  wolten 
wir  geswigen  han,  hettent  ir  yn  aber  nit  hit  eren  gelängen  und  geschetzet,  daz  ir 
ym  dan  sinen  schaden  gekerl  hettent  und  daz  ir  doch  nit  also  gen  mir  uffnament. 
M  iinil  darumb  so  wart  ich  uwer  vint  und  haut  mich  in  vinlschafft  und  in  kosten  ge- 
trungen  und  davon  so  han  ich  daz  also  von  uch  geclaget.  auch,  als  ir  mir  im  schribenl 


10 


482  1 393 

tage  zu  leisten  zu  Hagenowe  vor  hern  Borzeboy  den  lantfauhte  in  Elsasz,  do  lan  ich 

ueh  wiszen,  daz  ich  gerne  zu  eym  tage    wil    riiten    aldar    gein    Hagenowe    vor   hern 

Borzaboy  (!)  lan  fauht  zu  Elsasz  vorg.,  ob  er  anders  doby  mag  gesin,  und  also,  daz  ir  mir 

uff  dem  dage  dunt,  waz  ir  von    derselben   egen.   sache   wegen    von    eren   und   recht 

wegen  tun  sollent.  und  wer  ez  auch,  daz  man  hern  Borzaboy  vorg.  nit  zu  Hagenowe  5 

finden  moehte  oder  daz  er    nit  doby  gesin  moehte,  so  wil  ich   gerne    riiten   zu   eym 

tage  vur  den  hochgeborn  fursten  hertzogen  Ruprecht  den  eitern   paltzgrave  by  Rine 

und  hertzog  in   Beyern,  mynen    gnedigen   herren   oder   vur  den  edeln    mynen    edeln 

herren  grave  Fryderich  grave   zu  Lyningen   oder   vor   die   erbern   lute    burgmeistere 

und  den  rat  der  stat  zu  Mentze  oder  Worms  oder  Spire,  also  ir   mir   uff   eym    tage  >o 

an  der  vorgenanten  stete  ein  dunt,  waz  ir  mir  von  der  sache  wegen    von    der   eren 

und  von  recht  wegen  dun  sollent  uwere  ere  verantwurtent,  wan    ich   ein    arm    man 

bin.  und  clegetent  ir  also  von  mir,  ich  wolte  uch  nachriiten  und  min    ere   gein   ach 

verantwurten.  und  ist  ez,  daz  ir  also,  als  ich  uch  geschriben  han,  eynen  tag  leisten 

wollent  an  der  vorgeschoben  stete  ein,  daz  schribent  mir  in  uwerme  brife  und  laszent  15 

mich  daz  virtzehen  tage  bevor  wiszen  gen  Lyningen  in    min   husz  Thussenheim    hie 

scptbr.  in.  vor  sant  Michelstage  nehst  kommet.         datum   feria   quinta   ante    Barlholomei   anno 

domini  1393. 

Gerhart  Dünne  burgman  zu  Lyningen. 

[In  verso]  Lutolt  von  Mulnheim  meister  und  dem  rate  von  Strasburg.  w 

Str.  St.  Ä.  AA.   112  nr.  55.  ur-.  eh.  I.  d. 


800.  Borziboy  von  Swinar  an  Strassburg:  ersucht,  seinem  Buten  700  Gulden  von 
den  schuldigen  2000  Gulden  einzuhändigen.  Hagenau  samstag  nach  assumptionis 
anno   1393.  Hagenau  13U3  August  23. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  ur.  eh.  I   et. 


801.  Schenk  Eberhard  Herr  zu  Erbach,  Landvogt  des  Landfriedens  am  Rhein 
und  die  acht,  die  mit  ihm  über  den  Landfrieden  gesetzt  sind,  mahnen  die  Stadt 
Strassburg,  den  Baseler  Kaufleuten  zu  helfen,  wenn  sie  Leute  und  Güter  Mark- 
graf Bernhards  in  Strassburg  beschlagnehmen.  datum  Moguntie  feria  IV  post  diem 
beati  Mathei  a.  d.   1393.  Mainz  1303  September  24.  so 

Basel.  St.  A.  L.  112  nr.  20  und  Archiv  der  Schlüsseteunft  nr    7    —  cop.  saec.  15. 
Heg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1598. 


802.  Bischof  Burhard  ton  Straßburg,  Landtogt  Borziboy  von  Stcinar  nebst  den 
Reichsstädten :  Hagenau,  Schlettstadt,  Ehnheim,  Boßheim  und  die  Stadt  S'traßburg 
schließen  einen  Münzvertrag.  1893  October  is. 

Wir  Burekart  von  gottes  gnaden  erweiter  und  bestetigeter  byschoff  zu  Stroszburg 
von  unser  und  unsers  bystüms  wegen  zu  Straszburg   an    eime   teile,    Worziboy   von 


1393  m 

Swinar  uiins  herrcu  des  romeschen  küniges  und  küniges  zu  Heheim  houhtman  in 
Peyern,  lantvogt  in  Swäben  und  in  Eilsau  unde  diso  hie  nachgeschribcncn  riches 
Btette  in  Eilsasz  :  Hagenöwe,  Sietestat,  Khenheim  und  Koszheim  von  unsern  und  des 
riches  stetten,  dörffern,  gerillten  und  gebieten   in  dem  begriffe  des  bystümes  an  dem 

'.<  andern  teile,  und  ouch  wir  (Haus  Manszc  der  meister  und  der  rat  der  stette  zu  Strasz- 
burg von  unsere  stette  zi'i  Straszburg  unsere  bürgere  und  der  unsern  wegen  an  dem 
dirten  teile  tünt  kunt  allen  den,  die  disen  brief  anesehent  oder  gehörent  lesen,  das 
wir  alle  einmütccliehe  mit  gutem  rote  durch  nutz  und  notdurft  des  landes  und  der 
tüte  in  dem  bystüme  von  Straszburg,  der   stat   von  Strasburg   und  des  obegenanten 

10  riches  zu  Klsasz  mittenander  überkummeu  sint  von  der  münszen  und  der  Strasz- 
hurger  pfennige  und  der  hie  nachgeschribener  stucke,  das  man  die  in  allen  unsern 
stetten,  dörffern,  gerihten  unde  gebieten  dis  bystümes  halten  unde  haben  sollent  und 
wölleut  unnerbruehenliche  dise  nehesten  sehen  jare,  die  nohe  einander  allernehest 
komment,  unde  die  anefohcn  sollent  uff  disen  hütigen  tag,  alse  diser  brief  geben  ist. 

15  iiiide  sollent  dieselben  stücke  alle  teile  also  halten  unde  vollefüren  die  vorgenanten  zile 
usz  und  unser  dehein  teil  überfaren  noch  brechen,  es  were  denne,  das  wir  alle  ein- 
mütecliche  es  änderten  one  aller  slahte  geverde.  unde  süllent  ouch  dar  uff  wir  die  vor- 
genanten von  Strazburg  schaffen  und  bestellen,  das  die  Straszburger  pfennige,  die 
man  by  uns  sieht,  blibent  by    dem   silber   in   aller   der  inaszcn,   alse  man   dieselben 

V  Stroszbnrger  pfennige  jetze  sieht  ungeverliche.  und  sint  dis  die  stücke: 

[1|  Zürn  ersten,  so  sol  iederman  dem  andern  gantze  gute  unde  unbesniltene 
Stroszburger  pfennige  geben  und  wider  von  ime  nemmen,  es  sient  pfennige  gemünsset 
mit  den  engein  oder  mit  den  gilgen.  wer  ouch  derselben  pfennige  deheine  einwenig 
ungeverliche  gespalten,  also  das  der   spalt    nit   in    die   münsze   ginge,   den   oder  die 

25  pfennige  sol  man  ouch  nemen  vür  gut  unde  gebe,  weihe  pfennige  aber  in  die  münsze 
gespalten  sint,  die  sol  man  nit  nemen  in  deheinen  weg.  würde  aber  ieman  mit  dem 
andern  darumbe  stössig,  obe  pfennige  gut  oder  nit  gut  sin  soltent,  die  süllent  ire 
gebreslen  bringen  vür  die,  die  denne  in  iegeliches  unserre  stette,  dörffere,  gebiete 
und  gerillte  dar  zi'i  benemet  unde  gesät  werden!  soliche  stösse  uz  ze  rihtende.   unde 

:m  weihe  pfennig  die,  die  denne  daran  also  gesät  werdent,  vür  gut  bekennent,  die 
Pfennige  sol  die  ander  parte  nemmen  unde  sich  der  nit  widern,  unde  wer  sich  des 
darüber  widerte,  der  bessert  fünf  Schillinge,  also  dicke  er  das  düt.  unde  wenne  sie 
solieh  gelte  kiesent,  was  böses  geltes  in  denne  vürkummet,  das  süllent  sie  den  lüten 
zersniden  und  den  lüten  denne  nit  wider  geben    sie    versprechent    oder   gelobent   in 

■  denne  solieh  zersnitten  gelt  gen  Straszburg  in  die  stat  zu  dem  stocke  zi'i  entwertende 
und  du  also  swer  nuwer  pfennige  darumbe  ze  ncincnde,  doch  werent  denne  zu  Strasz- 
burg by  dem  hüter  unde  by  d<>n,  die  zu  Straszburg  darzü  gesetzet  sint,  zi'i  der  zit  nit 
so  vil  gemähter  pfennige,  das  man  eime  menschen  ombe  sin  besnitten  klein  gelt 
nuwe  pfennige  gegeben  möhte,  so  sol  doch  ein  iegelich  mensche   sin  klein   gesnitten 

io  gell  dem  hüler  und  den,  die  die  darüber  geselzet  sint,  loszen  und  die  sollent  ime 
ein  bescheiden  zil  benennen  bilze  sie  ime  nuwe  pfennige  umbe  sin  klein  gesnitten 
gell  geben  wellenl  in  solieber  bescheideiilieil,  das  nuwe  gelt  usz  den  kleinen  plennigcn 
gemäht  werden    möge,    und    welhes  zil  sie  eime  sogetanen    menschen    bencnnenl,    ulT 


484  1393 

das  zil  sol  man  ime  ouch  sin  gut  nuwe  gelt  geben  une  verzog,  und  sol  dar  ull  ein 
iegelich  mensche  sin  klein  gesnitten  gelt  by  dem  hüter  zu  Straszburg  und  by  den, 
die  dar  zu  benennet  und  gesetzet  werden,  loszen.  und  wer  das  gelt  also  nit  by  in 
liesze  und  es  wider  von  in  neme  oder  verbrante  oder  verschickete,  der  bessert  sime 
betten  und  sin  obersten  zwentzig  marck  silbers,  also  dicke  er  das  düt,  wenne  mil  » 
namen  nieman  keinen  ritter  nie  haben  sol.  es  sol  ouch  mengelieb  in  den  vorgenanten 
unsern  stetten,  dörffern,  gerihten  und  gebieten  einen  guten  rinschen  güldin  vür  zehen 
Schillinge  pfennige  nemmen  und  geben  und  nit  hoher,  noher  mag  man  sie  wol  geben 
oder  nemmen,  uszgenommen  die  offen  wehselere,  die  do  wehsei  Iribent,  die  mögent 
ein  rinschen  güldin  umbe  einen  pf'ennig  und  zehen  Schillinge  geben  und  nit  hoher,  i» 
naher  mögent  sie  in  alles  wol  geben,  und  also  mag  ouch  ein  iegelich  mensche  an 
siner  köfmanschaft  einen  güldin  umbe  einen  unde  zehen  Schillinge  geben  und  nit 
hoher,  und  wer  darüber  güldin  hoher  gebe  oder  nemme,  denne  also  vorgeschribcn 
stat,  der  bessert  zehen  pfunt  pfennige,  also  dicke  er  das  düt.  würde  aber  ein  güldin 
minre  denne  zehen  Schillinge  gelten,  so  sollent  doch  die  wehselere,  die  do  offen  wehsei  »» 
tribent,  nit  me  denne  ein  pf'ennig  an  eime  güldin"  zu  gewinne  nemen  by  derselben 
penen.  doch  wer  dem  andern  güldin  schuldig  ist,  der  mag  demme,  demme  er  denne 
güldin  schuldig  ist,  vür  ieden  güldin  zehen  Schillinge  und  einen  Stroszburger  pf'ennig 
geben,  und  wer  sich  des  widerte  zehen  Schillinge  und  einen  Stroszburger  pf'ennig  vür 
ein  gülden  zu  nemmende,  der  bessert  zehen  pfunt  pfennige.  —  item  ein  guten  m 
duckaten  sehs  Straszburger  pfennige  hoher  denne  ein  guten  rinschen  güldin  unde  nit 
hoher.  —  item  ein  nuwen  ungerschen  güldin  oder  ein  Gennöwer  güldin  vier  pfennige 
hoher  denne  ein  guten  rinschen  güldin.  —  item  ein  guten  alten  francken  nun  oder 
zehen  pfennige  höher  denne  ein  guten  rinschen  güldin.  die  vorgeschribcn  stücke 
goldes  sol  ie  eins  von  dem  andern  geben  und  nemmen  noch  vorgeschobener  wise  •« 
und  nit  hoher  uzgenommen  die  münszere  oder  wehselere,  die  mögent  an  eime  güldin 
ein  pfennig  zu  gewinne  nemmen  und  nit  me,  wie  ir  einre  ioch  den  güldin  nimet.  es 
söllent  ouch  alle  Metzer  güldin,  Lützelburger  güldin,  byslege  und  andere  soliehe 
güldin  gon  noch  irme  werde  oder  andere  stücke  goldes  nach  margzal,  doch  sollent 
die  münssere  oder  wehselere  alles  nit  me  denne  ein  pfennig  an  eime  güldin  zu  ge-  so 
winne  nemmen,  minre  mag  ein  ieglicher  wol  nemen,  wie  er  soliche  güldin  nymmet 
oder  wie  er  genant  ist. 

[2]  Es  ensol  ouch  dehein  münsser  oder  wehseler  noch  nieman  anders    deheinen 
Metzer  güldin,  Lützelburger  güldin  byslege  und  andere  soliche   güldin  under   anders 
güldin  vür  gute   güldin  hinweg  geben,  wenne  ein   iegelich   mensche   sol  ieden  güldin  35 
vür  sinen  wert  hinweg  geben,  also  vorgeschriben  stat.    und  wer  das  verbrichet,   der 
bessert  sinen  obersten  zehen  pfunt  pfennige. 

[3]  Es  ensol  dehein  münszer  oder  wehselere  noch  nieman  anders  keinen  kleinen 
beschroten  oder  besnittenen  pfennig  zersmeltzen  noch  enweg  schicken,  denne  men- 
gelich  sol  soliche  pfennige  gen  Stroszburg  zu  dem  stocke  entwürfen,  den  die  zu  40 
Straszburg  darzü  gesetzet  sint  oder  werdent,  umbe  das  das  nuwe  pfennige  dar  uz 
gemäht  werdent.  und  wer  das  verbrichet,  der  bessert  zwentzig  marck  silbers  und  den 
meineyt,  darzü  der  gesworen  het. 


1393  48T, 

Efl  ensol  ouch  delieiu  inünszcr  oder  wehseler  noch  nieman  anders  dchein  gc- 
münazei  geh  oder  silber,  wie  das  genant  ist,  hürnen,  zersmeltzen,  denne  man  sol  es 
loszen  gas  Dach  ahne  werde,  uazgenommen  was  goldes  gebrochen   ist  one  geverde. 

wer    euch     eine    mncgezeiclicnle    marg    silbers    dein    andern    git,    do    sol    die    andere 

;.  parte  die  nemmen  vnr  dro  pfunl  pfennige  und  so!  je  'ins  das  ander  ireren  mit  einer 
tnarch    umesgezeiebentes  silbers  vnr  dra  pfunt   pfennige.    and   wer  das   verbriebet, 

der  bessert  zehen  pfunl  pfennige. 

[5|  Es  sol  ouch  kein  inünszer  oder  wehseler  noeli  nieman  anders  deheinen  grossen 
pfennig  verEurnen  noch  zerbrechen   noch  en  weg  scljicken,  das  sie  verbranl  werden! 

i»   noch  erlesen  die  sweren  von  den  lüden,  und  wer  da/,  dete,  der  bessert  lip  und  gut. 

|(i|  Es  ensol  ouch  kein  münszer  oder  wehseler  noch  nieman  anders  an  keinre  nü- 

wen  niünszen.    do  man  güldin  oder  pfennige  sieht,    welher  bände  nuinsze    das  were, 

oder  slahen  wil,    wo    das    were,    weder  teil  noch  genieine  haben    noch   darzü    roten 

sliiren  oder  helffcn  in  denheinen    weg  one   alle   geverdc.    und    wer    das   breche,    der 

ir,   besser!   fünfzig  marek,  also  dicke  er  das  dete. 

[7]  Es  sol  ouch  kein  münszer  oder  wehseler  noch  nieman  anders,  uszgenummen  die 
gollsmide  in  iren  gademen,  deheine  esse  hinnan  fürder  me  haben  in  sime  huse  noch 
niergenl  anderswo,  und  wer  das  darüber  dete,  der  bessert  zwentzig  marck  und  den 
meineyt,  wenne  grosz  schade  dovon  ist  geschehen. 

20  [8]  Was  silbers  ouch  in  diseme  bystüme  gekouft,  wir!,  das  sol  nieman  uz  diseme 

bystüme  schicken  noch  schaffen  geton  werden,  wo  aber  ieman,  der  ussewendig  dis 
byslümes  silber  kouffet,  es  sie  zfi  Kollc,  zfl  Franekfurt  oder  anderswo,  das  silber 
mögen!  sie  schicken  und  füren,  war  sie  wellent  one  geverde.  brehle  aber  ieman 
silber  her  in  dis  bvsti'im  zu  verkoulfende  und  duhte  in,    wie   er   das   silber   nit    wol 

•-'..  noch  sime  willen  verkouffen  mohle,  der  mag  das  silber  wol  wider  hinweg  füren,  obe 
er  wil  one  geverde. 

[()]  Es  ensol  ouch  nieman  der  unsern  noch  nieman  von  sinen  wegen  iemanne  usz 
diseme  bystüme  engegen  oder  nochrilen  oder  varen,  das  er  ime  sin  silber  abe  kouffe 
in  deheinen  weg  one  geverde   durch    das,    daz  das  silber  dem  stocke  zu   Straszburg 

U   empfur!    werde. 

[10]  Es  ensol  ouch  nieman  enhein  silber  usz  diseme  bystüme  füren,  es  sie  gebraut 
silber,  verwurket  silber  oder  geflecket  gesehyrre,  wie  das  genant  ist,  der  kein  silber 
Inibringet,  und  wer  das  verbrichet,  dem  sol  man  das  silber  gerwe  nennen  unde  zu 
sime  libe  und  gute  rihten  und    rehtvertigen    uf  den  eit.    dis   süllent    alle    münszere, 

35  wehselere,  goltsmide,  widerkoüffer  und  koüffelerin  sweren  zu  haltende  und  zu  volle 
fürende  und  darzü,  wo  sie  beduncket  an  iemanne,  der  gebrant  silber  oder  verwireket 
silheiin  gesehirrc  koüffen  wil,  und  der  es  hinweg  schicken  welle,  das  sie  das  dem 
nit  zfi  koll'ende  gebeut  noch  nieman  von  iren  wegen,  wenne  sie  süllent  es  iren  obersten 
vorbringen,  es  süllent  ouch  alle  goltsmide  jung  und  alt  und  alle,   die  do  silber  kün- 

I»  nent  hürnen,  sweren  zi'i  den  heiligen,  das  sü  keinen  deinen  pfennig  kouffen  sollcnt 
noch  nieman  von  iren  wegen,  noch  das  sü  der  pfennige  deheinen  verbürnent  noch 
zfi  silber  machen  süllent,  noch  ouch  hinweg  schicken  süllent  in  denheinen  weg  in 
selber  noch  andern  taten,  und  süllent  das  sweren  darumbe,  das  die  kleinen  pfennige 


486  1393 

alle  zu  dem  vorgenanten  stocke  komment  und  nuwe  pfennige  daruz  gemäht  werdent, 
es  were  danne,  das  ein  erber  mensche  usz  solichem  kleinen  gelte  ime  selber  daruz 
wolte  machen  silberin  geschirre  oder  kleinnöter  ungeverliche,  das  mögen t  die  golt- 
smide  wol  verwircken  und  zu  geschirre  oder  ze  kleinnötern  machen  und  nit  anders 
one  geverde.  r> 

fll|  Wen  ouch  die  munssere  oder  wehselere  rugent,  der  assewendig  der  münszen 
wehselt  und  denne  sine  obersten  erkennent,  das  der  den  sie  geruget  haut,  soliehen 
wehsei  tribet,  das  es  mugelichen  und  notdurftig  ist,  das  er  dis  swere,  den  oder  die 
süllent  sine  obersten  solich  haben,  das  er  alle  vorgeschriben  dinge  swere  stete  zu 
haltende  glicher  wise,  also  denne  die  münszere  gesworen  hant.  und  wer  das  ver-  »o 
breche  und  nit  enswüre,  der  bessert  zehen  pfunt  pfennige,  wenne  alle  vorgeschribene 
stücke  alle  munssere  oder  wehselere  sweren  süllent  zu  haltende  in  allen  unsein 
stetten,  dörffern,  gerihten  und  gebieten,  unde  also  dicke  sich  ein  solicher  des  widerte 
zu  swerende,  der  bessert  also  dicke  zehen  pfund  pfennige,  us/.genommen  von  der 
güldin  wegen  zu  wehselnde,  das  sullent  sie  nit  sweren.  wer  es  aber  das  ein  münszer  n 
oder  wehseler  nie  gewinnes  an  golde  neme  oder  nit  hielte,  als  vor  bescheiden  ist, 
wo  denne  ein  ander  mensche  zehen  pfunt  bessert,  do  sol  ein  munsser  oder  wehseler 
fünfzig  pfunt  bessern,  alle  die,  die  do  vorbenennet  sint,  das  sü  sweren  sullent,  die 
süllent  des  eydes,  so  sie  geswerent  unde  aller  der  stücke  und  artickele  und  iegeticbes 
besunder,  so  in  denne  vorgelesen  würt  und  von  iren  wegen  verschriben  stat,  niemer  20 
ledig  sin  noch  werden  in  disen  vorgenanten  zehen  jaren,  es  were  denne,  das  es 
einmutekliehe  erloszen  würde  von  uns  obgenanten  dryen  teilen,  und  sol  ouch  dise 
vorgeschriben  puncten  stücke  und  artickele  in  allen  unsern  stellen  gerihten  und 
gebieten  die  abegonden  rete  den  nuwen  reten  in  den  eyt  befelhen  zu  haltende  und 
uff  den  eyt  zu  rihtende  und  zTi  rehtvertigen  one  alle  geverde.  und  das  alle  vorge-  m 
schribenen  dinge  unverbrochenliche  die  vorgenanten  zehen  jare  uz  gehalten,  und  vol- 
lefüret  werdent,  so  hant  zi'i  eime  woren  Urkunde  wir  die  obegenanten  Burekart  er- 
weiter byschoff  zu  Straszburg,  Worziboy  von  Swinnar  der  lantvogt  unsere  ingesigele 
und  wir  Claus  Mansze  der  meister  und  der  rat  zii  Straszburg  und  oueh  wir  die 
schultheiszen,  meistere  und  rete  der  stette  Hagenowe,  Sletzstat,  Ehenheim  und  Rosz-  30 
heim  unsere  stette  ingesigele  an  disen  brief  geton  hencken.  der  geben  wart  an 
sanete  Lucas  tage  des  heiligen  ewangelisten  in  dem  jare,  do  man  zalte  von  gottes 
gebürte  drützehen  hundert  jare  nüntzig  und  drü  jare.  und  sint  dvrre  briefe  drye 
gliche,  einre  by  uns  dem  vorgenanten  byschof  Burekarte,  der  ander  by  uns  den  obe- 
genanten lantvögte  und  riches  stetten  und  der  dirte  by  uns  den  vorgenanten  meisler  x, 
unde  rate  der  stat  z<i  Straszburg  die  ouch  by  uns  blibent. 


£C(r.  St.  A    AA.  1417.  or.  mb.  lit   pat   ohne  Siegel,  aber  mit  Sicgclxchnitten  (A). 

Ebenda  AA.  Monnaip.  lad.  24  nr   4.   or   mb.  lit   pat.  gleichfall»  mit  leeren  Siegel.iehnitten, 

Ab/Intel;  naeh  B.  Hegel.  Königshof en  S.  990-1001  (B). 


1393  487 

!(():{.  König  Wenzel  an  Straßburg  t  teilt  mit,  daß  der  für  Weihnachten  angesetzte 
SU  Im  tag  zur  völligen  Beilegung  aller  Streitigkeiten  zwischen  der  Stadt  und  ihren 
bisherigen  Feinden  bis  auf  Lichtmeß  verschoben  werden  müsse. 

Betlern  L'tU.t  October  19. 

a  Wir  Wenczlawe  von  gottes  genaden  ruinischer  künig  zii  allen    ziten    merer   des 

riches  und  künig  zii  Behcim  einbieten  dein  meister,  rate  und  burgern  gemeinlichen 
der  stat  zi'i  Strasburg  unsern  und  des  riches  lieben  getruwen  unser  gnade  und  alles 
gut.  lieben  getruwen.  wie  wol  das  sye,  das  der  edele  Worseboy  von  Swinars  lant- 
TOgl   in  Swaben  und  in  Eisassen  unser  rate  und  lieber  getruwer  an  unser  stat  zwü- 

io  sehen  üch  und  dein  erwürdigen  byschof  zii  Strasburg,  dem  hochgebornen  Bernharten 
marggrafen  zu  Baden,  dem  edeln  Eberharten  grafen  zii  Würtenberg  und  den  andern 
herren,  die  in  dem  kriege  wider  üch  by  uns  gewesen  sin,  umbe  alle  zweyunge,  die 
/wüschen  üch  und  in  noch  unverrihtet  sin,  einen  tag  bis  uf  wynaehten   gemäht  hat  />«•'»-.  ;.-,. 
in  solicher  masse,  das  alle  Sachen  in  gutem  besten  süllen  und  das  wir  ouch  zwüschen 

a  aller  heiligen  tage  den  nehsten  unsere  rete  darzii    schicken    solten,    das    alle   soliche  jvo».  /. 
Sachen  in  früntschaft  und  guten  verrihtet  wurden,  als  das  eigentlichen  in  früntschaft 
und  guten  verrihtet  wurden,  als  das  alles  eigentlichen  in  desselben  Borseboy  briefen, 
die  ir  darüber  habent,  begriffen  ist.  iedoefa  sint  der  egenante  Worseboye,  als  üch  selber 
wol  wisseullich  ist,  in  so  grosze  libes  kranckheit  gefallen    ist    und   noch   niht   daruz 

20  kuinnien,  das  er  uns  umbe  die  und  ander  sachen  mohte  besuchen  und  zu  den  Bachen 
getan  bette,  als  das  notdurft  gewesen  were.  und  dovon  so   haben   wir   mit    wol   be- 
dahtem  mute  und  rehter  wissende  den  egenanlen  tag  verlenget  biez  uf  unsere  frowen   rtbr.  t. 
tage  der  liehtmesz,  der  schierest  kummet,  und  verlengen  den  in  kraft  dis  briefes  und 
meinen,  setzen  und  wellen,  das  er  von  beiden  teilen  in  aller  massen  und  wise   biez 

■  uC  dieselbe  zit  liehtmesse  gehalten  und  verezogen  werde,  als  den  der  egenante  Wor- 
seboy biez  uf  winahten  zwüschen  üch  beidersite  verbriefet  und  vermaht  het.  und 
darumbe  gebieten  wir  üch  ernstliche  und  vesteclich  by  unsern  und  des  riches  hulden, 
das  ir  alle  sachen  bitz  uf  die  egenanlen  liehtmesse  in  gutem  besten  lassent,  als  vor- 
geschoben stat,  als  lieb  üch  sy  unsere  und  des  riches  swere  Ungnade  zu  vermiden. 

ao  so  wellen  wir  in  derselben  friste  unsere  rete  zu  üch  gen  Eisassen  schicken,  das 
soliche  sachen  gütlichen  und  früntlichen  zwüschent  üch  verrihtet  werden,  alz  wir 
ouch  daz  den  egenanten  fürsten  und  herren  sunderlichen  geschriben  haben.  geben 
zum  Beilern  des  sunnentages  nach  sant  Lucas  dage  unserre  riche  des  beheimschen 
in  dem  31   und  des  römischen  in  dem  18  jaren. 

■  Str.  St.  A.  AA.  1 12  nr.  159.  cop.  eh.  eoaev.  (Papierheft.) 
Gedr.  im  Auszug.  Rapp.   UM.  II,  nr.  379. 

Reg.  d.  Marhgr.  v.  Bad.  nr.  1601. 

1104.  Borziboy    von   Swinar   an   Strassburg:    erwartet  die   städtischen   Gesandten 
bestimmt  zum   Hagenaucr  Tage  am   28   October  und    erteilt   ihnen   sicheres   Geleit. 
«   Hagenaw  in  vigilia  Symonis  et  Jude  appostolorum  anno  1393. 

Hagenau  UM  October  27. 
Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I  pat.  c.  sig.  impr-  del. 

VI.  68 


488  1393 

805.  Borziboy  von  Swinar  an  Strassburg :  hat  auf  die  königlichen  Briefe,  welche 
sein  Bote  Andreas  Zeiger  überbracht  hat  keine  Antwort  erhalten  und  begehrt  jetzt 
solche  .  .  .  ob  ir  des  halten  wollet  oder  nicht,  als  euch  der  obgenante  mein  gnediger 
herre  der  römisch  kunig  verschriben  hat,  das  ich  es  sinen  gnaden  furbasz  zu  wissen 
tue  .  .  .  damit  König,  Fürsten  und  Herren  sich  darnach  zu  richten  wissen. 
Hagenow  am  dinstag  nach  allerheiligen  tag  anno  1393.      Ifagennu  1.393  November  4. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or   eh.  I.  cl. 


806.  Strassburg  an  Schenke  Eberhart  den  Landvogt  des  Landfriedens   am  Bhein 
und  die  Acht,  die  über  den  Landfrieden  gesetzt  sind :  antwortet  auf  die  Anforderung 
ihren  neunten  Mann  zur  Besprechung  nach  Mainz  zu  schicken,  dass  Borziboy  von   io 
Swinar,  mit  dem  sie  jetzt  gerade  zu  Hagenau  verhandelten,   dies    für   unnötig   halte. 

datum  feria  quarta  proxima  ante  diem  Martini  episcopi  anno  1393. 

139.3  November  n. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I   cl. 

Ebenda  cop.  eh.  coaev.  'r> 


807.  Wilhelm  von  Diest  an  Meisler  und  Rat  von  Slraßburg  .•  teilt  mit,  daß  er 
durch  päpstliche  Provision  zum  Bischof  von  Slraßburg  bestellt  sei  und  auf  ihre 
Unterstützung  rechne,  wenn  er  demnächst  ins  Land  komme.1 

Diest  [139.3]  November  11. 

Amici  dilecti.  cum  sanetissimus  in  Christo  pater  et  dominus  noster  dominus  20 
Bonifacius  hujus  nominis  papa  modernus  nobis  providit  de  ecclesia  Argentinensi 
per  translationem  reverendi  in  Christo  patris  domini  Friderici  nunc  episcopi  Trajec- 
tensis  ad  ecclesiam  prefatam  constat,  quod  de  jure  nullum  preter  nos  in  ecclesia 
Argentinensi  jus  habere,  prout  ex  vestris  nuntiis  ad  curiam  Bomanam  prefate  nostre 
provisionis  tempore  missis  presentibus  intelligere  potuistis  et  nuper  nostri  fideles  et  ^ 
nuntii  ad  vos  missi  clero  diocesis  nostre  et  vobis  litteris  apostolicis  desiderarunt 
insinuare.  que  tarnen  insinuatio  precum  vestrarum  instantia  per  dictos  nostros  nuntios 
et  fideles  fuit  ad  tempus  elapsum  posttergata,  quamvis  in  prejudicium  nostrum  et 
dampnum  non  modicum,  et  ne  quod  in  bonum  et  contemplacionem  vestram  factum 
nostrum  redundet  in  prejudicium  per  nos  jugiter  observatum  vestras  instantissime  30 
deprecamur  amicitias,  cum  nos  in  brevi  domino  juvante  ad  partes  nostre  diocesis 
personaliter  accedere  intendimus  de  singulis  que  ad  presens  calamo  committere  non 
possumus,  commune  nostrum  tangentibus  bonum  vobiscum  pertraetaturi  quatenus 
medio  tempore  ob  reverentiam  sedis  appostolice  nostrique  favoris  et  servicii,  que 
vobis  in  posterum  inpendere  possemus  in  prejudicium  et  lesionem  juris  nostri  et  sedis 
appostolice  contemptum  aliqua  attemptetis,  prout  sincere  de  vobis  confidimus  nee  pro 


1   Vgl.  nr.  810  die  Antwort  Straßburgs  vom  22  November. 


1393  Wü 

poaee  vcstio  attemptari  permittatia.  desaper  oobia  beoevolum  restrtun  reeponcnip  per 
preaentiuoi  latorem  uoatrum  nuncium  specialem   rescribentea.  valete  in  Christo, 
scriptum  Dvsl,  ipso  die:  beati  Martini  episcopi. 

Willielmus  de  Dyst 

electus  ecclesie  Argentinensis. 

[In  ver,so\  Prudentibue  ac  magne  eircumspectionia  viri.s  dominis  magistro  et  con- 

silio  eivilalis  Argentinensis  amieis  noslris  sineere  dilectis. 

Str.  St.  A.  AA.  1418.   or.   eh. 


iiüll.  Papst  Bonifaz  IX  an  Straßburg:    mißbilligt  die  Erhebung  Burkards  von 
10  Liltielstein  zum  Bischof  von  Straßburg  durch  das  Kapitel  und  befiehlt  den  von  ihm 
ernannten  Wilhelm  von  Biest  als  rechten  Bischof  aufzunehmen. 

Rom  13itS  November  Vi. 

Bonifaciua  episcopua  servus  servorum  dei  dilectis  filiis   magistro,   consulibus   ac 
communitati  Argentinensi  salntem  et  apostolicam    benedictionem.   intelleximus   displi- 

15  center,  qaod  licet  nos  ecclesie  Argentinensi  tunc  ex  eo  vacanti,  quod  nos  venera- 
bilem  fratrem  noslrum  Fredericnin  Trajectensem  Argentinensem  episcopum  ad  ipsam 
Trajectensem  ecclesiam  transtulimus,  de  persona  dilecti  filii  Wilhelmi  electi  Argentinen- 
sis providerimus,  tarnen  capitulum  ipsius  Argentinensis  ecclesie  Borcardum  de  Luc- 
zenstein  prepositum  ipsius  ecclesie  Argentinensis  in  ipsam  Argentinensem  ecclesiam 

20  ausu  temerario  intruserunt  et  ejus  castra  sibi  tradiderunt,  qui  ea  detinet  oecu- 
pata  ipsum  electum  quominus  possessionem  ipsius  Argentinensis  ecclesie  et  ejus 
castrorum  assequatnr  impediendo  quodque  vos  ipsum  electum  in  patrem  et  pastorem 
animarnm  vestrarum  reeipere  recusatis  in  magnum  animarum  vestrarum  periculnm, 
ipsius  ecclesie  et  electi  non  modicum   detrimentum,   apostolice  sedis   contemptum   et 

m  scandalum  plurimoram.  de  quo  plurimum  miramur  et  devotioni  vestre  compatimur  et 
vehementius  condolemus  cum  semper  pre  ceteris  vos  peculiares  filios  et  devotos  nostros 
reputaverimus  et  reputemus.  quapropter  devotionem  vestram  in  domino  exhortamur 
vobisque  in  virtute  sanete  obedientie  preeipiendo  mandamus,  quatinus  pro  nostro  et 
apostolice  sedis  reverentia  et  animarum   vestrarum   salute,  expulso   exinde  dicto   in- 

30  truao  et  semotis  quibuseunque  obstaeulis,  ipsum  Wilhelmum  electum  tanquam  patrem 
et  pastorem  animarum  vestrarum  devote  reeipientes  et  debita  honorificentia  prose- 
(|ii('iilcs  ipsius  electi  monitis  et  mandatis  bumiliter  intendatis  ita,  quod  ipse  in  vobis 
devotionis  filios  et  vos  in  eo  per  consequens  patrem  invenisse  benevolum  gaudeatis 
procerto  scituri,  quod  si  monita  et  mandata  nostra  quod  non  credimus  adimplere  forte 

35  contempseritis  apostolice  auetoritatis  partes  aliter  apponemus.  datum  Rome  apud 
Sanctumpetrum  id.  novembr.  pontificatus  nostri  anno  quinto. 

Joh.  de  Maleficz. 

[In  verso]  Dilectis  filiis  magistro,  consulibus  ac  comunitati  civitatis  Argentinensis. 
Str.  St.  Ä.  AA.  1418.  ü.  or.  mb   l.  d.  Das  Siegel  ist  herausgeschnitten. 


490  1393 

809.  Cardinal  Philipp  von  Alencon  an  Straßdur  ff:  bittet  im  Namen  des  Papstes, 
den  durch  Provision  bestellten  Bischof  Wilhelm  von  Diest  anzuerkennen  und  ge- 
bührend aufzunehmen  Jtom  1393  November  20. 

Egregii  potentes  amici  carissimi.  de  catholico  vestre  devotionis  eultu  et  sinceritate 
fidei,  qua  sanctissimum  dominum  nostrum  Bonifaeium  papam  Villi  verum  in  terris  5 
Christi  vicarium  in  eonfessione  pura  fatemini,  nos  monet  ex  certo,  ut  circumspectiones 
vestras  attento  studio  sollicitemus,  quatenus  cerla  provisione  per  dictum  dominum 
nostrum  papam  cum  debita  et  mulla  maturitate  facta  nobili  et  dilecto  consangui- 
neo  nostro  domino  Guillelmo  de  Diest  de  venerabili  ecclesia  vestra  Argentinensi  dili- 
genter  attendere  velitis,  cum  in  his,  que  salutem  concernunt,  non  liceat  filiis  mandatis  10 
patris  obviare  vos  enim  de  dicta  provisione  sufficienter  instructos  credimus  adjuranlcs 
si  rebellium  suasionibus  in  ea  parte  crederetis.  eapropter  in  Christo  dilecti  amicitias 
vestras  affectuose  rogamus,  quatenus  mandatis  apostolicis  vos  omnimodo  obtemperantes 
placeat  dictum  dominum  Guillelmum  verum  episcopum  vestrum  cum  devotione  debita 
et  alacritate  sincera  apud  vos  admittere,  recipere  et  tanquam  verum  episcopum  15 
vestrum  in  omnibus  tractare  et  a  quibuslibet  dicte  ecclesie  subditis  ut  talem  honorari 
et  tractari  procurare  velitis.  scientes  indubie  altissimum  tot  et  tantis  probitatum  et 
virtutum  meritis  dicti  episcopi  vestri  insignivisse  personam,  quod  merito  gaudebitis 
vobis  salubriter  provisum  de  dicto  episcopo  extitisse.  datum  Rome  mensis  novem- 
bris  die  XX0  ind.  prima.  2° 

[In  verso]  Egregiis  et  potentibus  viris  magistro  .  .  consulibus  et  universitati 
civitatis  Argentinensis. 

Philippus  de  Alenconio  episcopus  Ostiensis  et  cardinalis. 
Str.  St.  A.  AÄ.  1418.  or.  eh.  I.  cl.  c   s.  i.  v.  del. 

810.  Slraßburg   an   Wilhelm  von  Biest  als   neuernanntem  Bischof  von  Straß-  25 
bürg :  teilt  mit,  daß  es  in  dem  Bistumsstreit  völlig  neutral  sei.       1393  November  22. 

Dem  erwurdigen  herren,  herren  Wilhelme  von  Diest  embieten  wir  Claus  Mansze 
etc.  unsern  fruntlichen  dienst  und  was  wir  eren  und  gutes  vermügent.  lieber  herre. 
als  ir  uns  verschriben  habent,1  wie  das  ir  versehen  sient  zu  der  stift  in  unsere  stat 
zu  einem  byschofe  und  darzö  nieman  anders  reht  habe  danne  ir,  und  das  wir  üc-h  30 
an  uwerme  rehten  nit  hindern  wöllent,  do  wiszent,  das  wir  einveltige  leyen  sint  und 
uns  umbe  uwere  und  uwers  Widersacher  sache  nit  verstant  und  uns  ouch  nit  ane 
gont  und  ouch  iemanne  nöte  an  sinen  rehten  hindertent.  do  mögent  ir  uwer  reht 
suchen,  obe  ir  wellent  unschedelich  unserre  stat,  unsern  burgern  und  den  unsern, 
also   wir   uwern   gnaden   des   wol   getruwent.  datum   die   beate   Cecilie   virginis  35 

anno  1393. 

Str.  St.  A.  AA.  1418  nr.  1.  cop.  eh.  coaev. 


i   Vgl.  nr.  807  den  Brief  Wilhelms  vom  11  November. 


1393  *0i 

»11.  Nicolaus  episcopus  Spirensis  an  Straszbnrg:  wir  danken  och  gar  flizzeküch, 

daz  ir  uns  die  frunlschafft  hant  bewiset  mit  uwerm  zolle  ze  laszen  und  auch  sust 
haut  laszen  fürderlich  sin  Walther  Buman  unserm  borgen  zu  Luterborg  die  selben 
wine  zu  bestellen  .  .  .  bittet  seine  Vermittlung  anzunehmen  in)  einer  Streitsache 
mii  seinem  Amtmann  zu  Bpeier  Swartz  Reynbart  von  Sickingen  .  .  sunderlich  die 
wile  er  ueh  keinen  schaden  davon  getan  bat.  datum  Utenheim  feria  tercia  post 

Andreae  ap.  a.  d.  etg,  »3,  Utenheim  1*9»  Decemter  9. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P   lad.  215  nr.  1.  er.  eh.  Ut.  et 


81?.  Strassburg  an    Bischof  Nicolaus   von    Speier  antwortet   auf  obigen   Brief: 

io  Sickingen    habe    einen    ihrer    Bürger    mehr   als  30  Wochen    gefangen  gehalten,  mehr 

denn  100  Gulden  Wert  genommen  und  ihn  dann  um  mehr  als  200  dulden  gesehätzt. 

Wenn  er  das  wiederkehren  wolle,  seien  sie  gerne  zu  einem  Tage  bereit.  datum 

feria  quarta  proxima  ante  diem  S.  Lueie  Virginia  a.  d.  etc  015.      1899  December  10. 

G.  U.  P.  lad.  215  nr.  1.  cop.  mb.  coaev. 

15  »13.  Die  Slraßburgcr  Gesandten  Hans  von  Kageneck  und  Andreas  Heilmann 

an  ihre  Stadt:  berichten  von  ihrer  Reise  nach  Böhmen  und  den  politischen  Verhält- 
nissen daselbst.  [Nürnberg]  1393  December  IS. 

Unseren  gewiligenn  dienst   befor  und   alles   gut.    liebenn    herenn.    wir   lont   üeh 
wissenn,  daz  uns  der  marggrofe  und  der  vonn  Wirttennberg  und  öch  die   von   Oet- 

üo  tingenn   gar   genedeklichenn   und   früntlichenn    unns   geleittet   und   geschenken  hant, 

daz  wir  üch  zu  rumende  hant.  wissent  öch,  daz  wir  uf  disenn  für  gangenn  samestag  o«*r. «. 
gen   Nüerennberg    kumen   sint,    und   santent   zu    stunt  uweren   und  unsern  brief  zu 
heren  Heinrich  vonn  Appesberg.  do  antwurtte  er  uns    mit    diseme  briefe,    der  herin 
beslossenn  ist.1   do  santten  wir  Kieselin  zu  stunt  zu    üme,    und    der    rette   mit   üme 

H  noch  unserme  geheisse,  daz  er  zu  uns  kunionn  ist  gen  Nüerenberg.  und  wir  hant 
mit  üme  geret,  daz  er  mit  uns  ritten  wil  gen  Behem.  dez  sint  wir  zi'imole  fro, 
«renne  wir  one  in  nüt  Iniwettcnn  zu  schaffende,  och  wissenn,  daz  marggrofe  Jost 
vonn  Merhern  und  sin  brüder  grossenn  krieg  mittenander  hant,  und  der  künig  vonn 
Ungern  und  hertzoge  Obereth  vonn  Oesterich    helffenn  marggrofe   Jost.    und  het   der 

so  ander  marggrofe  Brokorp  kein  ander  helffe  dene,  daz  er  in  unsers  herenn  dez  kü- 
nlges  slos  us-  und  inrittet,  so  het  der  künig  vonn  Ungern  einenn  gar  heftigenn  er- 
neslichenn,  undugenlichen  brief  geschiket  unserme  herenn  demm  künige,  dovon  mit 
zit  sribenn  ist,  also  uns  daz  alles  geseit  ist.  uns  ist  öch  geseit,  daz  ein  grosse  sa- 
nienunge  in  Mereren  si.  was  derus  werde,  daz  wissenn  wir  nüt.    ouch  wissenn,  daz 

35  hertzoge  Friderich  von  Peigern  dot  ist.  wissent  öch,  daz  der  büschof  vonn  Bobcnnberg 
und  der  büschof  vonn  Wirtzeburg  und  der  burggrofe  von  Nüerennberg  und  hertzogenn 


1  Liegt  nicht  mehr  vor. 


492  1393 

Klemenn  rette  und  ander  heren,  die  do  umbe  gesessen  sint,  ein  gros  heimelich  ge- 
spreche gehebet  hant  zii  Nüerennberg.  was  aber  der  sachen  si,  daz  wissent  wir  nut, 
wene  daz  geseit  ist,  daz  in  die  grossenn  dienste  nüt  wol  gefallent,  die  ritter  und 
kneht  demm  andern  diint.  und  süllent  die  korfürstenn  uf  dem  Rine  und  die  forge- 
nanttenn  heren  und  die  richstette,  die  derzi'i  gehören,  kürtzlichenn  züsammene  kumen  s 
zii  Mergeltheim  und  von  demsellen  dienste  und  anderer  sachen  underreden.  daz  ist 
uns  für  wor  geseit.  und  deruf  het  der  landfride  zii  der  Nuwenstat  offenlich  fürkünden, 
daz  niemann  denn  anderen  angriffenn  stille  unerfolget.  wer  daz  dette,  daz  wel  menn 
richtenn  und  rehtfertigenn  für  ein  röp.  wissen  öch,  daz  der  kiinig  kräng  ist.  und  her 
Burschebo  lit  öch  kräng  bi  Dachöwe  und  ist  noch  nit  zii  unserme  herenn  dem  künige  10 
kumenn.  ander  merenn  wissen  wir  zii  dirre  zit  nüt.  empfindenn  wir  üt  fürbasser, 
daz  lont  wir  üch  wissenn.  was  uwers  willenn  ist,  daz  lont  uns  wissenn.  öch  wissenn, 
daz  wir  also  morne  vonn  Nürenberg  rittenn,  wene  uns  herre  Heinrich  vonn  Appes- 
berg  gesumet  hett.         gebenn  an  dunderstag  for  sant  Dummans  dag  in  demm  93  jore. 

Hans  vonn  Kagenecke  und  Anderes  Heilman.  15 

[In  verso)  Denn  erberen  wissenn,  demm  burgermeisteren  und  dem  rat  zi'i  Stras- 
burg unseren  lieben  herenn  dari  debet. 

Str.  St.  A.  AA.  115.  or.  eh.  I.  d. 

Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  215. 

Reg.  d    Markgr.  v.  Bad.  nr.  160'J.  20 


814.  Bruchstück  einer  Miinzordnnng.  [1398.]\ 

[1]  Also  ein  giildin  vür  10  sol.  den.  gesetzet  ist,  do  sol  ie  eins  daz  ander  mitte 
weren  ein  güldin  vür  10  sol.  den.  und  sol  ouch  ie  eins  von  dem  andern   ein  güldin 
vür  10  sol.  den.  nemen,   es  sie  an  zinsen,  gülten,   schulden    oder  köfmanschaft,   wie 
daz  genant  ist.  und  sol  in  nieman  höher  geben  noch  nemen  in  denheinen  weg.  und  wer  «5 
daz  verbrichet  der  bessert  5  U. 

[2]  Fürbasser  ouch  daz  denne  armelüte  nit  zu  gar  swerliche  besweret  werdent 
und  zii  vaste  an  den  kleinesten  pfennigen  verlierent,  do  ist  man  eins  erber  mannes 
überkumen,  der  an  der  münszen  sitzen  sol  und  der  lüte  sol  do  warten  und  in  sol 
grosse  pfennige  umbe  kleine,  die  durch  die  riter  vallent,  geben,  und  sol  man  eime  30 
iegelichen  menschen,  daz  do  ein  lot  swer  kleiner  pfennige  bringet,  die  durch  die 
riter  vallent,  zwo  untze  pfennige  geben,  item  umbe  ein  halb  lot  ein  untze.  item  umbe 
ein  quinsin  zehen  pfennige  und  darnoch  noch  margzal.  do  verlüret  die  stat  an  iedem 
lote  süben  pfennige.  und  sol  man  usser  den  kleinen  pfennigen  andere  pfennige  machen, 
dieselben  pfennige  wil  man  also  gut  machen,  also  die  besten  gantzesten  unbesnitten  35 
pfennige  ietzent  sint.  und  sol  man  mit  namen  zwei  pfunt  und  ahte  Schillinge  pfennige 
uff  ein  marck  gen.  do  wurt  ein  marck  sehtzehen  pfennige  besser,  denne  eine  marck 
ietzent    ist.    dieselben  nüwen    pfennige    sol    man  zeichen,    alse    die    ersten    pfennige 


1  So  datiert  nach  den  Währungsbestimmungen  von  1393. 


1393  403 

gezeichent  sint,  doch  daz  der  gekürnete  rauft  an  daz  ende  gemäht  sol  werden,  und 
wo  darüber  ein  solich  nuwe  pfennig  an  den  körner  geruret  oder  gesnitten  würde, 
den  sol  man  darnach  nit  me  nemen. 

[3]  Es  ensol  nieman  den  andern  trengen  oder  nötigen  kein  klein  gelt  zu  nemende, 

i  wer  daz  darüber  dete  und  ieman  also  trengete  oder  nötigete  solich  klein  gelt  zi'i 
nemende,  der  sol  bessern  5  fi.,  alz  dicke  er  daz  diit.  und  sollent  daz  meister  und  rot 
rihten  und  rehtvertigen  uff  den  eyt  alz  ein  murde  und  ein  dotslag,  es  werde  geklaget 
oder  nit.  und  sollent  es  alle,  die  in  dem  rote  sint,  unde  alle  scheffele  rügen  und 
vürbringen  by  irme  eyde. 

io  [4]  Es  sol   nieman   kein  gemünszet   gelt  noch  silber,   wie  daz  genant  ist,  weder 

erlesen,  zerbrechen,  zersmeltzen,  noch  hinweg  schicken  in  deheinen  weg.  wer  daz 
verbrichet,  der  bessert  fünf  jor  von  unserre  stat  und  git  zehen  marg  silbers. 

[5]  Wer  es  ouch,  daz  ieman  keine  unerkentliche  münsze  hette  oder  gewünne, 
die  nit  genge  und  gebe  were  und  der  er  gerne  abekeme,  soliche  münszen,  es  sie  von 

15  golde  oder  von  silber,  sol  ein  ieglicher  mensche  dem  hüter  oder  dem,  der  von  der 
stette  wegen  an  der  münszen  sitzet,  entwurten  also  gantz.  und  der  sol  dem  menschen 
also  vil  darumbe  geben,  also  solich  gelt  denne  wert  ist.  und  usser  dem  unerkent- 
lichen  gelte  sol  men  denne  anderre  nuwe  pfennige  machen,  und  süllent  daz  die 
münsere  sünderliche  sweren.   doch  sollent  die   goltsmide  daz  halten  mit  verguldende 

2»  oder  mit  kleinnöttern  zi'i  machende,  alz  daz  von  alt  her  komen  ist  on  geverde. 

[0]  Es  sol  ouch  kein  unser  burger  noch  nieman  der  unsern  noch  nieman  von 
iren  wegen  an  keiner  nuwen  münszen,  do  men  pfennig  sieht  oder  slahen  wil,  wo  <l;iz 
were  weder  teile  noch  gemeine  haben  noch  darzii  roten  helffen  oder  sin  stüre  darzü 
di'in  in  denhein  weg  one  alle  geverde.  und  wer  daz  verbrichet,  der  bessert  zehen  jor 

25  von  der  stat  und  git  zwentzig  mark  silbers. 

[7]  Es  ensol  ouch  nieman  von  dem  andern  keinen  kleinen  pfennig,  der  durch 
unser  riter  vellet,  noch  keinen  andern  bösen  pfennig,  es  sient  Heidelberger,  Mansheimer 
oder  anderre  böse  pfennige,  nemen.  wer  daz  verbrichet,  der  bessert  5  iL  und  wil  man 
ouch  lüte  darüber  setzen,  die  dieselben  pfennige  zersnident,  und  sunderliche  so  sollent 

3»  alle  unserre  ungeltere,  an  weihen  ambahten  die  sint,  scheren  by  in  haben  und  solche 
böse  pfennige  zersniden,  durch  daz  man  der  kleinen  und  der  bösen  pfennige  abe 
kunime. 

Dis  hant  alles  schöffel  und  amman  erteilt. 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaie  lad.  24  nr.  13.  conc.  eh. 


IUI).  Bruchstück  einer  Miinzordnung .  [13»3.]> 

[1]  Es  süllcn  alle  münser,  die  zi'i  bang  sitzen  und  wessel  triben  und  die  über 
fünfzehn  jar  all  sint,  sweren  an  den  heiligen  einen  guten  rineschen  güldin  vür  zehen 
Schillinge   pfennige  zu  nemende.    und  mögent  in  herwider   us  geben   umb  einen  und 


1  So  zu  datieren  nach    den   Währungsbestimmungen   von   1393.     Vgl.  Cahn,  Munt-  und  Oeldgesch. 
*o  von  Strasburg. 


494  1393 

zehen  Schillinge  pfennige  und  nüt  hoher,  item  einen  ungerschen  güldin,  einen  behein- 
schen  güldin,  einen  Gennöwer  guldin  oder  einen  duckaten  süllent  sü  umb  eilfthalb 
Schilling  nemen.  und  mügent  in  umb  einen  und  eilftehalb  Schilling  herwider  usgeben 
und  nit  hoher,  zu  glicher  wise  süllent  sü  einen  alten  francken  um  eilf  Schillinge 
nemen  und  umb  einen  und  eilf  Schillinge  her  wider  us  geben  und  nüt  hoher,  also  5 
süllent  sü  öeh  nobel  und  schilt  noch  margzal  nemen  und  geben  one  geverde.  noher 
mügent  sü  die  vorgenanten  güldin  alle  wol  geben. 

[2]  Sü  süllent  och  by  demselben  eide  keyn  gemünset  golt  noch  silber,  wie  das 
genant  ist,  weder  erlesen,  zerbrechen,  zersmeltzen  noch  enweg  schicken  in  deheinen 
weg.  wer  es  öch,  das  ir  keiner  kein  unerkentliche  münse  hette  oder  gewüne,  die  nüt  io 
genge  und  gebe  were,  und  der  er  gerne  abekeme,  soliche  münsze,  es  sy  von  golde 
oder  von  silber,  süllent  sü  dem  hüter  oder  dem,  der  von  der  stette  wegen  an  der 
münsen  sitzet,  entwürten  also  gantz  und  der  hüter,  oder  der  von  der  stette  wegen 
do  sitzet,  sol  dem  münser  also  vil  darumb  geben,  also  solich  gelt  danne  wert  ist. 
und  usser  dem  unnerkentlichen  gelt  sol  man  danne  ander  nuwe  pfennige  machen.       15 

[3]  Es  ensol  och  irre  keiner  noch  nieman  von  iren  wegen  an  keiner  nuwen 
münsen,  do  man  pfennige  sieht  oder  slahen  wil,  wo  das  were,  weder  teil  noch  gemein 
haben  noch  darzü  raten,  sturen  oder  helfen  in  deheinen  weg  one  alle  geverde.  und 
wer  das  verbrichet,  der  bessert  zehen  jar  von  der  stat  und  gyt  zwentzig  marg  silbers. 
was  silbers  öch  unser  burger  oder  die  unsern  in  unser  stat  oder  in  disem  bistüm  20 
köffent,  das  süllent  sü  nüt  von  der  stat  schicken  noch  schaffen  getan  werden  in 
deheinen  weg.  wo  aber  unser  burger  oder  die  unsern  anderswo  uswendig  dis  bistümes 
silber  köffent,  es  sy  zu  Franckenfurt,  zu  Kölle  oder  anderswo,  das  silber  mügent  sü 
schicken  und  füren,  war  sü  wöllent  one  geverde.  breht  aber  ein  lantman  silber  herzi'i 
verkoffen  und  duhte  in,  wie  er  das  silber  nüt  wol  noch  sinen  willen  verkofl'en  muhte,  ^ 
der  mag  das  silber  wol  wider  enweg  füren  one  geverde.  welre  lantman  also  silber 
zi'i  unserm  stog  bringet,  dem  sol  Klein-Hens  Pfaffenlap  oder  der,  der  von  unserre 
stette  wegen  do  sitzet,  sehs  güldin  umb  ein  marg  silbers  geben. 

[4]  Es  ensol  aber  kein  lantman  noch  nieman  anders  kein  silber  von  unser  stat 
füren,  es  sy  gebrant  silber,  verwürcket  silber  oder  gefleckete  (ge)schirre,  wie  das  30 
genant  ist,  der  kein  silber  herbringet,  und  wer  das  verbrichet,  dem  sol  man  das 
silber  gerwe  nemen  und  zu  sime  libe  und  gut  rihten  und  rehtfertigen  uf  den  eit. 
dis  süllent  alle  münser,  die  zu  bang  sitzent  und  wehsei  triben,  alle  goltsmide,  alle 
underköffer,  die  domitte  umbe  gont,  und  och  alle  köffeler,  die  do  mitte  umb  gont, 
sweren  an  den  heiligen  zu  haltenden  und  zu  foliefüren,  sü  söllent  och  sweren,  wo  k 
sü  beduncket,  wo  iemanne  der  gebrant  silber  oder  verwürcket  silberin  geschirre 
koffen  wil  und  der  es  enweg  schicken  wolle,  das  sü  es  dem  nüt  zu  köffe  geben, 
wenne  sü  süllen  es  meister  und  rat  rügen  und  fürbringen. 

Str.  St.  A.  AA.  lad.  21    nr.  13.  conc.  eh. 


13Ö4  ifO 

816.  Bruchstück  einer  Miinzordnung .'  [1303.] 

[lj  Man  sol  mit  namen  keine  andere  böse  pfennige  nemen,  es  sient  Heidelberger, 
Mansheimer  noch  keine  andere  böse  pfennige. 

[2]  Die  pfennige,  die  also  bescheidenliche  besnitten  sint,  sol  man  ein  wile  loszen 

r>  also  gen,  durch  daz  die  menige  zi'i  stunt  nit  z.i  gar  swerliche  besweret  werdent.  doch 
so  sol  man  harnocli,  so  man  erste  mag,  darüber  sitzen  und  versorgen,  daz  man  die- 
selben bescheiden  besnitten  pfennige  ouch  nit  me  neme. 

[3|  Also  man  ein  güldin  vür  10  sol.  den.  gesetzet  und  ie  eins  daz  ander  domitte 
weren  sol  und  in  eins  von  dem  andern  nemen  sol,  es  sie  an  Zinsen,  gülten,  schulden 

io  oder  an  koufinanschaft,  wie  daz  genant  ist,  do  sollent  die  münsere  ein  guten  rinschen 
güldin  vür  zehen  Schillinge  nemen  und  herwider  uszgeben  umbe  einen  und  10  sol. 
und  nit  hoher,  minre  mögent  sie  wol  nemen.  also  sollent  sie  ouch  alle  ungersche, 
bchemsche,  Gennöwer,  [Florentiner]2  duckaten  güldin  umbe  10'/»  sol.  nemen  und 
her  wider  uszgeben  umbe  einen  und  10  '/2  toL  und  nit  hoher,  noher  mögent  sie  sie 

'•  wol  geben,  zu  glicher  wise  sollent  sie  ein  allen  francken  umbe  1 1  sol.  nemen  und 
umbe  einen  und  11  sol.  gelten  und  nit  hoher. 

[4]  Also  man   ouch  ein  erber   man  an  die    münsze   setzen  sol,    der   der  lüte  do 
warten  sol  und  in  grosze  pfennige  umbe  kleine,  die  durch  die  riter  vallent,  geben  sol, 

■   do  sol  man  eim  iegelichen  menschen,  der  do  eins  lotes  sweres  kleiner  pfennige  bringet, 

80  die  durch  die  riter  vallent,  3  sol.  den.  geben,  umbe  ein  halb  lot  18  den.  und  umbe 
ein  qwinsin  i)  den.  und   das  noch  margzal.    do  verluret  die  stat  an   iedem  lote  uf  3 

Iden.  [und  nit  me].3 

25  Strassburg  wegen  der  Ankündigung  künftiger  Fehden  durch  Pfalzgraf  Ruprecht  II. 
gemachten  Satz.  1MA  J<muar  2. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  165.  or.  eh. 
Reg.  Koch  und  Wille,  nr.  6725. 

Ulli.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Rat  zu  Strassburg:  beglaubigt 
so  als  seinen  Abgesandten  Heinrich  von  Mülnheim.      Pforczheim  feria  seeunda  ante  Epi- 
phanias domini  anno  1394.  Pforzheim  23M  Januar  8. 

Str.  St.  A.  AA  85.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Beul.  nr.  1610. 

1  Wohl  wenig  später  erlassen  als  die  beiden  obigen  Ordng.  in  demselben  Jahre,  als   sich  die  darin 
85   getroffenen  Maßregeln  zum  Teil  als  unpraktisch  erwiesen  hatten. 

2  gestrichen  und  duckaten  darüber  geschrieben,  eh. 

3  ist  gestrichen. 

VI.  68 


Str.  St.  A.  AA.  Monnaie  lad.  24   conc.   eh. 


iS9S 


496  1394 

819.  Rechnung  sahlag  e  über  einen  durch  Cüntze  Lentzelin  im  Auftrage  der  Stadt 
besorgten  Silberverkauf.  1394  Januar  8. 

Also  ich  Cüntze  Lentzelin  .  .  .    oles  unser  herren   meister  unde  rote   verrechent 
daz  silber,  daz  mir  befolhen  wart,  das  lant  abe  ze  fürende  zu  verköffende  und  ouch 
die  guldin,  die  ich  innam  von  den  köffen,  die  die  stat  von  Straszburg  zu  Mentze,  zu  » 
Spire  und  zu  Franckfurt  verköft  hant,  also  daz  in  miner  rechenunge  davor  in  diseme 
kostbüche   eigenliche  verschriben   stot.     und   ich    an  derselben   rechenunge   schuldig 
bleip  zu  verrechende  drü  dusent  guldin,  vierhundert  güldin,  sehtzig  unde  fünf  guldin. 
und  mir  darnach  Hug  Süsze  ouch  gegeben  fünf  hundert  güldin  zu  eineme  mole  und 
dar  noch  aber  hundert  und  drissig  güldin  zinse  do  niden  an  im  lande  usz  ze  rihtende,   «o 
sepli»:29    die  do  vielent  uff  sante  Michels   tag  und  sante  Martins  tag  noheinander  aller  nehest 
vergangen,     do  ist  zu  wiszende,  das  ich  von  dem  vorgenanten  gelte  wider  uszgegeben 
unde  geentwurtet  habe  zwey  dusent  güldin  und  vierhundert  güldin  Hug   Süszen.    so 
habe  ich  von  den  vorgenanten   guldin  gegeben   und  geentwurtet   sehshundert   güldin, 
fünfzig  güldin,   zwene  güldin  und   fünf  grossen   den  personen  zu  Mentze,   den   sovil   « 
güldin  uff  der  stette  von  Stroszburg  uff  sante  Michelstag  nehest  vergangen  von  lipge- 
dinge  verfallen  was. 

So  habe  ich  geben  und  geentwurtet  hundert  güldin,   zwentzig   güldin    und   ahte 
güldin  gen  Franckfurt  den  personen,  den  die  stat  lipgedinge  und  widerköffe  verfallen 
s«p«>r.M.  was  zu  gebende  uff  sante  Michels  tag  nehest  vergangen.  20 

Item  so  habe  ich  gegeben  und  geentwurtet  gen  Spire  fünf  hundert  güldin,  zwentzig 
guldin  minre  den  personen,  den  die  stat  lipgedinge  und  widerköffe  verfallen  waz  zi'i  gebende 
Nmbr.  h.  zu  sante  Martins  tag  nehest  vergangen. 

Item  so  habe  ich  gegeben  und  geentwurtet  hern  Heinriche  zum  Jungen  zu  Mentze 
zwey  hundert  güldin,  zwentzig  güldin  unde  einen  güldin,  die  man  schuldig  was  ouch  25 
von  der  Rinbrucken  wegen. 

[Item  so  habe  ich  geben  viertzig  güldin  und  drie  grossen  herrn  Cünrat  Armbroster 
umbe  gezüg  zu  armbrosten.  der  gezüg  ist  der  stette.]1 

Item  so  habe  ich  geben  Hans  Fritzen  von    Spire    dem  eiltern  ahtzig  güldin   und 
einen  güldin   vür  den  underköff  und   zoll,  den  die  stat   schuldig  was   von    der  köffe  so 
wegen,  die  zii  Spire  geschohent. 

Item  so  habe  ich  geben  fünfzig  güldin,  sehs  güldin  und  fünf  grossen  Heitze 
Schencken  zu  Mentze  von  des  underköffes  wegen,  den  die  statt  geben  moste  von  den 
köffen   der  lipgedinge,  die  die  stat  verköft   hat  zu  Mentze. 

Item  so  habe  ich  uszgegeben  25  guldin  minus  8  grossen  in  vilerleyge  wege  daz 
silber  in  vasz  zu  slahende,  daz  hinabe  geschicket  wart,  hinabe  zu  fürende,  zi'i  under- 
köffende,  zi'i  wegende,  zd  underköffe,  knehten  zii  lone  und  zu  zerunge,  die 
güldin  herwider  uffe  zu  bringende  und  in  vil  ander  wege.  und  do  daz  innemen 
und  uszgeben  alles  gegen  ein  ander  uff  gehaben  und  abegeslagen  wart,  do  bleip  ich 
der  vorgenante  Cüntze  Lentzelin  an  der  obgenanten  rechnunge  schuldig  50  güldin 
unde  drie  grossen,  die'  ich  ouch  Hug  Süszen.  .  .  . 


1  Gestriclien. 


1394  *     4<J7 

Actum  feria  quinta  proxima  post  diem  festi  epiphanie  dorn  Im  anno  94.  und 
wm-ent  by  diser  rechenunge  her  Claus  Hiliter,  dem  man  sprichet  Dütscheman,  her 
Claus  Berer,  Claus  Klobcloch  und  .lacop  Fryburg  etc. 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaie.  lad.  24.  nr.  8.  conc.  eh. 


5  820.  Meister  und  Rat  von  Straßburg   ersuchen    Wilhelm   von   Diest  erwählten 

Bischof  von   Slraßburg,   einen   Sühnelag    mit   Burchard  von  Lülzelstein  in  ihrer 
Stadt  anzusetzen,  und  sichern  ihre   Vermittlung  und  Hülfe  zu.        1394  Januar  10. 

Dem  erwurdigen  herren,  herren  Wilhelm  von  Dyest  embieten  wir  Claus  Manse 
der  meister  etc.  unsern  fruntlichen  willigen  dienst,  gnediger  herre.     uns  hant  uwere 

1«  (Winde  und  erbern  botten  uwer  meynunge  wol  geseit  und  wände  wir  sunderliche  gerne 
sehcnl,  daz  die  sache  also  von  dez  bystfimes  wegen  von  Strazburg  früntliche  und 
gütliche  verrihtet  und  übertragen  möhte  werden,  darumbe  so  bittent  wir  uwer  gnode, 
das  ir  einen  gutlichen  dag  mit  hern  Burekarte  von  Lützenstein  in  unserre  stat  leisten 
wellent,    so   wellent   wir   allen  unsern    ernste   darzu   keren    und   versuchen,   obe   ir 

15  früntliche  mitenander  verrihtet  und  übertragen  werden  mügent.  und  wellent  ir  den- 
selben dag  also  in  unserre  stat  leisten,  so  länt  uns  den  dag  zitlich  vorhin  wissen  und 
benennent  uns  denselben  dag,  wenne  er  sin  sülte,  so  süllent  ir  denselben  dag 
und  vier  dag  darnach  des  nehsten  getröstet  sin  und  die  mit  uch  varent  in  unserre 
stat  zu  Strazburg  und  zu  uns  und  von  uns  zu  farende  vür  uns  und  die  unsern  und 

8o  vür  herrn  Burekart  von  Lützelstein  und  die  sinen.  und  zu  glicher  wise  süllent  och 
dieselbe  zit  gelrostet  sin  herr  Burekart  von  Lützelstein  und  die  mit  ime  varent  ume 
üch  und  die  uwern.  also  werdent  ir  uf  demselben  dag  nit  mittnander  verrihtet,  das 
danne  ir  und  die  uwern  widerumbe  von  uns  varent  unschedeliche  uns  und  den  unsern. 
und  hant  ihr  darnach  ützit  von  uwern  wegen  zu  vordernde,  daz  mügent  ir  tön  und 

■  sient  uch  darnach  alle  uwere  rehte  behalten,  und  wissent,  daz  wir  dis  ouch  also 
geworben  hant  mit  unserre  erbern  bolschaft  an  herrn  Burekart  von  Lützelstein.  uwer 
entwurte  wellent  uns  darumbe  wider  lassen  wissen.  datum  sabbato  proximo  post 
diem  santi  Erhardi  episcopi  anno  domini  1394. 

Str.  St.  A.  AA.  1418.  conc.  eh. 


ao  821     Willi elm  von  Diest,   Erwählter   von    Straßburg  an  die  Stadt  Sirassburg  : 

ist  bereit  vor  dem  Rat  einen  Sühnetag  mit  Burchard  von  Lützelstein  zu  leisten. 

[1394]  Januar  11. 

Den  erbern  wisen  und  bescheiden,  dem  meister  und  dem  rate  zu  Strazburg  cn- 
buten  wir  unser  liebe  und  l'rünlsehaft  in  ganlzen  truwen.  und  alz  ir  uns  geschriben 
35  hant,  das  wir  einen  dag  wellent  leisten  mit  her  Hurekart  von  Lützelstein  vor  üch 
zfi  Strazburg,  do  lont  wir  üch  wissent,  daz  wir  niergent  lieber  läge  mit  yme  leistent 
\v;in  vor  üch.  und  wellent  gerne  einen  tag  leisten  myt  her  Burekart  von  Lützelstein 
vor  üch   zu  Strazburg  von  mornc  über  abläge,    daz  ist  des  nehsten  mendages   nach 


498  1394 

januart».  dem  zwentzigesten  tage,  also  daz  wir  und  alle,  die  mit  uns  uf  den  tag  ritent,  sicher 
sint  dar  und  dannen  vor  herrn  Burekart  von  Lützelstein,  sinen  brüdern  und  vor 
aller  menglich  von  sinen  wegen,  also  sol  er  und  alle,  die  mit  ym  den  tag  ritent,  ouch 
sicher  sin  dar  und  dannen  vor  uns,  unser  brüder  und  aller  menglich  von  unsern 
wegen  ungeverlich.  ouch  sol  er  nit  yn  dez  Stiftes  hof  zu  Strazburg  ziehen,  also  5 
wellent  ouch  wir  nit  drin  ziehen,  uwer  verschriben  entwurte  lont  uns  in  zit  ver- 
schriben  wider  wissen.         geben  uf  sondag  nach  Erhartes  tag  dez  bischofes. 

Wilhelmus  de  Diest  electus  et 
confirmatus  ecclesie  argentinensis. 


Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 


in 


822.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Meister  und  Rat  von  Strasshurg:  teilt 
mit,  dasz  er  dem  Markgrafen  Bernhard  9000  Gulden  geschuldet  und  dafür  Horw  mit 
der  Bedingung  versetzt  habe,  dasz  die  Einnahmen  aus  der  Stadt  von  seiner  Schuld- 
summe abgezogen  werden.  Da  sich  jetzt  der  Markgraf  nicht  darauf  einlassen  will, 
hat  er  Horw  wieder  in  Eid  genommen.      Andern  Berichten   sollen   sie  nicht  glauben.   >5 

geben  in  Friburg  in  Brissgow  an  suntag  vor  Hilarii  94. 

Yreiburg  139-1  Januar  11. 

Str.  St.  A.  AA.  79.  or.  lit.  eh.  cl. 


823.   Wilhelm  von  Diest,  erwählter  Bischof  von  Slraßburg,  verkündigt,  dass  er 
freies  Geleit  von  und  nach  Straßburg  erlangt  habe.  I3!t4  Januar  16.  «o 

Wir  Wilhelm  von  Diest  electus  zu  Strosburg  kündent  mengelichem  mit  diseme 
briefe :  also  die  erbern  wisen  unsere  guten  frunde,  meister  und  rot  der  stette  zu 
Stroszburg  uns  zu  liebe  und  zu  fruntschafft  trostunge  geben  hant  uns  und  allen  den, 
die  wir  mit  uns  bringent,  die  nit  uffe  der  stette  zu  Stroszburg  schaden  gewesen  sint 
one  in  offenen  krigen,  wenn  wir  in  diseme  nehesten  monote  zu  in  kumment,  das  *5 
wir  denne  bi  in  in  irre  stat  Stroszburg  ahte  tage  getröstet  sollent  sin  unde  so  lange 
darnach  bitze  sie  uns  abesagent,  das  wir,  so  wir  by  sie  in  die  stat  Stroszburg  also 
komment,  unsere  briefe  und  reht,  die  wir  habent,  von  unserme  heiligen  vatter,  den 
bobiste  oder  andern  über  das  bystüm  zu  Stroszburg  sollen  legen  und  zögen  der  stette 
zu  Stroszburg  pfaffen  und  ouch  den  gemeinen  pfaffen  in  der  stat  Stroszburg,  30 
die  meister  und  rot  zu  Stroszburg  darzü  schickent,  es  sient  pfaffen  von  den 
stiften  und  von  orden  in  der  stat,  do  ouch  wir  oder  unserre  botten  unde 
der  stette  von  Stroszburg  erbern  botten  zugegen  sin  sollent  uns  und  der  stat  beden 
siten  unschedeliche.  unde  wenne  die  pfaffeheit  unde  erbern  botten  unserie  briefe  unde 
reht  gesehent,  und  gehorent,  werdent  wir  und  die  stat  denne  eindrehtig,  das  ist  gut. 
würdent  wir  aber  nit  eindrehtig,  in  weihen  weg  das  kerne,  wenne  denne  noch  den 
achte  tagen  die  stat  von  Stroszburg  uns  abesagent,  so  sollen  wir  und  die  unsern  vor 
der  stat  und  den  iren  wol  getröstet  sin  ungeverliche  vier  tage  dar  noch  noch  demme, 
so  uns  abegeseit  würt.  und  sollen  wider  von  der  stat  varen  unde  sollen  ynen  keinen 
schaden  dun  noch  schade  sin,  alle  die  wile  wir  in  der  stat  sint,  es   sie   mit  unsern 


1394  499 

briefen  oder  rollten  zii  besehende  oder  mit  kennen  (!)  oder  andern  briefen.  und  ouch 
80  wir  von  der  stat  varent,  so  sollen  wir  noch  niernan  von  unsern  wegen  kein  gebot 
oder  brief  in  der  stat  dun  oder  hinder  uns  loszen  in  der  stat,  domit  die  stat  oder 
die  iren  zu  schaden  oder  zii  banne  komen  mögen  one  alle  geverde.    doch  wenne  wir 

s  von  der  stat  Stroszburg  kumment,  so  mogent  wir  unser  reht  suchen,  also  sich  daz 
geheischet,  alle  vorgeschobene  dinge  unde  iegeliches  besunder  gelobent  wir  der  ob- 
genante  Wilhelm  von  Diest  by  unserre  worheit  und  guter  truwen  zu  haltende  und 
zii  vollefurende  one  alle  geverde.  unde  des  zu  eime  Urkunde  so  hant  wir  unser 
ingesigel  geton  hencken  an  disen  brief.         datum  anno  millesimo  trecentesimo  nona- 

io  gesimo  quarto  feria  sexta  ante  diem  saneti  Anthonii  confessoris. 

Str.  St.  A.  AA.  1418.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  peiul.  —  Ibid.  cop.  eh.  coaev. 


WH.  Herzog  Leopold  von  Ocsterreich  an  Strassburg:  teilt  mit,  dass  er  im  Falle 
eines  ihm  sehr  unerwünschten  Krieges  zwischen  den  beiden  Prätendenten,  Wilhelm 
und  Burekard,  sieh  zu  letzterem  als  seinem  alten  Verbündeten  halten  müsse  und 
15  bittet  die  Stadt  wenigstens  neutral  zu  bleiben,  wogegen  er  etwaige  Differenzen  zwischen 
Burekard  und  der  Stadt  gerne  ausgleichen  wolle.  geben  zu  Ensesheim  an  fritag 
vor  sanet  Pauls  tag  conversionis  anno  .  .  .  nonagesimo  quarto. 

Ensisheim  1304  Januar  23. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 

• 
211  !!25.  König  Wenzel  an  die  Stadt  Straßburg   und  ihre  früheren    Gegner:   teilt 

mit,  dass  er   aus   näher  bezeichneten    Gründen   den  angesetzten   Sühntag   auf  den 
1  Mai  verschieben  müsse.  Betlern  1304  Januar  28. 

Wir  Wenczlaw  von  gotz  gnaden  römischer  kunig  zu  allen  ziten  merer  des  riches 
und  künig  zu    Beheim    embieten  dem  erwirdigen  bischof  zu  Strazburg,   dem  hochge- 

85  bornen  Bernharten  marggrafen  zii  Baden,  den  edeln  Eberharten  giofen  zu  Wurtemberg 
und  den  andern  herren,  die  mit  in  des  krieges  gewesen  sint  wider  die  stat  Strasburg, 
an  einem  teile  und  dem  meister,  rate  und  burgern  gemeinlichen  der  stat  zu  Strazburg 
an  dem  andern  teile  unsern  und  des  riches  lieben  getruwen  unser  gnade  und  alles 
gut.     wie  wol  daz  sy,   das  wir  nehesten  umbe   alle  sachen   und  ansprachen,   die  ir 

so  gegeneinander  habet,  einen  tag  gemachet  und  verlenget  haltent  uf  den  nehsten  unsere 

frowen  tage  der  lichtmesze,  also  das  alle  sachen  in  gutem  besten  soltent,  so  wollent  Ftbmart. 
wir  in  derselben  zit  unsere  rete  mit  voller  gewalte  darzii  schicken,  das  soliche  sachen 
früntliehen  oder  mit  dem  rehten  zwüschent  üch  hin  gelegt  und  verrihtet  würden,  als 
das  in  denselbea  ufslage  briefen,  die  wir  beidersite  darüber  gesant  haben,  eigentlichen 

85  begriffen  ist.  iedoch  do  wir  weren  in  dem  willen  unserre  rete  uf  denselben  tag  zft 
schicken,  do  erhüben  sich  soliche  kriege  und  zweyunge  zwüschen  den  hohgebornen 
gasten  and  Procopen  marggrafen  zii  Merhern  unsern  üben  vettern  und  fürsten.  so 
komen  uns  ouch  zu  banden  zu  mole  trefliche  und  notliche  geschefte  mit  dem  durch- 
lühtigesten  fürsten  herrn  Sygemunden  künige  zu  Ungern  unserm  lieben  bruder,   der 

40  darumbe  zii  uns  gen  Präge  kamen,  ist,  das  wir  derselben  unsere  rete  zu  disem  mole 


500  1394 

in  deheine  wise  nit  emberen  möhten.  und  dovon  so  haben  wir  mit  wolbedohtetn 
mute  und  rehter  wissen  sollichen  tag  verlenget  und  ufgeslagen,  vürlengen  und  aff- 
Mai  i.  slahen  den  in  kraft  dis  briefes  bicze  uf  den  nehsten  sant  Waltpurgtag  also,  das  alle 
sachen  in  gutem  und  libe  bicz  uf  denselben  tag  besten  und  bliben  sollen  in  allermassen, 
Febr,Mrs.  als  die  uf  unsere  frowen  tage  liehtmesse  uffgeslagen  und  bestanden  sint,  doch  also  *> 
das  bede  ir  herren  und  ouch  die  stat  ze  Strazburg  alle  zinse,  die  vervallen  sint,  alz 
ir  die  si'ine  uf  genommen  habent,  einbringen  und  infordern  sollet  und  müget  mit 
geistlichem  gerihte  und  niht  mit  pfandungen.  ouch  so  müget  ir  beider  site  alle  uwere 
schulde,  die  vor  anefange  dis  krieges  ein  teil  dem  andern  schuldig  ist  bliben,  noch 
lute  uwere  briefe  und  guter  kuntschaft  gegeneinander  infordern  und  inbringen  und  10 
sol  ouch  iegliches  teil  dem  andern  bezalen  oder  sich  gutlichen  mit  ime  rihten  one 
Widerrede  als  billich  ist.  und  gebieten  üch  darumb  ernestlichen  und  vesteclichen  mit 
diseme  briefe,  daz  ir  bedersite  die  egenanten  ufslahunge  in  guten  halten  und  besten 
lasset  und  ouch  alle  sachen,  als  do  vorgeschriben  stat,  haltet  und  vollefuret  by  behelt- 
nisse  uwere  rehten,  als  lieb  üch  sy  unsere  swere  Ungnade  zu  vermiden.  mit  Urkunde  « 
dis  briefes  versigelt  mit  unserm  uf  getrucketem  ingesigel.  geben  zürn  Betlern  nach 
Cristus  gebürt  drüczehenhundert  jare  und  darnach  in  dem  vier  und  nunczigesten  jare 
an  sante  Paulus  tage,  als  er  bekert  wart,  unsere  riche  des  beheimschen  in  dem  ein 
und  drissigesten  und  des  romischen  in  dem  ahtczehenden  jaren. 

Str.  St.  A.  AA    112  nr.  159/60.  cop.  eh.  coaev.  w 

Ausziigl.  gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  384. 
Reg.  d   Markgr.  v.  B.  nr.  1613. 

826.  Götze    von   Nagelsberg,    zugleich   als  Bevollmächtigter    .Jölers  von  Enlzcbcrg 
verkündet,   dass  er  bezüglich  seiner  Anssprüche,   die  er  «von   nome  wegen»    an  die 
Strassburger  hat,   gesühnt   ist  und  mit  ihm  Jöler.    Sie  versprechen,  keine  Forderung  *> 
mehr  zu  erheben.       geben  an  dem  nehsten  fritage  vor  unser  frowen  tage  der  licht- 
mesze  in  dem  jore  1394.  1394  Januar  30. 

Str.  Str.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  166.  or.  mb.  lit.  pat.  e.  sig.  pend. 

827.  Burkard  von  Lützelstein,  Erwählter  von  Strassburg  an  Strassburg :  bittet, 
dem  Eberlin  von  Griffenstein,  «der  von  ernstlicher  sache  wegen,  die  uns  antreffent» 
in  Strassburg  zu  thun  habe,  einen  4  oder  5  tägigen  Aufenthalt  in  der  Stadt  zu 
gewähren.         gebin  zu  Offenburg  dez  mittwochen  nach  der  lihtmesse. 

Offenburg  [1394  Februar  1], 
Str.  St.  A.  AA.  1417.  or.  eh.  I.  cl. 

828.  Straßburger  Gesandte  an  Meister  und  Rat:  berichten  über  ihre  Unter- 
handlungen mit  dem  Domprobst  Burkard  von  Lützelstein  und  die  Ansetzung  eines 
neuen    Tages.  Schlettstadt  [1391   Februar  9J. 

Unsern  willigen  dienst  bevor,  lieben  herren.  wir  lassent  üch  wissen,  daz  wir 
zwüschen   unserm  herren  von    Strazburg  und  dem   tümprobst  getedinget  haben,  daz 


1394  5M 

wir  getruwon,  daz  die  sache  zwischen  in  zu  gutem  ende  kommen  solle  und  habent 

dez  tag  gemäht  gein  Strazburg  vür  daz  cappittel,  da  ouch  der  bischof  und  der  tüm- 

probst  selber   gegenwertig   sin  sollen,    und   daruf  hat  der  tümprobst  mit  uns  geredt, 

daz  er  getröstet  sie  zu  Strazburg,  alse  daz  buch  stat.    dez  haben  wir  uns  nüt  ange- 

5    nommen.  doch  duncket  ez  uns  gilt  sin,  daz  ir  in  tröstent  zu  üch  in  die  stat  und  die 

wile   er  da  ist.  und   lant  uns   dez  zu  stunt  uwer   antwurte   wissen,   wanne  er  daruf 

mit  uns  liinabe  ritet.    besigelt   mit  dez  Lymmers   ingesigel.         geben  zi'i  Sletzstat  an 

mentage  vor  sanj  Veltins  läge. 

Heinrich  von  Mülnheim  ritter  Heinrich 

in  Lymmer  und  Hans  Bock. 

[In  verso]    Dem    vorsichtigen  wisen,   dem    meisler   und   dem    rate  zu   Strazburg 
unsern  lieben  herren. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I   el. 

\\2\).  Heinrich  Graf  zu  Saarwerden,  Herr  zu  Rappoltstein  und  Hohenack  beurkundet, 
M  dass  ihm  zur  Entschädigung  für  die  Dienste,  die  er  dem  früheren  Strassburger  Bischöfe 
Friedrich  von  tilankenheim  in  dem  Kriege  gegen  die  Stadt  Strassburg  geleistet  und 
für  die  Verluste,  die  er  in  demselben  erlitten,  sowie  für  zwei  von  dem  genannten 
Bischof  herrührende  Schuldbriefe  sein  Nachfolger  Burkard,  erwählter  Bischof  zu 
Strassburg,  Burg  und  Stadt  Zellenberg  und  das  Dorf  Bennweier  als  Pfand  für  1500 
20  Gulden  und  ausserdem  einen  Schuldbrief  über  1958  Gulden  übergeben  hat. 

1394  Februar  lO. 

Cohnar.  Bez.  A.  or.  mb.  c.  s.  p   delaps. 
Gedr.  Rapp.  TJrkb.  11  nr.  38G. 


IHÖ.  Volmar  von  Lützelstein  der  Dekan  des  Domkapitels  an  den  Custos  desselben: 
»&  lassint  üch  wissen,  daz  unser  herr  von  Straszburg  und  die  stat  von  Straszburg  uns 
ernstlichen  gebet ten  hand  von  unsers  tümpropst  wegen,  daz  man  dem  einen  andern  brief 
gebe  über  die  Muntat.  were  es  sach,  daz  im  der  brief  nit  werden  möht  von  dem  her- 
zogen von  Oesterich,  do  bitten  wir  üch  mit  ernst,  daz  ir  förderlichen  zu  disen  sachen 
tügint  und  kommet,  wan  wir  capitel  darzü  gemachet  hand,  als  es  gewonlichen  ist.  und 
■m  ist  daz  erst  capitel  uff  den  nehsten  schürtag,  wan  wissent,  wa  daz  nit  geschehe  und  v<ir»*. 
gesumet  wurde,  daz  solicher  unrat  und  gebreste,  darin  vieli,  der  uns  schedelich  und 
verderblich  were  und  unser  stift  derselben  Muntat  enerbet  wurde,  besigelt  mit  Vol- 
mars  von  Lützelstein  unsers  dechans  insigel.        geben  an  zinstag  vor  sant  Mathias  tag. 

[1394  Februar  17.] 
15  Str.  St.  A.  AA.  1420.  cop.  eh.  coaev. 

ll:{|.  König  Wenzel  erteilt  den  beiden  Strassburger  Gesandten  Ritter  Hans  von 
Kageneckc  und  Heylman  freies  Geleit  für  die  Rückreise  von  Prag.  geben  zu  Präge 
an  sand  Peters  tage  stulfeyer  a.  reg.  boh.  31   reg  rom.   18, 

Prag  1394  Februar  22. 

<to  Str.  St.  A.  AA.  114  nr.  5.  or.  ch   l.  pat.  c.  s.  »'.  v. 


502  1394 

832.  König  Wenzel  befiehlt  allen  Schuldnern  von  Straßburg,  ihre  aus  der  Zeit 
vor  dem  Kriege  herrührenden  Schulden  mit  der  Stadt  zu  begleichen, 

Prag  1304  Februar  22. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  czeiten  merer  des 
reichs  und  kunig  zu  Beheim  embieten  allen  fursten,  geistliehen  und  werntlichen  ■ 
grafen,  freyen  herren,  dinstluten,  rittern,  knechten,  gmeinscheften  der  stete,  merkte, 
und  dorffere  und  sust  allen  andern  unsern  und  des  reichs  undertanen  und  getrewen, 
die  den  burgern  von  Straspurg  schuldig  sein,  unser  gnade  und  alles  gute,  als  wir 
nehsten  zwischen  fursten  und  herren  an  einem  teyle  und  der  egenanten  stat  zu 
Strazburg  an  dem  andern  teile  einen  ufslage  gemacht  und  bestalt  haben  bis  uf  den  io 
nehsten  sand  Walpurg  tage,  also  das  alle  sachen  czwischen  euch  beyderseyte  in 
guten  besteen  sullen,  doch  also,  das  beide  fursten  und  herren  und  sust  allermeniclich 
den  egenanten  burgern  von  Straspurg  und  die  von  Straspurg  widerumb  den  fursten 
und  herren  alle  ire  schulde,  die  sie  vor  anfange  des  kriges  geneinander  schuldig 
blieben  sind,  noch  laute  irer  brive  und  guter  kuntschaft  geneinander  einfordern  und  w 
einbrengen  mögen  und  das  ouch  iglichs  teile  dem  andern  beczalen  sulle  oder  sich  mit 
im  gütlichen  richten,  als  das  in  denselben  ufslage  briven  eigentlichen  begriffen  ist. 
dovon  so  gebieten  wir  euch  allen  und  ewr  iglichin  sunderlich  ernstlichen  und  vestic- 
lichen  mit  diesem  brive,  das  ir  den  egenanten  von  Straspurg  sulche  egenanten  ire 
schulde  richtet  und  beczalet  noch  laute  irer  brive  und  guter  kuntschaft  oder  ouch  2» 
sust  gutlichen  mit  in  richtet,  das  sie  genüget,  als  wir  euch  des  genczlichen  glauben 
und  getrawen.  und  fuget  das  also,  das  furbas  mere  an  uns  darumb  kein  clage  kamen 
durfte.  geben  zu  Präge  an  sand  Peters  tage  stulefeyer  unserr  reiche  des  behe- 
mischen  in  dem  31  und  des  romischen  in  dem  18  jaren. 

Str.  St.  A.  AA.  107.  nr.  71.  or.  eh.  lit.  cl.  •  « 


833.  Die  Bäte  von  Bufach,  Sulz,  Egisheim  und  die  Gemeinden  der  Dörfer  und 
Thäler  im  Ober-Mundat  an  Strassburg :  senden  botten,  die  ettewas  mit  üch  ze  redende 
hant  und  üch  fürlegende  werdent  von  unsern  wegen  und  der  Muntat '  und  beglau- 
bigen dieselben.         datum  sub  sigillis  opidorum  nostrorum  .  .  .  feria  0  ante  Invocavit. 

[1394  März  6.]   »> 

Str.  St.  A.  AA.  1410.  or.  eh.  I.  pat.  c.  3  sig.  i.    v.  impr. 


834.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Strassburg:  als  uwr  boten  nu  nächst 
hie  by  uns  gewesen  sind,  mit  den  wir  geredt  haben,  daz  ir  uns  liessent  wissen,  in 
welher  mazz  ir  den  von  Dyest  ufgenomen  habent  zu  einem  byschofen,  das  aber  ir 
noch  nicht  getan  habent,  bitten  wir  vch,  daz  ir  uns  noch  unverezogenlich  lassent  85 
wissen,  wie  und  in  welher  mazz  ir  in  ufgenomen  habent.  uns  ist  ouch  furbracht, 
wie   derselb   von  Dyest   mein  uf  den  erwirdigen  hern  Burkarten  von  Lüczelstein  er- 


1   Vgl  oben  den  Brief  vom  17  Februar. 


1364  603 

weiten  des  byschtuma  zu  Strasburg  und  in  unserer  bind  zu  ziehen  und  in  zu  schadigen 
an  sinen  lüten  und  gittern,  bitten  wir  vch  aber,  daz  ir  mit  demselben  von  Pyest 
redend  und  in  wisent,  daz  er  das  nicht  tu.  bette  aber  er  mit  demselben  von  Lüczel- 
stein  icht  zu  schaffen,  daz  er  das  tu  mit  geistlichen  rechten,  wan  wir  anders  denselben 
von  Lüczelstein  und  ouch  ander  unser  land  und  lüte  müsten  schirmen.  geben  zu 
Ensesheim  an  sainstag  vor  der   alten  vasnacht  anno  domini  etc.  nonagesimo   quarto. 

Ensisheim  1394  März  7. 

Str.  St.  A   AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 


835.  Otteinann  von  Ochsenslein  an  Strassburg  :    teilt  mit,  dass  Hannemann  von 

i»   Bitsch  sich  bei  ihm  über  unverschuldete  Angriffe  und  Schädigung  durch  Strassburger 

Leute  beklagt  und  ihn  um  Vermittlung  eines  Sühnetagcs  zu  Hochfeinen  ersucht  habe. 

geben  an  dem  sunnentage  vor  sant  Gertrude  anno  1394.  1.104  März  IB. 

Str.  St.  A.  IV.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  in  v.  impr. 


1136.   Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Strassburg:  uwer  erbern  boten 

>s  habent  uns  erzalt  und  zu  erkennen  geben  uweren  gelimpf  und  was  üch  dartzu  bracht 
li.il),  daz  ir  den  von  Dyest  ufgenomen  habt  und  das  haben  wir  wol  verstanden.  .  . 
Für  ihre  Streitigkeiten  mit  Burkard  von  Lützelstein  erbietet  er  sich  nochmals  als 
bevollmächtigter  Vermittler  und  bittet  wiederum  den  Bischof  Wilhelm  von  kriegerischem 
Vorgeben  abzuhalten.  geben  zu  Ensesheim  an  montag  nach  dem  sunntag  Beminis- 
20   cere  Dt.  Ensishelm  1394  März  16. 

Str.  St.  A    AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 


837.  Johann  von  Scharfensteiu  und  Werner  von  Mülnheim  an  Bischof  Wilhelm 
von  Diest :  melden  aus  Prag  vom  Hofe  .  .  .  wie  doch  wir  gar  grosz  widersetz  und 
hindernüsse  mit  manigvalligcr  siunnisse  gehept  hant,  so  ist  doch  von  gots  gnaden 
*s  uwer  reht  fürgangen,  daz  uvver  suchen  schlecht  sint  und  unser  herre  der  künig  üch 
für  einen  byschof  haltet  und  üch  uwere  regalia  git  und  anders  hillffc,  alls  ir  das  alles 
gar  bald  von  uns  fürnemend  werdent  mit  gottes  hilff.  darumb  so  lazzent  üch  nieman 
abewysen  und  haltent  üwere  recht  festeklich.         datum  Frage  quarta  feria  ante  Oculi. 

Trug  [1394]  März  18. 
Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 


30  838.  König  Wenzel  an  Wilhetm  von  Diest  «erwählten»  Bischof  von  Strassburg: 

drückt  seine  Zustimmung  und  Befriedigung  aus,  dass  derselbe  gewählt  sei  und  fordert 
ihn  auf,  die  Belehnung  mit  dem  Temporalien  baldigst  bei  ihm  nachzusuchen.  datum 
Frage  die  li)  martii  reg.  nostr.  a.  boem.  31   rom.  18.  Prag  1394  März  19. 

Str.  St.  A.  AA  114.  nr  ß.  or.  eh.  I.  cl   (latein) 
VI.  64 


504  1394 

839.  Die  Gesandten  König  Wenzels  an  Straßburg  teilen  mit,  daß  sie  seine  Be- 
vollmächtigten am  5  April  in  Heidelberg  erwarten,  um  mit  ihnen  in  Gegenwart 
Ruprechts  von  der  Pfalz  zu  verhandeln.  Heidelberg  1394   März  22. 

Von  uns  Fridrich  graf  zu  Ötingen  hauptmann  dez  landfridens  in  Swaben  und 
camermeister  unsers  gnedigen  herren  dez  römischen  kunigs.  5 

Unsern  gruz  vor.  lieben  frund.  wir  lazen  euch  wissen,  daz  unser  gnediger  herre 
der  romisch  kunig  uns  Hanssen  Heckel  von  Amberg  und  Chunraten  Lehein  zu  ewch 
geschickt  hat  mit  glaubzbriefen  etwaz  mit  euch  zu  reden  von  der  lewff  wegen,  die 
sich  dann  zwischen  unsers  herren  dez  kunigs  gnaden  und  eur  verlouffen  hat,  doch 
daz  wir  daz  vor  unserm  herren  hertzog  Ruprecht  dem  eitern  mit  ewch  reden  sullen.  io 
darumb  lieben  frund,  so  bitent  wir  ewch  mit  allem  ernst  vlissig,  daz  ir  ewr  erber 
botschafft  mit  gantzem  vollem  gewalt  hieher  gen  Heidelberg  für  unsern  herren  hert- 
zog Ruprecht  den  eitern  tuent  von  nu  an  suntag  schirst  kumpt  über  aht  tag,  daz  ist 
Aprii  s.    der  suntag,  alz  man   singet  judica  in  der  vasten,  da  wir  auch  also  sin  wollen,   und 

dann  davon  unsers  herren  dez  kunigs  wegen  mit  ewch  reden  und  uberein  werden  15 
wollen  von  der  sach  wegen,  alz  uns  dann  enpholhen  worden  ist  uff  die  glaubzbrief, 
die  wir  dann  haben  von  unserm  herren  dem  kunig,  und  daz  wir  im  auch  ein  antwurt 
darumb  wider  wissen  zu  brinngen.  und  belibent  nit  uss,  wann  wir  auch  uff  dem 
tage  vorgenant  zu  Heidelberg  sin  wollen  und  auch  iuwer  botschafft  also  legen  wollen, 
geben  zu  Heidelberg  an  suntag  Oculi  anno  94.  *° 

[In  verso]  Den  vrömen  wisen  dem  ammanmeister  und  gemeinlich  dem  rat  der 
stat  zu  Straszburg  unsern  guten  fr  finden. 

[Beiliegender  Zettel]  Auch  wissent,  daz  er  uns  auch  empholhen  hat  mit  ewch  z<> 
reden  von  dez  landfriden  wegen,  wie  der  gesterkt  werde  und  von  der  muntz  wegen, 
wie  die  gebessert  werde   und  auch  von    andrer  nottlicher   notturfft  wegen,    die  dann   » 
landen  und  luten  notturfftig  ist,  als  wir  ewch  wol  sagen  wollen,  so  wir  zu  ew  kumen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49.  B.  or.  eh.  I.  cl. 

810.  Ottemann  zu   Ochsenstein  an  Strassburg:    bittet  um  Nachricht,   ob  er  den 
früher  durch  ihn  vermittelten   Frieden  mit  Hannemann   dem  jungen  von  Bitsch  von 
Apru  se.'  Mittfasten    bis   acht   oder   vierzehen    Tage  nach   Ostern  verlängern    dürfe.         datum  *> 
"'     vigilia  annuntiationis  anno  1394.  1394  März  24. 

Str.  St.  A.  IV,  12.  or.  eh.  lit.  cl. 

841.  Strassburg  an  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  über  die  Aufnahme  des  Er- 
wählten Wilhelm  von  Diest :  lassen  uwer  gnade  wissen,  das  wir  hern  Wilhelm  von 
Dyest  zu  eime  byschofe  zu  Strazburg  empfangen  hant  nach  sage  der  bullen  und  briefe, 
die  unser  heiliger  vatter  habest  Bonifacius  zu  Rome  ime  versigelt  gegeben  het,  die 
ouch  die  pfaffheit  geistlich  und  weltlich  by  uns  und  ouch  wir  gesehen  und  gehöret 
hant,  alse  ouch  uwere  erbern  botten  uwern  gnoden  vormals  verkündet  und  geseit 
hant  .  .  .  Desshalb  müssten  sie  auf  Seiten  Wilhelms  bleiben,  hofften  aber,  dass  es  zu 


1394  :*)7, 

einem  gütlichen  Ausgleich  /.wischen  beiden  Prätendenten  käme,  gegeben  an  dem 
crslcn  (?)  ....  singet  in  der  kirchen  in  der  vasten  .ludiea  in  dem  jure   nüntzig  .  .  . 

[1304  nach  April  ö.] 

Str.  St.  A.  G.  1420.  cop.  eh.  coaev.  (sehr  defect.) 

5  1142.  Markgraf   Bernhard   an  Meister  und  Rat  von    Slrassburg:   als  die   Bosseler 

unser  armen  bürgere  von  Genrspach  vor  ziten  yr  Bache  von  eyns  erbs  wegen,  daz 
yn  in  uwer  stat  von  pfaffe  Ostertag  gefallen  was,  vor  uch  mit  reht  erkobert  und 
gehandelt  hanl  .  .  .  dez  sint  dieselben  unser  bürgere  der  frouwen,  die  sie  an  dem 
erbe  geirret  hat,    nachgefarn  und   hant  die  zu  Hasel  angefallen   und  mit  reht  da  be- 

10  kontert  sol  yn  nü  rehts  geholfen  werden,  so  bedurffen  sie  eins  urkundes  von  uch  .  .  ., 
um  die  er  hiermit  für  seine  Bürger  bittet.  datum  Baden  feria  tertia  post  domini- 
cam  Judica  anno  1394.  Baden  1304  April  7. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1614. 

15  i!43.  ülraßburg  an   C'olmar  zeigt  an,    daß   die  Stadt  auf  das   Schreiben   des 

Papstes  lionifazius  Wilhelm  von  Diest  als  Bischof  anerkannt  habe.      1304  April  7. 

Den  erbern  bescheiden,  unsern  guten  fründen,  dem  meister,  dem  rate  und  der 
gemeinde  zu  Colmar  embieten  wir  Heinrich  von  Mülnheim  dem  man  sprichet  von 
Landesberg  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  unsern  früntlichen  dienst,  lieben 

no  fründc.  wir  kündent  üch,  das  unser  heiliger  vatter  habest  Bonifacius  zu  Home  uns 
mit  sinen  bebestlichen  bullen  und  briefen  geschriben  und  embotten  het,  daz  er  daz 
bystüme  und  die  kirche  zu  Strazburg  geluhen  und  versehen  habe  dem  erwurdigen 
herren,  hern  Wilhelme  von  Dyest  byschof  zu  Strazburg  und  uns  damit  gebotten,  daz 
wir   denselben    herren    Wilhelm  vur  einen   byschof  haben  süllent.   da  wir  die  briefe 

25  gesahent,  da  noment  wir  unser  wiser  pfaffheit  rat,  der  Juristen  und  anderre  gelerter 
pfaffen,  beide  geistlicher  und  weltlicher,  und  frogetent  die,  was  in,  uns  und  unserre 
stette  were  zu  tünde.  da  underwisen  uns  dieselben  gelerten  pfaffheit,  daz  herr  Wil- 
helm vorgenant  gottezreht  zi'i  dem  bystüme  bette  und  herr  Burekart  von  Lützelstein 
kein  reht  da  zu  hette  und  seitent  und  warnetent  uns  ouchdamitte:  were  es  daz  wir 

so  in  nit  zu  einem  byschofe  empfingent  und  in  vür  einen  byschof  hettent,  so  vielent 
wir  zu  stunt  in  unsers  heiligen  vatters  dez  bäbestes  ban  zu  Rome.  darzü  würdent 
uns  verbotlen  alle  heilige  saeramente,  crisemen,  töffen,  begraben  und  andere  cristen- 
liche  werg.  und  wände  wir  jewelten(!)  biderbe  cristenlüte  sint  gewesen  und  noch 
sint,  80  hant  wir  nach  der  vorgenanten  gelerten  pfaffheit  rat  der  kristenlichen  kirchen 

85  gebot  gehorsam  gewesen  und  haut  den  egenanten  herren  Wilhelm,  unseren  herren 
den  byschof  zu  einem  byschof  zu  Straszburg  empfangen,  und  darumbe  so  wellent 
uwer  bestes  darinne  tun,  als  wir  üch  das  sünderliche  wol  getrüwcnt,  durch  iemer 
unsers  dienstes  willen,  das  beduncket  uns,  üch,  dem  lande  mitenander,  mengelichem 
und  ouch  uns  nützliche  und  gilt  sin.  uwer  früntliche  antworte  embutent  uns  wider. 

*o  datum  feria  tertia  proxima  ante  dominicam  Palmarum  anno  domini  1394. 
Str.  St.  A.  AA.  1416.  or.  mb.  doch  ohne  Adresse  und  Siegel. 


506  1394 

844.  Strassburg  an  Gengenbach :  zeigt  an,  dass  die  Stadt  auf  das  Schreiben  des 
Papstes  Bonifacius  Wilhelm  von  Diest  als  Bischof  anerkannt  habe  und  von  Gengen- 
bach das  Gleiche  erwarte,  wofür  Strassburg  sich  beim  Bischof  um  die  Bestätigung 
aller  Rechte  Gengenbachs  bemühen  werde.1  datum  feria  tertia  ante  dominicam 
Palmarumanno  1894.  1394  April  7.    5 

Str.  St.  A.  AA.  1417.  or.  mb.  stark  lädiert,  ohne  Siegel. 
Str.  St.  A.  AA.  1417.  or.  eh.  I.  cl. 

845.  Offenburg  an  Straßburg:  legt  dar,  warum  es  in  dem  Streit  um  das  Bis- 
tum sich  zu  Burhard  von  Lützelstein  halle.  1394  April  ig. 

Den  wisen  bescheiden  dem  meister  und  dem  rüt  zu  Stroszburg  embieten  wir  der   10 
schultheiz,  der  meister  und  der  rät  von  Offenburg  unseren  dienst  und  waz  wir  gutes 
vermögent.    also  ir  uns    geschriben   hent  von  sogtanen  stöszen,  so  nü  zu  mole  umb 
daz  bystum  von  Stroszburg  sint  und  was  öch  in  uwerm  briefe  zu  erkennende  gent, 
daz  wir   etteliche  stück   ansehen  söllent,    daz  wir    uns   deste   bazz   darnach  gerihten 
künnent,    daz  nemmen  wir   von    üch   getruwelich   und   früntlich   uff  und   lont   uwer  15 
wiszheit  wiszen,  daz  wir  von  dem  heyligen  rieh  an  die  stifte  von  Stroszburg  kommen 
sint  in  pfandes  wyse.  und  hent  öch  derselben  stifte  gesworn  gehorsam  zu  sinde  seme-  • 
licher  dienste  und  reht,  also  denn  die  briefe  sagent,  die  wir  von  uns  besigelt  darüber 
gen  hent.  und  stat  in  denselben  briefen  mit  nammen  geschriben,  weme  oder  welhem 
dieselben  stift  zu  Stroszburg  uns  heiszet,  gehorsam  sin,  daz  sollen  wir  tun,  also  daz  so 
uns  derselbe,  dem  wir  also  gehorsam  würdent,  sweren  und  globen  soll,  allez  daz  zu 
haltende,  daz  uns  ander  gesworn  hent  vormals,  den  wir  also  gehorsam  wurdent.   nü 
hett  uns  die  selben  stift  von  Stroszburg  verkündet  mit  erbern  tümherren,  die  zu  der 
stift  von  Stroszburg   gehörent,   daz  daz  capittel   derselben   stifte   hern   Burck#rt   von 
Lützelstein   erweit   habe  zu   eim  byschof  zu  Stroszburg  und  hent  uns  öch  domit  zu  25 
erkennende  gent,  daz  wir  demselben   herren  Burekarden   byschoff  zu  Stroszburg  ge- 
horsam söllent  sin  von  der  egenanten  stifte  wegen,  daz  hent  wir  geton  und  hent  im 
öch  gesworn   in  die  wyse,    also  wir   uch  vormals    andern    herren   gesworn   hent  von 
der  stifte  wegen  von    Stroszburg.    und  hatt  öch  derselbü   unser   herre  vormols  inge- 
nommen   allü   slosz,    lande   und  lüte,   die   zu    dem  bistum  gehörent,   also  uns  geseit  30 
wart  und  sich  öch  funden  hett  ee  daz  wir  und  ander,  die  in  daz  vorgen.  pfant  gehörent, 
im  gehorsam  wurdent.   und  künnent  uns  zu  dirre  zit  wir  und   unser   guten   fründe, 
der  rät  wir  gehaben  hent,   nüt  anders  verston,    denne  daz  wir  billich  halten  süllent 
allez  daz,  daz  wir  gesworn,  globt,  verbrieft  und  versigelt  hant.  und  darumb  so  bitten 
wir  üch    früntlichen    durch  unsers  dienstes  willen  und   getruwent   uweren   eren  dez  »s 
sunderlingen  wol,  hortent  ir  unser   gedencken  in  den  sachen,  ir  rettent  uwer  bestes 


1  Hiereu  sei  mitgeteilt  ein  Brief  *Bisehof>    Burkards  an   Gengenbach:    lieben    getruwen.    alse  ir 
uns  uwern  botten  gesant  habent,  der  uns  geseit  hat,  wie  die  von  Strozbnrg  vür  üch  sint,  da  gehabent 
üch  nnd  werent  üch  alse  fromme  biderbe  lüte.  dez   wir  üch   sünderlich   getruwent  und  habent  keine 
sorge,  wir  wellent  üch   erlich  entschütten.         geben  zu  Oberkirche   an   mitwoche    vor  unsers    herren    40 
fronelichname  tage,  [ohne  Jahr.] 


1394 

von  unser  wegen  darzü.  und  daz  wellen  wir  öch  alle  zit  umb  üch  verdienen, 
tum  in  cena  domini  1394. 

[In  versa]  Den  wisen  bescheiden,  dem  meister  und  dem  rät  zu  Stroszburg. 

Str.  St.  A.  AA.  1417.  or.  eh.  I.  cl 


507 
da- 


»  1146.  Johans   von  Kageneck  der  jüngere  der  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an 

Zabern  :  teilen  mit,  dass  der  König  den  Wilhelm  von  Diest  als  rechten  Bischof  anerkannt 
habe  und  bitten  .  .  .  uch  aber  ase  vor,  daz  ir  denselben  Wilhelm  den  bischof  bi  uch 
enpfohen  wellent,  ase  öch  wir  getan  hant  und  mee  tönt,  alse  eime  rehten  bischofe 
zii  Strazburg,  alse  er  ouch  ist  .  .  .,   wogegen   er  ihnen  dann  alle  bisherigen  Rechte 

io  und  Freiheiten,  wofür  sich  Strassburg  gerne  verbürge,  bestätigen  werde.  datum 
in  vigilia  pasce  anno  94.  1394  April  IS. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  cop.  eh.  eoaev. 


H 


80 


847.  Aufrüstung  der  Zünfte. 

Die  schiflüte   s  u  [1 1  e  n  t  uzrihten] 
20  [pfert.] 

Item  llenselin  Lumbart. 
„     Rüfelin  Wahsich. 
„     Obrchl  Schalk,  [gestr.]1 
„      Henselin  Kraft.  [gestr\ 
„      Ettenheim  Lauwelin. 
„      Martzolf  Phye. 
„      der  junge  Rückorp. 
„     der  junge  Bülin. 
„  Pawels  sun  von  Lamersheim.  [?] 
Summa  9  personen. 

Die  cremere  sullent   uzrihten. 

Item  herr  Heinrich  Lymer. 

„  Rulin  Barpfennig. 

„  Claus  Barpfennig. 

„  Cüntzelin  Biffe. 

„  Büdolf  Voltze. 

„  Berhtolt  von  Colmer. 

„  Cüntzelin  von  Botwilir. 


Di 


Item 


1304  April  10. 

Wilhelm  von  Barme, 
der  junge  Knese. 
Jacob  Limer.8 
Anshelm  von  Dunnenheim. 
Claus  von  Beymcheim. 
Schafferer  Cüntzelin. 
Claus  Ober. 
Leppichin.  [gestr.] 
Peterman  Biffe. 

Summa  16  personen. 

e  wurte  sullent  uzrüsten 
18  pferit. 

her  Heintzeman  Kranich. 

Heinrich  .   .  .  .3 

Mary  .... 

Anshelm  Spirer. 

Fritscheman  zürn  Home. 

Hans  von  Castel. 

Claus  Guntramsheim  der  junge. 

Meyger. 

Summa  8  personen. 


35 


1  Dieser  und  der  folgende  Name  durchstrichen  ;  die  dafür  eingesetzten  sind  abgerissen. 

s   Eingesetzt  für  Karlestein. 

3  Dieser  und  der  folgende  Name  eingesetzt  statt  Sygelins  Jeckelin  und  Claus  Guntramsheim  der  alte. 


508 


1394 


Die  metziger  süllent  uzrüsten. 

Item  Peter  Muscler. 
„     Betscholt  Henselin. 
„      Wilhelm  von  Berse. 
„      Heinrich  von  .   .  .  .* 
„     Karricher  J  e  c  k  e  1  i  n. 

Summa  5  personen. 

Die  tuchere  süllent  uzrüsten 
10  pfert. 

Item  der  junge  Holman. 
„     Gerhart  Henselin.  [geslr.] 
„      Verner-  Henselin. 
„      Bischof  Heintzeman. 
„     Obreht  Armbruster. 

Summa  5  personen. 

Die  goltsmide  süllent  uzrihten. 
Item  herr  Cönrat  Armbruster. 
„     Jacop  Friburger. 

Die  saltzmittere  süllent  uzrihten. 

Item  Ulrich  Gosse. 

Andres  Swerwer. 
Werlin  Güldin  Schof. 


Die  grempere  süllent  uzrihten. 

Item  TifolLauwelinund  einen  guten  zu  ime. 
„     Jeckelin  der  Riffin  kneht.  [gestr.] 

Die  kürsener  süllent  uzrihten. 

Item  den  jungen  Münchelin. 
„     Heintzeman  Sellose. 

Die    brotbecker. 
Item  Jeckelin  Herman  und  Jeckelin  Geist- 
pol tzheim. 

Die  kornlüte   süllent  uzrihten. 
Item  Ulrich  Hünrer. 
„      Heinrich  Gobelin. 
Heinrich  zum  Stier. 


vor  dem 

mftnsler 


Die   winsticher. 

Item  gebur  Lauwelin 

und  noch  ein  zu  ime. 

Die  gartener  süllent  uzrihten. 

Item  Hug  zürn  Stoffe  und  noch  ein  zu  ime.  5 
Summa  der  glefin  von  den  antwercken  ist 

60  one  1. 

Dise  personen  sint  zu  jungherr  Cünen 
geordent,    das   sie   uff  in  warten    süllent 
und   mit   ime   riten    und    komen   zu  sant  io 
Thoman,     so    man    dez    heiligen    geistes 
glocke  lütet. 
item  her  Erhart  Zorn  die  constofel  sant  Peter 

„     Hans  Zorn. 

„     Erbe  Löselin.'2 

„      Friderieh  von  Ohssenstein. 

„      Werlin  von  Halle. 

„     Ulrich  von  Stille. 

„     Gosse  Rebestog  in  Kalbesgasse. 

„      Hans  Rudolf 

„     Itel  Clobelöch 

„     Reimbolt  Wetzel 

„     Hügelin  V&ltsche 

„     Peterman  von  Tuntzenheim  am  Hol- 
wige.  25 

„     Ulrich  von  Stille.  \geslr.\ 

„     Lumbart  Henselin. 

„     Rüllin  Barpfennig. 

„      Rudolf  Voltze. 

„     Anshelm  Spirer.  33 

„     Betscholt  Henselin. 

„     gerhart  Henselin. 

„     Ulrich  Gossen. 

„     Geburen  Lauwelin. 

Dise  süllent   höptlüte   sin  an  35 
den    porten. 

Item   an  sant   Stephanstor. 
„     Werlin  Sturm  der  alte. 


\  an  Spettergasse. 
|  sant  Thoman. 


1  Dieser  und  der  folgende  Name  eingesetzt  statt  Lauwelin  von  Berse  und  Wilhelm  Rotschilt. 
-  Ausgestr.  Schömann. 


40 


Item  Claus  Bock. 
„     Rfilman  Voltze. 
„      Hanseman  Rote. 


Item  an   Kuwerintor  süllent  höpt- 
lüte  sin. 
„      Eberlin  Christian. 
„      Ctin  Mansse. 
„      Ulrich  Löselin  der  alte. 


1394  509 

Vor  an  die  spitz  vor  der  banier. 
Item  her  Erhart  Zorn. 

„     Hans  Zorn. 

„      Li'itolt  Hans  von  Mulnheim. 

„     her  Reimbolt  Hüflclin  der  junger. 

„  her  Heinrich  von  Mulnheim  in  Brant- 
gasse. 


Item     an     Steinstraszetor    süllent 
10  höptlüte  sin. 

„      Heimholt  S&sze. 
„      Friderieh  von  Tuntzenheim. 

Item   an   Kronenburgtor    süllent 
höptlüte  sin. 
<&      „      her  Johans  von  Wickersheim. 
„      der  lange  Swarber. 

Item  an   den  wissen    turn  söllent 
höptlüte  sin  under  wagener. 
„      Heitzeman  Wetzel. 
20      „      Claus  Berer. 
„      Claus  Gnipping. 

Item   an    saut    Eilsabeht    tor    do 
süllent  höpllüte  sin. 
„      Claus  von  Heiligenstein. 
25      „      her  Reimbolt  Hüffelin  der  alte. 

Item     an     S  p  i  1 1  a  1 1  o  r     süllent 
höptlüte    sin. 
„      Hug  Dutzscheman. 
„      Thoman  Lentzelin. 

»»  Item  an  Metzigertor  süllent  höpt- 
lüte  s  i  n. 
„      her  Thoman  von  Endingen. 
„      Cleinhenselin  Pfaffenlap. 
„      Wallher  von  Wintertur. 

35  Diso  nochgeschriben  personen  süllent  bi 
her  Johans  von  Kagenecke  dem  meisler 
sin  und  bi  der  baner,  ebe  es  zu  strite 
keine. 


Nebent   dem    meister    uf  d 
rehte   site. 
Item  her  Behtolt  Zorn. 
„      her  Heinrich  von  Landesberg. 
„      Rülin  Barpfenning. 
„     Rudolf  Voltze. 


Zu   der   lincken   siten. 

Item  her  Johans  von  Kagenecke  der  alte. 
„      Peterman  von  Duntzenheim. 
„     Ulrich  Gosse. 
„      Betzscholt  Henselin. 

Hinder  dem  meister  mit  nammen. 

Item  Reimbolt  Wetzel. 

„  Itel  Clobelouch. 

„  Erbe  Löselin. 

„  Paulus  Mosung. 

,,  Cüntzeman  Rebestog. 

Dise  söllent  bliben  uffe  den  hengestin, 
ebe  es  zu  strite  komen  wolle,  die  do  umb 
und  umb  daz  volg  ritent  und  versorgent, 
daz  nieman  umbkere  von  den  unsern  zu 
farende  und  daz  sij  sich  an  kein  geschrei 
kerent,  obe  man  schruwe  :  sü  fliehent  oder 
wie  der  geschrei  sii. 

Item  her  Heinrich  Linier. 
„     der  lonherre. 

Dise  sint  geordent  zu  den  wegen 

und  zu  dem  füszvolke. 
Item  her  Heinrich  Limer. 

„      her  Cünrat  Armbruster. 

„      der  lonherre. 

„     geburen  Claus. 


510 


Der  geschrei :  Stroszburg 
Die  losunge :  Liningen. 
Das  heimliche:  Isenhiit. 
Daz  zeichen : 


1394 

Item  her  Andres  Heilman. 
„     Sygelins  Jeckelin. 
„      Lauwelin  von  Bersse. 
„     Rülin  Barpfenning. 


ein  wisz   krütze  in  eime   schwärt- 
zen  velde. 

Die   noch   geschriben   personen   süllent 
lagen,    daz   men   zu   pferden    komen  und 
daz   man   zu  gelte   kome   und  ingewinne 
die  schulde. 
Item  her  Heisseman  der  meister 

„      her  Claus  von  Heiligenstein. 

„     her  Dietherich  Burggrofe. 


Dise  viere  süllent  von  der 
landlüte  wegen  zi'i  sammen  gon. 

Item  der  von  Geispoltzheim. 
„  Behtolt  von  Roszheim. 
„  Jacob  von  Diemeringe. 
„     Herman  Lorer. 

[In  verso]  Die  constofeler  hant  225  pfert, 
die  antwerg  hant  100  pfert.  actum  in 
festo  pasce  anno  domini  1394. 


1CI 


Str.  St.  Ä.  G.  ü.  P.  lad.  20  nr.  2.  Papierstreifen. 


848.  Rat  und  Gemeinde  von  Zabern  an  Strassburg:  antworten  auf  das  Ansinnen  15 
vom  18  April,  den  Bischof  Wilhelm  anzuerkennen :  lant  öwer  bescheidenheit  aber 
wissen,  daz  der  merreteil  der  dümheren  der  merren  stifft  zu  Straszburg  herre  Bürg- 
hart von  Lützelstein  uns  geben  hant  zu  eime  herren  und  bischofe,  den  wir  ouch 
empfangen  hant,  ime  geschuldet  und  gesworn.  .  .  .  Desshalb  sei  es  für  sie  Ehrensache 
dem  Bischof  Burckard  treu  zu  bleiben,  bis  dieser  etwa  selbst  zurücktrete  und  sich  20 
mit  Wilhelm  von  Diest  vergleiche.         geben  des  mittwüchen  in  der  osterwüchen. 

[1394  April  22.] 
Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  el, 


Die  constofel  zu  sant  Pe'ter. 
Item  her  Berhtolt  Schultheisse. 
„     her  Burekart  von  Rechberg. 
„     Lütolt  Hans. 


2f> 


849.  Aufrüstung.  1394  April  23. 

Alsus  sint  dise  nochgeschriben  glefen  von  den  constofeln  und  von  den  .  .  ant- 
wereken  usz  geleit  noch  den  lüten  und  den  pferden,  so  under  ieder  cunstofel  oder 
under  iedem  antwereke  sint,  also  daz  dieselben  personen,  die  uszgeleit  sint,  sich 
bestellen  süllent  mit  allem  irem  gezfige,  daz  sü  gerüstet  sint  und  bereit,  wanne  man  sii 
heisset  riten,  daz  sü  denne  one  verzog  ritent  etc.  actum  sub  domino  Johanni  de 
Kagenecke  juniori,  magistro  Wilhelmo  Metziger  magistro  scabinorum  civitatis  Arg.  so 
in  die  Georii  martiris  a.  d.   1394. 

[Im  folgenden  sind  nur  die  Namen  genannt,  welche  sich  in  der  ausführlicheren 
Aufrüstung  von  1392  nicht  finden.] 


Dietsche  von  Künigesheim. 
her  Adam  Zorn  von  Bülach  [zugeschr.]  k 
Claus  Jungen  sün. 
Summa  17  personen,  40  pfert. 


1394 


VH 


Die   constofel  vor  dem   Münster. 
Item  her  Behtolt  Zorn. 

„      Hans  Zorn. 

„      Heinrich  Zorn. 

Summa  2(i  personen,  (>.r>  pl'crl. 

Die  c  o  n  s  l.  o  f  i!  I  in  Kalbesgasse. 

[tem  Klein  Ulrich  Hocke. 
„      Wilhelm   von  Mülnheim. 
„      Heimholt  Hiltebrant  von  Mülnheim.1 
„      Böllelin  von  Mülnheim. 
„      Walther  Ge_yler. 
„      Henselin  von  Wintertür,    Lauwelins 

sun. 
„     Johans  Sturm. 
,,      Hans  Sturm  von  Sturmecke. 

Gosse  Hebestock. 

Hügelin  Sturm  den  langen.  [zugeschr.] 

Jacop  von  Diemeringen. 

Hans  Hocke  der  junger. 

Bernhart  Böckelin.  [zugeschr.] 

der  lange  Pfettonsheim.  [zugeschr.] 
Summa  11  personen,1  20  pfert. 


Item   Wallher  von  Endingen,  [zugeschr.] 
„     Thoman  zu  der  Megede. 
„      Wilhelm  Twinger         j 
„      Reinbolt  Klobelouch     \  [zugeschr.] 
„      Werlin  Hüffelin  \ 

Summa  8  personen,  2'.i  pferit. 

Die  constofel  in  Spettergasse. 

Item  herr  Johans  von  Kagenecke  der  elter. 
„     Heimholt  Clobelöch. 
„      Hans  Rudolf. 

Summa  11  personen,  24  pfert. 

Die  constofel  zu  sant  Thoman. 
Hein  Herchtolt  von  Roszheim.   [zugeschr.] 
Summa  8  personen,   19  pferit. 

Die   constofel  an   der  Übern- 
strassen. 

Item  her  Johans  von  Kagenecke*  [zugeschr.] 
„      Rrün  Lauwelin. 

Summa  [8  personen],  15  pfert. 


Die  constofel  sant  Nicolause. 
Item  Hans  Rudolf.  [gesCr.] 
„     Hans   Rudolf  von  Endingen,  [gestr.] 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  20  nr.  2.  Lange  Papierstreifen. 


Die  constofel   am  Holwige. 
Item  Otteman  vom  Mülnheim 

„     Heinrich  Lüsze 

Summa  der  glefin  von  den  constofeler 

ist  100  one  5. 


[zugeschr.] 


1150.  Aufrüstung  der  Gespannen. 

Dis    sint    die    gespannen    in   der 
constofeln  sant  Peter, 
so  Item  her  Heintze  Megefrideriche.  [gestr.] 
„     her  Johans  Wiszorn.  [gestr.] 
„     Hehtolt  Zorn. 

„     Behtolt   Zorn,  hern    Behtolt    schult- 
heissen  seligen  sun.  [gestr.] 
ss      „     Hans  Zorn  Eckerich. 

„     Heinrich  von  Mülnheim,hernBurckarts 
sun. 


[1394.] 


Mit  den  beiden  zugeschriebenen  also  13. 
VI. 


Item  juncher  Lütoltz  sun. 

„  Heinrich  Landesberg. 

„  Reimbolt  Lappe. 

„  Schochmann. 

„  Peter  von  Dürningen. 

„  Gösselin  von  Kagenecke. 

„  Böllelin  von  Mülnheim. 

„  Behtolt  von  Merswin. 

„  Peter  Böckelin. 

„  Reinbolt  Wet^el. 


65 


512 


1394 


Dis    sint    die    gespannen   in   der 
constofel   vor   dem   Münster. 

Item  her  Claus  Heinrich  von  Hohenstein. 
„     her  Claus  Lappe. 
„     Heinrich  von  Mülnheim,  hern  Heintzen 

brüder. 
„     Hans  von  Mülnheim,  der  Cüsin  dohter- 

man. 
„     Hans  von  Mülnheim,  hern  Heintzen 

sun. 
„     Walther  von  Mülnheim. 
„     [Claus  Mansze]. 
„     Schönemansze. 
„     Cune  Manszen  sun.  [ffestr.] 
„     Adam  Löselin. 
„     Erbe  Löselin. 
„     Reinbolt  Schiltingheim. 
„     Werlin  von  Halle. 
„     Henselin  Berlin. 
„     Reinbolt  Hüttelin. 
„     Reinbolt  zum  Trubel. 
„     Peterman  Rebestog. 
„     Friedrich  von  Ohssenstein. 

Dis  sint  die   gespannen   der  con- 
stofel in  Kalbesgasse. 

Item  her  Johans  Ulrich  von  Mülnheim. 

,,  her  Johans  Bock  der  elter. 

„  Wilhelm  von  Mülnheim.  [ffestr.] 

„  Beinbolt  von  Mülnheim. 

„  Gosze  Engelbreht. 

„  grosz  Ulrich  Bock. 

„  Wolfhelm  Bock,  [ffestr.] 

„  Swarber,  Bühseners  dotherman. 

„  Sweninger  elter. 

„  Hans  Sturm  von  Spire. 

„  Gösselin  Sturm,  her  Wernhers   sun. 

[ffestr.] 

„  der  eheste  Vörster. 

Dis   sint   die    gespannen    in    der 

constofeln   sant  Niclaus. 
Item   her  Thoman   von  Endingen,  yestr.] 


Item  Beinbolt  Spender. 
„     Götze  von  Heilgenstein. 
„     Ber  von  Heilgenstein,  [ffestr.] 
„     Billung  zu  der  Megede.  [ffestr.] 
„     Wilhelm  Klobelöch.  5 

„     Hans  Klobelöch. 

Büstelin. 

Pfettesheim,  des  Pfaffenlabes  dohter- 

man. 
„     her  Claus  sun  von  Heilgenstein.         10 

Dis    sint    die    gespannen    in    der 
constofel    in    Spe  ttergas  se. 

Item  Hans  Schilt. 

„  Hans  Klobelöch  zürn  güldin.  [ffestr.] 

„  Gösselin  von  Mülnheim.  15 

„  Helwig  Rotenberg.  [ffestr.] 

„  Thoman  zu  der  megede. 

„  Henselin  Bertsche.  [ffestr.] 

„  Beinbolt   Klobelöch,   hern    Beinboltz 

sun.  20 

„  der  Gürtelerin  sun. 

Dis    sint    die    gespannen    in     der 
constofel   sant   Thoman. 

Item  her  Hetzelmarkes  der  meister. 
„     her  Wetzel  Marsilis.  [ffestr.]  25 

„     Bertholt  von  Bosheim. 
„     Walther   von    Mülnheim,   des    burg- 

grafen  sun. 
„     Gösselin  Bebestoge. 
„     Bernhart  Matzenheim.  30 

Dis    sint    die    gespannen    in    der 
constofel  an  der  Oberstrasse. 

Item  her  Claus  Berer. 
„     Ludewig  von  Wickersheim. 
„     Buman  Bürckelin.  [ffestr.] 
„     Claus  Grüpping.  [ffestr.] 
„     Brünlawelin. 
„     Peter  Baldemar. 


1394 


513 


Dis   s  i  n  l    die   gespannen    in    der     Die  sint  die  gespannen  von  den 


constofel  am   Holwige. 

Hein  her  Johana  von  Kagenccke. 

,,  Hanneman  von  Wickersheim. 

s       ,,  her  Hansen  Götzen  Bon  von  Groslcin. 

„  Feter  Dunlzenheim. 

„  Ci'intze  Lentzelin. 

Dis  sint   die   gespannen    von   den 
s  c  h  i  f  1  ü  t  e  n. 

'•  Hein  Hanseman  IViger. 

„  llugelin  Berber,  \gestr.] 

„  Henselin  Lambart  der  junge. 

„  Obreht  Seimig. 

„  Rfifelin  Wahssicher. 

15      „  Walther  Wahssicber. 

„  Nellisheim. 

„  Marzolf  Phige. 

„  Peter  von  Mutzich.  \jestr.] 

Dis  sint   die  gespannen  von   den 
211  kremern. 

Hein  Rülin  Barpfennig. 

„  Heinrich  Karle. 

„  Petennan  Riffe. 

„  Wilhelm  von  Parme. 

25       „  der  lange  Dielherich. 

„  Rudolf  Voltze. 

„  Leppichin.  [geslr.] 

„  Pfettesheüh. 

„  Lawelin  von  Reynicheim.  \gestr.'\ 

:«i   Dis  sinl  die    gespannen   von  den 
w  ü  rl  cii. 

Mein  Heintzeman  Kranich. 

,,  Ulrich  Gosse. 

„  Claus  Guntersheim  der  junge. 

,  Cöntzelin  von  Hagenowe. 

,  Marckes. 

,  Sprengelin.  [gestr.] 


:i:. 


metzigern. 

Hein  Wilhelm  Hernzelin. 

„     Henselin  Betscholt. 

,,     Hanseman  Wolhusen. 

„     Karricher  Jeckelin.  [geslr.] 

Dis  sint  die  gespannen   von   den 

t  ü  ehern. 
Mein  Hanseman  von  Ingewiler. 

„    Bischof  Heintzeman. 

„     Gerhart  Henselin. 

Item  dis  sint  die  gespannen  von 

den  k  o  r  n  1  u  t  e  n. 
Item  Cftnral  Müller  der  junge. 
„    Hanseman  Lampert. 

„     Walther  Lawelin. 

Item  dis  sinl  die  gespannen  von 
den  s  altzmitt  ein. 

Item  Werlin  zii  güldin  schoffe. 

Item   von   den  brot  becker  n. 
Item  Johans  Stange.  \geslr\ 

Item   von    den    goltsmiden. 
Item  Friburger  Jeckelin. 

„     der  junge  Boppe.  [geslr.] 
„     Geist. 

„     Cünrat  Armbroster. 
„    Kamerer  der  goltsmit. 

1 1  e  m    v  im    de  n    k  ü  rsenern. 
Item  der  junge  Müchelin. 
„    des  alten  Schaffeners  sun  von  Rufach. 

Item    von    den    grempern. 

Item   Tülel   l.auwelin. 


Str.  St.  Ä.  G.  ü.  P.  lad.  20  nr.  6.  Dreifach  gefalteter  Vapierbogen. 

851.    Her   Sehultheiss   von   Hagenau   an    Strasshurg:   führt   Klage,   dass   Bisehof 

■   Wilhelm  von  Dies!  .  .  das  doster  zu  saute  Waltpurg  und  des  closters  zum  alten  spittal 


514  1394 

zu  Hagenowe  gutere  verboüen,  umbe  das  er  wissen  wolte,  obe  su  sich  an  in  halten 
woltent  oder  an  bischof  Burekart  von  Lützelnstein  .  .  .,  wozu  sie  doch  als  Reichs- 
klöster ohne  Einwilligung  des  Landvogtes  nicht  befugt  seien,  und  bittet  um  freundliche 
Vermittlung  in  dieser  Sache.  geben  versigelt  mit  mime  ingesigel  uf  fritag  in  der 
osterwoche  anno  domini  1394.  1994  April  24.    5 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  el.  c.  sig.  in  v. 

852.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Wilhelm  von  Diest  Chorherren  zu  Lüttich: 
Da  er  den  für  ihn  und  Bischof  Burckard  zu  Breisach  am  Dienstag  nach  Palmsonntag 
angesetzten  Sühnetag  nicht  persönlich  besucht,  auch  seinem  Boten  nicht  genügend 
Rede  gestanden,  so  teilt  er  ihm  nochmals  mit,  dass  Burckard  keinen  Krieg  wolle,  10 
sondern  sich  geistlichem  Gericht  und  päbstlicher  Entscheidung  zu  unterwerfen  bereit 
sei.  geben  zu  Ensesheim  an  sunnentag  nach  sant  Georien  tag  anno  nonagesimo 
nnarto.  Ensisheim  1394  April  20. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  el. 

853.  Reimbold  Spender  der  Meister  und  der  Rat  der  Stadt  Strassburg  an  den  ir, 
Pfalzgrafen  bei  Rhein,  Stephan  von  Baiern :  teilen  mit,  dass  der  Sühnetag  zu  Breisach 
zwischen  ihnen  und  ihrem  Bischof  Wilhelm  von  Diest  einerseits  und  dem  Strassburger 
Domprobst  Burkard  von  Lützelstein  anderseits,  von  dem  sie  bereits  früher  ge- 
schrieben, jetzt  wirklich  in  Gegenwart  Herzog  Leopolds,  des  Bischofs  Berthold  von 
Freising  und  vieler  Städteboten  stattgefunden  und  zur  Anerkennung  Wilhelms  und  zur  20 
Aussöhnung  geführt  habe.  [1394  April.] 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  3.  conc.  eh. 


854.  Graf  Friedrich  zu  Oettingen  der  Hauptmann  und  die  8  Männer  des  schwäbi- 
schen Landfriedens  an  Strassburg :  teilen  mit,  dass  München  den  Landfrieden  gegen 
Ulm  gebrochen  habe,  denn  einem  Bürger  in  Ulm  .  .  .  sye  daz  sein  reupliehen  genomen  25 
und  bitten  Strassburg  .  .,  daz  ir  den  von  Ulm  zu  den  von  Munichen  und  zu  irem 
gut  forderlichen  berautten  und  beholffen  siend  mit  dem  rechten,  alz  der  landfrid  uz- 
zwiset,  wann  sye  gutiu  recht  zu  in  haben  und  die  von  Munichen  rechtlos  stend  etc. 
geben  an  dem  nehsten  mentag  nach  sant  Walburgentag  und  versigelt  mit  dez  lantfrids 
insigl  anno  94.  1394  Mai  4.   30 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  48/49  B.  or.  eh.  I.  el.  c.  i.  v.  s.  impr. 

855.  Pabst  Bonifaz  IX  an  Slraßburg  .•  dankt  der  Stadt  für  die  Anerkennung 
des  von  ikm  ernannten  Bisckofs  Wilhelm  von  Diest  und  ermaknt  zu  weiterer  Unter- 
stützung desselben.  Eo»t  1394  Mai  8. 

Bonifatius  episcopus  servus  servorum  dei  dilectis  filiis,  populo  et  communi  civitatis  35 
Argentinensis  salutem  et  apostolicam  benedictionem.    intelleximus  magno  cum  gaudio 


1394  5t5 

ßdelitatem  ei  devotionem  restram,  u<  devotissimi  filii  dilectum  lilinm  Wilhelmum  etoctan 
Argentinensem  pro  nostra  et  apostolice  sedis  rcverentia  benigne  reeepisse  et  admisisse, 
in  quo  devotionem  restram  plurimom  conunendamna  bortantea  eandem  devotionem 
quatinus  eum  suseipientes  pro  nostra  et  apostolice  sedis  rcverentia  propensius  rem 

5  eommissam  eidem  Wilbelmo  assistatis  auxiliis  et  favoribus  oportunis  nee  curetis  de 
frivolis  Burghardi  in  ipsam  ecclesiam  intrusi  appcllationibus,  quas  fore  nullas  prout 
sunt  (leelaraviiniis,  in  quo  devotio  ipsa  nohis  plurimum  complacebit  .scientes,  quod 
Burnus  dispositi  vos  prosequi    specialibus  gracüs   et   favoribus    oportunis.  daluin 

Rome  apud  sanctum  Petrum  VIII  id.     maji  pontilicatus  nostri  anno  quinto. 

io  [In  verso]  Dileelis  filiis,  popalo  et  commani  civitatis  Argentinensis. 

Str  St.  A.  AA.  1418.  or.  mb.  c.  bulla  plumb. 


J{5(i.  Papst  ttonifacms  IX  ermahnt  die  Stadt  Straßburg,  den  erwählten  Bischof 
gut  aufzunehmen  und  zu  unterstützen.  1304  Mai  s. 

Bonifatius   episcopus   servus   servorum   dei.      ad   futuram   rei    memoriam   tunc 

i5  debilum  injuncte  nobis  a  domino  apostolice  servitutis  officium  digne  peragimus  cum 
malignantium  perversis  conatibus  et  maliciis  oportunis  remediis  obviamus,  cum  itaque 
sicut  accepimus  iniquitatis  filius  Hurckardus  de  Lüczelstein  in  ecclesia  Argentinensi 
ausu  temerario  et  in  nostrum  ac  ecclesie  Romane  contemptum  anime  sue  periculum 
et  Bcandalom  plurimorum  intrusus  a  nonnullis  processibus   per  dilectum  filium  Wil- 

■i»  lielmum  electum  Argentinensem  contra  ipsum  Burckardum  eiusque  sequaces  et  fau- 
tores  rite  et  canonice  factos  ad  nos  et  sedem  apostolicam  potius  causa  diffugii  et 
malicie  quam  justicie  conseqnende  ut  nobis  innoscit  frivole  appelavit  pretextu  cuius 
appelationis  in  sua  malicia  pertinacius  perseverans  impedit  minus  jusle  dictum  Wil- 
helmum  electum  quomintu  ipse  electus  possessionem  ipsius  ecclesie  pacifice  assequatur 

»5  nonnulla  castra  bona  et  iura  ipsius  ecclesie  ausu  sarilegio  contra  nostra  mandata 
occupando.  nos  volentes  eius  nepbandia  et  detestabilibus  conatibus  salubriter  providere 
et  ipsius  Burckardi  maliciis  et  dififngiis  obviare  omnes  et  singulos  huiusmodi  appella- 
ciones  per  ipsum  Burckardum  a  dictis  processibus  et  alias  quovismodo  contra  dictum 
Wilbelmum  electum  factas,  quas  oarumque  tenores  et  omnia  in  eis  contenta  presentibus 

so  haberi  volumus  pro  sufficienter  specificatis  et  declaratis  ex  certa  scientia  auctoritate 
apostolica  tenore  presenüam  declaramne  fuisse  et  esse  frivolas  et  nullas  ac  nullius 
roboris  vel  momenti  illasque  etiam  eadcm  auctoritate  revocamus  cassamoa  irritamus 
et  annullamus  ac  nullius  esse  decernimus  (irmitatis,  nulli  ergo  omnino  hominum 
liceat  hanc  paginam  nostre  declaracionis,  revocacionis,  cassacionis,  imitacionis.  annulla- 

85  cionis  et  constitucionis  infringere  vel  ea  ausu  temerario  contraire.  siquis  autem  hoc 
attemptare  presumpserit  indignacionem  omnipotentis  dei  et  beatorum  Petri  et  Pauli 
apostolorum  eius  se  nomine  incursurum.  datum  Rome  apud  sanctum  Petrum  VIII 
idus  maii   pontificatus  nostri  anno  quinto. 

Str.  St.  Ä.  AA.  1418.  or.  mb. 


516  1394 

857.  Herzog   Leopold  von  Oesterreich  thut  kund,  dass   Wilhelm    von   Diest    und 
/Hausse.  Burckard  von  Lützelstein  von  nächstem  Dienstag  bis  folgenden  Dienstag  einen  Waffen- 
stillstand geschlossen  haben  und  garantiert  denselben  für  seinen  Verbündeten  liurckard. 
geben  zu  Tann  an  dem  sunnendage  alse  man  singet  Cantate  anno  1394. 

Tliann  1394  Mai  17. 
Str.  St.  A.  AA.  1420.  conc.  eh. 

858  König  Wenzel  an  Strassburg:  begehrt,  dass  die  Stadt  bei  Uannemann  dein 
Jungen  von  Bitsch  die  Freilassung  des  Habart  von  Herchemberg,  Unterlandvogt  des 
Elsass,  und  anderer  Unterthanen  vermittle.  geben  zu  Präge  an  dem  heiligen  plingst- 
tage  a.  reg.  boh.  31.  reg.  rom.  18.  *+ag  1394  .Juni  7. 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  70.  or.  eh.  I.  cl. 


859.  Oertelin  Mansse '   an  den  !Markgrafen  Hesso  zu  Hochberg:  teilt  mit,  das  die 
Strassburger  mit  den  von  Lützelstein,  den  bischof  sine  brüder,  ih>*  hertzogen   diener 
und  ouch   ander  herren   ritter   und  knehten    wol  uffe  500   pfert   ankörnen    sint    und 
hant  die  unsern  den  von  Lützelstein  und  die  sinen  gen  Oberkirche  gejaget  und  liegen!.   15 
vor  Oberkirche  .  . .  und  darum  möge  er  mit  seinem  Vetter  dem  Markgrafen   reden,   ob 

er  ihnen  Hülfe  leisten  wolle...  undwil  es  min  herre  alse  ton,  sokummel  förderliche 
zu  mir  mit  voller  mäht  inins  herren  und  daz  er  sich  ouch  darauf  rüste  und  bereite, 
wanne  wir  uberkoment,  daz  er  denne  förderliche  zuziehe  und  darzü  tu.  wil  aber  min 
herre  selber  gen  Stolhofen  komen,  so  wil  ich  schaffen,  daz  erber  hotten  zu  ime  dar  20 
geschicket  werden  von  den  Sachen  mit  ime  zu  überkomende.  wissent,  ich  wer  selber 
zii  üch  geritten,  so  mag  ich  es  vor  libes  not  zu  dirre  zil  nül  getan,  gnediger  herre. 
tunt  harzii  uwer  bestes,  daz  die  sache  volle  gange,  so  getruwe  ich,  daz  es  fich  wol 
gedancket  sol  werden  yon  der  stat   von  Strazburg  .   .  .  datuni   feria  tertia  pro- 

xima  ante  diem  festi  corporis^  Christi  anno   \'.'A)4.'!  1394  Juni  10.   -'5 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29.  or.  eh.  I.  cl. 

860.  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  an  Strassburg:  hat  ihre  Botschaft  empfangen 
und  bedauert  ausserordentlich  .  .  .  was  zwavung  und  Unwillens  ist  zwischen  demboch- 
geborn  fürsten  unserm  lieben  vettern  hertzog  Leupolten  und  ewr.  und  hegein  gar 
ernstelich,  daz  ir  die  sach  zwischen  dem  von  Lützelstein  und  dem  von  Dyest  und  ob  30 
sich  zwischen  dem  obgenanten  unserm  vettern  und  ewr  icht  verlauffen  hett,  lazzet  in 
gutem  gestedn  und  in  der  sach  nichts  furbazzer  tut.  Zugleich  schickt  er  an  seinen 
Vetter  zur  Friedensstiftung  seinen  Kanzler  Bischof  Berthold  von  Freisingen.  geben 
ze  Wienn  an  samtztag  nach  gotzleichnamstage  anno  domini   1394. 

Wien  1304  Juni  20.   35 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 


1  Oertelin  Mansse  war  Stettmeister  1382,  1380,  Ratsmitglied  1384,  1386,  1391. 

2  Vgl.  auch  zu  diesem  Kriege :  Hegel,  KünigsJwfen  II,  814   Ein  reyse  gein  Andelo. 


1394  517 

861.  Johann  Bock  der  Jüngere  im  Namen  des  Rates  (heimlich)  an  Herrn  Flackeneck 
von  der  Witenmülen  in  Prag:  erinnert  an  das  hei  seiner  Abreise  aus  Prag  erhaltene 
Versprechen,  sich  für  Strassburg  um  die  Ueberreichung  und  günstige  Beantwortung 
eines  Briefes  an  König  Wenzel  bemühen  zu  wollen,  und  sendet  die  Abschrift  des  jetzt 
5  ausgefertigten  und  gleichzeitig  abgehenden  Schreibens.  Was  seinen  Vetter  Styslav 
anlange;  teflS  der  Rat  mit,  dass  man  völlig  mit  ihm  verrichtet  und  geschlichtet  Bei. 
dal  um  die  scti  Johannis  evangeliste   1394.  i:t04  Juni  24. 

Str.  St.  A.  AA.  115.  «wie.  eh. 


\\{)2.  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  den  Schwiegervater  Herzog  Leopolds  von 
io  Oesterroich  :  erzählen  den  Hergang  des  Streites  zwischen  Wilhelm  von  Diest  und  Burckard 
von  Lützelstein  um  das  Bistum  Strassburg,  der  endlich  unter  Mitwirkung  der  Stadt 
dadurch  beigelegt  schien,  dass  der  durch  päbstliche  Provision  bestellte  und  fast  all- 
gemein anerkannte  Bischof  Wilhelm  seinem  Gegner  auf  Lebenszeit  das  bischöfliche 
Amt  Rufach,  das  sogenannte  obere  Mandat,  abgetreten  und  ausserdem  eine  grössere 
i&  Geldsumme  zugebilligt  habe.  Diesen  Vertrag  aber  habe  Burckard  von  Lützelstein 
nicht  gehalten,  sondern  den  Krieg  von  neuem  begonnen.  Desshalb  bitten  sie 
inständigst  zum  Wohle  und  Frieden  des  Vaterlandes,  diesen  Burckard  in  keiner  Weise 
zu  unterstützen  und  allen  väterlichen  Kinlluss  aufzuwenden,  dass  ihm  von  seinem 
Schwiegersöhne    Herzog  Leopold   keinerlei  Förderung    und  Hilfe   geschehe.  datum 

m  Argentine  in  die  beatorum  Petri  et  Pauli  apostolorum.         f&raaäbwg  1994  Jmti  89. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  conc.  eh. 


il(i;{    Liste  der  Anhänger  des  zum  Bischof  erwählten  Domprobst  Burckard  von 
Lützelstein  gegen  den  bestätigten  Bischof  Wilhelm  ton  Diest  zu  Slraßburg .     13»4. 

Anno  domini  1394. 

■  Dise,  die  hie  noch  geschriben  stonl,  haut  widerseit  dem  erwürdigen  herren,  herren 
Wilhelme  von  golles  gnoden  bischofe  ZU  Sliaszburg  und  allen  sineu  helflern  von  hern 
Hurgkarlz  wegen  von  Lützelstein,  zu  dem  ersten:  [folgen  in  5  Colu  innen  1155 
Namen;  eine  halbe  Coluinne  trägt  d  i  e  S  0  ml  e  r  ü  b  er  sehr  if  t :]  Dise  noch 
geschriben   hant    widerseit  von  des   hoherborn   forsten   wegen   hertzoge  Lüpoltz   zu 

h  Oesterich.  [Die  Namen  Bind  zum  grossenTeil  b  ü  rgerl  i  che  mi  t  A  us  nähme 
der  von  t\v^  Herzogs  vv  egen  au  Ig  e  führten,  worunter  sich  auch  Bür- 
germeister und  Ral  von  Basel  befinden.]    Acht  haben  sünderlichen  der 
stette  widerseil  von  des  von  Lützelstein  wegen  in  dem  lande: 
Heinrich  von  Morsberg. 

■  Maus   Küdolf. 

Hans  von  Hagenbach. 
Ratsche  von  Hurzbach. 
Kuoppfelin  von  Lis, 


518 


1394 


Henselin  zii  der  Hinden. 
Heintzeman  von  Langenowe. 
.Icckelin  Teschelin  von  Zofingen. 

[Am  Schluß  der  ganzen  Aufzählung  .■]  Her  Heinrich  grofe  zu  Lutzelstein  hei 
widerseit  hern  Wilhelme  von  Diest  biscbofe  zu  Straszbnrg,  grofe  Friedrich  von 
Liningen  und  der  stat  zu  Straszburg  von  sin  selbes  wegen. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  or.  mb.  Rolle  von  GS  cm.  Breite  und  2—3  cm.  Länge. 


864.  Liste  der  städtischen  Söldner  1394. 

Diz    sint   alle    soldener   und   diener     Item 
der  stette  zii  Straz bürg. 

Item  glefener. 

„     genwer. 

„     bogener. 

„     einspennige. 

Signati  sub  anno  d.  milllesimo  tre- 
centesimo  nonagesimo  quarto,  also  sij  die 
briefe  besigelt  hant,  die  sij  gesworn  hant. 

Dise  hant  ire  briefe  besigelt  zürn 
ersten. 

Item  her  Reinolt  hertzoge  von  Urselingen. 
„     WolfF  von  Megembuch. 
„     Ulrich  von  Truhtelfingen. 
„     Heinrich  Egelbart. 
„     Jeckelin  Weckes. 
„     Frantze  von  Hannenburg. 


Item  grafe  von  Salme  der  junge.1 
„     Johan  von  Collen. 
„     Hüttin  von  Syrie. 
„     Dietsche  von  Heische. 
„     Klesichin  von  Baideringen. 
„     Henneman  von  Mörsberg. 
„     Hans  Kobe  von  Freisdorf. 
„     Göbel  von  Albesheim. 
„     Hans    von    Albe,    den    man    nennet 
Gerschilis. 


Hennichin  von  Einselcheim  der  junge. 

Hans  von  Warsberg.  io 

Johans  Perim  von  Husch. 

Hans  von  Albe. 

Rollin  von  Macher. 

Schan  von  Proge. 

Pernin  von  Syrie.  15 

Thonat  von  Marsel. 

Wigrich  von  Marsel. 

Diebolt  von  der  Mutten. 

Schollenkort  von  Lütze. 

Reinhart  von  Schene.  20 

Spengeler  von  Püttelingen. 

Heinrich  von  Alben. 

Gurtdenhengest  von  Warsberg. 

Albreht  von  Durmentze. 

Friderich  von  Durmentze.  » 

Cünrat  von  Durmentze. 

Gerlach  von  Durmentze. 

Heinrich  von  Rodemberg. 

Reinhart  Entzeberger. 

Burekart  von  Bondorf  der  elter. 

Hug  von  Münichingen. 

Herman  von  Sahssenheim  der  junge. 

Herman  von  Sahssenheim  dem  man 

nennet  den  swartzen  Herman. 

Hans     von     Sahssenheim,     Bernoltz  35 

seligen  sun. 

Hans  von  Wunnenstein  der  junge. 

Wolf  von  Ippenburg. 


. 


1  Am  4  Juli  schwört  der  mitaufgezählte  Johann  von  Salm  der    Stadt  treue  Dienstleistung   auf  ein 
Jahr.        dat.  s.  Ulrichstag,  a.  d.  1394.   Wencker,  de  glcvenb    83.  40 


1394 


r.i«i 


Hein  Hans  Edclman  der  junge. 

„  Elana  von  Hietbür. 

„  Reinharl  von  Rietbür. 

„  Hans  von  Lammesheim  genant    Moy. 

„  Cleweselin  von  Rod. 

„  Hans  von  Salembach. 

„  Hans  Schiich  von  Westerstetten. 

o 

„  Ulrich  Fötzer. 

„  Peter  von  Lennberg  der  junge. 

„  Pritsche  von  Wichingen. 

„  Menloch  von  Dettelingen. 

„  Pritsche  von  Dettelingen. 

„  Hans  von  Wintzlöwe. 

„  Heintze  von  Ziehtenfeils. 

„  Hans  von  Northeim. 

„  Friderich  von  Osterungen.1 

„  Gorie  von  Wingen. 

„  Claus  von  Mentze. 

„  Heinrich  Wombolt. 

„  Peter  Cleman. 


Item  Burekart  von  Liehtenstein  ritter. 

„  Gerie  von  Blanckenstein. 

„  F61ke  von  Lobemberg. 

„  Hans  von  Nuwenecke. 

„  Günrat  von  Holvingen. 

,,  Günrat  Inslinger. 

„  Günrat  Beilenstein. 

„  Diether  Russe. 

„  WollT  Wisse. 

„  lytel  Krowel. 

„  Cünrat  Ramminger. 

„  Erntet  von  First. 

„  Belnrich  der  Schofhuser. 

„  Hans  Weckerle  von  Kempten. 

„  Bronnen  Hans.  j 

„  Hans  von  dem  Hofe.    '  einspennig. 

„  Hans  Herwart.  ) 


Hein 


Hans  von  Heringen. 

Ulrich  von  Lampertheim. 

Diedrich  von  Rafe. 

Ilmselin  Koli  von  Sarburg. 

Ludeman  von  Northeim. 

Henselin  Qwinckener  von  Sarburg. 

Hans  von  Valkemberg. 

der  lange  Gödelman  von  Bitsch. 

Wernher  von  Scherwiler. 

Götze  von  Lore. 

Peter  von  Lore. 

Wilhelm  von  Gehningen. 

Qesichin  von  Diedersdorf. 

Sibel  von  Püttelingen. 

Hans  von  Hesebach. 

Arnolt  Kröge  von  Bettingen. 

Heintze  von  Ottewilre. 

Nicolaus  von  Escheim. 

Kaiman  von  Rorbach. 

Michel  von  Bettingen. 


Hein 


Eckebreht  von  Steinwilre. 

Symunt  von  Zcinszkeim. 

Götze  von  Mulhoven  der  alte. 

Egen  von  Engassen. 

Hans  von  Mulhoven. 

Götze  von  Mulhoven  der  junge. 

Eckebreht    von    Ebestein   oder    von 

Lambesheini. 

Eckrich  von  Lingenwelt. 

Peter  Wust  von  Kainel  (?) 

Ulrich  von  Sieingen. 

Hans  von  Sieingen. 

Heinrich  von  Zeinsikein. 


Item  Hans  von  Grünberg. 
,,     Heinrich  Hase  von  Tobelich. 


1  Dahinter  steht:  mit  vindcn. 
VI. 


520 


Item  Hans  von  Herbencle  der  junge. 

„  Cünin  von  Spinal. 

„  Cerban  von  Sehette. 

„  Johan  Badewin  von  Spinnal. 

„  Schafrit  von  Scheue,  Wernhers  sun 

von  Ramswilre. 

„  Priat  von  Spinnal. 

„  Hans  der  Banckart  von  .Termine. 

„  Schettat  de  Pre. 

„  Castel  von  Brucan. 

„  Bicdieschehan  ein  bogener. 

„  Hans  Lumbart  ein  bogener. 

„  Perin  von  Spinal  ein  bogener. 


1394 

Item 


Item  Hans  von  Germingen. 

Friderich  Walich  von  Crunesz  (?) 


Item 


Hans    Schotte    dem    man    sprichet 

Weldel  von  Hagenäwe. 

Hans  Kampfe  von  Nuwilre. 

Germe  von  Beheim      I 

_  ,   .        genwer. 
Mentzlaw  von  Beheim  ) 

Hans  Godelman  von  Ingewilr. 

Haneman  von  Windeberg. 

Smande  von  Zabern. 

Hans  Nase  von  Zabern  )     . 

™  r.    ,         ,     1  einspenig. 

Peter  von  Bacherach  J 

Henzelin  Schaffener  von  Kirwilr. 

Volmar  von  Hagenöwe  der  junge. 


Item 


Cuntze  von  Smalstein  der  junger. 

Behtolt  vom  Nuwenhuse. 

Eberhart  Nuwenhuse. 

Behtolt    von  Massembach   dem  man 

sprichet   Armleder. 

Schricker  von  Helmstat. 

Wilhelm    von    Helmstat    dem     man 

sprichet  von  Rappenöwe. 

Haas  von  Bynheim. 

Götze  von  der  Natten. 

Hügelin  von  Juvene. 


Ulrich  von  Slossemberg. 
Hans  von  Tünöfer       J 
Könin  von  Backerat     >  genwer. 
Hans  von  Blanckenberg ) 


Item 


Heinrich  von  Dürkelstein. 
Frantzoy  von  Herbonilen. 
Walther  von  Flenille. 
Gerge  der  Basthart  von  Spinal. 
Claus  von  Kagenecke  der  jünger. 
Hans  der  Basthart  von  Schettelet. 
Heinriche  der  jenuwer. 


Item  Volmar  von  Schowemberg. 
„     Rudolf  von  Schowemberg. 
„     Heinrich  von  Nuwenecke. 
„     Ulrich  von  Tischinger. 
„     Erhart  Swebelin. 


Item 


der  kircherre  von  Stöffemberg. 

Johans  von  Stöffemberg  genant  von 

Widergrin. 

Johans  Stöffemberg.  20 

Symunt  von  Herbotzheim. 

Haneman  Zuckemantel. 

Leuthelin. 

Burekart  ym  Holtze. 

Gerie  von  Gisingen.  25 

Heintzeman  Künrscher  (?)  von  Baden. 

Ci'mtzelin  Slaffer  von  Baden. 

Peter  Slaffer  sin  bröder. 

Dolde  Germersheimer. 

Hans  von  Cappelle.  so 


Item  Wilhelm  von  Sahssenheim  ritter. 
„     Hans  von  Heffnigen  den  man  sprichet 

Ossemberg. 
,,     Fritsche  von  Sahssenheim. 


1394 


.YJ1 


Item 


M 


Heinrich  Rönflin. 

Behtolt  Rönflin  gebrüdere  von  Mensz- 

heim. 

Hans  Turn  von  Riet. 

Ludewig  Beiler. 

Cüncze  Unmüs  von  Obernhusen. 

Swartz  Wallher. 

Heincze  Ysin. 

Rip  von  Wil. 

Henselin  Wilhelme,1 


Item 


Martin  von  Regensberg. 
Ileinman  von  Altheim. 
Hans  von  Lutenslaher. 
Claus  Backe  von  Lewenslcin.'2 


Nota. 
Mein  marggrofe  Hans  von  Hochberg. 
„     Hans  Schultheisse  von  Endingen. 
„     Paulus  Mörser. 
„     Hans  von  Burgheim. 
„     Hans  Mul. 
„     Gertenstiel  von  Halle. 
.,     Hans  Rihter  von  Horwe. 


Item  Gebürichin  von  Homberg. 

„  Heinrich  von  Idecke. 

„  Johans  Wiszkirche. 

„  .lohan  von  Beckingen. 

„  This  von  Gedingen. 

„  .lohan  Wiche,  ein  genwer. 


Item  Peter  von  Grünes. 

,,  Symunt  von  Culiers. 

„  der  Basthart  von  Kressig. 

„  Johan  Vörster. 

„  Johan  Berrit. 

„  Rickart  Boelier. 

„  Wilhelm  Kngelschnian. 

„  Johan  Odar. 


Item  Wilhelm  Odar  sin  brüder. 
Johans  Maris. 
Güssen  von  Rinurken  (?). 
Johan  Petgkar. 
Johan  Bon. 
Rickart  Smal. 
Jennin  Boner. 


Item  Anterman  von  Sponheim. 
„     Hans  von  Eyche. 
„     Hans  von  Macher. 


Item  Burekart  Wisseier. 
„     Johan  von  Cleve. 


Item  Blicker  von  Mülnhoven. 
,.     Herrnan  Nidenstein. 
„     Hans  Edelman   von  Wissemburg   us 
Swoben. 


Item  Winrant  von  Metze  der  bogener. 

„  Musin  von  Metze  der  genwer. 

„  Loran  von  Metze  der  genwer. 

„  Sent  Nast  der  genwer. 

„  Claus  Bruckekast  der  genwer. 

„  Johan  von  Mörchingen  der  genwer. 

„  Thomas  von  Metze  der  genwer. 


Item 


Johan  Clar  von  Bertschut 
Bernot  von  GäfTry 
Johan  von  Molin 
Johan  von  Espinal 
Colon  von  Albe 
Heinrich  von  Lye 
Gylet  von  Warmessen. 
G  .  .  rllin  von  Pierponl. 
Jaqwin  von  Pierpont. 
Richard  le  Rey. 
Ilciiickin  von  Brabant. 


die 
schützen. 


1  Neben  den  beiden  letzten  Namen  steht:  nö.  in  vein  (?)  es  mag  die  ander  glcfe  sin. 
8  Am  liande  für  diese  i  Namen :  nö  in  Bad. 


522 
Item 


1394 


Angnus  von  Beheim 

Wantelot  von  Beheim 

Huart  von  Bey 

Alfons  von  Yspani 

Thomas  von  Jenöwe 

Menrin  von  Backurt 

Symon  von  Jüllemontbast 

hart 

Cönrat  von  Benestot        )  bogener. 

Peter  von  Nysz 

Jacomi  von  Audre 

Jacob  von  Bösen 

Heinrich  der  Beitton 

Gan  von  Wich 

Heinrich  von  Burna 

Hüttin  von  Bikardy 

Peterman  von  Lützemberg 

Str.  St.  Ä.  G.  ü.  P.  lad.  20  fasc.  6. 


Item  Schütze  von  Wanfrisdorf. 
„     Hocygin  Engeische. 
„     Petit. 

„     Johan  Legaleys. 
,.     Leonhart  von  Schampany. 
„     Aubertin  von  Honan. 
„     Wellemert  von  Honan. 
„     Heinczeman  von  Beltzwilre. 
„     Johan  von  Pontemonsz. 
„     Heintzeman  Arner. 
„     Cüntze  Freischbecher  von  Spire. 
„     Wilhelm  von  Brücke  der  ertschier. 
„     Johan  Bosse  der  ertschier. 
„     Heinrich  Kaldar  der  ertschier. 
„    Henselin  von  Br  .  .  .  ander  der  ert- 
schier. 

[Summa  2" 8.] 

Schmales  Papierheft. 


in 


865.  Burckard  von  Lützelstein,  Erwählter  von  Strassburg,  verkündet,  dass  er  mit 
Graf  Eberhard  von  Württemberg  ein  Bündnis  geschlossen  und   ihm  die  Summe   von  20 
12000  Gulden  in  Gold  zugesichert  habe  .  .  .     darumbe   er   unser   helffer  worden   ist 
gelruwelich  ane  alle  geverde  mit  fünftzig  mit  spieszen  wider  hern  Wilhelm  von  D yest,  die 
juii ».  stat  zu  Strazburg  und  alle  ire  helffere  bisz  von  sant  Jacobes  tage,  der  nehst  kommet 
über  ein  jar  das  nehste,  und  nüt  vürbaz  noch  lenger.     wore  aber,  daz  derselbe  crieg 
zwüschent  uns  e  verrihtet  würde,    so   sol  er  uns  vürbaz  nüt  gebunden  sin  dazselbe  25 
jar  uz  zu  wartende  mit  den  vorgenanten  spieszen,  und  wanne  wir  yetz  zu  einem  rehtcn 
werenden  pfände  geben  unser  stat  Ettenheim,  Grafenhusen,  Cappeln  und  Byngesheim, 
die  dörffere  Tayszloch,  den  hoff  Adelnhofen,  Bichenwilr  und  Nunnenwilr,  item  Marckolz- 
heim,    die   stat  Elsenheim,   Baldoltzheim    und   Artzenheim-  die   dörffere  mit  allen  iren 
eren,  wirden,   nutzen,  gerillten,    rehten   etc.  etc.     Walther   von  Mülnheim  Probst   zu  30 
Bheinau,    Heinrich   und    Schwarz    Budolf   von    Andlau    mitbesiegeln    die    Urkunde, 
geben  an  dem  mittwoche  vor  sant  Margarethen  tag  anno  1394.         1394  Juli  8. 

Str.  St.  A.  AA.  1417.  or.  mb.  lit.  pat.  e.  4  sig.  pend.  quor.  1  del. 


866.  Pfalzgraf  Buprecht  an  Strassburg:  kündigt  an,  dass    er  sich  jetzt,  nachdem 
Markgraf  Johann,  des  Königs  Bruder   selbst   auf   dem  Fürstentage   zu  Frankfurt   die  35 
Gefangenschaft  Wenzel's  bestätigt  habe,  nach  altem  Becht  und  Herkommen  als  Vicarius 
und  Fürseher  des  Beiches  betrachte  und  den  dem  König  schuldigen  Gehorsam  bean- 
spruche.   Auch  sei  beschlossen,  dass  alle  etwa  doch  während  der  Gefangenschaft  des 


1394  .Vj:j 

Königs  mit  dem  Majesläts-  oder  kleinen  Siegel  ausgefertigten  Urkunden  ungültig  seien, 
dalum  Franckefurd  in  die  beate  Margarete  anno  1394.      Frankfurt  1394. Juli  13. 

Str.  St.  A.  AA.  109.  or.  ch.  I.  pat.  c.  s.  impr. 

Gedr.  nach  der  Frankfurter  Ausfertigung  zur  D.  R.  A.  11.  nr.  222. 

lieg.  Kueh  u.   Wille  nr.  5556. 


j{()7.  Hans  Fritze    «der  stat   diener »    an   Ritler  Johann  von  Kageneck  und  Amt- 

manmeister  Wilhelm  zu  Straszburg:    berichtet   über  den  Reichstag  zu  Frankfurt,  dass 

die  Fürsten  dem  .lobst  von  Mähren  einen  «heftigen»  Rrief  geschrieben  haben,   damit 

er  den  König  aus  der  Gefangenschaft   ledig  lasse,  und  dass  eine  neue  Versammlung 

io  in  Nürnberg  den  ^(i  Juli  stattfinden  solle.  [1394]  Juli  14. 

Gedr.  D.  R.  A    II  nr.  232  aus  Wenckeri  ex  eerpta  2,373  '>. 
lieg.  Koch  u.   Wille  nr.  5557. 


ii(il!.  Julians  von  Kagenecke  der  jüngere  der  Meister  und  der  Rat  von  Slrassburg: 
verkünden  unter  Reifügung  des  Stadtsiegels,  dass  Rischof  Wilhelm  mit  Rurckard  von 
Lützelstein  einen  Frieden  geschlossen  habe  von  dem  nehesten  zukünftigen  samestage,  Juu  m-is. 
so  der  dag  uff  get,  und  weren  sol  untze  an  den  liebsten  samestdag,  der  darnach  kommet 
zu  nehste  .  .  .  und  verpflichten  sich  für  Bischof  Wilhelm  für  die  strenge  Innehaltung 
dieses  Friedens.         datuin  die  sete  Margarethe  Virginia1  anno  domini   1394. 

1394  Juli  13. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  conc.  eh. 


il(Ü).  Eierzog  Leopold  von  Oesterreich  giebt   freies  and  sicheres  Geleit  allen  denen, 

welche    zu    dem  Sühnetage    uaeli   llreisach    reisen    wollen,    welchen   er  zwischen    den 

beiden  Prätendenten  des  Strassburger  Bistums  Burkard  von  Lützelstein  und  Wilhelm 

von  Diest  am  nächsten  Samstag  angesetzt  hat  geben  zu  Ensesbeim  an  dunrestage 

«   nach  sant  Margareten  dage  anno  domini   1394.  JBwfaÄaim  1394  Jvii  Vi.  •>"<■ '»• 

Str.  St.  A.  AA.  1417.  or.  ch   l.  cl. 


870.  Malzgraf  Ruprecht  II  an  Slrassburg:  kündigt  als  Reichsvikar  seine  Ver- 
mittlung  an  in  dem  Kriege  zwischen  Wilhelm  von  Diesl  und  Burckard  von  Lützelstein 
um  das  Strassburger  Bistum,     dalum  Altzei  Bezta  feria  post  diem  Margarete  virg.  a.  94. 

AlzH  1394  Juli  17. 

Str.  St.  A.  AA.  109.  or.  ch.  lit.  cl. 

Gedr.  D.  li   A.  II  nr.  223.  —  Reg.  Koch  u.  Wille  nr.  5558. 


1  Dies  Datum  ist  später  nebst  anderen  Corrccluren  geschrieben    Das  ausgestrichene  Datuin  lautet  : 
datum  feria  leonnda  proxima  post  dominicam  Cantate  anno  [Mai  18].  Die  Originalausfertigung  dieses 
35    Conceptes  ist  nicht  erhalten 


524  1394 


871.  Gedenkbrief  über  die  Verhandlungen  zu  Breisach  zur  Verlängerung  des  am 
25  Juli  ablaufenden  Waffenstillstandes  zwischen  Bischof  Wilhelm  von  Diest  und  Burckard 
von  Lützelnstein  und  ihren  beiderseitigen  Helfern.  —  Die  Unterhändler:  ßerchtolt 
bischof  zu  Frysingen,  Eberhart  grofe  zu  Kirchberg  portener  der  merren  stifte  zu 
Strasburg,  Engelhart  von  Winsberg  landvogt  in  Swoben,  Peter  Löwe  von  Ulme,  Cünrat  5 
Swartze  von  Constentze,  Heinickin  Huntbisz  von  Bafensburg,  Hans  Bock  von  Botwilre, 
Hanneman  am  graben  von  Colmar  und  Wunderer  von  Sletzstat  derselben  stette 
erbere  botten  hant  geretd  mit  des  egenanten  hern  Wilhelmes  des  byschoves  zö 
Strasburg  und  der  stette  von  Strasburg  fründen  und  erbern  botten  und  sie  erbetten 
juii ss.  das  sie  hant  gelossen  den  friden  fürbasz  strecken  bitze  zu  dem  künftigen  zinstag  zu  io 
naht  nehest  kummet,  des  sie  uns  ouch  gefolget  hant.  und  also  hant  wir  mit  des  von 
Lützelstein  fründen  unde  botten  ouch  geretd,  das  sie  den  friden  hant  gelossen  strecken 
untze  uffe  den  egenanten  zinstag  zu  naht  in  aller  der  mossen  und  mit  aller  der  be- 
redungen, also  der  erste  neheste  fride  ist.  und  ist  das  geschehen,  umbe  das  wir 
zwüschent  den  parten  die  missehelle,  die  sie  hant,  bedersite  deste  basz  verrihten  und  15 
betragen  möhtend.  doch  so  habent  wir  Berchtotl  bischoff  zu  Frysingen  und  Engelhart 
von  Winsberg  der  stette  von  Strasburg   erbern  botten  vorgenant   die  vürwort  geton, 

e 

das  wir  in  gesprochen  hant,  das  der  hoherborne  fürste  hertzoge  Lüpolt  zu  Osteriche 
unser  gnediger  herre  mit  herrn  Burekarte  von  Lützelstein  reden  sol,  das  er  halte  und 
uff  neme  die  richtunge  und  den  Übertrag,  der  vor  zwüschent  dem  von  Lützelstein  und  20 
dem  von  Diest  beretd  ist,  als  das  die  nottel  wiset,  die  darüber  gemäht  ist,  der  ietweder 
parte  eine  het.     di'it  her  Burekart  das,  so  sol  es  da  by  blyben.      wer  aber,   das  her 
Burekart   den  Übertrag  noch  flissiger  versuchunge  ye  nit  uf  nemen  wolte,  so  solte  der 
obgenante  unser  herre  hertzoge  Lüpolt   dem  von  Lützelstein    nit  helffen  noch  by  ge- 
stendig  sin  in  deheinen  weg.     und  sol  alle  die,  die  von  sinen  wegen    widerseit  haut  « 
hern  Wilhelme  von   Dyest   oder   der   stat   von    Straszburg   darzü   haben,   das  sie   ir 
widersagen  abe  ti'int.     und  sol  der  vorgenante  unser  herre  hertzoge  Lüpolt  und  die- 
selben sine  dienere  gantz  verrihtet  sin  mit  dem  egenanten  herren  Wilhelme  von  Dyest 
und  der  stat  ze  Straszburg  und  sü  mit  in   hinwider.     und  was  kosten  oder  schaden 
derselbe  unser  herre  hertzog  Lüpolt,  her  Wilhelm  von  Dyest  und  die  stat  zu  Strasburg  30 
bedersite   genomen  hant,   des  süllent  sie  by  uns  obgenant  Berchtolt   bischof  ze  Fry- 
singen, Eberhart  grofe  von  Kirchberg,  Engelhart  von  Winsperg  und  der  stette  botten 
und  fründen  gentzlich  blyben  und  süllent  wir  des  gewaltig  sin.     doch  also,  das  dise 
schaden   glich  gegeneinander   werden   ab   sin    und   gezogen,     was  ouch   slosse   oder 
landes,  wie  das  genant  ist,  der  obgenante  unser  herre  hertzoge  Lüpolt  inne  het,   die  35 
an  die  stift  von  Strasburg  gehörent,  und  die  ime  der  von  Lützelstein  von  des  krieges 
wegen  het  in  geantwürtet,  die  sol  er  inne  behaben  in  einre  gemeinen   hant,    so  lange 
bitz  das  ein  einhelliger  bischof  ist,  dem  sol  er  sie  danne  wider  geben  one  verzog,  alle 
argelist  und  geverde  und  kein  schaden  gült  noch  kosten  daruff  icht  rechen,     und  sint 
diser    gedencke    briete    drye    gliche.       der   einen     hant    wir    Berchtolt   byschof    ze  40 
Frysingen,  den  andern  grofe  Eberhart  von  Kirchberg  und  den  dirten  der  stette  erbern 


1394  525 

botten  von  Strasburg,  die  äffe  diso  zit  zu  Brysach  sint      datum  feria  quinta  proxima 
ante  diem  sancti  .Tacobi  apostoli  anno  1304.  Breisach  1394  .hdi  23. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  eh.  or.  oder  cop.  mit  Versendungssehnitten. 

il72.  Wühelmus  electus  et  confinnatus  Argentinensis  statuit,  ut  festum  visitationis 

5  Marie,  quod  Honifacius  papa  celebrari  jusseril,  6  non.  julii  celebretur.         datum  a.  d. 

1304  in  die  beati  Jacobi  apostoli.  1304  Juli  2S. 

Str.  Bez.  A.  G.  3475.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  pend. 

873.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  verkündigt,  dasjä  durch  seine  Vermittlung  eine 
Versöhnung  zustande  gekommen  sei  zwischen  Wilhelm  von  Diest  und  der  Stadt  Strass- 

'«  bürg  einerseits  und  dem  Domprobst  Graf  Burkard  von  Lützelstein  anderseits  über  das 
Bistum  Strassburg,  und  litsst  den  Wortlaut  folgen.1 

diser  spruch  ist  geschehen  und  ist  der  brieff  gegeben  zu  Brisach  an  zinstag  nach 
sant  Jacobstag  des  zwolfboten  nach  Cristes  gepurt  drutzehenhundert  jar  darnach  in 
dem  vir  und  nüntzigisten  jare.  Breisach  1394  .lull  28. 

IS  Str.  St.  A.  V.  C.  G.  28  a.  cop.  eh.  eoaeva. 

874.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  a<i  Straßburg:  sendet  zwei  seiner  Räte  zu 
mündlicher   Verhandlung  über  die    Verabredungen  zu  Breisach. 

Breisach  1394  Juli  29. 

Lupolt  von  gots  gnaden  herezog  zu  Ocsterich  etc.      unsern   gros   und  alles  gut 

ao  vor.  erbern  wisen  und  sunderlieben.   es  habent  unser  frund,  herren  und  rete  yeezunt 

hie  mit  uwern  frunden  und  roten  geteydingt  nnd  geredt  von  etlicher  stuk  und  artikcl 

wegen  über  die  beredung,  die  uf  dem  vasten  tag  hie  besehenen  ist,  als  unser  rote  und 

lieben  getruwen  Hainrich  Gessler  und  Burkart  Münich,  die  wir  darumb  zu  üch  schiken, 

völliclich  sagen  und  erczeln  werden,     da  bitten   wir  üch  mit  ganezen    ernst    und   so 

25  wir  yemer  flizzig  künnen  als  mügen,  daz  ir  dieselben  unser  rote  gütlich  und  williclich 

darynne  ufnement  und  uns  zu  sunderm   dienst   und  gevallnüsse   dieselben  stuk  also 

durchgeen  lasset,     und  getrowen  üch  wol,  daz  ir  uns  daran  eret  und  uns  des  nicht 

verezihent,  als  wir  uns  des  unnczwivellich  hincz  üch  versehen,   wan  wir  das  hinfur 

in  andern  Sachen  allczit  williclich  gen  üch  verschulden  wollen,  wa  sich  das  gepüret. 

so  was  oueh  dieselben  unser  rote  darumb  an  ach  bringont  und  mit  uch  redent  nuczcmal. 

das  wellet  in  genczlich  gelouben   als  unsselber.         geben   zu   Brisach   an   mitwochen 

nach  .lacobi  nonagesimo  quarto. 

[In  verso]  Den  erbern  wisen,  unsern  besunder  lieben  dem  meister  und  dem  rat 
der  stat  zu  Strozburg. 

35  Str.  St.  A.  AA.  79.  or.  eh.  Ut.  cl.  c   sig.  i.  v.  imp.  del. 


'   Siehe  1394  August  21. 


526  1394 

875.  Borziwoy  von  Swinar  an  [Strassburg] :  es  sind  4  Bevollmächtigte  eingesetzt, 
um  den  Streit  zwischen  König  Wenzel  und  den  Herren  zu  untersuchen.   Ihr  Ausspruch 

August  i.   soll  dem  König  an  Vermögen  und  Rechten  nicht  schaden.   Auf  nächsten  Sonntag  soll 
der  König  der  Gefangenschaft   ledig  werden.  geben   zum  Budweis    am  donerstag 

nach  Jacobi  anno  94.  Budweis  1394  Juli  30.  i 

Str.  St.  A.  AA.  107  nr.  68.  cop.  eh. 

876.  Herzog  Leopold  an  Straßburg  .•  die  bisherigen  Sühneverhandhingen  waren 
rf  olglos  und  nötigen  zur  Beschickung  eines  neuen  Tages.      Thann  1394  August  9. 

Erbern  wisen  und  sunder  lieben,  als  dez  bischofs  von  Strazburg  und  uwer  botten 
und  ouch  der  von  Lutzelstein  "hie  by  uns  gewesen  sind  von  sachen  wegen,  alz  ir  wol  io 
wissent,  da  haben  wir  mit  sampt  unsern  roten  uns  fast  gemut  und  gern  gesehen 
hetten,  daz  die  zu  ainem  guten  ende  komen  weren,  das  aber  nicht  gesin  mocht,  alz 
uch  dieselben  uwer  botten  wol  sagen  werdent,  und  habent  darumb  ainen  andern  tag 
August  is.  benant  gen  Kentzingen  uf  unser  frowen  tag  assumptionis  nechst  künftig,  darzu  der  von 

Lutzelstein  komen  wil.  bitten  wir  uch  mit  allem  flizz  und  ernst,  daz  der  bischof  und  ,5 
ir  uff  denselben  tag  uwer  gut  botten  mit  vollem  gewalt  ouch  zu  uns  dahin  sendent, 
da  wellen  wir  der  sachen  ainen  vollen  ustrag  geben  und  versprechen  nach  der  richtung- 
brief  sag.  uf  denselben  tag  unser  öheim  von  Wirtemberg  auch  kompt,  mit  dem  wellen 
wir  reden  und  unsern  flizz  darzu  keren,  wie  die  zway  geslozz  Ettenheim  und  Marcholtz- 
heim  von  im  komen.  uwer  antwurt  lat  uns  darumb  verschriben  wizzen  bi  disem  20 
botten.         geben  zu  Tann   an  suntag  vor  Laurenti  anno  domini   nonagesimo  quarto. 

Str.  St.  A.  A.  1420.  or.  eh   l.  cl. 

877.  Bischof  Wilhelm  und  das  Kapitel  von  Slraßburg  verpfänden  der  Stadt 
Straßburg  die  Stadt  Benfeld  und  die  Burg  Kochersberg  für  eine  alle  Schuld  von 
15000  Gulden.  1394  August  IG.   2ä 

Wir  Wilhelm  von  gotz  gnaden,  erweiter  und  bestetigeter  byschoif  zii  Strasburg 
verjehent  und  bekennent  mit  diseme  brieffe,  daz  wir  schuldig  sint  rechter  gerechenter 
schulden  15000  güldin  genge  gilt  und  geber  an  golde  und  an  gewege  den  erbern 
wysen  meister  rate  und  den  burgern  gemeinliche  der  stette  zil  Straszburg.  und  ruret 
der  schulden  dar  by  den  10000  güldin  von  byschoffe  Friederich  unserm  vorvarn,  die  30 
ime  die  vorgenante  stat  von  Straszburg  geluhen  haut  und  er  und  des  bystumes  slosz 
ouch  innen  schuldig  blibent  von  versessenen  zinsen,  so  rüret  die  überige  schulde 
darvon  versessenen  zinsen,  die  unsers  bystumes  slosse  und  lüte  sit  byschoff  Friderichs 
zyten  der  vorgenanten  stat  Straszburg  versessen  habent,  zu  gebende  von  den  zinsen, 
die  sie  innen  jerglich  gebent  und  ouch  von  lihendes  wegen,  die  uns  die  vorgenanten 
von  Straszburg  bar  geluhen  und  betzalt  hant  und  in  unsern  und  in  unsers  bystumes 
schinbernden  nutz  kommen  sint.  und  wände  wir  dieselbe  schulde  der  stat  von 
Straszburg  zu  diser  zyt  bar  nit  betzalen  künnent  noch  enmügent  soliches  grosses 
krieges  und  kosten  halb,  so  wir  umb  unser  bystum  gehebt   hant  mit  hern  Burkarte 


1394  527 

von  Lützclstein  dorn  tümprobst,  unsere  stifTt  und  dem  hochgebornen  hertzog  Lüpolt 
hertzoge  zu  Oesterich  etc.,  sine  helffer  und  andern  iren  helffern,  so  hant  wir  der  selben 
stat  zu  Straszburg  und  allen  iren  nochkomrnen  do  für  und  für  die  vorgenanten 
(5000  guldin  gesetzet  und  ingegeben  in  pfandeswise  unsers  bystiimes  stat  Benefelt  mit 

&  unserme  ackerhofTe  do  selbs  mit  allen  rehten,  twinge,  banne,  gerihte,  zinse,  gulte, 
gevelle  etc.  etc.  doch  was  dörfTere  ussewendig  twinge  und  banne  der  stette  Benefelt 
ligent,  sollent  uns  und  unserme  bystüme  bliben,  und  sollent  wir  ouch  von  den  schaffen 
jergliche  gerihtz  wegen  soliche  zinse  und  gülte,  so  sie  bitzhar  gegeben  habent,  one 
der  vorgenanten  stette  zu   Straszburg  und  der  stat  zu    Benefelt  kosten  und  schaden. 

10  ouch  ist  beredt,  das  die  egenante  stat  Benefelt  unsers  byschoff  Wilhelmes,  die  wile 
wir  lebent  und  byschoff  zu  Straszburg  sint,  und  nit  fürbasser,  offen  stat  sin  sol  zu 
allen  unsern  nöten  ungeverliche  one  wider  die  stat  Straszburg,  ire  bürgere  und  die 
iren  und  ouch  one  iren  schaden,  und  sollent  das  die  stat  Strazburg  iren  ambahtlüten 
ernestliche  by  irme  eyde  bevelhen  zu  haltende,     und  umb  das  ....  die  stat  Strasz- 

'5  bürg  der  obgenanten  15000  guldin  deste  sicherer  syent,  so  hant  wir  innen  zu  merer 
Sicherheit  zfi  rehtem  underpfande  darzii  gesetzet  und  geben  unsere  vestin  und  bürg 
Kochersperg  mit  dem  berge,  reben  und  veldes,  alse  es  bitzhar  gelegen  ist,  doch  usz- 
gescheiden  der  dörffere  und  der  gerihte,  die  dem  bystüm  zu  gehörent,  die  sollent  darin 
nit  gehören  mit  sollicher  bescheidenheit,  daz  wir  dieselbe  vestin  Kochersperg  mit  der 

20  obgenanten  zu  gehörde,  die  wile  wir  lebent  und  byschoff  zi'i  Straszburg  sint,  inne 
haben,  besitzen,  nützen  und  messen  sollent,  doch  also,  daz  die  selbe  vestin  Kochers- 
perg der  stat  offen  husz  sol  sin  one  wider  uns  und  die  unsern  zu  allen  iren  nöten, 
daz  sie  sich  darusz  und  wider  darin  behelffen  mügent  und  süllent.  und  wenne  wir  nit 
me  ensint,  daz  wir  von  todeswegen  abegangent .  .  .  oder  von  dem  bistüme  zu  Strasz- 

25  bürg  kement,  zu  weihen  weg  das  beschehe,  so  soll  die  vestin  Kochersperg  gentzlich 
vallen  an  die  stat  und  bürgere  zu  Straszburg es  ist  ouch  beredt,  daz  die  vor- 
genanten meister  und  rat  mögent  buwen  an  der  stat  Benfeit  oder  an  der  vestin 
Kochersperg,  so  in  die  zu  valle  kommet,  was  sie  truwent,  das  nütze  und  notdürftig  sy 
bitze  an   2000  pfunde   Straszburger  pfennige.  were  aber,  daz  sie  darüber  me  daran 

so  verbuwent,  daz  sullent  wir  in  nit  verbunden  sin  zu  bet/.alende.  were  es  sache,  daz 
die  stat  Straszburg  der  stat  Benefelt  oder  der  vestin  Kocliersperg  von  uns  dem  cappitel 
entweret,  entweltiget  oder  angewunnen  würde,  so  sollent  wir  in  dem  nehesten  jore 
dornoch  inen  die  15000  guldin  houbtgiites  und  die  2000  pfunde  gebuwes  widergeben 
one  allen  verzog,     mögent  wir  aber   das  nit  getün,  so  sollent  wir  doch  ynen  andere 

35  unsers  bystums  und  der  stiffte  slosze  ingeben  und  in  antwurten,  die  besser  sint  denn 
die  obgenanten  slosse.  were  es  sache,  daz  der  vorgenanten  stat  Straszburg  die  stat 
Benefelt  und  die  vestin  Kocliersperg  von  andern  lüten  anegewunnen  würde  oder  die 
stat  oder  die  vestin  verbrantent  oder  zerfielent,  so  sollent  die  vorgenanten  von  Strasz- 
burg uns  und  .  .  .  nützit  umb  schuldig  sin  zu  tünde  oder  zu  gebende,  und  wenne  wir 

••  in  die  15000  guldin  und  die  2000  pfunde  [in  Baten  von  mindestens  KXK)  Gulden] 
gerwe  betzalet   habent,  so  sollent  unser  stat  Benefelt  und   die  vestin  Kochersperg  ' 


1   Im  Jahre  1422  überträgt  Bischof  Wilhelm  auch  Kochersberg  völlig  an  Straßburg.  cf.  Urk.  desselb. 
Briefbuclis  fol.  83. 

VI  67 


528  1394 

gentzlich  und  gar  ledig  sin  und  wider  an  uns  und  unsere  stifft  vallen.  und  zu 
eime  waren  Urkunde  so  hant  wir  byschoff  Wilhelm  unser  grosz  ingesigel  an  disen 
brieffe  geton  hencken  [desgl.  der  Dekan  und  das  Capitel].  geben  des 
nehesten  sunnentage  noch  unser  frowen  tage  der  eren  des  jores  1394. 

Str.  St.  Ä.  AA.  66  Biiefbnch  B  fol.  80/82. 


878.  Sühnebrief  des  Dietrich  Kemmerer  von  Worms.  1394  August  20. 

Ich    Diether    Cemmerer    von    Worms     ein    edelkneht    künde     mengelichem    mit 
disem  briefe,  also  von    solliches  schaden,  der  mir  und  den  minen  geschehen  ist  von 
den    ersamen  wisen  dem   meister,  dem  rate  der   stette  zu   Strazburg  und    allen  den 
iren  zu  den  ziten,  da  herren  und  stette  miteinander  kriegetent.  zum  ersten:    da   der   u 
gemeine  gezog  geschach  von  den  stetten  zu  Spire,  da  ich  ouch  in  demselben  wunde 
was,  und  den  schaden,  der  mir  geschade,  da  die  von  Strazburg  zu  Wissemburg  logent, 
und  den  schaden,  den  die  selben  von  Strazburg  minem  nefen  Johan  von  Bummersheim 
getün  habent  zu  Bummersheim.  und  ouch  von  dez  schaden  wegen,  der  mir  und  den 
minen  sünderliche  von  in  und  den  iren  zu  Bettenwilre1  geschehen  ist.  und  dar  zu  von   u 
alles  dez  schaden  und  kosten  wegen,  so  mir  und  den  minen  untze  uff  disen  hütigen 
dag  von  in  und  allen  den  iren  geschehen  ist,  in  weihen  weg  daz  sie,  das  ich  dar  umbe 
gentzliche  gesünet   gerihtet    und   geslihtet  bin   und  denselben  dem  meister,  dem  rate 
und  den  burgern  gemeine  und  besunder  der  stette  zu  Strazburg  und  allen  den  iren. 
[Es  siegeln   mit   ihm]:  der  edele  her   Graf  Friderich   zu  Lyningen,   Volmar  von   20 
Wickersheim  der  alte  lantvogt. 

geben  an  dem  ersten  dunrestage  vor  sant  Bartholomeus  dage  dez  heiligen  zwelf- 
botten  in  dem  jare,  da  man  zalte  drützehenhundert  nüntzig  und  vier  jare. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.   166  nr.  89,  or    mb.  lit.  pat.  c.  3  sig.  pend.  quorum  2  del 

879.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  veröffentlicht  den  durch  seine  Vermittlung  25 
und  tinter  Mitwirkung  Graf  Eberhards  von  Württemberg  abgeschlossenen  Friedens- 
vertrag zwischen  Bischof  Wilhelm  von  Diest  und  der  Stadt  Straßburg  einerseits  und 
dem  üomprobst  Burhard  von  Lützelstein  anderseits.         Kenzingen  1394  August  22. 

Des  ersten  sol  der  vorgenante  her   Bürkart   von   Lützelstein  voran  in 

nucz  und  gewer  geseczt  werden  aller  vesten  stete  und  gelozz  der  obern  Montat  mit  u 
iren  zügehörden  und  sol  im  darüber  der  vorgenant  von  Dyest  bischofe  und  ouch  das 
capitel  zu  Strazburg  iren  besigelten  brief  ane  verziehen  geben  nach  lutte  der  obge- 
nanten  richtung  briefen.  darnach  sol  derselb  von  Lüczelstein  dem  obgenanten  byschofen 
von  Strazburg  die  geslozz  des  bystümes  ingeben  und  antwurtten  ouch  nach  lütte  unserr 
spruchbriefe.  und  sol  aber  der  von  Dyest  byschofe  demselben  von  Lüczelstein  oder  3ä 
den  ambtlutten,  die  die  geslozz  innehabent,  die  summe  der  nüwn  oder  zehen  tusent 


?  oder  Nettenwilre. 


1394  529 

guldin  alter  gcltschulde  nach  derselben  rieht  ungbrief  sage  richten  und  geben  darumb 
und  umb  das,  daz  dieselben  ambllüte  abtreten  und  dem  byschofe  die  geslozz  dest 
förderlicher  in  werden,  ouch  sprechen  wir,  daz  der  vorgenant  von  Dyest  byschofe 
zu  Strasburg  dein  obgenanten  hern  Bürkarten  von  Lüczelstein  oder  seinen  erben,  ob 

i  er  nicht  enwere,  geben  sol  zweinczig  tusent  guldin  gutes  an  gold  und  volle  swere  an 
wage  zu  den  tagen  und  zilen,  als  hernach  geschriben  stat,  für  seinen  chosten  und 
schaden,  den  er  von  des  krieges  wegen  geliten  und  gehabt  hat  ouch  nach  unserr 
richtungbrief  lutt  und  sage,  des  ersten  sol  er  im  geben  drüw  tusent  guldin  uf  unser 
frowen  tag  zu  herbst,  darnach  uf  sand  Martins  tag  drüw  tusent  guldin,  aber  darnach  }j^J^;*v_ 

io  uf  den  zwelften  tag  zu  wichnachten  vier  tusent  guldin,  und  darnach  uf  sand  Jörgen  •'«"»••• 

April  *o. 

tag  zehen  tusent  guldin  schierist  von  datum  dicz  briefes  nach  einander  künftigen  an 
alles  verziehen,  und  sol  derselb  von  Diest  bischofe  den  obgenanten  von  Lüczelstein 
vor  unserr  frowen  tag  zu  herbst  schierist  künftigen  darumb  versichern  und  versorgen,  Hepllir  H 
daz  er  daran  habent  sey,  ouch  nach  lutte  unserr  richtungbriefen.  sunderlich  wellen 
ib  und  sprechen  wir,  daz  über  die  leuttrung  und  usspruch  die  obgennanten  richtung 
beleiben  sol  by  allen  iren  kreften  und  nach  lutt  der  rieht ungb riefe,  die  wir  in  darüber 
geben  haben,  als  sy  des  hinder  uns  beidenthalben  gegangen  sind.  mit  urkund  dicz 
briefs  geben  ze  Kenczingen  am  samstag  vor  sand  Bartholomes  tag  des  zwelfpoten 
nach  Krists  gebürd  drüzehenhundert  jar  darnach  in  dem^vier  und  nünezigistem  jare. 

20  Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  mb.  I.  p.  c.  sig.  pend. 


llltü.  Gedenkbrief  über  die  Huhne  zwischen  Bischof  Wilhelm^von  Biest  und 
Ilurhard  von  Lützelstein  und  ihren  beiderseitigen  Helfern.  [1394.J 

Also  ein  fride  ist  zwüschent  den  erwirdigen  hern  Wilhelme  von  Dyest  bischof 
ze  Stroszburg  und  hern  Burekarte  von  Lützelstein  und  ir  bedersite  helffern,  also  das 

25  die  fride  besagent,  die  darüber  gemachet  sint,  do  ist  zu  wissende,  das  darzü  beretd 
ist:  was  kornes  oder  anders  gutes  ietweder  parte  und  sünderliche  die  stat  von  Strosz- 
burg,  ire  bürgere  und  die  iren  uffe  dem  velde  ietze  habent,  das  do  ietweder  parte  und 
sünderliche  die  obgenanten  von  Stroszburg  mögent  das  ir  sniden,  inbringen  und  in 
füren  ungehindert  eine  partye  der  andern,  und  die  lanllütc  uffe  deine  lande,  wer  die 

M  sint,  sollent  ouch  von  beden  partyeu  ungehindert  sin,  solich  körn,  andere  gewerde 
oder  ander  gut,  wie  die  genant  ist,  zii  fürende  gen  Stroszburg  in  die  stat  oder  in  des 
bisti'imes  slosze.  doch  sol  nieman  den  andern  von  beiden  partyen  trengen,  nötigen 
oder  trowen  ime  üt  zii  gebende  oder  zu  bezalende  in  deheinen  weg  in  diseme  friden. 
wer  aber  iemant  in  diseme  friden  getrenget,  in  ietweder  partye  slosz   üt  zii   fürende 

35  oder  geiiomen,  daz  sol  ston  untze  uffe  disen  neheslen  tag  gen  B  r  y  s  a  c  h  aldo  usz 
ze  tragende,  anders  sol  usz  beden  partyen  sloszen  nieman  jnitschit  füren  ungever- 
liche.  bette  ouch  deheine  partye  den  lüten  üt  verbotten,  die  soliche  vorgeschribene 
dinge  erbeitent  oder  dünt,  soliche  gebot  sollent  gentzlich  abe  sin  und  sollent  von 
beden  partyen  öffenliche    abekünden.     es  mag  ouch   iederman    in   diseme  friden  uffe 

40  dem  lande  und  wasser  wandeln,  triben  und  füren,  was  er  wil,  ungehindert,  doch  sol 


530  1394 

deheine  partye  der  andern  in  ir  slosz  wandeln,  triben  oder  füren  über  iren  willen, 
unde  sollent  alle  vorgeschribene  dinge  kraft  habent,  alle  diwile  der  obgenante  fride 
weret.  und  daz  alle  vorgeschriben  dinge  von  dem  von  Lützelstein,  sinen  helffern  und 
den  sinen  gehalten  und  vollfüret  werdent,  so  hant  do  vür  gesprochen  :  der  höh  wird  ige 
herre  Berchtolt  byschof  zu  Frysingen,  die  edeln  herren  [Engelhart]  von  Winsberg  '■> 
lantvogt  in  Swaben,  her  Friderich  von  Waise  der  hofemeister,  Burekart  Munich  von 
Landeskron  und  ....  herren  Wilhelme  von  Dyest  byschof  zu  Stroszburg  der  stat 
von  Stroszburg,  iren  helffern  und  den  iren  ouch  gehalten so  hant  do  vor- 
gesprochen die  erbern  wisen  meister  und  rat  der  stat  zu  Stroszburg.  und  sint  dirre 
gedenckebriefe  3  glich,  der  einen  het  der  vorgenante  hohwirdige  herre  Berchtolt  io 
byschof  zu  Frysingen,  den  andern  der  erwirdige  [EberhartJ  von  Kirchberg  portener 
der  meren  stifte  ze  Stroszburg  und  den  dirten  die  stat  von  Stroszburg.  actum 
feria  tertia 

Str.  St.  A.  AA.  1420   cone.  eh.  Die  Datierung  und  ein  Stück  des  Textes  ist  abgerissen. 

881.  Schultheiss  und  Bat  von  Bufach  und  Sultz  an  Strassburg :  bitten  um  gütige   15 
Vermittlung,  damit  die  geplante  Uebergabe  des  oberen  Mundats  an  den  Gegenbischof 
Domprobst  Burkard  von  Lützelstein  unterbleibe.  [1394.] 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  eh.  I.  cl. 

882.  Straßburg  an  Emicho  von  Saarbrücken  :  teilt  mit,    daß  man   seiner  ange- 
botenen Kriegsdienste  jetzt  nicht  mehr  bedürfe.  1394  August  27.   20 

Dem  edeln  Eme  von  Sarbrücke  embieten  wir  Beimbolt  Spender  der  meister  und 
der  rat  von  Strazburg  als  lieb  und  gut.  als  ir  uns  geschriben  hant  von  dienstes 
wegen  uns  zu  tünde,  also  kündent  wir  üch,  das  wir  uwerm  diener  vormals  geent- 
wurtet  hant :  kement  ir  dazftmale  in  viertzehen  dagen,  wir  woltent  uch  emphohen  und 
die  ir  mit  üch  brehtent.  der  kam  darnach  widerumbe  zu  uns  und  seite  uns,  das  ir  25 
in  drien  wochen  nit  kommen  möhtent.  da  entwurtent  wir  ime,  das  dage  von  unsere 
kriege  wegen  werent,  und  wustent  wir  nit,  wie  es  uff  den  dagen  darumbe  gienge,  und 
darumbe  so  bedürftent  wir  keinre  dienere  me  und  seitent  ime  von  uwern  wegen  abe. 
und  davon  so  wissent  wir  von  des  selben  uwers  dienstes  wegen  nützit  mit  üch  zu 
schaffende  zu  habende.  datum  feria  quinta  proxima  ante  diem  decollationis  saneti  30 
Johannis  Baptiste  anno  domini  94. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29.  or.  mb.  I.  cl. 

883.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  erklärt,   dass  er  der  Stadt  Strassburg  ein 
baares  Darlehen  von  1000  it.  Pfennigen  schuldig  sei  und  verpflichtet  sich,  dasselbe  bis 
zum  nächsten  15  August  (frowen  tag  in  der  erren)   zurückzuzahlen,   andernfalls   die   ss 
Stadt  sich  an  dem  bischöflichen  Gut,  wie  sie  wolle,  schadlos  halten  könne.         geben 
an  dem  nehesten  dunrestag  vor  unsere  frowen   dage  der  Jüngern   in  dem  jare  1304. 

1394  September  3. 


Str.  St.  A.  AA.   1418.  or.  mb.  I.  pat.  c.  1  sig.  pend. 


1394  53i 

lti!4.  Straßburg  an  Graf  Heinrich  von  Saarwerden:  will  im  Kriege  mit  Bruno 
von  RappoUstein*  die  Güter  des  Grafen  auf  geschehene  Anzeige  schonen. 

1394  September  8. 

Dem   edlen    Herren  grafl"  Heinrich  zu  Sarwerdc  entbieten  wir  Reinboldt  Spender 
s   der  tneister  und  der  rat  unsere  dienst,     wir  kündent  lieh,  das  wir  herr  Brunen  von 
liappollslein    und    die  sinen  meinent  zu  schedigen  umb  das  unrecht,  das  er  und  die 
sinen  uns,  unsern  burgern  und  den  unsern  getan  hant.     und  darumb,  ist  es,  das  ir 
oder   die  uwern   etwan  guter  under  herr  Brunen  ligende  hant,  so  schaffent,  das  die- 
selben zu    den   unsern  uffe  das  feld  kommen,  da  die   unsern    sint,  und  in   ire  guter 
io  zügent.     so   hant  wir  mit   den  unsern  geredt,  das  sie  derselben  der  uwern   und  irer 
guter,  die  nit  zu  herrn  Brunen  und  den  sinen  gehörent,  schonen  sollent,  so  best  sie 
mögent,  wand   wir    ueh   oder  die   uwern  nüt  schedigen  wellent,  da  wir   es  wustent. 
und  getruwent  ouch  wir  und  die  unsern  darüber  uwer  und  der  uwern  kein  sorg  zu 
habende,     uwer   verschribene   antwort    entbieten   uns  darumb  wider.         datum  ipsa 
i6  die  festi  nativitatis  virginis  Marie  anno  1394. 

Colmar  Bez.  A.  Copie  des  17.  Jahrh.  Ann.  Bapp    (E.   1039)  fol.   159. 
Gedr.  Bapp.   Urkb.  II  nr.  404. 


11H5.  Wilhelm  von  Diest  erwählter  Bischof  von  Strassburg  an  die  Stadt :  wissent, 
das  wir  vernommen  haben  und  uns  fürbraht  ist  mit  etzlicher  kuntschafft,  doch  wissen 
wir  kein  gantz  warheit  daran,  das  der  byschoff  von  Metze  und  der  hertzog  von 
Lothringen  grosse  hufung  und  samung  haben  .  .  .  Doch  will  er  Boten  ausschicken 
und  dann  wiederum  Nachricht  geben.  Der  bischöfliche  Vogt  zu  Bernstein  ist  angewiesen, 
allen  Anforderungen  willfährig  zu  sein.  geben  zu  Dabichstein  unser  fröwen  ze 
herbst   1394.  Dachstein  1394  September  S. 

Sir.  St,  A.  AA.   1418.  or.  eh.  I.  cl   stark  lädiert. 


iiilG.  Absagebrief  Slraßbtirgs  an  Bruno  von  Rappoltstein.        1394  September  9. 

Den  edeln  herren,  herrn  Brunen  von  Rappoltstein  lassent  wir  Beimbolt  Spender 
der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  wissen,  das  wir  uwer  und  der  uwern  vigende 
wellent  sin  umbe  das  unreht,  daz  ir  uns,  unsern  burgern  und  den  unsern  getan  haut, 
so  und  wellent  uns  da  mit  bewart  haben.  und  dez  zu  einem  Urkunde  so  ist  unsere 
stette  ingesigel  zu  rücken  uff  disen  brieff  getrucket.  datum  feria  quarta  proxima 
ante  diem  exaltationis  sete  crucis  anno  1394. 

Str.  St.  A.  E.  E.  or    mb    l.  clß 


1  Str.  St   A.  AA.   112  vom  7  September  mehrere  Absagebriefe  von   Bittern  und    Heim    an   Bruno 
3s    v.  IL,  darunter  auch  der  des  Markgr.  Hans  vott  Hochberg.  gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  394—403. 

2  Im  Bapp.  Urkb.  II  nicht  envähut,  doch  dort  zum  September  7  —13  unter  nr.  405  die  Notiz.  d<iß 
Bruno  v.  Bapp.  einen  seiner  Kapläne  (toohl  zur  Unterliandlung  und  zur  Verhinderung  dieser  Absage) 
nach  Straßburg  geschickt  habe. 


532  1394 

887.  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  Schlettstadt :  teilen  mit,  dass  sie  Bruno 
von  Rappoltstein  abgesagt  haben :  .  .  .  darumbe  ist  es,  das  uwere  bürgere  derheine 
guter  under  ime  ligende  hant,  so  schaffent,  das  dieselben  zu  den  unsern  uff  das  velt 
koment,  da  die  unsern  sint  und  in  ire  guter  zögent.  so  hant  wir  mit  den  unsern 
geredet,  das  sie  derselben  der  uwern  und  irre  guter,  die  nit  zu  hern  Brunen  und  den 
sinen  gehörent,  schonent,  so  sie  beste  mügent,  wände  wir  uwere  bürgere  nöte  scha- 
digen woltent,  da  wir  es  wustent.  datum  feria  quarta  proxima  ante  diem  exalta- 
tionis  scte  crucis  anno  1394.  *•»*  September  9. 

Str.  St   A.  E.  E.  or.  mb.  I.  cl   c    s.  i.  v.  iinp.  del. 


888.  Bruno  von  Rappoltstein  leistet  einen  Tag  mit  denen  von  Straßburg.  io 

1304:  [etwa  September  13]. 

Item    10  sol.   [gab  ich]  minem   junkherren  umb  ein  swert,  do  min  herr  den  tag 
leiste  zu  Sletzstat  mit  den  von  Strazburg. 

Eintrag  im  Ausgabenverzeichnis  des  Sigbot  z6m  Bern,  Colmar  B.  A.  E.  2  )2S  III  fol.  2  b '. 
nach  dem  Abdruck  im  liapp.  Urk.  II  nr.  408.  ia 


889.  Heinrich  Graf  zu  Saarwerden,  Herr  zu  Rappoltstein  und  Hohenack,  an 
Meister  und  Bat  von  Strassburg :  bittet,  Zwing  und  Bann  in  Bappoltsweiler  nicht  zu  schä- 
digen, und  erbietet  sich  einen  gütlichen  Tag  zwischen  ihnen  und  seinem  Oheim  Bruno 
von  Bappoltstein  herbeizuführen.         datum  feria  tertia  post  exaltationem  scte  crucis. 

[1394]  September  15.   20 

Str.  St.  AG    0.  P.  L.  22.  or.  eh.  lit.  cl. 
Gedr.  Bapp.  Urk.  II  nr.  409. 


890.  Notarielle  Beglaubigung   des   von   dem  ertoählten  und   bestätigten  Bischof 
Wilhelm  abgelegten  Eides.  1394  September  15. 

In  dei  nomine  amen.  anno  a  nativitate  ejusdem  millesimo  trecentesimo  nona-  K 
gesimo  quarto  indietione  seeunda  pontificatus  sanetissimi  in  Christo  patris  et  domini 
depo*,  is.  nostri  domini  Bonifatii  divina  Providentia  pape  noni  anno  sexto,  die  lune  quinta  deeima 
mensis  septembris,  höre  paulo  post  decantationem  vesperi  ipsius  diei  vel  quasi  in  domo 
habitationis  procuratoris  honorabilium  virorum  dominorum  decani  et  capituli  ecclesie 
Argentinensis  et  in  stupa  majori  et  superiori  ipsius  domus,  que  etiam  stupa  tempore  30 
hyemali  pro  loco  capitulari  censetur  et  reputatur,  per  dominos  decanum  et  capitulares 
ecclesie  memorate  in  nostrorum  tabellionum  seu  notariorum  publicorum  et  testium 
subscriptorum  presentia  constituti  honorabiles  viri  domini :  dominus  Ulricus  de  Claro- 


1  Ebenda  ein  zweiter  Tag  zu  Schlettstadt  bezeugt  zu  1394   September  24  u.  25.  —  Rapp.    Urk.  II 
nr.  412.  —  Ferner  findet  sich  dort  unter  nr    406  die  Notiz,   daß   Bruno  v.    Rapp    den   13   September    35 
den  Leutpriester  Heinrich  nach  Schlettstadt  schickt   zö.  den    von    Strazburg,    und   in    denselben  Tagen 
Sigbot  zu  Bären  (in  Brunos  Auftrag)  den  Retscher  nach  Straßburg  entsendet. 


1394  533 

monte  in  camerarius  et  Heinricus  de  Viristingen  dapifer  canonici  ecclesie  Argentinensis 
predicte  reverendum  in  Christo  patrem  et  dominum  dominum  Wilhelmum  electum 
confirmalum  ecclesie  Argentinensis  predicte  ibidem  presentem  suo  et  capituli  ecclesie 
Argentinensis    nomine   instanter   requisiverunt,    quatenus    idem    dominus    Wilhelmus 

'■>  electus  confirmatus  ecclesie  Argentinensis  memoratc  statuta  et  consuetudines  dicte 
Argentinensis  ecclesie  hactenus  per  predecessores  suos  episcopos  ac  etiam  dominos 
decanum,  canonicos  et  capitulum  ecclesie  pretacte  laudabiliter  observata  ac  etiam 
articulos  quosdam  in  quodam  instrumento1  per  dominum  Lampertum  olim  episcopum 
Argenfincnsem,  ut    dicebant,   juratos    inferius   specificandos   jurare  vellet.  quiquidem 

h  dominus  electus  Wilhelmus  et  confirmatus  ecclesie  Argentinensis  supradicte  prehabita 
deliberatione  aliquali  super  requisitionibus  prescriptis  ultimo  respondit  et  protestabatur 
in  hec  verba  vel  eis  in  significatione  consimilia,  quod  statuta  et  consuetudines 
ecclesie  Argentinensis  rationabilia  et  rationabiles,  que  contra  sanctam  sedem  aposto- 
licam  et  communis  juris  diposicionem  non  repugnarent,  libenter  juraret  et  jurare  vellet, 

a  eo  tarnen  salvo  et  circa  hujus  modi  juramentum  per  eum  prestandum  specialiter  excepto 
videlicet,  quod  cum  ipse  dudum  cum  magistro  et  consulibus  civitatis  Argentinensis 
aliquales  confederationes  seu  promissiones  inierit,  super  quibus  confederationibus  seu 
promissionibus  tria  instrumenta  theutonica  confecta  essent,  ac  etiam  sigillo  ipsius 
domini  Wilhelmi  roborata  sigillo  etiam  capituli  prefate  ecclesie  Argentinensis,  ut  spe- 

■a  raret  sigillanda.  quibus  quidem  confederationibus  seu  promissionibus  ac  omnibus 
aliis  et  singulis  in  eisdem  tribus  instrumentis  contentis  per  hujusmodi  juramentum 
nollet  in  aliquo  denegari,  si  et  in  quantum  juramentum  hujusmodi  eisdem  tribus  in- 
strumentis vel  contentis  in  eisdem  aut  alieno  contentorum  eorundem  videtur  contraire 
aut   quomodolibet   obstari.     et   tali    responso    seu  protestatione    per  ipsum   dominum 

■  Wilhelmum  electum  et  sicfacto  seu  facta,  quod  etiam  responsum  seu  quam  protesta- 
tionem  semper  in  suo  robore  voluit  remanere.  idem  dominus  Wilhelmus  electus 
tactis  per  eum  corporaliter  manu  sua  dextera  scripturis  sacrosanctis  ad  sancta  dei 
evangelia  juramentum  prcstitit  corporate  de  observandis  per  eum  statutis  et  consue- 
tudinibus    dicte    ecclesie  Argentinensis   ac  etiam  articulis,  de  quibus  supradicitur  et 

so  quorum  tenor  talis  est  ....  [weiter  mutatis  mutandis  mit  wenigen  Ab- 
weichungen wie  der  Eid  Bischof  Lamprechts  Bd.  V  nr.  978  bis  art.  4  incl. 
dann]  septimus  insuper  articulus,  obmissis  quinto  et  sexto  articulis  non  juratis,  est 
quod  omnes  vasalles  etc.  [wie  in  Bd.  V  nr.  978  bis  art.  8  incl.  dann]  juravit  insuper 
idem  dominus  Wilhelmus  electus  confirmatus  ad  sancta  dei  evangelia  per  eum  corpora- 

:>;.  liier  facta  se  etc.  [wie  in  Bd.  V  n  r.  978  b  i  s],  super  quibus  omnibus  et  singulis  prefati 
dominus  Wilhelmus  electus  suo,  dominus  Ulricus  de  Claromonte  camerarius  et  dominus 
Heinricus  de  Vinstingen  dapifer  suo  ac  capituli  dicte  ecclesie  Argentinensis  nee  non 
dominus  Wilhelmus  Carnificus  magister  scabinorum  civitatis  Argentinensis  magistri  et  con- 
siilum  ac  civitatis  predicte  nominibus  a  nobis  tribus  notariis  subscriptis  unum  vel  plura 

i,i  publicum  vel  publica,  si  necesseforet,  sibiconficipetiveruntinstrumentum  seu  instrumenta. 
Acta  sunt  hec   anno  domini  indictione,  pontificatu,  mense,  die,  hora  et  loco  pre- 


•    Vom  Jahre  1371  September  7  gedr    Bd    V  nr.  978. 


534  1394 

scriptis  presentibus  honorabili  et  perito  viro  magistro  Johanne  de  DouchendorfT  officiali 
curie  Argentinensis,  strenuo  milite  domino  Johanne  de  Kageneeke  magistro  curie  dicti 
domini  Wilhelmi  electi,  magistro  civium  civitatis  Argentinensis,  prudenti  viro  Ortelino 
dicto  Mansze  olim  magistro  civium  et  Wernhero  dicto  Spatzinger  notario  et  sigillatore 
dicte  civitatis  et  pluribus  aliis  personis  fidedignis  testibus  ad  premissa  vocatis  pariter  s 
etrogatis.  [Es  folgt  die  Beglaubigung  des  Instruments  durch  die  bei 
der  Handlung  gegenwärtig  gewesenen  Personen]  Johannes  dictus  Grosz- 
claus   clericus    Arg.   aposlolica  et   imperiali    auctoritate   notarius  publicus,  Heinricus 
dictus  Heller  de  Lierheim   clericus  Augustensis  dioeesi  Arg.  commorans  publicus  im- 
periali auctoritate  notarius,  Ulricus  de  Bopfingen  clericus  Augustensis  dioeesi  Argentina  m 
commorans  publicus  imperiali  auctoritate  notarius.  [Johannes  hat  das  Instru- 
ment  geschrieben,    alle    drei    setzen    ihre    Signa   darunter.] 
Str.  Bez   A.  Q.  346ö.  E.  E.  Copialbnch  (nr.  265.) 

M91.  Graf  Heinrich   von   Mondfort   herr   zu    Gertringen    und   herr  Bappelin  von 
Erlenbach  und  herr  Hans  von  Lupfen  landgraf  zu  Stülingen  und  Heinrich  von  Boseneck   is 
und  Hans  von  Schain  und  Hans  von  Brandeck  der  jung  senden  der  Stadt  Strassburg 
ihre  Absage  von  des  Unrechts  wegen,  das  die  Stadt  an  Bruno  von  Bappoltstein  thue. 
der  gebenn  ist  zu  Baden  an  dem  sambstag  vonn  desz  heiligen  creutzestag.1 

Ttaden  i.  Aarg.  1394  September  19. 
Colmar  Bez.  A.  Ann.  Rapp    E.  1039.  Transscription  des  17.  Jahrh.  20 

lieg.  Rapp.   Urkb    II  nr.  410. 

H92.  Bischof  Wilhelm  verspricht  und  beschwürt  nach  geschehener  Anerkennung 
und  Aufnahme,  die  Stadt  Straßburg  bei  allen  ihren  hergebrachten  Rechten-  zu  be- 
lassen und  auf  alle  Schuld  forderungen  seines  Vorgängers  Friederich  zu  verzieht''//. 

Strassburg  1394  September  23.   1* 

Wir  Wilhelm  von  gotz  gnoden  erweiter  und  bestetigeter  byschof  ze  Stroszburg 
tönt  kunt  allen  den,  die  disen  brief  anesehent  oder  gehörent  lesen:  also  die  erbern 
wisen,  meister,  rot  und  die  gemeinde  der  stette  zu  Stroszburg  anegesehen  hant  soliche 
gnode  und  reht,  die  wir  von  dem  allerheiligesten  vatter,  unserme  gnedigesten  herren 
dem  bobeste,  herren  Bonifacio  dem  nünden  habent,  die  er  uns  gnedekliche  verluhen 
unde  zu  dem  bysti'ime  von  Stroszburg  domite  versehen  und  zu  eime  byschofe  doselbes 
gemäht  het,  unde  sie  sie  daruffe  von  derselben  gnoden  unde  rehtes  wegen  uns  zu 
eime  byschofe  empfangen  hant,  das  wir  do  denselben  meister  und  rote  den  burgern 
unde  der  gemeinde  gemeinlichen  der  stette  zu  Stroszburg  und  allen  iren  nochkommen 
do  wider  zu  liebe  und  zu  früntschaft  mit  wolbedahtem  mute,  rehter  wiszende  und  3: 
ouch  noch  rote  unsere  fründe  und  rote  geistlicher  und  weltlicher  unde  ouch  umbe 
das,  daz  wir  unde  sie  hernoch  dester  minre  spennig  oder  misseheilig  mitenander  werden 
mügent  und  durch  nutz  und  notdurft  unserre  stifte  ze  Stroszburg  gesworn  hant  ein 
gelerten  eyt  zii  den  heiligen  mit  uff  geleiter  hant  uff  unser  hertze  lipliche.  dieselben 


B0 


1  So  lautet  die  Datierung  in  der  sorgfältig  geschriebenen  Vorlage   und  im  Rapp.   Urkb.,    doch   ist   40 
zu  erwägen,  ob  nicht  im  Original  *vor>  gestanden  hat,    «h<2  demnach  der  12  September  einzusetzen  ist. 


1394  535 

meister  und  rot  die  bürgere  und  die  gemeinde  gemeinliche  der  stette  ze  Stroszburg 
linde  alle  ire  nachkommen  loszen  zu  hübende  by  allen  iren  fryheiten,  gerihten,  rehten 
und  gewonheiten,  also  sie  die  harbroht  habent  unde  sollent.  und  wöllent  ynen  die 
merren  und  nit  minren.  darzu  so  habent  wir  uns  verzigen  unde  verzihent  uns  ouch 
5  in  kraft  dis  briefes  alle  der  anesprochen,  anreden  oder  vorderungen  sementlichen  und 
ir  iegliche  besunder,  wie  die  genant  sint,  deheine  uszzegenummen,  die  byschof  Fride- 
rich  unser  vorfar  an  die  vorgenanten  meister  rot  und  die  bürgere  von  Stroszburg 
gehebt  oder  geklaget  het  zu  Hagenöwe  uff  den  tagen  oder  anderswo  und  sünderlichen, 
die   er  hern    Borziboy  unsers   herren  des  römischen    küniges    lantvogt  zu   Hagenöwe 

1393 

io  geschriben  geben  het  umbe  unserre  frowen  tage  der  liehtmesze,   der  do  was  in  dem   tebruart. 
jore,  do  man  zalte  von  gotz  gebürte  drüzehen  hundert  jor  nüntzig  und  drü  jore  von 
des  krieges  wegen,  den  er  mit  der  stat  von  Stroszburg  hette.    der  anesprochen  aller 
und  ir  iegeliche   besunder    unde   aller  andere  ansprechen   oder  vorderungen,    so  wir 
oder  ieman  von  unsern   wegen  gehaben  möhtent    an  meister    und    rot   und  die   bur- 

15  gere  gemeinliche  der  stette  zu  Stroszburg  und  dieselbe  stat  zu  Stroszburg  untze  uflfe 
disen  hutigen  tag,  verzihent,  wir  uns  gentzlich  und  zu  mole,  daz  wir  der  deheine 
sementlichen  oder  sünderlichen  niemer  gevordern  sollen  oder  wollen,  wenne  sie 
gentzliche  dot  unde  abe  sin  sollent.  unde  wände  ouch  des  glich  meister  und  rot  der 
vorgenanten  stette  zu  Stroszburg   solicher  anesprochen  unde  vorderungen,   so  sie  zu 

2,1  Hagenöwe  hern  Borziboy  geschriben  gebent  uff  die  egenante  zit  an  bischof  Friderichen 
unsern  vorfarn  ouch  gegen  uns  verzigen  habent.  unde  gelobent  by  demselben  unserme 
eyde  vür  uns  unde  alle  unserre  nochkommen  des  selben  bystümes  alle  vorgeschribene 
dinge  und  ir  iegeliches  besunder  stete,  veste  und  unverbröchenliche  zu  haltende  und 
zu  habende    und  niemer   dowider   zu  dünde  oder   zu  kummende,   noch  daz   schaffen 

N  geton  werden  mit  wollen  oder  wereken  heimliche  oder  öfftnliche  mit  gerihte  oder 
uszewendig  gerihtes  nu  oder  harnoch  in  denheinen  weg  one  aller  slahte  geverde. 
ouch  gelobent  wir  by  dem  egenanten  unserme  eyde,  wenne  so  wir  es  aller  erst  getün 
oder  zu  bringen  mögent,  daz  wir  schaffen  wollent,  daz  das  cappittel  unserre  stift  ze 
Stroszburg  disen  brief  und  alle  vorgeschribenen  dinge   beietze  und  weihe  tümherren 

»  an  uns  vallent,  daz  sie  disen  brief  ouch  besigelnt  und  beietzent  und  iren  willen 
harzü  tügent  und  ouch  daz  besigelnt  mit  des  cappittels  ingesigel  ungeverliche.  unde 
zu  eime  woren  steten  Urkunde  so  hant  wir  der  obgenante  byschof  Wilhelm  unser 
ingesigel  an  disen  brief  geton  hencken  unde  habent  darzu  gebetten  die  erwirdigen 
hern  Ulrichen  von    Lichtenberg    kammerer    und    Friderichen  grafe  von    Zweinbrücke 

*  unsere  öheime,  tümherren  derselben  unserre  stifte  ze  Stroszburg,  daz  si  zu  merre 
gezügnisze  der  egeschriben  dinge  ire  ingesigele  zu  dem  unsern  hant  gehencket  an 
disen  brief.  wir  Ulrich  von  Lichtenberg  kammerer,  Friderich  grofe  von  Zweinbrücke 
tümherren  vorgenant  verjehent,  also  der  erwirdige  herre  Wilhelm  byschof  zu  Strasz- 
burg  unser  lieber  herre  mit  unserme  und  ouch  anderre  sine  fründe  rot  geistlicher  und 

40  weltlicher  die  vorgeschriben  dinge,  stücke,  punckte  und  artickele  und  ir  iegeliches 
besunder  gelobet  und  gesworn  het  zu  hallende  noch  obgeschribener  wise,  daz  er  daz 
geton  het  mit  unserme  willen  unde  gehelle,  und  des  zu  merre  gezügnisze,  so  hant 
wir   unserre   ingesigele   an    disen    brief  gehencket.    ouch    hant  wir   byschof  Wilhelm 

VI.  68 


536  1394 

gebetten  die  edeln  Johan  von  Dyest  unsern  brüder,  grafe  Hanneman  von  Zweinbrücke 
herren  zu  Bitsche,  Fridericben  grofe  zu  Lyningen  unserre  lieben  öheime  und  ouch 
den  vesten  ritter  hern  Heinrichen  von  Wachenheim,  daz  sie  zu  merre  gezugnisze  der 
obgeschriben  dinge  uns  zu  besagende  ire  ingesigele  an  disen  brief  hant  gehencket, 
des  wir  Johan  von  Dyest,  Hanneman  grofe  von  Zweinbrücken,  Frideriche  grofe  zu 
Lyningen  und  Heinrich  von  Wachenheim  uns  verjehent  und  bekennent.  der  geben 
ist  zu  Stroszburg  an  dem  nehesten  mittewochen  noch  sant  Mathis  tage  des  zwelf- 
botten  des  jores  do  man  zalte  von  gotz  gebürte  1394  jore. 

Str.  St.  A.  AA.  1418.  cone.  eh.  mit  vielen  Correcturen. 


1193.  Strassburg  an  Markgraf  Bernhard  von  Baden :  die  städtischen  Boten  haben   ,0 
sich  auf  dem  Tage  zu  Schlettstadt 1    Herrn  Bruno  von  Bappoltstein  vergeblich  ange- 
boten, mit  ihnen  vor  dem  Pfalzgraf  Ruprecht  dem  älteren,  dem  Markgrafen  oder  Graf 
Heinrich  von  Saarwerden  einen  rechtlichen  Austrag  zu  versuchen,  desshalb  möge  auch 
er  nicht  Bruno  beistehen.  [1304  September  29?] 

Aus  Rapp.  Urkb.  II  pg.  33S.  Vgl    dort  über  die  Datierung.  —   Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.    >s 
nr.  1620. 


894.  Reinbold  Spender  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  legen  dem 
Herzog  Karl  II  von  Lothringen  ausführlich  die  Gründe  ihres  feindlichen  Verhaltens 
gegen  Bruno  von  Rappoltstein  dar.  datum  feria  di  beati  Michaelis  archangeli  anno 
a.   1394.  1394  September  29. 


M 


Colmar  Bez.  A.  Ann.  Rapp.  (E  1039)  fol.  160 h.   üebersetzung  des  17  Jahrh. 
Vollständiger  Abdruck:  Rapp.  Urk.  II  nr.  414. 


895.  Reinbold  Spender  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Herzog  Leopold 
von  Oesterreich :  mahnen  denselben  auf  Grund  des  bestehenden  Bündnisses,  sie  vom 
ocibr.is.  Dienstag  vor  St.  Gallen  an  auf  alle  Weise  gegen  Bruno  von  Rappoltstein  zu  unterstützen    25 
datum  sabbato  primo  post  diem  seti  Michahelis  archangeli  anno   1394. 

1394  October  3. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  fasc.  5  cop.  eh.  coaev. 

Auszügl.  gedr.  Rapp.   Urkb.  II  nr.  415. 


896-  Nachricht  ton  einem  dritten  Tage  Brunos  ton  Rappoltstein  mit  denen  von  30 
Straßburg  zu  Schlettstadt.  1,394  October  12-14. 

Item  16  lib.  6  sol.,   die  min   herre,   und    die  mit   ym  warend   zu   Sletzstadt,    do 
selbest  verzert  hant,  do  er  zürn  dirten  male  einen  tag  mit  den  von  Strazburg  leistete 


1   Vgl.  oben  nr.  888  zum  September  13. 


1394  537 

zu    Slelzstnl.    und  waz  er  des  selben  malos  zu    Slelzslat   von  dorn  montag  frage  vor 
Galli    confessoria   anno  91  unt/,    uf   die    mittewoch    nehst   darnach  nach  ymbis.    und   oct.a.-u. 
wart  dar  yn  verrechent,  was  min  herre  in  minem  huse  verzerte,  und  das  die  Swaben 
in    spilman  Jlcnselins  huse,  her  Peter  yon  Sante  Deodat  in  Zaberners  huse,  etc. 

Eintrag  im  Auslagenverzeichniss  Sigbot's   zftra  Bern,  Colmar  Bez.  A.  E.  2928   (Papierre- 
gister) III  fol.  3. 
Gedr.  Happ.  Urkb.  II  nr.  410. 


1197-  Der  Leutpriester  Wolf  an  Strassburg  meldet :    daz  eine  grosze  houfünge  in 

dem   herzogtum  zu  Lothringen  sy,    aber  war  sy  gerahtent,    daz  weiz   ich  nyt,    doch 

io  sagent  die  knaben  in  den  stellen,  es  sullt  über  die  herren  von  Strasburg  gen  herrn 

liri'inen  von  Rappoltstein  zu  hilf,  do  von  kan  nyman  by  uns  die  worheit  wiszin.  .  .  . 

geben  uf  zinstag  vor  sant  Lucas  tage  anno  1394.  1394  October  13. 

Str.  St.  A.  E.  E.  or.  eh.  lit.  cl. 


J{!)8.  Vertrag   zwischen  Emicho   von    Leiningen   als  Advocatus   provincialis    mit 

15  Bischof  Wilhelm,  den  freien  Städten  i.  Elsass  und  der  Stadt  Strassburg  über  Aufrecht- 

erhaltung  des  Landfriedens.  geben   an   der  neusten   mittewochen  vor  sant  Gallen 

tage  anno  1394.  1394  October  14. 

Nach  dem  Druck  Als.  dipl.  II,  296. 


1199.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Vogt,  Schultheiss  und  Rat  von  Bergheim 

20  im  Elsass:  gebietet,   ihre  Stadt  in  dem  Kriege  mit   Bruno  von    Rappoltstein  jederzeit 

den  Strassburgern  offen  zu  lassen  ...  zu  allen  iren  notdurften,    wie  oft  in  dez  not 

beschult  und  [siel  daz  an  üch  begerent.        geben  zft  Thann  am  samstdage  nach  sant 

(lallen  ilage  anno  94.  Thann  1394  October  17. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  nr.  151  cop.  eh.  eoaev. 


25  900.  König  Wenzel  an  die  Stadt  Strassburg  gebietet,  Bruno  von  Rappoltstein  und 

die  Seinen  nicht  anzugreifen   oder  zu   schädigen.         geben    zu   Präge  an  sand    Mer- 
teins  tage  anno  regn.  boh.  32  regn.  rom.  19.  Prag  1394  Xovember  11. 

Str.  St.  A.  AA.  115  nr.  23  or.  eh.  lit.  cl. 
Abdruck:  Bapp.  Urkb.  II  nr.  419. 


538  1394 

901.  Hermann  Ebner  der  ältere  an  die  Strassburger  Thomas  von  Endingen  und 
Wilhelm  Metziger :  der  König  will  Hilfsgelder  von  den  Städten  und  Juden  wegen  der 
kostspieligen  böhmischen  Unruhen.  [Nürnberg  1394  November  21.] 

Str.  St.  A.  M.  112  er.  eh.  I.  el. 

Gedr.  I).  B.  A.  II  nr.  240.  —  Eapp.   Urkb.  II  nr.  420. 

Avizügl   gedr.  Wene\er,  appar.  arch.  255. 


902.  Instruction  für  eine  Straßburger  Gesandtschaft  an  den  König. 

1394  um  December  0. 

Zöm  ersten  gedenckent,  ebe  uns  ein  lüterunge  mag  werden,  daz  man  uns  unser 
schulde  zu  vor  an  bezale  und  uns  insetze  etc.  io 

Item  und    daz  vor  äugen    und  vorhanden   ist  und  die   herren  in  selber  behebet 
hant,  daz  sie  daz  ouch  bezalent,  und  duncket  es  sie  gut,  daz  sie  des  briefe  vordernt. 

Item  sie  sollent  gedencken  mit  den  hofeschribern  zu  überkummende,  daz  sie  uns  jores 
unser  friheit  beschirment.  und  sollent  in  des  ein  vidimus  heissen  unserre  fryheit  geben. 

Item  sie  sollent  sagen,  wie  wir  mit  dem  marggrofen  überkummen  sint  und  hant   n 
ime  2000  guldin   geben,  daz   er   mit   uns   geriht  ist  und  sin   diener  ouch  über  sich 
genummen  het. 

Würde  mit  unsern   botten  von  der  münszen  wegen  geretd,   daz  sollent  sie  ver- 
antwurten    in  der   moszen,   alse  sie  daz  wol  wiszent    und  hant  des  ein  abegeschrift. 

Item  von  des  lantfriden  wegen,  do  gefiele  uns  wol,  daz  wir  mit  den  riches  stetten  «o 
in  lantfriden  kement,   aber  die  wile  wir  mit  den   herren  nit  luter  sunt,    so  künnent 
wir  nit  mit  in  in  lantfriden  sin. 

Item  daz  uns  kein  ufslag  vurbasz  gegeben  werde,    wenne   unsz  vil  widerdrieses 
geschehen  ist.         [Gleichzeitige  Notiz]    circa   diem  seti  Nicolai    episcopi   anno  1394. 

Str.  St.  A.  AA.  115  nv.  28  eonc.  eh.  ™ 


903.  Straßburg  an  Leopold  von  Oeslerreich  betreffs  Abhaltung  eines  Sühnetages 
mit  Bruno  von  Rappoltstein.  1394  December  10. 

Dem  hoherbornen  fürsten  und  herren  hertzoge  Lüpolt  zu  Oesteriche,  zu  Styr,  zu 
Kernden  und  zu  Krayn,  gräfe  zu  Tyrol  enbieten  wir  Hesseman  Hesse  der  meister  und 
der  rat  von  Strazburg  unsern  undertenigen,  willigen  dienst  und  waz  wir  eren  ver-  30 
mügent.  gnediger  herre.  alse  ir  uns  verkündet  hant  einen  dag  zu  Ensesheim  vor 
uwern  gnaden  zu  leistende  mit  hern  Brunen  von  Rappoltzstein  und  allda  zu  sinde  uff 
den  nehsten  sunnendag  zu  naht  vor  dem  heiligen  wyhenahtdage,  so  nü  zu  nehste 
kommet,  von  der  stösse  wegen,  die  er  und  wir  mit  enander  hant,  also  kündent  wir 
uwern  gnaden,  das  uns  nit  gefügliche  ist  gen  Ensesheim  zu  dage  zu  varende,  so  35 
varent  ir  nit  gerne  gen  Brisach  zu  dage  von  sSlliches  sterbendes  wegen,  so  ietzent 


1394  EB30 

aldu  ist,  also  da/,  uwer  gnäde  uns  het  verschriben.  und  darumbe  so  wellcnt  wir 
gerne  denselben  dag  mit  hern  ßrunen  totsten  zö  obern  Bergheim  uff  den  dag  und 
in  aller  der  massen,  alse  ir  uns  den  gen  Ensisheim  benant  hant,  wände  unsere  erbern 
botten,    die  zö  nehste  zu  Ensesheim   wärent,  gewarnet   würdent,    solten  sie   me   gen 

5  Ensesheim  varen,  daz  man  vorhte,  daz  sie,  und  die  mit  in  rittent,  nider  geworlTen 
wurdent.  mag  es  aber  nit  anders  gesin,  so  wellent  wir  gerne  durch  uwern  willen, 
wie  ungefügliche  es  uns  ist,  denselben  dag  leisten  zu  Ensesheim  also,  daz  ir  unsern 
erbern  botten,  und  die  mit  in  dahin  zu  dage  varent,  eine  sichere  trostunge  und  geleite 
geben  wellent  ufT  dem  dage  zu  Ensesheim  und  dar  und  dannan  zu  varende  uff  das, 

10  das  man  allda  besehe,  obe  dieselbe  sache  verrihtet  und  übertragen  werden  müge. 
uwer  gnedige  entwürfe  wellent  uns  darumbe  verschriben  wider  lassen  wissen.  da- 
tum  feria  quinta  proxima  ante  diem  sete  Lucie  virginis  anno  1394. 

Str.  8t.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  5  conc.  eh. 
Auszügl.  Abdruck:  Eapp.  Urkb.  II  nr.  422. 


i5  904.  tilraßburg  an  König  Wenzel:  beklagt  sich,  daß  die  städtische  Gesandtschaft 

keine  Audienz  bekommen  hat,  sondern  vor  das  Hofgericht  geführt  ist. 

1394  December  20. 

Dem  allerdurchlühtigisten  fürsten  und  herren,  herren  Wenczelaus  von  gocz  gnoden 
römischem  künige,  zu  allen  ziten  merer  des  riches  und  kuniges  zu  Beheim  embieten 

ao  wir  Hesseman  Hesse  etc.  unsern  undertenigen  willigen  dienst  etc.  gnediger  berre. 
also  ist  uns  gebotten  vür  uwere  hofgerihte,  uwern  gnoden  aldo  zu  antwortende,  dar- 
umbe wir  zu  stunt  unserre  erbern  botten  schicketent  gen  Proge  zu  besehende,  ebe 
die  vür  uwere  gnode  kommen  möhte  von  uwern  gnoden  zu  verhörende,  was 
uwere  gnoden   meinunge  were.    also  möhtent  sie   nit  vür  uvere  gnode   kommen  und 

25  kommen  vür  uwer  hofegerihte  und  hortent,  do  ettewaz  anreden,  so  uwere  gnode  gegen 
uns  meint  zu  habende,  gnediger  herre.  wile  wir  und  unser  vordem  allewege  in  unsers 
allergenedigesten  herren  des  keysers  seliger,  uwers  vatters  gedehtnisze  und  uwer 
gnoden  gewesen  sint  und  vürbasser  allewegent  begerent  zu  sinde  und  zu  blibende, 
so  bittent  wir  uwer  gnode  dienstliche  mit  ganezem  erneste    und  flisse,    das  ir  unser 

so  erbern  botten  und  die  mit  in  ritent,  die  wir  gerne  darumbe  zu  uwern  gnoden 
senden  wollent,  sicher  geleit  mit  uwerme  offen  besigelten  briefe  geben  wollent  zu 
uwern  gnoden  zii  ritende,  by  üch  zu  sinde  und  wider  von  dannan  her  heim  zö  huse 
an  ire  gewarsam,  und  dieselbe  unsere  botten  vür  uwere  gnode  loszen  und  gnedekliche 
usziiliten  wellent,  wände  wir  allewegent  begerent  in  uwern  gnoden  zu  blibende.  und 

35  begerent   dez  von    uwern   gnaden   uwere  gnedige  entwurte  mit  disem  unsern    botten 
lossen  zu  wissende.         datum  die  beati  Stephani  prothomartyris  anno  1394. 
Str.  St.  A.  AA.  115  conc.  ch.i 


1   Vgl.  unter   der  folgenden  Nummer  den   ausführlicheren   Entwurf   und   den  darauffolgenden    In- 
struetionsentwurf. 


540  1394 


905.  Die  Stadt  Straßburg  an  König   Wenzel:  betreffend  die    Vorladung  vor  das 
Hof  gerieht  und  die  gegen  die  Stadt  erhobenen   Vorwürfe.    [Entwurf.^  [13»4.] 

Gnediger  herre.    also  ist  uns  gebotten  vür  uwer  hofegerihte  uvvern  gnoden   aldo 
zu  antwurtende,  darumbe  wir  zu  stunt  unserre  erbern  botteil  scbicketent  gen  Proge 
zu  besehende,   ebe  die  vür  uwere  gnode  kommen  möhte  von  uwern  gnoden  zu  ver-    5 
hörende,  was  uwere  gnoden   meinunge  were.    also  möhtent  sie  nit  vür  uwere  gnode 
kommen  und  köment  vür  uwer  hofegerihte  und  hortent   do    drierley    züsprüche,   die 
uwer  gnode   gegen  uns   meint  zu  habende  :    des  ersten,    daz    wir  die  rihtigunge,   die 
uwer  gnode  zwüschen  üch,  andern  forsten,  herren,  stetten  und  uns  gemäht  und  be- 
griffen   het,    daz  wir  die  nit  gehalten    habent,    sol  uwer   gnode  wiszen,    daz  wir   des   ro 
unschuldig  sint    die    rihtigunge,    die  uwer  gnode  begriffen  und  zwüschent  uns  beder 
partye  gestalt  het,  habent  wir  gehalten  und  wellent  die  vürbasser  getruveliche  halten 
und  ouch  by  der  bliben.  das  ander,   das  wir  unsern  herren  den  bischof  wider  uwer 
gnode  empfangen  und  ingefürt  haben,  sol  aber  uwer  gnode  wiszen,  daz  unser  heiliger 
vatter  der  hobest    uns  verschreip  und   mit  sinen  bebestlichen    bullen  gebot,  das  wir   is 
den  erwirdigen  herrn  Wilhelm  von  Diest  zu  eime  bischofe  haben  und  empfohen  soltent. 
do  noment  wir  unser  wiser  gelerter  pfaffen  rat  darüber,  die  rietent  uns,  sit  wir  von 
gebottes  wegen  uwer  dem  bebestlichen  stule  zu  Rome  gehorsam  sin  soltent  und  uns 
gegen  uwern  gnoden  dem  versprochen  hettent  gehorsam  zu  sinde,  wo  wir  denne  nit 
gehorsam  werent,  so  detent  wir  unreht  darzQ,  so  würde  uns  töffen,  crismen,  begreb-  so 
den  und  alle  cristenliche  werg  verbotten.  darzü  so  zögte  unser  herre  der  bischof  uns 
soliche  briefe,    die  der  durchlühtige,  hochgeborne    fürste  unde  herre,  herzöge  Johann 
von  gocz  gnoden  marggrofe  zu  Brandenburg  etc.  uwer  brüder  ime  verschriben  hette 
und    von    uwern   gnoden  wegen    in  uwere   gnode    empfangen,    so  getruwent  wir  mit 
uwern  gnoden  geton  haben,  darumbe  genediger  herre,  wile  wir  dem  bebaetlichen  stüle  •» 
zu  Rome  und  uwern   gnoden  gehorsam   gewesen  sint  und    durch  des  heiligen  stilles 
und  uwere  gnoden   ere  willen  unsern  herren    den  bischof  mit  unserme   kumber  und 
groszen    kosten    by    dem    bijstume  behebt  hant,    so  getruwent   wir    uwern  gnoden, 
daz  üch  daz  gevellig  sin  solle  und  hoffen  des  danck  von  uwern  gnoden  ze  empfohende. 
so  denne  von  des   Hertenberger  wegen,   alz  der  gefangen    wart,    wisze  uwer   gnode,  ao 
daz  der  unsern  nieman  darby  gewesen  ist,  so  ist  es  ouch  one  unsern  rat,  wissende 
und  wille  geschehen,    alz  er  gefangen  wart,    do  entran  sin   kneht    mit   eim   hengeste 
und  watsacke,  und  wart  der  gefangen  von  armen  knehten,    die  fürtent  den  hengest- 
kneht  und  watsack  zu  uns  in  unser  stat.  also  balde  wir  daz  befundent,  do  schüffent 
wir   den  kneht    der  gefengnisze   ledig  und  (wart)  ime  der  hengest,   watsack  und  alle   * 
sine  habe  genczlich  widerkert,  damitte  des  Hertenbergers  knehte  ein  gut  wol  begnügen 
hettent,  des  die  knehte  den  armen  knehten,  die  nit  zu  uns  gehortent,  die  den  angriff 
dotent,  ein    guten  qwitbrief  gebent  liesz  mit  des  selben    herrn  Habart   Hertenbergers 
ingesigel.    darumbe  gnediger   herre,   obe  des   gentzlich    unschulde   uns  zu  erfindende 
und  zu  verhörende,   so  bittent  wir  uwern  gnoden  dienstlich  unser  erber  botten,  und   <o 
die  mit  inen  riten,  mit  uwerme  offen  briefe  vertrostent  zu  üch  by  uwern  gnoden  zu 


1394  541 

Binde  inul  die  gnedekliche  zu  verhörende  und  aszzerichtende  und  wider  von  dch  bicz 
heim  an  irc  gewarsam.  so  getruwent  wir,  sie  sollen!  solliche  rede  vor  uwern  gnoden 
füren  und  reden,  daz  ir  unser  unschulde  genczlich  empfinden,  wände  wir  unsers  gne- 
digcn  herren,  herren  Karlen  romschen  keyscrs  seliger  gedehtnisze  uwers  vatlers  und 
r.  uwern  gnaden  alle  Kit  gedienet  liant  mit  unserme  groszen  kosten,  daz  wir  ouch 
vtirbasz  begcrent  uwern  gnoden  zii  dunde  und  dar  inne  zu  Binde  und  zu  bleibende 
und  begerent  des  ehl  gnedige  antwurte  von  uwern  gnoden  mit  disem  botten. 

Str.  St.  A.  AA.  115  conc    eh.  mit  vielen  Streichungen  und  Aenderungen. 

90G.  Instruction  für  eine  Straßburger  Gesandtschaft  an  den  König.        [1894.) 

io  1)  Bezüglich    der    Vorladung    vor    das    Hofgericht    wegen    Gefangennahme    des 

von  Hertenberg,    sollen  die  Boten  durch   genaue  Schilderung  des   Hergangs  darlegen, 
dass  keine  Strassburger  Unterthanen  dabei  betheiligt  waren. 

2)  Betreffend  den  Vorwurf:  das  wir  au  den  riebesstetten  die  rihtigunge,  die  er 
[der  König]    gemacht  het,  nit  gehalten  habent,  sollen  sie  bemerken  :  dass    Strassburg 

i5  von  seinen  Schuldforderungen  aus  der  Zeit  vor  dem  Krieg  Abstand  nehmen  wolle, 
sobald  drei  Räte  der  betreffenden  Stadt  beschwören,  dass  die  Schuld  während  des 
Krieges  bezahlt  sei,  auf  die  Zahlung  der  übrigen  vor  dem  Kriege  fälligen  Schulden 
und  Zinsen  aber  auf  Grund  des  Richtungbriefes  bestehen  müsse. 

3)  In    Sachen   der   Bischofswahl    hätten   sie    sich    seinerzeit  auf  Wunsch   Kaiser 
so  Karls  und  König  Wenzels  ganz  an  die  Entscheidung  Pabst  Urbans  gehalten.' 

4)  Seien  sie  der  Meinung,  dass  alle  Ansprachen  des  Königs  durch  die  Richtung 
erledigt  seien,  während  für  die  Einzelforderungen  der  an  dem  Kriege  und  jetzt  an 
der  königlichen  Richtung  beteiligten  Ritter  und  Knechte  Termine  im  Elsass  angesetzt 
werden  könnten.  In  dieser  Weise  sollen  die  Boten  erforderlichen  Falls  antworten  . . .  und 

*  sullent  unsern  herren  den  herezogen  bitten,  daz  man  uns  do  von  losze.  retten  aber 
des  küniges  botten  von  geltes  wegen  unserme  herren  dem  künige  zu  gebende  und 
sprechent :  es  were  vor  mit  unsern  botten  in  rede  gewesen,  so  sollent  unser  botten 
daruf  antwurten,  daz  sie  dovon  nit  enwissen. 

5)  Den    Zwist   mit   Bruno  von  Rappoltstein    sollten  die  Boten    unberührt  lassen, 
30  käme   er   aber   dennoch   zur    Sprache,    freimütig   erzählen,    dass    nicht   sie,    sondern 

Bruno  die  beschworene  Richtung  gebrochen  habe. 

6)  Käme  die  Rede  auf  die  Strassburger  Münze,  so  sei  zu  entgegnen,-. . .  das  wir  ein 
Boliche  münsze  habent,  man  setze  sie  uff,  wo  man  welle,  so  sint  sie  besser  an  silber 
eins  güldin  wert  denne  ein  guldin ;  von  ander  münszen  wegen  —  und  von  des  Lant- 

3:>  frieden  wegen  sollten  sie  nicht  sprechen. 

7)  Spräche  man  von  dem,  .  .  .  was  Volmar  von  Wickersheim  dicke  mit  uns  geretd 
bei  von  der  herren  von  Peyern  wegen,  do  sullent  sü  uff  das  aller  kürezeste  usreden, 
daz  su  können. 

1    Wohl  die  Wahl  Friedrichs  von  Blankcnheim  1375  cf.  Königsh.  II  pg    678. 


542  1394 

8)  Frage  man  nach  dem  Herzog  von  Oesterreich,...  do  söllent  sie  gar  kurcz  zu  reden  : 
wir  sient  in  früntschcften  mittenander  und  habent  das  heilige  romesehe  rieh  darinne 
uszgeuonimen.  /?  1394] . 


Str.  St.  A.  AA.  115  nr.  5  com.  eh. 


907.  Markgraf  Bernhard  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg  :  beschwert  sich, . . .  daz 
her  Johans  von  Roszheim,  der  da  ist  by  Clause  von  Roszheim  uwern  lonhern,  sich 
understet  zu  kriegen  und  dovon  zu  bringen  .  .  unsern  cappelan  Claus  von  Beinheim 
von  dem  von  ihm  erhaltenen  St.  Diebolds-Altar  im  Münster  und  dessen  wohlerwor- 
benen Rechte  zu  schützen.         datum  crastino  Thome  Cantuariensis  episcopi  anno  94. 

1394  December  30. 

Str.  St.  A.  AA.  84  or.  eh. 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1623. 


9011.  Meister  und  Rat  von  Straßburg  an.  Volmar  von  Liitielslein,  den  Decan  des 
Domkapitels:  ersuchen  um  die  Besiegehing  ihres  Vertrages  mit  dem  Bischof  durch 
das  Kapitelssiegel.  1304  December  31.   u 

Dem  erwürdigen  herren,  herren  Volmar  von  Lützelstein,  dechan  der  merren  stift 
zu  Straszburg  embieten  wir  Hesseman  Hesse  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg 
unsern  früntlichen  dienst,  lieber  herre.  von  der  sache  wegen,  also  wir  mit  unserme 
herren  dem  bischofe  überkommen  sint  und  übertragen  sint,  darzü  wir  gerne  des 
cappittels  willen  gehebt  hettent  und  ir  ingesigel,  das  aber  wir  noch  rote  uwer  und  20 
anderer  von  eime  cappittel  zu  dein  andern  gebeitet  habent,  alz  ir  wol  wissent  und 
nu  nuwelinges  daz  leste  cappittel  darumbe  gewesen  ist,  darinne  die  herren  des  cap- 
pittels sich  bekant  habent  in  cappittels  wise  und  beietzet  und  iren  willen  darzu  geton, 
das  daz  vürgang  haben  sol  und  man  unser  briefe  mit  des  cappittels  ingesigel  besigeln 
sol,  do  ist  uns  zu  verstonde  geben,  das  drie  slüssel  zu  dem  ingesigel  sigent,  domitte  m 
daz  ingesigel  beschlossen  sy. 

Do  getruwent  wir,  daz  wir  kein  verzog  an  den  zweyen  slüsseln  habent,  do  mitte 
daz  ingesigel  beslossen  ist,  und  wände  ir  den  dirten  slüssel  habent,  so  bittent  wir 
üch  früntliche,  daz  ir  mit  uwerme  slüssel  zu  uns  kommen  wollent  und  das  slosz 
entsliessent,  oder  aber  iemant  an  uwere  stat  befelhent,  der  es  entsliesze,  das  uns  so 
unser  briefe  besigelt  werdent.  und  gedenckent  an  die  früntlichen  wort,  die  ir  uns  alle 
wege  zu  verstonde  habent  geben,  das  kein  breste  an  üch  sin  solle,  den  worten  gent 
kraft  und  sument  uns  nit,  das  wollent  wir  allezit  umbe  üch  zu  widerdienende  haben, 
datum  feria  quinta  infra  oetavam  nativitatis  domini  anno  94. 

Str.  St.  A.  AA.  1420  cop.  eh.  coaev.  Ebenda   Brief  des    Rats  in  gleicher   Sache  an  seine 
Boten  Dietrich  Burggraf,  Johans  Bock  und  Heinrich  Lynitr  vom  1  Januar  1395. 


1394  HS 

909.  Genannte  Straßburger  Gesandle  an  ihre  Stadt:   berichten   über  den   Verlauf 
/■nies  mit  Bruno  von  Rappollslein  abgehaltenen  Tages.  1394  Deeember  :tl. 

Den  fursichtigen  wisen  meisler   und    rate   der    stelle  zu  Strasburg   einleiten   wir 
unscrn  undcrlcnigcn  willigen  dienst,    liehen  lierren.  wir  lassent  üch  wissen,  das  wir 
5   off  dise  vergangen  mittewoche  und  dunrestdag  getaget  habent  mit  hern  Brunnen   von 
liappollzstein,    und  das  die  saclie  gerwe   entslagen  ist,    alse    wir  üch    das  selber  wol 
sagende  werdent,   so  wir  zi'i  och  kommen),    tedocfa  so   wart  fürbaz  mit  uns  geretde, 
das   wir  die  suche   in   gülcm   also  liessent     hlihen    und  gestiin    nutze    off  den  zwelften    j,,!,' 
dag    nehste    und    den    selben    dag   allen    in    aller    der    müssen,    alse  ez  nutze   har  in 
|"   slallunge  gestanden  ist.  daz  haut  wir  auch  also  geton  und  ufl'geniinmien   nutze;  ulT  den 
egenanten  zwelften  dag.  darnach  so  wissen!  üch  zu  rihtende.  ouch  so  wurl   der  hoher- 
hörne  fürste  und  herre  herzöge  Lüpoll  zu  Üsterriche  sine  botschat't  gen  Sletzstat  von 
dez  dages  wegen,  der  da  von  dez   von  Lützelsteins   wegen    aldii    sin  sol,    senden,  da 
habend  wir  vernummen,  daz  dieselbe  botschat't  zu   üch  gen  Strasburg  konunen  wurt 
«   und  von  dez  von  Rappolzsleins  wegen  selber  mit  neb  reden  von    einre  langern  Stal- 
lungen zu   haltende,  de/,  wir  uns  doch  nil  anneminen   woltent.  wissent  auch,  daz  der 
herzöge  von  Osterriche  sicherlich    von  dem   lande  wil  in  der  woehen,    die  nu  nehste 
kommet,    alse    uns    das    vur    WCT    geseit    ist    worden,    oueh    so    vollegiit    der    dag  zu 
Sletzstat,  alse  wir  von  üeh  gescheiden  sint.  besigelt  mit  min  .lohans  Rockes  ingesi-iel. 
*  dalum  feria  quinta  proxinia  aide  dieni  eireumeisionis  doniini  anno  domini  etc.  94. 

Dietherich  Burggräte,  .lohans  Bocke 
und  Heinrich  Ljmer  ein  altammanmeister 
zu  Strazburg  uwere  botten. 
[///  eerso]    Den   fürsichligen,    wisen    ineister   und    rate   der   stette   zu   Strazburg 
25  unsern  liehen  berren. 

Str.  St.  A.  AA.  112  nr.  143.  or.  eh.  1.  cl. 
Gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  423. 

910.  Hesseman  Hesse  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  die  städtischen 
Holen  Dietherich  Rurggraf,  Jobans  Rocke  der  jüngere  und  Heinrich  Lymer:  siesollen 

m  zum  Domdekan  Volmar  von  Lützelstein  gehn,  der  den  dritten  Schlüssel  zum  Siegel 
des  Domkapitels  besitzt  und  ihn  ersuchen,  diesen  selbst  zu  bringen  oder  zu  senden, 
damit  die  vom  ganzen  C.apitel  beschlossene  Resiegelung  des  Vertrages  der  Stadt  mit 
dem  Bischof  vollzogen  werden  kann  .  .  .  dis  alles  wil  unser  herre  der  bischoff  sinen 
ouch  befelhen.  wer  aber,  das  der  dechan  nit  do  were,  so  lant  disen  botten  mit  diseu 

n  briefen  vürbasser  zum  dechan  lofen.  datum  ipsa  die  festi  eireumeisionis  doniini 
anno  domini    1391.  tSBä  Januar  1. 

Str.  St.  A.  AA.  1420.  or.  mb.  I.  cl. 


911.  Bischof  Wilhelm  von   Strassburg   bekennt   sich   gegen  die  Stadt   Strassburg 
zu  einer  durch   baares   Darlehen    entstandenen    Schuld  von  2200  Gulden,    verspricht 

VI.  69 


> 


544  1395 

dieselbe  bis  nächsten  Ostern  zurückzuzahlen  und  stellt  Mitschuldner  in  seinen  Vögten 

zu  Bernstein,  Ortenberg,  Mollsheim,  Zabern,  Kocheisberg,  welche  im  Fall  der  Nicht- 
zahlung acht  Tage  nach  geschehener  Mahnung  je  einen  Knecht  mit  einem  Pferd  als 
Geisel  nach  Slrassburg  schicken  sollen.  Geschieht  auch  das  nicht,  so  ist  der  Stadt 
Strassburg  jede  Art  Angriff  und  Gewalt  gegen  bischöfliches  Gut  erlaubt.  geben... 
uf  den  heiligen   zwölften  tag  noch   winahtcn.  [1896]  Januar  6. 

Str.  St.  A.  AA.  1418.  or.  mb.  lit.  p.  c.  <i.  sig.  pend.  und  mit  4  durchgezogenen  besiegelten 
Brirgcbriefcn  der  i  (späteren)  Vögte :  Bertholt  Krantze  von  Geispolsheim  Vogt  zu 
Molsheim,  Heinrich  Gerspach  Vogt  zu  Ortenberg.  Schwarz  Rudolf  von  Andcla  Vogt 
zu  Molsheim,  Johann  Pfettcrslieim  Vogt  zu  Kochersberg,  vom  Jahre  1400.  1396,  1399 
und  1399 


in 


912.  Eberhart  ton  lialshofen  und  Reinhart  von  Sickingen  schließen  einen  Frie- 
den mit  Straßburg.  1896  Januar  11. 

Ich  Eberhart  von  Balshofen  und  Reinhart  von  Sickingen  der  junge  bekennen  uns 
mit  disem  briefe,  daz  wir  ein  frvden  han  mit  den  von  Straszburg  und  den  iren  und  iren  u 
Januar  i~.  helffern  von  uns  und  uiisern  helffern,  und  sol  der  fryde  ane  gen  an  dem  nehsten 
sündage  vor  sante  Sebastians  dage  und  sol  werrn  biz  uff  den  wiszen  sondag  den  man 
Febr.  28.  nynet  dye  grosz  vastnaht  und  den  dag  über  und  sol  uns  der  vogt  von  Germersheim 
ein  dag  bescheyden  in  dem  frvden.  und  werez,  daz  wir  oder  unser  helffer  dazwischen 
den  frvden  uberfuren,  daz  solten  wir  der  name  kern  werez  auch,  daz  die  von  Strasz-  m 
bürg  oder  ir  helffer  da  zwuschen  den  frvden  uberfuren.  daz  solten  sie  auch  mit  der 
name  kern,  und  daz  solte  uff  bedesyte  ungeverlich  sin.  und  dez  zu  Urkunde,  so  hat 
unser  ieglicher  sin  eygin  ingesigel  uff  dysen  brief  gedrucket  zu  inde  dirre  geachr'ft, 
der  geben  wart  uff  den  nehsten  mondag  nach  dem  zwölften  dage.  da  man  zalte  driit- 
zehen  hundert  jar  und  fünf  und  nuntzig  jar. 

Str.  St.  A.  G.  U    P.  lad.  168  fasc.  2.  or.  eh.  c.  2  sig.  imp.  del 


913-  Bertholt  Zorn  der  altere  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  den 
österreichischen  Landvogt  im  Elsass  Engelhard  von  Winsberg  :  berufen  sich  auf  die  dem 
Herzog  Leopold  gemachte  Mitteilung  über  ihre  Fehde  mit  Bruno  von  Rappoltstein  und 
ersuchen  ihn,  in  Abwesenheit  des  Herzogs  die  vertragsmässige  Hülfe  zu  leisten  und  30 
zu  deren  genauerer  Feststellung  vier  herzogliche  Bäte  zum  Dienstag  nach  St.  Agnes- 
tag nach  Kenzingen  zu  senden.  datum  feria  quarta  proxima  post  diem  seti.  Erhardi 
episcopi  anno  1395.  199s  Januar  13, 


u 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad    22  fasc.  5.  conc.  eh. 
Auszügl.  gedruckt :  Rappoltst.  Urlib.  11  nr.  424. 


. 


914.  Herzog  Leopold  IV  von  Oesterreich  an  die  Stadt  Strassburg :  schickt  ihr  die 
Verantwortung  Albrechts  III  von  Oesterreich  gegen  Wenzels  Anklage  wegen  Teilnahme 
an    seiner    Gefangennahme    mit    der    Bitte,    ihrerseits    denselben    auf    Grand    dieser 


1395  546 

Verantwortung  gegen  jede  derartige   ihnen  zu   Ohren   kommende  Anschuldigung  in 
Schutz  zu  nehmen.        geben  zu  Veltkilcn  an  mentag  nach  saut  Anthonyea  tag  ete. 

nonagesimo  quintO.  '  Feldkirch  tS&6  Januar  IS. 

Str.  St.  A.  an  der  Saul  1  fasc.   1 t.  cop.  eh.  cuuev. 
Gedr.  Wencker   appar.  408.   -  D.  M.  A.  II  nr.  228. 


915.  Heinrich  von  Mülnheim,  Johann  Bock  der  jüngere  und  Heinrich  Lymer, 
welche  zu  einem  Sühnetag  mit  Bruno  von  Rappoltstein  nach  Hagenau  gesandt  sind. 
an  den  Ral  vnn  Strassburg:  Bruno  ist  nicht  zu  dem  Tage  erschienen,  sondern  siatt 
seiner  Peter  von  St.  Theodal,  Hurkart  von  Xuwenecke  und  Heinrich  von  Giltelingen, 
w  Hauptleute  ^\-  Gesellschaft  der  Schlegler.  Darauf  haben  sie  wenigstens  dem  anwesen- 
den Landvogt  und  den  Reichsstädten  ihre  ganzen  Angelegenheiten  dat legt,    wie  es 

früher  zu  Keisersberg  auch  Herr  Bruno  gethan  hat,  aber  erklärt,  dass  eine  eigentliche 
Sühneverhandlung  in  Brunos  Abwesenheit  nicht  stattfinden  könne.  Demgegenüber  hat 
der  Landvogl  aasgeführt  unter  Beistimmung  des  anwesenden  Heinrich  von  Saarwerden 

15  und  anderer,  dass  es  viel  günstiger  sei  indirecl  mit  Bruno  zu  verhandeln,  und  hat 
sie  überredet  bis  morgen  Abend  zu  bleiben,  bis  zu  welcher  Zeit  er  mit  Hülfe  <U'r- 
Grafen  von  Saarwerden  sowie  i\cv  reichsstädtischen  und  bischöflichen  Räte  versuchen 
wolle  mit  Brunos  Abgesandten  einen  gütlichen  Vergleich  zu  Stande  zu   bringen  .  .  . 

.   .    .   wer  iucli  aber  dax  in  deheinen  weg  wider,  da/,  loszent  uns  v;\  sinnt  forderlich  wissen, 

<o   so  sinl    wir  dar  von,   wenne   die  sache   uszkommel,  so  nemenl    wir  denne  die  andern 

Sachen  mit  dein  riebe  vur  uns  ....  geben  an  dunrestag  in  dem  naht   imbisze  post 

purificationem  anno  1395.  i:tor>  Februar  rf. 

Str.  St.  A.  O.  U.  P.  lad.  22  fasc.  ö.  or.  eh.  lit.  cl 
Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  425. 


ü">  B16.  König  Wenzel  erteilt  den  Slraßburger  Gesandten,  welche  die  Stadt  zu  ihm 

[nach  Prag]  senden  will,  sicheres  Geleil.'1  Prag  WM  Februar  4 . 

Wir  W'enczlaw  von  golles  gnaden  römischer  kunig  zu  allen  Zeilen  merer  des 
reiches  und  kunig  czu  Beheim  bekennen!  und  Um  kuni  offerüich  mit  disem  brive 
allen   den,  die  in   sehen   oder  hören   lezen,  das  wir  mit  wolbedacblem  mute  und  rechter 

*  wissen  unsem  und  des  reiches  bürgern  zu  S(ras|iurg,  die  der  nielsler  und  der  rate 
derselben  slal  zu  uns  senden  werden  und  darzu  allen  den,  die  mit  in  reiten  werden, 
unsere  sichere  fride  und  geleile  gegeben  haben,  und  geben  in  das  mit  cral't  dies 
brives  vur  uns  und  alle  die,  die  durch  iinsern  willen  tun  und  lassen  czu  uns 
zu   kommende,   by   uns  zu   sein   und   wider  von   uns  zu    hauze  zu   reiten   sicher   leibes 

35  und  gutes  an   argenlisl   und  an  alles  geverde.    und  gebieten    darunibe   allen   und    ige- 

1  Die  ciemlich  umjängrciclie  Verantwortung  Albrechts  III  ist  gedruckt  1).  R.  A.  II  nr.  £97, 

2  Die  Echtheit  dieses  Geleitsbriefes  läßt  sich  die  Stadt  um  8  Man  1395  durch  die  offentlichri 

tan  Wcnilur  SpaUingcr  und  Johann    Werder  eon  Eßlingeit  beglaubigen.  —  Str.  Sl.  A.  AA.  113.  or  mb. 


546  1395 

liehen  fürsten,  geistlichen  und  werltliehen,  grafen,  f'reyen  herren,  dinstliiten,  rittern, 
knehten,  reten,  gemeinden  der  stette  und  allen  andern  unsern  und  des  reiches  und 
ouch  des  kunigreiches  zu  Beheim  amptlüten,  undertanen  und  getrewen  ernstlichen  und 
vesteclichen  mit  disem  brive,  das  sie  die  obgenanten  burger  von  Strasburg  und  alle 
die,  die  mit  in  reiten  werden,  durch  irre  lande,  stete,  slosze  und  gebite  sicher  und 
ungehindert  beyde  zu  uns  und  ouch  herwider  czihen  und  sy  ouch,  wenne  in  das  not 
geschiht,  geleiten  sollen  und  geleyten  lassen,  alse  libe  in  sey,  unser  swere  Ungnade 
czu  vermeyden.  mit  Urkunde  diez  brives  versigelt  mit  unserm  angedrucketen  insigel 
geben  zu  Präge  nach  Crists  gepurte  driezehenhundert  jar  und  darnach  in  dem  fiimff 
und  newnezigisten  jare  des  nehsten  donerstages  nach  unser  frowen  tag  purificationis. 
unsere  reiche  des  behemischen  in  dem  22  und  des  romischen  in  dem   19  jaren. 

Str.  St.  A   AA.  107.  or.  mb.  I.  pat.  c.  s.  i.  v.  impr. 


917.  Notarielles  Vidimus  für  die  Originalurkunde  über  den  am  9  Mai  1393  [nr.  707 
zu  Ensisheim  abgeschlossenen  Bund  des  Herzogs  Leopold  von  Oesterreich  mit  der  Stadt  n 
Strassburg,  ausgefertigt  von  Johannes  Werder,  öffentlichem  Notar,  in  Gegenwart  fol- 
gender Zeugen  :  juxta  portam  ecclesie  Argentinensis,  per  quam  itur  in  lapistidinam 
fabrice  ejusdem  ecclesie  in  mei  notarii  publici  et  testium  subscriptorum  ....  virorum 
domini  Henrici  dicti  Landesberg  presbyteri  prebendarii  altaris  in  ipsa  ecclesia  Argen- 
tinensi  siti,  Eberhardi  dicti  Dürnheim  de  Brysach  et  Conradi  dicti  Balle  notarii  curie  «o 
Argentinensis  ad  hoc  pro  testimonio  specialiter  vocatorum  et  rogatorum  presentia  etc. 
etc.  Dann  folgt  die  deutsche  Bundesurkunde  von  1393  Mai  9.1  anno  1395  .  .  . 
soxto  die  mercurii,  que  fuit  deeima  dies  mensis  Februarii  etc.        ISOS  Februar  10. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  45/46  nr.  77.  or.  mb.  lit.  pat. 


918.  König  Wenzel  an  Strassburg:    beglaubigt  seine  bevollmächtigten  Gesandten  25 
Graf   Friedrich  zu    Oettingen  Kammermeister  und  Bat  und  Hans  Heckil  von  Amberg 
zu  mündlicher  Verhandlung  .  .  .  von  wegen  ettlicher  notlicher  sache,  die  uns  selber 
angehören.         datum  Prag  am  sontag  vor  vastnacht  a.  reg.  boh.  32  reg.  rom.   19. 

Prag  1395  Februar  21. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  57.  or.  eh.  I.  cl.  30 

Reg.  D.  B.  A.  II,  383  Anm.  2. 


919.  Pfalzgraf  Huprecht  der  ältere  an  Strassburg:  König  Wenzel  hat  die  Herren 
Graf  Friedrich  zu  Oettingen  und  Hans  Heckel  zu  ihm  geschickt  mit  der  Aulforderung, 
im  Vereine  mit  diesen  zwischen  ihm  und  Strassburg  zu  vermitteln  .  .  .  darumb  be- 
scheiden wir  uch  einen  nemhehen  tag  für  uns  gen  Heidelberg  off  den  sontag,  als  men  « 


1   Gedr.  oben  unter  nr.  707. 


1395  547 

singel  Judica  zu  nacht,  da  zu  sin  und  off  den  mantag  die  ttdinge  anzugrinen         da«  **i  •* 
tiiin  Heidelberg  dominica,  qua  cantatur  Oculi  anno  1385.  HnUUSbtrf  t:tun  M/irz  14. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  ch   l   cl. 


!)2Ö.  Meister  und  Hai   von  Strassburg  berichten  über  den  bisherigen  Verlauf  ihres 

i  Streites  mit  Bratro  von  Rappoltstein  in  5  Einzelbriefen  an:  den  Herzog  von  Bore  und 

Markgrafen  zu  Pont,  den  Herzog  von  Lothringen,  den  Markgrafen  Bernhard  von  Baden. 

den    Herzog   Ruprecht   den  älteren,  den   Herren  Borckard   von   Nuwenecke   und  die 

andern  Hauptleute  der  Gesellschaft  auf  dem  Sehwarzwalde  und  bitten  sie,  Bruno  nicht 
beizustellen,   [undatiert].  [1395  vor  März  t5?P 

ii)  Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad    22.  eonc.  ch.  5  Briefe  zusammen  auf  einem  Blatt. 

Gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  426. 


921.  Die  städtischen  Gesandten  Heinrich  ton  Mülnheim,  Andreas  Hei/mau  und 
Hans  Bock  an  den  Rat:  berichten  über  ihre  Thätigkeit  in  Prag.         1MB  April  7. 

Lieben  herren.    wir  enbietent   iuch  unsern  gewiligen  dienst  befor  und   lont  iuch 

u  wisen,  daz  wir  fuir  unsern  herren  hertzoge  Steffon  von  Peyem  etswe  dicke  gewesen 
sint,  und  hat  uns  derzü  mole  früntlich  enpfangen  und  zu  uns  gerel.  darzü  so  sint 
wir  ouch  gewesen  bi  dem  hofemeister  und  bi  hern  Stirvaten,  die  zii  diser  zit  wo] 
zii  hofe  sint,  und  haut  mit  den  geret  und  in  ouch  darumb  entheisen,  daz  sui  uns 
behuilfing    sint,  in  unsern  sachen.    die  ach  sprcchent,    daz  sui  ir  bestes  tuon  welent 

ao  und  wellent  uns  in  allen  unsern  sachen  fuirdern.  und  sint  ouch  gewesen  bi  dem 
bisehofe  von  Megedeburg,  der  kantzeler  worden  ist,  der  och  gen  uns  geret  hat,  daz 
er  sin  bestez  duon  wil  in  unsern  sachen,  [als]2  uns  her  Flachnecke  und  Marlin,  hern 
Dislachen  sun,  in  den  und  in  allen  unsern  sachen  vaste  behuilfing  sint,  also  fere  wir 
daz  wisent.    lieben    heren.   wisent,    daz    unser  herre,   der  kuing  uf  disen    mendag  in   <•*•** 

-'.>.  hertzoge  Steffens  herberge  kam,  do  wir  ouch  fuir  sin  gegenwertikeit  koment,  do 
hertzoge  Steffon  mit  andern  heren  gegenwertig  stundent,  und  rette  hertzoge  Steffen 
zii  mole  fruntliche  von  unsern  wegen  zii  dem  kuinge.  do  huobent  wir  ziistunt,  do  er 
ozgerefte,  und  rettent  selber  mit  dem  kuinge  in  gegenwertikeit  hertzoge  Steffens,  do 
hertzoge    Ludewig  hertzoge    Steffens  sun  ouch  bi  stunt,  der  alse  duigentlich  gen  uns 

oe  düt,  alse  ie  fuirste  getet,  und  bitte  alle  zit  sin  fatter,  daz  er  uns  behuilfig  sige  und 
seit  dem  fatter,  weleich  zuht  ime  nehest  doheime  erboten  ist,  do  er  bi  uich  waz. 
alse  beschiel  uns  der  kuing  fuir  hertzoge  Steffon  selber  und  Ines  in  zii  ime  nemen 
den  niiwen  kantzeler,  den  hofemeister  und  hern  Stirvaten.  daz  uns  die  welkliche  verhoern 
soltent.  daz  noment  wir  uf  noch  rate  hertzoge  Steffens  und  andere  unsere  guten  fruinde 

■i5   und  daruf,    so  sint   wir  uf  dise   krumbe   mittenwoehe   for    hertzoge    Steffon    und    den    ■•/"••'< ?. 

1  Biete  Datierung  gegeben  untl  begründet  Bapp.  Urk  II  S.  337  Anm.  s.  nr.  426.  —  Der  i.  d.  lieg, 
d.  Markgr.  v.  Bad.  unter  nr.  1620  aufgenommene  Bericht  an  den  Markgrafen  Bernhard  ist  dort 
cum  29  September  1394  angesetzt. 

8  Die  Vorlage  liat  hier  ein  Loch. 


548  1395 

andern  heren  gewesen    und  waz  der   Hertenberger  öch  do,  der  uns  in  allen   sachen 

huindert  und  wider  uns  wirbet,  und  erzalle  aldo  von  dez  kuingon  geheisede, 
also  er  sprach,  also  ez  sich  formals  vor  dem  hofegerihte  verloufen  helfe  und  mich 
nie  darzii,  also  wir  uich  wol  werdent  sagende,  do  wisent,  duz  wir  alle  stuicke  velklieh 
verantwurtet  hant,  also  uns  dunckel  noch  unsere  noturfl.  und  daz  wellent  ouch  5 
hertzoge  Steffon  und  die  andern  heren  fair  den  küing  bringen,  also  sui  uns  daz 
gelobt  hant.  wisent  ouch,  daz  her  Peter  Boer  und  noch  einre,  der  bi  uns  isl  von 
dez  von  Rappollsloins  wegen,  raste  werbent  und  besunder,  daz  sui  von  dem  kuinge 
briefe  erworbent  hant,  daz  er  dem  hertzoge  von  Ocslerrieh  und  .-inen  reiten  zi'i  Elsas 
hies  verschribcn,  daz  sui  uns  nuit  behuilfig  sin  soltent.  daz  kam  uns  fuir  und  dotenl  10 
zu  stunt  darzii  unser  bestez,  daz  wir  nuit  anders  wisent,  danne,  daz  die  briete  noch 
in  der  kantzelige  sint  und  daz  cz  also  hüben  sol  nutze  l'uirbaz  von  unsern  sachen 
geret  wirb  liben  heren.  wissent,  daz  die  selben  heren,  den  unser  sache  enpfolhen  ist, 
mit  uns  geret  hant,  daz  unsers  heren  dez  [kuinga]  meinunge  sigc,  daz  ir  mit  dem 
uai so.  von  Rappoltstein  ein  stallunge  halten!  nutze  pfingesten  :  do  zwischen t  welle  der  kuin?  in 
uf  den  Rin  komen  und  gedencken,  wie  ir  mit  dem  von  Rappoltstein  uibertragen 
werdent.  dar  uf,  so  hant  wir  geantwurtet,  in  welicher  mose  der  von  Rappoltstein 
unsere  stat  und  den  unsern  daz  ire  ingenomen  hat  und  noch  ine  haltetet  und  uns 
alle  dage  innimet  wider  die  rahtunge,  so  uns  unser  here  der  kuing  geben  hat,  bi  der 
rahtunge  wir  ouch  bliben  welent.  und  hant  do  mit  gesprochen,  daz  wir  der  suche  nuit  -'" 
mehtig  sint  uf  zu  nemende,  wan  wir  do  sint  also  holten,  lieben  heren  wisent.  daz 
uns  hertzoge  Stoffon    fuir  wor  geseit  hat,    daz  er  sich  geerbeitct    habe  und  ez  darzii 

Mai  30.  broht,  daz  der  roemesche  kuing  uf  dise  pfingesten  gen  Ache  komen  sol  und  der  kuing 
von  Franckrich  bi  fier  mile  weges  do  bi  ouch  uf  dieselbe  zit  sin  sol  von  der  zweger 
beste  wegen,  wie  ez  in  eines  kome.  wisent  ouch,  daz  hertzoge  Hans,  dez  Iniinges  - 
bruoder,  hertzoge  Steffon  von  Peyern,  hertzoge  Ludewig  sin  sun,  der  margrofe  von 
Misen,  margrofe  .los  von  Merleln  und  wol  drisig  duitscher  und  beheinescher  heren 
jetzent  zu  Prowe  ligent.  und  daz  sumct  uns  und  het  uns  raste  verzog  gemäht  in 
unsern  sachen  und  wanne  man  igenotent  seit,  daz  der  kuing  mii  <\en  heren  verriht 
sige,  so  gibt  man  am  andern    dage,    ez  sige  entslagen.    doch  seit  man    ignot,    er  sigc  m 

'und'/'1'  gsriht   und  werde    in  den  osterfirtagen    allez  uz  gelragen.         geben  an  der  kruinbcn 
mittewoche  1395  besigelt  mit  Hans  Bockes  ingesigel. 

Heinrich  von  Muilnheini  rilier. 
Andres  Heilman  altameister  und 
Hans  Bock  uwer  holten.  ■* 

Str.  St.  A   G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or   eh.  lit.  cl.  stark  beschädigt. 
Aussagt  gedruckt :  Bapp.  Urkb.  II,  Bf.  432 

922.  König  Wenzel  befiehlt  den  Reichsstädten  im  Elsass  und  in  Schwaben,  dass 

sie  die  Stadt  Strassburg  anhalten,  die  Schlösser  und  Güter  Brunos  von  Rappoltstein 

nicht  zu  schädigen.         datum  Prag  uff  dem  heiligen  ostertag  1395.  « 

Prag  l.'iUS  Aprü  11  [vielleicht  richtiger:  13U6  April  2]. 

Nach  Bappoltst    Urkb  II  nr.  433.  Abdruck  des  Bcgestes  einer  nicht  aufgefundenen  Urkunde, 
aus  Colin.  Bez   A.  Ann.  Bapp.  (E.  10«))  tot.   1T0. 


1395  M'i 

!)?:{.  Die  städti  chen  Gesandten  Heinrich  von  Mfilnheim,  Andreas  Heilman  und 
Hang  Bock  berichten  ans  Praj  an  Meister  und  Ral  von  Strassburg:  auf  eine  «StaUung» 
imi  dem  Rappoltsleiner  sind  sie,  weil  ohne  Vollmacht,  nicht  eingegangen,  sondern 
haben  sich  bemüh;  seine  Förderung  zu  hindern  .  .  .  und  beiient  wol  getrawet,   daz 

t  wir   in  disei'  osterwochen   gefertigel    sollen   sin   worden,  in  welichen  weg  loch  daz  'V','«''/'.'' 
besehenen  were,  so  sinj   semeliche  wilde   loeife  jetzent  zu  hole,  daz  der  kunig  an 
mendage  zu  nahi  von  dem  huse  zti  Pruwe  sehiet  gar  zornig,  also  wir  uich  wol  sagende    'r-"''-*- 
werdent,   von  waz   sachen,   und   reil   zu  dem  Karlenstein  und  versihl    man  sieh  alle 
dage,   daz  er  gen    Prowe  kerne,   wann  lil  herren  do  ligent,  die  sin  wartent,   daz  die 

in  saehe  zwischen)  in  geriht  werde  ...  Das  alles  bringe  ihrer  Sacbe  Verzögerung,  ebenso 

werde   Porsiboy.    der   nächstens   aus   de!    Lombardei   zurückkehre,    sie  aufhallen,   doch 

werden  sie   bestens  nach  ihrer  Instruktion  handeln.   Der  von   Oettingen   ist  in  Prag 

angekommen,  doch  wissen  sie  nicht.  .  .  .  obe  er  bi  uich  gewesen  ist   oder,  obe  er  sin  bot- 

sehal't  bi  uich  gehebet  hat,  und  sint  uwere  botschaft  darumb  wartende  gewesen  .... 

>5  geben   ame  dinstag   in   der  usterwoche   annu    139Ö.  1396  April  1-t. 

Str.  St.  Ä.  AA    ll.i  nr.  20.  or.  eÄ.  /.  cl. 


924.   Wol/f  von   Wunnenstein  genannt  der  »glißende    an  Meister  und  Bat  von 
Straßburg.1  tS9S  April  14. 

Ich    losz    üch    wissen,    daz    die    5 wem    do    bii    gewesen    sint,    do    mir    und    den 
H  mynen   groszer   schade  geschehen    ist    mit   nainmen   ZU   Gütenberg,    zu  Ilüfeliiliart  und 

zi'i  Mölnbach.  und  daz  waz  zu  den  ziieu.  do  die  lewengeselleschaft  waz.   do  l)ii    ich 

ueh    fruntlichen    und    ernstlichen,    daz    ir    mir    den    schaden    keren   wöUent,    der    mir 

und   den   mynen   zii   den  zilen   geschadi.    wollen   ir  aber  daz   nit   tun.  so  beger  ich  an 

ueh,  daz  ir  zu  eim  gelegenen  tage  zu  mir  rilenl    und  dar  unibo  mir  ein  reht  loszent 

ar>  widerfarn  vor  dryen  oder  vor  fönten,    die  wir  dann  zu  mol  über  kummenl  und  daz 

mir    des    ein    uszlrag   werde    hie    zwüscen    und    |>lingeston    nehsle    kunimet.   und   des    MW. 
loszent    mich    uwer    verschriben    anlwurt   wider  wissen.         geben    uff   mitwoch  noch 
dem  heiligen  ostertage  anno  etc.  '.)."). 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  ch    l.  cl. 


.in         9?5.  Bischof  Wilhelm  an  die  Stadt  Strassburg:   entschuldigt  sich,   dass  er  seine 
Schuld  nicht  rechtzeitig  bezahlen  könne    mangerhande  schulde,  kumbers  und  unmussen 

halp,  die  uns  von  unser  Stift  wegen  gröslich  und  vasl  anligent  ■    und  l)iltet   um  Aufschub, 
bis  sie  selbst    hören,  dass  er  im   vollen   und  ganzen    Besitz  des  Histums  sei.  geben 

ZU  Straszburg  des  sambstagea   nach  dem  ostertage  anno  95. 

Strossbury  13M  April  17. 

35  Str.  St.  A.  AA    1418.  or.  eh.  I.  cl 

1    Vgl.  13<)5  Juui  7  den  Absagebrief  desselben 


550  1395 

926.  Stephan  Herzog  von  Baiern  fordert  Bruno  von  Rappoltsteil)  auf,  den  vom 
König  Wenzel  zwischen  ihm  [Bruno]  und  der  Stadt  Strasburg  bis  zum  1  Juli  ge- 
botenen Stillstand  zu  halten.         geben  zu  Prag  an  donnerstag  vor  Georii  95. 

Frag  1898  April  22. 

Colmar  Bez.  A.  Ann.  Bapp.  (E.  1039)  fol.  162.  Transcription  (des  17   Jahrh.) 
Gedr.  Bappoltst.   Urkb.  II  nr,  434. 


927.  Bruno  von  Bappoltstein  verteidigt  sich  gegen  die  Anklagen,  welche  die  Stadt 
Strassburg  gegen  ihn  beim  Herzog  Stephan  von  Baiern  vorgebracht  hat. 

[1898  nach  April  22.] 

Colmar  Bez.  A.  (E.   1039)  fol.  162.  Transscription  des  17  Jahrh. 
Gedr.  Bapp.  Urk.  II  nr.  435. 


928.  Conrat     der  ze  Bussen  bi  dir  was»  berichtet  aus  Prag  an  Hans  Bock:  die 
beiden  Processe,  welche  beim  Hofe  gegen  Strassburg  betrieben  werden,  stehen  schlecht 
und  nur  dem  Hofschreiber  Johannes,    um  dessen    Gunst  er  sich    sehr   bemüht   habe, 
ist  es  zu  danken,  dass  nicht  schon  die  Reichsacht  ausgesprochen,  welche  dringend  » 
«forderte  der  man,  als  ir  wol  wist  von  wem  irs  habt'.  Er  möge  sich  erinnern  .  .  .  wie 
wunderlich   si    [die    Stadt    Strassburg]    for  in  die  achte   kam,    wan  dan  ain  ding  ge- 
schieht, so  ist  es  geschehen.   Jener  Mann  ist  jetzt  nicht  mehr  anwesend,   so  dass  er 
hoffen   könne    mit   Hülfe  jenes    Hofschreibers   die    Sachen    gut    durchzubringen    und 
abzuthun.    Doch    ist   es   durchaus    nötig  .  .  .  das    ir  es   üch  weit    kosten   lassen  ain   20 
beschaiden  ding  gen  ainem  gewaltigen  rat,  der  das  ustrait  . . .  und  deswegen  unverzüglich 
einen  treuen    Knecht    absendet.   Bruno  von    Rappoltstein  ist  auch    dort  und   hat  sich 
Briefe  vom  König  von  Ungarn  und  König  Wenzel  an  den  König  von  Frankreich  und  den 
Herzog  von  Burgund  ausgewirkt,  damit  diese  den  Herzog  von  Oesterreich  veranlassen  .  .  . 
das  er  sich  üwger  nit  annem  .  .  .  und  sag  nit  in  offem  rat,  das  ich  dir  habe  geschriben.   » 
geben  ze  Brag  an  dem    frietag  for  sant  Jergen  tag.    gib  dem  botten  5  guldin   rinsch 

Prag  [1393  April  23]. 
Str.  St.  A.  AA.   113  nr.  39.  or.  eh.  I.  cl. 


929.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  '  an  Strassburg  :  uns  hat  Hans  Reinbolt  von  Win- 
deck unser  diener  fürbraht  und  zu  wissen  getan,  wie  daz  ir  in  zu  den  ziten,  als  unser  so 
herre  der  kunig,  wir  und  ouch  ander  forsten  und  herren  krieg  mit  üch  hetdent,  vast 
schadigten  zu  Schopffheim  in  sinem  dorff  mit  brande  und  mit  name  in  den  dingen,  daz 
er  dez  kriegs  nit  waz  noch  uvver  sorgt  und  under  sinen  jaren  und  unser  diener  dennoch 
nit  waz,  darumb  er  ouch  dick  und  vil  zu  üch  zu  tagen  geritten  ist  und  ir  und  er 
ouch  von  der  sache  wegen  eyns  gemeynen  zürn  rehten  überkomen  sind,  dez  er  nit  tun  35 


1  Am  13  Mai  antwortet  derselbe  auf  ein  inzwischen  ergangenes  Straßburger  Schreiben:  Hans  Bein  - 
hold  sei  bereit,  am  25  Mai  zu  Offenburg  einen  Tag  zu  leisten,  den   er  (der   Markgraf)  auch   beschicken 

jfiif/i.i        1 1 . .' .  /        A  A        Q  I        ....       nl« 


werde .  —  Ibid.  AA    84.  or.  ch 


1395  55t 

wil,  als  er  spricht,  und  itf  daz  so  habend  ir  solich  gülte,  als  er  jars  in  uwer  statt 
iiwern  bürgern  git,  die  in  dem  selben  krieg  gevieln  ouch  uf  enthalten  bizher  uf  eyn 
besehen,  ob  ir  do  zu  mal  reht  zu  im  band  gehabt  oder  nit,  als  er  uns  daz  gesagt 
hat   .  .  .  er  bittet   nun  auf  einen  Tag   zu    Reinbolt   zu  reiten    und  eines  andern  ge- 

6  meinen  Manns  zu  überkommen.  Er  will  auch  die  Seinen  dahin  schicken,  einen 
gütlichen  Ausgleich  zu  versuchen  ;  kommt  er  nicht  zu  stände,  so  soll  sich  Reinbolt 
.  .  .  mit  reht  von  ihnen  benügen,  also  daz  ir  ouch  mit  den  iiwern  bestellend,  daz 
die  selben  gülte  und  zinse  fürbazzer  ufenthalten  werde  in  der  masz,  als  ir  ez  vor 
bestellet    band  biz  uf  die  zit,    daz  die  sach  uszgetragen  wirt.         geben  zu  Baden  an 

i"  saut   Marx  tag  95.  Iia<len  1305  April  25. 

Str.  St.  A   AA.  84  nr.  48.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d    Markgr.  v.  B.  nr.  1625.  nr.  1626. 


930.   Straßburg  und  eine  Anzahl  elsässischcr  Herren  treffen  auf  Grund  der  ab- 
geschlossenen Friedensverträge  ein  Abkommen  über  die  Regelung  aller  noch  schweben- 
i5  den  Schuldsachen  aus  der  Zeil  des  Krieges.  strassburg  1305  April  25. 

Wir  Ortelin  Mansze  der  meister  und  der  rat  und  die  bürgere  gemeinliche  der 
stette  zu  Straszburg  eine  site  und  wir  Friderich  von  Hadestat  hern  Eppen  seligen 
sun,  Friderich  von  Hadestat  Cuntzen  seligen  sun,  rittere,  gevettere,  Lütelman  von 
Rolzcnhusen  ritter,  Jeratheus  von  Rotzenhusen,  gevettere,  Swartz  Rudolf  von  Andela 

an  ritter,  Jerge  von  Andela,  gevettere,  Burekart  von  Landesberg  vitztüm  mins  gnedigen 
herren  des  byschofes  von  Straszburg,  Hanneman  von  Landesberg  rittere,  gevettere, 
Rudolf  von  Hobenstein  wilent  vitztüm,  Friderich  von  Hohenstein  rittere,  gevettere, 
Albreht  Beger  ritter,  Wilhelm  Beger,  gevettere,  Johans  von  Wasselnheim  ritter  der 
junger  und  Dietherich  von  Wasselnheim,  gevettere,  von  unsern  und  der  andern  unser 

äs  fründe  und  geslehts  wegen,  die  unsere  woffen  sint  und  unser  woffen  fürent,  ander 
site,  verjehent  und  kündent  mengelichem  mit  diseme  briefe:  also  sich  vergangen  hant 
cttevvas  kriege  und  missehellunge  zwüschent  ettelichen  fürsten,  herren,  uns  und  der 
stat  von  Strazburg,  die  selben  kriege  gentzlich  gerihtet  und  geslihtet  sint  nach  der 
briefe  lute  und  sage,  die  dar  über  gemäht  sint,  und  die  wir  ouch  beder  site  bitzeher 

3«  gehalten  habent  und  vürbasser  halten  und  haben  söllent  und  wellent  umbe  das,  das 
denne  wir  bedersite  hinnan  fürder  miteinander  dester  luterer  sient  und  gegensehende 
liebe  früntschaft  und  gantze  truwe  zii  sammene  habent.  dar  umbe  sint  wir  überkommen 
der  hie  nach  geschriebener  stücke : 

Zürn  ersten,  was  schulden  wir  die  vorgenanten  geslehte  unser  jegelicher  besunder 

0  schuldig  sint  der  stetde  von  Straszburg  burgern  oder  den  iren,  wie  die  genant  sint, 
die  süllent   wir  bezalen  bitze  sante  Martinstag,  der  nehest  kommet,  sint  aber  soliehe  Notbr.  H. 
schulde  über  zwentzig  pfunt  und  sint  die  nit  wol  versichert,  die  süllent  wir  bas  ver- 
siebern one  geverde.   was  versessener   zinse  oder  gülte  wir  ouch   der  von  Strasburg 
burgern   bitze    uffe  dise  zit  schuldig    sint  zu  gebende,    die  süllent  wir   in  bezalen  in 

*»  dise  wise,  das  ist  also:  wir  söllent  einen  verseszenen  zinsz  ynen  geben  uffe  den 
liebsten  dag  und  zil,  also  wir  in  den  nchesten  zinsz,  den  wir  in  geben  söllent,  vallende 

VI.  70 


552  1395 

würt  mit  demselben  zinse,  der  in  vellet,  und  darnach  alle  jar  einen  versessenen  zinsz 
mit  dem  vallenden  zinse  bitze  die  bürgere  vorgenant  ire  versessenen  zinse  gentzliehe 
bezalt  werdent  one  geverde.  was  zinse  oder  gülte  wir  aber  den  burgern  von  Slrasz- 
burg  verseszen  hant  zu  gebende  in  unsers  herren  des  romischen  küniges  kriege,  umbe 
das,  das  wir  danne  ein  ander  dar  umbe  ungerehtvertiget  lossent  noch  der  rihtunge  5 
briefes  sage,  so  söllent  wir  die  vorgenanten  geslehte  unser  iegelicher,  der  soliche 
versessen  zinse  oder  gülte  schuldig  ist  den  burgern  von  Straszburg,  den  selben  zinsz 
halber  geben  uffe  die  zile  und  in  die  wise,  alse  von  der  andern  versessener  zinse 
wegen,  do  vor  geschriben  stat.  wer  aber,  das  unser  deheinre  der  versessen  zinse,  die 
in  dem  kriege  vielent,  getrenget  were  zu  gebende,  das  wir  sie  geben  mustent,  die  10 
zinse  süllent  uns  die  bürgere  von  Strasburg  halber  an  andern  unsern  zinsen  lossen 
abe  gan  one  geverde.  es  ist  ouch  zwüschent  uns  beden  parten  beretd:  welre  unser 
der  vorgenanten  geslehte  lüte  oder  undersosze  zinse  oder  gülte  den  burgern  von 
Strasburg  in  unsers  herren  des  küniges  krieg  verfiel  zii  gebende  und  der  do  sprechet, 
das  er  soliche  zinse  oder  gülte  uns  oder  den  unsern  gegeben  habe,  swerent  danne  « 
der  oder  die  zii  den  heiligen,  die  soliche  zinse  oder  gülte  schuldig  worent,  das  sie  die 
zinse  oder  gülte  uns  oder  den  unsern  in  dem  kriege  bar  gegeben  habent,  noch  dem 
tage,  also  die  zinse  oder  gülte  verfielent,  und  vor  dem  tage,  also  die  rihtigunge  zii 
ging,  und  sprechent  denne  das  dar  zu  mir  by  den  eyden,  so  wir  unsern  herren  getan 
habent  in  unsern  brieten,  oder  swerent,  das  unser  ambahtlüte,  die  soliche  zinse  oder  20 
gülte  genommen  hant,  so  söllent  sie  der  zinse  ledig  sin.  hettent  sie  aber  minre  gegeben 
vür  die  zinse  oder  gülte,  wenne  der  zinse  oder  gülte  worent,  was  sie  denne  minre 
gegeben  hant,  das  das  sie  denne  nit  gegeben  hant,  das  süllent  sü  noch  den  burgern 
von  Straszburg  geben  und  bezalen.  wer  ouch,  das  deheinre  der  unsern  oder  unser 
undersossen  wine  gespenet  oder  andere  pfände,  wie  die  genant  werent,  vür  soliche  & 
zinse  oder  gülte  gegeben  hettent,  die  nach  der  rahtunge  vorhanden  bliben  werent, 
es  were  in  oder  uns  in  der  mossen,  das  wir  sie  nit  vürbasser  vergeben  hettent  oder 
von  handen  abe  kummen  werent,  das  sol  die  unsern  oder  unser  undersossen  nit 
schirmen,  wenne  sie  söllent  soliche  zinse  oder  gülte  geben  und  bezalen  und  süllent 
ouch  wir  die  vorgenanten  geslehte  und  unser  ieglicher  besunder  sie  sollich  halten,  3« 
das  sie  solliche  zinse  gebent  und  bezalent  alles  ungeverliche.  und  wände  wir  die 
vorgenanten  meister  rote  und  bürgere  von  Straszburg  und  ouch  wir  die  vorgenanten 
geslehte  ein  gilt  getruwen  und  gantze  früntschaft  mitteinander  haben  söllent  und 
wellent,  so  habent  wir  die  selben  geslehte  uns  gegen  denselben  meister  rate  und 
burgern  versprochen :  wer  es  das  yeman  inen  widerseite  oder  wider  si  dete,  wer  der  3ä 
were,  das  wir  noch  die  unsern  dem  oder  den  wider  die  stat  oder  ire  bürgere  nit 
helffen  roten  noch  by  gestendig  sin  söllent  noch  enwellent  noch  in  unsern  slossen, 
stetten  oder  vestin  wider  sie  enthalten  in  deheinen  weg  one  alle  geverde.  und  sol  das 
weren  von  hinnan  bitze  sante  Martinstag  der  nehest  kommet  und  von  demme  sante 
Novbr.it.  Martinstag  über  ein  jar,  uszgenommen  were,  obe  die  egenanten  meister  und  rat  de- 
heinen von  unsern  gesellescheften  von  den  Martinsvogeln  kriegen  woltent  wider  reht, 
dem  möhtent  wir  beholffen  sin  zii  sime  rehten  noch  unsrer  geselleschaft  briefes  sage, 
das  get  aber  nit  an  zinse,  schulde  oder  gülte,  die  süllent  wir  den  von  Strasburg  be- 


«»« 


1395  553 

Baien  noch  du  briefe«  und  irre  briefe  lute  und  sage  und  Bullen)  darzQ  einander  nit 
beholffen  sin,  wenne  onch  die  äberkummen  den  bürgern  von  Strasburg  an  allen  Lren 
briefen  unschedeüch  so)  sin  und  keinen  schaden  bringen  alles  ungeverliche.  wer  ouch, 
das  yeniaii,  wer  der  were,  in  dis  lant  Kilsasz  ziehen  wolle  oder  züge,  dar  urnbe  süllent 

;>  wir  zu  sammene  rilen  und  uns  do  von  underreden,  was  uns  beden  siten  dar  zii 
nütze  gut  oder  gcfüglich  zii  tünde  sy.  und  was  wir  danne  dar  umbe  mitteinander 
überkommen!,  das  süllent  wir  tön  und  voilefüren  one  geverde.  alle  vorgeschoben 
dinge  gelobent  wir  die  vorgenanten  rittere  und  knehte  von  unsern  und  der  andern 
unser  fründe  und  gesiebte  wegen,    die  unsere  woffen    sint  und    unser  woffen   furent, 

i«  siele  vesic  unvcrbröchenliche  zii  haltende  und  zii  vollefiirende.  wer  aber,  das  deheinre 
der  unsern  dis  verbreche  oder  dehein  stücke  nit  hielte,  das  an  disem  briefe  ver- 
schriben  stat,  den  sol  diser  Übertrag  nit  schirmen  noch  ime  zii  heitre  kommen,  und 
dem  BÖllent  ouch  wir  die  andern  weder  beroten  noch  beholffen  sin  noch  ime  zulegen 
in  deheinen  weg  one  aller  slahte  geverde.  und  des  zu  eime  woren   Urkunde  so  banl 

iö  wir  die  obgenanten  meister  und  rat  unsere  stetde  ingesigel  und  wir  die  obgenanten 
rittere  und  knehte  von  unsern  und  aller  andere  unsere  fründe  und  geslehte  wegen, 
die  unser  woffen  furent,  sie  und  uns  zu  besagende  unsere  ingesigele  an  disen  brief 
gehencket.  der  geben  wart  zu  Strazburg  ufife  sante  Marckes  tage  des  heiligen  evan- 
gelislen   des  jores,   do  man   zalte  von   gottes  gebürte    drützehcnhundert  jare   nüutzig 

m  und  find'  jare.  unde  sint  diser  briefe  zwene  glich,  einer  by  der  stat  von  Straszburg 
und  der  ander  by  den  obegenanten  gesiebten  die  ouch  by  in  blybent. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  45/46  nr.  78  u.  79.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  15  sig.  An  nr.  78  ist  ab- 
gefallen :  das  Siegel  Burekart  von  Landesperg 's,  stark  verletzt  das  Siegel  Friedrichs  von 
Hadslat.  Das  Siegel  Jergs  von  Aiidela  und  Strasburgs  fehlt.  —  An  nr.  70  hängen 
25  14  gute  Siegel,  abgefallen  ist  das  Friedrichs  von  Hadstat. 

Ebenda  A.  G.  U.  P.  lad.  48/4'J.  cop.  chart.  coaev. 

931.  Hermann  Ebner  an  den  Ammanmeister  Claus  Bernau  in  Slraßburg.-  be- 
richtet über  die  Gefangennahme  der  Straßburger  Gesandten  durch  die  Herren  von 
Schwanberg.  Nürnberg  13U5  Mai  2. 

io  Mein  willigen  untertenigen  dinst  und  alles  gut.  wen  ir  wissent  über  her  amma- 

maiater,  daz  her  Hainrieh  von  Miillhaini  und  her  Hans  Pokk  und  her  Endres    Meilnian 
mit   allen    iren  diner   auff  gehalten    sind  worden  an  dem  eritage  gen  halb  Tachow  2  Apmn. 
meil  wegs.  und   daz  haben   getan   die  von  Swanberk  und  haben  sie  gefürt   mit  allen 
sachen,  alz  sie  aiiff  dem  feld  waren,  aiilT  die  vesten  gen  Swanberk  und  haben  gehebt 

H  '22  pfert.  an  dem  nehsten  tag  darnach  gaben  sie  den  dinern  urlaub,  dann  der  Hinkell 
und  Fridrich,  die  zwin  sind  pey  den  hern  beliben,  so  ist  Alartein  und  Golt  wider 
hinder  sich  geloffen  gen  Prag,  so  sind  die  zwin  Kolmar  zu  herzog  Klein  geloffen, 
auch  wissent,  daz  sie  dez  ersten  tags  sprochen  :  sie  betten  sie  dorumb  gevangen 
Mint)  den  dinst,  den  sie  tinderm  hern  künk  tun  beten,  do  woll  man  in  niht  solt  geben. 

40  nü  sprechen  sie,  sie  wollen  ie  gut  von  in  haben,  also  waiz  noch  niemant  niht,  waa 
ir  mainung  ist  oder  von  wem  ez  dar  gett.  die  andern  diner  sind  herkumen,  die  wem 
sich   haiin  inaeben,  so  sie  schirsi   niügenl.   über  her.  loll   euch  Kleskcin  enpfolhen  sein 


554  139& 

und  tut  im  gutlich,  wann  er  willig  ist  zu  eurem  dinst,  wenn  ich  in  zu  ewr  weissait 
sent.         geben  zu  Nurenberk  am  süntag  vor  dez  heiligen  kreutztag 

Herman  Ebner 
der  eltir. 
Str.  St.  A.  AA.  113.  m\  5.  or   eh.  I   cl.  I 


932.  Herman    Ebner   an  Straßburg .-   berichtet,  daß  die  Straßburger  Gesandt- 
schaft überfallen  ist  und  auf  Schloß  Swanberg  in  Böhmen    gefangen  gehalten  wird. 

Nürnberg  1308  Mai  2. 

Mein  willigen  untertenigen  dinst   wizzt   allzeit  vor.  über  her  purgermaister.    ich 

lozz  euch  wissen,   daz   die  von  Swanberk   zu  Pehaim   aufgehalten   haben  mein  herh  io 

von  Strozspurk  und  all  ir  diner   und  haben  sie  gefurt   gen  Swanberk  auff  daz  haus 

und  mainen  gelt  von  in  zu  haben  und  haben  den  knehten  allen    urlaub  geben  dann 

Rinkell  und  Friedreich,  die  zwin   knech(t)  haben  sie  pey  in   aufT  den  vesten  behabt. 

ApHi  27.  und  daz  geschach  am  zinstag  zu  mittemtag  zwei  meil  weges  enhalb  Tachow  und  von 

gotz  genaden,  daz  den  hern  und  den  knehten  nihtz  geschehen  ist  an  irem  leib,  auch   15 

sagt  man,  daz  sie  mutten  von  in  sechzik  taüsent  gülden,  auch  sind  die  andern  diner 

her  kumen  dan  Martein  und  Golt,  sind  wider  hinder  sich  gen  Prag  zu  herzog  StefTan 

und  wil  im  daz  klagen,  auch  über  her  purgermaister,  sie  haben  sich  der  herrn  insigel 

undervunden,  die  sie  pey  in  hetten,  ob  imant  mit  priffen,  die  mit  iren  insigeln  weren, 

zu  euch  hin  haim  körnen,  do  schol  man  sich  nit  an  keren,  wann  sie  irr  insigel  niht  n 

geweitig    sind,    daz   haben    sie   iren    diner   muntlich  enpfollen,   daz  man   sich  dor  an 

niht  ker,  daz  mugt  ir  iren  freuntten  wol  zu  wissen  tun.         geben  zu  Nurenberk  am 

suntag  vor  crucis.  Herman  Ebner 

der  eltyr. 
Str.  St.  A.  AA.  113.  or.  eh.  I.  cl.  85 

Gedr.  Spach,  Bruno  de  Bibeaupicrre  nr.  9. 
Beg.  B.  B.  A   S.  412  Anm.  1. 


933.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg :  führt 
Beschwerde  über  Strassburger  Kriegsknechte  ...  als  ir  uns  geschrieben  hand  von 
der  knehte  wegen,  die  inn  unserm  lande  getan  sind  worden  und  die  sich  gen  Baden  30 
geantwurtet  habend,  und  bittend  uns  die  ledig  zu  lassen  oder  yne  aber  zyel  zu  geben 
etc.  lassen  wir  uch  wissen,  das  dieselben  knehte  durch  unser  land  herab  geritden 
sind  und  auch  widder  da  durch,  und  habend  unsern  amptlüten  zu  herkennen  geben, 
sie  sien  von  Spire.  darnach  habend  sie  ire  rede  geändert  und  sprächen,  sie  woltend 
uwere  kaufflute  von  Franckfurd  holen,  so  habend  sie  dann  geretd,  sie  wollend  gen  35 
Heydelberg.  und  als  sie  nu  kämend  gen  Staffurd,  da  vorderten  sie,  man  solte  sie  durch 
lassen,  daz  aber  die  unsern  daselbs  tun  woltend,  dann  wir  da  selbs  empfolhen  haben, 
nyeman  dadurch  zu  lassen,  und  geet  auch  kein  strasze  dafür,  und  also  habend  sie 
unserm  amptman  zu  Staffurde   geflucht  und  den    übel   gescholten,   die  selben    uwere 


1395  555 

kneble,  auch  andere  die  uwern  sind  auch  vormals/,  gen  Stolhoren  an  die  Rygete 
kommen  und  haben  gefordert,  sie  durch  zu  lassen,  dann  vre  herren  riitten  ine  nach. 
daz  habend  unsere  ampllüte  getan,  aber  ync  kam  nyemands  nach,  mit  sollichen  Worten 

kamend  sie  inn  unser  land  und  riittend  dann  irerabentüre  nach,  auch  so  habend  die 
i  awern  in  unserm  lande  bei  Bühel  gehalten,  nu  wissend  ir  wol,  das  wir  von  gottefl 
gnaden  unser  land  biszher  also  gehalten  haben,  daz  die  uwern  und  sust  menglieh  da 
inn  frieden  und  guten  schirm  gehabt  han,  und  hoffen,  daz  mit  gottes  hilft"  fürbasser 
also  zu  haltende,  darumb  so  mögend  ir  wol  versteen,  das  wir  billich  nit  gern  habend 
uns  semliche  inbrüche  dar  inn  zu  (und.  doch  dem  sii,  wie,  es  wolle,  so  wollen  wir 
'<>  dieselben  knehte,  die  da  uwere  dienere  und  knehte  sind,  ledig  lassen  ufi"  ein  Blehte 
alte  urfede  ungeverlich.  und  wir  bitten  uch  fruntlich  mit  uwern  dienern  und  den 
uwern  zu  bestellen  uns  seniliehs,  als  vorbegriffen  ist,  zu  überheben,  dann  wir  yemens 
aneziid  gern  teten,  was  wir  wüsten,  das  vch  fruntlich  und  lieb  were.  geben  zu 
Baden  uf  den  donrstag  nach  dem  sontag  .lubilate.  Baden  1305  Mai  6. 

U  Str.  St.  A.  AA.  104  u.  81.  lit.  eh.  cl. 


!i:Jl.  Dietrich  von  der  Witenmülen  an  Sirassburg:  hat  auf  der  Heise  nach  Prag 
von  dem  Ueberfall  ihrer  Gesandten  erfahren  und  bietet  seine  Hülfe  und  Vermittlung 
an,  für  die  er  dann  nähere  Instruktion  erwartet.  geben  zu  Dinkelsnuhel  uffinittc- 
wuche  noch  des  heiligen  erüczes  dag  zu  Meygen.  JDinkeltibüM  1305  [Mai  G.) 

Str.  St.  Ä.  AÄ.  113.  nr.  36.  or.  eh.  I.  cl. 


935.  Die  Stadt  Straßburg  an  König  Wenzel:  Klagt  über  die  Vergewaltigung  ihrer 
Gesandten  durch  die  Herrn  von  Schwanberg.  [1305  Mai  2.-5.] 

Dem  allerdurchlühtigisten  hoherbornsten  fürsten  und  herren,  herren  Wenceslaus 
römschem    künige  zu  allen    ziten  merer  des  riches  und    künige  zu  Heheim   embieten 

w  wir  Orlelin  Mansze  der  meister  und  der  rat  von  Straszburg  unsern  undertenigen 
willigen  dienst  und  was  wir  da  eren  ued  gutes  vermügent.  gnediger  herre.  alse  wir 
üeh  nehest  schribentund  gnedekliche  batent  unser  erber  hotten  zu  uwern  gnoden  [so] 
schicken  uns  zu  verantwurtende  des,  daz  wir  vor  uwern  gnoden  geschuldiget  weren, 
das  ir  gnedekliche  und  miltekliche  mit  uwere  gnoden  briefe  doten.  also  wir  nfl  unser 

3«  holten  zu  uwerme  wesende  geschicket  hettent,  und  die  von  dannan  mit  uwere  gnoden 
urlop  schiedent  und  kemenl  zwüschent  Claduin  und  Tachow  in  uwerme  lande,  so 
sint  die  herren  von  Swaneberg  sie  anekommen  und  hant  sie  gefangen  und  ire  habe 
genummen  und  uff  die  Testin  Swanberg  gefurt,  alz  uns  geseit  ist.  darumbe  so  bitten! 
wir  uwere    gnode    dienstliche  und    mit  allem  Hisse,    das  ir    uwer    sclnnbernde   gnode 

x<  miltekliche  dar  zu  keren  wellent,  daz  die  vorgenanten  unser  erber  hotten  lidig  und 
los/,  werden!  geseit  und  ynen  widerkert  (werde)  .  .  .  das  solient  und  wellent  wir  billieb 
und   willeklieb    uinbe    uwere    gnode    8U   wider    dienende  haben,    wenne  wissen!    UWer 


556  1395 

gnode,  daz  wir  unser  erber  botten  gerne  darumbe  zi'i  uwern  gnoden    gcsant  hettent, 
so  wissent  wir  sie  nit  sicher  zu  uwern  gnoden  zii  bringende  \Schlttss  fehU\. 

Str.   St.  A.  AA.  1 13  nr.  42  b.  e0nc.  eh. 

Ebenda  1  Brief  gleichen  Inhalts  von  den  Pfalzgrafen  Stephan1 


936-  Stislaw  von  der  Witenmüle2  an  seinen  Schwager  Borsiwoy  von  Swinar:  s 
bittet  ihn  dafür  zu  sorgen,  dass  die  Strassburger  Gesandten,  welche  trotz  ihres  könig- 
lichen Geleitsbriefes  auf  ihrer  Rückreise  vom  König  von  den  Herren  von  Schwanberg 
überfallen  und  gefangen  genommen  sind,3  freigelassen  und  entschädigt  werden  .  .  . 
wenne  wirt  darzü  nit  ernestliche  geton,  so  besorge  ich.  daz  fursten  berren  und  ander 
stette  nit  also  guten  willen  me  hettent,  unserm  berren  den  kunig  zii  suchende,  und  in  » 
vaste  Unwillen  brehte.  [1305  nach  Mai  5.] 

Str.  St.  A.  AA.  112    cop.  eh.  coaev. 


937.  Die  in  Brügge  tagenden  Vertreter  der  Kaufleute  des  Reiches  an  Straß- 
burg:  verwenden  sich  für  die  Freilassung  eines  von  Ludwig  von  Lichtenberg  gefan- 
genen Pilgrims.  Brügge  1305  Mai  10.   u 

Vrentlike  grute  unde  unsen  willighen  deynst  to  voren.  ghy  herren  unde  leven 
vrende.  wii  hebben  vernomen,  wo  dat  joncher  Lodewich  von  Lichtenberghe  ghevanghen 
lieft  eynen  armen  schipman  ut  ostlant,  gheheten  langhe  Claus,  dar  he  quam  den  Run 
neder  ghevaren  van  sunte,  enwolde  also  eyn  pelgrim.  unde  secht,  dat  he  ut  Rrahant 
of  ut  Enghelant  is.  dat  ghy  heren  in  der  wareit  also  nicht  en  zullen  vinden,  also  uns  h 
wol  kündich  und  witlit  ghemaket  is,  dat  he  ut  ostlande  is  unde  corteliken  ut  Prussen 
ghecomen  is,  so  dat  he  van  nodes  weghen,  wand  er  zee  sine  bedevart  hadde  ghelovet. 
hir  umme,  leven  heren,  wii  bidden  unde  versüken  uiwre  grote  wisheit  und  bescheidenheil . 
dat  ghy  dorch  god  unde  rechtes  willen  scriven  willen  uwre  breve  ghonstliken  an  den 


1    Unter  diesem  letzten  Concept  steht  die  Notiz,  daß  gleiche  Briefe  zu  schicken  seien  an  :  Herzog  Jo-   <>:, 
harnt,  den  Erzbischof  von  Magdeburg,  den  Bischof  von  Bamberg,  Flackenecke  von  der  Witenmüle,  Bor- 
ziboy,  die  Stadt  Prag,  den  Hofmeister  zu.  Buben,  die  von  Nürnberg,  und  Herzog  Ludwig  Herzog  Stephans 
Sohn. 

*  Die  Gefangennahme  geschah  am  27.  April,  wie  Hermann  Ebner  am  2.  Mai  sehreibt,  vgl.  oben 
nr.  332.  3« 

3  1.  Derselbe  an  seinen  Vetter  Flachenecke  von  der  Witenmüle.-  «6er  denselben  Vorfall:  an  dem  her 
usse  ritende  hant  sie  die  von  Swanenberg  gefangen  in  dem  lande  zu  Beheim,  dovon  vil  rede  am  Rine 
und  in  dutschen  landen  ist,  und  mengelich  umbillich  het.  darumbe  so  helffent  und  rotent  an  unsern 
herren  den  kunig  und  alle  sine  rete    —  Str.  St.  A.  AA.  112.  cop    eh.  coaev. 

2.  Styslav  von  der  Witenmülen   an  Dietherich :    sendet   zur    weiteren    Betreibung  der  Angelegenheit    35 
eine  Abschrift  des  königl.    Geleitsbrief  der  Straßburger  Boten,  welche  gefangen   wurden  .  .   .  by   zweien 
milen  weges    by  Tachow    zwüschen    Tachowe   Gladrune,  dovon  man  vil  redet  in  dütschen  landen  .  .  . 
dartum  die  dominica  proxima  ante  diem  sete  Sophie  [JMS  Mai  9.\ 

3.  Derselbe  an  denselben :    Die  Stadt  Straßburg   hat   sich  sofort  auf  die  Kunde  von  dem  Ueberfali 
um  Rat  und  Hülfe  an  ihn  gewandt,  worauf  er  zu  einem  Brief  an  den  König  geraten.     Dessen  Abschrift    w 
und  die  seines  eigenen  Briefes   an  den  König  teilt  er  mit,  um  ihm   die  Entscheidung  zu  überlassen,  ob 
die  Briefe  dem  König  zuzustellen  oder  besser  zurückzuhalten  seien. 


1395  557 

vorghenomden  joncher  Lodewich,  dal  desse  arme  pelgrim  moghe  quiit  ghelaten  werden 
unde  sine  have  wedder  cryghen,  aa  dal  he  np  iuwer  strate  trade  ströme  gherangben 
ra,  aUte  wii  vernomen  hebben.  unde  want  he  ok  in  neyner  .siede  wonacbtich  ia  won 
in  ostlanl  unde  bider  zee  sine  Deringhe  to  Bukene  pieghet.  hir  to,  leyven  heren,  will 
i  so  vele  donde  zun  dor  unser  bede  willen  unde  ok  der  stad  van  Brucghe.  de  in  deSfl 
ghelike  onel  ein  scriven,  also  wii  n i >  in  berren  wol  betrowen,  dat  willen  wii  gherne 
vordenen  in  gheliken  iaken  ofte  in  meren,  wor  wii  moghen.  unde  hir  von  bidden  wii 
inwre  gude  anlwordc  bi  dessen  ieghenwordighen  boden.  unse  here,  god  inote  in 
bewaren  in  langhen  selighen  levene  unde  ghebedel  to  uns  wert  ghescreven  ander 
'"   nnsen  ingliezeghelen  up  den  X,en  dach  in  meye  anno  XCV. 

Bi  den  alderlnden  und  dem  ghemeynen  copman  van  den  romeschen  riike 
nu  to  Hrüghe  in  Vlandern  wesende. 

[In  versa]  Honorabilibus  ac  circumspectis  viris  doininis  proeonsulibus  et  eonsu- 
libus  Straceborch,  nostria  sinceris  amicis  littera  presentetur. 

'•  Str.  St.  A.  AA.  2009.   or.  eh.  I.  rl   c.  3   sig.  parv.  et    1  sig.   magno,  i.  v.  impr.  omnibus 

deletis. 

938.  Bürgermeister,  Schöffen  und  Rat  von  Nymicegen  bitten  Straßburg  »als 
B esch  i  r  m  er  des  Rh  e  in  s  tro  ms  » ,  die  Freilassung  ihres  zu  Lichtenau  gefangen 
gehauenen  Bürgers  zu  erwirken.  1896  Mai  i:t. 

m  Gerweerdighe  heren  ende  lieve  ghemynde  vriende.  u  ghenuge  te  welen,  dat  een 

klerck  ende  een  gbeestelic  man,  die  van  allen  sinen  aldern  uyt  onser  stat  gheboren 
is  ende  onse  burger,  up  len  stroem  van  den  Rijn  ghevanghen  is  ende  to  Lyohtenonwen 
upghevüert  is.  ende  went  ghij  alle  weghe  gheweest  sijt  besch  inner  des  stroems 
van    den  Rijn,    soe  bidden  wij  u  dienstelik,  dat  ghij  daer  toe  helpen   ende  raden 

m  wolt,  dat  die  voergenanten  klerck,  die  geheiten  is  her  Gadert  Veüoeper,  onse  burger, 
van  diere  ghevencknisse  quijt  werden  miieht  ende  hem  sijn  haeve,  die  hem  ghenomen 
is,  weder  gegheven  würde,  ende  wii  v  alsoe  Iruwelic  in  desen  zaeken  bewijsen,  als 
wij  geerne  om  uwen  willen  deden,  daer  ghijs  begerende  weert.  onse  here  got  bewaer 
v  altijt.         gescreven  onder  onsen  segel  XIII  die  mensis  maji  in  anno  96. 

Uurgermeistere,  seepene 
ende  rat  der  stat  van  Nymeghen. 

Str.  St.  A.  AA.  2027.  or.  eh.  I.  cl. 

!):}!).  Markgraf  Bernhard  an  Strassburg:  antwortet  dass  sein  Diener  Hans  Reinbold 

n   von  Windeck    gesagt  habe:    er  wöll   also  gern    zu  einen    tag  gen   Offenburg   zu.    neb 

komen.    und    also    bescheiden   wir    nch  einen    tag  von    sinen  wegen  dar  von    zinstag     D 

nehst     körnend     über    aht    tage  .  .  .    wollend     ir    den     tag    also    leisten    und     uf- 

nemen,  daz  lassend  uns  wissen,  so  wollen  wir  ez  Hans  Ueinbolten  ouch  embietten  .  .  . 

daluin  Baden  feria  quinta  ante  doininicum  vocem  joeunditatis.  Baden  13VZ  Mai  13. 

4Ü  Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Heg   d.  Markgr.  v.  Beul  nr.  1626. 


558  1395 

940.  Oertelin  Mansse  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Martin  von 
<!er  Wytenmülen  :  bitten  ihn  nach  Kräften  für  die  Freilassung  der  Strassburger  Ge- 
sandten zu  wirken,  .  .  .  alse  diu  vatter  dir  daz  allez  verschriben  bot.  datum  feria 
tertia  post  diem  beate  Sophie  anno  1395.  1395  Mai  18. 

Str.  St.  A.  AA.  113   nr.   18.  or.  mb.  I.  cl. 


941.  Oertelin  Mansse  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Pfalzgraf 
Ludwig:  berichten  über  die  Gefangennahme  ihrer  Gesandten  bei  Cladrun  in  Böhmen 
und  bitten  um  seine  Verwendung  beim  König.  datum  feria  3  proxima  post  diem 
sete  Sophie  anno  1395.  1395  Mai  18. 

Str.  St.  A.  AA.   112.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig.  i.  v  impr. 


942-  Bernhard  Markgraf  zu  Baden  an  Strassburg  betreffend  den  Zoll  und  den 
Streit  mit  dem  «gleissenden  Wolf»  ...  als  ir  uns  von  unser  zolle  wegen  verschriben 
hant,  daz  han  wir  wol  verstanden,  her  umb  laszen  wir  uch  wiszen,  daz  wir  nit  wiszen, 
wez  ander  fursten  und  herren  von  ir  zolle  wegen  uberkomen  sint,  und  wollen  gern 
dar  umb  erfarn  und  uch  eyn  entwurt  wiszen  laszen.  auch  als  ir  uns  verschrieben  15 
hant  von  dez  gliszenden  wolfs  wegen,  ist  uch  dar  umb  zu  synne  eyn  gütlichen 
tag  zu  leisten,  so  wollen  wir  mit  im  bestellen,  daz  er  eyn  frieden  mit  uch  halte  ab) 
Auyusn.  tage  nach  sant  Jacobstag  und  den  tag  über  ungeverlich  und  daz  der  gutlich  tag  da 
zwuschen  geleist  werde,  und  waz  uwers  willen  herumb  sy,  daz  lant  uns  verschrieben 
wider  wiszen.         datum  Baden  sabbato  ante  Udalrici  episcopi.  h 

Baden  [1395  Mai  22], 

Str.  St.  A.  AA.  103  nr.  89.  Ut.  eh.  et. 


943.  Martin  von  Sckiltikin  [Straßburger  Diener]  an  den  Rat  von  Straßburg  in 
Sachen  der  in  Böhmen  gefangenen  Straßburger.  Prag  [1395  Mai  25]. 

Minen  undertenigen  gewilligen  dienst  bereit  zu  allen  ziten.  lieben  gnedigen  herren.  » 
als  ir  uwern   hotten   habent   zii  mir  geschicket,    do  las  ich  uch  wissen,   das  ich  vor 
dem  künig  und  sinen  reten   bin  gewesen  von   minre  herren  wegen,  do  wissent,   daz 
der  künig  und  sine  rete    habent  ernstlichen   dar  zu  geton  und  habent   die  saehe  be- 
folhen  her  Borzeboy,    daz  der   ritet  von  des  künigs  wegen  und  minre   herren  wegen 
zu  den  von  Swanenberg   und  sol  die  sache   mit  in  ustragen,  daz  minre   herren  lidig  30 
werden  von  des  küniges  wegen,  ouch  sprichet  der  künig,  er  welle  sü  lidig  haben,  do 
wissent,  daz  mich  dozwüschent  nützet  anders  sumet  denne  der  krieg  zwüschent  dem 
künig  und  den  herren.  der  künig  lit  zu  Carlinstein  und  men  versieht  sich,  daz  er  nit 
komet  gen  Präge,  ouch  wissent,  daz  nieman  in  dis   lant  mag  komen    noch   hinmusz, 
doch  men  degedinget  festeclichen  zwüschent  deme  künige  und  den  herren.  wurde  daz   H 
gerihtet,  so  getruwet  ich,  daz  mine  herren  lidig  wurdent.  ouch  wissent,  das  herezoge 
Stephan  von   Peyer   noch   hie  ist   und  der  tut   früntlichen  zu  uwern  dingen,    wissen 


1395  r,.vt 

oucli,  daz  ir  haben)  einen  uuwen  lantvoget  zu  Eylsas,'   daz  ist  der  grafe  von  Oetingen, 

der  dfil  ouoh  gar  fruntlichon  zii  uwern  sachen.  oucli  wissent,  daz  die  von  Frankenfurt 

sigent    nider    gelegen  '    naeli  mineni    herren  und  habent  verlorn   18  hengest  und  als, 

daz   sü  by  in  betten t.    und  ist   gefangen    Adolf  Wisse    burgermeister  zi'i   P'rankenfurt 

»  und   Geylfart  Weyse   ein    edelkneht.  wissent   ouch,    daz  ich  hie  blibe    und  mane  die 

herren  von  minre  herren  sache  wegen  durch  das,  daz  ir  mit  vergessen  werde.         da- 

tum  Präge  feria  tertia  proxima  post  festum  ascensionis  domini. 

Uwer  diener  Martin  von 

Schiltikin. 
"'  Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  34.  or.  eh.  I.  cl. 


944.  Herman  Ebner  in  Nürnberg  an  Oertelin  Mansse  Meister  von  Strassburg : 
hat  noch  keinerlei  Nachricht  aus  Böhmen  über  die  gefangenen  Gesandten  erhalten, 
doch  hat  der  König  in  einer  Unterredung  mit  seinem  Vetter  Albrecht  Ebner  den 
Unfall  herzlich  bedauert  und  Borsiboy  zu  einer  jedoch  erfolglosen  Unterhandlung  mit 

••  den  von  Schwanberg  abgesandt.  Vielleicht  erfährt  ihr  Diener  Martin  heimlich  etwas 
über  diese  Verhandlung  .  .  .  wizzt  üben  hern,  daz  unser  her  der  künk  dem  von 
üettingen  graff  Fridreich  verüben  hot  die  lantvotey  zu  Elsossen,  so  ist  markgroff  Jobs 
von  Merhern  unsers  hern  küngs  gesworner  rot  worden  und  hot  im  daz  lant  zu  der 
Sweydnitz  verühen,  auch  ist  ez  noch  unferriht  zwischen  unserm  hern  kunig  und  den 

2«  lantzhern.  .  .  .  Ferner  soll  er  ihnen  auf  Wunsch  Swebleins  mitteilen,  dass  auf  die 
Gesandten  von  Frankfurt  und  der  rheinischen  Städte  Mainz,  Speier  und  Worms  ein 
grossartiger  Raubanfall  durch  Ritter  geplant  sei.  Die  Frankfurter,  diesseits  Pernaw 
von  Reuss  von  Ploben  mit  40  Spiessen  angefallen,  sind  bis  auf  zwei  entkommen,  der 
andere  Ueberfall,  für  den  Lösegelder  und  Gefängnisse  bereits  genau  festgesetzt  waren, 

«  ist  nicht  zur  Ausführung  gekommen,  weil  ...  ein  ritter  zu  der  samming  gepetten,  der 
kom  wol  mit  10  pferden,  der  sprach  er  wolt  niht  do  pey  sein,  im  betten  die  stet  geladen 
und  geschankt.  und  der  rait  dorvon,  also  traut  sich  der  hauff  ....  geben  zu  Nurem- 
berk  an  dem  heiligen  pfmgst  obent.  Nürnberg  [139S  Mai  29]. 

Str.  St.  A   AA.  113  nr.  21.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  Spach:  Bruno  de  R.  annexe  nr.  9. 
Erwähnt  D.  R.  A.  II  412  Anm.  1. 


945.  Wenczlaw  Kauffman,  Bürger  und  Wirt  zu  Tachau.  an  Strassburg:  berichtet 
über  die  gefangenen  städtischen  Gesandten  .  .  .  daz  si  ein  weil  in  den  türen  sint 
gelegen,  aber  si  sint  nü  ledig  dez  türenz  und  gend  auf  dem  haus  in  einen  gemach 
u  anz  und  ein,  und  man  hüt  ir  noch  gar  vast.  auch  sagt  man  unz,  daz  sich  wol  10 
herren  mit  unserm  herrn  dem  künig  verlieht  haben  der  besten,  und  die  andern  herren 
haben  einen  tag  mit  in  dez  nehsten  suntagz  nach  unsers  herrn  fronleichnamztag  .  .  .   J«>»  «• 


Dasselbe  meldet  Herman  Ebner  am  29  Mai  1396. 

Wohl  derselbe  Ueberfall,  von  dem  Ebner  am  29  Mai  berichtet. 


VI 


560  1395 

Den  entlassenen  Dienern  der  Gefangenen  hat  er  die  Zehrungskosten  geborgt  und  ist 
bereit,  nötigenfalls  auch  den  Herren  zu  ihrer  Rückkehr  1—200  Gulden  zu  leihen, 
welche  man  ihm  dann  mit  den  übrigen.  Auslagen  durch  seinen  Freund  in  Nürnberg 
zurückzahlen   könne.         geben  zu  Tachaw  dez  nehsten  freitag  nahtz  nach  pfingsten. 

Tachau  [1395  Juni  4].     5 
Str.  St.  A.  AA.  nr.  16.  or.  ch.  I.  cl. 

946.  Wolff  von  Wonenstein  genannt  der*  glissende  Wolff»  an  Strassburg:1  ich  losse 

üch  wissen,  als  ich  üch  vor  verschriben  lian  von  schaden  wegen,  der  mir  geschehen 

ist,    da   die   lowen   geselschaft  waz,    dar  umbe    ich  gerne   zu  gelegen    tagen    zu   üch 

geritten  were   und  mich  wol  an  eime  glichen   rehten  von  üch   benüget  het,  das  kan   10 

mir   nit  von    üch   gen.    und    dar   umbe  wil  ich   uwer  vient  sin  und  der  uwern  und 

möhte  mir   ein   pfant  von  üch  werden,   das  wolte   ich   nemmen    und  wolt   mich   des 

gein  üch  und  den  uwern  bewart  han  mit  disem  offem  brief.         geben  uf  den  mentag 

vor  unsers  herren  lichams  tag  in  deine  95  jore.  1395  Juni  7. 

Str.  St.  A.  AA.  8i  nr.  36.  or.  ch   lit.  cl.  u 

Reg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1639.  nr    1630. 

947.  Bürgermeister  und  Rat  von  Prag  an  Straßburg:  berichten  über  den  Ver- 
lauf einer  Gesandlschaft,  die  sie  auf  Ansuchen  Straßburgs  an  den  König  vegen 
Freilassung  der  in  Schwanberg  gefangenen  geschickt  haben.       Prag  [1395  Juni  4]. 

Unser  stete  freuntschafft  mit  aller  beheglichkeit  bevor,  weisen  besundern  freunde.  20 

ewern  brief,  den  ewer  freuntschaft  uns  gesant  hat,  denselben  haben  wir  volkumlichen 

und  gancz  vernumen,  in  dem  ir  begert  under  andern  sachen,  das  wir  umb  ewer  erber 

boten,    die  gefangen  sind  vom  Swanberg,  mit  dem  allerdurchleuchtigisten  fürsten  und 

herren   hern  Wenczlav    romischen    kunig   und   kunig   zu   Beheim    unserm   genedigen 

herren  reden  sölden,  das  er  gnedielichen  seyn  hülfe  darzu  kere,  das  ewer  boten  ledig  25 

würden    gelassen,    uff  das   lassen  wir   uwer  Weisheit  wider  wissen,   das  wir  zu  dem 

egenanten    unserm   genedigen    herrn    dem    kunig  unsern    erbern  boten  gesant  haben 

mitsampt  dem  ewern  brief,  das  er  umb  ewer  sache  ernstlichen  reden  sölde.  da  ward 

uns  eyn   antvvort  von   unserm  gnedigen  herren    dem  kunig  wider  bracht   in  sülcher- 

weise  sprechende,  das  ym  die  geschieht  zumal  getrewlich  leid  ist,  das  die  widerfaren  30 

ist,  und  er  welle  heffticlichen  darzu  tun,    das  ewer  boten  kürczlichen  ledig   gelassen 

werden,  solde  er  auch  darumb  grossen  schaden  nemen.  fürbas  merer  auch,  was  uns 

kuntlich   und  wissentlich  wirt  von  der  sachen  wegen,   was  wir  auch,   darezu  helfen, 

raten   und   dinen    süllen,    das  wellen   wir   ewer   erberkeit   alweg   unverdrossenlichen 

verschriben.         geben  zu  Prag  an  dem  nehsten  freitag  vor  dem  tag  der  heiligen  drei-  M 

veldigkeit.  Burgermeister  und  der  rat 

der  grossen  stat  zu  Präge. 
-Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  4.  or.  ch.  I.  cl. 


1  Am  16  Juni  [1395]  schreibt  Markgr.  Bernhard  an  die  Straßburger:  er  habe  ihren  Brief  nebst 
der  Abschrift  obiger  Absage  erhalten  und  den  Wunnensteiner  zu  sich  bestellt,  um  mit  ihm  zu  reden. 
[ibd.  AA.  8t    or.  eh.]  vgl.  oben  14  April  1395  das  Schreiben  Wolffs  an  Straßburg.  vgl.  unten  [3  Juli  95]. 


M 


1395  501 

!)4!t.  Heinrich  Kemmerer,  Hitler  Unit  kund,  dass  er  von  aller  Ansprache  lind  For- 
derung an  die  Strassburger  gerichtet  und  gesühnt  ist.  Er  gelobl  die  Richtung  zu 
hallen,  geben  uf  tinsers  herreu  fronelichams  tage  in  dem  jore  1385.     mur,  j,ini  10. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P    lad.  IMS  nr.  83,  or.  mb.  tit.  pat.  c.  sig.  pend. 

5  !)4!>.  Bernau   Ebner  in   Nürnberg  an  OerteUn   Mansse  in  Straseburg:  berichtet 

üher  einen  Fluchtplan  der  gefangenen  Slrassbu rger.  Hin  den  Herren  von  Schwanberg 
anterthäniger  sesshafter  Edelmann  «der  get  vil  aüff  das  baus  [Swanberk]  hat  .sieh 
erboten  die  Gefangenen  nachts  zu  befreien  und  durch  einen  Freund  bei  ihm  anfragen 
lassen,  was  Strassburg  dafür  zahle.  am  freilag  frw  3  or  aulf  den  tag  nach  unsers 
io   herrn  leichnamstag.  [1305  Juni  11]. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  32.  or.  eh.  I.  cl. 


!I50.  Martin  von  Schilteken  an  Strassburg:  erzählt  die  Gefangennahme  des  Mark- 
grafen .lobst  von  Mähren  auf  Karlstein  durch  den  König;  versichert,  dass  er  sich 
immer  in  der  Nähe  des  königlichen  Hofes  hallen  wolle,  ihm  aber  Niemand  weiter 
hehidllieh  und  dienstbereit  sei  als  Herzog  Stephan,  der  Canzler  Erzbischof  von  Magde- 
burg und  der  Graf  von  Oettingen.  datum  Präge  sabbato  proximo  post  festum  cor- 
poris Christi.  n-ag  [1305  Juni  12]. 

Str.  St.  A.  AA.  HD  nr.  41.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  B.  B.  A.  II  nr.  241. 


2o  951.  Die  Gesandten  Mülheim,  Bock  und  Heilmann  an  den  Rat  von  Straßburq: 

billeu  sie  durch  Zahlung  des  Lösegeldes  von  10  000  Gulden  aus  der  Gefangenschaft 

zu  befreien.  Sehwanberg  1395  Juni  14. 

Den  wisen    bescheiden    dem    meisler   und    dem    rat  zu   Strasburg   embieten    wir 

unsern  gewiligen  dienst,  lieben  heren.  also  wir  truwent,  daz  ir  wol  wissen),  wie  uns 

m  unser  herren  her  Hosko  und  her  Husla  von  Swanberg  gelangen  hant,  daz  haut  sä 
getan  der  umbe,  daz  in  unser  here  der  ki'mig  und  hertzoge  Hans  sin  brüder  schuldig 
sint,  des  su  briefe  von  in  hant,  also  sü  uns  das  geseit  hant  und  meinen,  daz  wir 
pant  für  unsern  heren  den  künig  sin  süllent  sit  dez  molles,  da/,  wir  in  sime  geleitte 
gewesen  sint,  der  sülle  uns  ouch  ledigen,  der  uf  hallen  su  uns  sweiiichen  in  gefeng- 

30  nisse  und  hant  uns  zu  dem  dritten  molle  uf  biochen  geslagen  mit  henden  und  mit 
füessen  und  alse  uch  der  botte  wol  sagende  wirt.  und  ist  uns  davon  also  we  beschehen, 
daz  wir  uns  geschetzet  hant  umbe  19000  gülden,  der  sol  geben  her  Heinrich  von 
Mülheim  1000,  und  Hans  Bock  12000,  Anderes  Heilman  0000  und  wcllent  ouch  mit 
anders,  derumbe,  lieben  genedigen  herren.  bitten  wir  ich,  daz  ir  es  durch  got  dünt  und 

85  gedenkent,  daz  wir  in  üwerme  dienst  und  in  uwer  botschaft,  die  wir  gerne  zu  dem 
besten  geworben  betten,  und  uns  helffen  us  unserme  sweren  gefengnisse,  wene  es  uns 
gar    heille    lib.    wollten    ir   aber    de/,  nüt  d.'in,    dez  wir  uch  doch  mit    getruwciH 


562  1395 

bitten  wir  uch  durch  gottes  willen  und  durch  unsers  ewigen  dienstes  willen,  daz  ir 
unsern  wiben  und  unsern  fründen,  den  wir  ouch  fiirscriben  hant,  daz  sü  uns  helfTent, 
daz  wir  in  ouch  wol  getruwent,  daz  sü  für  koffent,  fürbürgent  und  uf  bringent  uf 
alles,  daz  wir  hant,  daz  wir  sü  ouch  erneslichent  bittent  und  wir  in  ouch  dez  wol- 
getruwent,  daz  sü  daz  dfint,  und  daz  ir  sü  domitte  fürdern  und  in  beholffen  sint. 
wo  daz  nüt  besehe,  so  wissent,  daz  wir  derumbe  an  armen  und  beinen  erlernet  werdent. 
derumbe,  liben  herren,  so  dunt  uwer  bestes  herzu,  daz  wir  nüt  also  iemerlichent 
fürderbent,  ouch  lieben  herren,  Ion  wir  üch  wissen,  daz  wir  dis  in  disen  nehesten  G 
wochen  fürbürgen  und  fertigen  müessen,  wenne  wir  nüt  lenger  zil  haben  mögen,  und 
lont  uns  uwer  genedige  entwurtte  wissen.  geben  zu  Swanberg  an  dem  nehesten 
mendage  noch  unsers  herren  lichamesdag,  do  man  zallette   1395  jor. 

Str.  St.  A.  AA.  113  or.  22.  or.  eh.  I.  cl. 


952.     Hans  Bock l  aus  der  Gefangenschaft  in  Schwanberg  an  seine  Frau  Katha- 
rine.-  bittet  sie  inständig,  das  Lösegeld  zu  beschaffen.  i:iur>  Juni  14. 

Liebe  Kettrin.  ich  gruiesse  dich  und  also  ich  getruwe,  daz  du  wol  hest  vernomen,  '» 
wie  ich  gewangen  bin,   alse  lige  ich    swerlich  und  herteklich   mit.  hendep    fuiesen  uf 
bloecher  geslagen  und   ist   mir   do  fon    also  we   beschehen,   daz  ich  mich  geschetzet 
habe  umb  12  000  guldin.  darumb,  liebe  Kettrin,  bitte  ich  dich   durch   alle  die   frunt- 
schaft  und  truwe,  die  du  ie  zu  mir  gewänne,  der  ich  dich  ermane(n)  kan,  daz  du  allez, 
daz  wir  hant,  verkoufest,  versetzest  und  zu  barschaft  bringest  in  welen  weg  dir  aller-  20 
meist  werden  mag,  und  daz  du  ouch  daz  fürderlich  und  on  ferzog  dun  mögest,-  danne 
wissest,    wo  daz   nit   beschehe,   und  du  mich  daran  liesest,    so   wisest,    daz  du  mich 
niemer  me  lebendig  gesehest,  daz  ich  dir  doch  nit  getrüwe,  ich  sige  dir  lieber  danne 
guot,  wenne  wer  ez  dir  gelegen,  also  ez  mir  ist,  mir  wer  kein  gut  so  liep,  ich  gebe 
ez  fuir  dich,  darumb  erman  ich   dich  aller   truwen,    daz  du  mich   nuit  lost  und  min  25 
fruint  und  din  fruint  darzü,    daz  ez  zu  eime  kurezen  ende  broht    werde,    wolte  dich 
aber  unsere  fruinde  ieman  iren,    so  ruiefe   meister  und  rat  an,   daz   dir  die   helfent, 
wan  ich  in  wol  getruwe,   daz  su  mich  nuit  lont  verderben,    wanne  ich  in  ouch  ver- 
schriben  han,  daz  sui    dir   beholfen    sint   und  duen  din    bestez    und  wegestes  harzii, 
also  ich  dir  getruwe.    wisest  ouch,   daz    ich   zu  diser  zit  dez    libez   gesunt  bin,  liebe  « 
Kettrin,  wisest,  ist  ez,  daz  du  mir  hilfest  fürderlichest,  daz  ez  in  disen  sehs  wochen 
verbuirget  und  uzgetragen  wert,  daz  daz  gelt  uf  zil  eins  deils  verbürget  wirt,  so  hoffe 
ich,  daz  mir  min  heren  von  Swanberg  gnedecklich  duon  suillent.  darumb  sinne  dich 
nuit  deran.         geben    dez   nehesten    mendagen    unsers  heren    lichemen  dag,  do  man 
zalte  1395  jor.  Hans  Bock.  35 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  27.  or.  eh.  I.  cl. 


1  Ebenso  schreibt  Heinrich  von  Mülheim  aus  der  Gefangenschaft  an  seine  Frau  Benedicte  und  bittet 
um  Beschaffung  eines  Lösegeldes  von  1000  Gulden.  [J39s  Juni  14.] 

Ebenso  Andreas  Heilman,  bittet  seine  Frau  Elle  Wibelin  sein  Lösegeld  von  0000  Gulden  auf  zubringen  und 
dazu  zu  verkaufen:  daz  huz  und  daz  gesebire  und  die  farwe  und  anders,  waz  wir  hant.    [JMS  j„ni  14.] 


m 


1395  563 

953.  Horman  Ebner  in  Nürnberg  an  Meister  und  Hat  von  Strassburg :  meldet 
den  Tod  des  königliehen  Hofmeisters  Gehling,  die  Gefangennahme  des  Markgrafen 
.lobst  auf  Karlslein.  .  .  .  ouch  wissent,  das  der  von  Otingen  und  her  Wursybw  stossig 
sind  von  der  lantvogtey  wegen  zu  Klsassen,  wann  her  Wursibw  7000  guldin  kauf- 
leutten  anthaiss  worden  ist,  die  scholl  er  do  von  rihten.  nu  maint  her  Wursibw,  die 
schul!  der    von    Otingen  rihten,    also  waiz  man  noch  niht,  wer  noch  do  pey  weleibl. 

geben  an  sand  Veitz  tag.  [1396  Juni  16.\ 

Str.  St.  A.  AA.  113.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  E.  A.  11,  nr.  242. 


io  954.  Entscheid  des  Burggrafengerichts   zu  Straßburg,    daß  kein  Neu-Schuh- 

ntacher  altes  Schuhwerk  feil  hallen  darf.  1396  Juni  16. 

Kunt  sie  allen  den,  die  disen  brief  anesehent  oder  hörent  lesen,  das  meister 
Cüntze  Hebern  meister  des  antwerckes  der  schöhemacher  zu  Strazburg  von  desselben 
antwerckes  wegen  kam    für  das   gerihte    her   Hesse    Pfaffenlabes   des   burggrofen   zQ 

15  Straszburg,  do  zii  gerihte  sahs  in  des  vorgenanten  burggrofen  hof  Werder  Hans  der 
gerwer,  der  des  moles  der  gerwer  und  der  schühemacher  der  zweiger  ^ntwercke 
meister  was  und  clagete  an  Ullin  von  Zürich  den  schöhemacher  und  sprach,  wie  das 
der  vorgen  Ullin  von  Zürich  ein  nuwe  schühemacher  were  und  hette  alte  schuhe  bi 
den  nuwen  schuhen  veile,  das  doch  kein  nuwe  schühemacher  tun  solte.  und  dar  umb 

m  so  sehe  er  gerne  von  des  vorgen.  antwerckes  wegen,  das  er  die  alten  schuhe  bi  den 
nuwen  schuhen  nüt  me  veil  hette,  wenne  es  kein  nuwe  schühemacher  tun  solte,  e 
der  aber  seile,  warumb  er  das  nüt  tun  solte,  und  hies  ime  also  jehen  oder  locken, 
do  vürentwürte  es  der  vorgen.  Ullin  von  Zürich  der  schühemacher  und  sprach,  do 
er  zu  ziten  der  nuwen  schühemacher  stube  reht  koufte,  do  were  ime  gegünnet,    das 

25  sin  fröwe  die  alten  schuhe  veil  möhte  haben  und  dar  umb  so  möhte  er  es  wol  tun. 
und  gertent  dar  umb  der  worheit  zu  beden  siten,  die  in  ouch  das  gerihte  erteilte 
noch  klage,  noch  entwürtc  und  noch  der  worheit,  die  das  gerihte  also  vürhorte.  do 
kam  das  gerihte  mit  rehter  urteil  überein  und  sprochent  es  ouch  zu  rehte  vor  oflem 
gerihte  uffe  ire  eyde,  do  der  vorgen.  burggrofe  selber  zu  gerihte  sasz   und  ouch  dar 

13°  umb  sprach,  das  der  vorgen.  Ullin  von  Zürich  hinnan  für  me  keinen  alten  schuh  bi 
den  nuwen  schuhen  veil  sol  haben,  wenne  es  kein  nuwe  schühemacher  tun  sol.  und 
was  dis  das  gerihte,  die  des  moles  urteil  sprochent :  Hochvelden  Hans ;  Heizeman 
Stümpfe!  Stumpfes ;  Lauwelin  Bürckelin  von  Roszwilre  der  gerwer  ahte  lüte  von  der 
gerwer  wegen  und  Schottenhans,  der  des  moles  der  gerwer  husgenosze  was:    Heicze 

35  von  Ichenheim  ;  Hans  Pfowe  in  Kalbeszgasze  ;  Lauwelin  Gengenbach  ;  Henselin  Rafens- 
burg  der  schühemacher  ahte  lüte  von  der  schühemacher  wegen  und  Cüntzelin  Schult- 
heisze,  der  des  moles  der  schühemacher  husgenosse  was.  und  der  vorgeschoben  dinge 
zu  urkünde  so  hant  wir  die  vorgen.  meister  und  das  gerihte  unsern  herren  den 
burggrofen  vorgenant  gebetten,  das   er   sin   ingesigel  hencke  an  disen  brief,   und  ich 

4o  der  vorgen.  Hesse  Pfaffenlap  der  burggrofe  vürgihe,  das  ich  durch  bette  willen  des 
vorgen.  meisten  und  des  gerilltes  min  ingesigel  habe  gehencket  an  disen  brief.    und 


564  1395 

zu  merre  gezügnisze  so  hant  wir  der  vorgen.  meister  und  daz  gerillte  der  gerwer 
und  der  schühemacher  der  zweiger  antwereke  ingesigele  oucli  gehencket  zii  des 
vorgen.  unsers  herren  des  burggrofen  ingesigele  an  disen  brief.  der  gehen  wart  an 
dem  nehsten  zistage  noch  unsers  herren  fronlicham  tage  in  dem  jure,  do  man  zalle 
von  gottes  gebürte  dusent  drühundert  jor  nünezig  und  fünf  jore. 

Rudolf  genanl  .lüde  scripsit. 
Str.  St.  A.  Schuhmacherzunft.  or.  mb.  c.  3  sig. 


955.  Ulman  Stromer  an  Herrn  Claus1  in  Straszburg  bezw.  an  Meister  und  Hat 
daselbst  über  die  Gefangennehmung  Markgr.  .lobsts  durch  König  Wenzel  auf  Karl- 
stein u.  a.  m.         datum  mitwoehe  nach  sand  Weinz  tag.      [139Ö  Juni  IG  bezw.  15.]   io 


Str.  St.  A.  AA.   113  nr.  42.  or.  eh. 
Gedr.  D.  B.  A.  11,  nr.  243. 


956.  Markgraf  Bernhard  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  hat  ihren  Brief  und 
den  des  Wunnensteiners  [in  Abschrift]  erhalten  .  .  .  herumb  wiszent,  das  wir  den 
selben  Wolf  besant  hant  zi'i  uns  zii  komen.  also  balde  er  bi  uns  ist,  so  wollen  wir 
nach  uwers  briefes  sage  mit  im  reden.         datum   feria  quarta   post    festum  corporis 

Christi.  [1305  Juni  IG.} 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1630. 


957-  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  als  m 
ir  uns  vorschriben  hant  von  dez  priesters  Girbaden  wegen,  den  unser  pedelle  gefangen 
hat  ...  ist  uns  leit,  hat  er  yeman  der  uvvern  ützit  getan,  daz  er  nit  tun  solte.  und 
hant  den  unsern  befolhen  in  vaste  ze  haltende  und  nit  von  banden  zu  lassend,  uneze 
wir  selber  hin  in  komment,  so  wellen  wir  daezü  tun,  was  wir  mügelich  daczQ  tun 
söllent.         geben  zu  Dachenstein  dez  sundags  vor  sungihten  anno  !)f>.      [1398  Junt 20.]  u 

Str.  St.  A.  AA.  1422.  or.  eh. 


958.  Herman   Ebner   an  Strasburg:    da   in  Amberg   eine   Fürstenzusammenkunft   :-o 
stattfindet,  zu  der  unter  andern  Herzog  Hans  von  München,  sein  Sohn  Herzog  Ernst, 
Herzog   Albrecht  von    Straubing,  Herzog  Ludwig  und  drei  Burggrafen  von    Nürnberg 
erscheinen  werden,  hat  der  Nürnberger  Rat  auf  seine  Bitten  zwei  Ratsmitglieder  als 


1    Wohl  identisch  mit  dem  Stettmeister  des  Jahres:  Claus  Behtolt  Zorn  der  elter. 


I 


1395  66S 


Gesandte  dorthin  geschickt  «von  meiner  lierren  von  Strozspurk  von  kummerniss 
wegen,  do  Bye  izunl  inen  sein.-  Ferner  leih  er  mit,  dass  nach  Berieht  Albrechl 
Ebners  in  Prag  der  König  eine  Commission  eingesetzt  habe,  bestehend  aus  Herzog 
Stephan,  Borsiboy  und  dem  Grafen  von  Oettingen,  welche  nächsten  Freitag  mit  dem 
■  von  Schwanberg  über  die  Freilassung  ihrer  Gesandten  verhandeln  sollen.  geben 
am  zinstag  vor  subenten.  [LWS  Juni  22.] 


Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  37.  or.  eh.  I.  cl. 


Gesandten:  sein  Vetter  Albrecht  Ebner  ist  von  Prag  zurückgekommen  und  der  meint, 
im  wenn  Strasburg  die  Befreiung  seiner  Boten  nur  durch  Unterhandlungen  mit  den 
Herren  und  Fürsten  erreichen  wolle  ...  so  werd  ez  sich  lank  verzihen  und  sie 
mohten  anderswo  hingef'ürt  werden,  wan  ez  sich  gar  unfridlich  in  dem  land  zu 
Pehaim  anlet  .  .  .  Desshalb  sei  es  das  einzig  Richtige  einen  Bevollmächtigten  zu 
senden,  der  durch  Lösegeld  die  Freilassung  erwirke.  Auch  erzähle  dieser  .  .  .  daz  sich 
ii  die  lantzherren  gegen  unsern  hern  künk  vast  Sterken  und  ligen  mit  gewalt  vor  ainer 
slat  haizzet  Prukt.         in  die  Johannis  et  Pauly.  .  [13U5  Juni  26.] 

Str.  St.  A.  AÄ.   113  nr   31    or.  eh.  I.  cl. 


960.  König  Wenzel  an  Strassburg :  befiehlt,  den  Strassburger  Bürger  und  Krämer 

Krhail  Henslin  anzuweisen,  .  .  .  das  er  soliche  vorderunge  umb  die  zwey  hundert  gülden 

20  gegen  unser  und  des  richs  stat  Colmcr,  die  sy  im  schuldig  waren  in  dem  kriege,   so  wir 

in   Zeiten  wider  euch  gehebt  band,  genczlich  ablasse   und  in  irn  brief,  so  er  doruber 

hat,  widergebe,  .  .  .  weil  diese  Schuld  bereits  während  des  Krieges  von  den  Königlichen 

eingefordert  und  die  Sache  damit  gemäss  ihrem  Friedensschluss  abgethan  sei.         geben 

zum  Karlstein  des  suntags  nach  sant  Johans  tag  baptiste  a.  reg.  boh.  33  reg.  rom.  li). 

H  Karlstein  [1.3U5  Juni  27.] 

Str.  St.  A.  AA.  1 13  or.  56.  or.  eh.  I.  pat.  c.  sig   i.  v. 

%l.  Der  pfälzische  Schreiber  Otto  an  Strassburg:    berichtet  über  die  Gefangen- 
nehmung  des   Markgrafen   .lobst.         datuni    quinta    feria   post    diem   Petri   et   Pauli. 

[i3itr>  Juli  f.] 

Str.  St.  A.  AA.  108.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  R    A.  nr.  244. 


%2.  Johann  Dieffental  an  Budolf  von  Rynach  Siegelbewahrer  zu  Strassburg : 
belichtet  über  eine  Gesandtschaft  König  Wenzels  an  König  Karl  VI  von  Frankreich 
wegen  der  Kirchenfrage,  die  Freilassung  des  Markgrafen  Jobst  sowie  über  die  Strass- 
burger Gefangenen,  deren  Sache  auch  verhandelt  werden  solle  auf  einer  Fürsten  ver- 
'■  Bammlung  (parlamentum)  zu  Daus  [Taus  b.  Pilsen]  ubi  speratur  de  relaxaeione  domi- 
norum   captivorum   Argentinensium    una   cum  dominis  de  Swanberg.    ex  quo  domini 


566  1395 

sunt  ita  bone  intencionis  cum  rege,  non  dubito  ipsi  deliberabuntur.  pro  qua  libera- 
cione  Martini '  familiaris  civitatis  Argentinensis  multuin  est  solicitus  erga  dominum 
ducem  Stepbanum,  qui  suas  partes,  prout  se,  obtulit  me  presente  et  audiente,  plu- 
ribus  vicibus.  credo  quod  Borzibosius  etiam  erit  in  eodem  parlamento.  qui,  ut 
audivi,  in  introitu  ipsius  noviter  versus  Pragam  fuit  in  Swamberg  una  cum  dominis. 
quid  autem  tractaverit,  nescio.  spero  enim  firmiter,  quod  ipsi  relaxentur  de  captivi- 
tate.  si  dominus  cancellarius  regis  veniet  Frankenfordie,  ubi  credo  sit  per  aliquos  dies 
mansurus  incertis  de  causis,  bonum  esset,  domini  Argentinenses  mitterent  aliquem 
fide  dignum  ad  eum  ad  sciendum  et  percipiendum  aliqua  in  factis  illorum  Argentinen- 
sium  ....  datum  Nürenberge  die  3  mensis  julii.  Nürnberg  [13U/>]  Juli  3. 

Str.  St.  A.  AA.  108.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  R.  A.  II  nr.  245. 


963.  Markgraf  Bernhard  an  Strassburg ä :    will   sobald  er  es  erfahren,   der  Stadt 
mitteilen,  was  andere  Fürsten  und  Herren  wegen  ihrer  Zölle  übereingekommen  sind. 
Wenn  Strassburg  bereit  ist  mit  Wolf  von  Wunnenstein  einen  gütlichen  Tag  zu  leisten,   t> 
so  will    er  denselben    veranlassen  zur  Abhaltung   desselben   bis  zum  25  Juli    Friede 
zu  halten.         datum  sabbato  ante  Udalrici.  [1305  Juli  3.] 

Str.  St.  A.  AA.  103.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1633. 


964.  Die  Stadt  Prag  an  Strassburg:  lassen  wissen  das  [wir]  ee  denne  ewer  p 
ilzund  gesant  brief  komen  ist,  mit  unserm   genedigen  herren    dem  künig   ernstlichen 
geredet  haben  bittende  under  andern  sachen,  das  seyn  gnad  rat  und  hülfe  darezu  tu, 
das  ewer    diner   ledig    und  los   gelasen   werden.         geben  zu  Prag  an  dem    nehsten 
dunerstag  nach  sand  Procops  tag  des  heiligen  beichtigers.  Prag  [13UH  Juli  «]. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  40.  or.  eh.  I.  cl.  25 


965.  Heinrich  von  Mülnheim  an  den  Bat  von  Strassburg:  für  ein  in  zwei  Ter- 
minen zahlbares  Lösegeld  von  1000  Gulden,  für  das  sich  Borsiboy  von  Swinar 
verbürgt  hat,  wieder  auf  freien  Fuss  gesetzt,  wird  er  zum  König  reiten  und  sich  um 
die  Freilassung  seiner  beiden  Gefährten  bemühen  .  .  .  und  dunckt  uns  drei  gut,  daz 
ir  forderlich  verschribent  unserm  hern  dem  künig  und  herezogen  Stephan  und  dem  3« 
kanczler  Wurseboi.  Für  die  übrigen  18  000  Gulden  können  sie  keine  Bürgschaft 
finden  und  fürchten,  daz  man  si  (Bock  und  Heilman)  herter  und  herter  halten  wirt. 
Er   selbst   ist    ohne   einen    Pfennig   Geld    und    hat    40  Gulden    dem   Tachauer    Wirt 


1  Vgl.  über  die  Person  dieses  Martin  D.  R.  A.  II  nr.  245  Anm.  1.   Wahrscheinlich  ist  Martin  von    sa 
Schiltigheim  gemeint. 

2  Vgl.  unten  Juli  25  das  Schreiben  desselben. 


1395  60! 

entlehnt,   die   man   durch   Vermittlung    Herman  Ebner'«    in    Nürnberg   zurückzahlen 
möge,        geben  des  nehsten  mittwochen  nach  sanl  Margareten  tau.       [i3»n  -iiui  i4.\ 

Str.  St.  A.  AA.   118  nr.  24.  er.  eh.  I.  cl. 


9(i()    Kunhe   Lentzelin   an  Stellmeister   Reinbold  Wetzet  und  Ammeisler  Claus 

5  Bermitn  :   berichtet  über  seine  Erkundigung  in  Sachen  der  in  Schwanberg  gefangenen 

Shutßburger.  Mainz  [1898  Juli  22]. 

Min  gewilligen  dienst  zö  allen  ziten.  lieben  berren.  wissent,  daz  mich  min  guten 

fluni   für  den   kant/.clcr  fürten,    der  do  ein    bischof  ist  zö    Megedeburg,   und  seit  mir 

dise  DOChgeschriben  stücke  selber:  z'i  dem  ersten,  daz  der  kiinig  hete  gesant  den  von 

1,1  Schönberg  zö  den  von  Swanberg,  mit  in  zu  reden  von  dvw  Bachen,  und  kam  der  von 
Schönberg  wider  zu  dem  künige  zt'i  dem  Beteler,  do  frote  in  der  kantzeler  noch  den 
sachen.  do  seite  im  der  von  Schonberg,  daz  sich  die  von  Swanberg  gerne  wollen  Ion 
richten  mit  dem  künige,  daz  sü  nuwent  in  sin  genoden  blibent.  und  sollent  denne 
die  von  Strasburg  lidig   sin  od  als   gut.    und  do  der  kantzeler  herus  kam    untze  gen 

i5  Nierberg,  do  enböt  im  her  Borsibo  mit  sime  schriber  und  mit  sime  boten,  daz  er  Bich 
fürsehe,  daz  ez  sicher  mit  den  von  Swanberg  gerihtet  wirde  und  daz  die  von  Stras- 
burg lidig  wirdent  on  gut.  fteh  het  mir  der  kantzeler  geseit,  daz  er  horte  von  dem 
künige,  daz  er  niemer  süne  wolte  genemen  mit  den  von  Swanberg,  die  von  Strasburg 
werent   denne  lidig  on  als  gut.  och  kan    ich    noch  nüt    erfarn,    waz  irs    gewerbes  si, 

'"  denne  also  ich  üch  vor  ferschrieben  habe  und  for  im  noch  gen  Frankenfurt  und  will 
lögen,  öbe  ich  ut  fnrbas  künne  erfarn  bede  von  unsern  boten  und  was  irs  gewerbes 
si.  denne  ich  meine  als,  ich  sülle  bürfaz  von  unsern  boten  erfarn,  denne  er  het  alle 
dage  botschaft  von  Üehcim.  und  waz  ich  erfar,  läse  ich  üch  aber  wissen,  so  ich 
erste  mag.        geben  zu  Menlze  tif  sante  Mariamadelendag  fruge. 

Küntze  Lentzelin. 

25  \/„  rrrxo]   Den  wisen    fürsichtigen  her  Hcinbolt  Wetze!   meister  und    her  Cläwes 

Berman  ammeister  min  üben  berren. 

Str.  St.  A.  AA.   113  nr.  38.  or.  eh.  I.  cl. 

9(i?.  Albrecht  Herzog  zu  Oesterreich  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg  :  als 
rilleicht  vormaln  wo!  an  ew  körnen  ist,  der  durleuchtig  forste  unser  herr  und  swager 

m  der  römisch  kiinig  den  hochgebornen  fursten  unsern  lieben  oheim  marggraf  Josten 
marggrafen  ze  Merhern  gevangen  bat,  lassen  wir  ew  wissen,  daz  uns  der  hoebgeborn 
forste  her  Wilhalm  marggraf  ze  Meyssen  unser  lieber  swager  und  oheim  und  die 
lantheiren  von  Heheim  und  von  Merhern  ernstleich  und  vaste  gemant  und  angerüfTt 
halient  umb  hilff  in  ze  tun  von  der  und  andrer  irer  gepresten  wegen,  alz  wir  in  des 

35  phlichtig  und  und  gepunden  wjrn.  darzü  hat  uns  der  hochgeborn  forste  unser  lieber 
swager  herezog  Johanns  von  Görlitz  unsers  obgen.  herren  .  .  des  künigs  bruder  auch 
wider  denselben  unsern  berren  .  .  den  künig  umb  hilff  gepeten  und  angerußt,  davon 
besandten  wir  all  unser  lantherren,  ritter  und  kneeht.  und  nach  der  rat  und  under- 

VI.  72 


568  1395 

weysung  haben  wir  von  derselben  sach  und  sunderleich  von  merkleicher  und  grossen 
beswcrung  wegen,  die  wir  unser  land  und  leutt  von  unserin  egen.  lierren  .  .  dein  kunig 
gehabt  und  gelitten  haben,  als  sich  das  rindet  und  wir  wol  kuntleich  fürbringen 
wellen,  wenn  des  zeit  wirt,  demselben  unserm  herren  .  .  dem  kunig  unser  absagbrief 
gesandt,  der  abgeschrifft  wir  ew  hienin  verslossen  senden,  und  haben  auch  den  vorgen.  ' 
forsten  und  herren  vetzen  gesandt  ain  merkleich  volkch  und  wellen  in  mer  hilff  tun, 
ob  des  dürft!  geschieht,  davon  bitten  wir  ew  mit  ganlzem  fleizz  und  ernste,  ob  die  sach 
icht  anders  an  ew  keine,  daz  ir  ew  denn  daran  nicht  keret,  sunder  uns  darin  verant- 
würt,  alz  wir  ew  des  sünder  wol  getrawn  und  auch  in  ewern  sachen  gern  tun  wellen, 
wo  die  an  uns  keinen.  geben  ze  Wienn  an  sand  Marien  Magdalen  tag  anno  etc.  m 
nonagesimo  quinto.  Wien  1896  Juli  22. 

Str.  St.  A.  AA.  s:i.  or.  eh.  I.  eh. 


9(ift    Margkraf   Bernhard    an    Meister  und  Rat  von    Strassburg:  '    als  ir  uns  ge- 
schrieben hant  von  dez  gliszenden  wolffs  wegen  umb  eyn  friden  zwuschen  uch  und 
im  zu  machen,  daz  han  wir  wol  verstanden,  her  umb  wiszent,  daz  wir  die  selbe  uwer   '» 
botschaft  an  yn  bringen   wollen,    waz  er  uns    dar   umb  zu  entwurt    git,    daz   wollen 
wir  uch  wider  laszen  wiszen.         datum  ßaden  in  die  beati  Jacobi  apostoli. 

Baden  [ISO'»]  Juli  2~>. 
Str.  St.  A.  AA.  81.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  d.  Marl-gr.  v.  B.  nr.  1635.  -' 

Vgl   dort  auch  nr.  1637.  1640. 


%9.  Straßburg  an  Prag .  dankt  für  die  bisherige  freundliche  Verwendung  für 
die  gefangenen  Gesandten  und  bittet  um  Mitteilung  von  allem,  was  ihrer  Sache 
dienen  kann.  131)5  August  .t. 

Den  ersamen  vursihtigen  und  wisen  unsern  sundern  guten  frnnden,  dem  burger-  >s 
meister  und  dem  rate  der  grossen  stat  zu  Frage  embieten  wir  Reimbolt  Wetzel  der 
meister  und  der  rat  von  Strazburg  unsern  früntlichen  willigen  dienst,  lieben  fründe. 
alse  wir  uch  vormals  geschriben  hant  von  unseren  erbern  botten  wegen,  also  ist  uns 
wol  küntliche  vurkomen,  wie  ir  grossen  ernste  zu  derselben  sachen  hant  und  geton 
hant  und  alse  ir  uns  ouch  uwer  botschaft  dar  umbe  hant  geton,  des  wir  uch  ouch  h 
früntliche  und  mit  allem  ernste  danckent,  und  bittent  üeh  aber  da  by  früntliche  und 
mit  allem  ernste,  das  ir  uch  wellent  dieselbe  unsere  sache  lassen  empfolhen  und  in- 
denckig  sin,  alse  wir  uwere  g.iten  fruntschaft  dez  besunder  allezit  wol  getruwent.  und 
waz  ir  von  hofe  oder  andere  meren  wissent  oder  empfindent,  die  da  segeliche  und  uns 
zu  verschriben   sint,    das    ir  uns  das   allezit  wellent   lassent  wissen    und    uch   daran  35 


1  Derselbe  bestätigt  am  4  August  1395  den  Empfang  eines  abermaligen  Sehreibens  wegen  des  Wunnen- 
steiners.  dessen  Antwort  er  jedoch  noch  enoarte,  um  sie  ihnen  dann  sofort  mitzuteilen.  / 13951  feria  qnarta 
post  vinc    Petri    [ibid.  AA.  84.  or.  eh.] 


1395  rm 

keinen  kosten  noeli  arbeil  lossenl  lielnni,  das  wellen!  wir  niieli  wilekliehe  und  gerne 
muhe  neli  und  <lie  uwern  zii  verdienende  lialien.  datum  feria  terlia  proxima  ante 
dieni  Sixti  pape  anno  domini  1396. 

Str.  St   A.  AA.  US  nr   3    cop.  mb.  coaev. 


!)70.  Roimbold  Wetzel  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Markgraf  .!<»- 
bann  von  Brandenbarg:  danken  für  die  freundlichen  Bemühungen  .  .  .  von  unsere 
erbern  hotten  wegen,  die  ielzunl  in  gefengnisse  sint  .  .  .,  und  bitten  um  fernere  Ver- 
wendung und  Hülfe.       datum  feria  tertia  proxima  ante  dieni  scti  Sixti  pape  anno  1 395. 

1896  AiinHst  8. 

Str.  St.  A.  AA.  11'!  nr.  18  cop   mb.  coaev.  Darunter  die  Notiz,  daß  gleichlautend  an  l'fah- 
graf  Ruprecht  den  jungem  geschrieben  sei. 


1)71.  Heimbold  Wetzel  der  Meister  und  der  Hat  von  Sirassburg  an  Herzog  Stephan 
von  Haiern:  danken  für  seine  freundlichen  Bemühungen  zu  Gunsten  ihrer  gefangenen 

boten,  die  ihr  Diener  Martin  «grösliehe  gerinnet»  hat  und  bitten  um  ferneres  Wbhl- 
i»  wollen.         datum  feria  tertia  proxima  ante  diem  scti  Sixti  papae  anno   1 395. 

1898    ttitju.it  X. 
Str.  St.  A.  AA.  118  nr.  18.  cop.  mb.  coaev. 


!)72  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg  ...  als 
ir  uns  geschriben    händ    umb    die  kerunge,    die  wir  an  die   uwern    vordem  von   der 

2ü  nimie  wegen,  die  den  unsern  geschehen  ist,  als  sie  hern  Rüdolff  von  Wasselnhein 
gedient  haben,  daz  hau  wir  wol  verstanden,  haruinb  wissend,  daz  wir  mit  her 
Burekarten  von  Mulnhein  von  Rechberg  vil  anders  gerett  haben,  dann  ir  sehribend. 
wir  retten  mit  ime  und  schied  von  uns  oueh,  daz  wir  die  kerunge  von  dem  houptman 
gern   nemen  wölten,    moht  uns  aber   daz  von  ime  nit  geschehen,    so  wollen  wir  dez 

8i>  zu  den  uwern  wartend  sin,  die  ime  uf  unsern  schaden  gedient  band,  wann  doch 
andern  lüten  gekert  ist  worden,  den  oueh  dez  mals  genomen  ward,  und  dünck  uns 
unfrüntlich,  daz  uns  als  vil  unglichs  von  üch  und  den  uwern  gesehiht,  wand  ir 
gestattend  dez  und  andere  Zugriffe,  die  den  unsern  von  üch  geschehen,  daz  doch 
nit  sin  s51t,  als  wir  darumh  unser  amptlutc  elvvic  dick  zu  neb  in  uwer  statt  geschickt 

3'  haben  nach  der  brieve  sage,  der  wir  und  ir  in  fröntschaft  überkomen  sin.  und  be- 
gerenl  an  üch,  daz  ir  schaffen  wollend,  daz  daz  und  anders  gekert  und  widert  an 
werde  umb  dez  willen,  daz  wir  in  fruntsehafft  mit  einander  hüben  und  daz  vir  nit 
fürbazz  bringen  durften,  wie  ir  üch  gen  uns  verscliriben  babent.  datum  Baden 
feria  quarta  post  vineula  Petri  anno  etc.  95  Baden  1898  Aui/ust  4. 


Str.  St.  A.  AA.  8».  er.  eh.lit.  cl. 
Heg   d.  Murkgr.  v.  Bad.  nr.  1038. 


570  1395 

973.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:  zeigt 
Empfang  des  Briefes  in  seinen  und  des  Wunnensteiners  Angelegenheiten  an.  Den  in 
Lichtenau  gewünschten  Tag  könne  er  wegen  der  Streitigkeiten  mit  Ludwig  von  Lich- 
tenberg nicht  leisten,  wolle  aber  (am  20  August)  einen  tag  zu  Renehin,  Sahsspach 
oder  Otterszwilr  beschicken  '  und  erwarte  an  einem  dieser  Orte  nächsten  Freitag  über  s 
acht  Tage  ihre  Boten.  Dort  wolle  er  ihnen  mitteilen  lassen,  in  was  für  Stucken  ihm 
und  den  Seinigen  unfreundlich  von  ihnen  geschieht.  Können  sie  ihm  aber  bei  dem 
von  Lichtenberg  Tröstung  erwerben,  so  will  er  auch  zu  Lichtenau  einen  Tag  leisten. 
Sendet  Abschrift  des  Briefes  vom  gleissenden  Wolf*  und  hofft  mit  diesem  auszutragen, 
dasz  er  länger  Frieden  mit  den  Strassburgern  halten  soll.  datum  Baden  in  vigilia  » 
S.  Laurentii  martyris.  Baden  1395  August  9. 

Str.  St.  Ä.  AA.  84.  or.  eh. 

Beg   d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1641.  vgl.  nr    1642 


974.  König  Wenzel  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:  teilt  mit,  dass  er  seinen 
Bruder,  den  Markgrafen  Johann,  zum  Hauptmann  des  Landes  Böhmen  bestellt  habe, 
geben  zu  Prag  1395  an  sant  Laurencii  tage.  l'rag  1395  August  10 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  47.  or.  eh.  coaev. 


975.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg : 3  bittet 
für  Hans  von  Blümenowe,  der  seines  Bruders  wegen  ihr  Gefangener  ist.  und  sich  zu 
unsrer  Frauen  Tag  wieder  antworten  soll,  weiteres  Ziel  bis  auf  nächste  Weihnachten.  ■» 
datum  Baden  in  die  s.  Laurentii  martyris  a.  d.  95.  Baden  1395  August  10. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  ch 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1642. 


976-  Blicker  von  Botenburg  thut  kund,  dass  er  mit  der  Stadt  Strassburg  gesühnt 
ist  .  .  .  von  des  nachjagendes  und  ylunge  wegen,  als  die  iren  mich  vielen  und  jageten,   " 
als  ich  die  von    Swindoltzheim    angriffen    hette  und   gelobe  ouch  vür  mich    und  alle 
min  helffer  und  die  minen  dise  süne  und  rahtunge  stete  und  veste  zii  habende   und 
die  egenanten  von  Strazburg  noch  die  iren  von  der  sache  wegen  niemer  an  zu  lan- 


1  August  16  Pforzheim.  Dankt  Markgraf  Bernhard  den  Straßburgern.  daß  sie  den  vorgeschlagenen  Tag 
leisten  ivollen,  bittet  aber  ihm  zu  Liebenach  Baden  zu  kommen  am  lt>   August.   (Ohne  Jahr)    mentag    su 
nach  unser  fröwen  assumptionis.  [ibid   AA.   103.  or.  eh.] 

2  In  diesem  Brief  vom  7  August  sehreibt  Wolf  v.  Wunnenstein  an  Markgraf  Bernhard,  daß  er  mit 
den  Straßburgern,  denen  er  ja  schriftlich  seine  Ansprache  mitgeteilt  habe,  Frieden  Italien  wolle,  bis  er 
von  ihm  günstige  Antwort  bekomme. 

3  1395  September  23.    Derselbe  dankt  für   das   bis    Sant   Michelstag   bewilligte    Ziel   und    erbittet   33 
weiteres  bis  Fastnacht.        dat.  Darlach    feria  quinta   post   Mathei   apostoli  et   evang.  a.  d.  95.  (ibid. 
AA.  84.  or.  eh.]  —  1395  Deeember  12.   Derselbe   bittet  seinem  Diener  Hans  v.  Blumenau  das  Ziel  zum 
Antritt  seiner  Gefangenschaft  auf  den  «wissen  suntag»  20  Februar  1396  zu  verlängern.     Baden  in  die 
dominica  ante  beate  Lucie  virg.  a    d    95.    [ibid.  AA.  81.  or.  eh.] 


1395  ".71 

gcndc  noch  zii  hindernde.  Er  .siegelt  sowie  auf  seine  Bitte  Jancker  Heinrich  von 
Fleckenstein  und  Heinrich  von  Otterbach.  geben  uf  dunrestag  neuste  noch  unsere 
frowentage  der  eren  des  jorea    15KJ5.  13U.1  Auyunl  t'j. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  Uiö/lOfi.  A.  or.  eh.  lit.  pat.  c.  8  sig.  impr.  B.  cop.  chart.  coaev. 

mit  der  Ueberschrift  datum  in  Selsze  per  copiam. 
Ebenda  von  139(i  März  24  neuer  Fehdebrief  Blickers  an  Straßburg.  [or.  eh.  c.  sig  impr] 
üben  da  von  1306  April  25.  Sühnebrief  Blickers  mit  Siratiburg  besmiders  wegen  Gefangen- 
nahme des  Straßburger  Burgers  Hanseman  Sturm. 


!)"T.  Ich  Diether  Burggrofe,  Cunrat  Armbroster  und  Cime  von  Kolbotzheim  diint 
io  kunt  mengelichem  mit  disem  briefe,  daz  wir  do  hy  worent,  also  Blicker  von  Roten- 
burg zusprach  den  erbern  wisen  und  bescheiden  meistere  und  rat  zii  Straszburg  von 
des  nachjagendes  und  ilunge  wegen,  also  ir  diener  und  die  iren  ime  noch  jageten 
und  in  ileten,  als  er  die  von  Svvindoltzheim  angriffen  bette,  und  daz  uch  daz  gütlich 
und  lieplich  gerihtet  und  gesünet  hant  und  geriht  und  gesünet  ist.  und  des  zii  ur- 
i5  künde  so  hant  wir  die  egenanten  Diether  Burggrofe,  Cünrat  Armbroster  und  Cflne 
von  Kolbetzheim  unsere  ingesigel  getrucket  zii  ende  dirre  geschrift  in  disen  brief 
datum  feria  quinta  post  asumptionis  Marie  anno  95.  13U5  Auyu.it  lit. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  166.  cop   eh. 


978.  Prag  an  Strassburg  wegen  der  Gefangennahme  der  Strassburger  Boten : 
so  ewern  erbern  brief  haben  wir  volkumlichen  wol  vernumen  und  haben  mit  unserm 
gnedigen  herren  dem  kunig  umb  ewer  gelangen  ernstlichen  geredet  und  gemanet,  der 
dieselbe  sache  dem  hochgebornen  forsten  und  herren,  hern  Johannes  Margrafen  zu 
Brandemburg,  zu  Lausitz  und  herezogen  zu  Gorlicz  seinem  lieben  bruder  genczlichen 
bevolhen  hat,  under  andern  des  landes  sachen  volfüren  und  zu  enden  nach  dem,  als 
2»  das  aller  bequemlicht  sein  wirdet  euch  und  den  ewern  füglich  und  auch  nuzlich  Dicht 
allein  in  den  sachen,  sunder  in  allen  andern  wir  euch  dinen  wellen  nach  unscnn 
vermögen.        geben  zu  Prag  am  Freitag  nach  sand  Bartholomeus  tag. 

Pray  [13it5  August  '47]. 

Sir.  St.  A.  AA.  113  nr.  6.  or.  eh.  I.  cl 


979.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von   Strassburg:'    zeigt 
Empfang  ihres  Briefes  an  und  bescheidet  in  seinen  und  des  gleissenden  Wolfs  Ange- 
legenheiten einen  Tag   nach    Baden    auf   Dienstag    über    acht  Tage,    datum   Pforzheim   ■->/>""•.  n. 
feria  sexta  post  Egidii.  Iforzheim  [1S9S  Sejitembtr  3], 

Str.  St.  A    AA.  84.  or.  eh. 
Beg.  d   Markgr.  v.  B.  nr.   1615, 

1  Nach  einem  beiliegenden  und   wohl   zugehörigen  Zettel  schickt   er  Hans  V.  kl man  nach  Bad<.n,  um 
sein  bestes  für  sie  zu  thun. 


572  1395 

980.  König  Wenzel  an  Strasburg  wegen  der  Gefangennahme  der  städtische*  Ge- 
sandtschaft. Prag  1305  September  6. 

Liben  getrewen.  sulche  botschaft  und  brive,  die  ir  uns  gesant  habt  von  gefeng- 
nüsse  wegen  Heinrichs  von  Molheim  und  ander  ewer  rnitburgere,  die  Buschu  von 
Swanberg  gefangen  hat,  haben  wir  wol  vorstanden  und  ist  uns  sulche  geschieht  von 
herezen  leit  und  so  wir  unser  selbes  sachen  in  eyne  sass  gebracht  haben,  so  wollen 
wir  doruff  gedacht  sein  und  unsern  ernst  doruff  keren  und  wenden,  das  die  egenanten 
ewer  rnitburgere  sulchs  gefengnuss  ledig  werden.  geben  zu  Präge  am  uehsten 
montage  vor  unser  frawen  nativitatis  unser  riche  des  behemischen  in  dem  32  und 
des  romischen  in  den  20  jaren. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  7.  or.  eh.  I   cl. 

981  -  Cüne  von  Otterbach   ein  Edelkneht    bekennt:    dass  er  von  der   Ansprache, 
die  er  und  seine  «eliche  huszwirtin»  von  den  im  vergangenen  Kriege  ihnen  zugefügten 
Schaden  gesühnt  ist.    Er  gelobt  keinerlei  Ansprache  ferner  zu  erheben.         geben  an 
dem    nehesten   dunrestage   nach    unserre    frowen  tage  der  Jüngern   drützehenhundert   i« 
nüntzig  und  fünf.  1305  September  O. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad    1*56    or.  mb.  lit.  pat.  c.  s.  pend. 

982-  Johans  von  Than  macht  bekannt :  dass  er  mit  Meister,  Rat  und  Bürgern 
der  Stadt  Strassburg  gesühnt  ist  .  .  .  von  schaden  wegen,  der  mir  minen  geswüster- 
den  und  den  unsern  von  in  und  den  iren  geschehen  ist,  in  vergangenen  .kriegen.  20 
Er  gelobt  keine  Ansprache  mehr  zu  erheben.  geben  an  dem  uehsten  fritag  nach 
unser  frowen  lag  der  Jüngern  des  jores,  do  man  zalt  drützehenhundert  und  fünf  und 
nüntzig  jare.  1898  September  10. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  166.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  s.  petul. 

98:5.  Reimbolt  Wetzel  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  die  Herzöge  * 
Albrecht  den  älteren  und  jüngeren  und  Wilhelm  von  Oesterreich  wegen  der  Gefangen- 
nahme ihrer  Gesandten :  und  also  die  von  ime  [dem  Könige]  sehiedent  und  er  sie 
gnedecliche  liesz  und  bi  Gladrun  in  Beheim  kament,  do  hant  die  von  Swanenberg  .  .  . 
sie  ufgehalten  und  gefangen  und  das  ire  genomen  und  lange  zit  gefangen  gehebet, 
über  daz  das  wir  mit  den  von  Swanenberg  nütschit  denne  gutes  wustent  zu  tunde 
haben,  darzü  so  ist  derselben  unserre  erbern  botten  einre  leider  in  der  gefengnisze 
dot.  gnedigen  herren.  wände  nü  unserre  vordem  und  wir  so  lange,  das  daz  nieman 
verdencket,  gros  sehen  und  züversiht  zu  unserre  gnedigen  herresehaft  von  Österlich 
gehebet  hant  und  wir  sünderliche  zu  uwern  gnaden  habent  .  .  .  Daher  bitten  sie  um 
Briefe  und  Botschaft  an  den  Markgrafen  Johann  von  Brandenburg,  damit  sich  dieser 
beim  König  um  Ereilassung  und  Entschädigung  ihrer  Gesandten  verwende.  datum 
feria  2  ante  diem  exaltationis  crucis.  [1898  September  18.) 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  mb 


1395  573 

915).  Herzog  Albrecht  von  Ocsterrcich  an  Markgraf  Johann  :  bittet  ihn,  nu  dasselb 
Königreich  ze  Beheim  zu  ewrm  gewalt  und  ausrichtung  komen  ist,  sich  für  die  Frei- 
lassang der  Strassborger  Gesandten  zu  bemühen.       geben  ze  Masmonster  an  freytag 

nach  des   heiligen   kreuczlag  anno    1395.  MiHWli«SÜr  139~>  September  17. 

Str.  St.  A.  AA    113  nr.   12.  cop.  eh.  cuaev. 


*)ii.r).  Reimbold  Wetzel  der  Meister  und  der  liat  von  Strassborg  an  Markgraf 
Bernhard  von  Baden:'  Burekart  von  Mülnheim  hat  ihnen  gesagt,  dass  der  gleissend 
Wolf  aichl    bis  ZU   Martinstag  Frieden  halten  wolle,    wenn  sie  nicht  da    zwischen  zu    Notbr.  n. 

einem  gütlichen  Tage  kommen  oder  ihm  reht  thun  wollten  .  .  .  wie  wol  das  ist,  daz 
wir  den  gliezenden  wolf  nit  wissen!  geschediget  haben  .  .  so  wellent  wir  uwein 
gnaden  zi'i  eren  gerne  einen  uuverdingelen  tag  leisten  .  .  wenne  so  ir  den  tag  vier 
dage  vor  verkundent  .  .  wer  aber,  das  wir  aldo  nit  gutliche  mit  ime  nberkoment,  so 
so!  uns  allewege  mit  rehte  gegen  ime  benagen,  und  darufl'  so  blibc  ouch  der  fride 
bitze  sande  Martins  tage.  datum  die  dominica  ante  festum  S.  Michahelis  arehangeli 
a    d.  i)5.  l.inn  Septemlter  26. 

Str    St.  A.  AA.  84    cop   eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  lind.  nr.  1651.  vgl.  nr   1652. 


IMG.  Markgraf  Johann  von  Brandenborg  an  Strassburg  wegen  der  Gefangen- 
nahme der  städtischen  Gesandten:  tun  wir  uch  ezu  wissen,  das  uns  noch  nicht  vol- 

'"  komenlichc  bevoln  ist  das  konigreich  czu  Beheim  unde  die  schickunge  der  houbt- 
manschafft  ist  ouch  noch  nicht  genczlich  vollenhracht.  dovon  als  balde  wir 
volkomenliche  geweidig  werden  und  das  kunigreich  uns  gancz  und  gar  bevoln  ist,  so 
wollen  wir  uns  denne  um  die  vorgenanten  gefangen  ewir  boten  getrewlichen  arbeiden, 
lleissen  und  durch  ewirn  willen    also   dorezu    tun,    das  ir    uns   sunderlichen    danken 

25  werdet.         gegeben  czu  Frage  an  dem  tage  saneti  Jieronimi  anno  1,'!!)."). 

Trug  130.1  September  ML 

Str.  St.  A.  AA   113.  nr.  9    or.  eh.  I.  cl 


9117.  Heinrich  von  MM  »heim  an  Meister  und  Rat  von  Straßbnrg  .•  berichtet  über 
seine  Gesandtschaft  nach  Prag.  rrag  130.1  Oetober  3. 

Dem  meister  und  rat  enihute  ich  minen  willigen  dienst  allzil.  als  ir  wol  wissent, 
von  waz  saehe  wegen  ir  uns  heriii  geschicket  hahent,  zu  dem  ersten,  do  koment  wir 
für  unsern  herren  den  kunig  und  erzalt  im  Haus  Hock  der  stette  notdurft  zu  dem 
besten,  waiumh  wir  worent  ufgeschicket,  do  empbfilch  es  min  herre  der  kunig 
herezog  Stephan   w<\\  Fevern  und  dem  nuwen   kamzler  und  dem  Styrnaten  und  dem 


1  131)5  Sept.  28  antwortet  derselbe  :  er  habe  den  gleißenden  Wolf  beredet  gegen  sie  Frieden  zu  htdten 
Ins  S.  Martinstag  [Nov.  11}  und  Kl  dahin  zu  einem  Tage  mit  ihnen  zusammen  in  kommen,  um  gütlich 
seine  vormals  an  sie  <,  richtete.  Ansprache  cum  Austrag  m  bringen.  datum  Pforzheim  feria  3  ante 
Michaelis  arehangeli  a.  d.  9f>.  [ibid.  AA    84  or  eh.] 


574  1395 

hof'meister,  der  do  tod  ist  und  machten!  uns  die  ein  tag  für  sich  in  des  munczmeisters 
hus.  do  koment  wir  hin  und  ouch  der  Hertenberger  und  erzalle  der  Hertenberger 
sin  klage  von  des  kuniges  wegen,  do  verantworte  Hans  Hock  daz  und  wir  von  der 
stette  wegen,  und  brachten!  dieselben  dis  rede  widerumb  für  den  kunig  und  machtent 
uns  ein  ufschlag  uncz  noch  pfingesten  .so  solt  der  kunig  uf  den  Hin  koinen,  so  wolt  . 
der  kunig  ander  richstette  besenden  und  ouch  die  stat  von  Straszburg,  so  woltent  si 
gütlich  darzu  reden,  daz  die  stat  mit  minem  herren  gerichl  würde,  also  schieden  wir 
dozemale  von  den  herren.  lieben  herren.  ni'i  wissent,  daz  her  Borseboi  da/,  gerichl 
furbasser  saget  und  ein  gericht  gewartet  het  und  wissent  ouch,  daz  wir  daz 
emphunden  haut,  und  darumb  sint  wir  vor  dem  kunig  und  sinen  reten  gewesen  und  n 
haut  in  geseit,  wie  vormals  uns  der  ufschlag  us  gegeben  sie  von  unsera  herren  des 
kuniges  wegen,  do  hat  uns  der  kunig  selber  geantwirtet,  er  wisse  davon  nicht,  wann 
herr  Borseboi  kome,  was  im  der  sage,  donach  welle  er  uns  antwirten.  und  wissent, 
daz  wir  der  antwirte  wartest,  wanne  uns  die  antwirt  wirt,  so  wellent  wir  heyin,  so 
wir  erste  mögent,  wann  unser  ding  kein  ende  het,  weder  von  dem  künige  noch  von  u 
herezoge  Johanse,  do  wissent  üch  nach  zu  richtende,  lieben  herren.  wissent  ouch, 
als  wir  üch  vormals  embotten  hatdent,  daz  daz  laut  herezoge  Johans  gesworn  habe, 
daz  het  der  künig  alles  widerrüfft  und  ist  aller  dinge  entslagen  und  als  der  partyen 
vor  zwo  worent,  der  sind  ni'i  drüe  worden  :  der  künig  uf  ein  site,  herezoge  Hans  der 
andersite,  der  alte  marggrafe  von  Mernherrn  uff  die  dritte  site,  und  schediget  die  den  2, 
künig  vaste  mit  brande  und  mit  namen,  und  hant  im  zwei  sloss  angewünnen.  ouch 
wissent,  daz  der  marggraf  die  herezogen  von  Oesterrich  und  der  behemischen  herren 
ein  teil  ligent  uff  ein  site  uff  dem  kunige  und  herezoge  Johans  und  der  marggraff  von 
Myssen  und  der  behemischen  herren  ein  teil  by  in  uf  der  andern  siten.  do  wissent, 
daz  der  kunig  gerne  lute  bette  und  sich  gerne  rorte,  so  wil  er  kein  gelt  usgen,  so  * 
wil  im  nieman  vergeben  dienen,  ouch  wissent,  daz  der  Botdeler  die  vestin  gerwe 
verbrant  ist  mit  einander,  und  dem  kunige  und  der  kunigin  grosser  schade  ist 
geschehen,  doch  wissent,  daz  man  aber  zwuschent  den  herren  vaste  tetinget,  wie 
daz  ein  ende  nymt,  daz  söllent  wir  emphinden.  geschriben  am  sunnendag  nach 
sant  Michels  dag  zu  Präge  anno  1395.  Heinrich  von  Mülheim  ritter. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  19.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg    D.  B.  A.  11   S.  383  Anm.  2. 

988.  Markgraf  Johann  von  Brandenburg  verkündet  als  Hofrichter  des  Königs, 
daß  derselbe  die  an  Straßburg  ergangene  Ladung  vor  das  Hofgericht  bis  zur  nächsten 
Fastnacht  hinausgeschoben  habe.  Prag  1396  October  o  . 

Wir  Johans  von  gotes  gnaden  marggrafe  zu  Brandenburg,  zu  Lusicz  und  herezog 
zu  Gorlicz  des  allerdurchleuchtigisten  fursten  und  heren,  hern  Wenczlaus  romischen 
kunigs  zu  allen  zeiten  merers  des  richs  und  kunigs  zu  Beheim  unsers  lieben  heren 
und  pruders  hofrichter  bekennen  und  tun  kunt  mit  disem  brief,  das  derselb  unser  herr 
und  bruder  der  kunig  dem  ammeister,  rate  und  den  burgern  gemeinlich  der  stat  zu 
Strassburg  in  solichen  ladungen  ansprachen  und  sachen,  als  er  oder  ymant  von  sinen 


1(1 


1385  ■■'■■ 

Wegen  zu  b  hat  und  vor  einem  und  des  reichs  hofgericht  uf  sy  von  sinen  wegen 
gegangen  und  getriben  sein  einen  ufschlag  gegeben  hat  bis  uf  die  vasnacht,  die 
schienst  kuinpt,  also  das  hie  c/.wischcn  und  derselben  vastnacht  vor  dem  egenanten 
hofgericht  als  von  siner  ansprach  wegen  keynerley  gericht  oder  'läge  uff  die  egenanten 
i  burger  geen  oder  getriben  werden  sol  an  geverde  doch  unschedlieh  yedwederm  teyle 
an  einem  rechten,  mit  arkund  diez  briefe  versigelt  mit  des  egenanten  hofgericht  es 
afgedrucktem  insigel.  geben  zu  Prag  des  neehsten  sampstag  nach  sant  Franciscien- 
tage  nach  Crists  geburt  1395. 

Str.  St.  A.  107.  nr.  2.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  i.  v.  impr. 


i<>  9!li).  Bischof  Wilhelm  von  Straßburg,   der  Landvogt  im  Elsaß,  die  10  elsäs- 

sischen  Reichsstädte  und  die  Stadt  Slraßburg  schließen  eine  Landfriedens- Einigung 
auf  5  Jahre  und  setzen  einen  Siebenmännerausschuß  ein.  1395  October  13. 

In  gottes  namen  amen,  wir  Wilhelm  von   gottes   gnaden   byschof   zu  Strasburg 
von    unsern    und    unsers  bystümes    wegen   an   eime   teile,    wir   grave    Emiche    von 

u  Lyningen  lantvogt  in  Eilsasz  und  dise  hie  nachgeschribene  richesstette  in  Eilsasz, 
mit  namen  Hagenowe,  Colmar,  Sletzstat, . .  . ,'  Obernehenheim,  Mulhusen,  Keysersberg, 
Thüringheim,  Rosheim,  Munster  und  Selsse  von  geheisze  und  empfelhenisze  wegen 
des  allerdurchluhtigesten  fürsten  und  herren,  herren  Wentzeslawes  von  gotz  gnaden 
römischen    k  iniges    zu    allen    ziten    merer    des    riches    unde    kiiniges    zu    Beheim, 

*>  unsers  gnedigen  herren  an  dem  andern  teile  und  wir  Johans  Sturm  von  Sturm- 
ecke der  meister  und  der  rat  von  Strasburg  von  unsern  unserre  bürgere  und 
unserre  stette  Stasburg  wegen  an  dem  drittenteile  tunt  kunt  allen  den,  die  disen  brief 
schont  oder  gehorent  lesen,  das  wir  umbe  gemeinen  nutz  des  landes  und  aller  lüte, 
die  dar  inne  wandelent,  wonende  oder  seszehaft  sint,  und  umbe  das,  das  alle  biderbe 

*   und  gerehte  lüte  deste  bas   mügent   sicher    gesin  lybes   und   gutes    uffe   waszer  und 
uffe  lande  und  an  allen  enden  wir  den  ungerehten  gemachet   und  uffgesetzet   habent 
eine  gemeine  früntliche,  getruwe  eynigunge.  und  sol  dise  gemeine  früntliche  eynigunge 
anegon  uffe  disen  hütigen  tag  und  sol  weren  hinnan  bitze  sante  Martins  tage  nehest   sot&r.  n. 
kommet  und  von  demme   sante  Martins  tage   fünf  ganlzc  jare  die  nehesten  nachein- 

:il)  ander  körnende  ane  underlasz  one  geverde.  und  sullent  die  vorgenanten  teile  ein- 
ander getruwelichen  beraten  und  beholffen  sin  zu  allen  iren  kriegen  und  nöten,  die  in 
ufferstant  in  disen  vorgeschriben  ziten  von  den  sachen,  die  die  gemeine  eynigunge 
anrüret  ane  geverde  und  gegen  allen  den,  die  ire  vigende  enhaltent,  husent  oder 
hofenl,  ehssent  oder  trenckent  oder  in  z  i  legende  (?)  sint  mit  worten  oder  mit  wereken 

ss  und  wider  alle  die,  die  soliche  miszetat  tetent,  also  davor  geschriben  stat,  als  es 
sybene  oder  der  merrenteil  under  in  uf  ire  eide  erkennent,  die  darzü  benennet  und 
gesetzet  werdent  von  den  vorgen.  teilen,  das  ist  zu  wiszende  von  den  drigen  teilen, 
von  iedem    teile    zwene   man.    und   soll   darzä   eine   gemeine    sibende   man    sin   der 


1  Lücke  für  einen  Namen. 
VI.  78 


576  1395 

fromme  veste  Jeratheus  von  Rotzenhusen  vom  Steine,  und  süllent  ouch  die  sybene 
sweren  an  den  heiligen,  das  reht  fürderliche  und  ane  verzog  zu  sprechende  umbe 
alle  die  sachen,  die  für  sie  koment  von  der  egen.  gemeinen  eynigunge  wegen  in  alle 
die  wise,  als  auch  die  teile  in  frömede  werent  und  sie  zu  ynen  noch  zu  deheinem 
teile  under  in  niht  gehorten,  und  sol  ouch  ir  keinre  niht  miete  mietewon  nemen  5 
noch  nieman  von  iren  wegen  ane  geverde.  und  ist  es,  das  under  ynen  den  vorgen. 
teilen  deheines  deheinre  hande  not  oder  breste  aneginge  in  die  wise,  das  man  es 
angriffe,  kriegete  oder  schedigete  oder  dehein  teil  deheine  klage  an  iemans  notdurftig 
were,  so  mag  dasselbe  teil,  das  man  denne  also  schadigete  oder  zu  klagende  hette 
oder  die  in  dem  teile,  den  der  schade  geschehen  ist,  dem  sybenden  manne  verschriben  10 
und  den  manen,  das  er  die  andern  sehsse  sine  gesellen  unverzogenliche  zu  ime  besende 
zum  ersten  lantdage  gein  Strasburg,  zum  andern  gein  Mollesheim  und  zu  dem  dritten 
tage  gein  Hagenowe,  und  also  die  lantdage  für  sich  usz.  und  süllent  der  sybende 
man  und  die  sehsse  sine  gesellen  bi  yren  eiden  unverzogenlichen  varen  in  die  stat, 
dar  sie  danne  von  dem  sybenden  manne  gemanet  worden  sint,  die  sachen  verhören  15 
und  niht  von  dannan  kommen,  sü  oder  der  merre  teil  under  in  habent  denne  erkant 
bi  iren  eiden,  was  sie  beduncket,  das  denne  zu  derselben  sachen  zu  tunde  sie,  es 
were  denne,  das  sie  es  mit  des  klagenden  teiles  willen  übertragen  möhtent.  und  was 
dieselben  sibene  oder  der  merre  teile  under  in  darumbe  bekennent,  das  dem  klagen- 
den teile  zu  tunde,  zu  helffende  und  zu  ratende  sie  und  wie  verre  man  ime  helffen  20 
sülle  nach  gelegenheit  der  sachen,  es  sie  mit  uszogende,  mit  eime  besesze  und  mit 
allen  sachen,  das  süllent  die  vorgen.  teile  bi  iren  eiden  getruwelichen  volle  füren  one 
alles  ander  erkennen  one  alles  sumen  und  hindernisze.  were  es  ouch,  daz  ieman, 
wer  der  were,  der  driger  teile  deheines  anespreehe,  warumbe  oder  von  was  sachen 
wegen  das  were,  und  dem  teile,  der  angesprochen  würde,  mit  rehte  darumbe  wolte  2» 
begnügen  vor  den  sybenen  diser  eynungen,  wolte  darüber  den  anesprecher  gegen 
den  angesprochenen  teil  sich  mit  rehte  vor  den  sibenen  nit  laszen  begnügen  und  in 
darüber  bekriegen,  darzü  söllent  die  andern  zwei  teile  dem  angesprochenen  teile 
beraten  und  beholffen  sin  und  süllent  die  sybene  erkennen,  wie  man  dem  teile  darzü 
helffen  solle  doch  usgenomen  küntliche  lehen.  were  auch,  das  ieman  der  drier  teile  30 
deheines  anespreehe  und  wolte  das  teil,  das  angesprochen  würde,  sich  mit  rechte 
gegen  den  anesprecher  nit  lassen  benügen  vor  den  sibenen  diser  eynigungen,  so  sol 
dise  eynigunge,  darumbe  es  angesprochen  ist,  dem  teile  nit  beholffen  sin,  darumbe 
es  sich  mit  rechte  nit  wolte  laszen  begnügen  auch  usgenomen  küntliche  lehen.  doch 
also,  was  helffe  dieselben  sibene  oder  der  merre  teil  under  in  erkennent,  daz  zu  der  » 
helffe  dieselben  vorgen.  drü  teil  ein  teil  also  vil  helffen  und  dienen  sol  also  das 
ander,  es  sie  mit  gerittem  oder  füszgandem  voleke  oder  mit  kosten  zu  habende  ane 
geverde.  würde  man  ouch  einen  besesze  also  tun,  so  süllent  die,  die  zu  diser 
eynigungen  gehörent  und  den  sachen  gesessen  sint,  den  gezüg,  so  sie  hant,  und  das 
man  darzü  bedarff,  fürderliche  darzü  lihen.  und  were  es,  das  üt  von  solichem  gezüge  40 
verlorn  oder  gekrenckert  wurde,  das  sol  man  wider  keren  nach  der  sybener  erkent- 
nisse  oder  des  merren  teiles  under  in.  und  was  kosten  dar  ufgat,  welcher  hande  der 
ist,  den  sol  dise  eynigunge  gemeinliche   liden   und   geben,   und  sol   ouch  ie   das   teil 


1 395  077 

sinoii  teil  dos  kosten  geben  und  bezalen  in  dem  nehesten  manotte  darnoch  bi  dem 
i •  "t 1 1 < ■  und  one  vorzog,  BO  das  von  dein  sibende  manne  an  es  gevordert  wurt.  were  es 
(incli,  obe  dise  eynigunge  debein  slosze  oder  vestin  gewinne,  wo  denne  die  sibene 
oder  der  merrenteil  under  in  erkennent,  das  man  das  slosze  oder  vestin  brechen  sol, 
•>  so  sol  man  das  slosze  oder  vestin  unverzogenliche  brechen  mit  gemeinen  kosten  der 
eynigungen.  und    den   kosten    sol    man    ouch  bezalen  in  dem  nehesten  manotte  dar- 

^nocli,  so  os  von  dem  sibende  manne  gevordert  wirt  nach  vorgeschri bener  wise. 
were  aber,  daz  die  sibene  erkantent,  das  man  das  slosze  oder  die  vestin  behaben 
solte,  so  sollen!  das  slosze  oder  vestin  der  driger  teile  geneme  sin.  wer  es  ouch,  obe 
u  man  in  solichen  sloszen  oder  vestin  gefangen  oder  gut  gewünne  oder  obe  sus 
anders  von  der  gemeinen  eynigungen  glefen  und  dienere  deheinre  bände  gefangen 
oder  gut  gewünuent,  do  sol  man  die  gefangen  und  das  gut  teilen  ieglichem  teile 
nach  murgzal,  alles  ungeverlicben.  were  es  aber,  das  der  vorgen.  sehsser  einre 
oder    Die,    so  sü  uf  solichc    tage    varen    sullent,  nit    beime  werent,  oder  daruf  niht 

ir'  kommen  muhtent  oder  ein  teil  die  sinen  andern  wollent,  so  sol  dasselbe  teil  an 
der  an  des  slat  schicken  unverzogenlichen.  und  so  sollent  denne  die  oder  der,  die 
darzii  also  geschicket  werdent,  sweren,  das  reht  zu  sprechende  in  alle  die  wise,  als 
vor  ist  bescheiden,  und  alles  das  mäht  haben  zu  erkennende,  das  der  oder  die  hettent 
an  der   slat    sie  danne  da  sint  one  alle   geverde.    was    krieges   ouch   in    disen  zilen 

■o  du  gemeinen  eynungen  deheinen  teile  under  in  angefallen  were  und  vor  den  sibenen 
uszgel ragen  were,  das  man  dem  teile  helffen  solte  und  die  kriege  in  disen  zilen  nit 
gerihlot  noch  versunet  würdent.  darzii  sollent  sie  einander  beraten  und  beholffen 
sin  nach  disen  fünf  jaren,  als  die  sibene,  die  des  males  warent,  do  sich  der  krieg 
erhüp   oder    der   merrenteil    under   in    erkennent   one    alle    geverde.    was   redelicher 

25  schulden  der  vorgen.  teile  deheines  schuldig  were,  bezalet  das  teil  die  schulde  niht, 
so  sol  man  ime  nit  darzii  beholfen  sin.  were  aber,  das  ieman  der  vorgen.  teile  deheins 
deheine  unredeliche  schulde  vorderte  oder  darumbe  angriffe,  und  das  angesprochenen 
(eil  beduhte,  das  die  schulde  nit  redeliche  were,  wil  do  der  angesprochen  teil  dem 
anesprecher  darumbe   rehtes  gehorsam   sin    vor  den  sybenden   diser  eynungen  und 

*o  versprecher  des  rehten  darumbe  von  dem  angesprochenen  teile  und  wolte  in  darüber 
kriegen,  so  sollent  ime  die  andern  teile  wider  den  oder  die  beraten  oder  beholffen 
sin,   und    sullent  die   sibene   bekennen,    wie  man   dem   angesprochenen   teile   darzö 

Ihellffen  solle  one  alle  geverde  und  umbe  das,  das  die  Strassen  uff  lande  und  uff  wasser 
dester  bas  gefridet  werden  mögent,  so  sol  iegliches  teil  under  den  vorgen.  drigen 
H  I eilen  mit  sime  kosten  und  schaden  usrihten  und  haben  zehen  glefen,  ie  die  glefe  mit 
zweien  pferden  und  zehen  einspennige  gewoffente  knehte  ieglichen  mit  eime  pferde 
und  das  der  gewoffente  kneht  habe  mit  namen  :  sine  pantzer,  ein  ysin  hiit  und  ein 
spiesz  in  der  hant  oder  sin  armbrost.    und  sollent   iedes  teiles   glefen   ein  höbetman 

»haben  und  sollent  die  drie  höbetlütc  dem  vorgenanten  herren,  dem  lantvögte,  dem 
l  houbetmanne,  so  er  selber  uf  dem  velde  gegenwertig  ist,  gehorsam  sin,  wanne  er  ein 
gemeine  höbetman  sol  sin  dos  volckes  diser  eynigunge.  und  sol  derselbe  houbetman 
und  volg  Stellende  sin  noch  bösen,  argwenigen,  übeltetigen  lüten,  die  mit  nemen,  robe, 
morde,  brande,  gel'engnisse,  unrehlem  widersagende  oder  andern  bösen   wereken  den 


578  1395 

stücken  gliche  ieman  schedigent  an  libe  oder  an  gute,  so  verre  das  sü  soliche  getat 
nit  verantwurten  möhtent  mit  eime  gemeinen  gelicheme  rehten  und  darumbe  sü  niht 
gemeines  glichen  rehten  sich  erbietent,  zu  gebende  und  zu  nemcnde  und  des 
gehorsam  zu  sinde  vor  den  sibenen.  und  wo  in  solche  lüte  fürkement  oder  sü 
wüstent  oder  befündent,  do  der  vorgen.  grafe  Emiche  der  houbetman  nit  bi  in  uf  5 
dem  velde  were,  die  sullent  sü  bi  iren  eiden  vohen,  anegriffen,  uf  enthalten  und  die 
zu  stunde  antwurten  in  die  neheste  stat,  die  zu  diser  eynunge  gehöret,  in  der 
sibener  namen  .  .  dem  obersten  meister,  der  denne  zu  der  zit  in  der  stat  ist.  und  sol 
ouch  der  stettemeister  .  .  dieselben  in  der  gefengnisse  also  enthalten  untze  uffe 
der  sibener  sprachen,  und  was  in  denne  .  .  die  sibene  heiszent  fürbasser  antworten  10 
oder  damitte  tun,  das  sol  denne  der  stettemeister,  dar  er  danne  geantwurtet 
ist,  unverzogenliche  halten,  tun  und  vollefüren.  und  sol  ouch  kein  stette- 
meister noch  nieman  solichen  gefangen  anders  deheine  zil  oder  tag  geben,  ane 
der  sibender  goheisze  und  wille.  wer  aber,  daz  der  vorgen.  grave  Emiche  der  houbet- 
man selber  bi  dem  obgenanten  volgke  uffe  dem  velde  were  und  ieman  gefangen  ir> 
wurde,  den  sol  der  vorgen.  houbetman  in  sinen  gewalt  füren  und  in  halten  untze  uf 
der  sibener  sprechen,  und  was  die  sibene  erkennent,  das  man  dem  oder  den  gefan- 
genen tun  oder  man  von  ynen  rihten  solle,  das  sol  der  vorgen.  houbetman  ynen 
unverzogenlichen  heissen  di'in  und  von  ynen  dün  rihten,  als  es  die  sibene  denne 
erkant  habent.  und  ouch  den  gefangenen  dehein  zil  geben  ane  der  sibener  urlop  und  n 
erkennen,  wände  ouch  die  sibene  fürderliche  söllent  erkennen  und  tun  von  ynen 
rihten  nach  dem  rehten  und  nach  der  getat,  also  sie  danne  begangen  hant  mit  den 
egenanten  bösen  stücken  nach  gelegenheit  der  Sachen  mit  einre  solichen  büszen  und 
beszerungen,  also  sie  denne  nach  deine  rehten  verschuldet  hant  nach  erkentnisze  der 
vorgen.  sibener  oder  des  merrenteiles  under  in.  und  sol  man  ouch  die  von  banden  25 
nit  lassen  one  aller  der  vorgen.  teile,  es  süllent  ouch  aller  derselben  teile  stette  und 
vestin  demselben  volcke  und  ouch  allen  andern,  die  zu  den  teilen  gehorent,  von  aller 
der  sachen  wegen,  die  zu  diser  gemeinen  eynigungen  treffent,  offen  sin,  darinne  und 
darusz  zu  behelffende  und  in  selber  das  beste  zu  tunde  zu  iren  nöten  der  gemeinen 
eynigungen  one  alle  geverde.  dieselbe  vorgen.  teile  sullent  ouch  bestellen  und  besorgen,  so 
das  man  in  allen  stetten  diser  einigungen  den  vorgen.  glefen  und  diener,  iren  pferden 
und  in  selber  koste  geben  sol  umbe  bescheiden  zitlich  gelt  ungeverliche,  in  welhes 
teiles  gebiete  oder  gerihte  ouch  ieman  kerne,  der  ein  schedelich,  übeltetig  man  were 
und  den  andern  teilen  oder  ir  eime  oder  den  iren  schaden  geton  hette  in  den  ziten 
diser  eynigungen  und  dasselbe  teil  oder  der  rat  desselben  teiles  erkante  uf  iren  eit,  35 
das  er  ein  schedelich  man  were  und  sie  wider  reht  geschediget  hette,  do  sol  das  teil, 
dahin  er  komen  ist,  in  angriffen  und  in  bussen  und  bessern  nach  dem  rehten  glicher 
wise,  als  obe  demselben  teile  dasselbe  unreht  geschehen  were.  wo  ouch  dieselben 
teile  findent,  daz  ieman,  wer  der  were,  der  under  ir  deheines  teiles  gebiete  seszhafft 
were,  ein  frömede  volg  oder  krieg  in  der  teile  deheines  brehte  unhervolget  sinre  40 
sachen,  den  sol  das  teile,  under  dem  er  denne  seszhaftig  ist,  herteklich  und  vestek- 
lichen  straffen,  durch  das  sich  sin  andere  lüte  dester  e  erlaszent  zu  glicher  wise,  als 
obe  es  denne  die  sibene  oder  der  merreteile   under  in  erkennent    ouch  ane  geverde. 


1395  579 

were  ouch,  das  ieman  diser  teile  der  eynigungen  empfunde,  das  ein  frömede  volg 
in  dis  lant  zügc  oder  ziehen  wolle,  duz  sol  es  zu  .stunt  unverzögenlichen  dem  süben- 
den  manne  verkünden,  und  sol  denne  der  sibende  man  zu  stunde,  so  es  ime  verkündet 
wurl  oder,  obe  er  es  von  ime  selber  empfunde,  den  boubetman  und  die  andern  sehsse 

.-,  sine  gesellen  besenden  und  sehicken  an  eine  stat  der  vorgen.  stette,  wo  in  das  alles 
gelegenlicheste  beduneket.  und  süllent  ouch  die  sehsse  forderliche  aldar  komen  und 
zu  rate  werden,  was  man  darzü  tun  oder  sieh  dagegen  stellen  solle,  und  was  die 
sibene  denne  also  Überkomment,  daz  sollent  die  vorgen.  drü  teile  tun  und  vollefuren 
ane  alle  geverde.  es  ensol  dehein  teil  ander  den  vorgen.  teilen  ieman  trösten  in  sine 

10  stette,  vestin  oder  slosze  wider  dise  eynigunge  und  er  neme  denne  dise  eynigunge 
iisz.  würbe  ouch  ieman  in  dise  einiglinge,  do  die  vorgen.  sibene  oder  der  merrenteile 
ander  in  beduhte,  das  er  diser  einigungen  nit  gefuglich  were,  den  sol  man  nit  darin 
neinen  noch  emphohen,  und  sol  ime  ouch  dise  einigunge  niht  beholffen  noch  beschir- 
mende sin  in  deheinen  weg  ungeverliche.  were  es  ouch,  das  dehein  angriffe,  der  den 

i5  obgen.  zilen  diser  evnungen  den  egen.  teilen  oder  ir  deheinen  ander  in  besehehe,  do 
süllent  ie  die  nehesten  zu  ziehen  forderlichen  unde  mit  ebne  gesehreige  nachvolgende 
sin  und  das  weren  und  darzü  beholffen  sin  getruwelichen  nach  irem  besten  vermügende 
darzü  ze  lande  glicher  wise,  als  obe  in  die  geschieht  und  schade  selber  geschehen 
were    ungeverlichen.   und   mogent   ouch   die   sibene   die   vorgen.   summe   glefen    wol 

8o  merren,  so  es  sie  notdürftig  beduneket  sin  ane  geverde.  ouch  sollent  alle  herren  und 
stette,  die  in  diser  eynigungen  sint,  oder  noch  darin  komment,  von  keinre  sache 
wegen,  davon  krieg  uferstanden  were  in  diser  einigungen,  dehein  tegedinge,  friden, 
si'me,  riht unge  oder  Ursache  nit  ufnemen  ane  der  egen.  teile  aller  willen  und  gehelle 
ane   geverde.    wir  wellent   ouch  und  setzent,   das  man  kein   closter,    noch  kirchhöve 

N  niht  rohen,  stürmen  oder  stören  sol  in  deheinre  hande  weg  in  diser  einigungen,  es 
werent  denne  soliche  clostere  oder  kirchhove,  darus  oder  darin  dise  einigunge  gesche- 

Idiget  were  worden  oder  würde  ungeverlichen.  were  es  ouch,  das  ieman,  der  zö  diser 
eynungen  gehöret  an  dem  dienste,  so  er  zu  diser  eynigungen  tun  sol,  sumig  were, 
also  das  er  sine  lüte  mit  den  glefen,  gewoffenten  knehten  oder  den  pferden,  so  darzü 
gehorent,  niht  bereitet  noch  wol  uszgerüstet  hette  uf  die  zit,  also  ime  von  dem 
houbetmanne  diser  eynigungen,  der  denne  zu  ziten  ist,  verkündet  were,  was  bresten 
danne  ieman  also  bette,  sin  sie  Kitzel  oder  vil,  den  sol  derselbe  houbetman  den  vorgen. 
sibenen  des  nehesten,  so  sie  znsamene  komment,  förderlich  verkünden  und  sagen, 
und  süllent  denne  der  oder  die,  an  den  der  breste  gewesen  ist,  für  iedie  glefe  alle 
35  tage  der  gemeinen  einigungen  zwene  güldin  geben  und  für  ieden  einspennigen  einen 
güldin  ouch  geben,  und  süllent  das  gelt  die  vorgen.  sibene  bi  iren  eiden  niemanne  raren 
lassen,  und  sol  ouch  iedas  teil  sin  gelt,  das  es  geben  sol,  geben  und  bezalen  in  dem 
nehesten  manotte  darnoch  ane  vertzog.  so  es  an  unserm  teile  eins  von  dem  sibenden 
manne  gevordert  wurt,  were  es  ouch,  obe  dehein  herre  oder  stat  oder  wer  die  werent. 
die  zu  diser  einigunge  gehorent,  zu  diser  zit,  so  sie  zu  der  eynigungen  dienen  süllent, 
semmeliche  lüte  mit  glefen  darzü  schicketent,  die  dem  houbetmanne  und  den  sibenen 
diser  eynigungen  niht  gesellichen  werent,  die  mögent  der  houbetman  oder  die  sibene 
wider  heim  senden   und  andere  heiszen  an  der  stat  schicken   in  den  nehesten  achte 


580  1395 

tagen  darnach,  die  da  gut  redelich  und  reisig  sint  zu  ritende  ane  geverde  oder  die 
lute  mit  den  glefen  und  die  reisigen  knehte,  die  in  niht  gefelliche  werent,  also  davor 
stat,  bi  ime  beheben  untze  andere,  die  man  danne  an  ire  stat  dar  sendende  wurt, 
komment.  were  es  ouch,  das  ieman  widerseite,  offene  vigentschaft  oder  kriege  in  diso 
eynunge  braht  hette,  was  sachen  oder  schaden  vormals  davon  uferstanden  und  ge-  t 
wahssen  were,  darzii  sol  dise  eynigunge  niht  beholffen  sin,  sü  tete  es  denne  gerne. 
wolte  man  aber  denselben  fürbas  kriegen,  über  das  er  sich  rehtes  erbütte  und  gehorsam 
wolte  sin  vor  den  sibenen  diser  einigungen,  so  sol  man  ime  uf  den  eit  von  di.-i t 
eynigungen  wegen  beholffen  sin  umbe  alles  das,  was  ime  darnach  beschehe  und 
widerfure.  ouch  sol  dise  eynigunge  ein  gemeine  ingesigel  haben  und  sol  ouch  das  der  10 
sibende  man  alle  wege  bi  ime  behalten,  und  sol  ouch  dise  eynigunge  ein  gemeinen 
geswornen  schriber  haben,  der  domit  nit  besigeln  sol,  denne  mit  des  sibenden  mannes 
wissende  und  willen,  und  sol  ouch  nieman  ein  fürgebot  geben  one  des  sibenden 
mannes  geheisze,  wissende  und  wille.  es  ist  ouch  beret,  were  es,  davor  got  sie,  das 
der  vorgen.  herre,  herre  Wilhelm  bischof  zu  Strasburg  in  disen  zilen  abeginge,  das  got  15 
lange  wende,  oder  von  dem  bistüme  kerne  und  zu  eime  andern  bistüme  kerne  oder 
in  weihen  weg  das  beschehe,  so  sollent  doch  wir  die  andern  zwei  teil  mit  namen : 
die  stat  Strasburg  und  die  riches  stette  dise  einigunge  die  vorgen.  zile  uszhalten 
und  vollefüren  in  der  maszen,  also  dirre  einigunge  brief  wiset  und  seit  one  alle  ge- 
verde. in  allen  disen  stücken  sol  usgenomen  und  behalten  sin  aller  vorgeschriben  *o 
herren,  stetten  und  andern,  die  in  diser  einigungen  sint  oder  harnoch  darin  komcnt, 
und  ir  iegelichem  besunder,  alle  ire  friheite,  gerihte,  rehte  und  gewonheit,  also  sü  die 
bitze  har  braht  und  gehebet  hant,  und  also  das  von  alter  her  komen  ist.  in  diser  eynig- 
ungen nement  wir  alle  gemeinliche  usz  .  .  den  vorgen.  unsern  herren  .  .  den  romischen 
künig  und  das  heilige  riche.  so  nement  wir  die  von  Strasburg  harinne  usz  .  .  den  » 
durchluchtigen,  hoherbornen  fürsten  und  herren,  herren  Lupoiden  hertzogen  von  Osterrich 
etc.,  also  wir  zu  deme  verbunden  sint,  die  wile  die  selbe  büntnisse  weret,  und  unsere 
guten  fründe  die  stat  und  bürgere  zu  Sarburg  von  der  früntschaft  wegen,  die  wir  mit 
in  habent,  die  wile  dieselbe  früntschaft  weret.  ouch  nement  wir  .  .  die  von  Strasburg 
harinne  usz  .  .  den  edeln  herren,  herren  Bernharte  marggraven  zu  Baden  von  der  3« 
früntschaft  und  ursagendes  wegen,  so  wir  mit  ime  habent.  und  die  ursagen,  die  wir 
habent  mit  hern  Heinrich  Kemmerer  und  Gerhart  Schöbe  also  mit  der  bescheidenheit, 
were  es,*das  es  not  beschehe,  das  die  vorgen.  sibene  erkantent,  das  wir  .  .  die  von 
Strasburg  die'ursagen  absagen  soltent,  das  sollent  wir  unvorzogenliche  tun  ane  geverde. 
so  nement  wir  .  .  die  von  Hagenowe  harinne  usz  .  .  die  edeln  herren  Simonde  genant  »5 
Wecker  und  jungher  Friderich  sinen  bruder  graven  von  Zweinbrücken  und  herren 
zu  Bitsche,  diewile  dieselbe  früntschaft  weret,  und  nit  lenger.  alle  vorgeschriben  dinge 
und  ir  iegliches  besunder  habent  wir  .  .  die  vorgen.  drü  teil  für  uns  und  alle  unsere 
nachkomen  gelobet  und  lipliche  zi'i  den  heiligen  gesworn,  getruwelich,  stete,  veste  und 
unverbröchenlich  zu  haltende,  zu  habende  und  zu  vollefurende  in  alle  die  wise,  also  *> 
da  vorgeschriben  stat.  und  darzii  wenne  unsere  rete  in  den  stetten  abegant,  das 
denne  die  alten  abegonden  rete  .  .  den  nuwen  anegonden  reten  dise  eynigunge  in 
iren  eit  geben  und  emphelhen  sullent  zu  haltende,    zu  habende    und  zu  vollefurende 


1395  581 

in  alle  die  wise,  also  diser  einigiingen  brief  stat  alle  argeliste  und  geverde  harinne 
uszgeslossen.  und  zu  eime  waren  Urkunde  aller  vorgeschriben  dinge  so  han  wir  der 
vorgen.  bischof  Wilhelm,  wir  grave  Emiche  von  Lyningen  Iantvögt  und  wir  .  .  die 
vorgen.  stette  unsere  ingesigele  an  disen  brief  getan  heneken.  der  geben  wart  an 
der  nehesten  raittewochen  vor  sante  Gallentage  .  .  des  jares,  do  man  zalte  von  gottes 
gebürte  drülzehen  hundert  jare  nüntzig  und  fünf  jare.  und  sint  dirre  briefe  drige 
geliche,  der  eine  bi  dem  bischofe  von  Strasburg,  der  ander  bi  dem  riebe  und  der 
dritte  bi  der  stat  zu  Strasburg  verliben  sollent.  1395  October  13. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  u.  or.  mb.  70  cm.  lang  50  cm.  breit  mit  13  hangenden  Siegeln. 

—  ibid.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Als.  dip.  II,  295. 

Erwähnt  D.  B.  A.  II,  173  Z.  15.  vgl.  d.  Notiz  dazu. 
Auszug  Bapp.  ürkb.  II,  344. 
Beg.  d,  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1655 


iä  990.  Jeratheus  von  Ratzenhusen  vom  Steine,  der  zum  «Siebenten  Mann»  der  am 

13  October  1395  abgeschlossenen  elsässischen  [Landfriedens-]  Einigung  erwählt  worden 
ist,  erklärt,  dies  Amt  treu  und  unparteilich  führen  zu  wollen  und  seine  Burgen  und 
Schlösser  allen  Angehörigen  des  Bundes  offen  sein  zu  lassen.  Sehaden  und  Unkosten, 
die   ihm   im   Kriege   und  Dienste   des  Bundes  erwachsen,   will  er  nicht  im  einzelnen 

2o  vergütet  haben,  sondern  gegen  einen,  in  Vierteljahrsraten  zu  zahlenden  Jahrsgehalt 
von  300  Gulden  selbst  tragen.  Alle  Beteiligten  siegeln :  Jeratheus  von  Ratzenhusen. 
lüschof  Wilhelm,  Landvogt  Etnicho  von  Leiningen,  Strassburg  und  die  elsässischen 
Reichsstädte.  [1395  um  October  13.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  fasc.  8.  cop.  coaev. 

85  991.  König    Wenzel  erklärt   sich    einverstanden   mit    der  am   13  October  ge- 

schlossenen elsässischen  Landfriedenseinigung  sowie  der  Einsetzung  des  Siebener- 
ausschusses. [1395  nach  dem  13  October.] 

Wir  Wentzelaus  etc.  tünt  kunt  etc.  alse  der  erwürdige  Wilhelm  von  gots  gnaden 
bischof  zu  Strazburg,  der  edele  grave  Emiche  von  Lyningen  unser  lantvogt  und  des 

so  richs  stette  im  Elsasz  und  die  stat  von  Strazburg  unser  lieben  getruwen  umb  solichen 
nutz  und  notdurft  des  landes  und  der  lüte  do  selbes  allem  gewalt  und  unreht  zu 
widerstände  und  unser  und  des  richs  wegen,  und  daz  sü  auch  uns  und  dein  riche 
deste  bas  gedienen  und  gehelffen  mügent,  anderstanden  hant  zu  werende.  dar  umbe 
so  habent  wir  in  eine  einmütikeit  gegünnet,  gunnent  und  erloubent  in  die  mit  craft 

85  dis  briefes  fünff  jare  aneinander,  also  daz  ein  brief  wiset,  den  sü  dar  über  gemacht 
haut,1  usz  unwiderrüfelichen.  und  wellcnt  uude  gebietent  in  ouch,  daz  sü  dieselbe 
einmulikeil  getruwelich  und  vesteclich  die  egenanten  fünf  jar  us  haltent  und  einander 

1    Vgl.  oben  den  Vertrag  vom  13  October. 


&82  13Ö5 

getruwelich  beraten  und  beholffen  sien  süllent  one  argelist  und  geverde.  und  alse 
ouch  su  süben  über  ir  einmutikeit  gekosen  und  gesatzt  hant,  obe  ieman  zu  in  sprechen 
wolte  oder  sü  zu  ieman  sprechen  woltent,  daz  man  es  vor  den  süben  ustragen  sol  und 
daz  es  och  do  bi  blibe,  so  wellent  wir,  das  sü  weder  vor  unser  hoferichte  noch  anders 
wohin  nit  geladen,  bekümbert  noch  geheischen  süllent  werden  die  obgenanten  zil  us.  r, 
wer  es  aber,  das  sü  oder  deheine  besunder,  die  in  der  einmutikeit  sint,  vor  unser  hofe- 
gerihte  oder  anderswohin  in  disen  vorgeschriben  fünf  jaren  geladen,  bekümbert  oder 
geheischen  würdent,  daran  süllent  sü  sich  nit  keren,  und  sol  in  ouch  kein  schade  sin 
noch  bringen,  besunder  sü  süllent  bi  unsern  gnaden  bliben,  die  wir  in  getan  hant,  alse 
vorgeschriben  stat.  darzü  so  befelhen  wir  dem  obgenanten  graven  Emiche  und  eime  i» 
ieglichen,  der  danne  zu  ziten  houptman  dirre  egenanten  einungen  ist,  daz  sü  dez 
riches  venlin  füren  mügent  und  süllent,  alse  dicke  sü  truwent,  daz  es  notdurftig 
nutze  und  gut  sy.  Urkunde  dis  briefes  etc.  [Datierung  fehlt.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  c.  fas    8   cop.  eh.  coaev 

Erwähnt  D.  B.  A   II,  173.  15 

992.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg  :  bescheidet 
ihnen  und  dem  «gleissenden  Wolf»  einen  tag  nach  Baden  auf  nächsten  mitw< ich  oder 

°Clod'™zi    donnerstag.         datum  Baden  ipsa  die  beati  Galli  confessoria  Baden  [1395]  October  16 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.  1657.  20 

993.  Beschwerden  der  Stadt  Strassburg  gegen  Bruno  von  Bappoltstein :  1)' wegen 
Gefangennahme  eines  Bürgers  namens  Unfried.  —  2)  weil  einer  Frau,  genannt  But- 
tererin,  zu  Gemar  4  Tonnen  Hering  genommen  sind.  —  3)  wegen  Gefangennahme 
Schätzung  und  arge  Behandlung  eines  Strassburger  Bürgers,  des  Grempers  Wetze 
bei  Bergheim  .  .  .  und  ist  unserer  stette  und  unserem  burger  das  geschehen,  in  dem  25 
als  wir  meinent,  guten  friden  mit  herr'Brunen  zu  haben,  und  begerent  darumbe,  das 
uns  und  unseren  bürgeren  gekeret  werde  und  der  fridbruch  verbessert. 

[1395  vor  October  20.] 

Colm.  Bez.  A.  Ann.  Bapp.  E  1039  fol.  159  Transscription  des  17.  Jahrh 

Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  442.  30 

994.  Vergleich  zwischen  Straßburg  und  Bruno  von  Rappoltstein,  vermittelt  und 
verkündet  durch  Herzog  Leopold  von  Oesterreich.  Breisach  1395  October  20. 

Wir  Lüpolt  von  gots  genaden  hertzog  z "1  Oesterrich,  ze  Styr,  ze  Kernden  und  ze 
Krain,  graf  ze  Tyrol  etc.  tünt  kunt  umb  die  stözz  und  spenne,  die  da  waren  zwischen 
dem  edeln,  unserm  lieben  getruwen  Brunen  von  Bappoltzstein  einhalben  und  den  3s 
erbern  wisen  unsern  besunder  lieben  .  .  dem  meister  und  dem  rat  der  stat  ze  Stras- 
burg anderhalben  und  derselben  stözz  sy  ze  peider  sit  uf  uns  komen  sind,  sie  der  ze 
entscheiden    und   darumb  uszesprechen    zu  dem  rehten  nach  ervolgung  sechs  unserr 


1395  583 

rete,  die  beyden  teilen  gemein  wören  und  die  wir  zu  uns  nemen  solten  nach  laute 
und  sag  der  anlass  brief,  die  von  in  ze  beider  sit  darumb  gegeben  sind,  und  wan 
wir  uns  der  sach  angenomen  und  darumb  beyden  teilen  vormals  menigen  tag  be- 
scheiden   haben,   daruf  aber  die    such    nicht  mocht  geendet  werden,   haben  wir  den 

*  egenanten  beyden  teilen  von  der  vorgenanten  sach  wegen  einen  endtag  her  für  uns 
bescheiden  und  verkündet,  als  wir  gegenwurticlich  yetzund  hie  sein,  in  solcher  mass, 
das  wir  der  sach  wolten  hie  ein  ende  machen  und  darumb  aussprechen,  als  sy 
der  mit  iren  anlass  briefen  uf  uns  komen  weren  und  welcher  teil  nicht  kerne  oder 
seinen   anwalt  her   schicket,    so  wolten  wir  dennoch  einen  weg  als  den  andern  aus- 

10  sprechen  und  der  sach  ende  machen  an  alles  vertzihen  und  underlas.  nu  habent  die 
egenanten  von  Strasburg  den  gegenwürtigen  tag  redlich  gesucht  und  der  von  Rapoltz- 
stein ist  nicht  komen  noch  iemand  von  seinen  wegen,  als  in  doch  der  tag  bescheiden 
ist.  haben  wir  angesehen  und  betrachtet,  das  wir  die  sach  mit  dheinen  glymphen 
nicht  lenger  vertzihen  mochten,  nach  dem  als  wir  uns  des  mit  unsern   lesten  briefen 

^  gen  den  egenanten  bedenteilen  verschriben  und  verfangen  hetten  und  haben  nach 
ervolgung  der  nachgeschriben  sehs  unserr  rete,  das  ist  .  .  der  von  Torberg,  .  .  der 
von  Winsperg  unser  lantvogt,  Walther  von  der  Hohenklingen  .  .  der  probest  von 
Lutembach,  Heinrich  der  Gessler  und  Burgkart  der  münich  von  Landeskron,  die  wir 
zfi  uns  satzten  umb  die  vorgenante  sach  ausgesprochen,  und  sprechen  auch  zu  dem 

an  rechten  nach  beyder  teil  fürgab  und  widerred  als  hernach  geschriben  stat : 

Des  ersten,  als  die  von  Strasburg  dem  von  Rapoltzstein  ze  sprechen  umb  vier 
tausent  güldin,  darumb  Rapoltzwilre  ir  pfand  sein  sülle,  und  umb  die  zwei  hundert 
güldin  geltes,  die  in  von  den  nützen  ze  Rapoltzwiler  jerlich  solten  gefallen,  beide 
nach  lute  irer  brief.  darüber  aber  der  von  Rapoltzstein  hat  geantwurtet,  wie  die  von 

ns  Strasburg  .  .  dem  künig  die  stat  Rapoltzwilre  in  gegeben  wolten  haben  und  wie  sy 
im  nicht  rechnung  wolten  stat  tun  und  wie  sy  vür  Rapoltzwilre  gerant  haben  und 
wolten  das  ingenomen  haben,  und  sprichet,  das  sich  ouch  in  der  zit  die  selbe  stat  von 
in  abe  gelediget  haben,  item  und  das  ouch  die  von  Strasburg  in  des  kuniges  acht, 
und  aberacht  weren.  auch  sin  die  von  Strasburg  noch  ir  anwalt  bey  dem  lesten  tage 

so  nicht  gewesen,  davon  sey  er  in  nicht  gebunden  ze  antwurten  über  die  vorgenanten 
stücke:  sprechen  wir:  das  der  von  Rapoltzstein  den  von  Strasburg  umb  die  ege- 
nanten vir  tausent  guldin  und  umb  die  zweyhundert  güldin  geltes  und  umb  ander 
verbriefete  schuld  genüg  tun  sol  nach  laut  und  sag  der  brief,  die  die  von  Strasburg 
von  im  darumbe  habent.  und  wenn  das  geschult,  hat  denn  der  von  Rapoltzstein  oder 

85  yemand  von  sinen  wegen  den  von  Strasburg  ichte  bezalet  oder  geben  an  den  selben 
schulden  und  briefen  oder  das  in  sust  abgenomen  were,  als  recht  ist,  das  er  küntlich 
machet  mit  briefen  oder  mit  erbern  loten,  als  recht  ist,  zwüschent  hinnan  und  sand 
•Inrgen  tag  dem  nehst  künftigen,  das  sol  im  an  der  vorgenanten  schuld  und  briefen 
abegon    und   abgezogen  werden,    denne   als  sich   Heintzman  von  Mülnheim,   der  von 

40  Strasburg  mitburger,  beklagt  von  des  satzes  wegen  Gemer,  darüber  des  von  Rapoltz- 
stein antworte  was:  der  von  Mülnheim  hab  in  demselben  geslosze  lüte  wider  in 
gehalten  uf  sinen  schaden,  des  im  aber  der  Mülheim  nicht  anhelig  ist.  sprechen 
w  i  r  :  das  der  von  Rapoltzstein  demselben  von  Mülheim  auch  gnüg  tun  sol  nach  sag 

VI.  74 


1396 
April  23. 


584  1395 

und  laut  der  brief,  die  er  von  im  hat  umb  den  egenanten  satz  Gemer  oder  umb 
ander  verbriefte  schuld,  und  wenn  das  geschiht,  hat  denn  der  von  Rapoltzstein  oder 
yemand  von  sinen  wegen  dem  von  Mulheim  ichtes  bezalt.  oder  geben  an  denselben 
schulden  und  briefen,  oder  das  im  sust  abgenomen  wer,  als  recht  ist,  das  er  küntlich 
machet  mit  briefen  oder  mit  erbern  luten,  ouch  als  recht  ist  zwüschent  hinnan  und  & 
sant  Jörgen  tag  dem  nehst  künftigen,  das  sol  im  ouch  abgeen.  also  sich  denn  der 
von  Rapoltzstein  beklagt,  wie  die  von  Strasburg  in  einem  guten  frid  und  siine  nach 
sinem  lib  und  gute  gestellet  haben,  die  wile  er  ynner  landes  nicht  gewesen  sey,  des 
er  umbe  virtzigtausent  güldin  schaden  genomen  hab.  da  engegen  aber  die  von  Stras- 
burg antwurtetent,  sie  haben  im  nicht  fürgehalten  und  der  von  Rapoltzstein  hab  an  10 
in  ubervaren  und  sy  zu  groszem  koste  und  schaden  bracht,  sprechen  wir:  sind 
wir  von  beiden  teilen  umb  die  sach  nicht  ander  kuntschaft  vernomen  haben,  denn 
rede  und  Wörter,  das  denn  die  sach  ze  beidersit  gentzlich  verrichet  und  absein  sol. 
denn  als  sich  die  von  Strasburg  aber  beklagent  von  einer  irer  mitburgerin  wegen 
umb  vier  tunnen  hering '  und  von  eins  andern  irs  mitburgers  wegen  umbe  siben-  ,j 
undzwentzig  styer,  das  alles  der  egenant  von  Rapoltzstein  sol  genomen  haben,  und 
darzü,  wie  ouch  ander  ire  kouflüte  und  burger  anegriffen  sin  aus  seinen  geslossen, 
und  darüber  aber  des  von  Rapoltzstein  antwurt  was :  die  vier  tunn  hering  weren  von 
zolles  wegen  verfüret,  den  man  davon  nicht  gegeben  hett.  denn  die  stier  hab  er  einem 
von  Mümpelgarten  genomen  und  dem  die  ouch  vergolten,  und  hab  die  keinem  der  *> 
iren  nicht  genomen.  als  denn  die  iren  süllen  usz  sinen  gesloszen  angegriffen  sin, 
darumb  sy  im  nicht  kunt.  sprechen  wir:  sind  die  vorgenanten  vier  tunne  hering 
rehtlich  verfüret  und  an  einer  stat,  do  der  von  Rapoltstein  von  rechtes  wegen  zolle 
nemen  sol,  das  sich  daz  erfindet,  so  sol  er  nichtes  darumb  gebunden  sin,  weren  sy 
aber  nicht  also  verfüret,  so  sol  er  sy  widerkeren.  denn  umb  die  stier,  sind  die  nicht  g& 
eines  von  Strazburg  gewesen,  so  sol  der  von  Rapoltstein  darumb  nichtes  gebunden 
sin  ze  tun.  aber  von  der  angriff  wegen,  die  da  süllen  beschehen  sin  von  sinen  ge- 
sloszen, das  an  sin  wiszen  sol  beschehen  sin,  als  er  sprichet,  dar  an  süllen  sich  die 
von  Strasburg  benügen  lassen,  das  die  von  Strasburg  das  noch  aber  klagent,  wie  sy 
den  von  Rapoltstein  ze  burger  aufgenomen  habe  und  (er)  in  gelobt  hab  iren  frumen  so 
zu  werben  und  iren  schaden  zu  wenden,  als  si  des  sin  brief  haben,  das  er  alles  an 
in  überfaren  hab,  des  si  zu  schaden  komen  sin  umbe  hundert  tausent  guldin.  da 
engegen  sin  antwurt  was :  er  löigent  nicht,  er  wer  ir  burger  worden,  si  betten  aber 
in  der  zit  nach  sinem  lib  und  gut  gestellet,  das  im  ouch  wol  müglich  wer  ze  tun, 
was  er  in  Übels  zugezihen  möchte,  derzü  so  wer  ouch  begriffen  in  der  fürsten  und  t& 
stette  berichtung,  das  alle  ussburger  abe  sin  solten,  darzü  so  sey  ouch  die  sach  ver- 
richtet, als  .  .  der  künig  am  lesten  ein  richtung  getan  hab.  sprechen  wir:  sey 
die  selb  sach  vormalen  also  berichtet  von  dem  künig  oder  von  sinen  wegen,  das  es 
denn  noch  ze  beider  sit  bey  derselben  richtunge  blibe.  darnach  was  aber  des  von 
Rapoltstein   klage :   wie   er   von   dem   römschen    künig   einen   zol   zu  lehen  hat,    der  40 


Vgl.  oben  nr.  993. 


1395  585 

jerlicfa  geben  sülle  bi  fünf  hundert  pfunt  gelles  Sliasburger  pfennig,  und  des  sie  in 
entweret  haben  dritzehen  jare,  das  naeh  den  jaren  ein  michel  summ  geltz  bringe,  da 
engegen  der  von  Strasburg  entwurte  was:  der  von  Rapoltstein  het  sy  des  Zolles  mit 
gutem  willen  erlaszen  und  überhebet,  sprechen  wir:  sey  das  der  von  Rapoltstein 

5  den  von  Strasburg  nicht  gehele,  das  er  sie  des  selben  zolles  williklich  erlassen  hab, 
das  denn  die  von  Strasburg  dem  von  Rapoltstein  widerkeren  die  zoll,  die  sy  und  die 
iren  verfüret  haben  nach  erfindung,  es  sy  denne,  das  sie  brief  und  urkund  haben, 
das  sy  der  zoll  nicht  geben  und  der  überhaben  sein  süllent,  des  süllen  sie  genieszen. 
als  darnach  aber  die  von  Strasburg  klagten :    wie  in  der  von  Rapoltstein  ir   knechte 

io  unentsaget  gevangen  habe,  die  er  billich  von  richtung  wegen  solt  lidig  gelassen  haben, 
und  des  si  zu  grossen  schaden  und  smech  komen  sin,  da  engegen  des  von  Rapoltstein 
antwurt  was:  dieselben  knechte  hietten  im  nach  gestellet  und  geylet,  doch  so  hiett 
er  sy  nach  der  berichtung  ledig  gelaszen.  sprechen  wir:  hab  der  von  Rapoltstein 
dieselben  also  ledig  gelassen,  das  es  denn  bi  derselben  berichtung  blibe.  darnach  was 

h  aber  des  von  Rapoltstein  klage :  wie  die  von  Strasburg  auf  sin  eigin  gut  ir  greben 
und  mawr  gesetzt  haben  und  in  zweier  hofe  ze  Strasburg  entweret  haben,  darzii  sein 
sy  im  uf  sin  gut  gerant  und  haben  im  die  seinen  übelhandelt,  über  das  alles  haben 
sy  iren  mytburgern  verbotten,  das  si  im  nicht  tag  geben  soltent  umbe  die  schuld, 
so  er  in   schuldig  were,    das  die  von    Strasburg  aber  verantwurtent :    sy  haben  das 

8«  pavv  getan  bey  tag  und  nicht  bey  der  nacht  und  zu  den  ziten,  do  er  ir  burger  und 
gemeiner  gewesen  sey,  und  hab  ouch  das  vor  nie  gemeldet,  denn  umb  die  höfe  da 
haben  die  gelter,  den  einen  für  ir  geltschuld  in  ir  gewalt  bracht  vor  des  bischofs 
von  Strasburg  geriht  und  das  gee  si  nichts  an,  denn  den  andern  hof  hab  ainer  irer 
mitburger  inne,    und  dem  müge  er  wol  mit  dem  darumb  zu  sprechen,    als  recht  sy, 

u  und  daz  gee  sy  auch  nichtes  an.  darnach  als  man  im  sol  haben  uf  sin  gut  gerant 
und  .  .  Pfortzheim,  der  da  wart  geslagen,  die  selb  sachen  sind  beide  vorberihtet.  als 
si  denn  den  iren  süllen  verbotten  haben,  das  man  im  nicht  tag  gebe  umb  sein  gelt- 
schuld,  so  er  schuldig  were,  des  sin  sy  unschuldig,  wol  haben  ir  burger  ir  geltschuld 
nach  gevaren  nach  irer  brief  sag.  sprechen  wir  aber:  seid  der  von  Rapoltstein 

so  das  pa\v  der  greben  und  der  mawr  nicht  zi'i  der  zit  gemeldet  und  versprochen  hat, 
die  wile  er  ir  burger  gewesen  ist,  so  sein  im  die  von  Strasburg  darumb  umb  nichts 
gebunden,  denn  umb  den  hof,  den  die  gelter  für  ir  geltschüld  mit  dem  rehten  in  ir 
gewalt  bracht  habent,  ist  dem  also,  die  süllen  des  auch  geniessen.  aber  umbe  den 
andern  hof  wil  der  von  Rapolstein  oder  yemand  von  sinen  wegen  darumb  das  recht 

H  suchen,  so  süllen  im  die  von  Strasburg  ein  unvertzogens  recht  schaffen  und  wider- 
varen  lassen  von  dem,  der  den  hof  inne  het  und  besitzet,  aber  als  man  im  uf  sine 
guter  sol  gerant  und  die  sinen  übel  gehandelt  haben  und  ouch  von  Pfortzheim  wegen, 
der  da  geslagen  wart,  sind  dieselben  sach  vormals  vortaydinget  worden,  so  sol  es 
noch  bey  demselben  teidingen  und  berichtung  bliben.  darnach,  als  die  von  Strasburg 

in  süllent  den  iren  verbotten  haben,  dem  von  Rapoltstein  nicht  tag  zegeben  von  siner 
gelt  schuld  wegen,  des  si  sich  aber  entschuldigen,  derselben  enschuldigung  sol  sich 
der  von  Rapoltstein  von  den  egenanten  von  Strasburg  benügen  laszen.  über  die  vor- 
geschriben  stücke  alle  so  sprechen  wir  aber:  das  der  egenante  von  Rapoltstein 


586  1395 

und  die  sinen  und  die  vorgenanten  von  Strassburg  und  die  iren  von  der  vorgenanteo 
saeh  wegen  ainer  dem  andern  volfüre  unverzogenlich  und  stete  halte,  waz  wir 
zwüschen  in  gesprochen  haben,  und  das  sy  gentzlich  darumb  miteinander  bericht  und 
besucht  sein  süllen  getrüwlich  und  an  alles  geverde.  und  des  zu  urkund  haben  wir 
des  gegeinwürtigen  unsers  Spruchs  zwein  glich  spruchbrief  geschaffet  yetwiderm  teil 
einen,  obe  er  des  begeret.  der  geben  ist  zu  Brisach  an  mittenwochen  nach  sand 
Gallen  tag  nach  Crists  gepurt  drewzehenhundert  jare  darnach  in  dem  fünf  und  newnt- 
zigisten  jare. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  73.  cop.  eh.  eoaev.  mit  nicht  gleichmäßig  durchgeführter  Umschreibung 

in  die  Straßburger  Mundart. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  443  pg.  349—53  nach  dem  or.  mb.  in  Paris. 


995.  Meister   und   Rat   von   Strassburg  an  den   Erzbischof  Friedrich   von    Cöln 
berichten  genau  von  ihren  Beschwerden  gegen  Bruno  von  Bapoltstein. 

[1395  nach  October  20.] 

Str.  St.  A.  AA.  112  n.  3.  Fragm.  eines  Concept. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  445. 


996.  Wilhelm  und  All/reckt  Herzöge  von  Oesterreich  an  Straßburg:  antworten, 
daß  sie  sich  bei  Jobst  von  Mähren  und  andern  böhmischen  Herren  wegen  Freilassv m g 
der  Straßhirger  Gesandtschaft  schriftlich  bemüht  haben.         Wien  1395  Octeber  21. 

Wir  Wilhelm  und  Albreht  gevettern  von  gots  gnaden  herezogen  ze  Österreich,  ze  20 
Steyr,    ze  Kernden  und   ze  Krain,   grafen  ze  Tyrol  etc.  embieten  den   erbern  wisen, 
ünsern   sunderlieben  dem    meister   und  dem  rat  ze  Strasburg  ünsern  grüs  und  alles 
gut.  als  ir  uns  yetzund  verschriben  habt,  wie  die  von  Swanberg  ettlich  üwer  botten, 
die  ir  zu  ünserm  herren  und  dem  römischen  künig  gesandt  habt,  ufgehalten,  gevangen 
und  daz  ir  genomen  haben  und  bittet  uns,  daz  wir  darumb  schriben  wolten  ünserm  is 
öheim  hertzog  Johannsen  von  Görlitz,  das  haben  wir  wol  vernomen  und  lassen  uch 
wissen,  das  wir  darumb  demselben  ünserm  öheim  nit  geschriben  haben,  wan  es  sich 
umb  sine  geweite   ettwas  verkert  hat.    wir  haben  aber  darumb    ernstlich  geschriben 
ünserm  lieben  öheim  marggrafen  Josten  von  Merhern  und  den  edeln  Hainreichen  von 
Bosenberg,  Hainreichen  vom  Nüwenhaus  und  andern  lantherren  zu  Behem  und  auch  30 
den  von   Swanberg   selber   und   si    flizziklich   gebeten,   daz  dieselben  gevangen  ledig 
gelassen  und  in  widerkert  werde,  was  si  uns  darüber  ze  antwurte  gebend,  das  wellen 
wir  ew  denn  wissen  lassen.        geben  ze  Wienn  under  ünsern  petschaften  an  donrs- 
tag  der  einleftusend  megdetag  etc.  nonagesimo  quinto. 
Str.  St.  A.  AA.  113.  or.  eh.  I.  cl. 

997.  Schultheiss,  Unterschultheiss  und  mehrere  Bürger  von  Zabern  bekennen 
sich  vor  dem  Hofrichter  in  Strassburg  und  im  Auftrage  Bischof  Wilhelms  zu  einer 
Schuld  von  1000  Gulden,  welche  noch  herrührt  von  einer  durch  Bischof  Friedrich 
bei  der  Stadt  Strassburg  erhobenen  Anleihe  von  10  000  Gulden    und  bestimmen  Nä- 


1395  m 

hcics  über  den  Modii.s  der  Rückzahlung,  welche  Johann  Dutscbman  namens  der 
Stadt  an  bestimmten  Terminen  entgegennehmen  solL  actum  VII  kal.  oovembris 
anno  domini  1395.  t89ö  Ottabmr  20. 

Str.  St.  A.  AA.  1419.  or.  mb.  c.  4  sig.  peud.  quor.  1.  delaps. 


9911.  Meister  und  Kat  von  Strassburg  setzen  dem  Herzog  [Philipp  dem  Kühnen] 
von  Burgund  Anlass  und  Verlauf  ihres  Streites  mil  Bruno  von  Rappoltstein  ausein- 
ander,        datum  Argentine  vigilia  festi  beatorum  Symonis  et  Jude  apostolonim. 

Strassburg  [18&S]  October  27. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  nr.  4.  lat.  or.  mb.  lit.  cl. 
io  Gedr.  Bappolt.  Urkb.  II  Nachträge  nr.  774. 

999.  Die  Stadt  Heilbronn  an  Strassburg:  teilt  auf  Anfrage  mit  .  .  .  do  die 
swebschen  stett  kriegten  mit  der  Wilhelmer,  mit  der  Gerien  und  ouch  mit  der  löwen 

<  lirschaften,  das  ir  und  die  andern  rinschen  stett  do  den  swebischen  stetten  luhen 

hundert  mit  gleven,  und  die  lagen  etwie  lange  ze  Rotemburg  an  der  Tuber,  so  lagen 

15  sie  ouch  etwie  lange  by  uns  ze  Heilprün.    ob  do  ze  male  die  üwern   den  glissenden 

wolff  schedgeten   oder   nit,  des  wissen  wir  nit  eigenlich.        datum  feria  sexta  ante 

omnium  sanctorum.  11996  October  20.] 

Str.  St.  A.  AA.  84  u.  42  lit.  eh.  cl 

1000.  Die  Stadt  Wimpfen  an  Strassburg:  teilt  auf  Anfrage  «von  des  gleissenden 
an   Wolfes  wegen»  mit  .  .  daz  wir  nit  anwiesen  zusagen,  ob  der  schade  grosz  oder  klein 

gewesen  By,  den  er  da  genomen  hat,  als  er  meint,  do  ward  auch  dez  mals  der  ritte 
nit  by  uns  angeleit,  dann  daz  wir  wol  wissent,  daz  der  rinischen  stett  diener  dez 
mals  auch  daby  warent.  auch  hat  er  uns  von  dez  selben  schaden  wegen  vor  ziten 
auch  zu  rede  gesetzet,  darumb  hat  uns  unser  herre  von  Mentze  mit  im  gerillt  und 
25  vereint  von  der  sache  und  andrer  Sache  wegen,  nit  anders  können  wir  iftch  darumb 
wissen  lassen.  datum  in  vigilia  omnium  sanetonun  anno  !)5.  1305  October  AI. 
Str.  St.  A   AA.  84  u.  45  lit.  eh.  cl. 

1001.  Markgraf  Johann   von  Brandenburg  an  Herzog  Leopold  von  Oesterreich: 

antwortet  auf  dessen  Sehreiben    und   verspricht    nach   Kräften   für  die  Freilassung  der 

an  gefangenen  Strassburger  Gesandtschaft  zu  wirken.        geben  czu  Präge  des  donrestagea 

nach  allerhciligenlage.  l'rmj  IS9Ö  November  4. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  10.  or.  eh.  I.  cl. 

1002.  Heinrich  von  Rosenberg  an  Herzog  Wilhelm  und  Albrechl  von  Oesterreich 
wegen  der  Gefangennahme  der  Strassburger  Gesandten:  hat   ihren  I trief  erhalten  und 

H    will,  sobald  er  mit  den  von  Swanberg  zusammentrifft.  .  .  .  mit  in  und  andern  lantherren 

ernstlieh  und  vleissig  reden  von  der  von  Strasburg  wegen geben  ze  Chrüinpnaw 

am  erilag  vor  saut  Merteins  tag  anno  18Q6.  tMMI  Sore/nhrr  ». 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  8.  or.  eh.  I.  cl. 


588  1395 

Novbi-.n.  1003.  Markgraf  Bernhard  von    Baden  an    Strassburg:    soll  heut  über   achl  Tage 

mit  Ludwig  von  Lichtenberg  einen  Tag  leisten  über  allerlei  Sachen,  besonders  aber 
von  Obreht  Kesen  wegen,  der  sein  und  ihr  Bürger  ist.  Er  sei  Straszburger  Bürger 
geworden  mit  Wissen  und  Willen  Heinrichs  von  Lichtemberg  und  Bernhard  erbittet 
hierüber  Auskunft  durch  den  diesen  Brief  überbringenden  Caplan.  Sie  sollen  auch 
Hansen  von  Wickerszhein  und  Hans  Lymer,  der  damals  Ammeister  war,  und  den 
jungen  Wilhelm  und  Huglin  Süsen,  die  alle  darum  wissen  sollen,  fragen.  datum 
Baden  feria  quarta  ante  Martini  episcopi.  Baden  1896  November  10. 

Str.  St.  A.  AA.  84  cop.  eh.  coaev. 
Reg.  d    Markg.  v.  Bad.  nr.  1657. 


1004.  Johans  Sturm  von  Sturmeck  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an 
Markgraf  Bernhard :  teilen  auf  Anfrage  mit,  .  .  .  daz  wir  durch  dez  edeln  herren,  hern 
Heinrichs  seligen  von  Liechtenberg  und  der  edeln  fröwen  der  von  Veldentze  siner 
elichen  fröwen  ernstlicher  bete  willen  denselben  Obrecht  Kesen  zu  burger  nament 
und  enpfiengent  und  das  wir  in  erliessent  in  unser  stat  sesshaft  zu  sind  und  das  i* 
wir  das  nit  getan  bettend,  dann  das  sie  uns  ernstlich  darumb  batend.  datum 
crastino  Martini  episcopi  anno  1395.  1395  November  12. 

Str.  St.  A.  AA.  84  cop.  eh.  coaev- 
Reg.  d.  Markg.  v.  Bad.  nr.  1658. 


1005.  Bischof  Wilhelm  verpflichtet  sich  gegen  die  Stadt  Straßburg ,  nicht  langer  -m 
als  die  nächsten  zwei  Jahre  von  ihren  Bürgern  Zoll  zunehmen.  1395  November  12. 

Wir  Wilhelm  von  gotz  gnaden  erweiter  und  bestetigeter  byschoff  zu  Strazburg 
kündent  mengelichem  mit  disem  briefe,  alse  wir  uns  gegen  den  erbern  wisen,  unsern 
lieben  getruwen  meister,  rate  und  burgern  gemeinliche  der  stat  zu  Strazburg  verbunden 
habent  mit  des  capittels  unserre  stifte  wille,  das  wir  von  der  stat  von  Strazburg,  ai, 
iren  burgern  noch  den  iren  keinen  nuwen  zol  nemmen  noch  heischen  söllent.  und 
aber  dieselben  meister  und  rat  uns  gegünnet  hant  von  der  eynungen  wegen,  das 
wir  der  deste  bas  gnüg  getun  mügent  von  den  iren  dise  zwey  jare,  die  da  anvingent 
Novbr.u.   zu  sant  Martins   dage   nehste  vergangen  pfunt  zol  zii  nemende  von  dem,    das  sie  in 

unsern  stetten,  mereketen  oder  gerihten  küffent  oder  verköffent  und  nit  anders  one  so 
geverde,  doch  uzgescheiden  irre  gewehsde  und  gülte,  davon  sie  mit  nammen  nützit 
geben  süllent,  do  ist  ze  wissende,  das  wir  uns  vür  uns  und  unsere  nächkommen 
versprechent  mit  disem  briefe,  denselben  zol  nit  lenger  noch  vürbasser  zu  nemmende 
noch  zu  vordernde  noch  schaffen  geton  werden  denne  von  demselben  vergangen  sant 
Martins  dage  über  zwey  jare  one  alle  Widerrede,  und  zu  einem  Urkunde  so  hant  wir  35 
byschoff  Wilhelm  unser  ingesigel  an  disen  brieff  getan  hencken.  dis  geschach  und 
wart  dirre  brief  gegeben  an  dem  nehsten  fritdage  nach  sant  Martins  dage  des  heiligen 


1395  589 

byschofes  in  dem  jare  da  man  zalte  von  gotz  gebürte  drützehenhundert  jare  nüntzig 
und  fünft  jare. 

Str.  St.  A.  AA.  1418.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  kleines  rotes  Siegel  i.  Blechkapsel. 
[In  verso]:  Alse  dem  byschofo  erlftbet  ist  zolle  zft  nemmcmle. 


1006.  Heinrich  von  Mülnheim  nach  seiner  Entlassung  aus   der  Gefangenschaft 
auf  Hchwanberg  an  seine  Mutter  Gertrud  Zorn.  [139H  Anfang  November.] 

Liebe  muter.  icb  gruze  dich  und  beneditt  und  laz  euch  wizzen,  daz  ich  gesunt 
und  frisch  pin  und  wozt  auch  gern,  waz  ir  teten  und  die  kinder  und  waz  zu  ünz 
gehöret  und  daz  ich  ledig  pin  und  daz  mich  herr  Wursiboy  auz  verpurget  hcit  für 
tausent  guldin,  der  ich  sol[ich]  geben  600  guldin  auf  sant  Gallen  und  400  sullen  stan  ocmirr  «. 
an  her  Busschko  von  Swanberg  und  an  herrn  Worziboi.  waz  mich  die  heizent,  daz 
sol  ich  geben  zu  weichnächten.  liebe  müter.  wizzent  auch,  daz  ich  furderlich  will 
reiten  zu  unserm  herrn  dem  künig  und  wil  werben  daz  best  von  meiner  gesellen 
wegen  und  von  meinen  wegen,  da  von  seint  gemelich  und  frölich,  wann  ich  auch 
i5  zumal  fro  pin,  daz  ich  auz  der  vanchnicz  pin.  grüz  mir  Leutolt  meinen  vetter  und 
sein  weib  und  waz  zu  unz  gehört,  und  ich  wil  kümen,"*  so  ich  erst  mag. 

Heinrich  von  Mulheim 

ritter. 
Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  15.  or.  eh.  I.  cl. 

a»  100?.  Heinrich  von  Mülheim  an  Buslap  von  Swanberg:  bittet  um  Rückgabe  des 

königlichen  Geleitsbriefes  und  der  andern  ihm  abgenommenen  Briefschaften.         datuin 
crastino  seti  Martini  episcopi  anno  1395.  1995  November  12. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  23.  or.  eh.  I.  cl. 

10011.  Graf  Stephan  von  Mömpelgard  an  Strassburg:  bittet  seine  aus  der  Gefangen- 

25  schaft   des    Luche  Baselevin  entlassenen    Unterthanen  zu  geleiten,  ut  ad  partes  istas 

secure  valeant  redire  ....  scriptum  in  oppido  meo  de  Paissavant    die  sabbati  p<>st 

festum  beati  Katherine  Virginia  annos  95.  i'nissavant  139a  November  27. 

Str.  St.  A   AA.  1798.  or.  tat.  eh.  I.  el 


100!).  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:  be- 
3o  stimmt  von  «der  spenne  wegen  mit  dem  gleissenden  Wolf»,  in  welcher  beide  Parteien 
her  Rüdolffen  von  Andlauw  zu  einem  gemeinen  mann  erkosen  haben,  einen  Tag  zu 
Baden  Donnerstag  über  acht  Tage.  Käme  kein  glücklicher  Vergleich  zu  stände  ...  so  Decrmber». 
vollegange  das  reht  mit  dem  obmanne  in  der  masz,  als  er  von  beiden  sitten  gebetten 
und  erkorn  ist.         datum  Baden  in  die  beati  Andree  apostoli  a.  d.  etc.  95. 

Baden  1391%  November  30. 

S5  Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  d.  Markg.  v.  Bad.  nr.  1665. 


590  1395 

1010.  Hans  Bock  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg :  hat  sein  Lösegeld  aui 
2000  Gulden  festgesetzt,  von  dem  die  Hälfte  auf  Pfingsten,  die  Hälfte  auf  Michaelis 
zahlbar  ist,  und  für  das  sieh  Borsiboy  verbürgen  will,  falls  Nürnberg  oder  Begens- 
burg  sich  mit  verbürgt.  Doch  da'  Borsiboy  jest  nach  Baiern  geritten  ist,  muss  er 
sich  wohl  nach  andern  Bürgen  umsehen.  Ist  nichts  in  der  Sache  geschehen,  so  muss  s 
er  sich  Samstag  nach  Weihnachten  wieder  zur  weiteren  Gefangenschaft  stellen.  Audi 
sonst  ist  seine  Lage  übel,  da  er  nach  Heilmans  Tod  lange  krank  gewesen,  auch 
jest  kein  Geld  und  kein  Pferd  hat.  Bittet  um  ihre  Meinung  über  die  Auslösung  und 
Sendung  von  100 — 150  Gulden  bis  St.  Steifanstag  (26  December).  Als  er  am  86  No- 
vember nach  Prag  gekommen,  ist  Markgraf  .lobst  und  viele  böhmische  Herren  dort  in 
in  Unterhandlung  mit  dem  König  gewesen.  Man  meint:  daz  allez'veriht  wurde,  doch 
waz  ich  nie  fuir  die  herberge  komen,  darumb  weis  ich  dest  minre  uich  zu  enbie- 
tende.  —  Hans  Bogk.  /  /'/•«</  l.'iUü  Anfang  December.  I 

Str.  St.  A.  A.  A.  113  nr.   17.  or.  eh.  I.  el. 


1011.  Hans1   Bock's  politischer   Bericht   an    Strassburg:    die    4    rheinischen   15 
Kurfürsten  haben  durch  4  Ritter  dem  König  nach  Prag  sagen  lassen,    er    möge    an 
den    Bhein    kommen ;    diesen    ist   am  1   Decenib.  zugesagt  worden,  dass  sein  Bruder 
Herzog  Johann  von  Görlitz  und  andere  königl.  Bäte  auf  6  Januar  zu   Frankfurt  sein 
sollen,  wohin  auch  die  Städte  werden  berufen  werden,  u.a.m.  [Prag  13'jr>  December  S], 

Gedr.  D.  B.  A   II  nr.  246. 

Aus:  Wencker  excerpta  2,  487b-  —  Heg.  Koch  u.  Wille  nr.  5654. 

1012.  Bischof  Wilhelm  und  das  grosse  Capitel  von  Strassburg  schliessen  mil 
der  Stadt  von  Strassburg  einen  Vertrag  zur  Beilegung  langer  Fehde,  nachdem  ein 
Sühnetag  zu  Hagenau2  am  2.  Febr.  1393  erfolglos  gewesen  ist.  Als  Gründe  der 
bisherigen  Zwietracht  werden  nacheinander  aufgezählt :  •-'  > 

1)  dass  der  Rat  die  städtische  Pfaltz  (pfalzstuben)  über  einer  Kapelle  aufgebaul 
und  die   städtischen   Magistrate  wider  seinen   (des  Bischofs)    Willen   eingesetzt  habe. 

2)  dass  die  Stadt  die  alleinige  Lehnsgerichtsbarkeit  ausübe. 

3)  dass  sie  alle  Almende  innerhalb,  wie  ausserhalb  der  Stadt  eingezogen  und 
darauf  ihre  Ringmauern  errichtet  hätten.  » 

4)  dass  sie  sich  der  Fabrik  (d.  h.  des  Bauhofes  des  Münsters  wie  lies  Spitals) 
bemächtigt  hätten. 

5)  dass  sie  Zoll,  Ungeld  und  Bannwein  an  den  Sitzen  des  bischöflichen  geist- 
lichen Gerichts  erhoben  hätten. 


1  Hans  Bock  ist  einer  der  3  im  Jahre  1395  gefangenen  Straßburger  Gesandte)). 

-  Vgl.  die  oben  unter  Februar  131)3  gedruckten  Aufzeichnungen  für  diese  vor  Borsiboy  von  Sw)»ar 
geführten  Verhandlungen.  Die  Klagepunkte  des  Bisclwfs  sind  dort  dieselben,  weshalb  auch  hier  von  dem 
Abdrucke  der  sehr  umfangrciclien  Urkunde  abgeselien  worden  ist. 


1395  591 

6)  dass  sie  die  geistlichen  and  weiflichen  bischöflichen  Gerichte  «geirrt*  und 
gehindert  hätten. 

I)  dass  sie  die  Geistlichkeit  (pfafheh)  geschätzt  und  besteuert  hätten,  als  wenn 
sie  unter  ihrer  Botmässigkeil  ständen. 

3)  dass  sie  die  pfafheil  bestraft  und  nicht  geduldet  hätten,  dass  der  Bischof  sie 
strafe. 

'.))  dass  sie  die  Geistlichkeit  vor  die   Schranken   ihrer   weltlichen  Gerichte  ge- 
fordert, dass  sie  (leistliche  wegen  Unzucht  mit  Strafgeldern  belegt,  dass  sie  den  Geist- 
lichen Pferde  zu  halten  befohlen  hallen. 
"•  10)  dass  sie  ihre  well  liehen  Verordnungen    im  Münster   hätten    ausrufen    lassen 

[ussgerf  ffel  haben} 

II)  dass  sie  den  Geistlichen  befohlen  hätten  gegen  ihre  Vorschriften  [Statuten] 
zu  singen. 

12)  dass  sie  Verbrecher  an  geweihten   Stätten  hätten   ergreifen    und   verurteilen 
U    lassen. 

13)  dass  sie  weltliche  «gespräche»  im  Münster  abgehalten  hätten,  und  vor  dein 
Münster  «in  der  fryheit  münsters»  des  Kramerei  zugelassen  hätten. 

14)  dass  sie  sich  oft  richterliche  Competenzen  angemasst  hätten,  welche  sonst 
nur  dem  bischöflichen  Offizial  zustanden. 

■  15)  dass    sie    sich    zu    Herren    der    Klöster   innerhalb    und   ausserhalb  der  Stadt 

gemacht  hätten  [das  sie  sich  haben  anderwunden  der  klöster  .  .  .  .] 

16)  dass  sie  freien  «getzug»  (Zuzug?  in  die  Stadt)  wehrten. 

17)  dass  sie  sich  der  bischöfl.  Münze  bemächtigt. 

18)  dass  sie  das  «bischofsbürgetor»  verschlossen  hätten. 
1!))  dass  sie  ihn  gehindert  auf  dem  Rhein  zu  fahren. 

20)  dass  sie  ihn  dazu  genötigt,  was  doch  gegen  ihren  eigen  Wunsch  sei,  alle 
bischöflichen  Aemter  in  der  Stadt  mit  andern  Leuten  als  mit  Strassburger  Bürgern 
zu  besetzen. 

21)  dass  sie  während  des  Krieges  die  Kiste  mit  dem  Capitelssiegel  an  sich  ge- 
nommen hätten. 

22)  dass  sie  bestimmt,  dass  demjenigen,  welcher  zwei  Pfründen  inne  habe,  die- 
selben nicht  vom  Bischof  genommen  werden  können. 

23)  verlange  der  Bischof    Schadenersatz    für   den  im   Krieg   erlittenen    Schaden. 
Das  Alles  soll  jetzt   abgethan*  und   versühnt   sein.     Dann   folgen   alle  Gegenbe- 

35  dingungen.  geben  zu  Strassburg  an  dem  nehsten  samstag  vor  St.  Niclaustag  des 
heiligen  bischoves  des  jars  da  man  zallte  von  gottes  geburt  dreyzehenhundert  jar 
nuntzig  und  fünf  jar.  und  sind  diser  briefe  dry  glich  etc.  1395  December  4. 

Str.  St.  A.  A.  A.  1418.  or.  mb.  —  V.  D.  G.  lad.  106.  cop.  eh.  coaev. 
Str.  Bez.  A.  Q.  336,  337  cop.  Auszüge  «.  franz.  üebersetzung. 
40  Gedr.  Lünnig,  pars  spec.  cont.  I  288. 

Gedr.   Wencker,  de  ussb.  S.  100. 
Vgl.  Königsliof.  [Hegel  II,  931  Anm.  4.] 


VI  76 


592  1395 

1013.  Markgraf  Bernhard   an    den   Ritter  Swarcz   Rudolf  von  Andlau,    Vogt    zu 
Decnnb,  ».  Molsheim :  als  ir  uns  geschribn   hand,  wie  das  ir  uf  den  tag  uf  durnstag   nehst  nit 

komen  mügent  und  wöllent  gern  uf  ein  andern  tag  uf  die   nehsten  mitwochen  nach 
neccmo.22.  sant  Thomas  tag  nehst  komet  gen  Baden  komen,  das  gevellet    uns    wol,    und  haben 

das  an  glissenden  Wolff  braht,  der  wil  ez  gern  also  ufnemen,  ....   und   verkündent    s 
den  von  Straszburg  das,  das  sie  sich  auch  darnach  wissen  zu  rihten,  so  hoffen  wir, 
ir  sach  solle  mit  uwer  hilffe  zu  einem  guten  ende   komen.         datum   Baden   die  do- 
minica  ante  beati  Nycolaj  episcopi  anno  1395.  Baden 1393  December  8. 

Str.  St.  Ar.  AA  84  or.  eh. 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad   nr.  1667.  '" 

1014.  Volmar  von  Lützelnstein  der  Decan  und  das  Domcapitel  von  Strassburg 
beurkunden,  dass  sie  verkauft  haben  den  erbern  wisen  hern  Joh.  Sturm  dem  meister, 
hern  Claus  Berman  dem  ammanmeister,  dem  rate,  den  burgern  und  der  gemeinden 
gemeinlichen  der  stette  zu  Strasburg:  100  güldin  geltes  ....  die  wir  hant  und  jer- 
liche  gehebet  habent  uffe  deme  zolle  und  zollkelre  zu  Strazburg,  also  das  alte  « 
briefe  besagent,  die  dar  über  gehSrent,  durch  die  diser  brief  gezogen  ist ...  .  und  ist 
dirre  kouf  geschehen  umbe  2000  güldin  genge  guter  und  geber  an  golde  und  an 
gewihte,  die  uns  den  dechan  und  cappittel  von  den  vorgenanten  meister  und  rate 
worden,  gewogen  und  bezalt  sint  und  in  unserre  gemeinen  stift  und  cappittels  nutz 
komen  und  bewendet  sint.  geben  .  .  an  dem  nehesten  mentage  vor  sant  Luden-  » 
tage  der  heiligen  jungfrowen  des  jares  1395.  1395  December  O. 

Str.  St.  Ar.  AA.  1424,  cop.  eh.  eoaev. 


1015  Albrecht  von   Erlikeim   ein   Edelkneht  verkündet,  dass  er  um  alle  Anspra- 
chen, die  er  seit  dem  Kriege,  den  forsten,  herren  und  stette  nehest  miteinander  het- 
tent,  an  die  Strassburger  hat,  gerichtet   und   gesühnt   ist.    Er   gelobt    die   Sühne   zu  *» 
halten  und   keine  Ansprache  mehr   zu   erheben.         geben   an   dem  nehesten    fritage 
nach  sante  Nycolawes  tage  des  heiligen  byschoves  anno  1395.      1395  December  10. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  166    or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend.  del. 


1016.  -Decan    Volmar  von  Liltzelstein  und  das  Domkapitel  bekennen  sich  zu  der 
Schuld  ton  lOOOO  Gulden,  welche  in   10 jähriger  Frist   durch   Teilzahlung  getilgt  •« 
werden  soll.  2395  December  11. 

Wir  Volmar  von  Lutzeinstein  dechan  und  daz  cappittel  gemeinliche  der  merren  stifte  zu 
Strazburg  verjehent  und  kündentmengelichem  mit  diseme  briefe,  also  der  erwürdige  unser 
herre,  herre  Wilhelm  byschof  zu  Strazburg  der  stette  burgern  von  Strazburg  schuldig  ist 
uffe  die  summe  zehen  dusent  pfunde  Strazburger  pfennige,  dieselbe  schulde  dar  rflret  von  35 
byschof  Frideriche,  sime  vorfaren  und  die  bischof  Friedrich  der  stette  burgern  schuldig 
bleip,  do  er  von  dein  bistüme  schiet,  und  aber  die  erbern  wisen  meister  und  rat  zu  Straz- 


1395  593 


bürg  ire  bürgere  solich  underwiset  hant,  daz  sie  dem  vorgenanten  unserme  herren, 
dem  byschofe  daran  zil  gegeben  liabent  zelten  jar,  die  nehest  nacheinander  kom- 
mende und  derselbe  unser  horre  der  byschof  die  bürgere  von  Strazburg  der  schulden 
uszgewisel  hat  ulfe  den  pflegen:    Zabern,  Mollesheim,  Bernestein   und  Or- 

«  lemberg  also,  das  alles  besigelte  briefe  besagent,  die  darüber  gemäht  und  mit  des 
hofes  ingesigel  zu  Strazburg  versigelt  sint,  das  daz  also  die  briefe  besagent,  die  über 
die  zehen  dusent  plunde  gemäht  sint  mit  unserme  guten  willen,  gunste  und  gehelle 
eügangen  und  geschehen  ist.  und  des  zu  eime  waren  Urkunde,  so  hant  wir  unsers 
gemeinen  cappittels  ingesigel  an  disen  brief  getan  hencken.      der  geben   ist  an  dem 

10  nehesten  samestage  nach  sante  Nycolawestage  des  heiligen  bichoves  dez  jares,  do 
man  zalte  von  gottes  gebürte  drützehenhundert  jar  nuntzig  und  fünf  jare. 

Str.  St.  A.  AA.  1419.  or.  mb.  c.  sig.  pend. 

Ibid.  AA.  1424.  cop.  eh.  coeav. 

Ibid.  AA.  66.  Briefbuch.  B.  fol.  83/84. 


I 


I 


1017.  Das  Straßburger  Domkapitel  bekennt  sich  gegen  die  Stadt  zu  einer  bar 
geliehenen  Schuld  von  1000  Gulden  und  verpflichtet  sich  zur  Tilgung  durch  jähr- 
liche Rückzahlungen  von  100  Gulden.  1395  December  11. 

Wir  Volmar  von  Lützelstein  dechan  und  daz  cappittel  gemeinliche  der  merren 
stifte  zu  Strazburg  verjehent  und  kündent  mengelichem    mit   disem   briefe,    das    wir 

m  vür  uns  und  alle  unsere  nachkomen  schuldig  sint  rehter  und  redelicher  schulden 
dusent  güldin  genge  gut  und  geber  an  gelde  und  an  gewihte  den  erbern  wisen  dem 
meister,  dem  rate  und  den  burgern  gemeinliche  der  stette  zu  Strazburg,  die  sie  uns 
durch  ire  grosze  truwe  und  liebe,  die  sie  zu  uns  habent  bar  geluhen  habent  und 
uns  von  ynen  worden  und    bezalt   sint   und   in    unsern   gemeinen    Stiftes   nutz   und 

25  notdurft  komen  sint.  wenne  wir  mit  den  güldin  soliche  schulde  bezalt  hant,  die  wir 
von  unserre  gemeinen  stifte  wegen  schuldig  warent,  daruf  tegelich  groszer  schade 
ging,  die  selben  dusent  güldin  gelobent  wir  der  dechan  und  das  cappittel  vür  uns 
und  alle  unsere  nachkomen  den  vorgenanten  meister,  rate  und  burgern  zu  Strazburg 
zu  geltende  und  zii  bezalende  zu  den  zilen  und  in  die  wise,  als  harnach  geschriben 

lo  slat :    das   ist   zu    wiszende   hundert    güldin   der  vorgenanten  schulden   hinnan  bitze 
sante  Martinstag,  der  nü  zu  neheste    kommet   uud   darnach    alle  jar  hundert  güldin 
zii  sante  Martins  tage  so  lange,  bitz  daz  die  vorgenanten  dusent  güldin  gentzlich  ver-   v,„,  n. 
gölten    und  bezalet  werdent.  und  sol  daruf  yetze  her  Götze  Kember  unser  schaffener 
in  brüderhof  oder  ein  ieglich  schaffener  in  brüderhof  sine  nachkomen    by  siner   tru- 

s5  wen  an  eins  eides  stat  geben  alle  jar  zu  sante  Martins  tag  die  hundert  güldin,  die 
wile  die  zil  werent,  zu  gebende  von  unsern  gutem  und  frühten  und  von  unserme 
spicher  one  verzog  und  geverde.  detend  wir  oder  unser  Behaltener,  der  denne  ist, 
oder  unser  nachkomen  des  nil,  welhes  zil  wir  denne  also  versehssent,  so  hant  mäht 
die  vorgenanten  meister  rat  und  bürgere   ze   Strazburg  und   ire    helflere   unser   und 

io  unserre  stifte  guter  und  unser  nachkomen  guter  darvür  ane  ze  griffende  und  ze  be- 
küinbernde  mit  gerillte  und  ane  gerillte,  wie  in  das  aller  bast  füget,  so   lange,   bitze 


594  iS95 

daz  in  die  vorgenante  schulde  gentzlich  vergolten  wurt,  und  wes  sie  des  kosten  oder 
schaden  nement,  in  weihen  weg  daz  were,  den  söllent  wir  in  ufrihten  mit  der 
houbetschulden  iren  worten  darumbe  ze  gloubende.  und  verzihent  uns  har  über 
vür  uns  und  alle  unsere  nachkomen  aller  der  schirme,  friheit  und  helfle,  so  ieman 
erdencken  kan  oder  mag  one  aller  slahte  geverde.  und  zu  eime  waren  Urkunde,  so 
hant  wir  unsers  gemeinen  cappittels  ingesigel  an  disen  brief  getan  hencken,  der 
geben  ist  an  dem  nehesten  samestage  nach  sante  Nycolawes  tage  dez  heiligen  by- 
schoves  des  jares,  do  man  zalte  von  gottes  gebürte  drützehen  hundert  jar  nüntzig 
und  fünf  jare. 

Str.  St.  A.  AA.  1519.  or.  mb.  c.  sig.  pend. 


10 


1018.  Ausführliche  Ordnung  des^  Küferhandwerks  '  zu  Strassburg,  erlassen  und 
verkündigt  nach  Beilegung  aller  bisherigen  Misshelligkeiten  und  auf  Grund  der  frü- 
heren Ordnungen  von  Claus  Berman  Ammanmeister,  Heinrich  Lymer,  Conrad  Arm- 
bruster, Heinrich  Kranich  und  Wilhelm  Metziger  Altammanmeistern  auf  Geheiss  Jo- 
hans  Sturm  von  Sturmeck  des  Meisters  und  des  Bates.  gegeben  an  der  nehesten  ,5 
mittewochen  nach  sant  Tomanstage  des  heiligen  zwölf  boten  des  jares  1395. 

1395  December  22. 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  12  nr.  4.  or.  mb.  c.  s. 

Ebenda  2  eonc. 

Gedr.  Brucker,  Straßb.  Zunft-  und  Polizeiverordnungen.  S.  312—321.  20 


1019.  Buprecht  der  ältere  von  der  Pfalz  an  Strassburg:  ez  hant  Beinhart  von 
Sickingen  der  junge  Ebirhart  von  Balgshofen,  Heinrich  Kemerer  und  Gerhart  Dünne 
Febr.  t.  den  friden  also  offgenomen  biz  off  unser  frauwen  tag  lichtemesz  nehst  kumpt  und 
wellent  einen  gutlichen  tag  mit  uch  vor  uns  leisten  czu  Germersheim  off  den  fritag 
Januar  7.  nach  dem  jarstag  nehst  kumpt,  daz  ir  uch  darnach  wissent  zu  richten  des  tags  also  m 
zu  warten,  wann  wir  meynen  selbir  off  den  tag  zu  Germersheim  zu  komen  und  daz 
ir  bestellen  wollent,  daz  der  friede  also  gehalten  werde,  und  lant  uns  des  uwer  ant- 
wort  wider  wissen.         datum  Heidelberg  in  die  beatorum  innocentium. 

Jleidelberg  [13'J3  (?)  December  28.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  168  nr.  2.  or.  eh.  lit.  cl.  m.  sig.  30 


1020.  Markgraf  Bernhard  von  Baden   an  Meister  und  Bat   von   Strassburg  :    hat 
gehört,  dass  seines  Feindes,  Ludwigs  von  Lichtenberg  arme  Leute  hinter  die  Strasz- 


1  Zu  erinnern  ist  hier  an  eine  oben  zwischen  nr.  954  und  nr.  955  versehentlich  übergegangene  bei 
Schmoller,  Straßb.  Tüclierzunft  S.  15.  bereits  gedruckte  Batsentscheidung  über  das  Verhältnis  der 
Weberknechte  und  Tucher  zu  einander.  geben  an  dem  nechsten  zinstage  noch  unseres  herren  fron- 
lichnamstage  1395.  —  1395  Juni  15. 

Str.  St.  A.  Tucher-Zunft,  or.  mb.  c.  sig. 


1 


1396  -VC. 


burger,  die  in  dessen  Lande  und  Dörfern  sitzen,  fliehen,  damit  er  sie  nicht  finde,  so- 
dann, dass  sie  auch  ihre  Schiffe  in  die  Krutcnowe  gezogen  haben.  Er  ersucht,  die  Schilfe 
»wieder  abfahren  zu  lassen  .  .  .  oder  aber  bestellen!,  das  ir  der  gewaltig  syent  in  der 
masz,  das  uns  und  den  unsern  kein  schale  davon  ufcrstande  .  .  .  auch  den  Ihrigen 
5  auf  dem  Lande  sollen  sie  verbieten  sich  seiner  Feinde  Güter  anzunehmen,  andernfalls 
würden  die  ihrigen  geschädigt  werden.  Baden  feria  quarta  infra  oetavam  nativilatis 
Christi  a,    d.  Baden  1305  December  29. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  lit.  el. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1672.1 


1021.  Stephanus  comes  Montisbiligardi  et  dominus  Montisfalconis  magistro  et 
consulibus  civitatis  Argentinensis :  ....  noveritis  Jaquelinum  Arigam  conciveni  et 
Bubditum  vestrum  mihi  teneri  in  centum  florenos,  quos  sibi  tradidi  realiter  et  de 
facto  in  bonis  florenis  ducatis  Janucnsibus  et  francis  auri  ad  tradendum  et  delibe- 
randum    dilecto   filio    meo   Henrico  de   Montebiligardo   domino   de   Orba  in  exercitu 

Mis  Ungarie  existenti.  quosquidem  florenos  ipse  Jaquelinus  dicto  filio  meo  nullatenus  tra- 
didit,  sed  in  negoeiis  suis  tum  in  emptione  equorum  cum  alias  exposuerit  ac  redeundo 
a  partibns  Ungarie,  quibus  ad  equos  emendos  se  transtulerat  dum  fuit  in  Basilia  se 
laluit  et  abscondit  nee  ad  me  venire  voluit  .  .  .  promissionem,  se  ipsos  100  flor.  infra 
l'estum  nativitatis  domini  persoluturum  esse  non  habuit.  ea  propter  a  magistro  et 
to  consulibus  petit,  ut  100  florenos  per  Jaquelinum  persolvere  faciant  mercatori  cuidam, 

Ipresentium  latori.         scriptum  in  Montebiligardo  quinta  die  Januarii  anno  00. 
Mömpelgard  1300  Januar  5. 


1022.  Ritter  Burkard  Hummel,  markgräflicher  Vogt  zu  Ortemberg  an  Strassburg : 
n   war  kürzlich  in  Sachen    seines  Herrn  vor   Meister  und  Bat   und  bittet  nun  um  Mit- 

Iteilung  des  damals  noch  aufgeschobenen  Beschlusses  über  die  betreffende  Angelegenheit. 
■  L" 1 1 im  feria  quarta  post  festum  Epiphanie  anno  Oli.  1300  Januar  12. 


Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1673. 


I 


102:5.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  Meisler  und  Bat  von  Strassburg 
beklagt  sich  über  Vergewaltigung  seiner  Leute  durch  Strassburger  Bürger:  . .  .  wissest, 
daz  el  liehe  die  uweni  uff  hüte  disen  fritag  vor  vesper  über  die  unsern  und  unsern 
wagen  geranl  siut  vor  uns  gein  Dachenstein  und  hanl  do  unsern  wagenknehl  mit 
iren  blossen  sweiiern  geslagen  und  übel  gehandelt  und  uns  unser  wagenpferde  und 


85  '  Die  dort  stehende  Notiz  «o/inc  ./«/»)•»  ist  irrtümlich  und  deshalb  die  folgende  Bemerkung  über  die 

Datierung  überflüssig. 


596  1396 

wagen  genommen  und  enweg  getriben  .  .  .  und  wir  ouch  nit  wustent,  wer  sy  worent, 
wand  ir  selber  wol  wissent,  daz  wir  der  von  Büsche  und  Jörgen  von  Kolbeczhcim 
und  ouch  ander  lüte,  die  uns  mit  iren  offenen  briefen  abgeseit  hant,  besorget  sin I . 
die  wir  ouch  wondent,  daz  ez  der  yemans  were.  darumb  datent  wir  die  unsern 
nachylen,  daz  unser  zu  entrettende,  als  ouch  unser  wagen  und  wagenpferde  beschultet 

sint Zu    noch   genauerer   Darlegung   des    Thatbestandes   will   er   seine  Räte 

schicken  und  ersucht  um  sicheres  Geleit  für  dieselben.  geben  zu  Dachenstein  uff 
fritag  vor  sant  Anthonientag  anno   1390.  Dachenstein  1306  .Januar  14. 

Str.  St.  A.  AA.  1422.  or.  eh. 


1024.  Bündnis    der   Fürsten,    Herren,    Städte    und   des   Bischofs    von    Bamberg   io 
Würzburg,  des  Burggrafen  von  Nürnberg  gegen  die  Schlegler.         datum  Mergentheim 
liebsten  samstag  vor  st.  Anthonientag  1396.  Mergentheim  1399  .Januar  13. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  fasc.  3. 
Gedr.  Wencker,  appar   260. 


1025.  Wir  Berchtolt  ;Zorn  der  elter  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  i» 
kündent  mengelichem  mit  disem  briefe,  das  wir  eine  gute  getruwe  stallunge  halten 
und  haben  wellent  mit  Cünen  von  Otterbach,  alse  lange  bitze  das  wir  ime  mit  unserm 
offenen  briefe  ditz  viere  gantze  wochen  vor  abegesagent.  und  zu  einem  Urkunde  so 
ist  unserre  stette  ingesigel  getrucket  zu  rücken  uff  disen  brieff.  datum  die  saneti 
Anthonii  confessoris  anno  dm.   1396.  13iHi  Januar  17.  » 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  166  nr.  85  ».  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 


1026.  Slraßburg  an  Nürnberg  wegen  des   an  die  Herren  von  Sckaanbtrg  für 
die  gefangenen  S'lraßöurger  zu  zahlenden  Lösegeldes.  1396  Januar  21. 

Unsern  sundern  guten  fründen  dem  burgermeister  und  dem  rate  zu  Nüremberg 
embieten  wir  Heimholt  Hüffelin  der  junge  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  25 
unsern  früntlichen  gewilligen  dienst,  lieben  fründe.  also  der  veste  ritter  her  Heinrich 
von  Mülnheim  von  den  von  Swanenberg  gefangen  wart,  als  ir  wol  wissent,  und  der 
von  in  geschetzet  wart  umbe  1000  güldin,  der  dusent  güldin  er  601)  güldin  geben 
So«",  h.  unc*  bezalen  solte  uf  sante   Martinstag  vergangen  zi'i  Hagenowe  in  der  stat,    daz  hat 

er  getan,  die  überigen  400  güldin  soltent  stan  an  hern  Borziboy,  was  in  der  dar  so 
umbe  hiesze,  des  solte  er  geföilgig  sin.  doch  verstunt  her  Heinrich  von  Mülnheim  von 
hern  Borziboy,  daz  her  Borziboy  meinde,  daz  ime  an  den  400  güldin  gnade  solte 
geschehen,  als  uns  her  Heinrich  geseit  hat.  wie  dem  aber  sie,  so  het  her  Heinrich 
uns  ein  brief  gezöiget,  daz  in  her  Borziboy  umbe  die  400  güldin  gemanet  habe  und 
in  dem  briefe  verschriben,  das  her  Heinrich  die  400  güldin  gein  Nüremberg  entwürfe, 
nach  dem  briefe  zu  stunt  kam  Bockenhans,  der  bi  hern  Heinriche  gefangen  was  und 
seite  uns,  dus  her   Buslap  von   Swanenberg    hern    Heinriche   an  den  400  güldin  hat 


I 


1396  597 


abegelaszcn.  so  bat  Rinckolin  unser  diener  uns  ouch  geseit,  daz  her  Butlap  und  her 
Borzfboy  hern  Heinriche  100  güldin  hant  abegelaszen.  lieben  frunde,  nö  het  her 
Heinrich  uns  geseit,  daz  er  die  300  güldin,  die  er  also  geben  sol,  gernein  uwerstai 
entwurtete,    so  weis  er  nit,   wie  er  die  güldin  vor  unfriden   und  wilder  loiffe,   so  in 

:>  den  landen  sint,  in  uwer  stat  gebringen  möge,  und  het  uns  die  300  güldin  geben 
und  uns  domitte  gebetten  üch  ze  bittende,  das  ir  ime  die  300  güldin  dar  woltent 
lihen  und  lernten  der  uwern  in  diser  nehesten  vastmesze  oder  e  die  empfelhen  ze 
nemende  zu  Spire,  Wormesze,  Mentze  oder  Frahckenfurt  oder  bi  uns,  obe  das  deheime 
der  uwern  bekümenlich  were,  umbe  daz  er  den  vollen  tu.  darumbe  lieben  besundern 

">  frunde,  bittent  wir  üch  ernstlichen  mit  flisze,  daz  ir  durch  unsern  willen  hern 
Heinriche  die  300  güldin  dar  wellent  lihen  und  die  gebent  unserme  guten  frunde 
hern  Ebener  dem  eiltern.  so  sprechent  wir  üch  mit  diseme  briefe  die  guldin  also  zu 
liezalende  an  der  vorgenanten  stette  eine,  an  welher  ir  wellent  und  wenne  ir  wellent. 
und  wellent  uch  also  früntliche  harinne  bewisen,  als  ir  ouch  vor  allewege  geton  haut. 

15  daz  wellent  wir  allezit  umbe  uch  zu  widerdienende  haben.  datum  feria  sexta 
proxima   post  diem  seti  Anthonii  eonfessoris  anno  1390. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  cop.  mb.  coaev. 

1027.  Colmar  an  Strassburg:  als  ir  uns  geschriben  hand  umb  einen  ufslag  ze 
werbinde  mit  den  unsern,  so  Peterman  von  Keysersperg  by  uns  mit  gerihte  gefrönet 
m  und  daz  sine  stellig  getan  hand,  so  haben  wir- ....  einen  ufslag  geben  untz  halb 
vasten  schierst  künftig  und  bitten  uch  fruntlich,  daz  ir  mit  demselben  Peterman 
redent  die  unserm  in  dem  zile  unklaghaft  ze  machende,  als  sü  des  notdurft  sint. 
datum  in  vigilia  puriticationis  anno  90.  1.396  Februar  1. 

St.  St.  A.  AA.  2010  or.  eh.  1.  cl. 


*  10?  II.  Nürnberg  an  Strassburg  antwortet  auf  obigen  Brief :  als  ir  uns  verschriben 

habt  von  der  300  guidein  wegen,  die  der  von  Mülnheim  hinter  ew  gelegt  hat  (und)  den 
von  Swanemberg  beczalen  sol,  das  haben  wir  wol  verstanden  und  wollen  gerne  unser 
vorsehe  darnach  haben,  ob  dhein  unser  burger  desselben  gelts  bedörffte  und  das 
nemen  wolt  zu  Strazzburg   oder  zu  Franckenfurt,  wer,  daz  wir  nyemant  fünden,  so 

"•  wollen  wir  ew  die  300  guidein  unsrer  stat  wegen  gerne  darleihen,  also  daz  ir  die  zu 
Frankenfurt  beczalt  auf  die  messe,  wenn  wir  die  geben  heissen.  und  wo  wir  ewrer 
ersamen  frewntschaft  gedienen  möchten  und  was  wir  westen,  das  ew  lieb  wer,  des 
wem  wir  willig  und  teten  das  allezeit  gerne  datum  in  die  seti  Blasii  anno  1390. 

139G  Februar  3. 

Str.  St.  A.  AA.  112  or.  mb.  lit.  cl. 


102!).  Herman  Ebner  in  Nürnberg  an  Strassburg  berichtet  über  die  Dinge  in 
Böhmen:  der  König  liegt  zu  «Prag,  au  IT  dem  hauss> ;  er  will  den  Frieden  mit  seinem 
Bruder  Hans  und  den  Landherren  nicht  halten  und  verbietet  den  böhmischen  Städten 


598  1396 

ersterem  zu  huldigen.  Die  Landherren  belagern  Budweis;  Borsiboy  soll  dem  König 
aus  Deutsehland  Hülfsvölker  zuführen ;  das  Ende  dieser  Wirren  ist  nicht  abzusehen ; 
Nürnberg  trauert  sehr  um  den  Tod  des  Herzogs  von  Oesterreich.  »  .  .  also  sind  die 
leuff  itzunt,  liben  herren,  ich  hör  nichtz  von  hern  Hainrieb  noch  von  Hansen  Pok 
in  den  leuffen.         datum  am  suntag  nach  unser  frauntag.  [1396  Februar  6.] 

Str.  St.  A.  AA.   113  nr.  43.  or.  eh.  I.  cl. 

Gedr.   Wencker  collecta  archivi  394  f.  u.  D   B.  Ä  II,  427.  pg.  427  anmerk.  3.  dort  datiert. 
[1396  Februar  6.] 


1030.  Herman   Ebner  in  Nürnberg  an  Strassburg:    der  König   ist  am   22  Januar 

in  Prag  gewesen  bei  der  Königin  . . .  und  hat  drey  naht  pey  ir  geschloffen  ;  König  Sigmund  '" 
von  Ungarn  will  ebenfalls  nach  Prag  kommen ;  Borsyboy  will  nur  mit  Zustimmung 
der  Landherrn  zum  König  kommen  ;  .  .  .  auch  ist  mir  fürbas  gesagt,  daz  her  Hainrichs 
fraw  von  Absperg  und  ir  swoger  Steffan  die  euren  und  ir  hab  bekumern  und  aiiff 
halten  wollen,  wo  sie  die  ankümen  .  .  .  geben  am  suntag  vor  Juliane  der  heiligen 
junefraun.  [1396  Februar  13.]    15 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  44.  or.  eh.  I.  cl. 

Gedr.  D.  B.  A.  II,  pg.  427   anmerk.  3. 

1031.  Johann  von  Oberkirch  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg :  versichert,  dass 
ihrem  Willen  gemäss    sein  Bruder   Burckard   den  mit   den  Brüdern  von  Lichtenberg 

Mt.rz  ii.  aufgerichteten  Frieden  bis  Mittfasten  halten  wolle.         geben  uf  den  nehesten  mendag  in 
noch  der  pfaffen  vastnaht  anno  1390.  1300  Februar  21. 

Str.  St.  A.  Abf.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

1032.  Budolf  von  Hohenstein,  Bitter,  an  den  Strassburger  Ammanmeister  Ulrich 
Gosse :  berichtet  über  seine  Unterhandlungen  mit  dem  Markgrafen  von  Baden  im 
Interesse  Strassburgs  z.  B.  auch  über  Zahlungspflicht  der  Schuldner  Strassburgs  aus  25 
der  Zeit  vor  dem  Kriege,  die  sich  derselben  entziehen  wollten.  Bittet  zur  Entgegen- 
nahme ausführlicherer  Berichterstattung  den  Conrad  Armbruster  nach  Baden  zu 
schicken.  .  .  so  trnwe  ich,  daz  wir  ein  gute  lutere  früntschaft  gegen  myme  herren 
und  der  stette  machent.  .  .  geben  uf  sant  Mathistag   1396.  1396  Februar  25. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl.  30 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1678. 

1033.  Eberhard  von  Württemberg  kann,  seinen  Verhandlungstag  mit  den  von 
Mülnheim,  nicht  inne  halten  und  bittet  Strußburg ,  jene  zu  veranlassen,  bis  zum 
23  April  zu  warten.  Stuttgart  1396  Mars  1. 

Eberhart  comes  de  Wwrtemberg.  35 

Unsern  fruntlichen  grus  vor  ammanmeyster,  meystere  und  raut  zu  Strassburg. 
wir  lassen  weh  wissen,    als  die  von   Mülnheim  uns  und  unser  bürgen  gemant  hant 


1396  r,!«i 

von  zwayer  abgangnon  bürgen  wegen,    darumb  sie  uns  von    üwerer  bette  wegen  zil 
geben  hant  bis  uf  mitvastinn  nechst  kumpt.  lieben  frund.  nun  haben  wir  yetzo  einen    **■»«. 
ernstlichen    tag  ze  leysten  von  Inil    über  acht   tag,    daz  wirt    uf  die   mitwochen   vor 
milvastin    zu    Brakenhcim    mit  der  gesellsehaft   mit  den  Schlegeln,    uf  denselben   tag    utnß, 

5  unser  lierr,  der  byschof  von  Mentz,  unser  herre  hertzog  Ruprecht  der  junger  und 
ander  forsten  und  herren  hinkoment,  daz  wir  notdürftig  sien  alle  unser  rete  by  unsze 
habende  uf  demselben  tag,  daz  wir  also  uf  mitvastün  unser  rete  zii  den  von  Müln- 
heim  nit  geschicken  mögen  von  der  abganngen  bürgen  wegen  und  an  der  sache  mit 
in  uzzzetragen,  als  denn  notdürftig  ist.  darumb  bitten  wir  weh  früntlich  und  ernstlich, 

io   daz  ir  durch  unsern  willen  die  von  Mülnheim  ernstliehen  bitten  wellent,  daz  sie  uns 

ein  zil  darumb  geben  bis  zii   sannt  Georientag   nechst  kumpt.    möchte  daz  aber  als  Ap^u. 
lanng  nit  gesin,    so  gewünnent  uns  doch  zil,   so  ir  lengst  mögent,    bis   das  wir   von 
dem  tag  ze  Brackenheim   komen  und  dartzü    geschicken  mögen,   daz  wir  doch   gern 
tön  wellen,  und  tund  durinne,  als  wir  weh  sunderlichen  wolgetruwen  und  ouch  allzit 

i5  dester  gerner  tun  wellen,    daz  weh  lieb  ist.  üwer  früntlich  verschriben  entwurt  land 

uns  wyder  wyssen    by  disem   botten.         geben   ze   Stöggartden  an  mitwochen   nach 

dem  sunntag,  so  man  singet  Reminiseere  in  der  vastin  anno  domini  nonagesimo  sexto. 

[In  verso] :  Den  ersamen  und  wysen  dem  ammanmeyster,  den  meystern  und  dem 

rat  der  stat  zu  Strazzburg  unsern  besundern  göten  frunden. 

a"  Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49».  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  t.  v.  imp.  del. 


1034.  Engelhard  von  Weinsberg,  ("ister.  Landvogt,  beurkundet  die  Verhandlungen, 

welche  er  behufs  Aussöhnung  der  Stadt  Strassburg  mit  Bruno  von  Rappoltstein,  bezw. 

über  die  der  Stadt  Strassburg  im  Kriege  gegen  Bruno  von  Rappoltstein  zu  leistende 

Hülfe  gepflogen  hat.         datum  et  actum  Argentine  sabbato  proximo  ante  dominicam 

M   Oculi  anno  1396.  Strassburg  1396  März  4. 

Str.  St.  A.  Q.  D.  P.  lad.  22.  nr.  4.  or.  eh. 
Qedr.  Bapp.  Urkb.  II,  nr.  449. 


1035.  Ritter  Rudolf  von  Höllenstein  an  den  Ammanmeister  Ulrich  Gosse  zu 
Strassburg  sehreibt :  der  Markgraf  Bernhard  wolle  gern  Freundschaft  mit  der  Stadt 
halten  und  schlage  einen  Tag  zu  Baden  vor,  wohin  er  selbst  am  12  März  käme. 
[Ohne  Jahr]  sunnentag  vor  halbvasten.  [1396  März  6.]1 

Str.  St.  A.  AA.  103.  or.  eh.  I.  d. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1679. 


1  Am  19  Mävz  1396  schreibt  Markgr.  Bernhard  an  den  Ritter  Rudolf  v.  H.,  dass  ihm  ein  Tag 
zn  Offenburg  genehm  sein  würde,  und  bittet  ihn,  den  Strassburgern  dafür  den  24  oder  26  Mära  vor- 
zuschlagen, sowie  selbst  dorthin  zu  kommen,  \ibid.  AA.  84.  org.  c/t.]  —  Hieraus  ergiebt  sich  für  daa 
vorliegende  Stück  das  Jahr  1396. 

VI.  76 


600  1 396 

1036.  Peter  von  Dünungen  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  beteuert,  dass 
er  unschuldig  sei  an  dem  städtischen  Bürgern  geschehenen  Raubanfall  und  bittet  um 
Geleitsbrief  zur  mündlichen  Verantwortung.  geben  an  dem  fritage  vor  mittelvasten 
anno  1396.  1396  März  10. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72  or.  eh.  I.  cl. 


1037.  Burckard  von  Honburg  genannt  von  Wangen  an  Meister  und  Rat  von 
Strassburg:  weist  ihre  Entschuldigung  zurück,  .  .  .  denn  es  ist  wol  küntlich,  daz  die 
üwern  mir  die  müle  abebrandten  und  mir  min  müleysen  nomment  und  in  üwer  statte 
fürten,  und  beschahe  usz  üwer  statt  und  darin  und  worent  üwer  bürger  ingesessen, 
edel  und  unedel  ein  teyl  do  by,  do  mir  min  müle  abe  gebrant  ist  worden,  in  dem  10 
daz  ich  nüt  mit  üch  noch  des  krieges  nüt  zu  tünde  betten.  Bittet  deshalb  um  Entschä- 
digung entweder  unmittelbar  an  ihn  oder  an  seinen  Lehnsherrn  Otteman  von 
Ochsenstein.         geben  an  dem  nechsten  fritag  vor  mittenvasten  anno  1390. 

1396  März  10. 
Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29.  or.  eh.  I.  cl.  is 


1038.  Graf  Budolf  der  ältere  von  Sultz  im  Auftrage  des  Herzogs  von  Oesterreich 
an  Strassburg:  bittet  Boten  nach  Lahr  zu  schicken  zu  einem  Sühnetage  zwischen 
den  Städten  am  Bodensee  und  Walter  von  Geroldseck.  geben  an  zinstag  nach  sant 
Gregorientag  anno  1396.  1390  März  14. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl.  20 


ÜJ  1039.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  den  Ritter  Rudolf  von  Hohenstein :  als 
du  uns  geschriben  hast,  das  du  die  sach  mit  den  von  Strassburg  gerett  hast  von  der 
artikel  wegen,  als  du  von  uns  gescheiden  bist  .  .  .  und  das  sie  dir  fruntlich  darezü 
geentwurt  haben  und  meynst,  das  sie  darumb  zu  einem  tag  gen  Offenburg  komen 
wollen,  die  stück  zu  lütern  und  volle  usz  zutragende,  das  gevellet  uns  wol  und  ver- 
MärzM/ts.  künden  dir  des  ein  tag  gen  Offenburg  bis  an  fritag  oder  an  samstag  nehst  komet  zu 
rehter  tag  zit  da  zu  sin  ...  .  dis  wollest  den  von  Straszburg  fürbas  verkünden  .  .  . 
datum  Baden  dominica  Judica  anno  96.  Baden  1396  März  19. 


Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Heg.  ä.  Marhgr.  v.  Bad.  nr.  1680. 


1040.  Blicker  von  Rotenburg  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg  :  ...  ich  lasz  vueh 
wissen,  daz  ich  uwern  und  der  üwern  fint  wil  sin  und  ich  Hans  von  Kastei  und  ich 
Peter  von  Bür  wollenz  ouch  üwern  iint  sin  von  unsserns  Juncker  Blickers  wegen 
von  Rodenburg  und  wollenz   in  sim    friden  und   unfriden  sin  und  wollen  wir  diesse 


M 


. 


1396  Ö01 

vorgeschriben   buss   gen  vuch  mit  diessem  offen  brieffe  bewarten  han.        geben  u(T 
den  nesten  fritag  for  dem  palben  dage,  da  man  zalt  von  gotz  geburt   1996  jar.1 

1306  Milrz  24. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  166   or.  eh.  lit.  pat.  c.  sig.  impr. 


s  1041.  Marggraf  Bernhard  von  Baden  und  die  Stadt  Straßburg  schließen  ein 

Bündnis  auf  drei  Jahre.  Strasburg  I3uv,  März  29. 

Wir  Bernhart  von  gottez  gnaden  marggrafe  zu  Baden  und  wir  Beymbolt  Hüffelin 
der  junge,  der  meister  der  rat  und  die  burger  gemeinliche  der  stette  zu  Strazburg 
verjehen  und  bekennen  uns  öffenlich  mit  diseme  briefe,  das  wir  einmüteklieh  durch 

i>)  nutz  und  notdurft  unsere  lande,  lüte  und  durch  daz,  daz  den  unsern  gliches  und 
rehtes  widerfare  und  uff  wasser  und  uff  lande  dester  fridelicher  wandeln  und  werben 
mögen  uns  züsamen  vereyniget  haben  und  vereynigen  uns  mit  disem  briefe  in  die 
wise,  alse  harnach  geschriben  stat :  des  ersten,  were  es,  das  yeman,  wer  der  were, 
uns   den    vorgenanten    marggrafe   ßernharte,    unsere   lüte  oder  die   unsern    kriegete, 

i6  schadigete  oder  verunrehtigen  wolte,  und  wir  das  mit  sehsen  unsers  rates,  die  unsern 
rat  gesworn  hettent  oder  das  merre  teil  under  uns  uff  unsere  fürstelich  truwe  und 
ere  und  sie  uff  ire  eyde  erkanten,  das  uns  oder  den  unsern  unreht  geschehen  were 
und  uns  hilff  von  den  von  Strazburg  notdurft  were,  so  mügent  wir  den  rat  von 
Strazburg  manen  umbe  iren  widersagesbriefe  an  dieselben,  wider  die  wir  sie  gemant 

20  hettent,  so  söllent  sie  uns  schicken  zehene  erber  man  mit  gleffen,  iedie  glefe  mit 
dryen  pferden  wolerzuget  und  mit  eime  gowoppenten  knehte,  und  sollen  uns  dieselben 
zehene  mit  gleffen  und  iren  widersagezbriefe  damit  schicken  in  den  nehsten  ahte 
tagen  nach  der  manungen  an  die  stat,  die  wir  yn  in  disen  nachgeschriben  kreyse 
benennen,  und  sollen  dieselben  zehen  mit  glefen  und  ire  kneht  unserme  houbtmann, 

25  der  danne  der  unsern  houbtman  ist,  gehorsam  sin  mit  den  unsern  ze  ritende  und 
unsere  vigende  ane  ze  griffende  und  ze  schädigende,  uff  die  gemant  ist,  doch  also, 
das  wir  drie  tage  vorhin  an  der  stat,  das  wir  die  von  Strazburg  hin  gemant  hant, 
zwentzig  glefen  haben  söllent  und  nit  darunder  vor  dem  tage,  alse  die  von  Strazburg 
ire  glefen  darschicken  sollen,    und  dieselben   zwentzig  glefen    söllent  alle  zit  by  den 

so  zehen  glefen  bliben  und  den  krieg  getruweliche  mitenander  triben.  des  selben  glichen 
sol  ouch  sin,  were  es  ob  ieman,  wer  der  were,  uns  die  von  Strazburg,  unsere  burger 
oder  die  unsern  kriegete,  schadigete  oder  verunrehtigen  wolte  und  wir  meister  und 
rot,  die  danne  zu  ziten  sint,  oder  das  merre  teile  in  unserm  rate  uff  unsere  eide  er- 
kiintent,  das  uns,  unsern  burgern  oder  den  unsern  unreht  geschehen  were,  und  uns 

:tr.  hilft"  von  dem  vorgenanten  unserm  herren  dorn  marggraven  notdürftig  were,  so  mögent 
wir  der  rat  von  Strazburg  denselben  unsern  herren  den  marggrafen  ouch  manen 
umbe  helffe  und  umbe  sinen  widersagezbriefe  an  dieselben,  wider  die  wir  in  gemant 
hettent,  der  sol  uns  danne  ouch  zehen  mit  glefen  erber  wol  erzugete  lüte,  iedie  glefe 
mit    drien    pferden    und   eitn   gewoffenten    knehte   und    sinen   widersagezbriefe   damit 


'  Vgl.  oben  nr.  977. 


602  1396 

schicken  in  den  nehsten  ahte  tagen  nach  der  manungen  an  die  stat,  die  wir  ym 
in  disem  nachgeschriben  kreysse  benennent.  und  söllent  dieselben  lüte  mit  den  glefen 
unserme  houbtmanne  gehorsam  sin  mit  den  unsern  ze  ritende  und  unsere  vigende, 
uff  die  gemant  ist,  ane  ze  griffende  und  ze  schädigende,  doch  also  das  wir  drige  tage 
vorhin  an  die  stat,  dar  wir  den  vorgenanten  unsern  herren  den  marggrafen  hin  5 
gemant  hant,  zwentzig  mit  glefen  haben  söllent  und  nit  darunder  vor  dem  tage,  alse 
unsere  herre  der  marggrafe  sine  glefen  dar  schicken  sol  und  dieselben  zwentzig  mit 
glefen  alle  zit  by  den  zehenen  mit  glefen  ze  blibende  und  den  krieg  ze  tribende,  als 
vorgeschriben  stat  one  geverde.  geschehe  es  ouch,  das  yn  dem,  also  wir  marggraf 
Bernhart  oder  wir  die  von  Strazburg  ein  teil  das  andere  gemant  hette,  dem  andern  10 
teil  ouch  notdürftig  were  ze  manende,  also  das  es  oder  die  sinen  gekrieget,  gescha- 
diget oder  verunrehtiget  würde,  so  mag  das  selbe  teil  das  ander  teil,  das  vorgemant 
hette,  ouch  manen  umbe  hilff  der  zehene  mit  glefen  und  umbe  den  widersagezbriefe 
glicher  wise,  alse  vor  bescheiden  ist.  und  sol  das  teile,  das  gemant  wärt,  gehorsam 
sin  mit  syme  widersagezbriefe  und  den  zehenen  mit  glefen  dem  andern  teile  ze  die-  u 
nende,  alse  von  der  ersten  manungen  wegen  da  vorgeschriben  stat  alsodoch  das 
teil,  das  do  gemant  het,  sine  zwentzig  mit  glefen  vor  an  der  stat  habe,  do  es 
danne  hinmanet,  alse  vorgeschriben  stet,  und  von  wederm  teile  die  manunge  under 
uns  geschult,  so  sollen  wir  einander  getruweliche  geraten  und  beholfen  sin  in  disem 
nachgeschriben  kreisse,  alse  ging  die  sache,  darumbe  denne  gemant  ist,  unsere  iegeliches  so 
teil  selber  an,  solange  untze  das  wir  und  die  zu  uns  gehörent,  welhem  teil  under 
uns  danne  der  schaden  geschehen  ist,  unsere  schade  und  smocheit  gentzlich  uffgerihtet 
und  der  krieg  gesünet  wirt.  und  sol  ouch  unsere  dehein  teil  sich  nit  friden,  sunen 
oder  vürworten  one  das  des  andern  teiles  wissende  und  willen,  der  ander  teil  sie  danne 
alse  wol  versorget,  alse  das  teil,  das  sich  friden,  sunen  oder  fürworten  wil.  were  es  ac 
ouch  sache,  so  wir  marggrafe  Bernhart  oder  wir  die  von  Strazburg  beydersite  ein- 
ander gemant  hettent  und  beyde  teil  ein  teil  dem  andern  hilffe  geschicket  hettent,  so 
süllent  unsere  beider  teil  glefen  und  diener  ietweder  teiles  haubtlüten  gehorsam  sin  ze 
ritende  und  unsere  vigende  zu  schedigende,  uff  die  danne  beyde  teile  gemant  hant, 
one  alle  geverde.  were  ez  ouch,  so  wir  marggrafe  Bernhart  die  von  Strazburg  oder  30 
die  von  Strazburg  uns  hin  wider  einander  also  gemanet  hettent,  und  bedürfte  danne 
der  ein  teil  under  uns  von  dem  andern  me  hilffe,  so  sol  das  teile,  daz  der  hilffe  bedarff, 
das  ander  teil  manen,  und  der  teil,  der  gemant  wirt,  der  sol  drie  siner  rete  in  den 
nehsten  ahte  tagen  nach  der  manungen  schicken  an  der  stette  ein,  die  hernoch  ge- 
schriben  stont.  und  sol  der  teil,  der  do  manet,  zwene  manne  sinre  rete  darzii  schicken  35 
und  die  fünfe  söllent  uff  ire  eyde  erkennen,  waz  der  hilffe  fürbasser  me  sin  solle, 
und  waz  dieselben  fünfe  oder  das  merreteil  under  in  darumbe  erkennent,  das  man 
zu  der  hilffe  tun  und  helffen  solle,  daz  sol  iedes  teil  under  uns  dem  andern  in  den 
nehsten  viertzehen  tagen  darnach  tun,  halten  und  vollefuren  one  geverde.  es  söllent 
ouch  unsere  beider  teile  slosze,  stette  und  vestin  und  unsere  lant  in  disem  nach-  40 
geschriben  kreysse,  die  wir  nü  zu  mal  hant  oder  harnach  gewünnent,  einander  offen 
sin  zu  allen  unsern  kriegen  und  nöten,  alse  lange  dise  eynunge  weret,  sich  darin 
und  darusz  zu  behelffende  und  in  selber  daz  beste  zu  tünde.  und  söllent  ouch  beidersite 


1396  Ö03 

darzü  bestellen,  das  man  in  solichen  unsern  slossen,  stetten  und  vestin  koste  vinde 
und  habe  umbe  bescheiden  gelte  one  geverde.  were  es  ouch,  das  man  uns  marggrafe 
Bernhart  oder  uns  die  von  Strazburg  überziehen  wolte,  weihen  teil  man  danne  über- 
ziehen wil,  der  mag  das  ander  teil  manen,  der  sol  danne  drie  siner  rete  in  den 
oehsten  drien  tagen  nach  der  manunge  schicken  an  der  stette  eine,  alse  hie  nach- 
geschrieen stet,  und  daz  teil,  daz  da  manet,  sol  zwene  siner  rete  darzü  schicken  und 
die  finde  Millcnt  ull'  ire  eyde  erkennen,  wie  man  dem  teile,  das  man  überziehen  wil 
und  gemanet  hat,  beiden  solle,  und  mitte  wievil.  und  waz  danne  die  fünfe  oder  das 
merre  teil  under  in  also    darumbe    erkennent   nach  nutze,   notdurft  und   gelegenheit 

10  der  Sachen,  daz  söllent  wir  beyde  teil  einander  getruwelich  halten,  tun  und  vollefüren 
unverzögenlich  one  alle  geverde.  erfünde  ouch  in  dem  zile  diser  vereynungen  dehein 
krieg  oder  vigentschaft  uff,  von  weme  daz  were,  davon  unsere  ein  teil  daz  ander 
gemanet  bette,  und  würdent  dieselben  kriege  oder  vigentschaft  in  dem  zil  diser  ver- 
eynunge  nit  geribtet  und  gesünet,    so  söllent  wir  doch  nach  dem  zile  diser  eynunge 

ij  zvvey  jare  die  liebsten  darnach  zu  beiden  siten  einander  von  derselben  kriege  und 
vigentschaft  wegen  beraten  und  beholifon  sin  in  aller  der  wise  und  masze,  alse  dise 
eynunge  begriffen  ist  und  vorgescbriben  stet  untze  an  die  stunde,  das  dieselben  kriege 
und  vigentscbafte  genczlicb  und  gar  gesünet,  verribtet  und  geslibtet  werdent  one  alle 
Widerrede,  wir  süllent  ouch  zu  beiden  siten  von  aller  vergangener  kriege  und  vigenl- 

20  schalt  wegen,  so  wir  beydersite  untze  uff  disen  hutigen  tag  gehabt  hant,  einander 
weder  geraten  noch  beholffen  sin,  wir  detent  es  danne  gerne  uzgenonmien  desz,  wer 
es,  ob  wir  marggrafe  Bernhart  zu  schaffende  gewünnent  mit  Ludewig  herre  zu 
Lichlemberg  oder  obe  wir  die  von  Strasburg  zu  schaffende  gewünnent  mit  hern  Brunen 
von  Rapoltzstein,  da  sol  dehein  teil  sich  gegen  dem  andern  beschiimen,  das  es  mähte 

85  sprechen,  ez  werent  kriege  und  sie  hettent  sich  erhaben  vor  der  date  disz  briefes, 
danne  welhes  teil  under  uns  beyden  erkennent  nach  vorgeschobener  wise,  das  yme 
oder  den  sinen  von  der  deweders  wegen,  ez  sie  von  Ludewiges  herren  zu  Lichtenberg 
oder  hern  Brunen  von  Hapoltzstoin  unrehle  geschehen  were  oder  sy,  so  sol  ein  teil 
dein  andern  beholffen    sin  in  aller  der  masse,    alse  dise  einunge  wiset   und  seit  one 

so  alle  geverde.  wurde  ouch  unser  deheines  teiles  lüte  oder  gut  in  dem  zile  und  kreysse 
diser  vereiiuingen  beruhet,  anegriffen,  geschadiget  oder  gefangen,  alse  balde  unsere 
deweder  teiles  amp^tjlüte  das  verkündet  würl  oder  gewar  werdent,  so  söllent  die,  die 
darumbe  angerüffet  werdent  oder  es  von  in  selber  empfindent  zu  stund  ane  allez 
sunicn    Hochziehen    und  daz  helffen  beschütten,  entretten  und  stellig  tun  getruwelich 

35  nach  inne  besten  vermügende,  alse  ging  die  sache  unsere  iegelich  teil  selber  an.  und 
daz  söllent  wir  marggrafe  Bernhart  allen  unsern  amplüten  (sicj,  schultheissen,  vögeten 
und  andern  den  unsern  ernstliche  bevelhen,  das  sü  fürderhch  darzü  tun.  des  selben 
glichen  söllent  wir  die  von  Strazburg  unsern  reten,  ainbahtlüten  und  den  unsern  ouch 
empfelhen,  daz  sie  glicherwise  widerumbe  ouch  also  daz  beste  darzü  tünt  one  geverde. 

40  wenne  ouch  unsere  ein  teile  in  des  andern  feiles  lüllV  ist  und  by  einander  ulf  dem 
velde  sint,  würde  danne  dehein  stet,  slosze,  vestin  oder  gut  gewunnen  oder  das 
yenian  gefangen  würde,  das  sol  alles  unsere  zu  beyden  siten  glich  gemein  sin.  doch 
welhes   teil    under  uns  beyden    sollich   gefangen  vahet,    daz   teil  sol  sie  halten    nach 


604  1396 

krieges  reht.  wo  aber  ein  teil  bi  dem  andern  uff  dem  velde  nit  were,  gewünnent 
danne  ieman  iht,  ez  sie  gut  oder  gefangen,  der  mag  damit  tön,  das  er  truwet,  daz 
yme  fügsam  ist  und  eben  kommet  ane  geverde.  were  es  ouch,  daz  under  uns  beyden 
teilen  dehein  teil  vür  ein  slosz,  stat  oder  vestin  ziehen  wolte  und  dez  andern  teiles 
gezüge  darczu  bedörfte  und  darumbe  bete,  so  sol  der  teil,  der  die  gezüge  hat,  den-  5 
selben  gezüge  dem  andern  teile  lihen,  also  daz  das  teil,  daz  den  gezüge  lehent,  den- 
selben gezüge  mit  sinre  fürunge  und  kosten  holen  sol  und  also  balde  daz  gescheffede, 
darzü  es  den  gezüge  gebruchet  het  oder  gebrochen  wolte  haben,  vollegat,  so  sol  es 
denselben  gezüge  mit  siner  fürunge  und  kosten  in  den  nehsten  viertzehen  tagen  dar- 
nach wider  entwürfen  dem  teile,  umbe  den  der  gezüge  gelehenet  ist,  und  an  die  stat,  10 
da  er  genommen  oder  uff  geladen  wart,  were  aber,  daz  ützit  von  sollichem  gezüge 
verloren  oder  gekrenkert  würde,  den  bresten  sol  ein  teil  dem  andern  in  den  selben 
viertzehen  tagen  ufrihten  und  bezalen  one  verziehen,  ouch  ist  zu  wissende,  daz  wir 
des  zu  beiden  teilen  früntlich  mit  einander  überkomen  sint,  were  ez,  daz  wir  marg- 
grafe  Bernhart  in  der  zite  diser  eynungen  mit  der  stat  von  Strazburg  mit  iren  burgern  v, 
oder  den  iren  spennig  oder  miszhellig  würdent  und  daz  die  ansprach  unsere  were,  so 
sollen  wir  das  meister  und  rat  zu  Strazburg  verkünden,  daz  sie  darumbe  zu  uns  ze  tage 
schicken  zwene  manne  irez  rates  an  diser  nachgeschribener  stette  einre,  die  zu  der 
sachen  sitzent  zu  den  zweien  unsers  rates,  die  wir  ouch  dar  zu  schicken  und  setzen 
söllent.  und  söllent  einen  gemeinen  man  usz  dem  rat  zu  Strazburg  darzü  nemen,  dem  w 
söllent  ouch  die  von  Strazburg  solich  halten,  daz  er  mit  den  zweien  rite  und  dar- 
zü sitze  und  sich  der  sachen  anneme.  wer  ez  aber,  daz  ir  einre  versworn  hette 
reht  zu  sprechende  und  daz  by  syme  eyde  behebet,  das  er  ez  versworn  habe,  so 
söllent  sie  uns  einen  andern  biderben  man  usz  irem  rat  an  dezselben  stat  geben, 
den  wir  in  nennent,  und  den  solich  halten,  daz  er  ez  düge,  mSgent  uns  die  fünfe 'gütlich  2a 
mit  einander  gerihten  und  entscheiden  mit  unsere  beider  wissende  und  wille,  da  by 
soll  ez  bliben,  möhte  aber  das  nit  gevolgen,  so  söllent  sie  darumbe  in  dem  nehsten 
monate  darnach  ein  reht  sprechen,  und  waz  denne  also  von  den  fünfen  oder  von 
dem  merren  teil  under  in  erkant  und  gesprochen  würt,  daby  sol  ez  bliben  und 
von  beyden  siten  gehalten  werden  one  geverde.  dezselben  gliche  ist  beretd,  were  ez,  30 
daz  wir  die  von  Strazburg  in  der  zite  diser  eynunge  mit  dem  vorgenanten  unserme 
herren  marggrafe  Bernharte  mit  sinen  mannen,  dienern,  undersessen  oder  den  sinen 
die  ietzent  manne,  diener  oder  die  sinen  sint  oder  in  der  zite  diser  eynung  werdent, 
spennig  oder  miszhellig  würdent  und  das  die  ansprach  unsere  were,  das  söllent  wil- 
dem vorgenanten  unserm  herren  dem  marggrafen  verkünden,  das  er  darumbe  zu  tage  35 
zu  uns  an  disen  nachgeschribener  stette  ein  zwene  manne  siner  rete,  die  darzü 
sitzent,  zu  denselben  zweien  wir  ouch  zwene  manne  unsers  ratez  schicken  und  setzen 
söllent.  und  söllent  ein  gemein  man  usz  des  vorgenanten  unsers  herrn  des  marggrafen 
rat  darzü  nemen,  der  nit  versworn  het  reht  zu  sprehende  und  daz  by  sinem  eyde 
behabet,  daz  er  ez  versworen  habe,  so  sol  er  uns  einen  andern  byderben  man  uz  « 
sinem  rat  an  dez  stat  geben,  den  wir  yme  benennent  und  den  sol  ouch  der  vorge- 
nant unsere  herre  der  marggrafe  solich  haben,  daz  er  darzü  rite  unt  sitze  und  sich 
der  sache  annemen  mögent  uns  dieselben  gütlich  gerihten  und  entscheiden  mit  unsere 


1396  605 

beider  sittc  wissende  und  wille,  da  by  sol  es  bliben.  möhte  aber  das  nit  gevolgcn, 
so  sullcnl  sie  darumbe  ein  reht  sprechen  in  dem  nehsten  monat  darnach,  und  was 
denne  aldo  vmi  den  fünfen  oder  dem  merren  teil  under  in  erkant  und  gesprochen 
würt,  daby  sol  es  bliben  und  von  beyden  teilen  gehalten  werden  ane  geverde.  were 
i  ouch,  das  die  von  Strasburg  deheinen  unsere  marggrafe  Bernhartz  man,  diener,  under- 
sessen  oder  der  unsern  anspreehent  oder  die  unsern  sie  wider  umbe  züge  oder 
mähten  sich  der  oder  die  von  uns  und  woltent  uns  nit  gehorsam  sin,  so 
beide  wir  daz  empfindent,  so  süllent  wir  sie  darnach  nit.  husen,  hofen,  schüren, 
schirmen   noch   in    zulegen  und    söllent   dem   oder    den    widersagen    und    vigentlich 

111  gegen  in  ti'in  und  söllent  den  von  Strasburg  alle  unsere  Bloss  gegen  denselben  uff 
lim  und  in  ufT  sie  geraten  und  behohTen  sin  untze  an  die  stund,  das  der  oder  die 
den  von  Strasburg  getiint,  also  davor  von  uns,  unsern  mannen,  dienern,  undersessen 
oder  den  unsern  geschriben  stat.  dezselben  glichen  sol  uns  marggrafe  Bernharr  gen 
den  von    Strasburg    und   allen  den    iren,    die  dez  nit  gehorsam  werent,  behaben  sin 

15  und  widerumbe  geschehen  one  geverde,  doch  sol  dies  si'i  beyden  teilen  nit  anegen 
eigen,  erbe,  zinse,  gulte  oder  schulde,  daz  söllent  wir  beydersite  lassen  bliben,  also 
daz  herkommen  ist  one  geverde.  ouch  ist  zu  wissende,  von  welchen  vorgenanten 
sachen  man  zu  tagen  beidersite  schicken  sol,  das  die  tage  darumbe  sin  söllent  zu 
Offenburg  in  der  stat,  und  sol  ein  teil  dem  andern  tag  aldar  verkünden,  were  aber, 

äo  das  unsere  deheime  teile  zu  ettlichen  ziten  nit  gefüglich  were  gen  Offenburg  zu 
ritende  oder  dahin  zu  schickende,  ist  denne,  daz  wir  marggrafe  Bernhart  die  manunge 
di'inl.  und  die  ansprach  unser  ist,  so  sollen  wir  unsere  zwene  ratman,  die  wir  zu 
der  sachen  setzen  wellent,  schicken  gein  Strazburg  in  die  stat  und  söllent  danne  die 
von  Strazburg  drie  irs  ratez  zu  denselben  setzen  nach  vorgeschri bener  wise,  die  der 

'"<  sachen  alda  ende  und  usztrag  gebeut,  were  aber  die  manunge  oder  anspräche  unsere 
der  von  Strazburg,  so  sollen  wir  unsere  zwene  ratmanne,  die  wir  zi'i  der  sachen 
setzen  wellen i,  schicken  gen  Baden  in  die  stat  und  sol  unsere  herre  der  marggrafe 
drie  der  sinen  darzü  schicken  und  setzen,  die  der  sachen  aldo  nach  vorgeschobener 
wise  ende  und  usztrag  gebent  one  geverde.  es  ist  ouch  beretd,  daz  iegelich  teil  under 

•»  uns  dein  andern  sine  hilff  und  dienst  uff  sine  selbes  koste,  schaden  und  verlusl  tun 
und  dienen  sol  one  alle  vorderunge,  Widerrede  und  geverde.  und  sint  disz  die 
kreysze  dieser  vereinungen,  darinne  wir  beide  teil  einander  getruwelich  geraten  und 
beholll'en  sin  söllent  und  wellent,  also  vor  bescheiden  ist  mit  namen  von  Friburg  in 
Brysgöw  an  untze  über  Bin  gen  Ensesheim  ;  von  Ensesheim  gen  Bufach ;  von  Bufaeh 

3r'  das  gebirge  herabe,  alse  die  snesleyffen  gant  nutze  gen  Ohsenstein ;  von  Ohsen- 
stein  bitze  gen  Bitsche  ;  von  Bitsche  gen  Wissemburg,  von  Wissemburg  gen  Luter- 
burg;  von  Luterburg  über  Bin  gen  Graben;  von  Graben  untzen  gen  Eppingen  ; -von 
Eppingen  gen  Besenkeim  ;  von  Besenkeim  gen  Herremberg ;  von  Herremberg  daz  ge- 
birge   hinwider    uff   gen    Friburg,    alles,    alse    die    snesleiffen    von   beiden  gebirgen 

40  ietwedersite  Bines  gegen  dem  Ryne  smeltzent  und  fliessent  one  geverde. 
und  sol  onch  dise  vereinunge  stete  feste  und  unverbröchenlich  zu  haltende  und 
getruwelich  zu  vollefürende  in  aller  der  wise,  alse  vorgeschriben  stet,  und  söllent 
und  wellent  ouch  unsern  obersten  ambahtman  mit  namen  Bernhart  von  Beinichingen, 


606  1396 

oder  den  wir  harnach  an  unsere  stat  setzent  und  dem  wir  unsere  lant  empfelhent, 
so  wir  nit  in  lande  sint,  die  wile  daz  zil  diser  eynunge  weret,  heissen  und  tön 
sweren  in  gegenwürtikeit  dez  rates  von  Strazburg,  also  gefügete  ez  sich,  das  wir  nit 
in  landes  werent,  wenne  er,  oder  den  er  ez  vürbasser  befilhett,  denne  von  den  von 
Strazburg  an  unsere  stat  gemant  werdent,  dieselben  manungen  die  von  Strazburg  5 
uns  oder  unsern  amplüten  gen  Baden  tun  söllent,  daz  sie  denne  den  von  Strazburg 
an  unsere  stat  dönt  haltend  und  vollefurent  alles  daz,  daz  dise  vereynunge  wiset  und 
seit  und  alse  obe  wir  selber  gegenwürtig  werent  one  allez  verziehen,  sumen  und 
hindernisze.  derselbe  unsere  oberster  ambahtman,  sin  stathalter  und  die  amptlüte,  die 
under  ime  sint,  dasselbe  by  sime  eyde  ime  ouch  fürbasser  sol  tön  sweren  zu  hal-  10 
tende  one  alle  geverde,  doch  wenne  wir  marggrafe  Bernhart  ein  andern  amptman 
setzent,  dem  wir  unsere  lant  empfelhent,  den  söllent  wir  nit  setzent,  wir  habent  in 
danne  vor  vor  meister  und  rate  zu  Strazburg  geton  sweren  zft  haltende  in  alle  die 
wise,  alse  vorgeschriben  stat.  desselben  glichen  söllent  wir  die  vorgenanten  meister 
und  rat  von  Strazburg  gegen  dem  vorgenanten  herren  dem  marggrafen,  den  sinen  u 
unde  syme  obersten  amptman,  so  er  nit  in  landez  ist,  wore  und  stete  und  unver- 
bröchenlich  halten,  und  globent  daz  uff  die  eide,  so  wir  darumbe  zu  den  heiligen 
gesworn  haben  zu  tftnde  und  alle  jare,  so  der  alte  rate  in  unsere  stat  abegat,  daz 
denne  dem  nuwen  rat  in  ire  eyde  befolhen  sol  werden,  dise  vereynunge  gegen  in  zu 
haltende  in  aller  der  mossen,  alse  die  wiset  und  seit  und  vorgeschriben  stat,  doch  20 
sol  uns  die  manunge,  alse  wir  gemant  werdent  gen  Strazburg,  geschehen  one  alle 
geverde.  und  in  diser  eynunge  nemen  wir  zu  beiden  siten  usz  unsern  gnedigen  herren 
den  römischen  kunig;  so  nement  wir  marggrafe  Bernhart  sunderlichen  usz  unsern 
lieben  herren  und  öheim  den  erwürdigen  hern  Cunrat  ertzbischoff  zd  Mentze,  hern 
Rüppreht  den  eiltern,  hern  Rüppreht  den  jungern  und  desselben  süne  pfaltzgrafen  by  25 
Ryne  und  hertzogen  in  Peygern,  die  hertzogen  von  Osterriche  und  grafe  Eberhart 
von  Würtemberg,  do  sie  selber  houbtlüte  sint,  wo  sie  aber  nit  houbtlüte  sint  und 
helffere  werent,  gen  denselben  sollen  wir  einander  geraten  und  beholffen  sin,  alse 
gen  andern  unsern  vigenden  ungeverlich.  so  nement  wir  die  von  Strazburg  auch 
harinne  usz  den  erwürdigen  herren,  herren  Wilhelm  byschoff,  das  bystüm  und  die  so 
stift  zu  Strazburg,  die  hochgebornen  fürsten  und  herren  die  hertzogen  von  Osterrieh, 
zu  den  wir  vereyniget  sint,  also  unser  eynungez  briefe  wisent  und  nement  ouch  usze 
die  eynunge,  die  wir  habent  mit  dem  bystüm  von  Strazburg  und  mit  dez  riches 
stetten  in  Eilsasz,  alse  dieselbe  eynunge  wiset.  und  nement  ouch  harinne  usz  unsere 
guten  fründe  den  schultheissen,  den  rat  und  die  stat  zu  Sarburg  und  nement  ouch  35 
üsse  harinne  die  ursage,  die  wir  hant  mit  hern  Heinrich  Kammerer  und  Diether 
Kämmerer  gevettern.  und  were  ez,  ob  wir  beidersite  mit  iemant  anders  deheine  setze 
oder  ursagen  hettent,  die  nement  wir  ouch  harinne  usz.  gewünne  aber  dehein  teil 
under  uns  mit  denselben  zu  schaffende  und  würde  danne  unsere  ein  teil  von  dem 
andern  wider  dieselben  umbe  hilff  gemant,  so  süllent  wir  in  fürderliche  unsere  ur-  «» 
sagen  und  setze  abesagen.  und  wenne  die  zile  der  ursagen  vergant,  so  sollen  wir 
beidersite  gen  denselben  einandere  helffen  und  vigenliche  tun,  alse  dise  einunge  wiset 
alle  argenliste    und  geverde  harinne  uszgeslossen.    und    dez   zu    eime  waren   sichern 


1396  607 


urkünde  so  hant  wir  der  obgenant  marggrafe  Bernhart  unsere  eygen  ingesigel  und 
wir  der  meister  und  der  rat  von  Strasburg  derselben  unsere  stette  ingesigel  by  ein- 
ander hissen  honcken  an  disen  brief.  der  geben  ist  zii  Strazburg  uff  die  krumbe 
mittewoche  in  dem  jare,  do  man  zalte  von  guttez  gebürte  drützehenhundert  jare 
•  nünlzig  und  sehs  jare.  und  sint  dirre  briefe  zwene  gliche,  der  unsere  ietwederteile 
einen  het  und  ouch  by  im  blibet. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  45  nr.  82.  or.  mb.  lit.  pat.  e.  2  sig  pend. 
Reg,  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1681. 


1042.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  verspricht  im  Hinblick  auf  ein  soeben  mit 

'"  Straßburg  geschlossenes  dreijähriges  Bündnis,  seine  noch  schwebende  Streitsache  mit 

Ludwig  von  Lichtenberg  entweder  bis  zum  11  Mai  auszugleichen  oder  sie  nach  dieser 

Frist  vor  Herzog  Leopold,   vor  Bischof  Wilhelm  von  Straßburg ,  ja  vor  Straßburg 

oder  einem  von  jenen  bestimmten  Obmann  zum  Austrag  zu  bringen.    1396  März  29. 

Wir  Bernhart  von  gottes    gnaden  marggrafe   zu    Baden  verjehen  und  bekennen 

«  mit  disem  brief:  alse  wir  uns  mit  den  erbern  wisen  meister  rate  und  burgern  der 
stat  zu  Straszburg  und  gegen  allen  den,  die  uns  beidersite  unser  löte,  bürgere  oder 
die  unsern  kriegen,  beschedigen  oder  verunrehtigen  wSlten,  vereynt  haben,  alse  das  die 
briefe  völleklich  wisent,  die  zwüschen  uns  darüber  gemacht  sint,  und  wand  in  der 
selben  eynunge  begriffen   ist :    weres,  das    uns  marggraf  Bernhart    not  were  die  von 

20  Straszburg  uf  Ludwigen  herren  zu  Lichtenberg  umb  hilffe  zu  manen,  als  sie  uns  uf 
in  beholffen  sollent  sin  nach  unser  eynunge  sage,  das  wir  uns  gegen  den  selben  von 
Straszburg  versprechen  mit  disem  brief  umb  die  sach,  die  wir  bisher  untz  uf  disen 
hutigen  tag,  als  datum  dis  briefs  sagt,  mit  dem  vorgenanten  von  Liehtenberg  zu 
schaffend  gehabt  han,   darumb  wir   in  friden  yetzund  mit  im  sin  bis  uf  den  montag  Apnu. 

25  riehst  komet.  weres  nu  sach,  das  wir  hie  zwüschen  und  dem  selben  montag  mit 
Ludwigen  von  Liehtenberg  nit  verriht  wurdent,  das  wir  dann  den  von  Straszburg  zu 
liebend  zu  fruntschaft  umb  die  selb  vergangen  sach  des  rehten  bliben  wollen  hinder 
den  hochgebornen  fürsten  unserm  herren  hertzog  Lüpolt  hertzog  zu  Osterrich  oder 
hinder  dem   erwirdigen    hern  Wilhelm  byschoff  zu  Straszburg   oder  vor   dem   vorge- 

ao  nanten  rät  zu  Straszburg  oder  uf  gemeynen  erber  lüte  dryen,  funfen  oder  siben  zu 
gelegen  tagen,  weres  dann,  das  wir  uns  mit  Ludwigen  von  Liehtenberg  eins  gemeynen 
inans  nit  vereynen  muhten,  welchen  erber  man  denn  meister  und  rät  zu  Straszburg 
düncket,  der  uns  glich  sy  zu  nemend,  den  sollen  wir  in  gevulgig  sin  zu  nemend. 
wölten  wir  aber  daby  nit  bliben,  su  sullent  uns  die  vun  Straszburg  darüber  von  der 

3ä  alten  vergangen  sach  wegen  gen  dem  von  Liehtenberg,  als  vor  bescheiden  ist,  nit 
beholffen  sin,  sie  tetten  ez  dann  yn  ane  geverde.  wölt  aber  Ludwig  von  Liehtenberg 
ein  solich  reht  von  uns  uszslahen  und  nit  uf  nemen,  so  mögen  wir  darnach  meister 
und  rat  zu  Straszburg  umb  hilffe  uf  in  manen,  die  sollent  uns  dann  an  in  beholffen 
sin  nach  uszwisunge  der  eynunge,  die  wir  mit  in  haben,  ane  Widerrede  und  ane  alle 

40  geverde.   des   zu    urkund   haben  wir  unser  insigel   lassen   hencken  an   disen   brief. 

VI.  77 


608  1396 

der  geben  ist  an  der  krummitwoch  in  dem  jare,  do  man  zalt  nach  Crists  geburt  drut- 
zehenhundert  jare  nuntzig  und  sehs  jare. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  44/45  nr.  81.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  s.  pend. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1682. 

1043.  Symund   genannt  Wecker,   Graf  von  Zweibrücken   und    Bitsch,    Landvogt    5 
im  Elsass  giebt  seine   Zustimmung  zu  der   Teilung  der  Burg  Herrenstein  '    zwischen 
Dietrich  Cammerer  und  Conrad  Lantschaden  und  seinem  Bruder  Heinrich  von  Zwei- 
brücken,       geben  an  sant  Georientage  1396.  1396  April  23. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30  b.  cop.  eh.  coaev.  Herrensteinbüchel. 

1044.  Der  Edelknecht  Blicker  von  Rotenburg  schliesst   mit  der  Stadt  Strassburg  io 
eine  Sühne   namentlich  wegen   der  Gefangennahme  ihres   Bürgers  Hanseman  Sturm, 
geben  des  nehsten  zinstages  vor  dem  meige  tage  des  jares  1396.         1396  April  25. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  165/166  nr.  86.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  I.  sig.  pend. 


1045.  Johann  von  Mülnheim  genannt  Richenberg,  Ritter,  an  Meister  und  Rat  von 
Strassburg:   bittet   Peterman  von    Duntzenheim,  Hügelin   Süssen   sun,    Friedrich  von  15 
Hochfelden  und  uwer  trumpeter,  uwer  burger,  die  ihm  und  seinen  armen  Leuten,  zii 
Sasbach  in  mime  dorffe  wol  100  it.  wert  in  pferden,  eseln,  kügen  und  swin  geraubt 
haben,  zur  Entschädigung  anzuhalten.        geben  des  samestages  vor  dem  meyge  tage  1396. 

1396  April  29. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl.  M 


1046-  Werner  Sturm  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  ihre  Boten  in 
Hagenau:  senden  einen  Brief  des  Rates  von  Speier  und  beauftragen  sie  von  den 
Hagenauer  Räten  heimlich  zu  erkunden,  ob  sie  die  gleichlautende  Aufforderung  Speiers 
erhalten  haben  und  Gesandte  schicken  wollen  .  .  .  nü  verstond  ir  wol,  das  uns  küm- 
berlich  ist  unsere  botten  gen  Gerlingesdorf  zu  schickende.  datum  vigilia  sanetorum  25 
Philippi  et  Jacobi  apostolorum  anno  1396.  1396  April  30. 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  mb.  I.  cl. 

1047.  König  Wenzel  leill  mit,  daß  er  den  Erzbischof  von  Mainz  zum  Vermittler 
zwischen  Straßburg  und  Bruno  von  Rappollstein  bestellt  habe  und  befiehlt  allen  An- 
ordnungen desselben  Folge  zu  leisten.  Prag  1396  April  30. 

Wir  Wenczlaw  von  gottes  gnaden  römischer  künig  zu  allen  zyten  merer  des 
riches  und  künig  zu  Beheim  embieten  dem  burgermeister  rate  und  burgern   gemein- 


3n 


Diese  nördlich  von  Zabern  gelegene  Burg  gehörte  später  der  Stadt  Strassburg 


1396  609 

liehen  der  stette  zu  Strazburg  unsern  und  des  riches  lieben  getruwen  unsere  gnade 
und  alles  göt  lieben  getruwen.  suliche  sachen,  kriege  und  zweytrachte,  die  zwuschen 
dem  edeln  Brunen  von  Bappoltstein  unserm  und  des  riches  lieben  getruwen  an  einem 
teil  und  üch  an   dem   andern   teil  sint,   haben  wir  befolhen  dem   erwirdigen  Cunrad 

s  erczbyschofen  zu  Menczen  dez  heilgen  riches  in  dütschen  landen  erczkanczeler,  unserm 
lieben  nefen  und  fürsten  und  ym  ouch  unsere  ganeze  und  vollemaht  gegeben  die 
von  unsern  wegen  zwischen  üch  zu  verhörende  und  sie,  m&hte  das  mit  der  minne 
nicht  gescheen,  mit  dem  rehten  genczlichen  hinzulegen  und  zu  enscheiden.  darumb 
so  gebieten  wir  üch   ernstliche   und  vesteklichen   by  unsern   und  des   riches  hulden 

1«  und  wollen,  das  ir  von  aller  solicher  sachen  wegen  vor  den  egenanten  erezbischofen 
von  Mencze  uff  soliche  tage,  die  er  üch  bescheiden  und  benennen  wirde,  kommen 
und  üch  an  dem  rehten  daselbst  genczliche  begnügen  lassen  süllen,  alse  wir  ouch 
das  zu  lande,  dem  egenanten  Brunen  müntliche  mit  ernste  befolhen  und  gebetten 
habent.  wenne  geschee  es,  das  derselbe  Brune  oder  ir  solichen  unsern  gebotten  un- 

u  gehorsam  sien  und  vor  den  egenanten  erezbischof  nicht  kommen  und  im  an  dem 
rehten  da  selbst  nicht  benügen  lassen  wolte,  sunder  darüber  freveln  meynte,  so 
haben  wir  bevolhen  und  ernstliche  gebotten  beyde  dem  egenanten  erezbischofen  zu 
Mencze  andern  kurfürsten,  fürsten,  graven,  fryen  hern,  rittern  und  knehten  und  stetten 
unsern  und  des  riches  lieben  und  getruwen,  das  sie  dem  teile,  das  also  ungehorsam 

so  were,  wider  das  ander  teil  von  unsern  wegen  zu  dem  rehten  bistendig  und  beholffen 
sin  söllent.  geben  zu  Präge  des  suntages  vor  sant  Philippi  und  Jacobi  tage  unser 
rieh  des  behemischen  in  dem  33  und  des  römischen  in  dem  20  jar. 

Prag  1396  April  30. 
Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  58.  or.  eh.  lit.  cl. 

25  Gedr.  Rapp.  Urkb.  11,  nr.  450. 


1048.  Herman  Ebner  der  ältere  in  Nürnberg  an  Hans  Bock  in  Strassburg:  hfl 
für  ihn  750  Gulden  Schulden  eingezogen  und  100  davon  nach  Tachau  bezahlt.  Hofft 
jedoch,  dass  er  die  andern  nicht  nach  Schwanberg  zu  zahlen  brauche  .  .  .  wann  der 
künk  von  Ungarn  selber  an  der  lantaffell  gesessen  ist  und  frid  in  Behaim  westelt 
n  hol,  und  ist  in  guter  freintschaft  von  unserm  hern  küng  geschaiden.  Die  Panzer  will 
er  mit  dem  nächsten  Wagen,  der  nach  Strassburg  oder  in  die  Gegend  fährt,  senden, 
geben  am  samptztag  vor  Walpurgen.  [1396  April  30.] 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  25.  or.  eh.  I.  cl. 


HM!).  Graf  Friedrich  von  Leiningen  an  Strassburg :  beklagt  sieh  über  Hannemann 

H   von    Bitsch,    der    den    geschworenen    Burgfrieden  auf  Burg  Waldeck    nicht    gehalten 

habe  und  jetzt  einen  Sühnetag  verweigere.         geben  uff  sondag  nach  sante  Walborg 

dag  1396.  1396  Mai  7. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I  cl. 


610  1396 

1050.  Teilung  der  [später  strassburgischen]  Feste  Herrenstein  vollzogen  und  ver- 
kündet durch  Diether  Cammerer  von  Worms,  Cünrat  Lantschaden  und  Heinrich  von 
Zweibrücken:  ...  der  bürg  halber  zu  Herrenstein  mitten  glich  durchgemessen  an 
zu  hehende  an  dem  groszen  turne  und  die  bürg  durch  usz  bitz  uff  ahte  schuhe  ze 
wendende  von  dem  deinen  Herrenstein,  davon  sol  juncher  Heinrich  den  teil  des  vor-  » 
genanten  slosses  haben  naher  Müsseborn  .  .  .  und  sol  das  dein  Herrenstein  des 
vorgenanten  juncher  Heinrichs  auch  alleine  sin;  dagegen  erhalten  die  beiden 
andern  ...  das  teil  des  obgenanten  slosses,  das  do  gelegen  ist  naher  dem  burgholtze 
zu  und  heiszet  der  sal  mit  sime  begriffe,  und  sol  die  cisterne  und  die  zwene  turne 
und  die  porten  gemein  sin  und  alle  stelle  zi'i  den  nöten,  und  süllent  ouch  die  ge-  »o 
meinen  wehter  iren  umbegang  und  wahte  han  glicher  wise  als  vor ;  und  sul  ouch 
nieman  buwen  by  ahte  schuhen  by  das  dein  Herrenstein,  ouch  ist  beredt,  als  die 
bürge  zu  Herrenstein  den  langen  weg  mitten  durchusz  geteilt  und  verzeichent  ist, 
das  do  by  die  zeichenunge  nieman  buwen  solle  neher,  danne  vier  schuhe,  es  sie 
danne  mit  der  gemeiner  wille.  und  sol  ouch  der  berg  gemeine  sin.  geben  uff  den  15 
nehsten  fritage  nach  dem  nontage  anno  1396.  1396  Mai  12. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30  b.  cop.  eh.  coaev.  Herrensteinbüchel 

1051.  Hans  Flösze  und  Hans  Rehter  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  hörten, 
daz  ir  uwer  ungnode  an  uns  geleyt  hant   und  bitten  um   Geleit  zur   Verantwortung, 
geben  uff  sunnentag  noch  dem  nontage  anno  1396.  1390  Mai  14.  so 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

Mai  19.  1052.  Alle  von  Andlau  verkünden:  .  .  .  daz  wir  uf  disen  nehsten  vergangen  fritag 

bi  uns  zu  Andelah  gerihtet  hant  von  eime  knehte,  hies  Lawelin  Fuchs  von  Alfesheim, 
und  hant  den  gebrant  von  ketzerigen  wegen,  so  er  getriben  und  getan  hat  mit  lüten  und 
mit  vihe,  mit  kügen,  mit  geissen  mit  schoflen  und  mit  füllen  und  hat  verüget  und  25 
ist  ouch  daruf  tot.  und  hat  geseit,  daz  er  und  Grempe  in  uwer  stat  [Hagenau]  sitzet 
in  Kleffers  gasse  und  in  desselben  grempen  huse  ein  naht  bi  einander  gelegen  sint 
sider  ostern  und  hant  sü  zwene  einander  geketzert  die  naht  zwür.  do  wellent  zu 
tun,  als  ir  billich  süllent.  ouch  wissent,  daz  er  me  geruget  hat,  do  wir  ouch  unser 
botschaft  hin  tun  wellent.         geben  uf  den  pfingestag  anno  1396.  1396  Mai  21.  30 

Str.  St   A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

1053.  Breisach  an  Strassburg:    hat    seinen    Fischern  verboten  junge  Fische  mit 
Juni  24.    «der  steinwatte  noch  mit  den  brütwatten»  vor  nächstem  Johannistag  zu  fangen  ;  bittet 
dies  auch  seinen  Fischern  zu  verbieten,  .  .  .  wand  es  doch  notdurftig  were,  daz  der 
Rine  wider  zu  vischen  komen  möchte.         datum  in  oetava  penthecostes.  35 

[1396  Mai  21—28.]^ 
Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  86.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  mut. 

1  Vgl.  unten  Brief  Breisachs  vom  Juni  26. 


1396  ÖH 

1054.    Martin    von    Schilteken,    städtischer  Diener   an  Strassburg :    berichtet  von 
den  Dingen  in  Böhmen.        datum  sahbato  post  festum  corporis  Christi 

[Prag  1390  Juni  3,] 

Str.  St.  A.  AA.  109.  nr.  40.  or.  eh.  —  Auszügl.  gedr.  I).  It.  A.  II.  pg.  383.  Anmk    2. 


1055-  .lobst,  Markgraf  zu  Mähren  empfiehlt  auf  Geheiss  des  Königs  Wenzel  dem 
[elsässischen  Landvogt  Sigmund  Wecker]  Grafen  von  Zweibrücken  und  den  in  die 
Landvogtei  Elsass  gehörigen  Städten,  die  Stadt  Strassburg  anzuweisen,  dass  sie  in 
ihrem  Streite  mit  Bruno  von  liappoltstein  sich  an  die  vom  Könige  gefällten  Ent- 
scheidungen halte ;  widrigenfalls  sollen  sie  dem  Bruno  von  Bappoltstein  gegen  die 
w  Stadt  Strassburg  beholfen  sein.  [1396  Juni  9.] 

Nach  dem  Bapp.   Urk.  II,  nr.  456  aus  dem  Regest  eines  nicht  mehr  aufzufindenden  Orginal- 
briefes.  Colmar  Bez.  A.  Ann.  Bapp.  (E  1039)  fol.  142. 


1056.  Straßburg  schließt  ein  Bündnis  mit  Basel  auf  3  Jahre. 

Strassburg  1396  Juni  12. 

t5  In  gottes  namen  amen,   wir  Wernher  Sturm  der  eilter  der  meister  der  rat  und 

die  bürgere  gemeinliche  der  stette  zu  Strasburg  und  ouch  wir  Johans  Pülianl  von 
Illingen  ritter  der  meister,  der  rat  und  die  bürgere  gemeinliche  der  stette  zu  Basel 
erkennen  uns  öffenlichen  mit  disem  briefe,  das  wir  umbe  küntlichen  bresten,  un- 
friden,  schaden  und  manigerleye  vigentschaft,  alse  uns,  unsern  stetten,  burgern  und 

20   den  unsern j.ifferstanden,  gescheen  und  noch  anligende  ist,  und  umbe  rehter^notdurft 
willen  unsere  stette  und  bürgere  unser  lip  und  gilt  vür  unrehter  gewalt  zu  beschirmen, 
also  verre  wir  mögent,  uns  mit  einander  vereyniget  habent  und  vereinigent  uns  mit 
disem  briefe  uff  die  eyde,  die  wir  darüber  geton  habent,  von  hynnan  bitze  sant  Martins-   \w.i-.  it. 
tage    nehist^kommet   und    von   demme    sant    Martinstage   über    drü   gantze  jare  die 

n  nehesten  nocheinander  kommende,  alte  kriege  und  atzung  in  dirre  vereynungen  uz- 
genonnnen,  getruweliche  und  vesteklichen  einander  beholffen  zu  sinde  one  allerleye 
hindernisz  und  vertzog  wider  alle  die,  die  uns  leidigent,  schedigent  und  letzent  an 
libe  und  an  gute,  es  sie  mit  röbe  mit  brande,  mit  gefengnisse,  mit  nome,  mit  un- 
rehtem   widersagende  an  unsern  .friheiten,    rechten  und  guten  gewonheiten,  die  wir 

3o  harbroht  haben  oder  mit  welichem  schaden  und  sachen  das  anders  gescheen  möhte 
noch  solicher  bescheidenheit,  alse  hernach  geschriben  stat,  in  disen  ziten,  zilen^und 
kreiszen :    zürn   ersten   von  dem   Howenslein    nutz   an    Burnenlrut   und   dannan  gen 

IBotemberg;  von  Botenberg  gen  Bitsche;  von  Hitsche  untz  die  Selsze  und  andersile 
des  Bines  von  der  öbern  Murge  untz  uff  die  nidern  Murge  und  da  zwischent 
H  von  eim  gebirge  untz  an  daz  ander,  alse  die  snesleiffen  gant  wider  den  Bin  on  alle 
geverde  mit  namen  also:  wer  es,  das  deheine  stat  under  uns  den  vorgenanten  zwein 
stetten  oder  die  unsern  also  geschediget  oder  geleidiget  würde  in  der  vorgenanten  zit 
von  iemanne,  wer  der  were,'^der  in  dem  obgenanten  begriffe  gesessen  were  und  der 
rot  der  stette  oder  das  merrenteil  des  rotes  uff  den  eyt  erkantent,  das  sie  geschediget 


612  1396 

were  wider  dem  rehten,  und  das  man  ir  unreht  dete,  der  sol  die  ander  stat  beholffen 
sin  uff  den  eyt  gelicher  wise,    alse  ob  ir  das  unreht   oder   der   schade   widerfarende 
were.   doch  sol   die   stat,    die  da  geschediget  ist,  verbotscheften  der  andern  stat,  das 
sie  geschadiget  sie,  und  sol  denne  die  stat,  der  es  verbotscheft  wurt,  alse  do  vorge- 
schriben  stat,  fürderliche  und  on  vertzog  uff  den  eyt  die  anegriffen,  die  den  schaden   i 
habent  getan,  das  es  gerihtet  werde  one  alle  geverde.  ouch  vor  allen  dingen,  wo  ein 
stat  under  uns  beden  der  andern  stette    schaden   und  unfrommen  zu  frischer  getotd 
mag  helffen  weren,  wenden  und  fürkomen,  darzu  sollen  und  wellen  wir  uns  einander 
nit  lossen  mit  gantzen  truwen  one  alles    vermanen  und    vertziehen.  were    ouch,  das 
yeman    der    vorgenanten    unserre    zweier    stette    eine     deheinen    schaden    dete   in   10 
den  vorgenanten  zilen  und  zyten,  demme  sol  man  in  den  vorgenanten  stetten  keinen 
veilen  köff  geben,  und  kerne  ouch  einre  in  der   vorgenanten  zweier   stette   deheiner, 
der  eine  derselben  stette  geschadiget   hette,    den  sol  die  ander  stat  anegriffen,  darin 
er  kommet  in  alle  wise,    alse  ob  ir  der  schade  gescheen  were   darnach,   so   es   ver- 
kündet wirt  von  der  andern 'stat,  die  do  geschadiget  ist.  wir  söllent  ouch  wider  alle   15 
die,    die   unsere  vigende  enthaltent,  spisent  oder  in   zülegent,  einander  beholffen  sin, 
alse  uff  den  oder  die,  die  uns  den  schaden  selber   getan   hettent.   und   wer   es,   das 
ieman  deheine  stat  under  uns  schedigen  oder  spise,  hülffe,  andern  rot  schicken  wolte 
oder  schickete   den,   die  uff  si  zogetent,    das   sol  die   ander  stat  weren  und  wenden, 
alse  verre  sie  kan  oder  mag,  uff  den  eyt  one  geverde.  und  solte  ouch  die  anegriffen  20 
ir  lip  und  ir  gut,  die  den  schaden  geton  hettent  oder  schedigen  woltent.    und  daruff 
sol  ouch  deheine  stat  under  uns  beden  wider  die  ander  nieman  deheinen  veilen  kfiff 
geben,  spise  noch  andern  rot  tun  noch  geben  und  ouch  ieman,  der  dirre  stette  einre 
schedelich  were,  nit  husen,  hofen  noch  enthalten,   dann  das  jegliche  stat  under  uns 
beden  ye  eine  der  andern  wol  sol  günnen  und  ouch  darzü  beholffen  sin  one  geverde  m 
uzz  und  in  zu  ritende  und  ir  vigende  daruz  zu  schädigende,  was  krieges  ouch  in  den 
vorgenanten   zilen   uferstunde   und  die  wile  dise  vereynigunge  weret  und  von  einre 
der  vorgenanten   zweier   stetten    anegefangen  oder  begriffen  werde,  der  stette  sol  die 
ander  stat  beholffen  sin,  alse  lange  untz  der  krieg  gesunet  wirt,  und  sol  sich  deheine 
stat  under  uns  beden  one  der  andern  stette    willen   mit  jemanne   nit   sunen,    friden   30 
noch  vürworten,  danne  wir  söllent  bedersit   gelich    darynne   versorget   werden   noch 
der  gelegenheit  der  sachen.  es  ist  ouch  beretd,   das   deheine    stat   under    uns    beden 
der   vorgenanlen   stetten   deheine   künige,    fürsten  noch  herren  beholffen  sol  sin  von 
diser  vereynigunge  wegen,  sie  tünd  es  danne  gerne,  wer  aber,    das  deheine  stat  der 
vorgenanten  stette  deheinem  künige  oder  herren  dienen  wölte,  was  der  stette  in  dem  35 
dienste  geschehe,  darzü  sol  in  die  ander  stat  nit  beholffen  sin,  sie  tu  es  denne  gern, 
man  sol  ouch  deheinen  herren  noch   stat   in    dise    vere_)nunge   eniphohen,    wir   zwo 
stette  sint  es  denne  einhellekliche  über  ein  komen  und  getruwent,  das  es  nütze  und 
gut  sie.  wurde  ouch  ein  stat  der  vorgenanten    stetten  manende,  daz  sie  ir  ein  volgk 
lihe  zu  lantwere,  darzü  söllent  die  von  Strazburg  nit  me  lihen,  denne  viertzig  glefen 
und  die  von  Basel  drissig  glefen,  man  tu  es  denne  gerne,  der  yegliche  glefe  wol  uz- 
gerüstet  sol  sin  mit  drigen  hengesten   und  pferden  mit  irme  gantzen  harnesche;  und 
sol  der  ein  kneht  uff  dem  einen  pferde  ein  gewoffenter  kneht  sin,    der   einen    spiesz 


1396  613 

in  der  bende  füret,  umbe  minrc  mag  man  si  oncli  wol  manen.  und  weihe  stat,  die 
also  manet  umbe  volgk,  die  sol  den  gelefen,  darumbe  sie  gemant  het,  yeder  glefen 
vür  abgang,  kosten  und  schaden  geben  zürn  tage  und  zur  naht  ein  halben  giildin 
von  dem  tage,  alse  si  uzzrittet  ze  zalende,   bitz  das  sie  wider  heim  koment,  und  das 

5  gelt  sol  die  stat,  die  do  gemant  het  und  der  die  glefen  und  volgk  geschicket  werdent, 
geben  und  bezalen  in  dem  nehisten  monate  darnach,  so  das  an  sy  von  der  stat,  die 
die  glefen  dargnluhen  het,  gevordert  wirt  one  geverde.  wurde  man  aber  zu  velde 
Ligende,  so  sol  ye  die  stat  under  uns  zwein  stetten  iren  sundern  kosten  haben  on 
alle  geverde.  wer  es  ouch,    das   under  uns   zwein  stetten  einre  notdurftig  were  ein 

io  besesz  zu  tünde  oder  uszog  vür  ein  slosz  oder  ein  vestin,  und  sie  beduhte,  das  ir 
die  ander  stat  billiche  darzü  hülffe,  die  stat,  die  das  besesz  oder  den  uzzog  also  tun 
wolte,  sol  das  der  andern  stat  verkünden,  das  sie  mit  namen  drige  erbern  botten  von 
iren  reten  gen  Brisach  schicke,  in  den  nehisten  ahte  tagen  darnach  so  sol  die  stat,  die 
das  besesz  oder  uzzog  meinet  zu  tünde,  zween  erbern  botten  von  irme  rote  und  irer 

15  stette  wegen  darzi'i  schicken,  und  söllent  die  fünfe  unvertzogenliche  zu  samen  sitzen 
und  sich  underreden  von  des  besesses  und  uzzoges  wegen  und  zu  rote  werden  noch 
gelegenheit  der  sachen  uff  den  eyt  dewederme  teile  zu  liebe  oder  zu  leide,  was  die 
gemante  stat  zu.  dem  besesse  oder  uzzoge  dienen  oder  ti'in  sol  und  waz  gezuges,  das 
sie  het,  sie  darzü  lihen  sol,  und  waz  die  fünfe  oder  das  merrenteil  under  in  darumbe 

■>„  sprechent  und  zu  rote  werdent,  das  sol  die  gemante  stat  unvertzögenlichen  in  den 
nehisten  ahte  tagen  darnach  tun  on  Widerrede  und  geverde.  und  was  kosten  man 
zu  dem  sesse  oder  uzzoge  habende  wurde,  es  were  mit  bühssen,  wercken,  tümbelern, 
ebenhöheten,  grebern,  werckmeystern  oder  wercklüten,  den  kosten  sol  die  stat  liden, 
die  die  manunge  getan  het,  alse  ouch  wir  beden  stette  unser  yegliche  stat  sünder- 
as liehen  zu  der  herschaft  von  Osterich  verbunden  ist.  wer  es  da  sache,  das  unser  ein  stat 
von  der  andern  gemant  werde,  und  die  da  gemant  werde,  in  manunge  und  hülffe  were  der- 
selben herschaft  von  üsterrich,  alle  die  wile,  das  die  stat  in  hilffe  der  herschaft  von  Öster- 
rich  ist  und  ire  dienere  und  glefen  by  der  herschaft  von  Österrich  het,  so  sol  die  stat 
der  andern    stette  nit  gebunden    sin  zii  helffende  untz  an  die  stünde,    das  der  stette 

3i,  diener  und  glefen,  die  by  der  herschaft  von  österrich  warent,  wider  heim  zu  huso 
komen  sint.  und  alse  balde  sye  heim  komment,  so  sol  giegenante  stat  der  stette,  die 
sie  gemant  het,  unverzögenliche  ir  diener  und  glefen  schicken  noch  deme,  alse  sie 
danne  gemant  ist,  und  alles  des  gehorsam  sin  zu  tünde,  das  sie  der  andern  stette 
verbunden  ist  zu   tünde  alles  on  geverde.   wir  nemen  ouch  zu  beden   siten  harinne 

■  iizz  daz  heiige  römische  riche,  item  und  die  herschaft  von  Österrich,  zu  der  wir  zwo 
stette  unser  iegliche  sünderliche  verbunden  ist,  die  wile  dieselben  verbüntnüssen 
werent,  und  nit  lenger.  so  nement  wir  bedersit  harinne  uz  unser  iegliche  stat  iren 
bischoff  und  sin  bystüm.  so  nement  wir  die  von  Strazburg  harinne  uz  den  hoher- 
bornen   fürsten    und    herren,    herren    Bernhart    marggraff  zu   Baden,    zu    deme    wir 

J0  vereyniget  sint,  die  wile  dieselbe  vereynigunge  weret  und  nit  lenger,  unde  unserre 
guten  fründe  den  schultheiszcn,  den  rot,  die  bürgere  gemeinliche  der  stette  zu  Sarburg, 
die  wile  die  versigelte  verbriefte  früntschaft  weret,  die  wir  mit  in  hant,  die  zil  uz 
und    nit   vürbasser.   mit    solicher   bescheidenheit,    das  ie  die   stat  under   uns  iweien 


614  1396 

stetten  wider   iren  bischoff  nit  beholffen   sol  sin,  er  sie  hobtman  oder  helfTer.    wolte 
aber  ieman,  wer  der  were,  dirre  zweier  herren  der  byschöfe  oder  ir  bystüm  deheinen, 
den   bischofT  von    Strazburg   oder   den   bischoff  von  Basel,    der  nu  ist  oder  hernach 
wirt,  anegriffen  oder  schadigen  von  irre  gotzhüser  guter  wegen,  die>ie  inne  hant,  so 
mag  ie  die   stat  under  uns  zwein  stetten  irme   bischoffe  beholffen  sin   nnd   zu  helffe    5 
komen,  ob  si  wil,  und  sol  ir  das  an  diser  vereynigunge  nit  schaden  one  alle  geverde. 
wer  aber,    das  der  zweier   herren   der  bischöfe  deheinre,  die  nu  sint   oder   in   disen 
zilen  werdent,  atzunge  oder  krieg  mit  unser  zweier  stette  einer  gewünnent,  sie  werent 
hubtliite  oder  helffer,   das  weder  von  sins  bystums  noch  des   gotzhuses  guter  wegen 
dar  rurte,  dem  oder  den  sol  deheine  stat  under  uns  zwein  stetten   uff  die  ander  nit   « 
beholffen  sin  one  geverde.  doch  sSllent  wir  zwo  stette   einander  beholffin  sin  in  alle 
wise,  alse  diser  vereinyung  brief  stet,  one  geverde.  es  ist  ouch  beretd,  were  ob  eine 
stat  die  ander  under  uns  manete  ieman  an  zu  griffende,  der  sie  schadigete   oder  ge- 
schadiget hette,  den  mag  die  gemante  stat  wol  anegriffen  unverbotscheftet,  ob  si  wil, 
wil  si  yn  aber  darumb  verbotscheften,   der  do  den  anegriff  oder   schaden  getan  het,    » 
das   er  den   anegriff  oder  schaden    kere,  das    mag   die   gemante   stat   wol   tun,    also 
widerkerte  der  nit,  der  den  anegriff  oder  schaden  getan  het,  so  sol  die  gemante  stat 
zu  stiint  darnach  in  anegriffen  und  beschädigen,  so  sie  yemer  beste  oder  getrwelicheste 
mag,  alse  hette  er  ir  den  anegriff  oder  schaden  selber  getan,  one  geverde.  das  ouch 
wir  die  vorgenanten  zwo  stette  deste  fridelicher  und  früntlicher  miteinander  geleben  20 
mögent,  so  habent  wir  mit  gemeineme  mute  gemachet  und  beretd,  das  dehein  burger 
oder  burgerin  der  vorgenanten  stetten  die  andern  bekumbern  söllent,  denne  die  woren 
schuldenere.  wolte  aber  dehein  burger  oder  burgerin  der  vorgenanten  unsere  stetten 
die  ander  zu    rede  setzen  in  der  stat,   da  die   schuldenere  inne  gesessen  sint,   umbe 
deheiner  hande  schulde  oder  umbe   deheine  ander  sache,   die  sie  mit  inen  zu  schaf-  25 
fende  hant,  den  sol  man  richten  unvertzogenliche.  löggent  der  schuldener  der  schulde 
oder  der  clage,  darumbe  er  angesprochen  wirt,    und  wil  in  der  kleger  ertzügen,   das 
sol  er  dun  mit  biderben  lüten,    die  da  by  sint  gewesen   und  umbe  die  schulde  oder 
umbe  die  anspräche  wissent  oder  mit  briefen,  die  billiche  helffen  söllent  und  mögent. 
und  sol  man  ouch  die  hören  und  dem  kleger  darnach  rihten  on  geverde.  es  ist  ouch  30 
beredt,    das    deheine  stat  under  uns  vorgenanten  zweien  stetten  noch  dehein  burger 
oder  burgerin  der  vorgenanten  zweier  stetten  die  ander  stat  noch  burger  oder  burgerin 
under  uns  anegriffen  noch  bekumbern  sol  one  gerihte,   wände  hat  ieman   under  uns 
den  vorgenanten  zwein  stetten  burger  oder  burgerin  mit  dem  andern  ützit  zu  schaf- 
fende oder  an  zu  sprechende,  in  weihen  weg  das  were,  das  söllent  sie  tun  mit  gerihte  »» 
an  den  stetten,  da  in  ienre,  den  sie  da  anesprechent,  zu  rehte  sol  stan.  und  sol  man 
ynen  da  rihten  unvertzogenliche,    alse  da  vor  geschriben  stat.    doch  sol  deheine  stat 
under  uns    annemen   deheinen   iren  burger  oder   burgerin   zu    schirmende  wider  die 
andern  der  vorgenanten  stette  burger  oder  burgerin  von  deheines    krieges  oder  ane- 
griffes  wegen,  der  iren  burgern  oder  burgerinen  beschee,  e  denne  sie  ire  burger  oder  40 
burgerin  wurdent.    geschee  ouch  dehein   anegriff  under   uns    den  vorgenanten   zwein 
stetten  one  gerihte,  den  sol  die  stat  der  burger  oder  burgerin,  die  den  anegriff  getan 
hant,  solich  haben,   daz  sie  widertunt,    das  si    one  gerihte    getan  hant,   wände  ieder 


1396  (H5 

burger  oder  burgerin  under  uns  den  vorgenanten  stetten  söllent  voneinander  reht 
nemen  an  den  stetten,  da  sie  es  von  rehte  tun  söllent,  alz  vorgeschriben  stat.  und 
ha  ruber,  so  hat  deheine  stat  under  uns  den  vorgenanten  zwein  stetten  mäht  über 
die  ander  zu  erkennende  von  ires  burgers  oder  burgerin  wegen  anders,  wände  dovor 

»  bescheiden  ist.  es  ist  ouch  beretd:  geschehe,  das  wir  die  vorgenanten  zwo  stette  span 
gewnnnent  miteinander  von  deheins  artickels  wegen,  die  an  disem  briefe  geschriben 
stant,  so  sol  die  stat,  die  den  bresten  het,  iren  bresten  der  andern  stat  vürlegen  und 
drige  manne  nemen  uzer  dem  rote  der  stette,  an  die  denne  die  anspräche  ist,  und 
usser  irem  rote   ouch  zwen  der  iren  darzü    schicken,    und  söllent  die  fünfe  unvert- 

10  zögenliche  varen  und  komen  gen  Brysach  in  die  stat  und  miteinander  über  die  sache 
sitzen  und  den  bresten  bekennen,  das  sie  ouch  one  alles  sumen  tön  söllent.  und  waz 
denne  das  merrenteil  under  den  benanten  fünfen  erkennent  uff  den  eyt,  das  sol  vür 
sich  gan,  und  sol  man  ouch  das  denne  vollefüren  und  halten  one  alle  geverde.  und 
sol  ouch  iedie  stat  in  ir  fryheit  rehten  und  gewonheiten  beliben  und  sol  ynen  daran 

is  dirre  vorgenante  artickel  nit  schaden,  wir  sint  ouch  übereinkomen:  wer  es,  das  dehein 
burger  under  uns  zwein  stetten  sin  burgreht  verteilt  wurde,  das  er  nit  komme  in 
die  stat  von  etlicher  hande  sachen  oder  untete  wegen,  wo  der  deheinr  in  unser  der 
vorgenanten  stetten  deheine  kerne  und  burger  da  wurde,  die  sol  ime  doch  nit  beholffen 
sin  noch  schirmen  von    der  sachen  wegen  gegen   der  stat,   dannan  er  vertriben  ist 

20  und  sin  burgreht  verteilt  ist,  one  geverde.  were  ouch,  das  man  redende  wirde  umbe 
ein  gemeine  eynigungc  oder  lantfriden  zu  Eilsasz,  so  söllent  wir  die  vorgenanten  zwo 
stette  unser  botten  zu  einander  senden,  und  erkennent  wir  zwo  stette  denne,  das  uns 
nützlich  sie  in  den  lantfriden  oder  eynigunge  zu  körnende,  das  mögent  wir  wol  tön. 
geschehe  aber,  das  einre  stat  under  uns  zweien  stetten  nit  fügte,  daryn  zu  körnende, 

»  die  mag  hie  usse  bliben  und  mag  die  ander  stat  wol  daryn  komen,  ob  sie  wil.  doch 
weihe  stat  also  daryn  kerne,  die  sol  nit  darin  komen,  denne  mit  solicher  bescheidenheit 
und  gedinge,  das  si  dise  vereynigunge  uszneme,  das  die  vorgange  in  alle  die  wise, 
alse  diser  vereynigunge  brief  wiset  und  seit  one  alle  geverde.  wir  gelobent  ouch  by 
unsern  eyden,  wenne  ein  rot  abgot  under  uns  zwein  stetten  den  vorgenanten,  das  ie 

h  der  alte  rot  dem  nüwen  rote  in  den  eyt  sol  geben  dise  vereynigunge  und  disen  brief 
stete  zö  haltende  untze  dem  vorgenanten  zile  one  alle  geverde.  ouch  ist  beretd,  das 
dise  vereinigunge  den  bünden,  so  wir  bedersite  unser  yegliche  stat  sünderliche  mit 
der  herschaft  von  Österrich  habent,  kein  schade  noch  letzen  sol  sin,  wenne  die 
selben  bünde  bedersit  in  iren    tügenden  und  kreften  bliben  söllent,  so  sol  ouch  dise 

8s  vereinigunge  kein  schaden  sin  noch  letzen  die  vereynigunge.  alse  wir  die  von  Straz- 
burg  zu  dem  herren  marggraff  Bernhart  vereiniget  sint  und  ouch  kein  schade  sin  noch 
letzen  die  fruntschaft,  so  wir  die  von  Strazburg  habent  mit  den  von  Sarburg,  ouch 
mogent  wir  bedersite  büntnisze  inachen  und  in  fruntschaft  komen  mit  weme  wir 
wellent  und  sol  uns  daran  nit  letzen  noch  irren  dise  vereiniung  in  deheinen  weg  on 

40  geverde,  doch  mit  der  bescheidenheit,  alse  vorgeschriben  stat,  das  dise  vereinigunge, 
die  wir  miteinander  haben,  usgenomen  söllent  werden  und  vürgang  haben,  es  ist  ouch 
beretd:  waz  zolle  wir  zu  beden  siten  in  unsern  stetten  ufgesetzet  und  gemachet  hant, 
by  den  zollen  söllent  wir  bedersite  bliben  one  alle  geverde.  und  das  dise  vereinigunge 

VI.  ?8 


616  1396 

gantz  veste  und  stete  blibe,  so  hant  wir  die  vorgenanten  meister  und  rete  der  stette 
Strazburg  und  Basel  zu  eim  woren  Urkunde  unserre  stette  ingesigele  an  disen  brief 
getan  hencken.  gegeben  zu  Strazburg  in  dem  jare,  da  man  zalte  von  gottes  ge- 
bürte  drützehenhundert  jare  nüntzig  und  sehs  des  nehesten  mentages  vor  der  zweier 
heiligen  tage  Viti  et  Modesti.  und  sint  dirre  briefe  zwene  glich,  der  yeweder  stat  & 
under  uns  beden  einen  het  und  ouch  by  ir  blibet. 

Str.  St.  A.  AA.  1836.  or.  mb.  c.  2  sig  pend.  qr.  1  (Basel)  delaps.  [in  verso]  Als  die  stette 
von  Strasburg  und  Basel  sich  drü  jor  gegeneinander  vereyniget  haben.  Ibid  G.  D  P. 
lad.  48/40.  cop.  eh.  coaev.  —  Basel  St.  A.  St.  Urk.  nr.  744  gr.  or.  mb.  c  2  sig  pend. 

Erwähnt  D.  B.  A.  II,  173.  I« 

Erwähnt  Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1689. 


1057.  Friedrich  von  Nügürte  an  Strassburg:  bittet  um  freies  Geleit  zur  Ver- 
antwortung, ...  da  ir  meinent,  daz  ich  doby  gewesen  sy,  do  üch  das  uwere  ge- 
nomen  sie  .  .  .        datum  feria  tertia  post  Barnabe  anno  1396.  1396  Juni  13. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  or.  eh.  I.  cl. 


1058.  König  Wenzel  gebietet  dem  Landvogt  im  Elsass  und  den  Städten  der  Land- 
vogtei,  den  Bruno  von  Bappoltstein  gegen  die  Angriffe  der  Strassburger  auf  seine 
Schlösser  zu  schirmen  und  zu  schützen.  geben  zu  Prag  uff  sanet  Vits  abende  reg. 
boh.  33.  reg.  rom.  20.  Prag  1396  Juni  14. 

Begest  nach  dem  Abdruck  im  Bapp.  Urk  II  nr.  458.  Colmar  Bez  Ar.  Bnn.  Bapp.  (E  1039)   2n 


1059.     Engelhard  zu  Winsperg,  Landvogt  des  Herzogs  von  Oesterreich  an  Strass- 
Juii  4.  bürg :  teilt   mit,    dass  er  die  erbetene  Hülfe  statt  auf  St.  Ulrichstag  nach  erhaltenem 
juii  ss.  Aufschub  auf  St.  Jacobstag  leisten  wolle.         geben  uff  sant  Vitze  tage  anno  1390. 

1396  Juni  15. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Gedr.  Bapp.  Urk.  II,  nr.  459. 


1060.  Hans  Bock  als  Gesandter  in  Prag  berichtet  an  den  Rat  von  Straßburg. 

Prag  1396  Juni  18. 

Lieben  herren.  ich  enbiet  uich  minen  gewilligen  dienst  und  lan  uich  wissen, 
Juni  n.  daz  Swebelin  uf  den  samstag  vor  sant  Johans  dag  gen  Prowe  zu  mir  kam,  und  *> 
wer  gut  gewesen,  daz  er  e  komen  were,  danne  der  kunig  und  margrofe  Jos  bede 
enweg  worent,  daz  ich  uwer  briefe  in  nuit  geantwurten  mochte,  und  het  her  Brune 
uich  groszen  unglimp  gemäht,  und  zu  stunt,  do  Swebelin  kam,  do  anwurte  ich  dem 
hertzogen  von  Stettine  sin  brief  und  rette  mit  dem  von  den  sachen,  wie  ez  sich 
verlofen  het  und  öch,  wie  ich  sust  von  uich  gescheiden  bin,  daruf  er  mir  dugentlich  35 
geantwurtet  hat.  und  het  her  Brune  faste  wider  den  brief  geret,  darzü  ich  geant- 
wurtet  han,  waz  ir  geschriben  hant  und  ich  von  munde  geret  han,  daz  sige  alse  und 


1396  617 

welle  daz  für  min  heren  dez  künigez  gnade  und  margrofe  Jose  bringen  und  daz  er 
sich  verspreche  dozii  blihende,  also  welle  ich  ouch  duan.  und  also  ir  verschriben 
hant,  welle  ich  mit  brieten  und  kuntschaft  gut  machen,  daruf  ist  er  heim  geritten 
am  suntage  vor  sant  Johans  dag  und  kumt  gen  Nuierenberg.    harnoch   wissent    uich  /ml  /*. 

5  zu  richtende,  also  ich  uich  von  der  anleit  verschriben  han,  do  wisent,  daz  her 
Schwärt/.  Rudolf  von  Andela  der  brief  seit  und  ez  uz  sol  tragen,  doch  wart  ime  der 
brief  noch  nuit  also  balde.  lieben  heren,  wisent,  daz  ich  for  dem  kunige  gewesen  bin, 
und  het  mich  wol  enpfangen  und  ist  zu  stunt  enweg  geritten,  und  also  ich  von  uich 
gescheiden,    do    wirbe  ich    min  bestez  und  enkan  uich  do  fon  zu  diser  zit  nuit  ver- 

io  schriben,  wan  waz  ich  ein  dag  hoere,  daz  ist  den  andern  dag  ein  anders,  ouch  deg- 
dinge  ich  von  minre  schatzunge  wege  faste,  doch  foerhte  ich,  ich  kume  umb  daz 
gelt,  wanne  noch  kein  gefangen  ledig  geseit  ist.  ouch  bitte  ich  uich,  daz  ir  mich 
iivvern  wilen  laut  wisen,  obe  uich  uit  zu  banden  koeme,  daz  ich  mich  von  uwern 
wegen    deste    baz    darnoch   zu  rihtende    wise,    dan    ich  foerhte,   daz  ich  ein  langen 

u  leger  haben  muas.  gebietenl  mir.  geben  ame  suntag  zu  naht  vor  sant  Johans  dag 
zu  sungihten  1396.  Hans  Bogk. 

Str.  St.  Ä.  AA.  112  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II,  nr.  460. 

1061.  Markgraf  Bernhard  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  laszen  uch  wiszen, 

2o  das    wir    yetz   uf  mitwoch    nehst    vergangen    zu   Spire  den  von  Winsperg  gebetten  Juni  t, 

haben,  daz  er  uns  unsern  tag  uf  sant  Kilians  tag  nehst  komet  zu  Eltfel1  mit  unserm  j„u  ». 

herren,  dem  hertzogen  helff  leisten,  hat  er  uns  gesagt,  ir  habend  unsern  herren  von 

Österrich  umb  hilff  uf  diz  zit  gemant,  bitten  wir  uch  mit  flizzigem  ernst,  das  ir  unsern 

herren  von  Österrich  zu  diser  zit  derselben  hilff  durch  unsern  willen  uberhebent  und 

■>■,  im  ein  zil  ein  manot  darumb  gebent,  umb  daz  uns  der  von  Winsperg  unsern  egenanten 

tag  mug  helffen  geleisten,  und  erend  uns  diser  bette  und  versagend  uns  der  nit,  das 

wollen    wir  allzit    umb    uch  verschulden  und   gedienen,    ouch    bitten    wir    uch    reht 

ernstlich,  das  ir  uns  zwen  uwer  frunde  usser  uwerm  rät    lihen  und  schicken  wollent, 

das  xlie  uf  den  nehsten  mentag  zu  naht  vor  dem  egenanten  sant  Kilians  tag  by  uns  juit  3. 

H  zu  Raden  syen  und  fürbazz  mit  uns  uf  unsern  vorgenanten  tag  gen  Eltfel  riten  und 

uns  den  mit  unserm    herren   dem  herezogen  helffen  leisten  .  .  .    geben  zu  Mülnberg 

an  sant  Johans  abend  anno  9o\  Mühlburg  13'JO  Juni  23. 

Str.  St.  Ä.  AA.  84  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v   Bad   nr.  1690. 


:l:i 


1062.  Johann   Weiß-Zorn*  Ritler,  der  aus  der  Stadt  verbannt  ist,  wendet  sich 
um  gütige   Vermittlung   und  Gnade  flehend  an  den  Amman  meisler   [Ulrich  Ooße]. 

Epflg  VtiMi  Juni  24. 

Minen  undertenigen,  gewilligen  dienst  byvor.  gnediger  herre.  ich  bitte  uch  durch 


40 


1  Eltville. 

2  Johans  der  wisse  Zorn  1393  Ratsmitglied. 


618  1396 

gotz  willen  und  dez  rehten  willen  und  daran  gedenckent,  daz  mich  alle  die  weit  dar- 
zü  nüt  broht  hette,  daz  ich  usz  gesworen  hette,  danne  ir  gedenkent  ouch,  daz  wir 
nüt  eweclich  hie  sint  und  gedenckent  an  Oertelin  Manse,1  gedenckent  an  den 
probst  von  Rinöwe,  an  Heitze  von  Mulnheim,2  die  alle  drie  fürfaren  sint,  do 
menlich  got  lobet  gegent  mir,  daz  sü  dot  sint,  und  man  wenet,  ich  hab  grosze  i'reude  i 
dran  geleit,  do  wissent,  ich  wolte  darumb  tön,  daz  mir  we  dete,  daz  sü  alle  drie  noch 
lebetent  so  wurdent  ir  wol  hörende  frömede  meren,  wann  wissent,  wie  wol  ich  von 
Heitzen  wegen  von  Mulnheim  usz  bin,  so  wer  mir  noch  hüte  dis  tages  lieber,  daz 
Heitzen  kint  von  Mulnheim  Gemer  ynne  hettent  danne  her  Brune.  und  ist  daz  nüt 
wor  so  müsze  ich  dez  gehen  todes  sterben,  und  geschulte  ich  onch  mine  knehte  10 
arme  sele  von  keinre  hande  sache  wegen  gen  Friburg,  wanne  von  mins  ambahtes 
wegen,  wie  ich  dozü  zu  beszerunge  kumen  bin,  daz  weisz  got  wol  und  ichs  üch  ouch 
seite  zu  der  zit,  do  ir  mich  dotent  usswern.  darum  gnediger  herre,  sehent  got  und  daz 
reht  an  und  schühent  nieman,  wanne  ir  von  gottes  gnoden  eren  und  gutes  genug 
hant  daz  ir  nieman  darumb  dürfent  förhten  und  sint  mir  darinne  beholfen  zu  mime  n 
rehten  daz  ir  doch  eime  heiden  billich  detent.  anders  bitte  ich  ouch  nüt.  geben 
zu  Eppfiche  an  dem  sunigeht  tage  anno  1396. 

Johans  Wiszzorn  ritter  uwer  armer  diener  und  gut  frünt,  war  zu  ir  min  bedürffent. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1063.  Breisach  an  Strassburg:3  hat  gehört,  dass  die  Strassburger  erlaubt  haben,  w 
kleine  Fische,  selmeling,  zu  fangen,  bittet  um   Angabe  der   Garne   und   des    Gezügs, 
damit  es  sich  danach  richten  könne.         datum  feria  seeunda  post  Johannis  baptiste 
anno  96.  1396  Juni  26. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad   86.'  or.  eh.  lit,  cl.  e   sig.  »'.  v.  impr. 


1064.  Herman  Ebner  in  Nürnberg  an  Strassburg:  dankt  für  die  Geschenke;  a5 
Herzog  Hans  von  Troppau  und  einige  andere  haben  auf  Karlstein  4  königliche  Räte 
ermordet,  nachdem  sie  ihnen  vorgeworfen:  «ir  hern,  ir  seyt  die,  die  tag  und  naht 
underm  (sie.)  hern  künig  raten,  daz  er  niht  gen  deützen  landen  schull,  und  wolt  in 
pringen  von  dem  romischen  reich».  Der  König  hat  die  Mörder  fürstlich  belohnt;  dem 
Markgrafen  Jobst,  der  nach  Prag  gekommen,  hat  er  befohlen  die  Stadt  zu  verlassen ;  h 
Prag  soll  nur  gegen  grosse  Geldzahlung  und  Niederlegung  seiner  Festungswerke  be- 
gnadigt werden ;  viele  fliehen  zum  Markgrafen  und  den  Landherren ;  der  König  beab- 
sichtigt nach  Deutschland  und  zwar  zunächst  nach  Nürnberg  zu  kommen ;  im  Würz- 
burgischen  haben    sich   wegen   Zollstreitigkeiten   22  verbündete    Städte    gegen    den 


1  Oertelin  Mansse  war  1395/96  Stettmeister.  so 

a  Ein  Heinrich  von  Mulnheim  (v.  Landesperg)  ist  1394/95  Stettmeister. 

3  Erinnerung  an  dieselbe  Sache:        datum  feria  sexta  post  Jacobi  apostoli  anno  96.  [1396  Juli  28.] 
—  Vgl.  oben  den  Brief  Breisachs  vom  Mai  21—28. 


1396  619 

Bischof  empört;  der  Bischof  ist  entkommen;  die  benachbarten  Fürsten  suchen  zu 
vermitteln;  .  .  .  üben  herren,  als  ir  Hans  Heller  herab  gesant  habt  von  dez  zeugs 
wegen,  loa  ich  euch  wissen,  dez  man  im  allen  zeug,  den  wir  haben,  dez  er  wegent 
gesehen  hot,  gelossen  und  in  unterweist  bot  aigenlich,  dez  doch  niht  gewonlieh  ist 
gea  nicniiinl  zu  tun.         geben  am  pfintztag  vor  Kiliany.  [1396  Juli  O.J 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  45.  or.  eh.  I.  cl. 


1005.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  Meister   und  Rat  von   Strasburg:  hat 

gehör) daz  der  apt  von  Ebersheimmünster  herrn  Hannman    von    Mülnheim  uf 

uwer  pfalcze  zii  Strazburg  tribe  und  anelange  von  etlicher  stücke  wegen,  die  Ebers- 
heimmünster antreffent,  das  wir  demselben  hern  Hannmane  in  pfandes  wise  zu  kouf- 
fende  geben  hant  uf  einen  widerkouff  .  .  .  und  bittet  den  Abt  mit  seiner  Klage  ab- 
zuweisen, geben  zu  Dachenstein  uf  den  nehsten  mendag  vor  der  heiligen  zwölf- 
botten  scheidunge  anno  1396.  Dachstein  1390  Juli  10. 

Str.  St.  A.  AA.  1422.  or.  eh. 


15  1066.  Markgraf  Bernhard  an  Strassburg:   schickt  einen  an  ihn  gerichteten  Brief 

der  drei  Herren   von   Bitsch '   mit  der  Bitte  um  Bücksendung  und  um  Antwort,  WM 
die  Stadt  thun  wolle.         geben  feria  4  ante  Marie  Magdalene.  [1390  Juli  19.] 

Str.  St.  A.  AA.  103.  or.  eh. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1694. 


20  1067.  Thoman  von  Endingen  der  Meister  und   der   Rat   von   Strassburg   an   Jc- 

hanse  Bocke  nnserme  burger :  .  .  lant  dich  wissen,  das  uns  Johan  Baldack  diener 
des  durchlühtigen  fürsten  des  marggrafen  von  Mehern,  der  ietze  hie  mit  dem  Wecker 
von  Bytsch  dem  lantvögte  in  diesem  lante  rihtet,  uns  verschriben  het,  so  hant  wir 
ime   daruff  geanwurtet,   alse  wir  dir  derselben  sinre  briefe  und  unsers'abschriften  * 

g5  sendent  harynne  verslossen.  so  hat  uns  der  hochwirdige  fürste  und  herre  der 
byschof  von  Mentze  ein  brief  geschriben  und  ein  abschrift  darynne  gesant  von 
hern  Brunen  von  Bappoltstein  wegen,  dem  hant  wir  daruff  geantwurtet,  alse  wir  dir 
der  briefe  vueh  abschritte  harynne  sendent  verslossen.  dise  briefe  sendent  wir  dir 
darumb,  daz  due  wissest,   waz  wir    underhanden    hie   habent   und   das   du   dich   do 

so  inne  in  allen  sachen  deste  bazz  wissest  darnach  zu  rihtende.  und  waz  du  frömder 
mere  do  inne  empfindest,  die  lozze  uns  wissen  und  lösz  dich  das  kein  koste  be- 
duren.         datum  feria  sexta  proxima  ante  diem  Jacobi  appostoli.         [1390  Juli  Hl.] 

Str.  St.  A.  A.  A.  112  nr.  42.  or.  mb.  I.  cl. 
Heg.  Rapp.  Urk.  II,  nr.  4G3. 


35  '  Gemeint  sind  die  Brüder  Hanneman  I.  Simon  Wecker  II  und  Friedrich,  Grafen  von  Ziceibrücken- 

Bitsch.  Vgl.  Stammtafel  3  bei  Lehmann,  Gesch.  d.  Grafschaft  Hanau-Lichtenberg. 
a  Diese  Abschriften  liegen  nicht  mehr  vor. 


620  1396 

1068.  König  Wenzel  befreit  die  Stadt  Straßburg  von  dem,  kaiserlichen  Hofgericht 
und  jeder  fremden  Gerichtsbarkeit.  Prag  1396  Juli  22. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  czeiten  merer  des  reichs 
und  kunig  zu  Beheim  bekennen  und  tun  kunt  offenlichen  mit  diesem  brief  allen  den,  die 
in  sehen  oder  hören  lesen :  als  der  meister  rate,  bürgere  gemeinlichen  der  stat  zu  Stras-  6 
purg  unsere  und  des  reichs  üben  getrewen  von  unsern  vorfaren  an  dem  reiche  romischen 
keysern  und  kunigen  gefreyet  und  begnadet  sind,  das  sie  nyemande  für  unser  und 
des  heiligen  reichs  hofgerichte  noch  für  dhein  ander  gericht  von  dheinerley  sachen 
wegen  nicht  laden  oder  heischen  solle,  als  das  sulche  majestat  brife,  die  sie  doruber 
haben  wol  usweisen,  also  haben  wir  angesehen  manichvaldige  dinste  und  trewe,  als  io 
uns  und  dem  reiche  die  egenanten  von  Straspurg  und  mit  namen  etwen  unserm  vater 
seligen,  dem  romischen  keiser  Karl,  dieweil  er  lebte,  vor  langer  czeite  ofte  und  dicke 
nuczlichen  und  williclichen  getan  haben,  teglichen  tun  und  furbas  tun  sollen  und 
mögen  in  künftigen  czeiten.  und  haben  dorumb  dem  meister  rate  burgern  und  der 
stat  zu  Straspurg  mit  wolbedachtem  mute  gutem  rate  unserer  fursten  edeln  und  is 
getrewen  semliche  gnade  getan  und  tun  in  ouch  in  craft  dicz  brifes  und  romischer 
kuniglicher  mechte  und  sunderlichen  soliche  gnade :  wer  es  sache,  das  wir  von  unsers 
selbes  wegen  die  egenanten  meister  bürgere  und  stat  zu  Straspurg  von  dheinerley 
sachen  wegen  für  unsern  und  des  heiligen  reichs  hofgericht  anlangen  wolten,  so 
sollen  wir  sie  von  derselben  sachen  wegen  zu  voran  besenden  und  sie  in  denselben  20 
sachen  selber  gnediclichen  verhören  und  wollen  ouch  nicht  gestaten,  das  sie  darumb 
yemande  lade  oder  furheische,  es  sey  dann,  das  wir  dieselben  sachen  zuvoran  selber 
verhöret  haben,  als  vorgeschriben  stet,  und  gebieten  dorumb  allen  und  iglichen  fursten 
geistlichen  und  werntlichen  grafen,  freyen  herren,  dinstluten,  rittern  und  knechten 
gmeinscheften  der  stete  merkte  und  dorffere  und  sust  allen  andern  unsern  und  des  25 
reichs  undertanen  und  getrewen  ernstlichen  und  vesticlichen  mit  diesem  brife,  das 
sie  die  egenanten  von  Straspurg  an  den  egenanten  gnaden  nicht  hindern  noch  irren  in 
deheineweis  und  mit  namen  unserm  und  des  heiligen  reichs  hofrichter  und  sust  allen 
andern  lantrichtern  und  richtern,  die  nu  sein  oder  in  czeiten  werden,  das  sie  die 
egenanten  von  Straspurg  umb  dhein  sachen  für  sich  nicht  laden  oder  heischen  noch  s> 
über  sie  dhein  urteile  oder  recht  sprechen  noch  doruber  brife  geben  sollen,  sunder 
sie  bey  sulchen  gnaden  und  freyheiden,  domite  wir  und  ouch  unser  vorfaren  an  dem 
reiche  romische  keiser  und  kunige  sie  gefreyet  und  begnadet  haben,  geruhlichen  und 
ungehindert  bleiben  lassen,  als  libe  in  sey  unsere  und  des  reichs  swere  ungnade  zu 
vermeiden,  wer  aber  sache,  das  doruber  wider  die  egenanten  von  Straspurg  dhein 
urteile  oder  recht  gesprochen  oder  dheinerley  brife  gegeben  weren  oder  hinach  getan 
oder  gesprochen  wurden,  ist  unsere  ernste  meynunge  und  setzen  und  wollen  in  craft 
dicz  brifes  und  romischer  kuniglicher  mechte  volkumenheit,  das  dieselben  urteile, 
recht  und  brife  kein  craft  noch  macht  haben,  sundern  untuglich  sein  und  den  ege- 
nanten von  Straspurg  und  der  stat  doselbist  keinen  schaden  brengen  sollen  in  deheine  40 
weis,  mit  urkunt  dicz  brifes  vorsigelt  mit  unserer  kuniglichen  majestat  insigel. 
geben  zu  Präge  noch  Cristes  geburt  dreyczenhundert  jare  und  dornach  in  dem 
sechsundnewnzcigisten  jaren  an  sand  Marie  Magdalene  tage  unserer  reiche  des  behe- 


1396  621 

mischen    In   dem    firunddreysigisten   und  des  romischen  in  dem  einundczwenezigisten 
jaren.  Per  dominum  Benessium  de  Chusnik 

Wlachinco  de  Weytemule. 
[In  verso]  R.  Petrus  de  Wischow. 

Str.  St.  A   AA.  lad.  4  nr.  3  or.  mb.  c.  sig.  reg.  pend. 


1  ()()}).  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  antwortet,  dass  er  gern  auf 
den  angekündigten  Tag  kommen  oder  bei  ernstlicher  Verhinderung  rechtzeitig  Nachricht 
geben  wolle         geben  zu  Pfortzheim  an  suntag  vor  sant  Jacobstag  anno  1386. 

Pforzlieim  1396  Juli  23. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I  cl. 
10  Beg   d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1606. 


1070.  Hans  von  Seibach,  markgräflich  badischer  Vogt  'zu  Neu-Eberstein  an 
Meister  und  Rat  von  Strassburg :  bittet  namens  seines  Herrn  drei  arme  Frauen  aus 
Gernsbach  ledig  zu  lassen  samt  ihrem  Gut.  datum  in  vigilia  beati  Jacobi  appo- 
stoli  anno  96.  isoß  Juli  24. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Markgr.  v.  B.  nr.   1697. 


1071.  Ralsbeschlüsse  betreffend:  1.  Reisen  und  Ausbleiben  der  Bürger.  2.  Pferde- 
hallung.  3.  Aic/iunr/  der  Hohlmaße.  [1396  .Juli  25.] 

|1.|  Unser  herren,  meister  und  rat  sint  übereinkummen,  daz  nieman  der  unsern 
und  die  bi  uns  in  gesessen  sint  von  unser  stat  über  naht  ritten  noch  varen  sol  one 

so  urlop  meisters  und  ruttes.  und  wer  daz  verbreche,  der  bessert  fünf  jor  von  unser 
stat  und  git  20  U.  were  öch  ieman  von  unser  stat  geritten  oder  gevaren,  der  sol  in 
disen  nehsten  zwein  tagen  wider  in  unser  stat  kummen.  und  mügent  in  daz  ir  fründe 
enbieten,  obe  sü  wellent.  wenn  wer  daz  verbrichet,  der  bessert  die  vorgeschriben 
besserunge. 

2»  [2.]  Es  ensol  uch  nieman  der   unser,  es  sigent  frouwen  oder  man,  sine  hengeste 

oder  pferde  keim  lantmannc  lihen,  versetzen  zu  köffen  geben  noch  in  keinen  weg 
one  urlop  meisters  und  rattes.  und  wer  daz  verbrichet,  der  verbessert  10  it.,  also 
dicke  also  ers  dftt. 

[3.]  Es  sol  ouch  menlich  sin  kornmesz,  winmesz,  saltzmesz,  biermesz,  obesmesz, 

so  sotmesz,   kestenmesz   und  alle   andere  mesz  dön  seigen  und  sünen  in  disen    nehsten 
vierzehen  dagen.  und  wer  daz  verbrichet,  der  bessert  30  sol. 
Actum  et  pronunciatum  ipsa  die  beati  Jacobi^appostoli. 

Str.  St.  A.  Stadtord.  Bd.  19  fol.  165.  eingehefteter  Zettel. 

Die  erste  der  drei  Verordnungen  ist  gedruckt  bei  Wencker,  de  ussburg.  S.  165 


622  1396 

1072.  König  Wenzel  verkündigt,  daß  die  an  Straßburg  ergangene  Ladung  vor 
sein  Hofgericht  zurückgezogen  und  aus  den  Registern  des  Gerichts  getilgt  sei. 

Prag  1396  Juli  27. 

Wir  Wenczlaw  von  gotes  gnaden  romischer  kunig  zu  allen  zeyten  merer  des  reichs 
und  kunig  zu  Beheim  bekennen  und  tun  kunt  offenlich  mit  disem  brief  allen  den,  die  i 
in  sehen  oder  hören  lesen,  das  wir  soliche  ladung  und  gerichte,  die  der  edel  Borzy- 
woy  von  Swinar  unser  hauptman   in  Beyern  und  lieber  getrewer  uf  den  ammeister, 
burgermeister,   rete   und   burger   gemeinlich    der  stat   zu    Straszburg   unser  und  des 
reichs  lieben  getrewen  vor  unserm  und  des  reichs  hofgerichte  von  unsern  wegen  bis 
uf   disen   tag,   als   diser   briefe   gegeben  ist,   getan   hat,    und  die  von    unsern  wegen    w 
geschehen  sein,  genczlich   und  gar   abgelassen   und    abgetan    und   ouch  uss  des  ege- 
nanten  hofgerichtes  registern  tilgen  und  usstun  geheissen  haben,  also,  das  in  dieselben 
ladung  und  gerichte  furbassmer  keyn  schaden  fügen  oder  bringen  sollen  oder  mögen 
in  dheinwis.   mit   urkund   dicz   briefs  versigelt   mit  unserm    und  des   egenanten  hof- 
gerichtes uffgedruktem  insigel.         geben  zu  Prag  nach  Crists  geburt  drewczenhundert  » 
jar  und  dornach   in   dem  sechsundnewnczigisten  jare  des    nechsten    donerstags  nach 
sant  Jacobstage   unserer   reiche  des  behemischen   in  dem  34  und  des  romischen  in 
dem  21  jaren. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  88.  or.  tnb.  I.  pat.  e.  sig.  i.  maj.  v.  impr. 


1073.  Herr  Ludwig  zu  Lichtenberg  an  den  Ammanmeister  Ulrich  Gosse  zu  2o 
Strassburg :  entschuldigt  sich,  dass  die  Seinen  sich  in  einen  Angriff  der  Manssen  auf 
.  .  .  Lyntkesz  (Vinkesz?)  unbefugt  eingemischt  haben  .  .  .  und  bitt  üch,  daz  ir  bestellen, 
daz  fürbaz  kein  angriff  beschehe,  wenne  ich  bitz  uff  disen  mentag  willen  habe  in 
die  stat  zu  komen  mit  üch  von  den  sachen  und  von  andern  zu  reden,  daz  ich  hoffe 
daz  sü  und  üch  wöl  solle  benügen  .  .  geben  uff  fritag  noch  Jacobi  anno  1396.  25 

1396  Juli  28. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1074.  Ritter  Johann   Zuckmantel   an  Strassburg:    bittet  ihm  und  seinen    Wider- 
sachern   Volmar    von    Dossenheim    und   Lütold   von    Mülnheim    einen    Sühnetag   zu 
bescheiden,   da  er   vergeblich   versucht   habe  Recht  zu  erhalten.         geben  uf  fritage   30 
nach  sante  Jacobes  tage  anno  1396.  1396  Juli  28. 


Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  el. 


1075.  Güntz  Böblin  an  den  Rat  von  Strassburg:  bittet  um  freies  Geleit,  um  sich 
zu  verantworten  und  Recht  zu  suchen  ...  als  ich  von  üwern  gnaden  wegen  her 
us  geschikket  wart  in  den  krieg,  als  ir  ziehen  wolten  gen  Salisbach,  gen  Ulmen  und  35 
gen  Reinichein  und  Geinglicheim  vertrösten  solte,  daz  nieman  kein  schade  beschehen 
solte,  do  wurdent  lüt  grösliche  geschadegot  und  als  üwer  gnade  wol  ervaren  hat  und 
fürbasser  bevinden  sol,  darumb  so  wirt  mir  übell  zu  gesprochen  mit  wörten  und  wirf 


1396  623 

mir  daz  min  da  in  dem  lande  verspert,  das  mir  grossen  schaden  bringet.  geben 
ze  Rinichein  uff  dinstag  nach  sant  Jacobstag  anno  1308.  /.crugge  besigelt  mit  mincm 
eigen  insigel.  Reuclien  1396  August  1. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29.  or.  eh.  I.  cl. 


1076-  Markgraf  Bernhard  von  Maden  an  Strassburg1 :  hat  den  Herrn  von  Bitsch  die 
Meinung  der  Stadt  anzeigen  lassen,  sendet  nun  deren  Antwort2  mit  und  rät  der  Stadt 
einen  gütlichen  Tag  mit  denselben  zu  leisten.  [Ohne  Jahr.]  Petri  ad  vincula. 

[1.196]  August  1. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  203.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1099.  vgl.  nr.  1698,  nr.  1701. 

1077.  Protokoll  der  Verhandlungen,  welche  auf  dem  Tage  zu  Freiburg  zwischen 
Bruno  von  Rappoltstein  und  der  Stadt  Strassburg  gepflogen  worden  sind. 

Freiburg  1396  August  2. 

Colmar.  Bez.  A.  Ann   Rapp.  (F.  1039)  fol    172.  Bearbeitung  Lucks. 
Gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  464. 


1078.  Hans  /oller  von  Tübingen  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  als  ist  mir 
furkomen,  ich  solle  mich  vor  üch  hüten  in  den  dingen  .  .  .,  weiss  aber  nicht  wes- 
wegen und  bittet  deshalb  aufs  neue  um  Geleitsbrief  nach  Strassburg  zur  Verantwortung, 
geben  uf  unser  frowen  abent  der  eren  1396.  1396  August  14. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1079.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg :  schickt  Heinz  Truchsess  von 
Höfingen,  Albrecht  von  Berwangen  und  Reinhard  von  Bemchingen  wegen  etlicher 
sachen...,  die  er  ihnen  nicht  wohl  schreiben  könne.  I Jaden  feria  tertia  ante  Bartho- 
lomej  apostoli   1396.  Baden  1396  August  22. 

2-r'  Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1702. 

10110.  Thoman  von  Endingen  an  den  Ammeister  Ulrich  Gosse:  bittet  ihm  sofort 
ins  Lager  vor  Gemar  soviel«  Schiesspulver  wie  irgend  möglich. nebst  einem  halben 
Fuder  Schwefelringe  zu  senden.        datum  feria  sexta  post  Marie  1396. 

1396  September  Iß. 
30  Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 


1  1396  Augitst  10.  Markgraf  Bernhard  schreibt  an  Straßburg,  daß  er  die  Antwort  der  Stadt 
den  Herrn  von  Bitsch  mitteilen  wolle,  (ibid.  lad.  203   or.  eh.) 

•  Bommmnm,  Symond  Wecker  und  Friedrich,  Grafen  von  Zweibrücken  und  Herrn  zu  Bitsch  an 
Markgraf  Bernhard :  rechtfertigen  sich  gegen  die  von  Straßburg  erhobenen  Anschuldigungen  und  erklären 
35   sich  zu  einem  gütlichen  Tage  bereit.  [Ohne  Datum.]  (Ebenda) 

VI.  79 


624  1396 

1081.  Graf  Heinrieh  von  Saarwerden  an  Strassburg:  führt  aus,  dass  er  Leute 
und  Gut  innerhalb  des  Bannes  von  Rappoltsweiler  besitze  und  bittet  desshalb  diesen 
Ort  zu  schonen.  Zugleich  erbietet  er  sich  einen  Sühnetag  zwischen  Strassburg  und 
seinem  \Oheim  Bruno  von  Rappoltstein  zu  veranstalten,  auf  dem  er  als  Vermittler 
auftreten  wolle.         datum  feria  tertia  post  exaltationem  sancte  crucis. 

[1396  September  19.] 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  faso.  5.  or.  eh.  I.  cl. 


1082-  Markgraf  Bernhard    von  Baden   an    Strassburg  :    bittet   dem    Herzoge   von 
Lothringen,  den  er  ebenso  wie  sie  «umb  dienst  zu  disen  ziten»;  gebeten  habe,  sicheres 
Geleit  für  die  Seinigen  zu  gewähren.         geben    zu    Baden   an  sant   Matheustag   dez  io 
aposteln  anno  96.  Baden  1396  September  21. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl 
Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1706. 


10H3.  Ulrich  Gosse  Ammanmeister  von  Strassburg  an  Thoman  von  Endingen 
vor  Gemar:  losze  üch  wissen  das  Cünlze  Wurst  unser  burger  by  mir  gewesen  und  '"• 
het  mir  geseit,  das  er  ettewie  vil  Salpeters  zu  Bergheim  habe,  also  er  üch  daz'-  selber 
wol  müntlich  sagende  wurt.  do  empfilhe  ich  üch,  daz  ir  den  salpeter  dünt  versuchen, 
und  ist  er  gut,  so  nement  und  behabent  in,  so  wil  ich  gedencken,  wie  ich  in  me 
schaffe  bezalt,  danne  wissent:  er  het  mir  geseit,  daz  er  vaste  darumbe  gebetten  sy, 
do  besorget  er,  daz  er  uff  unser  wider  parte  kommen  möhte,  daz  wer  ime  nit  liep  ge-  »o 
wesen.        datum  sub  sigillo  meo  feria  quarta  ante  diem  seti  Galli  confessoris  anno  139G. 

1396  October  11. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 


1084.  Strassburger  Boten  «die  zu  dirre  zit  von  uwern  wegen  uf  dem  velde  sint» 
an  ihre  Stadt:    senden  einen  Brief,  .  .  .  den  uns  der  von  Sarwerde  gesendet  hat  by   25 
Matzeheim;  den  hant  wir  gelesen,  und  wie  ir  do  uf  antworten  wöllent,  daz  lont  uns 

fürderlichen  wiszen öch  wissent,  das  uns  gut  duncket,  daz  ir  herrn  Brunen  und 

den   synen   und   den    edeln   und   allen   sinen    heifern  wider  saget  mit  uwerm  briefe, 
und  sendent  uns  öch  den  fürderlichen.         geben  uf  die^zit.  als  es  eins  sieht. 

[1396  October  12.]   M 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  or.  eh.  I.  cl. 
Auszüglich  gedr.  Bapp.  Urkb.  II,  469. 


1085.  Graf  Heinrich  zu  Saarwerden  an  Strassburg:  erbietet  sich  einen  gütlichen 
Vergleich  zwischen  der  Stadt  und  seinem  Oheim,  Bruno  von  Bappoltstein  zu  Stande 
zu  bringen,   wenn    man    ihm   Tag  und  Stunde  einer  Zusammenkunft  bestimme.     Ist  35 


1396  i;j-> 

diese  Vermittlung    unerwünscht,    so  nimmt  er  wenigstens    völlige  Neutralität  in  An- 
spruch,        diiliim  feria  quinta  ante  Galli  131)6.'  1.39*1  October  12. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I   cl.  c. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  467. 


1086.  Thoman  von  Endingen  an  den  Rat:  ist  mit  seinem  Volk  glücklich  «zu 
vesperzit»  gen  Bergheim  gekommen,  wo  auch  die  Mannschaft  des  Herzogs  von  Oester- 
reich  aus  dem  Sundgau  sich  eingefunden.  Mit  Quartier  und  Verpflegung  ist  es  schlecht 
bestellt,  da  Schlettstadt  und  Colmar  sich  ablehnend  verhalten.  Man  hofft  jedoch  in 
Benfeld  und  im  Kloster  Ebersheimmünster  Brotkorn  und  Hafer  ankaufen  zu  können. 
Jedenfalls  müsse  sich  das  aus  Strassburg  nachrückende  Volk  selbst  Proviant  mit- 
bringen,       geben  an  dunrestag  zu  Bergheim  ante  Galli  1396. 

Berglieim  139G  October  12. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad   22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urk.  II  nr.  469. 


10JST.  Ein  Ungenannter-  an  Herrn  Ulrich  Gosse  Ammanmeister  zu  Strassburg 
berichtet  :  .  .  .  .  und  ist  ouch  her  Brune  uff  mentag  nehst  vergangen  bie  dem  herc- 
zogen  vou  Lotringen  zu  Nansey  gewesen  und  ist  selb  zwelfte  uff  den  nehsten  zinstag    >"■"■•■■ 

9.  II.  10. 

do  nach  wider  har  usz  geritten,  und  het  der  herezog  zu  ime  gesprochen,  er  wolle 
ime  helffen,  und  bewirbet  er  sich  ouch  umbe  und  umbe  uneze  gein  Franckrich,  daran 
kerent  uch  nit,  wan  ich  es  allerwege  uch  zu  guter  zit  wil  lassen  wissen,  wenn  sie 
zusammen  komment.  und  ist  ouch  keiner  von  Blanckenberg  zutz  ime  kommen,  aber 
juncher  Johans  von  Lynningen  het  ime  geschicket  zwei  und  driszig  pfert  uff  disen 
liebsten  vorgangenen  mitwoch,  und  daz  er  alles  und  alles  nut  aber  hundert  pfert 
het,  bösse  und  gut,  mit  den  ioch  ouch,  die  bie  ime  gesessen  sint.  geben  an 
dunrestag  vor  sant  Gallentag.  1396  October  12. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  or.  eh.  Zettel. 
Auszüglich  gedruckt:  Bappoltst.  Urk.  II  nr.  470. 


101111.  Ein  Ungenannter  berichtet  (vermutlich  an  Ulrich  Gosse  Ammanmeister  zu 
Strassburg):  .  .  .  uch  wissent,  waz  ich  uch  hie  schribe,    das    habe    ich  den  in  dem 

3d  here  ouch  also  geseit,  und  habe  ich  ez  noch  niergent  für,  denn  daz  ez  ein  bravgen 
si,  und  wil  ich  und  die  minen  für  basser  also  ernstlich  darzü  tun,  das  ich  truwe, 
ob  got  wil,  ich  solle  es  uch  und  in  daz  her  bie  guter  zit  lassen  wissen,  ob  ez  alse 
verre  keine,  daz  sü  har  uss  woltent,  des  ich  doch  nit  entruwe.  ouch  wissent,  daz 
der    von    Blanckenberg    vaste    do  mitte    umbe  gat,    wie  er  uch  under  statzü  be- 

,.,   Irigende   mit  frideinachen    und  andern  dingen,  und  get  also  mit  beschiss  umbe:   daz 


1  Vgl.  oben  den  Brief  desselben  ähnlichen  Inhalts  vom  September  19. 

2  Die  Unterschrift   ist  weggeschnitten  ;  der    Vorname  des    Betreffenden  war,  soweit  sich    nach  den 
schwachen  Ueberresten  der  längeren  Buchstaben  erkennen  lässt  :  Henselin. 


626  1396 

sollent  ir  hie   nach  wol  empfinden,     do  nach   wissent  uch  zu  richtende  und  duncket 
uch  ut  anders,  daz  ich  furbasser  werben   oder  tun  solle,  daz  lant  mich  wissen. 

1396  October  12. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad-.  22.  or.  eh.  Zettel. 

Auszüglich  gedruckt:  Rappoltst.  Urkb.  II  nr.  471. 


1089.  Berthold  von  Rosheim  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Thoman 
von  Endingen  und  die  anderen  Hauptleute  im  Felde  :  schicken  eine  Abschrift  ihrer 
an  den  Grafen  Heinrich  von  Saarwerden  gerichteten  Antwort1  und  einen  Absagebrief; 
jedoch  lassen  sie  ihnen  freie  Hand  denselben  abzuschicken  oder  einen  andern  Ab- 
sagebrief abzufassen,  zu  dem  sie  «ein  menberal»  beilegen  oder  auch  überhaupt  u 
keinen  abzusenden.         datum  feria  ante  Gally  confessoris.  [1396  October  13.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  or.  mb.  Ut.  cl. 

Regest:  Rappölst.  Urkb.  II  nr.  472.  vgl.  d.  ausführt.  Noten  daselbst. 


1090.  Berthold  von  Rosheim  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  den 
Grafen  Heinrich  von  Saarwerden,  Herrn  zu  Rappoltstein  und  Hohenack  erklären :  dass  is 
sie  den  von  ihm  zu  Gunsten  Brunos  von  Rappoltstein  verlangten  Aufschub  zu 
bewilligen  nicht  geneigt  sind  .  .  .  und  also  ir  uns  schribent,  daz  wir  uwer  und  der 
uwern  schonen  wellent,  darinne  wellent  wir  uns  halten,  daz  wir  getruwent  ze  ver- 
antwortende,        datum  feria  sexta  ante  diem  saneti  Galli  confessoris. 

[1390  October  13.]   so 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22    cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Rappoltst.  Urkb.  II  nr.  473. 


1091.  Strassburg  an  Thoman  von  Endingen  vor  Gemar:  teilt  mit,  dass  man  den 
Brief  des  Grafen  von  Saarwerden  durch  einen  Absagebrief  beantworten  wolle,  der  zur 
Begutachtung  beiliegt.        datum  feria  sexta  ante   Galli  confessoris  anno  1390. 

1396  October  13. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22.  fasc.  4.  or.  mb.  I.  cl. 


1092.   Absagebrief  Slraßburgs  an  Bruno  von  Rappoltstein.         1396  October  13. 

Dem  edeln  herren  Brunen  von  Rappoltstein  lazzen  wir  Bertholt  von  Rossheim, 
der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  wissen,  das  wir  uwer  und  der  uwern  vygende  so 
wellen  sin  umbe  das  unreht,  das  ir  uns,  unsern  burgern  und  den  unsern  geton  hant 
und  wellent  uns  domitte  bewart  haben,  und  zu  eim  Urkunde,  so  ist  unsere  stette  in- 
gesigel  zu  rücken  uff  disen  brieff  gedrucket.  datum  feria  sexta  proxima  ante  diem 
beati  Gallij  confessoris  anno  domini  millesimo  trecentesimo  nonagesimo  sexto. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  mb.  Ut.  pat.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del.  u 


Wohl  auf  dessen  Schreiben  vom  October  12  vgl.  oben.  nr.  1085. 


1396  627 

109:1.  Markgraf  Bernhard  von  Maden  an  Meister  und  Hat  von  Strassburg:  be- 
glaubigt seinen  Boten:  Georg  Bach,  Beinen  Hofmeister  und  Hans  von  Seibach,  welche 
den  Auftrag  haben  mit  ihnen  zu  reden.         datum   Baden   dominica   ante  Galli   1300. 

Baden  13UO  October  IG. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22.  or.  eh.  I.  el. 
Heg.  Rappoltst.  Urkb.  II  nr.  475. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad   nr.  1708. 

1094.  Basel  an  Slraßburg :  bedauert,  die  erbetene  Hülfe  von  30  Spießen  erst  8 
bis  10  Tage  später,  als  verlangt,  schichen  zu  können.  1396  October  Iß. 

Uwere  guten  fruntschafte  sie  unser  williger  dienst  vorgeschoben,  besundern  lieben 
fründ.  als    ir   uns   verschriben   und  gemant  hant  umh  dri&zig  spiesse  mit  glefen  wol 
erzügter  lüten  uch  ze  sendende  uf  disen  nehsten  cystag  nach  sant  Gallentage  ze  nacht  outtr.  n. 
y.c  Mergheim  ze  sinde  etc.,  haben  wir  alles  nach   uwers   briefes  meynunge   wol   ver- 
standen   und  lassent  uwer  gute  früntschaft  wissen,  der  wir  alle  zite  gerne  tan  wel- 

«•••  lent,  daz  ir  lieb  und  dienst  ist,  daz   wir   gehorsam  wellent  sin  und  mit  guter  frünt- 
schaft und  truwen  tun,  daz  ir  uns  verschriben  band,  nu  kam  uns  lieben  fründ  uwer 
unmutige  erst  uf  disen  nehsten  fritag  vergangen  nach  dem  imbisse  spate,  da  kein  rat   oabr.n 
bi  uns  waz,   daz  die   zit   uns  ze  kurtz  ist  gewesen,   so   vil   gutes   volkes  uf  ze  brin- 
gende, ze  rüstende  und  ze  sendende  uf  disen    zistag.   darumb  so  bitten  wir  uch  mit 

m  ernste,  daz  ir  nitt  entzürnent,  ob  sich  die  spiesse  acht  tage  oder  zehen  zem  lengesten 
verziehent  ze  sendende,  wand  wir  dazwüschenl  inisern  einst  dazu  tun  wellent,  daz 
es  beschelie,  uwer  meynunge  verschribent  bij  disem  hotten.  datum   anno  etc.  96 

dominica  ante  Galli. 

Arnolt  von   Merenfeils  ritter,-  burgermeister 

25  und  der  rat  zu  Basel. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  mb.  lit.  cl.  c.  sig   i.  v.  impr.  del. 

1095.  Bin  Ungenannter  [an  Ulrich  Goße?  in  Slraßburg]  berichtet  über  den 
Zuzug,  der  dem  Bruno  von  Rappollstein  geleistet  wird.  [1396  October  Iß.] 

Min  dienst  bevor,  lieber  herre.  ich  losz  uch  wissen,  daz  ich  geworben  habe  umbe 
m  und  umbe,  wo  ich  truwete,  daz  es  aller  beste  und  nutzeste  was,  das  ich  nit  kan  er- 
linden,  das   welle,   daz  ieman  zütz  ime  uch  geschaden  mag.  man  seit  aber  wol,  daz 
sich  der  hertzoge  und  sin  brüder  vaste  bewerbent:   do  truwe  ich,  daz  uch  daz  kein 
schaden  müge   bringen,   wanne    sie   müssen!  wite  umbe  sich    werben,  dar  an  wurt 
alter  nüt,  alz  mir  geseit  ist.  und  wissen!  oucli,  daz  Andres  von  Parroy  zütz  ime  ge- 
n  ritten  ist,  nit  me  danne  mit  zwölf  pferden,  und  ouch  der  einer  ist,  der  nit  gen  Gemer 
in  wolte,  wände  er  siner  knehte  ein  teil  dar  in  geschicket  het,  der  het  zwene  knehte 
wider    hinder   sich   gen    Wallien    umbe   habern    geschicket:   do  noch  wissent   uch  ze 
rihtende.    und   wil   fürbasser  werben  und  min  bestes  dim:    nutze  uff  disen  nehesten  ocbr.t». 
Erytag  so  wil  ich  selber  uch  sin,  und  was  ich  hie  zwüschen  erfinde,  daz  wil  ich  uch 
"  denne  ouch  sagen,   und  wissent,  sider  ich  üch  zu  dem  ersten  verschriben  habe,  das 


628  1396 

sider  har  nie  zehen  man  reysiger  lüte  usz  noch  in  geritten  sient,  und  duncket  üch 
üt  anders,  daz  ich  vürbahz  dun  sol,  daz  lont  mich  wissen.  geben  am  sunnentag 
vor  sant  Gallentag. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  474. 


1096-   Thomas  von  Endingen  berichtet  an  Meisler  und  Rat  von  Straßburg  über 
die  Unterhandlungen,  welche  er  und  die  übrigen  Slraßburger  Abgesandten  mit  Graf 
Heinrich  von  Saarwerden  und  den  Boten  der  Städte  C'olmar,  Schlettsladt  und  Kaisers- 
berg gepflogen  haben.  Berghrtm  [1396  October  15.] 
.  .  Lieben  herren.   wir  embüten  üch  unsern  undertenigen   gewilligen  dienst  und  io 

nähr.  13.  lant  uwer  wiszheit  wissen,  das  wir  uf  disen  nehesten  vergangenen  fritag  mit  unserm 
harste  gon  Bergheim  komment,  alse  wir  üch  das  ouch  emoles  mit  Diersberg  ver- 
schriben  hant,  und  sint  stille  gelegen  dise  zwene  tage  und  mussent  ouch  hüte  untze 
naht  stille  ligen,  wenne  wir  nüt  getürstent  ündersten  vor  unserm  herren  dem  hertzogen, 
alse  er  und  die   sinen   dise  drige  tage  mussent  stille  ligen  untze  noch  hint  zu  naht.   " 

Oatbr.  14.  wissent  ouch,  das  der  grefe  von  Sarwerde  uf  samstag  gester  umbe  vesper  zit  kam 
gon  Bergheim  geritten  und  der  von  Colmar,  Sletzstat  und  Keisersberg  botten,  her 
Friederich  von  Hadestat,  her  Friderich  von  Wildesberg  und  andere,  und  vordertent 
an  unsers  herren  des  hertzogen  rete  und  an  uns,    das  wir  einen  ufslag  gebent  untz 

ooibr.iä.  dunrestages  nehst  körnende  und  mit  schedigetent,  so  woltent  sü  do  zwüschent  zu  unserm  20 
herren  von   Osterrich   varen   und  wege  suchen,    ebe  sü  dise  sache   zu  guten  dingen 
bringen  kundent :  do  zii  entwortetent  wir,  das  wir  des  keinen  gewalt  von  üch  hettent 
und    werent    och   nüt   alse   von    üch   gefertiget,   do  das  der  grefe   und  die  richstette 
hortent,   das   daz  nüt  gen  wolte,   do  vordertent  sü  an  uns,  das  wir  in  zu  verstünde 
gebent,   wo  mitte  dise  sache   gerihtet  möhte  werden,    so  woltent  sü  sich  getruwelich  25 
darinne  arbeiten,    ebe  sü    kundent,    dise  sache  zu  guten   dingen  bringen,    wenne  sü 
wustent  wol,    das  dise  sache  an  deinen  artickeln   entslagen  were,   do  sü  noch  hütis 
tages  gerne  zu  rettent:    do  antwurtetent  wir,  daz  wir  keine  artickel  wustent,  do  an 
es  entslagen  were,  und  nüt  anders  wustent,  denne  es  gerihtet  solte  sin  gewesen,  des 
uszgenomen,  das  der  breste  an  her  Brunen  gewesen  were,  alse  unsere  erbere  botten  M 
hettent   gehört   sagen,   wenne  er  wolte  unsern   herren  den  hertzogen  nüt  versichern 
und  vertigen   ettelicher  dinge,   mit  den  er  den  egenanten  herren  den   hertzogen  ver- 
■    sichern  solte,   alse  des   egenanten   herren   rete    mit  her   Brunen  überkomen  werent : 
doch  wolte  her   Brune  uns   und  den  unsern    noch  lute  und  sage  unserre  briefe,   die 
wir  und  die  unsern  von  ym  hettent,  tun  und  ouch  tun,  das  wir  und  die  unsern  mit   ss 
guter  kuntschafft  fürbrehtent,  und  uns  dar  zii  unsern  kosten  und  schaden  keren,  den 
wir  deshalp   genommen   hettent,   do  zii  er  uns    doch  getrenget  hette,   wir  truwetent, 
das   die   sache   gerihtet   möhte  werden,   doch   allewegent   mit  den  fürworten,   das  es 
unsers  herren  rete  von  Osterrich  an  denselben  herren  und  wir  vorhin  an  üch  brehtent, 
wenne  wir  nüt  anders  tetent,  denne  das  derselbe   herre  und  ir  uns  hiessent,  wenne   10 
wir  werent    anders  nüt   gefertiget,   danne   das  wir   tun  woltent,    das  uns  empfolhen 


1396  629 

were.  zu  jungest  noch  vil  worten,  do  vorderte  der  grefe  an  uns,  sit  es  mit  anders 
sin  möhte,  das  wir  sin  und  der  sinen  schondcut,  do  antwortetet  wir  ymme,  er  bette 
üch  vormals  darumbe  verschriben  und  ir  ymme  do  ufT  geantwurtet.  und  zfl  glicher 
wise,    alse  ir    ymme   geantwurtet    lietlont,   do   bi    woltent  wir  bliben,    und  botent  in 

»  selber  ouch,  das  er  und  die  sinen  uns  und  den  unsern  mit  schedelich  werent ;  do 
zu  antwortete  der  grefe,  werent  wir  allesamment  vor  ym  und  den  sinen  uf  dem  velde 
gebunden,  sü  gcrlent  uns  kein  leit  zu  tünde,  doch  weres,  das  es  not  geschehe,  so 
müste  er  und  die  sinen  die  muren  weren,  und  also  schiet  er  und  unsers  herren  rete 
und  wir  vonnander  .  .  lieben  herren,    wir  lant  üch  mit  nammen  wissin,   das  wir  in 

in  den  vorgescliribcn  und  andern  dingen  und  sonderlich  von  schedigendes,  ziehendes 
und  des  sesses  wegen  des  egenanten  unsers  herren  des  hertzogen  rete  gebetten  hant, 
das  sü  uns  vor  an  rietent,  die  hant  uns  allewegent  geantwurtet  und  bhbent  och  noch 
do  uffe,  unser  herre  der  hertzoge  habe  in  empfolhen,  das  sü  tügent,  waz  wir  zu  rote 
werdent   und  sü  heissent,   sit  wir  houbetlüte  des  crieges  sint.    und  uff  das   sint  wir 

15  einhelleclich  überkomen  Gemer  zürn  ersten  zu  besitzende  und  den  leger  do  zu  nemende, 
und  wellent  zu  velde  ziehen  zu  unsern  fründen,  die  uns  noch  komment,  und  habent 
ouch  gegen  in  von  uns  einen  harst  geschickt,  die  mit  in  her  uff  in  den  leger  ritent. 
item  uff  des,  alse  die  glocke  nunc  geslagen  hette  und  dirre  brief  geschriben  wart, 
do  kam  uns  botschafft,  das  unser  frünt  kommen  werent,    und  do  zugent  wir  alle  us 

*"  mittenander  zu  in  zu  velde,  und  wellent  alse  unsern  leger  noch  hüte  mit  gottes  hilffe 
anheben  und  bestellen,  wissent  ouch,  das  unsers  herren  von  Osterrich  fuszvolk  an 
zinstage  nehst  komment  sol  zu  Brisach  sin.  dis  sint  alle  ding,  die  sich  untz  har 
verlouffen  hant,  und  was  uns  furbaz  engegent,  das  lant  wir  üch  allewegent  wissen, 
scriptum  dominica  ante  Luce  ewangeliste. 

■  [Unterschrift]:    Thoman  von  Endingen    und  die  andern  uwer  botten,   die  nü  zfl 

zilen  uff  dem  velde  sint.  [In  verso] :  Den  fürsihtigen  wisen,  dem  meister  und  dem 
rate  zu  Strasburg,  unsern  lieben  herren. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22.Lor.  eh.  Ht.  el.  —  ibid.  conc.  eh. 
Gedr.  .Eapp.  Urh.  II  nr.  476. 


1097.  Berthold  von  Rosheim  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Basel:1 
bedauern,  dass  ihr  Bote  erst  so  spät  nach  Basel  gekommen,  denn  inzwischen  ...  ist 
des  durchlühtigen  etc.  herrn  hertzogen  Lütpoldes  zu  Osterrich  volg  und  unser  volg 
zu  rosse  und  zu  füsse  und  unser  gezüg  uff  dem  velde  und  in  dem  leger  darumbe. 
lieben  frünt.  bitten  wir  üch  mit  ernste  und  getruwent  uwere  guten  früntschaft  one 
zwifel,  das  ir  uns  die  spiesse  schickent,  so  ir  vürderlicheste  mögen  l  ....  datum 
ipsa  die  beati  Galli  confessoris.  [l3iHi]  October  16. 

Baseler  Sts.  A.  Neb.  Reg.  G.  III  nr.  286.  or.  ml>   l  cl. 


1   Vgl.  nr.  1094  den  Brief  Basels  vom  15  October. 


630  1396 

1098.  Burkard  von  Lichtenstein  an  den  Ammanmeister  und  die  Stadt  Strassburg : 
hat  gehört,  .  .  .  wie  daz  ir  nauch  lüten  stellend ;  da  wissend,  wellend  ir  mir  darumb 
tun,  so  wil  ich  zu  üch  komen  mit  fünfzig  spiessen  guter  ritter  und  kneht,  minder 
oder  mer,  wie  ir  wellend.         datum  in  die  Gally.  [1996]  October  16. 

Str.  St.  Ä.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 

1099.  Reymold  Adehart  von  Saarburg  an  Meister  und  Rat  von  Strasburg:  bittet 
die  Brüder  Junker  Eberlin  und  Petermann  von  Gryfelstein  zur  Zahlung  der  ihm 
schuldigen  und  «ettewie  vil  jare  verseszenen»  Zinsen  anzuhalten  .  .  .  wand  ich  habe 
gehöret  sagen,  daz  sy  üwere  bürgere  sint  .  .  .  datum  ipsa  die  beati  Galli  anno  1390. 

1396  October  16. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1100.  Johannes  von  Kirchen,  Hofschreiher  des  Königs  in  Prag  an  Hans  Bock 
den  Jungen  in  Straßburg :  beschwert  sich,  daß  ihm  die  für  den  Befremngsbrief  ton 
der  Vorladung  vor  das  Hofgericht  versprochenen  200  Gulden  nicht  bezahlt,  jener 
Brief  aber  trotzdem  mit  himeeg  genommen  sei.  Fray  1396  October  16.   is 

Minen  dinst  zuvor,  als  ir  wol  wisset,  das  ich  mit  euch  in  gegenwortikeyt  Con- 
ratz  Plarers  des  abends,  do  ir  letst  in  derselben  nacht  von  Prag  schiet,  redet,  das  ir 
mir  des  hofgerichtes  brief,  domit  die  stat  von  solichen  gerichten,  als  vor  demselben 
hofgericht  uff  sy  erlanget  was,  empunden  und  gelediget  ward,  wider  geben  oder  aber 
200  güldin  dafür  beczalen  soltet,  nicht  minner  ich  ouch  haben  wolt  oder  den  brief  so 
zu  derselben  zeyt  wider  die  rede  ir  in  gute  hinfliessen  liesset  und  spracht :  ich  wyl 
mich  gutlich  und  fruntlich  von  der  stat  wegen  mit  dir  richten,  doran  ich  nit  genug 
haben  wolt  und  gieng  darnoch  einest  by  nacht  zu  euch  in  ewer  herberg  zum  camin  (?) 
und  sprach  aber,  das  ich  nit  minner  wann  200  guldin  oder  aber  den  egenanten  brief 
wider  haben  wolt,  das  ir  euch  dornach  richtet  und  getrewte  ouch,  das  ir  icht  anders  g& 
tet,  hett  ich  euch  oder  der  stat  ichtz  gedient,  das  liess  ich  got  walten,  do  antwort  ir 
aber :  ir  wolt  euch  gütlich  mit  mir  richten,  über  das  alles  reyt  ir  in  derselben  nacht 
oder  gar  frü  enweg  und  füret  den  egenanten  brief  mit  euch  und  gesegent  mich  nie 
noch  spracht  mir  nie  zu.  ir  hatt  wol  befolhen,  das  man  ewer  lougent,  do  ich  nach 
euch  fragt,  do  sprach  man :  er  ist  by  dem  von  Bamberg,  das  lass  ich  gut  sein,  doch  30 
hatt  es  mich  unezitlich  und  geloub,  das  ichs  nit  verdienet  habe,  das  man  min  dinst 
und  trew  also  solt  erkennen  und  wegen,  nu  ist  ouch  sider  her  ein  lange  zeyt  ver- 
gangen, in  der  ir  mir  doch  nie  nichtz  geschriben  noch  embotten  habt,  in  der  zite 
ich  ouch  keins  gerett  noch  getan  hab  durch '_Conrat  Plarers  bette  willen,  wann  ir  mir 
nu  über  solich  egenante  reden  den  egenanten  brief  enweg  gefüret  habt,  darüber  bit  35 
ich  und  man  euch  mit  ernst,  das  ir  mir  die  obgenanten  200  guldin  Erharten  Nessel- 
bach von  minen  wegen  beczalen  und  antworten  sollet,  wann  so  ir  das  getan  habt, 
so  sag  ich  euch  und  die  stat  der  queyt  und  ledig,  tet  ir  aber  des  nit,  noch  sendet 
mir  ouch  des  nit  urkund  by  disem  boten,  wann  ich  nit  alle  wochen  hab  zu  senden 
botten,  noch  wil  die  senden  so  verren  weg,  so  wisset,  das  ich  mich  gen  allermenic-  40 


1396  (M 

lieh  von  euch  beklagen  muss  and  wyl  und  Bagen,  wie  ir  mit  dem  brief  ober  min 
wori  gefaren  babl  und  kau  ouch  dann  nil  Buden  geaagen,  dann  das  ir  mir  habt  den 
brief  enpfäret  und  nicht  genug  getan  vor  als  billich  ist,  und  darnoch  ouch  dorezn 
1(iii  mit  recht,  was  ich  mag  amb  dienst  und  trew,  die  geschehen  sein,  als  ir  wol 
wissl  iinil  hil  euch  aymer  anders  zusagend,  wan  als  ir  wol  wissl  und  war  ist.  wil 
mir  die  stat  doriimb  nicht  tun,  das  lass  ich  gut  sein,  ich  hab  des  mer  verlorn  als 
euch  hewer  (inest,  versehreibt  ir  mir,  die  stat  hett  mif  40  guldin  geschenkt,  do  ich 
ir  in  uffsleg  gegeben  hatt,  unib  die  sy  mir  billicher  soll  10  guldin  gegeben  haben, 
dann    10  ein   schöne  selienk,  40  guldin  geschenkt    für    b*.  die   man   mir  Behuldig   was. 

'"  Item  ir  habt  miner  husfrowen  20  guldin  gegeben,  die  slacht  mir  ab  an  den  200 

guldin.  schafft  es  also,  das  ich  mich  nit  clagen  bedorffe,  wann  ich  wer  sein  lieber 
überhaben  und  wolt,  das  ir  mir  den  brief  hett  hie  lassen,  so  wer  ich  sider  maniger 
red  von  hern  Borziwoy  überhaben  und  sten  noch  dorumb  in  abentcuer  gen  im, 
wann  er  spricht:  ich  hab  euch  des  geholflen,  wann  ir  aber  den  dozumal  nit  hie  liegst, 

u  sunder  in,  wer  min  red,  enweg  füret,  so  getrow  ich  ouch  ir  niht  mir  min  gelt,  das 
ich  icht  logen  bedorffe,  als  Plarrer  und  ich  ouch  mit  euch  retten  von  der  30  gülden 
wegen,  die  wir  Mathis  Lemmel  beczalen  müssten,  dovon  unser  red  enstund,  wyl  die 
stat  mir  daran  min  anezal  wider  geben,  das  ist  mir  lieb,  ewer  verschriben  antworl 
uinb  alle  ding.         gelten  zu  Prag  an  sant  Gallen  tag  anno  !)<>.         ich  hab  diez  briel's 

ao  ein  abschrift  gehalten. 

Johannes  Kirchen  des 
romischen  kunigs  hofschreiber. 

[In  verso.]  Dem  erbern  wisen  manne,  hern  Hansen  Bock  dem  jungen  zu  Strass- 
burg. 
N  Str.  St.  A.  Abt.  IV.  nr.  72  or.  eh.  1.  cl. 


1101.  Heinrich  von  Mülnheim  und  Heinzcman  Kranich  an  Thoman  von  Endingen 
vor  Gemar:  ....  Ion  üch  wissen,  daz  wir  vor  unsers  herren  gnoden  gewehsen 
sint  und  do  geret  habeut  unser  stelle  notdurft  und  wissent  wir  mit  anders  den 
mins  herres  gnode  mom  zu  naht  zu  Bergheim  wil  sin,  also  uns  geanwurt  ist  von 
m  dem  kameremoister,  do  wissent,  daz  der  von  Salme  und  der  grehfe  von  Sarweide 
und  die  von  Keissersberg  hie  sint.  [1396  Mine  October.] 

Str.  St.  A.  Q.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 


1102.  Thoman  von  Endingen  und  die  andern  Strassburger  Hauptleute  vor  Gemar 
an  den  Rat  von  Colmar:  .  .  .  bittent  üch  frünllich  mit  ernste,  das  ir  uns  und  den 
unsern  wellcnt  koste,  habern  und  ander  notdürftige  ding  zu  kouffende  geben  ombe 
unser  gelt  und  usz  uwer  stat  lazzen  volgen.  [13it6  Ortober.) 

Str.  St.  A.  0.  U.   P.  lad.  22  fasc.  4.  2  coneepte  gleichen  Inhalts  ohne  Datum. 
VI.  80 


632  1396 

1103.  Riller  Claus  vom  Huse  in  Ensisheim  an  Straßburg:  erbittet  für  sinnen 
abwesenden  Herrn  Leopold  IV  von  Oesterreich  um  Auskunft  über  den  Slam/  der 
Dinge  vor,  Gemar.  [1990]  Oktober  16. 

Min  dienst  vor,  wisen  bescheiden,  lieben  fründe.  als  min  herre  von  Osterich 
das  lant  uff  gen  Brücke  ist,  da  hat  er  mich  zu  Ensisheim  gelassen  bi  miner  fröwen  ■ 
und  ouch  bisunder  von  des  krieges  wegen,  so  er  und  ir  ietze  hant  mit  dem  von 
Rappeltzstein,  und  in  allewegen  lassen  ze  wissende,  wie  es  üch  in  disen  Sachen 
gange,  also  sende  ich  her  abe  Heinczman  Gerung  zu  üch;  bitte  ich  üch,  daz  ir  mich 
lassent  wissen,  wie  sich  uwer  sache  anlasse,  und  wie  es  üch  gange,  umb  daz  ich 
daz  minem  herren  könne  ze  wissende  getün,  daz  er  sich  m  sin  selbs  und  uwern  io 
sachen  dester  bass  wisse  ze  rihtende.  waz  ir  ouch  botschaft  minem  herren  allzu 
tun  wellent,  so  vindent  ir  mich  zu  Ensisheim.  uwer   antwirt  verschriben.  datum 

ipsa  die  Galli  confessoris. 

[ Unterschrift}  .•  Claus  vom  Huse,  ritter. 

[Aufschrift]:  Den  wisen  fürsihtigen  und    bescheiden  dem  meister    und   rate    ze   u 
Strazburg  und  sunders  den  zu  Gemer  lgient. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl 
Gedr.  Bapp.  TJrkb.  II,  nr.  477. 

1104.  Thoman  von  Endingen  an  den  Rat  von  Straßburg:  berichtet  über  den 
Stand  der  Belagerung  von  Gemar.  [1396  October  17.]  2" 

.  Unsern  gewilligen  dienst  bevor,  lieben  herren.  wir  lant  uwer  wisheit  wissin,  das 
ocibrje.  wjr  mit  allem  unserm  volcke,  beide  geritten  und  füszvolck,  gester  uf  mentag  unsern 
ersten  leger  brochent,  alse  wir  uf  halben  wege  zwüschent  Gemer  und  Rappoltzwilre 
zu  velde  logent  und  zugent  nahe  bi  Gemer  zu  der  siten  wider  Ostheim  uff  [uff]  die 
Vech  und  slügent  do  unser  gezelte  und  hutten  uf  und  ist  alse  hüte  von  uns  stille  n 
gelegen,  alse  es  der  kindelin  tag  ist.  doch  habent  wir  einen  nutzberen  tagewon  be- 
gangen, wenne  wir  habent  geton  durch  stude  und  stögke  hinder  Gemer  geton  rüten 
und  nuwe  wege  machen  wider  das  hünder  tor,  wenne  sü  das  vorder  tor  vermuret 
hant.  und  was  alles  ir  werben  durch  das  hünder  tor,  das  ist  in  do  mitte  benommen, 
wir  habent  ouch  ein  nuwe  brücke  gemäht  über  die  Vech,  das  die  unsern  zusamen  so 
mSgent  kommen,  ebe  es  not  geschehe,  sit  sü  sich  zu  beiden  siten  uf  das  wazzer 
hant  gesclagen,  und  ouch  vil  hürde  und  ander  notdurftig  ding  geton  machen  und 
bestellet,  uff  das  uns  das  beste  duncket.  wissent  ouch,  das  wir  brotes  und  habern 
notdurfftig  und  ouch  anderre  koste  sint,  wenne  wir  vil  lütes  Uferen  müssent:  do 
schickent  dem  Ber[er]  fünffzig  pfunt  gon  Benfeit,  der  wil  darumbe  koste  kouffen,  und  35 
sehickent  geburen  Claus  anderhalp  hundert  lib.  her  uff,  wenne  wir  des  geltes  nüt 
emberen  mügent.  was  uns  fürbaz  engegent,  das  wellent  wir  üch  ie  embi.ten.  da- 
tum feria  tertia  post  Galli  de  sero  in  castris  ante  Gemer. 

Thoman  von  Endingen,  ritter,  und  ander  uwer  botten, 
die  niitzemal  zu  velde  ligent. 

Sir.  St.  Ä.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Gedr.  Eapp.  Urkb.  II  nr.  479. 


, 


1396 


1105-  Die  Schützen  cor  Gemar  bitten  Ulrich  Goßen,  Ammanmeister  ton  Straß- 
hilft/  um  Zustellung  ton  Kugel  hüten.  1396  October  IS. 

Unsern  undertenigen  willigen  dienst  allezit  bevor,  gnediger  herre.  von  der  ku- 
gelhute  wegen,  so  uns  von  der  stete  und  uwern  gnoden  wegen  geköft  sint,  die  ouch 
Brümat  der  snider  gemäht  het  und  sie  uns  nit  wil  lossen  volgen,  man  spreche  me 
danne,  daz  er  dez  selben  geltz,  das  vur  die  kügelhüte  gebürt,  sicher  sie,  also  bitlent 
wir  uwere  gnoder  dienstliche  und  mit  allem  ernste,  daz  ir  Htigelin  Süssen  bittent 
und  heissent  Cüntzen  Brümat  vur  die  kugelhute  sprechen,  daz  sie  uns  werdent  viir- 
derliche  geschicket,  wände  wir  sie,  obe  got  wil,  wol  und  mit  eren  wellent  verdienen, 
dez  wir  zu  gotte  getruwent,  daz  ir  und  der  rat  daz  wol  von  uns  uffnement.  und 
wellent  uwere  gnode  gegen  dem  rate  also  ernstliche  keren,  das  sie  uns  schier  ge- 
sant  werdent  daz  wellent  wir  alle  gemeinliche  willekliche  verdienen.  datum  die 
scti  Luce  ewangeliste  anno  1396. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I  cl. 

1106-  Beglaubigungsschreiben  Herzog  Leopolds  von  Oesterreich  für  seinen  Ge- 
sandten an  die  Strassburger  im  Lager  vor  Gemar  :  Markgraf  Rudolf  von  Hochberg, 
Herrn  zu  Röteln  und  Susenberg  und  Graf  Bernhard  von  Tierstein.  geben  zu 
Prugge  an  mittichin  noch  sanete  Gallentag  anno  96. 

Brugg  im  Aargau  1396  October  18. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Gedr.  Eapp.  Urkb.  II  nr.  480. 

1107-  Absagebrief  des  Herren  Ulrich  von  Blamont  an  Strassburg:  Au  maistre 
et  au  conssoil  de  la  ville  de  Straubourg  erklärt  Olry  de  Blanmont,  sire  de  Faule«  m- 
mont :  que  je  suix  tant  tenus  a  mon  oncle  monseignour  Brum  signour  de  la  Halte 
Rabalpiere,  que  que  je  lou  seruiray  encontre  vous  et  vous  aidans  de  ceste  presente 
gueirre,  quil  ait  maintenant  contre  vous,  et  pour  miels  wardeir  mon  honours,  jay 
mia  mon  seelz  plalquez  en  ce/,  presente  deffiance,  qui  furent  faitte  lou   juedy   apres 

feiste   Bainl    Luc   en   lan  96.  1396  October  19. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  or.  eh.  I.  pat.  c.  sig 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  481 


1  Aehnliche  Absagen  senden  unter  gleichem  Datum  :  Im  I  Brief:  Mondin  de  Belle  garde,  Adam 
d'Odericke,  Hanry  d'Erlon,  Gilbeir,  Permi,  Colignon,  Conim  de  Gerbeuilleir,  Wiriant  de  Fontenoy, 
Thiebalz  de  Priney,  Jehan  d'Air,  Jannerny  lou  Bourgon,  Hennekin  de  Trey,  Grimont  de  Blenuiile. 
—  Im  II  Brief:  K.erlle  de  Fontenoy,  Hanry  de  Berb.iy,  Peircevalz  de  Boullcnvilleiv,  Thiebalt  de  Boul- 
lenvilleir,  freires,  Ilenalz  lou  Gournay  de  Metz,  Reualz  de  Velny,  Couius  d'Espinalz,  Conins  Besselm 
de  Saint  üiey,  Jehan  Lalleuian,  Frantz  von  Hagentorn.  -  Im  III  Brief:  llenszeliu  de  Saint  Knrm, 
Poirey  de  liavon,  Jehan  Mensey.  —  7h»  IV  Brief:  Gairet  d'Aveley,  Rechair  de  Chateir,  li  Moinne  de 
Chateir,  Jacqueray  de  Mainniere,  Huegueny  de  Meitiy,  (rathier  de  Gerineney,  Jehan  d'Eurfour,  Hargnour 
de  Chateir,  Jehan  Bauldewin,  d'Espinalz,  Thirion  de  Chateir,  Jehan  de  Frezontin,  Jaiquar  dez  Preis, 
Jehan  de  Frainez,  Jehaii  bestair  de  Meitry,  Wilarae  Wiry,  Jehan  Vilair,  Hanry  li  Pety  maistre,  Jehau 
et  Coupin  de  Lile,  Dan  piere  de  Pree.  —  Im  V  Brief:  Peterman  Chacepol  dit  Savoye,  Guillaumo 
di>  Samt  Omer,  Henselet  le  Moyne,  Henry  dit  le  Fontere. 

Diese  Briefe  sind  auszugsweise  gedruckt  und  mit  Anmerkungen  versehen  von  Albrecht :  Bapp.  Urkb. 
II  S.  381,82. 


634  1396 

1108.  Herr  Heinrich  zu  Blankenberg  befiehlt  seinem  Sohne  Ulrich,  der  Stadt 
Strassburg  abzusagen,  und  berichtet  zugleich  über  die  Kriegsrüstungen  des  Herzog! 
Karl  II  von  Lothringen.         fritag  noch  sct.  Lux  tage.  [131H  October  20.] 

Str.  St.  A.   G.   0.   P.  lad.   22   nr.    4.    Stück.  45  u.  46.     Eine   [vielleicht  von  Thoman  von 

Endingen  gefertigte]  Vebersetzung  des  aufgefangenen  französischen  Briefes. 
Gedr.  Bapp.  Urk.  II  nr.  488. 

1109.  Markgraf  Bernhard  zu  Baden  an  Strassburg:  wir  laszen  üch  wiszen,  daz 
unser  gesellen,  die  wir  üchjschicken  sollen,'  uf  hinnaht  zu  naht  zu  Slalhofen  .-in 
und  morn   frü   gen   Straszburg   kommen.         geben    zu    Baden    an    fritag    nach    Baal 

Luxtag.  Baden  [1896  Ortober  20.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22    er.  eh.  I.  el. 
Auszug:  Bappoltst.  Urkb.  II  nr.  487. 
Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1710. 


1110.   Ungenannter  (Thomas  von  Endingen  ?)  an  einen  Ungenannten:  lieber  herre. 
schaffent  uns  ouch  forderlich  eynen  brieff   von   unserm   herren    von    Strasburg,    das   u 
die  priester,  die  in  unserm    here   messe   hant,    mügent   der   unsern  bihte  hören  und 
ostien  segen  und  in  unsern  herren  got  geben,  alse  der   offieial    wol   weis,    wie   man 
den  brieff  machet,  des  rotes  pfleget  darumbe. 

[Layei'  vor  Gemar  1306  vor  October  23.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  lad.  22  fasc.  4.«  or.  eh.  au 

Uli.  Graf  Heinrich  zu  Saarwerden,  Herr  zu  Bappoltstein  und  zu  Hohenack 
an  Thomas  von  Endingen  :  bittet  um  die  Freilassung  eines  von  den  Strassburgern 
gefangenen  Knechtes.  [1306  etwa  October  20.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  nr.  4.  Stück  110. 

Ebenda  noch  ein  Brief  ähnlichen  Inhalts.  „ 

Beide  gedr.  Bappoltst.  Urkb.  II  nr.  489. 

1112.   Thomas  von  Endingen  an  Straßb%rg :  bittet  um  Schwefelringe. 

[1390  October  21.] 

Minen  dienst   bevor,    lieben   herren.    ich   bitte   üch  flisseclich  mit  ernste,   das  ir 
uns   förderlich    schaffent,    das    uns    geschicket  werde  ein  karrich    mit   swebelringen,  30 
den  wir  haben  müssent  und  bruchent  sin  vil,   wanne    wir   wachent   durch  die  naht, 
datum  sabbato  post  Luce  ewangliste.  Thoman  von  Endingen. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 


1  Vgl   oben  nr.  1093  den  Beglaubigungsbrief  Bernhards  vom  15  October. 

2  Daselbst  ein  Antwortschreiben  ans  Ortenberg  mit  der  erbetenen  Erlaubnis  an  die  Priester, ...    35 
doch  besorgent  wir,  daz  wir  ez  nit  mäht  habent  und  haut  herrn  Andrese  dem  officiale  und  dem  inge- 
sigeler  verschriben,  daz  sie  üch  und  uns  darynne  versorgent.       geben  uf  mendag  nach  sant  Lucastag. 

[J390  October  88.] 


1396  635 

1113.  Cloren  Hanseman  von  Berse  an  den  tichultheissen  Claus  von  Qroslein  und 
den    Allamtneislcr    Wilhelm  Metüger  :  berichtet  allerlei  Kundschaft  aus  Lothringen. 

[1396]  Ocfober  21. 

Gnedigen  heren.  ich  enbüt  üch    min  gewilligen  dienst  und  Ion    üch   wissen,  daz 

«    der  fouget  von  Brüschetel  und  ich  by  nander  worent  uf  disen  nehesten  samestag  zu  oetbr.ai. 
Langestein,    und    waz    wir   do   befundent,    daz   het   üch   der  fouget  verschriben.    so 
wiszent  fürbas,  daz  uffe  disen  samestag  i'urgangen    gebotten   ist    in  allem   Lutringen, 
x'i  Höhende  in  4  tagen  und  het  öch  gebotten  kariche  und  wegene  wol    uffe  hundert, 
und  sol  öch  sicher  sin  dez  hertzogen  von  Lutringen  huffunge  uffe  disen   mendag;  do   octbr.  n. 

io  habe  ich  ein  wiszenthaften  botten  hin  geschicket  und  habe  üme  zergeltes  genüg 
geben,  daz  er  alle  worhafte  mer  erfert.  Geh  seit  men,  daz  juncher  Eigemer  von  Sar- 
brückon  zu  dem  hertzogen  kumen  sol  wol  mit  3  hundert  glefen  und  hertzoge  Fri- 
derich  von  Lutringen  vil  ander  heren,  die  zu  derselben  huffungen  kumen  süllent; 
doch  wer  dar  kumet,    so  es  si  lützel  oder  vil,  so  truwe  ich  wol,  daz  ich  es  wol  be- 

i5  finde,  und  waz  ich  befinde,  es  si  tag  oder  naht,  daz  los  ich  üch  zu  stunt  wiszen. 
öch  habent  ir  willen  üt  zu  understonde,  daz  tünt  fürdeliche,  wenne  ie  lenger  ir 
beitent,  ie  me  lütes  zu  sammene  kument  und  meinent  ouch  vil  lütes  umbe  daz  men 
darzwischent  tut  reden,  es  si  alles  uf  ein  verziehen,  daz  sü  deste  me  folkes  zu  sa- 
mene  bringent.  och  her  Ciauwes,  also  ir  mich  totent  reden  mit  juncher  Reinhart  von 

20  Herbeweley,  der  ist  nüt  doheime  und  ist  öch  der  von  Vergis  nüt  zu  Burgüne,  wenne 
er  dez  künges  von  Franckerich  tohter  füret  uszer  lande,  do  so  süllent  ir  nüt  loszen, 
ir  süllent  üch  wol  versorgen,  wo  ir  truwent,  daz  ir  sin  nottürftig  sint;  wenne  waz 
ich  getün  kan  oder  mag,  do  sol  kein  breste  an  sin.  gebietent  alle  zit  über  mich, 
geben  uf  der  11  tusent  megede  tag  zu  vesper  zit. 

25  Cloren  Hanseman  von  Berse. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P,  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  eis. 
Gedr.  Bapp.   Urkb.  II  nr.  491. 

1114.  Thomas    von    Endingen,   Hauptmann    von   Gemar   an   den    Rat:    Markgraf 
Rudolf  von  Röteln  und  Graf  Bernhard  von  Tierstein,  sowiejGesandte  von  Schlettstadt 

30  und  Kaisersberg  sind  im  Lager  angekommen  und  haben  erzählt,  dass  auf  persönliches 
Betreiben  des  Grafen  von  Saarwerden  der  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  Sühnever- 
handlungen zwischen  Strassburg  und  Bruno  von  Rappoltstein  angeordnet  habe,  mit 
deren  Führung  sie  betraut  seien.  Man  hat  jede  Verhandlung  abgelehnt  und  sie  an 
den    Rat   nach   Strassburg   gewiesen.    Vorläufig   sind  sie  jedoch   nach  Rappoltsweiler 

u  geritten,  kommen  aber  vielleicht  auch  nach  Strassburg.  datum  in  castris  ante  Gemer 
sabbate  post  Luce  ewangeliste  de  nocte.      im  Lager  vor  Gemar  [1306  October  21.) 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  lit.  cl. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  11  nr.  492. 


1115.  Arnold  von  Berenfels,  Bürgermeister  von  Basel  und  der  Rat  von  Basel  an 
40  Thomas  von  Endingen   und  die  andern   Strassburger  im   Felde   voi    Gemar:    melden, 


630  1396 

dass  man  auf  Wunsch  Kundschafter  in  die  Gegend  von  Mömpelgard  und  anderswohin 
gesendet  habe,  aber  nirgends  etwas  von  Werbungen  und  Rüstungen  gehört  habe, 
datum  dominica  post  Luce  evangelisti.  1396  Oetober  22. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc    4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Auszüglich  gedr   Rapp.  Urkb.  II  nr.  496. 


1116.  Heinrich  von  Winzenheim,  Vogt  im  Breuschthal  an  Claus  von  Grostein  : 
berichtet  über  die  Rüstungen  des  Herzogs  von  Lothringen  und  dergl.  .  . .  wissent,  das 
des  herczogen  bruder  von  Lutringen,  der  grefe  von  Widemut  sich  faste  huffet  und 
her  Eine  von  Sarbracke    und  die  ritter  und  knehte,   die  uff  der  Müsse  gesessen  sin! 

bi  Schelte,  ouch  meinet  man,  daz  der  herzöge  von  Lutringen  sich  stelle  noch   lüten.   io 
.  .  .  öch  wissent,  das  her  Ulrich  von  Blanckenberg  selb  zwölffte  gewoffeL  zu  Roppelwüre 
inne  lit  und  reit  juncher  Johans  von  Liningen  an  dunrestage  früge  bi  der  Weiler  zii 
Balczwilre   uff  und  kerete  den    köpf  gen  Roppolczwilre  oder  zu  einre  huffunge  riten. 
geben  uff  den  sunnentag  nach  sante  Gallentag  zu  der  zehenden  stunden  in  dem  tage. 

[1300]  Oetober  22.   15 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  nr.  4  Stück  99.  or.  eh.  lit.  cl.  ibid.  eine  Abschrift  Stück  129. 
Gedr.  Rapp    Urkb.  II  nr.  493. 

1117.  Claus  von  Fyncwilre  an  seinen  lieben  gesellen  Claus  .  .  .  heim:  wisze, 
daz  eyne  unsern  frunt  mir  hait  gesaget,  daz  der  hertzoige  von  Lotryngen  üffenlieh 
haüffet,  und  weisz  nit  anders,  danne  er  wolle  her  Brünen    zu  helffe   kommen.  —  —  M 

[1396  etwa  Oetober  22.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  nr.  4. 
Reg.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  495. 


1118  Meister  und  Rat  von  Strassburg  an  Metz:   bitten   um   Nacliricht    über   die 
Heeressammlungen  des  Herzogs  von  Lothringen  und  ersuchen  zugleich  die  Stadt,  das 
sie  ihre  Bürger,  welche  gegen  Strassburg  dienen  wollen,  zurückhalte. 

[1396  etwa  Oetober  22.]  ' 
Str.  St.  A.  G.  ü    P    lad.  22.  Stück  53.  lat.  coneept  eh. 
Gedr.  Rapp.  Urk.  II  nr.  494. 


1119.  Cloren  Hanseman    von   Berse    an   Heinrich    von   Wintzenheim,    Vogt  im  30 
Breuschthal :  .  .  .  wissent,  daz  der  alte  von  Blanckenberg  uff  disen  mendag  früge  gen 
Roppoltzwilre  rittet,  und  wellent  besehen,  wie  sich  die  von    Strazburg    haltent,  bede 
in  dem  leger    und   öch  uf  dem  velde.  do  schickent  disen  brief  zu  stunt   enweg   und 
öch  mit  eime  wiszenthaften  botlen,  wenne  es  sicher  wor  ist.  [1396  Oetober  23.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P    lad.  22  nr.  4  Stück  60.  or.  eh.  lit.  cl.  35 

Auszüglich  gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  500. 

xJ)ie  Antwort  der  Stadt  Metz  erfolgte  den  31  Oetober,  vgl.  unten. 


1396  «37 

1120.  Nemerich  Bauldoiche  Ritler  und  Bürger  zu  Metz  an  Strassburg:  wünscht 
mit  4  Reisigen  und  4  Bogenern  gegen  Sold  in  Dienst  der  Stadl  zu  treten.  geben 
dez  tnandagez  nach  st.  Lucas  dage.  [t.v.tr,  Oetabtr  98.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Auszüglich  gedr.  Rapp.   Urkb.  II  nr.  503. 


1121.  Der  «Ungenannte»  an  Altmeister  Ulrich  Ooße  Über  allerlei  Kundschaft 
aus  Lothringen.  [1896  October  98.) 

Min  dienst  bevor,  lieber  herre.  als  ich  uff  samestag  bi  och  waz  und  Cüntzelin 
Ostertag  zu  mir  komen  solte  sin,  des  het  er  nit  getan,  wie  aber  dem  si,  so   bin   ich  oabr.  ti 

i«  und  min  kneht  u(T  gesessen,  und  der  mir  als  schribet,  und  habent  die  Sachen  ernst- 
lich geworben,  und  wissent  ouch,  daz  des  von  Blanckenberg  bruder  ime  widerseit 
het.  darumbe  het  ouch  der  von  Blanckenberg  nach  sinem  sune  herrn  Ulrich  gein 
Rapoltzwilrc  geschicket,  daz  er  und  sine  gesellen  füderlich  zutz  ime  koment.  ouch 
wissent,  daz  her  Brune  dem  von  Salme  het    geschriben  und  het  in  gebetten,  daz  er 

i5  solle  für  üch  riten  und  do  zwuschent  reden,  und  kam  ouch  derselbe  brief  gein 
Raltzwilre  und  wart  dem  schaffener.  und  waz  ich  üch  do  schribe,  daz  ist  ouch 
sicher  wor.  und  wissent  ouch,  daz  der  hertzog  von  Lutringen  alle  die  het  gemant, 
die  do  der  von  Mulnheim  sint  und  die  ouch  ligent  in  siner  hüte,  daz  sü  ime  die 
zinse,    die    zi'i    sant    Martinstag  gevallent,  daz  sü  ime   die   furderlich   gebent  in  vier 

20  tagen :  do  kan  ich  aber  noch  nit  erfinden,  war  umbe  er  daz  getan  hat.  doch  seit 
man,  daz  er  und  sin  bruder  sich  gar  wite  bewerbent,  daz  kan  aber  üch  keinen 
schaden  bringen,  ouch  wissent,  daz  ich  botten  habe  zu  Rymmelsberg  und  ein  zu 
Nansey  und  ein  zu  Blanckenberg,  wann  ich  getar  selber  des  weges  nit  me  so  Terra 
hin  inkommen.  und  waz  ich  üch  schribe,   daz  ist   ouch    alles  wor.  do   nach  wissent 

-  ■  üch  zu  richtende,  und  waz  ich  furbaszer  empfinde,  daz  wil  ich  uch  bi  guter  zit  lassen 
wissen  oder  aber  in  daz  her,  wie  üch  daz  aller  beste  duncket,  daz  laut  mich  wider 
wissen  bi  disen  botten.  Den  ungenannten. 

[In  verso]  Herrn  Ulrich  Goszen  ammanmeister  zu  "Strazburg. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl 
:>"  Uedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  502. 


1122.  Graf  Johann  zu  Sahn  an  die  Strassburger  Hauptleute  vorGemar:  .  ..  Ion 

uch  wissen,  das  ich  ZÖ   Ropoltzwilre  commen  bin,  linde  das  ich  uch  gerne  üffe  disen 

maindag  spreche,  unde  wil   uch  bitten,  das  ir  mich  selben   sehzenhneste   oder  minre 

trösten  wellent,   so   wil   ich   zu   uch  ritten  uch  sprechen,  unde   wellent   mir   uwern 

»  tröste  brief  mit  disem  holten  seinden.     geben  üffe  den  maindag  no  sante  Lucas  dage. 

(1.VJ6   October  23.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Qedr.  Rapp.  Urkb.  11  nr.  498. 


638  1396 

1123.  Thomas  von  Endingen  an  Strassburg :  sendet  einen  aufgefangenen  Brief 
Heinrichs  von  Blankenberg  in  deutscher  Uebersetzung, '  sowie  die  Abschrift  des  an 
Claus  von  Grostein  gerichteten  Berichtes  vom  21  October, "-  welche  er  auch  an  den 
Herzog  von  Oesterreich  geschickt  habe  .  .  .  dar  zu  hant  sine  (des  Herzogs)  rete,  die 
bi  uns  in  dem  velde  ligent,  hern  Hanneman  Snewelin,  und  wir  her  Heinrich  von  i 
Mülnheim  in  Brantgazze  zu  ime  geschicket,  in  zu  bittende  und  mit  ym  zii  redende, 
daz  er  hie  zu  gedencke,  wenne  es  der  herschafft  von  Osterrich  yemerme  noch  ge- 
seit  würde,  solte  man  daz  velt  rümen,  do  die  sinen  ouch  zu  velde  legeiit  .  .  lieben 
herren,  hie  noch  wizzent  üch  zii  rihtende,  und  wissent  ouch,  daz  weder  unsere 
herren  des  marggrafen  noch  der  von  Basel  volck  noch  not  zu  uns  kommen  sint.  io 
datum  in  castris  ante  Gemer  feria  secunda  post  Luce  ewangeliste. 

Läget-  vor  Oeniar  [1396  October  23.1 
Str.  St.  A,  G.  ü.  P.  lad.  22.  fasc.  4. 
Gedr.  Bapp.   Urkb.  nr.  497. 

1124.  Berthold  von  Bosheim,  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  Thomas   15 
von  Endingen,  Hauptmann  vor  Gemar :  teilen  mit,  dass  auch  sie  Friedensvermittlungen 
mit  Bruno  von  Bappoltstein  abgelehnt  haben  und  befehlen  ihm  und  wünschen,  dass  er 
den  Krieg  nach  Kräften  und   ohne  Röcksicht  auf  die  Kosten  fortsetze.         datum  feria 
secunda  ante  diem  sanctorum  Symonis  et  Judae  appostolorum.        [1390  Ortober  23.] 

Str.  St.  A~  G   U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  mb.  I.  cl.  .  .  .  20 


1125.  Graf  Stephan  von  Mömpelgard  an  Arnold  von  Berenfels,  Bürgermeister  der 
Stadt  Basel1:  antwortet  auf  geschehene  Anfrage,  .  .  .  daz  ich  kein  samnunge  bi  uns 
mit  enweisz  denne  ein  klein  geschefte,  die  wellent  gen  Lutteringen.  geben  ze 
Münpelgarte,  an  dem  nehsten  cistage  vor  Symonis  et  Jude. 

Mömpelgart  [1390  October  24.]   *> 
Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4   cop.  eh.'  coaev. 
Reg.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  507. 


1126.  Als  Anhänger  Bruno's  von  Rappoltstein  senden  der  Stadt  Strassburg  ge- 
meinschaftliche Absagebriefe :  I  Jehan  Noiret  de  Ameville,  Jehan  de  Very,  Andriet 
de  Louvivalz.  —  II.  Werry  de  Savigney,  Perin  dou  Chaitellet,  Bernekin  de  Vendene,  so 
Simont  de  Tulleire,  Ferry  de  Jalney.  —  III  Hennair  de  Vry,  Bernekin  de  Herbeuilleir, 
Guerray  de  Hurbesche,  Petit  Jehan  bestair  de  Bambeuilleir,'  Werry  de  Durquestein, 
Bicher  de  la  Chambre  .  .  .  lou  merdy  apres  feiste  sainet  Luc.      [1390  October  24.] 

Str.  St.  A.  G    ü.  P.  lad.  22  nr.  4.  Stück  77.  78.  70. 
Auszüglich  gedr.:  Rapp.  Urkb.  II  nr.  504.  505.  506. 


1  Vgl.  diesen  Brief  vom  30  Oktober  oben  nr.  1108. 

2  Vgl.  oben  nr.  1113. 

3  Vgl.  oben  nr.  1115  den  Brief  Basels  an  Strassburg  vom  October  22. 


1396  m 

1127.  Berthold  von  Roshein)  der  Meister  and  der  Rat  von  Strassburg  an  Thomas 

von  Endingen  vor  Gemar:  ....  wiesest,  daz  grafe  Philips  von  Nassowe  einegrt 

aufhinge   in   der  vergangen  wochen  bette  und  wolte  das  laut    ahe  sin.  die  hufTunge 

ist  zerritten.   doch  umbe  da/  Ir  uns  verschriben   habent,  do  erfarent  noch:  dasselbe 

'■>  wellenl  ouch  wir  tun,  und  was  ir  erflndent,  das  lozzent  uns  wissen,  dasselbe  wellen 

oucli  wir  uch  li'in.  oueh  wissent  ir  wol,  das  iich  von  uns  entpfolhen  wart,  das  ir  zu 

ersten  alle  atroazenr,  die  hindenan  über  das  gebirge  harüber  got,  soltent  Um  rerfellen, 

umbe  das  ir   deste    siclierre   werent.     do  ist  uns  wol  geseit,    das  ir  etliche,  strazzen 

habent  geton  vorfeilen,  aber  die  strazzen  hinder  Roppollzwilr  sieid   noch  nit  vcrfellet. 

1,1   do  empfelhent   wir    uch    und    duncket    uns    gut   sin    und    ist    ouch   unser   ernstliche 

meynunge,  das  ir  vürderliche  dazA  gedencken  wellent,  wie  die  strazzen  alle  verfeilet 

werdent  und  lozzent    och  des    keinen   kosten    beduren,    und   wenne   ez    geschiht,   so 

lozzent  es  uns  vürderliche  wissen,     ouch  schickent  wir  uch  ein    brief  von  unserme 

lieiren  dein    byschofe,  alse  ir  uns  vormals    gebotten    hant.     gebristet    uch    ützit,   das 

'■■>   lozzent  uns  wissen,  das  wellen  wir  uch    schicken  und  uch  keinen   gebresten   lozzen. 

dattun  feria  tertia  ante  diem  sanetorum  Symonis  et  Jude  apostolorum. 

[1396  October  24.] 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  mbr. 


11215.  Berthold  von  Rosheim  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Thomas 

m   von  Endingen,  Hauptmann  vor  Gemar  ....  uns  ist  vürkomen  und  geseit,  das  etliche 

von  den  constofeln  und  ouch  etliche  von  den  anwerken  iich  ungehorsam    sient    und 

wände  ir  wol  wissen  und  bekennen  mögent,   das   von    ungehorsamkeit   wegen   dicke 

grosser  ttnrel  ufferstanden  ist,  darombe,  so  manent  wir  uch  alle  und  uwer  ieglichen 

besunder   uWere   eyde,  so  ir  uns  gesworen  habent,    weihe  die  sint  oder  werent,   die 

'-'■■   uch  ungehorsam  sint,  das  ir  uns  den  oder  die  vürderliche  herheim  schickent  und  yn 

oder  sye  nit  by  uch  lozzent    und  uns    verschribent   sine   ungehorsamkeit,   so    wellen 

wir  in  oder  sye  darumbe  ströffen  in  sogatener  (sie.)  mozzen,  das  sich  andere  daran  stoz- 

zent.     und  santent  ir  uns  ouch  sogatene  nit   herheim,  so  bekanten  wir  wol,   stünde 

gebreste  von  ungehorsamkeit    wegen   uff,   wes   die   schulde  were.    und  mogent  ouch 

»°  disen  brief  zu  allen  constofelern  und  antwerken  schichen    und  in  den   tön  vorlesen, 

umbe  das  sie  sich  alle  darnoch  wissent  zu  rihtende.         datum  sub  sigillo  nostro 

feria  tertia  ante  diem  sanetorum  Symonis  et  Jude  apostolorum.     [1306  October  24.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  mbr.  I.  p.  c.  sig. 


1120.  Der     I  n^enatmte.  an  Strassburg:    Der  Herzog  von  Lothringen  liegt  nebst 

«5  dem  Grafen  von  Virsey  mit  grossem  Volk  hei  Berregart  und  wird  am  Freitag  Abend 

ins  Albrechtsthal  kommen.        datum  feria    quarta   ante    Symonis   et  Jude  apostolo- 

mm  anno   1390.  [1396  October  26.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
VI.  81 


10 


640  1396 

1130.  Thomas  von  Endingen,  Hauptmann  vor  Gemar  an  Strassburg:  Der  von 
Blankenberg  und  der  Graf  von  Saarwerden  unterhandeln  zwar,  doch  nur  um  zu 
täuschen  und  Zeit  für  die  Rüstung  zu  gewinnen.  Darum  bittet  er  um  weitere  Ver- 
stärkung, sei  es  durch  eigne  oder  durch  Leute  des  Bischofs  oder  des  Markgrafen 
von  Baden  .  .  .  ouch  schickent  uns  zwene  oder  drige,  die  mit  buhssen  schiessen 
künnent  und  20  stabebühssen,  uns  do  mitte  zu  behehTende,  ebe  man  uns  überfallen 
wolte  .  .  .  Heinrich  von  Mülnheim  ist  zum  Herzog  von  Oesterreich  geschickt,  wenn 
er  zurückkehrt,  soll  ein  Bericht  abgehen.  datum  feria  quarta  ante  Symonis  et 
Jude  apostolorum.  i1S9&  October  25.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  509. 

1131.  Thomas  von  Endingen  an  Strassburg:  hält  es  nach  Beratung  mit  Cuno 
und  Lütpold  von  Kolbotzheim  für  unwahrscheinlich,  dass  sich  die  «grosse  huffung» 
des  Grafen  Philipp  von  Nassau  wieder  zerstreut  habe  .  .  .  und  vörhtent,  sü  und  ouch 
wir,  das  es  ein  beschiss  sige  und  der  selbe  harst  den  köpf  zu  uns  und  über  uns 
sülle  keren,  .  .  .  denne  alle  die  warnunge,  die  uns  ie  kommen  sint  mit  munde  oder 

ocibr.  27.  mit  briefen,  die  stont  alle  glich,  das  sü  zwüschent  hie  und  fritages  bi  uns  süllent 
sin  .  .  .  Bittet  um  sofortige  Nachricht,  wenn  ihnen  irgend  etwas  über  die  feindlichen 
Absichten  bekannt  werde.  datum  feria  quarta  ante  Symonis  et  Jude  de  sero  in 
castris  ante  Gemer.  Vor  Gemar  [1396  October  25]. 

Str.  St.  A.  G.  U:  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  510. 


1132.  Heinrich,  Herr  von  Blankenberg1  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg  und 
die  vor  Gemar  liegenden  Strassburger :  beschwert  sich  über  die  Gefangennahme  sei- 
nes   Boten  [messaigier]   Moregin   Floriet.         escript  le  mercredi  davant  la  sainct  Sy-  « 
mond  et  Jude.  (1396  October  25.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc  4.  or.  eh.  lit.  cl. 

Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  508. 


1133.  Thomas  von  Endingen,  der  Hauptmann  vor  Gemar  an  den  Strassburger 
Rat:  die  von  Colmar  haben  sich  über  unberechtigtes  Fouragieren  beklagt,  verhalten  m 
sich  auch  sonst  unfreundlich  und  fordern  «kerunge>  .  .  .  und  alse  ir  uns  verschriben 
hant  von  des  gefeiles  wegen,  do  wissint,  das  die  von  Mülnheim  und  die  Zorne  noch 
irem  volke  schihtent  in  Obrehtesztal,  die  komment  zu  uns  und  hettent  es  gerne  ge- 
tan, do  möhtend  wir  von  unsers  herren  von  Osterrich  volke  niemans  do  zu  haben, 
wie  doch  wir  es  dicke  an  sü  gefordert  hant,  und  mag  nümme  sin  denne  uns   nöter  35 


1  Am  26  October  verlangt  derselbe  nochmals  die  Freilassung  [G.  ü.  P.  lad,  22.  or.  eh.  gedr.  Bapp. 
Urkb.  II  nr.  521.] 


1396  641 

tote  uns  zfi  TerfeDende  und  zu  vergrabende,  hettent  wir  ehte  die  lüte.        datum  de 

nocte  post  cenam  feria  quarta  ante  Symonis  et  Jude  apostolorum. 

[1396   October  HS.] 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc   4.  or.  eh.  I.  el. 
s  Auszügl.  gedr.  Bapp.   Urkb.  11  nr.  511. 

1134.  Waltlier  am  Berge,  Meier  im  Albrechtsthal  an  Heinrich  von  Mülnheim  ge- 
nannt von  Landsberg  und  Leutold  von  Mülnheim  :  berichtet  von  allerlei  Vorkomm- 
nissen, die  auf  einen  baldigen  Angriff  des  Herzogs  von  Lothringen  hindeuten,  datum 
feria  quarta  ante  Symonis  et  Jude  apostolorum.  [1396  October  2ß.] 

io  Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  or.  eh.  I.  cl. 

Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  516. 

1135.  Hans  am  Berge  an  Heinrich  von  Mülnheim  genannt  von  Landsberg:  hat  unter 
anderm  erfahren,  ..  .  daz  der  hertzoge  von  Lutringen  und  der  von  Küsse  und  der  von 
Fersü  mit  eime  grossen  folgke  went  ligen  umbe  Berregart  uff  disen  durnstag  zu  naht 

is  und  meinent,  daz  sü  uff  disen  fritag  zu   naht  ligen  went   in   Obrechtstal .  .  .  datum  0a.  ts.\si- 

feria  quarta  ante  Symonis  et  Jude.  [1396  October  25.] 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22.  eop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  517. 


1136.  Gemeinschaftliche    Absage    an    Strassburg    senden   folgende    lothringische 
»o  Herren :  (I.  Brief)  Niclaus  dit  Baleix  de  Esche,  Jehan  de  Noray,  Jehan  de  Grenesque, 

Jehan  de  Nisy,  Jehan  de  Burges  im  Dienste  ihres  Herrn  Monseigneur  Brug.  — 
(II.  Brief)  :  Hans  von  Lyningen  grefe  zu  Bückesingen,  Henselin  Heringen  von  Vinstin- 
gen,  Henselin  Schölin  von  Vinstingen,  Erhart  von  Schirbefele,  Hans  Minninger  von 
Urmtz,  Peterman  von  Sarburg,  Heinzekin  von  Hückesingen,  Fritschemann  Pfannenslil, 

ts  Peter  von  Bückesingen,  Erhart  von  Ellenwiler,  Scheckeme  Gurney  von  Metze,  Hen- 
selin Winter  von  Bückesingen,  Henselin  Liebeheinze  von  Bückesingen,  Niclavves  von 
Eiche,  Henselin  von  Beckeringen,  Ludemao  von  Hellingenmer,  Mathis  von  Günder- 
dingen,  Arnolt  Wisse  von  Schirbebele,  Hügelin  Schaderen  von  Hanameny,  Scheckmy  von 
Schirbebele  von  wegen  hern  Brunen  herre  zu  Bapoltzstein.  —  (HI.  Brief:)  Ulrich  von 

in  Basemunt,  Anshelm  von  Benwilre,  Kaiman  von  Borbach,  Nickelman  von  Luderfmgen, 
Zanl  von  Wallenbösze,  Heinrich  von  Wolfeskirchc,  Claus  von  Sehszelingen,  Pander 
von  Gerbeviller,  Küosze  von  Vinstingen,  Hensel  Flintze.  (Datum  von  11.)  geben  uf 
mittewoche  früge  vor  Symonis  et  Jude.  [1396  October  23.] 

Str.mSt.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  3  or.  eh.  lit.  pat.    Der  letzte  undatiert,  aber  wohl  unter  das 
85  gleiche  Datum  zu  stellen. 

Auszüglich  gedr.  Bapp.   Urkb.  II  nr.  513.  514.  515. 

1137.  Ein   Ungenannter  schreibt  :  lieber  herre,   so   wissent,   daz  der  grefe    von 
Sarwerde  alle  sine  geburon  besaut  hat.  dem  durffent  wir  auch  nit  gar  wol  getruwen, 


642  1396 

und  arbeitet  sich  do  mitte  sin  vogt  Sersey  im  Schöne  Erlaches  tal  gar  vaste.  oucb 
hant  die  erbersten,  die  her  Brune  bie  ime  het,  ein  stosz  ander  einander,  ob  sü  sich 
zu  Gemar  wellent  lassen  vinden  oder  nit,  wan  su  furhtent,  wurde  es  inen  ange- 
wunnen  über  den  hals,  daz  su  müstent  sterben,  und  habe  das  von  inen  gehört. 

[1390  etwa  October  25.]     & 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  Papierstreifen,  ibid.  cop.  eh.  coaev. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  518. 

1138.  Thomas  von  Endingen  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg  (Nachschrift  zu 
einem  der  früheren  Briefe) :  wissent  ouch,  das  her  Heinrich  von  Mülnheim  in  Branlgfi 

von  unserm  herren  von  Osterrich  noch  nüt  kommen  ist,  und  het  uns  hie  naht  spote   io 
her  Dietherich  Snewelin  geseit,  das  ymme  ein  botte  von  Basel  kommen  si  und  geseit 
habe,  daz  man  nüt  wisse,  wo  der  egenant  unser  herre  sige :    do   wissent   üch  ouch 
noch  zu  rihtende.     und  nüt  lont,  ir  schickent  uns  ein  hundert  schölbume  her  uff. 

11390  etwa  October  25.] 

Str.  St.  A.  G.  IL  P.  lad.  22.  Papier-Zettel.  15 

Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  512. 

1139.  Rottweil  an  Strassburg:  bittet  um  Auskunft  über  den  Krieg  mit  Bruno 
von  Rappoltstein  und  die  Belagerung  von  Gemar  .  .  .  wan  wir  doch  alle  zit  gern 
sähint  und  hortint,    daz  es  üch  in   allen   üwern    sachen   nach    eren  und   wol   gieng. 

geben  an  mitwochen  vor   Symonis  et  Jude   apostolorum  anno  !><>.  20 

[1390  October  25.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  d. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  519. 

1140.  Walther  am  Berge,  Meier  zu  Weiler  im  Albrechtsthal  an  Heinrich  von 
Mülnheim-Landsberg  und  Junker  Lütold  von  Mülnheim:  Junker  Klein  Hans  von  25 
Lützel  habe  den  Bürgern  von  Urbeis  versichert,  dass  sowohl  er  als  auch  der  Herzog 
von  Lothringen  und  Bruno  von  Rappoltstein,  «die  von  Urbeis  nüt  schedigen»  will, 
und  verlange  für  diese  Versicherung  '/,  Fuder  Wein  von  den  von  Urbeis,  was  er  der 
Schultheiss  aber  verboten  habe.  datum  feria  quinta  ante  Symonis  et  Jude  aposto- 
lorum. [1390  October  20.]  30 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I    cl. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  520. 


1141.  Heinrich  von  Mülnheim  an  Strassburg  ist  beim  Herzog  von  Oesterreich  ge 
wesen,  der  versprochen  hat,  Strassburg  nicht  zu    verlassen   und   zu    näherer   Unter- 
handlung seine  Räte  Markgraf  Rudolf  von  Röteln,  Graf  Bernhard  [von  Tierstein]  und  85 
Herrn  von  Bandegg  schicken  will.     Mit  Bruno  von  Rappoltstein  soll  wo   möglich  ein 
6  oder  8  tägiger  Friede  vereinbart  werden.         geben  ze  Enzesheim  an  dornstag  nacht 
vor  Symonis  et  Jude  anno  96.  Ensisheim  1390  October  20. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 

Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  522.  w 


1396  643 

1142.  Herzog  Leopold  von  Oesterretd)  an  die  Straesburger  Hanptlente  vor  Gemar: 

sendet  und  beglaubigt  seine  Räte  zu  mündlicher  Unterhandlung:  Markgraf  Rudolf 
von  llochbcrg,  Graf  Bernhard  von  Tierstein  und  Heinrich  fOD  I Sandegg,  Vogt  zu 
Schafl'liausen.  geben  ze   Knzeslieini    an    dornstag    vor   Synionis    el   .ludae  anno  96. 

EiiHisheim  1396  October  20. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl.  e.  sig. 


1143.  Wilhelmus  electus  confirmatus  Argentinensis  an  Ulrich  Gosse  Ammanmeister  zu 
Strassburg:  . . .  wir  lant  uch  wissen,  das  uns  hüte  gein  Koichersberg  bodeschafft  kommen 
ist,  wie  sich  der  junge  herezoge  von  Lothringen,  der  herezoge  von  Bor  und  der  .  .  . 
io  junge  von  Blankenberg  hoifl'cnt,  und  sollent  haben  wol  uff  800  glefen  und  sollent 
noch  hint  zu  nacht  umb  Doese  ligen,  und  wellent  über  uch,  nit  über  uns,  als  uns 
geseit  ist.         gebin  zu  Koichersberg  des  dünrestages  vor  Symonis  et  Jude. 

KocJiersberff  [13'JO  October  96.) 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22.  or.  eh.  lit.  cl. 
15  Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  523. 


1144.  Wilhelmus  electus  confirmatus  Argentinensis  an  den  Ammanmeister  Ulrich 
Gosse:  ...  als  wir  uch  hüte  warnunge  tatent,  als  ist  uns  uff  disse  nacht  aber  geseit, 
mit  namen  von  .lehan  Ulin,  daz  daz  folg  und  die  hoffunge  umb  Dunnüfer  liege  by 
Barkemot,  dez  von  Blankenberg  slos,  und  meynet  auch,  man  solle  zusehen  hy  und 
h  s&ntage  wunder  vernommen,  und  wellent  über  uch,  und  habent  uch  von  druhundert 
glefen  verslagen.         gebin  zu   Zabern  des  dünrestages  zii  nacht  vor  Simonis  et  Jude. 

Zabern  [13UO  October  20.] 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad   22.  or.  mb.  lit.  cl. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  524. 

2.i  1145.  Arnold  von  Berenfeils  Bürgermeister  von  Basel  an  Thomas  von  Undingen, 

Hauptmann  der  Strassburger  vor  Gemar:  .  .  .  als  ir  uns  verschriben  hand  umb  un- 
sere grossen  büchssegezüg  und  werkmeyster  hinab  ze  schickende,  haben  wir  wol  ver- 
standen und  lassent  uch  wissen,  daz  wir  uch  die  büchsse  und  den  gezug  fürderlich 
senilen  wollent,  aber  keinen  Werkmeister  haben  wir  in  langen  ziten  nie  gehept,  anders 

,so  wir  santent  in  uch  gerne,  doch  so  haben  wir  fürderlich  gesant  nach  einem,  der  vor- 
ziten  unser  büchsenmeyster  gewesen  ist.  kommet  der,  so  wellen  wir  in  forderlichen 
üch  hinab  schicken,  waz  wir  auch  von  samnnnge  und  andere  laullen,  die  uch  not- 
dürftig sint  ze  wissende,  wellen  wir  uch  ouch  alwegen  forderlichen  verkünden.  datum 
quinta   feria  ante  Symonis  et  Jude  apostolorum  anno  1306.  1896  October  20. 

»i  Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  or.  eh.  I.  cl. 


1 146.  Thomas  von  Endingen,  Hauptmann  vor  Gemar  an  den  Rat:  Haneman  Snewelin 
und  Heinrich  von  Mülnheim  in  der  Brandgasse  sind  vom  Herzog  von  Oeslerreieh.  den 


644  1396 

sie  in  Rheinfeklen  angetroffen  und  nach  Ensisheim  begleitet  haben,  zurückgekehrt  und 
berichten,yiass  jener  gerne  zur  Hülfe  bereit  sei  und  möglichst  viele  Reisige  anwerben 
wolle.  Da  aber  gleichzeitig  Gerüchte  von  einem  baldigen  Ueberfall  ins  Lager  ge- 
kommen seien,  sind  beide  Boten  nochmals  zum  Herzog  geritten,  um  ihn  zur  Eile  an- 
zutreiben. Zugleich  hat  man  in  Basel  um  abermalige  Entsendung  von  200  Mann 
Fussvolk  gebeten.  datum  in  castris  ante  Gemar  feria  quinta  ante  Symonis  et  Jude 
apostolorum  hora  paulo  post  meridiem.  Lager  vor  Gemar  [1390  October  26]. 

Str,  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  Bapp    Urhb.  II  nr.  526. 


1147.  Wilhelm  erwählter  Bischof  von  Strassburg  an  Meister  und  Rat  von  Strass-  u 
bürg :  bestätigt  den  Empfang  ihres  Briefes  und  will  morgen  mit  Begleitung  nach  Dach- 
stein kommen  und  dort  auf  ihre  Botschaft  warten.         geben  zu  Zabern    des  fritages 
zii  naht  vor  Symonis  et  Jude.  Zabern  [1306  October  27]. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22,  or.  eh.  I.  el. 

Beg.  Bapp.   Urkb.  II  nr.  529.  15 


1148.  Thomas  von  Endingen,  Hauptmann  vor  Gemar  an  Strassburg:  Heinrich 
von  Mülnheim  ist  vom  Herzog  von  Oesterreich  zurückgekehrt  und  teilt  mit,  dass  eine 
Stallung  gemacht  sei  von  Freitag  Abend  bis  Samstag  Abend.  Der  Zuzug  aus  Strass- 
burg soll  zunächst  bis  Benfeld   marschieren  und  dort  warten,     datum  vigilia  Simonis 

et  Jude  apostolorum  anno  90.  [1306  October  27.]  so 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Beg.  Bapp.   Urkb.  II  nr.  528. 

1149.  Graf  Heinrich  zu  Saarwerden,  Herr  zu  Rappoltstein  und  Hohenach, 
schliesst  im  Namen  seines  Oheims  Bruno  von  Rappollstein  einen  Waffenstillstand 
mit  Strassburg.  i396  October  27.   25 

Ich  Heinrich  grefe  zu  Sarwerde,  herre  zu  Rapolczstein  und  zii  Hohenack  .  .  dun 
kunt  mengelich  mit  disem  briefe,  das  ich  spriche  und  spriche  ouch  mit  disem  briefe 
vür  den  edeln  minen  lieben  öheim  hern  Brunen  herre  zu.  Rapolez.<U'in  vür  alle  sine 
helffer  und  die  sinen  und  mit  nammen,  die  zu  Gemmer  ynne  sint  [einen  friden  :u 
haltende  und  zu  habende]  gegen  den  wisen  bescheiden  dem  meister  und  dem  rate,  ...  h 
der  dauern  soll  vom  27  October  abends  bis  28  October  abends.  geben  uf  fritag 
Symonis  et  Jude  obent  anno  1390. 


Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  or.  eh.  lit.  pat. 
Abdruck :  Bappoltst.  Urkb.  II  nr.  527. 


: 


1150.  Berthold  von  Rosheim  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Thomas  K 
von  Endingen,  Hauptmann  vor  Gemar:    haben   ebenfalls    von  neuen  Werbungen  ge- 


1396  645 

gehört,  glauben  jedoch,  dass  das  Gerücht  vergrössere.  Was  in  Strassburg  noch  an 
Fussvolk  lind  Reiterei  vorhanden,  soll  geschickt  werden.  Ausserdemist  der  Bischof,  der 
Markgraf  von  Baden,  sowie  die  Herren  von  Lichtenberg,  Höllenstein,  Landsberg, 
Andelau  um  Hülfe  ersucht       datum  vigilia  eanetorum  Symonis  et  Jude  apostolorum. 

[1899  October  27.1 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  mb.  I.  cl. 


1151.  Strassburg    an    den    Herzog    von    Burgund   in  Sachen    der   Bappoltsteiner 
Fehde :    König  Karl    von   Frankreich   hat  seinen  Kämmerer  Wilhelm  von  Granse  an 
sie  (Strassburg)  geschickt,  um  einen  Frieden  mit  Bruno  von  Rappoltstein   zu    stände 
io  zu  bringen.  Auf  dessen  Ausführungen  haben  sie  entgegnet: 

1.  Bruno  sei  seit  langer  Zeit  Bürger  von  Strassburg  gewesen,  habe  aber  trotz  seines 
Eides,  die  Stadt  vor  allem  Unrecht  zu  schützen,  sich  treulos  und  feindselig  benommen. 

2.  Schulde  er  der  Stadt  4000  Gulden,  die  er  innerhalb  10  Jahren  durch  jährliche 
Zahlung  von  400  Mark  zurückzuerstatten  versprochen  habe. 

ir>  3.  Habe  ihm  Heinrich  von  Mülnheim  6000  Gulden   geliehen   gegen   Verpfändung 

von  Stadt  und  Burg  Gemar.  Diese  sei  später  zurückgegeben  und  statt  dessen  für 
die  Gesaintscbuld  Brunos  an  Strassburg  und  seine  Bürger  die  Städte  Ober-  und 
Unter-Rappoltsweiler  in  den  Pfandbesitz  von  Strassburg  übergegangen. 

4.  Diese  aber  habe  Bruno  mit  Gewalt  den  Strassburgern  entrissen  und  so  Ver- 
ao  anlassung  zu  einem  langen  Kriege  mit  der  Stadt  gegeben. 

5.  Endlich  habe  sich  der  deutsche  König  der  Sache  angenommen  und  auf  einem 
Sühnetag  festsetzen  und  von  beiden  Parteien  beschwören  lassen,  dass  beide  ihre 
Eroberungen  wieder  herausgeben  sollten.  Während  Strassburg  diesen  Vertrag  erfüllt 
und  seinen  Eid  gehalten,  habe  Bruno  denselben  sofort  gebrochen. 

0.  Auf  ihre  nachdrückliche  Vorstellung  habe  er  so  viele  Gegenklagen  und  Aus- 
flüchte gehabt,  dass  sie  sich  entschlossen  hätten,  die  ganze  Streitsache  dem  Lehns- 
herrn Brunos,  dem  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  vorzulegen. 

7.  Dieser  habe  darauf  einen  Sühnetag  angesetzt,  zu  dem  beide  Parteien  vor 
ihm  erscheinen  sollten.    Sie  sind   darauf  eingegangen    und    ebenso    hoffen    sie,  dass 

so  Bruno,  welcher  0  seiner  Räte  hinzuziehen  solle,  die  Sache  jetzt  zum  gütlichen  Ab- 
scliluss  bringen  werde.  Anderseits  aber  hätten  sie  gehört,  dass  Bruno  sich  persön- 
lich an  ihn,  den  Herzog  von  Burgund,  und  den  König  von  Frankreich  mit  Klagen 
wider  Strassburg  gewendet  habe.  Doch  hofften  sie,  dass  sich  beide  lediglich  nach 
Recht  und  Gerechtigkeit  und  nicht  parteiisch  für  Bruno  entscheiden  würden,     datum 

85  Argentine  vigilia  i'esti  beatorum  Symonis  et  Jude  apostolorum. 

Strassburg  [1396  October  27.] 

Str.  St.  A.  G.  0.  P.  lad.  22  fasc.  5.  or.  mb.  latin.  nicht  vollzogen  und  zur  Absendung 
gelangt,  wohl  wegen  der  mehrfachen  Korrecturen,  doch  sind  Versendungsschnitte  u. 
Siegelspuren  auf  der  Rückseite. 


646  1396 

1152.  Arnold  von  Berenfels,  Bürgermeister  von  Basel  an  Thomas  von  Endingen 
vor  Gemar1:  antwortet  auf  die  Bitte  um  200  Bewaffnete  ....  laszent  üwer  guten 
fruntschaft  wissen,  daz  uns  unser  herre  von  Osterich  gemant  hat  mit  [unser  macht 
ze  körnende,  ob  der  sache  wir  yetzunt  sitzent  und  meynent  in  der  sache  ze  tünde, 
daz  wir  getruwent  unserm  herren  von  Osterich  unser  fründen  und  eytgenossen  von  ' 
Straszburg  und  üch  gevellig  sin.  ouch  wissent,  als  ir  uns  von  der  büchsen  wegen 
verschribent,  also  habent  wir  nach  dem  büehsenmeister  gestalt  und  sendent  üch  den 
mit  der  büchsen  und  gezüge  hinab  und  ist  uf  merzenacht  ze  Brysach.  da  bitten  wir 
uch,  daz  ir  gedenken  wellent,  wie  er  zu  uch  komme,  daz  er  mit  den  büchsen  und 
gezüge  nit  dernider  lige.         datum  die  Symonis  et  Jude  anno  96.     i<?»6  October  28.   io 

Str.  St.  A.  G    ü.  B.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Auszüglich  gedr.  Rapp.  Urkb.  IL  nr.  532. 


1153.  Johann  von    Lichtenberg  an  Strassburg:     lehnt  wegen  Verwandtschaft  die 
Hülfeleistung  gegen  Bruno  von    Bappoltstein  ab.         datum  in  die  beatorum  Symonis 

et  Jude  apostolorum.  [J3»6  October  28.]    15 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  el. 
Gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  530. 

1154.  Johann  von  Kagenecke,  Hofmeister  an  den  Ammanmeister  Ulrich  Gosse  zu 
Strassburg:  hält  es  für  geraten,  wenn  der  Friede  zustande  kommen  soll,  .  .  .  daz  ir 
minen  herren  besendent  und  in  betent  zu  üch  ze  kumen  .  .  .  weiss  aber  nicht,  ob  sich  *<> 
viel  geändert  habe,  seit  der  Herr  von  Fleckenstein  mit  seinem  Herrn  geredet  hat  .  .  . 
da  gedenkent  selber,  waz  üch  daz  best  dunkt.  geben  an  sant  Symon  und  Judas 
tag  der  zwelf  botten.  [1390  October  28.1 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  or.  eh.  I.  cl. 

Auszüglich  gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  531.  25 


1155.  Graf  Heinrich  von  Saarwerden  erklärt  im  Namen  Bruno 's  von  Rappoll- 
stein, daß  er  mit  Slraßburg  und  den  Seinigen  einen  kurzen  Wa (Jenstillstand  ge- 
schlossen habe.  [Verlängerung  des  Friedens  vom  27.  October].  1306  October  29. 

Ich  Heinrich  grefe  zu  Sarwerden,  herre  zu  Bapoltzstein  und  zu  Hohenag  dun 
kunt  mengelichen  mit  disem  briefe,  das  ich  gesprochen  habe  und  spriche  ouch  mit  30 
disem  briefe  vür  den  edeln  minen  lieben  oheim,  hern  Brunei!  herre  zu  Bapoltzstein, 
alle  sine  helffer,  diener  und  die  sinen  einen  friden  zu  haltende  und  zli  habende 
mit  den  wisen  bescheiden,  dem  meister  und  dem  rate  zu  Strasburg  allen  iren  helffern, 
dienern  und  den  yren.     und  sol  der  fride   anegan   uf  hüte  disen    sunnen   dag,    also 

1  1396  November  2.  Dieselben  an  denselben:   haben   eine  Zeitlang  dem  Gerüchte  von  der  Beilegung    35 
des  Krieges  Glauben  geschenkt,  werden  aber  jetzt  unverzüglich  Volk  und  Büchsenmeister  schicken.  [G.  D. 
P.  lad.  22]. 


1396  <  >i~ 

dirre  brief  «eben  ist,  uf  mittendag,  und  sol  weren  untze  morne  den  mendag,  untze 
das  die  sunnc  undergat,  ungeverlich.  onch  ist  beret,  das  zu  Gemern  niemaii  us 
noch  in  gon  noch  riten  sol  in  disem  obgenanten  friden  one  geverde.  ouch  süllent 
die  von  Strasburg  noch  ir  helfler  iren  gczüg  nüt  triben  noch  machen,   das  den  von 

a  Gemern  schedelich  sie  in  disem  vorgenanten  friden  one  geverde.  und  süllent  sü 
ouch  uf  keinen  graben  noch  niergent  gan  zu  der  stat  schowen  noch  besehen,  und 
vvere  es  sachc,  das  der  fridc  üherfaren  würde,  so  globcn  ich  vür  den  vorgenanten 
inincn  oheim  hern  Brunen  ynen  zu  keren  mit  der  name  oder  werde  one  geverde. 
unde  des  zA   Urkunde  so  habe  ich  Heinrich  grefe   zu  Sarwerde  vorgenant  min  inge- 

w  sigel  gedrucket  in  disen  brief  zu  ende  dirre  geschrift.  der  geben  wart  an  dem 
nehsten  sunnen  dag  uf  fragen  ymbes  nach  Symonis  et  Jude  anno  1396. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  faso.  5.  or.  lit.  pat.  c.  sig.  impr. 
Auszüglich  gedr.  Eapp.  Urkb.  II  nr.  533. 

1156.  Heinrich  von  Blanckenberg  an  Strassburg:  kann  den  gewünschten  Tag 
'•■>  ohne  seinen  Oheim  Bruno  von  Rappoltstein  nicht  leisten,  da  dieser  ihm  keine  Voll- 
macht gegeben  habe  und  jetzt  verreist  sei  und  sie  wohl  wüssten  .  .  .,  daz  men,  so  men 
sprächet  «ane  brütigam  die  brütluft  nit  wol  kan  gemachen.»  doch  ist  er  bereit,  später 
einen  Tag  zu  Golmar  oder  Sehlettstadt  zu  vermitteln  und  zum  Frieden  zu  reden. 
Habe  Strassburg  vorher  mit  ihm  privatim  über  den  Krieg  oder  Schloss  Hüneburg  zu 

20  reden,  so  solle  man  ihn  mit  sicherem  Geleit  abholen,  ferner  bitte  er  Cuno  von  Ko- 
boltzheim,  der  ihn  vor  Blankenberg  geschädigt,  zum  Ersatz  anzuhalten. 

[1396  (?)  Ottober.] 

Str.  St.  A    IV.  fasc.  15   or.  eh.  lit.  el. 

1157.  Worms  an  Strassburg:    berichtet,  dass  nach  glaubwürdiger  Mitteilung  der 

«  Herzog  von  Lothringen  bis  nächsten  Donnerstag  oder  Freitag  einen  grossen  Ueberfall  Wo».*«.«. 
des  Strassburger  Belagerungsvolkes  vor  Gemar  plane.         datum  in   crastino  Simonis 
et  Jude  apostolorum  hora  completorii.  [1396  October  29.] 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Auszügl.  gedr.  Eapp.  Urk.  II  nr.  536. 

so  1158.  Berthold  von  Rosheim,  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  Thomas 

von  Endingen  und  die  andern  Hauptleute  vor  Gemar:  sie  sollen  nichts  auf  eigne 
Hand  unternehmen,  da  man  noch  keine  sichere  Kunde  über  feindliche  Anmärsche 
habe.  Doch  sollen  sie  «guten,  kecken  mül  haben  und  überzeugt  sein,  dass  man 
ihnen  Kriegsvolk  genug   senden  würde  .  .  .  wände,  wo  ir  und  wir  das  velt  ruindent, 

35  das  brehte  üch,  uns  und  unsern  kindes  kinden  und  nochkommen  ewickliche  schaden, 
unere,  verlusl  und  schände  .  .  .  Dieser  Brief  soll  öffentlich  vorgelesen  werden. 
datum  die  dominica  et  crastino  sanetorum  Symonis  et  Jude  apostolorum,  anno  do- 
mini    1396.  1396  October  29. 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
*o  Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  534. 

VI.  8S 


648  1396 

1159.  Der  «Ungenannte»  an  den  Ammanmeister  Ulrich  Gosse  zu  Strassburg:  hat 
Kundschaft  aus  dem  Lager  des  Herzogs  von  Lothringen  zu  Berregart  und  Steney, 
wonach  der  Herzog  krank    daniederliegt  und  seine  ganze  Macht  in  110  Glefen  besteht. 

datum  dominica  post  diem  beatorum  Symonis  et  Jude  apostolorum. 

[1396  Ociober  29.]   * 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  ch  l.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.  ürkb.  II  nr.  535. 

1160.  Ritter  Rudolf  von  Hohenstein  an  Strassburg:  wünscht  Sühne  mit  der  Stadt 
und  stellt  sich  selbst  und  sein  Schloss  zur  Verfügung..  geben  uf  mendag  vor  aller 
heiigen  dag  anno  96.  1396  October  30.  l0 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  ch. 


1161.  Kuno  Hans  Sch5nmetziger,  bischöflicher  Schaffner  zu  Zabern  an  Strassburg: 
hat  von  Johann  Ulin,  der  dort  angelangt  ist,  aber  wegen  ermüdeter  Pferde  nicht  seilet 
nach  Strassburg  kommen  kann,  erfahren  .  .  .,  daz  die  zwene  hertzogen  von  Loth- 
ringen sich  vaste  höffent,  .  .  .  und  ligent  .  .  .  sicher  zu  Sant  Diodalt  inne  und  die  u 
herste  zwuschent  Liensta(n)t,  Dünnufer  und  Sant  Diedalt  uff  der  Mörte  in  den  klostein 
und  den  dörffern  und  wollen  «uf  Gemar  ziehen»  etc.  [1396  etwa  October  30.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  ch.  I.  el. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  538. 

1162.  Die  Brüder  Obrecht  Beger   und   Hans  Beger   von  Geispolsheim,    Ritter   an  20 
Strassburg :  melden,  dass  der  Bischof  von  Strassburg  wohl  nach  Strassburg  kommen 

Novbr.  /.    werde,   da  er  ihnen  geschrieben  habe,  mit  ihm   am  Mittwoch  in  Epfig  zusammen  zu 
treffen.        geben  an  dem  nehsten  mendag  vor  aller  heiigen  tag.      [1396  October  30.] 

Gtr.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4. 

Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  539.  25 

1163.  Budolf  von  Hohenstein,  Ritter  an  Meister  und  Rat:  schreibt,  dass  er  mit 
seinen  Söhnen  dem  Bischof  von  Strassburg  zu  dienen  versprochen  habe  und  so  doch 
auch  der  Stadt  diene,    geben  uf  mendag  vor  aller  heiigen  dag.      [1396  October  30.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  ch.  Ut.  cl, 

Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  542.  so 

1164.  Schwartz  Rudolf  und  Heinrich,  Gebrüder,  Klein  Rudolf,  Heinrich  Tarc,  Jörge 
Frideriches,  Heinrich  und  Eberlin  von  Andlau,  Vettern,  an  Strassburg:  ...  als  ir 
uns  geschriben  hant,  wie  das  ein  volk  von  Walhen  in  disz  lant  ziehen  welle  und 
das  wir  uch  zu  liebe  und  zu  dienst  in  uwer  leger,  als  ir  vor  Gemer  ligent,  ziehen 
söllent,  do  sol  uwer  wisheit  wissen,  ist  es  daz  die  Walhen  also  in  disz  lant  ziehent,  3ä 
was  wir  dann  mit  eren  nach  unser   vermögent   dowider   gesin   mögent,   daz   wellent 


1396  649 

wir  in  semliohor  masz  tön,  daz  ir  und  mengelich  sehen  söllent,  daz  uns  leit  were, 
wo  das  lant  geschediget  wurde.  geben  uf  den  nehesten  mendag  vor  aller  heiligen 
anno  1396.  [1396  October  30.] 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29.  or.  eh.  I.  cl. 


5  1165.   Heinrich    von  Gerspach,    Vogt    zu  Ortenberg    an  den  Ammanmeister    zu 

Strassburg :  hat  von  einem  Augenzeugen  erfahren,  dass  bei  Bitsch  200  Glefen  liegen 
und  dass  der  Herzog  von  Lothringen,  der  Graf  von  Nassau,  die  von  Bitsch  und  andere 
Herren  2000  Ritter  und  Knechte  zusammen  bringen  und  mit  diesen  den  nächsten 
Mittwoch  bei  Zabern  über  die  Steige  und  dann  nach  Gemar  ziehen  wollen.        [Ohne 

io   Datum.]  [1396  etwa  October  30.] 

Str.  St.  A.  G   D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Auszügl.  gedr.  Rapp.   Urkb.  II  nr.  543. 

1166.  Cloren  Hansemann  von  Berse  an  Junker  Heinrich  von  Winzenheim :  weiss 

nichts  Neues  zu  berichten  als,  dass  geboten  ist  .  .  .  flochende  in  allem  Lutringen  und 

15  öch,  da/,  dez  hertzogen  huffunge  sol  sin  uf  disen  mendag.  -    [1396  etwa  October  30.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4. 
Auszügl.  gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  544. 


1167.  «Der  Ungenannte»  an  Ulrich  Gosse,  Ammanmeister  zu  Strassburg:  der 
Herzog  liegt  noch  bei  Berregart  und  Steney  in  derselben  Stärke  wie  zur  Zeit   seines 

20  letzten  Berichtes  [29  October],  erst  wenn  der  Herr  von  Vergy  da  zu  komme,  werden 

es  600  mit  Glefen  sein  etc.         geben  an  aller  heiigen  abent,  als  es  siben  slug. 

[1396]  October  31. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  545. 

1168.  Cloren  Hansemann  von  Berse  an  Claus  von  Grostein,  Schultheiss  zu  Strass- 
burg :  waz  ich  üch  do  geseit  habe  von  dez  hertzogen  stetten,  daz  ist  sicher  wor,  und 
ligent  noch  an  den  stetten,  die  ich  üch  nante,  ein  mil  vveges  by  Eseral;  ouch  lit  der 
hertzoge  noch  zu  Rafon,  und  lit  sin  brüder  zu  Stive  und  hant  noch  bede  keins  zwey 
hundert  spiesze,  also  men  seit,  und  huffent  sich  alle  tage Weiteres  will  er  zu  er- 

30  fahren  suchen.         geben  uf  aller  heiigen  vorvir  tag  zu  vesper  zit.      [1398]  October  31. 

Str.  St.  A.  Q.  IL  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Qedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  546. 


116!).  Der  Hat  von  Rottweil  an  Thomas  von  Endingen   und   die   andern    Strass- 
burger  vor  Gemar:    dankt  für  den  Brief  und  bittet  um   weitere  Nachricht   über   den 
x,  Stand  des  Krieges  vor  Gemar.         dattttn  in  vigilia  omnium  sanetorum  anno  1396. 

1396  October  31. 

Str.  St.  A.  G    ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 


650 


1396 


1170.  Meister  und  Rat  von  Hagenau  an  Strassburg:  melden  das  Gerücht .. .  von 
drie  sammenungen,  die  über  die  üwern  gon  Gemor  gon  werdent.  datum  vigilia 
omnium  sanctorum  anno  1396.  1396  October  31. 

Str.  St.  A   G.  ü.  P.  lad.  22  fasc   4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Beg.  Bapp.  Drkb.  II  nr.  548. 


1171    Saarburg  an  Straßburg:  erkundigt  sich  nach  dem  Stand  der  Dinge  cor 
Gemar.  1 396  October  31. 

Den  frumen  wisen  herren,  dem  meister  und  dem  rate  zu  Strasburg  enbieten  wil- 
der schültheisze  und  der  rat  von  Sarbürg  unsern  undertenigen  dienst,  alz  üwer 
wisheit  vor  Gemer  gezogen  ist,  do  bitten  wir  üwer  wisheit,  daz  ir  uns  wellent  lan  10 
wiszen,  wie  es  stände  umbe  üwer  Sachen,  wand  man  bij  uns  seit  umbe  vil  same- 
nunge,  die  wider  üwer  wiszheit  sol  sin.  do  wiszent,  daz  wir  keine  wäre  mere  von 
keinre  groszen  samenunge  nit  wiszent.  und  hette  wir  iht  wyder  üwer  wisheit  be- 
funden,"jias  wiszentlich  were,  wir  hettent  es  üch  lan  wiszen  und  noch  hütis  dages 
dettent  befündent  wir  iht  von  den  sachen,  wand  uns  in  trüwen  leit  were,  daz  üwer  u 
wiszheit  iht  zu  unfüge  beschee.  üwer  wiszheit  gebytte  uns  alleziit.  datum  in  vi- 
gilia omnium  sanctorum  anno  1396. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urk.  II  nr-  549- 


1172.  Die  Schöffen  und  die  Dreizehn  von  Metz  an  Strassburg :  berichten  auf  An-  2o 
frage,  dass  der  Herzog  von  Lothringen  und  eine  Anzahl  Herren  und  Ritter  sich  zum 
Kriege  rüsten  und  versprechen,  soviel  in  ihren  Kräften  steht,  zu  verhüten,  dass  Bürger 
von  Metz  sich  an  den  Feindseligkeiten  gegen  Strassburg  beteiligen,  wenn  sie  auch 
anderseits  nicht  hindern  könnten,  dass  die  Metzer,  welche  Mannen  des  Herzogs,  des 
Bischofs  oder  anderer  Herren  sind,  ihrer  Lehnspflicht  gegen  diese  nachkämen.  es-  H 
seript  merdy  vigille  de  feste  toussains.  [1396  October  31.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  el.  in  französischer  Sprache.  Ibid.  gleich- 
zeitige deutsche  Uebersetzung. 
Abdruck  des  Originals:  Bapp.  Urk.  II  nr.  551. 


1173.  Bruno  von  Rappoltstein  verpflichtet  sich,  dem  Herzog  Leopold  IV  von  so 
Oesterreich  «alle  die  vorsorgnisse»  wegen  des  Geldes  zu  halten,  welche  er  in  ver- 
schiedenen «Notein»  vor  dem  Markgrafen  von  Röteln,  dem  Grafen  von  Salm,  dem 
Grafen  Heinrich  von  Saarwerden,  Herrn  Friedrich  von  Hattstatt  und  den  Räten  der 
Städte  Colmar,  Schlettstadt  und  Kaisersberg  versprochen  hat,  wenn  die  Sache  derer 
von  Strassburg  «einen  fürgang  gewinnt».  EnsisJieim  1396  October  31.  3& 

Bappoltst.  Urkb.  II  nr.  55.2.  —  Begest  nach  einer  früher  in  Insbruck,  jetzt  angeblich  in 
München  befindlichen  Urkunde  —  nach  Lichnowsky  5.  13  nr.  111. 


1396  651 

1174.  Bürgermeister  und  Rat  von  Speier  an  Strassburg:  es  laufen  allerlei  be- 
drohliche Gerächte  .  .  .  wie  man  understeen  wolte  die  uwern  von  dem  velde  zu 
trybende  .  ■  .  doch  ban  wir  by  uns  ym  lande  noch  nit  emphünden  deheins  Volkes, 
das  wider  uch  hinoff  ziehen  wolle,  aber  also  balde  wir  des  gewar  wordent,  das  wolten 

>    wir  uch,  so  tag,  so  naht  lassen  wissin  .  .  .         datum  vigilia  omnium  sanetorum. 

[1396]  October  31. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  mb.  lit.  cl. 
Oedr   Rapp.  Urkb.  II  nr.  550. 

1 175.  Notiz  über  che  weiß-rote  Uniform  der  titraßburger  Mannschaften  cor  Gemar. 

io  Steffan   Bock   sol  ernstlich   bestellen,  das   einer   von   Barre  fürderlich  har  gen 

Strasburg  kuinme  mit  eiin  karrich  zii  holen  das  düch  uff  dem  Pfennigturn  zu  rocken 
und  kuwelhülen  wisz  und  rot  für  sin  drissig  hantbüssenschützen  und  für  zwen 
kneht  zu  eim  wagen  und  daz  sü  solich  cleider  ane  verzog  lunl  machen  ambey  der 
stat  Strassburg  reisecleidern  glich,  daz  rote  uff  reht  sit  und  das  weisz  uff  die  linck 
is  sit,  und  die  kleinen  blowen  strenchen  ouch  uff  die  linck  sit,  und  da/,  bü  alle  uff 
zinstag  sant  Ulrichstag  zii  nahtimbis  zu  Kestenholz  wolgerüstet  und  mit  in  füren  essen 
für  zwei  tage. 

Ebenso  soll  Tuch  abholen  lassen:  Hans  Conrat  Bock  in  Mutzich  für  10  Schützen 
und  andere  Leute. 
20  Diebolt  von  Kagenecke  in  Doroltzhcim  für  0  Schützen  und  2  Knechte. 

Conrat  Bock  in  Westhus  für  (5  Schützen  und  2  Wagenknechte. 
Hans  Bock  in  Northus  dasselbe; 

Der  von  Hüttenheim  für  10  Schützen  und  4  Knechte. 
Der  von  Gerstheim  für  6  Schützen  und  2  Knechte. 
es  Claus  Zorn  von  Bulach  in  Osthusen  dasselbe. 

Casper  Doppeler  in  ürswilr  für  10  Schützen. 
Beinhart  Wurmsser  in  Kestenholz  für  10  Schützen. 
Hans  Erlin  in  Sigolsheim  .... 
Diebolt  von  Bolsenheim  .... 
so  Hans  Sturm  .... 

Str.  St.  A.  G.  U    P.  lad.  20  fasc.  7.  conc.  eh.  1  Blatt  (Bruchstück). 

1176.  Brief  aus  dem  La  {/er  cor  Gemar  an  den  Hat  von  Straßburg  .■  Bitte  um 
Mannschaft  und  Fahnen.  [1396.] 

Lieben  herren.  wissent  ouch,  das  wir  der  diener  gar  vil  me  bedörftent,  denne 
8»  wir  hie  haut  unser  zu  wartende,  botscheffte  zii  werbende,  hüten  und  warton  tages 
und  nahtes  mit  den  unsern  zii  lünde  und  vil  andere  Sachen  zu  werbende,  das  man 
memans  anders  danne  diener  heisset.  darumb  bitten  wir  üch,  daz  ir  uns  noch  8  oder 
zehen  enspennige  schickent,  so  ir  erste  mügent.  ouch  schicken!  uns  200  gemaleter 
und  10t)  geneygeter  venlin. 


40 


Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22.  fasc.  4.  or-  eh.  (Zettel.) 


652  1396 

1177.  Thomas  von  Endingen  an  Strassburg :  verlangt  Kugelhüte  für  die  Mann- 
schaft, .  .  .  wissint  das  die  constofeln  und  antwerck  das  merreteil  kiigelhüte  gemäht 
hant,  und  werbent  unsere  herren,  die  by  mir  husse  sint,  das  ich  in  ouch  kiigelhüte 
sülle  machen,  darumb  hette  ich  minen  snider  hinin  zu  üch  geschicket,  lieber  herre. 
do  heissent  die  kugelhüte  machen  und  sü  her  us  schicken,  noch  dem  alse  min  snider 
sagen  würt.         datum  die  omnium  sanctorum.1  [1396]  November  1. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 


1178.  Thomas  von  Endingen,  Hauptmann  vor  Gemar  an  den  Rat  von  Strassburg: 
hat  die  drei  Räte  des  Herzogs  von  Oesterreich  unverrichteter  Sache  abziehen  lassen, 
weil  er  keine  Vollmacht  hatte  und  dann  selbst  Heinrich  von  Mulnheim  und  Heinrich  ,„ 
Kranich  nach  Ensisheim  geschickt  und  den  Herzog  bitten  lassen,  mit  seinem  Volk 
zu  ihnen  zu  kommen.  Dieser  habe  es  versprochen,  sei  dann  aber  durch  eine  Wiener 
Botschaft  davon  abgehalten.  Auch  haben  die  Grafen  von  Saarwerden  und  Salm,  die 
von  Oesterreich  eine  Vermittlung  mit  Bruno  von  Rappoltstein  angegangen  waren, 
geantwortet,  dass  letzterer  abwesend  und  sie  ohne  Vollmacht  seien.  geben  an  aller  » 
heilgentag  spote  in  die  naht  in  unserm  leger  vor  Gemar. 

Int  Lager  vor  Gemar  [1396]  November  1. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr    556. 

1179.  Heinrich  von  Mulnheim  und  Heinzeman  Kranich  an  Thomas  von  Endingen  :  2„ 
sind  gewesen  .  .  .  vor  unsers  herren  gnoden  .  .  .  und  haben  .  .  .  do  geret  unser  stette 
notdurf  und  wissent  nüt  anders,  den  mins  herren  gnode  morn  zu  naht  zu  Bergheim 
wil  sin,  also  uns  geantwirt  ist  von  dem  kamermeisterre ;  do  wissent,  daz  der  von 
Salme  und  der  grehfe  von  Sarwerde  und  die  von  Kolmer  und  die  von  Keissersberg 
hie  sint.  [Ohne  Datum.']  [Ensisheim  November  l.j   25 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  553. 

1180.  Meister  und  Rat  von  Speier-'  an  Strassburg:  antworten  aut  Anfrage,  von 
Rüstungen  Philipps  von  Nassau,   der  von  Cronenberg   und   anderer  habe  man   keine 


1  Vgl.  für  die  Ereignisse  Hegel  II.  789.  —  Eine  reyse  für  Gemer.  —  do  men  zalte  1396  vor 
aller  heiigen  tage,  do  zogetent  die  von  Strosburg  us  mit  werken,  katzen  und  anderme  gezüge  für 
Gemer  und  woltent  es  gewunneii  han,  wan  es  her  Brune  von  Roppoltzstein  hette  hern  Heinzen  von 
Mülnhein  eim  ritter  zii  Strosburg  mit  verretnysse  anegewunnen.  —  und  do  die  von  Strosburg  uf  drige 
wuchen  dervor  gelogent  und  vaste  derin  wurfent  und  schussent,  do  schussent  die  aber  der  bürge 
herwider  us  mit  bühsen,  das  eime  ammeister  wart  sin  sun  erschossen  und  ei  nie  andern  ammeister 
sin  brnder  erschossen,  do  kam  der  herzöge  von  Oesterich  gein  Bergheim  (vgl.  unten  nr.  1179)  und 
besante  hern  Brunen  von  Roppoltzstein  und  die  stat  Strosburg  für  sich  und  mähte  eine  rihtunge, 
das  die  von  Strosburg  wider  heimzogetent.  (Vgl.  unten  nr.  1192  ) 

2  Dasselbe  schreibt  unter  gleichem  Datum  an  Straßburg  der  Speirer  Bürger  Dietrich  Stjde.  [G.  U. 
P.  lad.  22.  or.  eh.  I.  cl.] 


1396  653 

zuverlässige  Kunde,  nur  davon  .  .  .  das  sich  der  hcrczoge  von  Lutryngen  vaslc  be- 
werbe und  das  binden  bereu   gein  Westerich    vaste  reisiges  volkcs  zu    yme  komme. 
il.iliini  in  die  festi  omnium  sanctorum.  [1909)  November  1. 

Str.  St   A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.   Urkk.  II  nr.  554  u.  555. 

1181.  Arnold  von  Berenfels,  der  Bürgermeister   von  Basel   an   Strassburg:   ent- 
schuldigt sich,  dass  sie  die  versprochene  «Büchse»  noch  nicht  nach  Breisach  geschickt 
haben,    notwendige   Reparaturen     an    derselben    seien    an   der    Verzögerung   schuld, 
datum,  in  die  omnium  sanctorum.  [1396]  November  1. 

10  Str.  St.  A   G.  ü.  P.  lad.  22  faso.  4.  or.  eh.  lit.  cl. 

1182-  Thomas  von  Endingen,  Hauptmann  vor  Gomar  an  Strassburg:  meint,  dass 
es  nach  eingezogenen  Erkundigungen  Herrn  Bruno  von  Rappoltstein  nicht  Ernst  sei 
mit  der  Sühneverhandlung.  Der  Graf  von  Saarwerden  hat  selbst  gesagt:  «her  Bruno 
si  ein  mau  von  wunderlichen  sinnen».    Ja  man  höre,    dass  der   Rappoltsleiner   neue 

15   Rüstungen  anstelle  und  Zuzug  bekäme  von  den  Grafen  von  Nassau  und  von  Bitsch,  denen 

sich  auch  wohl  der  Graf  von  Saarwerden  anschliessen  würde,    um    insgesamt    nach 

Vereinigung  mit  dem  Kriegsvolk  des  Herzogs  von  Lothringen  bei  St.  Theodat  in  den 

nächsten  Tagen  über  sie  herzufallen.        geben  zu  mittentage  an  aller  seien  tage  vor 

Gemer.  Lager  vor  Gemar  [1396]  November  2. 

20  Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  c. 

Gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  557. 

1183-  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  antwortet  auf  eine  Anfrage 
über  bedrohliche  Gerüchte  .  .  .  daz  wir  noch  nit  anders  darumb  wiszen,  danne  wir 
uch  vormals  by  den  uwern  embotten  haben ;    wol  ist  eyn  offenlich  gewerbe  yn  den 

*  landen,  wir  mögen  aber  nit  wiszen,  über  wen  ez  gange,    erfaren  wir  aber  keyn  wäre 

mere,  wo  sich  der  gezog  hin  richte,    daz  wollen    wir   uch    vorderlich   wiszen  laszen. 

dal  um  Baden  ipsa  die  omnium  animarum.  linden  [1396]  November  2. 

Str.  St   A    G.  U.  P.  lad.  22   or.  eh. 
Auszug:  Mopp.  Urkb.  II  nr.  558. 
30  Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.,  1711. 

1184.  Heinrich  von  Wintzcnheim,  der  Vogt  im  Breuschthal  an  Claus  von  (irostein. 
Schullheissen  zu  Strassburg:  eine  «gemeine  lantrede»  sage  zwischen  Bruno  von  Rap- 
poltstein  und  der  Stadt  sei  Friede  geschlossen,  anderseits  wisse  sein  letzter  Kund- 
schafter von  neuen  Kriegsrüstungen  in  Lothringen  zu  erzählen:  desshalb  bitte  er  um 
35  sichere  Kunde  über  die  augenblickliche  Lage.  geben  ufT  dem  dunrestag  noch  aller 
heiligen  tag.  [1396  November  2.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  el. 
Gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  559. 


654  1396 

1185.  Ottemann  von  Ochsenstein  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  verwahrt 
sich  gegen  die  Anschuldigung,  einem  ihrer  Bürger,  Peter  Museler,  8  Knechte  gefangen 
genommen  zu  haben.         geben  uff  aller  seien  tag  anno  1396.  1396  November  t. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  74.  or.  eh.  lit.  cl. 


1186.  Ludwig  von  Lichtenberg   an    Strassburg:    entschuldigt  sich,    dass   er   aus.  ■ 
verwandtschaftlichen  Rücksichten  der  Stadt  keine  Hülfe  gegen  Bruno  von  Rappoltstein 
leisten  könne.         geben  uff  aller  seien  tag.  [1396]  November  2. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Reg.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  560. 


1187.  Arnold  von  Berenfels,  der  Bürgermeister  und  der  Rat  von  Basel  an  Strass-   «<> 
bürg:  haben  auch  das  Gerücht  von  einer  Aussöhnung  zwischen  der  Stadt  und  Bruno 
von  Rappoltstein  vernommen,  wollen  aber,  sobald  sich  dasselbe  als  irrig  erweist  .  .  . 
ze  stund  unser  volk,  den  büchsenmeister  und  die  büchsen  hinab  schigken.         datum 
anno  96  quinta  post  omnium  sanetorum.  1396  November  2. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc    4.  or.  eh.  lit.  cl.  1Ä 

Auszügl.  gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  561. 


1188.  Heinrich  Eckebreht  von  Di'irenkeim,  Vogt  zu  Bernstein  an  Strassburg: 
bittet  denen  von  Kestenholz  und  Dambach  20  U.  Büchsenpulver  zu  leihen,  ...  da  mir 
für  wror  geseit  ist,  daz  die  Walhe  doch  harus  wellent,  wie  wol  ez  zu  Gemir  verrihtet. 

geben  den  nehsten  fritag  nach  allerheilgen  tag.  [1396  November  3.]  20 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Reg.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  562. 


1189.  «Der  Ungenannte»  an  Strassburg:  ...  los  uch  wissen,  daz  ich  bin  gewesen 
bi  dem  hindersten  zwein  der  herschen  by  Düse,  do  kam  dez  hertzogen  valis  zu  uns, 
do  fragete  in  jungher  Friderich  von  Bitzhe  und  Kuntze  Lantschade  und  Dietterich  " 
Kemrer,  die  frogeten  in,  wie  fil  der  hertzoge  folkes  het,  do  sprach  er :  wir  da  hant 
ietz  dusent  mit  glefen  und  wart,  min  herre  noch  fünf  hundert  und  wissent,  daz  sie 
JV™eü?'T  em  sammastage  früge  bi  uwern  frunden  sint  und  mit  in  wellent  striten  oder  bitz 
sundag  fruge  zum  lengesten,  und  wer  es  sach,  daz  uwer  frunde  in  zä  starg  werent, 
sint  sie  dan  stereker  dan  uwer  reisig  harst,  so  wellent  si  in  uwer  lant  ziehen  und  " 
wellen  es  verburnen  und  verhergen  und  wellent  uch  lossen  für  dem  slosz  ligen,  wer 
es  aber,  daz  ir  hein  werent  gezogen,  so  wellent  sie  uch  doch  in  daz  lant  ziehen 
und  heissent  den  bisehof  Dambach  wol  besetzen  mit  lütten,  wan  sie  meinent,  moht 
es  in  werden,  so  wolten  sie  uch  darus  bekriegen.  .  .  Zum  Schluss  bittet  er  um  Be- 
zahlung seines  im  Dienste  Strassburgs  kürzlich  verendeten   Pferdes,  da   seine  Armut  M 


1396  655 

es  ihm  sonst  unmöglich  mache,  der  Stadt  noch  länger  zu  dienen.         geben   an  dun- 
nerstag  20  kumplet.  [1390  wohl  November  3.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  563. 


1190.  Wolf  von  Saarburg  an  Strassburg:  hat  erfahren,  dass  .  .  .  wol  sehs  hundert 
pferd  oder  me  uf  aller  seien  naht  sullcnt  umbe  Thuse  in  den  dorfern  gelegen  sin  .  .  . 
und  zwar  seien  dies  Truppen  des  Erzbischofs  von  Trier,  des  Gerhard  von  Blanken- 
heim,  der  von  Cronenberg  und  des  Jungen  von  Salm ;  von  anderer  Seite  höre  man, 
der  Herzog  könne  .  .  .  nyt  sovil  folkes  ufbringen,  daz  er  uch  gestriten  miige. 

[1396  November  3.] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Kapp.  Urkb.  II  nr.  564. 


1191.  Heinrich   von  Wintzenheim,  Vogt   im  Breuschthal  an  den  Rat  von  Strass- 
burg :  hat   einen  Knecht    nach  Welschland   geschickt   und   erfahren,  dass  600  Glefen 
15  am  Allerheiligentage  aufgebrochen  sind  .  .  .  umbe  Tünüffer,  und  hant  den  kopff  har- 
us  gekeret,  und  enweis  nieman,  war  sü  gerotent  oder  hin   wellent. 

[1396  etwa  November  3.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  565. 


2o  1192.  Leopold  IV,  Herzog  von  Oesterreich,  Eberhard,  Graf  von  Württemberg,  Hein- 

rich, Graf  von  Saarwerden  und  Herr  zu  Rappoltstein  und  Hohenack,  sowie  Heinrich 
von  Geroldseck,  Herr  zu  Lahr,  verbürgen  sich  gegen  die  Stadt  Strassburg  für  die 
Bezahlung  der  Schulden  Brunos  von  Rappoltstein. 

[Verhandelt  zu  Ensishelm  1396  November  1,  vollzogen  zu  Bergheitn  November  3.] 

25  Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  2  t  fasc.  5.  Undatiertes  Concept  oder  Protokoll  auf  Papier  nebst 

langer  Zeugenreihe. 
Vollständiger    Abdruck  des    umfangreichen   Stückes  mit  Anmerkungen  bezüglich  der  Da- 
tierung im  Rapp.  Urkb.  II  nr.  566. 


1193.  Thomas  von  Endingen  an  Strassburg:  berichtet  . . .  das  dise  sache  [mit  Bruno 
so  von  Rappoltstein]  gentzlich  verrihtet  ist  uf  hinaht  zu  complete  zit  von  unsers  herren 
von  Osterrich  ernstlicher  bette  wegen  ....  alse  es  zu  hündersten  zu  Ensisheim 
vertegedinget  wart,  und  sol  koste  und  schade  an  des  egenanten  unsers  herren  gnaden 
ston.  .  .  .  Trotzdem  habe  er  jetzt  noch  von  vielen  Seiten  .  .  .  für  wor  vernommen,  das 
der  hertzoge  von  Lothringen,  der  grefe  von  Naszowe,  her  Eme  von  Sarbrücke,  die 
ss  von  Bitsch  und  ander  herren  .  .  .  mit  ihren  Rüstungen  fortfahren  und  einen  Einfall  ins 
Elsass  planen.        datum  feria  sexta  post  diem  animarum  circa  occasum  solis 

[1396  November  3.) 


Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  5. 
Gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  567. 


VI. 


656  1396 


1194.  Bruno  von  Rappoltstein  setzt  dem  Herzog  Leopold  IV  von  Oesterreich  die 
Unterstadt  Rappoltsweiler,  Burg  und  Stadt  Gemar,  die  Pfandschaft  Landsburg,  seinen 
Teil  von  Ammerschweier,  den  grossen  Zehnten  daselbst  und  in  Kienzheim,  sowie  den 
Kirchensatz  zu  Reichenweier  zum  Pfände,  falls  er  den  durch  Herzog  Leopold  ver- 
bürgten Abzahlungen  (21,000  Gulden)  an  die  Stadt  Strassburg  nicht  nachkommen  sollte. 

geben  ze  Berkheim  an  freytag  nach  aller  heiligen  tag  nach  Christs  geburde  1390. 

Berf/heim  1396  November  3. 

Wien,  K.  K.  Staatsarchiv,  or.  mb.  e.  4  sig.  pend. 
Gedr.  Bapp.   Urkb.  II  nr.  568. 


1195.  Der  Schaffner,  die  Leute  und  die  Bürger  der  Unterstadt  Rappoltsweiler  lu 
verpflichten  sich,  die  jährlichen  Abgaben,  welche  sie  an  Bruno  von  Rappoltstein  zu 
bezahlen  haben,  dem  Herzog  Leopold  IV  von  Oesterreich  zu  entrichten,  falls  Bruno 
die  wegen "  der  Strassburger  Geldschuld  eingegangenen  Verbindlichkeiten  nicht  er- 
füllt,       geben  ze  Berghaim  an  freytag  nach  aller  heyligen  1396. 

Bergheim  1396  November  3.1    ™ 
Colmar  Bez.  A.  E.  890.  or.  mb.  c.  sig.  pend. 
Gedr.  Bapp.   Urkb.  II  nr.  569. 


1196-  Slraßburg  an  Thomas  von  Endingen  und  die  andern  Hanptleule  im  Felde 
vor  Gemar.  [1396  November  3.J 

Wir  Bertholt  von  Roszheim  der  meister  und  der  rat  von  Straszburg  embieten  20 
herrn  Thomanne  von  Endingen  und  den  andern  unsern  houptlüten,  die  yetze  von  unsern 
wegen  zu  velde  sint,  waz  wir  gutes  vermögent.  alse  ir  uns  verschriben  hant,  habent 
wir  wol  verstanden,  do  wissent,  das  wir  unser  sicher  botschaft  an  etwie  vil  enden 
hant  noch  den  sachen  und  huffungen  zu  erfaren,  die  uns  noch  nit  hant  lozzen  wissen, 
das  üch,  obe  got  wil,  schedelich  sie.  doch  so  hant  uns  unser  guten  frunde  von  Sar-  25 
bürg  iegenote  uff  prime  zyt  verschriben  ein  brieff,  den  wir  üch  harynne  sendent 
verslossen, 2  das  ir  uch  darnoch  wissent  zu  rihtende.  ouch  ist  uns  geseit,  alse  der 
bischoff  von  Mentze  dot  ist,  das  grofe  Philips  von  Nassowe  sinen  vetter  von  Nassowe 
byschoff  zu  Mentze  welle  machen,  und  ist  es,  das  er  sich  huffe,  das  ist  uff  das 
bystüm.         datum  feria  sexta  proxima  post  diem  festi  omnium  sanetorum.  30 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4   or.  mb.  lit   el.  e.  sig.  in  v.  impr.  del. 


1197.  Thomas  von  Endingen  an  Strassburg:   Die  Angelegenheit  mit  dem  Herzog 
von  Oesterreich,  der  selbst  in   Bergheim   war,  ist  völlig  geordnet  nach  Massgabe  der 


1  Aehnliche  Urkunden  stellen  aus  unter  gleichem  Datum :  1)    Der  Vogt  und  die  Leute  zu  Gemar. 
—  2)  Graf  Heinrich  von  Saarwerden  und  seine  Gemahlin  Herzlaude  von  Bappoltstein.  —  3)  Die  Leute   H 
zu  Ammerschweier,  Sigolsheim,  Kienzheim,  Ingersheim  und  alle  andern  zur  Pfandschaft  Landsberg  ge- 
hörigen. —  4)  Die  Unterlhanen  der  Feste  Landsburg.    (Abgedruckt  sub.  nr.  566,  571,  572  im   Bapp 
Urkb.  II. 

2  Liegt  nicht  mehr  bei,  oder  ist  es  nr.  1190. 


1396  657 

letzten  Abmachungen  zu  Ensisheim.  Die  Einzelheiten  wird  er  später  mündlich  in 
Strassburg  erzählen.  Die  meisten  Nachrichten  aus  Lothringen  besagen,  dass  der  Her- 
zog, der  Graf  von  Nassau,  die  Herren  von  Saarbrücken  und  Bitsch  und  andere  dem- 
nächst raubend  und  plündernd  ins  Land  fallen  werden.  feria  sexta  post  diem 
5  animarum  circa  occasum  solis.  [1396  November  3.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  5.  or.  eh.  lit.  cl. 
Qedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  567. 

11  DU.  Meister   und   Rat   von  Hagenau   an   den    Ammanmeister   zu    Strassburg: 

haben  gehört  von  drien  samnungen,  teil  niden  im  lande  und  ouch  in  Wösterich  .  .  . 

io  die  .  .  .  morne  ze   naht  gar  nohe  bi  den  uwern  zu  Gemern  süllent  sien.        datum 

sabbato  post  omnium  sanetorum.  [1396  November  d.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc  4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  574. 

1199.  Heinrich  von   Winlzenheim,    Vogt  im  Breuschthal  berichtet  an  Claus  von 
15  Groslein,  Schultheißen  in  Slraßburg  über  seine  Kunclschaflungen  in  Lothringen. 

[1396  etwa  November  4.] 

Lieber  herre.Jch  enbüte  uch  mynen  dienest,  und  wissent,  das  mir  uwer  brieff 
wart  an  dunrestage  noch  mittem  tage,  den  mir  der  kneht  von  Urmat  brohte,  do  sas  Noobr.  t. 
ich  zu  stunt  uff  und  rit  gen    Schirmeeke    und   schickete   zwene  knehte  enweg  einen 

20  uff  den   weg  gen   Spinnol,   den   andern   uff  den  weg  gen   Nansze.  und  ist  der  eine 

knehte,  der  uff  den  weg  gen  Spinnal  was,  er  widder   kummen  uff  diszen   sammestag  xovbr.  4. 
fruge  und  der  ist  gewesen  zwüschent  Spinnal  und  Ranpoltzwilre  wol  uff  dem  halben 
wege;   deine  begegetent  zwene  herste,  einre  mit  19  glefen,   der  ander  mit  14  glefen, 
und  fürtent  allen  iren  harnesch  und  keretent  den  kopff  zu   Sant  Theodaten,  do  kam 

25  der  hertzoge  an  dunrestage  hin  mit  80  glefen,  und  gedurste  der  kneht  nüt  fürbasser 
löffen,  wenne  der  eine  harst  hette  in  gevangen,  doch  lient  sü  in  gon ;  do  noch  zerte 
er  in  einre  herbergen,  do  kam  ein  kneht  riten,  der  horte  den  grefen  von  Widdemunt 
an,  und  der  seite,  do  legent  vil  herste  uf  der  Muszeln  und  wartetent  her  Eme  von 
Sarbrücke,  der    sol  ein  gros  volg  bringen,  und  was  do  in  dem  lande  ist,  das  flühet 

so  u-^de  flöhet  alles   sament.  wenne  mir   der  ander  kneht  kummet,  was  mir  der  seit 

das  losse  ich  zu  stunt  uch  wissen,    ni'i  getar   ich  nüt  us  dem  tal  kummen,  ich  ritte 

anders  selber  nin,  als  verre  ich  getursle.  wissent,  das  mir  uwer  brieff  der  hinderste 

noch  keins  ist  worden,  do  ich  diszen  brieff  schreip.  lieber  herre,  gebietent  über  mich. 

geben  uff  den  sammestag,  do  die  glocke  hette  eilfe  geschlagen. 

85  Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh 

Auszügl.  gedr.  Rapp.  Urkb.  II  nr.  575. 


1200.  Meister  und  Rat  von  Speier  an  Strassburg:  haben  seit  ihrem  letzten  Briefe 
nichts   Neues   von    «hüffungen    und    sammenungen»    in   der    Umgegend    vernommen, 


658  1396 

werden  aber  sofort  schreiben,  wenn  sie  wieder  etwas  hören.         datum  dominica  post 
festum  omnium  sanctorum.  [1396  November  5.1 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.  Urk.  II  nr.  576. 


1201.  Heinrich  von  Wintzenheim,  Vogt  im  Breuschthal  an  Claus  von  Grostein,  5 
Schultheiss  zu  Strassburg:  berichtet,  dass  das  um  «Raten  und  in  Sant  Tiedalt»  lagernde 
Kriegsvolk  aufgebrochen  sei  und  die  Stadt  Spinnal  vergeblich  gestürmt  habe  und  dann 
zu  andern  Kriegshaufen  vom  Westrich  her  und  dem  des  Grafen  von  Nassau  gestossen 
sei,  so  dass  es  jetzt  500  Glefen  seien,  die  ins  Land  zu  fallen  drohten.  Das  Breusch- 
thal sei  gewarnt  und  in  Verteidigungszustand  gesetzt.  geben  uff  sant  Florencien-  10 
tages  mitter  naht.  (****  November  7.] 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  lit.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Bapp.   Urkb.  II  nr.  577. 


1202.  Berthold  von  Rosheim  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Basel: 
danken   für    die   geleistete   Bundeshülfe    [im   Kriege  gegen   Bruno   von    Rappoltstein]   15 
denn  .  .  .  uns  hant  unser  erbern  botten  und  unsers  volckes  houptlüte,  die  vor  Gemer 
gelegen  sint,  wol  gerumet  und  geseit  von  den  uwern,  so  ir  uns  zu  helffe  geschicket 
hettent,  wie  willigliche   und   truweliche   sie   sich   gegen  den  unsern  bewiset  habent. 

datum  feria  tertia  proxima  ante  diem  festi  sti.  Martini  episcopi.   [1306  November  7.] 

Basel  Sts.  A.  Neb.  Eeg.  G.  III.  nr.  262.  or.  mb.  I.  cl.  20 


1203.  Friedrich  Stahel  von  Westhofen  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg: 
findet  es  unbillich,  dass  ihre  Knechte  auf  ihn  halten  und  ihm  nachstellen,  und  er- 
bietet sich,  da  er  sich  völlig  ^unschuldig  fühle  und  sein  übel  vermerkter  Brief  in  seiner 
Abwesenheit   geschrieben  sei,   zu    mündlicher  Verantwortung.  geben   uff  nehsten 

dinstag  vor  sant  Ketterinen  anno  1396.  1396  November  21. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  1.  cl. 


1204.  Colmar  an  Strassburg :  beklagt  sich  über  die  vielfache  schwere  Schädigung 
welche  ihnen  durch  das  vor  Gemar  lagernde  Kriegsvolk  zugefügt  sei  .  .  .  nemlichen 
habent  sü  uns  unfruntlichen  geschediget  an  unsern  weiden  und  höltzern,  die  sü  uns 
abegehSwen  hant  und  enweg  gefürt ;  darzü  sint  die  uwern  in  der  unsern  dörffere  ge-  so 
varen  und  habent  inen  do  das  ire  gröszlichen  und  schedelichen  genomen  und  anders 
denn  man  doch  gewünlichen  in  reisen  pffligt  ze  tünde,  sunderlichen  ire  kilchen  uff- 
gebrochen,  ire  glocken  abe  genomen  und  das  und  anders  in  den  kilchen  hinweg  ge- 
fürt, darnoch  ir  hüse,  hoffe  und  anders  abgebrochen  und  enweg  gefürt  und  ouch 
damitte  ir  hoüv,  körn  getröschen  und  ungetröschen  genomen  und  die  unsern  damitte  35 


1306  650 

gezwungen,  inen  das  selbe  zu  fürend  mit  der  unsern  pfferdt  in  das  her  gen  Gemer  .... 
Da  alle  Beschwerden  bei  den  Hauptleuten  vor  Gemar  vergeblich  gewesen,  wenden  sie 
sich  an  den  Rat  selbst  und  bitten  um  Abstellung  und  Schadenersatz.  datum  feria 
sexta  ante  beate  Katherine  virginis  anno  1396.  1396  November  24. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Auszügl.  gedr.  Eapp.  Urkb.  II  nr.  580. 


1205.  König  Wenzel  an  Strassburg  :   bittet  dem  Pfleger  zu  Pernau,  Peter  Stuchsse, 
behülflich   zu    sein,    dass    ihm   die    200  Gulden    vom  Bistum   zurückgezahlt   werden, 
welche  er  einst  dem  früheren  Bischof  Friedrich  geliehen  habe.        Prag  an  sand  Ka- 
lo therinentag  a.  reg.  boh.  34  reg.  rom.  21.  Frag  1396  November  25. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  60.  or.  eh.  I.  cl. 


1206.  Markgraf  Bernhard  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg  :  will  ihren  Bürger 
Hans  von  Hürtigheim,  den  sein  Vogt  zu  Ettlingen,  Claus  Contzman,  gefangen  genommen, 
.  .  .  umb  daz  er  vor  ziten  unser  burger  zu  Durlach  gewesen  sy  .  .  .  ,  ledig  lassen,  sobald 
u  es  sich  auf  einer  Tagleistung,  die  der  Vogt  und  sie  beschicken  mögen,  erweisen 
werde,  dass  jenem  Unrecht  geschehen  sei.  datum  Baden  in  die  coneeptionis  beate 
Marie  virginis  anno  96.  Baden  1396  December  8. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Heg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1718. 

20  1207.  Herzog  Leopold  IV  von  Oesterreich  an  Bruno  von  Bappoltstein:  kann  nach 

Strassburg  kein  Geleit  geben,  hat  aber  bei  Strassburg  solches  für  ihn  erbeten.  Doch 
müsse  er  seine  Beise  vom  11  December  auf  den  16  December  verschieben,  da  er 
erst  dann  seine  Räte  mit  ihm  nach  Strassburg  schicken  könne.  geben  zu  Friburg 
am  samstag  nach  Nicolai  anno  96.  Yreibtirg  i.  lir._1396  December  9. 

Colmar,  Bes.  A.  Ann.  Bapp.  E.  1039.  Transcription  des  17  Jahrh. 
Gedr.  Bapp.  Urkb.  II  nr.  582. 


1208.  Berthold  von  Rosheim  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Herzog 
Leopold  von  Oesterreich :  gnediger  herre.  alse  uns  ietze  aber  von  uwern  gnoden  vor- 
schriben  ist  und  ouch  mit  dem  edeln  herren  graff  Herman  von  Sultz  embotten   haut. 

so  wie  das  her  Brune  von  Bappoltstein    uff  disen   künftigen    samstag    zu  uns  in  unser  ß«*r.  /«. 
stat   komen    welle   und  daz    wir  in  vertrösten  sollen,    denne  er  uff  den  vergangenen 
mentag  nit  gekomen  möhte,  do  wisse  uwer  gnode,  das  wir  hern  Brunen  von  Bappolt-  Dectr.  //. 
stein,  und  die  er  uff  den  tag  mit  yme  bringet,  die  nit  uff  unserme  schaden  gewesen 
sint  denne  in  offen  kriegenn  und  noch    unverrihtet   mit  uns  sint  und  ouch  die,   die 

35  mit  in  unsern  offenn  verschriben  ahten  sint,  vertröstent  zu  uns  in  unser  stat  by  uns 
und  wider  von  uns  an  ire  gewarsam,  vüruort    und  werck   vür  uns    unsere  bürgere 


660  1396 

und  die  unsern  ungeverliche.         datum  sub  sigillo  nostro  .  .  .  feria  secunda  proxima 
ante  diem  beate  Lucie  virginis  anno  1396.  1396  Deeemher  11. 

Str.  St.  A.  IV.  or.  mb.  I.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  del. 


1209-  Hans  von  Schneit  genant  Bützrosz  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg: 
versichert,  dass  er  nie  etwas  gegen  sie  unternommen,  und  bittet  um  freies  Geleit 
zu  mündlicher  Verantwortung.  datum  feria  tertia  ante  diem  beate  Lucie  virginis 
anno   1396.  1396  Deeemher  12. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  12.  or.  eh.  I.  dl. 


1210.  Graf  Heinrich  von  Zweibrücken  an  Strassburg:  als  ir  mir  aber  geschriben 
hant  von  Herrenstein  minre  vesten  wegen,  wie  das  uwer  figende  do  enthalten  io 
sint  und  uch  gros  schade  darus  geschehen  si,  do  lan  ich  uch  wissen,  das  ich  an 
allen  minen  gemeinen  derselbe  vesten  erfaren  han  umbe  dieselbe  sache,  die  sprechent, 
su  wissent  nieman,  der  da  enthalten  sie,  der  uwer  figent  sie,  und  das  uch  kein 
schade  darus  oder  darin  geschehen  sie.  darumbe  bitten  ich  uch  mit  gantzem  ernste,  das 
ir  mich  noch  hüt  dis  tages  lassent  wissen,  wer  die  sint,  die  do  enthalten  und  uwer  ix 
figende  sint.  ouch  also  ir  mir  geschriben  hant,  obe  ir  min  besorget  süllent  sin,  do 
lan  ich  uch  wissen,  das  ir  min  unbesorget  süllent  sin."  Hofft  .  .  .  von  Strassburg  das- 

e 

selbe  und  bittet  um  Nachricht.        geben  an   Ste  Utelingen,  Lucien  und  Ste  Geeilien 
tag  der  heiligen  jungfrowen.  [1396  Deeemher  13?] 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30.  or.  eh.  I.  cl.   Ist  wohl  der  St.  Odilientag  gemeint,  der  auf  den   20 
13  Dec.  fällt,  während  St.  Caecilien  der  22.  Nov.  ist. 


1211.  Graf  Heinrich  zu  Saarwerden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  bittet, 
die  von  den  Ihrigen  gefangenen  Georg  von  Kolboltzheim  und  Burkart  Swan  frei  zu 
lassen.         geben  an  sonnendag  vor  sant  Thomas  tag  anno  1396.    1396  Deeemher  17. 

Str.  St.  A.  IV.  or.  eh.  lit.  cl  c.  s.  i.  v.  impr.  25 


1212.  Judex  curie  Argentinensis  notum  facit  personas  [folgen  die  Namen],  quae 
jura  passagiorum  Reni  apud  Hunesfelt,  Keule  et  ad  canes  in  Reno  vel^alibi  prope 
Argentinam  habuerint  cum  civitate  Argentinensi  amice  et  concorditer  convenisse 
propter  strueturam  novi  pontis  Reni  in  vulgari  «von  der  Rynbrucken  wegen», 
in  quorum  passagiorum  et  ipsorum  jurum,  censuum,  proventuum  loca  magistri  30 
possessoribus  et  eorum  successoribus  septimanales  redditus  duarum  librarum  et 
decem  solidorum  denariorum  de  ungelta  civitatis  Arg.  tradiderunt.  si  magistri 
passagia  civitati  Arg.  minus  utilia  fore  presumunt,  restituunt  in  manus  predietarum 
personarum,    quae   quidem  ...   «de  et  in  hujusmodi    passagiis   de  hominibus,  pecu- 


1396  661 

dibus  et  pecoribus  sivo  bigis,  quadrigis  curribus  seu  carrutis  aut  aliis  quibuscumque 
rebus  circa  ipsa  passagia  transdncendis  majorem  utilitatem  consequi  non  debeant 
quovis  modo  ultra  debitos  modum  et  formam  hactenus  observatos  et  quod  uni- 
versi    civitatis   Arg.    cives    ac  homines   alii    quicumque,   qui    ab  antiquo  circa   dicta 

s  passagia  fluvios  seu  rivos  Reni  gratis  et  absque  cujuscumque  solarii  prestacione 
sunt  transducti,  eciam  deinceps  similiter  transduci  debeant  circa  ipsa  passagia  pre- 
stacione cujusvis  solarii  penitus  quiescente.  et  si  magistri  et  consules  dicte  civitatis 
Arg.  pro  tempore  existentes  umquam  per  personas  quascumque  casu  quocumque 
contingente  in  hujusmodi  passagiis  et  eorum   occasione  impeterentur,  vexarentur,  oc- 

1(>  cuparentur,  angariarentor  vel  evincerentur  vulgariter  dicendo  «entwert  wurdent»,  quod 

tune  porsone  predicte magistros  et  consules  civitatis  Arg indempnes 

reddere  debeant  qualibet  sine  dolo  et  fraude.  quicumque  etiam  census,  bona  et  ob- 
venciones  ac  mortuaria  vulgariter  dicendo  «velle»  quocumque  nomine  nuncupati,  qui 
hucusque  ad   predicta  passagia  spectabant   vel  ad  huc  spectant  ad  civitatem  Arg.  ac 

a  ml  magistros  et  consules  civitatis  Arg.  ejusdem  deinceps  totaliter  spectabunt  et  spectare 
debebunt  pleno  jure,  quodque  prescripte  persone  omnes  omnia  et  singula  instrumenta 
et  litteras,  si  que  vel  quas  eedem  persone  vel  aliqua  earundem  habent  super  passagiis, 
censibus  et  bonis  de  quibus  prefertur  magistris  et  consulibus  civitatis  Arg.  ad  pre- 
sens  et  indilate  presentant  et  presentare  teneantur...     datum  10  kal.  jan.  anno  139G. 

20 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  223  nr.  1.  or.  mb.  lit.  pat.  c-  sig.  pend. 

1396  December  23. 


1213.  Rechnung  über  die  Kosten  des  Zuges  gegen  Gemar.  [1396.] 

Dise  nacligeschribenen  summen  het  Hug  Süsse  von  der  reisen  wegen  zu  Gemar 
uszgeben. 

Zum  ersten  250  lib.  und  200  guldin  dem  lonherren,  alse  man  hinuf  hern  Brunen  zoch. 
i»  Item  den  botten,  die  in  der  reisen  worent,  200  guldin,  trüg  Swebelin  der  löffer. 

Item  100  lib.  und  G  lib.  hern  Conrat  Armb roster,  die   schützen    uszfirihtende  in 
der  reise. 

Item  4  lib.  meister  Lampreht  umbe  gezüg. 

Item  12  lib.  umbe  brot  in  die  reise. 
30  Item  5  lib.  und  32  den.  umbe  wahs  unde  spen,  die  liehter  zu  machende  in  die  reise. 

Item  6  lib.  15  sol.  8  den.  umbe   side,  scherer  (?)  und  mitteler  zu  baner,  renne- 
venlin  und  spieszvenlin  zu  machende  in  die  reise. 

Item  1  lib.  her  Conrat  Armbroster,  ambrost  zu  machende. 

Item  3  lib.  den  puffern  in  die  reise. 
35  Item  6  lib.  minus  2  d.  tresemer  zii  machende  in  die  reise. 

Item  30  sol.  Gugenheim,  die  wagenlüte  zu  lifernde,  die  habern  in  die  reise  furtent. 

Item  zu  kosten  gen  Kolmar~und  gen  Sletzstat  20  guldin  4  lib.  1  sol. 

Item  her  Bockenhans  12  untze  von  pferden. 

Item  hern  Wilhelm  Metziger  .  .  . 
40  Item  toto  6Tsol.  von'pferden. 


662  1396 

Item  4  üb.  5  sol.  von  habern  ouch  in  die  reise  zu  fürende. 

Item  dem  Berer  50  lib. 

Item  geburen  Claus  40  lib.  in  die  reise. 

Item  2  lib.  5  sol.  2   den.   umbe   habermel,  schandeln,    schusseln,   karteller   unde 
brotkörbe  in  die  reise.  5 

Item  10  lib.  und  8  sol.  kuwe  in  die  reise. 

Item  fünffzig  pfunt  dem  Berer  umbe  koste  in  die  reise. 

Item  12  lib.  knehten  zu  lone,  die  gezüg  in  die  reise  f  urteilt. 

Item  Sö'/g  sol.  umbe  speck  in  die  reise. 

Item  1  lib.  5  sol.  3  den.  umbe  spieszvenlin  in  die  reise.  io 

Item  700  guldin   65  guldin  Cüntze  Lentzelin   in   die  zinse  zu  Mentze  von  unser 
stette  wegen,  die  sancte  Michahels  tage  vielent. 

Item  zu  kosten  zu  drien  malen  gen  Gemar  33  guldin  3  lib.  und  6  sol. 

Item  her  Bockenhans  20  üntze  von  pferden,  Hans  Peiger  tan  tum,  Gutenclaus  14 
üntze.  toto  10  sol.  IS 

Item  50  lib.  minus  10  sol.  Dieterman  Saltzmitter,  den  schützen  zu  lonende. 

Item  7  lib.  Wernlin  (?)  Schöppf'elin  umbe  scholboume  unde  davon  enweg  zi'i  furende. 

Item  1  lib.  6  sol.  4  den.  Hüller  von  allerhande  gezüge  enweg  zu  fertigende. 

Item  7  lib.   15  sol.  umbe  bli  und  zin. 

Item  22  lib.  und  16  sol.  den.  umbe  kuwe.  *° 

Item  1  lib.  8V2  sol.  umbe  liehter. 

Item  6  lib.  umbe  lumpen  zu  swebelringen 

Item  2  lib.  Joh.  Groszclaus  de  gratia  von  der  reise  wegen. 

Item  4  sol.   11  den.  umbe  schindelteller. 

Item  24  lib.  Johans  Clobel  ouch  umbe  stiere.  « 

Item  2  guldin  Bockenhans    und  Hanseman  Peigerlin,  zu  Benfeit  zu  zerende. 

Item  100  lib.  Claus  geburen  und  Ulrich  Hunrer,  die  reiselüte  uszürihtende. 

Item  3  lib.  von  wergsteinen  und  buhssensteinen  für  Gemar  zu  howende. 

Item  34  guldin  2  lib.  14  den.  Hessenheintzelin,  sachen  zu  werbende  in  die  reise. 

Item  56  guldin  und  33  sol.  Claus  geburen,  die  schützen  uszürihtende.  30 

Item  10  sol.  hern  Thomans  knechte  von  Endingen  von  der  baner  zu  fürende. 

Item  200  guldin  und  3  guldin  umbe  zinse  gen  Spir  zu  rihtende,  die  von  unsere 
stetde  wegen  sancte  Mattis  naht  vielent  zu  betzalende. 

Item  70Ü  guldin  300  lib.  und  34  lib.  sint  den  drigen  geben,  die  über  das  ungelt 
gesetzet  sint,  daz   sü  domitte  die  wegen   und  kerriche,  die   vor  Gemar   worent,   von  35 
unsere  herren  wegen  uszgerihtet  hant. 

Item  60  lib.  den  schifflüten  zu  lone,  die   den  gezüg  und   ander  ding  gen  Gemar 
vertigetent. 

Item  4  lib.  51/«  sol.  umb  heringe  in  die  reise. 

Item  5  guldin  her  Beinbolt  Hüffeli,  Lecher,  Claus,  geburen,  in  der  reise. 

Item  30  sol.  den  drigen  pfiffern,  die  in  die  reise  worent. 

Item  16  lib.  9  sol.  6  den.  pfennige  dem  apte  von  Ebersheimmünster  umbe  habern 
in  die  reise. 


1396  HS 

Item  5  Hb.  einem  kneble  vür  ein  pfert,  wart  vor  Gemar  erschossen. 

o 

Hein   23  guldin  hern  Ulrich  Gossen  dem  ammanmeister  für  ein  pfert,  ging  in  der 
reisen  abe. 

Item  6*/,  sol.  von  unser  herren  gezelten  zu  trückende. 
5  Item  2  Hb.  unser  frowen  wegen  "und  des  spittols  wegen  knehten  von  der  reise 

wegen  de  gratia. 

Hein  2  lib.  4  sol.  hern  Lütolt   von  Mulnheim,  gap  er  Johans  am  Berge  von   der 
reise  wegen. 

Item  1  lib.  32  den.  Frenckelin  umbe  b  .  .  (?)  in  der  reise  gebruchet. 
io  Item  21  lib.  13  sol.  und  4  den.  hern  Claus  Berer  dem  vogte  von  Benfeit,  die  er 

von  der  reise  wegen  uszgeben  het  umbe  habern,   von  engern,  von  gefangen  und  von 
aller  stücke  wegen. 

Item  5Vg  hb.  und  6  sol.  für  secke,  wurdent  in  der  reise  verlorn. 

Item   9  lib.  minus  2  üntze  Ulrich  ßecke  umb  zwei  füder  wines,  koment  gen  Ge- 
*   mar  in  die  reise. 

Item  den  pfaffenleben  (?)  12  guldin  umbe  win,  koment  ouch  in  die  reise. 

Item  3  Hb.  Peter  Sünner  umbe  isin  in  die  reise. 

Item  dem  lonherren  20  guldin  de  gratia  von  der  reisen  wegen. 

Item  Lamprehte  30  guldin  ouch  de  gratia   von  der  reisen  wegen. 
20  Hein  Sengelin  20  guldin  ouch  de  gratia  von  der  reisen  wegen. 

Item  dem  Tummeier  10  guldin  de  gratia. 

Item  dem  schriber  2  guldin  de  gratia,  der  in  der  reisen  was  und  unsere  stetde 
houbetlüten  und  botten  wartete. 

Item  2  lib.  ammanmeister  dem  nuwen  de  gratia  von  der  reisen  wegen  zu  Gemar. 
a5  Item  6  sol.  einem  karricher  von  der  reisen  wegen. 

Summa  florenorum  2000  guldin  300  guldin  und  45  guldin. 

Summa  der  pfenninge  1400  lib.  minus  10  sol. 

Str.  St   A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  langer  zusammengelegter  Papierstreifen. 


1214.  Abrechnung   zwischen  der  Stadt  6'iraßbnrg   und  Brau»  con  Rappoltstein. 
3(1  1396  December  26. 

Ipsa  die  beati  Stephani  prolhomartiris  sub  anno  domini  millesimo  trecentesimo 
nonagesimo  soxto  het  der  edele  herre  Brune  herre  zu  Bappoltzstein  eine  gantze  us- 
getragene  vollendete  rechenunge  geton  mit  den  erbern  wisen  meister,  rot  und  den 
hie  nachgeschribenen  burgern  zu  Strazburg  in  gegenwerticke(i)t  des  edeln  herren 
■  marggrafe  Hessen,  herren  zu  Hochberg,  und  den  vesten  rittern,  hern  Clause  vom 
Huse  und  hern  Eppen  von  Hadestat,  die  in  erbern  botten  wise  zu  diser  rechenunge 
geschicket  wurdent  von  wegen  des  durchlühtigen,  hochgebornen  fürsten  und  herren, 
herren  Lupoide,  hertzoge  zu  Ostcrrich. 

Und  sint  dirre  rechenbüchelin  drü,    der  eins  het  her  Claus    vom  Huse   von   des 

'"   vorgenanten  herren  des  bertsogen  wegen,    das    ander   her   Brune   von    Bappoltzstein 

und  das  dirte  die  stat  von  Strazburg  umbe  das,  das  dise  hie  nachgeschribene  reche- 

VI.  84 


664  1 396 

nunge  sol  also  bliben  und  nüt  verrucket  werden,  und  sint  bi  diser  rechenunge  ge- 
wesen der  vorgenante  herre  marggrofe  Hesse  ane  zwene  die  hündersten  tage,  das 
un4r'&.'  was  uff  sancte  Steffanstag,  und  sancte  Johanstag  in  den  winahten,  do  was  margrofe 
Hesse  nüt'gegenwertig,  her  Claus  vom  Huse  und  her  Eppe  von  Hadestat  [von  des 
egenanten  herren  des  hertzogen  wegen,  item  her  Brune  von  Rappoltzstein  von  sin  5 
selbes  wegen  und  mit  ymme  her  Contze  von  Hunewilre,  her  Andres  von  Hunger- 
stein, her  Peter  von  Sant  Theodat,  rittere,  Ulrich  von  Altencastel,  her  Heinrich  Bfibe, 

* 
lütpriester  zu  Rappoltzwilre,   her  Rudiger,  Ullin    von    Berne,   Johans    Flesche,    Peter 

von  Schutter,    Philips  Susemberg  der  elter,    Hanneman  Scheppelin,  Jeckel  Pfortzheim 
und  Rutsche,  von  des  vorgenanten  hern  Brunen  wegen.  10 

Item  von  der  stette  wegen  von  Strazburg:  Dietherich  Burggrafe,  Johans  Bock, 
Heinrich  Lymer,  altammanmeister,  Wernher  Schöppfelin  und  Claus  Billung,  dem  man 
sprichet  Gütenclaus,  die  in  erber  botten  wise  von  meister  und  rates  zu  Strazburg 
wegen  darzü  geschicket  wurdent.     actum  ut  supra. 

Dis  sint  die  houbegüt  und  schulden,   die  der  edele  herre,    her  Brune,   herre   zu  15 
Bappoltzstein,  der  stette  von  Strazburg  und  disen  hie  nach  geschribenen  iren  burgern 
schuldig  ist,  alse  sich  das  uf  der  vollendeten  rechenunge  funden  hat,   und  über  das, 
das  der  stette  von  Strazburg  und  iren  burgern  worden  ist,  das    allesamment  vor  ist 
gentzlich  abegeslagen. 

Zum  ersten  der  stette  von  Strazburg  2000  güldin  houbetgütes  von  der  zweier  !0 
hundert  güldin  geltes  wegen,  die  die  stat  uff  der  herschafft  von  Rappoltzstein  und 
uf  bürg  und  stat  Gemer  hettent;  item  und  darzü  900  güldin  und  371/,  güldin  schulde, 
die  in  her  Brune  schuldig  ist  bliben  an  den  4000  güldin,  und  ist  der  stette  abege- 
slagen und  verrechent,  was  in  von  her  Brunen  wegen  worden  ist,  es  si  von  den 
winen  oder  den  mertzegewerffen.  «s 

Item  hern  Heintzen  seligen  von  Mülnheim,  ritters  erben  6500  güldin  von  der 
pfantschafft  der  bürge  und  stette  Gemer;  item  darzü  100  güldin  schulde. 

Item  darzü  400  lib.  und  lib.  den.  schulde,  und  sint  die  17  hb.,  die  Bürckelin, 
hern  Heintzen  seligen  kneht  von  Mülnheim,  für  isin  in  dieser  rechenunge  geleil 
wurdent,  ouch  har  in  gerechent.  so 

Item  so  ist  geretd  und  vertegedinget,  daz  her  Brune  von  Rappolstein  hern  Heintzen 
seligen  erben  100  lib.  den.  betzalen  sol  von  des  gebuwes  wegen,  den  her  Heintze 
selige  zu  Gemer  det,  obe  sich  die  hundert  pfunt  pfenninge  mit  rechenunge  vindent 
noch  hern  Heintzen  seligen  briefes  sage. 

Item  so  ist  geretd  von  der  schulden  wegen  der  hundert  und  sehs  pfunt,  die  der  35 
alte  voget  von  Gemer,  item  Rutsche,  sin  dohterman,  und  Hügelin  Schultheisse  schuldig 
sint.  .  .  do  sol  man  nider  sitzen  und  die  schulde  rechen. 

Vindet  sich  danne  mit  guter  rechenunge,  das  die  vorgenanten  personen  hern 
Heintzen  seligen  oder  sin  erben  üt  dovon  geben  oder  bezalt  hant,  das  sol  in  an  der 
vorgenanten  summen  abegon ;  wer  aber,  das  sünüt  mit  rechenunge  gewisen  künden, 
das  sü  ütschit  daran  geben  haben,  was  sü  danne  nüt  enwisent,  das  gelt  sol  her  Brune 
ynen  betzalen,  und  sol  man  das  gelt  von  des  gebuwes  wegen,  das  sich  uf  rechenunge 
vindet,  und  ouch  das  obgen.  gelt,    das  die  egenanten   personen  blibent  zu   dem  hou- 


1396  666 

betgüte  rechenen  und  mit  dem  houbetgiite  betzalen.  und  sol  hern  Heintzen  erben 
an  den  meiger  von  Gemer  umbe  die  50  lib.  schulde,  so  in  der  meiger  schuldig  ist, 
ire  reht  behalten  sin,  und  sol  inen  her  Brune  darzü  beholffen  sin. 

Item  hern  Wetzel  Marsilie   100  guldin    houbetgütes    von  8  güldin   geltes    wegen. 
5  Item  Reinbolt  Buman  250  güldin  houbetgütgs  von  25  güldin  geltes  wegen  ;  item 

und  darzü  00  lib.  schulden. 

Item  Claus  Humbrehtes    seligen   erben    42  lib.   houbetgütes    von  3*/,  lib.    geltes 
wegen. 

Item  Huge  Zorne  dem  eiltern   50  guldin   houbetgütes  von  5  guldin  geltz  wegen ; 
io   item  und  aber  100  und  20  güldin  houbetgütes  von  12  güldin  geltes  wegen. 

Item  den   thümherren  der   stift  zu  sant   Peter  zu    Strazburg   1500  güldin   höbet- 
gütes  von  hundert  und  25  güldin  geltes  wegen. 

Item  Johans  Heilman  200  güldin  houbetgütes  von  20  güldin  geltes  wegen. 

Item  Cüntzen   Rebestock   dem  eiltern  1200  guldin    houbetgütes   von    100  guldin 
i5  geltes  wegen  ;   item  und  darzü  250  güldin  schulde. 

Item  frowe  Katharinen  Armbrosterin  400  lib.  minus  4  lib.  houbetgütes  von  33  lib. 
geltes  wegen;  item  und  darzü  30  lib.  schulde. 

Item  frowe  Minnclin  Judenbreterin  100  lib.  und  30  lib.  houbetgütes  von  10  lib. 
geltes  wegen. 
20  Item  frowe   Heilcken    von  Endingen  und  iren  kinden    50  marg  houbetgütes,    do 

für  sint  gercchent  300  güldin,  die  marg  für  6  güldin  von  5  marck  geltes  wegen. 

Item  Philips  Hügelin  36  lib.  houbetgütes  von  drier  pfunde  geltes  wegen. 

Hein  Ulrich  von  Stille    und  Wernli    von  Halle    300  güldin    houbetgütes   von   25 
güldin  geltz  wegen. 
25  Item    Hanse   zürn   Trubel   35  lib.    houbetgütes   von  drier   pfunde   geltes   wegen; 

item  und  aber  50  lib.  houbetgütes  von  5  lib.  geltz  wegen. 

Item   den   vollefürern    Hartliep    Babestes  selgeretes  250  lib.  houbetgütes  von  25 
lib.  geltes  wegen. 

Item   Claus   Tütschmanne   dem   eiltern   24  lib.  houbetgütes   von  zweier  pfunde 
so  geltes  wegen. 

Hein  Hug  Tütschmanne  300  lib.  houbetgütes  von  25  lib.  geltz  wegen ;  item  darzü 
15  lib.  alter  schulde;  item  und  aber  70  güldin  schulde. 

Item   anderwerbe   Hug   Dütschmanne   200  lib.  houbetgütes   20  lib.  geltz   wegen. 

Item  des  Messerers  seligen  erben  300  lib.  houbetgütes  von  25  lib.  geltes  wegen. 
35  Item    frowe    Annen    von    Richenstein,    hern    Claus   Zornes   von    Bülach  seligen 

wittewen,  und  iren  kinden    100  marck  houbetgütes  sin  geleit  und  gerechent  für  600 
guldin  von   10  mark  geltes  wegen. 

Item  Hesseman   Hessen  10 1/i  lib.   schulden,   item    hern   Thoman    von   Endingen 
60  guldin  schulden. 
*o  Item    Wilhelme   von   Panne   200  lib.   20  lib.  minus  8  sol.  und  4  den.  schulden. 

Item  Hanse  Karlen  24  lib.  schulden. 

Item  Sifrit  Unrüwen  25  lib.  schulden. 

Item  Hanneman  von  Colmar  82'/»  guldin  schulden. 


666  1396 

Item  Johans  Rückorbe  S1/^  lib.  schulden. 

Jtem  Rufelin  und  Walther  Wassicher,  gefettern,  zum  ersten  56  lib.  schulden  von 
Cüntzeman  Karlen  wegen;  item  aber  27  lib.  schulden,  die  Hartmüt  dem  kuffer  betzalt 
wurdent;   item   aber  50  güldin    schulde;    item  und  aber    150  güldin  minus  4  güldin 
schulde  und  59  lib.  schulden,  die  vertegedinget  sint  für  hengeste,  pferde  und  leistunge,    5 
so  Rufelin  und  Walther  für  hern  Brunen  verleistet  hant. 

Es  folgen  noch  16  Posten  derartiger  Privatschulden. ' 

Ouch  ist  beretd  und  vertegedinget,  was  guter  der  stette  von  Strazburg  burgern 
zu   Rappoltzwilre   verbotten    sint  oder   von   den   gerihtet  ist,   sit  das  her   Brune  die 
stette    Rappoltzwilre   innam,  das  verbieten  und    die  gerihte  sullent   abe  sin,  und  sol   >o 
man  die  bürgere  von  Strazburg  irre  guter  widerweren  mit  den  nützen,  und  sol  dar- 
nach iederman  zu  sime  rehten  ston. 

Dann  folgen  zum  /Schluß  20  Posten  «versessene  zinse».1 

Summa  summarum  houbetgätes  und  schulde  ist  15000  güldin  300  güldin  und 
69  güldin,  und  darzü  3000  lib.  500  lib.  96  lib.  und  7  sol.  15 

Summa  der  versessenen  zinse  2000  güldin  200  güldin  und  20  güldin,  und  darzü 
1400  lib.  45  lib.  und  1  üntze  d  .  .  .,  unde  sint  die  halben  versessenen  zinse  abe- 
geslagen. 

Unde  blibet  her  Brune  herre  zu  Rappoltzstein  der  stette  von  Strazburg  und  den 
vorgeschribenen  burgern  die  obegeschribenen  summen,  beide  houbetgüt,  schulde  und   m 
versessene  zinse,  schuldig  über  alles  das,  das  der  stette  oder  iren  burgern  worden  ist. 

Nachträge  .• 

Summa  das  tut  in  güldin  die  pfenninge  zu  güldin  geslagen  und  10  sol.  den.  vür 
einen  güldin  gerechent  22000  güldin  und  15  '/s  güldin. 

Do  ist  gerechent,  dass  man  von  12  güldin  eynen  güldin  geben  sol,  so  blibet  an  25 
den   2000  güldin,    über   uff  87  güldin,  und  sint  die  60  güldin    abegeslagen,  die    den 
schribern  worden  sint. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22  fasc.  4.  or.  eh.  schmales  Rechenbuch  von  10  Blättern,  von 
denen  15  Seiten  beschrieben  sind.  In  dem  2.  sonst  gleichlautenden  Exemplar  folgen  auf 
die  Summierung  noch  die  obigen  2  Nachträge.  30 

Gedr.  Bappolst.  Urkb.  II  nr.  583  ohne  die  Nachträge  der  2.  Vorlage 

1215.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  bittet  um  Geleit  für  seinen 
Vetter  Graf  Johann  von  Leiningen.  datum  Baden  in  die  beati  Johannis  ewan- 
geliste  anno  96.  Baden  Vii>6  December  27. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1722. 


1216.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  als... 
ir  Gerien  von  Kolbetzheim  gefangen  hand,  bitten  wir  üch  mit  flizz,  daz  ir  in  nit  toden 


1  Diese  sind  ebenfalls  abgedruckt  Rappöltst.  Urkb.  II  nr.  583  pg.  436  Zle.  7-39. 


1396  M 

wollent  noch  ym  koin  smacheit  an  sinem  übe  tfind,  und  land  sust  gedenken,  wie  er 
vim  üeh  komet  .  .  .         datum  Baden  in  die  beati  Johannis  ewangelistc  anno  96. 

Baden  131*6  December  27. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  mb. 
s  Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1723. 


1217.  Eberlin  von  Griffenstein  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  .  .  .  also  uwer 
wisheit  und  uwer  gnade  wol  gesehen  het,  daz  ich  gewesen  bin  ein  vierteil  jares  und 
me  zu  Strasburg  und  meister  und  rat  nach  gegangen  bin  alle  zit  ufT  die  pfaltze,  in 
daz  miinster  und  uff  den  kor  und  allewegent  gebetten  han  meister  und  rat  und  were 
gerne  überkumeu  mit  allen  den,  die  do  meynent,  daz  ich  in  schuldig  sye  ...  sei 
es  ihm  trotz  dieser  und  vieler  anderer  Bemühungen  nicht  gelungen,  sich  mit  seinen 
Schuldnern  zu  begleichen,  von  denen  sogar  Barne  Zwiler  ihm  öffentlich  «uff  der  pfaltzen 
in  uwer  trostungen»  widersagt  habe.  Desshalb  bitte  er  um  Schutz  und  vermittelnde 
Hülfe.         datum  in  die  sanctorum  Innocentium  anno  1396.  1396  December  28. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  72.  or.  eh.  I.  cl. 


12 18.  Liste  der  Strassburger  Bürger,  welche  im  Jahre  1396  an  dem  Kriegszuge 
König  Sigismunds  gegen  die  Türken  und  an  der  Schlacht  bei  Nicopolis  '  teilgenommen 
haben : 

Bechtold  Zorn,  ritter.  Reinhard  von  Mülnheim-Rechberg. 

Heinrich  Zorn  von  Eckerich.  Hugo  von  Mülnheim. 

Adam  Zorn  von  Bulach.  Friedrich  von  Heilgenstein. 

Lütold  und  Hans  von  Mülnheim5.        Heinrich  Susze. 

Johann  Ulrich  von  Mülnheim2.  Walter  von  Endingen. 

11306.] 

Fortsetzung  des  Königshofen,  Frankf.  Handschr.  nr.  23  Bl.  320. 
Gedr.  Hegel,  Königshofen  II,  857. 


1219.  Der  Ammanmeister  Ulrich   Goße   entscheidet  einen  Streit  zwischen   den 
Zünften  der  Obesser  und  A'eser,  G remper  und  Seiler.  [1396.] 

Wir  Ulrich  Gosze  ammanmeister,  Claus  Berman,  Heinrich  Lymer,  Wilhelm 
»  ■  so  Metziger,  Heinrich  Kranich  und  Cünrat  Armbroster  altammanmeistere  der  stette 
zu  Stroszburg  tunt  kunt  allen  den,  die  disen  brief  ane  sehent  oder  gehörent  lesen, 
das  vür  uns  koment  von  ir  selbes  und  der  geselleschaft  der  obeser  und  koser  wegen 
Pilgerin  Läwelin  der  rotherre,  Hans  Holbein  der  meister,  Hans  Ganser  der  meister, 
Hans  Reme,  Heintze  Klinghart,  Herman  Schultheisz  und  Franckenläwelin,  item  Huges 
35  Fritscheman  der  meister,  Hug  Seiler  von  Hagenau  und  Claus  von  Wissenburg  von 
iren  unde  irre  geselleschaft  der  seiler  wegen  und  ouch  Andres  Burgöwe  der  meister, 

'  1396  September  28,  in  welcher  König  Sigismund  von  Sultan  Bajesid  geschlageii  wurde. 
2  Nur  diese  beiden  sollen  nach  Straßburg  eurückgekotnmen  sein.  —  Vgl.  nr.  1229. 


668  1396 

Henselin  Mi'irsel  und  Bock  Cüntzelin  von  iren  und  irre  geselleschaft  der  grempper  wegen 
und  sprochent:  es  hettent  vor  ziten  her  Rulin  Borpfenning  genant  Kremer  selige  der 
ammanmeister  und  die  andern  alten  ammanmeistere,  die  zu  den  ziten  worent,  ein 
Übertrag  und  ein  spruch  geton  durch  friden  und  liebelebendes  willen  ir  aller,  also 
das  ein  brief  beseite,  der  dar  über  gemäht  und  mit  des  selben  ammanmeisters  und  f> 
alten  ammanmeistere  ingesigele  besigelt  were.  nü  werent  der  ammanmeister  und  die 
die  alten  ammanmeistere  seliger  gedehtnisze  alle  dot  und  verfaren  und  betent  uns,  daz 
wir  in  den  brief  ernuwen  woltent  umbe  daz,  das  sie  do  by  blibent,  also  sie  har 
werent  kommen,     derselbe  brief  von  worte  zu  worte  hie  noch  geschriben  stat : 

Wir  Bulin  Kremer  der  ammanmeister  zu  Strasburg,  meister  Herman  in  Kirch-  10 
gasze  der  alt  ammanmeister,  meister  Claus  Snider,  Heinrich  Gir  und  her  Johans 
Betscholt  tönt  kunt  allen  den,  die  disen  brief  ansehent  oder  hörent  lesen  :  von  solicher 
missehelle  und  gebresten,  so  under  einander  hattent  die  erbern  lüte:  die  seiler, 
obesser,  keser  und  die  grempper  von  ires  antwerckes  notdurfte  wegen,  der  selben 
missehelle  und  gebresten  sü  an  uns  komment  zu  beden  siten  u.  s.  w.  [sie/te  Bd.  V  u 
nr.  272.  ürk.  v.  1353  Februar  25.] 

Dar  noch  do  botent   uns   die   egen.    obesser,  keser,  grempper  und   seilere  '    und 
sprachent:   do  stünde  in  dem  vorgen.  briefe  ein  artickel   mit   nammen  alsus:    es  sol 
ouch  von  den  obesern,   kesern  und   gremppern   nieman   der   seiler   antwerck   nützen 
noch  niessen  noch  veil  haben  denheinre  hande  dinge,  daz  der  seiler  antwerck  ange-  20 
höret  in  denheinen  weg,  er  habe  danne  vor  ir  zunft  empfangen  oder  welle  es  selber 
wircken  mit  der  hant,  dar  an  werent  sie  gespennig.    die  seiler  meinden,  die   obeser, 
keser  und  grempper  soltent  kein  hanff  köffen  uff  merschetzen,  sit  sie  ir  antwerck  nit 
nieszen  soltent,  sie  köftent  denne  ir  antwerck.  dar  wider  sprachent  die  obeser,  keser 
und  grempper:   sie  bekanten  sich  wol,  daz  sie  keine  seil  machen  oder  knehte  setzen  ^ 
soltent,  die  seiler   antwerck   tribent,   sie   köftent    denne  daz   antwerck,    aber  daz  sie 
kein  hanff  köffen  soltent,  daz  wer  under  in  nie  gewönlich  gewesen,  wenne  sie  hettent 
in  iewelten  (?)  geköft,  also  ouch  daz  mengelich  in  der  stat  dete.     das  wir  dar  umbe 
umbe  den  artikel  und  ouch  umbe  andere  stücke,  die  sie  uns  seitent  ynen  eine  lüte- 
runge  detent,  umbe  daz  sie  deste  fridelicher  under   ein   ander   geleben   mügent.  also  so 
noment  wir  vür  uns  die  stücke    und  hant  in  die   gelütert  und   usz   gesprochen,   das 
sie  die  hinnan  fürder  halten  sollent,  des  sich  die  vorgen.  personen  von  iren  und  irre 
andern  gesellen  und    aller   irre   nochkommen   wegen    vor   uns   verspiochen   hant    zu 
haltende.         zum   ersten  so  sol  der  brief,  den  her  Rülin   Barpfennig  genant  Cremer 
zu  der  zit  ammanmeister  und  die  andern  alten  ammanmeistere  gemäht  hant,  und  do  35 
vor  von  worte  zu  worte  geschriben  stat,  stete  und  kreftig  sin  und  bliben  unde  umbe 
den  artickel  von  des  hanffes  wegen,  do  sollent  obeser,    keser   und   grempper   hinnan 
fürder  also  wol  hanff  köffen,  also  die  seilere  mit  der  gedinge,   wie  sie   es  under  ein- 
ander ufsetzent  untz  uff  welhezit  im  tage,  es  sie  morgens  untze  primen  oder  vürbasz, 
daz  nieman  under  in  kein  hanf  köffen  sol,   das  sol  ein  teil  also  wol   halten  also  daz  40 
ander,-  wolte  aber  dar  über  dehein  obeser,    keser  oder    grempper   seil   machen    oder 


1  Später  verbessert  seilere  und  grempper. 


1396  660 

seiler  antwerck  mit  der  hant  triben  oder  knehte  setzen,  die  das  tribent,  der  sol  seiler 
antwerck  koffen,  alz  rorschriben  stat  ungeverliche.  vürbasser  ist  zö  wissende, 
also  die  obeser,  keser,  grempper  und  sei  lere '  ein  gemeine  gerihte  hant,  do  hant  die 
vorgen.  personen  von  aller  drier  geselleschaft  an  uns  begert,  das  wir  in  günnen  und 

s  erkennen,  daz  was  gefeiles  vor  dem  gerihte  vellet,  sin  sie  Kitzel  oder  vil,  daz  man 
daz  alles  in  des  gemeinen  antwerckes  kiste  und  bnhse,  die  dem  gemeinen  antwerck 
der  drier  geselleschaft  zu  gehöret,  dun  sol  und  in  keinen  weg  verzeren  oder  abe- 
komnien,  also  man  untze  har  geton  het,  so  man  gerihte  hette  oder  uff  die  tage,  so 
ie  die  geselleschaft  bienander  was,  oder  so  man  in  reisen  für,  die  do  heime  blibent, 

10  wcnne  man  daz  dem  gemeinen  antwerck  der  drien  geselleschaft  sparen  und  gehalten 
sol,  zii  des  gemeinen  antwerckes  notdurft  brachen,  das  selbe  stück  also  zu  haltende 
hahent  wir  gegünnet  und  bekennet,  zu  glicher  wise,  was  gerihtet  uffe  den  drien 
stuben  und  geselleschaften  ist,  do  sol  ieder  teil  .  .  .  . 2  ten,  also  daz  under  in  her- 
kommen und  von  alter  har  gehalten    ist.     und   was   gevelles    oder    besserungen   vor 

16  den  gerihten  vellet,  wie  daz  genant  ist,  do  sollent  ie  die  geselleschaft  die  besserunge 
nemmen  und  das  halbe  teil  zii  den  ziten,  also  untz  har  gewonheit  ist  gewesen,  in 
die  kiste  und  bühse  des  gemeinen  antwerckes  antwurten.  und  sollent  dehein  teil 
deheine  besserunge,  die  under  in  gevallent  oder  gevallen  sollent,  ieman  durch  geverde 
raren  lassen  oder  von   in  wisen   umbe   daz,   daz   der   gemeinen   bühsen   unreht   do 

20  mitte  beschehe. 

Ouch  ist  zu  wissende,  das  wir  mit  wissende  und  wille  der  vorgen.  personen 
von  der  drier  geselleschaft  wegen  des  überkommen  sint  und  sie  mittenander  über- 
tragen hant,  das  sie  ahte  gemeine  kertzen  sollent  haben,  domitte  sie  jores  mit  unsers 
herren  fronlichnam  gont,  und  die  gezeichent  sint  mit  ir  aller  drier  geselleschaft  zeichen. 

«  und  süllent  ouch  die  machen  usz  der  gemeinen  bühsen.  und  sollent  ouch  mitten- 
ander gon  den  kertzen  noch,  so  man  umbe  got,  ane  geverde.  doch  mag  ie  die 
geselleschaft  sünderliche  lichkertzen  und  ein  lichduch  haben,  daz  sollent  ouch  ie 
die  geselleschaft  sünder  bezalen.  und  dez  zii  eime  Urkunde  so  hant  wir  Ulrich  Gosse, 
der  ammanmeister  und  die  andern  vorgen.  alten   ammanmeistere  durch   bette  willen 

so  der  obgen.  personen  von  der  drier  geselleschaft  wegen  unserre  ingesigele  an  disen 
brief  gehencket.  der  geben  wart  etc.3  und  sint  dieser  briefe  drie  glich:  einre  by 
den  obesern  und  fesern,  der  ander  by  den  gremppern  und  der  dirte  by  den  seilern,* 
die  ouch  by  in  blibent. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  11  nr.  7.  eone.  eh. 


s*  1220.  Oie  Grafen  Hanemann,  Sigmund  und  Friedrich  von  Zweibrücken  verkünden 

öffentlich,  dass   die   Strassburger   Domherren   Ulrich    und  Sigmund   von  Lichtenberg 

1   Verbessert  seilere  und  grempper. 
*  Es  fehlen  4  —  6  Buchstaben. 
3  Datierung  fehlt. 
40  4   Verbessert  seiler  vor  grempper. 


670  1397 

ihnen  niemals   in  ordentlicher  Weise  durch  Boten  oder  Briefe  ihre  Feindschaft  kund 
gethan  haben.        geben  uff  S.  Johans  dag  nach  der  winachtwochen  anno  1397. 

1397  Januar  3. 
Str.  St.  A.  Abt.  TV,  72.  cop.  coaev. 


1221.  Berthold  von  Bosheim  i  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  Die-  i 
trich  Kemmerer:  entschuldigen  sich  wegen  der  späten  Antwort  .  .  .  danne  wir  sint 
yetze  in  einre  anderunge  unser  rete,  also  unszer  gewonheit  jores  ist  .  .  .  und  so- 
balde  wir  unser  rete  gesetzent,  so  wellen  wir  dich  darnoch  ein  antworte2  lozzen 
wissen  mit  unserme  botten.  datum  feria  quinta  proxima  post  diem  circumcisionis 
domini.  [1397  Januar  4.J  i 

Aschaffenburg,  Baiberg  Arch.  or.  mb.  I   cl. 


1222.  Georg  von  Koboltzheim,  ein  Edelknecht,  schwört  der  Stadt  Strassburg  nach 
Entlassung  aus  der  Gefangenschaft  Urfehde  und  stellt  dafür  eine  Anzahl  Bürgen  aus 
seiner  Verwandschaft  und  Freundschaft.  geben  an  dem  nehesten  fritage  nach  dem 
heiligen  sübenden  tag  nach  winaht  1397. '  1397  Januar  5.  15 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  Papierheft,  cop   coaev. 


1223.  Hans  von  Molsheim  an  den  Ammeister  Heinrich  Kranich  über  Kriegsge- 
rüchte:  .  .  .  laz  uch  wiszen,  daz  ich  zu  Mentze  bin  by  deine  obirsten  schultheiszen 
und  da  han  ich  erfaren  und  befunden  und  habe  auch  daz  folke  besehen,  daz  grave 
Philipps  von  Nassaüwe  500  pherde  gesamet  hat  ume  Mentze,  und  zuhet  yn  daz  Wes-  so 
terriche  geyn  Sarbrücken  und  da  samet  er  sich  noch  mee  und  sament  auch  sich  die 
von  Bitsche  und  vil  herren,  die  ich  nit  genennen  kan,  und  wirt  des  folkes,  als  die 
rede  get,  1400  gleven  zusamen,  und  wullent  ziehen  off  üwern  schaden  ynne  daz  lant. 
also  han  ich  virnomen.  auch  wüntschen  ich  uch  vil  geluckes  zu  uwere  herscheffte,  daz 
got  wulle,  daz  ir  isz  bit  eren  unde  liebe  vollenbrenget.  gegeben  zu  Mentze  off  2b 
sanct  Erharts  dage  ynne  deme  97  jare.  Mainz  1397  Januar  8. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  29  fasc.  E.E. 


1  B.  v.  Bosheim  war  Meister  von  1396  Januar  9  bis  1397  Januar  7. 

*  Vgl.  den  Brief  von  11  Januar. 

3  Auf  diese  31/*  Seiten  eines  Papierheftes  füllende  Urkunde  folgt  unter  der  Ueberschrift :  Dise 
nacbgesohriben  stücke  het  Gerrie  von  Koboltzheim  unbetwungeuliche  geseit.  Eine  Aufzählung  aller  der 
Unthaten,  deren  jener  sich  schuldig  bekannt  hat :  Erpressung,  Pferde-  und  Viehraub,  Beraubung, 
Brand  und  Mord. 


1397  «71 


1224.  .lohans  Zorn  dem  man  sprichet  Eckerich  der  Meister  und  Rat  von  Strass- 
l*n !-*►■  an  Dietricli  Kemmerer:  antworten  wegen  der  Burg  Herrenstein  .  .  .,  das  wir 
von  der  vestin  Merrenstein  schedeliche  und  grozzliche  geschediget  sint  und  nit  wir 
allein,  sunder  da/  land  zii  Elsa/z,  und  ist  da/  gescheen  so  dicke  und  vil,  das  wir 
noch  der  vestin  gestanden  habent  und  die  mit  gottes  hilfT  gewunnen  und  wissent 
darumbe  nit  mit  dir  zu  tünde  haben  denne  gutes.  datum  feria  quinta  proxima 
ante  diem  sancti  Hylarii.1  [1307  Januar  11.] 

Aschaffenburg,  Baiberg,  Arch.  or.  mb.  I.  cl. 


1225.  Hagenau  an   Strassburg:    ersucht   um   Anset/ung   eines   neuen   Tages   zur 

10  Beilegung  der  Streitigkeiten  zwischen  Katharina  Hochstettin,  der  Wittwe  Hensels  von 

Mülnheim,  Bürgerin  von  Hagenau,  und  Gosse  von  Mülnheim,  da  sie  den  ersten  wegen 

Krankheit  nicht  habe  besuchen  können.         datum  dominica  post   octavam  Epiphanie 

anno  97.  1397  Januar  14. 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 


1226.  Meister  und  Rat  von  Schlettstadt  an  Strassburg:  verwenden  sich  für  Ledig- 
lassung  ihres  Söldners  Rudolf  Syferman  den  teschenmaeher,  .  .  .  den  Läwelin  von 
Wintertur  uwer  burger  mit  gerihte  by  üch  behebet  hat  .  .  .  unter  Berufung  auf  das 
Bündnis,  .  .  .  so  ir  und  wir  mit  einander  habent.  datum  feria  seeunda  post  diem 
beati  Hilarii  episcopi  anno   97.  1397  Januar  Iß. 

Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl. 


1227.  Breisach  an  Strassburg :  verwendet  sich  für  ihren  Hintersassen  und  Söldner 
Heinrich  Nefe,  welchen  Bitter  Gosse  Engelbreht  .  .  .  verbotten  und  behept  hab  von 
Btwaa  wins  wegen,  das  im  vor  Gemar  genommen  wurde,  ...  da  ir  selber  wol 
wissent,  in  weler  moss  semlich  ding  beschikt  in  reisen,  und  das  ouch  die  unsern 
von  uwern  wegen  und  in  uwerm  dienst  da  [cor  Gemar]  warent.  .  .  .  datum  ipsa 
die  conversionis  Pauli  97.  1397  Januar  2ß. 

Str.  St.  A.  AA.  2009.  or.  eh.  I.  cl. 


1  Ah  Hylarientag  ist  hier  wohl  der  13  Januar  anzusetzen. 

VI.  86 


672  1397 


1228.  Ratsbeschhß  über  Einführung  einer  Vermögenssteuer.  J397. 

Unser  herren  meister  und  rat  schSffel  und  amman  sint  überein  kommen,  das 
alle  die,  wer  die  sint,  die  in  unserre  stette  schirm  zu  Strazburg  sitzent  und  under 
vierhundert  pfunde  wert  gutes  hant  über  iren  husrat,  harnesch  und  eleider,  das  die 
von  demselben  irme  gute  yr  iegliches  ye  von  hundert  pfunden  unser  stette  geben 
sol  ein  pfunt  pfenninge  und  über  drü  hundert  pfunt  untz  an  vierhundert  pfunt 
nach  markezal  und  von  hundert  pfunden  untz  under  sich  an  zehen  pfunt  ouch  nach 
Novbr.  h.  markezal.  und  sollend  das  gelt  geben  und  bezalen  hynnan  bitz  sant  Martins  tag 
nehest  komet.  und  sollent  alle  constofeler  meyster,  die  die  under  in  sitzent  und  alle 
antwerg  meyster,  die  die  under  in'sint  und  mit  in  dienent,  vür  sich  besenden  und  w 
die  tun  vor  in  sweren  ein  worheit  zu  sagende  und  noch  vorgeschribener  wise  by 
irme  eyde  frogen,  wie  vil  sy  gutes  hant  und  in  empfelhen  das  selbe,  das  sy  denne 
sagende  werdent,  das  sy  das  vurderlichen  in  drigen  tagen  donoch  geschribent  gebent 
einer  personen,  die  yeglich  constofeler  meyster  oder  antwerg  meystere  den  personen 
under  in  benennent,  durch  das  es  deste  heimlicher  blibe,  wie  vil  gutes  yederman  is 
het.  und  vür  wievil  sich  yedes  mensche  geschriben  git,  das  gelt  sol  denne  ein  yeglich 
mensche  hie  zwuschent  und  sant  Martins  tag  den  drien,  die  über  das  ungelt  gesetzet 
sint,  mit  namen  :  Jacobe  von  Diemeringen,  Hanse  Steffan  und  Claus  Gumransch  ant- 
wurten,  geben  und  bezalen.  und  wer  das  verbrichet,  der  bessert  fünf  pfunt  Pfen- 
ninge; wer  aber  vier  hundert  pfunde  wert  gutes  het  und  darüber,  der  sol  hengeste  m 
pferde  und  halbe  pferde  haben,  als  ■  der  vorgenante  brieff  stot.  und  sol  dis  urteil 
weren  von  sant  Martins  tag  nehest  kompt  über  ein  jor.  actum  sub  domino  Johanne 
Klobeloch  magistro  anno  1397. 

Str.  St.  A.  Schilter,  jus.  statt,  (manuscr.)  fei.   297/8.  Abschrift  aus  dem  1870   verbrannten 

'Heimlich   Buch».  25 

Vgl.  Eönigsh.  (Hegel,  Beilagen  11  S.  959). 


1229.  Der  Woiwode  Stibor  von  Siebenbürgen  an  Straßburg  wegen  [Befreiung 
Straßburger  Bürger.1  1S&7  Februar  1. 

Edlen  hern  rittern  undTdem  rat  der  stat  ze  Strasburg  tu  wir  chunt,  daz  der 
Heimer  Swebell  ewer  stat  chnecht  pey  unz  yn  Subenburgen  gewest  yst  und  von  del 
hern  wegen,  der  ewer  statt  ritter  vleyzz  erfaren  wold.  nu  hab  wir  yn  geroten,  daz 
er  nicht  fürbaz  czyen  sold,  wen  er  for  unfryd  nicht  furbaz  zcyen  mocht,  wen  er  der 
sprach  ouch  nichten  chan,  sunder  wir  gewissen  poten  yn  den  landen  wol  bechant 
und  die  sproch  chrycheschen  und  bulgeryz  auch  walochezz  auz  gesant  haben,  wo 
sie    sülche    erber ^'lewte   funden,   die   wold    wir   gern    ledek   machchen    mit    unsern 


" 


1   Vielleicht  handelt  es  sich  um  jene  Strassburger  Bürger,  die  im  Jahre  1396  an  dem  Türkenzug  teil- 
genommen  haben.  Vgl.  ob.  nr.  1218  die  Liste  derselben. 


1397  673 

vögten,  alz  pest  wir  möchten.        geben  an  unser  lyben  frawen  abend   purificationis 
anno  domini  etc.  97. 

Stibor  wayda  ze  Siebenbürgen 

und  graf  ze  Presburg. 
[In  verso]   Den  edlen  hern  rittern  und  dem  rat  der  stat  ze  Strosburg. 

Str.  St.  A.  G.  D    P.  lad.  der  zerstreuten  Sachen   or.  eh.  lit.  el.  c.  sig.  i.  vers.  impr. 


1230.  Ludeman  herre  zu  Liehtemberg  giebt  den  Straszburgern  auf  ewige  Zeiten 
Zollfreiheit  an  seiner  Zollstätte  zu  Krewelsboume  am  Rhein.  geben  an  dem  nehsten 
mentage  nach  unserre  frawen  tage  der  liehtmesze  1397.  1397  Februar  5. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  223.  nr.  5.  cop.  eh.  coaev. 


1231.  .lohans  Zorn  dem  man  sprichet  Eckerich  der  Meister  und  Rat  von  Strass- 
burg  an  Dietrich  Kemmerer  :  antworten  1  betreffs  der  Rurg  Herrenstein,  .  .  .  daz  wir 
und  die  unsern  und  ouch  das  lant  zu  Elsazz  von  der  vestin  Herrenstein  grozzliche 
geschediget  sint,  so  vaste,  daz  wir  noch  der  vestin  gestanden  haben  und  die  mit  der 
15  gottes  hilffe  gewunnen  und  wissent  darumbe  mit  dir  nit  zu  ti'inde  haben  denne  gutes  .  .  . 
Ebenso  sei  ihm  auf  seine  Ritte  wegen  seines  Knechtes  Riniken  Genüge  geschehen, 
da  sie  ihm  «zil  sinre  gefengnisse»  gegeben  haben.  datum  sabbato  proximo  ante 
diem  saneti  Valentin!.'  (1397  Februar  10.] 

Aschaffenburg,  Baiberg  Arch.  or.  mb.  I    el.  c.  sig. 


1232.  Allerlei  Notizen  betreffend  die  Eroberung  der  Burg  Herrenstein.*      [1397.] 

Item  mir  ist  uff  gestern  worlich  fürkommen,  das  min  gnediger  herre  von  Stras- 
burg im  zu  sage  geton  hat  ine  nit  zu  verlossen. 

Item  uff  gestern  umb  mittnaht  sint  die  gemein  doselbs  zu  Zabern  in  die  reise  ge- 
zogen und  geleit  und,  wenn  die  glocken  angont,  bereit  zu  sin. 


1    Vgl.  oben  den  bis  auf  den  Schluß  gleichlautenden  Brief  vom  11  Januar. 

i  Ein  Brief  genau  desselben  Inhalts  liegt  noch  vor  vomJZG  Februar  1397  [feria  post  2  diem  saneti 
Mathie], 

3  Königsh.  Hegel  II,  813:  do  men  zalte  1397  jor,  do  fftrent  die  von  Strosburg  ns  heime- 
liche  an  eime  obende  mit  geritten  volke  für  die  bnrg  Herren  stein  und  koment  darnoch  mitter- 
so  naht,  und  also  sü  es  bestellet  hettent,  do  gingent  sü  an  die  mure  jnit  irme  ge/.üge  und  grftbent 
ein  loch  durch  die  muro  und  koment  in  die  vesten,  das  es  in  der  vesten  nieman  gewar  wart,  untz 
das  sü  ire  liehter  entzuntent.  und  do  vingent  sü  uf  der  vesten  10  man,  die  fftrtent  sü  gein  Strosburg 
gefangen,  doch  koment  sü  alle  us  mit  grosser  burgschafte  und  donoch  bestelletent  die  von  Strosburg 
die  bürg  und  sattent  einen  vougt  dmf  und  behfltent  sü.  —  Die  Burg  verblieb  fortan  der  Stadt,  die 
35   für  dieselbe  139S  die  Summe  von  1390  Gulden  an  die  Herren  von  Bitseh  zahlte.  (Vgl.  Als.  ill.  II,  219.) 


674  1397 

Item  es  ist  ouch  der  bescheit  zu  Nuwilr  gegeben,  wo  die  glocken  in  der  herr- 
schafft und  ouch  in  dem  stifft  angont,  doselbs  zu  ziehen. 

Item  die  von  Nuwilr  habent  ouch  gar  ein  starke  waht  by  der  naht  mit  für  in 
der  stat  under  der  louben  ouch  uszwendig  der  stat. 

Und  ist  die  gemein  rede,  und  so  das  duht  mich  dannaht  nit  ungeroten  sin,  ir 
werdent  zum  ersten  gen  Nuwilr  ziehen  und  das  innemen,  so  habent  ir  Herrenstein 
und  Dossenheim  an  der  hant,  und  was  uch  dann  furter  gelegen  sin  wil  gegen 
Buchswilr  oder  sust  für  zu  nemen,  obe  dann  schon  ettwas  gezügks  kommen,  so  werent 
ir  balde  in  uwere  gewarsame. 

Ich  han  uff  gestern  geschriben,  wie  die  gemein  rede  sy,  das  myn  herre  der  pfaltz- 
grafe  im  hilff  zu  schicken  wolle,  es  ist  zu  Buhszwilr  gelutet,  sust  han  ich  nit  witer 
wissens. 

Ich  han  ouch  von  Lützelstein  geschriben,  do  wil  mich  beduncken,  grafe  Heinrich 
werde  ouch  gemach  tun,  er  möhte  es  dann  nit  gebessern. 

Ich  han  aber  myn  botschafft  zu  Buhszwilr  desglich  sunst  an  zweyen  enden  :  01- 
fare  ich  ützit,  [was]  not  ist  zu  wissen,  wil  ich  tun. 

Item  die  von  Ernoltzheim,  Hattmat,  Imbsheim  und  andere  dörffer  ligent  alle  naht, 
im  harnsch  und  sint  der  moszen  gewarsame. 

Str.  St.  A.  AA.  1406.  or.  eh.  Zettel. 


1233.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  ...  als  ir  uns  geschriben  20 
und  abschrift  gesant  hand,  als  unser  oheim  grave  Heinrich  von  Sarwerde  dem'bisolioff 
von  Strassburg  von  unser  zweyung  wegen  geentwurt  hat,  han  wir  wol  verstanden,  die 
wil  ez  üch  nü  gut  dunckt,  daz  wir  anderwarb  zu  einem  gutlichen  tag  gegen  ym  komen, 
so  wollen  wir  ez  gern  tun  durch  unsers  vorgenanten  oheims  und  durch  uwern  willen 
März  n.  und  wollen  denselben  gutlichen  tag  gern  mit  ym  leisten  zu  Obern-Bühel  uf  den  fritag  2» 
nach  dem  suntag  Invocavit  .  .  .  wil  der  byschoff  den  tag  also  leisten  und  gen  uns  uf 
nemen,  daz  land  uns  in  zit  wissen.  datum  Baden  feria  seeunda  post  Mathie  apos- 
toli  anno   1397.  Baden  1397  Februar  26. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1738.  so 


1234.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  beglaubigt  seinen  Abge- 
sandten Hans  Conzmann,  Vogt  zu  Baden.  datum  Baden  feria  tertia  post  Mathie 
apostoli  anno   1397.  Baden  1397  Februar  27. 

Str.  St   A.  AA.   85.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1729.  35 


1235.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und   Bat    von  Strassburg:    be- 
stätigt den  Empfang  ihres  Schreibens  wegen  der  Herren  von  Bitsch  und  verweist  sie 


1397  675 

auf  den  mündlichen  Bescheid  ihres  Dieners  Hans  Nauwer,  dem  er  seinen  Willen  und 
Meinung  mitgeteilt  habe.         datum  Baden  in  die  cinerum  anno  1397. 

Baden  1397  März  7. 

Str.  St.  A    AA.  85.  or.  eh.  I    cl. 
t  Reg   d   Markgr.  v.  B.  nr.   1730. 

1236.  Meister  und  Bat  von  Schlettstadt  an  Strassburg:  beschweren  sich  über 
ungerechte  Z  oller  heb  ung:  .  .  .  uns  ist  fürkommen,  wie  das  ir  in  uwere  stat  von  den 
unsern  fürbaszer  zol  nement,  denn  als  ir  und  wir  by  langen  ziten  in  guter  gewon- 
nene und  früntschaften  mit  einander  harkomen  sint.  und  ist  unsjgeseit,  das  ir  mit 
i«  namen  von  den  unsern  nement:  von  einem  iegelichen  füder  wins,  das  sü  by  üch 
verkouffent,  zwene  Schillinge  pfenninge,    und   was    das  lant   her  uf  gefüret  würt  von 

tysen,  das  den  unsern  zu  gehöret,  do  nement  ir  von  eim  iegelichen  pfunde  ysens  zehen 
Schillinge  pfenninge,  von  einre  tonnen  heringes  einen  Schilling  pfenninge.  und  was 
sus  anders  die  unsern  bi  üch  kouffent,  do  von  nement  ir  pfuntzol  von  iedem  pfunde 
vier  pfenninge  und  von  eime^nuwen  massen  lange  vasse  ouch  vier  pfenninge.  und 
sus  ander  zolle  von  manigerleye  dinge,  das  anders  wa  har  den  unsern  in  uwer  stat 
gefürt  würt  und  nider  geleit  und  mit  andere  fürungen  zu  uns  geschicket  würt,  als 
uns  das  alles  geseit  ist,  das  doch  den  unsern  vormals  nit  me  besehenen  ist,  denn, 
das  es  in  kurtzen  ziten  angefangen  ist.  do  bittend  wir  üch  mit  erneste,  das  ir  die 
20  unsern  solicher  nuwer  zolle  erlassent  und  su  domite  nit  beswerent  und  von  in  tünd 
nemen,  als  ir  und  wir  in  guter  gewonheite  und  früntschaft  lange  zyt  miteinander  har 
kommen  sind,  und  were  ouch  den  unsern  also  üt  abegenomen,  do  bittend  wir  üch, 
das  ir  den  das  tünd  widerkeren,  wann  wir  die  uwern  ungerne  vürbasser  trengetend, 
denn  als  ir  und  wir  lange  zit  in  guter  früntschaft  mit  einander  har  kommen  sint. 
u  und  land  uns  des  uwer  antwürte  verschriben  wider  wiszen.  geben  am  nehsten 
dunrestage  vor  der  grossen  vastnaht  anno  .  .  97.  1397  März  8. 


Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl. 


Briefes  an  den  Bischof  von  Strassburg,    worin  er  ihn  auffordert  einen  Sühnetag  mit 
3„  Heinrich  von  Lahr  zu  leisten,  und  bittet  die  Stadt  auch  ihrerseits  für  das  Zustande- 
kommen dieses  Tages  und  einer  Stallung  zu  wirken.         geben  ze  Ensisheim  an  mit- 
tichen  vor  dem  suntag  Beminiscere  anno  domini   1397.        Ensisheim  1397  März  14. 


I 


Str.  St.  A   AA.  1420.  or.  ch.]u.  cop.  eh. 


1231t.  Meister  und  Bat  von  Schlettstadt  an  Strassburg:  verwenden  sich  abermals 

88  um  Lediglassung  ihres  Bürgers  .  .'.  Rüther  Schürpfesackes,  den  der  probest,  der  dechan 

und  die  tümherren  zu  Sant  Thoman  in  uwer  stat,  uwere  burger,  sine  wine  verholten 

und  gefrönet  hant  mit  gerihte  .  .  .         datum  feria  seeunda  proxima  post  diem  beate 

Gertrude  anno  97.  1397  März  19. 

Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl. 


676  1397 

1239.  Jeratheus  von  Ratzenhusen  und  Georg  von  Andelah,  Hauptleute  der  Gesell- 
schaft mit  den  Martinsvögeln  an  Strassburg :  können  mit  ihren  Gesellen  nicht  zum 
nächsten  Freitag  in  Ebersheimmünster  sein,  da  die  gestellte  Frist  zu  kurz  ist  .  .  . 
alse  unser  herre  von  Stroszburg  und  ir  allen  geslehten  geschriben  hant  umbe  dieselbe 
sache  uf  disen  nehsten  sunnendag  zu  Stotzheim  zu  sinde,  do  komment.  geben 
mittewoche  vor  halp  vasten  anno  1397.  1397  Marx  28. 

Str.  St.  A.  IV.  lad.  28.  or.  eh.  I.  cl. 


1240.  Graf  Heinrich  zu  Saarwerden,  Herr  zu  Rappoltstein  an  Strassburg:  bittet  im 
Einverständnis    mit    Heinrich    von   Finstingen   um   einen    Frieden    und    Stallung  mit 
halbjährlicher  Kündigungsfrist  für   die  ...  kinde  von   Diemeringen,  danne   mir  leide  io 
ist,  daz  sie  vertriben  söllent  werden  in  ir  kintheit ;  ebenso  wolle  er  den  Bischof  von 
Strassburg  bitten.         geben  an  dornstag  vor  halpvasten  anno  1397.     1397  März  29. 

Str.  St.  A.  Abt   IV,  72.  or.  eh.  I   cl. 


1241.  Meister  und  Rat  von  Strassburg  verkünden,  dass  sie  die  Stadt  Basel  voll- 
ständig gesühnt  und  geschlichtet  haben    mit   Heintzemann    Arnes.  datum  am  sct.   15 
Florencientag  anno  1397.  1397  April  3. 

Basel,  St.  Arch.  I.  H.  H.  st.  nrk.  nr.  747.  or.  mb.  c.  sig   pend 


1242.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  verspricht  dem  Grafen  Eberhard  vorr  Würt- 
temberg, ihn  von  der  Strassburg  gegenüber  übernommenen  Bürgschaft '  ohne  allen 
Schaden  ledigen  zu  wollen.         geben  zu  Egisheim  am  zinstag  nach  Letare  anno  1307. 

Egisheim  1397  April  3. 

Stuttgart.   Sts.  Arch.    (Oesterreich)  or.  c.  1  sig.  Regest  nach  dem  Repertorium  universale 
Pars  IV,  pg.  353. 


1243.  Hagenau  2  an  Strassburg:    beschwert  sich,  dass  Hagenauer  Weinleute  und 
andere  in  Strassburg  einen  neu  eingerichteten  Zoll  von  4  Pfennigen  das  Fuder  zahlen  25 
sollen,  während  .  .  .  wir   die    uwern   bi    uns   zols  fri   lassent  .  .  .    bittent,  das  ir  die 
unsern  ouch  zols  fri  lassen  wellent.         datum  feria  quarta  ante  Palmarum  anno  97. 

1397  April  11. 

Str.  St.A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 


1244.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  und  Ottemann  von  Ochsenstein  scliliessen 


an 


eine  Sühne  nach  allerlei  bisherigen  Streitigkeiten  unter  Mitwirkung  des  Strassburger 


1  Vgl.  nr.  1193. 

2  Am   21  Mai  1397  schreibt  Hagenau  wieder  und  verlangt  Antwort  auf  diesen  bisher    unbeantwor- 
teten Brief.        datum  feria  2  post  Cantate  1397  Str.  St.  A.  AA.  «17.  or.  eh.  I   cl. 


1397  677 

mmanmeisters  Heinrich  Kranich  und  städtischer  Abgeordneter.         datum  et  actum 
Argentine  feria  quarta  proxima  ante  dominicam  Palmarum  anno  domini   1397. 

Stramtbury  1397  April  11. 

Str.  St.  A.  AA.  1421.  cop.  eh.  couev. 


245.  (h-.-iI  Heinrich  von  Fürstenberg1  an  Strassburg:  bittet  um  Teilnahme  an 
einer  Tagleistung  zu  Ensisheim  zwischen  ihm  und  Fritzen  von  Zolr  vor  dem  Herzog 
von  Oesterreich  durch  Entsendung  von  zwei  oder  drei  städtischen  Gesandten.  datum 
feria  sexta  ante  Palmarum  anno  1397.  1397  April  13. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  el. 


1246.  Arnold  von  Berenfels  der  Bürgermeister  und  der  Rat  der  Stadt  Basel  an 
Straszburg:  antworten  auf  die  Aussage  von  Fischern,  dass  die  Baseler  nicht  ge- 
statteten Fische  «für  unser  statt  ze  fürende,  die  si  doch  obwendig  kouffenf»,  dass  es 
die  Fischer  mit  den  Fischen,  «die  sy  obwendig  und  in  Basel»  kaufen,  ungehindert  fahren 
lasse.        datum  anno  97  feria  quarta  post  festum  pasce.  1397  April  9g, 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  86.  or.  mb.  cl.  c.  »'.  v.  impr. 

1247.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:2  dankt  der  Stadt  für  die 
guten  Dienste  zur  Freilassung  seiner  zwei  von  Cunz  von  Dürmenz  gefangenen  Leute 
und  erklärt  mit  dem  Bischof  von  Strassburg  eine  Stallung  bis  zum  24  Juni  halten 
zu  wollen,  in  der  Weise,  wie  es  ihre  Boten  Ritter  Thomas  von  Endingen,  Hans  Bock 
und  Ulrich  Gosse,  der  alte  Ammanmeister,  jüngst  an  ihn  geworben  haben.  datum 
Mulnberg  feria  quarta  post  festum  pasche  anno  1397.         Mühlburg  1397  April  25. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1735.  (vgl.  dort  nr.  1737,  1740.) 


1248.  Die  Stadt  Saarburg  an  Strassburg:  .  ..lant  üwer  wiszheit  wiszen,  das  Süffien, 
is  Clauz  Küfers  seligen  wittewe,  von  Kyrperg,  unszere  bürgerine,  vor  uns  ist  komen  und 
het  uns  geseit,  wie  das  Runzel,  üwer  bürgere  einre  ir  zu  tünde  habe  und  gihtige 
schult  schuldig  sij  von  des  vorgeschriben  Claweses,  ires  mannes  seligen  wegen,  alz 
sie  uns  geseit  het,  und  habe  yme  die  selbe  schult  dicke  geheiszen  und  an  in  gefordert 
und  könne  ir  keine  bezalunge  bescheen.  . . .  und  bitten  desshalb  um  Unterstützung  dieser 
so  gerechten  Schuldforderung.         datum  dominica  Quasimodogeniti  anno  1397. 

1397  April  29. 

IStr.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  45/46.  nr.  74.  or.  eh.  lit.  cl.  c.  sig.  in  v.  imp.  del. 


1  April  23  dankt  derselbe  für  die  beabsichtigte  Sendung,  da  der  Tag  nicht  stattfinde. 

2  Am  8  Juni  schreibt  derselbe  an  Strassburg,  daß  er  sich  mit  jenem  Cum  von  Dürmenz   verglichen 


habe   und  desshalb  bitte,  demselben  auch   ihrerseits  Friede  und   Sicherheit  tu  gewähren    (ibid.  AA.  85. 
or.  eh.). 


678  1397 

1249.  Ritter  Reinhard    von  Windeck   an   Ritter  Thomas   von  Endingen    und  den 
Aprii  S7.   Altammeister  Ulrich  [Gosse] :  . . .  also  ich  uff  disen  liebsten  vergangen  frytag  zu  Stroaz- 

burg  in  der  Krutenöwe  mit  üch  geret  habe  von  Hansen  wegen  von  Detlingen  und 
üch  verkündet  . . .  habe,  wie  den  her  Gerspach  gefangen  het,  . . .  darüber  wolle  er  noch 
nichtTweiter  an  seinen  Herrn  den  Markgrafen  Bernhard  berichten,  .  .  .  ich  herfare  denn  •> 
von  üch,  ob  er  ledig  möge  werden  oder  nyt,  darumb  so  bitt  ich  ach,  daz  ir  mich 
unverzögenlich  uwer  verschriben  antworte  ....  lant  wiszen.  datimi  ipsa  die 
Philippi  et  Jacobi  anno  97.  1397  31  ai  1. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh. 

Reg.  d.  Markgr.  v.  Beul.  nr.  1736.  10 

1250.  Hagenau  an  Strassburg :  da  .  .  .  die  unsern  mit  geistlichem  gerihte  geladen 
unde  bekümbert  werdent  an  offener  cantzeln  .  .  und  sogar  einzeln  auf  offener  Strasse 
gefangen  sind  .  .  bytten  wir  mit  flisze,  das  ir  mit  den  geistlichen  rihtern  reden  wellent 
das  sü  solich  laden  unde  bekümbern  abeloszen  und  die  unsern  der  zu  disen  ziten 
über  haben  wellent  .  .  .  datum  feria  seeunda  post  dominicam  Cantate  anno  do-  15 
mini  1397.  1397  Mai  21. 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl 


1251.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  hat  am  1  Juli  vor  dem 
Herzog  von  Oesterreich  einen  ernstlichen  Tag  zu  Freiburg  zu  leisten  mit  dem  Grafen 
von  Württemberg  und  bittet,  ihm  zwei  oder   drei  vom  Rate  als  Beistand  zu  senden,  a> 

Baden  feria  seeunda  post  penthecosten  anno    1397.  Baden  1397  Juni  11. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh. 

Heg.  d.  Markgr   v.  Bad    nr.  1741. 


1252.  Bruno   von  Rappoltstein   an   Strassburg:  bittet  .  .  .  zum  dritten   male  mit 
ernste,  das  ir   die    üwern   underwisent   und   solich  habent,  das   sü    mine  burger  mit   ss 
lantgerichte  umbeknmbert  lassent,  ...  da  er  jederzeit  bereit  sei,  ihnen  Recht  zu  ver- 
schaffen,        geben  uf  zinstag  nechst  noch  dem  pfingestage  anno  1397.    1397  Juni  12. 


Str.  St.  A   Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  el. 


so 


1253.   Worms  an  Straßburg  in   Sachen   des    bei  ihrer   Stadt  vom   König  ein 
gerichteten,  aber  von  den  Fürsten  beanstandeten  Rheinzolles.  1397  Juni  14 

Unsern  willigen  dinst  mit  flisze  zuvor :  ersamen  wisen  lieben  frunde.  wir  laszen 
öwere  vorsichtige  wisheid  wiszen,  daz  wir  von  unsern  herren,  den  korfürsten  am  Ryne 
mit  namen :  von  unserm  herren  von  Colne,  von  Tryere,  von  unserm  herren  dem 
hertzogen  und  von  dem  stiffte  von  Mentze  heffteclichen  betediget  sin  worden  als 
von  des  zollis  wegen,  den   unser  gnediger   herre   der  romisch  konig  by  uns  off  dem  35 


1397  679 

Ryne  offgesatzt  und  gemacht  hat  sinen  gnaden  und  dem  heiligen  römischen  rieh  zu 
eren,  zu  notze  und  zu  frommen,  damit  sin  gnade  uns  auch  eins  deils  begnadiget  hat 
nach  lüde  der  briefe,  die  unser  herre  der  konig  darüber  gegeben  hat.  und  mit  namen 
ist   ire    meynunge,  daz    wir   den   zolle  gentzlichen   abedün    und  die  briete,  die  unser 

5  Innre  der  konig  darüber  hat  dun  machen,  von  uns  geben,  des  wir  doch  nit  machte 
han  zu  tünde  ane  unsern  herren  den  konig.  auch  ist  ire  meynunge,  daz  unser  herre 
der  konig  sich  gein  ine  verschriben  habe,  daz  er  keinen  zoll  ane  sie  machen  sulle. 
darumbe  wollen  wir  unsere  fründe  gern  schicken  mit  den  iren  zu.  unserm  gnedigen 
herren  dem  konige,  waz  er  uns  dann  in  den  sachen  heiszet  dun,  des  wollen  wir  gern 

i«  gefolgig  sin.  were  ine  daz  aber  nit  gefüglich,  so  wollen  wir  den  brieff,  den  unser 
herre  der  konig  über  denselben  zoll  hat,  dun  machen  legen  vor  unsern  herren  den 
konig  und  daz  er  zu  im  neme,  wen  er  wolle  oder  die  er  billich  darzü  nemen  sol.  und 
waz  sich  die  dann  miteinander  darüber  erkennent,  des  wollen  wir  auch  gern  gefolgig 
sin  von   des   zollis  wegen,  were    ine    daz   auch   nit  gefüglich,  so  wolten    wir   unsere 

is  fründe  gern  mit  den  iren  schicken  zu  unserm  herren  dem  konige  und  sin  gnade  ernst- 
lich zu  bieden,  daz  sin  gnade  den  zolle  abedede,  wand  die  fürsten  yn  nit  gern  da 
hetten.  were  ine  daz  auch  nit  gefüglich,  so  wolten  wir  unsere  fründe  allein  zu  un- 
serm herren  dem  konige  schicken  und  yn  fliszeclich  und  ernstlich  zu  biedende,  daz  er 
den  zolle  abedede,  wand   er  wieder  die  fürsten  were  und  nit  sin  solte,  als  sie  mey- 

20  nent  und  wolten  uns  darumbe  criegen.  und  daz  unsere  herren  die  korfürsten,  daz 
die.wile  in  guter  gedült  lieszen  tili  hon  und  sten,  bisz  daz  die  werbunge  und  bot- 
schafft hienin  und  herüsz  kerne,  als  wir  daz  auch  etlichen  unsrer  herren  der  kor- 
fürsten fründen  und  reten  gesaget  und  vorgelacht  haben,  herumbe  lieben  besundern 
fründe,  so   bitten   wir  uwere    ersame  vorsichtige  wisheit  dinstlichen  mit  allem  flisze, 

25  daz  ir  disz  vor  uns  biedent  und  uns  auch  heroff  verantworten  wollent,  daz  begern 
wir  allczit  umb  üwere  ersame  wisheit  zu  verdienen,  lieben  fründe,  üwer  verschriben 
antworte  laszent  uns  mit  diesem  boden  wieder  wiszen.  datum  anno  97  feria  quinta 
inf'ra  oetavam  pentecostes. 

Bürgermeister  und 

rate  zu  Wormsze. 
Str.  St.  A.  Abt.  IV,  125.  or.  eh.  I.  dl. 

1254.  Markgraf  Hesse  zu  Hochberg  an  Strassburg :  bittet,  ihm  zu  einer  Tagleistung 
vor  der  Äbtissin  von  Andelau  in  einer  ihnen  schon  bekannten  Angelegenheit  .  .  . 
/.wen  erber  botten  zii  sehigken  uff  den  tag,  und  denen  enphelent,  daz  ir  einer  under 
den  «wein  min  rode  tett,  ob  ich  sin  bedorffte.  geben  uff  unsers  herren  fronlichnamen 
tag  anno   K597.  1307  Juni  31. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

1255.  Protokoll  einer  Minsberatung ,  1397  Juni  27. 

Dis  ist  das  rotslagen  über  die  munsse. 
40  feria  quarla  posl   diem  festi  saneti  Johannis  baptiste  anno  97. 

Zinn    ersten    so  'ist   gerolslagel    uinlie  das,  das  der  guldin   desle  basz  besät   blibe 

VI.  86 


680  1397 

und  deheine  irrunge  an  den  pfennigen  werde  und  ie  eins  das  ander  deste  bas  ge- 
weren  müge,  das  man  sol  slahen  grossen,  do  ein  grosse  also  gilt  ist  also  ein  Schilling 
Stroszburger  pfennige.  und  sol  man  ir  ie  zehen  grossen  vür  ein  güldin  geben  und 
nemen  und  sol  ein  grosse  also  swer  sin  also  der  ander,  [do  zu  sol  man  slahen  halbe 
grossen,  do  einre  also  gut  ist  also  sehs  pfennige] '  darzü  sol  man  slahen  dryer,  do  einre  5 
also  gut  ist  also  vier  pfennige  [wenne  man  das  also  diit  und  die  grossen  geslagen 
wurdent].  darzü  sollent  man  do  zwüschent  alle  pfennige  und  heilbelinge  slahen  und 
obe  man  wil  sie  iegenote  gent  [und  sol  man  den  seyer  bruchen  an  allem  vorge- 
nanten gelte  umbe  daz,  das  gelt  dester  glicher  werde]  unde  wenne  man  die  grossen 
also  sieht,  so  lot  man  uns  unser  münsse  bliben  und  fürt  sie  nit  hinweg  danne  dise  »> 
pfennige  alle  tage  gröszliche  hinweg  werdent  gefürt  und  verbrant,  das  der  menige 
und  disem  gantzen  lande  groszen  verderblichen  und  unwiderbringlichen  schaden 
bringet,  wenne  das  also  geschieht,  so  setzet  sich  der  güldin  selber,  und  wurt  die 
münsse  köfmanschaft  werunge  rihtig. 

[2] 2  Item   die   zu    der  münssen  gesetzet  werden,  sollent  ouch  alle  vierteil  jores   15 
alle   andere   münssen  von  silber,  die  allhie  genge  und  gebe  sint,  versuchen  in  dem 
füre,  und  das  sie  danne  ie  die  münsse  noch  ireme  werde  schaffent  gesetzet,  und  sol 
man  danne  die  münssen  noch  ireme  werden  nemmen  und  nit  anders. 

[3]  Item  die  wehseler  sollent  ouch  nit  me  danne  an  zehen  grossen  ein  pfenning 
zu  wehsei  nemmen. 

[4]  Item  man  sol  erbern  lüten  von  unser  herren  wegen  darzu  setzen,  die  das 
silber  uff  daz  nutzeste  und  wegeste  unserer  stette  kouffent. 

[5]    [Item  man  sol  ouch  die  grossen  slahen,  das  ein  grosse  also  vil  silbers  habe, 
also  zwelf  pfennige.  und  sol  man  des   zösatzes  des  kupfers   deste  minre   darzü  dün, 
daz  sie  nit  das  vierdenteil  kupfers  sient.  so  werdent  die  grossen  vin,  und  wer  danne  «b 
die  münsse  siht,  der  siht,  das  sie  gut  ist,  und  sieht  man  ouch  deste  minre  valscher 
münssen  uffe  unser  münsse.] 

[6]  Die  münssere  sollent  [ouch  sweren]   kein  gelt  von  der  hant  zu   gebende,  sie 
habent  es  danne  e  zu  rehte  gekosen   [und  was  geltes  sie  empfohent  oder  hinder  sie 
koment,  das  böse  ist,  das  sollent  sie  nit  von  handen  geben,  danne  sie  sollent  es  zu  so 
dem  stocke  antwurten,  daz  nuwe  pfennige  oder  grossen  darusz  gemäht  werdent].  und 
wer  das  verbrichet,  der  bessert  30  sol. 

[7] 3  Man  sol  ouch  [besorgen,  das  man]  die  güldin  gewege,  und  sol  die  stat  einen 
darzu  setzen,  wen  sie  wil,  der  sie  wege. 

[8]  [Was  ouch  iederman  kleines  besnittenes  oder  zerbrochenes  geltes  het,  daz 
sol  er  gen  Stroszburg  zu  dem  hüter  antwurten,  daz  man  nuwe  grossen  oder  pfennige 
darusz  mache;  und  wenne  ein  mensche  so  getan  klein  gelt  zu  dem  hüter  gebringet, 
so  sol  ime  der  hüter  nuwe  grossen  oder  pfennige  darumbe  geben  noch  sime  werde, 
und  wer  daz  verbrichet,  der  bessert  sinen  obersten  20  marg  silbers,  also  dicke  er 
daz  düt.] 

1  Die  eingeklammerten  Stellen  sind  ganz  gestrichen. 

2  Steht  am  Bande  des  Conceptes :  Maneat. 

3  Hier  steht  am  Bande  des  Conceptes:  Hievon  sol  man  gedencken  zft  redende. 


" 


1397  0X1 

[9]  Item  man  sol  ein  guten  Hinsehen  güldin  nit  hoher  geben  [noch  nemen]  danne 

muhe  10  grossen,  und  sol  ie  eins  duz  ander  domitte  weren   10  grossen  vür  ein  güldin 

oder  ein  güldin  vür  10  grossen  oder  10  sol.  den.,  uszgenommen  die  wehselere  mögent 

wol  an  eime   gülden  ein  pfennig  zu  vorwehsel  nernen ;  und  wer  daz  verblichet,  der 

i    bessert  10  üb. 

[10]  Item  ein  guten  ducaten   suben  Strazburger  pfennige  höher  denne  ein  guten 

R  Rinschen  guldin  und  nit  höher.  —  item  ein  nuwen  Ungerschen  güldin  oder  Gennower 
güldin  fünf  pfennige  höher  denne  ein  guten  Rinschen  güldin.  —  item  ein  guten  alten 
francken  zehen  pfennige  höher  denne  ein  guten  Rinschen  güldin.  —  die  vorgeschriben 
w  stücke   goldes   sol  ye   eins  von  dem  andern  geben  und  nemen  nach  vorgeschribner 
wise  und  nit  höher,  uszgenommen  die  münssere  oder  wechsselere,  die  mögent  an  eim 
guldin  ein  pfennig  zu  gewinne  nemen  und  nit  me,  wie  einer  jach  den  güldin  nimet. 
[11]  Es  söllent  ouch   alle  Metzer  güldin,  Lützelburger  güldin.  byslege  und  ander 
soliche  guldin  gen  noch  irme  werde  oder  andere  stücke  goldes  noch  marekzal,  doch 
u   sollent  die  münsere  oder  wechsselere  alles  nit  me  denne  ein  pfennig  an  eime  güldin 
zu  gewinne  nemmen.  minre  mag  ein  ieglicher  wol  nemmen,  wie  er  soliche  güldin  nimet 
oder  wie  er  genant  ist.  es   ensol  ouch  dehein  münsser  oder  wehsseler  noch  nieman 
anders  deheinen  Metzer  güldin,  Lützelburger  güldin,  byslege  oder  ander  soliche  güldin 
under  andern   güldin   vür  gute  güldin   hinweg  geben,  wenne  ein  ieglich  mensche  sol 
20  ieden  güldin  vür  sinen  wert  hinweg  geben,  alse  vorgeschriben  stot.  und  wer  daz  ver- 
brichet,  der  bessert  sinen  obirsten  zehen  pfunt  pfennige. 

[12]'  [Es  ensol  dehein  münsser  oder  wehsseler  noch  nieman  anders  keine  kleinen 
besrotenen  oder  besnittinen  pfennig  zersmelzen  oder  enweg  schicken,  denne  menge- 
lich  sol  soliche  pfennige  gen  Strazburg  zu  dem  stocke  antwurten,  den,  die  zi'i  Straz- 
*&  bürg  dar  zu  gesetzet  sint  oder  werdent,  umbe  daz  das  nuwe  pfennige  daruss  gemahl 
werdent ;  und  wer  daz  verbriehet,  der  bessert  zwentzig  marck  sibers  und  den  meineyt 
darzii,   den  er  gesworen  hat.] 

|lli|  [Es  sol  ouch  dehein  münsser  oder  wehsseler  noch  nieman  anders  dehein  ge- 

münsset  gelt  oder  silber,  wie  daz  genannt  ist,  bürnen,  zersmeltzen,  denne  man  sol  es 

30  lossen  gen  noch  sime  werde,  uzgenommen  waz  goldes   gebrochen   ist   ane  geverde.]' 

[14]  Wer  ouch  eine  vine  gezeichente  marck    silbers  deine  andern  git,  do  sol  die 

ander  parle  die  nemen   vür  drü  pfunt  pfennig,  und  sol  ye  das  ander  weren  mit  einer 

inargk  vines  gezeichentz  silbers  vür  drü  pfunt  pfennig.  wer  daz  verbriehet,  der  bessert 

zehen  pfunt  pfennige. 

35  [15| :i  Es  sol  ouch  kein   münsser  oder  wehsseler  noch   nieman    anders   deheinen 

«rossen,  pfennig  verbunien   noch  zerbrechen,  noch  hinweg  schicken,  daz  sie  verbrant 

werdent,  noch  erlesen  die  sweren  von  den  übten,     und  wer  daz  dete,  der  bessert  lip 

und  gut. 


1  An  die  Stelle  dieses  gestrichenen  Artikels  hat   wohl  der  unter  22  gedruckte  Nachtrag  tu  treten. 
40  *  Dieser  Artikel  ist  gestrichen,  doch  ist  die  Bandnotiz:  dis  stücke   ist  nsgesetzet    wieder  durchge- 

strichen. 

:l  Am  Bande  steht  hier:  Maneat. 


682  1397 

[IG]  Es  ensol  ouch  kein  miinsser  oder  wehsseler  noch  nieman  anders  an  keiner 
nuwen  münssen,  do  man  gülden  oder  pfennige  sieht,  weihe  hande  münsse  das  were, 
oder  slahen  wil,  wo  daz  were,  weder  teil  noch  gemein  haben  noch  darzü  roten  oder 
helffen  in  deheinen  weg  ane  alle  geverde.  und  wer  daz  verbreche,  der  bessert  fünfzig 
marck,  alse  dicke  er  daz  dete.  5 

[17]  Es  ensol  kein  munsser  oder  wehsseler  noch  nieman  anders,  usgenomen  die 
goltsmide  in  iren  gademen,  deheine  esse  hinanfurme  haben  in  sime  huse  noch  niergen 
anderswo,  und  wer  es  darüber  dete,  der  bessert  20  marck  und  den  meinevt,  wenne 
grosz  schade  davon  is  gescheen.  [Am  Rande}.  Und  sullent  es  öch  alle  munssere 
und  wesseler  und  sus  menglich  rügen  und  fürbringen  uff  den  eit,  wo  su  es  wissent  io 
oder  in  fürkommet. 

[18]  Waz  silbers  .ouch  in  disem  bystüm  gekoufft  wurt,  daz  sol  [Am  Rande]  de- 
hein  unsere  burger,  oder  er  si  ingesessen  oder  usgesessen  burger  oder  deheine  der 
under  unserm  stabe  sitzet  oder  ieman  von  sinen  wegen  uz  disem  bistum  schicken 
noch  schaffen  geton  werden,  wo  aber  ieman,  der  uzwendig  des  bystüms  silber  koufte,  15 
es  sie  zu  Kölne,  zu  Franckfurt  oder  anderswo,  daz  silber  mögent  sy  schicken  und 
füren,  obe  sy  wellent  one  geverde.  brehte  aber  ein  fremde  nan  silbers  har  in  dis 
bistüm  zu  verkouffende  und  duhte  in,  wie  er  das  silber  nit  wol  nach  sime  willen 
verkouffen  möhte,  der  mag  daz  silber  wol  wider  hinweg  füren,  obe  er  wil  one 
geverde.  2" 

[19]  Es  sol  nieman  der  unsern  noch  nieman  von  sinen  wegen  iemanne  uz  disem 
bistüm  engegen  gen  oder  nach  riten  oder  varen,  das  er  ime  sin  silber  abkouffe  in 
deheinen  weg  one  gewerde,  durch  daz  daz  sylber  dem  stocke  zu  Strasburg  entpfürt 
werde,  es  ensol  ouch  nieman  enkein  silber  uz  disem  bistüm  füren,  es  sie  gebrant 
silber,  verwireket  silber  oder  geflecket  geschirre,  wie  daz  genant  ist,  der  kein  silber  n 
har  bringet;  und  wer  daz  verbrächet,  dem  sol  man  daz  silber  gerwe  nemen  und  zu 
sime  libe  und  gute  rihten  und  rehtvertigen  uff  den  eyt.  dis  söllent  alle  munssere, 
wehsselere,  goltsmide,  underkeuffer  und  keuffelerin  sweren  zu  haltende  und  zu  volle- 
fürende  und  darzü,  wo  si  beduncket  an  yeman,  der  gebrant  silber  oder  verwireket 
silberin  geschirre  kouffen  wil,  und  der  es  hinweg  schicken  welle,  daz  sy  das  nit  zu  M 
kouffende  gebent  noch  nieman  von  iren  wegen,  wenne  si  söllent  es  iren  öbirsten 
vürbringen. 

[20]  Es  söllent  ouch  alle  goltsmide  jung  und  alt  und  alle,  die  do  silber  künnent 
bürnen,  sweren  zu  den  heiligen,  daz  si  keinen  kleinen  pfennig  kouffen  söllent  noch 
nieman  von  iren  wegen,  noch  daz  sy  der  pfennige  deheinen  verbürnen  noch  zu  silber  35 
machen  sollen^  noch  ouch  hinweg  schicken  söllent  in  deheinen  weg  in  selber  noch 
andern  lüten  und  söllent  daz  sweren,  darumbe,  das  die  kleinen  pfennige  alle  zu  dem 
vorgenanten  stocke  komment  und  nuwe  pfennige  daruz  gemäht  werdent,  es  wer  denne, 
daz  ein  erber  mensche  uz  solichem  kleinen  gellt  ime  selber  daruz  wolte  machen 
silberin  geschirre  oder  kleinötter  ungeverlichen  daz  mögent.  .  .'  jo 

[Auf  der  Rückseite  sind  folgende  Artikel  nachgetragen.] 


1  Die  Fortsetzung,  welche  auf  einem  angehefteten  Blatte  gestanden  zu  haben  scheint,  fehlt. 


1397  (m 

[-1]1  Unde  sullent  oueh  alle  niünser  sweren,  das  sü  alle  kleine  pfennige  und 
alles  brnchsilber,  daz  in  zu  banden  kommet,  daz  sü  dazselbe  kleine  pfennige  und 
bri'iohsilber  ob  si  lutzel  oder  vil  deme  antwurten,  den  die  stat  darzü  setzet,  wenne 
er  es  gekouffet  in  den  nebslen  drigen  tagen  und  sol  der   mit  yme  überkommen,  obe 

i    er  mag.    und  mag  er  not  mit  yme  überkommen  uff  das  glicheste,  so  sol  der,  der  von  der 

slelle  wegen  do  zu  gesetzet  ist,  es  uffsetzen,  und   wenne  er  es   uffgesetzet  und  um- 

gemaehet,  so  sol  er  yme  also  vil  darumb  geben,  alse  er  andern  lüten  gewönlich  git. 

|~~J2  Es  sollent  ouch  alle  münscre  und   wesseler   sweren  an    den   heiigen,    was 

güldin  sü  kouffent,  die  do  Rinschen  guldin  sint,   sü  sigent   gebrochen   oder  gantz  an 

i«  iegelichem  nüt  me  denne  einen  pfennig  nement  zu  gewinne  und  also  balde  sü  in  ge- 

I    kouffent,  so  sullent  sü  in  den  zu  kouffende  geben,  der  von  der  stelle  wegen  do  sitzet 
unde  inen  danne  selber  zu  kouffende  geben,  ebe  er  in  kouffen  will,  und  sullent  in  nit 
lenger  behalten  denne  zwene  tage  ungeverliche. 
5  1256.  Colinar  an  Strassburg:    dankt,    dass   man  ihren  Bürger   Franz   Thurnand 

dingfest  gemacht,  weil  derselbe  «nüt  bi  sinnen  ist»,  und  sendet  Wagen  und  Knechte 
zur  Abholung  desselben.  datum  feria  quarta  proxima  post  beatorum  Petri  et  E'auli 
apostolorum  anno  97.  1397  Juli  4. 

Str.  St.  Ä.  AA.  2010.  or.  eh.  I.  cl. 

a"  1257.  Herman  Ebner  der  ältere  an  Strassburg :  macht  Mitteilungen    über   Borzi- 

bo^  s  Bericht  beim  König  von  dem  Frankfurter  Tage ;  die  Mordgeschichte  auf  Karl- 
stein; Gesandtschaftsreise  des  Bischof  Lamprecht  von  Bamberg  und  des  Markgrafen 
Wilhelm  von  Meissen  zum  König ;  Absicht  des  lelzteren  am  13  Juli  in  Eger  und  dann 
in  Nürnberg  zu  sein,  Würzburger  Streit.         geben  am  piintztag  vor  Kiliani. 

■  [Nürnberg  1397  Juli  !>.] 

Str.  St   A.  AA.  118  nr.  45.  or.  ch  lit.  cl. 
Gedr. :  Wencker  Collecta  aichivi  395.  —  D.  JB.  A.  II  nr.  727. 


1258.  Härtung  von  Wangen  an  Strassburg :  beklagt  sich  über  die  rohe  Miss- 
handlung seines  Knechtes  durch  den  Strassburger  Bürger  Schönmansze  und  erzählt  aus- 

3o  führlich  den  Hergang:  .  .  .  do  ist  der  Schönmansze  dar  gefaren  uff  derselben  strosz  und 
slüg  sinen  spies  under  und  kert  daz  stumpfe  ende  für  und  reit  mir  min  armen  man 
an  und  stäche  in  hieher  und  doher.  do  sprach  der  arme  knecht,  waz  er  in  zige.  do 
sprach  er:  er  wer  yme  in  siner  matten  gesin.  do  spräche  der  arme  knecht:  er  wer 
sin  unschuldig,  und  waz  er  darumbe  solt  tun,  daz  wolle  er  tön.  daz  möchte  der  arme 

35  knecht  nüt  geniessen,  er  fürte  in  gen  Tanne  und  slüge  in  in  einen  stock  zu  stunde 
und  name  ynen  vier  pfert.    lieben  herren,  do  er  in  in  den  stock  gesli'ig,  do  name  er 

1  Wohl  einzusetzen  statt  des  gestrichenen  Artikels  [8]. 
*   Wohl  einzusetzen  statt  des  gestrichenen  Artikels  [12]. 


684  1397 

einen  grossen  bengel  und  lieffe  über  in  und  sprach:  «her  gebur,  bist  du  noch  mit  in 
miner  matten  gewesen  ?»  do  sprach  der  gebur :  «nein.»  do  slüg  er  in  und  het  yme  sin 
arme  und  sin  lende  zerslagen  und  do  er  in  genüg  geslüg,  do  nam  er  ein  züber  mit 
wasser  und  beschütte  in  dozü.  do  er  daz  alles  getette,  do  spräche  er:  yme  slotterten 
die  bein  in  dem  stock,  und  nam  ein  schit  und  stiesse  es  yme  undenan  ufT  in  den  5 
stock  und  het  in  gewundet  in  sine  bein,  daz  doch  keiner  solte  tun,  so  er  einen  ge- 
fangen het.  .  .  .  Ferner  habe  Schönmansze  auf  ein  Schreiben  von  ihm  gesagt :  fünde 
er  mich  selber  in  der  matten,  er  stiesse  ein  swert  durch  mich  .  .  .  geben  an  dem 
samstag  nach  sant  Peters  und  Paulus  tag  anno  13'.)7.  1397  Juli  7. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl.  M 


1259.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Strassburg:  .  .  .  uns  hat  der  edel  unser 
lieber  getrewer  Brün  von  Rapolczstein  verschriben,  wie  er  gern  ein  trostbrief  von 
ew  hiett,  .  .  .  und  daz  nur  die  mit  namen  in  demselben  brief  getröstet  werden,  der 
nam  in  ainer  klain  czedel  stend,  die  wir  ew  auch  hieinnen  verslossen  senden.  ...  Er 
bittet  dies  Gesuch  seinetwillen  zu  erfüllen.  geben  ze  Ensisheim  an  mitichen  vor  w 
sand  Margarethen  tag  anno  97.  Enatähetm  1897  Juli  11. 


Str.  St.  A.  AA.  79.  or.  eh.  lit.  cl. 
Gedr.  Rapp.  ürkb   II  nr.  594. 


1260.  Johann,  herr  zu  Vinstingen  an  Strassburg:    beklagt   sich    über   Gefangen- 
setzung seines  Läufers  und  Briefträgers,  .  .  .  den  myn  wip  mit  irme  wasser  zu  Strasz-  w 
bürg  hatte  geschicket  durch  sichtenes  wegen,  den   si    hait  zu   besehen  .  .   und  bittet 
um  sofortige  Antwort  und  Freilassung.         geben  uff  s.  Margaretendag  1397. 

1397  Juli  15. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  72.  or.  eh.  1.  cl. 


1261.  Breisach  an  Strassburg:    verwendet  sich  für  seinen  Bürger  Hamman  V61-  « 
schölin  gegen  den  Ritter  Peter  von  St.  Diedoldt,   der  ersterem   einen  Schiffstransport 
von  10  Fuder  Wein  nach  Mainz,  bezüglich  Frankfurt  um  2'/a  bez.  3  Golden  das  Fuder 
aufgetragen  habe  und  jetzt  wegen   der  Bezahlung   Schwierigkeiten    mache         datuin 
feria  quarta  post  Margarethe  virginis  anno  97.  1897  Juli  IS. 

Str.  St.  A.  AA.  2009.  or.  eh.  I.  cl. 


1262.  Schwicker  von  Sickingen,  Vogt  zu  Germersheim,  Eberhard  von  Sickingen, 
Vogt  zu  Trifels,  und  Volmar  von  Wickersheim  vereinbaren  sich  im  Auftrage  Pfalz- 
graf Ruprecht  des  älteren  und  jüngeren  mit  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  und  der 
Stadt  Strassburg  wegen  eines  Tages  zur  Schlichtung  des  Streites  des  Bischofes 


1397  685 

und  der  Stadt  mit  den  Herren  von  Bitsch.      Der  Tag  wird  auf  s.  Sixtus  zu  Germers- 

heirn  angesetzt.  Strassbury  i:ii»7  Juli  24. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  203.»  or.  eh. 
Ret/.  Koch  u.   Wille  nr.  G789. 


1263.  König  Wenzel  an  Strassburg:  teilt  mit,  dass  er  den  Schultheissen  und  Rat 
der  Stadt  Bern  im  Ueehtlande  in  die  Reichsacht  gethan,  und  befiehlt,  mit  diesen  als 
Aechten]  keinerlei  Gemeinschaft  zu  pflegen.  geben  zu  Prag  1397  an  sand  Jacobs 
abende  a.  reg.  boh.  .'55  reg.  rom.  22.  Frag  1397  Juli  24. 

Str.  St    A.  AA.  113  nr.  70.  or.  mb.  c.  sig.  impr. 


1264.  Küntze  Lentzelin  an  Johans  Berlin  den  Meister  und  den  Rat  von  Strass- 
burg über  den  Besuch  und  Gang  des  Frankfurter  Tages:  Borziboy  von  Swinar  hat 
die  Johanniter  von  Hagenau  arg  verklagt  beim  Könige,  doch  sagen  ihre  Gesandten, 
dass  sie  sich  gut  verantworten  könnten  ;  wegen  der  Klage  der  Städte  Colmar,  Kaisers- 
berg und  Schlettstadt  sei  es  ratsam  einen  Bevollmächtigten  zu  senden  ;  die  Ver- 
sammlung ist  noch  nicht  vollständig,  täglich  kommen  neue  Boten,  doch  sind  bereits 
anwesend:  die  von  Frankreich,  England,  von  der  Stadt  Cöln  und  der  Herzog  von 
Baiern.        geben  zu  Frankenfurt  uf  sante  Jacobs  [Johans5]  dag. 

Frankfurt  [1397]  Juli  25. 

Str.  St.  A.  AA.  110.  or.  eh.  I.  cl.  ib.  115.  eop.  coaev. 

Gedr.  D.  B.  A.  II  nr.  295. 


1265.  Lauwel  Lentzelin  an  Strassburg:  berichtet  über  die  Versammlung  zu  Frank- 
furt; dieselbe  ist  noch  nicht  eröffnet,  weil  erst  Wenige  anwesend  sind,  ausser  den 
drei  rheinischen  Kurfürsten,  denen  der  Strassburger  Bote  Contzeman  indessen  schon 
die  städtischen  Briefe  überreicht  hat.  [1397  zwischen  Juli  2ß  und  Augusts.] 

Str.  St.  A.  AA.  115.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  I).  B.  A.  II  nr.  298. 


1266.  Johann    Klobelouch   der  Meister   und  der  Bat   von  Strassburg   an  Basel: 

teilen  mit,  dass  die  «huffunge»  deren  wegen  sie   um  Hülfsvolk   gebeten   haben,   .  .  . 

wendig  si,  unde  nit  versehenlich  sy,  das  die  huffunge  vür  sich  gange  .  .  ,  und  danken 

so  bestens  für  die  Bereitwilligkeit  Hülfe  zu    schicken,  die  nun    nicht  mehr  nötig  sei  .  .  . 

doch  lont  dis  in  heimlichkeit  bliben,  uff  des  man  sich  deste  minre  daruff  wider  huffe 

dalum  feria  sexta  proxima  post  f es  tum  beati  Jacobi  apostoli.        [1397  Juli  27.] 

Basel  Sts.  A.  Neb.  Reg.  G.  III  nr.  298.  or.  mb   l  cl. 


1  Ebenda   eine  Anzalü  kleinerer    Briefe    von    Bittern    und    Herren,  die  sich    auf  die   Bitscher 
's   Fehde  beziehen 

8  Steht  irrtümlich  im  Text. 


686  1397 

1267.  Graf  Emicho  von  Leiningen  an  Strassburg:  berichtet  vom  Frankfurter  Tage. 

Frankfurt  (1397  Juli  28.] 
Basel,  St.  A.  G.  III.  cop.  eh. 
Gedr.  Wencker,  appar.  268. 
Gedr.  D.  B.  A.  II  nr.  296.  * 


1268.  Johann,  Herr  zu  Lichtenberg  an  Strassburg  bemüht  sich  um  Wiederer- 
langung seines  Anteils  an  der  durch  die  Stadt  eroberten  Burg  Herrenstein :  .  .  .  laszen 
üch  wiszen,  daz  ich  noch  nie  eigentlich  wiszende  bin  gewesen,  ob  ich  mit  eren  und 
bescheidenheit  mynen  teil  zu  Herrenstein  haben  solt  miner  gemeiner  halb  und  unsers 
burgfrieden.  harumb,  so  habe  ich  uch  noch  nit  ernstlich  noch  vil  gebetten  umb  io 
mynen  teil,  lieben  herren.  nü  habe  ich  es  uszgetragen,  daz  ich  wol  weisz,  wie  ich 
mich  halten  sol  mit  mynen  gemeinem,  und  bitte  uch  fr&ntlich  und  ernstlich  und  durch 
mins  dienstes  willen,  daz  ir  mir  mynen  teil  wider  gebent  und  laszent  volgen,  als 
ich  den  von  rechtes  wegen  haben  sol.  uwern  willen  wellent  mich  hie  von  wider 
laszen  wiszen.         geben  uff  mentag  nach  seti  Jacobs  tage.  [1307  Juli  30.]   n 


Str.  St.  A.  V.  C.  G    K.  30b.  or.  eh.  I.  cl. 


1269.  Herzog  Leopold  IV  von  Oesterreich  an  Bruno  von  Bappoltstein :  ...  als  du 
unsz  .  .  verschriben  hast  von  deiner  brieff  wegen,  so  dir  die  von  Strassburg  heraus 
geben  sollen,  und  daz  dich  darumb  wol  benug,  als  daz  die  bucher  sagendt,  der  wir 
eins,  du  eins  und  die  von  Strassburg  eins  habent,  daz  unsz  auch  wol  gefellet  und 
billig  dabey  belibet,  undt  haben  auch  jetzundt   zu  stundt  Clausen  von    Haüsz   hinab 

wider  gehn  Strassburg  gesandt,  dem  alszo  einen  ausztrag  zu  geben geben 

zu  Tann  an  sanet  Peters  tag.  Thann  1397  August  l. 

Colmar,  Ben.  Arch.  Ann.  Rapp.  (E  1039)  fol.  142b  Transcription  des  17  Jahrhunderts. 
Aussägl.  gedr.  Rapp.  Urk.  II  nr.  596. 


1270.  Johann  Klobelouch  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  an  Basel: 
von  des  tages  wegen  zu  Franckefurt,  der  do  ist,  hant  uns  der  edelherre  graff  Emyche 
von  Lyningen  der  lantfogt  und  ouch  Lawelin  Lentzelin  unser  guter  frnnt  zwene 
brieffe  verschriben,  der  wir  üch  beder  abschriften  harynne  sendent  verslossen,  uff  daz, 
wenne  wir  vernomen  habent,  daz  ir  uwer  erbern  botten  nit  hinabe  geschicket  hant,  *> 
und  wir  ouch  kein  erbern  botten  aldo  habent,  daz  ir  denne  wissent,  das  wir  wissen!  .  .  . 

datum  feria  quinta  post  dominicam  sti  Petri.  [1307  August  •>./ 

Baseler  St.  A.  Neb.  Reg.  G.  III  nr.  242.  or.  mb.  1.  cl. 
Gedr.  B.  B.  A.  II  nr.  297. 


1271.  Saarburg  an  Strassburg  wegen  einer  Schuld  von  150  Gulden:  .  . .  do  lant  wir 
üwer  wiszheit   wiszen,  daz  wir   die    selbe  golden   noch  nit  uf  bntht  hant  unmuszen 


1397  m 

halb,  die  wir  gehabet  hant,  alz  ir  selbes  wol  mfihgent  wiszen.  do  bitten  wir  üver 
wiszheit  durch  ymer  unser.s  dienstes  willen,rdaz  ir  uns  zil  daran  geben  wellet .  .  ., 
wand  wir  kurzliche  schaffen  wellent,  daz  ir  gütliche  bezalt  werdent  .  .  .  datum 
sabbato  post  festum  inventionis  hoali  Stephani  prothomartiris  1397.     1397  Auyust  4. 

IStr.  St.  Ä   G.  ü.  P.  lad.  45/46.  or.  eh.  I.  cl. 
1272.  Markgraf  Bernhard  von    Baden  an  Strassburg:    schickt  einen  an  ihn  ge- 
richteten Brief  seines  Oheims  von  Bitsch  [welcher  fehlt]  und  bittet  um  Bücksendung 
desselben.        datum  Pfortzheim  feria  seeunda  ante  festum  assumptionis  beate  Marie 
virginis  anno   1397.  l'/orzlieim  1397  August  13. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  el 
Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1744. 


1273.  Saarburg  an  Strassburg:  bittet  um  Unterstützung  und  Rechtshülfe  gegen 
den  Schultheissen  von  Zabern  Gerhart  Dünne  und  .  .  .  andere  des  erwürdigen  unsers 
gnedigen  herrn  dienere  von  Strazbürg,  die  unsern  bürgern  ettewie  dicke  daz  ir  ge- 
is  Dornen  habent  in  den  dörfern  umbe  unser  stat,  darumbe  wir  in  alle  ziit  besant  habent, 
und  kan  den  unsern  keine  kerünge  von  yme  widerfaren.  datum  feria  seeunda 
post  festum  saneti  Laurentii  anno  1397.  1397  August  13. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad    45/46  pr.  74.  or.  eh.  I.  cl  c.  sig.  in.  v.  impr. 


1274.  Borsiboy  von  Swinar,  Landvogt  im  Elsass  an  Strassburg:  beglaubigt  seinen 

M   I  loten  Bitter  Heinrich  Kemmerer  zu  mündlicher  Unterhandlung  .  .  .  geleicherweise,  als  ob 

ich  selber  muntlich  mit   euch    redt   und  gegenwertig   were.        geben   zu   Pulsen  an 

unser  üben  frowen  tag  snmptionis  anno   131)7.  Pilsen  1397  August  1.1. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  55.  or.  eh.  I.  pat.  e.  s.  impr. 


1275.  Ilagenau  an  Strassburg:  meldet  von  feindlichen   Rüstungen  .  .  .  wie  aber 
gl  houffunge   in  Westrich   sie  gewesen,  und  daz   man  sicherlich  uff  morne  aber  in  daz 
lant  welle   lassen   louffen,  und   ouch  das   vaste  werben  umb  dienst  sie  do  niden  im 
lande  besunder  umb  unsers  herren  des  lantvoglz  gebiete  .  .  .  datum  crastino  assump- 
tionis dei  genitricis  virginis  Marie  anno  97.  1397  August  ltl. 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 


so  1276.  Ordnung  für  die  Verteidigung  der  A'rulenau  gegen  das  Volk  der  Herren 

von  Bitsch.  1397  August  20. 

Es  ist  zu  wissende,  das  in  dem  jore,  do  man  zalte  von  gottes  gebürte  1397  an 
dein  nehslen   mendage  vor  sanele  liiulliolomeiilage  des  heilgcn  zwelff  hotten,  do  was   Aug«tt*t. 

VI.  87 


688  1397 

ein  mehtig  volck  von  der  von  Bytsch  wegen  in  dis  lant  Eilsas  gezogen  uf  das  bys- 
tüm  und  die  stat  von  Strazburg.  do  wart  under  andern  dingen  die  hüte  in  Krutenowe 
bestellet  und  geordinieret  in  dise  wise :  • 

[1]  Zum  ersten  wurdent  vier  letzen  in  Krutenowe  gemäht,  die  man  behüten 
solte  und  zu  ye  der  letzen  zwene  houbtmanne : 

Der  ersten  letzen  soltent  höbetlüte  sin :  her  Burekart  von  Mülnheim  und  Hanse- 
man  Peyger.  zu  den  soltent  schicken,  alse  man  des  heiigen  geistes  glocke  lute,  die 
brotbecker  15  man  wol  gewoffent;  die  goltsmide  und  schilter  20;  die  würte  20;  die 
schiflüte  40. 

Item  der  andern  letzen    süllent  höbetlüte  sin:  her  Thoman   von   Endingen   unde  io 
Rülman  Voltze.  zu  dem  sullent  uf  dieselbe   zit   dischtüchsüter   senden   25   man  wol 
gewoffent ;  die  wagener  10;  die  smide  15  und  die  gremper  25;  die  saltzmütter  6  und 
die  küffer  25. 

Item  der  dirten  letzen  sullent   höbetlüte  sin :    her  Reinbolt  Wetzel  und  her  Wil- 
helm Metziger,  zu   den  sullent   schicken   uf   dieselbe  zit:  die  winsticher  10  man  wol  ii 
gewoffent;  die  zimberlüte  8;  die  scherer  und  bader  8;   die  kornlüte  15;    die  kremer 
20;  die  weber  6;  die  metziger  15;  die  murer  8. 

Item  der  vierten  letzen  süllent  höbetlüte  sin  :  her  Johans  Berlin  und  her  Ulrich 
Gosse,  zu  den  sullent  senden  uff  dieselbe  zit :   die  snider  30  man  ;  die  gartener  50 ; 
die  tücher  12;  die  kürsener  10;  die  oleylüte,  tuchscherer  und  müller  8;  die  vischer  so 
15 ;  die  wynrüffer  und  wynmesser  20. 

[2]  Was  ouch  die  vorgeschribene  antwereke  überiges  volckes  hant,  süllent  sü  ge- 
woffent uf  dieselbe  zit  für  das  Münster  schicken. 

[3]  Item   dozü   sollent  ouch  alle  constafeln  alle  die  iren,  die  do  gut  werent  sich 
zu  werende,  schicken  uff  dieselbe  zit  geweffent  in  Krutenouwe,  uszgenommen  die  uff  25 
pferde  und  zu   glefen  geleit  sint  und   uszgenommen  die  bescheiden  unde   geschriben 
sint  zu  den  toren. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  20  nr.  30.  Papierzettel  eingeheftet  in  das  Aufrüstungsbüchlein 
von  1392  [vgl.  nr.  706.]  Ebenda  lad.  20  fasc.  6.  Aufzeichnung  :  Wie  die  porter,  die 
turne   und   die  letzen  bestalt   und  versorget  sint  anno  1388  und  1389.  3n 

Ebenda :  Batsbeschluss,  dass  nach  Pfingsten  eine  Untersuchung  stattfinden  solle  über  die 
vorhandenen  Pferde,  zu  deren  Stallung  Bürger  und  Bürgerinnen  verpflichtet  sind. 

Ebenda  1386 :  Aufzeichnung  über  Tlwr-  und  Thurmbesatzung :  Diewile  man  vor  Geraar 
lag  anno  1386. 


1277.  Johans  Klobelouch  der  Meister  und  der  Bat  von  Strassburg  in  Sachen  der 
Bitscher  Fehde  an  Basel:  haben  gehört,  däss  die  Herren  von  Bitsch  sie  bei  Basel 
verklagt  haben,  und  weisen  alle  Anschuldigungen  zurück ;  der  wahre  Thatbestand 
sei  der,  dass  die  Herzöge  Buprecht  und  Clemens  von  Bayern  ihre  Bäte  geschickt 
und  sie  zu  einem  Sühntage  mit  den  von  Bitsch  zu  Germersheim  eingeladen  hätten. 
Diesen  haben  sie  geleistet,  aber  die  unberechtigte  Forderungd  erer  von  Bitsch,  die  Feste  40 
Herrenstein  wieder  herauszugeben,  entschieden  zurückgewiesen,  worauf  die  von 


1397  089 

Bitseli  jede  weitere  Verhandlung  abgelehnt  haben.        datum  feria  seeunda  ante  fes- 

iiim  beati  Bartholomei  apostoli  hora  meridiei.  [1397  August  20.] 

Basel.  Sts.  A.  Neb.  Reg.  G.  III  nr.  292.  or.  mb.  I.  cl. 


12711.  Johann  Klobelouch  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  mit  der  Bitte 
um  Kriegehülfe  an  Basel :  .  .  .  noch  demme  also  ir  in  unserm  briefe  wol  verstanden 
habent,  in  welher  mossen  die  herren  von  Bitsche  uns  und  den  unsern  unreht  tönt 
unde  geton  habent,  do  vernement  wir,  das  sie  sich  huffetent  und  uns  meindent  zu 
aberziehende,  unde  wände  wir  üch  dicke,  so  sü  sich  huffetent,  anrufftent  zfl  helffende 
und  danne  die  hulTungen  alles  wendig  wurdent,  do  gedahtent  wir,  do  würde  villihte 
aber  nit  usz,  unde  sparetent  uwer  früntschafft  üch  ane  zu  rüfTende.  nu  ist  ir  huf- 
funge  ie  in  das  lant  gezogen,  unde  wile  wir  vernommen  und  verstanden  habent,  das 
ir  das  volck,  so  ir  nu  durch  unsern  willen  gewunnent,  noch  fürderliche,  so  ir  iemer 
snelleste  mügent,  zu  uns  sendent,  alse  wir  uwere  guten  früntschaft  das  ane  zwifel  ge- 
truwent,  das  wellent  wir  ewecliche  umbe  üch  zu  wider  dienende  haben.  datum  feria 
seeunda  proxima  ante  festum  beati  Bartholomei  apostoli  hora  meridiei.  [1397  August  20.] 

Basel.  Sts.  A.  Neb.  Reg.  G.  III  nr.  283.  or.  mb.  I.  cl. 


1279-  Markgraf  Bernhard  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  hat  ihren  Brief  «von 

der  von   lutsch  und  des  zogs  wegen»  erst  sehr  spät  hier  in  Heidelberg  erhalten  und 

kann    desshalb    seinen   Boten  an  sie  erst  nach  Abschluss    seiner   augenblicklich   mit 

80  denen  von  Speier  stattfindenden  Verhandlungen  abfertigen.         datum  Heidelberg  feria 

quarta  ante  Bartholomei  apostoli  anno  1397.  Heidelberg  1397  August  22. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 

Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1745.  (vgl.  nr.  1747) 

1280.  Breisach  in  Sachen  der  Bitscher  Fehde  an  Strassburg:  ...  es  löffent  etwas 

«   rede  by  uns,  wie  das  ein   gross  volk  in  das  lant  kommen   und  gezogen  sy   uff  üch, 

das  uns  in  ganlzen  trüwen  leit  ist,  .  .  .  bittet  deswegen  um  Auskunft.        datum  feria 

quarta  ante  Bartholomei  apostoli  anno  97.  1397  August  22. 


Str.  St.  A.  AA.  2009.  or.  eh.  I.  cl. 

1281.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  in  Sachen  der  Bitscher  Fehde  an  Strass- 
burg :  hat  zu  seinem  Bedauern  vernommen,  dass  die  von  Bitsch  «mit  einer  huffung 
uf  üch  ziehen»  und  damit  «ein  offen  krieg  und  fyntschaft»  eingetreten  ist.  Nun  sind 
die  von  Bilsch  zwar  .  .  .  unsere  gebornen  magen,  darumb  ir  selber  wol  versten  mügent, 
daz  uns  in  solicher  offner  fyntschaft  nit  füglich  were,  uch  die  unsern  zu  schickend 
.  .  .  mohtend  ir  uns  aber  der  sach  nit  überheben,  dez  wir  uch  doch  nit  getruwen, 
so  mügend    ir  darezu  schicken  nach   unser  eynung   sag,  so  wollen  wir   allzu    unser 


690  1397 

eynung  gnüg  tun  und  das  durch  nyemans  willen  laszen.         datum  Mulnberg  in  vigilia 
Bartholomei  apostoli  anno  1397.  Mühlburg  1397  August  23. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  oi. 
Beg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1746. 


1282.  Saarburg  an  Strassburg  (in  Sachen  der  Bitscher  Fehde?):  ...  alz  üwer  wisz-    t 
heit  ignotte  von  den   herren   schaden  gelitten  und  genommen  het,  do  lant  wir  üwer 
wizheit  wiszen,  daz  uns   das  in  gantzen  truwen  leyt  ist.  und  was  üch  zu   missefalle 
beschiet,  daz  ist  uns  in  truwen  leyt.  üwer  wiszheit  gebytte   uns  alle  ziit.        datum 
feria  seeunda  post  festum  beati  Bartholomei  anno  97.  1397  August  27. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  45/46.  nr.  74.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig  in.  v.  impr.  mut.  |U 


1283.  Gräfin  Hertzeloide  von  Saarwerden,  Rappoltstein  und  Hohenack  an  Strass- 
burg: bittet,  in  dem  Kriege  zwischen  der  Stadt  und  den  Herren  von  Bitseh  ihre 
eigenen  und  die  Besitzungen  des  Erzbischofes  von  Cöln  im  Falle  eines  Durchzuges 
möglichst  zu  verschonen.         geben  uff  sant  Adolffs  abende  anno  1397. 

1397  August  28. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1284.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  beglaubigt  seinen  Amtmann 
zu  Baden,  Hans  Conzman  von  Staffurt.  datum  Baden  feria  quinta  post  decolla- 
tionis  seti  Johannis  baptiste  anno  97.  Baden  1397  August  30. 

Str.  St.  A.  AA   85.  or.  eh.  I.  d.l  20 

Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad   nr.  1749.  (vgl.  1751). 


1285.  Die  Stadt  Strassburg  verzichtet  auf  alle  von  Bruno  von  Rappoltstein  her- 
rührenden Schuldbriefe,  deren  Bezahlung  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  über- 
nommen hat.  [1397  August.] 

Begest  nach :  Bappoltst.  Urkb.  II  nr.  602  aus  dem  Innsbrucker  Staats-Archiv.  « 

1286.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  ant- 
wortet auf  ihr  Schreiben  und  verspricht,  nach  Kräften  zu  hindern,  dass  Feinde  der 
Stadt  aus  Anlass  der  Fehde  mit  den  Herrn  von  Bitsch  .  .  .  uwer  vihe,  daz  umb  die 
Kintzich  get,  angriffen  .  .  .  und  die  name  durch  unser  lant  getriben  wurd.  datum 
Baden  dominica  post  Egidii  anno  97.                                         Baden  1397  September  2. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1752. 


1  Ebenda:  Derselbe  beglaubigt  den  Bitter  Burkard  Hummd  von  Staufenberg.  Baden  1397  September  2. 


1397  691 

1287.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  bittet  dafür  zu  sorgen,  dass 
der  bischöll.  Vogt  Gcrspach  seinen  Diener  Wilhelm  von  Bartenstein  '  aus  der  Gefangen- 
schaft entlasse  und  seine  etwaigen  Ansprüche  anstehen  lasse  bis  auf  den  Austrag 
laut  der  Stallung  zwischen  ihm,  dem  Markgrafen,  und  dem  Bischof  Wilhelm.  datiim 
I  Jaden  feria  quinta  ante  nativitatis  anno  97.  Baden  1397  September  6. 

Str.  St.  A.  AA   85  or.  eh.  I.  cl. 

Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1753.  (vgl.  1755.) 


1288.  Markgraf    Bernhard    von   Baden   an   Strassburg :  ...  alz  es   in  gütlicher 

stallunge   zwuschent    dem    bischoff   von   Strassburg  und  uns  sten    söl  biez   uff   sant 

io  Martinstag  nebst  kommt,  als  ir  daz  vor  ziten  beredt  hant  und  sunderlich  in  der  stallunge  Noebr.  u 

beredt  wart,  ein  tag  miteinander  zu  leisten,  wenn  wir  üch  den  vorhin  wiszen  lieszen. 

also  bescheiden  wir  uch  einen  tag  mit  dem  selben   bischoff  zu   leisten  zu  Buhel  und 

Windeck  von  mitwoch  nehst  kommt  über  aht  tage  .  .  .   daz  wollent  furbasz  dem  vor-  Siptbr.H. 

genanten  bischoff  verkünden,    daz  er  also  uf  den  tag  komme  oder  aber  sin   frunde 

darzü  schicke,    daz  selb  wollen  wir  ouch  tun.    wil  aber  der  bischoff  selber  darzü,  so 

wollen  wir  ouch  darkomen  und  bitden  uch  mit  ernst,  daz  ir  uwer  frunde  ouch  denn 

darzü  schicken  wollent,  und  daz  man  gedencke  und  besehe,  wie  unser  spenne  .  .  .  gutlich 

oder  rehtlich  übertragen  werden  .  .  .         datum   ipsa   die   nativitatis   virginis   gloriose 

anno  97.  1397  September  8. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1754. 


1289.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:  teilt 
mit,  dass  ihm  die  Diener  des  Markgrafen  Bernhard  nach  Ablauf  des  von  der  Stadt 
/.wischen  ihnen  beredeten  Friedens  widersagt  haben,  und  bittet  um  Auskunft,  ob  der 
p  Friede  mit  denselben  verlängert  sei  oder  nicht  .  .  .  wissent,  daz  wir  denselben,  die 
unser  viende  worden  sint,  nützit  gelten  söllent,  und  rüret  von  dez  von  Lt'itzelsteins 
wegen  bar.         datum  sundags  nach  frowentag  nativitatis.  [1397  September  9.] 

Str.  St.  A.  AA.  1482.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1756. 


K 


1290.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg :  sein 
Hofmeister  Johann  von  Kagenecke  habe  ihm  berichtet,  dass  die  Stadt  Gesandte  au 
den  Markgrafen  von  Baden  geschickt  habe  wegen  der  badischen  Amtleute  und 
Diener,  die  ihn  angreifen  und  schädigen.     Die  von  dem  Markgrafen  ihm  zugeschickte 


1  Desselben  wegeit  schreibt  der  Markgraf  am  S  September :  er  finde  die  Antwort  des  Biscliofs  von 
35    Straßburg,  dass  die   Gefangenhaltung  des  Bartenstein  ihrer  Stallimg  nicht  widerspreche,  ganz  unbilllig 
und  bitte  beim  Bischof  auf  die  Freilassung  m  dringen.    Baden  ipsa  die  nativ.  virg.  —  Ebenda  A.  A. 
85.  or.  eh. 


692  1397 

Antwort  wegen   einer   Tagleistung   liege   bei.         datum   Dachenstein   montagos    nach 
nativitatis.  Dachstein  [1307  September  10.] 

Str.  St.  A.  AA.  1482.  or.  eh.  I.  cl 

Reg.  d.  Mrhgr.  v.  Bad.  nr.  1757.  vgl.  dort  die  Nötig  über  die  Datierung. 

1291.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strasshurg :    sendet  und  beglaubigt  seinen    ■ 
getreuen  Abrecht   Bodern     «unsers  wibes  hofmeister.»         datum  Baden  sabbato  post 
exaltationis  scte  crucis  anno  97.  Baden  1307  September  IS, 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d   Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1758. 


1292.  König  Wenzel   an    Strassburg:    teilt   mit,   dass  er   einen   Beichstag   nach   io 
Nürnberg  ausgeschrieben,  und  begehrt,  dass  man  unverzüglich  Bevollmächtigte  dorthin 
sende.         geben  zu  Nuremberg  des  dinstages  vor  sand   Mathias  '    tage  reg.  boh.  35 
rom.  22.  Nürnberg  1307  September  18. 

Str.  St.  A.  AA.  108.  nr.  53.  or.  eh.  lit.  cl.  —  ibid.  cop.  eh.  coaev. 

Gedr.  D.  R.  A.  II,  nr.  299.  15 


1293.  Pfalzgraf  Buprecht  der  ältere  an  Strassburg :  schickt  und  beglaubigt 
seine  Amtleute,  welche  wegen  der  Grafen  Hannemann  gen.  Wecker,  und  Sigmund 
von  Zweibrücken,  Dietrich  Kemmerer  und  Conrad  Lantschaden  mit  der  Stadt  ver- 
handeln sollen.         datum  Heidelberg  ipsa  die  Mathie  anno  1397. 

Heidelberg  1307  September  21.    20 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

1294.  Bitter  Burckard  von  Lichtenstein  an  Strassburg:  bietet  sich  an  als 
Söldnerführer  mit  zwölf  Spiessen.        geben  uff  sant  Mauricien  tag  anno  1397. 

1307  September  22. 
Str.  Si.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl.  25 

1295.  Hagenau  an  Strassburg :  beschwert  sich  über  ungerechte  Zollerhebung  von 
ihrem  Bürger  Gerin  Lawlin,  .  .  .  der  einen  karrich  mit  brote  gen  Bergheim  ufhin 
schickete,  und  wanne  derselbe  karrich  mit  brote  ein  naht  bi  scte  Aurelien  usser  uwer 
stat  stünt,  nüt  in  uwer  stat  kam  und  nuwitt  do  vor  uft  ging,  so  vordert  uwer  torwart 
am  wissen  turn  zwene  Schillinge  pfennige  zö  zolle  von  dem  selben  karriche 30 

datum  feria  quarta  post  Mathie  apostoli  anno  97.  1397  September  2 tu 


Sir.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 


Vgl.  D   R.  A   II,  299  über  d<z  Datierung,  doch  mvl  es  der  18,  nicht  wie  dort  der  17  sein. 


1397  an 

1296.  Graf  Bernhard  von  Tierstein  an  seinen  Freund  den  Bürger  Bock  '  von 
Strassbarg:  bittet  ihn,  zu  erkunden,  ob  die  Stadl  Sliassburg  jetzt  die  00  oder  80 
spiesse  Truppen  gebrauchen  könne,  über  deren  Beschaffung  durch  einen  ihm  bekannten 
Herrn  .  .  .  ich  und  du  nu  ze  Brugg  an  der  Ar  mit  enander  redten t.        geben  an  mii- 

&  wochen  vor  Michabelis  i:5!)7.  Z4CT  Atpfemdw  M. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  el 

1297.  Johann  von  Mülnheim-Rechberg  an  seinen  Vetter  Lütold  von  Mülnheim : 
hat  gehört;  das*  die  Slädl  Gesandte  oach  Nürnberg  schicken  wolle,  erbietet  rieh  deshalb 
gegen  blossen  Ersatz  der  Zehrungskosten  zu  reiten  und  bittet  um  Nachricht  .  .  .  gen 

10  Hagenouwe.  und  gip  den  brief  eime  kerricher  von   Hagenouwe,  die    vindest    du 
alle    tege    vor    dem    münster.         geben  an  sant  Michels  tag  1397. 

i:tU7  September  2U. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

12915.  Hans  Cuntzman  von  Staffurt,2  Vogt  zu  Baden,  an  Strassburg:  bittet  zwei 
reisige  Knechte,  welche  sich  von  der  Stadt  als  Söldner  haben   anwerben   lassen,   zu 
i'  entlassen,    weil  sie  Kigenleute    seine?    Herrn,  des  Markgrafen  Bernhard  sind   und  ge- 
schworen Indien,  Niemandem  ohne  seine  Einwilligung  zu  dienen.        datum  Baden  die 
dominica  proxima  posl  MichaheUs  archangeh  anno  97.  Baden  i.tu7  September  80. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  el. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1760. 

ai  1299-  Instruction   für   die   Strassburger   Gesandten   an   den  König  zu  Nürnberg: 

Thomas  von  Endingen  und  Conrad  Armbruster. 

[1]  Sie  sollen  sieh  melden  als  auf  besonderen  Wunsch  des  Königs  gekommen. 
[2]  Sie  sollen  die  Klagen  wegen   der  von  Bitsch  und  der  Feste  Herrenstein  als 
unberechtigt  zurückweisen. 
''■  [3]  Auf  die  Klugen  C.olmurs3  wegen  allerlei  Schädigung,  während  der  Belagerung 

Ivon  Gemar,  sollen  sie  antworten,  dass  die  Strassburger  nicht    allein  im   Lager  ge- 
wesen; von  der  Wegnahme  einer  Glocke  aber  wisse  man  nichts. 
[4]  Ebenso  seien  die  Schlettstädter  Enlsehädigungsansprüche  zurückzuweisen,  weil 
Strassburg  in  dem  Kriege  nur  «Helfer»  gewesen  sei,   und  Schlettstadt  die  Abhaltung 
3»  eines  Tages  verweigert  habe. 

[5]  Sollen  sie  sagen :  .  .  .  wie  wir  sie  nit  anders  in  unser  stat  zollent  also  uns 
selber  etc. 

I  datum  feria  quinta  post  diem  seti  Michaelis  anno  13D7.  **•*  Ortober  4. 


Str.  St.  A-  AA.  115.  eone.  eh.  vel.  cop. 
Gedr.  D.  B.  A.  II,  nr.  301. 


1  Claus  oder  Ulrich  Bock  der  Junge,  Batsmitglieder  1396  btz.  97. 

2  Am  14  October  dankt  derselbe  für  die  Zusage,  die  beiden  meineidigen  Knechte  nicht  hatten  tu 
wollen,  denen  sonst,  wie  er  fürchten  müsse,  der  Markgraf  oder  seine  Amtleute  «ein  iinzübte»  anthun 
würden,  ibid.  or.  eh.  I.  cl.  —  Beg.  d.  Mrkgr.  nr.  1761. 

■lo  3  Vgl.  unten  nr.  1307  Strassburgs  Brief  an  Colmar  vom  31  October. 


694  1397 

1300.  Hagenau  an  Strassburg:  '  bittet  dringlich,  seine  Bürger  von  dem  neueinge- 
richteten Zolle  freizulassen  .  .  .  mit  namen  von  iedem  zentner  wollen,  den  sü  kouffent, 
zwene  pfennige;  von  iedem  fader  wins  vier  pfennige  und  bi  dem  wissen  turn  von 
iedem  wagen,  der  ussewendig  uwer  stette  vor  gat,  vier  pfennige  und  von  iedem 
karriche  zwene  pfennige,  alse  unsere  bürgere  uns  das  gesaget  hant.  .  .  .  datum  5 
feria  quinta  post  Michahelis  anno  97.  1397  October  4. 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 

1301.  Meister  und  Rat  von  Schlettstadt  an  Strassburg:  .  .  .  bescheident  üch  von 
des  egenanten  unsers  burgers  [Wilhelm  Botzheim  von  der  anspräche  an  üch]   wegen 

octobv.  /«.einen  früntlichen  tag,  gein  Erstein   uff  sante  Gallen  tag.         geben    uf  mentag   nach   io 
sante  Reinigen  tage  anno  97.  1397  October  8. 

Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl. 

1302.  Hagenau  an  Strassburg:  bitten  um  Abstellung  ungerechter  Zollerhebung 
von  ihren  Bürgern,  denn  früher  . .  .  do  sü  husgelt  in  üwerm  koufhuse  gebeut,  do  nemo 
man  es  von  inen  nüwet  von  solichen  stücken,  die  sü  in  üwerm  koufhuse  kouftent,  u 
darumb  es  ouch  zitlich  husgelt  hiesz.  sitmals  ir  aber  zol  von  inen  nement  in  dem 
zolkelre,  so  müssent[sü  von  allen  stücken  zol  geben,  sü  kouffent  sü  in  dem  koufhuse 
oder  ussewendig  des  koufhuses  in  uwere  stat.  .  .  .  datum  sabbato  ante  Galli 
anno  ...  97.  1397  october  13. 

Str.  St.  A.  AA.  2017   or.  eh.  I.  cl.  20 

1303.  Thomas  von  Endingen  und  Konrad  Armbruster,  Strassburger  Gesandte  auf 
dem  Reichstage  zu  Nürnberg,  berichten  an  ihre  Stadt:  über  den  Landfrieden,- Bitsch, 
Eroberung  von  3  Raubschlössern,  die  Anwesenden  etc.  geben  an  samstag  for  sante 
Gallen  dag.  [iß97  October  13.] 

Aus  Str.  St.  A.  an  der  Saul  or.  eh.  I.  cl.  25 

Gedr.  D.  B.  A.  II,  495  nr.  309. 


1304.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  ...  als  unser  diencr  Merklin 
Glatz  fyntschaft  mit  uch  hat  und  nit  sicher  vor  üch  ist,  da  wissend,  daz  wir  mit  im 
gerett  haben,  die  wile  wir  mit  uch  vereynt  sind,  daz  uns  nit  lieb  were,  daz  er  zu 
uch  griff,  und  wil  gern  ein  satze  mit  üch  haben  .  .  .  entweder  auf  die  Dauer  des  Bünd- 
nisses zwischen  ihm  und  der  Stadt  oder  auf  Kündigung.  Erwartet  Antwort  .  .  by  disem 
botten.         datum  Mülnberg   feria  tertia  ante   Symonis  et  Jude  apostolorum  anno  97. 

Miihlburfß  1397  October  23. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I  cl. 
Eeg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1765. 


Vgl.  nr.  1295. 


1397  DBB 

1305.  Markgraf  Bernhard  an  Strassburg:  antwortet,  daäfl  die  beiden  von  der  Stadt 
in  Dienst  genommenen  Knechte  Flcinlzmann  Kunscher  und  Peter  Schlosser  .  .  .  meyn- 
eidig  an  uns  geworden  sind  und  nit  gehalten,  daz  sie  uns  an  den  heiligen  gesworn 
hand  .  .  .  und  daher  wohl  dort  ihre  Zeit  ausdienen,  aber  sich  in  Acht  nehmen  mögen, 
5  weder  ihm  noch  den  Seinigen  in  die  Hände  zu  fallen,  da  sie  verdient  hätten  .  .  .  daz 
wir  sie  gern  straffen  wollten.  datum  Baden  feria  quinta  ante  Symonis  et  Jude 
apostolorum  anno   1397.  Baden  1397  October  2S. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  MrJcgr.  v.  Bad.  nr.  1766. 


io  1306.  Meister  und  Bat  von  Colmar  an  Strassburg :    wissen  dass  .  .  .  herr  Johans 

von  Oberkirch  ritter  vorziten  bi  uch  in  gefengnisse   gelegen  ist  von   des   gemeinen 
friden  wegen,  so  fürsten,  herren  und  stette  do  ze  ziten  mitainander  hatten,  und  aber 

6 

derselbe  von  Oberkirch  mit  Sicherheit  und  urfehte  von  der  gefengnisse  geloszen  wart 
noch  wisunge  eins  besigelten  briefs,  so  er  und  die  sinen  über  sich  gebent  und  der 
u  von  des  gemeinen  friden  wegen  hinder  iuch  als  ze  gemeinen  handen  geleit  wart  .  .  . 
und  erbitten  von  diesem  Urfehdebrief ...  ein  abgeschrift  und  vidimus  gebent  under 
uwer  stat  anhangendem  insigel,  wand  wir  des  notdurftig  sint  .  .  .  datum  feria 
secunda  ante  festum  omnium  sanctorum  anno  97. l  1397  October  29. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48/49  B.  or.  eh.  I.  cl. 


1307.  Strassburg  an  Colmar:  entgegnet  auf  die  Klagen  über  die  Schädigungen 
durch  das  Strassburger  Belagerungsvolk :  Heu,  Stroh  und  Holz  müsse  man  im 
Kriege  nehmen,  wo  es  zu  finden,  das  würden  die  Golmarer  in  ähnlicher  Lage  auch 
thuti.  Vom  Raub  der  Kirchenglocken  '  wisse  man  nichts,  werde  aber  nachforschen  und 
für  Wiedererstattung  sorgen,  sowie  auch  sonst  den  Ihrigen  möglichste  Schonung 
fremden  Eigentums  anempfehlen.        datum  vigilia  festi  omnium  sanctorum  anno  97. 

1397  October  31. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  22  fasc.  4.  conc.  eh. 


1308.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  sondel  und  beglaubigt  seinen 
Getreuen  Gergen  von   Bach,    seinen   Hofmeister,   und   Hans  Gontzman,   seinen   Vogt 
so  zu  Baden.        datum  Baden  festo  omnium  sanctorum  anno  1397. 

Baden  1397  November  1. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Heg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1768. 


>  Vgl.  unten  nr.  1314. 

2  Vgl.  oben  nr.  1299.  die  Instruction  da-  Strassburger  Gesandten  vom  4  October. 

VI.  88 


696  1397 

1309.  Meister  und  Rat  von  Schlettstadt  an  Strassburg :  verlangen  Lediglassung 
ihres  Söldners,  des  Schiffmannes  Claus  Appeter,  dem  .  .  .  daz  sine  by  nch  gefrönet  und 
verbotten  sie  wider  unsere  stette  friheit.        geben  uf  aller  selentag  anno  97. 

1397  November  2. 
Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl. 


1310.  Markgraf  Bernhard   von   Baden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:    hat 

den  Herrn  von  Winsberg  zum  Vermittler  zwischen  sich  und  dem  Bischof  von  Strass- 

Novbr.  23.  bürg  bestellt,  der  versprochen  hat  Freitag   vor  Katharinen  zur  Tagleistung  in   Bühl 

unterhalb  Windeck  zu  sein,  und  bittet  sie,  den  Bischof  ebenfalls  um  Vollmacht  an  den 

von  Winsberg  zu  ersuchen.        datum  Pfortzheim  feria  quinta  ante  Martini  anno  97.  i» 

Pforzheim  1897  November  8. 
Str.  St.  A.  AA.  85.«  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1771. 


1311.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  dankt  für  den  Brief  und  die 
Botschaft  der  von  Speier  wegen  und  sagt  seinen  Beistand  zu,  . .  .  dann  wir  meynen  mit   ^ 
den  von  Spire  von  der  Sachen  furbazz  niht  lassen   teidingen,  sie  geben    und  keren 
uns  dann  vor  unsern  behalten  schaden,  und  meynen,  daz  uch  daz  ouch  billig  düncken 
solle.        datum  Pfortzheim  feria  sexta  ante  Martini  episcopi  anno  1397. 

Pforzheim  1397  November  9. 
Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl.  20 

Heg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1772. 


1312.  Heinrich  von  Blankenberg  (Blamont)  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg,  so- 
wie an  Ritter  und  Knechte  der  Stube  zum  Mülstein  und  zum  Hohensteg  und  allen  andern 
Stuben:  beklagt  sich  über  Treubruch  und  Verletzung  des  eidlich  geschworenen  Burg- 
friedens zu  Falkenberg  durch  Johann  von  Finstingen,  der  «ein  erlös,  trüwelos  mein-  '"> 
eidiger  böswiht»  sei  und  auch  keiner  Vorladung  vor  den  Bischof  von  Metz,  den 
Herzog  von  Lothringen  oder  die  Aebtissin  von  Reymelsberg  nachkomme  .  .  .  darumb 
wil  ich  üwer  früntschaft  ernstlichen  bitten,  das  ir  dem  vorgenanten  herrn  Johannes 
dafür  wellent  haben  und  halten,  als  do  vorgeschriben  stat.  .  .  .  geben  .  .  .  uf  sant 
Martins  tage  des  jares  1397.  1397  November  11.  30 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29  fasc.  EE.  transl.  vel.  cop.  eh.  coaev. 

1313.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg  :  hat 
ihr  Schreiben  und  den  Briefwechsel  des  Markgrafen2  mit  dem  von  Winsberg  erhalten. 
Auch  er  hat  diesen  gebeten,  ihm  und  dem  Markgrafen  einen  Tag  zu  bescheiden,  wor- 

1  Ebenda  das  Originalschreiben  des  Engelhard  von  Winsberg  an  Bernhard  v.  B.  in  derselben  An-    35 
gegenheit.    1397  Nov.  5. 

a  Vgl.  Bernhards  Brief  vom  8  November. 


1397  097 

auf  jedoch  nocli  keine  Antwort  erfolgt  ist.        datum  Dachenstein  mentags  nach  sanct 

Martinsdage.  Dachstein  1397  November  12. 

Str.  St.  A.  AA.  1483.  or.  eh.  I.  cl. 
Eeg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1774. 

5  1314.  Colmar  an  Strassburg:  bittet  mit  wendendem  Boten  um  Abschrift  ...  des 

briefes,  so  hinder  uch  als  ze  gemeinen  handen  lit,  den  die  von  Oberkirch  und  die 
iren  vor  ziten  über  sich  geben  band  gegen  fürsten,  herren  und  stetten,  als  sich  die 
in  vergangenen  ziten  ze  einander  verbunden  band  .  .  .  und  nötigenfalls  auch  um 
leihweise  Ueberlassung  des  Originals.        datum  feria  quarta  post  beati  Martini  episcopi 

io    anno  97.  1397  November  14. 

Str.  St.  A.  AA.  2010.  or.  eh.  I.  cl. 

1315.  Protokoll  einer  Münzverhandlung  über  Aufrechterhaltimg  des  Curses  der 
Straßburger  Münzen  nach  Maßgabe  des  Münzvertrages  mit  dem  Bistum  und  dem 
Reiche  und  über  Ausprägung  von  Groschen.  [1397  jedenfalls  vor  November  17.J1 

15  Die  bienander  warent  von  der  munssen  wegen,  duhte  gut  sin:[l]  also  ein  brief 

begriffen  ist  von  der  munssen  wegen  zwüschent  dem  bystüme, 
dem  riche  und  der  stat,  das  der  solte  also  sin  und  bliben,  und  das  man  an 
den  bischof  und  die  riches  stette  suchen  solte,  daz  sie  darzü  gehüllent. 

[2]  Item  sie  duhte  ouch  gut :  umbe  das,  das  der  guldin  deste  basz  besät  blibe 

20  und  deste  minre  irrunge  an  den  Pfenningen  blibe   und  ie  eins  daz  ander  deste  basz 

geweren  möhte,  das   man   solte   slahen   grossen,  do  ein  grosze  also  swer  unde  also 

gut  were,  also  ein  Schilling  Stroszburger  pfenninge.  und  solte  man  ie  zehen  groszen 

vür  ein  guldin   geben    und   nemmen   und   solte  einre  also  swer  sin  als  die  andern. 

Man  solte  ouch  slahen  halbe  grossen,  der  einer  also  gut  were  also  sehs  pfenninge. 

m  man  solte  ouch  slahen  drier,  do  einre  also  gut  were  also  vier  pfenninge. 

[3]  Wenne  die  grossen  geslagen  würden,  so  ist  gerotslaget,  daz  man  uns  unser 
münsse  lot  bliben  und  sie  nit  hinweg  fürt  noch  verburnet,  so  setzet  sich  der  guldin 
selber  und  wurt  die  münsse  und  koufmanschaft  rihtig  und  geschiht,  doch  daz  alles  ane 
der  stette  schaden,  daz  sie  sin  kein  verlust  het,  und  soltent  dennoch  dise  Straszburger 
so  pfenninge,  die  ietzent  sint,  bliben,  also  sie  sint,  und  soltent  nit  verbrant  werden,  danne 
sie  soltent  by  den  grossen  gon.  und  sol  men  ouch  darzü  pfenninge  und  heilbelinge 
slahen.  und  sol  man  an  allem  vorgenanten  gelte  den  seyer  bruchen,  daz  daz  gelt 
deste  glicher  würde. 

[4]  Ouch  soltent  die  münssere  sweren  allewege  zu  dem  [monat]2  alle  andere  munssen 
35  von  silber  dun  zu  versuchende,  die  alhie  genge  sint,  in  dem  füre  und  solten  die  nach 
dem  werde  setzen. 

[5]  [Item  die  münsser  sollent  ouch  sweren,  von  niemanne  kein  gelt  zu  empfohen 
ungekosen.]3 


1  Das  heißt  vor  dem  BatsbcscJduß  vom  17  November.    Siehe  dort  nr.  1318. 
40  *  Gestriclien  und  darunter  geschrieben:  vier(teil)  jores. 

:1  Dieser  Artikel  ist  gestriclien. 


698  1397 

[6]  Item  also  im  begännet  ist  in  dem  briefe  von  des  wehsels  wegen  an  dem 
golde,  weres,  daz  ein  munsser  daz  verbreche,  wo  denne  ein  ander  mensche  10  lib. 
bessert,  do  sol  ein  munsser  50  lib.  den.  bessern,  do  duhte  ein  teil  gut,  daz  der  ar- 
tickel  abe  sy,  und  es  die  münssere  sweren  und  halten  sollent  alz  ander  lüte  ;  der  ander 
teil  meinde,  daz  es  by  dem  artickel  bliben  sol.  5 

[7]  Item  würde  ouch  ein  mensche  grossen  wehsein,  do  sol  nieman  kein  vorwehsel 
annemmen,  ussgenommen  an  zehen  grossen  mag   ein  weheseler   zu  wehsei  neminem 

[8]  Item  ouch  sol  man  die  marg  silber  setzen,  was  der  hüter  umbe  ein  marg 
geben  sol. 

[9]  [Item  ein  teil  duhte  gut,  daz  man  die  grossen  vin  sol  slahen.]1  io 

[10]  Ein  teil  duhte  gut,  das  man  die  grossen  slahen  solte.  und  solte  man  ein  grossen 
slahen,  daz  er  also  swer  wer  also  zwelf  pfenninge  und  also  vil  züsatzes  hettent  also 
zwelf  pfenninge.  so  duhte  aber  den  andern  teil  und  ouch  den  merren  teil,  das  man 
grossen  slahen  solte,  do  ein  grosse  also  vil  silbers  hette  also  zwelf  pfenninge  und 
solte  man  des  züsatzes  des  kupfers  minre  darzü  dun  denne  den  vierden  teil,  so  wur-  15 
dent  die  grossen  vin,  und  wer  denne  unser  miinsse  sehe,  der  sehe,  daz  sie  gut  were, 
und  slüge  deste  minre  valsche  munsse  uff  unser  münsse.  wenne  slüge  men  die  grossen 
mit  dem  vierdenteil  kupfer,  so  werent  sie  allewege  rot,  und  sluge  men  deste  e  die 
valsche  grossen  dar  uff,  die  werent  von  kupfer  ouch  rot,  so  künde  men  nit  gemercken, 
welher  der  beste  were,  wie  wol  einre  vaste  krencker  were  denne  der  ander.  20 

[11]  Die  münssere  sollent  sweren,  kein  gelt  von  der  hant  zu  gebende,  sie  habent 
es  denne  e  zu  rehte  gekosen,  und  was  geltes  sie  empfohent  oder  hinder  sie  kommet, 
daz  böse  ist,  daz  sollent  sie  nit  von  handen  geben,  danne  sie  sollent  es  zu  dem 
stocke  antwurten,  daz  nuwe  grossen  oder  pfenninge  darusz  gemäht  werdent.2 

[12]  Gedenckent,  wie  man  mit  dem  güldin  du,  daz  er  geweger  werde. 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaie  lad   24  nr.  17.  conc.  einzelnes  PapierblaU. 


1316.  Fragment  eines  Münzberatuugs-Protokolls.  [1397.] 

Die  herren,  die  byenander  worent  von  der  münssen  wegen,  mit  namen  :  her  Julians 
Klobelouch  der  meister,3  her  Dietherich  Burggrafe,  her  Claus  .  .  .  ,  her  Claus  Mansse, 
her  Heinrich  Limer,*4  her  Wilhelm  Metziger,  her  Hesseman  Hesse,  Reinbolt  Swarber,  so 
Thoman  Lentzelin,  Kleinhenselin  Pfaffenlap,  Hug  Ripelin*,  Claus  Merswin,*  Wernher 
Schöppfelin,  Rülman  Voltze,  Jacob  Friburger,*  Walther  Rinowe  unde  Hans  Steffan,* 
duhte  ein  teil  gut  sin,  das  man  grossen  slahen  solte  unde  sä  machen,  das  einre  alse 
vil  tete  also  ein  Schilling  Strazburger  pfenninge  noch  dem  körne  darumbe,  das  man  die 
Pfenninge  nüt  erlesen  noch  beschroten  möge.  35 


1  Vgl.  die  zum  Teil  gleichlautenden  Artikel  der  Beratung  vom  Juni  27. 

2  Gestrichen  ist  hier  folgend:  Die  münssere  sollent  ouch  sweren. 

3  Ist  wohl  nicht  der  1390  amtierende  Johan  Klobelouch,  sondern  sein  als  Langhansen  seligen  sun 
bezeichneter  Sohn,  der  1397  Meister  war. 

4  Die  mit  einem  *  bezeichneten   bilden  den  am  17  Nov.  eingesetzten  Fünfmänner- Münz- Ausschuß.   *o 
Vgl.  nr.  1318. 


1397  088 

So  duhtc  das  ander  teil  gut  sin,  das  man  grossen  slfige  unde  die  also  gfit mähte, 

wie  man  sä  uff  das  nehste  erzogen  mohte,  alse  das  die  slat  weder  gewin  noch  Ver- 
lust  daran  hette. 

Str.  St.  A.  AA.  lad.  21  nr.  11.  conc.  eh.  coaev. 

i  1317.  Meistor  und  Rat  von  Scblettstadt  an  Strassburg :  bitten  nochmals,  nachdem 

der  erbetene  Tag  zu  Erstein  wegen  ihres  im  Kriege  der  Strassburger  mit  Burkard 
von  Lützelstein  durch  Brand  geschädigten  Bürgers  Wilhelm  Botzheim  bereits  abge- 
balten, .  .  .  daz  ir  unserm  vorgenanten  burger  sinen  schaden  wider  kerent  oder  yme 
aber  darumbe   lassend    widerfarn,   daz   recht   ist,  vor   eime   gemeinen   manne  uf  ge- 

io  legenlichen  tagen  und  stunden.  geben  am  nehsten  samstage  nach  sante  Martins 
tage  anno  .  .  97.  1397  November  17. 

Str.  St.  A   AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl. 


1318.  Meister  und  Rat  von  Straßburg  beschließen  die  Altsprägung  von  :»■>■;  „■ 
Mimen:  des  Groschen  und  Dreiling  und  setzen  einen  Finfmänner-Auschvß  ein  tur 

is  Besserung  des  städtischen  Münzwesens.1  1397  November  17  und  :".i. 

[Unsere  herren  meister  unde  rat,  schöffel  und  amman  sint  übereinkommen  unde 
hant  es  ouch  erteilt]*2  von  des  grossen  gebresten  wegen  der  münsse,  der  ietze  lange 
zit  gewesen  ist,  das  die  Straszburger  pf'enninge  besnitten  wurdent  und  darnoch  also 
gantz  hinweg  gefürt  wurdent,  das  ir  vaste  wenig  worden  ist,   dovon   grosser   schade 

20  kommen  ist.  unde  das  hinnan  furder  ze  versehende,  das  die  Straszburger  pfenninge  by 
uns  blibent  und  eine  gute  werunge  ginge,  darumbe  do  schichtent  unser  herren  meister 
und  rot  ire  erbern  hotten  darzü  zu  rotslagende,  wie  man  daz  besorgen  sötte,  und 
rotslagetent  ouch  die  daruff,  das  man  grossen  [halbe  grossen]*  unde  drielinge 
slahen  und  münssen  solte,  die  do  gingen  by  den  Pfenningen  und  heübelingen,  dovon 

85  das  man  dester  me  pfenninge  hette.  und  do  die  erbern  botten  daz  wider  vür  meistere 
unde  rot  gebrohtent,  und  meister  und  rot  dise  sache  gefielen,  es  vürbasser  vür  BchöfTel 
und  amman  zu  bringende,  und  wände  der  botten,  die  daz  rotslagetent,  ettewie  vil 
was,  daz  sie  alle  zu  den  sachen  mittenander  nit  wol  getün  kundent,  do  ordentent 
darzii    meister   und    rot   fünf  erbere  botten  mit  namen :    hern    Heinrich  Lymer, 

30  Claus  Merswin,  Hug  Rippelin,  Jacop  Fryburger  und  .lohans  Steffan, 
daz  sie  die  sachen  von  der  münssen  und  der  grossen  wegen  vür  sich  nemmen  soltent 
und  mohtent  schicken  noch  dem  müntzemeistere  zu  Metze  und  andern  und  mohtent 
au  den  erfaren,  wie  und  in  weihen  weg  man  allerbeste  zu  den  grossen  und  der  münssen 
kommen    mohte,  daz   mengelichem  aller  glicheste  geschehe  und   man   by    dem  gelle 

85  möhto  bliben,  daz  ez  nit  me  zersnitten  würde,  noch  hinweg  gefflrt  muhte  werden 
oder  erlesen 

1  Vgl.   oben  die  Münzberatung  vom   27  Juni,   sowie   die  Beschlüsse  des   Fun) "mannet- Ausschusses 
vom  21  ßecember,  nr.  1325. 

2  Die  mit  *  bezeichneten  und  eingeklammerten  Stellen  sind  in  der  Vorlage  gestrichen. 


700  1397 

Das  dotent  die  obgenanten  fünf  botten  und  brahtent  das  alles  wider  vür  meistcr 
und  rot,  schöffel  unde  amman  unde  seitent  und  erzaltent  den,  was  sie  dovpn  1><>- 
duhte  ze  dünde,  und  in  welher  mossen  in  der  müntzemeister  geseit  betle,  und  ouch 
woby  die  grossen  uffe  der  gemeinde  nutz  aller  glichest  gestan  möhten.  und  was  ir 
meinunge,  daz  man  solte  [65  grossen  sniden  uff  ein  marg  silbers,  also  daz  05  grossen  5 
eine  vine  marck  silbers  wugent.  doch  solte  man  darzu  zu  der  marck  ein  halb  lot 
kupfers  setzen  und  nit  me.]*  usser  15*/2  lote  vines  silbers  und  eime  halben  lote  Zu- 
satzes 65  groszen  schroten,  und  solte  man  10  grossen  oder  zehen  Schillinge  pfenninge 
[und  der  halben  grossen]*  und  der  drier  nach  marggzal  ein  iegelich  mensche  vür  ein 
güldin  geben  und  nemmen  und  nit  hoher.  ln 

Und  do  die  fünf  erbern  botten  vor  meister,  rote,  schöffele  und  amman  erzaltent 
die  vorgenanten  sachen  und  andere  dinge,  die  noch  darzü  notdürftig  wurdent  sinde, 
do  koment  unser  herren  meister  und  rot,"schoffele  und  amman  mit  rehter  urteil  über- 
ein und  hant  es  ouch  erteilt,  daz  man  grossen  [halbe  grossen]*  und  drier  slahen  sol, 
also  daz  usz  15 '/2  lote  vines  silbers  und  eime  halben  lote  Zusatzes  65  grossen  ges-  " 
roten  werdent  und  ein  gross  also  swer  sy  alz  der  ander  und  das  man  zehen  grossen 
oder  zehen  Schillinge  Straszburger  pfenninge  vür  ein  güldin  geben  und  nemmen  sol, 
uszgenommen,  die  da  güldin  wehselent,  sollent  ein  güldin  umbe  einen  (den.)  und  zehen 
Schillinge  wider  von  in  [harusz  geben]*  von  der  baut  geben  und  nit  hoher,  und 
was  ^güldin,  die,  die  do  wehselnt,  koffent,  die  sollent  sie  harwider  usz  umbe  10  sol.  20 
oder  10  grossen  und  1  den.  verkoffen  und  daz  niemanne  versagen,  und  wer  güldin 
hoher  gebe  oder  nemme  danne  umbe  10  sol.  oder  10  grossen  oder  also  güldin  ver- 
seite,  die  er  in  wehselswise  geköft  hette,  der  bessert  5  lib.  den.,  also  dicke  daz 
geschiht. 

Und  darzu  so  hant  die  vorg.  unser  herren  meister  und  rot,  schöffel  und  amman  25 
erteilt,  daz  die  vorgenanten  fünf  erbern  botten  wider  züsammene  sollent  gon  und 
sollent  die  grossen  und  die  drier  dun  slahen  und  alle  andere  dinge,  die  dozügehorent, 
wie  die  grossen  [halbe  grossen]  *  und  drier  gemäht  werdent,  der  güldin  und  die  grossen 
und  unsere  pfenninge  versorget  werden  und  ouch  die  münsse,  wie  man  silber  har  gebringe, 
wie  man  daz  behüte  und  wie  man  daz  silber  geben  oder  nemmen  solle,  wie  man  mit  30 
dem  sleigeschatze  dun  solle,  und  was  sie  in  disen  sachen,  nütschit  uszgenommen,  unsere 
stette  unde  der  gemeinde,  rieh  und  arm,  allernützest,  und  notdürftige  st  beduncket 
sin  geton,  daz  sie  daz  alles  dun  sollent  und  mögent,  und  was  die  vorgenanten  fünfe 
oder  daz  merreteil  under  in  darumbe  ordent,  machent,  ufsetzent,  erteilent,  sprechent 
und  erkennent,  das  daz  alles  sol  stete  und  kreftig  sin  unde  bliben.  85 

Novbr.  n.  Actum  sabbato  proximo  post  diem  seti  Martini  episcopi.  und  hant  nach  der  urteil 

die  vorgenanten  fünf  erbern  gesworen  an  den  heiligen  vor  offenem  rote,  die  vorgen. 
dinge  also   nach  irre  besten  verstentnisse  uszzetragende,  also  daz  eigenliche   in  dem 

Novbr.so.  heimlichen  buche  verschriben  ist.         et  hoc  juraverunt  predicti    vigilia   seti  Andree 

apostoli  anno  97.  «' 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaie  lad.  24  nr.  12  Concept  auf  einem  losen  Blatt  mit  vielen  Correcturen. 
Abdruck  Hegel :  Königshof.  II,  1004. 


1397  701 

1319.  Markgraf  Bernhard1  von  Radon  an  Heister  und  Rat  von  Strassburg:  .  .  . 
als  ir  uns  wider  geschriben  und  geantwürt  band  von  der  sache  wegen  swnsehen  dem 
byschoff  von  Strassburg  und  uns  etc.,  han  wir  wol  verstanden,  und  als  ir  uns  schri- 
bent,  daz  derselbe  byschoff  den  von  Winsperg  oueh  gebetten  habe,  duz  er  sich  unser 
sache  annome  und  uns  ein  andern  tag  damit  beschcident  gen  Ruhel  zu  leisten  uff 
den  liebsten  zinstag  nach  sant  Katherinentag  .  .  den  Tag  wolle  er  gerne  leisten  und  smbr.  *7. 
auch  den  von  Winsperg  bitten  sich  dazu  einzufinden.  datiun  Raden  an  L'lyzabeth- 
tag  anno   1397.  Baden  1397  November  in. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1777. 


1320.  Meister  und  Rat  von  Schlettstadt  an  Strassburg:  verwenden  sich  für  ihre 
Rürger  Lawelin  von  Herlisheim  und  seine  Frau  Anna,  welche  von  dem  Strassburger 
Rürger  und  Wirt  zum  Schilde  .  .  .  mit  geistlichem  gerichte  bekümbert  wirt  .  .  .  geben 
sante  Niclaus  abend  anno  97.  1397  December  6. 

Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I  cl. 


1321.  Markgraf  Bernhard  von  Raden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  em- 
pliclill  ihrem  Wohlwollen  .  .  .  den  erwirdigen  unsern  lieben  gelruwen  apt  von  Selse 
der  etwas  sach  von  sin  selbs  wegen,  daz  die  von  Hagenow  antrifft,  an  uch  zu 
werben  hat.        datum  Etlingen  sabbato  post  beati  Nycolai  episcopi  anno  t397. 

Ettlingen  1397  December  8. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  c. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1778. 


1322.  Hagenau  an  Strassburg:   meldet  Kriegsgerüchte  ...   ist  uns  uff  hüte  früe 

warnunge   klimmen   von   unsern  guten    fründen,  wie   daz   die  von  Ritsch  ein  grosse 

28  houffunge  habent,  und  enweis  man  nit  eigentlich,  war  sich  die   keren  werdent.  ouch 

Iist  uns   gesagt,  daz  jungherr   Ludewig   von  Lichtemberg  uf  hüte  früe  Sultze  stürmt  t 
zu  ros  und  zu   li'is  .   .   .  datum  dominica  post  Lucie  anno  .  .  97.    1397  December  16. 


M 


Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl 


1323.  Dietrich  von  der  Weitenmülen,  Landvogt  im  Elsass,  an  Strassburg:  .  .  .  losse 

»0  uch  wissen,  das  unser  herre   der  römische  kunig  uff  hütte   gen  Frankenfurt   kumen 

ist,  und  hat  man  ime   koste  bestalt   uff  14   dage  und  den  fürsten  und  herren  uff  \2 

tage  und  nicht   lenger,  und  meinet  man,  unser  herre  der  künig  belibe  kein  lengen  zu 


'  Am  13  December  bittet  derselbe  die  Stadt  nochmals,  Ort  und  Stunde  einer  Tagleistung   zwischen 
Eberh.  v.  Winsberg  und  dem  Bischof  festzusetien.        datum  Etlingen  in  die  Lucie.  —  Ebenda  AA.  81. 
85    or.  eh.  —  Reg.  d.  Markgr.  nr.  1780. 


702  1397 

Frankenfurt,  do  wissent  i'ich  noch  zu  rihtende.         geben  zu  Frankenfurt  uff  mittewuche 
vor  sant  Thomansdag  des  heiligen  zwölf botten  anno  1397.    Frankfurt  1397  Deeember  19. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  B.  A.  III,  nr.  33. 

1324.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  wegen  der  Beschickung  des  Reichstages  zu  5 
Frankfurt  an  Thomas  von  Endingen,  Johann  Bock  und  Ulrich  Gosse,  Altammeister 
zu  Strassburg :  ...  als  ir  uns  aber  geschriben  habend  von  der  fart  wegen  zu  unserm 
herren  dem  künig  zu  ritend  etc.  .  .  .  herumb  wissend,  daz  uns  uf  gestern  bottschaft 
komen  ist,  wie  daz  unser  herre  der  kunig  zu  Franckenfurt  sy,  und  mügen  uch  so 
schnelle  nit  wissen  lassen,  ob  wir  selber  zu  im  dar  riten  oder  unser  fründe  dar  10 
Decbr.  35.  schicken  wollen,  dann  uns  duncket  gut  syn,  daz  uwer  einr  uf  disen  heiligen  cristag 
by  uns  zu  Baden  sy,  so  wollen  wir  zu  rät  werden  umb  unser  riten  oder  uns  aber 
mit  demselben  vereynen,  uf  welch  zit  wir  die  unsern  gen  Franckenfurt  schicken 
wollen,  daz  derselb  und  ir  uch  furbazz  umb  daz  riten  wissend  zu  rihten.  da- 
tum  Baden  sabbato  post  Thome  apostoli  anno  97.  Baden  1397  Deeember  22.  »s 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1782. 

11525.  Beschlüsse  des  städtischen  Fünfmänner- Ausschusses  über  das  Münzwesen. 

1397  Deeember  21. 
Dis  ist  der  brief,  der  an  dem  lettner  gebotten  ist.  20 

Alse  unser  herren  meister  und  rat,  schöffel  und  amman  fünff  erbere  manne 
gesetzet  hant  *  mit  namen  :  herr  Heinrich  Lymer  altenammanm  eist  er,  Claus 
Merszwin,  Hug  Rippelin,  Jacob  Friburger  und  Johans  Steffan 
über  die  münsse,  die  zu  versorgende,  alse  das  eigentlichen  in  der  stette  buche  ver- 
schriben  stot,  do  ist  zu  wissende,  das  dieselben  funffe  erbere  botten  dise  nachge-  25 
schribene    stücke   gerotslaget   und  geordent  hant : 

[1]  Zum  ersten  sol  man  lüte  orden  unde  darzü  setzen,  die  alle  vierteil  jores  und 
wenne  es  sü  noldürfflig  duncket,  alle  andere  münssen,  die  allhie  nüt  genge  und  gebe 
sint,  sullent  versuchen  in  dem  füre,  und  sullent  danne  ye  die  münsse  noch  irme  werde 
schaffen  gesetzet,  und  sol  man   die  münssen  nemen  noch  irme  werde  und  nit  anders,  so 

[2]  Die  münsser  und  wesseler,  die  zu  bancke  sitzent  unde  huszgenossen  sint 
sullent  nüt  nie  danne  an  zehen  grossen  einen  pfenning  zu  gewinne  nemen. 

[3]  Die  münsser  unde  wesseler,  die  zu  bancke  sitzent,  sullent  kein  gelt  von  der 
hant  geben,  sü  habent  es  danne  e  zu  rehte  gekosen,  und  wer  das  verbrichet,  der 
bessert  30  sol.  den.  35 

[4]  Es  sullent  alle  münssere  und  wesseler  sweren,  das  sü  alle  kleine  pfenninge 
und  alles  bruchsilber,  das  in  zu  handen  komet,  es  si  lützel  oder  vil,  das  sü  die  selben 
Pfenninge  und  bruchsilber  in  den  nehsten  drigen  tagen,  noch  dem  es  in  zu  handen 
komet,  antwurtent  demme  oder  den,  die  die  stat  dozü  setzet,  und  sol  der  oder  die, 
die  von  der  stette  wegen  dozü    gesetzet    werdent,   mit    dem  oder  den,    der  oder   die 


1  Vgl.  nr.  1318  u.  nr.  1316. 


1397  703 


in  semliche  kleine  Pfenninge  oder  bruch.silber  antwortet,  darumbe  überkommen,  obe 
sä  mugent.  möble  aber  der  oder  die,  die  von  der  stette  wegen  dozü  gesetzet  werdent, 
m'il.  mit  in  überkommen  uf  das  glicheste,  so  sol  der  oder  die,  die  von  der  stette  wegen 
dozü  goselzot  werdent,  semliehe  kleine  pfenninge  oder  bruehsilber  mit  von  banden  lossen 

5  und  siillenl  es  uffsclzen,  und  wenne  es  uffgesat  und  vin  gemäht  wurt,  so  sollent  der  oder 
die,  die  von  der  stette  wegen  dar/.ii  geeetzel  werden,  also  vil  darumbe  geben,  also  sü 
andern  lülen  gewönliche  darumbgent.  doch  ist  dis  zu  verstonde  ungeverliche,  also  wer  es, 
das  derselben  münsser  oder  wesseler  eyme  soliches  kleines  geltes  bruchsilbers  zu  einre 
zile  xii  banden  keine,  das  minre  tete  denne  eine  marg  Silbers,  das  mag  er  behalten, 

io  ehe  er  wil,  untz  er  des  eyne  marg  gesammelt  unde  donoch,  wenne  er  sin  eyne  marek 
gesammelt,  sol  er  es  in  den  liebsten  drigen  tagen  antwurten  den,  die  von  der  stette 
wegen  darzu  gesetzet  wurdent,  bi  dem  vorgenanten  eide.  unde  sullent  die  also  vil 
darumbe  geben  und  sol  man  darumb  geben  und  domitte  tun,  also  nehst  beseheiden 
ist,  und  sol  es  bi  demselben  eide  nieman  anders  zu  kuffende  geben  in  denheinen  weg 

"•  ane  geverde. 

[5] '  Item  die,  die  von  der  stette  wegen  an  der  münssen  sitzende  und  das  silber 
köffende  werdent,  sullent  kein  bruehsilber  kouffen  danne,  das  in  die  münsser  und  wes- 
seler anlwurtent,  und  sullent  darumbe  geben  und  damitte  tun,  alse  nehst  ünderseheiden 
ist.    unde  sullent  sus  vin  silber   und  ander  silher  von   unserre   stette  wegen    köffen 

m  noch  demme  in  empfolhen  ist. 

[0]  Man  sol  einen  (guten) '  Rineschen  güldin  für  10  grossen  oder  für  10  sol.  den. 
geben  und  nüt  hoher  an  allen  dingen,  unde  sol  sich  ouch  des  nieman  gegen  dem 
andern  mit  widern,  uszgenommen  (die  münsser)1  und  die  wesseler,  die  mugent  einen 
güldin  uinbe  einen  (den.)  und  10  Schillinge  geben  unde  nüt  höher,  noher  mugent  sü 

2»  in  wol  geben,  und  wer  das  verbrichet,  der  bessert  fünff  pfunt  pfenninge,  alse   dicke 

Ier  das  tut.  aber  die  münsser  oder  wesseler  sullent  von  deme  stücke  20  pfunt  bessern, 
do  ein  ander  mönsche  fünf!'  pfunt- bessert. 

[7]  Was  güldin  ouch  hünder   die    münsser  oder   wesseler   komment    in    wessels 

uise,  in  weihen  weg  das  ist,  die  güldin  sullent    sü  gehorsam   sin   her  wider   usz  zu 

to  gebende  den  ersten  personen  ungeverliche,  die  sü  an  sü  vordernt,  unde  sullent  *  ouch 

Ivon  nieman  anders  kein  gelt  hünder  sich  nemmen  denne  soliche  güldin  zu  kouffende. 
und  dis  sullent  sweren  alle  münssere  unde  wesselere.  und  welre  münsser  oder  wehs- 
eler  das  verbreche,  der  bessert  den  meyneyl. 
[8]  Item  wer  aber  der  ist,  der  wesselt  anders  danne  die  münsser  und  wesseler, 
die  gesworen  hant,  der  bessert  5  it.  den.,  alse  dicke  er  das  tut.* 

|9]  Item  die  münsser  und  wehsseler  sullent  sweren,  was  güldin  die  überrine- 
schen  güldin  sint,  die  in  zi'i  banden  komment,  das  sü   an  der   güldin   eime    nüt    me 

1  Dieser  Artikel  fehlt  in  dein  Concept  A.  u.  steht  in  B. 

a  Hier  folgt  in  dem  zweiten  Coneept  D.  lad.  24  nr.  13  der  dann  wieder  gestrichene  Passus :  sich  do- 
<"  mitte  mit  schämen,  das  su  sprechen  mohtent,  sü  hettent  die  güldin  vor  verkouffet  oder  do  lege  gelt 
hünder  in  von  den,  die  sü  umb  sü  gekonffet  hettent.  nnde  wer  das  verbrichet,  der  bessert  50  ST.,  also 
dicke  das  geschiht.  —  3  Zusatz  in  B. 

*  An  dieser  Stelle  hat  das  eine  Concept  C  (nr.  13)  einige  besondere  Artikel,  die  unten  als  Nachtrag 
dieses  Stückes  gedruckt  sind.  Art.  22-29. 

VL  89 


704  1397 

danne  eynen  pfenning  zu  gewinne  nemmen  sullent,  uszgenommen  an  eime  nobel,  an 
deme  mügent  sü  wol  zwene  pfenninge  zu  gewinne  nemmen  und  mit  darüber,  was  aber 
guldin  underrineschen  sint, die  mügent  sü  geben  hohe  oder  nohe,  wie  in  dasgefüglich  ist. 

[10]  Es  ensol  ouch  kein  münsser  noch  wesseler  noch  nieman  anders   denheinen 
grossen  pfenning  verbürnen  noch  zerbrechen  noch  enweg  schicken,   das   sü   gebraut     • 
werdent  noch  die  sweren  von  den  lihten  erlesen,  und  wer  das  verbrichet,  der  bessert 
lip  unde  gut. 

[11]  Es  ensol  ouch  kein  münsser  noch  wesseler  noch  nieman  anders  an  keinre 
nuwen  münssen,  do  man  guldin  oder  pfenninge  sieht,  wellerhande  münsse  das  were, 
oder  slahen  wil,  wo  das  were,  weder  teil  noch  gemein  haben  noch  do  zu  roten,  sturen  io 
oder  helffen  in  denheinen  weg  ane  alle  geverde.  unde  wer  das  verbrichet,  der  besserl 
funffzig  marck,  alse  dicke  er  das  tete.  unde  sullent  die  münssere  das  sweren  also  zu 
haltende,  und  welre  münsser  das  verbreche,  der  bessert  den  meyneyt  und  mit  fünfl'zig 
marck.  wer  aber  das  stücke  nüt  versworen  het,  der  sol  die  fiinffzig  marck  bessern,  u 
alse  vor  bescheiden  ist. 

[12]  Es  ensol  ouch  dehein  münsser,  wehsseler  noch  nieman  anders,  wer  der  ist, 
uszgenommen  die  goltsmide  in  iren  gademen,  deheine  esse  haben,  unde  sullent  die 
münssere  sweren  das  also  zu  haltende  unde  ouch  das  sfl  rügende  noch  hörsagen,  obe 
es  ieman  verbreche,  unde  verbreche  es  ein  münsser,  der  sol  einen  meyneit  bessern, 
verbreche  es  aber  yeman  anders,  der  nüt  gesworen  het,  der  bessert  20  marck.  n 

[13]  Es  sol  ouch  denhein  goltsmit  nieman  denhein  silber  oder  bruchilbser  ver- 
bürnen, er  welle  es  danne  by  demme  goltsmide  lossen,  das  er  es  imme  zu  geschirre 
verwürcke,  unde  sol  es  ouch  der  goltsmit  donoch  nüt  von  handen  geben,  er  habe  es 
danne  e  zu  redelichem  geschirre  verwürcket.  unde  sullent  dis  alle  goltsmide  sweren 
zu  haltende  unde  ouch  das  stücke  von  der  essen  wegen  zu  rügende,  wo  sü  iemant  « 
wustent,  der  ein  esse  hette,  also  vor  bescheiden  ist. 

[14]  Was  silbers  ouch  in  diseme  bistüme  gekoufTet  wurt,  das  sol  denhein-  unser 
burger,  er  si  ingesessen  oder  uszgesessen  burger  oder  denheinre,  der  under  unserm 
stabe  sitzet,  oder  yeman  von  sinen  wegen  usz  dem  bistüme  schicken  noch  daz  schaffen 
getan  werden,  wo  aber  ieman,  der  ussewendig  dis  bistümes  silber  kouffte,  es  si  zii  w 
Cölle,  zu  Franckfurt  oder  anderswo,  das  silber  mügent  sü  schicken  unde  füren,  war 
sü  wellent  ane  geverde. 

[15]  Unde  sullent  das  alle  münssere,  goltsmide  unde  underköffer  unde  kouffelerin, 
die  do  mitte  umbe  gont,  und  alle  die,  die  über  die  münsse  gesetzet  sind,  beduncket, 
das  sü  domitte  umbegont  und  das  su  sweren  sullent  sweren  das  vorgeschribene  ss 
stücke  zu  haltende,  und  wer  das  verbrichet,  das  sullent  meister  und  rot  vestecliche 
rihten.  unde  wer  aber  anders  es  verbrichet,  der  es  nüt  gesworn  het,  der  bessert  20 
mark  silbers,  alse  dicke  er  das  tut.  unde  wurde  das  silber  ergriffen,  das  sol  er  darzü 
verlorn  han. 

[16]  Brehte    aber   ein   frömede    man    silber   harin   in   dise  stat   zii  verkouffende  40 
unde  beduhte  in,  wie  er  das  silber  nüt  wol  noch  sinem  willen   verköffen  möhte,  der 
mag  das  silber  wol  wider  enweg  füren,  ebe  er  wil  ane  geverde. 

[17]  Es  sol  ouch  dehein  unser  ingesessen  noch  uszgesessen  burger  oder  deheinr, 


1 


1397 


706 


r  ünder  unseren  Stabe  sitzet,  noch  nieman  von  .-inen  «ragen  ieuiarme  BS  di.-em 
bistüme  enjjesiene  gon,  riten  oder  varen,  das  er  iiiiiiic  sin  silber  abekoiillc  in  de- 
heitien  weg  ane  gewerde,  durch  das,  das  das  silber  dein  stocke  zu  Strasburg  em- 
pfAret  werde. 

6  |is|  Ks  ensol  mich  nieman  denhein  silber  us  disem  bist&m  füren,  es  si  gebrant 
silber  oder  geflecket  gesebirre,  wie  das  genant  ist,  der  kein  silber  bar  bringet,  unde 
wer  das  veibricliel.  dem  sol  man  das  silber  gerwe  nemen  und  zu  sime  übe  unde  g&te 
ribten  und  rehl  fertigen  nflf  den  eyt.  dis  süllcnl  alle  münsser,  wesseler,  goltsrnide, 
underkeuffer  unde  keüWelerinfrowen  zu  ballende  und  zu  vollefürende  und  dann,  wo 

io  su  bedunckel  an  iemanne,  dergebranl  silber  oder  verwireket  silberin  gesebirre  können 
wil  und  der  es  enweg  schicken  welle,  das  sn  es  denne  nul  zu  koiilfende  gebent  noch 
nieinane  von  sinen  wegen  danne  sü  sullenl  es  iren  obersten  für  bringen,  unde  got 
dis  nut  an  nuwe  gesebirre,  das  goltsrnide  machent,  ane  alle  geverde.  unde  wer  der 
ist,  der  dis  rüge!   unde  der  do  gerüget  ist,  vellig  wart,    so  sol  dem  rüger  das  dirteil 

it  von  dem  silber  werden. 

|1!>|  Kill  yegelich  goltsmit,  der  zi'i  gademe  sitzet,  mag  ouch  wol  gebrant  silber 
oder  brucbsilber  koullen  so  vil,  alse  er  in  sime  gademe  verbruchen  oder  verwünktn 
wil  und  mit  me,  unde  sol  ouch  ir  ieglicher  nüt  nie  kölfen  Silbers  unde  bruchsilbers 
danne    so    vil,  alse   er   mit   sime   gesinde  verwüreken  wil.  und  sol   ouch  ir  deheinre 

■■-'<  dem  andern  silber  koullen,  danne  iederman  sol  iinme  selber  silber  kouflen.  unde  sullent 
das  die  goltsrnide  sweren. 

[80]'  Item  die  von  der  stette  wegen  do  zu  gesetzet  werdent,  sullent  kein  brucb- 
silber köffen  danne,  das  in  die  münsser  und  wesseler  antwürtent. 

[21 1  Item    die,  die   von   der  stette    wegen   an   der  münssen  sit/.ent,  sullent  kein 

«  bruchsilber  kouflen  danne,  daz  in  die  münsser  und  die  wesseler  antwürtent.  und  sul- 
lent sus  vin   silber   und  ander  silber   von    unser  stette  wegen  kouflen  [und  darmitte 
ti'in  und  daruinb  geben,  alse  reht  unde  schiedlich    ist]  *   noch   dem   in  empfolhen   ist. 
lYonimlialmn  est  ipsa  die  soti  Thome  apostoli  anno  !)7. 
[Die   foh/ viid cii    Artikel  22 — 29  finden    sich  nur  in  den   Concepten   C.  u.    D. 

:tu  ii ml  stehen  dort  zwischen  Artikel  8  und  10].- 

1[22]  Item  man  sol  einen  guten  ducaten  süben  Strazburger  pfenninge  höher  geben 
denne  einen  gaten  Hineschen  guldin  und  Dil   höher. 
[23]  Item  einen  <>ülen  allen  fruueken  zehen  pfenninge  höher  danne  einen   guten 
Hineschen  guldin. 
|"JI|  Item  einen  schilt  ein  unt/.e  höher  danne  einen  Rinescben  guldin. 
[2b]  Die  vorgeschobene  stucke  goldes    sol  ie  eins  von    dem    andern    nemen  und 
geben   noch   vorgeschribener   wise  und    nil    höher,   uszgenomineii    die    wesselere.    die 
mügent  an  einem  guldin  einen  pfenning  zu  gewinne  nemen  und  nüt  me,  wie  er  ioch 
den  guldin  nimmet. 

[86]  Ks  sullent  alle  Metzer  guldin,  Lützelnburger  guldin,  bislege  unde  andere 
SOliche  guldin  gen    nach    irme    werde    oder  ander  stücke  jroldes  nacb  mankizal  doch 


1  Die  Artikel  20  und  21  und  das  Ihüum  stehen  nur  in  A;  B.  bricht  ab  mit  Art.  19. 
-  Steht  am  Bande. 


706  1397 

sullent  die  wesselere  alles  nüt  me  danne  einen  pfenning  an  dem  guldin  zu  gewinne 
nemen.  minre  mag  ein  ieglicher  wol  nemen,  wie  er  soliche  giildin  nimmet  oder  wie 
er  genant  ist. 

[27]  Item  einen  nuwen  Ungerschen  guldin  oder  einen  Genewer  giildin  fünff  der 
höher  danne  einen  guten  Rineschen  guldin.  s 

[28]  Es  ensol  ouch  dehein  münsser  noch  wesseler  noch  nieman  anders  denheinen 
Metzer  guldin,  Lützelnburger  guldin,  bislege  oder  ander  soliche  giildin  under  andern 
guldin  für  gute  giildin  hinweg  geben,  wenne  ein  iegelich  mönsche  sol  ieden  guldin 
für  sinen  wert  hinweg  geben,  also  vorgeschriben  stat.  und  wer  das  verbrichet,  der 
bessert  zehen  pfund  pfenninge.  '" 

[29] '  Es  sullent  ouch  alle  münssere  und  wehsselere  sweren  an  den  heiligen,  was 
giildin  sü  kouffent,  die  under  Rineschen  guldin  sint,  sü  sigent  gebrochen  oder  gantz 
oder  über  einen  Rineschen  giildin  sint,  die  do  vor  nüt  besetzet  sint,  das  sü  ouch  an 
der  giildin  ieglichem  nüt  me  danne  einen  pfenning  zu  gewunne  nemen  sullend  und  an 
eime  nobel  zwene  pfenninge,  unde  also  balde  sü  in  gekouffent,  so  sollent  sü  in  zii  « 
kouffende  geben  dem,  der  von  der  stettc  wegen  darzu  gesetzet  wurt,  ebe  er  in  köffen 
wil.  und  sullent  semliche  guldin  nüt  lenger  behalten  denne  zwene  tage  ungeverliche. 

Str.  St.  A.  AA.  lad.  24  nr.  10.  A.  B.  nr.  13.  C.  u.  D. 

A.  Papierconcept  zusammengeheftete  Rolle   —  B.  eine   wohl  unvollendete   Pergament-Rein- 
schrift. Nur  ersteres  enthält  die  obige  Datierung.  Letztere  Jutt  allein  die  Ueberschrift :    m 
Dis   ist    der   brief,    der   an  dem   lettner   geboten   ist.   —    Ebenda  nr.  13 
finden  sieh  2  kürzere  Concepte  C.  D.  mit  vielen  Correcturen,  gleichen  Inluüts;  die  ab- 
weichenden Artikel  sind  hier  als  Artikel  22—29  gedruckt. 

1326.  König  Wenzel  an  Strassburg:  gebietet,  der  Stadt.  .  .wann  wir  durch  not- 
licher unserr  und  des  reichs  Sachen  willen  und  ouch  von  etlicher  gebrechen  wegen,  » 
als  sich  unsere  und  des  reichs  burger  und  stat  zu  Colmar  2  von  ewch  beklagen,  ewrer 
gegenwertikeit  wol  bedurffen  .  .  .  bevollmächtigte  Boten  nach  Franckfurt  zu  senden, 
wo  wir  denn  sein  werden.  .  .  .3  geben  zu  Frankenfurt  uf  dem  Meyne  des  suntags 
vor  dem  heiligen  Cristes  tage  a.  reg.  boh.  35  reg.  rom.  22. 

Frankfurt  1397  December  23.   30 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  73.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  R.  A.  III,  nr.  1. 


1327.  König  Wenzel  verordnet  die  Ausführung  der  Judenschulden-Aufhebung  für 

das  Strassburger  Stift  und  dessen  Bürgen  und  den  jetzigen    Bischof  Friedrich   III   zu 

Utrecht,  der  zur  Zeit  jener  Aufhebung  Bischof  von  Strassburg  gewesen   war,   gegen-   : 

über  von  2  genannten  Juden,   bei  denen  sie  nicht    zur  Ausführung  gekommen. 

/ 1307*1 

Aus  Prag.   Univ.  Bibl.  cod.  Przemisleus  VI,  A.  7.  fol.  59  b.  cop.  eh. 
Gedr.  D.  R.  A.  II,  nr.  202. 


1  Der  Artikel  ist  durchgestrichen;  am  Rande  steht:  Für  die  botten. 

2  Vgl.  den  Brief  Golmars  an  Strassburg  vom  31  October. 

3  Vgl.  über  Wenzels  damaligen  AufentJwIt  in  Frankfurt  D.  R.  A.  II   S.  415. 


1398 


707 


lappoltstein    beurkundet,   dam   Ihm    sämtliche   Schuldbriefe, 

welche  die  Stadt  Strassburg  bisher  von  ihm  in  Händen  hatte,  durch  \'*tiii  i  1 1  f -t  unjz  dei 
Herzogs  Leopold  IV  von  Oesterreich  ausgeliefert  .sind.  Ii:t07.f 

liegest  von  einer  l'apierabschrift  des    General-Landes- Archiv  in  Karlsrulie.     Vgl.  Kupp. 
Urk.  II,  nr.  603. 


1329.  Verzeichnis  von  540  Personen,  welche  der  Stadt  Strassburg  während  der 
Fehde  mit  den  Herren  von  Bitsch  abgesagt  und  einzeln  oder  in  Gruppen  in  den 
Jahren   130778  Widersagebriefe  geschickt  haben.  ' 


/  i:t  07/08./ 


Str.  St.  A.  Abt.  IV.  Papierbüchlein  aus  10  Blättern. 


I 


l&JO.  König  Wenzel  gebietet  allen  Reichsständen,  insbesondere  Strassburg, 
Köln,  Frankfurt,  die  Schwäbischen  Städte,  welche  ihre  Hälfte  an  der  zu  Bam- 
berg 1380  zwischen  Fürsten  und  Städten  vereinbarten  Summe  von  00 (MM)  fl.  nicht 
zahlen  wollen,  nicht  zu  schützen  gegen  Mainz,  Worms,  Speier,  wenn  die  letzteren 
drei  Städte,  welche  die  ganze  Summe  ausgelegt  haben,  sich  an  Leib  und  Gut  der 
15  Schwäbischen  Städte  entschädigen  würden,  wozu  sie  hiemit  Vollmacht  erhalten 
geben  zu  Frankfurt  nach  Crists  gcburte  druczehenhundert  jare  und  darnach  in 
dem  achtundnunczigisten  jare  am  nesten  dinstage  nach  dem  obersten  tage  zu  wy- 
henachten  reg.  boh.  35  reg.  rom.  22.2  Frankfurt  1.W8  Januar  8. 

Gedr  D.  B.  A   III  nr.  20  S.  45—48  nach  dem  or   mb.  im  Worms.  St.  A. 
2o  lieg.  Boos,  Worms.  Urkb.  II  nr.  nr.  1037. 


1331.  Cüntzel  Reiszer,  Stettmeister  zu  Hagenau  und  Claus  zur  Thannen  an  .lo- 
hans  Hock  und  Ulrich  Gosse,  Altammanmeister  zu  Strassburg:  haben  gehört,  dass 
Strassburg  eine  Gesandtschaft  nach  Frankfurt  zum  König  schicken  wolle,  und  bitten, 
dass  sich  dieser  ihre  Roten  anschliessen  dürfen,  die  der  Johanniter  und  der  andern 
zu  St.  Georgen  wegen  zum  Könige  ;  reisen  sollen.  datum  feria  quarta  post  Epi- 
phanie  anno  98.  1308  Januar  O. 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 


1332  Der  Rat  zu  Rottweil  an  Strassburg:  empfiehlt  seine  Bürger  Claus  Gieryg 
und  Erhart  der  Welzel,  die  gern  in  üwern  dienste  .  .  .  kommen  wollen,  zu  freund- 
licher Berücksichtigung.  geben  an  fritag  vor  sant  Hylarien  tag  episcopi  anno  do- 
mini  .  .  98.  1308  Januar  11.* 

Str.  St.  A.  AA    2034.  or.  eh.  I.  cl. 


1   Vgl.  unten  den  Brief  Dietrichs  voti  der  Witenmülen  139S  Juli  4. 

"  Die  ganze  Urkunde  ist  inseriert  einem  Notariatsinsir ument  vom  äl  Jan  nur  1398. 

3   Wenn  als  Wlarientag  der  13  Januar  angesetzt  wird. 


708  1398 

1333.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg  :    bittet,   dem    Bischof   von 

Strassburg  mitzuteilen,    dass   er  seinen    Diener    Gerhard   Dünne,  welcher  mit  seinen 

Helfern  dem  Heinrich  von  Fleckenstein  d.  alt.  widersagt  hat,  angewiesen  habe,  ein  gleiches 

Becht  gegen  den  von  Fleckenstein  aufzunehmen  und  zu  gelegenen  Tagen  zu  kommen. 

datum  Baden  feria  secunda  ante  diem  beati  Anthonii  confessoris  anno  98. 

Baden  1308  Januar  14. 
Sir.  St.  Ä.  AA.  104.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  d.  Mrkgr.  von   Bad.   nr.   1788.    (als    Aufbewahrungsort   dort  versehentlich    Stuttgart 
statt  Straßburg.) 


1334.  König  Wenzel  an  Strassburg :  hat  den  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  io 
schon  oft  vergebens  ermahnt,  dem  Herrn  Styslaus  von  der  Witenmüle  seine  Schulden 
zu  bezahlen  .  .  .  do  begern  wir  an  euch  und  wollen,  das  ir  den  egenanten  bischof 
underweiset,  das  er  dem  egenanten  Sdislawen  und  seinen  sonen  solche  schulde 
genczlichen  beczale,  wo  das  nicht  beschee,  so  mochten  wir  nicht  gelassen,  wir  mus- 
ten    darzu    tun,    das    der  egenante  Sdislaw    und    seine  sone    beczalet  wurden  ...      15 

geben    zu  Frankenfurt  des  dinstages   vor  sand  Anlonii  tage  a.  reg.  boh.  35  reg. 
rom.  22.  Vranhfurt  1398  Januar  IS. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  51.  or.  eh.  I.  pat.  c.  s.  i.  v.  impr. 

Ebenda  nr.  62  Brief  desselben  Inlialts :  dat.  dinstag   nach  St.  Valentin  a.  reg.  boh.  37. 
reg.  rom.  24.  —  1400  Februar  16.  M 


1335.  Saarburg  an  Straßburg :  dankt  für  den  gegebenen  Ausstand  und  verspricht 
nächste  Mittfasten  seine  Schulden  zu  bezahlen.  1398  Januar  18. 

Den  erbern  wisen  und  bescheiden,  dem  meister  und  dem  rate  zu  Straz- 
burg  embiethen  wir  der  schultheisze  und  der  rat  von  Sarburg  unsern  undertenigen 
willigen  dienst,  alz  üwer  wiszheit  uns  versryben  het  von  der  anderhalb  hundert  gülden  25 
juni  2i.  wegen,  die  wir  uch  zu  sünigeten  verfielent  zu  gebende  nehst  vergangen,  daz  hant  wir 
wol  gesehen,  do  dankent  wir  uwer  wiszheit  ernsliche,  daz  ir  alz  lange  gebeitet  und 
uns  entragen  habent,  und  bittent  uwer  wiszheit  mit  gantzem  flisze  durch  ymer  unsers 
Märt  17.  dienstes    willen,    das   ir   uns   zil   gebent   untze  halb  fasten  nehst  kommet,  wand  wir 

uch  uf  dazselbe  ziil  unvertzögeliche  und  ane  hindernisze  gütliche  bezalen  wellent,  und   30 
hettent    es    ignotte    geton,    danne   wir  sicherliche  unmüszen  halb  nit  dar  zu  verston 
kündent.  herzu  wellent  tun,  alz  wir  uwer  wiszheit  alle  ziit  wol  getrüwent.  gebyttent 
uns  alle  ziit.         datum  ipsa  die  beate  Prisce  virginis  anno  etc.  98. 

[In  verso]  Den  erbern  wisen  und  bescheiden  dem  meister  und  dem  rate  zu 
Strazburg.  m 

Str.  St.  A.  Q.  0.  P.  lad.  45/46  nr.  74.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig.  in  v.  impr 

1336.  Hagenau  an  Strassburg :  beschwert  sich  wiederum  über  Zollbelästigung 
eines  Bürgers  und  verlangt  Abstellung,  dann  .  .  .  Hanseman  Spengeler  unser  initte- 
burger   (hat)    uns  gesaget,  wie  das  er  viertzig  füder  wines  oben  in  dem  lande  kouft 


1398 


709 


c  lind  d;is  man  in  dem  zolkelre  hie  bi  uch  von  iedem  fflder  riefe  pfenirig  pflichte 
zol  ....  datum  sabbato  poet  Anthonij  anno  08.  i:tus  Januar  /.**. 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 


1337.  König  Wenzel  an  Strassburg :  sendet  und  beglaubigt  zu  mündlicher  Unter- 
handlung seine  Räte :  Graf  Friedrich  von  Oetingen  und  Borziwoy  von  Swinar  und 
seinen  ( »berschreiber  Niclau.s  von  der  Gewicz.  geben  zu  Franckenl'nrt  an  sand 
Agnethen   tage  a.   reg.   boh.  35  reg.   rom.  22.  Frankfurt  MUS  .lanuar  21. 

Str.  St.  A.  AA.   119  nr.   71.  or.  eh.  I.  cl. 
Erwähnt  D.  R.  A.  III  S.  3. 


1338.  Eicnhard  Zorn  genannt  Schultheiss,  der  Meister  und  der  Rat  von  Strass- 
burg an  Markgraf  Bernhard  von  Baden :  bitten,  seinen  Diener  Cunz  von  Durmencz 
zu  veranlassen,  dass  er  ihren  genannten  Bürgern  für  das  ihnen  bei  Sulz  geraubte 
Tuch  Schadenersatz  leiste.         datum  feria  quarta  ante  diem  conversionis  beati  Pauli. 

[1398  Januar  23.] 
Str.  St.  A.  AA.  103.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d   Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1793. 


1239.  Markgral  Bernhard  von  Baden  an  Götze  vonGrostein:  bittet  um  Auskunft, 

ob   es  den  Strassburgern  genehm    sei,  wenn  Herzog  Glemm  (Tfalzgraf  Ruprecht    III.) 

-">  die  Vermittlung   zwischen    ihnen    und    den    Herrn    von  liitsch  übernehme.         datum 

Baden   dominica  posl  conversionis  seti   Pauli   anno  88.  Baden  1898  Januar  27. 

Str.  St.  A   AA.  85.  or.  eh.  I    cl. 

PReg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1794. 
1340.  Gerhard  Schoup  an   Strassburg:    beklagt    sich  über  einen  Mordanlall  .  . 

3f>  als    ich   in  uwer  slat   gewesen  bin  vor   disem   winaht    tage  nehest,  do  mir  her  Thu-  onbr.  «. 
man  von  Endingen  Irostunge  an  uch  gewan,  zu  derselben   zit  da   ist  mir  vürkumen, 
daz    uwer   barger   einre,    ein  winman,  mich    meinde   zi'i    ermürdende   und   zu    erste- 
chende heimelielien.  da  hat   mich  unser  herregot  vor  behüt,   daz  er  mich  mit  ankam, 
und  kam  an  uwern  burger  einen,  der   öch  ein  winman    ist,  denselben   er   ouch    un- 

111  derstunt  in  der  meinunge,  daz  ich  es  were,  verwundet  ...  Es  heisse,  der  Am- 
meister  Conrad  Armbruster  habe  inzwischen  den  Namen  des  Uebelthäters  erfahren. 
hesshalb  bitte  er  .  .  .  daz  ir  dozü  v\ellent  ti'm  uwer  bestes.  geben  lif  menlag 
vor  unser  frowen  tage  der  liehtmessen  anno  98.  1898  Januar  98. 

Str.  St.  A.  Abt..  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


710  1398 

1341.  Heinrich  von  Blankenberg  an  Strassburg:'  also  ir  mir  ingenoten  zum 
hinclersten  mole  gesriben  hant  von  her  Claus  wegen  von  Grostein  und  sprechent : 
ich  habe  üch  vil  worte  versriben  in  welsch,  die  ir  nüt  verston  künnent,  do  mügent 
ir  wol  wissen,  daz  ich  uwer  tütschen  brief  ouch  nüt  wol  verston  kan,  wen  ich  ein 
walch  bin,  aber  doch  by  guten  truwen  hette  ich  einen  scriber,  der  wol  tütsch  künde  i 
verston  und  üch  künde  sriben  minen  sin  und  minen  willen,  so  wolte  ich  üch  gerne 
tütsch  sriben.  also  ir  mir  ouch  vil  worte  versriben  hant  und  sprechent  under  den, 
ich  habe  üch  versriben:  ich  wolte  her  Ciawez  von  Grosstein  helfen  ...  das  sei 
nicht  wahr  und  Strassburg  deshalb  zu  keinen  Forderungen  berechtigt.  Ebenso  sei  es 
unwahr,  dass  er  mit  Claus  von  Grosstein  geredet,  ja  ihm  in  Strassburg  begegnet  sei  w 
und  ihm  die  Hand  gedrückt  habe.  Sie  seien  sich  feind  wie  immer,  doch  sei  er  bereit 
Gesandten,  die  zur  Friedensvermittlung  zu  ihm  nach  Blankenberg  (Blamont)  kommen 
wollten,  sicheres  Geleit  zu  gewähren.  anno  1397  an  dem  ersten  tage  des  hornungs 
nach  zale  Tollen  bistümes.2  139&  Februar  1. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  lad.  15.  cop.  oder  Ueber Setzung,  coaev.  15 

1342.  Constanz   an    Straßburg  :    dankt  für  die  anläßlich  ihres  Brau  dun  glucks 
bewiesene  Teilnahme.  139S  Februar  12. 

Unser  willig   getrüw   dienst   sig   iuwr  wishait    allzit  von   uns  vorgeschriben.  be- 

sundern  lieben  und  guten  fründ.  wir  dankend  iuwr  wishait  mit  gantzem  ernst  vlissig 

iuwrs  fruntlichens  schribens  und  klagens,  so  ir  uns  von  der  brunst  wegen  getan  hand,  20 

und  habend  ouch  nit  zweifelz  daran,  wann  daz  es  uch  lait  si,  wan  waz  üch  soliehs 

oder   anders  widerfür,  darob  ir  betrübt  wurden,  sond   ir  uns  wol  gelouben   und   ge- 

truwen,  daz  wir  darinn  ain  gantz  mitliden  mit  üch  hettin,  aber  von  den  gnaden  gotz, 

so  ist   der  schad  nit  alz  gros  gesin,  alz  wir   selber  wonden.  daz  verkünden  wir  üch 

alz  unsern  guten  fründen.         geben  an  zinstag  vor  Valentini  anno  nonagesimo  octavo.   25 

Burgermaister  und  raut  ze 

Costentz. 
Str.  St.  A.  AA.  2011.  or.  ch  1.  cl. 

1343.  Heinrich  Gryers,  Bürger  von  Lausanne  an  Strassburg:  .  .  .  bidden  uwer  gnade 
und  fruntschaft  myt  allem  ernste  und  flisze  umb  ein  strag  fry  geleyde,  daz  ich  daz  habin   so 
und  sin  gebruchen  möge  in  uwerre  stat  Straszburg  und  uwerme  gebyete  zu  uch  und 


1  Hierher  gehört  noeh  ein  undatierter  Brief  des  Heinrich  von  Blankenberg  an  Straßburg:  derselbe  ant- 
wortet auf  die  Forderung,  den  von  den  Seinen  wegen  vielfacher  früherer  Schädigungen  gefangen  genommenen 
Claus  von  Grostein  freizulassen,  daß  nach  früheren  Briefen,  die  ich  noch  vor  handen  habe,  er  n  ü  t 
nwer  bürge  r  were  und  ir  nüschent  mit  ime  zu  schaffende  hettent  und  botent  mich  ouch  in  den- 
selben briefen,  daz  ich  üch  nüt  me  verschribe  von  sinen  wegen,  wenn  ir  woltent  üch  nüschent  an 
sine  sache  keren,  daz  ich  ouch  getan  habe,  und  habe  minen  krieg  gegen  ime  gehalten  untze  uf  dise 
zit,  dennoch  will  er  gerne  mit  sicherem  Geleite  zu  einem  Tage  kommen  und  Bede  und  Antwort  stehen. 
—  Str.  St.  A.  Abt.  IV,  15.  transl.  coaev. 

2  D.  h.  Jahresanfang  am  25  März,  wodurch  sieh  hier  nach  der  Neujahrsrechnung  das  Jalir  1398 
ergiebt. 


1398 


711 


mgeengel  and  ungedvenget  zfl  komen,  und  daz  leb  daz  habe  seht  dage  u.-z 
ane  geverde  zusehen  hye  und   phingisten,  zö  «reichet  ctyl  myr  aller  ebenste  her  «•***■. 
gein  Straszborg  zu  komen  ist.  und  bidden  uwer  gnade  und^fruntschafft,  myr  des  eyne 
gütliche   gnedige  antworte    mit  bodden   disz  bryeves  widder  czfi  .schriben.        geben 
cx.i'i  Mentze  off  eschtmitwoche  anno  nonagesimo  oetavo.        Mainz  1308  Februar  20. 

tStr.  St.  A.  Abt.  IV,  75.  or.  eh.  I.  cl. 
1344.  Markgral  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:    l)illet,  seinem  Ritter  Rein- 
hard  von  Windeck  endgültig  auf  seine   Bitte  um   freien   Ein-  und  Ausritt  in  ihrer 
Sladl    Antwort   zu   erteilen.         datiini    Baden  feria  miarta  aide  dominicam   Invocavit 
'"    anno  98.  Baden  1308  Februar  20. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  el 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1795. 

1345.  Rudolf  von  Höllenstein  auf  Burg  Girbaden  an  Meister  und  Rat  von  Strass- 
burg:  der  Bischof  ha)  ihm  mitgeteilt,  dass  er  das  Scbloss  wiedereinlösen  wolle,  und 
ihn  aufgefordert,  den  Original-Pfandbrief  nach  Molsheim  auszuliefern.  Seinen  Gegen- 
vorseblag,  auf  Girbaden  selbst  eine  Abschrift  nehmen  zu  lassen,  ist  vom  Bischof 
unwillig  zurückgewiesen  und  mit  einem  Fehdebrief  beantwortet.  Desshalb  erbietet  er 
sieh  mit  der  Urkunde  nach  Strassburg  zu  kommen  und  ersucht  um  gütige  Vermitt- 
lung,        gelien  an  samstag  nach  der  groszen  vastnacht  anno  1398.     1308  Februar  23. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1346.  Hans  von  Pfettensheim  der  junge  an  Strassburg:  bittet,  ihm  8  Tage  den 
Zutritt  in  die  Vorstadt  zu  erlauben  .  .  .  wenne  mich  der  uwern  etliche  bekumbert 
hant,  den  ieh  nüt  weis  schuldig  zu  sinde.  geben  an  mentage  noch  der  grossen 
Vasthnaht   anno  08.  1398  Februar  25. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


' 


1347.  Meisler  und  Rat  von  Schlettstadt  an  Strassburg:  verwenden  sich  für  ihren 
Bürger  Conrad  Müller  den  jungen,  dem  .  .  .  Clein-Ulrich  Rock  üwer  burger  sinen 
hoff  yn  uwer  Stat  mit  gerichfe  gefronet  und  verbollen  habe.  geben  am  sanistage 
nach  sanle  Mathis  tage  anno  98.  1308  Mär»  2. 

Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl. 


1348.  Markgraf  Bernhard  von  Raden  an  Meisler  und  Rat  von  Strassburg:  ant- 
wortet, dass  C.ünz  von  Durmenez  bereit  sei  Kehrung  zu  leisten  für  die  Beraubung  der 
Sliassburger  Bürger  Claus  l.angwilr  und  Katharin  Hornbechin  bei  Sulz  nach  Massgabe 

VI.  90 


712  1398 

der  Einung  zwischen  der  Stadt  und  dem  Markgrafen.         datum  Stein   f'eria  secunda 

post  dominicam  Reminiscere  anno  98.  Stein  1398  Milrz  4. 

Str.  St.  Ä.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1796. 

1349.  Bischof  Wilhelm  von  S'lraßburg,  Dietrich  von  der  Witenmiile  Landvogt    » 
im  Elsaß,  die  10  Reichsstädte  und  die  Stadt  Slraßburg  schließen  eine  Einigung 
auf  fünf  Jahre.  1398  März  5.' 

In  gotes  namen  amen,  wir  Wilhelm  von  gottes  gnaden  erweit  und  bestetiget 
byschof  zu  Strazburg  zu  eim  teile,  ich  Dietherich  von  der  Wytenmülen  lantfogt  in 
Eilsazz  von  der  selben  lantfögtye  in  Eilsazz  und  irer  zu  gehorde  wegen,  oder  wer  io 
denne  zu  ziten  lantfogt  in  Eilsazz  ist,  und  darzu  die  schultheissen,  meistere,  rete, 
bürgere  und  gemeinde  der  hie  nachgeschriben  riches  stette  mit  namen  Hagenow, 
Colmar,  Sletzstat,  Wyssenburg,  obern  Ehenheim,  Keysersperg,  Düringheim,  Rossliehn, 
Münster  und  Selsz  zu  dem  andern  teile ;  wir  Lienhart  Zorn  dem  man  sprichet  schult- 
heisse  der  meister  und  der  rat  von  Strassburg  von  unsern,  unsere  bürgere  und  u 
unsere  stette  zu  Strazburg  wegen  zu  dem  dirten  teile  verjehen  und  tun  kunt  allen 
den,  die  disen  brief  anesehent  oder  gehören  lesen,  das  wir  gotte  zu  lobe  dem  heiigen 
römischen  riche  zu  eren  und  umbe  gemeinen  nutz  des  landes  und  aller  lüte,  die 
darynne  wandelnde,  wonende  oder  seszhaft  sind  und  umbe  das,  daz  alle  biderbe  und 
gerehte  lüte  dester  bazz  mögen  sicher  gesin  libes  und  gutes  uf  wasser  und  uf  lande  2» 
und  an  allen  enden  vor  den  ungerehten  gemäht  und  ufgesetzet  habent  ein  gemein 
eynunge  von  gebottes,  geheisse  und  empfelhnisse  wegen  des  aller  durchlühtigisten, 
hochgebornesten  fürsten  und  herren,  herren  Wenczlaw  römischen  küniges  czu  allen 
ziiten  merrer  des  riches  und  küniges  czu  Beheim  unsers  gnedigisten  herren,  von  des- 
wegen wir  daz  geheissen  sind  und  empfolhen  ist  von  dem  edeln  wolgeboren  herren,  25 

e 

herren  Fryderiche  graf  zu  Otingen  und  demme  edeln  herren  Borziboy  von  Swinar, 
houptman  in  Peyern  und  lantfogt  in  Eilsazz,  die  er  darumbe  zu  uns  gesant  het  mit 
sime  gewaltzbriefe,  den  sy  uns  gegeben  haben  besigelt  mit  des  selben  unsers  gnedigen 
herren  des  römischen  küniges  majestät  ingsigel.  und  sol  dise  gemein  früntliche  eynunge 
anegen  uf  disen  hütigen  tag  und  sol  weren  von  disem  hütigen  tage  fünf  gantz  jor,  30 
die  nehest  nocheinander  körnende,  und  wollen  ouch,  daz  man  uf  wasser  und  uf 
lande  in  diser  gemeinen  einungen  weren  sol  allen  roup,  allen  brant,  mort,  gefeng- 
nisse  und  unreht  widersagen,  allen  gewalt  und  unreht,  die  den  widerfarent,  die  diser 
gemeinen  eynungen  zu  gehorent.  were  ouch,  das  andern  kouflüten  und  andern  erbern 
lüten,  sie  sien  geistlich  oder  weltliche,  die  unargwenekliche  ritent  oder  varent,  gent  35 
oder  wandeint  und  diser  eynunge  nit  sind,  dehein  unlust  geschee  von  den  vorge- 
schriben  stücken,  darzu  mögend  die  sübene  oder  das  neheste  teil,  do  sogetone  sache 
bescheen  ist,  tun,  so  es  vür  sy  broht  wurt  oder  von  in  selbs  empfinden,  noch  ge- 
legenheit  der  sachen,  alse  si  truwent,  daz  es  diser  eynungen  nützliche  und  erliche 
sie  one  alle  geverde.  und  sollen  die  vorgenanten  teile  einander  getruweliche  beraten  4:1 
und  beholffen  sin  czu  allen  yren  kriegen  und  nöten,  die   in  uferstand  in   disen  vor- 

1   Vgl.  die  Anmerkung  am  Sehluss  dieses  Stückes. 


1398 


7i:t 


5 
10 

M 


25 


I 


geschritten  zilen  und  czyten  von  den  Bachen;  die  die  gemein  eynungen  anerurenl 
one  geverde  und  gegen  allen  den,  die  Ire  vigende  enthalten!,  busent,  hofent,  essend. 
trenckent  oder  inzulegende  sind  mit  worten  oder  werken  und  wider  alle  die  Botichc 
misztot  deten,  alse  doTor  geschriben  etat,  alse  es  die  sübene  oder  der  merretei]  ander 

in  af  ir  eyde  erkennent,  die;  daran  benennet  und  geselzet  werden  vor  den  vor 
naiden  teilen,  das  ist  zu  wissende,  von  den  drien  leiln,  von  yedeme  teile  zwene 
man,  und  so]  dar/u  ein  gemein  sübendeman  sin  der  Ironie  veste  Jeratheufl  von  liaczen- 
liusen  vom  Sleyne.  und  sollend  oucli  die  sübene  sweren  an  den  belügen,  da/,  vürder- 
liclie  und  one  verlzog  zu  spreehende  umbe  alle  die  saclien,  die  vur  sy  kommend 
von  der  gemeinen  eynunge  wegen  in  alle  die  wise,  alse  obe  die  teile  in  Fremde 
werenl  und  sy  zu  inen  noch  zu  deheim  teile  under  in  nit  gehorten,  und  sol  oueh 
ir  debeinr  uiht  mftte  noch  mütewon  nemmen  noch  nieman  von  iren  wegen  one 
gewerde,  und  isl  es,  das  under  ynen  den  rorgenanten  teiln  deheins  deheinr  bände 
not  oder  hresie  anegionge  in  die  wise,  daz  man  es  anegriffe,  kriegete  oder  schedigete 
oder  dehein  teil  deheine  elage  an  iemans  notdürftig  were,  so  mag  daz  teil,  das  man 
also  schedigete  oder  zu  clagende  bette,  oder  die  indem  teile,  den  der  schade  gesehen 
ist,  demme  «übende  manne  ver.sehriben  und  den  manen,  <laz  er  die  andern  seh 
sin  gesellen  unverczogenliche  zu  ime  besende  zum  ersten  lantage  gen  Strasburg, 
zum  anderen  gen  Mollesheim  und  zu  dem  dirlen  gen  Hagenow  und  also  die  lantage 
Tür  sich  iizz.  und  sollen  der  sübendeman  undc  die  sehsse  sine  gesellen  by  iren  eyden 
unverczogenliche  raren  in  die  stat,  dar  sy  denne  von  demme  sabendemanne  gemant 
worden  sind,  die  Bachen  verhören  und  nit  von  dannan  komen,  sy  oder  der  merreteil 
under  inen  haben  denne  erkant  by  iren  eyden,  waz  si  duuckel,  das  denne  zu  der 
selben  Sachen  zu  tunde  sie,  es  were  danne,  daz  sy  es  mit  des  klagenden  teils  willen 
übertragen  mühten,  und  waz  dieselben  sübene  oder  der  mererenteil  under  in  darumbe 
bekennent,  daz  dem  klagenden  teile  zu  tunde,  zu  helfTende  oder  zu  rötende  sie,  und 
wie  verro  mau  ime  helffen  solle  noch  gelogenheit  der  sachen,  es  sie  mit  uzzogende, 
mit  eim  besesz  und  mit  allen  sachen,  daz  sollen  die  vorgenanten  teile  by  iren  eyden 
getruweliche  voilefüren  on  alles  ander  erkennen,  one  alles  sinnen  und  hindernisse.  wer 
oueb,  daz  ieman,  wer  der  were,  der  drier  teile  deheins  anespreche,  war  umbe  oder 
von  waz  sachen  wegen  daz  were,  und  den  teil,  der  anegesprochen  wurde,  mit  rehte 
darumb  wolte  benügen  vor  den  sübenen  dieser  eynunge,  wolte  darüber  den  anesprechex 
gegen  dem  anegesprochen  teile  sich  mit  rehte  vor  den  sübenen  nit  lossen  benügen 
und  in  darüber  bekriegen,  darzu  sollen  die  anderen  zwey  teil  demme  anegesprochen 
teil  beroten  und  beholffen  sin;  und  sollen  die  sübene  erkennen,  wie  man  dem  teile 
darzu  helffen  solle,  doch  usgenommen  kantliche  lehen.  were  ouch,  daz  ieman  der 
driger  teile  deheins  anespreche  und  wolte  daz  teil,  daz  angesprochen  wurde,  sich  mit 
rehte  gegen  dem  anesprecher  nit  lossen  benügen  vor  den  sübenen  diser  eynunge, 
so  sol  dise  eynunge,  darumbe  es  angesprochen  ist,  dem  teile  nit  beholffen  sin,  da- 
rumbe es  sich  mit  rehte  nit  wolte  lossen  benügen  ouch  uzgenommen  küntliche  lehen. 
doch  also,  waz  helffe  die  selben  sübene  oder  merreteil  ander  inen  erkennet,  das  zu 
der  hebte  dieselben  vorgenanten  drüteil  ein  teil  alse  vil  helffen  und  dienen  sol  alse 
das  ander,  es  sie  mit    gerillem  oder    füszgandem  Volke   oder   mit  kosten  zu  habende 


714  1398 

one  geverde.  wurde  man  ouch  einen  besesz  also  tunde,  so  sollend  die,  die  zu  diser 
eynungen  gehörend  und  den  sachen  gesessen  sind,  den  gezüg,  so  sy  hant,  und  daz 
man  darzu  bedarf  vürderliche  darzu  lihen,  und  werez,  das  üt  von  soliehem  gezüge 
verloren  oder  gekrencket  werde,  daz  sol  man  widerkeren  noch  der  sü bener  erkcnt- 
nisse  oder  des  merrenteils  under  inen,  und  waz  kosten  dar  uf  gel,  welhr  hande  der  » 
ist,  den  sol  dise  eynunge  gemeinliche  liden  und  geben,  und  sol  ye  daz  teil  sinen 
teil  des  kosten  geben  und  bezalen  in  dem  nehesten  monote  darnoch  by  dem  eyde 
one  verczog,  so  das  von  demme  sübendemanne  an  es  gevordert  wurt.  werez  ouch, 
obe  dise  eynunge  dehein  slozz  oder  vestin  gewünne,  wo  denne  die  sflbene  oder  der 
merreteil  wider  in  erkennent,  daz  man  das  slozz  oder  die  vestin  brechen  solte,  so  iu 
sol  man  das  slozz  oder  die  vestin  unverczögenliche  brechen  mit  gemeinen  kosten  der 
eynungen.  erkanten  aber  die  subene,  das  man  das  slozz  oder  vestin  behaben  solte, 
so  solte  es  der  obgenanten  teile  gemein  sin.  weres  ouch,  obe  man  in  solichen  slos- 
sen  oder  vestin  gefangen  oder  gut  gewünne  oder  obe  sus  anderswo  der  gemeinen 
eynunge  glefen  und  dienere  deheinrhande  gefangen  oder  gut  gewünnent,  do  sol  man  13 
die  gefangen  und  das  gut  teiln  ieglichem  teile  noch  markezal  alles  ungeverlichcii. 
wer  aber,  das  der  vorgenanten  sehsser  einre  oder  me,  so  sy  uf  soliche  tage  varen 
sollent,  nit  daheime  werent  oder  daruf  nicht  kommen  möhtent  oder  ein  teil  die  si- 
nen andern  wolte,  so  sol  das  selbe  teil  ander  an  der  stat  schicken  unverczögenliche. 
und  sollend  denne  die  oder  der,  die  also  darzu  geschicket  werdent,  sweren  das  reht  m 
zu  sprechende  in  alle  die  wise,  alse  davor  ist  bescheiden,  und  alles  das  mäht  haben 
zu  erkennende,  das  der  oder  oder  die  hettent,  an  der  stat  sy  denn  do  sind,  one  alle 
geverde.  waz  krieges  ouch  in  diesen  zilen  der  gemeinen  eynungen  dehein  teil  under 
in  anegefallen  were  und  vor  den  sübenen  uzgetragen  were,  das  man  dem  teile  helffen 
solte,  und  die  kriege,  die  in  disen  zilen  nit  gerihtet  noch  gesünet  werden,  darzu  n 
sollend  sy  einander  ein  jar  beraten  und  beholffen  sin  noch  disen  fünf  joren,  alse  die 
subene,  die  das  moles  worent,  do  sich  der  krieg  erhup,  oder  der  merreteil  under 
inen  erkennent  one  alle  geverde.  waz  redelicher  schulden  der  vorgenant  teil  deheins 
schuldig  were,  bezalt  das  teil  die  schulde  nit,  so  sol  man  ime  nit  darzu  beholffen 
sin.  were  aber,  das  ieman  an  der  vorgenanten  teile  deheins  deheine  unredeliche  s° 
schulde  vorderte  oder  darumbe  anegriffe,  und  das  anegesprochen  teil  beduhte,  das 
die  schulde  nit  redeliche  were,  wil  do  der  anegesprochen  teil  dem  anesprecher  da- 
rumbe rehtes  gehorsam  sin  vor  den  sübenen  diser  eynungen,  und  verspreche  der 
anesprecher  des  rehten  darumbe  von  dem  anegesprochen  teile  und  wolte  in  darüber 
bekriegen,  so  sollent  ime  die  andern  teile  wider  den  oder  die  beraten  und  be-  ^ 
holffen  sin,  und  sollen  die  subene  erkennen,  wie  man  dem  angesprochenen  teile  dar- 
zu helffen  solle  one  alle  geverde.  doch  griffe  ieman  den  andern  an  vür  schulde,  der 
sol  mit  den  pfänden  pfentliche  gehören  und  umbe  das,  daz  die  strazzen  uf  lande  und 
uf  wasser  dester  baz  gefridet  werden  mögen,  so  sol  iegliches  teil  under  den  vorge- 
nanten drien  teiln  mit  sime  kosten  und  schaden  uzrihten  und  haben  zehen  glefen,  « 
ye  die  glefe  mit  zweien  pferden  und  einspennige  gewoffente  knehte,  yeglichen  mit 
eim  pferde,  und  das  der  gewoffente  kneht  habe  mit  namen  :  sin  pantzer,  ein  ysin 
hüt  und  ein  spiesz  in  der  hand  oder  sin  armbrost  alle  wol  uzgerüstet.   und  sollen  ye 


1398  71". 

<\c*  teils  glefen  ein  hoptman  haben  und  sollend  die  drie  houptmann  deme  houptmanne, 
der  denne  diser  gemeinen  eynunge  rolkes  bouptman  ist,  so  er  selber  uf  dem  relde 
gegenwertig  ist,  gehorsam  sin,  wanne  dise  eynunge  ein  gemeinen  bouptman  haben 
sol,  der  von  der  gemeinen  eynunge  wegen  dar  gegeben  und  gekosen  sie  von  ersl 
i  ein  gantz  jor  uzz  und  darnoch  sise  lange,  alse  die  snbene  oder  der  merreteil  ander 
in  erkennent,  das  es  diser  eynunge  gefügliche  und  nutze  sie.  und  sol  der  houptmana 
und  gesinde  des  riches  renlin  mit    in  f&ren,  so  «Jas  notdurftig  ist,  und  stellende  sin 

Beb   bösen  argwenien  (!)   und   iihellcligcn   löten,  die   uiil    Domen,   rohe,  morde,  brande, 

gefengnisse,  unrehtem   widersagende  und    andern   bösen  werken  den   Stacken  glich 

in  leman  schedlgent  an  übe  oder  an  g&te,  so  verre  das  sy  soliche  getal  nit  verantworten 
mfthtenl  mit  eim  gemeinen  glichen  rehten.  und  darumbe  sy  nit  gemeines  glichen 
rehten  sieh  erbietent  zu  gebende  und  zu  nemmende  und  des  gehorsam  sind  vor  den 
sübenen.  und  wo  zu  soliche  löte  vürkommend  oder  sy  su  wustent  oder  befunden!, 
do  der  vorgenanten  gemeinen  eynunge  Volkes  höplman  mit  bi  yn  uf  dem  velde  were, 

15  die  sollen  sy  by  iren  eyden  vohen,  anegriffen  und  ufenthalten  und  die  zustund  ant- 
wiirtcn  in  die  nehesle  stat,  die  zu  dieser  eynunge  geboret,  in  der  subener  nammen 
demme  obirsten  meister,  der  denne  zu  der  zijt  in  der  stat  ist.  und  sol  ouch  der 
Btetmeyster  dieselben  in  der  gefengnisse  also  enthalten  nutz  uf  der  subener  spre- 
chen, und  war    in  denne   die  sübene  heissenl,    vürbasser   antwurten    oder  do    mitte* 

20  tun,  das  sol  denne  der  stetmeysler,  dar  er  denne  geantwurtet  ist,  unverezogenlich 
halten,  tun  und  vollefürcn.  und  sol  ouch  kein  slelineyster  uoch  oleman  BOÜchen 
efangen  anders  dehein  tag  noch  zil  geben  one  der  subener  geheisse  und  willen, 
were  aber,  das  der  vorgenant  houplman  selber  by  dem  volke  uf  dem  velde  were 
und  vornan  gefangen    wurde,  den    sol  der    hoptmann    in    sinen    gewall   f&ren    und    in 

H  hallen  nutz,  uf  der  subener  sprechen,  und  was  die  subenc  erkennen,  daz  man  demme 
oder  den  gefangen  tun  oder  man  von  inen  rihten  solle,  das  sol  der  vorgenant  houplman 
einen  unverczogenliche  heissen  Um  und  von  inen  tun  rihten,  alse  es  die  subenc 
denne  erkant  habent,  und  sol  ouch  den  gefangen  dehein  /.il  geben  one  der  subener 
urlop    und    erkennen,  wände  ouch    die  subenc  V Orderliche  sollend  erkennen  und  tun 

io  von  inen  rihten  noch  dem  rechten  und  noch  der  getal,  alse  sy  denne  begangent 
an!  mit  den  obengenanten  bösen  stücken,  noch  gelegenheit  der  sachen  mit  einer 
solichen  bösen  und  besserungen,  alse  sy  denne  noch  dem  rehten  verschuldet  haut 
'noch  erkentnisse  der  vorgenanten  subener  oder  des  merrenteils  ander  inen,   und  sol 

Iman  ouch  die  von  handen  nit  lossen  one  aller  der  vorgenanten  teile  willen,  es  sollen 
ouch  aller  derselben  teile,  stette  und  vestin  dem  selben  volke  und  ouch  allen  andern, 
die  zu  den  teilen  gehörenl,  von  aller  der  sachen  wegen,  die  zu  diser  gemeinen  ey- 
nungen  treffent,  ofl'eim  sin,  dar  inne  und  dar  uz  zu  behelflende  und  in  selber  daz 
beste  zu  tunde  zu  iren  nöten  der  gemeinen  eynungen  one  alle  geverde,  doch  un- 
schedeliche  den,  des  die  slosse  werent.  weiht  stat  ouch  zu  gesprochen  wurde  umbe 
in  schaden,  der  einie  usser  eim  slosse  oder  stat  diser  eynunge  oder  wider  dar  in  ge- 
scheen  were,  do  sol  die  slat,  der  also  zu  gesprochen  wart,  dem  sfibendemann  ver- 
BChriben,  daz  es  der  den  andern  sehssen  sinen  gesellen  vürbasser  verkünde,  und 
sollend   denne    die  teile    in    diser    eynunge    ire  sehsse    zu  dem   sübendeman   schicken. 


716  1398 

glich  als  obe  dise  eynunge  noch  denne  were,  und  sollend  die  sübene  uf  ir  eyde  be- 
kennen, wie  man  sich  gegen  der  stat,  der  do  zu  gesprochen  ist,  von  der  zuspräche 
des  schaden  wegen  halten  wolle  und  wie  die  sübene  oder  der  merreteil  ander  in 
erkennent,  daz  man  der  stat  tun  oder  mit  in  liden  sol  noch  gelegenheit  der  sachen, 
daz  sollend  die  andern  teile  halten  und  voilefüren,  und  sol  die  angesprochen  slat  t 
sich  do  mitte  lossen  benügen  one  geverde.  dieselben  vorgenanten  teile  sollend  oueh 
bestellen  und  besorgen,  das  man  in  in  allen  stetten  und  vestin  diser  eynungen  den 
vorgenanten  glefen  und  dienern,  iren  pferden  und  in  selber  koste  geben  sol  umbe 
bescheiden  zitlich  gelt  ungeverlichen.  in  welhes  teilsgebiete  gebiete  oder  gerihte  ieman 
kerne,  der  ein  schedelich  übeltetig  man  were  und  den  andern  teiln  oder  ir  eim  oder  10 
den  iren  schaden  geton  hette  in  den  zijten  dieser  eynungen,  und  das  selbe  teil  oder 
der  rat  des  selben  teils  erkanten  uf  iren  eyt,  daz  er  ein  schedelich  man  were  und 
sy  wider  reht  geschediget  hette,  do  sol  das  teil,  do  hin  er  kommen  ist,  in  anegriffen 
und  in  büssen  und  bessern  noch  dem  rehten  gliches  wise,  alse  obe  demselben  teile 
dazselbe  unreht  gescheen  were.  wo  ouch  dieselben  teile  befündent,  das  ieman,  wer  15 
der  were,  der  under  ir  deheins  teils  gebiete  seszhaft  were,  ein  frömde  volk  oder  krieg 
in  der  teile  deheins  brehte  unervolget  sinre  sachen  vor  den  sübenen,  den  sol  das 
teil,  under  deme  er  denne  seszhaftig  ist,  herteklichen  und  vesteklichen  straffen,  durch 
das  sich  es  ander  löte  dester  e  erlossend  zu  glicher  wise,  alse  es  denne  die  sübene 
oder  der  merreteil  under  in  erkennent  ouch  one  geverde.  weihe  herren  rilter,  knehte  20 
oder  stette,  die  in  diser  eynungen  zilen  sitzent,  dise  eynunge  nit  gesworen  haut,  wo 
do  die  egenanten  sübene  oder  der  merreteil  under  in  erkennent,  obe  es  sie  ehte 
notdurftig  beduncket  sin  diser  eynungen,  das  der  oder  die  dise  eynunge  sweren 
sollend,  die  sollen  unverezogenliche  dise  eynunge  sweren  mit  allen  puneten  und 
artickeln  zu  haltende  und  vollefürende  und  ze  tünde  alles  das,  daz  dovor  geschriben  -5 
stat  in  eim  solichen  zile,  alse  es  denne  die  sübene  oder  der  (der)  merreteil  ander 
in  erkennent  und  ouch  zu  der  eynungen  zu  dienende  noch  erkentnisse  der  vorge- 
nanten sübener  oder  des  merrenteils  under  ynen.  welhr  das  nit  endete  und  daran 
ungehorsam  were,  demme  oder  den  sol  dise  eynunge  nit  beroten  noch  beholffen  sin. 
und  sol  dise  eynunge  den  oder  die  solich  haben  und  underwisen,  das  sy  gehorsam  30 
sient  zu  swerende  dise  eynunge  und  zu  tunde,  alse  davor  geschriben  stot.  würbe 
ouch  ieman  in  dise  eynunge,  do  die  vorgenanten  sübene  oder  den  merrenteil  under 
in  beduhte,  daz  er  diser  eynungen  nit  gefügliche  were,  den  sol  man  nit  dar  in 
nemmen  noch  empfohen.  und  sol  ime  ouch  dise  eynunge  nit  beholffen  noch  in  schir- 
mende sin  ungeverliche.  wer  ouch,  daz  ieman  diser  teile  der  eynungen  empfände,  35 
daz  ein  frömde  volk  in  dis  landt  züge  oder  ziehen  wolte,  das  sol  es  zu  stund  unver- 
zogenliche  dem  sübendemann  verkünden,  und  sol  denne  der  sübendeman  zu  stund, 
so  es  ime  verkündet  wurt,  oder  obe  er  es  von  ime  selber  wüste  oder  empfünde,  die 
anderen  sehsse  sin  gesellen  besenden  und  beschicken  an  eine  stat  der  vorgenanten 
stette,  wo  in  das  aller  gelegentlichste  duncket,  und  sollen  ouch  die  sehsse  vurder-  jo 
liehe  aldar  komen  und  zu  rote  werden,  waz  man  darzu  tun  oder  sich  dogegen  stellen 
solle,  und  waz  die  sübene  also  überkoment,  daz  sollend  die  vorgenanten  drü  teil  tun 
und   vollefüren   one   alle   geverde.    es   sol   ouch   dehein    teil  under  den    vorgenanten 


i 


1398 


717 


•  i 1 1 1  ieman  trösten  in  sine  statte,  restin  oder  Blosse  wider  diese  eynunge  nn<l  er 
neme  denne  dise  eynunge  azz.  wer  onch,  das  dehein  anegriff  in  den  obgenanicn 
zilen  diser  eynungen  den  obgenanten  teiln  oder  deheine  ander  in  bescfaee,  do  sollen 
ye  die  nehesten  zu  ziehen  vi'irderliehe  und  mit  eim  geschrey  noelivolgende  sin  und 
i  das  weren  imd  daizu  beholffen  zu  sinde  getrnweliche  noch  irem  besten  vermögende 
darzu  zu  tunde  glicher  wise,  alse  obe  yn  die  geschihl  und  schade  selber  gescheen 
were   ungeverlichen.    und  mögen  ouch  die  subene   die  vorgenante  summe  glefen  wol 

Imerren,  so  es  sy  notdurftig  bedunckel  sin,  one  geverde.  ouch  sollend  alle  lierren  und 
sielte,  die  in  diser  eynunge  sind  oder  dar  in  kommend,  von  keinr  bände  sache  wegen, 
dovon  krieg  uferstanden  were,  in  diser  eynunge  deheine  tedmge,  friden,  sftne,  rihtunge 
Ioder  nrsagen  nit.  \i(  nemmen  one  der  egenanten  teile  aller  wille  und  gehelle  one 
geverde.  wir  wellent  ouch  und  setzent,  daz  man  dehein  clostar  noch  kirchofe  nit 
röben,  stürmen  oder  stören  so!  in  dehein*!  hande  weg  in  diser  eynungen,  es 
werent  denne  soliche  clöster  oder  kirchofe,  daruz  oder  darin  dise  eynunge  gesche- 
digel  were  worden  oder  würde  ungeverlichen.  ouch  sollend  die  subene,  die  über  dise 
eynunge  gesetzet  sind,  alle  mole  zusammen  körnen  an  yedem  nehesten  suntage  noch 
yeder  fronvasten  in  der  Obgenanten  stelle  eine  und  die  eynunge  aldo  besitzen  und 
all«'  clagen  und  sachen,  die  vür  die  eynunge  gehörend,  verhören  und  usrihten  getru- 
weliche  uf  ir  eyde  one  geverde.  duhle  aber  den  sübendeman,  der  denne  zu  zy teil  ist. 
tt  daz  es  notdürftig  were  do  /wüschen!  zusammen  zu  koinmende,  so  mag  er  die  andern 
sehsse  sin  gesellen  verschriben  und  sy  zi'i  ime  besenden  in  der  vorgenanten  stette 
eine  oder  aber  in  ein  ander  slat,  wo  es  in  denne  beduncket,  das  ez  aller  nützlicheste 
und  gelegenlichsle  sie.  wer  ouch  das  yeman,  der  zu  diser  eynungen  gehört,  an  deme 
dien8te,  so  er  zu  diser  eynungen  tnn  so],  sinnig  were,  also  das  er  sine  löte  mit  den 
25  glefen  gewofl'enlen  knehleii  oder  den  pferden,  so  darzü  gehörent,  nit  bereitet  noch 
wol  uzgerüslel  hellen  uf  die  zyl,  alse  ime  von  dem  houptmannc  diser  eynungen,  der 
denne   zu    zyten  ist,    verkündet   were,    was   bresten    denne  ieman  also  hette,  sin  sie 

Kitzel  oder  vil,  den  sol  derselbe  botiplm; len  vorgenanlen  sübenen  sinen  gesellen 

tlr^  nehesten,  so  sy  zu  saineu  körnend,  vurderliche  verkünden  und  sagen,  und  sollend 
lenne  der  oder  die,  an  den  der  breste  gewesen  ist,  vor  ye  die  glefe  alle  tage  der 
ler  gemeinen  eynungen  zwen  guldin  gehen  und  vür  ye  den  einspennigen  ein  goldin 

nich  gehen  und  sollend  das  gell  die  vorgenanlen  subene  hy  ireu  eyden  nieman  varen 
lossen  und  sol  ouch  ye  das  teil  sin  gelt,  das  es  gehen  sol,  geben  und  bezalen  in  dem 
nehesten  mönote  darnoch  one  verezog,  so  es  an  unsern  teil  eins  von  demme  Bttben- 

lemanne  gevordert  wurt.  wer   ez  ouch,  obe  dehein   herre  oder  stat  oder  wer  die 

Werent,  die  zu  diser  eynunge  gehörend,  zu  der  zi.jl.  so  sy  zu  der  eynunge  dienen 
sollen,  semmeliche  löte  mit  glefen  darzu  schicketent,  die  dein  houptmann  und  ilen 
BObenen  diser  eynungen  nit  gevelliche  werent,  die  mögen  der  houplman  oiler  die 
subene  wider  heiin  senden  und  ander  heissen  an  der  stat  schicken  in  den  nehesten 
hie  tagen  darnoch,  die  do  göl  redelidie  iiml  reisig  sind  zu  rilende  one  verezog  oder 
lie  löte  mit  den   glefen  und  die  reisigen    knehte  mit),  die1  in  nit  gevelliche  werent. 


1  Dies  Wort  muß  wohl  eingesetzt  werden  statt  des  in  der  Vorlage  stehenden:  nit. 


718  1398 

alse  do  vor  stat,  bi  in  behoben,  untz  ander,  die  man  an  irer  stal  dar  sendende  wart, 
komend.  wer  es  ouch,  das  ieman  widerseite  offenn  vigentschaft  oder  kriege  in  diso 
eynunge  broht  hette,  waz  schaden  oder  Sachen  do  von  vormals  uferstanden  und 
gescheen  were,  darzü  sol  dise  eynunge  nit  beholffen  sin,  sy  dete  es  denne  gern, 
wolle  man  aber  den  selben  vurbasser  kriegen,  über  das  er  sieh  rehtes  erbütte  und  > 
gehorsam  weite  sin  vor  den  subenen  diser  eynungen,  so  sol  man  ime  auf  den  eyt 
von  diser  eynungen  wegen  beholffen  sin  umbe  alles  daz,  waz  ime  darnoch  beschee 
und  widerfure.  ouch  sol  dise  eynunge  ein  gemein  ingesigel  haben,  und  sol  ouch  das 
der  sübende  man  allewegen  by  ime  behaben.  und  sol  ouch  dise  eynunge  ein  gemein 
geswornen  schriber  haben,  der  nit  domitte  besigeln  sol  one  des  subendeinans  wissende  w 
und  willen,  und  sol  ouch  nieman  kein  vurgebot  geben  one  des  subendeinans  geheisse, 
wissende  und  willen,  es  ist  ouch  beredt :  wer  ez,  do  vor  got  sie,  das  der  vorgenant 
herre  Wilhelm  byschof  zu  Strazburg  in  disen  zilen  abegienge,  das  got  lange  wende, 
oder  von  dem  bystum  kerne  und  zu  eim  andern  bystum  kerne,  oder  in  weihen  weg 
das  beschee,  so  sollend  wir  die  andern  zwey  teil  mit  namen  :  die  stat  von  Strassburg  15 
und  die  riches  stette  dise  eynunge  die  vorgenanten  zile  uz  halten  und  vollefören  in 
der  mossen,  alse  diser  eynunge  brief  vorset  und  seit  one  alle  geverde.  wer  ez  sache, 
das  her  Wilhelm  byschof  zu  Strassburg  vom  bystum  keine,  solte  man  denne  dise 
eynunge  gegen  dem  bystum  halten,  so  sol  man  ouch  har  inne  besorgen,  das  daz 
bystum  mit  helffe,  dienste  und  allen  dingen  den  vollen  tüge,  alse  obe  der  selbe  herre  20 
der  byschof  do  by  bliben  were  one  geverde.  in  allen  diesen  stucken  sol  usgenommen 
und  behalten  sin  allen  vorgeschriben  herren,  stetten  und  andern,  die  in  diser  eynunge 
sind  oder  harnoch  dar  in  komend,  und  ir  yeglichem  besunder  alle  ir  friheite,  gerillte, 
rehte  und  gewonheit,  alse  si  die  biezhar  broht  und  gehept  hant,  und  alse  von  alter 
har  komen  ist.  ouch  sol  sich  nieman  reisig  machen  noch  sin,' er  sy  denne  von  dem  25 
woppen  geboren  oder  habe  ein  herren,  geistlichen  oder  weltlichen  oder  stette,  die 
dem  lande  gesessen  sind  und  die  in  zu  dem  rehten  versprechen  wollen  oder  zu  dem 
rehten  mehtig  sind,  in  diser  eynungen  nement  wir  alle  gemeinlichen  usz  den  vorge- 
nanten unsern  herren,  herren  Wenczlaw  dem  römischen  kunig  und  das  heiige  rieh 
mit  sinre  herrlichkeit.  so  nemen  wir  Wilhelm  byschof  zu  Strassburg  harinne  uz  die  m 
stat  und  bürgere  von  Strazburg.  so  nemen  wir  die  von  Strasburg  harinne  uzz  den 
herren,  herren  Wilhelm  byschof  zu  Strazburg  und  das  bystum  und  die  stifte  zu 
Strazburg   den    durchluhtigen    hochgeborenen    forsten    und    herren   herren   Lütpolden 

e  e 

hertzoge  zu  Osterrich  und  unser  gnedige  herschaft  von  Osterrich ;  den  hoherbornen 
fürsten  und  herren,  herren  Bernhart  marggraff  zu  Baden ;  die  erbern  wisen  unser  3r> 
besundern  guten  frunde  und  eytgenozzen,  die  burgermeistere  und  rat  der  stat  Basel, 
alse  wir  mit  der  yeglichem  besunder  vereynet  sind  und  die  früntschaft,  die  wir  hant 
mit  unsern  guten  frunden  dem  schultheizzen  und  dem  rate  der  stat  Sarburg,  also  und 
mit  der  bescheidenheit,  wer  ez,  das  der  eynungen  oder  früntschaft  deheine  uzgienge, 
daz  wir  denne  die  vurbasser  erlengen  möhten  und  das  uns  daz  an  diser  eynungen  nit  40 
sol  schaden  in  deheinen  weg,  doch  das  die  büntnissen  und  eynungen,  daryn  wir  uns 
vurbasser  verbundent  oder  vereynient  diser  eynungen  ir  zil  uz  unschedeliche  sien. 
wer  ouch,  das  unser  dehein  teil  oder  eins  besunder  uf  disen  hütigen  tag  mit  iemanne 


1398 


H9 


deheine  ursage  hetten,  die  nemment  wir  ouch  harynne  uz.  also  wurde  dise  eynunge 
ützit  mit  in  zu  schaffende  gewinnen,  so  sollen  wir  yn  unser  ursage  vurderliche  abe- 
sagen,  und  darnoch  vigentliche  gegen  in  tun  alse  gegen  andern,  alle  vorgeschriben 
dinge  und  ir  yegliches  besunder  habent  wir  die  vorgenanten  Wilhelm  byschof  zu 
Strassburg,  Diethcrich  von  der  Wytenmülen  lantfogt  in  Eilsaz  und  ouch  wir  die  vor- 
genannten stette  vür  uns  und  unser  nochkomen  gelopt  und  lipliche  an  den  heiligen 
gesworen  getruweliche  stete  und  veste  zu  haltende  unverbröchenliche  und  zu  volle- 
lurende  in  alle  die  wise,  alse  vorgeschriben  stat.  und  darzu,  wenne  unser  rete  in  den 
stetten  obgent,  das  denne  die  alten  abgenden  rete  den  nuwen  anegenden  reten  dise 
eynunge  yn  iren  eyt  geben  unde  empfelhen  sollend  zu  haltende,  zu  habende  und  zu 
vollefürende  in  alle  die  wise,  alse  diser  eynunge  brief  seit,  alle  argliste  und  geverde 
harynne  uzgeslossen.  und  zu  eim  woren  Urkunde  aller  vorgeschriben  dinge  so  haben 
wir  der  obgenante  byschof  Wilhelm,  Dietherich  von  der  Witenmülen  lantfogt  und  wir 
die  vorgenanten  stette  unser  ingesigele  an  disen  brief  geton  hencken.  der  geben 
wart  an  dem  nehesten  zinstage  vor  sant  Gregrorientage  des  heiligen  babstes  in  dem 
jore,  da  man  zalte  von  gottes  gebürte  drützehenhundert  jore  nüntzig  und  ahte  jore. 
und  sind  dirre  briefe  drie  glich :  der  eine  by  dem  byschofe  von  Strassburg,  der  ander 
by  dem  riche  und  der  dirte  by  der  stat  von  Strassburg,  die  ouch  by  in  bliben  söllent. 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  44/45.  nr.  84.  1.  2.  3.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  1  sig.  pend.  3  Exem- 
plare vorhanden  mit  je  13  Siegelbändern,  bestimmt  für  die  Siegel  von:  Setz,  Münster, 
Rosheim,  Türkheim,  Kaysersberg,  Oberehnlteim,  Weissenburg,  Schlettstadt,  Colmar, 
Ilagenau,  Straßburg,  Landvogt,  Bischof  von  Straßburg.  Nur  das  Siegel  des  ImikI- 
vogtes  hängt,  die  andern  12  Bänder  sind  unbenutzt. • 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1797. 


I 


1350.  Markgraf  Bernhard  von    Baden  an  Strassburg:  sendet  und  beglaubigt  .  .  . 

unsere  lieben  getruwen  Georgen  von  Bach  unsern  hofmeister  und  Hansen  von  Seibach, 

etwaz  sach  von  dez  bischofes  wegen  von  Straszburg  an  uch  zu  werben  .  .  .        datum 

in  castro  nostro  Stein  feria  quinta  ante  dominicam  Oculi  anno  1398. 

Schlots  Stein  139H  März  7. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1798. 


1351.  Buprecht  von  der  Pfalz  an  Strassburg:  mahnt,  Boten  zu  dem  von  ihnen 
unter  seiner  Vermittlung  gewünschten  Sühnetage  mit  den  Herren  von  Bitsch  zu 
schicken,  und  beglaubigt  seinen  Bevollmächtigten  Volmar  von  Wykersheim. 

Heidelberg  feria  5  post  dominicam  Oculi  anno   1398.  Heidelberg  139S  März  14. 

Str.  St.  A.  AA.  105.  or.  eh.  I.  cl 


i  Vgl.  über  diesen  Vertrag,  der  wohl  niemals  Oiltigkeit  erlangt  hat,  die  Bemerkungen  i.  d.  D. 
R.  A.  III  S.  10.  Doch  ist  dort  irrthümlich  dinstag  vor  sant  Gregorien  aufgelöst  als  11  März,  während 
es  der  5  März  ist.  —  Vgl.  unten  nr.  1369  den  Brief  Dietrichs  an  die  Reichsstmite  im  Klsass. 


VI. 


91 


720  1398 

1352.  Markgraf  Bernhard  von    Baden  an   Strassburg :    er   solle  ...  an  zinstag 
März  to.  nehst   kummet  gar    einen    ernstlichen   tag  bii   uns  zu  Baden  leisten  .  .  .  und  bitte 

deshalb  um  Zusendung  zweier  Batsfreunde,  da  es  «um  solche  sache»  sich  handle, 
bei  der  er  der  Strassburger  dringend  bedürfe.  datum  Baden  sabbato  ante  do- 
minicain, qua  cantatur  Letare  anno  1398.  Baden  1398  März  16.  » 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1799. 

1353.  Wilhelm  byschoff  zu  Strazburg  einsite  und  Graff  Eberhart  von  Kirchperg 
dechan  und  das  cappittel  der  merren  stifft  zu  Strazburg  andersite  verjehent  und  be- 
kennent,  .  .  .  dass  des  Meisters  und  Bates  zu  Strassburg  bevollmächtigte  Boten :  io 
Herr  Bfilman  Swarber  stettmeister,  Thoman  von  Endingen,  Bülin  Barpfennig  amman- 
meister,  Dietherich  Burggraf,  Johans  Bock,  Ulrich  Gosse  altenammanmeister,  Claus 
Billung  dem  man  sprichet  gfiten  Claus  .  .  .  eine  Bichtung  und  Sühne  zwischen  ihnen 
zu  Stande  gebracht  haben.  .  .  .  von  sogetaner  zusprachen  und  gebresten  wegen,  so 
wir  gegeneinander  gehept  hant.  actum  feria  seeunda  proxima  post  diem  seti  Gre-  u 
gorii  papae  anno  1398.  1398  März  18. 

Str.  St.  A.  AA.  1422.  or.  mb.  Ut.  pat. 

1354.  Hagenau  an  Strassburg:  will  sofort  Nachricht  geben,  sobald  irgend  etwas 
über  «houfmngen»  und  dergl.  verlautet,  und  erwartet  dasselbe  von  Strassburg,  dem  es 
jederzeit  bereit  sei  zu  Hülfe  zu  eilen  .  .  .  wir  habent  ouch  mit  unserm  herren  dem  20 
lantvogte  dovon  geret,  ist  sin  meynunge,  allen  richsstetten  daz  zu  schriben,  und  obe 
man  üt  zi'i  den  sachen  tiinde  würde,  daz  sü  daruf  gewarsam  sin  wellent.  datum 
feria  quarta  post  Letare  anno  98.  1398  Mars  20. 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 

1355.  Markgraf  Bernhard  von  Baden   an  Strassburg:    bittet,  einen  Aufschub  für  25 
den  zwischen  dem  Grafen  von  Salm  und  dem  Bischof  von  Strassburg  in  ihrer  Stadt 
angesetzten  Tage  bis  zum  25  März  zu  erwirken,  weil  der  von  Salm  durch  eine  Tag- 
leistung mit  Ludwig  von  Lichtenberg   in  Anspruch   genommen   sei.         datum   Baden 
feria  sexta  ante  dominicam  Judica  anno  98.  Baden  1398  März  22. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl.  30 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1800. 

1356.  Der  Abt  des  Klosters  Liltzel  an  Slraßburg  über  seine  Haltung  gegenüber 
dem  Pabste  von  Rom  und  Avignon.  JBnrtrtrtm  1398  März  23. 

Erbern  wisen  und    lieben   frund    und    furderer  .  .  uns    ist  furkomen,  wie  ellich 
h'ite  geistlich  und  weltlich  vor  uwerer  .  .'  uns  ze  smechen  geret  habent  und  zihend  uns,  35 
wie  wir  uns  halten  gein  Avion  und  niht  gein  Borne,  wir  sprechen  aber,  daz  uns  die, 


1  Zu  ergänzen  gnaden  o.  dergl. 


1398  724 

die  daz  geredt  habent  und  noch  redent,  niht  gütlich  tünd  und  vcrbcrgeiit  zwar  die 
warheit,  wer  sü  sind,  nieman  uszgcnomen,  wan  wir  und  unser  gotzhufl  uns  nie 
niiderswa  gehieltcn  denn  gein  Rome.  davon  bitten  wir  uwer  erberkeit,  früntschaft 
und  wisheit  mit  demütigem  Hisse,  daz  ir  fürbas  von  uns  ein  solichs  nit  weint  glöben, 
5  wan  ir  wol  mügent  verstan,  daz  ein  solichc  unworheit  kumt  von  valschem  bertxeo 
und  getrüwenl,  ir  lant  üch  unser  bitten  und  geschrift  niht  verdriessen,  wann  mähten 
wir  üch  üt  getün,  daz  üch  dienst  und  lieb  were,  dez  weren  wir  willig.  geben  zu 
Ensisheim  an  samstage  vor  Judica  in  der  vasten  anno  etc.  nonagesimo  octavo. 

Brüder  Heinrich  von  gotes  gnaden  abte  zu  Lützela. 
,  Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  22.  or.  eh.  I.  cl. 

1357.  Raimund  von  Ettendorf,  Herr  zu  Hohenfels  an  Strassburg:  bittet  um 
Freilassung  seines  gefangenen  Dieners  Kuntz  von  Wiltenheim,  der  myn  wartet  und 
niemans  anders,  och  nüst  mit  uch  zu  schaffen  het.  geben  ulT  fritag  vor  dem 
palmentagc  anno  1398.  *<*»*  MUrz  Mfc 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29.  or.  eh.  I.  cl. 

1358.  Markgraf  Bernhard1  von  Baden  an  Strassburg:  ist  bereit,  den  vom  Bischof 
vorgeschlagenen  Tag  am  13  April  in  Strassburg  zu  leisten,  und  bittet,  dies  dem 
Bischof  sowie  dem  Ritter  Rudolf  von  Hohenstein  mitzuteilen.  datuin  Baden  feria 
tertia  proxima  post  dominicain  Palmarum  anno  1398.  Bade»  1398  April  2. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Heg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1805. 

1359.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  bittet,  den  Wein  zollfrei 
durchgehen   zu   lassen,   den    sein   Kammerknecht   Hans  Zelter   für  ihn  gekauft  habe. 

datum  Baden  feria  quarta  post  festum  pasche  anno  1398.   Baden  139  s  April  lo. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Heg.  d.  Mrkgr.  v.   Bad.  nr.  1807. 

1360.  Rüleman  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  wünscht  freies  Geleit,  um 
seine  Unschuld  darzuthun.        geben  sabbato  post  diem  pasce  anno  1398. 

1398  April  13. 
Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

1361.  ('.nutze  Felleberg  an  Strassburg:  bittet  um  Aufenthalt  in  der  Vorstadt  bis 
21  Juni,  da  er  «ernstlicher  sachc  wegen  mit  den  uwern  zu  reden  babfl  von  schulden 
wegen».         geben  uff  samstag  nach  dem  heiligen  ostertage  anno  domini  1398. 

139S  April  13. 
3j  Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1  Derselbe  an  den  Ammcister  Konrad  Armbruster :  sendet  und  beglaubigt  seinen  Amtmann  Hatts 
Conzman  von  Staffurt.  Baden  1398  Miirz  31.  —  Ebenda  AA.  103.  or.  eh.  I.  cl.  —  Reg.  d.  Mrkgr.  ». 
Bad.  nr.  1S03. 


722  1398 

13(52.  Schultheiss  und  Rat  von  Gengenbach  an  Strassburg :  .  .  .  wissen,  daz  wir 
ein  personen  hant  by  uns,  die  belümdet  ist  von  der  malendrige,  die  öch  so 
krank  an  irme  libe  ist,  daz  wir  sü  in  die  stat  gon  Straszburg  nit  geschicken  mögent 
zu  den  meistern,  die  ir  gesetzet  hant,  die  lüte  ze  besuchend;  bitten  desshalb,  dass 
jene  .  .  .  zu  uns  (nach  Gengenbach)  koment  zu  derselben  personen  .  .  .  datum  • 
feria  secunda  post  dominicam  Quasimodogeniti  anno  domini  98. 

Gengenbach  1398  April  15. 

Str.  St.  A.  AÄ.  2016.  or.  eh.  I.  cl. 

1363.  Bernhard  von   Schauenburg   an    Meister   und    Rat  von   Strassburg :    kann 
Albrecht  von  Neueneck  nicht,  wie  er  versprochen,   vor  sie  nach  Strassburg  bringen,  io 
da  letzterer  inzwischen  durch  Fehde  genötigt  sei,  auf  seiner  Burg  zu  bleiben.   Bittet 

Mai  26.  desshalb  die   Ordnung  der  Angelegenheit  bis   Pfingsten  zu  verschieben.        geben  an 
der  nehsten  mittwochen  vor  sant  Gergentag  anno  1398.  1308  April  17. 

Str.  St.  A.  Abt  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

1364.  Strassburg  an  Bernhard  von  Schauenburg :  .  .  .  alse  du  uns  verschriben '  n> 
hest  von  Obrehtes  von  Nuwenecke  wegen,  do  wellent  wir  die  sachen  in  guten  dingen 
gegen  Obrehte  lassen  geston  bitze  uszgonder  pfingestwuchen  nehst  komet  ane  geverde, 
alse  das  du  für  in  sprechest  alse  vor  und  uns  des  dinen  brief  mit  disem  hotten  wider 
schickest  unde  mäht  in  dozwüschent  zu  uns  bringen  in  der  mossen,  also  du  mit  uns 
und  wir  mit  dir  dovon  geredt  hant.  datum  sabbato  proximo  ante  festum  beati  20 
Georgii  martiris  anno  1398.  1398  April  20. 

Str.  St.  A.  E.  E.  or.  mb.  I.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr. 

1365.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:   bittet,  dem  von  ihnen  ge- 
fangenen Falkener  seines  Oheims  von  Bitsch,  Meister  Walther,  «ein  zil  zu  geben  biz 

Mai  16.  uf  den  pfingstag».        datum  Baden  feria  secunda  ante  Georgii  anno  98.  25 

Baden  1398  April  22. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1809. 

1366.  Dietherich   von    Wasselnheim   an   Meister   und   Rat  von   Strassburg:    die 
Gefangennahme  des  Saarburger  Bürgers  Hans  Kropf2  sei  geschehen,  als  er  im  Dienste  30 
Strassburgs  im  Kriege  gegen  Bitsch  am  Kochersberg  und  an  der  Zorn  Wache  gehalten 
habe;    ausserdem  habe  jener  ihn   und    die   Seinigen   früher  geschädigt,   so  dass  er 
mindestens  völlige  Kehrung  verlangen  müsse.        geben  uf  st.  Gergentag  anno  1398. 

1398  AprU  23. 


Str.  St.  A.  Abt.  IV,  74.  or.  eh.  I.  cl. 


35 


1  Vgl.  vorige  Nummer. 

2  Die  Namensform  wechselt  zwischen  Kropf,  Krepfe,  Crape. 


l.TJK 


723 


1367.  Dietrich  von  Wassclnheim  an  Meister  und  Hat  von  Strassburg:  bittet 
iinl  ihr  Schreiben  hin  um  freies  Geleit  nach  dort  .  .  .  um  ueh  zii  orzalen,  in  welicher 
mossen  micli  Hans  Krepfe  geschediget  het.  geben  uf  miltewucben  noch  sct.  Gergen 
tag  anno  98.  1398  April  24. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  tt 

1368.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg: 
Hans  und  Albrecht  genannt  Heide  von  Diffenowe,  die  zu  dem  Markgrafen  gehören, 
hätten  ihm  widersagt,  und  desshalb  bitte  er  sie,  den  Markgrafen  von  Baden  zum  Ein- 
schreiten  gegen    dieselben  zu  veranlassen,   widrigenfalls  er  keinen  weiteren  Tag  mit 

10  dem  Markgrafen  halten  werde.        geben  mittenw\>chen  nach  Georgentage. 

[1398  April  24.]  « 
Str.  St.  A.  AA.  1483.  eop.  eh.  coaev. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  B.  nr.  1810. 


I 


1369.  Landvogt  Dietrich  von  der  Witenmüle  an  die  Reichsstädte  im  Elsass: 
Hagenau,  Colmar,  Schlcttstadt,  Weissenburg,  Oberehenheim,  Kaysersberg,  Rosheim, 
Türkheim,  Münster  und  Selz :  mahnt  sie  dringend  in  des  Königs  Namen,  in  Gegen- 
wart des  von  ihm  gesandten  Schreibers  Jose  von  Pfortzheim,  die  jetzt  ausgefertigten 
Einigungsbriefe  der  Einigung,  «die  die  sehsse  von  der  drier  teile  wegen  gesworen 
haben»,  zu  beschwören  und  mit  den  Stadtsiegeln  zu  besiegeln.*  datum  ipsa  die 
festi  seti  Marci  evang.  anno  1398.  1398  April  25. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  45/46.  or.  eh.  I.  cJ. 
Gedr.  Als.  dipl.  II,  302. 
Beg.  D.  B.  A.  III  S.  10. 


1370.  Saarburg  an  Strassburg:   dankt   für  die    Hilfe,   die  Strassburg   ihrem  von 
25  Dietrich  von  Wasselnheim  gefangenen  Bürger  Hensel  Crape  gewährt  hat.  Bittet,  ihm 

weiter  behilflich  zu  sein,  dass  er  ledig  gezahlt  werde  .  .  .  wand  er  ouch  in  unser 
botschaft  waz  zu  Lütholde  von  Kolbeczheim,  alz  er  und  her  Wolf  üwer  wiszheit  wol 
sagende  werdent.  den  selben  wellent  glouben,  was  si  üch  mit  dem  münde  von  unser 
wegen  sagende  werdent.        datum  ipsa  die  beati  Marci  evangeliste  anno  1398. 

so  1398  April  25. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  45/46.  or.  eh.  I.  d. 

1371.  König  Wenzel  an  Strassburg:  fordert  auf,  bevollmächtigte  Gesandte  zu 
schicken,  die  zu  mitwochen  über  virezehen  tag  zu  Koblencz  sein  sollen.  geben  zu 
Luczemburg  des  sunabendes  noch  des  heiigen  creuezs  tage  reg.  boh.  35  reg.  rom.  22. 

Luxemburg  1398  Mai  4. 

Str.  St.  A.  a.  d.  Sani  I.  18.  VIII  nr.  72.  or.  eh.  c.  s.  •'.  v.  impr. 
Gedr.  D.  B.  A.  III  nr.  38. 


•  Vgl.  Anmerhg.  1  zu  nr.  137C  Bernhards  Brief  vom  22  Mai  98. 
2  Vgl.  oben  nr.  1349. 


.l/.ii  tt. 


724  1398 

1372.  Lienhart  genant  Schultheisz  ritter,  Reimbolt  Huffelin  der  eilter,  Johans 
Bock,  Claus  Merswin  die  vier  meistere,  Cünrat  Armbrosler  ammanmeister  der  stille 
ze  Stroszburg  und  darzu  ich  Thoman  von  Endingen  ritter  und  ich  Ulrich  Gosse  alt- 
ammanmeisler  verkündigen,  dass  sie  eine  Sühne  zu  Stande  gebracht  haben  zwischen 
Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  und  Ritter  Rudolf  von  Hohenstein  in  ihren  Streitig- 
keiten wegen  Pfandschaft  und  Lösung  der  Burg  Girbaden.1  geben  des  nehesten 
zinstages  noch  sante  Philippes  und  sante  Jacobes  tage  .  .  .  do  man  zalte  1398. 

1398  Mai  7. 

Str.  St.  A.  AA.  1422.  cop.  eh.  coaev. 


1373.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg :  antwortet  auf  die  Einladung  i« 
zu    einem    Sühntage    in    Strassburg   in   der   Streitsache   seines    Ritters    Rudolf  von 
Hohenstein  und  des  Bischofs  von  Strassburg  .  .  .  nü  mögend  ir  wol  wissen,  daz  wir 

Mai  is.  mit  dem  bischoff  ein  tag  zu  obren  Bühel  an  mitwoch  nehst  komet  leisten  sollen, 
als  der  dar  berett  ist.  dez  selben  tage  wir  ouch  da  warten  oder  gen  Lichtenow  durch 
uwern  willen  dann  schicken  wollen  denselben  tag  zu  leistend  in  der  masz,  als  er  « 
berett  ist  .  .  .  Sonst  müsse  er  bitten  einen  andern  Tag  anzuberaumen  und  ihm  davon 
rechtzeitige  Mitteilung  zu  machen.  datum  feria  quinta  proxima  post  dominicam 
Cantate  anno  1398.  1398  Mai  9. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad   nr.  1812.  K 

1374.  Claus  Lauweler  der  ältere  von  Strassburg :  urkundet,  dass  er  zu  Baden 
und  anderswo  geredet  habe,  der  Wein,  den  die  Badener  Wirte  schenkten  sei  «gemacht> 
so  dass  ihn  kein  «Biedermann»  trinken  solle,  dass  ihn  darauf  vorgenannte  .Wirte  vor 
Meister  und  Bat  verklagen  wollten  und  dass  er  Markgraf  Bernhard,  dessen  Räte  und 
die  Wirte  gebeten  habe,  davon  abzustehen  ;  diese  Bitte  sei  gewährt  worden  und  so  & 
erkläre  er,  dass  er  den  Wirten  unrecht  gethan  habe.  datum  sabbato  proximo 
ante  festum  ascensionis  domini  anno  domini  1398.  1398  Mai  11. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  pat. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1814. 

1375.  Meister   und   Rat  von    Schlettstadt    an    Strassburg:    ersuchen  .  .  .,  daz  ir  30 
Ulin  Apt  und  Swob  Heinrich  underwisent  und  solich  haltent,   daz   sie   uns   und   die 
unsern  uszer  vorhte  lassent .  .  .  denn  hätten  sie  Anforderungen,  so  seien  sie  bereit  .  .  . 
darumbe  rehtes  gehorsam  zu  siend  uff  gelegenlichen  tagen  und  stunden  vor  gemeinen 
litten  .  .  .        datum  feria  seeunda  ante  festum  ascensionis  domini  anno  98. 

1398  Mai  13.   35 

Str.  St.  A.  AA.  2036.»  or.  eh.  I.  cl. 


1  Vgl.  oben  nr.  1345  den  Brief  des  Rud.  v.  H.  an  Straßburg  1398  Febr.  23. 

2  Ebenda  Brief  v.  9  Mai :  worin  berichtet  wird,  daß  Swob-Heinrich  gesagt  Itabe,  er  wolle  Schlcttstädter 
Bürger  angreifen  und  schädigen,  wo  und  wann  er  sie  anträfe. 


1398  ?25 

1376.  Markgraf  Bernhard  von  Baden '  an  Strassburg :  haben  uwern  brieff  von 
des  tages  wegen,  der  uf  mitwoeh  nehst  komet  zu  Liehtenow  sin  sol,  wol  verstanden  ««.  m. 
und  wollen  die  unsern  also  uf  denselben  tag  schicken,  dann  were  der  tag  zu  Buhel 
gewest,  wir  wollten  selber  da  sin  gewesen,  wölt  aber  der  bischolT1  in  solicher  genehe 
by  Liehtenow  sin,  so  wollen  wir  zu  Stalhofen  sin.  datum  feria  seeunda  ante 
ascensionem  domini  anno  ejusdem   1398.  1398  Mai  13. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  1.  cl. 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1814.  (vgl.  1815  u.  1816). 


1377.  König  Wenzel  gebietet  Straßburg,  den  Brüdern  vom  Deutsch-Orden  zu 
ihrem  Rechte  zu  verhelfen.  Luxemburg  1398  Mai  13. 

Liben  getrewen.  wir  lassen  euch  wissen,  das  uns  furbracht  hat  der  meister 
dutsches  ordens,  das  etliche  von  ewern  burgern  bey  euch  zu  Strasburg  und  ouch 
andere  mit  in  frevelichen  gefangen  sint  in  irer  kirchen  und  freyheit,  die  sie  von 
kaiserlichen,    kuniglichen  und  unsern   gnaden  haben,    und  da  iren    köre  gewalticlich 

15  und  frevelich  uffgestossen  haben  und  da  böse  lesterliche  und  unrechte  brive  gelesen 
über  brudere  des  dutschen  ordens  von  des  bischoffs  wegen  zu  Strasburg  und  sun- 
derlich  über  den  kompthur  desselben  dutschen  huses  zu  Strasburg  mit  namen  genant 
Johans  von  Prussen  ein  prister  und  dorzu  yme  und  andern  brudern  des  ordens 
frevenlich,  böse  und  lesterliche  wort  zugesprochen  haben  und  in  ir  messer  und  waffen 

20  gen  in  gegriffen  haben,  sie  damit  zu  schedigen.  wann  nu  derselbe  dutsche  orden  gefriet 
ist  von  unsern  vorfaren,  keisern  und  kunigen,  und  ouch  von  besündern  gnaden,  so 
wer  in  ir  friheit  frevelich  geet  oder  brichet,  das  der  verfallen  ist  dem  heiligen  reiche 
in  unser  camer  umb  hundert  pfunt  goldes,  halb  den  klegern.  hirumb  begern  wir  von 
euch  und  wollen  ernstlichen,  das  ir  die  vorgenanten  freveler  und  alle  die  andern  ir 

26  freveler,  die  euch  der  obgenante  Johans  Malkow  kompthur  des  dutschen  huses  zu 
Strasburg  benennen  wirt,  und  ir  iglichen  besunder,  die  euch  angehören,  in  sulcher 
masse  verburgent,  ob  sie  des  freveis  mit  recht  überwunden  werden,  das  wir  danne 
der  pene  und  der  busse  der  hundert  pfunt  goldes,  die  sie  vorfallen  sint,  von  eyme 
iglichen  der  vorgeschriben  gewisse  und  sicher  sein,  wer  es  aber,  das  ir  hiran  sumig 

3'  wurdent  und  sie  nicht  also  haltent,  das  sie  dem  rechte  darüber  entwichent  und  uns 
unser  bussz  und  gerichte  also  entginge,  so  musten  und  wolten  wir  das  zu  euch  der 
stat  von  Strasburg  suchen  und  fordern,  ouch  so  wellen  wir  mechtig  sein  des  vorge- 
nanten kompthurs  vur  unsz  um  rechten  zustand,  ouch  begern  wir  und  wollen  ernstlichen, 
was  der  egenante  dutsche  orden   und   sine  brudere  freyheit  von  dem  heiligen  reiche 

W  nfi  zumal  haben  oder  von  dem   romischen  stule  oder  von  uns  erworben  haben,   du 


1  Mai  22  derselbe  an  Straßburg:  er  wolle  die  Saclie  mit  dem  Bisehof  Wilhelm  bis  zum  24  Juni 
anstellen  lassen  uttd  inzwischen  einen  Tag  zu  Lichtenau  oder  Ober-BiM  beschicken,  sowie  auch  dafür 
sorgen  .  .  .  daz  die  Heide  von  Ticffenow  (vgl.  nr.  1368  oben  den  Brief  vom  24  Aprü)  und  ouch  die 
frdnd  von  des  todslages  wegen  .  .  .  so  lange  Frieden  hielten.  —  Str.  St.  A.  AA.  1426.  or.  eh.  1.  cl. 

2  [Nach  dem  22  Mai]  Bisclwf  Wilhelm  an  Straßburg:  erklärt  sich  einverstanden  mit  dem  Aufschub 
[undatiert],  —  St.  St.  A  AA.  1426.  or.  eh.  I.  cl.  —    Vgl.  unten  nr.  1393  Bernhards  Brief  vom  21  Juni. 


726  1398 

ir  sie  dobey  beschirmen  sullet  bis  an  das  recht  und  wie  sie  beyde  bebstliche,  keiser- 
liche  und  unser  freiheit  sullen  offenbar  machen  nach  uswysung  des  rechten,  daran 
sollent  ir  sie  in  keinem  wege  irren  sunder  schirmen,  und  nicht  gestatet,  das  in  ymand 
doran  keinen  gewalt  tue  in  dheineweis  by  unsern  hulden.  geben  zu  Luczemburg 
des  montags  in  der  crewczwochen  unser  reiche  des  behemischen  in  dem  35  und  des 
romischen  in  dem  22  jaren. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  86.  or.  eh.  I.  el. 


1378.  Meister  und  Rat  von  Schlettstadt  an  Strassburg  antworten:  sie  hätten  die 
Hafer-  und  Gerstevorräte  des  Strassburger  Kornhändlers  Henselin  Eckestein  beschlag- 
nahmt, weil  .  .  .  wie  vor  etwie  langen  ziten  by  uns  ufgesetzet  habent,  daz  man  nieman  io 
weissen,  habern  und  gersten  von  unser  stat  sol  füren,  der  by  uns  gekouft  wirt  one 
unsern  urlop.  da  hat  derselb  uwer  burger  etwie  vil  habern  und  gersten  by  uns 
kouft  und  ist  zu  unsern  zollern  komen  und  hat  ouch  frömde  lüte  zu  yn  geschicket 
und  hant  die  alle  zu  verstände  geben,  sie  brehtent  es  von  Colmar.  und  also  ist  er 
schelklichen  mit  behendikeit,  wan  er  etwenne  sprach,  er  brechte  muze,  so  waz  es  15 
habern,  unbegangen,  und  sind  uns  etlich  zolle  damitte  entpfurt  worden  und  uns  unser 
habern  und  gerste  enweg  gefürt,  und  ist  ouch  er  des  gihtig  vor  uns  gewesen  .  .  . 
Ebenso  sei  es  mit  dem  andern  Strassburger  Kornhändler  Heinze  Kistener.  datum 
sabbato  post  festum  ascensionis  anno  1398.  1398  Mai  18. 

Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl.  *> 


1379.  Hagenau  an  Strassburg:  beklagt  sich,  dass  der  Strassburger  Bürger  Lütold 
von  Mülnheim  zweien  der  ihrigen  auf  offener  Strasse,  Wagen,  Schiffe,  Geschirr  und 
Wein  abgenommen  habe.  Habe  jener  Forderungen  an  die  Geschädigten,  so  möge  er 
vor  ihnen  Recht  suchen,  jetzt  aber  die  beschlagnahmten  Sachen  wiederherausgeben, 
datum  feria  quinta  ante  Urbani  anno  98.  1398  Mai  23. 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 


1380.  Reinhard  von  Windecke  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  erinnert 
daran,  dass  ihm  vor  Zeiten  durch  den  Domprobst  Burckard  von  Lützelstein  das  Dorf 
Pfaffenheim  im  oberen  Mundat  verpfändet  sei,  und  bittet  desshalb,  dass  sie  mit  den 
Strassburger  Bürgern,  welchen  «zinsen  und  gülte»  in  Pfaffenheim  zustehen,  ...  30 
reden  wellent,  daz  sie  zu  denselben  von  Pfaffenheim  fürbasz  mit  angriffen  und  sie 
herinne  min  loszent  genyeszen  zu  disen  ziten.  daz  wil  ich  allzit  umbe  üch  und  umb 
sie  verdienen,  und  dnnt  dozü,  alsz  ir  woltent,  daz  ich  gegen  den  uwern  dete.  ouch 
sende  ich  üch  die,  die  ich  nü  zemol  weisz  der  uwern  in  disen  zedel  verschriben, 
mit  den  ich  uch  bitte  zu  reden  und  zu  underwisen  von  mynen  wegen  von  der  sache  a» 


1398 


727 


wegen,   uwere   verschriben   antworte   by   disem    botten. 
quinta  ante  festtrat  pentecostes  anno  98. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  22.  or.  eh.  I.  cl. 


datum    Windecke   feria 

Windeck  1398  Mai  23. 


1381.  Heylmann  Sny delach  von  Kestenburg  an  Strassburg:  teilt  aufs  neue  mit, 
dass  er  ohne  sein  Verschulden  und  Erwarten  fortdauernd  von  den  Ihrigen  geschädigt 
werde,    und   bittet   um    Abstellung   und    Ersatz   oder    Ansetzung    eines    Sühnetages. 

gehen  off  den  heiligen  phyngest  dag  anno  1398.  1398  Mai  26. 


Str.  St.  A   Abt.  IV.  or.  eh.  I.  el. 


1382.  Heimburger  und   Geschworne  von   Dachstein  an  Strassburg:  rechtfertigen 
m  sich,  dass  sie  dem   Strassburger  Bürger  Johans  Leheman  die  ortsübliche  Steuer  auf- 
gelegt haben,  denn  dieser  wohne  vollständig   bei    ihnen    und  nehme   an   allen   Nutz- 
niessungen  der  Almende  teil.         geben  uff  den  pfingest  mendag  anno  1398. 

1398  Mai  27. 

Str    St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  271  fasc.  4.  or.  eh.  I.  cl. 
Vergl.  W  encker,  de  ußburg.  224. 


1383-  Pfalzgraf  Ruprecht  (III)  an  Strassburg :  ersucht  die  Stadt,  dem  Cuntzel 
von  Allorf,  der  von  ihnen  gefangen  genommen  wurde,  Ziel  zu  geben  zu  einem  güt- 
lichen Tage.         datum  Heidelberg  seeunda  feria  post  festum  penthecostes. 

Heidelberg  [1398  Mai  271. 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  203.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  Koch  u.  Wille  nr.  6809. 


1384.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  sendet  und  beglaubigt  Herrn 
Rudolf  von  Hohenstein  den  alten  Vitzlum  .  .  .  datum  Baden  feria  quinta  post  festum 

pentheCOStes  anno  98.  Baden  1398  Mai  30. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I   cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1818. 


1385.  Die  vereinigte  Kanfmn naschaß  ron  Mailand  an  Straßburg:  senden  und 
beglaubige»  Frandscus  de  Conago  zur  Unler/una/hing  über  die  Ausbesserung  des 
Verkehrsweges  nach  Deutschland .  Mailand  1398  Mai  31. 

so  Egregii  et  honorandi  domini  carissimi.  cum  pro  communitate  mercatorum  Medio- 

lani  transmittamus  discretum  virum  Francischum  de  Conago  mercatorem  Mediolani 
ad  partes  vestras  et  Allamanie  causa  proenrandj  de  reparationibus  itineris  Allamanie, 
et  idem  Francischus  informatus  de  intentione  dictorum  mercatorum  habeat  vobis 
dicere  aliqua  ex  parte  dictorum  mercatorum  causa  predicte  reparationis,  rogamus 
vos,  quod   in  dicendis   et  requirendis   per   eum  nomine   dictorum    mercatorum    lidem 

VI.'  92 


728  1398 

adhibere  dignemini  et  placeat  sie  agendo,  quod  mercatores  et  eorum  nuneii  et  factores 
cum  eorum  mercantiis  habeant  causam  comode  per  partes  vestras  hinc  inde  visilandi. 
.  .  abbates  et  comunitas  datum  Mediolani  die  ultimo  Madii 

mercatorum  Mediolani.  1398. 

[In  verso]    Egregiis  et  sapientibus  viris   dominis  magistro  et  eonsciliariis  Argen-  s 
tinensibus  honorandis  amicis  carissimis. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  23|24.  or.  eh.  I.  cl.  c.  s.  i.  v.  impr.  del.  mit  starken  Abkürzungen 

geschrieben. 
Gedr.  Oberrh.  Zeitschr.  VI,  2.  S.  320.    Fritz,  zur    Gesch.  des   deutsch-lombard.   Handels. 

1386.  Heinrich  von  Geroldseck  und  Lahr  an    Meister  und   Rat  von  Strassburg:   io 
bittet  sie,  ihm  bei  den   Bürgern,  denen  er  noch  schuldet,  bis  Michaelis  Aufschub  zu 
erwirken,  da  auch  ihn  seine  «armen  lüte»  bisher  nicht  bezahlt  hätten.       datum  feria 
seeunda  post  oetavam  penthecostes  anno  1398.  1398  Juni  3. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  23.  or.  eh.  I.  cl. 


1387.  Hartman  von  Rumlang  an  Strassburg :  bittet,  seinem  .  .  .  gedingeten  knecht  u 
Claus  Herbst  von  Nüburg,  der  wol  zwöy  jar  bij  mir  war  in  dem  krieg,  so  min 
gnedige  herschaft  von  Ostrich  hat  wider  die  walstett  .  .  .,  dazu  zu  verhelfen,  dass 
er  in  Besitz  der  Hinterlassenschaft  seines  verstorbenen  Mitknechtes  und  Vetters 
Erhart  Herbst  von  Nüburg  komme.  geben  Zurzach  uff  den  mentag  vor  unsers 
herren  fronlicham  tag  under  minem  uffgedrukten  insigel  anno  98.  20 

Zurzach  i.  Aargau  t398  Juni  3, 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  pat.  c.  sig.  impr. 


1388.  Schwartz  Rudolf  und  die  Gemeinde  von  Andlau '  an  Meister  und  Rat  von 
Strassburg:  wollen  einen  Knecht  hinrichten  und  bitten,  ihnen  dazu  den  Strassburger 
Scharfrichter  zu  senden  .  .  .  wenne  wir  nieman  anders  wissent  darumbe  anzurollende 
denne   üch   uf  dise   zit,   wenne   der    schultheisz   in   uwerre   stat    nüt   in   lande    ist. 

geben  uf  sunnendag  nach  unsers  herren  lichnamentag  anno  1398.     1398  Juni  9. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  pat.  c.  s.  impr. 


1389-  Saarburg  an  Straßburg  .•  teilt  mit,  daß  der  Herzog  von  Lothringen 
Fehde  angesagt  habe,  und  bittet  um  sofortige  Hülfe.  1398  Juni  10. 

Den  frümen  wisen  herren  dem  meister  und  dem  rate  zu  Strazburg  entbiethen 
wir  die  gemeinde  gemeinliche  der  stette  zu  Sarburg  unsern  undertenigen  dienst  und 
lant  üwer  wiszheit  wiszen,  daz   der  hochgeborn   forste,  der  hertzoge  von  Lothringen 

1   Vgl.  oben  nr.  1052  Andlau  verkündigt  die  Hinrichtung  eines  Knechtes  1396  Mai  21. 


1398  729 

uns  wyderseit  het  uf  disen  mendag  vergangen  zii  abende,  und  ist  sin  Belia  zu  Sar-  ./um  3. 
eoke  mit  eime  barste,  Dnd  ist  uns  vorkommen,  wie  du/,  eise  Bebte  houfünge  erst  sin 
solle  af  disen  nehsten  kommenden   mitlewüche.   und  wer  es  jöwer  wille,  daz  uwer  mm 
wiszheit    bij    uns    wolle   schicken  der    üwercn   sexczig   oder   ahczig  mit   glewen  bij 
Sarbarg  in  ein  holcz,  alz  danne    Lülhold  von    Kolbeczheim    gilt   dünket,  und  daz  sie 
in    dem    holcze    werent    uf    disen    bätigen    zynstag    zu    abende   und    das   uns    daz  imAH. 
Löthold    mit   eime   knehte   lasze  wizzen   in    die    stat,  so    hoffete  wir  mit  der  gottes 
bilfen  zii  schaffende  mit   dem  ersten  harste,  daz  üwer  wiszheit  und  uns  wol   möhte 
kommen  und   erlich  und  nüczlich   möhte    sin.  zu  disen  Sachen    welle   üwer   wiszlieil 
ti'in,  alz  ir  triiwont,  daz  uch  und  uns  wol  mag  kommen,  und  als  wir  öwere  wiszheit 
sünderliche  alle   ziit  wol  gelrüwent.  gebyttent  uns   alle  ziit.         datum   feria  seeunda 
posl   festum  corporis  Christi  anno  etc.  98. 

[In  verso]    Den  frümen  wisen,  dem  meister  und  dem  rate  zu  Strazburg. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  45|46.  B.  41.  or.  eh.  I   d. 


1390.  Bischof,  Landvogt  und  Stadt  Straßbwrg  verbünden  sich  zu  einem  gemein- 
samen Zug  gegen  die  ihren  gemeinsamen  Feinden  den  Herrn  von  Bilsch  gehörige 
Feste  Lemberg.  J39&  Juni  10. 

Wir  Wilhelm  von  gottes  gnaden  erweit  und  bestetiget  byschof  zu  Strazburg  von 
ansern  und  unsers  bystumes  wegen  an  eim  teile,  ich  Diethcrich  von  der  Wyten- 
mölen  lantfogt  in  Eilsazz  von  der  lantfögtye  und  der  richestetle  in  Kilsazz  wegen 
an  dem  andern  teile  und  darzu  wir  Johans  Bock  der  meister  und  der  rat  von  Straz- 
burg von  der  stotte  und  bürgere  zu  Strazburg  wegen  an  dem  dirten  teile  verjehent 
und  kündent  mengelichem  mit  disem  briefe  von  des  grossen  schaden  und  unrebten 
wegen,  so  die  herren  von  Bytsche  und  ir  helffere  uns  allen  drien  teilen  zügefüget  und 
::,  geton  haut  wider  reht,  alse  uns  beduncket,  daz  wir  uns  do  des  früntliche  miteinander  ver- 
eynet  haben  in  dise  wise,  das  wir  yegenote  miteinander  ein  gemeinen  gezog  und  ein  ritd 
tun  sollend  und  wellent  vür  die  vestin  Lemberg,  alse  das  drie  bezeiebenungen  be- 
wisent,  der  wir  ye  das  teil  ein  het.  werz  do,  das  uns  von  gotte  gelückete,  das  wir 
die  vesliu  oder  gefangenen  oder  ander  gut  uf  dem  ritte  gewünnent,  do  sollen  wir 
drü  teil,  waz  do  gewunnen  wurt,  glich  in  drü  teil  teilen,  und  sol  eime  teile  alse 
vil  do  werden,  alse  demme  andern,  und  sollend  ouch  wir  alle  drü  teile  den  krieg 
hynnanfürdcr  getruweliche  triben,  und  sol  sich  dhein  teil  one  das  ander  nit  friden, 
siiuen  oder  vürworten  one  der  andern  teile  wissende  und  wille  ungeverliche.  und  zu 
eim  Urkunde  so  sind  unser  ingesigele  an  disen  brief  gehencket.  der  geben  wart 
an  dem  nehesten  mentage  noch  unsers  herren  fronlichamen  tage  in  dem  jore,  do 
man  zalte  von  gottes  gebarte  drülzenhundert  jore  nüntzig  und  ahte  jor.  und  sind 
diser  briefe  drie  glich,  der  yetweder  leil  einen  bot  und  by  ime  blibet. 

[in  cersö]  Wie  der  lantvogt,  der  bischoff  und  die  stat  von  des  rittes  wegen  gon 
Lemberg  sich  vereynigetent. 

Str.  St.  Ä   AA.  1422.  or.  mb.  lü.  pat.  c.  3  sig.  pend. 


730  1398 

1391.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Meister  und  Rat  von  Strasburg:  Eber- 
hard von  Württemberg  hat  ihm  seinen  «Zuspruch»,  den  er  an  Strasburg  zu  haben 
meint,  mitgeteilt  .  .  .  auch  hat  er  uns  gebotten,  wie  er  derselben  zusprach  gern  auf 
uns  und  unser  rete  komen  und  der  bey  uns  beleiben  welle  .  .  Rittet,  um  zu  wissen, 
wie  er  antwurten  solle,  um  ihre  Meinungsäusserung.  datum  Friburg  in  Rrisgow 
an  donrstag  vor  sant  Vitstag  anno  98.  Freihury  i.  Hr.  1398  Juni  J.'i. 

Str.  St.  A.  AA.  79.  or.  eh.  I.  cl. 


t392.  Kleinwilhelm  von  Lienstat   macht   bekannt,  dass   er  mit  der  Stadt  Strass- 
burg  gesühnt  sei  und  sich  aller  Ansprüche  an  die  Stadt  begehen  habe.         geben  an 
der  nehsten  mittewochen  vor  des  heiigen  sanete  Johans  baptislen  tage  zu  sungihten   u 
in  dem  jare,  do  man  zalte  drützehenhundert  nüntzig  und  ahte  jare.      1398  Juni  19. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad   165/166.  or.  mb.  I.  pat.  e.  sig.  pend. 


1393.  Markgraf  Rernhard    von  Raden   an  Meister  und  Rat    von  Strassburg:  teilt 
mit,  dass  er  zwar   um  ihretwillen    die  Stallung   mit  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg 
bis  zum  15  Juli  erstrecken  wolle,  jedoch  den  Tag  zu'Obern-Rühel  nicht  am  1  sondern   15 
erst  am  3  Juli  leisten  könne.1         datum  Pforczheim  feria  sexta  ante  nativitatis  Joh. 
bapt.  anno  1398.  Pforzheim  1398  Juni  21. 

Str.  St.  A.  AA.  1426.  or-  eh.  I   cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1820. 

1394.  König  Wenzel  an  Strassburg:  erklärt  sich  einverstanden  mit  der  von  20 
Strassburg  und  andern  Städten  getroffenen  Wahl  des  Landvogts  Rorziboy  von  Swinar 
zum  Hauptmann  des  Landfriedens  im  Elsass,  muss  aber  bitten,  die  Geschäfte  vor- 
läufig dem  Unterlandvogt  Dietrich  von  der  Witenmüle  zu  übertragen,  da  er  desselben 
Rorziboy  .  .  .  durch  notlicher  sachen  willen,  die  wir  kurczlichen  zu  Nuremberg  zu 
schaffen  haben,  niht  wol  emperen  (können)  sunder  seiner  gegenwertikeit  notlichen  s>o 
bedurffen  ....  geben  zu  Frankenfurt  des  freytages  vor  sant  Johannes  tage  baptiste 

a.  reg.  boh.  35  reg.  rom.  22.  1398  Juni  21. 

Str.  St.  A.  AA.  113.  ur.  79.  or.  eh.  I.  cl. 


1395.  Die  Städte  Straßburg  und  Saarburg  schließen  ein  Bündnis  auf  5  Jahre. 

1398  Juni  22.   so 

In  gotes  namen  amen,  wir  Johans  Rock  der  meister,  der  rat  und  die  bürgere 
gemeinliche  der  stette  zu  Strazburg  und  ouch  wir  der  schultheisse,  der  rat  und  die 
burger  gemeinliche  der  stette  zu  Sarburg  verjehent  und  tünd  kunt  allen  den,  die  disen 

1  Vgl.  oben  nr.  1376  Bernhards  Brief  vom  13  Mai  und  die  Amnerkg.  dazu. 


1398  731 

brief  iemer  anesehenl  * >*icr  gehorenl  lesen,  das  wir  gotte  zu  lobe  und  unrehtem  ge- 
walte zu  widerstünde  und  durch  sunder  früntschaft  und  gegensehender  liebe,  die  wir 
zu  einander  habent,  uns  anderwerbe  zusammen  vereyniet  habent  vur  uns  und  alle 
unser  nochkommen  dise  nehest  künftigen  fünf  jore  uzz,  die  anefohen  sollent  uf  sant 
Jacobstage  des  heiigen  zwölfbotten  schierst  künftig,  einander  getruweliche  beholffen  j«u  is. 
zu  sinde  by  den  eyden,  die  wir  lipliche  an  den  heiigen  dar  umbe  gesworn  haben  in 
die  wise,  alse  harnoch  geschriben  stot.  zu  dem  ersten :  so  söllent  wir  die  von  Sar- 
burg den  von  Strazburg  und  allen  den  iren  die  selbe  stat  Sarburg  uftun,  und  sol 
ouch  die  selbe  stat  Sarburg  dem  meister,  dem  rote  und  den  burgern  gemeine  und 
besunder  der  stat  zu  Strazburg,  allen  iren  helffern  dienern  und  den  iren,  es  sie  mit 
lützel  oder  mit  vil  lüten  offenn  und  ufgeton  sin  vürderliche  und  one  alles  vertziehen, 
wenne  und  wie  dicke  sy  wellent,  in  den  hienoch  geschriben  fünf  joren,  es  sie  by 
tage  oder  by  naht,  das  sy  sich  in  der  selben  stat  zfi  Sarburg  in  und  dar  uz  behelffen 
mögent  und  daryn  und  daruz  gefaren,  wenne  und  wie  dicke  sie  wellent,  wider  menge- 
lichen  uf  iren  kosten,  den  selben  kosten  und  ouch  veilen  kouff  wir  die  von  Sarburg 
sollend  schaffen  den  von  Strazburg  und  allen  den  iren  zu  Sarburg  gegeben  werden 
umbe  ire  pfenninge  noch  bescheidenlichen  dingen,  dar  zii  sollend  ouch  wir  die  von 
Sarburg,  unser  bürgere  und  alle  die  unsern  den  vorgenanten  den  von  Strazburg,  iren 
burgern  und  allen  den  iren  getruweliche  beroten  und  beholffen  sin  wider  mengelichen 
zu  allen  der  von  Strazburg  und  ire  bürgere  kriegen,  die  sy  hynnanfürder  gewinnent, 
zu  glicher  wise,  alse  obe  es  uns  die  von  Sarburg  und  unser  bürgere  selber  anegienge, 
nutze  an  die  stunde,  das  soliche  der  von  Strazburg  und  ire  bürgere  kriege  gentzliche 
gesünet  werden,  doch  also,  wag  offener  kriege  die  von  Strazburg  mit  iemanne  habent 
oder  gewinnent,  darzü  sie  wellen,  das  wir  in  beholffen  sien,  die  sollend  sy  uns  Ver- 
as künden,  so  si  wellent,  das  wir  yn  die  helffe  kommen  in  der  mossen,  das  wir  uns  gegen 
den  houptlüten  des  krieges  ahte  tage  vor  bewaren  mögent  ungeverlichen.  wer  aber,  das 
ire  dienere  by  uns  uzz  oder  in  rjten  wolten  und  woltent  stellende  sin  noch  bösen  übel- 
tetigen  lüten,  die  argwenekliche  indem  lande  riten,  gegen  den  dörffent  sy  uns  nützit  ver- 
künden, danne  wir  sollend  in  und  den  iren  daran  geroten  und  beholffen  sin  undsy  by  uns 
3o  uz  und  yn  lossen  glich,  alse  do  obenan  geschriben  stot.  dogegene  uud  umbe  den  guten 
willen,  so  die  von  Sarburg  zu  uns  den  von  Strazburg  habent,  darumbe  so  hant  wir  der 
meister,  der  rat  und  bürgere  der  stette  zu  Strazburg  viir  uns  und  unser  nochkommen 
uns  vereyniet  in  dise  wise:  wer  es,  das  ieman,  wer  der  were,  der  yn  dem  bystum 
S&  Strazburg  yetzent  mit  huse  und  mit  siner  huszere  seszhaft  ist  oder  in  demme  hie 
.  ?s  nochgeschriben  zile,  die  wile  dise  selben  zile  werent,  mit  huse  unde  sime  huszeren 
darynue  seszhaft  wurde,  die  von  Sarburg  oder  ire  bürgere  hynnan  furder  anegriffe, 
kriegete  oder  schadigete  in  dem  bystum  zii  Strazburg,  welhem  danne  under  denselben 
die  von  Sarburg  oder  ire  bürgere  rehtes  gehorsam  wellent  sin  zu  tünde  vor  unserme 
rote  zu  Strazburg,  der  danne  ist,  oder  dohin  sye  danne  die  selben  meister  und  rat 
40  zu  Strazburg,  die  danne  sind,  wisent,  des  selben  ouch  die  von  Sarburg  und  ire 
bürgere  gehorsam  sin  sollent  und  die  selben,  die  sy  danne  also  geschadiget 
hetten,  das  nit  von  yn  uf  nominell  woltent  und  sich  do  mitte  nit  woltent  lossen 
gegen  in  benügen,  gegen  demme  und  den    sollend  wir    die   von   Strazburg   den    von 


732  1398 

Sarburg   und   iren   burgern  geroten    und   beholften    sin    in    dem    byslinn   zu    Stras- 
burg und  nit  vürbasser  zu  glicher  wise,  alse  obe  es  uns  die  von  Strazburg  und  un- 
ser burger  selber  anegienge  untz  an  die  stunde,  das  den  von  Sarburg  und  iren  bur- 
gern   das  widerton   wurt,  das   in  denne   von   den  selben  also  gescheen  were  und  sy 
dovon  unklagehafft  werdent  gemäht,  alse  es  meister  und  rat  zu  Strazburg,  die  danne    .-> 
sind,  denne  erkennent,  das  sie   unklagehaft  gemäht  sind  und  yn  do  von  volleton  sie 
one  geverde.  wer  es  ouch  sache,  das  ieman,  wer  der  were,  der  ginesite  der  steygen 
seszhaft  were,  die  von  Sarburg  und  die  iren  bekriegen  und  benötigen  wolte  oder  be- 
kriegete  oder    beschedigete   und  dar  zu  wir   den   von   Sarburg   nit  beholflen  woltent 
sin  umbe  das,  daz  danne  die  von  Sarburg  den,  die  also  mit  in  kriegen  oder  sie  be-  10 
nötigen  wolten,  deste  baz  widersatz  gegeben  möhtent  und  sich  gegen   yn   geweren, 
so  habent  wir  den   von  Sarburg   gegünnet   und   erlöbet,  das   sie   sich   gegen  andern 
lüten   ouch   vereynigen  oder   verbinden  mögen,  die   yn  wider   die  zu  helfle  kommen, 
die  sye  also  beschedigent  oder  bekriegent,  doch  gedingliche  uzgescheiden,  das  sie  uns 
und  unser   bürgere  und   die  unsern   der  stette  zu  Strazburg  und  dise  eyniunge  und  ti> 
früntschaft  vor  allen   dingen   uznemment,  und  'das  soliche  verbüntnissen  oder  verey- 
niungen   uns   und  unser   slette    zu  Strazburg  und  diser  vereyniungen  gentzliche  un- 
schedeliche  sient.   werez   ouch,  do  vor   got  sie,  das   die    von  Sarburg   von   yemanne 
besessen  wurdent,  oder   die  von    Sarburg  küntliehe  erfündent,   das   man  sy  besitzen 
wolte,  und   uns   den  von   Strazburg   das   verkündetent   und    uns   darumbe  manetent  20 
umbe  hilffe,  ieman  zi'i  in   in  die  stat  Sarburg  zu  schickende  und  zu  irme  rote  uf  ir 
eide  erkant  hettent,  das  sye  der  hilffe  notdurftig  werent,  das  sollen  wir  tön  und  stil- 
lend yn  danne  zu  stund  vürderliche  in  den   ahte  tagen   noch   der  manunge  zu  hilffe 
schicken  zehen   der   unsern  mit  glefen   und   zehen   schützen,  die  in  yre  stat  helffent 
weren  und  yn  von  unsern  wegen   geroten  und  beholflen  sind  0.  a.  g.  was.  kriege  in  « 
disen   fünf  joren   unser  dheine   stat  hette,  do   zu  ir  die   ander   stat  beholften   were, 
do  sol  sich  dheine  stat  under  uns  beden  mit  den,  mit  den  sie  krieg  alsus  habent,  nit 
friden,  sunen    oder  vürworten,  sie   habe   danne   die   ander   stat    in  die  friden,  sfincn 
oder  viirwort  begriffen  und  dar   ynne  versorget,   glich   alse    sich    selber  ungeverliHi. 
wir  nemment  ouch  zii  beden  siten  har   ynne   uzz   das   heiige   römische   riebe,   durzii   " 
nemment  wir  die  von  Strazburg  harynne  uzz,   zu  wemme  wir  uf  dise   zyt  vereyniel 
oder  verbunden  sint;  so  nemment  wir  die  von  Sarburg  har  inne  uzz  unsern  gnedigen 
herren  den  byschof  und   die  stifte  zu  Metze,  das  was  wir  demme  selben  von  rehtes 
wegen  schuldig   sind   zii  tünde,  das  wir   das   tön  mögen  und  uns  das  un schedeliche 
sye  an  diser   vereyniungen   und   verbüntnissen.  und   darzu  wer  es  sache,  daz  unser  35 
gnediger  herre  der  byschof  und  daz  cappittel  der  stifte  zu  Metze  ire   reht,  so  sie  in 
der   stette   zu  Sarburg   habent,    ieman   vürbasser   versattend,  fünde   sich   danne   mit 
rehte  küntliche,  das  wir  die   von  Sarburg  den,  demme  die  rehte  also  versetzet  wur- 
dent, ouch  uznemmen  soltent  oder  mustent,  so  nemment  wir  yn  ouch  har  inne  uzz, 
und  wenne   sich   das   erfindet,  und  wir   in   uzgenommen  hant,  so   sol  darnoch  unser  4» 
herre  der  byschof  noch  die   stifte   von  Metze  nit  me  von  uns  uzgenommen  sin.  wir 
gelobent  ouch   zu   beden  siten   by    unsern  eyden,  das   alle  jore,  die  wile   die   vorge- 
schriben  fünf  jore  werent,  der  rat  zu  Strazburg,  der   alle  jore  do  wurt,  und   die  ge- 


1398  733 

meindo  miteinander  zu  Sarburg  sollend  sweren  an  den  heiigen  alles  daz,  das  an 
disem  briefe  geschriben  stot,  stete  und  vesle  zu  haltende  getruweliche  alle  geverde 
und  argliste  har  inne  uzgeslossen.  und  zu  eim  woren  steten  Urkunde,  so  sind  unser 
der  vorgenanten  zweyer  stette  Strasburg  und  Sarburg  ingesigele  an  disen  brief  ge- 
hencket.  der  geben  wart  an  dem  nehesten  samstage  vor  sant  Johans  tage  zu  sun- 
gihten  in  dem  jore,  do  man  zalte  von  gotes  gebi'irte  drützehenhundert  jore  nüntzig 
und  ahte  jore.  und  sind  diser  briefe  zwene  gliehe,  der  ye  die  stat  einen  het  und  by 
ir  blibet. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  168  nr.  2.  or.  mb.  lit.  pat.    Das  Pergament  der   Urk.   ist  oben 
und  unten  kurz  über  dem  Text  abgeschnitten,  weshalb  wohl  die  Siegel  fehlen. 

1*596.  Herzog  Leopold  von  Oestereich  verlängert  sein  am  9  Mai  1393  geschlossenes, 
am  24  Juni  ablaufendes  Bündnis '  mit  Strassburg  auf  5  Jahre  von  Datum  dieses 
Briefes  an  ;  Bischof  Wilhelm  und  Basel  sind  ausgenommen  von  beiden  Seiten  ...  als  ob 
sy  in  der  von  Straspurg  buntbrief,  den  si  uns  gegeben  haben  mit  namen  und  eygen- 
lich  usgenomen  weren  ungeverlich.  geben  ze  Tann  an  sand  Johans  tag  ze 
sungichten  nach  Krists  geburd  drewtzehenhundert  jar  darnach  in  dem  acht  und 
newntzigistem  jare."  Thann  1398  Juni  24. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  45/46  nr.  86.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  1  sig.  pend. 


1397.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  erklärt  für  sich  .  .  .  unser  lieben  bruder 
2"  hertzog  Wilhalmen,    hertzog  Ernsten,    hertzog  Fridreichen  und  unsern   lieben  vettern 

Ihertzog  Albrechten,  .  .  .  dass  er  das  am  Tage  der  Ausstellung  dieser  Urkunde  ablaufende 
liüudnis  mit  Strassburg  auf  weitere  fünf  Jahre  verlängert  habe.  geben  ze  Tann 
am  sand  Johannstage  ze  sungichten  nach  Christa  geburde  drewtzehen  hundert  jar 
darnach  in  dem  acht  und  newntzegistem  jare.  Thann  13»s  Juni  24. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  44/45  nr.  87.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  pend. 

1391t.  Bischof   Wilhelm  von   Strassburg   an    Meister   und    Bat    von    Strassburg : 
dankt  für  die  seinetwegen   an  Markgraf  Bernhard  gesandte   Botschaft  und  Mitteilung 
von  dessen  Antwort   bezüglich  des  Termines  am  8  September.  Sein  Vogt  zu   Orten- 
berg  solle  den  Auftrag  erhalten  ...  zu  besehen,   obe   er   [der  Markgraf?]    yme    das 
.so  gelt     also    versprechen    welle     zu     sant     Michelsdag.  geben    am    zinsdag    nach 

Johansdag.  [i;t!>8  (?)  Juni  25. P 

Str.  St.  A.  AA.  1483.  or.  cA.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1821. 


1   Vgl.  oben  nr.  767. 
»5  *  Die  Gegenurkunde  Strasburgs,  ausgestellt  durch  den  Stettmeister  Reimbold  Hüffelin,  vom  gleichen 

Datum  liegt  nur  als  Copie  vor.  G.  D.  P.  lad.  48/49  C.  fasc.  6. 
8  So  datiert  i.  d.  Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad. 


734  1398 

1399.  Saarburg  an  Strasburg:  sendet  und  beglaubigt  seine  Boten  .  .  .  Hensel 
Colin  und  Johannes  Mürvogel  mit  üch  ze  redende  von  unsern  wegen  .  .  .  datum 
feria  secunda  post  festum  beatorum  Petri  et  Pauli  anno  1398.  1398  Juli  1. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  45/46  nr.  74.  or.  eh.  1.  cl.  c.  s.  i.  v.  impr. 

1400.  Dietrich  von  Wasselnheim  an  den  Vogt  Hans  Pfettensheim  zu  Kochersberg:  5 
die  von  Bitsch  haben  eine  grosse  Häufung  am  Sonntag,  Montag  und  Dienstag,  und 
sein  Gewährsmann  meint  .  .  .  daz  sü  die  bürg  zu  Nuwenburg  understan  werdent, 
und  hand  die  besehen  by  der  naht  zehen,  als  mir  daz  ouch  geseit  ist,  und  meinent 
ouch  domitte  in  daz  lant  ze  ziehende  .  .  .  Doch  sagt  man,  dass  sie  nur  über  200 
Glefen  verfügen.        geben  uf  sant  Ulrichestag  1398.  1398  Juli  4.  10 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 

1401.  Ottemann    von    Ochsenstein    verpfändet   seine    sämtlichen    Burgen    auf  3 
Jahre  an  Bischof  Wilhelm  von   Strassburg  und   die  Stadt  Strassburg,   für  welche  sie 
im  Kriege  gegen  die  Herren  von  Bitsch  von  grossem  Wert  sind,  gegen  die  in  bestimmten 
Raten  und  Terminen  zahlbare  Summe  von  1000  Gulden.         geben  des  zinstages  noch  15 
sanete  Ulriches  tage  in  den  joren,  do  man  zalte  .  .  .  1398.  1398  Juli  9. 

Str.  St.  A.  AA.  1421.  or.  mb.  mit  Siegelschnitt  ohne  Siegel.  —  ibid.  cop.  eh.  coaev. 

1402.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  und  Johann  Bock  der  Meister  und  der 
Rat  von  Strassburg  beurkunden  die  an  sie  geschehene  dreijährige  Verpfändung  der 
Schlösser  des  Herrn  Ottemann  von  Ochsenstein,  dem  sie  dafür  dauernde  Hülfe  und  -'o 
Schutz  sowie  die  regelrechte  Abzahlung  der  Pfandsumme  von  1000  Gulden  ver- 
sprechen, geben  .  .  an  dem  nehesten  dunrestag  vor  sante  Margreden  tage  des 
jores  .  .  .  1398.  139s  Juli  11. 

Str.  St.  A.  AA.  1421.  cop.  eh.  coaev. 

1403.  Markgraf  Bernhard  von   Baden  an  Strassburg:    hat    zu  Bühl   mit   Thoman  J 
von  Endingen,   Hans  Bock  und  Ulrich   Gosse   dem   langen   eine  Unterredung  gehabt, 
welche  seinen  Mann  Hans  Speten  von  Bach  «für  ein  geburen  geriht  dringen  wellen, 
da  er  noch  nit  hin  gehöre»,    und  bittet  jene  anzuweisen,   dass  sie  ihm  das  gehörige 
Becht  zu  teil  werden  lassen.       datum  Baden  feria  quinta  post  Margarete  virginis  anno 98. 

Baden   1398  Juli  18.    3n 

Str.  St.  A   AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1822. 

1404.  Bitter  Beinhard  von  Windecke  an  Strassburg  :  nimmt  seinen  Knecht  Peter 
Oely  gegen  ausgestreute  Verleumdungen  in  Schutz  und  versichert  ...  daz  er  ein 
frumer  biderbe  knecht  were  und  keinen  ring  an  dem  halse  getrüge  .  .  .  Auch  sei  er  35 


1398 


786 


>erei1  ihn  zur  Rechtfertigung  nach  Strassburg  zu  schicken, 
largarethe   virginis  anno  domini  etc.  '-»8. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


ilatuiii  feria  sexta  pori 

139H  Juli  19. 


I 


1405.  Saarburg  an   Strassburg:  •  •  ■  wir  lont    &wer  wisheit   wiszen,  das  der 
ardian  und  der  convente  der  barfflszin  by  uns  uns  gescit  hant,  das   unsers  herren 
on  Strasburg  schaffener  zu  Zabern  in  ein  rüder  wines,  sehs  phert  und  einen  wagen 
enommen  habest  in  der  moszin,  als  ach  der  brüder  sagen  sol,  der  uch  dieszen  brief 
ringet,  und  deszes  faste  schaden   genommen  habent  und    noch  hütis  tages  alle  tage 
eminent   und   meynel,  daz  ers   darumb   geton   habe,  das  die  unsern  pherde  uf  der 
straszin  nomment,  den  die  unsern  viande  initz  würbent  und  Bpisetent,  daz  uns  doch 
unbillich  nymmet,  wand  den  unsern  uf  derselben  ströszin  in  kürtze  ziite  me  dann  drü 
hundert  guldin  wert  genommen  ist  und  uns  nit  kan  gekört  werden  .  .  .  Bitten,  den 
chaffoer  zur  Herausgabe  zu  veranlassen,  damit  sie  ihn,  der  auch  noch  andern  Saar- 
burgern   Meide  und  Knechte  genommen  habe,  nicht  anzugreifen  brauchen.         datum 
sabbato  ante  festum  Marie  Magdalene  anno  i)8.  t.tus  JuH  20. 


Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  45/46  nr.  74.  or.  eh.  I.  cl.  e.  s.  i.  v.  impr. 


1406.  Wilhelm    Hummel  von    Stauffenberg  an   Meister  und  Hat  von   Strassburg: 

will  nach   Strassburg  kommen,    um  sich  wegen    der   Gefangennahme   der   Leute  von 

Oberchenheim  zu  verantworten  und  bittet  .  .  .  daz  ir  mir  uwern  trostbrieff  schickent, 

w  daz  ich  vertrustet  sye  zu  uch  und  von  ucli  für  die  von  Ehenheim  und  die  im.  .  .  . 

I datum  sabbato  proximo  ante  festum   beate  Marie  Magdalene   anno  98. 
1.?»«  Juli  20. 
Str.  St.  A.  Abt.  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 
1407.  Boemund  von   Eckendorf,    Herr   zu    Hohenfels,   an    Meister   und    Bat  von 
*■  Strassburg:  beklagt  sich  über  Ollemann  von  Ochsenstein,  .  .  .  der  krieget  mich  wider 

tre  und  recht  und  bescheidenheit  ...  nü  ist  uwer  houbtman  Heinrich  von  Botenbürg 
nd  ander  die  uwern  [am  22  Juli]  uff  dem  felde  gewest  und  hant  mir  gefangen  5 
<irme  lud,  8  pferde  und  wagen  und  20  firtel  habern  und  och  anders  und  hant  das 
Ottcman  von  Ochsenstein  geben  .  .  .  Bittet,  dem  Strassburger  Hauptmann  Abstellung 
*°  und  Entschädigung  der  Feindseligkeiten  anzubefehlen  und  erbietet  sich  zur  Leistung 
eines  Tages  mit  Ottcmann  zu  Strassburg.  geben  uff  zinstag  noch  sant  Marigen 
Madelenentag  anno  etc.  98.  1398  Juli  23. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1408.  Hagenau  an  Conrat  Beisz  unde  Claus  zu  Thannen '  zi  Strassburg :  meldet 
iber   bedrohliche    Rüstungen    .   .  .  wie   das   die  herren   von   Bytsche    vaste    groott 


l  Vgl.  oben  nr.  1331. 
VL 


93 


736  1398 

huffunge  habent  und  ie  me  zu  ziehen!,  aber  wer  sü  sich  leerende  oder  ziehende 
werdent,  wissint  wir  nüt  .  .  .  wellent  ez  ouch  der  stat  Strazburg  verkünden  .  .  . 
datum  feria  quarta  ante  Jacobi.  (1998  Juli  24.] 

Str.  St.  A.  AA.  2017.  or.  eh.  I.  cl. 

1409.  Frau  Anna  zu  Ochsenstein  an  Strassburg  meldet:  .  .  .  daz  min  junglier. 
min  vetter  die  schlosz,  die  er  üch  versetzet  hat,  dieselben  sloss  er  ouch  grafe 
Emichen  und  Heinrichen  von  Fleckenstein  versetzet  hat  wider  die  von  Lichtenberg  .  .  . 
und  erbittet  Antwort,  ob  das  mit  ihrer  Zustimmung  geschehen  sei  oder  nicht,  in  letz- 
terem Falle  will  sie  helfen  .  .  das  sü  nüt  darin  komment.  geben  uffe  sanete  Ja- 
coben abent  anno  98.  1999  Juli  24. 
Str.  St.  A.  AA.  2077.  or.  eh.  1.  cl. 


1410.  Johans  von  Wasselnheim  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  .  .  .  Ion 
üch  wissen,  daz  ich  die  kirche  zu  Künigesheim  lange  zit  vür  min  schulde  ynne  lian 
gehabt  in  der  mossen,  als  ich  üch  vor  verschriben  han,  und  bitte  üch  ernestlichen 
iemer  durch  mins  dienstes  willen,  daz  ir  denselben  hern  Johans  underwisen  wellent, 
daz  er  mich  dovon  losse.  möhte  aber  daz  nit  sin,  so  wil  (ich)  mich  mit  demme  rehten 
vor  mime  herren  von  Strasburg,  under  demme  doch  die  kirche  lit,  mil  demme  rehten 
wol  genügen.         datum  feria  tertia  post  Jacobi  apostoli  anno  98.  13HS  Juli  30. 

Str.  St.  A.  Abt  IV,  72.  or.  eh.  I.  cl. 


1411.  Colmar  an  Strassburg:  bittet  um  Auskunft  über  einen  bei  ihnen  gefangenen  n 
Strassburger  Küferknecht  Härtung  Lauwelin,  .  .  .  der  vaste  und  ser  belümt  ist,  wie 
das   er   mit  ungerehten   Sachen  umbgangen   und  sünderlich  mit  bösem    spile,  das  er 
tegelich  tribe  .  .  .  jetzt  aber   alles  leugne.         datum   feria  sexta  post  beati  Petri  ad 
vineula  anno  domini  98.  1999  August  2. 

Str.  St.  A.  AA.  2010.  or.  eh.  I.  cl.  25 


1412.  Raimund  von  Eckendorf,  Herr  zu  Hohenfels  an  Strassburg:  beklagt  sich, 
.  .  .  daz  die  uwern  gemeinlich,  die  ietzunt  zii  Richenshofen  ligent,  einem 
seiner  Unterthanen  übel  mitgespielt  haben.  geben  uff  zinstag  vor  unser  frowen 
tage  der  eren  anno  1398.  1398  August  13. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29.  fasc.  E.  E.  or.  eh.  I.  el 


1413.  Die  in  Schlettstadt  beim  Landvogt  versammelten  Roten  der  Reichsstädte 
Colmar,  Schlettstadt,  Weissenburg,  Münster,  Ehenheim,  Kaysersberg  und  Türkheim 
an  Strassburg :  verwenden  sich  für  Meister  und  Rat  von  Rosheim,  welche  die  einigen 


1398 


7:  »7 


Btrassburger  Bürgern  schuldigen  Summen  noch  Mehl  zahlen  können,  am  einen  Auf- 
schub   bis    Michaelis.        geben   samstag  nach  unser  frowen  tag   der  eren   anno 

1399  August  17. 

Str.  St.  Ä.  AA.  2010.  or.  ch.  I.  cl. 


1414.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  St  rassbarg:  sendet  und  beglaubigt  seine 
Diener  Gergen  Bach  und  Hans  Cuntzman  .  .  .  datum  Baden  feria  seeunda  poei 
festum  assumptionis  beute  Marie  virginis  anno   1398.  Baden  1399  August  tu. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  ch.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad   nr.  1825. 


U5.  Rottweil  an  Strassburg:  wünscht  Aufkläning  über  beunruhigende  Ge- 
rfichte,  .  .  wie  daz  ain  grosser  gewerbe  ietzo  in  dem  lande  sig,  besunder,  wie  daz 
heircn,  ritter  und  knechte  umb  üch  ze  Elsas  und  in  Brisgöw  vast  werben  herüber 
über  wald  umb  uns.  und  ouchwie  die  wolerbornen  herren  grftf  Eberhart  von  Wirtem- 
»erg  und  hern  Bernhart  marggriif  ze  Baden  und  ouch  ander  ritter  und  knehte  grossen 
gewerbe  haben,  doch  wissen  wir  nit,  wohin  oder  uf  wene  daz  gange.  .  .  .  geben 
an  zinstag  vor  Bartholomei  anno  ...  98.  1308  August  20. 

Str.  St.  A.  AA.  2034.  or.  eh.  I.  cl. 


1416.  Heinrich  von  Geroldseck  und  Lahr  an  Strassburg:  hat  gehört,  .  .  .  daz 
Emich  von  Lyningen  ein  groz  hulfung  habe  und  her  uf  ziehen  welle  .  .  .  und  bittet 
um  Auskunft,  ob  dies  gegen  ihn  gerichtet  sei.  datum  feria  tertia  ante  Bartho- 
lomei   1398.  1308  August  20. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  72.  or.  ch  l.  cl. 


1417-  Bisehof   Wilhelm    von    Strassburg  an    Strassburg:    erklärt  sich  bereit,  mit 
lem  Markgrafen  Bernhard  von  Baden  einen  Tag  zu  leisten  am  Montag  nach  s.  Adolf.  stpex 
datum  Dachenstein  zinstag  nach  frowentag  assumptionis. 

Dachstein  [1399  August  20]. 

Str.  St.  A   AA.  1426.  or.  ch.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1820. 


1418.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  sendet  und  beglaubigt  seine 
Getreuen,  den  Ritter  Rudolf  von  Hohenstein,  Hans  von  Seibach  und  Hans  Contsman 
vnn  Staffurt.  .  .  .  datum  Baden  feria  quinta  aide  diem  seti  Bartholomei  apostoli 
mi in    1398.  Baden  1398  August  22. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  ch.  I  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1828. 


738  1398 

1419.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  zeigt  an,  dass  er  wegen  al- 
lerlei «gewalt  und  unreht»  der  Stadt  Speier  abgesagt  habe,  und  bittet  auf  Grund 
ihres  Bündnisses,  dasselbe  zu  thun  und  ihm  innerhalb  von  14  Tagen  nach  Schloss 
Graben  zu  senden  .  .  .  zehen  mann  mit  glen  gewappent  und  wol  erzugt  mit  den 
knehten,  die  darczu  gehören.         Baden  feria  quarta  ante  diem  beati  Bartholomei  1398.    ■ 

Baden  1398  August  22. 
Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1827. 

1420.  Meister  und  Bat  von  Strassburg  erklären  öffentlich :  dass  sie  an  den  Herrn 
Ulrich   von  Blankenberg  und    seinen  Vater   Heinrich    fernerhin    keinerlei   Ansprache  it> 
und  Forderung  erheben  wollen  wegen  der  Gefangennahme  ihres  Bürgers  Niclaus  von 
Grostein  durch  Friedrich  Stahel  und  die  Herren  von  Oberkirch.         geben  an  dunres- 
tag  vor  s.  Bartholomeus  tag  1398.'  1398  August  22. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  15.  eop.  eh.  coaev. 

1421.  Heinrich   von  Geroldseck  und  Lahr   an  Meister    und  Bat  von  Strassburg :    15 
...  als  ir  mich  gebetten  hant,  daz  ich  üch  zehene  mit  glefen   senden   solle   bi    üch 

sept.  13.  ze   sinde    uf  fritag   nehst   zu    naht,   laz   ich   üch    wissen,  daz  es  mir  zu  kurtze  em- 
botten  ist,  daz  ich  myne  gesellen   nüt    haben  mag.  bitt   ich  üch,  daz   ir  ez   nüt  vür 
übel  habent,  wan  ich  üch  uf  dise  zit  nit  gedienen  mag.  were  aber,  daz  ir  übertzogen 
wurdent,  alz  in  ziten  ist  geschehen,  ...  so    will  er  schleunigst   kommen.         datum   20 
feria  quarta  post  nativitatis  beate  virginis  Marie  1398.  1398  September  11. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29.  or.  eh.  I.  el. 

1422-  Saarburg  an  Strassburg:  .  .  .  alz  von  des  dages  wegen,  den  der  erwürdige 
unser  gnediger  herre  von  Strazburg  und  wir  mitleinder  leisten  sullent  in  üwer  stat 
sept.  23.  zu  Strazburg  uf  disen  nehsten  kommenden  mondag,  alz  ir  selbes  wol  mühget  wiszen,  m 
do  bitten  wir  üwer  wiszheit  .  .  .  daz  ir  zu  den  sachen  verstan  wellent,  daz  den 
unsern  glych  geschee  und  keine  vertzüge  daran  werdent.  ouch  bitten  wir  üwer  wisz- 
heit, ist  es,  das  ir  keinen  vertzüg  wiszent  an  dem  vorgenanten  dage,  und  daz  sich 
derselbe  dag  nit  alzo  geleisten  mühge  uf  den  obgenanten  mondag,  daz  ir  uns  das 
wellent  versryben  lan  wiszen.  .  .  .  datum  feria  quarta  ante  festum  beati  Goerici  30 
anno  1398.  13<js  September  18. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  45/46  nr.  74.  or.  eh.  I.  cl.  c.  s.  i.  v.  impr. 

1423.  Eberlin  von  Greifenstein  an  Meisler  und  Rat  von  Slraßburg  .•  bittet,  seine 
Entlassung  aus  der  Gefangenschaft  zu  bewirken.  1398  September  22. 

Den   wisen   bescheiden   dem  meyster   und   dem   rate   zu   Straszburg   enbüt    ich  a| 
Eberlin  von  Griffenstein  minen   dienst,  zu  den  ziten,   so  ich  mich  baz  vermag  denne 


1  Mit  dieser  Erklärung  scheint  ein  langer  Streit  beendigt  zu  sein,   auf  den  sich  noch  einige 
hier  nicht  aufgenommene  Briefe  von  1397/8  beziehen.  (Ebenda  Abt.  IV.  15.) 


1398 


739 


zu  dirre  zil,  alzo  ich  in  der  stette  friheit  und  leistunge  und  in  de/,  ratet  Irostunge 
und  in  refiten  fürworten  in  den  stock  bin  gefeit,  do  ich  doch  in  derselben  friheit 
und  fürworten  mins  libes  und  mins  gutes  unbesorget  waz,  do  bitte  ich  üch,  lieber 
herre  der  meyster  und   den    rat  gemeinlich,  daz  ir   mich  uwere  friheit  und  fürworte 

5  wellent  Ion  geniessen.  daz  wil  [ich]  allezit  umbe  die  stat  und  meyster  underete  verdienen, 
und  lont  mich  geniessen,  daz  doch  mengelich  bieze  har  genossen  hat  mit  nammen 
alle  lantlute,  beide  ritter  und  ouch  knehte,  arm  und  rieh,  edel  und  unedel,  duhte 
aber  Hügelin  Berner,  oder  wer  der  were,  daz  ich  mit  in  semelichen  trostunge  und 
in  fürworten  enwer,  so  zühe  ich  dieselben  fürworten  uffmeister  und  uff  den  ganezen 

io  rat  und  beger  mit  anders,  wenne  stellent  mich  für  den  rat.  vindet  es  sich  denne, 
alzo  ich  sage  und  hie  geschriben  habe,  so  getruwe  ich  wol,  ir  lossent  mich  der  für- 
worten geniessen.  vindet  ez  sich  aber  nüt  alzo,  waz  ich  sin  denne  entgelten 
sol,  daz  wil  ich  gerne  liden,  noch  denne  so  getruwe  ich  wol  allen  minen  schuldenern 
zii  bezalende,  den  ich   redeliche   schulde  schuldig  bin,  der  mich  lot  mins  brieffs  ge- 

15  niessen,  der  do  lit  hünder  meyster  und  rat,  do  mir  doch  ussze  stot  vier  und  zwen- 
czig  hundert  gülden  von  zinsen  one  daz  hübetgöt.  und  wellent  harzü  dün,  alzo  ich 
üch  wol  getruwe  und  ich  ouch  alle  zit  umbe  uch  und  umbe  die  uweren  verdienen 
wil.  und  laut  mich  uwern  willen  wisszen,  daz  ich  doch  wissze,  wornach  ich  mich  rihten 
sol,  und  nüt  lant  mich  alzo  in  diseme  unflote  ligen,  alzo  ich  lige  in  disen  fürworten 

H  und  friheit,  die  ich  meine  in  vorgeschribener  mosszen.  datum  ipsa  die  Mauricii 
anno  domini  1398. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  74.  or.  eh.  I.  p.  c.  »ig.  itnpr-  laes. 

1424.  Walter   von  Geroldseck   an  Strassburg:  ...   alz  ir   mir  geschriben   hant 
von  der  von  Basel  wegen  und  ouch  do  mit  ein  abgeschrift  mir  geschikt  hant,  alz  üch 

i5  die  von  Basel  geschriben  hent  by  demselben  brieff,  dez  ir  mir  ein  abgeschrifft  ge- 
schikt hent,  ir  wol  merkent,  daz  sy  mir  und  den  min  daz  reht  usschlahent,  darum 
mich  wol  benflgt,  wolt  han  für  üwerm  rat  in  die  moss,  alz  ich  und  üwer  erber  bott- 
schafft  von  einander  gescheiden  werent.  do  von  so  bitt  ich  üch  ernstlich,  daz  ir  daran 
gedenkent,  daz  sy    mir  und  den  min  daz   reht  alsso   ussschlahent   ffür    üwerm    ritt 

io  und  öch  vormals  mir  und  den  min  daz  reht  ussgeschlagen  hent  für  den  raten  zii 
Friburg,  ze  Brisach,  ze  Colmer,  zu  Slettstatt.         datum  ipsa  die  Mauricii  anno  etc.  98. 

1898  September  22. 

|       ""— "* 

1425.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  beglaubigt  seinen  bevoll- 
lächtigten  Gesandten,  den  Amtmann  Contsmann  von  Staffart  zu  Baden.  Baden 
eria  seeunda  post  Mathei  1898.  /;,„/,  „  130s  September  23. 

Str.  St.  Ä   AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Eeg.  d.  Mrkgr.  v.  Ba<i.  nr.  1839. 


740  1398 

1426.  Meisler  und  Rat  von   Straßburg  entscheiden  einen   Streit  zwischen  Ange- 
hörigen des    Wagener-,  Kistner-  urd  Drechslerhandwerks.  1398  September  27. 

Wir  Reimbolt   Hüffelin    der   eilter   der  meister  und  der  rat  von    Straspurg  ti'int 
kunt  allen,  den  die  disen  brief  anesehent  oder  gehörent,  das  vür  uns  konunent  Johans 
Mentzer   der   meister,    Erhart   Schotte,    Johans   Stecke,    Hug    Drützehene  und  Ciintze    i 
Fröschewiler  von   iren  und  des   gemeinen   antwerkes    wegen  der  wagener,  kistenere 
und   dreschelere  wegen   einsite   und   Oberlin    Kilian   von   Wirtzeburg,   Claus   Hurusz 
von  Balingen,   Hanseman  Triser,   Bürckelin   Wagener  von   Rinuwe,  Heintze  Wangen, 
Heintze  Wangen    sun  von   Ehenheim,   und  Henselin,  Henselin   Zimbermans  sun  von 
Schertzheim,  von  iren  und  der  wagener  knehte  wegen  andersite  und  sprochent :    sie   i< 
hettent  etwas  gespannes  under  einander  gehept,  der   hettent   sie  sich  früntliche  mit- 
einander  gerihtet    und   übertragen   in   die   wise,  alse   harnoch   geschriben    stot.  und 
botent   uns,  das  wir  den   Übertrag   verhören   und    donoch   mit  urteil   bekennen   und 
erteilen   woltent,  das   der   Übertrag   und    die   rihtunge   stete  und   kreftig  sin  soltent, 
umbe  daz  sie  zö  beden  siten  vürbasser  deste  fridelicher  und  früntlicher  mit  einander   » 
geleben  möhten.  und  sind  dis  die  stücke  und  artickele : 

Zu  dem  ersten  so  sollend  die  antwergmeister  ir  yeglicher  sinen  kneht  dügentliclio 
bezalen,  wenne  des  knehtes  zil  kommet  mit  Pfenningen  und  nit  mit  pfänden,  wes  sie 
einander  gihtig  sind,  und  sol  das  gescheen  bi  der  tagezit,  alse  sie  mit  einander  ge- 
rechent  hant.  und  wer  ez,  das  es  der  meister  nit  endete,  so  mag  der  kneht  an  ein  * 
wurt  gon  und  do  bescheidenliche  zeren  alle  die  wile,  das  in  der  meister  nit  bezalet 
het,  und  das  sol  der  meister  gelten,  wer  aber,  das  der  meister  oder  der  kneht  gespan 
umbe  die  schulde  hettent,  so  sol  der  kneht  mäht  haben,  sime  meister  vür  des  ant- 
werkes der  wagener,  kistener  und  dreschelere  gerihte  zu  gebietende,  und  sol  des 
gemeinen  antwerkes  meister,  der  danne  zu  ziten  ist,  dem  knehte  vürderliche  ein  ■ 
gerihte  machen  one  vertzog,  und  sol  der  meister,  an  den  der  kneht  klaget,  das  ge- 
rihte niergen  vürbasser  ziehen,  gebütte  aber  ein  meister  eime  knehte  vür  des  ant- 
werkes der  wagener,  kistener  und  dreschelere  gerihte,  so  mag  der  kneht  ime  antwurten 
vor  dem  gerihte,  obe  er  wil.  beduhte  aber  den  kneht,  das  ime  ein  ander  gerihte  ge- 
fellicher  sye  in  der  stat  zii  Strazburg,  es  sie  vor  uns  und  unsern  nochkommen  oder  so 
vor  geistlichem  oder  weltlichem  gerihte,  weders  der  kneht  wil,  do  sol  ime  der  meister 
noch  hin  volgen.  und  waz  vor  dem  gerihte  umbe  die  anesprachen  und  vorderungen 
erteilt  wurt,  das  sollend  sie  bedersite  halten,  wurdent  aber  sie  bedersite  von  eime 
solichen  gerihte  wider  vür  des  antwerkes  wagener,  kistener  und  dreschelere  gerihte 
gewiset,  waz  danne  vor  dem  gerihte  darumbe  mit  urteil  erteilt  wurde,  dobi  solte  35 
es  bliben  und  umbe  das,  daz  die  meistere  und  die  knehte  deste  fridelicher  gelebent, 
so  sollen  alle  die  knehte,  es  sient  lonknehte  oder  lerknehte,  die  zu  iren  tagen 
kommen  sind,  die  nu  zu  mole  in  unser  stat  sind  oder  harnoch  darin  komment, 
sweren  an  den  heiigen,  alse  es  ouch  alle  die  knehte,  es  sient  lonknehte  oder  lerknehte, 
die  zu  iren  tagen  kommen  sind  und  uf  dise  zit  in  unser  stat  sind,  yetzent  anges-  40 
woren  hant,  das  sie  dheime  meister,  der  in  unser  stat  Straspurg  sitzet,  dheinen  kneht 
verbietent  noch  ouch,  das  dhein  kneht  dem  andern  dheine  gesellen  verbieten  sol.  und 


1398 


741 


er  es,  das  die  üsseru  knehte,  die  uszwcndig  unser  stelle  vverenl.  dlieiine  knehte 
gesellen  oder  laichte  vcrbuttent,  das  sie  sich  bi  dem  selben  inne  eyde  nützit  daran 
enkerent  noch  do  von  halten).,  wer  es  ouch  sache,  das  ein  kneht  eim  meister  gelt 
(Hier  dienst  empffirte,  so  möhte  der  meister,  dem  das  gelt  oder  dienst  empfurt  were, 
l  wol  noch  verbotscheflen  meisten)  und  knehten,  und  sich  von  demme  knehte  beklagen, 
der  iinc  das  gelt  oder  den  diensl  empfurt  hete. 

kOuch  ist  bered,  das  die  knehte  under  einander  einer  den  andern  mag  stroffen 
d  besoheidenliche  zühügen  von  unzuhte  wegen,  die  gesehent  von  winea  gewalt 
er  obe   einre  eime  wurte   ein  bette   entreingete   oder  unbezalt  den  gesellen  asser 

tt  einre  i'irlen  giengc  und  desglich,  alse  das  von  alter  har  kommen  ist  ungeverliche. 
vürhasser  ist  bered,  das  dhein  meister  an  dem  vorgenanten  antwerke  der  wagener 
(Iheinen  wagener  kneht  anders  dingen  sol  bi  ime  zu  siende,  er  dinge  in  yn  dem  jore, 
weihe  zit  das  ist,  danne  untz  wihinahten.  und  welhr  meister  einen  kneht  uf  ein  ander 
zil  dingete   danne  uf  wihinahten,  also  vor  bescheiden    ist,  der   sol   in    des   gemeinen 

«  antwerkes  bühssen  fünf  Schillinge  Pfenninge  bessern,  alse  dicke  einre  das  düt.  welhr 
kneht  ouch  in  diso  stat  kommet  und  dar  inne  dienet,  wenne  der  ahte  tage  in  unser 
■tat  gestet  zu  erbcitcndc,  der  sol  disen  brieff  und  alle  vorgeschoben  dinge  sweren  stete 
zu  habende,  und  welhrc  das  nit  sweren  wolte,  dem  sol  dhein  meisler  darüber  nil  zu 
arbeitende  geben,  und  welhr  meister  das  verbreche  und  eime  knehte,  der  also  unge- 

'"  horsam  were  zu  swerende,  darüber  zu  arbeitende  gebe,  der  sol  fünf  Schilling  pfenninge 
bessern  und  sollen  die  bessernngen  ouch  vallen  in  des  gemeinen  antwerkes  bohsse. 
darzü,  wer  es  sache,  das  ein  solieb  kneht,  der  ungehorsam  wer  gewesen  zu  swerende, 
des  antwerkes  reht  kouffen  und  meister  werden  wolte,  der  sol  zwürent,  alse  vil  umbe 
das  reht  geben,  alse  ein   ander  git.  und  dar  uf,  wenne  die  obgen.  wagener,  kistener 

■s  und  drescheler  jores  ir  gerihto  besetzent,  so  sollend  die  abganden  geswornen  den 
anegonden  geswornen  disen  brief  mit  andern  iren  briefen  tun  vor  lesen  und  in  in 
tun  sweren  zu  hallende  und  domitte  glich  zu  rihlende  dem  armen,  alse  den  riehen, 
und  noch  demme  das  wir  meister  und  rat  zu  Straspurg  die  vorgen.  personen  von 
den  meistern   und  den  knehten  verhortent,  das  sie   die  obgen.  stücke  und   artickele 

i»  undereinander  gutliche  miteinander  übertragen  hetten  in  die  wise,  alse  von  worte 
zu  worte  do  vorgeschriben  stot,  do  komment  wir  mit  rehter  urteil  überein  und  hant 

R  ouch  erteilt,  das  die  selben  stücke,  punete  und    artickele  stete  und  kreftig  sollend 
n  und  hlilien   doch    mit    beheltnüsse  unser   und   unser   stette  reht,  friheit  und  ge- 
onheit.  und   des   zu  eime  woren   Urkunde  so   haben  wir  unser  stette  ingesigel  an 
[i  disen    brief  geton  hencken.         der   geben    wart    an    dein    aehesten    l'iitajie    vor    sant 
Michelstage  des   ertzengels  in  dem  jore,  do  man  zalte  von  gottes  gebürte  drützchen- 
hundert  jore  nüntzig  und  ahte  jore.  [folgt  der  JtaL] 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  14  nr.  18.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  1  sig.  päd. 


1427.  Gräfin  Klise   von  Veldentz-Z weibrücken  an  Strassburg:    beklagt  sich,  dass 

e  ...  als  ir  und  die   uwein  in  der   nehsleii   wochen   noch   dez   heyligen  erützes  tag  »jw.  u-u. 


742  iS98 

exaltatio   nehst  'vergangen    ubir    die  herren    von  Bytsche  getzogen    sint  .  .  .  allerlei 

Schädigung  erfahren  habe  und  bittet  um  Kehrung  derselben. 

[1398  September  21.] 
Str.  St.  A.  Abt.  IV,  lad.  28   or.  eh.  I.  cl. 


1428.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:  bittet 
sie,  dem  Abt  von  Selz  in  Angelegenheiten  seines  Stiftes  und  der  Frau  von  Lichten- 
berg eine  Unterredung  zu  gewähren.         Baden  feria  secunda  post  scti.  Michaelis  1308. 

Baden  1398  September  30. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v   Bad.  nr.  1830. 


1429.  König  Wenzel  an  Strassburg:  .  .  .  uns  seint  für  kumen  grosse  gebrechen, 
hindernuss  und  scheden,  die  ir  unser  stat  und  burger  zu  Colmar  unsere  liben  ge- 
trewen  swerlichen  angeleget  habt  wider  recht  und  sie  dorumb  von  euch  gleiches  und 
rechtes  uncz  her  nicht  bekumen  mögen,  dovon  so  ermanen  wir  euch  und  gebieten 
euch  ernstlichen  und  vesticlichen  bey  unsern  und  des  reichs  holden,  das  ir  derselben  ir. 
stat  und  burgern  zu  Colmar  umb  alle  zuspruche  gleich  recht  und  genug  tut  an  alles 
verczihen  und  in  ouch  furbasmer  keinen  schaden  zuczihet  in  dheineweis.  .  .  .  Zeige 
sich  aber  die  Stadt  dieser  Mahnung  ungehorsam,  so  werde  er  sie  trotz  des  könig- 
lichen Privilegs,  welches  sie  von  dem  Hofgericht  ausnimmt,  vor  dasselbe  laden  müssen, 
um  Colmar  Hecht  zu  verschaffen.  geben  zu  Nuremberg  des  dinstages  noch  sant  20 
Michelstage  a.  reg.  boh.  35  reg.  rom.  22.  Nürnberg  1.39S  October  1. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  52.  or.  eh.  I.  pt.  c.  s.  t.  v.  impr. 


1430.  Constanz  an  Strassburg:   teilt  mit,  dass  ihr  Bürger  Conrat  Koler,  der  mit 
Tuch  und  Kleidungsstücken  (Hosen)  aus  Flandern  kam,  im  Bitscher  Lande  von  Strass- 
burger  «genden  knechten,  die  man  nempt  die  frihait»  beraubt  sei.        geben  an  mit-  25 
wochen  nach  Michahelis  anno  98.  1398  October  2.1 

Str.  St.  A.  AA.  2011.  or.  eh.  I.  cl. 


1431.  Veldel   von  Phetesheim    versichert   der   Stadt  Strassburg,  dass   er  niemals 
weder  gegen  sie  noch  den  Junker  von  Ochsenstein  gekriegt  habe.         geben  uf  fritag 

noch  Michahelis  anno  98.  mos  October  4.  30 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  or  l.  el. 


1432.  Reinhart,  Büchsenmeister  des  Königs  von  Ungarn,  an  Strassburg:  .  .  .  ez 
chumpt  zu  euch  Claws  Ziegler,  und  waz  euch  der  sagt  ze  disen  zeiten  von  meinen 


1   Vgl.  unten  nr.  1445  den  Brief  von  Constanz  vom  18  November  denselben  Bürger  betreffend. 


1398 


743 


wegen,  das  gelaubl    im   alz  mir  selber. 

)yonisii  anno   13ÜS. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  29   or.  eh. 


geben   /c  Ofen  am   negsten   montag  vor 
Ofen  1899  October  7. 


1433  Obreht  von  Nuwenegg  beurkundet,  dass  er  die  mit  der  Stadt  Strassburg 
geschlossene  «Ursage»  treulich  halten,  bezüglich  wenigstens  einen  Munal  zuvor  kiin- 
Hgen  wolle.        gebejue  Nuwenegg  an  dunrnsiag  nahst  Dachsani  Dyonisientaganno  1396, 

Neueneck  1899  October  10. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV.  or.  eh.  lit.  pat.  c.  sig.  impr. 


1434.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  bittet,  seinen  Unterthanen 
.amprecht  und  Wilhelm  von  Brunne  ihre,  wie  sie  behaupten,  unrechtmässig  von  der 
3tadt  eingenommene  Burg  Wasenburg  zurückzugeben.  geben  zu  Baden  uff  frytag 
»ach   Dvonisii.  Hoden  1899  October  11.* 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  el. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad   nr.  1832. 

1435.  Kbcrhard    von    Bamberg,  kaiserlicher   Schultheiss   zu   Hagenau,  und  Hugo 
von  Bamberg  an  Strassburg:  bitten,  in  dem  Kriege  mit  den  Herren  von  Bitsch  ihrer 

Pii  Dörfer  ß&mefsheim   und  Freisbach   zu   schonen.        geben  uf  sant  (lallen  tag 
1 :  ö  >8  J.i9S  October  16. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  lad.  28.  or.  eh.  I.  cl. 
143(5.  Walter   von  Geroldseek  an  Strassburg:    beklagt  sich   über   Ottemann   von 
Mülheim,  .  .  .  der   mir   ein  pf'ert   genomen   hett  und   min    schnider   derab  geworffen 
ict.    in  üwer    statt    zi'i  Strassburg,  daz    ich    doch    nutz  wist    mit    im    zc  schaffen  han 
renn  giitz  .  .  .  daz  öeh  derselb  schnider  min  knehl  und  öch  ander  min  knehl  awerm 
tmmeister  verkünt  hent  .  .   .  datum  ipsa  die  Galli  anno  etc.  98.       1398  October  16. 

Str.  St.  A   Abt.  IV,  72.  or   eh.  I.  cl. 


1437.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  ...  als  ir  uns  verschriben 
band  von  lastkeriehe  wegen,  die  mit  kouffmanschafft  zwuschen  Wurmsze  und  Spire 
uff  gehalten  sind,  und  vordernd  darumbe  kerunge  ...  so  sei  er  gern  bereit,  solche 
für   das    nachweislich    Strassburger    Kaufmannsgut   unter   diesen    Waren   zu    leisten. 

datum  Baden  in  die  seti  Luce  evangeliste  anno  11598.      Baden  1398  Octolter  18. 

Str.  St.  A    AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1834. 


1  Vgl    unten  nr.  1440  die  Briefe  desselben  in  gleicher  Sache  vom  20  October  n.  2  Nov. 
VI.  94 


744  1398 

1438.  Heinrich  von  Geroldseck  und  Lahr  an  Strassburg:  ...  laz  ach  wissen, 
daz  her  Reymbolt  Huffelin  der  junge,  Wilkin  Goltschlaher  und  ir  gemeinder  mich 
und  myne  burger  von  Läre  aber  gemant  hant  umb  den  zins,  der  in  dem  krieg  gefiel 
und  umb  abgangen  burger,  do  haben  ich  und  myne  burger  unser  botschaft  zwürent 
bi  in  gehaben,  daz  su  ein  notarye  her  usz  santtent,  der  die  burger  empfing,  so 
wolten  wir  in  den  abgang  ir  burger  erfollen,  daz  su  doch  mit  ufnemeh  wellent.  sü 
wellent  och  den  zins  im  krieg  von  uns  haben  und  welleu  mich  darumb  angriffen, 
alz  mir  geseit  ist  .  .  .  Bittet,  dass  man  die  Strassburger  Bürger  von  diesem  Angriff 
abhalte.         datum  feria  0  post  Galli  confessoris  anno   1398.  i.-iUH  October  ls. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  23.  or.  eh.  I.  cl. 


1439.  Die  Städte  Straßburg  und  Hagenau  schließen  ein  Bündnis  für  die  Dauer 
von  5  Jahren  auf  Geheiß  und  Empfehlung  des  Landvogtes  Dietrich  von  der  Witen- 
mule.  1398  October  J!K 

In   Gotes  namen  amen,    wir   Claus   Merswin   der  meister  und  der  rat  der  stette 
zu    Strassburg   und   ouch  wir  der  meister  und  der  rat  der  stette  zu   Hagenow  tund   n 
kunt  allen  den,  die  disen  brief  anesehent  oder  gehörent  lesen,  das  wir  vor  uns  und 
alle  unsere  nachkomen  in  den  vorgenanten  stetten  mit  wolbedahten  mute  und  rehter 
wissende  in  rehten    truwen  früntscheften  und   gegensehender   liebe,  so  wir  züsamen 
habent,  dem  heiigen  romischen   riche  und  uns  zu   eren  und  zu   nutze  uns   züsamen 
vereynet  habent    und  vereynent  mit   disem  gegenwertigen  briefe  by    den   eyden,  die  m 
wir  bedersite  darumbe  lipliche  gesworen  haben  mit  ufgehabenen  handen  und  gelerten 
worten    fünf   gantze  jar,   die  nehest  nocheinander  koment  und  uf  disen  hütigen  tag 
anefahen  sollend,  alse  diser  brief  gegeben  ist,  von  geheisse  und  empfelhnisse  des  vür- 
nemen,  vesten    Dietheriches   von  der  Witenmülen  landfogtes  in   Eilsazz,  der  uns  das 
alles  geheissen  und  empfolhen  hat  zu  tünde  von  wegen  und  an  statt  des  aller  durch-  25 
luhtigisten  fürsten  und  herren  herren   Wentzlaus  romischen  küniges  und  küniges  üz 
Beheim  unseres  gnedigsten  herren,  der  yme  das  ouch  mit  sime  briefe  empfolhen  het 
zu  tünde,  alse  er  sprach  in  dise  wise : 

Zum  ersten,  wer  es,  das  under  uns  zweien  stetten  einre  stat  yren  burgern  oder 
den  yren  unreht  beschee,  von  weme  das  were,  und  der  rat  derselben  stette,  der  30 
das  unreht  bescheen  ist,  uf  iren  eyt  erkennent,  das  yn,  iren  burgern  oder  den  yren 
unreht  bescheen  sie,  und  die  ander  stat  manet  und  der  hilffe  notdurftig  sie,  so  sol 
die  selbe  stat,  die  die  manunge  also  tüd,  zwene  irer  rete  und  fründe  in  die  ander 
stat,  der  die  manunge  geschiht,  schiken.  und  sollend  danne  die  gemante  stat  one 
vertzog  drie  irer  rete  und  fründe  zu  den  zweien  setzen  und  sollend  die  fünfe  zu  m 
sammen  sitzen  und  uf  ir  eyde  bekennen  in  den  nehesten  zweien  tagen  darnach  nie- 
man  zu  liebe  oder  zu  leide  und  ouch  glich,  alse  obe  in  bedeteil  frömde  werent,  wie 
die  helffe  der  gemanten  stat  sin  solle,  und  was  die  funfe  oder  das  merre  teil  under 
in  bekennent  uf  ir  eyde,  das  der  stat,  die  die  manunge  tüd,  zu  helffende  sie,  es  sie 
mit  gerittem  volke,  füszvolke  oder  gezüge,  das  sollend  die  zwo  stette  undertzogenliche   10 


1398  745 

tun  und  vollefüren.  und  siilhüid  ouch  Ire  eine  stal  der  anderen  die  helfTe,  die  in  be- 
kennet wurt  zu  l  finde  Dach  vorgeschribner  wise,  in  den  nehesten  ahte  tagen  noch 
der  bekentnisse  .schicken  mit  irem  widersages  briefe  an  die  stat,  die  un.s  zweien 
sielte  oder    unser   einre   besunder  zu   gehorent  und    dohin  danne   die   stat,  die   die 

Imanunge  lad,  beduncket  lr  aller  nützlichste  Binde  one  [geverde].1  und  sol  ouch  ye 
eine  stal  der  andern  und  yren  dienern  und  helffern  olTenn  sin  zu  allen  iren  kriegen 
und  noten  gegen  inengelichem,  keiner  uszgenommen,  sieh  daryn  und  darusz  zu  be- 
lielll'ende  mit  lülzel  oder  mit  vil,  so  by  tage,  so  by  naht,  und  sollend  [ouch] '  zu 
beden  siten  bestellen,  das  unser  soldener  und  dienere  koste  in  unsern  stetten  habent 
10  und  vindent  umbe  bescheiden  zitlich  gelt  one  geverde.  was  kriege  oder  vigentschafTt 

Iin  der  zit  diser  vereyniungen  unser  dewederm  teile  uferstünde,  do  eine  stat  der 
andern  zu  bcholffen  were  gewesen,  do  sol  eine  stat  der  andern  noch  der  zit  diser 
vereyniungen  umbe  beroten  und  beholffen  sin  glich,  alse  vor  geschriben  stat,  untz 
an  die  stunde,  das  solich  kriege  gentzliche  versünet  werden,  von  was  kriegen  ouch 
eine  stat  in  der  zit  diser  vereyniungen  oder  nach  der  zit  der  vereyniungen  der  an- 
dern beholffen  ist,  do  sol  sich  in  solichen  kriegen  unser  deheine  stat  one  die  ander 
nit  sunen,  friden  oder  vürworten.  in  diser  vereyniungen  nemment  wir  zu  beden  siten 

Iharynnc  uzz  das  heiige  römische  rieh;  so  nemment  wir  die  von  Straspurg  harynne 
besonder  uzz  den  erwurdigen  herren,  herren  Wilhelmen  bischoft*  und  die  stifte  zu 
ii  Straspurg,  den  durchlühtigen  hochgebornen  fürsten  und  herren,  herren  Lütpolden 
hertzogen  zu  Osterrich  und  sine  gebrüdere  und  vettere,  alse  wir  mit  den  vereiniet 
sind,  den  hoherbornen  fürsten  und  herren,  herren  Bernharten  marggrafT  zu  Baden, 
unsere  besundere  guten  {runden  unde  eitgenozzen,  den  burgermeyster,  rat  und  bürgere 
der  stette  Basel  und  den  schultheissen,  rat  und  bürgere  der  stette  Sarburg,  mit  den 
wir  allen  zii  disen  ziten  vereyniet  sind,  alse  die  briefe  besagent,  die  darüber  gehorent, 
mit  der  besoheidenheit,  wanne  so  der  vereiniungen  deheine  uszgat,  das  wir  uns  danne 
mit  niemanne  vürbasser  verbindent  oder  vereynient,  wir  nemment  danne  dise  ver- 
eyniunge  vor  uzz.  wer  es  ouch,  das  ein  gemeiner  lantfride  in  Eilsazz  mit  herren  und 
stellen  gemäht,   überkommen   und   versigelt  weide,  und  besonder  do  wir  zwo  stette 

so  inne  begriffen  werent,  so  sol  dise  vereyniunge  abe  sin  und  keine  krafft  me  haben, 
alle  vorgeschriben  stücke  und  arlickele  und  yegliches  besunder  gelobent  wir,  die 
vorgenanten  meisler  und  rete  vür  uns,  unsere  bürgere,  die  unsern  und,  alle  unser 
Hochkommen  der  obgenanten  zweier  stelle  stete,  veste,  getruweliche  und  unverbröchen- 
liclie  zu  haltende  und  zu  habende  und  zu  vollcfürende  und  besunder  wir  die  von 
llagenowe  uns  do  mitte  nit  zu  schirmende,  sit  doch  dise  vereyniunge  mit  unsers 
herren  des  küniges  willen  zugangen  und  bescheen  ist,  alse  uns  das  der  obgenante 
berre  der  landfögt  geseit  und  empfolhen  hei  von  unsers  herren  des  küniges  wegen, 
daz  wir  gesprechen  möhtent,  unser  berre  der  künig  oder  unser  öbirsten  hettent  uns 
verhotten,  das  wir  dise  evniunge  oder  ützit,  das  har  ynne  begriffen  ist,  nit  soltent 

1»  hallen,  und  sollend  ouch  wir  die  rete  von  beden  stetten  alle  jar  die  alten  abgonden 
rete  den  nuwen  reten  dise  vereyniunge  die  vorgenante  zit  in  yre  eyde  empfehlen  zu 


1  Loch  im  Pergament. 


746  1398 

haltende  one  alle  geverde.  und  zu  eime  woren  Urkunde  ho  haben  wir  die  vorgenanten 
meister  und  rete  beder  stette  unser  stette  ingesigele  an  disen  brief  geton  hencken. 
ich  Dietherich  von  der  Witenmülen  lantfogt  in  Eilsazz  vergihe  und  bekenne,  alse 
die  obgenanten  zwo  stette  Straspurg  und  Hagenowe  sich  zu  sammen  vereyniet  habent 
in  die  wise,  alse  vorgeschriben  stat,  das  ich  yn  do  geseit  und  empfolhen  habe  sich  t 
zusammen  zu  vereyniende  von  geheisse  und  empfelhnüsse  wegen  mines  gnedigen 
herren  des  römischen  kiiniges,  der  mir  das  durch  friden  willen  des  landes  mit  sinen 
königlichen  briefen  empfolhen  het,  in  das  von  sinen  wegen  zu  heissende  und  ze 
sagende,  wanne  es  sine  ernstliche  meynunge  ist.  und  des  zu  eime  Urkunde  und  zu 
merrem   gezügnisse   so   habe  ich  min  ingesigel  zuvor  an  disen  brief  gehencket.  10 

der  geben  wart  an  dem  nehesten  samstage  nach  sant  Lucas  tage  des  evangelisten 
in  dem  jore,  do  man  zalte  von  gottes  gebürte  drützehenhundert  jore  nüntzig  und  ahte 
jare.       und  sind  diser  briefe  zwene  gliche,  der  yedie  stat  einen  het  und  by  ir  blibet. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  44/45.  nr   85.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  3  sig.  pend.  an  Seidenschnüren 
[Straßb.:  rot-weiß,  Hag.:  blau-weiß,  Dietr.  rot].  —   Ebenda  lad.  48/49  B.   nr.  85.    '5 
conc.  v.  cop.  eh.  coaev.  u.  nr.  52.  eone.  eh. 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1835. 

Erwähnt  D.  B.  A.  III  pg.  10,  doch  mit  der  wohl  nicht  zulässigen  Auflösung  des  Datums 
in  Mai  11. 


1440.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg  in  Sachen  der  Gebrüder 
Brunne,  denen  die  Stadt  ihre  Burg  Wasenburg  genommen  hat:  derselben  unser  bott-  20 
schaff  hand  ir  .  . .  geentwurtet  daz  ir  daz  [Rückgabe  der  Burg]1  nit  meynend  zu  tünd,  daz 
uns  doch  unbillich  und  unfruntlich  an  uch  nympt,  wann  doch  unser  eynung  wiset,  wer 
ez,  ob  ir  oder  die  uwern  mit  unsern  mannen  .  .  .  spennig  und  miszhellig  wurdent 
und  die  ansprach  uwer  were,  daz  sollent  ir  uns  verkünden,  daz  ir  doch  uns  noch 
in  nit  getan  hand,  und  dann  darumb  zu  tagen  sollend  schicken  gen  Offenburg  oder  25 
gen  Baden  .  .  .  bitten  wir  uch  aber  mit  ernst  und  manen  uch  ouch  der  eynung,  die 
wir  mit  uch  haben,  daz  ir  den  vorgenanten  unsern  man  .  .  .  ir  vestin  und  daz  ir 
ane  schaden  wider  entwurtend,  wann  sie  kein  fyndtschaft  mit  uch  gehabt  hand.  .  .  . 
Bleibe  dann  noch  Grund  zur  Ansprache,  so  wolle  er  für  Abhaltung  eines  Tages 
sorgen.         Baden  dominica  post  seti.  Luce.  Baden  13'JS  October  20?  3U 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  dl.  c.  sig.  impr. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1836. 


1441.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:  nach- 
dem seine  Boten  Heinrich  Truchsess  von  Hefingen  und  Claus  Contzman  3  ihre  Antwort 


1  Vgl.  nr.  1434  Bernhards  Brief  vom  11  October. 

*  November  2  Baden.  Derselbe  fordert  die  Stadt  auf,  wegen  derselben  Angelegenlieit  ihre  Boten  ent-    35 

weder  auf  den  Tag  zu  Baden,  den  sie  mit  den  von  Bitsch  zu  leisten  haben,  oder  zum 

10  November  gen  Bühl  zu  schicken,  (ibid.  AA.  85.  or.  eh.) 
3  Dieselben  waren  laut  Credenzbriefes  (AA.  85.  or.  eh.)  am  16  October  abgeschickt. 


i  .-ins 


747 


gemeldet,  ladel  or  sie  zu  einem  Sühnelag  zwischen  der  Stadt,  dem  Bischof  and  'Ich 
Ierrcn  von  Bitscb  zu  Baden  am  12  Nov.  und  sichert  beiden  Parteien  4  Tage  lang 
rcies  Geleit  zu.  Wahrscheinlich  .sei  auch  der  Herzog  (Pfalzgraf  Ruprecht)  dann  in 
ler  Nähe,  um  erforderlichen  Falls  mitwirken  zu  können.  Pfoilzheim  fcria  Bexta 
Mite  Symonis  et  Jude   1308,  l'forzheim  1896  October  26.* 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1837.  vgl.  nr    1833. 

1442.  Heinrich  von  Geroldseck  und  Lahr  an  den  Ammeistcr  zu  Strassburg": 
sendet  seinen  Prior  zu  Lahr  und  seinen  Schreiber  und  bittet,  diese  in  den  Geschäften 
mit  seinen  Schuldnern  gewähren  zu  lassen  und  ihnen  in  den  Sachen,  die  sie  mit  ihm 
verhandeln  sollen,  volles  Vertrauen  zu  schenken.         datum  ipsa  die  Symonis  et  .lüde 

ino   1398.  1398  (Mober  28. 

Str.  St.  A.  V.  C    G.  23.  or.  eh.  I.  cl. 

1443.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg  :  verspricht,  den  durch  die 
«gen   Durenkein   gefurte   name»    geschädigten   Strassburgern   Kehrung,   wenn  sie  am 

November  vor  seinem  damit  beauftragten  Amtmann  in  Dürkheim  erscheinen,  ver- 
weigert solche  aber  den  Baselern,  denn  .  .  .  dieselben  von  Basel  sind  unser  fynde, 
ien  keren  wir  unmöglich,  das  verstend  ir  selb  wol.  datum  Baden  feria  tertia  post 
Symonis  et  Jude  apostolorum  anno  13D8.  Batlen  1398  October  2». 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  el. 
Eeg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1840. 


1444.  Borsiboy  von  Swinar,  Landvogt  im  Elsass,  an  Strassburg :  ich  habe  meinen 
lerren  von  Bytsche  gemeinclich  vorschriben  und  sie  gebeten  umb  einen  finde  czu 
kalten  ewischen  in  und  euch  bis  uff  allermann  vasnacht  nu  schirste.  dorumb  bite  te""ts. 
»  ich  euch  ouch  mit  ganezem  fleisse,  das  ir  den  also  ouch  uffnemen  und  halden  wollet. 
derezeit  hoffe  ich  bey  euch  czu  sein  und  mich  dann  beweisen  noch  ewnn  rate. 
ias  ich  hoffe,  das  die  Sachen  redlich  übertragen  sollen  werden.  geben  czu  Wirlz- 
surg  des  montags  nach  aller  heiligen  tag  anno   131)8.      Wilrzburg  1899  November  4. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  lad.  15.  or.  eh.  I.  cl. 


1415.  Conslanz  an  Strassburg:  wie  am  2  October  wegen  ihres  Bürgers  (ainrat 
dez  Kolers,  .  .  .  dem  Strassburger  Leute  ...  in  unsere  herren  von  Bitseh  gelail 
entzwischen  Rainungen  und  Knchenberg  ain  pfarit,  ain  tüch,  Tierzehen  par  hosen, 
sehen  hüt,  fin  gürtelgewand  und  swaiger  guldin  wert  bars  geltz  genomen  band  und 


1   Von  demselben  Datum  liegt  eine  Einladung  Bernhard' s  an  Bischof  Wilhelm  vor.  (ibid.  AA.  85. 
85  cop.  ch-  eoaev.) 


748  1398 

in  darzü  zwungen,  das  er  sweren  müst  nit  wider  hinder  sich  ze  komen,  daz  ze  klagen, 
das  allez  im  noch  usstat,  usgenomen  dez  t&eha  und  dez  gürtelgewands.  das  uns  nit 
früntlich  dunket.  nu  het  er  ietzo  darumb  ainen  iwern  burger  Dielen  Böschwiler  by 
uns  verhaft  und  verbotten,  der  haftung  wir  in  aber  ledig  geschaft  haben,  wan  uns 
nit  lieb  wäre,  das  dehainer  der  iwer,  alz  verre  wir  das  vorkomen  mochten,  bi  uns 
nidergeleit  noch  gesumpt  würde  .  .  .  Bitten,  ihrem  Bürger  bald  zu  dem  Seinigen  zu 
verhelfen,  denn  dieser  sei  .  .  .  ain  sollicher  yunger  wilder  knecht,  daz  ze  besorgen  ist, 
er  geb  sin  burgkrecht  uff  und  griffe  die  iwern  darumb  an,  daz  uns  doch  nit  lieb  were 
.  .  .  geben  an  mäntag  nach  Othmari  anno  98.  1398  November  18. 

Str.  St.  A.  AA.   2011.  or.  eh.  I.  cl. 


1446.  Pfalzgraf  Ruprecht  und  Markgraf  Bernhard  verkündigen,  daß  sie  eine 
Sühne  zu  Stande  gebracht  haben  zwischen  Bischof  Wilhelm  von  Straßhurg,  der 
Stadt  Straßburg,  dem  Landvogt  und  den  Städten  Hagen.au  und  Sulz  einerseits  und 
den  Grafen  zu  Zweibrilchen  und  Bitsch,  Hanneman  und  Friedrich  und  Hanneman's 
gleichnamigen  Sohne  anderseits.  Neuburg  am  Mliein  1308  November  19. 

Wir  Büpreht  von  gots  gnoden  pfaltzgrofe  bi  Bine  des  heiligen  römischen  riches 
oberster  druchsesse  und  herezoge  in  Peyern  nnd  wir  Bernhart  von  denselben  gnoden 
marggrofe  ze  Baden  bekennen  und  tünd  kund  offenbar  mit  diseme  briefe  allen  den, 
die  in  sehent,  lesent  oder  gehürent  lesen :  von  solicher  vigentschaft,  krieg  missehelle 
und  zweyunge  wegen,  so  der  erwirdige  her  Wilhelm  bischof  ze  Strazburg  und  die  i 
erbern  wisen  meister  und  rot  und  die  bürgere  gemeinliche  der  stat  ze  Strazburg  und 
Dietherich  von  der  Witenmülle  lantvogt  in  Eilsasz,  die  stette  Hagenowe  und  Selse 
und  die  pflegde,  die  darezü  gehörent,  uff  einesite  und  die  edeln  Hannemann  und 
Friderich  gebrüdere  grofe  von  Zweinbrücke  und  herren  zu  Bitsche  und  Hanneman 
grofe  von  Zweinbrücken,  desselben  Hannemans  des  alten  sun,  unser  herezoge  R&prehts  i 
lieben  getruwen  und  unser  marggrofe  Bernharts  lieben  öheimen  uf  die  andersite  bieze 
bar  miteinander  gehebet  hant,  daz  wir  obengenanter  herezoge  Rüpreht  und  wir  marg- 
grofe Bernbarte  dieselben  parthien  mit  ire  beder  wissen  und  willen  uf  disen  hütgen 
tag,  also  datum  disz  briefes  sagt,  geriht,  gesünet  und  vereinet  habent  für  sich,  alle  ire 
helffere,  dienere,  bürgere  und  die  iren  und  die  darezü  gedienet  und  des  ze  schaffen  < 
gehebet  hänt,  daz  es  mit  in  allen  ein  gancz  luter  süne  und  ewig  verezig  sin  sol 
umbe  alle  sache,  die  sich  in  demselben  kriege  von  des  krieges  wegen  verlouffen  hant, 
in  aller  mosse,  also  harnoch  geschriben  stat.  darezü  hant  wir  geretd,  das  alle  ge- 
fangen, die  zu  bedensiten  von  desselben  krieges  wegen  gefangen  sint,  derselben  ge- 
fengnisse  genczliche  lidig  und  losz  sin  sollent  und  ouch  ledig  gelossen  und  gesaget  i 
sollen  werden  uf  ein  slehte  alte  urfede  unverzog  und  one  alle  geverde.  darezü  sol 
ouch  alles  gelt,  es  sy  von  brantschaezunge,  burgschaft,  gedingnisse  oder  anders  von 
disz  krieges  wegen,  daz  noch  nit  geben  und  unbezalt  ist,  ouch  genczliche  abesin  und 
die  bürgen  dafür  losz  sin  und  ledig  gesaget  werden  one  wider  rede  und  one  alles 
vereziehen.  ouch  hant  wir  geretd  und  gemäht,  das  der  obgenante  bischof  Wilhelm  , 
dem  vorgenanten  Hanneman    von  Bitsche   dem   alten  oder   sin  erben   geben  und   be- 


1398  749 

frünlschafl  und  vur  sinen  dienst,  den  er  hno  geton  hat  in  simc 
kriege  wider  den  von  Lüczelstein  zwölf  hundert  guter  geber  liiiischer  guldin,  al.-o 
derselbe  bischof  Wilhelm  demselben  Hanneman  das  mit  andern  briefen  verschribcn 
und    versieliei'l    bat.   ouch    hau    wir   goreld    und   geledhigcl,   VU    anesprochen    die    obe- 

i  genanten  herren  von  Bitscbe  gemeinliche  oder  sonderliche  an  dem  obegenanten  herren 
bischof  Wilhelm  oder  an  einem  stift  zfl  Strasburg  betten  umbe  .schulden  von  sine« 
aehesten  vorfarn  bisehof  fYideriches  oder  ander  simc  vorfarn  bischofe  sc  Strasburg 
«regen,  dieselben  schulde  und  zuspräche  sollent  sie  und  ire  erben  lossen  stan  und 
rerliben  und  tmerfbrdert,  also  lange  derselbe  bischof  Wilhelm  ein  bischof  des  stiftes 

n  zi'i  Strazburg  ist,  ane  geverde.  was  ouch  der  obegenanten  herren  von  Bitsche  dienere 
anesproche  hetten  umbe  schulde,  die  do  were  vor  dato  disz  briefes  an  den  ege- 
nanten  bischof  Wilhelm  und  an  sinen  stift  zu  Strazburg.  woltent  dieselben  ire  dienere 
bischof  Wilhelm  und  sinen  stift  ze  Strazburg  darumbe  anesproch  nit  erlossen  und 
anegriffen,  so  sollend   die  obegenanten    herren  von  Bitsche    und   ire  erben  denselben 

'•  iren  dienern  in  den  sachen  nit  zu  legen  noch  beholffen  sin,  noch  sie  vurscheben  (?), 
Imsen  noch  halten  in  dheinen  weg  wider  den  obgenanten  bischof  Wilhelm  und  sinen 
stift  ze  Strazburg,  ouch  also  lange  er  ein  bischof  ze  Strazbnrg  ist,  one  geverde.  ouch 
haut  wir  hcrczoge  'Büpreht  und  wir  marggrofe  Bernhart  obegenant  beretd  und  bete- 
dinget   also  von  der  vesten    Herrenstein    wegen,  die  die  von    Strazburg   ge- 

vo  wunnent  haut,  das  die  von  Strazburg  den  obgenanten  herren  von  Bitsche  und  iren 
erben  von  des  teilea  wegen,  das  dieselben  von  Bitsche  an  derselben  vesten  in  pfant- 
scliall  inne  gehebet  haut,  geben  beczalen  und  antwurten  sollen  sübenliundert  und 
nünczig  guter  geber  Binscher  guldin,  die  sie  uf  dasselbe  teil  geluhen  hattent.  und  al> 
danne  sollent  die  von  Strazburg  dasselbe  teile  an  der  vorgenanten  vesten  Herrenstein, 

ii  daz  die  obgenanten  von  Bitsche  do  gehebet  haut  mit  den  rehten  und  zügehorungen 
in  der  mosz,  also  es  den  von  Bitsche  versaczet  ist,  haben  und  halten  und  als  danne 
sol  Hanneman  von  Bitsche  der  alle  solich  pfantschaftbriefe  über  dasselbe  teil  zi'i 
Herrenstein,  der  do  besaget  fünf  hundert  und  vierczig  guldin,  den  von  Strazburg  zu 

!ir  haut  geben  und  antworten  und  solichen  briefe,  also  Friederich  von  Bitsche  obe- 
o  genant  und  Johann,  herre  zu  Liehtenberg  6ber  dasselbe  teil  in  pfantschaft  hant,  der 
do  sagt  fünf  hundert  guldin,  daran  demselben  Friederiche  von  Bitsche  gebarend 
dirtehalp  hundert  guldin,  sol  derselbe  Kriderich  von  Bitsche  an  ein  gemeine  hant 
legen  dem  obgenanten  Johann,  herren  zu  Lichtenberg  und  ouch  den  von  Strazburg 
bedersit  zu  irem  rehten  und  uotdurft  des  zi'i  geniessen  one  alle  geverde.  und  söllent 
19  di(>  von  Büsche,  die  von  Strasburg  vi'ubasser  nie  an  denselben  teilen  rehten  und  zu 
gehorden  an  der  vesten  Herrenslein  ungehindert  und  unbekuinbeit  lossen  one  geverde. 
und  sol  ouch  keiner  von  Bitsche  vurbasscr  me  zö  Herrenstein  inkommen,  teil  oder 
gemein  daran  zu  habende,  also  lange  das  slosz  in  der  von  Strazburg  banden  stot,  one 
geverde.  ouch  so  ein  bischof  von  Metse  das  slosz  Herrenstein  umbe  die  gancz 
imune,  also  es  ieezunt  stet,  wider  losen  wil,  so  sollenl  die  von  Strazburg  obegenant 
iselben  losunge  ouch  gehorsam  sin  ane  verezog  und  geverde.  ouch  hant  wir  geretd 
d  gemäht,  daz  Syinund,  grofe  von  Zweinbrücken,'  des  obegenanten  grafen  Hanne- 
ans  suu,   und  die  stelle  Hagenowe  und  Selse  und  die  pllegde,   die  darczi'i  gehorent, 


750  1398 

also  umb  die  vigentschaft  von  Schillings  wegen  verriht  sin  sollent;  und  sollent  ouch 
desselben  Symundes  kneht,  die  die  von  Hagenowe,  und  ouch  die  kneht,  die  er  gefangen 
hant  von  derselben  vigentschaft  wegen,  derselben  gefengnisse  ledig  und  losz  sin  und 
ledig  gesaget  werden  uf  ein  alte  urfede  ane  verczog  und  geverde. 

Ouch  sollent  derselbe  Symond  und  dieselben  knehte  demselben  Schillinge  von  der    i 
vigentschaft  wegen  wider  die  von  Hagenowe,  die  von  Selse  und  die  pflege,  die  darczü 
gehörent.  nit  helffen  noch  zu  legen,  also  lange  dieselbe  vintschaft  weret,  one  geverde. 
und  harus  sollent  die  obegenanten  parthien  vür  sich,  alle  die  iren  und  alle  die,  die 
darczi'i  gedienet  und  des  zu  schaffen  gehebet  hant  von   desselben  krieges  und  zwey- 
unge  wegen  und  umbe  alle  sache,  die  sich  darinne  und  dovon  ergangen  und  verlouffen  10 
hant,  es  sint  todsiege,   brande,    nome,    dienste,   gefengnisse  oder  anders,  keynerleyge 
uszgenommen,   genczliche   gutliche   und    früntliche    gerihtet,  gesünet,    vereynet    und 
gesliht  sint  und  sol  ouch  zwüschent  in  allen,  also  vorgeschriben  stot,  umbe  daz  alles 
ein  gancz  luter  süne  und  ewig  verczig  sin,  uszgescheiden  allerley  argelist  und  geverde. 
und  des  alles  zu  Urkunde  und  vester   stettekeit,   so  hant  wir  herczoge  Rupreht  und   ir 
marggrofe  Bernhart  obgenant  unsere  eygin  ingesigel  an  disen  brief  dun  hencken  und 
wir  Wilhelm,  bischof  ze  Strazburg  und  wir  Hanneman  und  Friderich  gebrudere,  grofen 
von   Zweinbrücken   unde   herren  ze  Bitsche   und   Hanneman    der  junger,   grofe   von 
Zweinbrücke  und  wir  der  meister,   rot  und   bürgere  gemeinliche  der  stat  Strazburg 
und  Dietheriche  von  der  Witenmnlen,   lantvogt  in  Eilsazz  und  der  meister,  rot  und  2f 
bürgere  der  stette  Hagenowe  und  Selse  mit  der  pflege,   die  dazu  gehöret,   obegenant 
bekennen   offenbar   mit  disem  briefe,   daz   der  durchlühtige,   hochgeborne  fürste  und 
herre,   herre   Ri'ipreht,    pfaltzgrofe   bi"  Rine,   des   heiligen   römischen   riches   oberster 
druchsesse  und  herczoge  in  Peyern  und  der  hoherborne  fürste,  herre  Bernhart,  marg- 
grafe  ze  Baden,    uns  und  alle  die,  als  vorgeschriben   stet,  mit  eine  umbe  alle  kriege  » 
unde    zweyunge    bicz  uf  disen   hütigen    tag  datum  disz  briefes  gerieht,   gesünet  und 
gesliehtett  hant  in  aller  mossen,  also  vor  geschriben  stot,  mit  unserme  guten  wissen 
und  willen,  und  wir  hant  ouch  alle  dieselbe  rihtunge  und  süne  mit  allen  iren  stucken, 
puncten  und  artickeln  gelopt  unde  globent  mit  craft  disz  briefes  wir  bischof  Wilhelm 
mit  unsern  fürsteclichen   truwen  und  wir  die  herren  von  Bitsche  obgenant  und  der  x 
meister,   rot  und  bürgere  der   stat  zu  Strazburg  und  Dietherich  zu  der  Witenmülen, 
der  meister,  rot  unde  bürgere  der  stette  Hagenowe  und  Selse  obegenant  uf  unsere 
eyde,  die  wir  darüber  zu   den  heiligen  gesworn  hant,  vür  uns  und  alle  die  unsern 
ewicliche,  veste  und  stette  zu  haltende  und  niemer  ze  überfarende  noch  darwider  ze 
tünde   noch   schaffen   geton  werden   in   dheine  wise,   uszgescheiden   alle  argelist  und  3j 
geverde.  und  des  alles  zu  worem  sichern  urkünd  han  wir  bischof  Wilhelm  und  wir 
drie  herren  von   Bitsche  obgenant  vür  uns  und  andere  min   Hannemans  obegenant 
süne  unsere  eygene  ingesigele   und  wir  der   meister,    rot   und   bürgere   der  stat  zii 
Strazburg  obgenant  derselben  unser  stat  ingesigel  und  ich  Dietherich  zu  der  Witen- 
mülen  obegenant   min   eygen   ingesigel    und  wir  der  meister,    rote  und   bürgere  der  « 
stette  Hagenowe  und  Selse  obegenant  derselben  unsere  stette  ingesigel  an  disen  brief 
gehangen,    und  wir  alle    andere   des   obegenanten   grofe   Hannemans  süne  bekennen 
uns  ouch  der  obgenanten  süne  und  aller  Sachen  in  aller  mosse,  also  vor  geschriben 


1398  751 

slot,  ouch  feste  and  stette  ze  haltendende  under  unsere  retten,  vettern  und  bruders 
obegenanl  ingesigeln.  geben  zA  Nuwenburg  an  dem  Ryne  uf  dinstag  sant  Eliza- 
bethen tag  noch  Cristus  gebürte  drüzebenhondert  jor  und  daraoch  in  dem  ehte  und 
nnnczigstem  jöre. 

»  Str.  St.  A.  AA    1422.  cop.  eh.  coaev-  (Papierlieft). 

Heg.  d.  Mrhgr.  von  Bad.  nr    1844. 

1447-  Wilhelm  und  Lamprcchl  Brunne  .sehliessen  mit  Bischof  Wilhelm  von  Strass- 
burg  und  der  Stadt  Strassburg  nach  Rückerstattung  des  innen  abgenommenen  Schlosses 
Wagenburg  eine  Sühne  und  erklären,  dass  sie  sich  damit  aller  aus  dem  Bitscher 
10  Kriege  stammenden  Entschädigungsansprüche  begeben.  Dieser  Sühne  sehliessen  sich 
an:  Bürghart  von  Mansperg,  seine  Frau  Lyse  und  Reinhard  von  Rietbür.  geben 
uf  die  nehste  mitwoch  vor  sant  Katherinen  tag  in  dem  jar  1398. 

l.'iUS  November  20. 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  165/166  nr.  88.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  4  sig.  pend.  quor.  2  del. 

s  1448.  Hans  Billung,    des    Hofgerichts    und    der    Stadt    Rottweil    Schreiber,    an 

Strassburg:  .  .  .  mir  hat  fürgeleit  der  edel  jungherr  Egloff  von  Wartemberg  hofrichter 
des  hofgerichtz  ze  Rotwil  an  stal  mins  herren  grave  Rudolfs  von  Sultz,  wie  daz  im 
schuldig  sient  uwers  spitals  pfleger  ze  Sträszburg  vier  pfund  halber  minder  fünf 
Schilling,  daz  doch   maister   Rausch  der  zimberman  früntlich  mit   im  verrechnet  hab 

*o  von  zolle  wegen,  so  si  im  schuldig  sient  uf  der  Schiltach  von  holtzes  wegen,  nu  hat 
mich  derselbe  hofrichter  ankert  umb  fürgebott  über  si  ze  schicken  von  desselben 
gelts  wegen  .  .  so  lian  ich  in  nu  zemäl  erbetten,  daz  er  daz  underwegen  gelassen 
bat,  untz  daz  ich  üch  darumb  ze  rede  satzte  .  .  .  Bittet  deswegen  mit  den  Spital- 
pflegern  zu  reden,  damit  der  Streit  friedlich  beigelegt  werde.         geben  an  fritag  vor 

85  sant  Katherinen  tag  anno  98.  13US  November  22. 

Str.mS:.'A.  AA.  2034.  or.  eh.  I.  cl. 

P1445).  Claus  Merswin  der  Meister1  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Diether 
Cemmerer  und  Conrad  Lantschaden :  .  .'.  alse  ir  uns  verschriben  hant  von  eins 
tages  wegen  gen  Selsz  uf  dunrstag  nehest,  also  wissent,  das  wir  unser  erbern  botten  no».  u. 
»o  gern  aldar  uf  den  tag  schicken  wellent  und  uwer  vorderunge  verhören  und  sollent 
unser  erber  botten  uch  bescheidenliche  darzu  antwurten.  datum  sabbato  proximo 
ante  diem  sanete  Katherine  virginis.  [1398  November  23.] 

Aschaffenburg,  Dalberg  Arch.  or.  mb.  I.  cl- 

1450.  Saarburg  an  Strassburg:  wir  laut   üwer  wiszheit  wissen,  daz  unser  burger 
»J  einre  Nicclos  ane  sele  vor  uns  ist  kommen  und  het  uns  geseit,  wie  daz  sin  swieger, 


Claus  Merswin  war  1398  Meister. 
VL 


752  1398 

sines  wibes  mutier,  in  üwer  stat  zu  Strazburg  vervaren  sie  und  die  habe  ettewas 
gelaszen.  das  habent  die  minre  brüder  zu  den  barvüszen  in  uwer  stat  genommen, 
und  sie  sin  wip,  derselben  frowen  dohter,  bij  denselben  minren  brudern  zu  Straz- 
burg gewesen  und  habe  in  ir  mütter  gut  geheiszen.  und  sie  woltent  ir  keine  antwurte 
dovon  geben,  in  weler  maszen  sie  es  genommen  hettent  .  .  .  Bittet,  der  Frau  zu 
helfen  und  die  Sache  zu  untersuchen.  datum  feria  quarta  post  festum  beate  Ka- 
tharine  anno  1398.  1398  November  27. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  45/46  nr.  74.  or   eh.  lit.  cl.  e.  sig.  in  v.  impr.  mut. 


1451.  Meister  und  Rat  von  Rosheim  an  Strassburg:  verwenden  sich  für  Frei- 
lassung und  Entschädigung  eines  ihrer  Bürger,  der  trotz  Strassburger  Geleitbriefes 
von  dem  Strassburger  Bürger  Pfetzheim  gefangen  und  beraubt  worden  ist.  geben 
uf  sunentag  nehest  nach  sant  Andres  tag  in  dem  98  jore.  1308  December  l. 

Str.  St.  A.  AA.  2033.  or.  eh.  I.  cl. 


1452.  Lütolt  von  Kolbotzheim,  ein  edelkneht,  vergihe  und  bekenne,  als  ich  der 
erbern  wisen  meister  und  rates  der  stette  zu  Strazburg,  mine  lieben  herren  houptman 
und  diener  gewesen  bin  in  dem  vergangen  kriege,  den  sie  gehept  hant  mit  den  herren 
von  Bytsche,  daz  sie  mir  do  gentzlich  volleton  hant  von  aller  der  ansprachen  und 
vorderungen  und  von  alles  des  kosten,  kumbers  und  schaden  wegen,  den  ich  in 
demselben  irem  dienste  gehept  und  gelitten  habe,  in  weihen  weg  das  ist  etc.  geben 
an  dem  nehesten  montage  noch  sant  Andrestage  des  zwölfbotten  1398. 

1398  December  2. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  198  nr.  7.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  sig.  pend. 


1453.  Claus  Merswin  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Basel  über 
den  Krieg  mit  den  Herren  von  Bitsch  und  die  Eroberung  von  Herrenstein :  .  .  dieselb 
vigentschaft  darkam,  das  die  herren  von  Bytsche  von  deme  selben  herren  dem  byschofe  a 
[Wilhelm]  woltent    haben   12,000  guldin  schulde,    so  in  der  erwurdige    herre  byschof 
Friderich   sin  vorfar  schuldig  waz   bliben,   und  griffent  in  dovür   an  und  dotent  uns 
und   unsern   burgern   in   den   anegriffen   sovil  widerdriesse   und  schaden  mit  brande, 
nomen  und  totsiegen,  daz  wir  der  nit  vergessen  möhtent,  daz  wir  noch  der  vestin  Her- 
renstein stunden  und  die  gewunnen  und  ouch  in  die  vigentschaft  getrenget  wurden,   sc 
so  dotent  die  herren  von  Bytsche  den  richesstetten  und  dörffern  ouch  sovil  übergriffe, 
daz   daz   der    lantfögt   und  die   richesstette   ouch  durch  unsern  willen   und  in  selber 
zu  helffe  in  die  vigentschaft   koment.    nu  wart  mit  uns  allen   drien  teiln  geredt  und 
wurdent  wir   besunder   des   erbotten,   das   die  vorgenanten   herren  der  bischoff,   der 
lantfögt,   selber  wir  und  die  andern   stette  unser  erbern   botten  gen  Baden  vür  den   3ä 
hoherbornen  forsten  den  marggrafen  von  Baden  biten    und  schicken  woltent  und  mit 
den  herren  von  Bytsche  aldo  ein  tag  leisten,  so  wolte  der  durchluhtige  hochgeborne 


1398  753 

forste  hertzoge  Rüpreht  von  Peyern  etc.  in  die  genehe  gen  Baden  riten  und  woltent 
alle  durch  gemeines  friden  willen  des  Landet  gedencken  und  durzü  reden,  duz  wir 
miteinander  gerihl  wurden,  und  kommend  alle  also  noch  vorgeschribner  wise  zu 
läge   und  wart   des   erwürdigen   herren  des   bischoffes   suche   unegefangen  und  über- 

i  I lügen,  das  die  herren  von  Bytsche  der  schulden,  die  sie  an  in  vordertent,  darumbe 
der  krieg  anevieng,  sollen!  lassen  gestan  ungefordert,  alle  die  wile  er  bischoff  zu 
Strasburg  ist,  und  andre  stücke,  darnach  wart  unser  sache  wegen  geredt  und  besunder 
von  der  vestin  Herrenstein  wegen,  die  wir  gewunnen  hetten,  die  hübet  uns  ouch, 
doch   beschult   den    herren  von    Bytsche    etwaz  vür  ir  teil  der  pf'antschafft.    darnach 

i«  wart  geredt  von  des  riches  wegen,  den  beschach  ouch  ein  benügen,  das  alles  zu  lang 
wurde  zu  schribende  .  .  .  Darauf  ist  diese  Richtung  zu  Neuenburg  vor  Pfalzgruf 
Ruprecht '  bestätigt,  beschworen  und  verbriefet.  Doch  können  sie  leider  noch  keine 
Abschrift  mitschicken  .  .  .  da  ez  sich  mit  den  briefen  bitz  bar  vertzogen  het,  das  sie 
uns  noch  nit  worden   sind  .  .  .  und   bitten  deswegen   um  Entschuldigung.         datum 

's  feria  quarta  proxima  post  festum  conceptionis  beute  Murie  virginis. 

il.VJH  December  11.] 

Basel.  St.  A.  Neb.  Reg.  G.  III  nr.  260.  or.  mb.  I.  cl. 

1454.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg :  sendet  und  beglaubigt  seinen 
Hofmeister  Georg  von  Bach.        datum  Baden  feria  quinla  ante  Lucie  virginis  anno  1398. 

20  Baden  1398  December  12. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  B<td.  nr.  1847. 


1455.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  hat  nach  langen  fruchtlosen 

Kinigungsversuchen   dem   Ludwig   von    Lichtenberg   Fehde   angesagt    und    bittet  nun 

:.»5  die  Stadt  dasselbe  zu  thun  und  ihm  nach  Massgabe  ihres  Bündnisses  Hülfe  zu  leisten. 

Baden  feria  quinta  ante  Lucie  virginis   1398.  lSlts  Decemlter  12. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 


1456.  Drei  genannte  Bürger  von  Saavbvrg    an   Straßburg :    berichten  über   die 

bisherigen  Friedensvermittlungen    mit   dem  Herzog    von   Lothringen    und   .schlagen 

:.<»  einen  neuen  Tag  vor-,  UM  December  21. 

Frömen  wisen  herren  unsern  uiidertenigen  gewilligen  dienst,  alz  uwer  wisheit  wol 

weis,  daz  dez  hochgeborn  fortzainmen  dürchlüeheden  fursten  unsers  gnedigen  herren 

von    Lothringen  rates  eins   teiles,  uwers  rates  eins  teiles  und  ouch  wir  uffe  diesen 

liebsten  zinstag  zu  Sant  Pult  uffe  eyme  gutlichen  tage  gewesin  sint  wege  zu  suchende,   i>~-.  n. 

•:'  wie  beide  laut  in   frieden  und  gnade  gestellet  mohte  werden,  und  do  man  die  sache 

urt  unheben,  do  worent  unsprechin,  der  wir  nyt  wüslent  von  schuden,  den  der  er- 


: 


1    Vgl.  oben  die   Vertragsurkunde  vom  10  November. 


754  1398 

wirdige  furste  unser  gnediger  herre  von  Strasburg  und  ouch  ir  dem  obgenanten  un- 
serme  herren  von  Lothringen  sollent  geton  haben  und  woltent  vorbenommen  haben, 
ob  die  eynekeit  zu  ginge,  umbe  daz,  daz  alle  dinge  zwuschin  uch  sieht  und  luter 
bliebent.  und  daz  woltent  die  uwern  nyt  und  sprachint,  sie  werent  keyns  alzo  von 
uch  gewertiget  noch  gescheiden,  aber  darumbe  sie  dar  gesant  werent,  der  das  an-  i 
heben  wolte,  do  woltent  sie  zu  verston  und  ir  bestes  darzü  tun  und  daz  möhte  zu 
der  zijt  nyt  gesin,  daz  uns  doch  in  ganzen  trüwen  leit  ist.  were  aber  uwer  wisheit 
amühtig,  daz  ir  zu  eyme  andern  gutlichin  tage  zu  Sarburg  schicken  woltent  und  do 
verhören  die  anspräche  dez  obgenanten  unsers  herren  von  Lothringen  und  do  wieder 
uwer  antwurte  und  ouch  uwer  anspräche,  waz  wir  danne  gutes  darzü  getün  mügent,  w 
daz  die  sachin  fruntlichin  uvertragen  werdent,  daz  wellen  wir  gerne  tun.  uwer  ant- 
wurte mit  diesem  boten  gebietent  uns  alle  ziit.  geben  uf  sant  Thomas  tag  dez 
heilien   zweifboten   anno    domini    etc.    nonagesimo   octavo.  besiegelt   mit    Heinsil 

Cropphen  ingesiegel. 

Wolf  Luperster  (?),  Reymbolt  schultheisz  15 

und  Heinsil  Cropphe  von  Sarburg. 
[In  verso]   Den  frümen  wisen  herren  dem   meister  und  dem  rate  zu  Strasburg. 
Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  46/46.  B.  41.  or.  chart.  lit.  cl.  e.  sig.  in  v.  impr. 


1457.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  den  Ammeister  Conrad  Armbruster  und 
den  Altammeister  Ulrich  Gosse  zu  Strassburg:  bittet,  dem  Herrn  Reinhard  zu  Wester-  20 
bürg  gemäss  früheren  Abmachungen  «sehczig  zolfüder  wynes  .  .  .  zolfry  faren  zu 
lossen  an  uwern  zollen  in  Strazburg»  oder,  wenn  dies  nicht  möglich  sei,  die  Zoll- 
summe lieber  nachträglich  von  ihm  (dem  Bischofj  zu  erheben.  geben  zu  Dachen- 
stein uf  sant  Thomans  tag  vor  wynahten  anno  1398.    Daclistein  139S  December  21. 

Str.  St.  A.  AA.  1422.  or.  eh.  I.  cl.  2a 


1458.    Der  Schaffner  Hermann   in  Kirchgasse  legt  cor  Meister  und  Rat  Rech- 
nung ab  über  das  Frauenhaus.  13U8  December  31. 

Anno   domini   millesimo  trecentesimo  nonagesimo  octavo  feria  tertia  ante  diem 
festi  circumcisionis  domini,  do  her  Claus  Merswin   meister  waz,  do  verrechente  her 
Herman  in  Kirchgasse,  schaffener  uf  unser  frowen  huse,  do  zu  gegene  werent  meister  m 
und  rat  zu  Straszburg. 

Do  hat  her  Hermann   ingenommen   und  empfangen   897  lib.  17  sol.  und  3  den. 

Do  hat  er  wider  gerechent,  was  er  uszgegeben  het,  855  lib.,  4  sol.  minre  4  den. 
und  blibet  das  wengst  schuldig  398  lib.  7  sol.  minus  4  den. 

So  blibet  ymme  vorstände  von  den  rebelüten  424  lib.  und  7  sol.  » 

So  blibet  ime  vorstände  von  rocken  14  vierteil  und  2  vierteil. 

So  blibet  ymme  vorstände  von  wine  214  füder. 

Str.  St.  A.  V.  D.  G.  63.  B.  46.  fol.  mb. 


1399  755 

1459.     Verlegung   des  Stifts   zu  Rheinau   in   die  Pfarrkirche   Alt-Sl.  Peter  zu 
Iraßburg.1  [i:ats.] 

Alse  die  erwürdigen  herren   der  probest,  dechan,  eappittel  der  stifte  zu  Rinowe, 
ODszere  burger,  koment.  für  meister  und  rol  zfi  Strazbnrg  und  scylent,  wie  das  sä  efl 

Rinowe  in  der  stat  nüt  bliben  mölitent  wassers  und  Rines  und  gebresten  balp,  unde 
werent  har  in  die  stat  zu  Strazburg  kommen :  so  hettent  su  ouch  geret  mit  den  er- 
bern hüten  in  dem  kirspelc  zürn  alten  sanete  Peter,  das  sü  in  günnen  woltent,  in 
die  kirche  zürn  alten  sant  Peter  zu  kommende,  die  hettent  sich  selber  darumb  besant 
und  netten!  es  m  Oäch  gegunnet  und  botent  meister  und  rot,  sit  sü  ire  burger  we- 
rent unde  bresten  halp  des  Rines  und  wassers  zu  Rinowe  nüt  bliben  mohtent  und 
inen  danne  von  den  kirlüten  zürn  alten  sanete  Peter  gegunnet  were  zürn  alten  sanete 
Peter  ZÖ  kommende,  alse  vor  bescheiden  ist,  das  danne  meister  und  rot  voran  durch 
gottes  willen  und  irre  »rossen  notdurft  willen  inen  ouch  erlouben  und  günnen  wol- 
len!  in  die  kirche  zürn  alten  sanete  Peter  zu   kommende. 


Kl 


Aus  ^Heimlich  Buch*  fol.  119  »   (i.  d.  Stadtbibl.  verbrannt  1870). 
Gedr.:  Hegel:  Königsh.  II,  1049.  ibid.  vgl.  pg.  640  Not.  3. 


1460.  König  Wenzel  an  Strassburg:  befiehlt,  seinen  Diener  Otto  den  jungen 
vom  Reyseich  der  für  Hans  Rock  übernommenen  Bürgschaft*  zu  entledigen,  da  der- 
selbe hierdurch  «erblos  worden  und  zu  grossen  verderblichen  schaden  kamen  ist»  .... 

!0  geben  zu  Präge  an  des  newen  jares  tage  a.  reg.  boh.  30.  reg.  rom.  23. 

Frag  1309  Januar  1. 
Str.  St.  A.  AA.   113  m\  63.  or.  eh.  I.  cl. 

1461.  Graf  Heinrich  von  Ziceibrücken  verkauft  seinen  halben,  zum  Teil  weiter 
versetzten  PfandanleiP  an  Her  renstein,  Dellweiler,  Dossenheim  an  die  Stadt  Slraß- 

l|   bürg.  I.vju  Januar  7. 

Wir  Heinrich  graff  von  Zweinbrücken  verjehent  und  bekennent,  also  wir  die 
halb  vestin  Herrenstein  mit  den  halben  dörffern  Detwiler  und  Dossenheim  und  allen 
ziigehörungen  in  pfandes  wise  innegehept  hant  von  dem  bystüm  zu  Metzen,  an  dem- 
selben  halben    teile  wir   ein   teil  versetzet   hettent   dem  durchlühtigen   hochgebornen 

to  fürsten  und  herren  seliger  gedehtnisz  herren  .lohanse  hertzoge  zu  Luthringen  und 
marggrave  und  ein  teil  min  brüder  Hanneman  greve  von  Zweinbrücke  und  herre  zu 


1  Die  entgegenstehende  Bestimmung  des  Stadtrechtes,  keine  neuen  Klöster  und  Stifte  in  der  Stadt 
zuzulassen,  kam  hier  nach  Ansicht  von  Meister  und  Bat  nicht  zur  Anwendung,  weil  das  Stift  die  bereits 
vorhandene  Alt  St.  Peterkirche  benutzen  wollte. 

2  Diese  Bürgschaft  ist  wohl  139ö  für  das  Lösegeld  des  Hans  Bock  aus  der  Gefangenschaft  derer 
von  Schwanberg  geleistet. 

;l   Vgl.  hierzu  folgende  ebenfalls  im  Herrensteiiibüchel  V.  G.  G.  K.  30''.  enthaltene  Urkunde : 
Graf  Heinrich   von  Zweibrücken  bekennt,   dem  Herzog  Johann   von  Lothringen    und   seinen  Erben 
ZOO  Gulden  schuldig   zu  sein,  wofür  er  ihm  die  Hälfte  seines  Anteils  an  Herrenstein   zum  Pfände  ge- 
4)   geben.        geben  uff  unser  frouwen  tage  assnmptio  anno  13Ü9.  JM9  AnV„At  is. 


756  1399 

ßitsche  und  Sygelman  Windeberg,  dieselben  teil  die  erbern  wisen  meistere  rat  und 
bürgere  zu  Strazburg  an  sich  gelöset  hant,  das  wir  do  vür  uns  unser  erben  und 
nachkommen  mit  rehter  wissende  durch  unsern  nutz  und  notdurft  den  überigen 
unsern  teil  und  herlicheit,  den  wir  über  die  vorgenanten  versetzeten  teile  an  der 
vestin  Herrenstein  an  den  dörffern  Detwiler  und  Dossenheim  an  lüten,  gemeinden,  ■ 
gerillten  der  selben  dörffere  an  twingen,  bennen,  weiden,  weltbennen,  wassern  zu  ge- 
hörungen, nützen  und  gevellen,  wie  die  genant  sint,  gesucht  und  angesucht  nutzit 
uszgenomen,  die  zu  der  vorgenanten  vestin  Herrenstein  und  den  dörffern  ge- 
hörent  oder  das  sich  harnach  fünde,  das  darzü  gehöret  hette  und  darzü  hören  solle, 
und  besunder  die  losunge  und  reht,  die  uns  an  den  versetzeten  teilen  zügehörtent  iu 
oder  ziigehören  möhtent,  hant  verköft  reht  und  redeliche  und  zu  kouffende  gegeben 
den  erbern  wisen  dem  meister,  rate  und  burgern  der  stette  zu  Strazburg,  die  in  und 
allen  iren  nachkomen  unser  teil  und  reht  nach  vorgeschribener  wise  gekouft  hant. 
und  söllent  ouch  dieselben  meister  rat  und  bürgere  der  stette  zu  Strazburg  und  alle 
ire  nachkomen  die  vorgenante  halbe  vestin  Herrenstein  mit  den  dörffern  Detwilr  15 
und  Dossenheim  mit  lüten,  gemeinden,  gerihten,  twingen,  bennen,  walt,  wasser,  weiden 
herlichkeiten,  wiltbennen  mit  allen  nützen  und  gevellen  nützit  uszgenommen  hin- 
nanvürder  in  eins  rehten  pfandes  wise  inne  haben,  besitzen,  nützen  und  niessen, 
wie  in  das  aller  bast  füget,  one  Widerrede  und  irrunge  unser  und  mengliches,  so 
lange  bitz  derselbe  halbe  teil  von  eime  byschofe  von  Metze,  der  danne  ist,  von  in  20 
mit  zweien  tusent  guter  guldin  und  mit  dem  gelte,  daz  do  zwüschent  an  der  vestin 
ietzont  verbuwen  ist  oder  vürbasser  verbuwen  wurt,  gelöset  wirt,  denne  sü  ouch 
der  losunge  gehorsam  süllent  sin  und  nieman  anders,  und  ist  diser  kouff  und  ver- 
satzunge  gescheen  umbe  vierhundert  guter  guldin  und  fünfzig  pfunt  guter  und  geber 
Strazburger  pfenninge,  die  uns  meister  und  rat  zu  Strazburg  bar  darumbe  gegeben  25 
und  bezalt  hant  und  in  unsern  nutze  kummen  sint,  do  mitte  uns  wol  benüget  zu 
disem  kouffe.  und  setzent  uns  vür  uns  und  alle  unser  erben  und  nachkommen  des 
egenanten  halben  teiles  der  vestin  Herrenstein  und  den  halben  teile  der  dörffere 
Detwiler  und  Dossenheim  mit  allen  vorgeschriben  dingen  und  rehten  reht  schuldener. 
und  wer,  das  wir  sü  niemanne  vürbasser  verseret,  versetzet,  verkouft  noch  ver-  30 
kümbert  habent  in  deheinen  weg  gegen  den  vorgenanten  meister,  rat  und  burgern 
zu  Strazburg  und  iren  nachkommen  und  sprechent,  daz  by  dem  eyde,  so  wir  lipliche 
an  den  heiligen  gesworn  habent.  wir  gent  ouch  uff  vür  uns,  alle  unsere  erben 
und  nachkommen  den  obgeschriben  meister,  rate  und  burgern  zu  Strazburg  und  iren 
nachkommen  und  mit  namen  hern  Rülman  Swarber  ritter  stettemeister  und  hern  35 
Rülin  Barpfenning  ammanmeister  der  stette  zu  Strazburg,  die  von  iren  und  derselben 
stette  wegen  empfingent  alle  die  reht,  eygenschaft,  herschaft  und  besitzunge,  die  wir 
an  dem  egenanten  halben  teile  der  vestin  Herrenstein  und  den  halben  dörffern  Det- 
wiler und  Dossenheim  und  an  allen  vorgeschriben  dingen  und  rehten  zügehörtent 
und  zügehören  möhtent,  in  weihen  weg  daz  were.  und  harüber  und  über  alle  vor-  40 
geschriben  dinge  und  ir  iegliches  besunder  verzihent  wir  der  vorgenanten  grave 
Heinrich  uns  vür  uns  und  alle  unser  erben  und  nachkomen,  das  wir  sprechen  möhtent, 
die  vorgenanten  guldin  werent  uns  nit  worden    gegeben  noch  gezalt   und   in   unsern    ■ 


1  390 


757 


" 


ulz  nil  kommen,  wir  wcrcnl  betrogen  über  das  halp,  man  solle  uns  wider  setzen 
n  gewalt  und  gewere  oder  wir  betten!  die  restin  zu  der  zit  tut  iunegehept,  do  wir 
ü  verkooftent,  and  werent  do  von  getrenget  und  aller  ander  schirme,  l'riheii  und 
elff'e,  so  ieinan  erdencken  kan  oder  mag  one  aller  slaht  geverde  und  argliste,  und 
zn  eime  woren  Urkunde,  so  hant  wir  grall'  Heinrich  unser  insigel  an  disen  brief  geton 
rucken  und  habenl  darzi'i  gebetlen  die  fronien  vesten  hern  Stislaw  von  der  Witen- 
niülen,  rilter  Diothcrichcn  von  der  Witenmüien  lantvogt  in  Eilsazz,  einen  mui.  und 
Vohnar  von  Wickersheim,  das  sü  iro  ingesigele  uns  der  vorgeseliriben  dinge  zi'i  über- 
Mgende  ouch  an  disen  brief  bant  geheneket;  das  ouch  wir  Stislawe  und  Diethericfa 
on  der  Witenmüien  und  Volmar  von  Wigersbeim  gerne  geton  habent  durch  des 
orgenanten  grave  Heinrichs  bette  willen.  der  geben  wart  an  sant  Veltins  tage 
es  byachoffes  in  dem  jore,  do  man  zalte  von  gottes  geburte  drüzehonhundert  jore 
üntzig  und  nun  jore. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30.  Herrensteinbüehel  cop.  eh.  coaev. 

Ibid.  AA.  nr.  fi6.  Briefb.  fol.  96. 

Ibid.  Herrensteiner-Urkunden  aus  frvixerer  und  späterer  Zeit 


1462.  Schwörbrief  von  Meister  und  Rat  zu  Straßburg.  i:tao  Januar  li. 

In1  gottes  namen  amen,  wir  die  meistere  der  rat,  die  rittere,  die  knehte,  die  bürgere, 
ie  antwereke  und  die  gemeinde  beide  riche  und  arme  zu  Strazburg  verjehent  [ireiter 

n  in'r  m  Schwörbrief  von  1349  vgl,  Bd.  V  nr.  199  bis.-  geniset.  (2)]  und  wenne  ouch  also 
und  in  die  vorgen.  wise  ein  ander  ammanmeyster  gekosn  wurt  an  des  ammanmeysters 
stat,  der  danne  dot  und  verfaren  ist  oder  syech  ist  worden,  so  sol  man  doch  darumbe 
des  selben  jores  nit  anderwerbe  vor  dem  münster  sweren,  danne  man  sol  das  selbe 
Jar  uzz  gege n  dem  selben  ammanmeyster,    der  danne  anderwerbe  gekosen  wurt,  und 

-'  der  selbe  ammanmeyster  widerumbe  verbunden  sin  unde  alles  das  stete  halten  und 
haben,  das  man  des  selben  jores  vor  dem  münster  und  ouch  der  ammanmeister,  der 
danne  abegegangen  oder  syech  worden  ist,  des  selben  jores  gesworen  het  by  dem 
selben  cyde,  den  man  des  selben  jores  vor  dem  münster  gesworen  o.  a  g.  darnach 
so  sol   der  rat  [toeittr  wie  1340  bis:    ingesigeln,   die   hienach   geschriben   stant]    wir 

31  Swartzgötze  von  Grosteil),  Johana  von  Wickersheim,  Lienhart  Zorn  dem  man  sprichet 
Schultheisse,  Wetze]  Marsilis,  Rfibnan  Swarber,  Burekart  von  Mülnheim  dem  man 
sprichet  von  Rechperg,  Johana  von  Stille,  Heinrich  von  Mülnheim  in  Brantgasse, 
Johans  von  Kagenecke  der  eilter,  Thoman  von  Endingen,  Heinrich  von  Mülnheim  dem 
man    sprichet    von    Landesperg    rittere,    Heimholt    Hüffelin    der   eilter,    Johans    Schilt, 

M  Dietherich  Burggraff,  Johana  Zorn  dem  man  sprichet  von  Eckerich,  Wilhelm  von 
Mülnheim  und  Adam  L&selin,  die  har  zu  gekosen  wurden!  von  der  rittere  und 
knehte  wegen  disen  brief  zu  besigelnde.  und  wir  Wernher  Sturm  der  eilter,  Johana 
Bock,  Lawelin  von  Wintertur,  Claus  Mansse,  Hesseman  Hesse,  Thoman  Lentzelin, 
Claus  Merswin,  Thoman  zur  Megede,    Johans  Berlin,    Hans  Bihter  dem  man  sprühet 


in 


1  In  der  Vorlage  schön  gezeichnete  Initiale. 


758  1399 

Dütscheman  und  Ber  von  Heilgenstein,  die  har  zu  gekosen  wurdent  von  der  bürgere 
wegen,  und  wir  Götze  Wilhelm,  Wilhelm  Metziger,  Heinrich  Kranich,  Conrat  Arm- 
broster,  Ulrich  Gosse,  Rülin  Barpfennig,  Heintze  Meiger,  Peter  Sünner,  Hanseman 
Karle,  .lohans  Messerer,  Rülman  Voltze,  Peter  Museler,  Johans  Riffe,  Johans  Müniche- 
lin  der  eilter,  Hanman  von  Colmar,  Hug  von  Wangen,  Hanseman  Peyer,  Johans  i 
Heilman,  Johans  Betscholt,  Johans  Lumbart,  Cüntze  Kesselring,  Jocop  Herman,  Ülricli 
Hünter,  Pritsche  Wiszgerwer  und  Walther  Schanlit,  die  ouch  har  zu  gekosen  wurdent 
disen  brief  zu  besigelnde  von  der  antwerke  wegen,  verjehent,  das  wir  unsere  inge- 
sigele  zu  eime  waren  Urkunde  der  vorgen.  dinge  an  disen  gegenwertigen  brief  zu 
der  stette  ingesigel  zu  Strazburg  hant  gehencket.  der  wart  gegeben  uf  den  nehesten  » 
samstag  nach  sant  Erhardes  tage  des  heiligen  byschofes  in  dem  jare,  do  man  zalte 
von  gottes  geburte  drützehenhundert  jare  nüntzig  und  nun  jare. 

Wernherus  Spatzinger 
prothonotarius  civitatis  Argentinensis. 

Str.  St.  Ä.  AA.  61.  nr.  7.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  54  sig.  pend.  quorum  nr.  19  delaps.  n 

Vgl.  Hegel,  Kinigsh.  II,  934  Beilagen. 

1463.  Johann  von  Lichtenberg  und  Meister  und  Rat  ton  Straßburg  Urkunden 
über  die  gemeinsame  Hinterlegung  eines  Schuldscheines  auf  ljA  der  Burg  Hcrrcn- 
stein.  13!ß!ß  Januar  12. 

Ich  Johans  herre  zu  Liehtemberg  und  wir  der  meister  und  der  rat  von  Strazbm 
verjehent  und  dünt  kunt  aller  menglichem  mit  diseme  briefe,  als  ich  der  obgenante 
Johans  herre  zu  Liehtemberg  einen  brief  hinder  mir  ligende  gehept  han,  der  do  stat 
fünfhundert  guldin  und  wiset  und  seit  über  ein  vierdenteil  der  vestin  Herrenstein, 
daz  selbe  vierde  teil  ziigehorte  halber  dem  edeln  Symunt  Wecker  seligen  greven 
von  Zweinbrücken  und  herrrn  zu  Bitsche  minem  swoger,  das  ietze  gevallen  ist  an  die  u 
edeln  hern  Hanneman  und  Friderichen  gebrudere  greven  von  Zweinbrücken  und 
herren  zu  Bitsche,  und  der  ander  halbteil  mir  zügehöret.  und  wanne  die  obgenanten 
von  Strazburg  der  egenanten  hern  Hannemans  und  Frideriches  teil  an  der  egenanten 
vestin  an  sich  broht  hant  und  an  sü  komen  ist,  darumbe  so  habent  ich  der  egenante 
Johans  herre  zu  Liehtemberg  und  wir  der  meister  und  der  rat  von  Strazburg  den  30 
obgeschriben  brieff,  der  do  wiset  über  das  obgeschriben  vierdenteil  der  vestin 
Herrenstein,  zu  gemeiner  getruwer  hant  geleit  und  bevolhen  hünder  den  vesten,  edeln 
kneht  Volmar  von  Wickersheim, '  also  das  derselbe  Volmar  oder  sine  erben  den- 
selben brieff  von  unser  bederteil  wegen  sol  inne  haben  und  den  getruwelichen  be- 
hüten und  gehalten  und  sin  bestes  darzü  tun,  so  verre  er  kan,  also  sin  eren  wol  35 
anestat,  und  als  wir  ime  das  besunder  wol  getruwent,  one  alle  argelist  und  geverde. 
und  sol  ouch  derselbe  Volmar  noch  sin  erben  denselben  brief  unser  deheime  teil  nit 
geben  noch  lihen  one  des  andern  teiles  wissen  und  willen,  doch  were  es,  daz  unser 
dehein  teil  desselben  briefes  bedürffende  wurde,  so  sol  und  mag  der  egenante  Volmar 
oder  sin  erben  demselben  teil  ein  videmusz  des  selben  briefes  geben '  oder  in  loszen  40 


1   Vgl    unten  nr.  1470  dazu  die  Urkunde  des  Volmar  von  Wickersheim  v.  7.  März  1399. 


1399  750 

seilen  und  lesen,  so  das  an  in  gevorderl  wirt,  one  des  andern  teilet  Widerrede  und 
zorn  one  alle  gevenle.  des  zu  Urkunde,  so  hau  ich  JohaiM  lierre  zu  Liehtemberg  und 
wir  der  mei.ster  und  der  rat  von  Strasburg  unsere  ingewgeic  geton  hencken  an  disen 
brief.  der  gehen  w;nt  des  liebsten  sunnentages  noch  dem  zwölften  tage  des  jai 
als  man  zalt  in  Strazburger  bystuin  nach  Cristus  gebiirt  drützehenhundert  nuntzig 
und  min  jare. 

Str.  St.  A.  V.  C.  Q.  K   30b.  Herrensteinbüchel  cop.  eh.  coaev. 

Gleichzeitige  Notiz  unter  dieser  Cojiie:  Diser  brief  ist  mit  juncher   Johans  ingcsigel   von 
Lichtenberg  alleine  besigelt.  —  Ibid.  AA.  66.  Briefbuch.  B.  66.  fol.  99. 

14G4.     Pfalzgraf  Ruprecht  III.  schickt    an  Strassburg  die  Abschrift  eines   an 

ihn  ergangenen  Sehreibens  der  Grafen  Friedrich  und  Hannemann  des  jungen  von  BiUefa 

und  ersucht  auf    Grund  desselben  um    Freilassung  des    Colbe  und  erbietet   sich  zu 

einem  Tage  mit  dem  Markgrafen  von  Baden,     datum  Heidelberg  in  die  beati  Tymothei 

apostoli  anno   1399.  ll,idelberg  IMS  .Januar  24. 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  203.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  Koch  und  Wille  nr.  6812. 


I4(i-r).  Konig   Wenzel   an   Strassburg:    fordert   auf,   den    Bischof   von    Strassburg 
zu   veranlassen,  dass  er  dem  Stislaw    von    der  Wcyleniniile  die  Schulden,  um  die  er 
schon  oft  durch  Briefe  und   Boten   gemahnt   ist,   endlich  bezahle.         geben  zu  Präge 
20  des  dinslags  vor  unser  frawen  tage  purificationis  a.  reg.  boh.  36  reg.  rom.  23. 

Prag  1399  Januar  28. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  87.  or.  eh.  lit.  el. 


I4(if).  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  sendet  und  beglaubigt  .  .  . 

von  etwa/,  suchen  mit  uch  zö  reden  .  .  .  Hans  Cuntzman,  seinen  Vogt  zu  Baden,     datum 

25    Baden    in   vigilia  purificationis  Marie  Virginia  anno  99.  Baden  1399  Februar  1. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1854. 

14(57.  Graf  Heinrich  von  Zweibrücken  •  beurkundet,  dass  ihm  die  Stadt  Strassburg 
220  dulden  ausgezahlt  habe,  damit  er  sein    Achtel   von  Herrenstein,   welches  zu  der 

3(1  ihm  von  Strassburg  bereits  abgekauften  Hälfte  der  Burg  gehöre,  aus  der  Pfandschaft  des 
(verstorbenen)  Herzogs  Johann  von  Lothringen  löse  und  bis  längstens  nächsten  Ostern 
ausliefere,  widrigenfalls  er  sich  seiher  in  Strassburg  zur  Haft  stellen  wolle.  .  .  . 
flarzu  geloben  wir  hy  unserni  eide  .  .  .  zu  schaffende  hie  zwüsehent  und  untz  unser 
frowen   tage  der  lesten  nehest    kommet  ein   brief  von   dem    erwurdigen   herren   dem   a*t«i 

ss  byschole  von  Melze.  daz  er  sin  willen  zu  dem  koufTe  tut.  den  die  stat  von  des 
halben  teils  der  vestin  Herrenstein  wegen  umbe  uns  geton  hat.  der  selbe  kouff  doch 


1    Vgl.  oben  nr.  1461  die  Urkunde  Heinrichs  vom   7  Januar  und  die  dazugehörige  Anmerkung. 
VI.  98 


760  1399 

allewegen  in  eines  kreften  bliben  sol.  und  wenne  wir  das  geschaffent,  so  söllent  die 
von  Strazburg  dem  egenanten  herren  dem  byschofe  ein  brief  dergegen  geben,  das  si'i 
ime  die  vestin  Herrenstein  wider  wellent  geben  zu  lösende  nach  des  burgfridebriefe 
sage,  den  wir  und  Diether  Cemmerer  und  Cuntze  Lantschade  mit  einander  gesworen 
hettent  one  alle  geverde  .  .  .  Ausser  dem  Aussteller  siegeln  Stiszlawe  von  der  W'iten-  * 
mulen  und  sein  Sohn  Dietrich,  Landvogt  im  Elsass.  geben  an  dem  nehsten  sams- 
tage  vor  sant  Mathis  tage  ....  1399.  13U9  Februar  22. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30b.  Herrensteinbüchel  cop   eh.  coaev. 

1468.  Kleinhenselin    von   Heiligenstein,    ein   Edelknecht,    der  von  Strassburg  ge- 
fangen  gehalten   war,   schwört   der  Stadt   und   allen   den  Ihrigen  Urfehde.         datum   m 
nechsten  mendag  nach  sant  Mathistage  ....  1399.  1890  März  3. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  168.  nr.  13.  cop.  mb.  coaev. 

1469.  Graf  Hannemann  und  Friedrich  von  Zweibrücken,  Gebrüder  und  Erben 
ihres  Bruders  Symunt  Wecker,  beurkunden,  dass  Meister  und  Rat  von  Strassburg 
mit  ihnen  übereingekommen  sind :  .  .  .  .  umbe  daz  halbe  teil  an  eime  vierdenteil  der  15 
vestin  Herrenstein,  do  daz  ander  halbe  teil  zu  gehöret  dem  edeln  unserme  lieben 
swager  Johans  herre  zu  Liehtemberg  mit  aller  herschaften,  besitzunge,  lüten,  dörffern, 
gerihten  etc.  und  entsagen  damit  allen  Ansprüchen  auf  diesen  Teil  von  Herrenstein. 

geben  des  nehsten  fritages  vor  dem  sunnentag  Letare  des  jores  1399.  139»  März  7. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30b.  cop.  eh.  coaev.  Herrensteinbüchel.  —  Ibid  AA.  66.  Briefbuch    2" 
C.  fol.  100. 

1470.  Ich  Volmar  von  Wickersheim  tönt  kunt  aller  menglichem  mit  disem  brieve, 
als  der  edele  herre  juncher  Johanns,    herre  zu   Liehtemberg,    und   die   erbern  wisen 
und    bescheiden    meister   und  rat  zu    Straszburg   einen   brieff  hinder   mich  In  mine 
getruwe  hant   geleit   hant,   der  do  stot  funff  hundert  güldin  und  wiset  und  seit  über  a 
einen  vierdenteil  der  vestin  Herrenstein,'   dar  an  das  halbe  teil  zu  gehorte  dem 
edeln   herren,    herrn   Symunt  Wecker  seligen    greve   von   Zweinbrücken  und   herren 
zu  Bitsche,   das  nu    von   erbes  wegen  gevallen  ist  an  herrn   Hanneman  und  juncher 
Friderichen  gebrüdere  greven  von  Zweinbrücken  und  herren  zu  Bitsche  etc.  etc.,  das 
ich  do  denselben  brief  getruwelichen  sol  behalten  und  behüten  und  min  bestes  darzü   :" 
tun,  so  verre  ich  kan  und  mag  one  alle  geverde.  und  sol  ouch  ich  noch  mine  erben 
denselben  brieff  deheinem  teile  geben  noch  lihen   one   des   andern  teiles  wissen  und 
wille.  doch  were  es,  daz   dehein   teil   des   selben   brieffes   bedürffende  wurde,   so  sol 
und  mag  ich   oder  mine    erben    demselben   teile   desselben  brieffs  ein  vidimus  geben 
oder  inen   zöugen   und   loszen   sehen,   so   sü  das  an  mich   oder  min  erben  vordernt  <« 
one  des  andern   teiles   Widerrede  und   zorn  one  geverde.     dise  obegeschriben  stücke 


1   Vgl.  oben  nr.  1463.  Urk.  vom  12  Januar  1399. 


1399 


761 


globe  ich  (\cv  egenante  Voimar  im  mich  und  alle  mine erben  getrnwelichen  stete  und 

vesle  zi'i   hallende   .    .   .   und   <\c*  zu   eime   Urkunde  80  hau   ich    der    vorgenanf    Voimar 
min   ingesigel   »ehenckel   yn   disen   brielf.  d«  geben    warl    an   dein  nche-len  fiil;i<r<-   vor 

dem  rannentage  Letare  1399  t:tuu  ttän  t. 

Str.  St.  A.  AA.  86.  Briefb.  B.  fol.  101. 


1411.  König  Wenzel  an  Strassburg:  kann  nur  dann  ihre  Bitte  erfüllen,  den  Otto 
von  Reysecb  zur  Zurücknahme  seiner  Ladung  vor  das  Hofgericht  zu  veranlassen,  wenn 
sie  demselben  unverzüglich  zu  seinem  Rechte  gegen  Hans  Bock  verhelfen,  denn  .  .  . 
des  solt  ir  wissen,  das  wir  euch  solche  freyung  (vom  Hofgericht)  in  der  meinung  gegeben 

i»  haben,  das  ir  einem  iglichem  kleger,  der  zu  den  ewern  zusprechen  helle,  als  ölte  des 
not  geschee,  eines  volkomen  rechten  helfTen  sollet,  und  isl  ouch  unsere  mevnung 
nyt  gewesen,  das  von  solcher  freyung  wegen  yemande  an  seinem  rechten  geswechet 
wurde,  so  schreibet  ir  uns  ouch  das  .  .  .  .lost  marggraf  zu  Merhern  unser  vetter 
und   Przimislav   herezog   zu   Teschin   unser   oheim    und   fursten    und   etliche   andere 

is  herren,  rilter  und  knechte  demselben  euerm  mitburger  gesagt  haben,  das  in  der 
richlung,  die  (zwischen  uns  und  unsern  lantherren  von  Beheim  gescheen  ist,  begriffen 
sey,  das  BÜe  gefangen  ledig  sollen  sein,  und  was  in  burgschaften  stunde,  das  solle 
ouch  abesein.  doruf  wisset,  das  wir  das  ouch  dofur  gehabt  haben,  sint  aber  uns  das 
nicht  gescheen  mochte,  haben  denn  euch  die  egenanten  unsere  fursten  oder  yemande 

so  anders  ichtes  gesaget  oder  zu  wissen  getan,  die  moget  ir  dorumb  monen  und  zu  rede 
setzen,  als  euch  das  aller  beste  dünken  wirdet.  doruber  so  habt  ir  vor  czeiten  dem 
egenanten  unserm  dyner  einen  brife  gesant  .  .  .  des  abschrift  wir  euch  hierynne 
senden  '  verslossen,  dorynne  ir  im  danket  der  fruntschaft  und  trewen,  die  er  dem- 
selben ewern  mitburger  beweiset  und  getan  hat  .  .  .    Nochmalige  Ermahnung  ihm  jetzt 

i.i  Recht  zu  verschaffen.  geben  zu  Präge  des  sunabendes  vor  Letare  in  der  vasten 
a.  reg.  höh.  :S(>  reg.  rom.  23.  r,af/  l.iutt  Miirz  S. 

Str.  St.  A.  AA.  113.  nr.  68.  or.  eh.  I  cl. 


1172.  Hannemann  von  Zweibrücken  und  Bitseh  und  Sigelman  von  Windeberg 
beurkunden,  dass  Meisler  und  Bat  von  Strassburg  ihnen  die  540  Gulden  bezahlt 
n  haben,  welche  Herzog  Buprecht  von  der  Pfalz  und  Baiern  und  Markgraf  Bernhard 
von  Baden  als  Vermittler  zwischen  ihnen  und  Strassburg  (wegen  Leberlassung  von 
Besitzanteilen  an  Burg  Herrenstein)  festgesetzt  haben.  geben  des  nehsten  mentages 
nach  dem  sunnentage  Letare  des  jores  .  .  .   1  :!!»!>.  1399  März  10. 


35 


Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  SO*'.  HerrensteinbiicM.   cop.  eh.  coaev.    —    Ibid.  AA.  66.  Briefb. 
B.  fol.  101. 


1  Liegt  nicht  mehr  vor. 


762  1399 

1473.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  sendet  und  beglaubigt 
seinen  Getreuen  Hans  Bach  .  .  .  datum  Pfortzheim  feria  sexta  ante  dominicam  Miseri- 
cordia  domini  1399.  Ffttnketm  1399  April  11. 

Str.  St.  Ä.  AA.  85.  or.  eh.  I.  el. 

Bcg.  d.  Markgr.  v.  Bad.  nr.  1864.  5 

1474.  Herzog  Karl  zu  Lothringen,  Bischof  Wilhelm  und  die  Stadt  Straßburg 
schließen  einen   Vertrag  zum  Schutz  und  Sicherung  ihrer  Kaufleute  und   Waren. 

1399  April  20. 
Wir  Karle  von  gots  gnaden  herzog  zu  Lothringen  und  marggrave  und  wir  Wil- 
helm von  den  selben  gots  gnaden  herweiter  und  bestettegter  byschoff  dez  stifftes  von   10 
Stroszburg  und  wir  der  meister  und  der  rat  und  die  gemeynde  der  stette  von  Strosz- 
burg  tunt  kunt   aller   menglichen    und   erkennent   uns   öffenlichen   mit   crafft   disses 
offen  brieffes,  das  wir   einer  gutlichen  früntlicheit   umbe   des  willen,  das  unser  lant, 
lüte   und  gütere   deste   basz   beschirmet,  befrydet    und  behütet  werdent,   als  daz  ein 
yeglicher  kouffman,  pilgerin  und  ander  byderbe  lute   deste  sicher,  fryger  und  fryde-   15 
licher   rittent,  varent,   gon   und   wandeln   mügent   und    ir   kouffschatz   und   ander  ir 
gewert  und    pfennigwert  bewenden   mügent  yederman  noch   sime   nütze   überkomen, 
übertragen  und  vereyniget  sint  in  die  wise,  als  hie  nach  geschriben  stat  zu  wissende: 
wer  ez  sache,  das  yeman,  wer  der  were,  der  den  obgenanten  byschoff  Wilhelm  oder 
sine  stifft  von  Straszburg  oder   die   stat  von   Straszburg  und  die  iren    schediget   mit  20 
namen,   oder   wie   das  were,  und   durch  unsers  hertzoge  Karies  lant  tribent,  fürtent 
oder   trügent,    so   sollen  wir  oder  unser  amptlüte,  den  wirs   ouch  empfellen  süllent, 
zu  stünt  so  wirs  befyndent,  dar  zu  varen  und  das  beschütten  und  erweren  getruwe- 
lichen  nach  aller  unser  vermügeden,  als  unser  eygen  gut  und   das  zu    dem    rechten 
behalten  one  alle  geverde.  zu  glicher  wise,  wer  ez  sache,  das  yeman,  wer  der  were,   2.1 
den  obgenanten  herrn  Karle  hertzoge   zu  Lothringen    und   marggrave   oder   die    sine 
schediette  mit  nommen,  oder  wye  das  were,  und  durch  unser  byschoff  Wilhelms  lant 
und  unser  der  stat  von  Stroszburg  lant  und  gebieten  triben,  trügent  oder  fürtent,  so 
sollent  wir  oder  unser  amptlüte  und  die  unsern  [weiter  wie  oben  bis  one  alle  geverde]. 
ouch  werez  sache,  das  der  dehein  koufman,  pilgerin  oder  ander  lüte,  wer  die  werenl,   30 
die  dem  obgenanten  hern  Wilhelm  byschoff  zu  Stroszburg  oder  der  stat  zu  Stroszburg 
zu  gehörte,  in  unser  hertzoge  Karies  lant  gefangen,  beröbet  oder  geschediet   wurdent, 
in  welichen  weg  das  were,  so  süllent  wir  oder  unser  amptlüte  zu  stünt    und   unver- 
züglichen,   so  wir  das  befyndent,   [treuer   wie   oben},    zu  glicher  wisze,   werez  sache, 
das  der  dehein  köfman,  pilgerin  oder  ander  lüte,  wer  die  werent,  die  dem  obgenanten  3:, 
hern   Karle  hertzoge  von  Lothringen  und  marggrave  zügehörtent,   in  unser  Wilhelms 
byschoves  zu  Stroszburg  oder  der  stat  zu  Stroszburg  landen  und  gebietten  geschediet 
wurdent,   in   welichen    weg   das  were,   so   süllent   wir  oder  unser  amplüte   und   die 
unsern  etc.  etc.  beschirmen  und  beholffen  sin  in  alle  weg  glich  als  unser  eygen  lüte 
ouch  on  alle  geverde.  es  ist  ouch  beret,  daz  wir  hertzoge  Karle  uff  eyne    sytte   und  40 
wir  Wilhelm  byschoff  zu  Stroszburg  und  die  stat  von  Stroszburg  uff  die  ander  sytte 
nyt  widernander  dün  sollen  noch  schaffen  geton  werden  in  deheinen  weg,  als  lange 


1399 

so  diese  götliche  fruntlicheit  weret  on  alle  geverde.  werez  ouch,  das  ein  under  uns 
bertzoge  Karle  hohcnman  (!)  wider  den  obgenanten  byschoff  Wilhelm  oder  sine  stillt 
oder  die  stut  von  Stroszburg  und  die  iren  dön  wolle  unrl  wolle  vme  mit  eime  glichen 
gemeynen  rehle  von  siner  anspreche  wegen  benügen  und  möhte  yme  das  nyl  wider- 

i  raren,  so  [so]  mögen  wir  unserm  hohenmanne  wol  beratlen  und  beholfen  sin  zu  syme 
rehten.  wolte  aber  dem  hohenmanne  mit  eime  glichen  gemeynen  rehte  nyt  benügen, 
so  sollen!  wir  yme  weder  beratten  noch  beholffen  sin  in  deheinen  weg  one  alle 
geverde.  zu  glicher  wise,  werez,  das  ein  under  uns  byschoff  Wilhelm  hohenman  wider 
den  obgenanten  hern  Karle  hertzoge  zu  Lothringen  und  marggrave  und  die  sinen  lün 

u  wolte  und  solte  etc.  wie  oben  bis  one  alle  geverde).  und  sol  ouch  dise  gutliche  frunt- 
licheit ane  gan  off  diesen  nehsten  kommenden  sancte  Georgien  dag  und  sol  dar  nach   Aj-ruu. 
weren  diszen  nehsten  drü  jor  nacheinander  kommende,  usz  gescheiden  in  allen  diszen 
stücken   arglist    und   geverde.     wir   Karle   von   gots   gnaden    hertzoge   zu    Lothringen 
und  marggrave  und   wir  Wilhelm  von  denselben   gots  gnaden   erweiter   und  bestedi- 

ia  Retter  byschoff  zu  Stroszburg  und  wir  meister  und  rat  und  gemeynde  gemeynlichen 
von  Stroszburg  erkennent  uns,  daz  wir  diser  gütlicher  fruntlicheit  mit  wol  bedahtem 
mute  und  unser  lant  und  h'ite  nütze  und  notdürffte  eindrehteklichen  überkommen 
sint,  und  globent  wir  alle  gemeynclichen  und  besunder  dise  gütliche  fruntlicheit,  und 
waz  in  disem  briffe  und  underscheiden  etat,  wir  hertzoge  Karle  by  iinsern  fürstlichen 

h  truwen  und  wir  byschoff  Wilhelm  ouch  by  unsern  fürstlichen  truwen  und  wir  die 
stal  von  Stroszburg  by  unsern  eyden,  die  wir  unser  stette  zii  Stroszburg  geton  hant, 
gentzlichen  und  gar  zu  haltende,  zu  habende  und  getruwelichen  zu  folfürende  on 
allen  argelist  und  geverde.  wir  hertzoge  Karle  nement  uz  in  diszen  sachen  unsern 
herren  den  romschen  künig  und   unsern  bereu  den   künig  von  Franckrich,   den  hert- 

i»  zogen  von  Aureliens,  den  bertzogen  von  Burgognien,  den  hertzogen  von  Beyern, 
unsern  lieben  valter  und  sweher  hern  Friderich  von  Lothringen  graven  zu  Wyde- 
munt,  unsern  lieben  brüder  den  marggraven  von  Baden  und  den  graven  (von)  Wirtem- 
berg  unsern  vetter.  wir  Wilhelm  byschoff  zö  Stroszburg  nement  uz  unsern  herren  den 
romschen    künig,   unser  fröwe   die  hertzogynne    von  Brobant,   den   marggraven   von 

st  Baden,  den  graven  von  Wurtenbcrg  und  die  stal  von  Stroszburg.  wir  meister  und 
rat   und  die  stut  von  Stroszburg  nement  uz  unsern  herren  den  romschen  künig.  den 

9 

duichhihtigen  höchgebornen  forsten  bertzoge  Lüpolt  bertsogen  zu  Usterich,  den  cr- 
wurdigen  herren  liern  Wilhelm  byschoff  *  lA  Stroszburg.  den  hochgeboren  herren 
Bernhart  marggraven  zii  Laden,  die  wisze  und  beselicidc  die  stat  von  Basel,  die  stal 
H  von  Hagenöwe  und  ouch  die  slat  von  Sarburg  in  der  fruntlicheit,  als  wir  mit  \n 
sint.  zii  Urkunde  so  hau  wir  Karle  hertzoge  zii  Lothringen  und  marggrave  und  wir 
Wilhelm  von  gots  gnaden  erweiter  und  bestetügeter  byschoff  zii  Stroszburg  und  wir 
inevster  und  rat  und  gemeynde  der  stal  zii  Stroszburg  unser  ingesigele  an  diszen 
brieff  dön  bencken  uns  alle  gemeynlichen   zii   abersagen  aller  vorgeachriben  dinge. 

.(u  der  geben   warl    des  jors,  do   man   zalelte  dusenl   drühundert   nünlzig  und  nun  jor 

dez  zwenlzigesten  dages  in  dem  April. 

Str.  St.  A   G.  IL  P.  lad.  45/46.  or.  mb.  I.  pat.  c.  3  sig.  p.  quor.  1  (Arg.)  exttat. 
Reg.  d.  Mrkgr.  >.  Bad.  nr.  1865. 


764  1399 

1475.  Conrad  Blaurer  von  Constanz  an  Strassburg :  erzählt  ausführlich,  wte  der 
Strassburger  Gesandte  Hans  Bock  seinerzeit  zu  Prag  seine  und  des  Herrn  Beoiscn 
Hülfe  und  Vermittlung  in  Anspruch  genommen  habe,  damit  die  Strassburger  Sachen  ' 
vor  den  König  kämen,  und  verlangt  nun  die  damals  in  Aussicht  gestellte  Belohnung, 
besonders  da  er  von  Borziboy,  der  ihm  wegen  dieser  Dienste  gram  Bei,  durch  Ver-  ■ 
hinderung  an  seinem  Amt  in  Schlettstadt  um.  600  Gulden  geschädigt  sei.  geben 
am  samstag  nach  Georii  anno  1399.  1999  April  26. 

Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl. 

1476.  Strassburg    als    Schiedsrichter    zwischen    Herrn    Waller    von    Geroldseck 
Wilhelm  und   Peter   Messerer  einerseits  und  dem    Bürgermeister  und  Bat   von    Basel   io 
anderseits  urteilt,  dass  Friedr.  Messerer  sich  vor  dem  Gericht  zu  Basel  zu  stellen  und 
dessen  Spruch  anzuerkennen  habe.         datum  dinstag  ante  Festum  ascensionis  domini 
anno  1399.  1399  Mai  6. 

Basel,  Sts.   Vrk.  nr.  766.  geh.  Reg.  (deutsch.)  or.  mb.  c.  5  sig.  pend. 

1477.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  an  Meisler  und  Bat  von  Strassburg:  bittet,   u 
dem  Lütold  von  Kolbelzheim  und  Büdolf  von  Berge,    von    denen   er  wisse,  .  .  .  da/. 

Mai  is.    sü   sich   üch    uf  disen    nehsten    sundag   antworten    süllent,   fürbasaer   zil    zu    geben 
ahtage   langer   umb   unsern   willen  .  .  .  wan   wir  der  vorgenanten  zweiger  .  .  .  be- 
sunder  wol   bedörffent    uns   zu    fürende   (zu   einem  Tage    nach  Lauterburg  mit  dem 
Herzog  von  Baiern),   wan   sü   die   wege   wol    wissent.         geben  zu  Zabern  uf  fritag  20 
nach  dem  heiigen  pfingest  dage  anno  etc.  99.  Zabem  1999  Mut  23. 

Str.  St.  A.  AA.  1422.  or.  eh.  1.  cl. 


14715-  Graf  Heinrich  von  Zweibriichen  verkündet,  daß  die  Lösung  des  früher 
von  ihm  an  Lothringen  verpfändeten  Anteils  an  Bar;/  Herrenstein  der  Stadt  Slraß- 
burg  als  Käuferin  seines  ganzen  Herrensteiners  Anteils  obliege.  1399  Mai  23.  25 

Wir  Heinrich  greve  von  Zweinbrücke  verjehent  und  bekennent  und  kündent 
menglichem  mit  diseme  brieve,  als  wir  vor  ziten  ein  teil  an  der  vestin  Herren- 
stein versetzet  habent  dem  durchlühtigen,  hochgebornen  fürsten  und  herren,  herren 
Johanse  hertzoge  zi'i  Luthringen  und  marggrave  seliger  gedehtnisze  mit  den  vürwor- 
ten,  das  derselbe  herre  der  hertzoge  oder  sine  erben  uns  oder  unsern  erben  den-  so 
selben  teil  wider  zi'i  lösende  sol  geben  umbe  zweihundert  güldin,  als  ein  brief  be- 
wiset,  den  wir  von  dem  vorgenanten  unserm  herren  dem  hertzogen  seligen  darüber 
habent,  und  wenne  wir  vür  uns  alle  unsere  erben  und  nochkommen  unser  reht  des- 
selben unsers  versetzten  teils  und  ouch  alle  andere  reht,  die  wir  hettent  oder  haben 
möhtent  an   der   vestin   Herrenstein    und   an  den  dorffern,    die  darzii  gehörent,  reht 


1   Wohl  die  Befreiung  von  der  Reichsacht. 


1399  765 

und  redelicb  verkoufl  baten!  und  zu  kouffende  gegeben  den  erbern  wysen  meiste* 
und  rat   zfl   Strazburg,   also  das  ein    kouffbrieff  bewiset,  den   sä    von  uns  darüber 

habent.  daz  wir  uns  do  nemeliche  bekennent,  das  die  losunge  des  teilea  vor  unserme 
herren,  dem  hertzogen  zu  Lothringen  zö  tünde  der  stat  Strazburg  zflgehort   und  uns 

s  nil.  und  ist  unser  guter  wille  und  gevelle.  daz  die  von  Strazburg  daz  teil  von  un- 
serme  herren  dem  hertzogen  zi'i  in  lösent,  und  gebent  in  oucli  des  mäht  ze  tünde, 
glich  als  ohe  wir  das  teil  seiher  zfl  uns  losen  woltent.  und  zfl  eiin  Urkunde,  so 
babenl  wir  der  vorgenante  Heinrich  unser  ingesigel  an  disen  brielT  geton  heneken. 
der  geben  wart  an  dem    nehsten    frytage  noch  dem  heiligen  plingsttage  in  dem  jare, 

10  do  man  zalte  von  gottes  geburte  drützehen  hundert  jor  nüntzig  und  nun  jore. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  30b.  Herrensteinbüchel.  cop.  eh.  eoaev.. 
Ibid.  AA.  Briefbuch  B.  fol.  102 


1479.  Reinhart   von    Remchingen,    markgräflicher   Vogt    zu   Pforlzheim   an  Hans 
Bock,  Bürger   zu    Strassburg:    lieber   Hans,  als  ich  und  du  nun  nehst  zu  Raden  mit 

is  enander   retten    von   ainer    aynung   wegen   zwuschent   minem   herren    und    den  von 
Strassburg,  lasz  ich  dich  wissen,  daz  min  vorgenanter  herre  und  ich  uf  disen  nehsten 
fritag  zu  Raden  sin  wellen,    darumb  so   wellest  uf   denselben   fritag  ouch  gen  Raden   /u*t «. 
komen    und   mit   dir   bringen,   wen   dich    dunkt,    der   da   zu    nütze  und  gut  sy,  von 
den  sachen  zu  redent.         datum  dominica  post  festum  corporis  Christi  anno  99. 

20  1399  Juni  1. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I  el 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1871. 

1480.  Graf  Ludwig  von  Oettingen    an   Wilhelm  von  Mülnheim  [den  Meister]  und 
den  Rat  von  Strassburg  :  hat  aus  ihrem  Rriefe  erfahren,  dass  die  zu  Strassburg  zwischen 

25  seinem  Schwiegersohn  Rernhard  von  Raden  und  Ludwig  von  Lichtenberg  gepllogenen 
Verhandlungen  gescheitert  sind,  und  ist  auf  ihren  Wunsch  bereit,  wenn  Ludwig  zu- 
stimme, über  acht  Tage  einen  Sühneversuch  zu  Raden  zu  machen,  zu  dem  er  dann 
auch  ihre  Räte  erwarte.         datum  feria  sexta  ante  Viti  anno  etc.  99.  1399  Juni  13. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  or.  eh.  I.  cl. 
so  Beg.  d.  Mrkgr   v    Bad.  nr   1872. 


14111.  Frankfurt  an  Strassburg:  weiss  nichts  von  1400  Gulden,  die  es  Strassburg 
schuldig  sein  soll,  und  bittet,  solche  Anmutungen  zu  unterlassen.  datum  ipsa  die 
Viti  el  Modesti  anno  99.  1399  Juni  15. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  221.  or.  eh.  I.  cl. 

35  14112.     Herzog    Karl   von    Lothringen    quittiert    dem  Grafen  Heinrich    von    Zwvi- 

brücken  den  Empfang  von  200  Gulden  ...  für  wellichen  güldin  er  unserme  herren 
und  vatter  seligen  ...  sin  teil  an  dem  slosse  zu  Herrenstein  mit  sime   zügehörunge 


766  1399 

halbes  versetzet  hefte,  als  der  losunge  brieff  inhaltet.        geben  in  dem  jare,  als  man 

zalt  in  Metzer  bistön)   noch   Cristus  gebürt  tusent  dreihundert  nüntzig  und  min  jore 

des  fünffttzehenden  tages  des  monades  junii.  1.(99  Juni  18. 

Str.  St.  A.  AA.  66.  Briefb.  B.  fol.  102.  -  Ibid.  V.  C.  G.  K.  80»».  eop.  eh.    (Herrenstein- 

büchel). 


:. 


14553.  Graf  Ludwig  zu  Oettingen  an  Wilhelm  von  Mülnheim,  den  Meister  und 
den  Rat  von  Strassburg  .  .  .  bitten  ew  (in  Sachen  des  auf  nächsten  Donnerstag  zu 
Baden  zwischen  seinem  Schwiegersohn  Bernhard  von  Baden  und  Ludwig  von  Lich- 
tenberg angesetzten  Tages)  mit  gantzem  vlisse  und  ernst,  das  ir  Ludewigen  von 
Liechtenberg  bitten  wollet,  das  er  durch  unsern  willen  voll  herüber  gen  Ettlingen  10 
reyten  wolle,  das  wollen  wir  besunder  umb  in  und  ew  verschulden,  und  das  ir  auch 
ewer  freund  daselbs  hin  mit  im  sekicken  wollet,  wann  wir  da  zu  Baden  niht  gern 
sien  von  solhes  gebresten  wegen,  der  daselbs  ist.  datum  Pfortzheim  feria  seeunda 
post  beatorum  Viti  et  Modesti  anno  99. '  Fforzheim  1X99  Juni  16 

Str.  St.  A.  AA   85.  or.  eh.  I.  cl.  15 


1484.  Arnold  von  Berenfels  der  Bürgermeister  und  der  Rat  von  Basel  an  Strass- 
burg: weisen  die  Beschwerde  des  Strassburger  Fischers  Bruchei  Lawelins  über  Verzollung 
seiner  Ladung  zurück  und  .  .  .  bitten  ach  mit  ernst,  daz  ir  die  uwern  underwiseni 
sich  sSlicher  sach  hienach  ze  erlassent,  wand  waz  si  nidewendig  so  nach  unser  stat 
lüdent  und  schiffung  und  stierlüt  by  uns  nöment,  daz  verzollent  si  billich,  als  daz 
by  uns  harkomen  ist.  datum  anno  etc.  nonagesimo  nono  quinta  ante  Johannis 
baptiste.  1899  Juni  19. 

Str.  St.  A.  AA.  1799.  or.  mb.  I.  cl. 


14116.  Edelknecht  Johann  von  Gerningen  urkundet:  .  .  .  gihe  und  bekenne,  daz 
mir  die  erbern  wysen  meister  und  rat  der  stat  zu  Straszburg  gegeben  und  bezalt  26 
habent  zweihundert  guter  güldin  von  wegen  und  anstat  des  durchlühtigen  hochge- 
bornen  fürsten  und  herren  hern  Karlen  hertzoge  zu  Luthringen  und  marggraven 
mins  gnedigen  herren  von  des  teils  der  vestin  Herrenstein  wegen,  den  sü  den 
obegenanten  mime  herren  dem  hertzogen  wider  in  gegeben  soltent  haben,  den  teil  sü 
domitte  von  dem  edeln  herren  juncher  Heinrich  grave  von  Zweinbrücke  und  ouch  3" 
der  stat  zu  Straszburg  gelöset  hant.  und  sage  ich  sie  für  mich  und  min  erben  von 
des  obegenanten  mins  herren  von  Luthringen  wegen  die  egenanten  meister  und  rat  zii 
Straszburg  und  alle  ire  nachkommen  das  teil  an  der  vestin  Herrenstein,  so  min  herre 
daran  hette,  und  ouch  der  egenanten  zweihundert  güldin  quit  ledig  und  losz.  geben 
an  sant  Johanns  obent  zu  süngihten  in  dem  jore  do  man  zalte  1399.  isgg  juni  23.  »> 

Str.  St.  A.  AA.  66.  Briefb.  B.  fol.  102. 

ibid.  V.  C.  G.  K.  301).  eop.  coaev.  im  Herrensteinbüchel. 


1  Dies  Stück  fehlt  »'.  d.  Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  zwischen  nr.  1872  73. 


1399  767 

1487.  Straßburg  an  seine  Glefcn/i'H'/tllni/r  im  Felde:  übersendet  einen  von  Ila- 
genau erhaltenen    Waruungsbrief  mit  der  Weisung  sich  danach  zu  richten. 

[1399]  Juni  24. 
Wir  Wilhelm  von  Miilnheim '    der  meister  und  der  rat  von   Strazburg   embieten 

e 

Johanse  Zorne  und  hern  Ulrich  Gossen  unserme  alten  amanmey.-tcr  unsere  glefen- 
houptlüten,  was  wir  gutes  vermögen!  uns  haut  unser  guten  fründe  von  Hagenau  ein 
warmiiigesbrief  rerschriben,  des  wir  (ich  ein  abgeschrüR  harynne  sendeni  rorolomon,' 

do  wisscnl  ueh  noch  zu  richtende,  do  tiind  unsere  dienere,  die  warten  dester  bttz 
und  witer  verstehen  und  darnach  ein  erfaren  habent,  dasselbe  wellent  wir  ouch  tun. 
und  was  wir  \  ürbasser  empfindent,  wellent  wir  üch  lossen  wissen,  empfindent  ir  aber 
von  solicheme  volke  ützit,  das  nil  uwer  mosse  were,  so  machent  üch  vürderliche  zu 
uns  har  heim,  das  ist  gentzliehe  unser  meynunge.  und  wenne  ir  gehaltent  bitz  uf 
morn,  so  sollend  ir  üch  aber  har  heim  machen.  geben   uff  den  morgenimbes  an 

sant  Johanstage  zu  süngihten. 

Str.  St.  A.  AA.  118.  or.  mb.  I.  cl. 


14811.  König  Wenzel  an  Strassburg:  befiehlt,  den  Bürger  Hans  Bock,  .  .  .  vor  den 
Otyk  von  Chrasl  unser  über  getrewer  sein  gelt  usgeben  hat  .  .  .  ,  zu  veranlassen,  dass 
er  diesem  die  Schuld  endlich  bezahle,  widrigenfalls  er  einschreiten  müsse.5  Prag 
des  montags  nach  sand  Peters  und  Pauls  tage  a.  reg.  boh.  37.   reg.  rom.  24. 

Prag  1399  Juni  30. 

Str.  St.  A.  AA.  113.  nr.  65.  or.  eh.  I.  cl. 


1489.  Günther  Marschalk  der  Bürgermeister  und  der  Bat  von  Basel4  an  Strass- 
burg: haben  durch  ihre  Schiflleute  vernommen,  .  .  .  daz  der  grosse  zol  uf  dem  Bine 
im  ki'iitzliehen  aber  werde  angan  und  gesteigert  werde:  bitten  wir  ueh  früntlich  und 
25  ernstlich,  werden  ir  die  uvveren  in  dehein  wise  besorgen  von  der  zollen  wegen 
danide  an  von  inen  ze  nemende  als  dahar,  daz  ir  die  unsern  darinne  ouch  also  be- 
sorgen und  begriffen  wellent  als  die,  die  zu  den  uweren  gehörent  und  wir  durch 
uweren  willen  gern  und  billich  tun  woltent.  datum  seeunda  post  Ulrici  episcopi 
anno  nonagesimo  nono.  1399  Juli  7. 

30  Str.  St.  Ä.  AA.  1799.  or.  mb.  1.  cl. 


1490.  Dietrich  von  der  Witenmulen,  Landvogt  im  Elsass  bekennt:  ....  von  der 
gespenne  und  anesprache  wegen,  die  ich  gehept  habe  ane  Bernharten  von  Bebeln- 
heim  und  er  widerumbe  an  mich,  wo  von  daz  ist  oder  was  saehen  daz  sint,  die  wir 
aneinander  gehept  hant  ...  sei  er  durch  Vermittlung  von  Meister  und  Bat  zu  Strass- 


1  Wilhelm  von  Miilnheim  war  1399  Stettmeister. 

2  Liegt  nicht  mehr  vor. 

3  Vgl.  unten  nr.  1499  und  1501  Wenzels  Briefe  in  derselben  Sache  vom  31  August  und  2  Sept. 
*  Vgl.  unten  den  Brief  derselben  vom  28  Sept.  99. 

VL  97 


768  1399 

bürg  völlig  gesühnt  und  wolle   diese   Sühne   halten.         geben  an   dem  zinstage  nach 
sant  ülriches  tage  .  .  in  dem  jore  do  man  zalte  1399  jore.  i:t99  Juli  S. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.   166.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  pend. 
Ebenda  die  gleichlautende  Gegenurkunde  des  Bernh.  v.  Beblenheim. 


1491.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  erklärt,  daß  er  mit  Ludeman  von  Lich- 
tenberg übereingekommen  sei,  sich  wegen  ihrer  gegenseitigen  Ansprüche  dem  Schieds- 
sprüche von  dreüehen  genannten  Straßburger  Räten  zu  unterwerfen,  und  stellt  die- 
selben gegen  alle  künftigen  Ansprüche  eines  von  ihnen  beiden  sicher. 

[1399  vor  Juli  19.]  ■    10 

Wir  Bernhart  von  got  gnaden  etc.  verjehent  von  sogetaner  Zuspruch  und 
vorderungen  wegen,  so  wir  haben  an  den  edeln  Ludewigen,  herre  zu  Lichten- 
berg, und  er  widerumb  an  uns,  dieselben  Zuspruch  wir  zu  beden  siten  geschriben 
geben  habent  den  vürsihtigen  wisen  Dietherich  Burggrafen  stetmeister  zu  Stnis- 
purg,  Burekarte  von  Mülnheim  dem  man  sprichet  von  Bechperg,  Heinrich  von  Müln-  is 
heim,  Thoman  von  Endingen,  drie  rittere,  Beimbolt  Wetzel,  Johans  Bock,  Ulrich 
Bogk,  Wilhelm  Metziger,  Heinrich  Kranich,  Ulrich  Gossen,  drie  altamanmeister  zu 
Straspurg,  Peter  Sünner,  Claus  Billung,  dem  man  sprichet  guten  Claus,  und  Johans 
Heilman,  bürgere  ze  Straspurg,  also  das  die  drützehene  unser  beder  clage,  züsprüche 
und  antwurte  verhören  sollen  und  darnach  ein  reht  sprechen  nach  irer  verstentnüsse.  *> 
und  was  der  merreteil  under  yn  erkennent,  do  by  sol  es  bliben.  und  sollend  es  zu 
bedensiten  stete  halten,  das  wir  der  vorgenante  marggraf  Bernhart  uns  do  ver- 
sprechent  in  krafft  dis  briefes  vür  uns  und  alle  unsere  erben  und  nachkomen,  was 
die  obgenanten  drützehene  oder  der  merreteil  under  yn  noch  vorgeschribner  wise  er- 
teilent,  sprechent  oder  erkennent,  das  wir  das  stete  halten  und  vollefüren  wellen.  u 
nemlich  so  haben  wir  Bernhart  marggraff  zu  Baden,  erlöbet  den  vorgenanten  drüt- 
zehenen,  wer  es  ob  deheine  under  ynen  were  oder  wurde,  der  unser  und  unser 
herschafft  man  were,  das  denen  daz  reht  zu  sprechende,  es  sie  mit  uns  oder  wider 
uns,  ime  an  sime  eyde,  so  er  uns  von  siner  lehen  wegen  geton  hat,  nit  schaden 
bringen  sol  in  deheinen  weg.  ouch  ist  beretd,  weres  das  der  vorgenanten  drützehener  30 
einre  oder  ine  nit  wol  uf  den  tagen,  die  danne  sinde  werdent  by  dem  rehten  zu 
sprechende  und  uz  getragende,  möhtent  gebliben  libes  not  oder  anderer  ehaftiger 
sachen  halb  ungeverlich,  so  sollend  meister  und  rat  ze  Straspurg  one  vertzog  und 
geverde  einen  oder  me  usser  iren  reten  an  des  oder  der  stat  geben  und  setzen,  der 
glieher  wise  verbunden  sie  zu  sprechende  und  zu  bekennende  noch  siner  verstentnüsse  sb 
und  dem  rehten,  alse  der  getan  solte  haben,  der  danne  gegenwertig  gewesen  sin 
solte.  und  wellent  darumbe  und  umbe  alle  vorgeschriben  stücke  wir  unser  erben 
unde  nachkomen  an  die  egenanten  meister  und  rat  und  bürgere  zu  Staspurg  noch 
ire  nachkomen  noch  an  die  vorgenanten  drützehene  oder  der  erben  niemer  kein  ane- 


Diese  Datierung  wird  bedingt  durch  das  Stück  nr.  1493  vom  19  Juli. 


1399  780 

spruch  haben  in  deheinen  weg,  sunder  si  sollend  eweklieh  dovon  von  uns  und   unsern 
nachkomen  ane   notrede  und  ane  schaden  sin   und  hüben  one  alle  geverde. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  sr.  30'<    cop.  eh.  coaev. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  li.  nr.    1878. 


5  1492.    nie   dreizehen   zu    Schiedsrichtern    bestellten    Strassburger  Räte  erklären: 

also  der  hochgeborne  Purste  unde  herre,  herre  Beinhart  marggrafe  ze  Baden  und  der 
clclc  jungherre  Ludewig  herre  zii  Lichtenberg  ufT  drizehene  unserre  rete  des  rehten 
konicn  sinl  der  zuspräche,  so  sie  uns  verschriben  geben  haben  und  daz  ze  beden- 
siten  versichert   hant,  ie   daz   teil   vür    10000  guldin,    also  daz    briefe   besagent,   die 

in  dar  über  gehören!,  weres  do  sache,  das  jungher  Ludewig  dem  obgenanten  herren, 
dein  marggrafen  ützit.  nit  endete  oder  vollel'ürle,  das  ime  gesprochen  würde  ze  dünde 
von  den  drizehenen,  das  wir  do  dem  vorgenanten  herren  marggrofe  geroten  unde 
beholPPen  wellen  sin  gegen  jungherr  Ludemane  sin  erben  und  den  sinen  nutz  an  die 
stunde,  das  dem  vorgenanlen  herren,  dem  marggroPen    und    den    sinen  von  jungherr 

i.,  Ludemane  geschieht  uns  die  drizehene  danne  gesprochen  unde  bekant  habent  ane 
aller  slahte  geverde.  [MSW0  rot-  Juli  tu.] 

Str.  St.  A.  AA.  84.  cop.  c/i   coaev. 
Heg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1879. 

14!)3.   Markgraf  Bernhard   von  Baden  und  Junker  Ludemann  von  Lichtenberg 
n  unterwerfen  sich  dem  Schiedssprüche  einer  aus  Straijharger  Bäten  bestehenden  Drei- 
;e///irr-A'ommission  und  stellen  Bürgschaft  im  Werte  von   10 000  Gulden. 

l.iiiit  Juli  19. 

Also  beredt  und  bedetinget  ist  zwüschent  dem  hochgebornen  fürsten  und  herren, 

herren   Bernharte    marggrafe    zii    Maden,    einsite    und    dem   edeln   juncher   Ludeman 

j,   herre  zu  Liehtemberg  andersite,  das  sü  das  reht,  (U><  sii   hedersite  kommen  sint  ulTe 

drizehene  der   rel.c  zii   Sirassburg,  das   einander  zii  liinde.   nml  was  von  den  drie/.ehen 

bekant    WOTt,  der  slat   von   Slrazhurg  versichern   sullcnt,  iegUcb   teil   vür  zehen   tusenl 

gttldin    unde    domitte    beredt   ist,    wie    die   drüzehen    bekennent,    daz   ie  das  teil  sine 

zehen  tusent  guldin  versichern  90I,  das  ouch  ie  das  teil  die  Sicherheit  das  tun  süllent, 

so  das  bede  partyen  in  gegenwertikeit  der  driezehener  sieh  bekant  habent,   das   es   mit 

rede   und   ledingen   als« i  zu   gangen   ist. 

Do  ist  zii  wissende,  das  die  dnizeliene  bekant  habent,  das  der  vorgenante  herre. 
der  marggrafe  sine  zehen  tusent  guldin  versichern  sol  mit  der  halben  stelle  Bein- 
heini  und  mit  siner  zii  gehorden,  also  verre,  also  es  ime  pfandes  stat  und  er  rehtes 
:,,  dar/u  hei  und  mit  der  stelle  Slollhofcn  mit  aller  BÖgeh&rde,  BO  zu  der  selben  stette 
Sliillhol'en  geboret,  und  wenne  der  vorgenante  herre.  der  marggral'e  die  zwei  slosse 
mit  ireu  ziigehördeu  der  stette  von  Slrazhurg  ingegit.  also  vertedinget  ist,  so  sol 
damilte  ein  henügen  sin. 

So    sol  juncher  Ludeman    sine   zehen    tusent  guldin  versiehern    mit    der   halben 
40   bürge    und    sielte    Werde    und    mit    der    halben    hinge    und    stette    Buhzwilre    mit 


770  1399 

allen  dörffern  zügehörden  und  rehten,  so  zu  beiden  stetten  gehöret,  wenne  juncher 
Ludeman  das  der  stette  von  Strazburg  ingegit,  also  vertedinget  ist,  so  sol  domitte 
ouch  ein  benugen  sin. 

Umbe  das  vorgeschoben  innemen  hant  bede   partyen  vor   den    driczehenen    ge- 
willkürt, das  unser  herre  der  marggrave  sine  zwei   slosze   der  stette  von   Strazburg  s 
juuh.  ingeben  sol  uf  disen   künftigen   mentag;    so   sol   juncher  Ludeman    sine   zwei   slosse 
juii  u.   der  stette  ingeben  uf  disen  künftigen  zinstag.         datum  sabbato  proximo  ante  Marie 
Magdalene  virginis  anno  1399. 

Str.  St.  A.  AA.  84.  nr.  30.  c.  u.  d.  cop.  eh.  coaev.  —  Ibid.  Abt.  IV.  128. 

Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1880.  io 


1494.  Friedrich  von  Entzberg  an  Strassburg:  bittet  um  Freilassung  seines  von 
den  städtischen  Söldnern  bei  Hagenau  gefangenen  Freundes  Cunlz  von  Dürment*. 
geben  samstag  nach  sct.  Jacobs  tag  anno  1399.  1399  Juli  2ö. 

Sir.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 


1495.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  .  .  .  uns   15 
hand  unser  fründe,  die  wir  ietzund,  als  wir  in  uwer   stat  gewesen    sin,   hinder    uns 
da  lieszen,  wol  gesagt  und  ouch  nottel  laszen  sehen,  wie  ir  miteinander  gerett  habend 
und  ouch  von  uch  gescheiden  sien  von  der  sach  wegen  zwuschen  uns  und  Ludwigen 
von   Liehtenberg   und   loszen    uch   heruff  wissen,    dez  wir   an  unser   fründe   rät   nit 
fynden,  daz  wir  uch  dehein  briefe  geben  sollen  über  die  Sicherheit,   die  wir   uch   in  20 
gesetzt  han,  und  meynen,   daz  ir  damit  wol  sicher   und   habend  sient,    uf   daz  uwer 
rete,  die  zu  derselben  sach  geben  sin,  erkennen  sollen,  so  ist  es  ouch  in  dem  anlasz, 
dez  wir  uns  vormals   darumb  vereynt  haben,    nit    begriffen    noch   mit   worten  verte- 
dinget, daz  wir  uch  briefe  geben  sollen,  da  by  meinen  wir  ouch  zu  bliben  -und   dez 
rehten  zil  warten  uf  die  Sicherheit  unserre  slozz,  die  wir  uch  ingesetzet  han.  und  dez  k 
habend  für  kein  Unwillen  an  uns,   wann   ir  prüfent   selber  wol,    daz   wir   darin   den 
vollen  getan  han.   ouch  lieben  fründe,    als  sich   die   unsern   von    der   eynung  wegen 
ietzund  ouch  mit  uch  underret  han,  dartzü  mügen  wir   nit  ee  zii  üch  geschicken  vor 
Au/pui  ».  andern  unsern  unmüssen   dann  von  fritage  nehst  komet  über  aht   tag,   daz   wirt   an 

fritag  nach  sant  Sixtustag  nehst  komet.  uf  dieselb  zit  wollen  wir  die  unsern  zu  uch  30 
senden  furbazz,  von  der  eynung  wegen  mit  üch  zu  reden,  als  sie  üch  dann  von 
unsern  wegen  wol  sagen  sollen,  ouch  liebe  fründe,  senden  wir  üch  die  briefe,  die 
wir  hinder  üch  legen  sollen  von  der  sach  wegen  zwuschen  uns  und  Ludwigen  von 
Liehtenberg,  und  der  haben  unsere  fründe  ietzt  vergessen,  daz  sie  üch  die  nit  geent- 
wurt  haben.         datum  Baden  dominica  post  diem  beati  Jacobi  apostoli  anno  99.  35 

Baden  1399  Juli  27. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.   177.  <rr.  eh.  I.  el. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v   Bad    nr.  1882. 


1399  771 

14%.  Dur •fffriedcnsoer -trag  der  Stadt  Straßburg  mit  Dietrich  Kämmerer  »»</ 
Konrad  Landsehaden  über  die  zu  einem  Drittel  der  Stadt  gehörend*  Feste  ff&rrM- 
stein.  199»  August  2S. 

Wir    Diederich    Burggrafe    der   meister    und    der    rat    der    stat    von   Straszburg 

»  bekennen  und  verjehent  uns  uffinlich  mit  diesem  briefe  für  uns  und  unsere  nach- 
kommen und  dün  kunt  allin  den,  die  diesen  briefT  iemer  ansehent  oder  horent  lesin, 
daz  wir  einen  vestin,  stetten  burgfrieden  halten  sullint  und  wüllint  mit  den  fromen, 
edeln  Diether  Kemmerer  von  Worms  und  Cunrat  Lantschaden  von  Steynach  inne- 
wendig  der  bürg  zu  Herrenstein  und  uszwendig  der  bürg  als  verre,  als  ein  ein- 

i«  fflssig  armbroat  mit  eime  stegereifTe  gezogen  mit  drien  armbrostschussen  von  der  bürg 
getriben  und  geschiessen  mag  umb  und  umb  die  bürg  ane  geverde.  wir  der  meister 
und  der  rat  vorgenant  sullin  auch  an  der  vorgenanten  Diethers  und  Cünrats  und  an  dar 
Iren,  die  yn  mit  dem  rechten  zu  verantworten  stent,  lib  noch  gut  nit  griffen  oder  sie 
schädigen  in  deheine  wise  in  der   obgenanten   bürg  Herrenstein  und  burgfrieden,  als 

ii  er  davor  begriffen  ist,  weder  darusz  noch  daryn  ane  alle  geverde.  wir  sullint  auch 
kein  der  vorgenanten  Diethers  oder  Cünrats  lute  oder  gut,  die  yn  mit  dem  rechten  zu 
verantworten  stent,  in  die  vorgenante  bürg  Herrenstein  und  in  den  egeschriben  burg- 
friden  triben  oder  füren,  were  aber,  daz  ez  besehe  ungeverlich  zu  hant,  so  sy  dann 
von  yn  oder  von  iren  amptluden  an  uns  oder  an  unser  amptluden  gefordirt  mit  botten, 

20  briefen  oder  mit  dem  munde,  daz  sullin  und  wullin  wir  yn  unverzogenlich  keren  an 
den  nehsten  vier  Wochen  nach  der  geshicht.  wir  sullin  auch  nyeman  in  die  vor- 
genante bürg  und  burgfrieden  füren,  der  der  vorgenanten  Diethers  und  Cünrats  fynt 
sy,  were  aber,  daz  ez  beschehe  ungeverlich,  als  balde  als  ez  dann  an  uns  gefordirt 
wirt,  so  sullin  wir  zu  stund  den  oder  die  seibin  ire  fynde  die  bürg  und  burgfrieden 

25  dün  rümen,  und  wann  er  oder  sie  also  gerüment,  so  sol  er  oder  sie  den  tag  und 
die  nacht  ir  lib  und  ir  gut  frieden  han.  auch  wann  er  oder  sie  also  gerüment,  so 
sol  er  oder  sie  vorgenanten  Diethern  und  Cunrat  und  den  iren  auch  keinen  schaden 
dün  in  demsclbin  tage  und  nacht  ane  alle  geverde.  auch  ist  beretd,  weres,  da/  der 
vorgenante  Diether  oder  Cunrat  ir  einer  oder  sie  beide  abegiengen  von  todes  wegin, 

3»  do  got  lange  vor  si,  desselbin  eibin  sullint  auch  disen  burgfrieden  sweren  zu  hal- 
lende in  der  maszen.  als  vor  und  nach  beschriben  stet,  und  zu  hand,  so  sich  der 
erbe  darzü  büted  den  burgfrieden  also  zii  sweren,  den  eyt  sullin  wir  unvcrzo^cnlich 
von  yme  nemen  und  yn  zii  stünt  in  sin  teil  der  obgenanten  vestin  Hcrrcnstein  mit 
aller    ir  Engehorden    lassen,    und    sullint    wir  yme  alsdann  w  icderumb  virbunden  sin 

3s  in  all  der  massen  als  er  uns  one  alle  wiederredde  und  hindernisse.  auch  ist  beret, 
weres,  daz  der  vorgenante  Dielher  oder  Cunrat  oder  ir  erbin,  die  unsere  gemeinen 
zii  Herrenstein  werent,  ir  einer  oder  mee  sin  teil  virkeuffen,  virsetzen  oder  virphen- 
den  wültent,  sultent  sie  ez  vorhin  uns  bereden,  und  wülten  wir  yn  dann  nit  aho 
vil    darüml)   gebin    oder    darüff    liehen    daz    kiinllich    were,    daz    ein    ander    darumli 

M  gebin  oder  darüff  liehen  wult,  so  mochten  sie  ez  eime  andern  verkeuffen  oder 
virsetzen.  und  wer  ez  dann  also  keuffet  oder  virpfendet,  derselbe  sol  aucli  diesen 
burgfrieden  sweren  zii  halten,  als  hie  geschriben  ist.  desselbin  keuffers  oder  virplcn- 


772  1399 

ders  eyt  sullin  wir  von  yme  nemen   und   sullin   yn   dann    zu  stunt  zii  sime  teil  der 
vorgenanten  vestin  Herrenstein  laszen  ane  alle  wiederredde.   auch  sullin  wir  meister 
und   rat   vorgenant   die   egenanten    vestin   zu   unserm  teile  bewachen  und  behuden : 
porten,  muren,  turn  und  vestin  mit  9  knechten  oder  mee  tages  und  nachts  ane  allin 
virzog  und  wiederredde,  die  uns  und  den  vorgenanten  unsern  gemeinen  auch  sweren  5 
sullint   uns   gemeinlich   die   vestin   zii    behütende   und   zu   bewarende   und   uns  yet- 
wedersyt  vor  unserm  schaden  zu  warnde.  des  glich  und  auch  allis  daz,  daz  an  diesem 
burgfrieden  briefe   von   yn   geschrieben   stet,   sullint   unser   beidersyte  amptlüte,    die 
wir  off  der  vestin  habint,  auch  sweren  zii  haltende,    und  wer  es,   daz  unser  ein  teil 
sin  amptman  entsetzen  oder  virandern  wult  oder  ir  einre  von  töds  wegin  abegienge,   "> 
so  sol  der  amptman,  den  unser  ein  teil  ane  des  abegangen   stat  dann  machet  in  die 
vestin  Herrenstein  nit  gelassen  werden,    er   habe  dann   vor  gesworen  glich,    als  der 
abegangene  oder  abegesetzete  amptman  gesworen  hette,  zii  haltende  ungeverlich.  und 
weres,  daz  man  die  vorgenante  vestin  Herrenstein  besitzen  oder   benotigen   wült,  so 
sullin  wir  zii  stunt  und  unverzogenlich,   so   wir  des   ermanet  werden,  zii  der  vorge-  u, 
schriben  zale  der  knechte  zii  unserm  teil  zweff  gewaffente  manne  und  die  vorgenanten 
Diether  und  Cünrat,  so   sie   des   ermanet   werden,  zu   irme   teil  4  gewaffente  manne 
dryn  senden,  die  bürg  getruwelich  helffin  zii  weren,    so   lange   sie  besessen  und  be- 
nötiget  ist.    und   sullin    daz   dun,  so  dicke  des  not  geschiht  ane  geverde.    wir  sullin 
auch  unsere  dienere  und  die  unsern,    und   wer   von  unsern  wegen  in  die  obgenante   m 
vestin  qweme,  darzii  halten,  daz  sie  diesen  burgfrieden  haltin,  als  hie  vor  und  nach 
geschriben    stöt    ane    alle   geverde.    und  wer  es,  daz  der  burgfriede  gekrencket  oder 
ubirfaren  würde  von  unsern  dienern  oder  den  unsern,  in  welchen  weg  daz  were,  die 
sullin  wir    darzii   halten,  daz   sie   den  burgfrieden  bessern  und  keren,  wie  dicke  des 
not  geschiht,  daz  den  vorgenanten  unsern  gemeinen  gevellig   und    gnüglich  ist.    und  » 
sullin   daz    dün    unverzoglich,    so   wir   des   ermanet   werden    ane   geverde.    auch  ist 
zu  wissen,   daz   die  egenanten    vestin   Herrenstein  mit  allir  ir  zügehurde  drüwteil 
unser  sint  und  daz  ander  teil  virteil  mit  der  zügehorünge  der  vorgenanten  Diethers 
und   Cunrats.    und   auch    weres,   obe   hernach   fanden    wurde,    duz    ftsschüt   mee  zii 
derselbin  vestin  horte  oder  hören  sulte,  daz  sol  ouch  unser  yetwedersyt  gemeine  sin  3» 
nach  margzal.    und  globin  wir  sie  an  demselbin  irme  teil  der  vestin  und  zügehorünge 
nit  zii  hindern  noch  irren  in  deheine  wise  ane  alle  geverde.    auch  ist   züsschen  uns 
dem  meister,  dem  rat  und  Diethern  und  Cünrat  gemeinen   zu  Herrenstein  vorgenant 
geretd,  welcher    under   uns   einen  enthalten  wil,    der  sol  ez  virkunden  dem  portener 
und  türnknechte,  und  welcher   under   uns   drien   partien    der  erste  entheiter  ist  und  35 
sin  enthalts  gelt  gebin  hat,   des   entheltniss   sol    vorgeen,    die   wile   der   krieg  weret, 
ob  er  andirs  sine  fynde  mit  name  oder  brande  in  eins  jars  frist  angriffet  und  sche- 
diget.    tede  er  des  nit,  so  sol  nach   dem   jar   der   enthalt   usz  sin,   und   wer  da  also 
enthalten  wirt,  der  sol  vor  globin  und  sweren  diesen    burgfrieden   zu   hallende  glich 
uns  für  sich  und  für  alle  die,  die  er   in    dem    slosse    usz    und    infüret,    die  wile  sin    10 
krieg   weret  ane  geverde.    und  wer  es,  daz  unser  einer  der  gemeinen  zu  Herrenstein 
einen  fürsten  oder  eine  frye  stat  da  enthalten  wült,  derenthalb  sol  nit  für  sich  geen, 
der    furste  gebe  und  antwu^t  dann  vorhin    den   gemeinen    amptlüten   zu    Herrenstein 


1399  773 

00  guldin  und  1  gute  armbroste  und  die  frye  stat  auch  also  vil.  wer  es  aber  ein 
licire  oder  ander  stat,  so  sol  der  berre  vorhin  gebin  und  antwürten  den  gemeinen 
euoptlüden  zii  Eierrenstein  30  guldin  und  2  gute  armbroste  und  die  stat  auch  also 
vil.    wer   es    alicr    susl    einer,   der   sol    vorhin   gcbin    und    antworten    den  gemeinen 

■  aniptlulcn  zii  Herrensloin  1 0  guldin  und  2  gute  annhroslc.  und  sidlint  die  vorgenanten 
armbroste  sin  iegetichfl  von  drien  guldin  ane  geverde.  und  dasselbe  enlhalts  gell  siillinl 
wir  gemeinlich  legin  ane  den  buw  derselbin  vestin,  wo  ez  allernot  d&rfiftigisl  ist.  und 
die  armbroste  zii  der  geineinen  gewere  der  bürge  ane  geverde.  auch  sullin  wir 
die  gemeinen  zii    Herrenstein  die   bürg  Herrenstein  in  burglichen,  gewonlichen,  gut- 

i"  liehen)  biiwe  halten  und  sullin  darzii  dön  und  gebin  iegelicher  nach  margzal  nach 
dem,  als  er  teil  an  der  bürge  hat  ane  alle  geverde.  und  waz  wir  von  enthalts  gelt 
oder  susl  da  also  virbüwent,  daz  sullin  wir  gemeinlich  slahen  off  die  pfantschalli 
derselbin  vestin  iederman  zil  sime  teil  ane  alle  geverde.  alle  vorgeschoben  dinge 
und  ir  iegelichs    besunder   han    wir    die    vorgenanten  meister  und  rat  zu  Slraszhurg 

ii  vor  uns  und  alle  unser  noehkoinmen  globet  und  gesworen  liplich  zi'i  den  heiligen 
siele,  vesle.  gctruwelich  und  unverbrüchlich  zii  hallende,  zii  haben  und  zii  fullen- 
furende  und  dowider  nit  zii  tfinde,  zu  klimmende  noch  das  schaffen  geton  werden 
nii  oder  hernach  in  deheinen  weg,  alle  geverde  und  argeliste  herinn  oszgeslossen. 
und   des    zu   eim    urk'inde    so    habent   wir    unser   stette   ingesigel   geton  hencken  an 

m  disen  brief,  <U'v  zu  eime  arkönd  .  .  .  geben  wart  an  dem  nehsten  dunrestag  nach 
sanl  Bartholmes  tage  in  dein  jar  do  man  zalte  .  .  .  1391). 

Str.  St.  A.  V.  C    G.  K.  30.  cop.  eh.  eoaev.  —  Ibid.  AA.  66.  Briefb.  c.  fol.  102  ff 

14!)?.  Mitister  und  Rat  von  Straßburg  bekennen  und  versprechen,  jederzeit  dem 

Dietrich  Kemmerer  und  Konrad  Landschaden  oder  deren  Erben  gegen  Zahlung   von 

:■:,  500  Gulden  '/v  der  Burg  Herrenstevn  zurückgeben  tu  wollen.         1899  Auynat  28. 

Wir  Dietrich  Burggrafe  der  meister  und  der  rat  zu  Strassburg  bekennen  offen- 
lich  in  disem  briefe  für  uns  und  unsere  (nochkommen),  *  als  wir  jetzunt  sitzen!  in  ge- 
meinschafift  in  der  vesten  zii  Herrenstein  mil  den  frommen  edelknechten  Diether 
Kammerer  von   Worms/,  und   Conrat    Lantschaden  von  Steynach   mit   namen    wir   in 

R  dem  druleii  und  die  vorgenanten  Diether  und  Conrat  in  dem  vierteil  derselben  vesten. 
do  erkennen  wir:  welhes  jores  die  egenanten  Diether  und  Conrat  oder  ir  erben 
komment  zii  uns  oder  unsern  nachkommen  mit  fünffhundert  guldin  guter  und  genemer 
und  begerenl  ein  vierteil  der  vorgenanten  vesten  Herrenstein  mit  sinre  zogehörde  von 
uns  zu  losende,  so  sollenl   wir  ine  ein  vierteil  derselben  vesten    mit    sinre  zugehörde 

u  zii  losende  geben  unil)  die  egeschriben  fünffhundert  guldin  ane  allen  verzogk  und 
Widerrede  und  sollent  sie  uns  darzii  zii  den  vorgeschriben  funll'hundcrt  guldin  geben, 
was  wir  nach  margzal  desselben  vierteil»  an  muren,  an  dechern.  an  siegen,  an 
brücken  oder  an  porten  oder  an  andenn  notlichem  burglichem  buwe  harnoch  ver- 
buwen  werden  on  alle  geverde.    doch  so  sollent  wir  ietweder   site   keinen    gemeinen 


Fehlt  in  der  Vorlage. 


774  1399 

nuwen  buwe  anheben  oder  machen,  es  ensy  dann  ietweder  site  mit  unserm  traten 
willen,  und  sollent  dann  die  egenanten  Diether  und  Conrat  oder  ir  erben,  oder  welich 
under  inen  die  lerunge  ti'it,  dasselb  vierteil  für  sich  behalten  und  sich  des  in  keinen 
weg  verüssern,  verkouffen  oder  verpfenden,  sie  haben  es  vorhin  uns  gebotten.  und 
were  es,  daz  wir  ine  dann  nit  also  vil  darumb  gebent  cder  daruff  lihen  woltent, 
so  möchtent  sie  es  dann  eim  andern  verkouffen  oder  versetzen,  wenime  sie  wollen, 
one  alle  unser  Widerrede  und  hindernisse.  und  zu  eim  Urkunde  so  haben  wir  die 
vorgenanten  meister  und  rat  zi'i  Strassburg,  unser  stette  ingesigel  an  disen  brieff 
geton  hencken.  der  geben  wart  an  dem  nehsten  donrestag  noch  sant  Bartholomeus 
tag  des  zwölffbotten  in  dem  jore,  do  man  zalte  von  gottes  gebürte  drutzehenhundcil 
jore  nüntzig  und  nun  jore. 

Str.  Si.  A   AA.  67.  Biiefb.  6    fol.  55/56." 


14911.  Heinrich  von  Otterbach  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg:  bittet,  ihm 
als  Erben  seines  Vaters  den  grossen  Schaden  zu  kehren,  der  jenem  in  dem  grossen 
Kriege  zwischen  Herren  und  Städten  von  Seiten  der  Stadt  zugefügt  sei,  und  erklärt  i& 
sich  bereit,  deswegen  einen  Tag  zu  leisten  vor  dem  Herzoge  von  Baiern,  dem  Herzog 
von  Lothringen,  dem  Markgrafen  von  Baden  oder  dem  Bischof  von  Speier  zu  Weissen- 
burg  oder  Selz.         datum  of  den  nehsten  dünrstag  nach  sant  Bartholomeus  dag  a.  1399. 

139!*  August  28. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl.  2Ü 


1499-  König  Wenzel  an  Strassburg:  hat  die  geschehene  Ladung  vor  das  Reichs- 
hofgericht aufgeschoben,  begehrt  aber  jetzt  nochmals  dringend,  dass  man  den  betref- 
fenden Bürger  zur  Zahlung  seiner  Schulden  an  den  von  Otyken  anhalte.-  Prag  des 
suntages  vor  Egidiitage  a.  reg.  boh.  37  reg.  rom.  84.  Prag  1899   tufjnt  91 

Str.  St.  A.  AA.  113.  nr.  64.  or.  eh.  I.  cl. 

1500.  König  Wenzel  an  Strassburg:  will  14  Tage  nach  Michaelis  mit  seinem 
Bruder  König  Sigmund  von  Ungarn  in  Nürnberg  sein  und  gebietet,  zu  dieser  Zeit 
bevollmächtigte  Boten  dorthin  zu  schicken  .  .  .  und  lasset  des  niht  in  deheineweis, 
und  were  es  sache,  des  wir  niht  glowben,  das  yemandes  dheine  newekeit  an  euch 
suchet  oder  mutet,  die  uns  und  dem  heilige  reiche  widerwertig  und  schedlich  sein 
mochten,  das  ir  denn  in  sulcher  trewe  und  biderkeit  trewlichen  und  genczlichen 
bleibet  .  .  .  geben  zu  Präge  an  sand  Egidiitage  a.  reg.  boh.  37.  reg.  rom.  24. 

Prag  1399  September  1. 
Str.  St.  A.  AA.  113.  nr.  59.  or.  eh.  I.  cl.  pat.  e.  s.  i.  v. 


Gedr.  D.  B   A.  111  nr.  72. 


x> 


1  Ebenda  noch  andere  auf   Herrenstein   und  die  genannten   Mitinhaber    bezügliche    Urkunden,   von 
deren  Abdruck  hier  abgesehen  werden  konnte. 

2  Vgl.  oben  nr.  1488.  Kg.  Wenzels  Brief  vom  30  Juni  in  derselben  Angelegenlteit. 


1399 


775 


1501.     König  Wenzel    an    Sirassburg:     setzt  einen    Tag    BU  zum  endlichen  Aus- 

gleicb  der  Schuldforderung  des  Herrn  Olyken  an  Hans  Hock    vor    Graf   Friedrich    zu 

Leiningen,  dem  Landvogt  im  Llsass.         gehen  zu  Präge  des  dinstages   nach  Egidii  a. 

Pflg.   höh.   .'IT    reg.   rom.   24.  l'ray  1399  Sejttemtter  2. 

Str.  St.  A.  AA.   IIA  nr.  f>9.  or.  ch.  I.  cl. 


1302.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  senden  uch  herin  ver- 
selnüten  ellich,  der  wir  bedurften  ein  warheit  zu  sagen  vor  den  dryzehen,  die 
/.wuschen  uns  und  Ludewigen  von  Lichtenberg  zu  dem  rechten  gesetzt  sind,  und 
bitten  uch  mit  ernst,  daz  ir  mit  denselben  schaffen  wollend,  daz  sie  für  die  dritzehen 

10  komen  am  samstag  nehst  komet  uf  die  zit  und  an  die  stette,    da  denn  die  dritzehen   ->,,/.  «. 
sitzend  werden,  und  da  ein  warheit  zu  sagen,  daz  uwre  oder  die  unsern  von  unsern 
wegen    uf    sie   ziehen    werden,      mit    namen :     her   Hans    von    Wickerszheim,     herr 
Götz  von  Groszstein,  Hügelin  Süsse,  Hans  Sturm  von  Sturmeck  und  auf  den  deinen 
rat,  der  daz  malsz  was,   do  Hans   Sturm    von    Sturmeck   ein    meister   waz,  •   und    uf 

15  Gerbotten  den  gerwer  und  uf  den  schriber,  der  vor  Wernherns  Spatierus*  uwer 
schriller  waz,  und  ti'ind  herzu,  als  wir  uch  dez  wol  gleuben  und  getruwen.  datum 
Mülnberg  feria  sexta  ante  exaltalionis  acte  crucis  anno  99. 

Milhlburg    1999    September    12. 
Str.  St.  A.  AA.  85   or.  ch    l  cl. 

20  Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1892. 


150:5.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  die  bestellten  dreizehn  Schiedsrichter 
in  Strassburg:  .  ..  als  ir  nehst  uf  fritag  vor  unser  frouwen  nativitatis  zwischen'  uns  -,,,i.  $. 
und  Ludewigen  von  Lichtenberg  zu  Strassburg  zu  den  predigern  zu  dem  rehten  ge- 
sessen sind,  .  .  .  habe  sein  Bote  Heinrich  Tiuchsess  von  Hesingen  mit  ganzer  Voll- 
a5  macht  alles  das  gesprochen,  was  er  dort  gespiochen  habe.  datum  Mülnberg  feria 
sexla  ante  exaltationis  sete  crucis  anno  99.  MüMburg  1399  Sejtiember  12. 

Str.  St.  A.  AA.  1422.  or.  ch.  lit.  pat. 
Heg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1891. 


1504.     Die    4    rheinischen    Kurfürsten    verbünden   sich  auf  Lebenszeit,   die    Er- 

3o  richtung  neuer  Rheinzölle  zwischen  Strassburg  und  Rees  nicht  zu  dulden.         datum 

zu    Mentze    da   man  zalte  1399  jare  off   den    nehsten    mitwochen    nach   des    heiligen 

cruces   tag  exaltatio.  Mainz  1399  September  17. 


München,  St.  A.  Urkb.  or.  mb.  c.  4  sig.  pend. 

Gedr.  D.  B.  A.  III.  nr.  61.  vgl.  dort  die  Anmerkungen. 

Reg.  Koch  und  Wille  nr.  6001. 


1  Derselbe  war  Meister  1395-1396. 
*   Werner  Spatzinger. 

VI. 


98 


776  1399 

1505.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  .  .  .  bekennen  uns  offenbar 

sepi.  to.  mit  disem  briefe,  als  wir  uff  morn  samstag   ein  tagleisten   sollen   zu  Strassburg   mit 

Ludwigen  von  Lichtenberg  von  solich  spenne  wegen,  der  wir  uff  dritzehen  personen 

dez  rats  zu  Strassburg   zum  rechten  komen  sint,   wann  wir   im  selber  uff  dem  tage 

nit  gesin  mögen,   so  schicken  wir   dar  unsere   lieben   getruwen   Heintz   Druchsessen    i 

von  Hesingen,  Beinhard  von  Bemchingen    und  Wernhern  unsern  schriber,  denselben 

tag  von  unsern  wegen  zu  leisten,  und  den   geben  wir  gantze   macht    und  vollen   ge- 

walt  .  .  .  Urkunde   disz   briefs  versigelt   mit   unserm   uffgedrucktem    insigel   zii  ende 

dirre  geschrift.         datum   Mulnberg   feria   sexta    unte   diem    beati  Mathci  apostoli  et 

ewangeliste  1399.  MiUUburg  1399  September  19.    w 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  lit.  pat. 
Reg.  d-  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1894. 

1506-  Martin  von  Altheim  genannt  durchs  Husz  an  Bulin  Barpfennig  *  Ammeister 
von  Strassburg  über  Kriegsgerüchte :  .  .  .  uwer  gnade  wisse  ouch,  daz  nienian  zii 
diser  zit  do  sy,  wenn  die  alle  wegent  do  ligent,  daz  mir  daz  der  hotte  geseit  hat.  15 
daz  wissent  ouch,  daz  umb  Bollichen  ein  grosz  gewerbe  sig,  aber  men  weisz  mit, 
wohin  oder  woher  in  dem  lande,  und  wissent  ouch,  daz  die  von  Vingestingen  uwer 
figent  wellent  werden,  daz  ist  mir  ouch  geseit  worden,  do  wisse  uwer  gnode  ouch 
darnoeh  zu  rihten  und  wissent  ouch,  daz  Hanesz  von  Albe  sol  uwer  figent  sien,  das 
ist  mir  geseit  worden  .  .  .  Bittet  um  Antwort  .  aller  diser  vorgeschriben  stucke.  «« 
geben  uff  sondag  zu  mittem  dage  noch  des  heyligen  cruces  dage.  [1399  September  21.] 
Str.  St.  A   V.  C.  G.  K.  30.  or.  eh.  I.  cl. 

1507.  Günther  Marschalk  der  Bürgermeister  und  der  Bat  von  Basel  an  Strass- 
burg: bittent  üch  flizzig,  als  wir  üch  vormols  ouch  verschriben  und  gebetlen  hant,  daz 

ir  unser  schifflüte  und  ander  unser  bürgere,  die  den  Bin  mit  irrem  gute  bruchent,  gegen  u 
den  zölleren  von  üch  hinab  besorgen  und  betägedingen  wellent,   als  die  uweren,   die 
wir    ouch    in    allen    uweren    Sachen   meinent   ze    sinde    .  .  .    datum    dominica    ante 
Michaelis  anno  etc.  1399.  1399  September  28. 

Str.  St.  A.  AA.  1799.  or.  mb.  I   cl. 

1508.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg :    sendet    und  bevollmächtigt  30 
zur  Tagleistung  am  C>  October  mit  Ludwig  von  Lichtenberg:  Heinrich  Truchsess  von 
Hesingen  und  seinen  Schreiber  Wernher.3         mit  unserm  uffgedrucktem  insigel  .  .  . 
geben  zu  Gernspach  an  dnrnstag  nehst  nach  sant  Michelstag  anno  1399. 

Gemsbach  1399  October  2. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  lit.  pat.  35 

Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1896. 


1  Rulin  Barpfennig  war  1399—1400  Ammeister. 

2  Vgl.  nr.  1489  den  Brief  derselben  an  Strassburg  vom  7  Juli. 

3  Am  19  October  sendet  Markgr.  Bernhard  dieselben  Boten  zu  einem  in  derselben   Sacfte  am  21  Oc- 
tober zu  Strassburg  angesetzten  Tage.        geben  zft  Durlach  an  suntag  nehst  nach  Luce  ov.  anno  1399.    40 
—  Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  lit.  pat.  —  Reg.  d   Mrkgr.  nr.  1898. 


1399  777 

1500.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strasburg:  erbietet  sich  im  Schlichtung 
des  Streites  der  Stadt  mit  den  Herren  von  Bitsch  «von  Georien  von  Colmsheims  und 
sincr  fründe  gefengnisee  wegen»  aof  Wunsch  letzterer  einen  Sühne  tag  an  Ettlingen  abm- 
balten.      datum  Durlachferiaaecundaposl  beaü  Loce  1309.  ituriacu  t:tuu  (Mober  20. 

Str.  St.  A.  AA.  86.     ur.  eh.  I.  cl. 
lieg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  18'Ji). 

1510.  Pfalzgraf  Huprecht  an  Strassburg  betr.  Einführung  der  neuen  Goldguldcn  ' 
vom  19  Sept.  1899.  datum  Heidelberg  tertia  feria  |)ost  heati  (ialli  confc.-soris 
anno  domini  1399.  •  Heidelberg  i:tvy  october  m. 

Aus  Wenckera  Exccrpten  gedr.  D.  M.  A.  III  nr.  03. 

1511.  Domherr  Johann  von  Lichtenberg  zu  Strassburg  sein  Bruder  und  Ludwig 
von  Lichtenberg  verkaufen,  um  ihre  Schulden  an  den  Grafen  Friedrich  von  Bitscfa 
und  andere  bezahlen  zu  können,  die  Burg  Lichtenau  und  die  halbe  Stadt  Lichtenau 
an    die    Stadt    Strassburg    für   14  000    Gulden    unter  Vorbehalt    einiger   Rechte    und 

i6  Nutzungen  .  .  .  gebend  ouch  uff  in  crafft  dis  briefes  vür  uns,  unser  erben  und 
lehena  erben  mit  dem  halme,  alse  es  site  ist,  hern  Dietherich  Burggraffen  stettemeisler 
und  herrn  Rülin  Barpfennige  dem  ammmanmeister,  die  an  »tat  unde  in  namen  der 
vorgenanten  meister,  rates  und  bürgere  der  kouffere  und  ir  nachkommen  wegen 
empfiengent  alle   reht,   besitzunge,   eigenschafft,   herrschafft   und  des    glich,  die   uns, 

20  unsern  erben  und  lehenserben  und  nachkommen  an  der  bürge  garwe  zu  Liehtenöwe 
und  an  der  halben  stat  Liehtenöwe  und  an  allen  vorgeschriben  rehten  und  zu  ge- 
hörden  zu  gehörten!  oder  zu  gehören  möhtent.  .  .  .  die  vorgenanten  koffere  haut 
uns  ouch  die  früntschaft  geton,  wenne  daz  were  oder  wenne  das  ist,  das  wir  die 
vorgenante  bürg  und  halb  stat  Liehtenöwe  mit  der  mülen  an  der  bürge  und  die  ander 

25  zügehörde  woltent  wider  zu  uns  lösen,  das  wir  daz  wol  dun  mögent  also,  das  wir 
das  den  koffern  ein  halb  jor  vor  verkünden  sollent,  das  wir  die  losunge  dün  wellent. 
und  wenne  das  halbe  jor  uszkummet,  so  sollent  wir  in  geben  viertzehen  dusent 
güldin  und  den  kosten  des  gebuwes  noch  vorgeschobener  wise  .  .  .  Ebenso  soll  der 
halbe  Rückkauf  gestattet  sein,  aber  auch  nach  geschehener  ganzer  Lösung2  .  .  .  dic- 

n  selbe  bürg  und  stat  Liehtenöwe  der  stette  von  Strasburg  und  den  iren  ir  offen  husz 
sin  ein  jor  nach  der  losunge.  [datum  4  kal.  Novembr.  a.  1399]'       l.vto  October  28. 

Str.  St.  A.  1694.  conc.  eh.  sehr  lange  Papierrolle.  —  Ibid  Pfennigturm  lad  SO.  or.  mb. 
latein.  notarielle  Beglaubigung  für  diese  Verpfändung  durch  den  judex  curia«  »rg. 
vom  12.  Nov.  1399. 

:,,,  1512.  Adelheid  von  Veldenz,  Krau  zu  Lichtenberg  an  Meister  und  Rat  von  Strass- 

burg: hat  gehört   .  .  .  wie  das  ir  Liehtenöwe  die  bürg  gar  und    die   stat  halber    mit 

1    Ueber  diese  Goldguldcn  vgl.  die  Müntvereinigung  der   rhein.  Kurfürsten  vom  19  Sept.  99.  gedr. 
1).  B.  A.  III,  nr.  62. 

*  Dieser  Pfandbesitm  hat  gedauert    bis  1525.  Unter  AA.   MM  bewahrt  das  Stadtareluv  eine  Reihe 
40    von  Briefen  und  Actemtückcn  aus  dem  15.  Jahrh..  welche  sich  auf  diese  Verpfändung  beliehen. 
:l  Dies  Datum  ist  entnommen  aus  der  notariellen  Bestätigungsurkunde  vom  12  Nov.  1399. 


778  1399 

iren  rehten  und  gefellen  verphant  hant,  .  .  .  dozft  so  hant  ir  ouch  gekoufft  allen 
huszrat,  liegende  und  farende,  das  zii  Lichtenowe  uff  der  festen  ist  und  in  die  festen 
gehöret  .  .  .  Gegen  beides  muss  sie  ernstlich  Verwahrung  einlegen,  du,  wie  Wilhelm 
von  Staufenberg  und  viele  andere  bezeugen  können,  Lichtenau  zur  Hälfte  ihr  Witwen- 
gut ist.         geben  an  mittwoche  nach  Symonis  et  Jude  anno  domini  1399. 

1300  October  29. 
Str.  St.  A.  AA.  1693.  or.  eh.  I.  cl. 


1513.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  sendet  und  bevollmächtigt 
zu  dem  dort  angesetzten  Tage  am  5  November:  Heinrich  Truchsess  von  Hesingen 
und  seinen  Schreiber  Wernher1.  mit  unserm  ufgetrucktem  insigel  .  .  .  geben  zu  Muln- 
berg  an  mentag  nach  aller  heiligen  anno  99.  MülUbury  1300  November  3. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  pat. 
Reg.  d.  Mrlcgr.  v.  Bad.  nr.  1902. 

1514.  König  Wenzel  an  Strassburg:  kann  nicht,  wie  geplant,  nach  Deutschland 
kommen  aus  Gründen,  die  seine  Bevollmächtigten :  Patriarch  Wenzel  zu  Antiochia, 
Herzog  Swantibor  zu  Stettin,  Landgraf  Johann  von  Leuchtemberg  und  Borsiboy  von 
Swinar   genauer   darlegen    werden.     Zu    ihnen    soll    Strassburg   nach    Nürnberg   auf 

oec.  7.  Sonntag  nach  St.  Niclaus  Gesandte  schicken.         geben  zu  Betlern  an  sand  Merteins 
tage  a.   reg.  boh.  37  reg.  rom.  24.  Betlern  1390  November  11. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  89.  or.  eh.  I.  pat.  e.  sig.  i.  v.  impr. 
Gedr.  D.  B.  A.  III  nr.  85. 


1515.  Straßburg  und   Basel  erneuern  ihr  ablaufendes  Bündnis  auf  vier  Jahre. 

1300  November  11. 

Wir  Thoman  zur  Megede  der  meister,  der  rat  und  die  bürgere  gemeinliche  der 
stette  zu  Straspurg  einesite  und  wir  Günther  Marschalgk  ritter  der  meister,  der  rat  « 
und  bürgere  gemeinliche  der  stette  zu  Basel  andersite  tönt  kunt  allen  den,  die  disen 
brief  anesehent  oder  gehörent  lesen,  alse  wir  die  drü  nehesten  vergangenen  jore  uns 
wo*.  //.  zusammen  vereyniet  hettent,  die  drü  jore  usgiengent  uf  disen  hütigen  sant  Martins 
tag,  das  wir  uns  do  widerumbe  zusammen  vereyniet  habent  vier  jore  die  nehesten 
nocheinander  kommende  und  gelobent  zu  bedensiten  vür  uns  und  alle  unser  nach-  30 
kommen  bi  den  eyden,  die  wir  lipliche  darumbe  gesworen  haben,  dieselben  vier  jor 
usz  die  eyniunge  glicher  wise,  alse  die  vor  gewesen  ist  und  die  eyniungsbriefe  stant, 
der  wir  unser  ietweder  partie  einen  het,  von  worte  zu  worte  und  puneten,  stücken 
und  artickeln  und  iegliches  besunder  stete,  veste  und  unverbrochenlich  zu  haltende, 
zu  habende  und  zu  vollefürende  alle  gewerde  und  argliste  harynne  usgeslossen.    doch   35 


1  Am  19  November  sendet  und  beglaubigt  Markgr.  Bernhard  dieselben  Boten  in  derselben  Angelegen- 
heit zu  einem  Tage  in  Strasburg  am  21  Nov.  datum  Baden  ipsa  die  Elisabeth  anno  1399.  —  Str. 
St.  A.  AA.  85    or.  eh.  I.  pat.  —  Beg.  d.  Mrkgr.  nr.  1909. 


13JJ9 


779 


nemmcut    wir    die    von    Strazbnrg   usz    in   discr   vereyniunge  die  eyniunge,  die  wir 

liiilieni   mit  iinscni  guten  (runden  von  Hagenowe.   und  das  zu  eime  woren  Urkunde, 

ho  haben  wir  die  vorgenanten    beede    Btette   Strasburg  und   Basel   uuscri.'  sielte  inge- 

sigele    an  disen    brief   getan    hencken.         der   geben    wart  an  sant  Martins  tage  des 

6   beugen  bischofs  in  dein  jore,  do  man  /alte  von  gotes  gebürte  drützebenbundert  jore 

nunlzig  und  nun  jore.    und    sint   diser  briefe  zwene  gliche,    der  einen    het    die  stat 

Slraspurg  und  den  andern  die  stat  Basel,  die  ouch  by  in  blibent. 

Str.  St.  A.  AA.  1830.  or.  inb.  c.  1  sig.  pend.  (Strassburgs  grossen  Stadtsiegel  an  rot-weit»  sei- 
dener Schnur,)  das  Baseler  fehlt. 
io  Basel   Staats-Ar.  St    Urk.  nr.  778.  or.  mb.  c.  2  sig  pend   gr. 

Reg.  d.  Mrkgr.  v   Bad.  nr.  1905. 

1516.  Die   bestellten  dreizehn  Schiedsmänner  setzen    für   Markgraf  Bernhard 
von  Baden  und  Lndvig  von  Lichtenberg  einen  neuen  Tag  an.      l.tvu  November  21. 

Feria  sexta  ante  diem   scte  Katherine  virginis   anno   domini    139t)   do   hant  die  /v0».  */. 

15   drutzehene  dem  hocligebornen  fi'irsten  und  herren  herren  Bernharte  marggraf  zu  Maden 
und   dem    edelen   juncher    Ludewige   herre    zu    Lichtenberg   ein   tag  gesetzet  uf  den 
mentag  nach  sant  Nicolaus  tage  nehest  an  dem  suntage  darvor  zii  naht  zu  Strazbnrg  /*■<•.  i. 
an  der  herberge  zä  Binde,  und   uf  dem   tage   sollend   bede   partyen   anderwerbe    vor 
den  drutzehenen    iren  clagen    und    antwurten    erzalen,  und   weihe    partye    do    zwü- 

2o  schent  bedarf  die  gezugnisse,  die  von  beden  partien  geleitet  und  verschriben  ist,  zu 
verhörende,  die  parte  mag  zu  dem  schriber  schicken,  das  er  in  die  gezügnüsse  lese, 
und  mögent  die  verhören,  wie  dicke  sie  wellent.  und  sol  in  ouch  der  schriber  die 
gezugnisse  lesen,  ouch  hant  in  die  drutzehene  nemeliche  behalten,  weres  das  die 
drutzehene    uf  den  egenanten    tag  nit  byenander  kundent  gesin,    das  die  drutzehene 

2.-.  den  partien  den  tag*  mögent  widerbieten  und  in  ein  andern  tag3  setzen. 

Str.  St.  A.  AA    85  nr.  39.   Gleichzeitige  Notiz  auf  einem  Papier- Zettel. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1911. 


1517.    Ein  ungenannter   Strassburger  an  einen  ungenannten  Probst:  macht  Mit- 
teilungen von  den   Berichten  der  Strassburger   Gesandtschaft,    auf  dem   Frankfurter 
N   Tage   Ober  das  Reichsvicariat  und  das  Schisma.  [Stvassbury  1890  .\orcmlxr.! 


Str   St.  A.  AA.  1419—1422.  conc.  eh.  latin 
Gedr   D.  R   A.  III,  nr.  93 


1518.  Meisler   und   Bat  gewähren   dem   Junker   Ludirig   nm   Lichtenberg    unter 
gewissen  Bedingungen  Zottfreiheit  für  die  neue  Rheinbrücke.         t&99  December  l. 
3b  Unser  herren  meister  und  rat   sind  uberein  komen,   das  man    junchcr    Ludewige 

von  Lichtemberg,   sime  vogte    noch    den    sinen    nit  gestatten  sol    vergeben  und  un- 


I 


'  Dasselbe  war  abgeschlossen  am  12  Juni   1396  auf  3  Jahre.  Vgl.  oben  nr.  1056. 

2   Vgl.  oben  nr.  1491  Juli  l'J  über  die  Einsetzung  derselben. 

s  Am  10  December  beglaubigt  Bernhard  aufs  neue  Boten  zu  einem  am  18  Dec.  stattfindenden 
Tage  zwiselten  ihm  und  Ludw.  v.  Lichtb  datum  Baden  feria  3  post  Lucie  virg.  anno  99.  —  Ibid.  AA. 
8ü.  or.  eh.  I.  cl.  —  Reg.  d.  Mrkgr.  nr.  1914. 


\ 


780  1399 

verzollet  über  die  Rinbrucke  zu  varende,  es  wer  danne,  das  er  den  gunnunge  brief, 
der  ime  vorgelesen  ist,  mit  allem  dem,  so  daran  geschriben  stat,  nutzit  uss  gesetzet, 
besigeln  wolte,  so  mag  man  ime  also  vor  stat,  wol  gunnen  ungezollet  über  die 
Rinbrucke  zu  varende  und  anders  nit  in  dehein  wise  untz  uf  ein  abesagen.  und  sol 
ouch  dis  ein  rat  dem  andern  alle  jore  in  den  eid  geben  zu  haltende.  actum  sub  i 
domino  Thoma  zur  Megede  magistro  feria  secunda  proxima  ante  festum  beati  Nicolai 
episcopi  anno  domini  1399. 

Str.  St.  A    Schilter,  jus  Btatutarium  fol.  288. 

1519.  Ratsbeschluß   betreffend  die  Zollerhebung  an  der  Rheinbrücke. 

[1399  Devember  1.]    \» 

Unser  herren  meister  und  rat  sint  ubereinkomen  und  hant  es  ouch  erteilt,  das 
her  Johans  von  Kageneck  der  hofemeister  und  sine  eliche  wurtin  sullent  geben  und 
bezalen,  was  su  und  ir  gesinde  untz  har  über  die  Rinbrucke  zu  zolle  versessen  hant 
zu  gebende,  dagegen  so  sol  in  die  stat  tun  bezalen  die  wellen,  die  dem  Röckelin  se- 
ligen genommen  wurdent.  und  sullent  ouch  herr  Johans  von  Kagenecke,  sin  eliche  u 
wurtin  und  ir  gesinde,  oder  was  des  iren  darüber  get  oder  vert,  das  zolber  ist,  hin- 
nan  vürder  zollen  als  andere  unsere  burger.  actum  ut  supra.  und  sol  man  in  das 
bi  dem  eide  nit  varen  lassen,  und  sol  es  ie  ein  rat  dem  andern  in  den  eit  geben. 
Str.  St.  A.  Schilter,  jus  statutarium  fol.  288/9. 

1520.  Markgraf  Bernhard   von   Baden    an    Strassburg:    bittet,    dem    Huglin  von   20 

Morsmunster  mit  offenem  Briefe  zu  bezeugen,  dass  er  unschuldig  sei  der  Anschuldigung 

«er  solle  uwer  heimlicher  goldener  worden    sin    und    ein    retscher».         Baden    Feria 

secunda  post  Thome  appostoli   1399.  1399  Dvcember  22. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or    eh.  I   cl. 

Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1916.  2i 

1521.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister   und  Rat    von   Strassburg:    will 

auf  hr  Ersuchen  mit  Heinrich  Rüderer  und  Hansen  Riepure,  '    falls  sie  Weihnachten 

kommen,  reden,  dass  sie  ihrem  Gefangenen  Jenchen  von  Bischofsheim  bis  aiil'Licht- 

jfoo      mess  Ziel  geben.         datum  Baden  feria  secunda  ante  festum  nativitatis  Christi  anno 

Febr.  i.  ° 

ejusdem   1399.  Baden  1399  Deceitiber  22.   31 

Str.  St    A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Beg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1917. 

1522.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  antwortet  auf  die  Beschwerde 
eins  uwers  mitburgers  (wegen)  genant  Schollen  Fritsche  dez  schiffmans,   wie  der  an 
unserme   czolle   zu    Schrecke    gezollet   habe  und    furgefaren   sij,  und   daz  ime  Götze  3: 
unsere  czolner  daselbs  zu  Schrecke  nachgefaren  sij  und   an    in   fordert,    daz   er    nit 


1  1400  Februar  28  Ettlingen.  M.  Bernh.  an  Strassburg :  kündigt  eine  Tagleistung  an  zu  Bühl  28  März 
mit  Ludw.  v.  Lichtenb.,  zu  der  auch  Hans  Biepbre  und  Heinr.  Bbderer  kommen  wollen.  —  Str.  St.  A. 
AA.  8i5.  or.  ch    —  Beg.  nr.  1928. 


1400 


781 


verzollet  solte  haben,  und  wolt  in  darumbe  gefangen  han  und  lies/,  in  doch  uff 
Sicherheit  faren  .  .  .  und  will  die  Sache  untersuchen  lassen.  dal  um  Maden  in  vi- 
gilin   nnlivilalis  Christi   anno  ejusdern   l.'5i)i).  Baden  I  ;:>:>  Derember  '44. 

Str.  St.  A.  AA.  86,  er.  eh.  I.  cl. 
linj  ii.  Mrkgr.  v.  Bad,  «r.  1818. 


152:5.  RaUibtschluß  über  Anlag«  eines  städtischen  Archiv  ff ewfflbes. 


1399. 


Anno  1390  sini  herren  tnetvter  und  rat,  scböffel  und  anuma  übereinkommen, 
nachdem  sie  der  stall  brjef  und  bächer  gesehen  und  etliche  verhört  haut,  dass  ein 
grosse  nolduill  ist,  dass  man  ein  gewölh  mache,  dass  gut  für  füer  si,  darin  man  die 
<  brief  und  biieher  tue:  so  soll  der  ammanmeister  hott  darzu  machen,  die  da  be- 
nehmt, wohin  man  dass  gewölb  machen  solle,  und  soll  man  es  auch  fürderlieh 
machen,  weil  es  ein  grosse  noturft  ist. 


Str.  St.  A.  Archiv.  Verwalt.   Act.    Bericht  des  Stadtschreihem  Joli.  Vir.  Fried  vom  Jahre 
1623  (wold  nach  iten  Ratxprotokiilleii). 


1  1524.      Die    Stadt    Esslingen  an   Sirassburg:    berichte!    von    städtischen   Verhand- 

lungen mit  königlichen  Unterhändlern  zu  Nürnberg  am  13  Derember  1  :!!>!)  wegen  Hilfe, 
dann  zu  Esslingen  am  17  Januar,  wo  ein  neuer  Tag  mit  dem  König  für  den  1  1  März 
ausgemacht   ist.         geben  an  mentag  nach  sant  Vicentijen  tag. 

Esslingen  [1400  Januar  26]. 
:i<>  Str.  St.  A.  AA.  112.  or.  eh.  I.  cl.  c.  sig.  i.  v.  impr. 

Gedr.  DBA.  III,  nr.  101. 


|.r>25.  Herzog  Leopold  von  Oester reich  an  Straßburg:  mahnt  um  hindesmäßiffe 

Hülfe.  Ensislieini  1400  Januar  27. 

Erbern  weisen  und  besundern  lieben,  wir  beuten  ew  fleizzig  und  manen  ew  auch 
■  von  der  aynung  wegen,  so  wir  und  ir  milenander  haben,  [das  ir|  rössvolkh,  alsvil  ir  des 
gehaben  mügt,  unverzogenlieh  gen  Bergheim  schikhel  und  ew  darnach  richtet,  als  wir 
ew  furbasscr  cmhicl.cn  werden,  das  ir  uns  dem  fusvolkh  auch  zufüget,  und  getrawen 
ew  wol,  daz  ir  darinnc  s'it,  als  ir  wollet,  daz  wir  gen  ew  in  solichen  sachen  tun 
sollen,  ob  ir  des  bedurft  und  uns  darumb  anruffen  und  manen  wurdet.  geben  ze 
v'  Etisisheim  an  zinslag  nach  sand  Pauls  tag  conversionis  anno  domini  etc.  quadrin- 
genlesimo. 

26.  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Siratiburg :  mahnt  nochmals  um  Hülfe. 

Ensisheim  1400  Januar  20. 

Erbern  weisen  und  besunder  lieben,    wir  lassen   ew  wissen,    daz   Heinreich  von 
Andala,  .leralheus  von  Katzenhusen  und  die  burger  ze  Rapreswilr  den  edeln  unsern 

Ieben  Oheim  und  lantvogt  Hannsen  von  Luphen    mit  gewalt    und   an    recht    entwert 


782  1400 

habcnt  der  obern  stat  ze  Rapreswilr,  über  daz  in  derselb  von  Luphen  rocht  gebot ten 
hat,  und  daz  wir  in  ouch  by  unserm  kamermeister  gebotten  haben  von  des  obge- 
nanten  von  Luphen  und  der  sach  wegen,  bitten  und  manen  wir  ew  der  aynung,  da 
wir  und  ir  mit  einander  halten,  und  als  wir  ew  auch  vormals  verschriben  und  ge- 
mant  haben,  daz  ir  uns  wellet  beholffen  sein  den  gewalt  und  das  unrecht  ze  under-  5 
körnen  und  uns  uf  der  stat  und  an  alles  vertziehen  rossvolkh  und  füssvolkh  wol 
ertzeugts,  als  ir  maist  gehaben  muget,  gen  Bergheim  zuschikhet  und  dartzu  ettwivil 
ewers  getzeugs  von  guten  buchsen.  und  getrawen  ew  wol,  daz  ir  ew  des  nichtes 
sumen  lasset  und  darinne  ti'it,  als  ir  denn  woltet,  daz  wir  in  solichen  sachen  gen 
ew  tun  sotten,  des  wir  auch  gern  willig  sein  wellen,  wenn  das  ze  schulden  komt  '• 
und  sunderlich  den  vorgeschriben  dem  von  Andala,  dem  von  Ratzenhusen  und  den 
burgern  zu  Rapreswilr  daruf  absaget,  wan  wir  den  nu  abgesagt  haben.  geben  ze 
Ensisheim  an  donrstag  vor  unser  frowentag  ze  der  liehtmessen  anno  domini  qua- 
dringentesimo. 

Str.  St.  A.  G.  0.  P.  lad.  166  E.  E.  or.  eh.  lit   cl.  c.  sig.  i.  v.  impr.  is 

1527.  Edelknecht  Hanneman  von  Loubegasse  verkündet,  dass  der  Streit  zwischen 

ihm  einerseits  und  der  Stadt  Strassburg,  Claus  Marschalgk    und   Cüntzelin    von   Nu- 

mrt  7.    wiler  anderseits  durch  einen  Frieden  bis  Invocavit  beigelegt  sei,  und  dass  er  diesen 

Frieden  treulich  halten  wolle.         geben  ufT  durnstag  nebst  vor  unser  frowentage  der 

liehtmess,  da  man  zalte   1400.  1400  Januar  29.  so 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  71.  or.  eh.  I.  p. 

1521$.  Wilhelm  Metziger  Ammeister  zu  Strassburg  sendet  den  Altammeistern 
Reimbold  Hüffelin,  Johans  Bock  und  Rülin  Barpfennig  abschriftlich  folgendes  Schreiben, 
welches  der  Stettmeister  Johans  von  Kagenecke  der  elter  und  der  Bat  von  Strass- 
burg an  Johans  von  Lupfen,  den  Landvogt  des  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  und  » 
die  Hauptleute  im  Felde  vor  Bergheim  gerichtet  haben:  es  sint  by  uns  gewesen  der 
erwirdige  herre,  herre  Wilhelm  byschof  zii  Strazzburg  und  der  wolgeborne  herr,  herre 
Friderich  graf  zu  Lyningen  lantfogt  in  Eilsasz  und  hant  uns  geseit,  das  in  die  zwey- 
traht  leit  sy,  die  do  ist  zwuschent  unsers  herren  von  Osterrich  gnade  und  üch 
einsite  und  ouch  zwuschent  den  edeln  herren  von  Bappoltstein  andersite,  und  das  sie  30 
darumbe  bede  ir  erbern  rete  und  botschaft  zu  unsers  herren  von  Osterrich  gnade 
und  ouch  den  von  Bappoltstein  schicken  wellent  zu  besehende,  obe  si  üt  gewerben 
oder  gereden  künnen,  das  die  sachen  gutlich  gerihtet  und  übertragen  wurden,  daruf 
schickent  si  ouch  yetze  ir  erbern  rete  hinuf  und  meinent  die  zum  ersten  gen  Bap- 
poltwilr  zu  ritende  und  mit  den  zu  redende,  .  .  .  do  bitten  wir  üch  früntlich,  das  ir  be-  35 
stellent,  daz  dieselben  erbern  rete  und  botschaft  und  die  iren  sicher  ritent,  durch  das 
in  keine  widerwertikeit  widerfare  .  .  .  und  wellent  uns  harumbe  uwer  antwurte 
wider  lassen  wissen  mit  disem  botten,  das  sich  die  erbern  rete  und  botschaft  wissent 
darnach  zu  rihtende.         geben  uf  unser  frowen  liehtmessen  tag.      [1400]  Februar  2. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.   166.  cop.  eh.  coaev. 


140O  783 

152!)  Du'  Kurfürsten  Johann  von  Mainz,  Friedrich  von  Cöln,  Werner  von 
Trier,  Jitiprecht  von  der  Pfalz,  Rudol f  ton  »Sachsen  an  Siraliburg :  laden  ein  zum 
Frankfurier  Tage  am  20  Mai.  Frankfurt  1400  Februar  4. 

Lieben  frunde.  wir  laszen  ach  wiszen,  daz  wir  und  auch  etliche  andere  Fürsten 

I  iczunt  etwedicke  zusammen  gerieden  sin  von  gebrechen  und  notdurfTt  wegen,  die 
in  der  heiligen  kirchen,  in  dem  heiligen  riche  und  in  dem  gemeynen  lande  groszlich 
sin,  daz  wir  gerne  woldeti  bedenken,  raden  und  helilcn,  so  wir  beste  mochten,  daz 
soliohe  gebrechen  und  ootdurffl  gewendet  und  daz  gemeyne  land  zu  beszern  frieden 
und  wesen  gestalt  mochten  werden,  herumbe  begern  wir  und  bidden  uch  mit  ernste, 

io  ob  eynicho  ander  rede  soliche  wege  und  sachen  antreffende  an  uch  quemen  und  ob 
ymand  uch  uff  andere  wege  und  leuffe  ziehen  wolde,  daz  ir  uch  dan  nit  wollet 
vergaben  und  uffhalden,  wan  wir  hoffen,  daz  ir  kurczlich  von  uns  soliche  wege  ver- 
neinen sollet,  die  der  heiligen  kirchen,  dem  heiligen  riche  und  dem  gemeynen  lande 
nutz,  gut  und  bequemelich  sin  und  uch  mit  uns  wol  gefallen  sollen,  des  wir  wol  ge- 

i5   truwen.  und  begern  und  bidden  uch,  daz  ir  darumbe   uwer   frunde   mit   macht   von 
solicher  sache    und    notdurfft  wegen    der  heiligen   kirchen,    des   heiligen    richs   und 
der    ganezen    cristenheyde    zu    uns    in   die   stad   gein    Frankenford    uff  dem    Meyne 
uff  den  andern  dag  nach  sante  Urbans  dag  nehst   körnende   sekicken    wollet,    uwern  Hat  n. 
willen    und  antwurte   uff  die  sache  begern  wir  uns  widder  zu  schrieben  mit  diszem 

an  boden.  datum  Frankenfordie  anno  1400  feria  quarta  post  diem  purificationis  beate 
Marie  virginis. 

Str.  St.  A.  AA.  116.  or.   eh.  I.  cl.  c.  5  sig.  »'.  v.  del.    Die  Namen  der    ü  Absender  stehen 

über  dem  Brief. 
Gedr.  Obrecht,  apparat-  pg.  27.  —  Erwähnt  D.  R.  A-  III.  zu  nr.  113. 

u  1530.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:    .    .  . 

I 

uns  hat  unser    herre  von  Oslerrich  ernstlich   geschriben    und  gemant    umb   hilf   zu 

ime  zu  ziehen  für  Happoltzwilrc  von  der  geschieht  wegen,  alz  sye  unsem  öheim  von 

Luppfeil    uszgestoasen    hand.    dieselben    hilft;   meynen    wir    ime    zu    di'inde:    herumb 

bitten  wir  uch  lieben  frunde  mit  ernst,  daz  ir  bestellen  wollent,  daz  wir  mit  anserm 

«'   h&rsche  über  uwer  brücken  gelaszen  werden  und  ob  wir  jensyt  des  Bynes  yrgent 

lygenl  wurden,  daz  das  ouch  nit  wider  uch  were,  dann  wir  meynen  koste  mit   uns 

zu  füren,  so  haben  wir  unsern  herren  von  Straszburg  ouch  darumb  beschriben,  duz 

das  ouch  nit  wider  ine  sin  wolle.         datum  Baden   ipsa   die   beate   Agathe   virginis 

anno   1400.  Baden  1400  Februar  r>. 

Str.  St.  A.  AA.  87.  or.  eh.  1.  el. 
Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr-  1933. 

1531.     Abgeordnete   aus   dem   Bat1  der  Stadt   Strassburg  vereinbaren   vor  den 
äten  des  Herzogs  Leopold  IV  von  Oesterreich  eine  Beendigung  der  Feindseligkeiten 


'  Dieselben  sind  nicht  genannt,  doch  aus  dem  folgenden  Stück  ergiebt  sich,  dass  es  fünf  oder  sieben 
•to  Ratsmitglieder  sein  sollen. 

VI.  '-»9 


784  140O 

zwischen  Johann  von  Lupfen  und  der  Herrschaft  Rappoltstein.  dise  vorgeschriben 
vertegeding  ist  beschechen  uff  dem  fritag  früge  nach  unser  frowen  tag  der  liechtmesse 
anno  .  .  .  quadringentesimo.  1400  Februar  (l. 

Colmar,  Bz.  Ar.  E  cop.  eh.  coaev.  —  Gedr.  Bappoltst.  Urkb.  II.  nr.  640. 

1532.  Zehn   genannte  Personen  verbürgen   sich  unter  Anhängung  ihrer  Siegel  5 
dafür,  daß  Gaßmann  und  Ulrich  von  Rappoltstein  den  durch  Vermittlung  der  Stadt 
Straßburg  geschlossenen  Frieden  mit  Johann  von  Lupfen  hallen  werden.  1400  Februar  8. 

Heinrich  von  Andelah  genant  Stoltzman,  Conrat  von  Hunnenwilre  rittere,  Jeratheus 
von  Ratzenhusen  vom  Steine,  Peter  von  Schuttern  vogt  zu  Landesburg,  Claus  Bern- 
hart schaffener,  Hanneman  Bernhart,  Clewelin  Rossen,  Jeckelin  Phortzheim  der  eilter,  io 
Claus  Koffer  und  George  Zeheleder  bürgere  in  der  nidern  statt  zu  Rapoltzwilre  tönt 
kunt  menglichem  mit  disem  briefe,  alse  von  semlicher  spenne  und  missehelle  wegen, 
so  gewesen  sint  zwüschent  dem  edeln  herren,  herren  Johanse  von  Lupffen  lantgrefe 
zu  Stülingen  und  lantfögt  unserre  gnedigen  herschafft  von  Osterich  uf  einsite  und 
den  edeln  unsern  gnedigen  jungherren,  junghern  Smassmanne  und  junghern  Ulrichen  u 
gebrudern  herren  zii  Rappoltzstein  uff  die  andersite,  derselben  spenne  und  missehelle 
sie  zu  beidensiten  kommen  sint  uff  fünfe  oder  sübene,  die  ynen  die  statt  von  Strazz- 
burg  uss  yren  reten  zum  rehten  darzu  geben  und  setzen  sSlIent,  alse  daz  in  drien 
notteln  begriffen  ist,  der  der  vorgen.  herre  Johans  von  Lupffen  eine  und  wir  von  der 
egen.  unserre  jungen  herren  wegen  von  Rappoltzstein  die  andere  und  der  slette  botten  m 
von  Strazburg  die  dritte  in  hendes  (!)  habent.  were  ez,  daz  dieselben  spenne 
und  missehelle  mit  der  minne  nüt  usgetragen  würdent  und  die  fünfe  oder  sübene, 
die  also  darzu  gesetzet  und  daz  reht  sprechende  würdent,  alse  daz  ouch  dieselben 
notteln  uswisent  und  sagent,  wie  dann  dieselben  fünfe  oder  sübene  daz  reht  für 
sich  nemment  und  sprechende  werdent,  da  versprechent  wir  alle  von  wegen  in  namen  25 
und  an  stat  der  vorgen.  unserre  beider  jungen  herren  by  den  eiden,  so  wir  unsern 
herren  getan  habent,  waz  dieselben  fünfe  oder  sübene  sprechent  oder  erkennent, 
daz  das  gehalten  und  vollefürt  werden  soll  von  den  egen.  beiden  unsern  jungen  herren, 
wenn  wir  dabij  gewesen  sint  und  ez  von  yren  wegen  also  vertegedinget  habent,  und 
daz  dieselben  beide  unsere  jungen  herren  denheine  anspräche  an  dieselben  fünfe  30 
oder  sübene,  an  die  statt  von  Strazburg  noch  die  yren  niemer  gehaben  noch  ange- 
sprechen  söllent  noch  geleidigen  noch  daz  schaffen  getan  werden  in  denheinen  weg 
ane  alle  geverde.  und  dez  zu  Urkunde  so  habent  wir  alle,  uzgenommen  George  Zehe- 
leder, unsere  ingesigele  gehencket  an  disen  brief.  und  wan  ich,  derselbe  George 
Zeheleder,  eigens  ingesigels  nit  enhabe,  so  vergihe  ich  mich  aller  vorgeschribenen  ss 
dinge  under  derselben  vorgen.  personen  ingesigele  aller.  geben  uff  sunnentag  nehst 
nach  unserre  lieben  fröwentage  der  liehtmess,  da  man  zalte  nach  gottes  gebürte 
viertzehenhundert  jare. 

Str.  St.  A.  AA.  166.  or.  nib.  c    Ü  sig.  pend.  quor.  1  (Hanneman  Bernhart),  lacs. 

Regest  Bapp.  Urk.  II.  nr.  641. '  40 

1  Biese  Urkunde  ist  hier  deswegen  in  extenso  gedruckt,  weil  sie  zur  Zeit  des  Abscldusses  des  Bapp. 
Urkb.  II  nicht  aufzufinden  war  (vgl.  dort  Anmerk.  3  zu  nr.  641),  jetzt  aber  bei  der  Ordnung  des  Archivs 
wieder  zum  Vorschein  gekommen  ist.  Das  Begest  dort  nr.  641  müßte  also  anders  lauten. 


1400 


785 


rkgraf  Bernhard  '  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg:  als  ir 
uns  gesohriben  band  von  dez  tags  wegen  zi'i  Babel  z.i  leisten  und  meynent,  die  wile 
wir  dez  zogs  wendig  sin,  da/  dann  derselbe  tag  zu  Buhel  wol  zu  leisten  si,  . .  .  dez 
ist  ez  im  der  valisnaclil  zi'i  nahe  und  mögen  vor  andern  unmüssen  dez  tags  u(T  die- 
5  selbe  zit  zu  Babel  nit  geleistet]  .  .  .  sondern  Heber  .  .  .  off  den  aehstea  zinstag  nach  »**#. 
[nvoeavil  .  .  .  datum  Baden  in  crastino  beate  Scolastice  Virginia  anno  1400. 

Hatten  1400  Februar  HA 

Str.  St.  A.  AA.  87.  or.  eh.  I.  cl. 
lieg.  (1.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1925. 

io  1334.  Markgraf    Bernbard    von    Baden    an    den    Ammeister    Wilhelm  [Metziger]: 

bittet  um  Auskunft  über  .  .  .  Hagelin  Süsse,  der  von  üch  hinder  uns  komen  ist  .  .  . 
da  auf  seine  bisherigen  Anfragen  beim  Rat  keine  Antwort  erfolgt  sei.  datum  feria 
secanda  posl  diem  Petri  ad  kathedram  anno  1400.  1400  Februar  23. 

Str.  St.  A.  AA.  87.  or.  eh.  I.  el. 
•5  Reg.  d.  Mrkgr.  v.  Bad.  nr.  1927. 

1535  Konig  Wenzel  an  Strassburg:  beklagt  sich,  dass  die  Stadt  der  Ladung 
vor  sein  Hofgericht  wegen  der  Bürgschaft  des  von  Otyk  für  Hans  Bock  nicht  Folge 
geleistet  habe.  Werden  des  von  Otyks  Forderungen  nicht  demnächst  befriedigt,  .  .  . 
so  wollen  wir  des  hofgerichtes  urteil  über  euch  lassen  furgank  haben  an  lenger 
■o  sawmpnisse  und  ewer  ungehorsamkeit  fursten,  herren  und  steten  des  reichs  vor- 
kunden  .  .  .  geben  zu  Präge  des  dinstags  an  der  vasnacht  a.  reg.  boh.  37  reg. 
rom.  24.  Prag  1400  März  2. 

Str.  St.  A.  AA    1 13.  nr.  66.  or.  eh.  I.  pat.  c.  sig.  i.  v. 


1536-  Herzog  Leopold  von  Oesterreich  an  Strassburg:  dankt  für  zugesagte  Ver- 
millelung  in  seiner  Sache  mit  dem  Bischof  von  Straszburg  »von  Herboltzheim  wegen 
und  der  quarten  in  Basler  bistuin  und  bittet  nun  Gesandte  zu  einem  Tage  nach 
Bergheim    auf   Sonntag    Laetare    zu   schicken.      geben   Ensisheim    an  der  aschrigen  utn  i«. 

rittichen  anno  1400.  BmMthttm  1400  März  3. 

Str.  St.  A.  AA.  79.  or.  eh.  I.  cl. 


\ 


1537.  Markgraf  Bernbard  von  Baden  an  Meister  und  Rat  von  Strassburg :  haben 
ff  gestern  mit.  uweren  erbern  botden,  die  ir  bi  uns  gehabt  haltend,  geretd  und  sie 
gebettenj  üch  von  ungern  wegen  zu  bitten,  daz  ir  der  edeln  frowen  der  von  Blanckem- 
berg  gunnen  und  gestatten  wollend  iren  pfennig  bi  uch  in  uwere  statt  zu  zeren, 
doch   also,    daz  sie  von  uch  oder  zu  uch  .lohansen  von  Liehtembcrg  keinen  schaden 


»5  i  Derselbe  an  Straßburg,  Ettlingen  1400  Februar  2%.    Will  mit  Ludw.  v.  Lichtenb.  am  28.  Märt 

einen  Tag  zu  Bühl   halten,  zu   dein  auch  II.  v.  Kieptre  u.  H.  Rüderer  kommen  wollen.  —  Str.  St.  A. 
A.  A.  86  or.  eh.  I.  cl. 

*  Unter  dem  gleichen  Datum  bittet  Mrkgr   Bernhard  den  Ammeister  Wilh.  [Metziger],  seinen  Bürger 
Scholle  in  Ettlingen  beim  Eintreiben  seiner  Forderungen   an  Hügel  Pfaffenlapp   zu   unterstützen.  [Str. 

io   St.  A.  AA.  87  or.  eh.  I.  el] 


786  1400 

tun  oder  zufügen  sulle  ....    datum    Baden   feria   quinta   post  dominicam  Invocavit 
anno  1400.  Baden  1400  Mär*  11. 

Str.  St.  A.  AA.  87.  or.  eh.  I.  cl. 

1538.  Frau  Gütichin  Landschaden  von  Steinach,  Dietrich  Camerers  Witwe, 
schliesst  sich  als  Erbin  ihres  Mannes,  der  Teilhaber  an  Burg  Herrenstein  war,  dem  5 
Burgfrieden  an,  welchen  dieser  und  ihr  Bruder  Cuntz  Landschaden  von  Steinach  mit 
der  Stadt  Strassburg  wegen  Herrenstein  früher  geschlossen  haben.  geben  an  dem 
nehesten  mentage  vor  dem  sunnentage,  als  man  singet  in  der  heiligen  kirchen  Oculi 
in  der  vasten  in  dem  jore,  do  man  zalt  1400.  1400  März  15. 

Str.  St.  A.  AA.  66.  Briefbuch.  B.  fol.  103/4.  ibid.  V.  C.  G.  K.  30.  cone.  v.  cop.  eh.  coaev.    io 

1539-  Ich  Haneman  von  Loubegasze  edelkneht  tun  kunt  mengelichem  mit  disem 
briefe,  als  spenne  stosz  und  miszehelle  gewesen  sint  zwüschent  mir  und  minen 
helffern  zii  eime  teile  und  Cüntzelin  Schaffener  und  Claus  sinem  brüder  von  Nuwilre 
zürn  andern  teile,  da  von  ich  Otteman  zum  Slüszel,  der  von  Straszburg  burger,  ge- 
fangen gehebet  habe,  da  vergihe  ich  mit  disem  briefe,  das  ich  dar  umbe  mit  den  15 
egenanten  gebrüdern  und  mit  Cüntzen  von  Nuwilre  wilent  schaffener  zu  Rufach 
irem  vatter  und  mit  dem  vorgenanten  Otteman  und  besunder  mit  den  wisen  und  be- 
scheiden dem  meister  und  dem  rate  der  stat  zu  Straszburg  mit  allen  den  iren  gerihtet, 
übertragen  und  gentzlichen  gesünet  bin  von  allem  deme,  daz  da  von  ufentstanden  ist 
mit  sunderheit,  als  Ludeman  Schencke  min  vetter  und  etliche  mine  knehte  gefangen  20 
gewesen  sind  ....  Er  gelobt  die  Richtung  zu  halten.  geben  uf  den  nehsten 
samstag  nach  unser  frouwen  tage  in  der  vasten  1400.  1400  März  27. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  165/66.    or.  mb.  I.  p.  c.  1  sig.  pend. 


1540.  König  Wenzel  an  Strassburg :  hat  zu  dem  festgesetzten  Termin  nicht  nach 
Nürnberg  kommen  können,    wird  aber    14  Tage  nach  Ostern  dort  eintreffen  und  er-  25 
wartet  daselbst  bevollmächtigte  Boten.         geben  uff  dem  berg  zu  Chuttin  des  dinstags 
nach  dem  suntag  Judica  a.  reg.  boh.  37  reg.  rom.  24.         Kuttenberg  1400  April  6. 

Str.  St.  A.  AA.  113  nr.  90.  or.  eh.  I.  el. 

Gedr.  Obrecht,  appar.  pg.  31.  —  D.  B.  A.  III  nr.  123  nach  der  Frankfurter  Ausfertigung. 


1541.  Meisler  und  Rat  ton  Slraßburg  verkünden  die  bei  ihnen   erfolgte   Yerur-   » 
leiluug  und    Verbrennung    eines   der   "Ketzerei»  schuldigen  Mannes    und  bitten  auf 
seine  Mitschuldigen  zu,  fahnden.  1400  April  8. 

Wir  Johans  von  Kagenecke  der   eilter   der  meister  und   der    rat  von  Strasburg 
kündent  menglichem   mit  disemme  briefe,   das    wir   einen,   genant  Johans  Rorer,   ein 
bader  by  uns  gevangen  gehept  hant  von  lymuntes  wegen,  daz  er  ein  ketzer  gewesen  * 
sin  solte,    und    habent  den  nach  sinen   geschulten    tun  fragen   in   der   maszen,    also 


1400 


787 


man  solche  bclümelo  töte  biQiche  fraget,  der  hat  verjehen  der  ketzerien  siikt  nnsse- 
tat  in  der  maszon,  duz  er  SO  vil  getriben  hat,  das  er  hy  uns  mit  rehtem  gerihte  und 
urteil  bekennet  und  verteilt  ist  zu  burnende  und  ouch  gebrant  ist.  und  also  er  daz 
verjehen  het,  so  hat  er  darzü  under  andern  dingen  geseit,  daz  er  und  Heinczeman 
llillebrant  der  zimberman  einander  geketzert  haben  mit  sogetanen  wüsten  geberden, 
also  wir  die  Heinczeman  Swebelin  unserme  gesvvornen  muffenden  hotten  an  ebne 
zedelin  verschriben  geben  habent.  darumbe  bittent  wir  alle  die,  den  Heinczeman 
Swebelin  unser  louffender  botte  disen  brief  zöget,  das  su  zi'i  dem  egen.  Hcim-zeiuan 
llillebrant  tügent,  also  sich  geheischet,  wenne  hettent  wir  in  by  uns,  wir  detent  zu  ime, 

talso  sich  das  gehiesche.         datum  feria  quinta  proxima  ante  diem  palmarum  a.  d.  1  100. 
Str.  St.  A.  V.  D.  G.  lad.  3.  or.  mb.  I.  p.  c.  sig.  i.  v.  impr. 
1542.     Markgraf  Bernhard   von  Baden1   an  Strassburg:    verwendet   sich  in  Erb- 
scliallssachen  für  den  Hofmeister   seiner    Frau,  Albrecht  Rüderer,  gegen  den  Strass- 
burgcr  Bürger  Claus  Bernhartzweiler,         datum  Baden  feria  quarta  post  festurn  pasche 
'•'   anno   1 100.  Baden  1400  April  21. 

Str.  St.  A.  AA.  85.  or.  eh.  I.  cl. 

1543.  Die  Strassburger  Gesandten  auf  dem  Fürsten-  und  Städtetag  zu  Frankfurt 
an  ihre  Stadt :  Ulrich  Bock  und  Rülin  Barpfennig  berichten  über  ihre  und  anderer 
Stände  und  auswärtiger  Bevollmächtigter  Ankunft,  sowie  von  der  des  Vertreters  König 

M   Wenzels  und  dessen  Konferenzen  mit  den  Fürsten  und  Städten.         geben  zu  Francke- 

furd  an  dem  mendage  vor  dem  pfingesttage.  Frankfurt  [1400  Mai  Hl]. 

Str.  St.  A.  AA.  116.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  B.  A.  111  nr.  155. 

1544.  Verzeichnis  der  auf  dem  Frankfurter  Tage  vom  26  Mai  1400  anwesenden 

«    Keichsstände.  [Frankfurt  1400  nach  Mai  81.] 

Str.  St.  A.  AA.  Hfl.  cop.  eh.  coaev.  ohne  Versendungsschnittc ;  ebenda  Folioblatt  mit  Ver- 
sendungsschnitten. 
Gedr.  B.  X.  A.  111  nr.  138. 


I 


1545.  Schwarz  Rudolf  von  Andlau  und  Hans  von  Wildesperg  an  Meister  Rein- 
bold [Hii/felinY  in  Straßburtj  über  die  Ermordung  des  Herzogs  von  BratmscAveig 
bei  Fritzlar.  Mumien  1400, tuni  0. 

Min  grusz  bevor,  meister  Heimholt,  lieber  frunt.  ich  lan  üch  wiszan,  daz  der 
lieizoge    von  Sachszszen  und  von  Brüneswig   nieder  geworden    sint   by    Frichelat  in 


1  Derselbe  beglaubigt  am  li)  Mai  in  derselben  Angelegenlieit  seinen  Vogt  Hans  Vontzman  von 
Staffurt.  Baden  feria  4  post  Cantate.  —  AA.  85.  or.  eh.  Ebetula  Beglaubigungsschreiben  für  denselben 
vom  9  September  u.  29  Decembcr  1100. 

*  Der  Meister  Beinbold  ist  tvolU  der  1)98199  als  Stettmeister  begegnende  Beinbold  Hüffelin  der  alte. 
B    Hüffelin  der  junge  ist  1400  Batsmitglied  aber  nicht  Meister. 


788  1400 

Juni  s.  Hessen  uf  den  phingstabet  uf  mittendag.  und  waz  ich  und  min  geselschaft  uf  den- 
selben morgen  furgeritten.  und  die  wile  wir  assen  zu  Fritscbela,  da  lagent  die  bereu 
hinder  uns  nieder,  und  sind  wir  niht  uf  dem  felde  gesin.  und  bristet  unsz  von 
gottes  gnaden  niht,  und  hant  gute  geselleschafft  und  farent  für  unsz  unszer  fart.  disz 
wollent  minem  sweher  sagen  und  diszen  briffe  geben,  und  heissent  es  heyn  enbitten  5 
und  gen  Zabern.  disz  han  ich  darumbe  geschriben,  ob  ander  mer  heyn  kernen,  das 
ir  dene  wisten,  wie  es  unsz  gangen  wer.  geben  zu  Münde  fire  dagweide  von 
dem  heiigen  blude,  geben  uf  den  phingstdage  firzehenhundert  jare.  geschriben  mit  myncs 

selbes  hant. 

Swartz  Rudolf  von  Andela  10 

wiztum  und  Hans  von  Wildesperg. 

Str.  St.  A.  Abt.  IV,  122.  cop.  eh.  coaev. 

Gedr.  Weneker,  collecta  arch.  f.  400.  —  D.  B.  A.  111  nr.  186. 

1546.  Günther  Marschalk  der  Bürgermeister  und  der  Rat  von  Basel :    begehren 

Auskunft  über  den  Abschied  des  Frankfurter   Tages    mit   den    Fürsten    und   Städten  15 

[Mai  1400],  den  sie  selbst  mit  Rücksicht  auf  den  nahen  Tag  von    Nürnberg   [Mai  2] 

nicht  beschickt  haben.         datum   quinta   ante  festum    Trinitatis  anno   etc.   quadrin- 

gentesimo.  1400  Juni  10. 

Str.  St.  A.  AA.  116  nr.  22.  or.  mb.  I.  cl. 

Gedr.  D.  R.  A.  III  nr.  159.  20 

1547.  Strassburg  an  Rasel:  über  die  Verhandlung  zwischen  den  Kurfürsten  und 
Städten  auf  dem  Tage  zu  Frankfurt.       feria  seeunda  ante  corporis  Christi  anno  1400. 

[1400  Juni  14.] 
[Org.  od.  cop.  nicht  erhalten,  doch  von  Weneker  appar,  271  erwähnt.] 
Gedr.  Reg.  D.  R.  A.  III  nr.  160.  * 

1548.  Erzbischof  Johann  II  von  Mainz  an  Strassburg:  beteuert  seine  völlige  Un- 
schuld an  der  Ermordung  Friedrichs  von  Braunschweig.  datum  Benszheim  in 
crastino  corporis  Christi  anno  domini  millesimo  quadringentesimo. 

Ilrns/irim  1400  Juni  IS. 

Str.  St.  A.  AA.  116  nr.  8.  or.  eh.  I.  cl.  30 

Gedr.  D.  R.  A.  III.  nr.  189. 

1549.  König  Wenzel  an  Strassburg:  dankt  für  ihre  Treue  und  Anhänglichkeit, 
von  der  ihm  sein  Rat  Hubert  von  Eltern  berichtet  hat,  und  die  ihm  auch  ersichtlich 
ist  .  .  .  us  der  antwort,  die  ewer  frund  yetzund  zu  Frankenfurt  getan  haben  den 
kurfursten  ...  und  bittet  bei  derselben  fest  zu  beharren,  besonders  falls  ...  die  kur-  35 
fursten  oder  yemand  anders  von  iren  wegen  an  euch  ichtes  mutend  wurden,  das 
wider  unsere  ere  und  wirde  anlangend  wurde  .  .  .  Uebrigens  komme  er  demnächst  ins 
Reich  und  werde  dann  ihre  Boten  zu  sich  laden.  geben  zu  Präge  des  sunnabend 
nach  des  heiligen  leichnams  tage.  a.  reg.  boh.  38  a.  rom.  24.      Prag  1400  Juni  19. 

Sir.  St.  A.  AA.  113  nr.  83.  or.  eh.  I.  cl.  4ü 

Gedr.  D.  R.  A.  III  nr.  183.  nach  der  Frankfurter  Ausfertigung. 


1400  789 

ilüdlelages  zu  Mainz:  Aufsetzung  einer  Antwort 
auf   den    von    den  Kurfürsten    zu    Prankfurt   durcJi   Kitter   Johann   von   Talburg  am 

4  Juni  gemachten  Vorschlag,  Verabredung  eines  neuen  Städtetags  zu  Mainz  auf  den 

5  August.  [Mainz  1400  Juli  1-12.] 

Str.  St.  A.  AA.  116.  cop.  eh.  coaev. 

Gedr.  D.  B.  A.  111  nr.  168.  -  Janssen,  Frank/.  B.  K.  1.  nr.  898. 

Reg.  Boos,   Worms.  Urkb.  nr.  10G6. 


1551.  Die  Straßburger  Gesandten  Hans  Bock  und  Ulrich  Gosse  an  ihre  Stadt: 
berichten  vom  Reichstage  zu  Mainz.  140O  Juli  9. 

io  Lieben  herren.  wir  embieten  üch  unsern  willigen  undertenigen  dienst    und  lont 

(üch  wissen,  daz  unser  herre  der  künig  und  die  dryge  kurfürsten  uf  dem  Rine  zu 
Mentze  sint  und  noch  uf  hüte  der  stette  keine  by  unserme  herren  dem  künige  ge- 
wesen ist.  und  habent  do  erfaren,  daz  daz  sachen  machent,  daz  unser  herre  der 
kunig  und  die  fürsten   alleine  by    enander  gewesen  sint.   öch  wiszent,   daz  die   von 

15  Kßlle,  Mentze,  Wurmeaxe  und  Spiro  und  Frankefurt  und  die  stette  in  der  Wedderöwe 
und  wir  ettewie  dicke  by  enander  gewesen  sint  und  uns  mittenander  underret  habent, 
daz  wir  truwent,  daz  wir  uf  einre  antwurt  blibent  zu  güttem  mosse,  also  wir  von 
üch  gescheiden  sint.  öch  wissent,  daz  wir  uns  faste  underret  habent  von  der  guldin 
münsse  wegen,  und  ist  aller  stette  meinunge,  daz  vor  unsern   herren   den    kunig  zu 

20  bringende  und  für  die  fürsten,  also  wir  uch  wol  sagende  werdent.  lieben  herren. 
wissent,  daz  wir  vor  unserm  herren  von  Luttringen  gewesen  sint,  und  ist  herr  Cunrnt 
Peyger  und  her  Arnolt  von  Sierck  by  yme  und  wil  uns  verhören  zu  sinen  müssen, 
so  er  es  erste  gedün  mag.  do  wellen  wir  von  Erhart  Hensz  seligen  wegen  reden, 
waz  wir  truwent,  daz  gut  und  nütze  sy.  wissent  och,  daz  unsers  heiigen  vatter  des 

25  bostes  botten  zwene  zi'i  Mentze  sint  und  unsers  herren  rette  von  Osterich  und  des 
marggraven  von  Baden,  und  sint  ander  herren  vil  zu  Mentze,  die  do  umb  geseszen 
sint.  wissent  och,  daz  gar  ein  gros  folk  zühet  uf  den  graven  von  Waldeck  wol  mit 
11000  pferdes  und  wirbet  unser  herre  von  Mentze  faste  und  het  me  den  100  glefen 
in  Hessen  geschicket  sin  schlos  zu  bestellende,  also  uns  daz  geseit  ist.         geben  uf 

so  unser  frowen  dag  also  men  nenet  fisitazionis  anno  etc.  etc.  1400. 

.  .  .  Hans  Bock  und  Ulrich  Gosse. 

[In  verso]:  Den  furnemen,  wisen  und  bescheiden  dem  meister  und  dein  rata  zu 
Strasburg  unsern  lieben  herren. 

Str.  St.  A.  AA.  123.  or.  eh.  I  cl. 


m  1552.  Abschied  des  Städtetags  zu    Mainz  vom  1   .luli   1  100:   neue  Redaction   der 

Antwort   an    den  Kurfürsten  und  Bestimmung  des  neuen  Städtetags   zu  Mainz  auf  5 

August.  [Mainz  1400  zurischen  Juli  1  u.  12.) 

Str.  St.  A.  AA.  116.  cop.  ch   coaev. 

Gedr.  D.  R.  A.  III  nr.  168  nach  der  Vorlage  i   Frank/.  Archiv.  —  Janssen,  B.  K.  I  nr. 

•»o  897. 


790  1400 

1553.  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Strassburg:  sendet  und  beglaubigt  den 
Bitter  Budolf  von  Höllenstein  .  .  .  mit  uch  zu  reden  eigenlichen  underwiset  von  der 
spenne  und  bruche  wegen  zwusehen  uns  und  Ludwigen  von  Lichtenberg,  daz  wir 
zum  rechten  hinder  dritzehn  uwers  rates  kommen  sien  ....  datum  Schreck  in 
crastino  beati  Kyliani  et  sociorum  eius  anno  1400.  Schreck  1400  Juli  .9. 

Str.  St.  A.  AA.  87.  or.  eh. 


1554.  Worms  an  Speier :  sendet  die  Abschriften  '  zweier  Briefe  von  Mainz  und 
Cöln,  worin  sie  und  die  andern  rheinischen  Städte  aufgefordert  werden  einen  Städte- 
tag zu  Coblenz  zu  beschicken. und  waz  uch  von  den  von  Straszburg  davon 

entwurt  wirt,  daz  wollent  uns  mit  uwere  meynunge,  so  ir  furderlichste  mogent,  fur- 
laszen  wissen,  daz  wir  ez  dann  den  vorgenanten  uwern  und  unsern  eitgenoszen 
basz  verschriben  den  von  Meintze  mit  unsere  meynungen  hendelingen  furter  ver- 
schriben  mögen.         datum  feria  sexta  post  Marie  Magdalene  [1400  Juli  23] 

Str.  St.  A.  AA.  116.  eop.  eh.  coaev. 
Gedr.  D.  B.  A.  III  nr.  173. 

1555.  Markgraf  Jobst  zu  Brandenburg  und  Mähren  an  Strassburg:  Landvogt 
Dietrich  von  der  Witenmülen  habe  dem  König  erzählt,  welch  guten  Willen  die  Stadt 
gegen  den  König  und  seinen  Landvogt  habe,  dafür  danke  er  im  Namen  des  Königs 
und  bitte  darin  zu  verharren,  da  der  sich  jetzt  mit  einigen  Fürsten  verbündet  habe 
und  selbst  für  seine  Sachen  als  von  des  Beiches  wegen  bald  eintreten  werde, 
datum  Prag  ipsa  die  Jacobi.  Prag  [1400]  Juli  25. 

Hegest  1).  B.  A.  III.  pg.  223  Anmk    nach  Wencker  apparatus  271. 

1556-  Heinrich  von  Bertholtzheim  bekennt,  dass  er  von  der  Ansprache  wegen, 
die  er  an  die  Strassburger  gehabt  .  .  .  umbe  solichen  schaden  und  Verlustes  wegen, 
den  ich  meinde,  den  sy  mir  geton  hettent  uff  der  vestin  zu  Herrenstein,  do  sy  die 
vestin  gewunnen,  gutlich  übereingekommen  ist  und  verspricht  für  sich  und  seine 
Nachkommen  keine  Ansprüche  mehr  zu  erheben.  geben  an  der  nehesten  mit- 
wochen  noch  sant  Jacobstage  des  zwölfbot  ten  1400.  1400  Juli  28. 

Str.  St.  A.  Q.  ü.  P.  lad.  166.  or.  mb.  I.  p.  c.  sig.  p. 


1557.  Arnold  von  Berenfels  der  Bürgermeister  und  der  Bat  von  Basel  an  Strassburg  :   30 
danken  für  die  Aufklärung,  welche  sie  durch  Gesandtschaft  und  Briefe*  von  Strass- 
burg  über    die   Haltung   der  Städte  auf  dem   Tage   zu  Mainz    [1  Juli  1400]  und  die 
Stellung  zu  dem  beabsichtigten  Thronwechsel  erhalten  haben,  halten  den  Absetzungs- 


1  Dieselben  sind  gedruckt  D.  B.  A  III  nr.  171  u.  172. 

2  Vgl.  oben  nr.  1547  den  Brief  Straßburgs  an  Basel  vom  14  Juni. 


1400 


791 


plan  für  bedenklieb  und  bitten,  .  .  .  wenne  der  tag  za  [janstein  rergat,  dai  ir  uns 
denne  verschribeu  lassen!  wissen,  wie  und  in  weler  mftsze  ir  und  ander  nwer  fründ 
von  demselben  tage  ze  Lanstein  geecheyden  syent,  and  wie  sich  die  suchen  dasein» 
ergangen  habent  etc.  geben  an  dem  necnsten  zinstag  vor  san<  Oswaidestag  anno 
s  etc.  quadringentesimo.  1400  August  a. 

Str.  St.  A.  AA.  116.  or.  mb.  I.  H 
Gedr.  D.  R.  A.  III.  nr.  175. 


1558.  Hie  Kurfürsten  von  Mainz,  Cöln,  Trier  and  Pfalz  an  Strassbnrg:  verkünden 

die    Absetzung    Köuig    Wenzels     und    fordern    auf,    den    von    ihnen    zu    erwählenden 

10  Königanzu  erkennen.        datum  Lanstein  sexla  feria  proxima  post  festum  assumptionifl 

»t>eate  Marie  virginis  anno   1400.  Ober  la  hüsteln  1400  August  20. 


Str.  St.  A.  AA.  116.  or.  eh.  I.  pat.  c.  4  sig.  impr.  del. 
Gedr.  D.  B.  A.  III.  nr.  207. 


1559. 
folgte  Wah 
erkennen. 


Die  3  geistlichen  Kurfürsten  an  Strassbnrg:  verkünden  die  zu  Rense  er- 
1  des  Pfalzgrafen  Ruprecht  zum  König  und  fordern  auf,  denselben  anzu- 
datum   in  campis*  prope  Rense  sabbato  proximo  posl  festum  assump- 


tionis  heute  Marie  virginis  anno  domini  1-100. 

Str.  St.  A.  AA.  116.  or.  eh.  I.  p.  e-  3  sig.  impr.  del. 
Gedr.  D.  B   A.  III.  nr.  210. 


Rense  14O0  August  21. 


1560.  Strassburger  deutsche  Aufzeichnung  über  die  am  20  August  erfolgte  Ab- 
setzung König  Wenzels  und  die  Tags  darauf  stattgehabte  Wahl  König  Ruprechts 
unter  der  Ueberschrift :  Dis  sint  die  [9]  artickele,  die  die  Fürsten  imme  riehen 
habent  Widder  den  konig  Wentzelaum  römischen  konig  zu  Behemen. 

[Oberlahnstein  1400  um  August  21.J 

Str.  St.  A.  AA.  1 16.  Fapierzettel,  auf  dessen  Rückseite  steht :  ex  parte  regis  Bohemie. 
Gedr.  I).  R.  A.  III.  nr.  215. 

1561.  Roltweil  an  Strassburg:  bittet  um  Auskunft  über  die  Absetzung  und 
Neuwahl  des  Königs  und  wie  das  alles  gekommen  und  wie  man  sich  dem  gegenüber 

Pu  verhalten  habe.         datum  feria  quarta  post  Pelagii  anno   1  100. 


Str.  St.  A.  AA.   116.  nr.  25.  or.  eh.  I.  cl. 
Reg.  D.  R.  A.  IV.  pg.  130  Anmerkg.  1. 


1  In  Sachen  dieser  Absetzung  und  Neuwahl  sendet  Speier  an  Straßburg  den  an  Main»  ergangenen 
Berieht  des  Grafen  Philipp  von  Nassau.  1400  August  22.  (Erwähnt  D.  R.  A.  III   pg.  285  Anmk.  1.) 
M  *  In  andern  Ausfertigungen  lieisst  es:  datum  in  sedo  regali  prope  Rense. 


VI. 


100 


792  1400 

1562-  König  Ruprecht  an  Strassburg :  begehrt,  ihm  als  neuerwählten  römischen 
König  zu  seinen  gemeinnützigen  Absichten  zu  Willen  zu  sein.  datum  Heidelberg 
in  die  beati  Egidii  confessoris  anno  domini  1400.  Heidelberg  1400  September  1. 

Str.  St.  A.  AA.  123.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  B.  A.  111.  nr.  211. 


1563-  Markgraf  Bernhard  von  Baden  an  Meister  und  Bat  von  Strassburg :  sendet 
und  beglaubigt  den  Bitter  Götzen  von  Grostein  ...  an  uch  zu  werben  von  des  briefs 
wegen,  der  hinder  uch  und  uwern  frunden  zum  rehten  lit  in  der  sache  zwuschen 
uns  und  Ludwigen  von  Liehtemberg,  als  ir  wol  wissend.  .  .  .  datum  Baden  feria  sexta 
post  diem  beati  Egidii  abbatis  anno  1400.  Baden  1400  September  3. 

Str.  St.  A.  AA.  87.  or.  eh.  I.   cl. 


1564.  König  Ruprecht  an  Strassburg :  beglaubigt  Emicho  von  Leiningen  und  Mar- 
schall Bitter  Diether  von   Hantschuheini    als   Gesandte  in  Sachen  Beiner  Erwählung, 
datum  Heidelberg  sabbato  ante  nativitatis  Marie.   Heidelberg [1400 September  4]. 

Str.  St.  A.  AA.  123.  or.  eh.  c.  cl. 
Regest  D    R.  A.  111.  pg.  271  Anmk.  1. 


1565-   Arnold  von  Berenfels  der  Bürgermeister  und  der  Rat  von  Basel  an  Strass- 
burg:  tund  uch  ze  wissend,  das  uns  von  unseren  lierren  den  kurfürsten  zwen  briefe ' 
gesant  sint  von  der  erwelung  wegen,  so  si  getan  hand,   eins  nüwen  künigs  des  hei- 
ligen richs.    derselben    briefen  wir  uch  abgeschriften  in  disem  sendent  verschlossen,  t» 
an  den  ir  wol  sehent  ir  meynung.  und  wond  wir  uf  dem  tage  ze  Lanstein,  da  sölich 
sach  gangen  ist,  bi  uwer  noch  ander  stette  botten  unser   botschaft   mit  gehept  hand 
und  üwer  noch  ander  stetten  meynunge  noch  antwurte  nüt  wissent,  daz  wir  uf  sölich 
briefe  ze   dirre   zite    nüt   geantwürten   könnent    und  wir  uch  ouch  getrüwent,  sölich 
briefe   kommen    sin,    so   bitten   wir  uwer   gute   früntschaft   mit  Bisse,    daz  ir  uns  uf  25 
dieselben   briefe   und    sach    uwern  getruwen    rat  und  meynunge,  waz  uns  uf  die  ze 
dirre  zit  ze  tünde  sie,  und  ir  ouch  meinent  ze  tünde,    ob  uch  sölich  briefe  kommen 
sient,  und  ouch  waz  briefen  uch  hienach  umb  sölich  sachen  gesant  werden,  uns  und 
domitte  uweren  getruwen  rat  wissen  lassen,  daz  wir  uns  ouch  danach  wissen  mögen 
ze  richtende  durch  unsers  dienstes  willen  und  als  wir  uch  wol  getrüwent.         dal  um  w 
vigilia  nativitatis  Marie  virginis  anno  etc.  quadringentesimo.  1400  September  7. 

Str.  St.  A.  AA.  116.  or.  mb.  I.  cl. 
Reg.  D.  R.  A.  IV.  pg.  130  Anm. 


1  Sind  wohl  inhaltlich  gleich  den  oben  unter  nr.  1558  u.  nr.  1559  als  Regest  mitgeteilten  Briefen  der 
Kurfürsten  vom  20  u.  21  August.  35 


1400 


788 


1566.  Rottweü  an  Strassbnrg:  dankt  für  die  früheren  Mitteilungen'  and  begehrt 

Auskunft    Qber  den   Vertauf  des   von  Mainz   und   Speier  angeregten  Städtetagea  zu 

Main/  [H  Sept.]  König  Ruprecht  bähe  die  Boten  der  schwäbischen  and  der  Bodensee- 

Btftdte  auf  nächsten  Sonntag  zur  Huldigung  nach  Gonstanz  entboten;  sie  werden  den 

I   Tau  besenden  und  etwa  wissen  wertes  über  den  Verlauf  der  Stadt  Strassbnrg  mitteilen.1 

daiimi  Babbato  post  exaltationern  sete  crucis  anno  etc.  1400.    moo  September  is. 


Str.  St.  A.  AA.  116.  nr.  20.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  R.  A.  IV.  nr.  124. 


1567.  Werner  Spatzinger,  Stadtschreiber  zu  Strassbnrg,  an  Mathias  Sobernheim, 
den  Kanzler  König  Ruprechts:   bittet  um  Portsetzung  ihrer  guten  Beziehungen  auch 

nach    seiner    Erhebung    zum   Vorstand  der    königlichen    Kanzlei.         datum  Argentine 
Babbato  ante  Malhei   apostoli.  StratiHbury  [1400  Sejttemher  IS.] 


sann 


Str.  St   A.  AA    116.  conc.  eh.  latin. 
Gedr.  D.  li.  A.  111.  nr.  230. 


i5  15611.  König   Wenzel   an   Strassburg:   ermahnt    zur   Treue    und    zur   Abweisung 

taller  Anerbietungen  seitens  der  abtrünnigen  Kurfürsten  .  .  .  wann  wir  von  den 
gnaden  gotes  von  stadan  mit  dem  durchleuchtigisten  fürsten,  hero  Sigmunden  kunig 
/.u  Ungern  etc.,  dem  hochgebornen  Josten  marggralfen  zu  Brandeburg  und  zu  Merhern 
und  andern  unsern  fürsten  etc.  mit  ganezer  machte  gen  dutschen  landen  czihen 
20  wollen  etc.  geben  zum  Betlern  des  sunabends  vor  sand  Matheus  tage  a.  reg.  boh. 
;58  a.   reg.   rom.  25.  Betlern  1400  Sejttember  IS. 

Str.  St.  A.  AA.  113.  nr.  85.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  lt.  A.  111.  nr   23G. 


1569.  Ludwig  von  Lichtenberg  beurkundet,  daß  ihm  die  Stadt  Straßburg  freie 
25  Passage  über  ihre  Rheinbrücke  gewährt  habe.  1400  September  IS. 

Ich  Ludewig  herre  zu  Liehtemberg  vergihe  und  bekenne,   alse  die  erbern  wisen 

Imeister  und  rat  zu  Straspurj;  durch  früntschaft  und  liebe,  die  si  zu  mir  habent, 
mir  gegünnet  habent,  wenne  so  ich  selber  über  ir  Rinbrucke  rite,  das  ich  danne  und 
alle  min  dienere,  die  danne  zu  mole  mit  mir  rilent,  und  nieman  anders,  danne  die, 
die  zu  mir  gehöreat  und  in  mim  mi'ise  und  brote  sint,  sollent  vergeben  über  die 
Rinbrucke  riten.  darzö  haut  si  mir  gegännet,  wenne  so  min  vflgl  zu  l.iehtenöwe  über 
ii  brücke  ritet,  das  der  oder  einre  oder  zwene  sinre  knehte,  ob  er?einen  kneht  oder 
ZWene  knehte  bi  ime  bei,  die  sine  knehte  sint  und  in  sime  müse  und  brote  sint,  und 
nieman    anders   ouch    vergeben    über   die   Rinbrucke  söllent    riten.    ritte  ouch  minre 


1    Vgl.  oben  de)i  Brief  liottweils  vom  1  September. 
s   Vgl.  unten  den  Brief  Rottweils  vom  26  Suptember. 


794  1400 

knehte  einer  oder  zwene,  die  min  wissenthaften  knehte  sint  und  in  mim  müse  und 
brote  sint,  in  mim  dienste  über  die  Rinbrucke,  die  sollent  zu  der  zit  ouch  vergeben 
Überriten  ungeverliche  und  alles  nit  anders  in  deheinen  weg.  und  sol  das  weren  und 
bliben  so  lange  untz,  das  es  meister  und  rat  zu  Strazburg  widerrüffent.  und  wennc 
si  es  irem  zoller  uf  irer  Rinbrucken  absagent,  so  sol  es  mir  abgeseit  sin,  und  ver-  5 
spriche  mich  des  vür  mich  und  alle  mine  erben  und  nochkommen  umbe  das,  daz  n 
mir  die  vorgenanten  günnunge  zu  frünt schafften  und  zu  liebe  geton  habent,  das  ich 
daz  doch  darumbe  gegen  in  meinen  vürgeziehen  sol,  das  si  mir  die  günnunge  von 
rehtes  wegen  tun  soltent  oder  geton  hettent  in  deheinen  weg  one  alle  geverde.  und 
des  zu  eim  Urkunde  so  habe  ich  der  egenante  Ludewig  herre  zu  Lihtemberg  min  10 
ingesigel  an  disen  brief  gehencket.1  der  geben  wart  an  dem  nehesten  samstage 
vor  sant  Mathistage  des  heiligen  zwölfbotten  in  dem  jor,  do  man  zalte  von  gottes 
gebürte  dusent  jor  und  vierhundert  jore. 

Str.  St.  A.  AA.  1695.  or.  mb.  I.  pat.  c.  sig.  pevd.  delaps. 

1570.  Rottweil  an  Strassburg:  der  Städtetag  zu  Constanz*  hat  am  14   September  10 
stattgefunden;   der  Gesandte   des   neuen    Königs   hat    den   ganzen  Hergang  der  Ab- 
setzung und  Neuwahl  dargelegt  und  zur  Huldigung,   der  Gesandte  des  alten  Königs 
eindringlich   zur  Treue   gegen   ihn  aufgefordert.     Die  Städteboten  sind  ohne  Antwort 
abgereist,    um  Vollmacht   einzuholen.         datum  in  vigilia  scti  Michahelis  anno  1400. 

1400  September  28.   20 

Str.  St.  A.  AA.  116.  nr.  30.  or.  eh.  I.  cl. 
Gedr.  D.  B.  A.  IV.  nr   126. 

1571.  Heinrich  zum  Jungen  aus  Mainz  an  Wilhelm  Metziger  Ammeister  zu  Strass- 
burg: berichtet  über  die  Anerkennung  König  Ruprechts  durch  Köln,  Mainz,  Worms, 
Speier   und   über   den   Empfang   von  Nachrichten   aus  Paris.         datum  dominica  die  25 
post  Dyonisii  martyris  meo  sub  sigillo.  [1400  Octeber  10.] 

Str.  St.  A.  AA.  116.  or.  eh.  I.  cl 

Gedr.  D.  B   A.  IV.  nr.  165. 

Reg.  Boos,  Worms,  ürkb.  II.  nr.  1079. 

1572.  Rottweil  an  Strassburg :  berichtet  über  die  Haltung  der  schwäbischen  Städte  30 
gegenüber  dem  neuen  König  und  von  dem  abermaligen  Bevorstehen  einer  Zusammen- 
kunft derselben,   datum  feria  quinta  ante  Galli  anno  domini  millesimo  quadringentesimo. 

1400  October  11. 
Str.  St.  A.  AA.  116.  nr.  26.  or.  eh.  I  cl 
Gedr.  D.  R.  A.  IV.  nr.  127.  35 


1  Auf  der  Bückseite  steht  von  gleichzeitiger  Rand:  1)  ein  brief,  wie  man  sich  gegen  juncher 
Ludewige  von  Lichtenberg  nf  der  Rinbrncke  halten  sol.  2)  feria  tertia  ante  diem  scti.  Martini  epis- 
copi  (10  November)  do  wart  juncher  Ludewige  der  zoll  uf  der  Rynbrucken  mit  urteil  aberteilt,  das 
er  hinan  fürder  zollen  sol  als  andere,  anno  domini  1405. 

2  Vgl.  oben  den  Brief  Bottweils  vom  18  September. 


1400 


71*5 


1573.  Werner  Spatzinger  Strassburger  Protonotar  und  Johannes  Werder  von 
Esslingen  kaiserlicher  Notar  bestätigen  der  Stadl  Strassburg  das  Vorhandensein  und 
die   Echtheil   ihres   königl.  Privilegs  vom  25  Nov.  1347  [gedr.  Bd.  V  nr,   156.]   Ober 

Lelien  und  Pfandgüter.        sub  anno  1  loo  die  ricesima  seenndi  octobris. 
^m  t4oo 

Str.  St.  A.  AA.  lad.  4.  nr.  6.  or.  mb.  sine  sig.  mit  llandzeidien 

1574.  Arnold  von  Berenfels  der  Bärgermeister  und  der  Rat  von  Hasel  an  Strass- 
burg:  als  ir  uns  vetzuni  rerschribeo  hand  von  der  sach  wegen  des  nüwen  kunigs, 
haben    wir  wol   verstanden    und    dangkent   üch   mit    flisz   des  guten    willen  und  der 

lo  liiinlschalll,  so  ir  zu  uns  habend,  der  wir  ze  dienst  gegen  üch  und  den  üweren  nit 
vergessen  söllent  noch  wellent.  und  wand  die  sach  vast  grosz  und  ernstlich  ist  und 
guter  bedengknüsse  in  der  notdürftig  sint,  so  köndent  wir  üch  by  disem  üweren 
botten  uff  die  als  snelliklichen  unbedacht  unser  meynunge  nit  gentzlichen  verschriben 
lassen  wissen,  als  üwer  wisheit  daz  wol  verstät.  darumb  so  wellen  wir  fürderlichen 

15  mit    guter    bedachtnüsze   über  die  sach  sitzen  und  uff  die  ze  rat  werden,    wazz  uns 

tin  der  notdürftig  und  uff  daz  beste  sie  ze  tünd,  und  wezz  wir  ze  rat  werden,  wellen 
wir  üch  lassen  wissen,  so  wir  schierest  könnent.  denne  von  der  bottschafft  wegen. 
so  ir  zu  uns  meynent  ze  tünd,  als  wir  üch  gebetten  hand,  dangkent  wir  üch  ouch 
mit  (lizz  und  bittent  üch  der  nit  ze  vergessent.  datum  sabbato  ante  Symonis  et 
■  Jude  anno  etc.  1400.  1400  October  23- 


Str.  St.  A.  AA.  116.  or.  mb.  I.  cl. 
Beg.  D.  B.  A.  IV.  pg.  140  not.  1. 


1575.  König  Wenzel  an  Strassburg:  ermahnt  «solchen  frömden  sachen»  gegen- 
über   «so   die  kurfursten    an   dem  Reyne,    herezog  Clemmen    von  Beyren   wider  uns 

"  und  das  reiche  frevelichen  ufgeworffen  und  erhaben  liant,  doran  sie  gen  uns  und  dem 
reiche  erloze  und  trewloze  worden  sind,  .  .  .  denen  er  aber  mit  Hülfe  der  befreundeten 
Fürsten  und  böhmischen  Landherren  erfolgreich  zu  widerstehen  hoffe,  zu  ausdauernder 
Treue  und  erwartet  ...  zu  das  ir  im  (dem  Landvogt  Ditrich  von  der  Weitenmülen)  mit 
ewer  macht  zu  cziehen  und  im  geraten  und  beholffen  seit  bis  uff  unsere  zukumft  gen 
deutschen  landen.  geben  zu  Präge  des  suntages  vor  sand  Symon  und  Band  Judas 
tag.  a.  reg.  boh.  38.  reg.  rom.  25.  1400  October  24. 

Str.  St   A.  AA.  113.  nr.  84.  or.  eh.  I   cl.  c.  sig. 
Gedr   D.  B.  A.  III.  nr.  238. 

1576.  Die  Strassburger  Gesandten  :  Heinrich  von  Mülnheim,  Thomas  von  Endingen, 
Ulrich  Bock  und  Rülin  Barpfennig  an  ihre  Stadt  :  haben  in  Mainz  Nachrichten  ein- 
gezogen, welche  sie  mitteilen,  und  zeigen  an,  dass  sie  anderntags  zu  Wasser  nach 
Frankfurt  reisen  wollen.  datum  feria  seeunda  post  cenam  ante  diem  sct.  Symonis  et 
Jude  anno  1 100.  1400  October  25. 


Str.  St.  A.  AA.  123.  or.  eh.  I.  cl. 
Qedr.  D.  B.  A.  IV.  nr.  166. 


796  1400 

1577-  Die  Strassburger  Gesandten  Heinrich  von  Mülnheim,  Thomas  von  Endingen, 
Ulrich  Bock,  Rülin  Barpfennig  an  ihre  Stadt:  berichten  ausführlich  ober  die  Frank- 
furter Unterhandlungen  der  Städte:  Cöln,  Mainz,  Speier  mit  König  Ruprecht,  von 
der  Haltung  Nürnbergs,  der  Lage  König  Wenzels  in  Böhmen,  von  ihren  noch  bevor- 
stehenden Unterredungen  mit  den  königlichen  Räten  zu  Mainz  am  30  October  etc.  .  .  . 
besigelt  mit  Thomans  von  Endingen  ingesigel  von  unser  aller  wegen.  geben  uff  dem 
Mön  by  dem  zoll  zu  Höchste  uff  dem  wasser  an  der  mitwochen  vor  Symonis  et  Jude 
anno  domini  1400,  doch  wart  der  botte  erst  von  uns  gevertiget  uf  Symonis  et  Jude 
früge.  ouch  lieben  herren  bestellent,  daz  wir  die  pferde  uf  disen  künftigen  dunrestag 
zu  Wormsze  haben.  Zollhaus  bei  Höchst  1400  October  2?]»S. 

Str.  St.  A.  AÄ.   U6.i  or.  eh.  I.    cl. 
Gedr.  D.  R    A.  IV.  nr.  167. 


1578.  Die  Straßburger  Gesandten*   an  Straßburg:   berichten  über  den   Einzug 
König   Ruprechts  in  Mainz  und  die  Unterhandlungen  daselbst   wegen   Bestätigung 
der  städtischen  Privilegien  und  die  vorhergehende  Verhandlung  von  zwei  genannten  is 
Bevollmächtigten  des  Straßburger  Bischofs    Wilhelm  mit  König  Ruprecht  u.  a.  m. 

[Mainz  1400  October  30.] 

Also  unser  herre  der  künig  uff  hüte  samstag  zu  Mentze  inreit,  indemme  schulten 
des   küniges    rete   noch   uns,   daz  wir  kernen  zu  den  Bredigern.   daz  dotent  wir  und 
koment  dar.    do    koment    her  Johan  von  Talberg,    her    Rudolf    von  Zeissekeim    der  20 
probest,  der  do  ist  des  küniges  pfaffe,  und  her  Malthis  des  küniges  oberster  schriber. 
so  was  ouch  do  her  Heinrich  zürn  Jungen,  den  hettent  des  küniges  rete  dar  gebetten. 
do  bolent  wir  in  ouch.  und  vingent  die  an  und  rettent  mit  uns,  also  vor  an  üch  und 
uns  ettewie  dicke  gevordert  ist  worden,  darzü  antwurtetent  wir  und  seitent,  daz  wir 
von  unserme  herren  dem  künige  begertent,  das  er  uns  unser  friheit  bestetigete,  noch  25 
demme   wir   die  von   keysern  und  künigen  und  ouch  von  künig  Wentzelaus  hettent. 
unde  besunder,   also  wir  die  friheit  in  ein  nottel  hettent  geton  zeichen,   do  frogetent 
sie  uns,  obe  unser  friheit  briefe  öbene 3  stündent,    also  die  nottel  wisete  und  abe  (!) 
wir  ützit  darzü  gesetzet  hettent.  do  sprachent  wir:   «Jo  wir  hant  etteliche  wort  fürbasser 
lossen   dorin  schriben,    derselben  wort  wir  ouch  in  andern  briefen  gefryet  sint.    und  30 
umbe    eine  luterunge   und   ouch   uuibe   daz,   so   wir   harnoch   unser  friheit   zögende 
wurden,  daz  wir  unser  friheit  in  eime  briefe  hetten  und  nit  dörffent  vil  briefe  wider 
und  für  füren.»  do  frogetent  sie  uns  noch  den  zügesetzeten  worten  und   dotent  uns 
die   briefe  zögen,   die   wir   über  die   stücke   hettent.   daz  dotent  wir  und  zugeteilt  in 
vidimus  derselben  brife  unde  lusent  in  die.  do  verstunden  sie  zu  stunt,  daz  die  briefe   m 
die   stücke    nit   also   luter  seitent,    also  sie  in  den  notteln  begriffen  sint.   und  retent 
uns   wider   die    stücke   vil   unde  vaste.   züleste  sprochent  sie,   sie  woltent  es  bringen 


1  In  d.  D.  B.  A.  irrtümlich  AA.  111 

2  Vgl.  die  Namen  in  den  beiden  vorigen  Berichten  nr.  1576  u.  nr.  1577. 

3  =  eben,  genau. 


1400  797 

an  iinscrii  herren  den  kunig  and  boten!  uns  in  unsers  herren  des  kitmget  her berge 
noch  dem  vinhisse  trotten,  das  dotent  wir  Dil  gerne,  do  sprach  her  Heinrich  heimlich 
zu  uns,  er  wolle  uns  in  ein  sunder  gemach  diin,  do  die  tele  würden  zu  uns  kommen. 
und  also  koment  wir  noch  dem  ymbissc  in  hern  Heinriche«  husz,  do  der  kunig  inne 

»  zfl  herberge  ist.  do  schütte  der  konig  zfi  uns  in  eine  kanuner  den  bischof  von  Mentze, 
den  hertzogen  von  Lothringen,  grofe  Philipsen  von  Nassowe  und  hern  Johan  von 
Talberg,  do  was  her  Heinrich  zürn  Jungen  by  uns.  die  herren  vordertent  aber  an 
uns,  wir  soltent  dem  kiinige  gehorsam  diin,  so  wolle  er  uns  unser  fryheit  bestetigen, 
was  wir  der  hellen,  also  er  ouch  den  andern  stetten  geton  hette.  do  vordertent  wir, 

i°  also  wir  vor  zii  den  Bredigcrn  gefordert  hettent.  do  sprochent  sie,  der  künig  helle 
sieh  mit  den  kurfursten  underret  und  wen:  mit  den  zu  rote  worden,  daz  er  den 
stetten  in  solicher  mossen  ir  friheit  bestetigen  solte,  also  sie  sü  vor  hetten  und 
anders  nit.  und  botent  uns,  unserme  herren  dem  künige  nit  vürbasser  anzemötende 
oder  ■/.{',  suchende,    wanne,    wo    er  einer  stat  vürbasser  dete   danne  der  andern,    du 

I»  brehte  ime  grossen  gebresten  von  andern  stetten  und  Unwillen  gegen  den  kurfursten 
und  sprochent,  wir  soltent  unserme  herren  dem  künige  glöben  und  getruwen,  wände 
er  ein  biderber  fürste  were;    wir    hettent    doch   dem  ersten   sime  briefe   glöbet    und 
getruwet,    dem    doch    nit    also  wol    ze  getruwende  ist  also  diseme.    und  wenne  di.-e 
sachen  vergingen,   hettent  wir   danne  keine  gebresten,   den  solten  wir  ime  vürlegen, 

M  wir  soltent  an  ime  empfinden,  daz  wir  ein  gnedigen  fürsten  an  ime  hettent.  wir 
koment  abe  unser  sachen  nit  und  tribent  daz  wider  und  vür  bitz  in  die  naht,  zfileste 
habent  wir  es  darzii  broht  und  kundent  es  nit  neher  gebringen  in  dehein  weg  danne, 
da/,  man  uns  den  brief,  also  ir  in  habent  geton  machen,  besigeln  wil  und  bestetigen, 
uszgenommen   von   des  zolles  wegen  das  wort  «unwiderrfiffeliche»,   daz   künnent 

' eh  mogenl  wir  nit  darin  gebringen,  man  wil  uns  aber  gerne  ein  sundern  brief  mit 

der  majeslat  über  den  zoll  geben  und  sol  der  brief  ston,  daz  uns  unser  herre  der 
künig  den  zoll  bestetiget .,  und  soll  weder  «widerruflich»  noch  «unwider- 
rüfflieh»  nit  darinne  ston.  es  sol  ouch  nit  do  inne  ston,  also  die  ersten  briefe 
besagent.    domitte  meinet  her  Heinrich  und  andere,  daz   es  gnüg  sy.    darzü  hant  die 

so  herren  und  ander  des  küniges  rele  gesprochen  und  hohe  geretd,  daz  unser  herre 
der  künig  selber  gesprochen  habe,  daz  wir  den  zoll  billiche  haben,  er  wolle  in  uns 
ouch  nöte  nenunen.  und  wenne  diso  zit  vergot,  so  sollent  wir  ime  wol  getruwen; 
begeren  wir  dovon  ützit  an  in,  wir  sollen  in  gnedig  rinden. 

Sodanne  von  dos  Übertrages  wegen,  also  wir  mit  dem  bischofe  und  cappitel  über- 

ü  tragen  sihl,  darüber  künne  er  uns  keinen  brief  gegeben  und  daz  cappittel  betent  in 
danne  ouch  darumbo.  wanne  in  die  darumbe  bittent,  es  sie  müntlich  oder  mit 
brieten,  so  welle  er  uns  gerne  ein  brief  darüber  geben,  daz  ist  uns  versprochen 
zu  diinde. 

Wissent  ouch,  do  wir  uff  disen  vergangen  zinstag  gen    Franckfurt   koment,    daz 

4"  do  desselben  molcs  hör  Heinrich  von  Wachenheim  und  Heinrich  von  Fleckenstein 
ouch  koment  ingeritten,  und  wissen!  wir  nit  anders,  wanne,  daz  sie  von  des  bischofes 
wegen  by  dem  künige  worent.  was  sie  aber  by  ime  dotent  oder  was  sie  wurbent, 
wissen!    wir   nil.   sie  scilenl    uns  ouch   nit,   wiewol   sin   hy   uns  woren.   und  do  wir  also 


798  1400 

hüte  zu  den  Bredigern  mit  des  künigs  reten  in  gespreche  worent,  do  soitent  sie  hern 
Heinriche  zürn  Jungen  und  uns,  das  der  bischof  dem  künige  gehuldet  hette  und  ime 
geton,  was  er  solte,  daz  den  künig  wol  mitte  begnüge!,  wir  vcrstont  aber  nit  anders, 
danne  daz  sin  heimlich  hulden  uns  gespan  und  hinderunge  gebrolit  het  grosliche, 
und  das  unser  sache  gar  rihtekliche  were  dargangen,  wer  sin  heimlich  hulden  [nit]1 
gewesen,  das  uns  bicz  hüte  verswigen  ist,  [das  uns  allen  an  ime  vaste  missevellet].* 
Wir  redent  ouch  morne  fr&ge  mit  dem  hertzogen  von  Lutringen  von  Erh;ul 
Hanses  und  sins  sünes  wegen.  3 

Str.  St.  A    AA.  123.  ohne  Schnitt  und  Siegel4;  nach  Inhalt  und  Handschrift  von  detiselben 
3  Gesandten,  von  denen  das  Schreiben  vom  25  Oct.  u.  3  u.  8  Nov.   unterzeichnet   ist. 
Gedr.  D   B.  A.  IV.  nr.  169.  —   Vgl.  dort  die  zugehörige  Anmerkung. 


1579.  König  Ruprecht  nimmt  Strassburg,  das  ihm  gehorsam  sein  will,  in  seinen 
und  des  Reiches  .Schirm  und  macht  der  Stadt,  zusammen  mit  den  drei  geistlichen  Kur- 
fürsten gewisse  Versprechungen.  datum  uf  den  suntag  vor  allerheiligentag  etc. 
anno  1400. 

Die  Straßburger  Ausfertigung  dieses  gleichlautend  an  viele  Städte  erlassenen  Schutzbricfrs 
liegt  im  St.  Arch  nicht  vor ;  ein  Coticept  oder  Copie  bewahrt  ilas  Würzburger  Kr. 
Ar.  Mainz- Aschaff. -Ingross  B    13  fol.  212  "•  b 

Gedruckt  nach  der  Kölner  Atisfertigung  D.  B.  A.  IV.  nr.  158. 


1580.  Instruction  für  die  bei  König  Ruprecht  befindlichen  Straßburg  er  Gesand-   ?o 
ten.  [1400  zivischen  October  31  u.  November  S.J 

[1]  Item   gedenckent   an    die  botschaft,   die  die  von  Nurenberg   den  von    Ment/.c 
geton  hant. 

[2]  Gedenckent  ouch,   daz  ir  mit   den  botten  redent,    was    sü   gerihten  .  künnent 
oder  mügent  durch  zweier  oder  drier  tage,  [die  sie  dann  dort]  s  deste  lenger  sient,  daz  m 
sü  daz  tiint.  wer  es  aber,  daz  daz  nit  gesin  möhte,  daz  sü  denne   einen  under   üch 
oder  zwene  do  loszent,   die  die  sache  vollendent,    durch  daz  daz  wir  nit  anderwerbe 
hinabe  bedürften  senden,  und  nit  ensehent  an   100  guldin. 

[3]  Gedenckent  an  ein  steinbockin  vingerlin. 

[4]  [Gedenckent  an  die  külhute.  item  an  den  kleinen  rot.]  ''•  30 

Str.  St.  A.  AA.  114.  not.  eh. 
Gedr.  D.  B.  A.  IV.  nr.  170. 


1  Fehlt  in  der  Vorlage. 

8   Gestrichen  in  der  Vorlage. 

3  Vgl.  unten  den  Brief  Kg.  Ruprechts  an  den  Herzog  von  Lothr.  v   8  Nov.  „ 

4  In  d.  D.  R.  A.  irrtümlich  AA.   114. 

5  Diese  Worte  felüen  in  der  Vorlage. 

6  Diese  unten  verkehrt  und  abgesondert  stellenden  Worte  gehören  vielleicht  nicht  zu  dieser  Instruction. 


1400 


709 


1581.  Diodroi  Slrassburger  Gesandton  Mülnheim,  Kndingen  und  Barpfennig  an  ihre 
Stadt:  König  Huprecht  i.st  in  Worms  eingezogen,  will  nach  Heidelberg;  König  Sigmund 
und  Wenzel  sind  in  Frag  in  Feindschaft  von  einander  geschieden,  mehrere  Reichsstände 
haben  Wenzel  widersagt,    feria  quarta  post  diem  festi  omnium  sanetorum  anno  1400. 

1400  November  .7. 

Str.  St.  A.  AA.  123.  or.  eh.  c.  cl. 
Gedr.  Wenckcr  collecta  arch.  405. 
Gedr.  D.  B.  A.  IV.  nr.  171. 
Reg.  Boos,  Worms.  Urkb.  II  nr.  1086. 


1582.  König  Ruprecht  bestätigt  der  Stadt  Straßburg  den  Rheinzoll. 

Heidelberg  1400  November  7. 

»Wir  Ruprecht  von  gotes  gnaden  romischer  künig  zu  allen  zijten  merer  des  richs 
ekennen  und  dun  kunt  offinbar  mit  diesem  briefe,  daz  wir  haben  angesehen  stete 
und  truwe  dinstc,  die  uns  die  bürgere  der  stad  czu  Strassburg  unser  und  des  riebfl 

15  lieben  getruwen  offt  nuczlichen  getan  habent,  dün  sollent  und  mogent  in  künf- 
tigen zijten.  darumb  so  haben  wir  den  furgenanten  burgern  und  der  stad  Straszpürg 
den  zolle  mit  Damen :  die  viere  thornose,  die  sie  by  yn  haben  off  dem  Rine  von  yedem 
fuder  wyns  und  ander  kauffmanschaft  nach  marczale,  der  yn  vor  gegeben  ist  von 
romischen  keysern  und  künigen  unsern  furfarn,  bestetiget  und  bestetigen  yn  den  mit 

so  krafft  dijs  brieffs  ane  alle  geverde.  und  haben  yn  darüber  zu  Urkunde  diesen  unsern 
brieff  gegeben,  versiegelt  mit  unser  romischen  königlichen  majestad  ingesiegele.  geben 
zu  Heydelberg  off  den  sontag  nach  allerheiligentage  nach  Cristi  geburte  dusent  und 
vierhundert  jare,  unsers  richs  in  dem  ersten  jare. 

[Auf  dem  Bug]  Ad  mandatum  domini  regis  Johannes  Winheim. 

2.'>  [In  verso]  R.  Nicolaus  Buman. 

Str.  St.  A.  AA.  lad.  4.  nr.  4.   or.  mb.  pat.  c.  sig.  regis  laeso. 


1583.  König  Ruprecht  an  Straßburg:  ladet  ein  zur  Teilnahme  an  einem  Tage 
der  Elsässischen  Städte,  den  er  in  Straßburg  abhalten  wolle. 

Heidelberg  1400  November  7. 

3°  Ruprecht  von  gots  gnaden  römischer 

kunig  zu  allen  zijten  merer  des  richs. 

Creamen  wijsen  unser  und  des  richs  lieben  getruwen.   wir  han  unsern  und  des 
richs  stedten  in  Elsasz  geschriben,  daz  sie  etliche  yr  treffliche  fründe  usz  yren  reten 
mit  macht  uff  mitwoch  nehst  kumpt  zu  abent  zu  Straszburg  haben  uff  den  dunrstag  No».to. 
35   sant  Martinstag  fruw  by  unsern  reten  doselbst  zu  sin,  die  wir  alsdann  auch  meynen    w.  u. 
da  zu  haben,  von  denselben  unsern  reten  unser  meynunge  in  unsern  und  des  richs 
Sachen  zu  verneinen  und  gein  uns  darinne  zu  dun,  als  sie  billich  dön   unde  wir  yn 

»etruwen.   begern  wir  mit  ernst,    daz  ir  uwer  frunde  usz  uwerm  rade  uff  den  obge- 
VI. 


800  1400 

nanten  durnstag  by  denselben  unsern  reten  by  denselben  reden  (!)  wollent  haben  und 
daz  ir  der  vorgenanten  stedte  frunde  daran  wiisen  wollent,  so  ir  beste  mogent,  daz 
sie  in  den  sachen  uns  willig  sin  und  ane  furczog  und  indrag  dun,  als  sie  uns  als 
eyme  romischen  konige  billich  dun  sollent.  daran  bewisent  ir  uns  auch  besunder 
danckneme  behegelichkeit.  geben  zu  Heidelberg  uff  den  sontag  nach  allerheiligen- 
tag nach  Cristi  gebürte  dusent  und  vierhundert  jare. 

Ad  mandatum  domini  regis 
Mathias  Sobernheim 

[In  verso]   Den  ersamen    unsern   und   des   richs   lieben   getruwen   meistere   und 
rate  zu  Straszburg. 

Str.  St.  A.  AA.  126.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  D.  R.  A.  IV.  pg.  198  Anmerk.  —  Benutzt  Strobel,  III,  61. 


15(54.  Die  Straßburger  Gesandten  an  ihre  Stadt:  berichten  über  Verhandlungen 
mit  den  königlichen  Räten  und  dem  König  zu,  Heidelberg. 

Heidelberg  1400  November  8.    \b 

Lieben  herren.  wir  embieten  üch  unsern  gewilligen  dienst,  also  ir  hern  Ulrich 
Bock  wider  zu  uns  gevertiget  hant,  der  het  uns  wol  geseit,  wie  er  von  üch 
gescheiden  ist.  und  hant  dovon  also  gestern  und  hüte  mit  unsers  herren  des  kuniges 
reten  geretd  und  getedinget  so  vil,  daz  es  blibet  noch  uwer  und  unserme  willen,  und 
daz  uns  daz  besigelt  und  bestetiget  wurt.  und  geschach  die  rede  und  tedinge  in  gegen-  20 
wertikeit  des  burggrofen  von  Nürenberg  burggrofe  Frideriches,  hern  Rafans  des 
bischofes  von  Spire,  grofe  Emiches  von  Liningen,  des  grofen  von  Veldentze,  des  von 
Talberg  und  andere,  und  do  unsere  sachen  sieht  wurdent,  do  fürtent  uns  dieselben 
rete  vür  unsern  herren  den  römschen  künig.  und  wart  vor  demme  erzalt  alle  dinge 
glich,  also  es  uszgetragen  ist.  do  hiesz  'es  uns  unser  herre  der  künig  verbriefen  und  «s 
besigeln,  also  wir  üch  das  und  anders  wol  vollekliche  sagen  unde  erzalen  sollent 
und  wollent,  so  wir  by  üch  kommen,  do  das  erging,  do  wünscheten  wir  erste  dem 
künige  glückes,  und  hüb  do  der  künig  uff  und  rette  mit  uns :  er  were  geneyget  zu 
friden  und  bitt  uns,  wir  soltent  ime  dar  zu  helffen  friden  machen,  so  wolte  er  uns 
ouch  helffen,  daz  kein  unfride  in  dem  lande  were ;  und  andere  vil  gnediger  wort,  und  so 
under  andern  Worten  do  seite  er  uns,    daz   er  den    richesstetten   in   Eylsasz  ein  tag 

Nnv.  ii.  in  uwer  stat  bescheiden  hette  uff  disen  nehesten  dunrestag.  dar  wolte  er  zu  in  sine 
fründe  und  rete  schicken  und  mit  namraen  sin  vitztüm  Hanneman  Jöler.  und  bat,  uns 
üch  ze  bittende,  uwere  erbern  hotten  mit  sinen  reten  zu  der  richesstette  botten  ze 
schickende  und  uwere  fürderunge  und  ernest  darzu  ze  kerende.  und  meinde  üch  darumbe  35 
ze  schribende.  und  bat  uns,  üch  ouch  von  uns  daz  ze  schribende.  dez  antwurtetent 
wir,  daz  wir  das  gerne  dün  woltent.  und  also  so  duncket  uns  gut  und  nütze  sin,  daz 
ir  daz  tügent.  und   danckent  dem  vitztum  Göler,    wenne  er  sich   früntliche  in  uwer 

Nov.  7.  sachen  bewiset  het.  und  diese  sache  ist  uff  disen  sunnentag  zu  naht  zu   Heidelberg 


14ÜO 


801 


geendiget  und  boffenl  wir,  daz  uff  mentag  uns  unser  brife  gevertiget  werdent.      geben 
an  d(!iii  mentage  frage  vor  Martini  anno  1 100. 

Heinrich  von  Mülnheiin,  Thoman   von    Büdingen 

■i 

rittere,  Ulrich  Bock  und  Rftlin  Barpfennig  alt- 
amma(n)meistcr  uwon;  holten  etc. 

[In  verso]  Den  fürsichtigen  wisen  dem  meister  ande  dem  rote  der  stelle  zu  Strosz- 
burg  unsern  liehen  herren. 

Str.  St.  A.  AA.  123.  or.  eh.  I.  cl. 

Gedr.  D.  Ii.  A.  IV.  nr.  172.  —  Vgl.  dort  die  Anmerkungen. 


io  1585.  König  Ruprecht  an  Herzog  Karl  von  Lothringen:  uns  haut  unsere  liehen  gelruwen 

ineisler  und  rat  von  Strazburg  vürbraht,  das  Arnoll  von  Sink  /.wem;  ire  mithurger 
gevangeo  habe:  Erhart  Hensz  und  Claus  Erhart  sin  ran.  wanne  nü  derselbe  Arnolt 
von  Sirck  din  man  und  dienor  ist,  herumbe  begeren  wir  und  bittent  dich  fruntlichen 
mit  ganlzem  ernst.,  das  du  mit  im  wellest  reden  und  bestellen,  das  er  die  obgenanten 

15  zvvTiir  bürgere  von  Strazburg  irs  gefengnisz  und  ir  gut  genzlichen  lidig  sage  umbe 
unsern  willen  .  .  .  Habe  er  wirkliche  Ansprüche,  so  wolle  der  König  ihm  bei  der 
Stadt.  Hecht  verschaffen,  .  .  .  wanne  die  von  Strazburg  ouch  zügesaget  habent,  duz 
sie  uns  gehorsam  tön  und  gewarten  wellen  ....  geben  zu  Heydelberg  uf  montage 
vor  sunt  Martins  tage  in  dem  jare  etc.    1  WO,  Heidelberg  l  100  November  S. 

Str.  St.  A.  AA.  125.  or.  eh.  I.  cl. 
N  lieg.  1).  Ii.  A.  IV,  197  Anmerkg. 

1586.  König  Ruprecht  bestätigt  der  Stadt  Straßburg  ihre  alten  Privilegien  be- 
treffend ihre  Güter,  Kaufmannswaren,  Schiffahrt u.dergl.  Heidelberg  1400  UTovombai  8. 

Wir  Rüpreht  von  gottes  gnaden  römischer  kunig  zu  allen  zyten  merer  des 
riehs  hekennent  und  ti'int    kunt   offenlichen  mit  disem  briefTe  allen  den,    die  yn  ane- 

,  sehen!  oder  hörenl  lesen,  das  wir  habent  anegesehen  stete  and  truwe  dienste,  die 
uns  die  bürgere  der  stat  zii  Straszburg  unser  und  des  richs  lieben  getruwen  olTte 
nützlich  geton  habent  und  tun  söllent  und  mögent  in  künftigen  zyten.  darumbe  so 
habent  wir  zu  einer  glichnisse  römischer  keyser  und  künige  unsere  vorvarn  die  vor- 
genante stat  Straszburg  und  alle  ire  bürgere  und  inwonere    in    unsern    sehinne    und 

p  gnade  empfangen  von  der  fryheit  unser  hohe  und  derselben  stal  CO  Straszburg  gün- 
nent  wir  und  bestetigent  yn  eweclichen,  wo  derselben  statt  bürgere  eygenschafft  oder 
deheinre  bände  gfttere  besitzent,  daz  nieman  erloabt  sye  von  ir  eygenschall't  oder  ir 
gute  wegen  oder  von  iren  löten  dheinen  dienste  zii  nenunen  oder  zii  fordern  oder 
dhein    bürde,    bette  oder    sture    äff   sie   legen,    und  sollent  sie    und  alle  Ire  bürgere 

I  wimne  und  weide  nutzen  und  nieszen  in  allen  stellen,  wo  sie  gesessen  sint,  oder  do 
sie  ire  guten;  ligende  hanl,  one  mengliches  Widerrede,  darzii  setzen  wir,  geben  und  be- 
stetigenl  mit  unser  königlicher  gewall  den  uffsatze  und  das  rehte,  das  dieselben 
bürgere  von  Straszbarg  gehabl  haben!  von  römischen  keysern  und  künigen  unsern 
orvarn    Lolhardo    und     Philippo    und    keyser    Karlen    etc.    seliger    gedehtnisse    und 


802  1400 

Wentzelaus  künig  zu  Beheim  und  zu  zyten  römischen  künig,  daz  dhein  undor  yn 
geirret  oder  geleydiget  werde  yemer  von  dheinre  personen  geiselilichen  (!)  oder  welt- 
lichen oder  vor  gerihte  geczogen  oder  geladen  werde  usz  der  statt  Straszburg  oder 
von  yeman  getwungen  werden  umbe  sine  eygenschafTt  oder  umbe  sine  götere  yeman 
zu  antwurtende.  wanne  hat  ieman,  wer  der  ist,  nieman  uszgenommen,  gegen  ir  5 
dheine  clage  oder  anesprache,  do  sol  er  yn  ansprechen  innewendig  der  vorgenanten 
stette  Straszburg  vor  derselben  stette  rihtern,  und  sol  ouch  do  er  yme  antworten 
und  volletün. 

Wir1  legent  ouch  zu  dem  vorgenanten  ulTsatze  der  obgenanten  unsere  vorvarn 
seligen  und  witternt  und  bescheident  genediclichen  von  unser  römischen  künig-  ,« 
liehen  gobe,  daz  der  vorgenante  uffsatz  nit  alleine  sye  zu  verstünde  von  gutern.  wir 
wellent  yn  breiten  und  stereken  yn  ouch  an  ein  yegliche  anspreche,  die  man  möhte 
haben  an  ir  personen.  darzü  verlihen  wir  und  günnent  yn  von  unserm  küniglichem 
gewalte,  daz  ir  koufflüte,  die  uff  wasser  farent,  an  weliche  stat  die  schiffunge  kom- 
ment.  und  were  es,  daz  von  geschihte  die  schiffunge  breche  oder  uff  den  grünt  kerne,  15 
die  also  mit  irem  g.'ite  verfallen  sint,  die  söllent  keinen  schaden  lyden  an  iren  gutern 
und  söllent  darumbe  nützit  gebunden  sin  zu  gebende  von  gruntrüre  wegen,  und  sol 
die  schiffunge  und  der  schifflüte  gutere  behalten  sin,  den,  die  sie  vor  anhörte,  ee  die 
gruntrüre  geschach.  und  sol  darwider  niht  sin  dhein  gewonheit  der  stette  oder  der 
gegene,  do  die  gruntri'ire  geschiht.  .#, 

Den  vorgenanten  burgern  von  Straszburg  günnen  wir  und  bestetigent  mit 
unser  romischen  küniglicher  gewalt,  daz  sie  von  allen  unrehten  zollen,  von  wem 
die  uff  gesetzet  sint,  uszgenommen  der  zolle,  die  von  uns  und  dem  riche  gent,  fry  söllent 
sin  und  uszgenommen,  daz  sie  sich  schirment  wider  ir  betröber  und  anefechter,  es 
sye  uff  wasser  oder  uff  lande,  umb  das  daz  sie  sich  also  schirment  gegen  iren  ane-  25 
fechtern  und  betrubern,  do  mit  erezürnent  sie  uns  nüt  und  vallent  ouch  darumbe  nit 
in  unser  ungenade. 

Wir  geben  in  ouch  die  gnode  und  fryheit,  daz  sie  mögent  in  ir  stat  Straszburg 
setzen  und  entsetzen  alles,  das  sie  erkennent  und  truwent,  das  ir  stette  nütze  und 
gut  sie  on  menglichs  Widerrede,  darüber  alle  die  reht  und  fryheit,  alle  ire  lehen,  30 
pfantgütere  und  widerköuffe,  die  sie  numole  habent  oder  hernoch  gewinnent,  mit 
welicher  formen  oder  worten  sie  bescheiden  sint  von  römischen  keysern  und  künigen 
unsern  vorvarn,  die  der  vorgenanten  stette  zu  Straszburg  und  iren  burgern,  wo  die 
sint,  und  iren  inwonenden  verluhen  und  gegünnet  sint  und  ir  ere  und  derselben 
bürgere  zu  Straszburg  gewonheit  von  alten  zyten  römischen  keysern  und  künigen  35 
unsern  vorvarn,  die  dieselben  bürgere  und  ire  vorvarn  gehabt  und  gehalten  hant 
und  ouch  ir  gewonheit,  die  sie  herbroht  hant,  bestetigent  wir  von  unser  römischer 
küniglicher  gewalte  mit  disem  gegenwertigen  brieffe. 

Wir  wollen  ouch,  das  die  bürgere  von  Straszburg  sient  in  allen  den  rehten,  eren 
und   uffsetzen,  als   sie   von   römischen   keysern  und   künigen  unsern  vorvarn  gehabt  40 
und  gefryet  sint. 

1  Wo  unser  Druck  Absätze  hat,  zeigt  die  Vorlage  im  Copialbueh  rotgemalte  Initialen. 


1400  803 

fit  setzen  miil  gebietten  ouch  vestecHchen  mit  unser  kuniglieheu  gewito,  das 
dheioe  mensche,  es  sye  hohe  oder  in  der  geistlichen  oder  weltlichen,  «lern  diaer 
unser  gunst  and  bestetigunge  ( — ?) erlaube  sie  zu  brechende  oder  mil  feveler  getorstikeit 
getöre  getnn.  wer  darwider  dete,  der  bo)  geben  drissig  pfunl  golez,  and  boI  du  halbe 

:,    Valien   in    unser  cainmer  und  das  ander  halbe,  den   das   unrelil   geschehen   ist.  mit 

mkunde   dis  brieffs  versigelt  mit  unserm  römischen  käniglichen  majestal  ingesigel. 
geben  sfi  Heidelberg  off  den  mentag  vor  sunt  Martinstag  in  denn  jare,   als   man 
schreibe    Dach    Christi   gebürte   dusent   und    vierhundert  jare  unsers   richs    in  dem 
ersten  jare. 

Str.  St.  A.  AA.  ö(>.  Briefbuch  fol.  29/30.  cop.  mb.  coaev.  Darüber  mit  roter  Schrift  die 
Ueberschrift :  Daz  die  statt  von  Straszburg  und  ihre  bürgere  deheine  dienste,  bette 
noch  stüre  sollent  geben  von  iren  gutem  etc. 


U 


15117.  König  Ruprecht1  an  Straßbarg:  teilt  mit,  daß  er  nach  Speier  komme, 
und  fordert  auf,  dorthin  oder  nach  Germersheim  die  Bestätig nngsbriefe  zur  Vornahme 
der  Besiegelang  durch  das  Majestälssiegel  zu  schicken.    Heidelberg  1400  November  14. 


Wir  Ruprecht  von  gots  gnaden  romischer  konig  zu  allen  czyten  merer  des  richs 
enbitden  den  ersamen  meister  unde  rade  der  stat  zu  Staszburg  unsern  und  des  richs 
lieben  getruwen  unser  gnade  und  alles  gut.  lieben  getruwen.  wir  laszen  och  wiszeni 
daz    wir   meynen    uff  fritag  nebst  kumpt  zu  Spire  inne  zu  ryten  und  der  von  Spire  sov.t». 

m  gehorsamkeit  inne  zu  nemen.  herumbe  begern  wir,  daz  ir  uwer  frunde  uff  fritag  nehst 
kumpt  zu  morgen  zu  Spire  oder  uff  denselben  fritag  zu  nacht  by  uns  zu  Germersheim 
haben  wollent  mit  uwern  bestetigungsbrieffen,  daran  wir  unser  majestat  ingesigel 
wollen  laszen  hencken,  die  wir  uch  mit  unserm  kleynen  königlichen  ingesigel  für 
vcrsigelt  geben  ban.  so  wollen  wir  unser  majestat  ingesigel,  daz  nu  bereit  ist,  daran 

a-,  laszen  hencken  und  uwern  frunden  entwurten  uff  fritag  nehst  zu  Spire  oder  zu 
Germersheim  und  auch  unser  und  unser  kurfursten  versigelten  bystantsbrieff,  darumbe 
uwere  frunde  für  mit  uns  gcredt  baut  und  von  uns  gescheiden  sint.  und  meynen 
also  von  Germersheim  fürte  uff  hin  zu  ryten  und  uff  mantag  von  morne  mantag 
über   achte    tage   by    uch    zu  Straszburg   inne   zu    ryten   und  uwer  gehorsamkeit  zu   .%■„„. tx 

30  enpfbaen.  herumbe  laszent  uns  mit  diesem  unserm  bodten  verschriben  wissen,  ob  ir 
uwere  frunde  in  solicher  maszen  by  uns  zu  Spire  oder  zu  Germersheim  haben  wollent. 
geben  zu  Heidelberg  uff  den  sontag  nach  sant  Martinstag  nach  Cristi  geburte 
dusent  und  vierhundert  jare  unsers  richs  in  dem  ersten  jare. 

Ad  mandatum  domini  regis 
n  Mathias  Sobernhcim 


1  Aus  einem  undatierten  Briefe  Kg.  Iiupr.'s  an  Straßburg  ist  (nach  Hetht  de  obsidione  lä)  mitge- 
teilt D.  R.  A.  IV.  pg.  l'Jl)  Zeile  34:  dilcctionem  vestrara  cupieutes  nou  latere,  qnod  inclitorum  prac- 
decessorum  nostrorum  divorum  Uomanorum  regum  solito  more  insigne  oppidum  Franckefort  prope 
Mogenum  diocesis  Mogunt  sex  septimanis  et  tribus  diebus  numerosa  prineipum.  magnatum  et  pro- 
.ii)  cerum  sacri  imperii  nobis  assistente  militia  tinna  obsidione  vallavimus ;  qua  feliciter  peraeta  in  prae- 
fato  oppido  et  in  aliis  adjacentibus  fortalitiis  gloriose  suseepti  snmus 


804  140O 

[In  verso)  Den    ersamen    unsern    und   des   richs   lieben   getruwen    meistere  und 
rade  zu  Straszburg. 

Str.  St.  A.  AA.  123.  or.  eh.  I.  cl. 

Reg.  Ii.  R.  A.  IV,  199  Z.  20.  —  Ebenda  ist  aus  dem  Str.  St.  A.  ein  von  mir  nicht  auf- 
gefundener Brief  erwähnt :  Landvogt  Friedrich  von  der  Witenmüle  an  Straßburg  :  sendet  t 
der  Stadt  den  [nicht  erhaltenen]  Brief  König  Ruprechts  und  bittet,  demselben  gemäß  zu 
handeln...  daz  ich  ime  das  von  üch  zft  rftraen  habe  und  ich  besunder  umbe  üch 
verdienen  will  .  .  .  datum  feria  sexta  ante  sete.  Cecilie  Virginia  anno  1400.  —  1400 
November  19. 


1588.  Die  Strassburger  Gesandten  Ulrich  Bock  der  Junge  und  Rülin  Bar-  i0 
pfennig  an  ihre  Stadt:  berichten  vom  Einzug  König  Ruprechts  in  Speier  und 
Unterhandlungen  wegen  Nichtzulassung  der  Aechter  gelegentlich  des  bevorstehenden 
Einzuges  in  Strassburg.  .  .  do  unser  herre  der  kunig  üwern  und  unsern  ernest 
ersach,  do  antwurtete  er  uns :  sit  es  nit  unser  gewonheit  were,  so  wolte  er 
es  uns  erlossen.  daruf  dunket  uns  gut,  daz  ir  nit  enlossent,  ir  diigent  an  sunnen-  15 
tage  fruge  ein  gebot,  daz  kein  ehter  in  üwer  stat  kome  noch  sie  nieman  halte, 
huse  noch  hofe,  noehdemme  üch  das  allerbest  dunket.  danne  er  meinde,  keine  debein 
ehter  ungeverliche  mit  ime  hinnin,  den  solte  man  zu  stunt  heissen  wider 
hinweg  gon  etc.  [1400  November  10.] 

Aus  Wenekers  (nicht  mehr  vorhandenen)  Exceipten  2,376  mitgeteilt  in  den  1).  R.  A.  IV,    n 
nr.  173.  vgl.  dort  über  die  Datierung. 


1589.  Bottweil  an  Strassburg:    uns   ist  fürkomen,   wie  das  der  nuw  künig  ietzo 
uf  dis  zit  zu  üch  in  üwer  stat  Straszburg  geritten  sye,  und  das  ir  in  ouch  enpfangen 
habint    und    im    mainent    ze    hülden    und   für   ainen  romischen  künig  ze  halten.  .  . 
fragen  an,   ob  das  wahr  sei  und  .  .  .  wie  oder  in  weihen  weg  ir  das  getan  habent.   n 
datum  feria  quarta  ante  Katherine  anno  1400.  1400  November  24. 

Str.  St.  A.  AA.  116  nr.  27.  or.  eh.  I.  cl. 
Erwähnt  D.  R.  A.  IV.  pg.  198  Z.  45. 


1590.  König  Ruprecht  an  Strassburg:  .  .  .  uns  ist  fürkomen,  als  wir  uch  das 
auch  vormals  han  geben  zu  versten,  wie  daz  Hans  von  Schonecke  da  bii  und  damit  sii  30 
gewesen,  daz  Heinrich  Kemerer  rietter  unser  lieber  getruwer,  als  er  in  unser  botschafft 
reyde,  gefangen  ist  worden,  des  haben  wir  Heinrich  von  Fleckenslein,  den  man  nennet 
den  Graszer,  unserm  dienere  und  lieben  getruwen  ernstlich  enpholhen  und  ym  follen 
gewalt  geben  etc.  dem  obgen.  Hansen  von  Schonecke  und  sinem  gute  zu  zusprechen 
von  der  obgen.  sache  wegin  an  dem  geriechte  zu  Straszburg.  .  .  .  und  begehrt  des-  3-. 
halb,  dass  die  Stadt  seinen  Bevollmächtigten  in  jeder  Weise  unterstütze.  geben 
off  den  fritag  nach  sant  Katherinentag  der  heiligen  junckfrauwen  nach  Gristi  geburte 
1400  jare,  unsers  richs  in  dem  ersten  jare.  1400  November  26. 

Str.  St.  A.  AA.  126.  or.  eh.  I.  pat.  c.  s.  i.  vers.  impr. 


1400  805 

trassburg:  wir  bcgcrn  mil  ernste,  das  ir  unser  lieben 
andchligen  den  apl  und  den  convent  desz  dosten  zu  Nuwenburg  grawes  ordens  bij 
llagenauwc  gelegen  laszent  cnlpliollien  sin.  und  liellenl  oder  gewünnent  sie  ichtis  zu 
schaffen  vor  ach  oder  uwern  gerihten,  daz  ir  ien  dann  desz  glichen  und  desz  rehten 
vorderlich  beholffen  sient.  daz  ist  uns  von  neb  sanderlich  zn  danke.  datum  Wissen- 
burg  feria  sexta   post  Catherine   Virginia  anno  domini  1400  regni  vero  oostri  anno 

primo.  Weisaenburg  1400  November  20. 

Str.  St.  A.  AA.  126.  or.  eh.  I.  cl. 


1592.     Sirassburg  an  Rottweil:  antwortet  auf  den  Brief  vom  21  November,  da  — 

io  die  Stadt  dem  Könige  Ruprecht  anhänge,  weil  wir  ansahen  ...  die  biderkeit,    fride- 

lichkeit  und  gerecht  igkeit,   die  unser  herre  der  nuwe  künig  an  ime  het,  von  der  wir 

vil    und    lange  gehört  haben  .  .  .  datum  sabbalo  proximo  post  die  sete  Katharine  vir- 

ginis  anno  etc.   1400.  1400  November  27. 

Nach  Wencker,  appar.  272. 
,:,  Vgl.  D.  B.  A.  IV.  pg.  199  Z.  33  u.  die  Anmerk.  dazu. 


15!)."}.  Ausgaben  gelegentlich  der  Anwesenheit  König  Ruprechts  in  tilraßburg. 

1400  November  29. 

Künig  Ruprehtes  schenck,  als  er  hie  gewesen  ist. 

Anno  domini    1  100  feria  seeunda,  que  est  vigilia  seti  Andree   apostoli,  als  kunig 

h  Ruprecht  hie  was,  ist  im  geschencket  drü  föder  wins,  zeheo  pfände  wert  visch,  ein  sm.n 
saline  und  hundert    vierteil  habern.    frowe  Adelheiten  der  ki'inigin  zwei  füder  wines, 
zelien  pfunde  wert  visch,  ein  saline  und  fünfftzig  vierteil  habern.  den  vier  hertzogen 
iren  sunen  icgclichem   ein  silberin    dach,   den  drien  hertzögin  iren  döhtern    Jeglicher 
ein   guldin    düch,    dem    hertzogen    von    Lothringen  irem   dohterman    ein    füder  wins 

2.r>  drn  pfunde  wert  visch,  ein  sahne  und  drissig  vierteil  habern.  item  hern  Raban  bischoff 
zu  Spire  irem  obersten  cantzler  ein  halp  föder  wins,  zwei  pfunde  wert  visch,  ein 
sahne  und  zwentzig  vierteil  habern.  item  iren  spillüten  und  loiflern  wol  zwentzig 
guldin  und  von  dem  dinge  allen  zu  tragen,  zu  messen,  zu  füren  und  in  alle  ander 
wege,  das  ist  alles  zusammen  geslagen   und  düt  die  summe    miteinander   drühundert 

ko  sübenlzig  guldin  28  lib.  4  sol  den. 

Anno    domini    1  100    feria   seeunda  post  Martini    episcopi.     item   zu   costen    gen  Nm.  it. 
Mentze,   gen  Franckfurt    und  gen  Heidelberg  zu  dem    nüwen    künige,    nemlich    künig 
Ruprecht :     12  lib.  21  sol.  3  den.  und  163  guldin;    item    her  Johanns  von  Mülnheim 
10  nutze  vier  pferden  ;  item  her  Thoman  von  Findingen  tantundem;'   item  Ulrich  Bock 

■  dem  jungen  tantundem;  item  her  Rülin  Barpfennig;  item  her  Wernher  Spatzinger 
tantundem  ;   item  dem  koch  1.  lib.  uff  die  zit   hat    kunig  Rüpreht  der  stat  ir  friheit 


1  Es  steht  hier  die  Abkürzung:  tm. 


not 

l'ebr.  IS 


806  1400 

bestetiget  und  stet  im  costbueh  nit  geschriben,  das  ützit  umb  die  friheit  geben  sy, 
doch  meint  man,  es  sy  in  die  egmelt  sume  des  costens  gerechnet.1 

Str.  St.    A.  AA.    66.    Briefbuch   B.    fol.    1   unmittelbar  folgend   auf  das  Anfangsblatt  mit 

einer  künstlerischen  Stiftzeichnung  der  Madonna  mit  dem  Kinde. 
Gedr.  Hegel,  Königsh.  II,  1049.  s 

1594.  König  Ruprecht  an  Strassburg:  laszen  uch  wiszen,  das  wir  mit  Arnolt 
von  Syrke  ritter  müntlich  gerett  und  auch  die  unsern  hant  dün  reden,  als  von  der 
zweier  wegen,  die  er  uch  abgefangen  hat,  daz  er  yn  wil  ziele  geben  bisz  vastnaht 
nehst  kompt  uff  bürgen,  und  wil  hieczwuschen  einen  gutlichen  tag  mit  uch  leisten 
vor  uns  oder  an  gelegen  stetten  ...  bis  dahin  soll  Friede  herrschen.  datum  Ma-  'o 
guncie  crastino  Andree  apostoli  anno  domini  140Ü  regni  vero  nostri  anno  primo. 

Mainz  1400  December  1. 
Str.  St.  A.  AA.  126.  or.  eh.  I.  cl. 

1595.  Adelheid  von  Veldentz,  Frau  zu  Lichtenberg  an  Strassburg:  beklagt  sich 
abermals  über  die  Verpfändung  von  Lichtenau.         datum  in  vigilia  Nicolai  anno  1 100.   u 

1400  December  5. 
Str.  St.  A.  AA.  1696.  or.  eh.  I  cl. 
Ibid.  2  Briefe  desselben  Inhalts  vom  Jahre  1401. 

1596-     König  Ruprecht  an  Strassburg:  ...  als  ir  uns  geschrieben  und  gemanet 
hant  an  die  kaüfflüte  üwere  bürgere,  die  hinder  Arnolde  von  Sircke  gefangen  sint,  da  o 
haben  wir  für  selbes    angedacht  und  mit  dem  selben  Arnolde  davon  geredt,    daz   er 
"•'     denselben  gefangen    wil  zil  geben  biz  vahssenacht  .  .  .  und  dazwischen  ein  Tag  ab- 

Febr.  IS. 

halten  will  (vgl.  nr.  1594)  und  gevellet  uns  wol,  daz  ir  daz  auch  also  offnement  und  dann 
laszent  verüben.  datum  Heidelberg  in  oetava  beati  Andree  apostoli  anno  domini 
1400  regni  vero  nostri  anno  primo.  Heidelberg  1400  December  7.  25 

Str.  St.  A.  AA.  126.  or.  eh.  I.  cl. 

1597.  König  Ruprecht  an  Strassburg:  wir  han  unser  erber  rete  mit  namen :  die 
edeln  grave  Emichen  von  Lyningen  unsern  hoffmeister  und  Engelart  herren  zu 
Winsperg,  Wiprecht  von  Helmstat  den  alten,  Tham  Knebel  unsern  schulthiszen  zu 
Oppinheim  rittere  und  Johannes  von  Winheim  unsern  schriber  ytzunt  gen  Straszpurg  30 
geschicket  uff  einen  tag  gein  des  hochgeborn  hertzog  Lupolts  hertzogen  zu  Osterich  etc. 
unsers  lieben  oheims  und  fursten  reten.  begern  wir  mit  ernst,  daz  ir  den  obgenanten 
unsern  reten  beholffen  sint  zu  unsern  sachen,  die  sie  uff  demselben  tag  handeln 
werdent.  .  .  .  datum  Heidelberg  sexta  feria  ante  beate  Lucie  virginis  anno  1400 
regni  vero  nostri  anno  primo.  Heidelberg  1400  December  10.   3ä 

Str.  St.  A.  AA.  126.  or.  eh.  I.  cl 


1  Hier  folgt  unmittelbar  die  Abrechnung  über  den  Bömerzug  vom  Jahre  1401  unter  der  Ueberschrift  : 
Künig  R&prehts  dienst,  als  er  über  berg  zoch.  —  Gedr.  Hegel,  Königsh.  II,  1049  ff. 


1400 


807 


1598.  König  Ruprecht  an  Strassburg:  als  wir  uch  für  gebeten  han  für  Reinhari 
von  Wyndecke  ritter,  daz  ir  den  wieder  in  die  stad  Straszburg  woltent  laszen  kom- 
men, alse  begeren  wir  und  biedlen  uch  des  aber  mit  ernste,  daz  ir  daz  also  tun  und 
erleuben  wollent  .  .  .  und  wollcnt  auch  darinne  glauben  unsern  reten,  (folgen  die 
Namen  wie  in  nr.  1597)  waz  sie  uch  davon  zii  dieser  ziit  von  unsern  wegen  sagende 
sin.  datum  Heidelberg  scxta  feria  ante  beate  Lucie  virginis  anno  domini  1400  regni 
vero  nostri  anno  primo.  Heidelberg  1400  December  10. 

Str.  St.  A.  AA.  126.  or.  eh.  I.  cl. 


1599.  Der  Ammeister   und   die  Altammeister  von  Strassburg  bestätigen  die  von 
»o  den   Webern    unter   sich    vereinbarten    Artikel.         der   geben    wart   feria   sexta  post 
Nicolai  episcopi  anno  domini   1400.  1400  December  10. 

Str.  St.  A.  Stadtord.  B.  20.  fol.  10. 

Gedr.  Schmoller,  Tucher-  und  Weberzunft  S.  17  nr.  19. 


i6  1600.    König  Ruprecht   an  Meister    und  Rat    von  Strassburg:   teilt  mit,  dass  die 

schwäbischen  Städte,  denen  er  seine  Wahl  zum  König  angezeigt  habe,  auf  einem 
Tage  zu  Heilbronn  seinen  Räten  erklärt  hüllen,  sie  könnten  ihn  wegen  ihrer  dem 
König  Wenzel  geleisteten  Eide  nicht  anerkennen  .  .  .  herumbe  begern  wir  früntlich 
und  ernstliche  an  uch,    daz  ir  «wer  holschafft,   als  uch  duncket  zum  besten  sin,  an 

so  die  schwehischen  stedte  wollent  dun,  sie  als  von  uch  selbst  zu  underrichten  und  yn 
zu  raden,  daz  sie  uns  gehorsam  und  undertenig  werden  als  eyme  romischen  kunige, 
als  sie  doch  billich  dun  sollen,  daran  erezeuget  ir  uns  geneme  fruntschafft,  der  wir 
uch  sunderlichen  gern  dancken  wollen,  unde  waz  ir  des  glichen  getun  mochtent  an 
die    von  Rasel    und    die    von  Colmar,    die   uns   noch   nit  folleclich  entwurt  von  ir 

»s  gehorsamkeit  geben  haut,  unde  an  ander  stelte,  die  uns  noch  nit  gehorsam  worden 
sinl,  do  delent  ir  uns  zu  male  liebe  an.  und  waz  uch  von  den  swebischen  oder  den 
andern  slcdl.cn  widerferet  und  von  yre  meynunge  vernement,  daz  wolet  uns  dann 
auch  laszeo  wiszen  und  uch  in  diesen  und  andern  unsern  und  des  richs  sachen 
hewisen,  als  wir  ein  besunder  gancz  gelruwen  zu  uch  han.      dalum  Heidelberg  tertia 

so   feria  post  beate  Lucie  virginis  anno  domini   1100  regni  nostri  anno  primo.1 

Heidelberg  1400  December  14. 

1  Ein  beiliegender  Zettel  enthält  die  Nachschrift,  daß  auch  Aachen  mit  Bücksicht  auf  den  Herzog 

von  Geldern  mit  der  Anerkennung  zaudere,  so  daß  er  der  Stadt  bereits  gedroht  habe,  die  Krönung  nicht 

3b    dort,  sondern  in  Kein  r/ilhichrn  .-»  INMN  und  der  Sta<lt  alle  ihre  l'riviligien  zu  nehmen.  —  Noch  i.  J.  1101 

I  August  (AA.  126.  or.  eh )  befiehlt  Kg.  Kupr.  der  Stadt,  allen  Kaufleuten  und  Waren  aus  Aachen  Ge- 
leit zu  versagen  und  sie  überall  anzugreifen  und  zu  hindern. 


VI. 


102 


808  1400 

1601.  Mathias  von  Sobernlieim,  Notar  König  Ruprechts,  an  Wernher  Spatzinger, 

Stadtsehreiber   von  Strassburg:    berichtet   über    die  Thronumwälzung   und   die   dazu 

führenden    Versammlungen.      (Lateinische    Rechtfertigungsschrift.)  datum    quinta 

feria  post  Lucie  virginis  et  martiris  etc.  [Heidelberg  1400  December  16.] 

Str.  St.  A.  AA    116.  nr.  10.  cop.  eh.  coaev.  ling   latin.  5 

Gedruckt  Wencker  app.  arch.  267—70. 
Gedr.  D.  B.  A.  111.  nr.  231. 

1602.  Wernher  Spatzinger,  Strassburger  Stadtschreiber,  an  Mathias  Sobernheim, 
königlichen  Kanzler:  freut  sich  über  die  Thronumwälzung  und  bittet  von  neuem  um 
unveränderte  Fortdauer  ihres  persönlichen  Verhältnisses.1    (Undatiert.)  >o 

[1400  nach  December  10.] 

Str.  St.  A.  AA.  116.  nr.  11.  cop.  eh.  coaev.  ling.  latin. 
Gedr.  D.  B.  A.  III.  nr.  232. 

1603.  König  Ruprecht  an  Strassburg:  als  ir  uns  geschriben  hant,  daz  ein  unser 
burger  zu  Anwilre  eyme  uwerm  burger  genant  Johanns  Sewer  sin  gute  und  kauif-  is 
manschafft  daselbs  zu  Anwilre  bekümmert  habe  mit  gerichte,  .  .  .  hat  er  wohl  ver- 
standen, und  da  gerade  einge  Ratsmitglieder  von  Annweiler  bei  ihm  waren,  sofort 
dafür  gesorgt,  dass  Abhülfe  und  Genugthuung  geschähe.  datum  Heidelberg  in  die 
beati  Thome  apostoli  anno  domini  1400  regni  vero  nostri  anno  primo. 

Heidelberg  1400  December  21.   20 

Str.  St.  A.  AA.  126.  or.  eh.  I.  el. 

1604.  Ludwig  von  Lichtenberg  an  Strassburg:  entschuldigt  sich,  dass  er  ernst- 
licher Sachen  wegen  nicht  nach  Strassburg  habe  kommen  können  [zur  Reratung  über 
die  Lichtenauer  Pfandsache  und  den  Brief]  .  .  .  den  üch  myne  frowe  min  müter  ge- 
schriben hat.2       geben  uff  sant  Thomas  tage  anno  domini  1400.  25 

1400  December  21. 

Str.  St.  A.  AA.  1696.  or.  eh.  I.  cl. 

1605.  Burggraf  Johann  Friedrich  von  Nürnberg  an  Strassburg  auf  Anfrage  über 
einen  Ritter  .  .  .  der  auser  der  heidenschaft  kumen  solle  sein,  do  haben  wir  kein 
eygenschaft  von  und  auch  bey  uns  nicht  gewest,  dann  ir  seint  so  vil  kumen,  die  30 
sulche  rede  gefurt  habent,  die  alle  teuseher  seint,  daz  ir  keinem  zu  glaubend  ist, 
dann  wir  burggrafe  Johanns  haben  unsere  botschaft  mit  cristen  und  Juden,  die  gewiz 
und  redlich  ist,  getan  in  alle  Dhürkey,  also  wen  man  findet  von  cristen,  daz  man 
die  ledig  machen  wirt,  ez  seint  unsere  diner  oder  andere,  also  daz  wir  hoffen,  ob 
dheiner  sey,  dem  zu  helffen  sey,  daz  wir  dez  innen  werden.  .  .  sonst  sei  er  zu  95 
Dienst  und  Hülfe  gegen  Strassburg  immer  gern  bereit.  .  .  geben  zu  Onoltzspach 
am  montag  nach  dem  heiligen  Gristtag  anno  1400.        Orwlzbach*  1400  December  27. 

Str.  St.  A.  AA.  2028.  or.  eh.  I.  el. 


1  Vgl.  oben  den  Brief  Spatzingers  an  Sobernlieim  vom  18  September. 

2  Vgl.  oben  deren  Brief  vom  5  December.  «o 

3  Heute  Ansbach.     -   Vgl.  sachlich  oben  nr.  1218  u.  1229. 


8<)0 


Slraßburger   Achtbuch  .•    Verzeichnis 
I  iOO  aus  der  Stadt.   Verbannten  und  ihrer   Vergehen. 


aller   in   den  Jahren  1388  bis 
138H—  J400. 


nun 
episcopi  £Ä 


Hub  domino  Johanne  Zorn  de  Bülach  magistro,  qui  ingressus 
fuerat    die   dominica    proxima    post    diein    scti    Erhardi 

5    anno  etc.  88. 

ttem*'  Henselinus  dictua  Weiszeman  et  Amin  uxor  sua  hanl  dise  stal  sehen  jor 
versworen  tag  und  naht  ein  mile  umbe  daz  su  den  kleinen  zol  unsers  herren  des 
byschofes  umbescheidenliche  empfingent  und  in  bertekliche  von  den  lüten  noment  und 
onch  anders  und  me  noment,  denne  an  unserme  b&enelin   geschriben    stot,    und  sü 

iu  gesworen  hattent  und  haut  darztt  gesworen  by  demselben  eyde  reht  zu  gebende 
linde  zu  nemende  vor  meister  und  rote  zu  Stroszburg,  die  denne  zu  ziten  sint,  oder 
ilo  su  von  meister  und  rote  bingewisel  werdent,  umbe  alle  die  ansprochen,  so  sü  an 
unsere  bürgere  oder  unsere  bürgere  widerumbe  an  sü  baut,  und  waz  in  dieselben 
meister  und  rot  darumbe  sprechent,  erteilent  oder  erkennent,  duz  süllent  su  by  irme 

ir.  eyde  halten  und  rollefuren  one  aUe  geverde.       actum  feria   secunda  proxima    post  Febr.n. 

Kiem  scü  Valcnlini  episcopi. 
Hein*  jungfrowe  Adelheil  von  Wimncsze  bei.  fünf  jor  ober  l!in  gesworen.  und 
vene  die  fünf  jor  iiszkuninient,  wenne  sü  denne  wider  in  kununel,  so  sollen!  Ir  die 
rowen  sante  Cloren  ire  pfrunde  geben  alz  iegenote.  und  darumbe  wenne  dieselbe 
2«  Adelbeil  ir  tip  und  göl  an  daz  closter  sante  Cloren  gegeben  hette,  darumbe  so  sol 
oucb  den  l'rowen  die  hundert  güldin  bliben,  uszgenummen,  waz  dieselbe  Adelheit 
schuldig  ist,  daz  sol  men,  von  den  güldin  bezalen.  waz  sü  och  verstolens  gutes 
lünder  ir  het,  daz  sol  men  oucb  den  löten  wider  geben,  der  es  denne  ist,  do  men 
es  werliche  befindet,  und  wo  |man]  dieselbe  Adelheit  in  den  zilen  dozwüschent  ergriffet, 
t>   so  sol  mau  sü  erlreneken.         actum  feria  quarta  ante  diem  Mathie  apostoli.  *w«-.  t$. 

Iltem*  dictua   Hürsin    Heitzeman     murarius    juravit    domino   Johanne   Zorn    de 
Miilach  magistro   et  Johanne    de    Mollesheim    quinque    annos    feria    se.xta    ante    diem  tri»-.  *i. 
scti  Mathie  apostoli  et  dabit  2'/M  libr.  ad  instanciam  Erhardi  dicti   Reinfril  murarii, 
quem  vulneravit.  et  debet  componere  cum  conquerenti  et  composuit  se    cum  actore 
30  feria  secunda  ante  diem  f'esli  resurrectionis  domini  anno  etc.  91. 

BItem  Jeckelinus  (iriner  de  Offenburg  panifex  hei  dise  stat  zwei  jor  versworen 
tag  und  naht  ein  mile  weges  von  diser  slat  hie  dise  site  Rines.  und  sol  oucb  in 
den  zweien  joren  nit  über  Rin  kommen,  und  weres  sache,  daz  man  in  in  den  zilen 
do  ginesite  Rines  oder  hie  dise  site  in  der  mile  weges  ergriffe,  so  sol  man  in  er- 
35  trencken,  umbe  daz,  daz  er  ein  erber  kneht  wolte  erstochen  haben,  in  dem  daz  er 
ein  groszen  korp  mit  kacheln  uffe  ime  trüg  und  sin  unbesorget  waz.  und  do  man 
den  egenanten  Jeckelin  frogete,  wes  er  den  kneht  zech,  do  sprach  Jeckelin,  der 
kneht  hette  eins  moles  ein  lute  geslagen  und  erweckete  in  do  mitte  uss  dem  slofle. 
actum  feria  tertia  post  Mathie  apostoli. 


tr,  >  •. 

Man  5. 


1  Die  mit  einem  *  verseltenen  Artikel  sind  in  der  Vorlage  wohl  als  erledigt  durchgestrichen. 


810  1400 

Hermannus  de   Gottensheim  het  dise  stat  zehen  jor  versworen  tag  und  naht  ein 

mile  und  het  gesworen   nit   wider   unser   stat   noch   unsere    bürgere   zu    tünde   und 

ouch  reht  zu  nemmende  und  zu  gebende  vor  meistere  unde  rote   zu   Stroszburg,  die 

denne  zu  ziten  sint,  alz  man  die  selben  eyde   gewönliche   uszdinget  und  bescheidet 

Mm-z  13.  etc.         actum  feria  sexta  proxima  ante  dominicam  Judica.  5 

Item  Henselinus  de  Hag  [enowj  der  grempper  juravit  domino  .Johanne   Zorn    de 

Bülach  magistro  et  Johanne  Mollesheim  quinque  annos  et  dabit  2  '/2  libr.  ad  instanciam 

Apni  7.  dicti  Jomer,  quem  vulneravit.  et  debet  componere  cum    conquerenti.         actum   feria 

tertia  post  diem  scti  Ambrosii. 

Item  eidem  (!)  Henselinus  composuit  se  cum  predicto  actore  sabbato  proximo  ante  io 
1390     diem  scte  Katherine  virg.         anno  etc.  90. 

Nov.  19. 

Sub  domino  Ulrico  Bock  juniore. 

Item  *   Lyse,   Sichelers   frowe,  in  dem  nuwen    hofe    het  dise  stat  fünf  jor    ver- 
sworen über  Ryn,  umbe  daz  sü  zu  einre  erbern  dohter  sprach :  sü  wolte  sü  zu  eime 
guten  dienste  füren  und   fürte   sie    in    ein    snürhusz,    des    sü    ouch    erzüget    wart.   15 
hfifu    actum  m  vigilia  festi  pentecostes. 

Item*  Henselinus  dictus  Swertzing    ein    winknabe   juravit    domino   Ulrico   Bock 

o 

magistro  et  Ulrico  Bader  caupo  quinque  annos  ante  diem  sanctorum  Viti  et  Modesti 
et  dabit  2*^  libr.  ad  instanciam  dicti  Keser  Laüwelin  junioris,  quem  wulneravit. 
et  debet  componere  cum  conquerenti.  20 

Sub  domino  Hetzelo  Marx  magistro. 

Item   dictus  Wergmeister   Lawelin  juravit   domino   Hetzeloni   Marx    magistro   et 
Nicoiao  Manszen  quinque  annos  et  dabit  2'/s  libr.  ad  instanciam  Cüntzlini  dicti    Ant- 
vogel,  quem  wulneravit.  et  debet  componere  cum  conquerenti.         actum  feria   tertia 
August  11.  proxima  post  diem  scti  Laurencii  martiris.  «s 

Item*  Lawelinus  dictus  Gestelin  murarius  juravit  domino  Hetzeloni  Marx    magi- 
Awjust  in.  stro  et  Nicoiao  Manszen  feria  tertia  proxima  post  diem  festi  assumptionis  beate  Marie 
virg.  quinque    annos   et   dabit  2'/2  libr.  ad   instanciam  dicti  Groszen  sartoris,    quem 
wulneravit.  et  debet  componere  cum  conquerenti. 

Item*  Wölfelinus  frater  dicti  Bitsch  Cuntzelin  des    stubeknehtes  juravit    domino  »o 
Sept.  i.    Hetzeloni  Marx  magistro  et  ipsa  die  beati  Egidii  confessoris  quinque    annos  et  dabit 
2V2  libr.  ad  instanciam  Andree  sartoris  de  Nördelingen  des  gilers,  quem  wulneravit. 
et  debet  componere  cum  conquerenti. 

Item  Wildeman  Dine  die  varende  dohter  het  dise  stat  fünf  jor  versworen  tag  und 
naht  ein  mile.  und  wo   man    sü   in    den   zilen   ergriffet,    so  sol   man   sü   ertrencken.   35 
und  sol  ouch  kein  rot  mäht  haben  ir  hie  zwüschent  herzu  zu  erlöbende.  actum   sab- 
8«p«.  ».  bato  ante  diem  scti  Mathei  apostoli. 

Item  Petermanus  de  Spire  olim  famulus  Johannis  de    Ingelberg  juravit   quinque 
annos  et  dabit  2 '/2  libr.  ad  instanciam  Ottemanni  dicti   Decker,  quem   wulneravit.  et 
oktob.  e.  debet  etc.         actum    feria    tertia    proxima  post  diem  scti  Remigii  episcopi.  *» 

Sub     domino     Hugone    dicto     Rihter    nuncupato     Dütscheman 
magistro. 


1400  811 

Item  Lienhart  Walther  des  houbtkannen  sweger  zfl  Mulstein  juravit  domino 
Hugoni  Dijlscheman  magistro  etc.  dicto  jungher  Klobelöch  quinque  anno»  et  dabit 
21/»  Hbr.  ad  in.stanciam  dicti  Kleinbübelin,  quem  wulneravit.  et  debet  etc.  actum 
in  vigilia  beate  Katherine  virginis.  n. 

Item  Götze  de  Ingenheim  juravit  quinque  annos  nahtes  ein  mile  und  dages  an 
den  burgban,  und  bet  darzü.  gesworen  Gerbotten  von  Nuwewilre  ussewendig  den  zilen 
und  begriffes  der  gerihte  unde  benne,  do  Gerbotte  zu  ohte  geton  ist,  niemer  laster 
noch  leit  zu  tünde  noch  daz  schaffen  geton  werden  in  denhein  weg  one  alle  geverde. 
und  het  die  besserunge  gesworen  umbe  daz,  daz  er  schuf  und  antrug,  daz  der  scliül- 
10  meister  von  Rotwiler,  der  zu  sant  Peter  Schulmeister  waz,  in  sant  Peters  kirchhof  ,  "'  *  . 
ermordet  wart.        actum  sabbato  proximo  post  diem  festi  circumcisionis  domini  anno 

»etc.  80. 
Sub  domino  .lohanne  dicto  Wiszorn  magistro,  qui   ingressus  fuerat 
die  dominica  proxima  post  diem  scti  Erhardi  episcopi  anno  etc.  89.        Januar  /o. 
15  Item  dictus  [Schulder  Hanseman  de  Hag[enowe]  et]'  Degenhardus   famulus  suus 

juraverunt  domino  Johanne  dicto  Wiszorn  magistro  et  Nicoiao  dicto  Gnipping  cuilibet 
eorum  decem  annos  et  dabit  cuilibet  eorum  quinque  libr.  umbe  daz  sü  Obreht  von 
Albe  erstochent,  der  unserer  stette  gefangen  waz  und  uff  sine  Sicherheit  wart  ge- 
loszen  in  unsere  stat  gon.  und  süllenl  ouch  niemer  in  unsere  stat  kummen,  sie 
au  sient  denne  e  mit  Obrechtz  von  Albe  seligen  nehesten  frunden  iiberkummen  und  sie 

denne  mit    irme    willen.        actum    feria   tertia    proxima    post    diem   scti    Anthonii  /«»■*■  i». 
confessoris. 

Item  Lüwelin  Sternecke  juravit  2  annos  feria  quinta  ante  Mathie.  fw«-.  /*. 

Hein  Pritsche  ictus  Klobelöch  ortulanus  juravit  predicto  magistro  et  Ulrico  dicto 
«  Goszen   quinque  annos  et  dabit  21/»  libr.  ad  instanciam  dicti  Klowen  .leckelin,  quem 

wulneravit.  et  debet  etc.         actum  sabbato  proximo    ante   diem  festi  annunciationis  k«  te. 
beate  virginis  Marie. 

Sub  domino  Heinrico  de  Mülnheim  fiater   domini  Heintzonis    de 
M  u  1  n  h  e  i  m. 
N  Item  dictus  Möckels    Luwelin  juravit    predicto   magistro   et   Nicoiao    dicto    Hock 

feria  sexta  proxima  post  diem  sanete    Sophie   virginis   quinque  annos   et   dabit   2  ',',    »'"'  *' 
libr.  ad  instanciam     Petri  dicti  Hebstrit,  quem  wulneravit.  et  debet  etc. 

Hein  dictus  Sc-lin'itzcn  Cüiilzclin  cupaiius  juiavil  predicto  naagistro  <'l  ülrioo  Goszen 

decem  annos   et    dabit    quinque    libr.  ad    instanciam    dicti    Mulstein    LAvelin,    qttem 

sä  oeeidit.         actum  feria  proxima  post  diem  beate  Sophie  virginis.  mm  *«. 

Item  lleinlzeinaiuis  dictus    Ganser  juravit    predicto    domino    magutro  et  .lohanni 

Ganser  frater    predieli  lleiiitzemanni  quinque  annos  et  dabit  81/,  libr.  ad  inslaneiain 

dicti  Swartz  Peter,    quem    wulneravit   etc.         actum  feria  quarta  proxima  post  diem 

■BDOtorum  Viti  et  Modesü.         item  sabbato  proximo  post  diem  nativilalis  scti  .lohan-  ./..»i /«. 

io    nis  baptiste  do  kam   der  vorgen.  Swartz  Peter  viir  meister  und   rot   und    seite    den 


1  Gestriclien. 


812  1400 

./um  ss.  vorgen.  Heintzeman  sinre  besserunge  lidig.         item  er  ist   ouch  einmol  gesehen,  ebe 
er  uszswiir. 

Item  Eilsa  dicta  Weckerin  quere  in  registro. 

Item*  Waltherus  dictus  Buman  juravit  quinque  annos  et  dabit  30  sol,  si  autcin 

dedit  vel  non,  hoc  nescio,  umbe   daz   er   Ellewibelin   von    Lichtenowe,    die    vormoles    » 

sin  gespuntze  was,   in  ein  garten  fürte  und  ander  gesellen   ouch   darin  gefüret  hette 

und  die  dohter  gab  den   gesellen   zu   geminnende.   dieselbe  dohter  daz   von   ime   und 

juii  7.  den  andern  daz  klagete.      actum  feria  quarta  proxima  post  diem  scti  Udalrici  episcopi. 

Sub  domino  Johanne  de  Stille  magistro. 

Item  Heinricus  et  Johannes  Heinrich  de  Widergrin  fratres  de  Stöffcnberg  jurave-  iQ 
runt  quilibet  eorum  decem  annos  nahtes  ein  mile  und  tagea  an  den  burgban  umbe 
daz  sü  unserre  stette  bürgere  worent.  und  do  der  krieg  zwüschent  herren  und  stetten 
verriht  wart,  daz  sü  do  durch  iren  mütwillen  botent,  daz  man  sü  ires  burgrehtes 
erliesze,  daz  ouch  geschach.  darzü  so  hant  sü  ein  brief  über  sich  geben  iiiemer  wider 
unser  stat  oder  die  unsern  zu  tünde,  als  daz  ein  brief  beseit,  der  hinder  Hag  Süszen  " 
juii  n.  lit.         actum  sabbato  proximo  post  diem  scte  Margarete  virginis. 

Heintzemanus    dictus  Switzer    der    winrüffer    juravit   domino  Johanne    de  Stille 
magistro  et  Jeckelino  dicto  Beildecken    decem   annos    et   dabit  quinque    libr.   denar. 
ad  instanciam  quondam  Cüntzonis   dicti    Dannenfeilsz,    quem  occidit.    et  debet   com- 
ponere  cum  Johanne  Dannenfeilsz,  qui  erat  pater  predicti  quondam  Cüntzonis  et  etiam  ■ 
juii  S7.  fuerat  conquestus.         actum  feria  tertia     proxima  post  diem  scti  Jacobi  apostoli. 

Nesa*  filia  Heintzonis  dicti  Roten  juravit  duos  annos    unum  sine    gratia  et  reli- 
Augmt  u.  quam  ad  gratiam  Lamperti  olim  scriptor  dicti  Neuwilre.         actum  in  vigilia  assump- 
tionis  beate  virginis  Marie. 

Petrus*  dictus  Klobelöch  juravit  duos  annos.  und  sol  man  ime  ouch  in  disen  ■ 
zilen  nit  herzu  erlouben,  wenne  er  ouch  dise  stat  tag  und  naht  ein  mile  die  zile 
versworen  het,  umbe  daz  er  ein  armen  kneht  under  sine  ougen  slüg,  daz  er  blutende 
wart,  darumbe  daz  ime  der  arme  kneht  sine  snebel  ane  sach,  und  daz  och  Peter 
darzü  sprach:  «gang  und  klage  es  dem  arnmanmeister.»  und  sol  doch  demselben  armen 
knehte  alle  sine  rechte  behalten  sin  von  der  unfügen  wegen  zu  klagende.  actum  30 
August  ss.  sabbato  proximo  ante  diem  decollationis  scti  Johannis  baptiste. 

Ulrich*  zürn  Türlin  het  dise   stat   zehen   jor   versworen  tag  und  naht  ein    mite 

und  het  ouch  gesworen  und    Sicherheit   gegeben  reht  zu    gebende    und   zu   nemende 

sePi.  is.  etc.  und    het   des   ein  brief    über    sich    geben.         actum  feria  quarta  proxima  post 

diem  exaltationis  scte  crucis.  35 

Item  dicta  Gertrut  uxor  dicti  Köpfelin  des  schölmenschinders  juravit  duos  annos 
tag  und  naht  ein  mile  by  ertrenckende  umbe  daz  sü  swür :   «summer  bockes  blutenden 
Sept.  s-.  zwer  sien  lochien  loch»  (?)         actum  feria  secunda  ante  diem  scti  Michahelis. 

Item  dictus  Keyser  Läwelin  juravit  quinque    annos    tag  und   naht  ein   mile   by 
Sept.  ss.  ertrenckende.         actum  in  vigilia  beati  Michahelis  archangeli.  40 

Item  Henselin  filius  Henselini  sartor  uff  sant    Eilsebettegasze  juravit  duos  annos 
unum  annum  sine  gratia  et  reliquum  ad  gratiam  Anne  uxoris  Heintzonis  dicti  Langen 
sePi.  so.   carpentarii.         actum  feria  proxima  post  diem  scti  Michahelis. 


Nim    U. 


1400  813 

üb  domino  0  r  I  8  1  i  n  0  M  an  B  z  o  n  in  agisl  r  O. 
Item  fJicins  Schilling  de  Zweinbracke  bei  diae  stat  selten  jot  reraworen  tag 
und  naht  ein  mile  by  ertrenckende  ambe  das  er  sprach  die  leboflele  des  nidera  gn- 
rihtea  hettent  ralsche  urteil  gesprochen  und  alle  schöchsütere  zii  Bpire  wcrcni 
6  meineydig  und  ander  semlicher  anzi'ihte  vil.  actum  feria  quarta  ante  dum  sete 
Lnce  ewangeliste.  und  het  Sicherheit  gegeben  reht  zu  gebende  und  zu  nemende,  alz  o 
daz  ein  brief  beseil. 

[tem*   Hensclinus  Cuttellifer  juravit  22  wochen  vur  30  sol.  den.     actum  vigilia 
Katherine  virginis. 
i»  Item  Henselinus  dictus  Slöckelin  filius  quondam  Petri  dicti  Treger  juravit  quat- 

tuor    annos  ei  d;iliil  quinque  libr.  umbe  daz  er  Hartman  Nühterlin  den    Treger  blüt- 
unsig  mähte,    und    sol  bessern  vier   jor   an    desselben    Hartmans    gnode    oder    aber 
it  ime  uberkummen,  alz  daz  buch  etat,  und  wart  ime  darumbe  zwo  besserunge  er- 
eilt  ambe  daz,    daz   Hartman   in   dem   rote   waz,    do  die    unfüge   an   ime   geschach. 
actum  feria  quarta  proxima  po»l  diem  seti  Nicolai  episcopi. 
Item*  dictus  Ecken  Hcnsz  juravit  tres  annos  tag  und   naht  ein  mile.  actum  feria 
osl  diem  seti  Andree  apostoli. 

Waltherua  dictus  Swarber  juravit  decem  annos  et  dabit  quiuque  libr.  ad  instaa* 
ciani  Ottonis  hospilalis  de  Molleshoim,    quem    oeeidit.    et  debet  componere  cum  con- 
I«  querenübus.  actum  die  antedicto. 

Hannemanus  de   Surburg  scriptor  juravit   quinque  annos  et   dabit   21/»  libr.   ad 
instanciam  Johannis  Hitter  filius    Hermanni    dicti  Ritter,   quem  wulneravit.    et  debet 
componere    cum    conquerenti.        actum  ipsa    die    bcati  Erhardi    episcopi    anno    etc. 
90  mo. 
25  Sub  domino  Wilhelmo  zürn  Riet  magistro,  qui  ingressus  fuerat 

die    dominica    proxima  post    diem    seti  Erhardi  episcopi  anno    etc. 

90  mo. 

[Lücke.] 

Sub  domino  Johanne  dicto  Rock   magistro  filius  quondam  do- 
j»  mini  Cüntzonis  dicti  Rock  anno  etc.  90  mo. 

Item*  dictus  Pfaffe  pischator  juravit  duos  annos   sine   gratia   et   quinque   annos 
ad  gratiam  domini  Götzonis  olim  magistri  schabinorum  umbe  daz  er  hern  Götzen  uffe 
ein  vischmerkete  übelrette.         actum  feria  seeunda  post  Urbani  pape. 

Item  Hensclinus  Axman    junior  juravit  predicto  domino  magistro  et  Heinrico  de 
i'ilnlicim  aliter  de  Rechberg  quinque  annos  et  dabit  2'/j,    libr.  ad    instanciam   Nese 
dicte  Kursenerin,  quam  wulneravit.    et  debet  se  componere  cum  actrice.     actum  sabbato 
ante  diem  saneti  Medhardi  episcopi. 

Item  Nicolaus  dictus   Rrünlin  cambiarius  juravit  decem  annos  umbe  daz  er  ein 

brif   det   schriben  an  daz  gerillte  zu    Rrumot   von   eins  gastes  wegen,    den  Peter  zu 

h  Börne  do  behebet  hette.  und  in  dem  briefe  behiib  by    sime  eyde,    daz  er  des  gastes 

bürge  were  vür  Peter  zum  Röme  und  sich  daz  nit  enfant,  daz  es  also  waz  und  daz 

er  rot  vur  ein  moineyt  uffnam.  actum  feria  quarta    ante   diem    seti    Medhardi    jm>  i 

piscopi. 


Itre.  8. 


Ili-r.     I. 


1390 

Jamuir  8. 


IM  '<" 


Juni  4. 


814  1400 

Rülinus*  Barpfennig  het   dise  stat  zwey  jor  versworen  und  sol  geben  fünfe  und 

drissig  pfunt  wahses,  des  wahses  zwentzig  pfunt  an  unser  frowen  werg,  zehen  pfunt 

an  den  spittal  und  fünf  pfunt  an  die  eilende  herberge  umbe  daz  er  varenden  döhtern 

gelt  gab  darumbe,  daz  sü  boht  in  ire  wüde  slügent.         actum  sabbato  proximo  post 

j„,ii  ii.  diem  scti  Medhardi  episcopi.  s 

Item*  dictus  Köllin  von  Basel  hat  zwey  jor  in  dise  stat  und  burgban  gesworen 
und  het  gesworen  by  demselben  eyde  do  zwüschent  nit  anders  zu  zerende  ungever- 
liche  denne  an  offenen  würten,  alz  daz  buch  stat,  und  nit  usz  dirre  stat  noch  burg- 
ban zu  kummende  one  urlop,  wissende  und  wille  meister  und  rotes  zu  Stroszburg,  die 
denne  sint.  er  het  ouch  gesworen,  wer  es  sache,  daz  er  an  unserre  stat  unserre  10 
bürgere  oder  die  unsern  iemer  üt  zu  [zu]  schaffende  oder  zu  tünde  gewünne  oder 
sü  wider  umbe  an  in,  darumbe  sol  er  vor  meister  unde  rote  zu  Stroszburg,  die  danne 
sint,  oder  do  in  denne  dieselben  meister  und  rot  hin  wisent,  reht  nemmen  und  geben 
und  niergent  anderswo,  und  waz  ime  denne  dieselben  meister  und  rot  oder  die,  dar 
er  denne  hingewiset  wurt,  darumbe  sprechent  oder  erteilent,  daz  sol  er  by  sime  eyde  »& 
halten  und  vollefüren  one  alle  geverde.  und  sol  daz  also  versichern  zu  tünde.  darzü 
so  sol  er  also  vil  wahses  geben  also  Rülin  Barpfennig  und  an  dieselben  stette,  umbe 
daz  er  by  der  getot  waz,  do  Rülin  Barpfennig  den  varenden  döhtern  daz  gelt  gab 
und  daz  er  selber  den  döhtern  wut  in  ire  mehte  slüg.         actum  die  predicto. 

Item*  dicta  Bolant  Neselin,  Ellewibelin  dicta  Oley  et  Dyna  filia  dicti  Slickelin  de  20 
Illekirche  juraverunt   quelibet  earum  duos   annos   et  dabunt   quelibet   earum  tantum 
cera   sicut    Rülin   et    Kölinus  ad   locas   prenotatas,   wenne   sü    in   daz   boht    in   ire 
(wüde  ?)  lieszent  slahen  und  gelt  darumbe  noment.  actum  die  antedicto. 

Seman  famulus  olim  domini  Johannis  de  Ohsenstein  .  .  .   ecclesie   Argentinensis 
juravit  quinque  annos  tag  und  naht  ein  mile  umbe  daz  er  eine   müstrancie   zerslüg,  25 
die  Henselin  von  den  engein  in  dem  Münster  vor  unserre  frowen  in  dem  gegettrede  ver- 
stal.  und  sol  dieselbe  sine  besserunge  nit  anegon,  er  habe  denne  dieselbe  müstrancie 
wider  gemäht. 

Sub  dominoReinboldo  Wetzel  magistro. 

Gerge    dictus    Rotswantz    tractor   vasorum    juravit  domino  magistro  predicto  et  30 
diclo  Voltzen  Hensz  tractor  vasorum  quinque   annos  et  dabit  2*/,  libr.  ad  instanciam 
Hermann«  de  Heidelberg  fabri  filiaster  dicti  Möwelin  fabri,  quem  wulneravit    et  debet 
juii  a.  etc.  actum  sabbato  ante  diem  scti  Jacobi  apostoli. 

Item*  dictus   Santpeter   der   winrüffer  juravit  zwey  jor  one  gnode  und  fünf  jor 
an  gnode  Peter    Yfrions,    den  er  do  übel  handelte,    diewile    er    in    dem    rote    waz.   35 
Juli  n.  actum  feria  quarta  post  diem  santi  Jacobi  apostoli. 

Item*  Billungus    zu  der  Megde  juravit  unum  annum  von  einre  notwere  wegen, 
Sept.  24.  aiz  er  Scholder  Hanseman  wunte.     actum  sabbato  proximo  ante  diem  scti  Michahelis 
archangeli. 

Item*  Johannes  dictus  Bildehower  juravit  dimidium  annum  sine  gratia  et  dimidium  *o 
annum  ad  gratiam  dicte  Howeschiltin  propter  hoc,  quod  ipsum  percussit.  et  dabit  2'/s 
octob.  3.  libr.         actum  feria  secunda  proxima  post  diem  scti  Remigii  episcopi. 


1400 

Peyer  LÄwelin  copariiu  juravit  domino  nost.ro  predicto  et  Fritsehoni 

issebach    44  septimanas  vur  5  libr.  den.  von  eins  totslages  wegen,  und  ist  mit  dem 
Idtiger  (überkommen.        actum  sabbato  ante  Dionisii.  oemh.» 

Sub  domini  Johanne  Klobelöch  magistro  anno  predicto. 
6  Item  dictus  Scherer  Bürckelin  de  Erschein)  rasor  juravit  domino  magistro  predicto 

et  Hansemann  Roten  sutori  quinque  annos  et  dabit  2' J2  libr.  ad  instanciam  Waltheri 
de  Pfortzheim  rasoris  famnlns  Johannis  rasoris  an  Schintbrucke,  quem  wulneravit.  et  Nm.  i. 
debet  etc.         actum  in  die  omnium  animarum. 

Item*  Jeckelinus  rasor  filius  Nicolai  de  Trutersheim  juravit  decem  annos  et  dabit 

in  quinque    libr.    ad    instanciam    dicti   Heimen,    quem  oeeidit.  et  debet  componere  cum 

diclo  Heimen  Bartori  seniori  pater  predieli  quondam  Heimen,   qui   fuerat    conquestus. 

el   lioc  juravit  predicto  domino  magistro   et    Henselino  dicto  Slolhofen  rasori   die  do- 

minica  proxima  ante  diem  sete  Katterine  virginis.  No°-  **• 

Item*  dictus  Fleckenstein  der  murer  juravit  predicto  domino  magistro  et  Nicoiao 
u   zu  der  Birken  44  septimanas  vur  5  libr.  den.  von   eins  totslages  wegen,  et  composuit 
so  cum  aetore.  und  sol  her  in  bessern  mit  dem  swerte.         actum  feria  quarta   ante 
diem  seti  Thome  apostoli.  '"<•■  m. 

Hein  Fritschemanua  balneator  filius  Nicolai  balneatoris  in  Krutenowe  juravit  ante 

diclo  domino  magistro  et  Nicoiao  Merswin  quinque   annos  et    dabit  21/»  libr.  ad   in- 

2»  stanciam  dicti  Mülnheim  Berchtolt   scriptoris,   quem    wulneravit.  et  debet   componere 

cum  conquerenti.  und  ist  einmol  gesehen  von  eime  in  dem  rote,   ebe   er   usz   swftr. 

actum  sabbato  ante  diem  seti  Thome  apostoli.  "«•■  n 

Item  dictus  Uselhanseman  et  dictus  Melchior  Erhart  juraverunt   antefato  domino 

magistro  Cunrado  Müller  juniori  quilibet  eorum  quinque  annos  et  dabit  quilibet  eorum 

*«  2'/2  libr.  ad  instanciam    predicti   Mülnheim  Berchtolt  scriptoris,    quem  wulneravit  et 

debent  etc.         atum  in  vigilia  nativitatis  domini.  Der-  u 

Item  *  Cüntzelinus  Pfettensheim  et  Bernhardus  dictus  Böckelin  juraverunt  quilibet 
eorum  unum  annum  umbe  daz  sü  ein  knaben  ein   wenig    dümelten.         actum    feria 

f39f 

seeunda  post  Erhardi  anno  etc.  91.  ja»uar  h. 

so  Item*  dictus  Kappelherre  juravil  duos  annos   umbe   daz  er  sich  usz  det,  daz  er 

der    jungen    Eckendörffiu    eine  e  gelobet   hette.         actum   feria   quarta   post  Erhardi 
piscopi  anno  etc.  91. 

Sub  domino  Johanne  deKagenecke  m  agistro  sen  iori,  quiingres- 
sus  fuerat  die  dominica  proxima  post  diem  seti  Erhardi  e  p  iscopi  Januar  /#. 
an  no  etc.  91. 

Item  dictus  Groshenselin  filius  dicti  Dunen  Henselin  pischatoris  juravit  domino 
Johanne  de  Kagenecke  seniori  magistro  et  Cftntaemanno  diclo  Rebestocke  32  septi- 
manas vür  2  */,  libr.  von  einre  ungeklageten  wunden  wegen.  actum  sabbato  post 
Anthonii.  J&nwir  ti 

Item  Gleselinus  de  Mentze  pellifex  juravit  unum  annum  von  einre  notwere  wegen 

et  dabit  21  ,   libr.   umb  das  er  Kleselm  Horiches  helll'er  waz  actum  teiia  seeunda 

inte  diem  seti  Mathie  apostoli.  Febr.  *o. 

103 
VI. 


816  1400 

Item  Philippus  filius  quondam  domini   Johannis    Philipo   juravit    domino    Nicoiao 
Berer    et   dicto  Rösselin   quinque   annos   et    dabit  21/»  libr.  ad    instanciam   Friderici 
Winmesser,  quem  wulneravit.  et    debet  etc.         actum  die   dominica   ante  diem  festi 
Mai  21.    corporis  Christi. 

Item  Gerge  Unsinnig  von   Rotwilre  Hansen    sun   in   der  Laden    und  Hans   Swop    5 
von  Breitenstein  by  Rütelingen  hant  dise  stat  fünf  jor  versworen  tag    und    naht  ein 
mile  by  ertrenckende,  umbe  daz  sü  uff  dem  gelöiffe  worent,  do  sie  die  snider  knehte 
Juni  6.   erstochen  woltent  haben.         actum  feria  tertia  ante  diem  scti  Medhardi  episcopi. 

Item*   Heintzeman,    der   des   brotbeckers    in   Kirchgasse     knehte    was,  Thoinan 
Büheler  und  Henselin  Memgolt  von  Könsheim  Baselers  kneht   brotbecker   knehte  ju-  io 
Juni  19.  raverunt  ieglicher  fünf  jor  sicut  predicti.         actum  feria  secunda  ante  diem  scti  Johan- 
nis baptiste. 

Hansemanus  filius  dicti  Cantzeler  fabri  in  Gieszen  juravit  domino  Nicoiao  Berer 
magistro  et  Johanni  dicto  Rosselin  quinque   annos  et   dabit  2  '/2  libr.  ad   instanciam 
Pfaffenhofen  fabri,  quem  wulneraverunt.  et  debet  componere  cum  conquerenti.        actum  >s 
juni  2i.  feria  tertia  ante  diem  sanctorum  Peter  et  Pauli  apostolorum. 

Sub  domino  Burckardo  de  Mülnheim  de  Rechberg  magistro. 
Item*  Nicolaus  de  Schönecke  armiger  juravit  quinque   annos    usz  dem   bistüme 
und  het  burgschaft  und  ein  brief  vor  geistlichem  gerihte    über   sich  geben   hie   reht 
zu    gebende   und   zu   nemende  etc.    umbe  sine  umbescheidene  rede  und   daz  'er  got   20 
juii  27.  übel  handelte.         actum    feria    quinta  proxima  post  diem  scti  Jacobi  apostoli. 

Item  Hansemanus  filius  Heintzonis  de  Werde  juravit  quinque  annos  et  dabit  2  '/, 

Augusi  9.  libr.  von  einre  ungeklageten  wunden  wegen.         actum  vigilia  scti  Laurencii  martiris. 

Item  Heinricus  dictus  Groszkopf  filius  Jeckelin   dicti  Groszkopf  institoria  juravit 

domino  Burckardo  de  Mülnheim  magistro  et  Johanni  de  Waszelnheim  quinque  annos   m 

et    dabit  2ilt  libr.    von   einre   ungeklageten    wunden    wegen.        actum   feria    sexta 

Awjust  11.  proxima  ante  diem  festi  assumptionis  beate  virginis  Marie. 

Item*  Erhardus  de  Spire  pellifex  juravit  domino  Burckardo  de  Mülnheim  magistro 
et  Gossoni  Sturm  seniori  quinque  annos  et  dabit  2'/s  hbr.  ad  instanciam    Lauwelini 
in  der  Hellen  pellifici,  quem  wulneravit.  et  debet  etc.         actum  feria  quinta  proxima   ■ 
Augusi  st.  post  diem  decollacionis  scti  Johannis  baptiste. 

Petermanus*  Schafflützel  textor  juravit  quinque  annos  predictis  et  dabit  2'/2  Hbr. 
ad  instanciam    Heintzonis   dicti   Giengers   textoris,    quem  wulneravit.   et    debet    etc. 
actum  ipsa  die  festi  nativitatis  beate  virginis  Marie  et  composuit  se  cum  filiis  quon- 
sept.  8.  dam  Heintzonis  dicti  Gienger  textoris  eadem  die.  »5 

Sub  domino  Johannis  Berlin  magistro. 

Item  Henselinus  Schalhase   murarius   juravit   quinque  annos   et   dabit  21/..  libr. 
ad   instanciam   Heintzonis   dicti  Lamp    corppentarii,    quem  wulneravit.   et  debet   etc. 
et  juravit  hoc  domino  Johanni   Berlin   magistro  et  Jacobo  de  Diemeringen   die  domi- 
ociob.  22.  nica  proxima  post  diem  scte  Luce  ewangeliste.  <0 

Sub  domino  Leonhardo  Zorn  nuncupato  Schultheiss  magistro, 
qui  ingressus  fuerat  die  dominica  proxima  post  diem  scti  Erhardi 
episcopi  anno  etc.  92  mo. 


1400  817 

Jeckelinus  Lentzelin  juravit  quinque  annos  usz  dem   bystüme   und    sirien 

fründen  noch  nieman  anders  der  unsern  weder  laster  noch  leit  zu    tünde.        actum 

.....        ,  an 

fem  sexta  proxima  post  diem  scti  Anthonn  confessons.  Januar  i». 

Item  Martin  Diergertelin  het  dise  stat  fünf  jor  versworen  tag  und  naht  ein  mile. 
und  sol  die  wile  der  rot  sitzet  im  halsysin  ston.  actum  feria  tertia  proxima 
post  diem  scte  Agnete  virginis.  Januar  u. 

Item*  Klein  Dietherich  der  zimberman  juravit  unum  annum  und  erzügete  ein 
notwere.         actum    feria  tertia  proxima  post  diem  festi  purificationis  virginis  Marie,   vtbr.  «. 

Item*  Paulus  Klaus  der  küffer  juravit  quinque  annos  et  dabit  2'/s  Hbr.  von 
einer  ungeklageten    wunden  wegen.         actum   feria   quarta   proxima    post  diem  scte 

I  Agathe  virginis.  rebr  7 

Item*  Hans  Heinrich  von  Mülnheim  juravit  quinque  annos  et  dabit  21/,  libr.  von 
einre  ungeklageten  wunden  wegen,     actum   feria  quinta   ante  diem    sancti    Valentini   /.'„•.  ». 
episcopi. 
15  Item    Rüfelin   Trag   uf   der  scheider  knappe  het    gesworn    fünf  jor  von  der  stal 

Itag  und  naht    ein  mile  by  erlrenckende  umbe  das  er  ein  rippen  reiger  ist  gewesen, 
actum  die  predicto. 
Item  Gerge  Rotswantz  het  uszgesworen  22  wuchen  vür  30  sol.  den.  und  het  usz 
gesworen  aber  fünf  jor  und  git  21/»  hbr.  den.  von  einre  ungeklageten  wunden  wegen. 
au  actum  feria  secunda  ante  Mathie  apostoli  und  stet  vor  ouch  in    anderer   besserunge  Mr.  19. 
verschriben. 

Item*  der  junge  Swenninger  juravit  quinque  annos  et  dabit  21/»  hbr.  von  einre 
ungeklageten  wunden  wegen.        actum  die  predicto. 

Item  Hanscman  von  Barre  der  murer  juravit  quinque   annos   et  dabit  21/,  libr. 
25  vdii  einre  ungeklageten  wunden  wegen.         actum  feria  sexta  post  Mathie  apostoli.       utn  1. 
Item*  Dettelinger  juravit  sicut  predictus  Hanse  de  Barre  eodem  die  et  dat  etiam 
2'/,  libr. 

Item*  Otteier  der  Küffer  juravit  quinque  annos  et  dabit  2'/»  libr.  von  einre  unge- 
klageten  wunden  wegen,     actum  feria  secunda  ante  diem  scti  Gregorii  pape.  .  // 
m          Item  Syfrit  Snidera  br&der  des  winknehtes  juravit  quinque  annos  et  dabit  2'/3  libr. 
von  einre  ungeklageten  wunden  wegen.         actum  die  predicto. 

Item    Heintze  Wölfelin  der    kürsener  juravit  domino  Leonhardo  Zorn  et  Johanni 

Lorer  fabro  et  dicto  gremper  Hens  Underwagener   quinque   annos  et    dabit  21/»  libr. 

ad  instanciam  dieti  Hirtzfelder,   quem  wulneravit.  et  debet  etc.        actum  feria  tertia 

n  ante  diem  scti  Gregorii  pape.  u ■  «  t. 

.lohans*  Knorsheim  het  dise  stat,    disen   rot  versworen  unde   zwey  jor  darnach 

an  Nese  Elippelerin  gnade,  und  sol  sin  besserunge  nit  anegan,  er  habe  denne  e  dem 

rote  5  libr.  den.  geben.         actum  feria  sexta  post  diem  scti  Gregorii.  Ml,r.  Is 

Hern  dictus  Mennelius  Lftwelin  oitulauus  juravit  decem  annos    umbe   das    er  in 

40  der  Btette  besserungen  was  und  usz  gesworen  hefte  und  by  nahl  zii  Keule  ergriffen 

wart,      actum  feria  tertia  ante  Ambrosii.  Apr  ,. 

S  u  b  domino  N  i  c  0 1  a  o  Bock  m  a  g  i  s  t  r  o. 


818  1400 

Item  der  schöne  Burekart  der  vischer  juravit   quinque   annos  et    dabit  2,/i  libr. 
ad  instanciam  dicti  Roser    Hens?,   quem  wulneravit.  et  debet  etc.  et  juravit   domino 
Nicoiao  Bock  magistro  et  Heinrico  de  Mülnheim  de  Landesberg  feria  quarta  post  diem 
April  n.  seti  Georii  martiris. 

Item  Cöntzeman  Northüser  von  Lore,  Arnolt,  Arnolt  Brandeis  sun  von  Liehtenowe    5 

und  Hans  von  Ulme  brotbeckersknehte  juravit  iegelicher  ein  halb  jor  usz  vür  2  libr. 

April  3o.  den.  von  Langennesser '  wegen,      actum  vigilia  setorum  Philippi  (et  Jac.)  apostolorum. 

Item  Heinricus    dictus  Groszkopf  juravit  decem  annos  umbe  daz  er  usz  gesworn 

hette  fünf  jor  und  darüber  her  inging  und  meyneydig  wart.         actum  feria  seeunda 

Mai  e.    post  diem  inventionis  sete  crucis.  u 

Item  Hens^elin)  von  Rotwilre  der  schüchsüter  juravit  dimidium  annum  von  eins 
Mail«,    langen  messers  wegen,     actum  feria  quinta  proxima  post  diem  seti  Gangolfi. 

Hein*  Jacobus  dictus  Heilbeling  juravit  domino  Nicoiao  Bock  magistro  et  Wilhelmo 
de  Mülnheim  quinque  annos  et  dabit  2'/2  libr.  ad  instanciam  Jeckelin  Keller  de  Dieffcn- 
dal,  qui  conquestus  fuerat  ex  parte  fratris  sui.  et  debet  etc.         actum  feria  seeunda   J5 
Juni  4o.  post  Medhardi. 

Item*  der  vorgen.  Jacob  ist  mit  den  klegern  übereinkommen  und  hat   vür   2lj.l 
libr.  den.  usgesworen  32  wochen  und  her  Claus  Clobelouch  dem  meister,  und  Heintze- 
N<tMlt    man  Gürteler.         actum  die  dominica  post  Martini  episcopi  anno  1400. 

Item  dictus  Klotz  Hug  juravit  quinque  annos  et  dabit  2'/»  libr.  von  einre  unge-  20 
klageten  wunden  wegen.         actum  feria  sexta  proxima  ante  diem  sanetorum  Viti  et 
jmu  u.  Modesti. 

Item  dictus  Jeckkels  Hensz  ortulanus  juravit  decem  annos  domino  Nicoiao  Bock 

et  Hugoni  zum  Stoff  et  dabit  5  libr.  ad  instanciam  domini    Nicolai    Frünt  presbyteri, 

iiai  tu.  quem  oeeidit.  et  debet  etc.         actum  feria  sexta  ante  diem  festi  pentecostes  25 

Item  Uselhantz  und  Blolsz  Cüntzelinus  Lawelin  juravit  iegelicher  10  jor  und  git  ir 

iegelicher  5  libr.  umbe  das  sü  Erwin  erstochent.  und  süllent  übereinkummen  mit  dem 

jwü  a.  kleger.         actum  in  vigilia  nativitatis  beati  Jahannis  baptiste. 

Item    Heintzeman   Judenkirchhof  juravit    dimidium    annum    sine  gratiu  et  dabit 
2l/ä  libr.  ad  instanciam  Dine  uxor  Johannis  carpentarii  in  Wahsenecke  et   dimidium   30 
Juni  28.  annum    ad    gratiam  predicte  Dine.  actum   in    vigilia    sanetorum    Petri    et    Pauli 

apostolorum. 

Uxor  predicti  Heintzmani  juravit  similiter  sicut  predictus  Heintzemannus  maritus 
■'»''  1.    ejus  et  juravit  hoc  feria  seeunda  post  diem  setorum  Petri  et  Pauli  apostolorum. 

Item  Hans  Greselins,  Greselins  seligen  sun  juravit  zwey  jor  usz  von  eins  totslages  35 
wegen,    do    er    doch  ein  notwer  erzüget  het.         actum  feria  sexta  ante  diem   Marie 
juii  19.    Magdalene  virginis. 

Sub  domino  Dietherico  Burggrofen  magistro. 

Item  Hanseman  Ditzeler   von    Pfortzheim   juravit    unum  annum  umbe  das  er  by 
juu  2i.    naht  umbescheiden  waz.         actum  in  vigilia  seti  Jacobi  apostoli.  und  git  4   sol.  von   « 
eins  nahtsehens  wegen. 


1  So  die  Vorlage,  richtiger  vielleicht  :  von  langen  messeis  wegen 


1400 


819 


JmU  vi 


Juli  I. 


13  m 

J'tnutir   IX. 


U'u    !7 


ritze  Latze,  Hefntze  Lutzen  ran  rator  juravit  domino  Dietherico  Burg- 
grafen et  Reimboldo  Wetze!  deoem  annos  el  dabil  quinque  1  ihr.  den.  ad  instanciam 
quondam  Sigelini  Völtschen,  quem  oooidh.  el  debet  etc.  et  erat  Sigetinue  Völtsche 
senior  paler  predicti  qoODdam  Sigelini  eonquestiis.  actum  sabbato  ante  diem  sei. 
Jacobi  apostoli. 

Hein    Schür-IIeint/.cman  Hansz    juravit  unuin.annum  von  einte  notwere  wegen. 

actum  sabbato  ante  Margarete  virginis. 

Suli  (loinino  Nicoiao  de  Heiligenstein  magistro. 

\Fol(/l  eine  leere  Foiioseito.] 

Sub  doinino  Nicoiao  Zörnelin  de  Bülach  magistro,  qui  ingressus 
fuerat  die  dominica  proxima  pösl  diem  seti  Erhardi  episcopi  anno'.)::. 

Sil  1)  domi  no  Nicoiao  Rihter  nu  neu  pato  D  ü  tscb  man  magistro. 

Hein   Hensekn  Boppen  Hertscben  juravit  usz  vur  5  libr.  den.  44  wochen.         actum 
abbato  proximo  ante  diem  sete  Margarethe  virginis.  •'""  " 

Sub  Domino  Lutoldo  de  Mülnheim  magistro  eodem  anno  etc. 

Hein  dictua  Grosze  sartor  juravit  dimidium  annum  sine  gratia  et  dabit  2'/«libr. 
ad  instanciam  liercbtoldi  Wehinger  sartoris,  quem  pereussit    et     ilimiiliimi  annum  ad 
ratiam  predicti  Herchtoldi.         actum  feria  quinta  proxima  post  diem  sanete  Margarete  ./><<;  n. 
virginis. 

Hein*  Rüf'elinus  dictus  Wollesleber  juravit  decem  annos  et  dabit  quinqae  libr. 
ad  instanciam  quondam  dicti  Erwin  lapieide.  et  debet  etc.  actum  feria  tertia  pro- 
xima post  diem  festi  pentecostes. 

Item  Überlinus  dictus  Hofelich    sutor  juravit   unum    annum   et    dabit   2 '/,   libr. 
uinbe  daz  er  ein  notwere  erzügte,  alz  er  böse  Heitzelin  wundete.      actum  vigilia  seti 
■b  Johannia  baptiste. 

Item  lleintzemanus  dictus  Howe  in  die  helle  pellifex  juravit   domino  Lütoldo   de 
Mülnheim  magistro  et  Heintzemanno  Sellosen  quinque    annos    et   dabit  21/2  libr.    ad 
tnstanciam  Heint/.onis  dicti  Ilirsfclder  pellificis,  quem  wulneravit.  et  debet  etc.         ac- 
tum die  dominica  post  diem  festi  asromptionis  beate  virginis  Marie. 
so  Item*  Gösseiinus  Schalk  het  dise  stat  versworen  zwey  jore  und  git  30  sol.  den. 

umbe  das  Hans  T6be  von  ime  klagete,  das  er  ime  ein  meineyt  gesworen  vor  gerihte 
solle  haben  und  in  ouch  des  erzügete]  undSdoch  der  rot  erkante,  das  es  ime  ungever- 
liche  were  besehenen.        actum  feria  tercia proxima  ante  diemdecollationis  sctiJohannis. 

Item*  Wissen  Hanseman  der  vischer   seiler   het   uszgesworen    ein   halb  jor   und 

ss  gil  21/«  libr.  umbe  das  er'Mittes  den  metziger  slüg.  und  sol  ouch  ein  halb  jor  usse 

sin  an  desselben  Miltes  gnode.  und  het  denne  fünf  jor  uszgesworn  umbe  das  er  der 

stelle  angehorsam  was.         actum  feria  quarta  proxima  post  diem  festi   assumptionis 

beate  virginis  Marie.  A"o  *° 

Item*  dictus  Kappelherre  juravit  duos  annos  ein  mile  und  dages  an  den  burgban 

40  umbe  daz  Landowen  swester  des  metzigers  von  ime  klagete,  daz  er  ir  ein  e  gelobet 

hette  über  das  er  ein  ander  elich  wip  helle,    die   in   mit    gerihte    gewan.    und  doch 

meister  und  rot  erkantent,  das  es    ime   von   torheit   unde   einfeltikeit  geschach  und 

nil  mit  geverde.         actum  feria  sexla  ante  diem  decollationis  seti  Johannis   baptiste.    t«».  »». 


Juni   !3. 


a,„j.  n 


.tu.'/,  x$. 


820  1400 

Item*  Hansemanus    dictus  Bieger  filius   Jeekelini   dicti   Bieger   balneator  juravit 
quinque  annos  et   dabit  2'/s  übr.   ad    instanciam    Grede  uxoris  sue    legitime    quam 
xoo.K.  wulneravit  et  debet  etc.         actum  die  dominica  ante  diem  scte  Katherine  virginis. 

Sub  domino  Nicoiao  Manszen  magistro. 

Item  dictus  Uselhanseman  juravit  duos  annos  de  hac  civitate  pro  eo  quod  quon-    5 
dam  dictum  Philips  Lüdelin  occidit  und   doch  ein   notwere  erzügete.         actum   ipsa 
Dec  13.  die  beate  Lucie  virginis. 

Item  *  ipso  et  eodem  die  juravit  Bülinus  dictus  Hofesesze  pellifex  domino  Nicoiao 
Manszen  magistro  et  Bülino  dicto   Barpfennig   quinque   annos  et    dabit  21/»  libr.    ad 
instanciam  Johannis  dicti  Geiszman  sartoris  famulus  dicti  Brünnotz  sartoris  et  Cüntz-  u 
onis  sartoris  famulus  Merckelini  sartoris,  quos  wulneravit.  et  debet  componere  cum  con- 
querentibus. 

Sub  domino  Heinrico  de  Mülnheim  aliter    de  Landesberg  magis- 
m'ua,' h  tr0'  I1"  ingressus  fuerat  die  dominica  proxima  post  diem  scti  Erhardi  episcopi  anno 

etc.  nonagesimo  quarto.  i» 

Sub  domino  Johanni  de  Kagenecke  juniori  magistro. 

Sub  domino  Beinboldo  Spender  magistro. 

Item  Johannes  de  Spire  carpentarius  juravit  quinque   annos   et   dabit  2  1/i   libr. 
ad  instanciam  dicti    Heintzen    Hensz    earpentarii,    quem    wulneravit.  et    debet    etc. 
Aug.  31.  actum  feria  secunda  post  diem  decollationis  scti  Johannis.  80 

Sub  domino  Hessone  Hessen  magistro. 

Item*  Läwelinus  dictus  Howeschilt  ortulanus  juravit  duos  pro  eo  quod  quondam 
dictum  Stopfeloch  occidit  und    doch   eine    notwere   erzügete.         actum    crastiuo   scti 
Nov.  a.  Martini  episcopi. 

Item  dictus  Dolden  Peter  sartor  juravit   unum   annum  pro  eo   quod    Bichardum  « 
Wannenmacher  wulneravit  und  doch  eine  notwere  erzügete.         actum  feria  secunda 
Nov.  is.  proxima  ante  diem  scte  Elysabeth. 

Item  Erhart  zum  Salmen  het  dise  stat  zehen  jar  versworen  tag  und  -naht  ein 
mile  von  der  stat,  und  wo  man  in  in  den  zilen  do  zwüschen  ergriffet,  so  sol  man  in 
erhencken  umbe  den  gezig,  den  er  hern  Wilhelm  Metziger  dem  ammanmeister,  hern  m 
Heinrich  Lymer,  hern  Cunrat  Armbruster,  hern  Andres  Heilman,  hern  Cüntze  Geistpoltz- 
heim  und  hern  Heinrich  Kraniche  die  alten  ammanmeistere  geton  het,  des  er  sie  doch 
unschuldig  geben  het.  und  het  dar  zu  gesworn  noch  den  zehen  joren  ewekliche  von 
der  stat  an  derselben  ammanmeistere  gnode.  ouch  het  er  gesworn  nit  wider  unsere 
stat,  unsere  bürgere  noch  die  unsern  zu  tünde  etc.  und  hie  in  der  stat  reht  zu  gebende  35 
und  zu  nemmende  etc.,  als  das  ein  brief  beseit,  den  er  über  sich  geben  het.  und  het  das 
versichert  zu  haltende,  alz  ouch  derselbe  brief  beseit.  actum  die  sabbato  proximo 
Nov.  ss.  ante  diem  scti  Andree  apostoli. 

Beimbolt*  Surer  het  dise  stat  zwey  jor  versworen  nahtz  ein  mile  und  tages  an 
den  burgban  und  het  gesworn  nit  wider  unsere  stat  zu  tünde  etc.  er  und  her  Eber-  in 
lin  sin  brüder  und  hie  reht  zu  gebende  und  zu  nemende  etc.  und  het  daz  versichert, 
alz  alles  ein  brief  seit,  der  darüber  gemäht  ist.        actum  feria  sexta  ante  diem  scti 
߄c.  4.    Nicolai  episcopi. 


1400 


Sub  domino  Berch  I .  oldo  Zorn  seniori  magislro,  qui  ingressus  fuerat 
die  dominica  proxima  post  diem  seti  Krhardi  epi.scopi  anno  96. 

Item  Hensolinus  dictus  Sucher  ortulanus  juravit  domino  Berchtoldo  Zorn  magistro 
t  Johanni  Zorn  de  Eckerich  ((iiinque  annos  et  dabit  2l!.i  libr.  pro  eo,  quod  Dynarn 
dictam   Drüsenheimi   juniorem    wulneravit.    et   debet   etc.         actum   feria   tertia  post 
iem  scti  Valentini  episcopi. 

Item*  Grede  die  closenerin,  die  uff  sant  Nicolaus  eapell  ein   closenerin  waz,  hat 
ise  slal  zwei  jar  versworen  und  hat  gesworen,  daz  sie  niemer  von  der  sachen    sol 
esagen,  darumb  sie  gebessert  het,    sie    wolte    denne    vor    dan    rote    davon    sagen, 
actum  sabbato  proxima  ante  doniinicam  Letare  post  Gertrudis  virginis. 
Hein  Heinrich  der  underkoch  zürn  Hohenstege  juravit   unum    annum    von   einre 
wunden  wegen,  wenne  er  ein  notwere  erziigete.     actum  feria  quarta  ante  diem  festi 
anuncialionis  beate  virginis. 

Item  Ci'mlinus   Fusor   cantor    fraler   Leonhardi    dicti   Sunt  am  Sallzhofe  juravit 
i5  domino  licrtholdo  dicto  Zorn  seniori  et  Hansemanno  dicto  Schencken  5  annos  et  dabit 

I2'/2  libr.  ad  instanciam  Johannis  dicti  Verwer  dez  kannengiessers  ulT  dem  kleinen 
sl  übelin,  quem  wulneravit.  et  debet  etc.  actum  feria  secunda  proxima  post  diem  festi 
annuncialionis  beate  virginis  Marie. 

Item  Dieboldus   Röbelin    olim  sütor  juravit    domino   Bcrtholdo  dicto  Zorn  et  Jo- 
so  hanni  Zorn  de  Eckerich  quinque  annos  et  dabit  2'/8  Hb.  ad  instanciam  Grede  uxoris 
dicti   Mollesheim   hospitis  zur   spangen,   quem  wulneravit.  et  debet  etc.     actum  feria 
quarta  proxima  ante  festum  annunciationis  virginis  Marie. 

Item  Albertus  liliaster  dicti  Cappelon  carpentarius  juravit  domino  Bertholdo  Zorn 
etc.   10  annos  et  dabit  5  lib.  ad   instanciam  Fritschemani  quondam  de  Wingersheim 

tolim  stipendarii,  quem  oeeidit.  et  debet  etc.  actum  sabbato  proxima  ante  festum 
annuntiationis  beate  virginis  Marie. 
Item  Henselin  genant  Broderlin  hat  diso  stat  5  jare  versworen  tages  an  dem 
burgbau  und  nahtz  ein  mile  von  der  stat  zii  siende  von  einre  ungeklageten  wunden 
wegen  und  git  21  ._.  lib.  und  umbe  daz  er  vormals  dicke  und  vil  gesehen  ist  von  der- 
8«  selben  wunden  wegen,  darumbe  er  oueh  gesuchel  wart  und  er  dagegen  meynet, 
das  ime  die  stat  schuldig  sie  von  der  steingruben  wegen  zu  Kentzingen,  do  ist  zii 
wissende,  das  mit  urteil  erteilt  ist,  das  ime  das  sehen  (!)  varen  ist  gelossen  gegen  sinre 
anspräche  und  sol  ein  anspräche  gegen  der  andern  ab  sin.  actum  feria  secunda 
ante  diem  scti  Urbani  episcopi. 
■  Item  Herman  von  Heidelberg  der  Smit   hat  dise  stat  10  jor  versworen  tages  an 

den  burgban  und  nahtz  ein  mile  von  der  Stat  und  git  5  lib.  pfennige  umbe  das  er 
Beckelin  von  Herde  den  küffer  erstach  etc.  und  noch  ungeklaget  ist.  actum  vigilia 
festi   corporis  Christi. 

Item  Cleselinus  dictus  Rörich  pellifex  de   Spire    juravit  quinque  annos   et  dabit 
«'  2'/2  Hb.  von   einre   ungeklageten    wunden.         actum  feria  sexta  post  diem  festi  cor- 
poris Christi. 

Item  Behtolt  zum  Hirtzhorne  hat  usgesworen  ein  halb  jar  die  stat  und  burgban 
zu  rümende  by  tage  den  burgban  by  naht  ein  mile  weges  one  alle  gnade  und  donoch 


r   10. 


,1/ur:  10. 


M/Irt  U. 


W»n  t'J- 


Mlln  II. 


Mni  14. 


Juni   0. 


Jur.i    II. 


822  1400 

ein  jar  an  scherer  Tyrilins  gnade,  und  sol  die  besserunge  nit  anegan,  er  habe  denn 
vor  drissig  Schilling  pfennig  verbessert  umbe  das,  daz  er  der  vorgenante  scherer  Tyrilin 
juii  7.  ein  kleffelote  heim  gesante  hette  und  gesprochen  si  sie  malotzig.  actum  feria 
quarta  proxima  post  diem  scti  Udalrici  episcopi  anno  95.  und  ist  ym  anderwerbe  die 
stat  5  jar  verteilet  umbe  sine  umbescheiden  rede,  so  er  dem  rote  getan  het.  und  i 
sol  ouch  Sicherheit  geben  nit  wider  unsere  stat  zu  tünde  und  reht  zu  gebende  und 
zu  nemende  etc.  datum  ut  supra. 

Item    Brächelinshenselin    von  der  nuwen    mülen    der    schifkneht   dictus    Rincke 
juravit  domino  Reimboldo  Wetzel  magistro  et  Johanni  dicto  juniori  10  annos  et  dahil 
5  lib.  ad  instantiam  quondam  dicti  Erwini,  quem  occidit.  et   debet  etc.     actum  feria   n 
Aug-  '•'•  sexta  proxima  post  diem  scte  Margarethe  virginis  anno  etc.  95. 

Item  Störckelin  der  snider  und  Cleinhansemans  Hayse  der  schuchsüter  hant  dise 

stat  ein  jor  versworen,   darumbe   das  sü  Heinrich  Kranich   dem    Jungen   nachließen! 

Aug.  s.    mit  swerten  und  halinbarten  und  in  erstochen  woltent  han.     actum   feria   quarta    et 

ipsa  die  beati  Oszwaldi  regis.  M 

Januar  5.  item  feria  tertia  proxima  ante  festum  Epiphanie  domini  do  ist  Cleinhansemanne 

dem  schuchsüter  dise  stat  zehen  jor  fürbasser  verbotten  unde  verteilet  umbe  das  er  in 
Krutenowe  ging  an  die  stette,  die  imme  verbotten  werent  und  indewendig  des  begriffes, 
das  er  versworn  hette. 

Item   Johannes   Trflsenheim    senior   Johannes    et   Nicolaus   ejus  filius  juraverunt  ad 
quilibet  eorum  quinque  annos  et  dabit  quilibet  eorum  S'/j  üb.  ad  instanciam  Druwe- 
line  uxoris  dicti  Spitzkopf  de  Waseneck,  quam  wulneraverunt.  et  debent  etc.     actum 
Aug.  /«.  feria  quarta  post  diem  festi  assumptionis  beate  Marie  virginis. 

Item  Johanns  Trüsenheim  der  alte,    Hans  und  Clauwelin    sine   süne   juraverunt 
infra  quinque  annos    non   intrare   civitatem   vel  ejus  suburbia  nahtes  ein    mile   und  » 
tages  an  den  burgban  und  sol  ir  iegliches  geben  2'/2  lib.  pro  eo,  quod  wulneraverunt 
dictam  Druwelin  uxorem  dicti  Spitzkopf  de  Wasenecke.  et  debent  etc.      actum  feria 
Aug.  u.  quarta  proxima  post  diem  festi  assumptionis  beate  virginis  Marie. 

Item*  Ketternesen  ist  dise  stat  fünf  jor  verteilet  nahtes  eine  mile  und  tages  an 
der  burgban  umbe  das  sü  sich  annam  metzen  von  wegen  eins  meindes  (!)  zu  erzü-  .10 
gende  und  das  nüt  erzügen  möhte.         actum  sabbato  ante  Adelfi  episcopi.  et  juravit 
Aug.  28.  crastino  festi  decollationis  scti  Johannis  baptiste. 

Item*    Hans    von  Dürnigheim,    Diether  Kolben  sun  des  küffers,     dem  die  oren 
Aug.  30.  abgesnitten  sint,  het  dise  tat  .  .  . 

Item  Ulricus  filius  dicti  Cünenhannes  Terdoms  (?)  juravit  domino  Reimboldo  Wetzel  at 
magistro,  Johanni    Schilt    juniori  et  Rurckardo  Buman  quinque  annos    et   dabit   2'/2 
lib.  ad  instanciam    [Name  fehlt]  et  composuit  actorem  secum.         actum  feria   sexta 
fepi.  3.    proxima  post  decollationis   scti   Johannis  baptiste. 

Item  Heinricus  de  Ulme  filius  Eberhardi  carnificis  juravit  quinque  annos  domino 
Reimboldo  Wetzel  magistro,  Johanni  Schilt  juniori  et  Burckardo  Buman  et  dabit  2'/2   w 
lib.  ad  instanciam  [Name  fehlt]   et  debet   se   componere    cum    actore.         actum    die 
predicto. 


1400  823 

Item*  Heinricus  Göbellin  juravit  duos  annos  darumb  das  er  Retwin  erstach  und 
ein  notwere  erzugete.         actum  die  seti  Martini  episcopi.  n*>.  ". 

Item  Johannes  Blotzheim  pellifex  juravit  domino  Wilhelme-  de  Mulnheim  magistro 

et  Heintzmanno  dicto  Selosz  pellifici  quinque  annos  et  dabit  2'lt  lib.  ergo,  quod  wul- 

&  neravit  dictum  Geiszman  filium  dicti  Brümat.  et  debet  componere  etc.       actum  feria 

f'i'J'i 

tertia  ante  Viti  et  Modesti  anno  etc.  99.  Ju,„- 10 

Sub  domino  Johanni  Zorn  de  Eckerich  magistro,  qui  ingressus  fuerat 
dominica  proxima  post  diem  seti  Erhardi  episcopi  anno  1397.  Ja "" 

Item*  Johans  Pfettesheim  der  junge,  also  dem  vormoles  die  stat  10  jore  verteilet 
i»  wart  umbe  sine  ungehorsamkeit,  also  er  unser  stette  ungehorsam  was,  do  ist  zu 
wissende,  das  demselben  Pfettensheim  yetz  ein  anderwerbe  erteilt  ist,  was  er  an  den 
zehen  joren  usz  gewesen  ist,  das  sol  ime  an  den  zehen  joren  abe  gon  und  sol  in 
disen  drien  tagen  hinwegvaren  und  sol  solange  von  der  stat  sin  bitze  die  zehen  jore 
gar  uszkumment.  actum  feria  tertia  proxima  post  dominicam  Invocavit,  que  nun  «. 
i5  fuit  crastino  beati  Gregorii  pape.  und  ist  zu  wissende,  das  gerechent  ist,  das  er  drü 
jare  usz  gewesen  ist.  und  sol  noch  me  usz  sin  denne  süben  jore  similiter  sicut  Gösz- 
lino.         actum  ut  supra. 

Item*  Erstheim  Hanseman   dem    schriber   juravit    quinque    annos    sub    domino. 
Johanne  Zorn  magistro  coram  consilio    umbe   das   er  der   stette   nit    gehorsam    was. 
au  actum  ut  supra. 

Item  *  Johannes  Rappoltzwiler  notarius  juravit  coram  consilio  quinque  annos 
consulibus  ergo,  quod  fuerat  contumax  civitati  Argentinensi.         actum  ut  supra. 

Item*  Hans  von  Spire  het  usz  gesworen  zehen  jare  umb    daz  er  unser  stat  nit 
gehorsam  gewesen  ist.  und  sol  ein  brief  über  sich  geben  nit  wider  unser  stat,  unser 
185  burger  zu  tun  etc.         actum  ut  supra. 

Item*  Samson  dem  schriber  ist  die  stat  verteilt  10  jore  etc.  sicut  Johanni  de 
Spira.        actum  ut  supra. 

Item  Dielehin  von  Sigen  ist  dise  stat  zwei  jor  verteilt  und  Dinen  der  vilspinnerin 

sime  bülen  5  jore  umbe  daz  sii  unbescheiden  worent   gegen   iren  nachgeburen.    und 

so  süllent  by  irme  eide  sweren  den,  die  von  in  geclaget  hant,  niemer  laster  noch  leide 

zfl  tünde  noch  schaffen  geton  werden,    et   sie  juraverunt.        actum   ipso    die   dicti 

Gregorii  pape  anno  1397.  tun  it. 

Item  *  Gösselin  Sturm  hern  Wernher  Sturmes  sun  ist  dise  stat  zehen  jore  verteilt 
tages  und  nahtes  ein  mile  und  do  zwüschent  nit  in  die  mile  zu  kummende.  und  sol 
8»  ouch  er  weder  schöffele  noch  ratherre  zu  Strazburg  niemer  me  werden,  er  sol  ouch 
sweren  niemer  me  alle  die  wil  er  iemer  gelebet  wider  unser  stat,  unser  bürgere 
noch  die  unsern  zu  tünde  noch  schaffen  geton  werden,  were  es  ouch,  das  er  üt  ge- 
wünne  zu  tünde  mit  unser  stat,  mit  unsern  burgern  oder  den  unsern  oder  unser 
stat  oder  die  unsern  mit  ime  widerumbe,  so  sol  er  sinen  nachbotten  von  sinen  wegen 
«o  zu  uns  senden  und  sol  ouch  der  von  sinen  wegen  darumbe  reht  geben  und  nemen 
vor  unserme  rat  zu  Strazburg  oder  aber  an  den  stetten,  dohin  in  dieselben  meister 
und  rat  wisent.  und  was  ime  danne  dieselben  meister  und  rat  oder  die,  vür  die  es 
gewiset  wurt,  darumbe  erkennent  oder  erteilent,  das  er  das  by  sime  geswornen   eyt 

VI.  104 


824  1400 

halten  sol  und  vollefuren.  und  sol  ouch  er  dazselbe  und  ouch  die  vorgen.  besserunge 
in  disen  nechsten  vier  wochen  sweren  also  zu  haltende  und  zu  tünde.  und  süllent 
meister  und  rat  sich  zu  stunt  und  iegnnote  alles,  sines  gutes  underziehen  und  es 
nemmen,  das  er  ietzen  hat  oder  harnach  gewönnet,  uffe  das,  ob  er  das  nit  sweren 
wolte,  so  sol  uns  dasselbe  sin  gut  alles  verfallen  sin,  und  süllent  meister  und  rat  6 
danne  erkennen,  wie  sü  es  vürbas  zu  ime  und  zu  sime  gute  rihten  wellent.  sweret 
aber  er  in  disen  selben  nehesten  viere  wochen  und  tut,  also  do  Vorbescheiden  ist, 
so  sol  alles  sin  gut  lydig  sin.  meister  und  rat  süllent  ouch  keine  gewalt  noch  mäht 
haben  ime  in  die  mile  weges  zu  erlöbende  by  irem  eyde.  und  sol  es  ouch  kein  meister 
an  keine  urteil  setzen  ouch  by  sime  eide.  und  sol  es  nieman  vor  in  vordem,  und  io 
ist  ime  dise  urteile  geschehen  umbe  daz,  das  er  uns  und  allen  unsern  gebotten  un- 
gehorsam gewesen  ist  in  unsern  nöten. '  und  sol  dise  vorgenante  artikel  alle  jore 
ein  rat  dem  andern  in  den  eit  gegeben.  et  sie  juravit  feria  quinta  proxima  post 
mrz  is.  diem  beati  Gregorii  pape.  und  wart  uf  denselben  tag  gerechent,   das  er  noch   süben 

jore  usz  sol  sin.         actum  sub  anno  domini  1397.  * 

Item  Hans  von  Mülnheim  der  Küsin  dohterman  ist  dise  10  jore  verteilt  similiter 

sicut  Göszelinus  Sturme  prescriptum  est.  et  sie  juravit  ipsa  die  beate  Margarete  virginis 

jmis    SUD  domino  Reinboldo  Hüffelin  seniori  in  presentia  Cünradi  zum  Rüste  anno  etc.  98. 

Item  Peter  Böckelin   ist  dise  stat  verteilt    10  jore,  und  het  uszgesworen  die  10 
jore  zu  glicher  wise,  also  von  Hans   von  Mülheim  und  Göselin    Sturm   do   vor   ver-  20 
juu  <s.  schriben  stat.  et  sie  juravit  ipsa  die  festi  beate  Margarethe  virginis  sub  domino  Rein- 
boldo Hüffelin  magistro  et  Cünrad  zum  Rüst  anno  etc.  98. 

Item  Peterman  von  Dürningen  ist  dise  stat  verteilt   zehen  jore  zu  glicher  wise 
also  Hans  von  Mülnheim  und  Göszelin  Sturme,  et  sie  juraverunt  sub  domino  Nicoiao 
Januar  n.  Merswin  magistro  et  Johanne  Bersche   feria   sexta  proxima  post   diem  beati  Erhardi   25 
episcopi  anno  ut  supra. 

Item*  hern  Heintze  Ottefriderich  ritter  ist  dise  stat  verteilt  10  jore  glicher  wise 
also  Göszelin  Sturm  und  Johanse  von  Mülnheim.      actum  ut  supra. 

Item  Claus  Jungzorn   ist  dise   stat  10  jore   verteilt   tages  an   den    burgban  und 
nahtes  ein  mile  von  unser  stat  zu  sinde   und  do  zwüschent  nit  herin  zu  kummende.  30 
et  alias  similiter  sicut  Göszelino  Sturm,  actum  anno  97. 

Item  Reinbolt  Kleine  dem  ist  dise  stat  10  jore  verteilt  tage  und  nahtes  ein  mile 
et  alias   similiter   sicut  Göszelino  Sturm  et  Johanni  de  Mülnheim.  et  sie  juravit  sab- 
Mai  9.    bato  proximo  post  inventionem  sete  crucis  anno  domini  etc.  94  sub  domino  Johanne 
de  Kagenecke  juniore  magistro.  actum  97.  »5 

Item  *  Heintzeman  Swop  ist  dise  stat  10  jore  verteilt  tages  an  den  burgban  und  nahtes 
ein  mile  von  unser  stat  zu  sinde.  et  alias  similiter  sicut  Göszelino  Sturme  und  supra. 

Item*  Cüntz  Velleberg  dem  smide  ist  dise  stat  zwei  jore  verteilt  tages  an  den 
burgban  und  nahtes  ein  mile  und  drü  jore  an  Herman  Lorers  gnade  umbe  daz  der- 
selbe Cüntze  Herman  Lorer  schuldigete,  das  er  ein  diep  were  und  sinre  diepstal  halp  *o 


1  Auf  diese  Stelle  im  Text  weist  eine  am  Band  gezeichnete  Hand. 


1400  825 

in  des  tümprobstes   seligen  hofe  von  Ohzenstein  vor  ziten  entrunnen  were,  das  sich 

doch  nit  funden  het.  juravit  feria  post  festum  beati  Gregorii  pape  anno  etc.  97.  ^ÄrI  M 

Item  Kridewis  Lienhart  Hünrers  sun,  dem  ist  dise  stat  10  jore  verteilt  similiter 
sicut  Johanni  de  Spira.        actum  die  et  anno  ut  supra. 

5  Item*  Otteier  der  kufler  sol  usz  sin  32  wochen  für  2*/,  lib.  den.  von  einre  ge- 
clageten  wunden  wegen,      actum  feria  sexta  ante  dominicam  Oculi  anno  domini  etc.  97.  nun  k. 

Item*  Lawelin   Sifrit  Sniders  brüder  fsolj  usz   sin   32  wochen  vür  21/»  lib.  den. 
von  einre  ungeclageten  wunden  wegen.         actum  sabbato  proximo   post  dominicam  man  $4. 
Reminiscere  anno  predicto. 
i»  Item    Berhtolt  von   Halle  ist  dise  stat  10  jore  verteilt,  und  sol  man  ime  in  den 

den  zehen  joren  nie  herzu  erlöben  und  sol  niemer  me  burger  zu  Strazburg  werden 
und  sol  sweren  by  demselben  sime  eide  glicher  wise  also  Johanse  von  Mulnheim 
und  Göszelin  Sturme  gesworen  hant.  et  illa  juravit  sabbato  proximo  post  dominicam     ,3>> 

Märt   8. 

Oculi  anno  domini  etc.  99. 

iä  Item*  Heintzeman  Ruszer   ist  dise  stat  10  jore  verteilt  tages   an  den  burgban 

und  nahtes  ein   mile   von  unser  stat  zu  sinde.   et  alias  similiter  sicut  Johannes  de 
Mulnheim  et  Göszehnus  Sturm  predicti  juraverunt.  illud  juravit  pridie  beatorum  Viti  Juni  n. 
et  Modesti  martirum  anno  ut  supra. 

Item  *    Cüntzman   Möchelin    dem   vischer  ist  dise  stat  fünf  jore  verteilt  nahtes 

so  ein  mile  und  tages  an  den  burgban,  und  sol  zwentzig  pfunt  pfenninge  geben  an  die 
stette,  dar  sü  danne  der  rat  hin  erteilt  zu  gebende,  umbe  daz  er  ein  nünjerig  döh- 
terlin  geminnete.  und  sol  der  zwentzig  pfunt  pfenninge  lidig  sin,  die  er  dem  kinde 
geben  solte  haben,  also  das  von  Möchelins  wegen  mit  des  kindes  fründen  vertedinget 
wart,  et  id  juravit  prefatus  Cüntzmannus  feria  secunda  proxima  post  diem  Palmarum  Ä"^1S 

6  anno  etc.  97. 

Item*  Hansemanus  Schmirtzmage  proclamator  vini  juravit  quinque  annos  et  dabit 
2'/,  lib.  ad  instanciam  Henselin  Liebegüt,  quem  vulneravit.  et  debet  componere  cum 
conquerenti.  actum  ipsa  die  beatorum  Petri  et  Pauli  apostolorum  anno  etc.  97.  Juni  t». 
Item  Lawelinus  Gengenbach  juravit  quinque  annos  et  dabit  tertiam  dimidiam 
30  libram  ad  instanciam  Lawelini  Zoller  carnificis,  quem  cum  uno  glebo  volubili  wul- 
gariter  mit  einre  walkugeln  in  faciem  suam  projecit  et  graviter  lesit,  debet  com- 
ponere cum  conquerente.  actum  feria  quinta  proxima  post  festurn  beate  Marga-  Juli  <». 
rethe  virginis  anno  domini  etc.  97. 

•Item*  Otteier  der  küffer  sol  uszsin  32  wochen  vür  2x/t  lib.  den.  von  einre  un- 
35  geclagelen  wunden  wegen.        actum  feria  sexta  proxima.  *  Mi  to. 

Item  *  Lawelin  Sifrit  Sniders  bri'ider  sol  uszin  32  wochen  von  einre  ungeclageten 
wunden  wegen.         actum  feria  sabbato  post  Reminiscere  anno  ut  supra.  *  min  u. 

Item  feria   tertia   ante  Laurentii    martiris  do   vieng  des  jungen  Wasenecken  ein 

jore  an,  also  ime  und  andern  die  stat  ein  jore  verteilt  wart  umbe,  das   sü  einen 

«0  gewünnent,  der  in   dem  bohte  tröschen  solte.  und  het  ouch  uf  den  vorgenanten  tag 


1  S«eft«  oben  Zeile  5—11  dieselben  Notizen  mit  fast  gleichem  Wortlaut. 


826  1400 

die  30  sol.  den.  gerihtet,  die  ime  zu  besserunge  erteilt  wurdent  zu  gebende,  ut  supra 
anno  predicto. 

Item  *  Vogel  dem  tragekneht  ist  dise  stat  ein  jore  verteilt  ob  causam  predictam. 
und  sol  30  sol.  geben  an  den  spital,  e  sin  besserunge  anegat.        actum    ut  supra. 
Aug.  n.  und  het  die  30  sol.  gerihtet  feria  sabbato  post  festum  assumptionis  beate  Marie  vir-    & 
ginis   donoch.  und   get  uf  denselben  tag  sin  besserunge  ane. 

Item  Cuntz  Obereht  der  trösche  het  ein  jore  uszgesworen  umbe  das  er  sich  ver- 
dingete  in  dem  bohte  zu  tröschende,  also  do  vorgeschriben  stat. 

Item  Hans  Eschöwen  dem  tücher  ist  dise  stat  fünf  jore  verteilt  nahtes  ein  mile 
und  tages  an  den  burgban,  und  wenne  er  herwider  in  kummet,  so  sol  er  niemer  io 
uffe  des  antwerckes  der  tücher  stube  kommen,  darüff  zu  zerende  oder  zu  wonende 
danne  mit  urlop,  wissent  und  wille  des  antwerckes  der  tucher.  er  sol  ouch  sweren 
keine  geselleschaft  von  sime  antwercke  zu  habende  in  sime  garten  noch  an  keinen 
andern  stetten,  danne  kerne  ieman  von  sime  antwercke  zu  ime  ungeverliche  und  wolte 
by  ime  zeren,  den  sol  er  mit  über  ein  ymbis  oder  ein  ürten  by  ime  lossen  zeren.  iä 
octob.  9.  et  juravit  hec  feria  tertia  proxima  ante  diem  scte  Aurelie  virginis  juravit  etiam  die 
predicta  anno  97. 

Item  Johans  Boltembach  dem   schiffeman  ist  dise  stat  10  jore  verteilt  usz  dem 
bystum,  und  wo  er  do  zwüschen  ergriffen  wurt,  so  sol  man  in  erhencken  umbe  die 
diepstal,  die  er  geton  het.  et  id  juravit  feria  quarta  proxima  post  diem  beati  Dyonisii  ^o 
ociob.  to.  anno  predicto. 

Item  also  Hensz  Francke  von  Roszheim,  Groszclaus  Rebestocke  zu  Roszheim  in 
der  stat  wundete  und  derselbe  Groszclaus  denselben  Hensz  Francken  darumbe  ane- 
greiff  und  ving  und  zu  dem  rehten  darumbe  vür  meister  und  rat  komment,  do  ist 
zu  wissende,  das  Henselin  Francken  erteilt  ist,  das  er  sweren  sol  und  ouch  uff  disen  •« 
hütigen  tage  gesworen  het  fünf  jore  usz  der  stetten  Strazburg  burgban  und  der 
stette  Roszheim  und  usz  irem  banne  zu  Roszheim  und  tages  nit  neher  den  stetten 
zu  kommende,  danne  die  benne  und  nahtes  ein  mile  weges  von  ieder  stat  zu  sinde 
und  nach  den  fünf  joren  ewicliche  also  usz  zu  sinde  ane  Claus  Rebestockes  gnade. 
und  wenne  nach  den  fünf  joren  Groszclaus  Rebestocke  Henselin  der  besserunge  er-  so 
lat,  so  sol  er  nit  in  die  stette  kommen  denne  mit  ieder  stat  urlop  und  wissende,  und 
sol  in  iedie  stat  bessern  also  ein  ehter.  wurde  er  ouch  iemer  in  den  zilen  ergriffen, 
e  er  der  besserunge  lidig  wurde  geseit,  so  sol  man  von  ime  rihten  also  von  eime 
sept.  to.  ehter.        actum  vigilia  scti  Mathei  apostoli  anno  97. 

Item   Cüneman   Flesseler  sol   bessern   disen   rat  uf  tages  an  den  burgban   und  ss 
nahtes  ein  mile  umbe  daz  er  seite,  das  die  ammanmeistere  hettent  besendet  und  tun 
sweren,  das  sü  soltent  sagen,  was  sü  uff  iren  drinckstuben  hortent,  das  doch  nit  wor 
sept.  i6.  was.        et  juravit  feria  quarta  proxima  post  Mathei  apostoli  anno  ut  supra. 

Item*  Johannes  Billeman  senior  et  Hannemannus  ejus  filius  juravit  domino  Jo- 
hanni  Klobeloch  quinque  annos  et  quilibet  eorum  dabit  21/2  lib.  pro   eo  quod  Peter-  *o 
mannum  de  Wingersheim  juniorem  vulneraverunt  et  debent  componere  cum  querenti. 
sept.  28.  actum  vigilia  beati  Michahelis  archangelis  anno  ut  supra. 

Item  Lawelinus   Obesser  Lawelin  juravit   duos  annos   et   dabit  21/*  lib.   erga. 


140O  827 

Waltherum  Mentag  sutorem,  quem  fecil  blutrünstig,  et  debet  componere  cum  querente. 
und  sol  zwei  jare  usz  sin  an  des  vorgenanten  Walthers  gnade.  actum  feria  quarta 
post  Dyonisii  anno  ut  supra.  oeiob.  to. 

Item  Wilhelm  Seckeler  sol   dem  rate  ein  jore   bessern  und  ein  jore  an  Greden 
i    Moserin  gnaden    darumbe    das  er   sü    übelhandelte  mit   bösen  untugenlichen  Worten. 

actum  crastino  beati  Galli  confessoris.  ouch  ist  zu  wissende,  das  Wilhelm  Seckeler  <>cu*>.  n. 
sich  sithar  gegen  derselben  Moserin  unbescheidenliche  gehalten  het  domitte,  das  er 
ir  ein  kleffelote  an  ir  dach  het  gehencket.  darumbe  und  zu  der  ersten  besserungen 
ist  Wilhelm  dise  stat  vürbasser  verbotten,  und  sol  er  sweren  in  ahte  tagen  die  bes- 
te serunge  zu  haltende,  dete  er  daz  nit  und  were  ungehorsam,  so  sol  man  in  halten 
für   einen  ehter,   und   ist   dem   ammanmeister   vürbaszer  empfolen   darzü  zu   tünde. 

actum  sabbato  post  Nicolai  episcopi  .  .  anno  domini  1399.  D'c-  /J- 

Dine  Coptenlawelins   frowe   des   schiffknehtes  ist  dise   stat  und  burgban  verteilt 

zwei  jore  ane  gnade,  et  dabit  tertiam  dimidiam  libram  et  debet  componere  cum  que- 

15  rente  ad  instanciam  Katherine  dicte  Oheimlawelins  Katherine,  quam  fecit  blutrünstig. 

und   sol   bessern  zwei  jore  an  derselben   klegerin  gnade.        actum  feria  tertia  pre- 

xima  ante  festum  beatorum  Symonis  et  Jude  apostolorum.  anno  ut  supra.  0c,ub-  "■ 

Item  Wolfeshanseman  und  Grofen  Anshelm  ist  dise  stat  fünf  jore  tages  an  den 

burgban  und  nahtes  ein  mile  [verteilt],  und  sol  ieglicher  bessern  fünf  pfunt  pfenninge, 

2o  und  sol  sin  besserunge  nit  ane  gon,  er  habe  denne  das  gelte  e  geben,  umbe  das  sü 

usz  unser   stette  nuwen  greben  vische  gevangen  und  genommen  und  die  verköftent. 

actum  feria  tertia  proxima  ante  festum  beatorum  Symonis  et  Jude  apostolorum.  oeub.  */. 
anno  ut  supra. 

Item  Hansemanus  dictus  Wolfeshanseman  persolvit  suas  quinque  Hb.  feria  tertia 

o 

25  proxima  post  diem   beati  Udalrici  episcopi  anno  etc.  98.  ,39B 

Item  Rftlmans  Henselin   und  Martin   von  Honowe  ist   dise  stat  verteilt  ieglichem 

fünf  jore   tages  an  den  burgban  und  nahtes  ein  mile.  und  sol  ieglicher  bessern  fünf 

pfunt  pfenninge.  und  sol  sin  besserunge  nit  anegon,  er  habe  denne  das  gelte  e  geben 

umbe  daz  sü  usz  unsere   stette  nuwen  graben  vische  gevangen  und  genommen  hant 

30  und  die  verköftent.        actum  feria  tertia  proxima  ante  festum  beatorum  Symonis  et 

Jude  apostolorum  anno  domini  etc.  97.  ociot.  u. 

Item  Rüdolff  Sieher   von  Zürich  juravit   unum   annum  extra   civitatem   et   ejus 
suburbia,  ut  moris   est,  pro  eo  quod  Egidium  Sieher  de  Brisaco  vulneravit  et  tarnen 
eidem  (!)  Rödolffus  probavit   necessariam  defensionem.       actum  feria  quarta  proxima  (Mob.  u. 
äs  ante  festum  beatorum  Symonis  et  Jude  apostolorum  anno  ut  supra. 

Item  Lawelinus  Flexsberg  der  welker  et  Henselinus  Flexsperg  sartor  juravit  do- 
mino  Johanni  Berlin  magistro  et  Nicoiao  Wurmszer  quinque  annos  et  quilibet  ipsorum 
dabit   tertiam   dimidiam   libram   et    debet    componere   cum    querente   ad    instanciam 
Petermanni  zu  der  Wellen,  quem  vulneraverunt.         actum  feria  sexta  proxima   ante 
*o  festum  beatorum  Symonis  et  Jude  apostolorum  anno  ut  supra.  oaob.  t«. 

Vessenheim  dem  gerwer  ist  dise  [stat]  und  burgbanne  10  gantze  jore  verteilt  tages 
und  nahtes  ein  mile.  und  sol  man  ime  in  disen  zilen  nit  herzu  erlöben.  und  sol  10  lib. 
den.  geben  und  sol  sin  zil  nit  ane  gon,  er  habe  danne  das  gelt  e  geben,  und  were  es 


828  1400 

sache,  das  er  iemer  mit  unser  stat,  unsern  burgern  und  den  unsern  zü  schaffende  oder 
zu  tünde  gewunne  oder  unser  stat  unser  burger  und  die  unsern  hinwider  mit  imme, 
darumbe  sol  er  sine  sache  an  ieman  setzen  und  der  sol  darumbe  von  sinen  vvegen  reht 
geben  und  nemmen  vor  meister  und  rat  zu  Strazburg,  die  danne  zu  ziten  sint  oder  do 
in  danne  meister  und  rat  hinwisent.  und  was  imme  meister  und  rat  oder  die,  vür  die  » 
er  danne  gewiset  wurt,  darumbe  erteilent,  sprechent  oder  erkennent,  das  er  das  by 
sinem  eide  sol  stete  halten  und  voilefüren,  und  sol  in  öuch  do  mitte  wol  benügen. 
und  ist  ime  die  urteil  darumbe  beschehen,  das  er  offenliche  Sprech  mit  zornlichen 
worten1  uff  der  gerwer  stube,  das  den  ammanmeister  und  alle,  die  in  kusent,  daz 
vallende   we  müsse  anegon  und  sprach  domitte  zu  Fritsche  Wiszgerwer:   «Nu  gange   10 

Nov.  s.   zü  dem  ammanmeister  und  sage  es  ime.»         actum  et  firmatum  feria   quinta  proxi- 
ma  ante  festum  beati  Martini  episcopi.  et  sie  prescripta  juravit  pro   domino  Johanni 

.von.  ig.  Berlin  magistro  et  Hanselario  filio  Hanselarii  Cerdonis  crastino   festi  Martini  episcopi 
anno  domini  1397. 

Brünlin*  dem  harnescher  ist  dise   stat   fünf  jore   verteilt  nahtes  ein   mile  und  i& 
tages  an  den  burgbanne  umbe  die  bletsche  und  wücher,  die  er   Johanse  Rudolf  gap 
und  ouch  umb  das  er  unser  stette  ir  ungelt  nit  engab  von  ahte  fuder  wines  wegen,  die 
er  koufte.  und  sol  Hans  Rüdolff  geben   drie   guldin,    die   Hans    Rüdolff  Brünlin    gap 
einzelehte  in  fünf  pfunden  und  in  also  solichem  gelte  umbe  das   Brünlin  Hanse  Ru- 
dolfe zil  gap  an  solichem  gelte,  das  Hans  Rüdolff  Brünlin  schuldig  was.  doch  süllent  m 
an  den  zwentzig  pfunden  Brünlin  ahte  pfunt    pfenninge   abe   gon   an   den   versessen 
zinsen,  die  Hans  Brünlin  schuldig  was.  so  sol  Brünlin  geben  17  Hb.,  die  Hans  Rüdolff 
Brünlin  gap,   darumbe  das  Brünlin  Hans   Rüdolff  zil   gap   an  40  üb.  den.,  die    Hans 
Rüdolff  Brünlin  schuldig  was,  und  Hans  Rüdolffe  doch  an  dem  höptgüte  nütschit  abe- 
ginge.  item  also  Brünlin  Hanse  Adolfe  von  Schaftoltzheim,  Hanse  Rudolfe  und  Walther  25 
von  Endingen  8  fuder  wines  zü  kouffende  gap  und  sü  in  die   botent   wider  zu   ver- 
koffende.   und  er  sprach,   das  er  das  tun  wolte,   das  er   do  die  wine   verkoufte  und 
den  drien  umbe  die  wine  brehte  52  gülden,  die  er  sprach,  die  er  dar  abe  gelöset  het 
[das  sol  er  ouch  Hanse  Rüdolffe  keren  und  sol  Brünlin  dar  unser  stette  geben]  8  do 
er  doch  die  wine  zü  der  zit  höher  verköfte,   was   er  do  über  die  zwene  und  fünfzig  30 
guldin  abe  den  winen  gelöset  het,  das  sol  er  ouch  Hanse  Rudolfe  keren.  und  sol  Brü- 
lin  darzü  unser  stette  geben  20  lib.  und  süllent   die  fünf  jore  nit  anegon,   er  bezale 
denne  vor  unser  stette  die  20  lib.  dieselben  20  lib.  er  ouch  unser  stette  bezalet  het.  et 

Nov.  s.   sic  juravit  ut  prescriptum  est  feria  quinta   proxima   ante    festum  beati  Martini   epis- 
copi anno  etc.  1397.  S!t 

Waltherus*  Mentag  sutor  juravit  domino  Johanni  Berlin  magistro  et  Reimboldo 
Wetzel  quinque  annos  et  dabit  tertiam  dimidiam  libram  et  debet  componere  cum 
conquerente  ad  instanciam  Obesser  Lauvelin  fusorem  cancrorum  (?),  quem  vulneravit 

.vot>. «.  actum  feria  sexta   ante    festum  beate   Katherine   virginis   anno   domini   etc.   97. 


1  Hier  ist  am  Bande  eine  auf  diese  Stelle  hinweisende  Hand  gezeichnet. 

2  Dieser  Säte  ist  gestrichen. 


1400  829 

Vigilia  scti  Andree  apostoli  anno  domini   1402  do   ist   erzüget,   das   der   vorgen. 

not 
Walther  Mentag  mit  den  klegern  übereinkommen  ist.  No».  %». 

Item  sabbato  post  Andree  hat   Walther  Mentag  gesworen  vür  die  2'/,  lib.  den. 

32  wochen  in  presentia  Hessemanno  Hessonis  magistro  et  Jacobi   dicti  Mansse  anno 

»  domini  1402.1  i,rc.  t. 

Scherhenselin  dem  metziger  knehte  ist  dise  stat.  ein  jore  verteilt,  und  sol  nit 
herwider  in  kommen,  er  habe  denne  e  30  sol.  den.  geben,  et  hoc  juravit  vigilia  An- 
dree apostoli  anno  ut  supra.  darumbe  das  er  einen  frömden  manne  under  der 
metzigen  sliig  und  einen  bürgen  vür  den  rat  hiesch,  der  imme  doch  nit  schuldig  was, 

10  und  dem  er  schuldig  was,  Scherhenselin  predictus  expedivit  predictos  30  sol.  die  cra- 
stino  festi  beati  Nicolai  episcopi  et  eodem  die  ineipit  annus  suus.  /J97 

*  Ludewige  von  Wickersheim  ist  dise  stat  und  burgbanne  fünf  gantze  jore  verteilt 
nahtes  ein  mile  und  tages  an  den  burgban  und  sol  5  lib.  den.  an  den  spitel  geben 
und  sol  sin  besserunge  nit   ane  gon,  er  habe  danne  die  fünf  pfunt  e  geben,  und  ist 

15  ime  dis  urteil  darumbe  geschehen,  das  er  hern  Johans  Ratesbotten  einem  priester  in 
des  probestes  hoff  zürn  jungen  sant  Peter  nach  nahtymbis  zeich,  er  hette  ime  einen 
guldin  verstolen  und  in  mit  sinre  fi'iste  under  sin  anllit  sli'ig  und  donach  uz  dem 
hofe  ging  und  wartete  hern  Johanscs  mit  eime  uffsatze  untze  mitternaht  und  do  her 
Johans  usz  dem  hofe  kam  und  heim  wolte  slaffen  gon  und  Ludewiges  unbesorget  was, 

'"'  das  do  Ludewig  zuhte  ein  blosz  swert  über  hern  Johansen  und  sliig  do  mitte  hinder- 
wert uff  hern  Johansen  und  satte  imme  das  swert  an  den  buch  und  twang  in,  das 
er  ime  globen  müste  mornens  den  guldin  wider  zu  gebende,  und  umbe  andern  frevel, 
mütwillen  und  gewalt,  den  er  also  mit  gewalt  an  dem  vorgen.  priester  by  naht  und 
by  nebel  begangen  het,  das  er  eins  teiles  selbes  gihtig  und  eins  teiles  erberliche  er- 

if>  züget  ist.  were  ouch,  das  her  Johans  Ratesbotte  iemer  von  iemanne  der  sachen 
halp  anegesprochen  oder  angelanget  wurde,  von  wemme  das  were  und  in  weihen 
weg  das  were,  die  anesprochen  und  vorderungen  süllent  imme  Ludewig  von  Wickers- 
heim oder  sin  erben  mit  irme  kosten  lidigen  und  abetfin.  fürbas  sol  Ludewig  sin 
fründe  und  alle  die  sinen  dirre  sachen  halp   hern  Johannen   weder    laster    noch  leit 

30  tun  an  libe  oder  an  gute  noch  schaffen  geton  werden  durch  sich  oder  durch  andere 
lüte  one  alle  geverde.  dogegen  sol  her  Johanse  dirre  sachen  halp  an  Ludewig  sin  wip, 
kint  oder  die  sinen  hinnan  vürder  keine  anesprache  haben  noch  sü  anelangen  oder 
zu  schaden  bringen  mit  geistlichem  oder  mit  weltlichem  gerihte  oder  das  schaffen  ge- 
tan werden  heimlich  oder  offenliche  von  der  vorgen.  sachen  wegen  ane  alle  geverde. 

«6  et  hoc  juravit  Ludewicus  predictus  feria  quarta  ante  festum  beati  Andree  apostoli  *o».  »*. 
anno  etc.  et  dedit  quinque  libras  ipsa  die  Andree  apostoli  et  tunc  ineipiunt  ejus  nm>.  s*. 
anni. 

Rülin  dem  küffer  ist  dise  stat  und  burgban  ein  halp  jore  verteilt  und  das  bys- 
tüm  ein  halp  jore  an  Lawelins  von  Ettenheim  gnade  umbe  das  er  sin   messer  zuhte 

«o  über  denselben  Lawelin.       actum  vigilia  festi  nativitatis  domini  anno      domini  etc.  97.   o«.  xi. 


1  Diese  beiden  Einträge  von  1402  sind  von  anderer  Iland  hineugefügt. 


830  1400 

Also  Johans  Brüderlin  dem  schiffeknehte  vor  ziten  die  stat  und  burgban  nahtes 
ein  mile  und  tages  an  den  burgban  verteilt  wart  von  einre  ungeclageten  wunden 
wegen  und  er  ouch  also  uszgesworen  het,  und  danne  also  ouch  Wasenecke  dem 
jungen  dem  trageknehte  ouch  die  stat  und  burgban  ein  jore  verteilt  wart  und  also 
lange  uszswur  ouch  von  einre  unfügen  wegen,  do  wurdent  die  zwene  öbe  iegliches  5 
zil  uszging  by  naht  indewendig  dem  zil  begriffen  der  mile  weges  gevangen  und  er- 
griffen und  darumbe  und  umbe  den  egen.  zweien  anderwe  dise  stat  und  burgban 
zehen  jore  verteilt  nahtes  ein  mile  und  tages  an  den  burgban  und  sol  ir  iegliches 
zil  nit   anegon,  sin   erste   zil   sie    danee   e  us.  et   sie  juraverunt.  actum  15  kal. 

März  «.  aprilis  anno  etc.  98.  10 

Item  die  vorgen.  zwene  hant  geseit  by  irme   eide,  das  der,  der  usz  dem    schiffe 
sprang,  also  sü  gevangen  wurdent,  und  heisset  derselbe  Rülin  kursener  von  Hagenowe. 

Valwe*  Henselin  von  Valfe  und  Germündelius  Henselin  Germündelius  Henselins 
sun  von  Mollisheim  sin  swoger  die  koffere  juraverunt  domino  Reinbolde  Hüffelin 
seniori  magistro  et  Beroni  de  Heiligenstein  decem  annos  et  quilibet  eorum  dabit  5  15 
libras  den.  Argentinensium  pro  eo,  quod  interfecerunt  quondam  Heinricum  de  Nurem- 
berga  cuperum  Argent.  ejusmodi  homieidium  Eylsa  uxor  ligitima  ipsius  quondam 
Heinrici  fuit  conquesta.  et  debent  componere  cum  querente.  actum  die  crastino 
Juni  7.    corporis  Christi,    que  fuit  septima  dies  mensis  junii  anno  domini  etc.  98. 

Dielman  *  von  Marburg  der  scherer  het  dise  stat  versworen  97  wochen  umbe  20 
das  er  Böldelin  von  Kunheim  mit  Unschulden  gefrümete  geleit  in  das  gerihte  und  ein 
wunde  uf  in  clagete,  das  vor  dem  rate  kuntliche  erfunden  wart,  das  er  ime  unreht 
geton  hette  und  darumbe  wart  Dielman  erteilt  nach  der  stette  buche  lute  und  sage, 
also  manigen  tage  er  Böldelin  in  gerihtez  wise  behaben,  das  Dielman  so  manige  woche 
Der..  3.    Böldelin  bessern  solte.         actum  ipsa  die  beate  Atale  virginis  anno  ut  supra.  25 

Der  Seiler  bi  Bischoffburgetor  sol   bessern   zwei  jor   tages  an  den  burgban  und 

nahtes  ein  mile.  und    sol   sin  besserunge  nit  anegon,   er  habe  danne  e  gegeben  fünf 

pfunt  an  den  spital    ein   pfunt   an   die  eilende  herberge  und  ein  pfunt  zu  den  guten 

lüten  umbe  das  er  sin  stiefdöhterlin  geminnete.         et  sie  juravit  feria  seeunda  proxima 

Aprii  1.  post  diem  Palmarum  anno  ut  supra.  30 

Dietherich  der  brotbecker  an  dem  dorhus  sol  bessern  zehen  jore  von  dirre  stat  und 
naht  ein  mile,  und  wo  man  in  in  der  mile  weges  ergriffet,  so  sol  man  in  erdrencken  und 
ist  ime  die  urteil  geschehen  umbe  das,  also  meister  und  rat  in  und  andere  sin  ant- 
werckgenossen  vür  sü  besantent,  daz  sü  sweren  soltent  noch  dem,  also  meister  und 
rat,  schöffele  und  amman  überkommen  sint,  das  es  menglich  an  der  brotbeckerant-  3i 
wereke,  die  do  husz  haltent,  sweren  sullent,  das  er  do  sich  wider  meister  und  rat 
sich  widerte  und  nit  gehorsam  wolte  sin  und  kerte  sich  freveliche  in  dem  rate  umbe 
und  sprach,  er  wolte  nit  sweren,  das  doch  wider  den  artikel,  der  in  dem  brief  ge- 
schriben  stat,  den  man  alle  jore  offenliche  vor  dem  münster  liset  und  man  in  sweret 
stete  zu  haltende.  et  sie  juravit,  ut  premittitur,  feria  quinta  proxima  ante  festum  40 
Mai  m.  penthecostes  anno  domini  etc.  98. 

Lawelin  *   von   Reinichein  dem  brotbecker  ist  dise   stat  fünf  jore  verteilt  tage 
und  naht  ein  mile,  und  wo  man  in  in  der  milen  ergriffet,  so  sol  man  mit  dem  swerte 


1400  831 

von  ime  rihten.  und  ist  ime  die  urteil  geschehen  umhe  die  stücke,  die  von  dem 
egenanten  Dietherichen  geschriben  stant  und  der  ime  nachvolgende  was.  et  sie 
juravit  feria  quinta  proxima  ante  festum  penthecostes  anno  predicto.  mm  ts. 

Her  Peter  Koche  dem  ist  erteilt,  daz  er  fünf  gantze  jore  sol  usz    sin  von  dirre 

6  stat  tages  an  den  burgban  und  nahtes  ein  mile  und  daruf  sol  man  in  dem  official 
antwurten,  daz  er  ime  den  eit  also  gebe,  den  eit  er  ouch  also  vor  dem  official  det, 
also  vorgeschriben  stat.  und  ist  ime  die  urteil  darumbe  geschehen  umbe  das  er  nahtes 
ein  lang  messer  trog  und  domitte  in  frowencleider  ging  und  do  die  scharwehter 
woltent  lugen,  were  er  were,  das  er  in  do  übel  rette  und  sich  mit  in  wolte  gestochen 

io  haben  und  in  übel  flüchete.         actum  feria  quarta  post  Johannis  baptiste  anno  etc.  99.  _,"**„ 
Heintze  *  Brendelin  der  schüchsüter  het  zwei  jor  uszgesworn  umbe  das  er  Cüntzlin 
Gölder  libelozz   det   und  des  ein   notwere  erzügete   vor  meister  und  rat.        actum 
crastino  die  beate  Marie  Magdalene.  anno  domini  etc.  99.  H*  «• 

Schollen   Henselin  het  usz  gesworn  32  wochen  vür  2'/2  üb.  den.  von  einre  ge- 

i5  clageten   wunden   wegen    domino   Dietherico   Burggrave   magistro  et  Beinboldo  dicto 

Bebestock.         actum  feria  tertia  post  diem  beati  Jacobi  apostoli  anno  ut  supra.  /«M  n. 

Güntz*  Velleberg  der  smit  het  uszgesworn  ein  jore  und  sol  geben  30  sol.  den.,  die 
er  ouch  gegeben  het  von  einre  unzuht  und  freveis  wegen,  den  er  gegen  Erhart 
Cantzeler  und  Guntzen  Wolgemüt  beging.        actum  feria  seeunda  post  corporis  Christi 

20  anno  predicto.  J,mi  "■ 

Item  Johannes  Busse  junior  in  dem  Dumelloch  juravit  quinque  annos  sub  domino 
Bülmanno  Swarber  magistro  in  presentia  Wilhelmi  zürn  Biet  ergo,  quod  vulneravit 
dictum  Brehter  Hanseman  mensuarium  vini,  quod  vulnus  idem  Hansemannus  con- 
querebatur.        actum  ipsa  die  beati  Valentini  episcopi  anno  etc.  99.  Febr.  u. 

25  Lawelinus  Gölder  nauta  juravit  domino  Bülmanno  Swarber  magistro  et  Nicoiao 

Gnipping  decem  annos  et  dabit  quinque  libras  ergo,  quod  oeeidit  quondam  Cünradum   rnin  ». 
dictum  Breitswert  nautam  et  debet  componere   cum    querente.  et  illam1   occisionem 
conquesta  fuerat  Dina  quondam  Cünradi  predicti  (?).  et  sie  juravit  sabbato  proximo 
ante  diem  beati  Gregorii  pape  anno  ut  supra.  und  ist  mit  den  clegern    überkommen 

»o  actum  feria  sexta  ante  festum  seti  Martini  episcopi  anno  domini  1399.  no*  7. 

Hans   Zoller   von   Dübickheim   het   uszgesworen  zehen  jore  von  dirre  stat  tage 

und  naht  ein  mile,  und  wo  man  in  in  der  milen  ergriffet,  so  sol  man  mit  dem  swerte 

von  ime  rihten.  und  het  ouch  domit  gesworen  niemer  me  diewil  er  gelebt   und    des 

ein   brief   über   sich   geben   wider  unser  stat,   unser   bürgere  noch   die   unsern  zii 

85  tünde  noch  schaffen  geton  werden  und  weres  etc.  und  ist  ime  die  urteile  darumbe 

geschehen  das  er  einre  frowen  ein   lade  mit  slegern  nam  uf  frier  strazzen,  die  was 

wol  vier  pfunt  pfenning  wert    und  fürte  die  uff  Hünenburg.        et  sie  juravit  feria 

sexta  proxima  ante  diem  beate  purificationis  Marie  virginis  anno  99.  j,mvar3i. 

*  Bötzen   Hug   de   Eckbrehtzwiler  juravit    domino  Bülmanno   Swarber  magistro 

40  et  Nicoiao  Gnipping  quinque  annos  et  dabit  tertiam  dimidiam  libram  ergo  quod  vul- 


1  In  der  Vorlage  steht  illum. 

VL  10Ö 


832  1400 

neravit  dictum  Schahteltey  et  debet  componere  cum  querente.        actum  feria  tertia 
Man  11.  ante  diem  scti  Gregorii  pape  anno  ut  supra. 

Nicolaus  Swop  textor  juravit  domino  Wilhelmo  de  Mülnheim  magistro  et  Heinrico 
dicto  Messinger  textori   quinque  annos  et  dabit   tertiam  dimidiam  libram  et  debet 
componere  cum  querente  ergo   quod  vulneravit  Henselinum  dictum  Bijber  textorem.    5 
Apra  a.  et  sie  juravit  vigilia  scti  Georii  martiris  anno  predicto. 

Claus*  Laweler  dem  eiltern,  der  do  ein  vürspreche  was,  ist  dise  stat  zehenjore 
verteilt  tage  und  naht  ein  mile  von  dirre  stat.  und  wo  man  in  in  den  zilen  ergriffet, 
so  sol  man  von  ime  rihten  mit  dem  swerte  und  sol  dem  spital  zehen  pfunt  geben 
und  sol  sine  besserunge  nit  anegan,  er  habe  dem  spital  danne  e  die  zehen  pfunt  w 
Pfenninge  gegeben,  und  sol  sweren  niemer  wider  unser  stat,  unsere  bürgere  noch 
die  unsern  nit  zu  tünde  etc.  und  sol  man  ime  ouch  in  den  zilen  der  zehen  joren 
niemer  har  zu  erlöben  in  keinen  weg.  und  sol  ouch  keine  rate  gewalt  noch  mäht 
haben  ime  in  den  zilen  dozwüschen  harzö  erlöbende  oder  der  besserunge  oder  der 
vorgeschribener  dinge  deheins  zu  erlosende,  und  sol  es  ouch  kein  meister  an  kein  is 
urteil  nit  setzen  und  sol  ouch  deheinre  in  dem  rate  dehein  urteil  darumbe  sprechen, 
und  welre  meister  es  an  ein  urteil  satte  oder  welre  in  dem  rate  urteil  darumbe 
spreche,  der  sol  meineidig  sin.  und  sol  ouch  der  vorgen.  Laweler  schöffel,  ratherre 
noch  vürspreche  zu  Strazburg  niemer  me  werden,  und  was  geltes  er  von  den  per- 
sonen,  der  rede  er  geton  solte  haben,  und  nit  usz  getragen  worden  ist,  dasselbe  gelte  so 
sol  er  in  wider  keren.  et  sie  juravit  feria  quarta  proxima  post  festum  purificationis 
Januar  i9,  beate  Marie  virginis  anno  ut  supra. 

Friederich  *  der   vogeler  hat  gesworn  ein  jore  usz  one  gnade  und  sol  geben  30 
sol.  und  sol  Obrehte  von  Berregart  bessern  ein  jore  an  sin  gnade    umbe  daz  er  in 
slug  in  einre  trostunge,  also  er  von  meister  und  ratz  wegen  getröstet  was.        et  sie  25 
Febr.  1.  juravit  sabbato  proximo  ante  Helene  virginis  anno  etc.  99. 

Item  *  des  vorgen.  Frideriches  besserunge  ist  uzz  und  hat  vür  die  drissig  Schillinge 
Pfenninge  uszgesworen  22  wochen   in  gegenwertikeit  hern  Bertholtz  von  Roszheim 
des  stetmeysters  und  Walther  Oleymans.         actum  feria  quinta  ante  festum  Epiphanie 
Januar  e.  domini  anno  domini  1402. x  f 

Lawelin  Sante  der  kürsener  het  usz  gesworen  zehen  jore  sub  domino  Dietherico 
Burggrave   magistro    in  presentia   Reimboldi   Wetzel  et  Heintzmanni   dicti  Selosz  et 
dabit  quinque  libras  et  debet  componere  cum  querente  umbe  daz  er  einen  schuchzter 
1399     U^  ^er  owen  erstochen  het.        et  sie  juravit  feria  sexta  ante  exaltationem  sete  crucis 
Sept.  n.  anno  domini  99.  1 

Rünseler  Dinlin  het  uszgesworen  1  jore  one  gnade  und  1  jore  an  Hügelin  Seiffe- 
maehers  gnade  tages  an  den  burgban  und  nahtes  ein  mile.  und  ist  ir  urteil  darumbe 
geschehen  umbe  daz  sü    den  vorgenanten    Hügelin   zu  drien    malen  frönde,    der   in 
doch  nützit  schuldig  was,  das   sich    vant.        et  juravit   feria   seeunda   post   Thome 
Dec.  a.  apostoli  anno  predicto.  4 

Hans  zu  Megede  N.  B. 


Späterer  Nachtrag. 


1400  833 

Es  hant  Hans  zii  Megede  und  Arbogast  der  winrüffer  uszgesworen  ieglicher  fünf 
jare  tages  an  den  burgban  und  nahtes  ein  mile,  und  wenne  die  fünf  jare  usz  kum- 
ment,  so  süllent  sü  beide  ieglicher  zwei  jare  bessern  an  der  nachgeschriben  cleger 
gnode,  also  vorgeschriben  stat.  und  süllent  ouch  sü  beide  in  den  zilen  nit  in  Krute- 

s  nouve  kummen.  und  ist  in  die  urteil  geschehen  umbe  das  sü  beide  by  naht  und  by 
nebel  stigent  in  Werlin  Heinrichs  seligen  hus  des  vogelers  hinter  sante  Katherinen 
und  geminneten  darinne  Jüntelin  sin  dohter  und  Katherine,  Gerhart  Henselins  des 
bü(h)senmachers  dochter  beide  über  iren  willen,  darzü  sü  sü  beide  nütigetent  und 
trengetent  und  Hans  zur  Megede  die  vorgen.  Katherinen  hüb,  bitz  das  sü  der  vorgen. 

10  Arbogast  geminnete.  und  man  doch  keinen  notzoge  do  erzügen  möhte.        actum  cras- 

tino  festi  nativitatis  beate  Marie  virginis  anno  predicto.  Sept.  #. 

Und  wenne  die  vorgen.  fünf  jare  usz  kumment,  so  sol  Hans  zur  Megede  darnach 
ein  jar  von  dürre  stat  sin  umbe  das  er  Völtzen  Lawelin  den  vaszicher  wunte  und 
ein  notwere  erzügete.        et  sie  juravit  feria  seeunda  ante  diem  sanetorum  Viti  et 

15  Modesti  martirum  anno  domini  1401.  junm. 

Kese  Heitzelin  der  metziger  het  10  jare  usz  dem  bystüm  gesworen.  und  wo  man 

in  do  zwüschent  ergriffet,  so  sol  man  in  ertrencken.  und  het  darzü  gesworen  und  des 

ein  brief  über  sich  geben  niemer  wider  unsere  stat,  unsere  bürgere  noch  die  unsern 

zu  tünde  noch  schaffen  geton  werden  mit  worten  noch  mit  wereken  heimlich  noch 

ao  offenlich,  und  weres,  da/,  er  üt  mit  unsere  stat,  unsern  burgern  zu  schaffende  ge- 
wunne  oder  wir,  unsere  bürgere  an  ieman  setzen,  der  von  sinen  wegen  vor  meister 
und  rat  zu  Strazburg  oder  vor  den,  vür  die  es  denne  gewiset  wurt.  und  was  danne 
dieselben  meister  und  rat  oder  die,  vür  die  es  denne  gewiset  wurt,  darumbe  erteilent, 
sprechent  oder  erkennent,    das  sol  er   alles  halten  und   voilefüren  by  dem   vorgen. 

äs  sime  eide.  und  ist  ime  die  urteil  geschehen  umbe  daz  er  und  sin  bruder  wollent 
einen  uflof  gemacht  haben,  do  die  ahthundert  byenander  worent.  und  sprach  domitte, 
wenne  sü  wurdent  löffen,  so  wolte  er  die  baner  nemen  und  wolte  lüffen  in  etteliche 
hüser,  die  er  wol  wüste  und  sü  vür  die  grinde  slahen.        et  juravit   sabbato   ante 

139» 

Mathei  apostoli  anno  predicto.  sepi.  to. 

30  Lawelin  Krebs  der  metziger  des  vorgeschriben  Heintzelins  bruder  het  fünf  jare 

usz  dem  bystüm  gesworen   glicher  wise   also  der  obgen.  Heintzelin  sin   bruder  ge- 
sworen het.        actum  ut  supra. 

Kyenast,*  der  do  schriber  was  an  des  schultheissen  gerihte,  het  uszgesworen 
fünf  jore  von  dirre  stat  tage  und  naht  ein  mile  und  sol  darnach  niemer  kein  schri- 

35  ber  an  keinem  gerihte  ine  sin.  und  ist  ime  die  urteil  geschehen  umbe  das  er  ein 
gezügnisze  schrieb  und  dieselbe  gezügnisze  den  schöffeln  vorlasz  und  nach  dem  lesen 
me  zu  der  gezügnisze  schreib  one  der  schöffele  wiszen.  und  ouch  darumbe  das  er 
Rudolf  Dinckelsbühel  dem  snider  sin  date  an  einre  frönunge  hinder  sich  schreib, 
der  doch  one  einre  der  erste  was    an   der  frönunge,   die   do   geschach   und   schreip 

«  ander  lüte  vür  den  vorgenanten  Rüdolffen.  darumbe  Rüdolff  ouch  sin  schulde  verlor. 

et  sie  juravit  oetava  corporis  Christi  anno  etc.  99.  Jun>  '*■ 

Kettener  Jeckelin  der  vürspreche  het  uszgesworen  zehen  jare  tage  und  naht 
ein  mile  von  dirre  stat,  und  wo  man  in  in  der  milen  ergriffet,  so  sol  man  in  erdren- 


834  1400 

cken.  und  het  darzö  gesworen  und  des  einen  brief  über  sich  geben  nit  wider  unser 
stat  etc.  zu  tunde  glicher  wise,  also  sich  Kese  Heintzelin  dovor  verbunden  het.  und 
ist  ime  die  urteil  darumbe  geschehen,  umbe  das  er  mengeliche  an  dem  gerihte 
sprach:  «man  satte  toren  in  die  rete»  und  darumbe  daz  er  von  beiden  partien  gelt 
genommen  het,  der  rede  er  tun  solte,  und  ouch  darumbe,  das  er  sin  elich  wip  in  der  5 
heiligen  karwochen  usztreib  und  ein  ander  unelich  wip  in  derselben  karwochen  mit 
Nov.  g.  ime  gen  Baden  fürte.         et  juravit  feria  quinta  post  omnium  sanctorum  anno  predieto. 

Friderich  von  Kirwilr  der  schöchzter  het  dise  stat  10  jore  versworen  tage  und 
naht  ein  mile  dovon  zu  sinde  und  sol  darzü  niemer  schöffel  noch  ratherre  zu  Straz- 
burg  werden  und  sol  sich  ouch  keinre  ander  sachen  annemmen  weder  an  den  gerih-  10 
ten  noch  susze.  und  het  ouch  gesworen  in  den  ban  zu  Kirwilr  nit  zu  kummende 
ane  Agnes  Hartungin  wissent  und  wille  die  vorgen.  zehen  jare.  und  het  ouch  geswo- 
ren wider  unser  stat,  unsere  bürgere  noch  die  unsern  nit  zu  tunde  noch  das  schaf- 
fen geton  werden,  und  weres,  daz  er  ützit  mit  unsere  stat  etc,  und  ist  ime  die  ur- 
teil darumbe  geschehen,  das  er  die  vorgen.  Agnes  Hartungin  anegreift  vür  einen  » 
meineit,  den  er  sü  zeich,  das  sü  ime  sin  gut  do  mitte  solte  abgesworen  haben,  das 
sich  doch  mit  guter  kuntschaft  funden  het,  das  sü  reht  gesworen  het.  et  juravit 
Dec  u.  vigilia  nativitatis  domini  nostri  Johannis  Christi  anno  1399. 

Schier  *^Henselin  der  snider  het  uszgeworen  drü  jare  von  dirre  stat  tages  an 
den  burgban  und  nahtes  ein  mile  umbe  das  er  offenliehe  vor  dem  deinen  gerihte  so 
gestanden  ist  und  sprach:  «die  schöffele  an  des  schultheissen  gerihte  hettent  ime  sin 
eigen  und  erbe  abegesprochen  mit  einre  valschem  urteil  und  das  woltent  sü  ime  vor 
dem  deinen  gerihte  aber  tun  mit  gezügnisze,  die  sü  sagen  solten  von  sinen  wegen.  > 
und  ouch  darumbe,  do  die  schöffel  nit  woltent,  also  er  wolte,  do  zögete  er  einen 
brief  und  zu  dem  deinen  gerihte,  also  der  brief  stat,  also  ist  es  und  nit  anders,  den  *> 
brief  het  mich  geheiszen  der  ammanmeister  üch  vor  tun  lesen,  das  sich  doch  nit  also 
Afot  it.  funden  het.        et  juravit  feria  quarta  ante  festum  pentecostes  anno  domini  1399. 

Item*  Günrat  Speckelin  der  brotbeckerkneht,  Gerwarten  sun  von   Höfen    ginsite 
Rines   juravit   unum   annum    umbe    das   er   einen   gewundet    het    und    domitte   ein 
dk.  ii.  notwer  erzüget  het.         et  juravit  feria  quinta  post  diem   scti  Nicolai  episcopi  anno  30 
ut  supra. 

Ackesser  Lawelin  wart  die  stat  verteilt  vier  jare  zwei  jare  ane  gnade  und  zwei 
jare  an  Mentage  des  schüchmachers  gnade,  do  sint  die  zwei  jare  us,    die  er  unsere 
stette  bessern  solte  und    het    dem    vorgenanten    Mentage    sine    zwei   jare  an  gnade 
Jan.  2.  usz  gesworen.         et  sie  juravit  crastino  circumeisionis  domini  anno  domini  1400.       35 

Thoman*  Aentzelin  der  junge  het  fünf  jare  gesworen  tage  und  naht  ein  mile 
von  dirre  stat  zu  sinde.  und  sol  man  ime  in  den  ziln  nit  in  der  mülen  erlöben  und 
sol  darzü  sweren  wider  unser  stat  unsere  bürgere  noch  die  unsern  nit  zu  tünde  etc. 
und  weres,  das  er  ützit  mit  unser  stat  unsern  burgern  etc.  und  ist  ime  die  urteil 
darumbe  geschehen  das  er  uff  unsere  pfaltzen  gestanden  ist  und  ouch  anderswo  und 
het  gesprochen:  einre  habe  ime  ein  katzenurteil  gesprochen  und  die  andern  habent 
es  ime  gevolget  und  die  habent  ime  ein  scheffln  urteil  nach  gesprochen.  et  juravit 
Dec  u.  feria  quinta  proxima  ante  diem  dicti  scti  Thome  apostoli  anno  predieto. 


1400  835 

Subdomino.Tohanni  deKageneckeseniori  magist  ro,  qui  ingressus 
fuerat   dominica  proxima   post   diem   sancti    Erhardi   episcopi    annojJl'',, 
domini  millesimo  quadringen tesimo. 

Ulrich  Gecke  der  kursenerkneht  het  uszgesworen  fünf  jare  tage  und  naht  ein 
»  mile  von  dirre  stat.  und  ist  ime  die  urteil  darumbe  geschehen,  das  er  zu  einre 
fromeden  dohter,  die  er  in  Krutenöwe  in  eins  wirtes  huses  vant  und  sprach  zd  ir, 
wolte  sii  dienen,  so  wolte  er  ir  zu  erbern  lüten  helffen,  do  sprach  die  dohter:  «Jo». 
also  nam  er  sü  und  fürte  sii  in  biegger  in  ein  hi'irhüs,  darinne  lies  [er  sü]  und  ouch 
darumbe,  daz  er  andere  bösen  sachen  belümet  ist.  et  juravit  feria  quinta  ante 
10  diem  Palmarum  anno  predicto. 

Cleinhenslin  der  schi'ichzter  het  uszgesworen  fünf  jare  tag  usz  dem  bystüm,  und 
wo  man  in  in  den  fünf  jaren  ergriffet  indewendig  dem  bystüm  [ergriffet],  do  er  uns 
in  unser  geriht  ervolgen  mag,  so  sol  man  in  erhencken.  und  ist  ime  die  urteil 
darumbe  geschehen,  daz  er  Blümstein  dem  schüchzter  sime  meister  ein  kennelin  und 
i5  ein  pfanne  stal  und  des  vorg.  Bli'imsteins  fröwe  ein  fünfzig.  et  juravit  die  predicto  Aprn  s. 
anno  ut  supra. 

Heintze  Peyger  der  schüchzter  het  uszgesworen  disen  rat  tage  und  naht  ein 
mile  und  nit  harwider  in  zu  kummende,  er  habe  denne  der  schüchzter  antwercke  und 
den  geswornen  des  gerihtes  geton,  darumbe  sü  ime  vür  gerihte  gebuttent.  und  ist  ime 
2o  die  urteil  darumbe  geschehen,  das  ime  der  schüchzter  drie  werbe  vür  sü  gebuttent 
und  in  ungehorsam  was  und  sprach:  wer  ime  in  sin  hus  ginge,  den  wolte  er  zu 
riemen  zerhöwen.  et  juravit  feria  sexta  ante  purificationis  beate  Marie  virginis  anno  jammr  30. 
domini  1400. 

Dine*  Ysenhartin  het  uszgesworen  disen  rat  tages  an  den  burgban  und  nahtes 
2b  ein  mile  an  cantzeler  Ennelius  gnade  und  sol  darzü  bessern^meister  und  rat  30  sol. 
den.  in  drien  tagen,  und  ist  ir  die  urteil  geschehen  umbe  das  sü  in  der  vorgen. 
Ennelius  husz  zins  und  gewalt  ging  und  sprach :  sü  hette  iren  meineit  an  eime  brief 
in  einre  kisten  beloszen,  das  sich  doch  nit  funden  het.  et  juravit  feria  quarta  ntr.  //. 
ante  Valentini  episcopi  anno  ut  supra. 
30  Wissen  Hanseman   der   vischer   het  uszgesworen  32  wochen  vür  21/,  Hb.  den., 

die  er  meister  und  rat  verfallen  waz  von  besserunge  wegen.        et  juravit  feria  quinta 
proxima  ante  diem  beati  Valentini  episcopi  sub  domino  Johanne  de  Kageneck  seniore   ran  /*. 
magistro  in  presentia  Bügelini  dicti  Völtsche  anno  predicto. 

Walther*  Erlin  het   usz  gesworen    fünf  jare  tages  an   den  burgban  und  nahtes 
35  ein    mile  und  sol   derzü   bessern  10  lib.  den.  5  lib.  dem  spital  und  fünf  pfunt  den 
guten  lüten  und  sol   sin   besserunge  der  jare   nit   anegan,   er   habe  denne  die  vorg. 
zehen  pfunt  gegeben  und  ist  die  urteil  geschehen  umbe   das   er  unrehten  wehzel  ge- 
triben  het  an  der  münszen  und  eime  fromeden  gast   an    eime    mechele  nobel  zweier 
alter  groszen   minre   gap,  danne   er  ime  von  rehtz  wegen  geben   solte  haben.         et   «"  »• 
»0  juravit  feria  quarta  post  diem  beati  Mathie  apostoli.  anno  domini   1400. 
Waltherus  antedictus  satisfecit  hospitali  die  ut  supra. 

Peterman    Anefang  und   Johans   Beldenlop  die   sniderknehte    von    Keiserslutern 
hant  gesworen  fünf  jare  usz  dem  bystüm,  und  wo  man   sü  in  dem  bystüm  ergriffet 


836  1400 

in  den  fünf  jaren,  do  sü  uns  in  unser  gerihte   ervolgen  mügent,  so   sol  man  sü  er- 
drencken.     und  ist   in   die  urteil   darumbe  geschehen   umbe  daz  sü  uffelöffe  mit  ge- 
uärz  /.  zuckten  messern  in   unser  stat  gemacht  hant.        et  juravit  feria  secunda  post  diem 
beati  Mathie  apostoli  anno  predicto. 

Heinrich  *  Bünckelin  der  brieftreger  het  fünf  jare  uszgesworen  tages  an  den  5 
burgban  und  nahtes  ein  mile  und  het  darzü  Sicherheit  und  ein  brief  über  sich  geben 
wider  unser  stat  unsere  bürgere  nit  zu  tünde  etc.  ut  in  littera  continetur.  und  ist 
ime  die  urteil  darumbe  geschehen,  umbe  das  er  Claus  von  Roszheim  unsern  lonherren 
unter  geistlichem  gerihte  understanden  het  gut,  das  er  ime  geben  het,  anderwerbe  anzü- 
gewinnende  und  sich  mit  kuntschaft  funden  het,  daz  er  desselben  gutes  vormals  10 
mrz  i3.  bezalt  ist.         et  juravit  sabbato  ante  dominicam  Reminiscere  anno  predicto. 

Witzen  *  Götzeman  der  metziger  het  zehen  jare  uszgesworen  tage  und  naht  ein 
mile,  und  sol  man  ime  in  den  zehen  jaren  nit  indewendig  die  mülen  erlöben  und 
sol  es  ouch  kein  meister  an  keine  urteil  nit  setzen  und  hat  darzü  gesworen  wider 
unser  stat,  unser  burger  nit  zu  tünde  etc.  und  weres  sache,  daz  er  üt  mit  unser  15 
stette  unser  burgern  oder  den  unsern  zu  schaffende  gewünne  oder  wir  und  die 
unsern  widerumbe  an  in,  darumbe  sol  er  sin  sache  an  ieman  setzen,  der  von 
sinen  wegen  vor  meister  und  rate  zu  Strazburg,  die  denne  zu  ziten  sint,  reht  geben 
und  nemen.  und  was  ime  dieselben  meister  und  rate  oder  die,  vür  die  sü  es  denne 
wisent,  darumbe  erteilent,  sprechend  oder  erkennent,  das  sol  er  alles  halten  und  »0 
voilefüren  by  dem  vorgen.  sime  eide.  und  ist  ime  die  urteil  darumbe  geschehen, 
das  er  fleisch  gehöwen  het  wider  den  artikel,  der  in  unsere  stette  buch  geschriben 
stat,  und  ouch  darumbe,  das  er  sich  wider  sins  antwerckes  gerihte  gesetzet  het  in 
der  massen,  also  wolte  er  partyen  under  in  machen.  et  juravit  sabbato  proximo 
tun  so.  ante  annuciationem  beate  Marie  virginis      anno  millesimo  quadringentesimo.  •« 

Jacob*   Gobelin   het   uszgesworen   zwei  jare  tages   an  den  burgban   und  nahtes 

ein  mile   und   sol   darzü  geben  fünf  pfunt  pfenninge,  die  er  ouch  gegeben  het.    und 

ist  ime  die  urteil  darumbe  geschehen,  das  er  Michel   Glaser   zu   drien  malen  bürgen 

hiesch  vür  44  lib.  den.  und  der  im  doch  nit  me  schuldig  was  denne  4  lib.  den.         et 

Märt  «.  juravit  feria  sexta  ante  annunciationem  beate  virginis  Marie  anno  ut  supra.  30 

Claus  *  zur  Bircken,  Hermans  sun  zu  Birken,  Ulins  frowe  von  Berne,  die  do  ist 
von  sante  Rifore,  Kumbereilse  von  Sweigern  usz  Swoben,  die  hant  fünf  jare  usz  dem 
bystum  gesworen.  und  wo  man  sü  in  den  fünf  jaren  in  dem  bystüm  ergriffet,  so 
sol  man  sü  bürnen  und  hant  darzü  gesworen  und  des  einen  brief  und  Sicherheit 
geben  wider  uns,  unser  stat,  unsere  bürgere  noch  die  unsern  nit  zu  tünde  noch  35 
schaffen  geton  werden  mit  worten  noch  mit  wereken.  und  weres,  daz  sü  iemer  ützit 
an  unser  stat,  unsere  burger  oder  an  die  unsern  zu  sprechende  hetten  oder  ge- 
wünnen,  von  was  sachen  daz  were  oder  wir  unsere  bürgere  des  glich  wider  umbe 
an  sü  darumbe  süllent,  sol  ir  iegliche  sin  sache  an  ieman  setzen,  der  von  sinen 
wegen  vor  meister  und  rat  zu  Strazburg  oder  vor  den,  vür  die  es  denne  hin  ge-  40 
wiset  wurt.  und  was  in  denne  dieselben  meister  und  rat  oder  die,  vür  die  es  hin 
gewiset  wurt,  darumbe  erteilent,  sprechent  oder  erkennent,  das  sullent  sü  alles  halten 
und  voilefüren  by  dem  vorgen.  ireme  eide.    und  ist  in  die  urteil  darumbe  geschehen, 


1400  837 

umbedas  sü  unser  und  dem  lande  grosze  smehe  und  unere  zügefuget  hat  mit  der  irrunnge 
ires  bösen  glöben,  den  sü  in  dise  stat  und  in  dis  lant  braht  hant,  und  ouch  darumbe, 
daz  sü  verlümet  sint,  das  sü  schulde  süllent  haben  gehept  daran,  das  sü  mit  gelte 
und  busze  süllent  darzü  geholffen  haben  des  Weidehofer  selige  unschuldeclichen   er- 

5    mordet  wart,  das  sü  aber  nit  veriehen  woltent,  das  doch  kündig  ist,  das  Weidehofer 

ermordet   wart,   umbe   das   er  sich   von   der  irrekeit  irs   bösen   glöuben    kerte,    do 

vorhtent  die  irrer,  daz  sü  verrüget  wurdent  und  schüffent  in  ermordet.         et  juravit 

feria  quinta  post  anunciationem  beate  Marie  virginis  anno  domini  1400.  APrit  '• 

Berner*   Cüntzlin   der  tücher,  Adelheit  von   Ohzenbach  by  Heilburnen  Harteman 

10  des  biermans  frowe  und  Elkint  Hüterin  vor  dem  münster  hat  fünf  jare  uszgesworen 
tage  und  naht  ein  mile  von  dirre  stat  glicher  wise,  also  Claus  zur  Bircken  und  andere 
do  vor  geschriben  stant,  und  von  der  selben  geschult  wegen.  et  juraverunt  die 
predicto. 

Lawelin*  Lorhenselins  sun  von   Offenburg  het  uszgesworen  zehen  jare  usz  dem 

'»  bystüm,  und  wo  man  in  in  den  jaren  in  dem  bystüm  ergriffet,  so  sol  man  in  er- 
drencken.  und  ist  ime  die  urteile  darumbe  geschehen  umbe  das  er  offenliche  sprach : 
Symunt  Bühzener  hette  sin  dohter  uf  dem  Stoffenberg  by  Baden  an  eime  böme 
stonde  ufreht  geminnet,  das  doch  nit  enist.  et  juravit  feria  tertia  post  anuncia- 
tionem beate  Marie  virginis  anno  domini  1400.  «'«  jo. 

20  Wissense    Lawelin   der  kürsener   het    fünf  jare  uszgesworen  tage  und  naht  ein 

mile  von  dirre  stat,  und  ist  ime  die  urteil  darumbe  geschehen  umbe  daz  er  Jeckelin 
den  höptkannen  zum  Bippernantz  vor  des  schultheissen  gerihte  zeich,  er  solte  zwene 
manne  erstochen  und  zwene  manne  ermordet  haben,  des  doch  der  vorgenante  Jecke- 
lin unschuldig  ist.        et  juravit  die  et  anno  predicto. 

«  Lawelin*    het  fünf  jore  uszgesworen    nahtes  ein   mile  und  tages  an  den  burg- 

bane  et  dabit  2'/4  üb.  den.        et  debet  componere  cum  querente.     et    juravit   feria 
tertia  ante   festum    corporis  Christi  sub  domino  Lütoldo  de  Mülnheim  magistro  et  in  j.<m  /*. 
presentia  Nicolai  de  Wintertur  consule  anno  domini  1400. 

Kefer  *    Lawelin    der    winsticher    het    uszgesworen    zwei   jore    tages    an    dem 

■m  burgban  und  nahtes  ein  mile  und  sol  darzü  geben  30  sol.  den.  und  ist  ime  die  urteil 

darumbe  geschehen  umbe  daz  er  ein  füder  wines  zwentzigwerbe  trincken  gab  vür  20 

füder  wins  und  10  füder  vür  29  füder  und  vier  füder  vür  fünfe.         et  juravit  feria 

quarta  post  inventionem  scte  crucis  anno   1400.  Mai  s. 

Betzinger  *  der  junge  het  uszgesworen  ein  jore  tage  und  naht  ein  mile  von  dirre 

:»  stat  und  ist  ime  die  urteil  geschehen  umbe  die  groszen  swiire,  die  er  gesworen  het. 

et  juravit  sabbato  post  pentecostes  anno  predicto.  tm*  /». 

Ulin  Wurffeier  von  Hagenau  het  fünf  jare  uszgesworen  tage  und  naht  (ein  naht) 
ein  mile  von  dirre  stat  und  ist  ime  die  urteil  darumbe  geschehen,  daz  er  Gerhart  Arm- 
broster  unsern  diener  schuldigete,  daz  er  ein  diep  were,  und  hette  sime  meister,  der 

4D  in  sin  antwercke  gelert  hette,  zehen  güldin  verstolen,  daz  doch  nit  enist       et  juravit 

feria  quinta  ante  festum  pentecostes  anno  domini  1400.  ;„„■  j. 

Johans*  Götfried  der  nahteritter  het  uszgesworen  ein  jare  tages  an  dem  burg- 
ban und  nahtes  ein  mile  umbe  daz  er  ein  notwere  erzügete.         et  juravit  die  predicto. 


838  1400 

Denter  Eilse   het  uszgesworen   zwei  jore   tages  an  den  burgban  und  nahtes  ein 

mile.  und  ist  ir  die  urteil    darumbe  geschehen,    das  in  Ulin  Wurffelers   fröwe   schalt 

und  sprach:  sü  were  ein  diebin  und  hette  hern  Stislawe  zur  Witenmülen  etwie  ma- 

nige  silberin  schalen  gestolen,  das  doch  nit  war  enwas.         et  juravit  sabbato    ante 

Juni  n.  diem  beatorum  Viti  et  Modesti  martirum  anno  domini  1400.  6 

Henselinus  Sucher  der  gartener  het  uszgesworen  32  wochen  für  21li  üb.  den.  von 

einre  wunden   wegen.         actum   sub   domino  Lütoldo   de   Mülnheim   magistro   et   in 

j,mi  n.  presentia  Johannis  Bock,  et  juravit  sabbato  ante  festum  corporis  Christi  anno  predicto. 

Heintzelin  von  Hagenowe  oder  geschrampte  Heintzelin  oder  böse  Heintzelin  der  wurt 
zur  kuwe  am  Vischemercket  het  zehen  jare  usz  dem  bystüm  gesworen  und  het  ouch  io 
einen  brief  und  Sicherheit  geben  wider  uns,  unser  stat  nit  zi'i  tünde  etc.  und  sol 
ouch  er  oder  ieman  von  sinen  wegen  vor  uns  reht  geben  und  nemmen  etc.  und  ist 
ime  die  urteile  darumbe  geschehen,  das  er  einen  slüg,  der  in  sime  huse  mit  andern 
gesellen  zerte,  und  do  sü  bezalten,  do  heischen  sü  x|s  mosze  wines,  die  sü  vorhan- 
den hettent,  ouch  darumbe,  daz  er  unserme  rotesbotten  nit  wolte  win  geben  umbe  sin  15 
gelt  und  ouch  darumbe  daz  er  belümet  ist,  das  er  nit  reht  mit  sime  wine  umbe 
Juni  is.  gange,  den  er  verschencket  het.  et  juravit  feria  tertia  ante  festum  corporis  Christi 
anno  predicto. 

Sant  Peter  der  winrüfer  het  uszgesworen  zwei  jare  tage  und  naht  ein  mile.  und 
sol  darzü  geben  30  sol.  den.,  die  er  ouch  geben  het.  und  ist  ime  die  urteil  darumbe  20 
geschehen,   das  er   Reinbolt  Brüninges  seligen  sun  übel  handelte  und   sprach    under 
andern  worten:  er  were  ein  diep  und  ein  mörder  und  were  diebes  und  mörders  geslehte. 
Juni  ts.  et  juravit  crastino  festi  scti  Johannis  baptiste  anno  1400. 

Jacob  *  Brünlin  der  harnescher  het  uszgesworen  ein  jare  tages  an  dem  burgban 
und  nahtes  ein  mile  und  sol  darzü  geben  30  sol.  den.,  die  er  ouch  gegeben  het.  und  » 
ist  ime  die  urteile   darumbe  geschehen,   das  er  Voltzen  Claus  dem  zimberman  einen 
bürgen  hiesch  vür  ahte  pfunt  pfenninge,  do  er  ime  doch  nit  me  schuldig  was  denne  0 
Juni  m.  s0\    pfennige.        et  juravit  crastino  festi  scti  Johannis  baptiste  anno  domini  1400. 

I 

Rubel   Dine   von    Hagenowe,    Ulin  Wurffelers    fröwe  het  disen  rate  uszgesworen 
und  sol  darzü  geben  30  sol.    den.  und  sol  die  zit  nit  ane  gon  zu  rechende,  sü  habe  *> 
denne  die  30  sol.  den.  gegeben,  und  ist  ir  die  urteil  geschehen  umbe  das  sü  Denter 
Eilsen  schalte,  sü  were  ein  getümelte  gedürnet  diebin  und  hette  unseren  herren  bulfer 

Juni  so.  und  armbrost  verstolen.         et  juravit  crastino  Petri  et  Pauli  apostolorum. 

Lawelin  Brünckelin  der  winmesser  het  fünf  jare  uszgesworen  tages  an  dem  burg- 
ban und  nahtes  ein  mile  und  sol  darzü   geben  2l|,  Hb.  den.  umbe  daz  er  Wolleben   « 
den    winmesser    gewundet    het;    et    debet    componere    etc.       et  juravit  sub  domino 
Lütoldo  de  Mülnheim  magistro  in    presentia  Nicolai  de  Wintertur  juniori.  actum 

Juni  it.   sabbato  proximo  post  festum  pentecostes  anno  domini  1400. 

Voltzen  Hensz  der  vaszieher  het  uszgesworen  ein  halp  jore  one  gnode  von  Sum- 
mer Ennelin,  Henselin  Unfriden  frowen  wegen  und  sol   darzü    geben   2'^    üb.    den.   *o 
umbe  das  er  die  vorgen.  Ennelin  mit  füsten  slüg  und  sol  danne  ein  halp  jare  darnach 
uszsweren  an  Summer  Ennelins  gnade,  er  het  ouch  nemmeliche  gesworen  der  vorg. 
Ennelin  Hensz  ireme  elichen  wurte   irem  süne  noch  den  iren  weder  laster  noch  leit 


1400  889 

zu  tfinde  in  doheinen  weg.         actum  sabbato  ante  diem  scte   Marie  Magdalene  anno  jm  91. 
predicto. 

Copten  Lawelin  het  disen  rat  uszgesworen  tags  an  den  burgban  und  nahtes  ein 
mile  umbe  das  er  Reinhart  Francken  den  schüchzter    usz  sime  husz  hiesch  by  naht 
*    und  by  nebel.        et   juravit   feria   lertia   ante  diem  scti    Jacobi  apostoli    anno   pre- 
dicto. jM  tr. 

Schotten  Hanseman  der  schiffeman  het  uszgesworen  zehen  jore  tages  an  den 
burgban  und  nahtes  ein  mile.  und  sol  darzi'i  geben  fünf  pfunt  umbe  das  er  [Lücke] 
erstach.         et  debet   componere   etc.         et    sie  juravit  feria  quarta  post  diem  sancti 

»Laurentii  prothomarliris  sub  domino   Adame    Löselin    magistro    in   presentia   Nicolai  *»a-  ". 
de  Wintertur  juniori         anno  domini  1400. 
Dyetherich    zum    Hirczhorn    der  wurt    in    Krutenöwe  het  zwei  jore  uszgesworen 
tages  an  den  burgban    und    nahtes   ein    mile    [und  sol  darzü  geben  30  sol,  die  ouch 
gegeben  er  ouch  geben  hat) '  und   ist  ime   die  urteil  darumbe  geschehen,  daz  er  ge- 
is  zigen    wart,   daz   er   Lentenlöffel  sin   döhterlin    geminnet   solte    haben    und  ouch  von 
ander  stucke,   darumbe  er  zu  rede   gesetzet   wart.        scriptum  in  registro  de  anno 
1400.         et  sie  juravit  feria  seeunda  ante  diem  scti  Michahelis  archangeli  anno  do-  $ept.  n. 
mini  1400. 

Cleselinus   de    Wissemburg   textor  juravit  quinque    annos   et    dabit    2",  lib.   et 

2o  debet   componere  cum   conquerenti   ergo   quod  wulneravit   Phynam   de  Wingersheim 

ejus    uxorem    filiam    Cüntzonis    dicti    Decke.        et   sie  juravit   sub   domino   Nicoiao 

Clobeloch  magistro  in  presentia  Heintzemanni  Gürteler  consuli.         actum  feria  seeunda 

ante  festum  scti  Martini  episcopi  anno  predicto.  /vo».  *. 

Bintzelerin  *  het  ein  jore  uszgesworn  tages  an  dem  burgban  und  nahtes  ein  mile. 

25   und  sol  darzi'i  geben  30  sol.  den.  umbe  daz  sü  Bride  Krösin  übelhandelte.        et  sie 

juravit  sabbato   ante  festum  omnium  sanetorum.         item  dedit  30  sol.  den.   crastino 

Marie  (?)  anno  domini   1400.  ocu*.  so. 

Wilhelm  *  Klobeloch  het  ein  jore  uszgesworen  tages  an  den  burgban  und  nahtes 

ein    mile    umbe   das   er   Thoman  von  Heiligenstein  wunte  und  ein  notwere  erzügete. 

so  et  juravit  feria  quinta  post  Luce  ewangeliste  anno  predicto.  ocu*.  «. 

Swobes  *  Lutzeman  het  zwey  jore  uszgesworen  tages  an  den  burgban  und  nahtes 

ein  mile  und   ist   ime   die    urteil   darumbe  geschehen,  das  er  Oberlin  Fleischtür  den 

weber  under   andern  Worten  schalt  und  sprach :  er  were  ein  diep  umbe  das,  daz  in 

der  vorgen.  Oberlin  rügete  von  swerendes  wegen.        et  sie  juravit  feria  tertia  post 

85  setorum  Symonis  et  Jude  apostolorum.  n<*>.  *. 

Frowe  *  Dine  von  Nidecke  het  zwey  jore  uszgesworn  tages  an  den  burgban  und 

nahtes  ein  mile  und  sol  darzü  geben  30  sol.  den.  umbe  das  sü  Walther  von  Wintertur 

den  alten  geschuldiget  het  ettelicher  stücke,  der  er  unschuldig  gewesen  ist.         et  sie 

juravit  feria  sexta  post  festum  omnium  sanetorum  anno  1400. 

«o  Der  *  hertzogin  sun,  dem  man  sprichet  Klebesattel,  het  zwei  jore  uszgesworen  tage 

und   naht   ein   mile   von   dirre   stat.   und   wo   man    in  den  zweien  joren  in  der  mile 


.Vor.  s. 


1   Gestrithen. 

VL  106 


840  1400 

weges  ergriffet,  do  er  uns  in  unser  gerihte  ervolgen  mag,  so  sol  man  in  erdrencken. 

und  ist  ime  die  urteil  geschehen  umbe  daz  er  got  und  sin  liebe  müter  übel  gehandelt 

het  mit  sin  ungewunliehen  swüren,  die  vor  menglichen  nit  zu  sagende  sint  und  der 

Dec.  ig.  er   mit    erbern   lüten   erzüget  ist.         et  juravit   feria   quinta   ante  diem  scti  Thome 

anno  predicto.  ■ 

Murlawelin  *  der  vischer  het  ein  jor  uszgesworen  one  gnade  tages  an  den  burgban 
und  nahtes  ein  mile   und   denne   zwei   jore   an   Sifrit  Unrumen  gnade,     und  sol  der 
zu  geben  30  sol.  den.  umbe  daz  er   den  vorgen.  Sifrit  Unrüwen  übelhandelte.        et 
Dec.  io.  juravit  vigilia  scti  Thome  apostoli  anno  predicto. 

Nycolaws  01er  filius  Nicolai  01er  de  Zabern  juravit  quinque  annos  tages  an  den   io 
burgban   und   nahtes   ein  mile   et  dabit  21/*  hb.  et   debet  componere  etc.  ergo  quod 
Heintzemann   Sesterer   de   Zabern   wulneravit.         et  sie  juravit  sub  domino  Nicoiao 
Clobeloch  magistro  in  presentia  Heintzemanni  Gürteler  consuli.         actum  feria  seeunda 
Nov.  8.  ante  diem  festi  scti  Martini  episcopi  anno  1400. 

Bernhartz*  Heintzelin  het  ein  jor  uszgesworen  tages  an  den  burgban  und  nahtes   '» 
ein  mile  und  ist  ime  die  urteil  geschehen  umbe  daz  er  einen  usz  unsere  stette  ent- 
fürte uf  eime  karriche,  der  unserm  burger  zwei  pferde  genummen  het.        et  sie  juravit 
Dec.  i.   feria  quarta  post  diem  saneti  Andree  apostoli  anno  predicto. 

Grosz   Johan   von   Monburne   in   der  grafeschaft    von    Lüczelnburg  der  wagener 

Henni  Grafz  des  wageners   kneht   het  fünf  jore  usz  gesworen  tages  an  den  burgban  a» 

und  nahtes  ein  mile  und  sol  geben  2'/s  lib.  den.  und  ist  mit  dem  kleger  überkomen 

uff  disen    nochgeschriben   tag   und   het    Sicherheit  geben,   als  ein  brief  beseit,  wider 

unser  stat  nit  ze  tünde  etc.  und    ist  ime   die   urteil   geschehen    umbe  das  er  Peters 

von  Hagenow  des  seilers  kneht  wundete,  mit  dem  er  ouch  überkomen  ist.         actum 

De«,  u.  feria  quarta  ante  diem  scti  Thome  apostoli  anno  1400.  25 

Wilde*    der   kannengiesser  juravit   quinque   annos   tages   an    den   burgban  und 

nahtes  ein  mile  et  dabit  21  '2  lib.  et  debet  componere  etc.  ergo  quod  dictum  Lumbardi 

Cüntzlin  thecienlatorem (?)  wulneravit.       et  sie  juravit  sub  domino  Johanni  de.Wickers- 

heim  magistro   in   presentia    Andree  liinow  consuli.         actum    feria  sexta  post  diem 

A/rf'z°«    saneti  Gregorii  pape        anno  domini  1401.  3,, 

Und   ist   mit  vorgen.  Cüntzelin  Lumbardi  dem  cleger  überkommen  und  het  ime 

geben  2*/j  lib.  d.,  als   er  daz    vor   offeme  rat   geseit  het.         feria  sexta  post  festum 

juni%e.  nativitatis  scti   Johannis   Baptiste   anno   domini  1405  sub  domino  juniori  magistro.  ' 

Nachtrag  zu  der  Aech  terli  s  te.8 

Ins  dei  nomine  amen.  .  .  Sub  anno  domini  1398  sub  domino  Johanne  dicto   s!> 
Zorn  aliter  de  Bulach  nuneupato  magistro   civitatis  Argentinensis  pre- 
scripte  sunt  persone  subscripte  propter  ipsorum  delicto  a  civitate  Argentinensi,  qua- 
rum  nomina  subscribuntur  in  hunc  modum  primo  etc. 

[Leerer  Jiaum]. 

1  Nun  folgen  weitere  ähnliche  Eintragungen  von  1401  an  bis  1413  incl.  40 

2  Dieser  Nachtrag  beginnt  auf  fol.  37b  und  reicht  bis  fd.  41. 
8  In  der  Vorlage  hier  eine  hübsch  gezeichnete  Initiale  mit  Karrikaturen. 


1400  844 

Sub  domino  Ulrico  Bock  juniore  anno  predicto. 

Item1   Henselinus  dictus  Swertzing  der  winkneht    proscriptus  est    sabbato  primo 
post  diem  festi  corporis  Christi  ad  instanciam    Läwelin    dicti    Keser  juniorem,  quem    /"/, 
wulneravit. 
»  Item  Läwelinus  dictus  Gestelin  der    murerkneht    proscriptus  est  sabbato  proximo 

ante  diem  sancti  Johannis  baptiste  ad  instanciam  dicti  Grossen  sartoris,    quem   wul- 
neravit. Juni  tt 

Item  Jeckelin,  der  der  schiflüte    hümppeler    kneht  waz,  proscriptus  est  feria  se- 
cunda    ante    diem  scti  Johannis  baptiste  ad  instanciam  quondam  Eberlini  dicti  Pfot- 
io  man,  quem  occidit.  im*  n. 

Item  Peterman  von  Spire  Johans  kneht  von  sant  Ingelbreht  proscriptus  est  feria 
uinta  proxima  post  diem  scti  Udalrici  episcopi  ad  instanciam  Ottemanni  dicti  Decker, 
quem  wulneravit.  juu  H, 

Item*  dictus  Wergmeister   Lauwelin    proscriptus    est   feria  sexta  ante  diem  scti 
■   Laurencii  martiris  ad  instanciam  Cüntzelini  dicti  Antvogel,  quem  wulneravit.  Aug.  $. 

Sub  domino  Hetzelone  Marx  magistro. 

Item  Bitsch  Wölfelin  ein  tragekneht  proscriptus  est  feria  quinta  proxima  ante 
diem  festi  assumptionis  beate  virginis  Marie  ad  instanciam  Andree  dicti  Snider  de 
Nördlingen  ein  giler,  quem  wulneravit.  Aug.  i. 

Item  dictus  Klobelöch  Fritsche  ortulanus  proscriptus  est  feria  secunda  ante  diem 
festi  nativilatis  beate  virginis  Marie  ad  instanciam  dicti  Klowen  Jeckel  ortulani,  quem 
wulneravit.  Sept.  *. 

Item  Henselims  Grempper  Heitze  Gremppers  sun  under  wagenern  proscriptus  est 
sabbato  primo  post  diem  sancti  Bemigii  ad  instanciam  .  .  .  oeu*.  s. 

2f,  Sub  domino  Hugone  Bihter  nuncupato  Dutscheman  magistro. 

Item  dictus  Wiszkopf  de  Marley  proscriptus  est  vigilia  beate  Katherine  virginis 
ad  instanciam  famuli  Nicolai  de  Sarburg  muravit.  .  *<. 

Sub  domino  Johanne  dicto  Wiszorn  magistro,  qui  ingressus  fuerat 
die  dominica  proxima  post  diem  santi  Frhardi  episcopi  anno  1399.  Januar  ii. 

80  Sub  domino  Heinrico  de  Miilnhcim  magistro  anno  antcdicto. 

Item  dictus  Schrötzen  cuparius  proscriptus  est  feria  proxima  post  diem  inventio- 
nis  scte  crucis  ad  instanciam  quondam  dicti  Mulstein  cuparii,  quem  occidit.  *<«'  '■ 

Item  dictus  Wurtzer  Hansemai]  inurarius  proscriptus  est  die  predicto  ad  instan- 
ciam quondam  Heintzonis  dicti  Swachen,  quem  occidit. 
».■>  Sub  domino  Johanne  de  Stille  magistro. 

Item  dictus  Jeckels  Henselin  ortulanus  proscriptus  est  feria  secunda  et  vigilia 
sanetorum  Petri  et  Pauli  apostolorum  ad  instanciam  domini  Nicolai  dicti  Frünt  pres- 
piteri,  quem  occidit.  ju»,  i$. 

Item    dictus    Switzer    der   winrufTer    proscriptus  est  feria  secunda  proxima  post 
411  diem  scti  Jacobi  apostoli  ad  instanciam  Cuntzonis  Dannenfeilsz,    quem  occidit.  **  u. 

Sub  domino  Ortelino  Manszen  magistro  anno  predicto. 


1  Gestrichen. 


842  1400 

Item  Hannemanus  de  Surburg   scriptor  proscriptus  est  feria  tertia  proxima  ante 
diem  festi  epiphanie  domini  ad  instanciam*  Johannis  Ritter  filius  Hermanni  Ritter,  quem 
Dec  3i.  wulneravit. 

Sub  domino  Wilhelm  o  zu  Riet  magistro,  qui  ingressus  fuerat  die  do- 

jjxill  9.  minica  proxima  post  diem  scti  Erhardi  episcopi  anno  domini  1390.  & 

Item  Johannes  Kirchherre  nuncupatus  Ritter  filius  Hermanni    Ritter  procuratoris 

curie  Argentinensis  proscriptus  est  feria  tertia  proxima  post  diem  scti  Mathie  apostoli 

ad  instanciam  Jeckelini  Keller  de  Dieffental,  qui  conquestus  erat  ex  parte  fratris  sui, 

März  1,  cum  fratrem  suum,  qui  beneficiatus  erat,  wulneravit. 

Sub  domino  Johanne  Bock  filius  quondam  domini  Cüntzonis  dicti  Bock   io 
magistro. 

Item  Henselinus  dictus  Axman  filius  dicti  Axman  proscriptus  est  feria  sexta  pro- 
xima post  diem  inventionis  scte  crucis  ad  instanciam   Nese    dicte    Kursnerin,    quam 
Mai  «.    wulneravit. 

Item  Hügelinus  dictus  mit  der  fleschen  ein  winkneht  proscriptus  est  sabbato  pro-  15 
Mai  h.  ximo  post  diem  scte  Sophie  virginis  ad  instanciam  Läwelini  Harnesch,  quem  wulneravit. 
Item  Gergo  dictus  Rotswantz  junior  tractor  vasorum  proscriptus   est   feria  sexta 
Mai  so.  proxima  ante  diem  festi  pentecostes  ad  instanciam  Hermanni  de  Heidelberg  fabri,  quem 
wulneravit. 

Sub  domino  Reinboldo  Wetzel  magistro.  *o 

Item  [Henselinus  filius  Cdnradi  de  Brende  scriptoris]1  et  Philippus  filius  quondam 
Johannis    dicti   Philips   olim   magistri   schabinorum    proscripti    sunt  sabbato  proximo 
juii  30.  post  diem  scti  Jacobi  apostoli  ad  instanciam  Friderici    dicti  Winmesser,    quem    wul- 
neravit. 

Item  Reinboldus  dictus  Zorn  filius  domini  Leonhardi  dicti  Zorn  nuncupati  Schult-  «> 
heisz   militis   proscriptus  est   feria  sexta  proxima   post  diem  scti   Laurencii    martiris 
Aug.  12.  ad  instanciam  Hansz  dicti  Saltzrnitter,  quem  wulneravit. 

Item  Bürkelinus  de  Scheffersheim  rasor  proscriptus  est  feria  quinta  proxima  post 
diem  exaltationis  scte  crucis  ad  instanciam  Waltheri  de  Pfortzheim  famulus  Johannis 
Sept.  ts.  rasoris  an  Schintbrucke,  quem  wulneravit.  m 

Sub  domino  Johanne  Klobeloch  magistro. 

Item  Jeckelinus  rasor,  residens  prope  ecclesiam  scti  Thome  filius  rasoris  de  Tru(h)- 
tersheim    proscriptus  est   feria  quarta  ante  diem  scti  Martini  episcopi  ad  instanciam 
Nov.  9.  dicti  Heime  sartoris,  cui  filium  suum  occidit. 

Item  Hansemanus  Cantzeler  faber  filius  dicti  Cantzeler  fabri  im  Gieszen  proscrip-  » 
tus  est  die  predicto  ad  instanciam  Johannis  Pfaffenhofen  fabri,  quem  wulneravit. 

Item  dictus  Uselhanseman  der  schifkneht,  dictus  Melchior  Erhart  et  Fritschemanus 

balneator  filius  Nicolai  dicti  Bader  in  Krutenöwe  proscripti  sunt  feria  quarta  proxima 

oec.  7.    post  diem   scti   Nicolai   episcopi   ad   instanciam    dicti   Mülnheim  Berchtolt  scriptoris, 

quem  wulneravit.  ,0 


1  Gestrichen 


1400  843 

Sub  domino  Johanne  de  Kagenecke  seniori  magistro,  qui  ingressus 
fuerat  die  dominica  proxima  post  diem  scti  Erhardi  episcopi  anno  etc.  91.  janiai  u. 

Sub  domino  Nicoiao  Berer  magistro. 

Item  Lawclinus  panifex  filius    dicti  de  Giselheim  proscriptus  est  feria  sexta  post 
5  diem  scti  Bonifacii  ad  instanciam  Nicolai  Vastnaht  sartoris,  quem  wulneravit.  Juni». 

Sub  domini  Burckardo  de  Mi'ilnheim  magistro. 

Item  Jacobus   filius    quondam   dicti   Heilbeling   de   Hagnow    proscriptus  est  feria 
quinta  ante  diem  scti    Oswaldi    regis  ex    parte  dicti    Münsser    Lawelin,    quem  wul-  -<«»•  *• 
neravit. 
«u  Item    Erhardus   de   Spire   pellifex   proscriptus   est   feria   secunda  ante  diem  scti 

Laurencii   martiris  ad  instanciam   Lawelin  in  der  Hellen  pellificis,  quem  wulneravit.   a<«j.  t. 

§Item  Hensz  Schallehase  murarius  proscriptus  est  sabbato   post   Bartholomei  apo- 
oli  ad  instanciam  Heintzonis  dicti  Lamp  carppentarii.  Aug.  ««. 

Item  Rüfelinus  Wolleslaher,  Uxhansz  et   dictus  Rüsserhans  proscripti  sunt  feria 
is   sexta  proxima  post  diem  exaltationis  scte  crucis  ad  instanciam  quondam  dicti  Erwin  s«p«.  «. 
lapicide,  quem  occiderunt. 

Item  Heintzemannus  dictus  Howe  in  die  Helle  de  Constentze  et  Heintzemanus 
dictus  Wolf  de  Gemünde  pellifex  proscripti  sunt  feria  tertia  proxima  ante  diem  scti 
Michahel  ad  instanciam  Heintzemanni  dicti  Hirtzfelder  pellificis.  s«j*  u. 

!«  Sub  domino  Johanne  Berlin  magistro. 

Item  der  schöne  Burekart  der  vischer  proscriptus  est  sabbato  ante  Martini  ad 
instanciam  Roser  Hensz,  quem  wulneravit.  N<»>  *■ 

Item  BIosz  Lawelin  der  schifkneht  proscriptus  est  vigilia  scti  Andree  apostoli  ad 
instanciam  quondam  dicti  Erwin,  quem  oeeidit.  Nm>-  *»■ 

>6  Item  Rincken  Hans  der  schifkneht  von  der  Nuwenmüle   proscriptus  est  sabbato 

proximo  post  diem  scti  Nicolai  episcopi  ad  instanciam  dicti  Erwin,  quem  oeeidit.  Dee-  *• 

Sub  domino  Leonhardo  Zorn  nuneupato  Schultheisze  magistro, 
qui  ingressus  fuerat  die  dominica  proxima  post  diem  scti  Erhardi  episcopi  anno  etc.  92.  Ja"u"  «, 
Sub  domino  Nicoiao  Bocke  magistro. 
iio  Item  [Lücke]  Blütelosz  sun  proscriptus  est  ad  instanciam  [Lücke]  Rülinus  seligen 

des  snyders  zwüschent  brücken,  den  er  wundete. 

Item  Heinricus  Lutze  sutor  filius  Heintzonis  dicti   Lutzen   sutoris  proscriptus  est 
die  sabbato  proximo  ante  diem  nativitatis  Johannis  baptiste  ad   instanciam  quondam  •''"»•'  "■ 
Sygelini  Völtschen  junioris,  quem  oeeidit  et  erat  Sygelinus  Völtsche  conquestus. 
i#  Item  Hans  von  Esselingen  der  küffer  proscriptus  est  feria  secunda  post  diem  scti 

Jacobi  apostoli  ad  instanciam  Ulrici  de  Mentze  dicti  Judenlöffer,  quem  wulneravit.        j«u  *». 

Item  Cüntze  der  wöberin  sun  ein  küffer  proscriptus  est  feria  quarta  ante  diem 
scti  Laurencii  martiris  ad  instanciam  Ulrici  de  Mentze,  quem  wulneravit.  Aug.  i. 

Sub  domino  Nicoiao  de  Heiligenstein  magistro. 
<o  Item   Henselinus   dictus    Gerotwol  faber  proscriptus  est  in  vigilia  scte  Katherine 

virginis   ad  instanciam   Hartmanni  dicti   Gütgesellen   fabri   famuli  Lawelini  dicti  Mo-   vo».  u. 
welin,  quem  wulneravit. 

Item  Cüntze  dictus  Fuhs  de  Gügenheim  scriba  proscriptus  est  feria  quinta  post  Januar  n. 


844  1400 

diem  scti  Erhardi  episcopi  ad  instanciam  quondam  dicti  Düsthansz  carpentarii,  quem 
occidit  et  erat  dicta  Manegolt  Dine  relicta  quondam  Hansz  predicti  conquesta. 

Sub    domino   Nicoiao   Zörnelin    de   Bülach  magistro,  qui  ingressus 
janual3n  fuerat  die  dominica  proxima  post  diem  scti  Erhardi  episcopi  anno  1393. 

Sub  domino  Lütoldo  de  Mulnheim  magistro.  s 

Mathis  der   messerer  von   Hagenowe,  der  do  messer   veil  hat  vor  dem  Münster, 
Sept.  is.  proscriptus  est   feria   sexta   proxima   ante   diem    scti    Mathei   apostoli  ad  instanciam 
Hansemanni   dicti   Swertfeger   Argentine  residentis  in   Sporergasze,  quem  wulneravit. 
Nicolaus  dictus  Swop  textor  proscriptus  est  sabbato  proximo  post  diem  Michahelis 
sepi.  !7.  ad  instanciam  Henselini  dicti  Biber  textoris,  quem  wulneravit.  «• 

Sub  domino  Nicoiao  Mansze  magistro. 

Item  dictus  Blotzheim,  item  Rullinus  der  Döldi  sun,  Cleselin  von  Spir  ein  bader- 
kneht,  Hanseman  Jeckelins  sun  des  baders  am  Klantzhofe,  Oberlin  von  Duwingen, 
Lawelin  Schetzelin  unde  Peterman  dintzeman  von  Kolmar  die  karpenerknehte  proscripti 
sunt  feria  secunda  ante  dominicam  sancti  Martini  episcopi  ad  instanciam  dicti  Geiszman  is 
Nov.  io.  famuli  dicti  Brümat  sartoris  et  Cüntzonis  famuli  Merckelini  sartoris,  quos  wulnera- 
verunt. 

Item  eodem  die  proscriptus  est  Hansemannus  balneator  filius  Jecklini  balneatoris 
am  Klantzhofe  ex  parte  Grede  uxoris  sue,  quam  wulneravit. 

Sub  domin  o  Leonhardo  Zorn  nuncupatus  Schultheisse  magistro  etc.'   «o 
Sub    domino     Heinrico    de    Mulnheim    aliter   de    Landesberg    ma- 
gistro, qui  ingressus  fuerat  die  dominica  proxima  post  festum  beati  Erhardi  episcopi 
januaVu.  anno  etc.  94. 

Gerung  dem  schiffzimbermanne  ist  dise  stat  fünf  gantze  jor  verteilet  alse  einem 
andern   ehter   umbe    das   er   ein    vesselin    nam    in  Münchelins  huse  des  wurtes  und   a 
wolte   es   han   enweg  getragen,   do   erwuschete  es  imme  der  gast  uf  dem  halse  und 
juii  29.  müste   es  widerumbe   tragen.        actum   feria  quarta  proxima  ante   diem  scti  Petri 
ad  vincula. 

Item    dictus   Hirtenhenselin   proscriptus  est  feria  sexta  proxima  ante  dominicam 
März  «.  Reminiscere  ad  instanciam  Uliin  dicti  Harre,  quem  wulneravit. 

Item  Ulricus  Smiders  dohtersun  der  Schuhmacher  proscriptus   est    feria   secunda 
Mai  is.  proxima   post    dominicam   Cantate  umbe   daz  er  die  zur  Spangen  gewundet  sol  han. 
Sub  domino  Johanne  de  Kagenecke  juniore. 

Theobaldus.   filius    filie  quondam  Ulrici  dicti  Smider  sutoris  proscriptus  est  feria 
"«'  /s-  tertia   proxima   post  dominicam   Jubilate  ad  instanciam  uxoris  hospitis  zur  Spangen,  » 
quam  wulneravit. 

Item   Heinricus  von  Ulme  der  wirt  zum  Salmen  in    Krutenow   ein   lantman  pro- 
juni  is.  scriptus  est    sabbato   proximo   post   festum   penthecostes   ad   instanciam  Nicolai  dicti 
Rebestock,  quem  vulneravit. 

Item  Hans  von  Ulme  ein  vihetriber  ouch   ein    lantman    proscriptus   est   sabbato  *> 


M 


1  Hier  folgen  (später  durchgestrichen)  die  gleichen  5  Einträge  wie  oben  8.  843  Z.  30  bis :    Cftntze 
diutus  Fuchs  .  . . 


1400  845 

proximo   post   festum   penthecostes    ad  instanciam    prefati  Nicolai   Rebestock,  quem  Juni  m. 
vulneravit. 

Item  Spirhannes  der  zimberman  proscriptus  est  feria  sexta  [Lüde]  ad  instanciam 
dicti  Heinriches  Heintzeman  Henselin,  quem  vulneravit. 

Item  Richardus    Wannenmacher   proscriptus    est   feria  quinta    post  Bartholomei   ^»«-  *?• 
apostoli  ad  istanciam  Doldenpeter,  quem  vulneravit. 

Item  Albertus  de  Bavaria  olim  famulus  .Johannis  dicti  Zorn  de  Eckerich  filiaster 
dicti  Cappelon  carpentarii  proscriptus  est  circa  festum  beate  Marie  virginis  ad  in- 
stanciam Margarete  Kelre,  quondam  Fritschonis  de  Wirigsheim  pro  eo  quod  pre- 
scriptum  Fritschonem  occidit. 

Item  Johannes  dictus  Trüsenheim  senior,  Dina  ejus  uxor,  Henselinus,  Lauwelinus 
st  Dina  ipsorum  liberi  proscripti  sunt  sabbato  proximo  post  diem  feria  scti  Luce 
äwangeliste  ad  instanciam  dicte  Truwelin  uxoris  Spitzkopf  de  Wasenecke,  quam 
rulneravit.  _  '*'* 

Octob.  13. 

Item  dictus  Siicherhenselin  Dietherich  der  murerknecht  zii  Wasenecke  proscripti 
sunt  ad  instanciam  domine  Drüsenheimii  der  jungen,  quam  vulneravit.  actum  feria 
secunda  ante  diem  epiphanie  domini  anno  1)5.  jammr  t. 

Item  Hertelin  .   .  . 

Sub  domino  Reinboldo  Wetzel  magistro. 
ü  Item  Hertelin  Mertze,  Peter  vom  Glene,  Jeckelin  Hofe,  Hans  von  Zweinbrücke,  Hen- 

ne der  alte  Stöybe,  Henne  von  Necke  und  Hans  Wildenstein  die  sniderknehte  proscripti 
sunt  ad  instanciam  Ulrici  Suntheim  sartoris  famuli  Merckelini  sartoris  in  Smidegasse, 
quem  vulneravit.  actum    feria   quarta  post    diem    exallacionis   scte   crucis  anno 

etc.  95.  **pt.  '*• 

25  Sub  domino  Johanne  Sturm  de  Sturm  ecke  magistro. 

Item  Hans  Genseschopt  von  Vilingen,  Claus  Swartz,  Hering  Vilingen,  Johans 
Fribuger  von  Rotwilre  und  Hans  Geburlin  von    Basel    die    kürsenerknehte  proscripti 

Isunt  ad  instanciam  Henselini  Münchelin  des  jüngesten    des   kurseners,   quem   vulne- 
ravit.        actum  feria  tertia  ante  diem  scti  Martini  episcopi.  y01>.  ». 
30           Item  Götzen  Hug  von  Eckebrehteswilr    proscriptus    est    feria   quinta    post    diem 

sancti  Nicolai  episcopi  ad  instanciam  Lauvelini  Schachtoldei  junioris,  quem  vulneravit    n«.  ». 
anno  supradicto. 

Sub  domino  Reinboldo  Hüffelin  magistro,  qui    ingressus  fuerat 


dominica  post  Erhardi  sub  anno  domini   1390.  «»« 

Januar  45. 


Sub  domino  Wernhero  Sturm  magistro. 

Item  [Johannes  Kantzeler  et  Johannes  Closener]  '  et  Cüntze  dictus  Isenlin 
proscripti  sunt  sabbato  proximo  ante  diem  sancti  Georii  ad  instanciam  Burckardi 
dicti  Syferman,  quem  vulneravit.  Aprti  u. 

Item  eodem  die  proscriptus  est  dictus  Fründesz  Heintzeman  ad  instanciam  relicte 
<o  quondam  dicti  Bodecken   Henselin  pro  eo  quod  eundem  Bodecken  Hens  occidit. 

Sub  domino  Thoma  de  Endingen  magistro. 


1  Gestrichen. 


846  140O 

Item  StefTan  von  Ogesburg  der  metzigerkneht  proscriptus  est  feria  secunda  ante 
Juli  10.  diem  scte  Margarete  virginis  ad  instanciam  quondam  dicti  Gartener   Lauwelin  carni- 
ficis,  quem  occidit  et  fuerant  conqueste  Anna  dicta  Gartenerin,    Greda  soror   ejus  et 
Lauwelin  Becher. 

Item  Johannes  dictus  Böschwilr  junior  textor  proscriptus  est  feria  quinta  proxima    & 
dk  $8.  post  scti  Stephani  ad  instanciam  Johannis  dicti  German,  quem  vulneravit. 

Item  Petrus  de  Nuwilre  tratulator  Lauwelinus  de  Flexberg  tratulator   et   Hense- 
linus  de  Flexberg  sartor  frater  suus  proscripti  sunt  feria   tertia   proxima   ante    diem 
Noo.  ii.  scte  Katherine  virginis  ad  instanciam  zur  Wille,  quem  vulneravit. 

Sub  domino  Johanni  Zorn  de   Eckerich  magistro,  qui   ingressus   >« 
JaJ,lr71t  fuerat    dominica    post    Erhardi   anno  97. 

Item  Frantzo  perpetuus  vicarius  in   Geistboltzheim  proscriptus    est   feria   quinta 
April  5.  proxima  post  dominicam  Letare  pro  eo  quod  unam  (quam)  puellam  filiam  Nicolai  de 
Truhtersheim  famuli  domini  Volmari   de   Lützelstein   decani   scupravit    et   hujusmodi 
scuprum  fuit  conquestum  per  prefatum  patrem.  » 

Sub  domino  Heinrico  de  Mülnheim  in  Brantgasze  magistro. 
Item  Heinrich  Mümpelgart  der  spengelerkneht  proscriptus  est  feria  secunda  post 
Juni  i.  diem  beati  Erasmi  ergo    quod  Heinricum  Dambach  famulum  Lawelini  de  Heiligenstein 
vulneravit. 

Item  Contze  Freischspecher  de  Spira  proscriptus  est  circa  diem  beati  Erasmi  pro  20 
um  Juni  3.  eo  quod  Ellewibelinam  dictam  Swemmerin  .   .  . 

Item*  Waltherus  Mentag  sutor  proscriptus  est  feria  sexta  infra  octavam   pente- 
juni  is.  costes  ad  instanciam  Lawelini  dicti  Obesser,  quem  wulneravit. 

Item  Henselinus  Smirtzmage  der  winrüffer  proscriptus   est  feria  quarta  post  Jo- 
juni  v.  hannis  baptiste  ergo  quod  Henselinus  Donliebegüt  (?)  wulneravit.  ifl 

Sub  domino  Johanne  Clobeloch  magistro. 

Item    dictus   Clein  Ulin  de    Esselingen   famulus    dicti    Hichwin    pellificis,   dictus 
Santlauwelin,   dictus   Cleinlawelin    famulus    Heinrici   dicti    Selosz  pellificis    et    dictus 
Spiesselin  famuli  pellificum  proscripti  sunt  ad  instanciam  quondam  Hannemanni   dicti 
Lange,  quem  occiderunt.     et  erat  Dina  Wolfelerin  relicta  quondam  Hannemanni  con-  so 
juii  is.   questa.  actum  feria  quinta  proxima  post  festum  beate  Margrete  virginis. 

Item  Jacobus  Bendeler  de  Franckenfordia  scriptor  proscriptus  est  feria  tertia  post 
festum    beati  Mathei   apostoli   pro    eo   quod  Andream  Kauffmann  de  Ulma    sartorem 
sept.  xs.  famulum  Egidii  Brötzelin,  (quem)  interfecit.  et  erat  prefatus  Egidius  conquestus. 

Item*  Johannes  Billeman    et    senior    et  Hansemannus  ejus   filius  proscripti  sunt  ss 

Sept.  28.  vigilia  Michahelis  ergo  quod  Petermannum   de  Wingersheim  juniorem  vulneraverunt. 

Sub    domino    Leonhardo    Zorn  aliter   Schultheiss  magistro,  qui  in- 

jammr  '«.  gressus  fuerat  dominica  proxima  post  diem  scti  Erhardi  episcopi  sub  anno  domini  1398. 

Item*HenselinusKniewelin  textor  proscriptus  est  sabbato  proximopost  dominicam(?) 

videlicet  sabbato  proximo  post  festum  beati  Georii  martiris  [ad  instanciam  Cuntzelini  i» 

APra  n.  Weber,  quem  wulneravit  et  composuit  cum  Ennelina  ejus  relicta  et  Johanne  ejus  filio.]1 


1  Von  anderer  Hand  mit  anderer  Tinte  hinzugefügt. 


1400  847 

Item  Johannes  Starcke  de  Basilca  und  Julians  Klemming  pellifices  proseripti  sunt 
ad  instanciam  Jeckelini  dicti  Münchelin  famuli  conducti  Johanna  dicti  Münchelin 
senioris  pellificis,  quem  vulneraverunt.  actum  feria  sexta  proxima  infra  octavas  festi 
pentecostes  anno  ut  supra.  v<"  3/' 

s  Item    Heintzeman    Kurlze    der   kolerkneht    proseriptus    est   ad    inslanciam    dicti 

Un'imat  Henselinus  ejus  trageknehtes,  quem  wulneravit.     actum  die  et  anno  ut  supra. 

»Item  *  Johannes  dictus  Busse  ein  tragekneht  in  dem  Dumeloche  proseriptus  est ...  . 
Sub  domino  Nicoiao  Merswin  magistro. 
Item  dictus  Briden  Heintzeman    textor  proseriptus  est  feria   tertia  proxima  ante 
kp  dieoi  sete  Luce  ad  instanciam  dicti  Bitsche  Hans,  quem  wulneravit  ut  supra.  oeiob.  «. 

»Sub    domino    Lütoldo    de    Mülnheim    magistro. 
Cleselinus  de  Wissemburg  textor  proseriptus  est  crastino  Petri  et  Pauli   aposto-  Juni  so. 
lorum  ad    instanciam    Phine    de  Wingersheim   (ilia   quondam  Cüntzonis    dicti  Decke? 
uxoris  predicti  Cleselini  anno  domini  1400. 
h  Lawelinus  Brünckelin  der  winmesser   proseriptus   est   feria   quarta  ante  festum  /■** 

pentecostes  ergo,  quod  dictum  Wolleben  den  winmesser  vulneravit  anno  predicto. 
Sub    domino    Nicoiao    Clobeloch    magistro. 
Fritschemanus  *  de  Gengenbach,  Johannes  Heiden  de  Esselingen  pellifices  et  Ulricus 
de  Zürich  pellifex  ejus  famulus  proscripti  sunt  crastino    seti  Nicolai    episcopi  ad   in-    Bm.  i. 
20  stanciam  Enneline  dicte  Tiergartin  relicte  quondam  Jeckelini  dicti  Hurst,  quem  ipsi  eum 
oeeiderunt  anno  predicto. 1 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  1  Perg.  Heft  in  Fol.  {Achtbüchlein.) 

(Achtbüchlein)  enthaltend    46  grösstenteils    in  2   Columnen   beschriebene   Blätter.   —     Die 
oben  gedruckten  Eintragungen    reicheii  von  fol.   1—21  incl.;    die   Nachträge    von  fei. 
,h  37>'.-  41b. 


1607.  Ordnung  für  die  städtischen  Totengräber.  1400. 

Von  den  groben. 

Ois  hant  dise  naehgeschriben  personen  gesworen  stete  zu  haltende,  wie  die  orde- 
iiiingc  wiset  und  seit,  die  hie  nachgeschriben  stat.  und  wart  die  ordenunge  gemacht 
under  hern  Lütoltc  von  Mülnheim  dem  meister  anno  domini  millesimo  quadringen- 
tesimo. 

[1]  Item  zürn  ersten  so  süllent  alle  dotengroiber,  alle  gröiben  und  alle  schelmen- 
schinder,  die  by  uns  wonende  sint,  teile  und  gemeine  haben  an  dem  gelte,  das  in.in 
jares  von  den  zehen  zübern  git,  do  mitte  man  das  wasser  zum  füre  treit. 

[2]  Sü  süllent  ouch  bestellen,  wenne  es  darzii  kumt,  das  füre  usz  got,  das  gotte 
lange  wende,  so  süllent  sü  mit  den  zehen  zübern  vürderliche  und  an  allen  verzog 
und  ouch  bi  dem  eide,  den  sü  darumbe  getan  hant,  ie  zwene  mit  eime  zuber  zu 
dem  füre  löffen  und  wasser  domitte  tragen,  so  sü  iemer  getruwelichest  künnent  oder 


II 


1  An  dieser  Stelle  folgen  Nachträge  aus  den  Jahren  nach  1400. 

VL  107 


848  1400 

mügent  und  süllent  ouch  nit  von  dem  füre  kummende  mit  wassertragen,  es  sie 
danne  vor  verloschen,  do  es  danne  bürnet. 

[3]  Es  süllent  ouch  alle  dotengrebere,  alle  gröiben  und  alle  schelmenschinder, 
die  by  uns  seszhaf't  sint,  nit  me  mitteeinander  teil  noch  gemeine  haben  denne  drie, 
was  arbeit  sü  ouch  tönt,  das  in  danne  zügehöret.  und  weres,  das  dieselben  drie 
ettewas  gutes  oder  arbeit  verdinget  hettent,  darzü  sü  me  lütes  bedörffetent,  die  sül- 
lent sü  under  in  selber  nemmen  und  niergent  anderswo. 

[4]  Sü  süllent  ouch  nützit  schütten  in  den  graben  by  dem  pfennigturn,  es  sie 
danne  das  daz  waszer  bitze  an  die  kerbe  gat.  die  do  gezeichent  ist  under  der  p  f en  ni  g- 
br  u  c  k  e  n.  und  welher  der  vorgen.  stücke  deheins  verbreche,  der  bessert  30  sol. 
den  also  dicke  er  das  tut.1 

Auf  der  nächsten  Seite  folgt  von  gleicher  Hand  unter  der  Unterschrift ;  Und  sintdis 
die  knehte,  den  do  di  züber  empfolhen  und  geluhen  sind,  eine  Aufzählung  folgender 
Art.-  Item  Werlins  Lawlin  dem  totengreber,  dem  ist  ein  zuber  alleine  gelühen,  wenne 
er  vürbroht  het,  das  ime  ein  zuber  alleine  bliben  sol.  [Gestrichen]. 

Item  Heintzen  Haletsch  het  einen  zuber. 

Item  etc.  etc. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  1.  (Achtbüehlein.) 


ir, 


1  Hier  folgt  von  anderer  (etwas  späterer  ?)  Hand  eine  Aufstellung  über  den  Lohn  der  Totengräber. 

Dis  sint  die  stücke,    die  ein  greber  halten  sol:  zäm  ersten  von   ein    grab,    do   kein    sarck    ob    ist,    N 
sol  er  nemen  3  sol.  den.  —  item  von  ein  grap,    do  ein  sarck    ob   ist,    sol    er    nemen  4  sol,    den.  — 
item  von  eim  nuwe  gebornen  kind  1   sol    den.  untz  daz  es  jorig  wurt  and  darnach   nntz  an  die  vier 
jor.  —  item  von  einem  jerigen  kinde  bitz  es  aht  jor  alt  wurt,  sol  er  nemen  16  den.  oder   ein  üntze. 
—  item  von  8  joren  untz  an  zehen  jor  2  sol.  den.  —  item  von  zehen  joren  oder  von  dem.  als  man 
es  von  ersten  bewaret,  sol  er  nemen  3  sol.  den.  und  dannenthin  von  ein  ieglichem,  das  elter  ist,  sol    25 
er  nemmen  ouch  3  sol.  den.     —   item  von    eim    kind,    das   vier  jar    alt    ist,  das  er  leit  under  einen 
stein,    sol   er    nemmen  2  sol.  den.  —  item    ob    eins  oder    zwey  in    ein    grap    legent    die    kinderwert 
werent,  mit  den  er  arbeit  mftst  haben  us  und  in  zu  heben,    do  mag  er  me  Ions  von    nemmen.  wolte 
er  aber  ze  strenge  sin,  so  sol  es  sten  an  dem  werck,  das  im  reht  geschehe  und  ouch    den   lüten.  — 
item  ob  ein  grap  were  gefrorn  in  dem  winter,    das  er  müste  füren  oder   arbeit    haben,    do    mag  er    tn 
ouch  me  Ions  nemmen.  wolte  er  aber  ze  strenge  sin,  so  sol  es  an  dem  weroke  ston,  das  im  reht  ge- 
schehe und  ouch  den  lüten.  —  item  ob  ein  sarck  also  gros  were,  das  also  vil  arbeite  dozfi  gehorte, 
do  mag  er  ouch  me  lones  nemmen,  wolte  er  aber  ze  strenge  sin,    so  sol  es  etc.    —    item   ein  ieglich 
grap  sol  sin  6  sehn  dieff  und  nit  minder,     dise  vorgeschritten  stücke  und  artickel  het  der  greber  ge- 
sworen  stete  ze  halten,    und  was  im  also  wurt  zu  lone,   das   sol   er   unverzüglich    halber   geben    dem    (I 
wereke  by  demselben  eyde. 


BERICHTIGUNGEN. 


s. 

16  Zeile  26  statt  Ageifolien  lies  Agrifolien. 

s. 

69      « 

17      . 

September  lies  December. 

s. 

73      . 

26      i 

1382  lies  1383. 

B. 

109      ■ 

4 

.     23  lies  24. 

B. 

151      > 

16     . 

1383  lies  1385. 

S. 

ln6      ■ 

12      i 

8  lies  7. 

s. 

157      ■ 

21      > 

22  lies  21. 

s. 

158      ■ 

33     » 

Salentiii  lies  Valentin. 

8. 

160      > 

15      > 

21  lies  12. 

s. 

189      ■ 

10  zwischen  Luce  u.  id    ist  einzuschieben  VII. 

s. 

190      . 

6  stc 

Ut  22  lies  27. 

B. 

192      > 

10     ■ 

17  lies  27. 

B. 

205      - 

26     ■ 

Thenne  lies  Henne 

B 

217 

19  u 

26  statt  17  lies  18. 

s. 

267 

32  sü 

itt  Mülenburg  lies  Mühlburg 

B. 

312 

21 

1360  lies  1390. 

8. 

330 

8  zwischen  feria  u.  proxima  ist  einzuschieben  II. 

S. 

336      ■ 

38  Ar 

imerk.  statt  s.  oben  lies  s.  unten  i.  Nachtrag 

S. 

343      i 

33  stc 

itt  4  lies  3. 

& 

341 

2 

20  lies  21. 

8. 

348 

4 

.      20  lies  21. 

S. 

376      . 

35 

November  lies  December. 

8. 

495      ■ 

31 

8  lies  5. 

s. 

512 

19 

Huttelin  lies  Hüffelin 

B. 

516      . 

8 

Herchemberg  lies  Hertemberg 

s. 

520      ■ 

19 

Mentzlaw  lies  Wentzlaw. 

s. 

571 

4 

or.  eh.  lies  or.  mb. 

S. 

599 

31 

.      6  lies  5. 

8. 

601 

5 

•      Marggraf  lies  Markgraf. 

s. 

619 

32 

>      appostoli  lies  apostoli. 

s. 

626 

.      11  zu 

ischen  feria  u.  ante  ist  einzuschieben  VI. 

s. 

655 

2  sU 

itt  3  lies  2. 

s. 

711 

.      15 

>      Seinen  lies  Sein. 

s. 

735 

24 

Eckendorf  lies  Ettendorf. 

s. 

736 

>      58 

>      Eckendorf  lies  Ettendorf. 

B. 

738 

5 

>      feria  quarta  lies  quinta. 

s. 

748 

.      13 

>      Sulz  lies  Selz. 

s. 

784 

6 

>      Gassmann  lies  Swassmann. 

s. 

815 

9 

►      Trutersheim  lies  Truhtersheim . 

Das  Verzeichnis  nachträglich  aufgefundener  Originale  siehe  S.  866. 


NACHTRAG. 


1608.  Meister  und  Rat  von  Schlettstadt  an  Strassburg:  willigen  auf  den  über- 
sandten Brief  Saarburgs  und  Göffelin  Quinkners  ein,  mit  letzterem  einen  Tag  zu 
Lützelstein  zu  leisten  vor  Graf  Heinrich  von  Lützelstein  und  .  .  .,  wan  wir  noch  an 
derselben  sachen  bisher  gefolgig  gewesen  sind,  so  bitten  wir  üch  ernstlich  .  .  .  daz 
»  ir  üwer  erbern  boten  zii  demselben  tag  mit  unserm  boten  schickend  .  .,  die  nechsten 
Samstag  in  Strassburg  sein  sollen,  um  am  Montag  den  Tag  zu  Neuweiler  oder  /v<>*.  tt. 
Lützelstein  abhalten  zu  können.  datum  feria  quinta  ante  festum  beate  Katherine  vo».  «. 
virginis  anno  82.  1382  November  20. 

Str.  St.  A.  AA.  2036.  or.  eh.  I.  cl. 


i«  11)09.  Straßburger    Gesandten- Aufzeichnung  von  einem  Slädtetag  (zu   Worms  f) 

[91385  Mai]. 

Gedechtnisse  heyin  zu  bringen. 

Mit  dem  ersten,  alse  von  des  zollis  zu  Hoste  wegen  zu  bestellende  uszgesprochen 
ist,  darumb  auch  die  von  Mencze  verschriben  sint,  ir  frunde  an  unsern  herren  den 
a  bischoff  von  Mencze  zu  schickenne. 

Item    als  die  von  Worms  das  gelt,  als  man  yn  von  irs  zollis  wegen  gebin  sol, 

zu  Juden    schaden    genomen  hant,    dar    umb   sie  und  auch  die  von  Mencze  und  von 

Franckenfurt    mit   den  Juden    uff  das    nehste   umb   den  gesuch  tedingen  sollent  und 

dann   houbtgelt    und    gesuch  rechen,  was  iglicher  stat  dar  an  geburt   zu  geben,  und 

ao  ez  iglich    stat    lassin    wissin,  das    sie  ir  anzal  den  von  Worms  schicken. 

Item  als  die  von  Franckenfort  gefordert  hant  von  etlicher  des  landtgraven  von 
Hessin  stetde  wegen  in  den  bund  zu  nemen  (umb  ires')  herren  willen. 

Item  semelicher  masse  von  grave  Emichen  von  Lyningen  seligen  witewen 
wegen. 


1  Lücke  im  Papier,  doch  wohl  so  tu  ergänzen. 


854  1385-1387 

Item  von  der  200  guldin  wegen,  die  der  von  Mencze  und  von  Franckenfurt  frunde 
in  dem  leger  für  Burg  Solms1  wergluden  mit  willen  und  geheisse  anderre  stedte 
frunde,  die  do  by  warent,  zu  Juden  schaden  gnomen  hant. 

Item  ob  furbas  deheine  stedte  des  bundis  under  yn   stosse  und  bruche  gewiin- 
nent,  wie  das  begriffen  und  versorget  wirde,  das  in  solichen  sachen  das  mere  teil  [aus-    i 
gestr.  der  stetde]  das  mynre  teil  wisen  mochte. 

Item  zu  verbieten  von  der  gemachten  wyne  wegen. 

jtem  als  die  von  Worms  260  gülden  von  des  gemeinen  bundes  wegen  uszgebin 
hant  und  das  selbe  gelt  gerechent  in  die  nehste  rechenunge,  die  zu  Spire  geschehen 
ist,  so  geburt  dannoch  iglicher  stad  an  derselbin  rechenunge  zu  gebin  von  ie  dryn  gleen,  io 
die  sie  zum  bunde  hettet,  einen  guldin,  und  geburt  dar  an  den  von  Strazburg  33 
flor.  4  grosse,  das  gelt  sie  den  von  Mencze  sollent  schicken,  und  so  iglich  stad  ir  an- 
czal  gut,  so  blibent  daran  uberig  24  guldin  und  4  grosse  dem  gemeynen  bunde. 

Item  von  den  von  Colne  und  Metze  wegen.* 

Item  umb  das  heimlich  westfelsche  gerihte.  '* 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  168  nr.  11.  or.  chart. 


1610.  Claus  Richter  gen.  Dütschman  an  Meister  und  Rat  von  iStraßhunj .■  be- 
richtet über  den  Umlauf  schlechter  Straßburger  Münze  im  lireuschthal  und  erbittet 
Verhaltungsmaßregel  in  anderer  Angelegenheit.  [1387.]* 

Minen  gewilligen  undertenigen  dienst  bevor  bereit  zu  allen  ziten.  lieber  here  so 
der  meister  und  here  der  ammeister  und  der  rat  gemeinliche,  ich  losz  üch  wiszen, 
daz  daz  böste  gelt  got  in  dem  Brüstal  von  Straszburger,4  der  ich  en  (!)  deil  schicke 
mit  diszem  briefe,  daz  ir  sü  gesehent  den  groszen  schaden,  der  dem  lande  zu  Eilsasz 
geschiht.  und  geschiht  daz  als  sammen  von  wellescheme  lande,  also  men  mir  seit, 
wölten  ir  üt  dozü  gedenken,  also  uwer  wisheit  wol  betraten  (!)  kan,  wie  daz  es  ge-  25 
wert  würde,  wenne  ich  fürston  mich  nüt  anders,  wenne  es  der  gröste  schade  ist 
arm  und  rieh,  dem  lande  zu  Eilsasz,  der  mir  gedenket,  wenne  wert  men  es  nüt  in 
eime  jore  oder  in  zweyn,  so  werden  alle  Stroszburger 4  werden,  also  daz  gelt,  daz 
ich  üch  schicke,  öch  bitte  ich  üch  genediklichen :  do  sint  des  erbern  knechtes  frünt, 
Mai  is.  wip  und  kint  und  sine  bnider,  der  do  herschlagen  wart  am  pfingest  oben,  die  rüffen  30 
mich  an  und  bitten  mich  iemer  durch  gotz  willen,  daz  ich  in  düge  und  losze  für  sich 
gon  ein  reht  gerihte,  so  gedar  ich  es  nüt  gediin,  wenne  ir  hant  es  fürbotten.  nü  wer 
es  in  öch  gut,  die  den  schaden  gedon  hant,  daz  men  rehtet,  wenne  ir  einre  ist  zu 
Schirmecke  ime  durne  gelegen  sit  pfingesten,  wie  demme  geschehe,  ebe  er  stürbe,  so 
möchten  etzliche  lüte  sprechen,  ich  hette  in  gedötet,    daz  mir  doch  leit    wer,   daz  es   35 


1  Vgl.  ob.  nr.  271  u.  273. 

2  Vgl.  ob.  nr.  273  art.  3. 

3  In  dies  Jahr  meint  Cahn,  Münzgesch.  S-  50  d.  Brief  setzen  zu  müssen. 

4  seil.  Pfenninge. 


1387—1388  xv, 

mir  in  minen  sin  kerne,  gnedigen  heren  gebiiten  mir  zu  allen  ziten.  here  der  meister, 

gol  gebe  üch  glucke  und  heil,  also   vil   ich   gerne   hette,  daz    ir    uwer  meister.schafft 

wol  und  mil  eren  usz  u.szrihten. 

Claus    Rihter   dem  man 

sprichet  Tul/.si  lunan. 

[In  verso]    Den  frummen  wisen  und  bescheiden,  dem  meister  und  dem  rate  zu 

Straszburg. 

Str.  St.  A.  AA.  Monnaie  lad.  23/24  nr.  15.  or.  eh.  I.  el. 

Ebenda   lad.  26.  4.   Meister   und  Bat  kündigen  die  Absicht  an,  eine  neue  Münzordnung 
zu  erlassen  1389. 

1611.   König    Karl    VI.   von    Frankreich   an  Slraßburg  :    warnt    dringend   vor 
offener  Feindseligkeit  gegen  seinen  Schwiegervater  Herzog  Stephan  von  Baiern. 

[1388]  August  23. 

Karolus  dei   gratia  Francorum    rex    dilectis    nostris   de  consilio  ville  de  Stram- 

15  bourc    salutem  et   dilectionem    cum   sincere   dileclionis  afiectu.    dilecti  nostri.  ad  no- 

slram  pervenit  notiliam,  certas  discordias1  intcr  dilectissimum  patrem  nostrum  ducem 

Stephanum  Havarie    et    vos    motas  esse   vcl    in  brevi  moveri    debere    vosque  sibi  et 

suis  dampna  et  injurias  pro  posse  intulisse  et  inferre  cognari,  quod  nobis  in  non  mo- 

dicam  cedit  displicenliam  nee  immerito,  nam  amore  filiali  moti  nequiremus  ipsum  in 

20  quibuseunque  suis  necessitatibus  derelinquere,  quin,  si  et  quociens  fuerit  opportunum, 

auxilium,  consilium  et  favorem,  quos  poterimus,  sibi  prebeamus  et  vobis  displiceatiam 

qualitercunque  facere  nollemus.  quare  vos  rogamus  affectuose,  quatenus   ab   ineeplis 

desiatere  velitis  et  in  futurum   nil   dampni    sibi   vel   suis   inferre,  nobis    quaeeunque 

grata  volueritis  nos  facturos  rescribentes.         datum  in  hospitio  nostro  de  belle  Osamie 

•_>,   XXI II  die  augusti. 

Str.  St.  A.  V.  D.  G.  Bd.  84.«  or.  mb.  I.  cl.  (ohne  Adr.  i.  verso.)  Auf  dem  Bug :  Blanchet. 


1  Bezieht  sich  auf  den  Fürsten-  u.  Städtckricg  i.  Schwaben  u.  Baiern,  in  dem  Straßburg  und  der 
rlieinische  Städtebund  auf  Seiten  der  Städte  standen  und  von  letzteren  immer  wieder  zur  activen  Teil- 
nahme am  Kriege  gedrängt  wurden.     Vgl.  bez.  d.  Stellung  Slrassburgs  z.  B.  nr.  423. 

«>  2  Aus  demselben  Bestände  sei  hier  gegeben:  1)  ein  Brief  König  Karls  an  Strassburg  ohne  Jahresangabe: 

Karolus  dei  gratia  Francornm  rex  honorabilibus  et  potentibus  dominio  et  communitati  de  Estrabourc 
salutem  et  sincere  dilectionis  affectum.  lionorabiles  et  potentes,  nolentes  amiciciam  vestram  prolixis 
accedere  scriptaris  dilecto  et  fideli  scutifero  nostro  Johanni  de  Rapella  baillivo  de  Monte  qnedam 
nuper  intimavimus  nostra  et  regni  nostri  negocia  concementia  amicicie  vestre  nostri  parte  per  ipsum 

15  clarius  oxponenda.  eapropter  lionorabiles  et  potentes  amiciciam  vestram  rogamus  attencius.  quatenus 
ipsius  relacionibus  velit  tidem  indubiam  adhibere.  altissimus  vos  conservet  feliciter  et  longeve. 
scriptum  in  acie  nostra  juxta  villam  Bituricensem  in  Bituris  die  XX  mensis  junii.     [Auf  dem    Bug : 

Grasset. ]  l-ag»r  bri  Bovrge»  Juni  DO. 

2)  Karl  VI  an  Herzog  Stephan  :  gavisi  sumus,  nos  per  Bruni  de  Rebapetra  (!)  militis  vestri  vivas 
io    voces   comperisse,    vos    super   vestros   illarum    partium   Alemanie   inimicos   triuraphum    reportasse   et 

multas   civitat.es  oboedientiae   vestrae   snbegisse.       datum    Parisins    jannarii  die  nono. 

/'.iri.«  |  i:iH!>]  Januar  9. 

3)  Königin  Elisabeth  v.  Frankreich  an  ihren  Vater  Herzog  Stephan  :  ist  erfreut  so  gute  Nachrichten 
über  sein  Befinden  zu  haben  u.  d.  gl.      scriptum   in   monasterio  Marie    regalis   prope   Pontisaram  VII 

45   die  septembrio. 

VI.  UM 


856  1388 

1612.  Kurfürst  Ruprecht   I  und   andere  genannte  Fürsten,  die   zu    Würzburg 
versammelt  waren,  laden  [S'lraßburg]  zu  einem  neuen   Tage  in   Würzburg  ein. 

Würzburg  [1384-13S8??]  Ende  April/Mai. I 

Von    uns    Ruprecht   dem   eitern,    Steffen    und   Fridrich,   Ruprecht    der   jungest 
und  Albrecht  der  junger  pfallenczgraufen  by  Rine  und  herczogen  in  Payern,    Lamp-    s 
recht  zi'i  Bamberg  und  Gerhart  zu  Wirczburg  byschoff,  Wilhelm  markgrave  zu  Missen, 
Herman  lantgrave  zu  Hessen,  Fridrich  burcgrave  zu  Nürenberg  und  Ludwig  grave  zu 
Ötingen,  alz  wir  ietzonden  ze  Wirczburg  bij  einander  gewesen  sien: 

Unsern  grüsz  bevor  erbern  wisen  löte,  wir  lan  iuch  wissen,  daz  wir  und  die 
andern  erczbischoff  von  Mencz,  von  Triere  und  von  Cölne  rate  und  ouch  der  andern  m 
forsten  ieczunt  ze  Wirczburg  bi  ainander  gewesen  sin,  daselbs  hant  uns  etlich 
von  den  fursten  und  herren  unser  eynunge  faste  zu  gesprochen  umb  etlich  artikel, 
alz  man  zu  Mergentheim '  da  von  geschaiden  sy,  daz  in  daz  noch  vollenzogen  sy  und 
ouch  etlich  ander  bruch,  die  in  der  ainung  sider  her  geschehen  sy  von  iuwer 
etlichen  stetten.  dezselben  glichen  mainent  ir  villichte  ouch,  daz  üch  wider  umbe  u 
brüst  (?)  sie  gen  etlichen  fursten  und  herren,  und  wir  besorgen,  daz  grosz  irrung  dar 
in  vallen  möcht,  daz  wir  niht  gern  sehen,  so  hat  ouch  unser  herre  der  künig  ietzo 
sin  bottschaft  bi  uns  gehabt  und  hat  an  uns  geworben,  daz  er  an  sumnisse  zu  ainen 
andern  tag  umb  diz  pfingsten  gen  Heytingesfelt  komen  wolle,  dar  umb  han  wir  ainen 
andern  tag  uffgenomen,  daz  wir  alle  gen  Wirczburg  wider  komen  sullen  uff  den  sun-  2» 
nentag  dry  wochen  nach  dem  hailigen  pfmgsttag  nechst  komt  umb  notorft  willen  der 
egenanten  bruch  und  artikel,  die  etlich  von  uch  und  ir  gen  uns  hettent,  alz  vorge- 
schriben  stet,  durch  daz  wir  helffen  understen  in  der  zit.  dar  umb  begeren  wir  mit 
ernst,  daz  ir  ouch  uff  den  obgenanten  sunnentag  gen  Wirczburg  mit  macht  komen 
wollent  umb  die  egenante  sach   helffen  zu  understen,  alz  vorgeschriben  stet  und  sen-  2s 

c 

dent  dar  umb  zu  iuch  den  edeln  Fridrichen  graufen  zu  Otingen,  dem  wollent  geloben, 
waz  er  iuch  zu  disen  ziten  von  unser  wegen  sagende  sy.  geben  zu  Wirczburg  an 
mittewochen  nach  dem  sunnentag  Cantate  under  unser  herczog  Ruprecht  dez  eitern 
und  Steffen  pfallenzgraven  bi  Ryne  und  herczogen  in  Payern,  Gerhart  bischoff  zii 
Wirczburg,  Wilhelm  marcgraven  zu  Missen  und  Fridriches  burgraven  zu  Nürenberg  so 
insigeln  versigelt. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  48/49  C.  cop.  eh.  eoaev. 
1613.   Entwurf  eines    Bündnisses   der  rheinischen    und   schwäbischen    Bundes- 


1  Die  Datierung  des  Stückes  ist  unsicher .'  Fürstenvcrsammlungen  zu   Würzburg  sind  bekannt  1386 
Febr.  und  1387  März,  auf  beide  Jahre  scheint  dies  aus  dem  April   oder    Mai   stammende  Schriftstück    M 
nicht  zurückzugehen.    Vgl.  nr.  1613  den  Vertragsentwurf  v.    Würzburg,  zu  dem  dies  Stück   schon  wegen 
seines  Tagesdatum,  selbst  bei  frühstem  Osterdatum,  nicht  gehören  kann. 

*  ?  =  Zusammenkunft  v.  13Si  Febr.  oder  v.  3.  Aug.  1387.  D   B.  A.  I,  518.  S.  auch  oben  nr.  404 
Nov.  1387. 


1389  an 

städte  mit  den  (trogen.)  Fürsten   und  Herren  gültig   bis  0.  Georg  (28  24.  April)   und 

von   da   auf  ein   Jahr.  actum  WyrtzbOTg,   [ohne   Datum.] 

Wttrzburu  [J.'iS2—J8tl'J  vor  April  Zu].* 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  lad.  48(49  C.  fasc.  4. 
Abdruck  einer  Stelle :   Wencker,  de  ußburg,  142. 


Hill.  Kleinhenselin  von  Heiligen  stein  schwört  Urfehde  der  Sladl  Slrasshurg 
und  ihren  Bürgern,  besonders  dein  Allammeister  Cuntze  Müller,  dessen  Sohn  Conrat, 
Frau  Engele.  von  Heiligenstein,  seiner  Schwester,  seincni  Bruder  .lolians  von  Heiligen- 
stein dem  brediger,  Frau  Nese  von  Schönecke,  seiner  Muhme  .  .  .  von  soliches  an- 
io  griffes  und  gefengniszes  wegen,  so  ich  gefangen  bin  gewesen  von  den  erbern  wisen 
meister  und  rate  zu  Straszburg.  geben  an  dem  nehsten  mentage  nach  sant  Mathis- 
tage   des    heiligen   zwölfhnlleii   des  jores    1389.  1889  S*)>t<»iber  27. 


Str.  St.  A.  0.  U.  P.  u.  168|169.  or.  mb.  I.  pat.  sig.  delaps. 


1  Von  dem  nachträglichen  Abdruck  dieses  Stückes  ist  angesichts  seines  Umfangs,  seines  Charakters 
als  wohl  nicht  ausgeführten  Entwurfes  und  der  Unsiclierhcit  der  Datierung  abgesehen!  Einen  für  Stras- 
burg interessanten  Teil  des  sich  sonst  in  den  üblichen  Bündnisbestimmungen  haltenden  Textes,  Ab- 
machungen über  das  Außenbürgerwesen,  hat  Wencker,  de  usburg.  142 ff .  abgedruckt.  Dieselben  besagen: 

1.  Daß  man  keine  Stadt  oder  ganze  Ortschaft  der  fürstl.  Contraltenten  zu  Außenbürgern  annehmen  dürfe. 

2.  Daß  hingegen  die  Annahme  einzelner  Personen  aus  fürstlichen  Gebieten  gestattet  sei,  doch  unter 
der  Bedingung,  daß  sie  sich  alsbald  «bftweliche  und  habelichein  die  statt  setzen  und  ziifaen, 
in  der  sie  burger  worden  sint».  El  ist  aber  dazu  ein  verbrieftes  Uebereinkommen  mit  ihren  bisherigen 
Herren  innerhalb  Jahresfrist  nötig  oder  späterer  eidlicher  Nachweis. 

3.  Daß  Grafen,  Herren,  Ritter,  Klöster  und  Pfaffen  zn  Bürgern  anzunehmen,  auch  fernerhin  er- 
laubt sei,  wie  «von  alter  her». 

4  Daß  zu  Bürgern  aufgenommene  Eigenleute  und  Bauern  solcher  Fürsten  und  Herren,  die  nicht 
zu  diesem  Bündnis  gehören,  auch  fernerhin  außerhalb  der  Stadt  (uszenan  off  dem  lande)  sitzen  dürfen. 

5.  Daß  zu  Außenbürgern  angenommene  bwidesfürstliche  Leute  nach  ihrem  Abzug  aus  ihrem  bis- 
herigen Ort  in  die  Stadt  ihres  neuen  Bürgerrechts  ein  Jahr  lang  «sture,  gälte,  nntzal  und  freveln»,  tu 
denen  sie  verpflichtet  waren,  zahlen  sollen,  und  daß  man  sie  an  Leib  und  Gut  ungehindert  ziehen  lasse. 

WenQker  hat  das  mitgeteilte  Stück  ins  Jahr  1388  gesetzt.  Weizsäcker  [D.  R.  A.  II.  Einl  S.  7  Z. 
8—27]  verwirft  mit  Recht  diese  Datierung,  ja  er  bezweifelt  überhaupt  einen  solchen  sonst  garnicht  be- 
kannten Tag  zu  Würzburg  und  meint,  Wencker  habe  die  in  der  Uebersehrift  zu  jenem  Außenbürger- 
excerpt  gemachte  Angabe:  Verhandelt  'in  Würzburg'  nach  eigener  Vermutung  eingesetzt.  Das  ist 
jedoch  nicht  der  Fall,  sondern  unser  Stück  hat  als  Schluß  die  Angabe  .actum  Wirtzburg»  Laß 
Wenckers  Auszug,  der  sich  nach  Weizs.  mit  Bestimmungen  des  Ehinger  Bündnis  vom  9  April  82  deckt, 
aus  unserm  Stück  gemacht  ist.  wird  außer  durch  Wortlaut  und  Schreibweise  dadurch  bestätigt,  daß 
unsere  Vorlage  zu  Anfang  und  Ende  der  von  Wencker  mitgeteilten  Stelle  ein  altes,  wolU  von  seiner  Hand 
herrührendes  Merkzeichen,  ein  Kreuz,  aufweist.  Die  Existenz  eines  Würzburger  Tages  oder  wenigstens 
des  Vor  haben  s  zu  einem  solclien,  von  dem  nach  Weizs.  'die  Geschichtsschreibung  Umgang  zu  nehmen 
hat*,  kann  also  wohl  nicht  mehr  in  Zweifel  gezogen  werden. 

Die  Datierung  desselben  ist  jedoch  sehr  schwierig.  Der  von  Wencker  gemachte  Ansatz  (de  usb.  140) 
zwischen  dem  Mcrgentheimer-Tage  (Jan.  89)  und  dem  Egerer  Reichstage  (April  89),  der  also  nicht  das 
Jahr  1388,  sondern  März-April  1389  ergeben  würde,  hat  jedoch  keine  große  Wahrscheinlichkeit  für  sich. 
Er  bezeichnet  nur  das  letzte  mögliche  Datum !  Die  Würzburger  Tage  von  1386  und  von  1387  März 
sind  nach  D.  R.  A.  518  bloße  Fürstentage  gewesen.  Doch  ist  sehr  wenig,  besontlers  über  ersteren  be- 
kannt ! 


858  1390 

1615.  Wilhelm  zu  dem  Riet  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  die 
Städte  Mainz,  Worms,  Speyer,  Frankfurt :  haben  wegen  der  bei  ihnen  jährlich  üblichen 
Ratserneuerung  bisher  keine  Zeit  gefunden,  ihnen  wegen  der  Zahlung  der  28  <X)0  fl.  an 
Ruprecht  den  älteren  und  den  jüngeren  zu  antworten.  Sie  sind  zwar  entschlossen, 
demnächst  ihren  Anteil  an  der  Zahlung  gegen  Quittungsbriefe  an  Mainz  abzuliefern ;  5 
wollen  jedoch,  um  endlich  zu  der  ihnen  im  Friedensschluss  (in  der  sünen,  die 
zwischent  herren  und  stetten  zuging)  zugesicherten,  aber  bisher  nicht  gezahlten  Ent- 
schädigung für  Brandschatzung  und  Gefangenschaft  ihrer  Bürger  zu  kommen,  von 
diesem  Anteil  970  Gulden  zurückbehalten.  dal  um  feria  seeunda  proxima  post  diem 
sete  Agnetis  virginis  anno  1390.'  1390  Januar  24.   1(l 

Str.  St.  Ä.  AA.  111.  conc.  eh. 

1616.  Jean  de  Vergy  an  Strassburg:  entgegnet,  dass  seine  [schon  am  18.  Juli2 
von  ihm  bezeichneten]  Schädiger  doch  Strassburger  Bürger  seien,  und  verlangt  Ent- 
schädigung,        scriptum  die  4  septembris  anno  90.  1390  September  4. 

Str.  St.  A.  G.  D.  P.  lad.  22.  or.  eh.  I.  cl.  ling.  tat.  )5 

1617.  Bischof  Friedrich  von  Straßburg,  der  Abt  ton  Mvrbach,  Landvogt  rom 
Elsaß,  die  Stadt  Straßburg  und  die  Städte  Ilagenau,  Colmar,  Schlettstadt,  Ehn- 
heim,  Rosheim,  Kaysersberg,  Türkheim,  Münster,  Mülhausen  und  Seh  schließen 
einen  Vertrag  über  Gültigkeit  und  Conlrolle  der  im  Elsaß  umlaufenden  Straßburger 
Pfennige.  1390  December  2.   m 

Wir  Friderich  von  gottes  gnaden  bischof  zu  Strazburg,  Rudolf  von  denselben 
gnaden  appet  der  stifte  zu  Murbach  und  lantvogt  zu  Elsas  und  wir  die  meistere,  die 
schultheissen  und  die  rete  der  stette  Strazburg,  Hagenowe,  Colmer,  Sletzstadt,  Ehen- 
heim,  Rosheim,  Keisersberg,  Turenkeim,  Münster,  Mülnhusen  und  Sels  verjehent  und 
kündent  mengelichem  mit  disem  briefe,  alse  etwas  spannes  und  bresten  gewesen  ist  » 
in  den  stetten  und  in  dem  lande  zu  Elsas  und  öch  anderswä  von  sölicher  kleiner  und 
böser  Strazburger  pfenninge  wegen,  die  untze  har  aldä  gegangen  sint,  und  man  ge- 
nommen het,  daz  doch  dem  lande  und  den  lüten  und  mengelich  darinne  grössliche 
zu  schaden  kommen  ist,  das  also  wir  darumbe  und  durch  dez  landes  und  der  lüte 
darinne  und  mengeliches  notdurft  und  nutzes  willen  zusammen  geritten  und  kommen  30 
sint,  sollichen  gebresten  zu  versehende  und  des  landes  und  der  lüte  nutz  von  söllicher 
Strazburger  pfenninge  wegen  zu  überkommende,  und  sint  öch  wir  die  vorgenanten 
herren  und  stette  einhelleklichen  und  mit  wohlbedahtem  mute  überkomen,  das  man 
hinnanfürder  keine  andere  Strazburger  pfenninge  geben  noch  nemen  sol  danne  solliche 
Strazburger  pfenninge,  die  nit  gefallen  mügent  durch  die  ritern,  die  in  ieglichen  un-  & 
serre   der   vorgenanten   herren    stetten   und  in  unsern  den  vorgenanten  stetten  sint. 


1  Das  Stück  sollte  stehen  oben  zwischen  nr.  567  und  568. 

2  Vgl.  oben  nr.  591. 


1391  8M 

und    sol    öch   dis   vesteküche   also  wenn    und  stete  sin  und  hüben  in  alle  die  WIM, 


an 


also  davor  ist  bescheiden,  und  wenne  sante  Georien  dag,  der  nü  zu  nohe-t   kommet, 

Ivürkommen  und  vergangen  ist,  so  sol  man  darnach  in  allen  unsero  -teilen,  vesten 
und  gebieten  keinen  andern  Stra/burger  pfenning  nemmen  danne,  der  nit  durch  die 
vorgenanten  ritern  gefallen  mag.  welre  Slruzburger  pfenning  aber  danne  durch  die- 
selben ritern  vellet,  den  sol  nieman  andern  geben  noch  von  iemanne  nemmen.  und 
sol  och  danne  dieselben  Strazborger  Pfenninge  mengelich  sniden  äne  mengeliches 
irrunge  und  Widerrede,  und  süllent  wir  öch  bestellen,  das  das  also  geschehe  und 
vollefürel  werde  und  öch  hüten  darüber  setzen,  und  were  es,  daz  ieman  denheinen 
i»  nuwen  oder  alten  besnitten  Strazburger  pfenning  in  unsere  stette,  vesten  oder  gebieten 

I  Drehte,  darnach  süllent  wir  stellen,  wie  die  gerehtvertiget  und  gebeszert  werden) 
nach  den  schulden,  alse  danne  da  mit  geschehen  ist  äne  alle  geverde.  und  wände 
wir  die  vorgenanten  herren  und  stette  allesament  gelobet  hant  in  guten  truwen  alles 
daz  zu  haltende  und  getruweüche  zu  vollefürende,  daz  da  vorgeschrihen  slat,  so  hant 
15  wir  dez  zu  einem  Urkunde  unsere  ingesigele  allesament  an  disen  brief  gehencket. 
der  wart  gegeben  an  dem  ersten  fritdage  vor  sante  Nicolaus  dage  des  heiligen  bischofes 
in  dem  jare,  da  man  zalte  von  gotz  gebürte  drützehenhundert  jare  und  nüntzig  jare 
und  sint  dirre  briefe  drie  gliche :  der  einre  bi  uns  Friederich  bischof  zu  Strazburg, 
der  ander  bi  uns  dem  vorgenanten  Rudolfe  appet  zu  Murbach  und  lantvogte  und  dez 
ao  riches  sletten  in  Elsas  und  der  dritte  bi  uns  der  stat  zu  Strazburg  bübent. 

Nachschrift:    Dis  wurt  also   uff   disen  hütigen    sant  Nielaus    tag  gebotten   und    "••   • 
verkündet   in    allen    des  bysehofes  stetten  unde  gebieten  und   in  allen  riches  stetten 
in  Eylsasz,  daz  man  dis  aldo  und  hie  hinnanfürder  vestekliche  halten  sol  zu  glicher 
wise,  alz  do  vor  gelesen  ist,  wände  man  es  umbe  und  umbe  also  halten  wil. 

Str.  St.  A.  Monnaie  lad.  24  nr.  2.  cop.  eh.  coaev. 

Kit II.     Götze  von  Grostein  der  jünger  und  Claus  von  Grostein   ritten  gevettere 

schwören  der  Stadt  Strasshurg  Urfehde  wegen  der  Sache,  da  .  .  .  die  erbern  wisen 

der  meister  und  der  rat  Thoman  von  Grostein  ritter  unsern  vetter  und  uns  anegriffen 

unde  gefangen  hant.         geben  des   nehesten  frytages  vor  dem  Sonnentage  l.etare  zu 

an  inittenvaslen  des  jores  .   .   .   1391.  13U1  März  :/. 

Str.  St.  A.  AA.  u.  1417.  or.  mb.  I.  pat.  c.  8  sig.  pend. 

1619.  Zebische  von  der   Wkenmüln  verkündet,  dass  er  aus  der  Gefangenschaft 
der  Stadt   Strasshurg  bis  zum  8  September  entlassen   sei,   und   verpflichtet   sich   unter 
Stellung  von  Bürgen,  an  dem  genannten  Tage  in  die  Haft  zurückzukehren.1         geben 
■:>  an  dunrslage  nach  unsere  frowen   tage  der  erren  des  jores  .  .  .   1391. 

l.VJl  August  17. 
Str.  St.  A.  Abt.  IV  u.  46.  or.  mb.  I.  put.  C,  i  sig.  delaps. 


1   Unter  V.  C.  G.  K.  u.  23a.  liegen  Urkunden  gleichen  Inhalts  vor:  1)  vom  Miclulstuge  für  die  Frist 
bis  cum  s.  Martinstag  u.   2)  vom  Mittle,  vor  s.  Martin  (c.  4  sig.)  für  die  Frist   bis  llilarientag  sowie 
*»  3)  unter  Abt.  IV  u.  4G  t).  s.  Jergen  obent  13:>2  für  die  Frist  bis  Johaustag  de  teuffers. 


860  1393—1395 

1620.  Bischof  Friedrich  ton  Utrecht  an  den  Rat  von  Slraßbnrg .  bittet,  seinem 
Diener  Ltdo  Frieden  zu  gewahren,  da  dessen  Spotllieder  auf  Slraßbnrg  doch  nur 
die  Antwort  auf  viel  ärgere  6'traßbnrger  Lieder  auf  ihn  den  Bischof  gewesen  seien. 

Deventer  [nach  1393].1 

Unse   vrientlike    gruit    voirscreben.  eerbere   güede  vriende.    in   dien    tiden,   doe    5 
wy  tiegen  u    in    orloge    ende   in  kryge  weren,    worden  in  der  stad  van  Strae.sburgh 
vele  smeliker  sprüeke  ende  lyede  gemaict  op  ons,  onse   hulpere  ende   vryende,  daer 
Luto  ons  dyenre  oic  sprüecke  ende  lyede  teghen  makede  van  onsen  gehete,  die  doch 
bescheydeliken  begrepen  syn.  ende,  als  wy  verstaen,   wert  Luto  angebracht    und  ge- 
watent,    dat    hi  hem   voir   u    ende  voir   die   uwe    hüede,   want  ghi   hem   ongünstich   w 
zyt  omme  der  zacken  wille  voirscreben,  des  wy  doch  nyet  woil  geloeven   enkonnrn, 
want  wy  u  of  den  uwen  synt,    dat  wy    voir   ons    ende    voir  alle  onse  dyenre  oner- 
dragen  ende  gezwoent   syn   noede  enygen  krodt  of  hynder  mit  ongelike  doen  solden. 
ende  begheren  daerome  an  u,  dat  ghi  den  vorscreben  Luto  uyt  dyer  vrüchte(!)  ende 
anxte  wilt  laten,    soi  dat  hi  ons  ende  anders  syne  herrn  vrylike  dyenen  ende  veldes    lfi 
ende  Straten  sonder  anxt  van  u  moeghe  gebrüken,  dat  wy  tiegen  u  ende  die  uwe,  of 
sy  onser  erghent  bedorften,  gerne  voir  oeghen  willen  hebben.  ende  hier  af  wilt  ons 
uwe  bescreven  antworde  senden  by  desen  bode.  got  sy  mit  u.         gescreven  tot  De- 
venter des  manendags  na  den  sonnendage  vocem  jocundüatis. 

[In  rerso]  An  den  eerberen  meisteren  ende  raet  der  stad  van  Straesborgh  Düsen   m 
güeden  vrienden. 

Str.  St.  A.  AA.  1414  nr.  13.  or.  eh.  I.  cl. 

1621.  Schwartz    Reinhart    von    Sickingen,*  Amtmann  zu   Lauterburg,  bekennt, 
dass  Götze  Bösebast,  Schultheiss  zu  Lauterburg,  zwischen  ihm  und  der  Stadt   Slrass- 
burg  einen  Frieden  bis  S.  Johanstag  beredet  habe,  und  dass  er  denselben   getreulich   » 
halten  wolle.         geben   zu    Luterburg   uff   den  wiszen  sündag  anno  1394.    • 

Lanterbura  13U4  März  8. 
Str.  St.  A.  Abt.  IV  u.  71-72.  or.  eh.  I.  pat.  c.  sig.  i.  v.  impr.  delet. 

1622.  Bischof  Wilhelm  von  Strassburg  verkündet,  dass  er  eine  Sühne  gemacht 
habe  zwischen  der  Stadt  Strassburg  und  Gerhart  Schoup.         geben  zu  Mollisheim  uff  so 
zinstag  nach  des  heiligen  erützes  tag  als  es  funden  wart  in  dem  jare  13!»."). 

Mols/ieim  1890  Mai  4. 
Str.  St.  A.  AA    1418.  or.  mb.  I.  p.  c.  3.  sig.  pend. 

1623.  Pabst  Bonifaz  an  Strassburg:  bittet  Ludwig  von  Lichtenberg  zu  veran- 
lassen, die  drei  Lütticher  Cleriker  Beynerus  de  Meckenborgh,  Arnoldus  Jonchere  und  3ä 


1   Weil  bis  zur  Mitte  des  Jahres  13'J3  Friedrich  noch  Bisehof  von  Strasburg  war,  vgl.  oben  z.  B. 
nr.  775,  nr.  783  u.  a. 
ä   Vgl.  oben  nr.  811. 


1395-1398  «H 

Wynandus  de  Mosa,  welche  er  überfallen  und  gefangen  gesetzt  hat,  wieder  frei  tat 
damit  sie  ihre  Heise  nach  Rom    fortsetzen    können.         datnm   Home  apud    Sanctum- 
petrum  VII  id.  junii  pontificatus  nostri  anno  VI.  Rom  1395  Juni  7. 

Str.  St.  A.  V.  D.  G.  u.  88.  or.  mb.  I.  p.  c.  bulla  plumb. 

1(524.  Schwarte  Rudolf  von  Andela,  bischöflicher  Vogt  des  Districtes  Molsheim, 
und  der  bischöfliche  Prokurator  Gerhard  von  Dachstein  nebst  Vertretern  der  bischöf- 
lichen Ortschaften  :  Mols  heim,  Börse  h,  Mutzig,  Dachstein,  Bischofsheim 
bei  Rosheim,  Sulz,  Ergersheim,  Ernolsheim  bekennen,  dass  mit  ihrem  Wis- 
sen und  Zustimmnng  Bischof  Wilhelm  der  Stadt  Strassburg  für  eine  Schuld  von 
2000  //.  den.,  die  noch  von  der  10000  //.  Schuld  seines  Vorgängers  Bischof  Friedrieb 
herröhre,  die  Steuer  und  Bette  in  den  obengenannten  Orten  bis  zur  völligen  Zahlung 
der  Schuld  verpfändet  habe.  actum  4  kal.  sept.  anno  1395 — IC  kal.  mart.  anno 
1396.  1395  August  29-1396  ltbr.  14. 

Str.  St.  A.  AA.  u.  1425.  or.  mb.  I.  pat.  c.  8  sig.  pend. 

I(>25.  Swartz  Rudolf  von  Andelo  vogt  zi'i  Mollesheim  und  pfleger  in  der  pflege 
zu  Berncslein,  ich  Burgkart  Ilumbel  von  Stoffenberg  vögt  zu  Ortenberg  und  ich 
Julians  von  Kagenecke  hofemeister  rittere  verjehent:  .  .  .  inbetreff  des  zwischen 
Bischof  Wilhelm,  dem  Decan  Volmar  von  Lützelstein  und  der  Stadt  Strassburg  ab- 
geschlossenen Vertrages,  dass  sie  .  .  .  alle  die  stücke,  puneten  und  artickele,  die  in 
Li0  den  selben  briefen  von  unserre  ambahte  wegen  verschriben  staut,  gesworn  hant,  stete 
zii  haltende  und  ze  vollefürende  one  alle  geverde.  geben  an  dem  nehesten  fritage 
vor  dem  sunnentage  .   .  .  Judica  do  man  zalte   1300.  1396  März  17. 

Str.  St.  A.  AA.  u.  1422.  or.  mb.  I.  pat,  c.  3  sig.  pend. 
Ebenda  Urk.  gleichen  Inhalts  von  Burekart  von  Landesperg. 

l()2(i.  Barkard  Humbel  von  Stouffenberg,  bischöflicher  Vogt  zu  Ortenberg,  Ul- 
rich Krese,  bischöflicher  Procurator  des  Districtes  Ortenberg,  sowie  Einwohner  der 
bischöflichen  Ortschaften:  Oberkirch,  Renchen,  Griesheim,  Appenweier, 
Ulm,  Achern  und  Sa  s  sb  a  ch  bekennen,  dass  mit  ihrem  Wissen  und  Zustimmung 
Bischof  Wilhelm  der  Stadt  Strassburg  für  eine  noch  von  seinem  Vorgänger  Bischof 
Friedrich  aus  der  Schuldsumme  von  10000  U.  den.  herrührende  Schuld  von  4000  t& 
den.  die  Steuer  und  Bette  in  obengenannten  Orten  verpfändet  habe  bis  zur  völligen 
Bezahlung  dieser  Schuld.        actum  2  id.  sept.   1395—5.  id.  junii  anno  139G. 

1.3'.m  September  12-1396  Juni  9. 
Str.  St.  A.  AA.  u.   1425.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  5  sig.  pend. 

Ki2?.  Johann  von  Lichtenberg1  bekennt  für  sich  und  seine  Erben,  keinerlei  An- 


1  Derselbe  u.  sein  Bruder  Ludwig,  Domherr  z.  Straßb.,  schließen  mit  der  Stadt  einen  Burgfrieden 
wegen  ihrer  Burg  u.  Stadt  Lichtenau.  1399  raentag  nach  s.  Andrestag.  Str.  Str.  A.  AA.  n.  1792.  or. 
mb.  c.  3  sig.  pend.  '•'*S9  **•«•  * 


862  1396—1397 

sprüche  und  Forderungen  mehr  an  die  Stadt  Strassburg  zu  haben.         gehen  an  der 
nehesten  mitwochen  nach  sant  Ulrichs  tage  1:596.  1300  Juli  ">. 

Str.  St.  A.  AA.  u.  1693.  or.  mb.  I.  pat.  c.  1  sig.  pend. 

1628.  Graf  Friedrick  von  Hohenzollern  an  Strasburg :  }  billel  um  Entsendung 
zweier  Ratsfreunde  zu  einer  Tagleistung  in  Erbschaftssachen.  1806  Juli  7.    s 

Von  uns  grauff  Ffritz  von 
Hohen  Zolr  dem  eitern. 

Unser  gros    und    waz    wir    gütz    vermugen  voran,  lieben  die  von  Strauszburg, 
maister  und  raut.  wir  bitten  üch  iemer  durch  unsers  dienstes  willen  und  alle,  die  wir 
sin  erbitten  mügen,  daz  ir  uns  wellent  lihen  üwers   rautes  zwen  oder  dry  gen  Rott-  io 
wil  zu  ainen  tag,    da    unser  wip  und   grauff  Hainrich  von  Ffürstenberg  tag  la(i)sten 
wellent  von  ires  bruder  erbes  wegen,  grauff  Hansen  säligen  von  Ffürstenberg,  won  ir 
daz  grauff   Hainrich  langzit   entwert    und  röplich  genomen  hant.   dez  sint  auch  fünff 
ainen  gemain  komen  uff  unser  genädigen  herrschaft    landvogt   herr  Engelharten   von 
Winsperg,    won    uns   der  ainen  tag  ze  baiden  siten  verkünden  sol  hiezwüschen  und  u 
sante  Jacobs  tag  ahtag  vorhin.  .   lieben  die  von  Strauszburg,  haben  wir  ie  wider  üch 
getan  oder  ir  wider   uns,   daz  ist  doch  in  uns    gentzlich  abe,   daz   getrawin    wir,   ez 
sige  üch  auch,  und  wollen  üch  ez  wider  dienen,  wazü  ir  unser  gerüchent,    daz   wir 
getün  mügent,  won  ir  uns  doch  lieber  wissent  und  horent  unsern    gelimpff   und  un- 
gelimpff,    reht  und  unreht   denhain   unser    nauchgebur.    lieben  die   von   Strauszburg,  tq 
wellint   ir  uns  daz  ze  lieb  tun,    so   land   uns   dez   uwer  verschriben  antwurt  wissen 
by  disem  botten,   so  wellen   wir  üch   zu  genüg  enbieten  uff  den  tag  ze  koment. 

o 

datum   feria  sexta  post  Udalrici   episcopi  a,nno  domini  etc.  96. 

[In  verso]  Den  ersamen  wisen  wolbeschaidenn  maistern  und  raut  der  statt  zu 
Strauszburg.  « 

Str.  St.  Ä.  Abt  IV,  22.  or.  eh.   I.  cl. 

1629.  König  Karl  VI.  von  Frankreich  an  Meister  und  Hat  von  Slraßburg . 
hat  ihre  Briefe  erhallen,  versickert  sie  seines  Interesses  an  allem  Gemeldeten,  be- 
sonders an  dem  Schicksal  der  bei  Nicopolis  gefangenen  tilraßburger  und  beglaubigt 
den  Ueberbringer  des  Briefes  zu  mündlichen  Mitteilungen.        Paris  [1397]  Mai  13.    3" 

Karolus  dei  gratia  Francorum  rex  nobili  viro  Johanni  Zorn  alias  de  Eckerich1 
militi  magistro  et  consulibus  civitatis  Argentinensis  amicis  nostris  carissimis  cum 
intima  dilectione  salutem.  amici  carissimi.  litteras  vestras  nuper  per  dilectum  conci- 
vem   vestrum  Johanem  Michaeus  (?)  ad  nos  missas  vestra  noverit  amicitia  reeepisse 


1  Vgl.  oben  nr.  435  d.  Brief  Bottweils  üb.  Fried,  v.  Hohz.  u.  nr.  440   d.  Sühnebrief  Fried.' s  mit    3r, 
Straßb. 

2  Joh.  Zorn-Eekerich  war  1397  Stettmeister. 


1397—1398 

contentaque  in  eisdem  ac  omnia  et  singula,  que  idem  Johanes  parte  vestra  nobis  re- 
ferre  voluit  audivisse  mentioncm  inter  cetera  facientern  super  nonnullis  proceribus 
ac  viris  nobilibus  civitatis  vestre,  qui  latncntabiiili  conflictui  jam  dudum  in  Bulgaria 
dcprope  villam  Nicupoli,  proth  (!)  dolor,  in  tanta  strage  christianorum  commissa  inter- 
fucrant,  sub  |)otestate  perfidorum  Turcorum  ot  potissime  in  Bruxia  captivitatis  jugo 
(Iclcntis  et  miserabiliter  laqueatis.1  quare  non  lateat  eadem  vestra  dilectio,  nos  sem- 
per  erga  quevis  sua  rogata  paratos  fore,  prout  hec  et  alia  prefatus  concivis  vester 
baium  portitor,  cui  in  diccndis  lidcm  adhibere  velitis,  orethenus  vobis  latius  referet 
parte  nostra.         datum  Parisius  (!)  die  XIII  maii. 

[Auf  d.  Bug]   J.  d'Aunoy. 

Str.  St.  A.  V.  D.  G.  Bd.  84.3  w.  „&.  j.  d  (0hne  Adress.  »'.  verto). 

630.  Johans  Klobelouch  der  Meister  und  der  Rat  von  Strassburg  an  Basel : 
also  wir  üch  nehest  schribcnt*  so  getane  mere,  alse  uns  von  Franckefurt  bar 
uff  embottcn  waz,  und  wir  üch  schribent,  befündent  wir  dovon  üt  fürbasser,  wolten 
ii  wir  üch  ouch  lassen  wissen,  also  hat  uns  Lawlin  Lentzelin  uff  hüte  prime  zijt  ein 
brieff  verschriben  von  des  tages  wegen  zu  Franckefurt,  des  wir  üch  ouch  aber  ein 
abschrifft  bar  inno  scndcnl  verslossen,  das  ir  vch  darnoch  wissent  zu  rihtende. 
datum  die  dominica  ante  diem  saneti  Laurencii  martiris.  [1307  August  6.) 

Basel  St.  A.  Neb.  reg.  Cg.  III  n.  239.  or.  mb.  lit.  cl. 

2»  1631.  Saarburg  an  Strassburg:    lant  üwer  wiszheit  wiszen,  daz  wir  gebotschaft 

sint  von  unsern  glitten  fründen,  daz  uf  disen  sundag  zfi  naht  ein  folk  ligen  sülle  zu 
Herbctzheim  und  zu  Rymelingen  und  uf  disen  mondag  in  Elzas  ziehen  welle  .... 
geben  uf  sundag  noch  veschber  zit  anno  1397.  1397. 

Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  lad.  4ö|46.  or.  eh.  I.  cl. 

2-r>  1632.  Meister  und  Rat  von  Straßburg  quittieren  über  den  Empfang  von  2000 

(litlden,  als  Teil  einer  Schuld  des  verstorbenen  Bruno  von  Rappollstein  an  die  Stadt. 

1398  März  13. 

Wir  Lienhart  Zorn    genant  Schultheizz    der  meister  und  der  rat  von  Strazburg 

o 

kündent  mengelichem  mit  disem  briefe,  das  uns  Ulrich  von  Altenkastel  und  Peter 
so  von  Schutter  gegeben,  geantwurtet  und  bezalt  habent  2000  guldin  von  der  drier 
tusent  guldin  wegen,  die  der  durchlühtige,  hochgeborne  fürste  und  herre  hertzoge 
Lüpolt  hertzoge  zu.  Osterrich  etc.  unser  gnediger  herre  uns  und  etlichen  unsern 
burgern  schuldig  und  verfallen  waz  zu  gebende  zu  unser  frowen  tage  der  lichtmessen  F<*r.  j. 
nehest  vergangen  von  der  schulden  wegen,  die  derselbe  unser  herre  der  hertzoge  uf 


i   Vgl.  hierzu  oben  nr.  1218  u.  1229,  die  sich  ebenfalls  auf  Strassb.  Bürger,  die  der  Schlacht  r.  AV 
copolis  a.  1390  beiwohnten,  bezielten. 

»   Vgl   oben  nr    1270  Brief  v.  1397  August  2. 


VI. 


109 


864  1398 

sich  verfangen  het  uns  zu  bezalende  vür  den  edeln  seliger  gedehtnisse  herren  Brunen 
von  Rappoltstein.1  und  sagent  ouch  wir  vür  uns,  unser  bürgere,  den  die  schulden 
zugehörent  und  vür  alle  unsere  und  ire  nochkommen  den  obgenanten  unsern  gnedigen 
herren,  hertzoge  Lütpolden  zu  Osterriche,  sine  erben  und  nachkommen  der  zweyer 
tusent  güldin,  die  uns  uf  dise  zit  also  bezalt  sint,  quit,  lidig  und  lozz.  und  zu  eim  '•> 
urkünde  so  hant  wir  unser  stette  ingesigel  getan  drucken  zu  rücke  uf  diesen  brief. 
datum  feria  quarta  proxima  post  diem  seti  Gregorii  pape  anno  1398. 

1898  März  13. 

Str.  St.  A.  V.  C.  G.  K.  n.  23  <=.  or.  mb.  c.  sig.  impr.  del. 

1633.  Johann    von    Mülnheim    Rechberg     an     Johann    Bock    [Stettmeister]    in   io 
Strassburg:  wisse,  daz  die  herren  von  Bitsch  eine  huffunge  hont  uf  samstag  und  sich 
veste  beworben  hant.        geben  uff  mitwoche  noch  Agli  (?)  1398.  1398. 

Abt.  IV,  72.  lad.  28.  or.  eh.  I.  cl. 

1634.  Lienhart  Zorn  genant  Schultheiz2    der  Meister   und  der  Rat  von  Strass- 
burg an  den  Bürgermeister  und  den  Bat  zu  Basel  in  Sachen  der  Bitscher  Fehde '  .  .  .   u 
wir  hant  üch  vor  verschriben  und  verkündet,  in  welcher  mossen  wir  mit  allen  herren 
von  Bytsche  ein   tag  leistetent   zu   Buckenheim  vor   dem  hochwurdigen  fürsten    und 
herren  herren  Frideriche  ertzbischofe  zu  Colne,  und  wie  sie  uns  aldo  eren  und  rehtes 
uzgingent,  als  üch  das  noch  wol  indengkig  ist,  des  wir  getruwen.  darnoch  so  hat  der 
durchlühtige   hochgeborne  fürste  und  herre  hertzoge  Bdpreht  pfaltzgraff  by  Bine   des  2» 
heiigen  römischen  riches  öbirster  truhssesse  und  hertzoge  in  Peyern  sin  erbern  botten 
zu  uns  geschicket  und  uns  geton  bitten  und    ouch   verschriben,   das  wir  die  unsern 
zu  eime  tage  gen  Germersheim  zu  ime  gegen  den  herren  von  Bytsche  schicken  wol- 
lent,  so  wolte  er  sich  mögen,  obe  er  uns  verrihten  möhte;    demme    habent    wir   des 
tages  gevolget  und  hant  zu  sinen  gnoden  gen  Germersheim   unser  erbern  botten  mit  » 
des    erwürdigen    herren  herren  Wilhelms    byschoffs   zu   Strazburg   botten   geschicket 

mr:  g7.  und  uf  die  mitwoche  vor  dem  heiigen  palmtage  nehest  vergangen  mit  allen  herren 
von  Bytsche  ein  tag  aldo  geleistet,  und  noch  vil  reden,  die  sich  uf  dem  tage  wider 
und  vür  verlieffent,  so  hant  unser  erbern  botten  vor  dem  vorgen.  herren,  dem 
hertzogen  die  kerunge,  die  uns  die  herren  von  Bytsche  billiche  detent,  underwegen  3" 
gelossen  und  hant  allen  herren  von  Bytsche  gebotten  reht  zu  tünde  umbe  alles  das, 
daz  sy  uns  semetliche  oder  besunder  ane  zu  sprechende  habent,  waz  wir  in  von 
eren  oder  rehtes  wegen  tun  sollent  also,  das  si  uns  des  glichen  an  stund  hinwider 
deten  und  uns  das  versichertent,  das  wolten  wir  in  ouch  hinwider  tun.  das  hant  sy 


1  Hiernach   ist   der  Tod  Bruno's  früher  anzusetzen   als  14.  Mai,  teelches    Datum  Albrecht  (Rapp.    35 
Urkb.  II,  nr.  612)  nach  einer  Notiz  im  Colm.  Arch.  giebt. 

2  Meister  1398. 

3  In  Abt.  IV  nr.  29  findet  sich  ein,  465  ritterliche  und  fürstliclie  Namen  umfassendes  Verzeichnis 
aller  der  Widersager  Strassburgs  in  dem  Kriege  der  Stadt  mit  dem  Herrn  von  Bitsch,  deren  Absage- 
Briefe  dem  Bäte  in  den  Jahren  1397  und  1398  vorgelegt  sind  (presentate  sunt).  40 


1398—1400 


»J5 


von  uns  vor  dem  vorgn.  herren  dem  hertzoge  uz  geslagen.  dis  verkünden  wir  uwere 

Killen  fründschaft.  were  das  ir  von  ieman  üt  anders  hortent,  das  ir  daz  nil  gelöbent, 

denne  es  sieh  in  der  worheit  also  vindet,  alse  wir  üch  sehribent  und   uns   des   ver- 

antwurtent,    alse    wir    üeh    besunder  getruwent,    das  wellen  wir  gern  umbe  üeh  zu 

widerdienende  haben.  datum  feria  quarta  proxima  post  dominicam  Palmarum. 

(1898  Ajtril  3.]* 
Basel.  St.  A.  Neb.  Reg.  G.  III  nr.  259. 


1635.  Burckarl  von  Wangen  dem  man  sprichet  von  Altdorff  bekennt,  dass  er  vor 
Meister  und  Hat  das  Strassburger  Bürgerrecht  erhalten  und  beschworen  habe.  geben 
samestag  nach  s.  Martins  dage   1398.  iws  November  10. 


Str.  St.  A.  G.  ü.  P.  u.  272.  or.  mb.  I.  c.  1  sig.  pend. 


163CJ-     Herzog  Przemislaw   an    Strassburg. 
noch  Valentini. 

Str.  St.  A.  AA.  113.  or.  eh.  I.  cl. 


gebet)    zu    Mencz  am  sunabende 
Mainz  (1400  Februar  21.]* 


1637.  Wilhelm  Metziger,  der  Ammeister,  und  Heinrieh  Kranich,  Ulrich  Gosse 
und  Hülin  Uarpfennig,  Altammeister,  entscheiden  auf  Antrag  einen  Streit  der  Obesser 
und  Altgewänder,  der  entstanden,  weil  erstere  auch  «kouffent  und  verkouffent  gewant, 
mentel,  rocke,  sleyger,  harnesch,  hemede,  brüche  und  ander  dinge  •  und  letztere  auch 
handeln  mit  «obesz,  hunre,  kese  und  eyger  und  des  glich»,  dahin,  dass  jeder  bleiben 
soll  bei  seinem  einmal  gewählten  Handwerk  »und  ouch  mit  der  geselleschafft,  mit  den 
er  das  antwergk  tribet,  liep  und  leit  liden  zu  der  stöben  und  in  gehorsam  sin  zu 
allen  iren  dingen  als  ouch  die  andern  one  alle  geverdc.  wer  es  ouch,  das  dhein 
obesers  und  kesers  frowe,  der  von  den  grempern  zu  den  altgewendern  yegenote 
kumpt,  obesz,  kese,  hünre  und  desglich  veil  wolte  haben,  die  mag  es  wol  tun  mit 
solichem  underschide,  das  si  den  gremppern  und  obessern  dovon  zur  wochen  einen 
pfennig  in  zur  buhsse  sol  geben,  und  wer  es,  das  die  grempper  den  pfennig  zur 
wochen  zu  gebende  in  selber  abliessent,  so  solltent  der  altgewender  frowen,  die  also 
zu  in  komment,  diwile  sie  obesz  oder  der  vorgen.  dinge  glich,  das  der  grempper 
antwergk  zu  gehöret,  veil  habent  und  tribent  und  nit  vi'irbasser,  alles  ungeverliche, 
doch  mit  beheltnisse  meistere  unde  reten  der  stette  zu  Straspurg  etc.  geben  an 
dem  nehesten  mentage  vor  unser  fröwentag  der  jünger  in  dem  jare  1400. 

140O  September  6. 
Str.  St.  A.  G.  U.  P.  u.  11.  or.  mb.  c.  4  sig.  pend.  delaps. 


i   Vgl.  oben  nr.  1351. 
35  »  Das  unter  diesem  Datum  i.  D.  li.  A.  III  nr.  122  gedruckte  Stück  ist  oben  S.  9  nr.  17  Anmerkg. 

gegeben,  weil  es  (mich  Qwi&äl,  Sldteb.)  nicht  ins  Jahr  1400  sondern  1381  gehört 


866  1400 

1638.    Probst  Rfilman  von  Allerheiligen  im  Schwarzwalde  bekennt,  dass  er  vor 
Meister   und  Rat  das  Bürgerrecht  empfangen  und  beschworen  habe  für  10  Jahre, 
geben  uff  donnerstag  vor  .  .  .  do  man  zalt   1400.  1400. 

Str.  St.  A.  G.  U.  P.  u.  272.  or.  mb.  (stark  beschädigt)  c.  1  sig.  pend.  delaps. 

Originale  sind  nachträglich  im  hiesigen  Archiv  gefunden  zu  folgenden  Stücken, 
die  oben  nach  Copien,  Briefbüchern  u.  drgl.  oder  nach  Originalen  anderer  Archive 
mitgeteilt  sind : 

Zu  nr.  157.  (1383  Nov.  24)  G.  U.  P.  222/23  u.  or.  mb.  lit.  pat.  c.  3  sig.  pend. 

Zu  nr.  348.  (1387  Febr.  7)  V.  D.  G.  u.  88.  or.  mb.  c.  bul.  delaps. 

Zu  nr.  425.  (1388  Febr.  17—24)    Abt.  IV    u.  122  \    or.    mb.  1.  pat.  c.  2  sig.  pend. 

delaps.  (rot  u.  grün.) 
Zu  nr.  665.  (1392  Mai  22)  V.  C.  G.  K.  u.  23  b.  or.  mb.  c.  1  sig.  pend. 
Zu  nr.  751.  (1393  März  16)  Abt.  IV  u.   131—132.  or.  mb.  c.   1  sig.  pend. 
Zu  nr.  803.  (1393  October  19)  AA.   113  u.  or.  mb.  c.   1  sig.  pend. 
Zu  nr.  817.  (1394  Januar  2  geben  off  den  fritag  nach    dem  jarestage)  G.  U.  P.  lad.    15 

166.  or.  mb.  1.  pat.  c.  sig.  pend.  mut. 
Zu  nr.   1402.  (1398  Juli  11)  AA.   1421  u.  or.  mb.  1.  pat.  c.  2  sig.  pend. 
Zu  nr.   1446.  (1398  Nov.  19)  V.  C.  G.  K.  u.  38.  or.  mb.  1.  pat.  c.   10  sig.  pend. 
Zu  nr.  1497.  (1399  Aug.  28)  und  andere  (nicht  aufgenommene,  aber  oben  S.  774  An- 

merk.   1   nach  Copialbuch  erwähnte)  Herrensteiner  Urkunden.  V.  C.  G.  K.  u.  38.   so 

or.  mb.  c.  sig.  pend. 
Zu  nr.  1586.  (1400  Nov.  8)  AA.  4  u.  or.  mb.  c.   1  sig.  delaps. 


le 


REGISTER. 


NAMENREGISTER. 


A. 


Aachen  Ache  369.  548. 

Wilhelm  zu  Wide  Probst  zu  —  158. 
Aalen  Ahm  i.  Würtb.  17.  21.  64. 
Aar  FIuss  28.  147. 
Aargau  Ergew  472. 
Abrara  Sohn  von  Hnd'  (Jehnda)  Jnde  von  München 

Abraham  von  Spire  Str.  Jude   199.  211. 
Abraham  Mann  der  hinkenden  Belin  Str.  Jnde  95. 
Absperg  Steffan  von  —  598. 
Ache  s.  Aachen. 
Achenheim  w.  Str.  359. 
Berthold  von  —  Ritter  152. 
Johana  —  Claus  seligen  snn  Const  v.  St.  Tho- 
mas 379.  393. 
Röselin  von  —  215. 
Achern  in  Baden  416.  861. 
Acolonie  Cardinal  von  —  480. 
Adehart  Reimbold  von  -   Saarbarg  630. 
Adelheid  Königin  Gemahlin  König  Ruprechts  805. 

s.  Baiern  —  Pfalz. 
Adelnhofen  ?  Adelhof  b.  Denzlingen  i.  Baden  522. 
Ageifolie  s.  Agrifolio. 
Agersheim  s.  Oggersheim. 
Agnese  Henselin  —  der  Wollschlägerknecht  23. 
Agrifolio  (  =  Aigrefeaille  b.  Limoges  i.  Frkr  ) 

der  widercardinal  (Wilhelm)  von  —  16. 
Air  Jehan  d'  —  lothr.  Ritter  633. 
Alb  Obrecht  von  —  433. 
Albe  Colon  von  —  ein  Schütze  521. 

Albe.fIünS.  T.  (=  Johan»  von  B'tsch  s.  auch  Bitsch) 
lbd.  165.  180.  190.  207.  212.    224.   225.   231 
421.  422.  426.  427.  430.  432.  518.  776. 

Alben  Heinrich  —  Str.  Söldner  518. 


Albesheim  Gobel  von  -  Str.  Söldner  518 
Albrechtsthal  Obrehtztaldas  -  272.273.639.641 .642. 
Aldendorf  (?  ;=  Altdorf,  welches?) 

Johann  Graf  von  —  150. 

Ruprecht  Graf  von  —  150. 

AIe"«£S  ^'ipp  VOn  *"  Cardinal  Bischof  v.  Ostia 

Alestein  Johan  —  g.  Harleston. 
Alfesheim  610. 

Allerheiligen  Kloster  i.  bad.  Schwarzwald 

Kfllmnnn  Probst  von  —  866. 
Altperg  Burg  (?)  i.  d.  Gegend  v.  Nürnberg  245. 
Alsacia  s.  Elsass. 
Altdorf  Altorf  ö.  Molsheim 

Cuntzel  von  —  727. 

s.  Wangen  Burckard  von  —  gen.  von  — . 
Altencastel  Burg  ^  Hoh-Rappoltstein  b.  Rappolts- 

weiler  Ulrich  von  —  s.  Rappoltstein. 
Altheim?  =-  Altonheim    i.   Baden   Kr.   Offenbare. 
428.  429.  6 

Heinmann  von  --  521. 

Martin  von  —  gen.  dnrehs  Hus  776. 
Altorf  s.  Altdorf. 

Alzei  Alczei  sü.  w.  Mainz  169.  523. 
Amberg  n.  w    Regensburg  189.  219.  564. 

s.  Heckel  Hans  — . 
Ameville  Jehan  Noiret  de  —  638. 
Ammerschweier  sü.  Rappoltswciler  656. 
Andegoye  s.  Anjon. 
Andela  s.  Andlau. 

Andlau  Andelau  Andela  Andelaho  Andelahe  sü  w 

Barr  610. 
Aebtissin  von  —  679. 
Herren  von  —  645. 
Eberlin  von  —  Vetter  des  Heinr.  648. 
Friedrich  Jörge  von  —  648. 
Georg  Jerge  von  -  Hauptmann  der  Gesellschaft 

mit  den  Martinsvögeln  551.  553.  648.  676 


870 


Andlau 


Baiern 


Heinrich  von  —  gen.  Stoltzmann  522.  648.  781. 
782.  784. 

Klein  Rudolf  von  —  648. 

Schwarz  Rudolf  von—  Vogt  zu  Molsheiui  111. 
522.  551.  589.  592.  617.  Wi.  728.  787.  788. 
861. 

Tarc  Heinrich  von  —  648. 

Jeckelin  —  Städtebote  v.  Speier  222. 
Andres   der    Bergknecht    Str.  Bürger  in  Lingols- 

heim  62. 
Anjou  (Andegoye)  Herzog  von  —  61.  63. 
Anneheim  ?   =  Auenheim  i.  Baden  n.  Kehl  436. 
Ansiel  Herzog  von  —  58. 
s.  Anthonienhaus  s   Isenheim. 
s.  Anthonienhof  Frantze  in  —  390. 
Antiochia  Wenzel  Patriarch  von  —  778. 
Appenweier  i.  Bad.  861. 
Appesberg  Heinrich  von  —  491.  492. 
Appeter  Claus  —  696. 
Apt  Ülin  —  724. 
Arge  Heinrich  —  Arameister  2. 
Argentina  s.  Strassburg. 
Ariga  Jaquelinus  —  595. 
Armbmster  Armbroster 

Cftntz  Conrad  Cnnrad  —  Str.  Büiger  zeitw. 
Ammeister  Mitglied  der  Goldschmiedszunft  48. 
181.  182.  184.  319.  387.  389  416.  508.  509. 
513.  571.  594.  598  661.  667.  693.  694.  709. 
721.  724.  754.  758. 

der  Tochtermann  des  C&ntz  —  389. 

Katharina  —  Frau  des  Cftntz. 

Obrecht  —  i.  d.  Tucherzunft  508. 
Armleder  s.  Massembach. 

Arner  Heinzmann  —  Str.  Söldner  425.  522.  676. 
Arnoidesheim  (=  Arnoldsheim  Hessen-Nassau.) 

Henne  von  —  gen    Babest  213. 

Henne  D&de  von  —  213. 
Arras  i.  Frkr.  177. 
Arzenheim  sü.  Markolsheim  522. 
Aschaffenburg  286.  287.  288. 

Archiv  zu  —  670.  673. 

Schloss  von  —  28. 
Aschau  s.  Eschau. 
Aszel  (?  sü.  Beifort  ??)  456. 
Andre  Jacomi  von  —  ein  Bogener  522. 

Augsburg    Augspurg    Ogspurg  17.  21.  31.  35.  64. 
68.  109.   124.  128.   161.  224.  234.  241.  369. 

Bischof  von  —  124. 

Juden  von  —  128. 

Ismahel  von  —  128. 

s.  Steffan. 
Aunoy  J.  d:  —  863. 
Aureliens  Herzog  von  —  s.  Orleans. 
Aveley  Gairet  d'  —  lothr.  Ritter  633. 
Avignon  Avion  der  Widerpabst  von  — 
7.  720 

8.  Elyot  von  —  Str.  Jude. 
Avion  s.  Avignon. 


B. 


Babenberg  s.  Bamberg. 
Babest  Hartliep  —  665. 
Bach  abgeg.  Sohloss  zw.  Bühl  u.  Kappelwindeck. 


Claus  von  —  Ritter  209.  241. 

Georg   Görg    von  —    markgr.   bad.   Hofmeister 

28.  627.  695.  719.  737.  753. 
Hans  Johans  von   —    Edelknecht  markgr.  bad. 

Diener  298.  300.  762. 
Hans  Spet  von  —  734. 
Bacharach  Bacherach  a.  Rhein 

Peter  von  —  Str.  Söldner  520. 
Backe  Claus  —  von  Löwenstein  Str.  Söldner  520. 
Backerat  Kimm  von  —   Str.  Söldner  520. 
Backurt  Menrin  von  —  bogener  Str.  Söldner  522. 
Baden  Markgrafschaft 
Markgrafen  45.  48.  236.  258.  299.  467.  491.  752. 
753. 


Bernhard  21.  89.  99. 

137.  151.  153.  154. 

253.  267.  274.  298. 

355.  357.  359.  360. 

374.  402.  403.  433. 

454.  455.  459.  471. 

499.  505.  516.  536. 

558.  560.  564.  566. 

582.  588.  589.  592. 

603.  604.  605.  606. 

621.  623.  624.  627. 

666.  674.  677.  678. 

694.  695.  696.  701. 
718.  719.  720. 
730.  733.  734. 
748.  750.  752. 

768.  769.  770.  774. 

780.  783.  785.  787. 


721. 
737. 
753. 


105.  110. 
157.  214. 
307.  320. 
361.  363. 
444.  445. 
472.  482. 
542.  547. 
568.  569. 
594.  599. 
607.  613. 
634.  640. 
687.  689. 
702.  708. 
722.  723. 
738.  739. 
759.  761. 
775.  776. 
789.  790. 


111.  119.  127. 
217.  247.  249. 
322.  326.  354. 
364.  368.  370. 
451.  452.  453. 
487.  495.  498. 
550.  554.  557. 
571.  573.  580. 
600.  601.  602. 
615.  617.  619. 
645.  653.  659. 
691.  692.  693. 
709.  711.  712. 
721.  725.  727. 
742.  743.  745. 
763.  765.  766. 
777.  778.  779. 
792. 


Rudolf  21.  99.  137.  151.  209.  213.  226.  228. 
236.  241.  243.  287.  289.  306.  307.  -  Herr 
zu  Röteln  635.  642.  650. 
s.  Hochberg  Markgrafen  von  — . 
Baden-Baden  100.    140.   151.    175.  190.  209.  214. 

258.   287.   306.   445.  454.  467.  472.  505.   551. 

554.   555.   557.   5.-8.  568.  569.  570.  582.   588. 

592.  594.  598.  599.  600.  605.  606.  617.  623. 

624.   627.   634.   653.  659.  666.  667.  674.  675. 

678.  690.  692.  693.  695.  701.  702.  708.  709. 

711.   720.  721.   722.  724.  727.  737.  738.   739. 

742.    743.   746.   747.  753.  759.  765.    770     778 

Anmerk.  780.    781.    783.    785.   786.  787.    792. 

834.  837. 
Amtmann  zft  —  s.  Staffurt  s.  Contzman  Hans  — 
8.  Knnrscber  Heintzeman  von  —    Str.  Söldner. 
s.  Slaffer  Cüntzelin  von  —  Str.  Söldner. 
Baden    in   Ergowe    Aargau    i.  Schweiz    163.  164. 

167.  457.  534. 
Bader 

Fritscheman  —  filius  Nicolai  balneator  i.  Kru- 

tenau  842. 
Nicolaus  —  i.  Krntenau  842. 
Ulrich  —  caupo  810. 
Baiern    Beiern    Beyern   Peigern  Peygern  28.  171. 

436.  463. 
Städte  in  —  196.  197.  227.  242.  274.  853.  855. 
Hauptmann   des    Landfriedens  in  —    s.  Swinar 

Borziboy  von  — . 
Herzöge   37.   45.  55.   124.   217.   220.  221.  227. 

228.  234.  235.  237.  239.  244.  250.  255.  259. 

260.  436.  541.  685.  764.  774.  791.  Vgl.  Pfalz- 
grafen. 

Adelheit  Gemahlin  Rupr.  HI.  805.  s.  Baiern- 
Pfalz. 

Adolf  113. 

Albrecht  (von  Straubing)  564.  856. 


Baiern  —  Beffort 


871 


Clemm  Klenn  s.  Baiern-Pfalz  Rupr.  III. 

Ernst  Sohn  von  Hans  v.  München  564. 

Friedrich  5.  XI.  10«.  109.  118.  Pfalzgraf  159 
171.  219.  221.  276,  491.  856. 

Hans  Johans  21.  26.  Bruder  v.  Stephan  35. 
276.  Herzog  v.  München  564. 

Ludwig  Sohn  von  Stephan  547.  548.  556 
558.  564. 

Ruprecht  s.  unter  Baiern-Pfalz. 

Stephan  Herzog  u.  Pfalzgraf  21.  25.  26.  31 
32.  33.  35.  92.  157.  159.  274.  276.  514. 
547.  548.  550.  554.  556.  558.  561.  565.  566. 
569.  573.  855.  856. 

Thaddaea  Gemahlin  von  Herz.  Stephan  Toch- 
ter des  Herzogs  Barnabas  Visconti  26.  s.  V. 
Baiern-Pfalz 
Pfalzgrafen  Herzöge 

Ruprecht  (I.  f  1390.  Febr.  II.  1390—1398.  III. 
1398-1410.)  4.5.92.  98.  113.  121.  125.  140 
169.  181.  219.  221.  211  242.  245.  251  252 
253.  254.  267.  281.  327.  328.  330.  331.  332. 
357.  479.  482.  688.  719.  747.  748.  749.  750. 
753.  759.  761.  777.  783.  856.  858.?  864. 

—  der  ältere  (?  Rupr.  I.  —  1390)  21.  29.  30. 
45.  der  alte  77.  98.  124.  126.  127.  132  134. 
143.  147.  150.  171.  207.  220.  231.  236.  43 
249.  275.  281.  282.  285.  286.  288.  290   299. 

300.  301. 

—  der  ältere  (Rupr.  II.  nach  1390)  281.  285 

301.  311.312.  H33.  367.  369.  375!  396.  398. 
495.  504.  522.  523.  536.  546.  547,  594.  606 
684.  692. 

—  der  jüngere  (Rupr.  II.  bez.  nach  1390 
Rupr.  III.)  2l.  29.  45.  77.  99.  220.  236.  301. 
308.  (der  junge  599.)  606.  684.  858. 

—  der  jüngste  (Rupr.  III.)  oder  Herz.  Clemm 
Klemm  Klenn  (Klein  ?)  Sohn  Rupr.  d.  Jün- 
gern (Rupr.  II.)  2J.  29.  99.  171.  219  492. 
553.  688.  709.  727.  783.  795.  856.  derselbe 
als  König  (1400-  1410)  s.  Ruprecht  König. 

Baicrsdorf  Pairstorff  i.  Baiern   (Mittelfrank.)  245. 

Bajesid  Sultan  667.  Anm. 

Baldack  Johann  —  Diener  des  Jobst  v.  Mähr.  619. 

Baldemar  Peter  -  Gesp.  d.  const.  i.  Oberstr.  512. 

Baideringen    Klesichin    von  —    Str.  Söldner  518. 

Balcix  de  Esche  Niclaus  —  lothr.  Ritter  641. 

Baldoltzhein  s.  Balzenheim. 

Balgshofen  Balshofen?  -  Balzhofen  b.  Bühl  i.  Baden. 

Eberhart  von  —  544.  594. 
Balingen  ?   =  Bahlingen    i.  Würt.   oder    =   B.  i. 

Baden  740. 
Balbronn  n.  w.  Molsheim  433. 
Balshofen  s.  Balgshofen. 
Baistat  (?  =  Baalstadt  i.  Franken). 

Schult  Cftntz  von  —  334. 
Balzenheim  Baldoltzheim  sii.  Markolsheim  522- 
Baltzweiler?  =   Balschweüer  n.  w.  Altkirch  637. 
Bamberg    Babem—    Bobenberg   -  bürg    93     273 
274.   275.   276.   280.  285.    286.  299.   316.  348. 
463.  707. 

Bischof  124.  130.  250.  251.  253.  281.  288.  307. 
327.   329.   348.   369.   376.   399.  401.  402.  404. 
491.  556.  596.  630. 
Lamprecht    (s.  a.  Brunne)  5.  6.   9.   171.  280. 

362.  3C5.  397.  440.   145.  449.  462.  463.  464 

683.  856. 

Bar  Bore    Herzog  von  —  (?   =  Bar  le  Duc)   369. 
547.  643. 

VI. 


Bären  Sigbot  zu  —  der  retscher  532  Anmerk. 
Baerer  Str.  Bote  183.  184. 

Barkemot  Schloss  des  v.  Blamont-Blankenberg  643. 
Barme  g.  Parme. 
Barpfennig 
die    -  264.  432. 
Claus  -  (cremer  Zft.)  389.  507. 
Rfilin  —  (cremer  Zft) 467.  507.508.  509.  510.  513. 
genannt    kremer    ammeister    668.    720.    756. 
76«.   776.    777.  782.   787.    795.  796.  799.  801. 
804.  805.  814.  820   altam.  865. 
Barr  Barre  Borre  n.  w.  Schlettstadt  334.  386.  651 . 
Hanseman  von  —  der  murer  817. 
s.  Wepferman. 
Barschebo   —  Borziboy  s.  Swinar. 
Bartenheim  Brant  von  —  Hauptmann  176. 
Bartenstein  Wilhelm  —  markgr.  bad.  Diener  691. 
Basel  Basilea  Basilia  6.  75.  81.  119.  125.  142.  147. 
157.   158.    160.    163.  164.  166.  175.  179.  183. 
190.    193.   216.    217.   247.  248.  249.  257.  258. 
259.  281.  291.  298.  355.  357  Anmerk.  358.  369. 
374.  472.   482.   505.   517.   595.   611.  612.  615. 
616.  627.   629.   635.   638.   642.   643.  646.  653. 
654.  658.   676.   677.   685.   686.   688.  689.  718 
739.  745.   747.  763.   764.    766.   778.  779.  788. 
790.  807.  863.  864. 
Bürgermeister  von  — 
s.  Berenfels  Arnold  u.  Werner  von  — . 
s.  Eptingen  Joh.  Püliant  von  — . 
s.  Marschalgk  Günther  —  Ritter, 
s.  Ramstein  Hanneman  von  — . 
s    Riche  Heinrich  —   Ritter, 
s.  Ziboll  Jacob  — . 
Ammeister  von  — 

s.  Wissenhorn  Walther   — . 
die  Kauflente  von   —  482. 
der  Büchsenschiesser  von  —   183. 
s.  Kfillin  dictus  de  — . 
s.  Rote  Hartman  — . 
s.  Starcke. 

s.  Sunnen  Christian  zer  — . 
Basel  Bistum  333.  354.  438.  467.  785. 
Bischof  von  —  39.   177.  614. 
Imer  von  Rarastein  97.  126. 
Wolfhart  von  Grenfels  39.  132. 
Pfleger  des   Bistums    —    Friedr.    Bisch,  v.  Str. 
333.  354.  438. 
Baseler  der  brotbecker  816. 
Baselevin  Luche  —  589. 
Basemunt  Ulrich  von  —  lothr.  Ritter  641. 
Bastenach   =  Bastognc  i.  Belgien  127. 
Banldoiche  Nemerioh  —  Ritter  Bürger  v.  Metz  637. 
Bavaria  s.  Baiern. 
Bavaria  Albertus  de  —  famulns  845. 

Beblenheim  Bebclnheim  sii.  Rappoltsweiler 

Bernhard  von   —  7. 

Johans  von  —  767. 
Becher  Lawolin  —   846. 
Becker  Johans  Hcnselin  —  Bürger    u.  Gesandter 

von  Worms  217.  222.  224.  242.  281. 
Beckingen 

Heinrich  von  —  34. 

Johans  Hans  von  —  Speirer   Kriegshanptmann 
176.  Str.  Söldner  521. 
Bedel  königl.  Diener  195 
Beffort  s.  Beifort. 

110 


872 


Beger  —  Besenkeim 


Beger  v.  Geispolsheim 
Albrecht  Obrecht  von  —  Ritter  5ol.  64«. 
Hans  von  —  Bruder  v.  Albr.  648. 
Wilhelm  —  Bitter  Vetter  v    Albr.  551. 
Beheim  s.  Böhmen. 

Beheim   Agnus   von  —  ein   bogener   Str.  Söldner 
522. 
Cftntze  —   Schuhmacher  70.  563 
Germe  von  —  Str.  Söldner  520. 
Wantelot  von  —  ein  bogener  Str.  Söldner  520. 
Wentzlaw  von  —  Str.  Söldner  520. 
Behnen  R&tschman  —  von  Münster  334. 
Beyer  Beier  Peyger  (v.  Boppard.) 

Conrad  -  her  86.  88  Anmerk    425.  437.  789. 
Heinrich  —  her  86.  88  Anmerk.  425. 
Beyern  s.  Baiern. 
Beildecken 

Fritsche  —  Bürger  u.  Schöffe  z.  Str.  25. 
Jeckelin  dictus  —  812. 
Beiler  Ludwig  —  Str.  Söldner  521. 
Beinheim  ö.  Hagenau  a.  Rhein  274.  320.  769. 

Claus  von  —  Caplan  d.  Markgr.  v.  Bad.  542. 
Beitton  Heinrich  der  —  ein  bogener  Str.  Söldner  522. 
Beldenlop  Johann  —  der  sniderkneht  v.  Keisers- 

lutern  835. 
Beifort  Beffort  456. 
Belis  Herzog  —  134. 

Bellegarde  Mondin  de  —  lothr.  Ritter  633. 
Bellenstein  Cunrat  —  Str.  Söldner  519. 
Beltzwilre    Heinczeman  von  —  Str.  Söldner  522. 
Bendeler  Jacob  —   de   Frankfordia   scriptor  846. 
Benestot  Conrat  von  —  ein  bogener  Str.  Söldner 

522. 
Benfeld    Benefelt   n.ö.   Schlettstadt  53.   107.   110. 
111.    121.   170.  200.   286.   526.  527.   625.  632. 
644.  662. 
der  Vogt  von  —  663. 

der  bisch.  Schaffner  zu  —  s.  Ensisheim  Walter 
von  — . 

Henselin  —  der  kremer  473. 
Benisch  Herr  —  764. 
Bennweier  n.  Colmar  501. 
Bensdorf   Benserdorf  i.  Lothr.  ö.  Mörchingen  88. 

s.  Ruldingen  Johann  von  —  Herr  zu  — . 
Bensheim  i.  Hessen  788. 
Benweiler  Benwilre  Kreis  Rappoltsw. 

Anshelm  von  —  641. 
Beraun   Bernau   Berne   Pernaw   i.    Böhmen    123. 

142.  559.  659. 
Berbay  Hanry  de  —  lothr.  Ritter  633. 
Berenfels  Berenvels 
Arnold  von  —  Bürgermeister  v.  Basel  635.  638. 
643.  646.   653.    654.   677.  766.  790.  792.  795. 
Werner  von  —  Bürgermeister  v.  Basel  81. 
Berer 
der  —  632.  662. 

Claus  Nicolaus  —  scab.  73.  Gesehwm.  d.  Münze 
94.    Gesandter   175.  258.   mag.  326.   const.  i. 
Oberstrasse   379.  393.  Geschworn.  d.    Münze 
497.  houptman  a   d.  wissen  turn  509.  —  const. 
i.  Oberstr.  512.  663.  —  mag.  816.  843.  —  sin 
sun  393. 
Hans  —  const.  i.  Oberstr.  379.  393. 
Läuwelin  —  Berers  sun  Hausgenosse  341. 
Berer  (?  auch  Verer)  Concze  —  123. 
Berg  Rudolf  —  764. 


Berge 

Johans  am   —  663. 

Walther  am  —  Meier  im  Albrechtsthal  641.  642. 
Bergau  Bergaw  Bergftwe  der  von  —  307.  328. 
Bergheim  Bercheim  n.ö.  Rappoltsweiler  178.  437. 
457.  537.  582.  624.  625.  627.  628.  631.  652. 
Anmerk.  655.  656  692.  782.  785.  Ober  —  539. 
Bergzabern  i.  Pfalz  147. 
Berlin 

Hans  —  houptman  268.  const.  z.  Münster  512. 

Johans  —  (?  =  Hans)  mag.  334.  336.  343.  const. 

z.   Münster   384.   390.    mag.    685.    houptman 

688.  cons.  757.  mag.  816.  827.  828.  843. 

Mürsel  —  const.  z.  Münster  385. 

Bennan   Clans  —  Ammeister   553.  567.   592.  594. 

Altammeister  667. 
Bern  Beine  i.  d.  Schweiz  139.  147.  148.  149.  369. 
685. 

Berne  Uliin  von  —  Str.  Bürger  45.  664 
Bernau  Pernau  s.  Beraun. 
Bernbach  Jeckelin  —  Ritter  224. 
Berner 

Cftntzelin  —  der  tucher  24.  837. 
Hügelin  —  Gesp.  d.  schiflüte  513.  739. 
Bernhard  Markgr.  v.  Baden  s.  Baden. 
Bernhart 

Claus  —  der  schaffener  784. 
Hanneman  —  784. 
Heintzelin  —  840. 
Bernhardsweiler    Bernhartz    —    Bernaltzwilre    n. 
Barr  oder  sw.  Andlau 
Claus  -  Str.  Bürger.  Gesp.  d.  schiflüte  388.  787. 
Bernstein  Bernestein  Burgruine  oberhalb  Dambach 
n.w.  Schlettstadt  207.  300.  654. 
d.  bischöfl.  Amt  —  593.  861. 
d.  bischöfl.  Vogt  zu  —  531.  544. 
s.  Andlau  Rudolf  von  — . 
s.  Grostein  Thomas  — . 
8.  Türkheim  Heinr.  v.  — . 
s.  Werdenberg  Graf  — . 
Berregart  =  Beauregard  b.  Diedenhofen  i.  Lothr. 
639.  641.  648.  649. 
Obrecht  von  —  832. 
Berrit  Johann  —  Str.  Söldner  521. 
Bersche  Johans  —  824. 
Bersch&t   Johan    Clar   von    —    ein   schütze  Str. 

Söldner  521. 
Berse  s.  a.  Börsch. 

Cloren  Hanseman  von   —  635.  636.  649.     \ 
Midehart  von  —  der  wolieslegerkneht  23. 
Lawelin  —   v.  d.  metzigern  473.  508.  Anmerk. 

510. 
Wilhelm  —  v.  d.  würten   389.   v.  d.  metzigern 
508. 
Berster  Peter  —  Str.  Bürger  264. 
Berthold  der  Schenk  v.  Herz.  Stephan  v.  Baiern  35. 
Bertholzheim  Heinrich  von  —  790. 

Bertsche  Bertsc.hin 

—  ein   Priester    u.   Conventbruder    v.  St.  Wil- 
helm 39. 

Henselin  —  Gesp.  d.  const.  i.  Spettergasse  2b8. 
512. 

Johans  —  const.  v.  St.  Thomas  379.  393. 

Nicolaus  —  canonicus  v.  St.  Thomas  375. 
Bertschin  ?  =  Bertsche. 
Berwangen  Albrecht  von  —  623. 
Besenkeim  s.  Besigheim. 


Besigheim  —  Blotzheim 


873 


Besigheim  Besenkeim  i.  Wärt.  a.  Neckar  605. 
Besselin  Conin  —    de  St.  Diey   lothr.  Ritter  633. 
Betenhofen  s.  Bettenhofen. 

Betlern  Beteler  Bctlarn   =   Zebrak  süw    Prag  85. 
250.  289.  290.  306.  308.    373.  374.    37ö.  SM. 
397.   402.  403.   443.  463.  487.  499.   500.  567. 
778.  793. 
Betschelin  von  Rosheim  const    z.  Münster  386. 
Betscholt  Betzscholt 

Henselin    —    Gesp.   d     würte    389.    Gesp.   der 
metziger  508.  509.  513. 

Johans  —  herr  668.  758. 
Bettenhofen  Betenhofen  n.  Str.  413.  414. 
Bettingen  (welches?) 

Arnold  Kroge  von  —  Str.  Söldner  519. 

Michel  von  —  Str.  Söldner  519. 
Betzinger  der  junge  837. 

Beumelin  Hense  —  v.  Küngeshofen  s.   K.  183. 
Benren  Bure  =  Lichtenthai  bei  Baden  213. 

der  Klosteramtmann  zu  —  213. 
Biber  Henselinns  —  textor  832.  844. 
Biberach  Bybrach  i.  Würtb.  17.  21.  22.  28.  64. 
Bicardy  s.  Picardie 

Bicdieschehan  ein  bogener  Str.  Söldner  520. 
Bicke 

Johann  von  —  Ritter  155. 

Robin  von  —  Ritter  155. 
Bicken  Bickere  die  von  —  224.  231. 
Bickenbach  Byckenpach  i.  Hessen  Kreis  Bensheim. 

Conrat  der  elter  von  —   158. 

Conrat  —  (der  jüngere)  s.  Sohn   158. 

Dietherich  von  —  (Sohn  v.  Cour.  d.  ä.)  158. 
Bickere  die  von  —  s.  Bicken. 
Bietenheim  Bfttenh—  Bütenh—  n.  w.  Molsheim 

Rudolf  von  —  const.  v.  S.  Peter  383.  391.  392. 

8.  Schmit  Claus  von  — . 

s   Sturm  Gosse  von  — . 
Bildehower  Johannes   —  814. 

Billeman 

Hanseman  Hanneman   —  filius  Joh's.  826.  846. 

Johannes  —   senior  826.  846. 
Billung  (als  Str.  Gesandter)  316.  455.  456. 

Claus  —  gen.  Guten-Claus  664.  668.  720. 

Hans  —  Schreiber  d.  Hofgerichts  zu    Rottweil 
751. 
Bussen  s.  Pilsen. 

Bilstein  Burgruine  sü.  w.  Rappoltsweiler  250. 
Bingen  Binge  a.  Rhein  28.  51. 
Bynheim  Haas  von  —  Str.  Söldner  520. 
Bintzelerin  die  —  839, 

Bippermantz  Jeckelin  der  hftptkanne  zürn  —  837. 
Birer  Claus  —  181. 
Birken  Bircken 

Claus  z&r  —   Sohn  v.  Herman  —  836. 

Herman  —  von  Sweigern  usz  Swoben  836. 

Läwelin  zur  —  const.  z.  Münster  385.  390.  391. 
473.  474. 

Niclaus  zu  der  —  (?  =  Claus  Sohn  v.  Herman) 
815. 
Bischof  Byschof 

Heintzeman  —  v.  d.  tuchern  21.  508.  513. 

Henslein  —   ein  arman  des  Bischofs  416. 
Bischofsheim  Schloss  ?  b.  Gr.  Gerau  28. 

b.  Molsheim  861. 
Bischofsheim  Byschofesheim  (welches?;  207. 

Jenchen  von   —  780. 


Bitgeh  Bitsrhe  Bytsche  605.  611. 
die    Herren  von  —    die  von  —    14.  20.  29.  67. 

283.   596.  619.   623.  649.  653.  665    670.  673. 

674  Anmerk.   685.  687.  688.  689.   690.    693. 

694.    701.    707    709.  719.  722.  729.  734.  735. 

742.   743.    746.    747.  749.  751.  752.  756.  777. 

864.   s.  Zweibrücken. 
Friedrich  von  —   654.   749.   759.    619  Anmerk. 

623.  777.  s.  Zweibr. 
Hanneman  von  —  der  junge  503.  504.  516.  759. 

609.  619  Anmerk.  623.  749.  750.  •.  Zweibr. 
Johann  von  —   8.  Albe  Hans  — . 
Symunt  jungher  von  —  418. 
Symunt  Simon  Wecker  von  —  Bruder  v.  Fried- 
rich —  u.  Hanneman  —  619.  623  Anmerk.  8. 

Zweibr. 
Wecker  von  —  (wohl   =  Symunt  Wecker)   118 

619.  s.  Zweibr 
Bitsch  Bitsche 
Cuntzelin  —  der  stubenkneht  810. 
Göldelman  der  lange  von  —  Str.  Söldner  519. 
Hans  -  847. 
Wolfelin  —  tragekneht    Bruder   von   Cuntzelin 

810.  841. 
Bituricensis  villa  Bituri  s.  Bourges. 
Blamont  Blanken—    Blanckemuerg  Blanckenburg 

i.  Frankr   sü.  w.  Saarburg  637. 
die  von  —  625. 
Herr  von  —  48.  640. 
die  Frau  von  -    785. 

-  der  Vater  (?  a  Heinr.)  687. 

—  der  junge  (?  =  Ulrich)  643. 

Heinrich  Herr  zu  -  81.  82.  162.  233.  634.  638 
647.  696.  710.  738. 

Thiebalt  von  —  selig  Vater  v.  Heinr.  81. 

Ulrich  von  —  sire  de  Fanlconmont  633. 
Blanchet  855. 
Blanckenberg  s   Blamont 

Hans  von  —  ein  genwer  Str.  Söldner  520. 
Blankenheim  Blanckenheim 

die  Frau  von  -    286. 

Friedrich  von  —  Bischof  von  Strassburg  s.  Str. 
s.  Basel  8.  Utrecht. 

Gerhart  von  —  655. 
Blanckenstein  Gerie  von  —  Str.  Söldner  519. 
Blappoltzheim   =   Plobsheim  bei  Erstem 

Johans  -  295. 
Blaufer  147. 
Blaurer  Plarer  Plarrer  Conrat  —  Bürger  v.  Con- 

stanz  630.  631.  764. 
Bieger 

Hanseman  —  balneator  filius  Jcckelini  820. 

Grede  —  uxor  Hansemani  820. 

Jeckelinus  —  820. 
Blenckelin 

Lawelin  —    (Vater)  const.  z.  Münster  327.  384. 
389. 

Lawelin  —  (Sohn)  const.  z.  Münster  3^4. 
Blenuille  Grimont  de  —  lothr.  Ritter  638. 
Blochholtz  der  alte  391. 

der  schaffener  391.  394. 
Blolsz  s.  Blosz. 
Blopsheiraer  s.  Plobsheimer. 
Blopzein  s   Plobsheim. 

Blosz  Blolsz  Lawelin  —  der  schifkneht  818.  843. 
Blotzheim 

Johannes  —  pellifex  844. 


874 


Bludenz  —  Bösebast 


Bludenz  i.  Vorarlberg   142. 

Herr  zu  —  s.  Werdenberg 
Blümelin 

Hanneman  -    const.  z.  S.  Peter  383.  391. 
Peter  —  const.  z.  Münster  385.  388. 
Blumenau  Blftmenowe 
ung.  -  268. 
const.  z.  Mülnstein  381. 
const.  i.  Kalbesgasse  391. 
juncher  —  const.  z.  S.  Peter  383. 
Clauczelin  de  —  311. 
Dietmer  de  —  311. 
Hans  von  —  570. 
Blumenberg  Blömenberg  —  Florimont  b.  Beifort 

456. 
Blumstein  der  schnchzter  835. 
Blfttelosz  843. 
Bobenberg  s.  Bamberg. 
BÖblin  Cftntz  -  622. 
Bochbartten  s.  Boppard. 
Bock  Bocke  Bogk  Bog  Bok 
der  —  134.  693. 
—  der  Meister  184. 
Claus  s.  Niclaus. 

Cftntze  —  Stettmeister  1.  2.  36.  41. 
Conrat  —   in  Westhus  651. 
Cüntzelin  —  der  gremper  668. 
C&ntzo  —  pater  Johannis  —  813.  842. 
Friedrich  —  221. 
Hans  s.  Jobans. 
Hans  —  in  Northus  651. 
Hans  Conrat  —    in  Mutzich  651. 
Hans  —  von  Rotweiler  524. 
Johans  —    der   eilter   const    z.  Mülnstein  381. 

der  eilter  i.  Kalbesgasse  373.  512. 
Johans    der    jünger  ?  =   Hans    der    jünger    i. 
Kalbesgasse?    H.    der   junge    353.  381.  511. 
517.  543.  630.  631. 
Johans  —  Sohn  von  Cüntze  71.  363.  451.  mag. 

813.  842. 
Johans   Hans   —    (wohl  =  obig.  Joh.  Cüntzes 
Sohn)    mag.    165.    166.    168.   180.  269.    unser 
burger  271.  Gesandter  n.  Prag  a.  d.  Kg.  327. 
329.   445.   446.   542  Anmerk.    543.    547.   548. 
549.   550.  553.   561.  562.   566.  573.   574.  590. 
596.    598.    609.    616.    617.    619.    Bockenhans 
herr  661.  662.  664.  677.  702.  707.  720.  mag. 
724.   729.  730.  734.  755.  757.   761.   764.   765. 
767.  768.  775.  782.  785.  789.  838.    mag.  864. 
Johans  —  von  Bockenhein  Bockenstein  389.  391. 
Katharina  —  Frau  von  Johans  —  des  Gesand- 
ten n.  Prag  562. 
Nicolaus     Claus     —     Geschw.    d.    Münze     94. 
mag.  112.  H.H.  120.  341.  mag.  351.  352.  353. 
const.  z.  Mülnstein  381.  mag.  391.  392   475. 
houptmann  a.  Steffanstor   693   Anmerk.   509. 
mag.  811.  817.  818.  843. 
Peter  —  houptm.  a.  Steffanstor  268.  Hausgen. 
d.   Münze    Bruder    v.    Claus    u.   Dlrich    341. 
const.  z  Mülnstein  381.  const.  i.  Kalbesgasse 
392.    Geschw.    d.    Münze   476.  s.  a    Böckelin 
Peter  — . 
Steffan  -  651. 

Dlrich  —  71.  94.  Bruder  v.  Claus  341.  Dir.  zftm 
—  376.  const.  z.  Münster  384.  390.  474.  663. 
693.  Anmerk.   768.   Gesandter   787.  795.   796. 
800.  801.  804.  805. 
Ulrich  —  Sohn  von  Ulrich  71.  94. 
—  junior  mag.  810.  841. 


Grosz-Dlrich  —  const.  z.  Mülnstein  381.  const. 

i.  Kalbesg.  392.  512. 
Klein-Ülrich    —    Hausgenosse    341.     const.    z. 

Mülnst.  381.  const.  i.  Kalbesg    392.  511.  711. 
Wolfhelm  —    houptm.   268.    Gesp.    d.  const.  i. 

Kalbesg.  512. 
Boeckelin 

—  selig  780. 

—  in  Grünwerdergesselin  const.  i.  Oberstr.  380. 
Bernhart  —    const.    z.  Mülnst.  381.    const.    i. 

Kalbesg.  388.  511.  dictus  —  815. 

Heinrich  —  gen.  Pfetzman  220. 

Johans  —  houbtman  48. 

Peter  —  const.  z.  Mülnst.  381.  const.  i.  Kalbesg. 
388.  392.  Gesp.  d.  const.  v.  S.  Peter  511.  824. 

Swartz  —  const.  i.  Oberstr.  394. 
Bockenheim  Buckenheim  =  Saarunion  864. 

s.  a.  Bock  Johans  — . 
Bockenstein  s.  Bock  Johans  — . 
Bodensee  die  Städte  am  —  142.  600.  793.    \ 
Bog  s.  a.  Bock. 

Bogener  Jeckel  —  Bürger  v.  Weissenburg  242.  349. 

Böhmen   Beheim    Behem    Peheim    Bohemia    253. 

289.    290.   329.   357.  491.    böhm.  Münze  494. 

555.   556.   559.   565.  567.  570.  573.  575.  586. 

597.  609.  611.  796. 

König  von  —  3.  5.  7.   13.  sonst  siehe  Wenzel. 

Königin  von  —  598. 

Margaretha  von  —    Schwester  des   Königs    16. 
Bolant  Neselin  —  814. 
Bolchen  Bollichen  i.  Lothr.  776 
Bölier  Rickart  -  Str.  Söldner  521. 
Böllelin  Peter  —  268. 
•   Bollichen  s.  Bolchen. 
i    Bolsenheim  ö.  Oberehnheim. 

Diebolt  von  —  651. 
Boltembach  Johans  —  der  schiffeman  826. 
Bommersheim  Bumraersheim  Schloss  i.  Nassau  A. 
Königstein  479.  528. 

Johans  von  —  528. 
Bon  Johans  —  Str.  Söldner  521. 
Bondorf  Burekart   von  —    der  elter  Str.  Söldner 

518. 
Boner  Jannin  —  Str.  Söldner  521. 
Bonn  Brechtel  (Albrecht)  -  Gesandter  v.Worms205. 
Bonn  die  Stadt  251. 
Bopfingen  Bopphingen  i.  Würtb.  17.  21.  64. 

ülricus  de  —  clericus  August,  notar  publ.  534. 
Boppard  Boppart,  Bochbartten   133.  327. 

s.  Beyer  von  — . 
Boppe  der  junge  goltsmid  —  513. 
Boppen  Bertschen  Henselin  —  819. 
Boer  Peter  -   548. 
Bore  Bar  s.  Bar. 
Borne  Börne  s.  Brunne 
Börsch  Berse  süw.  Rosheim  I.  414.  467.  861. 

s.  a.  Berse  Cloren-Hanseman,  Lawelin,  Wilhelm 
etc. 
Borsiboy  Borsiwoy  s.  Swinar. 
Bosch  Walram  von    dem  —  aus   Lüttich  kaiserl. 

Schreiber  i.  Str.  39. 
Böschwiler 

Dielen  —  748. 

Johannes  dictus  —  junior  textor  846. 
Bösebast  Götze  —  Schultheiss  zu  Lauterburg  860. 


Bosse  —  Bruxia 


875 


Bosse    IIoszc   Bfts  Herman    -    von  Waldecke  ein 

Edelknecht  112.  119.  190.  192. 
liosselor  die  —  505. 
Bossenheim  s.  Bosenstein. 
Büsenstein   Bossen—    Boszenstcin    Bossenheirn  b. 

Achcrn  i.  Baden 
Johans  von  —  bisch.  Vogt   zu   Ortembcrg  221. 

800.  875. 
Botdclcr?  574. 

Botzheim  Wilhelm  —  fi94.  699. 
Bötze  Bug  —  de  Eckbreht.swiler  831. 
Boullenvilleir  (BoulainvilliersV   Dep.  Soinrae). 
Peirceralz  de  —  lotln-.  Bittet  <>3:(. 
Thiebalt  de  —  Bruder  des  vor.  633. 
Borne  Peter  zft  —  813. 

Bourges    villa    Bituricensis   i.  Frankr.    D6p.  Cher 

8.;>5. 

Bourgon  Janeroy   lou  —  lothr.   Ritter  633. 
Brabant  Prafant  556. 
Herzog    von    —    u.    Lutzelburg    s.  Luxemburg 
14.  20. 

Wenzel  (iO.  67. 
Herzogin  von  —  763. 
Hcnikin  von  —  Str.  Söldner  521. 
Brftchelinshenselin    von     der     nuwen    müle     der 

schifkneht  dictus  Kincke  822.  843    s.  R. 
Brag  s.  Prag. 
Brager  Broger 
Hesseman  —  const.  z.  Münster  385.  390. 
Wetzel  —    Geschw.  d.  Münze  341    const.  v.  S. 
Thomas  379.  393. 
Brackonhcim  i.  Würtb.  Neckarkr.  599. 
Brandeck  Zinken  v.  Durbach  b.  Offcnburg. 

Hans  von   —  der  junge  531. 
Brandeis 
Arnolt  —  (d.  ältere)    v.  Lichtenau    brotbecker- 

kneht  818. 
Arnolt  —  (d.  jung.)  brotbeckeikneht  818. 
Brandenburg 

Markgraf  von  — 
Johann  —  (Herz  v.  Görlitz)  540.  567.  569.  570. 
571.  572.  573.  574.  586.  587.  590.  790.  793. 
Brantgasse  s.  Miilnheiin  in  — . 
Braunfcls  Brunenfeyls  Schloss  der  Grafen  v.  Solms 

b.  Wetzlar  s.  S.   123.  135. 
Braunsberg  Brunsperg 

Conrad  von  —  Meister  des  Johanniterordcns  in 
Deutschland  84. 

Braunschweig 
Herzog  von     — 
Friedrich  787.  7f8. 
Otto  63. 
Bregenz  Bregentz 

Conrad  Graf  v.  Montfort  u.   Heir  zu  —  21. 
Brohter  Hanseman  —  mensurarius  vini  831. 
Breisach  Brisach  in  Biisgftuwo  46.  47.  50.  75.  87. 
126.  160.  (Münzwesen  von  —   178.   179.)  291 
(Rheinfiächerei  326.   331.)  457.  514.  523.  524. 
525.   529.   538.   582.  586.  610.  613.  615.  618. 
646.  671.  684.  689. 
s.  Dünilieim  Eberhart  de  —  546. 
s.  Mathis  von  — 
s.  Sieher  von  — 
Breisgau  Brisgöuwe  737. 

Landvogt  in  —   s.  Malterer. 
Breitenbach   (?  Kr.  Schlettstadt).    Philipp  von  — 
Procurator  d.  geistl.  Gerichts  i.  Str.  404. 


Breitenstein  b.  Reutlingen  816. 

s.  Swop  Hans  — . 
Breitswcrt 
Cftnrat  -  nauta  881. 
Diu    -   Frau  des  Cunr.  Ml 
Blende 
Cftnrat  de  —  842. 

Henselin  de  —  scriptor  Vater  des  Cour.  812 
Brendclin  Heintze  -  der  schuchsütcr  831. 
Bretheim 
Yselin  von  —  Jude  211. 
Moises  von  —  Jude  95.  118.  208.  209.  211. 
Breusch  Brown«  Fluss  b.  Str    206.  229.  320. 
Breuschthal    Bri'ischtal   das  —  48.  121.   6X5    688 
655.  657.  854 
Vogt  dos  —  s.  Wintzenheim  Heinrich   -. 
Brichsen  s.  Brixen. 
Briden  Heintzeman   —  textor  847. 
Brieg  Bryge  Herzog  von  —  121. 
Britonos  Engländer  97. 
Brixen  Brichsen 

Doraprobst  von  —  479.  Meister  Walther  von  -  480. 
Bröderlin  Henselin   —  821. 
Bronchorst  Willem  here  van  —  363. 
Brötzelin  Egidius  —  846. 
Brucan  Castel  von  —  Str.  Söldner  520. 
Bruchei  Lawelin  —  der  vischer  766. 
Brnchusen  Gotschalk  von  —  171. 
Brücke  Wilhelm  von  —  Str.  Söldner  522. 
Bruckekast  Claus  -  der  genwer  Str.  Söldner  521. 
Brftderlin  Johans  —  der  schifkneht  830. 
Brug  monseignenr  —  641 

Brügeler  Johans  —  schöffe  an  der  kftfer  antwer^k 
143.   145.  214. 

Brugg  Brücke  i.  Aargau  i.  Schweiz  168.  171.  632. 
633.  693. 

Brügge  Brftghc  in  Vlandern  556.  557. 
Brumath  Brflmat  Prftmat  269.  270.  271.  272  312 
419.  481.  813. 

—  sartor  (?  =  Cftntze  — )  844. 

dictus  —  823. 

Cftntze  —  der  snider  633. 

Henseünus  —  der  tragekneht  847. 

Klein-Hug  von  —  270.  334    420 
Brun  Lawelin  —  const.  i.  Oberstr.  511. 
Bn'inckelin  Lawelin    -  der  winmesser  838.  847. 
Bn'mig  Reinbolt  —   selig  838. 
Brünlin  (?   s   Brun) 

der  harnescher  828.  s.  Jacob  — 

Claus  —  Geschw.  d.  Münze  94.  const.  i.  Oberstr 
380.  393. 

Jacob  —  der  harnescher  838. 

Lawelin  —  Geschw.  d.  Münze  341. 

Nicolaus  wohl  =  obig.  Lawelin  carabiarius  813. 
Brunne  Burne  Bftrne  Borne 

die   Gebrüder  -   (Besitzer  d.  Wasenburg)    746 

Lamprecht   von  743.    751.    s.  Bamberg   Bi- 

schof von  — . 

Wilhelm    von   —    Bruder  v.  Lampr    6.  9    336 
348.  365.  376.  743.  751. 
Brunnen  Hans  -  Str.  Söldner  519. 
Brftnnotz  sartor  820. 
Brunsperg  s.  Braunsborg. 
Einsehe  s    Breusch. 
Brnssa  Bruxia  i.  Türkei  863. 
Bruxia  s    Brussa. 


876 


Bube  —  Teschelin 


Bftbe  Heinrich  —  Leutpriester  zu  Rappoltsweiler 

664. 
Bubendorf  Gygat  von  —  Str.  Bürger  in  Lingols- 

heim  62. 
Buchau  Buchowe  i.  Würt.  17.  21.  64. 
Bnehhorn  Bftchorn  i.  Obeibaiem  17.  21.  64.   142. 
Bachsweiler  Bühswilre  n.ö.  Zabevn  674.  769. 
Bnckenheim  8.  Bockenheim. 
Budweis  526.  598. 

Buhard  Fridericus  —  prepos.  s    Thome    375. 
Büheler  Thomas  —  816. 
Bühl  u.  Ober-  i.  Baden  555.  674.  691.  696.  724. 

725.  730.  734.  746.  780.  785. 
Bühsener  Bühzener  Büssener 

Claus  —  const.  z.  Mülnstein  268.  381. 
Simunt  —  const.  z.  Münster  384.  390.  837. 
s.  Swarber. 
Bulach  B&lach  s.  Zorn. 
Bulachhans   B&lachhusz  das  —  in   Durbach   272. 

299.  s.  Durbach  s.  Zorn. 
Bulgaria  863. 

Bulpeszheim  Erbe  von  —  const.  z.  s.  Peter   383. 
Bülin  der  junge  i.  Aufrüstung  d.  schinute  507. 
Buman  Buman 
Burghart   Bürckelin    —    const.    i.  Oberstr.    380. 

388.  512.  822. 
Johans   —   burger   u.  schöffe    71.   magist.    138. 

const.  i.  Oberstr.  379. 
Nicolaus  -  799. 
Reinbolt  —  665. 

Walther    —    const.    i.  Oberstr.    380.    388.   812. 
burger  z&  Luterburg  491. 
Bünckelin  Heinrich  —  der  brieftreger  836. 
Bnmmersheim  s.  Bommersheim. 
B&r  Peter  von  —  600. 
Bure  s    Beuren. 

Burekart  der  schöne  der  vischer  818.  843. 
Bürgeleins  s    Bürglitz. 
Bürgelin  Burgelin  meister  —  Str.  Baumeister  123. 

183.  184. 
Burges  Jehan.de  —  lothr.  Ritter  641. 
Burggraf  —  grave  —  grofe  —  graff 

Dietrich  Diether  —  stettmeister    170.   353.  363. 
368.  juncher  const.  i.  Spettergasse  377.  stett- 
meister 398.  394.  423.  510.  542  Anmerk.  543. 
571.    664.   Geschw.  d.  Münze   698.  cons    757. 
720.    stettmeister   768.    773.    777.     818;   819. 
831.  832. 
Gosse  Gosze  —  juncher  Sohn  v.  Dietrich  const. 
i.  Spetterg.  378.  393. 
Burggraf  der  zu  Strassbnrg  s.  Strassburg. 
s.  Mülnheim. 
s.  Pfaffenlap. 
Burgheim  ö.  Barr 
Hans    von    —    (i.  d.  Aufrüst.  d.  schiflüte)   388. 
Str.  Söldner  521. 
Bürglitz  Bürgeiis  Burgelein  Burglins  b.  Beraun  i. 
Böhmen  156.  168.  194.  195.  198.  243.  277.  364. 
Burgöwe  Andres  —  seiler  667. 
Burgund  Burgun 
comitatus  Burgundie  465. 
die  Burgunder  Burgundi  61. 
Herzog  von  -   177.  369.  550.  645.  763. 
Philipp  —  54.  587. 
Bürkelin 

ein  Knecht  des  Heinr.  v.  Mülnheim  664. 
—  von  Rotwilr  184.  302.  s.  Rottweil. 


Lauwelin  —  von    Roszwilre    (Rosenweiler)   der 
gerwer  563. 
Burlebach  40. 
Burna  Heinrich  von  —  ein  bogener   Str.  Söldner 

522. 
Burne  Burne  s.  Oberbronn. 
Burne  Bftrne  Wilhelm  von  —  s.  Brunne. 
Burnentrut  Puntrut  s.  Porrentruy. 
Burtelgrifft  312. 

Busse  Johannes  dictus  —  tragekneht  847. 
Büssener  s.  Bühsener. 
Bfttenheim  s.  Bietenheim. 
Butterin  die  —  Str.  Bürgerin  582. 


G  s.  K. 


D  u.  T. 


Tachau  Dachowe  n.w.  Pilsen  i.  Böhmen  492.  553. 

554.  555.  556.  559.  560.  566.  609. 
Dachstein  DabichensteinDachenstein  Dapohenstein 
w.  Str.  62.  110.  111.  112.  132.  134.  136.  137. 
303.  304.  358.  414.  417.   531.  564.  595.  596. 
619.  643.  692.  697.  727.  754.  861 

Gerhard  von    —  bisch.  Prokurator  861. 
Dachstuhl  Dagstöl  rheinl.  Kr.  Ottweiler  267.  326. 

s.  Fleckenstein  Herr  zu  — 
Dagsburg  w.  Zabern  272. 
Tayszloch  i.  Baden  522. 
Talburg  Talberg  Johann  von  —   Ritter  789.  796. 

797.  800. 
Dambach  Tanbach  n.w.  Schlettstadt  427.  433.  654. 

Schultheiss  u.  Rat  von  —  207. 

Claus  von  —  const.  v.  S.  Nicolans  382.  390. 

Diebolt   von  -   const.    z.  S.  Thomas  379.  393, 

Erledomus  de  —  Decan  v.  S.  Thomas  375. 

Heinricus  —  famulus  846. 

Hesse  von  —  Vater  des  Diebolt  379. 
Tanbach  b.  Dambach 
Danne  s.  Thann  i.  Pfalz. 

Tannenberg  (?  bei  Schongau  i.  Baiern)  23.  47. 
Dannenfeilz  s.  Tannenfels. 
Tannenfels  Dannenfeilsz 

Cfintzo  dictus  —  812.  841. 

Johans  —  pater  C&ntzonis  —  812. 
Tarc  Heinrich  —  648.  s.  Andlau. 
Dattenried  Tattenried  —  Delle  i.  Frankr.  b.  Mon- 

beliard  456. 
Taus  Daus  b.  Pilsen  565. 
Degenhardus  famulus  811. 
Decker  Decke 

C&ntzo  dictus  —  839.  847.  s.  Wingersheim. 

Otteman  dictus  —  810.  841. 
Denter  Eilse  —  838. 
Terdom 

C&nehans  —  822. 

Dlricus  —  Sohn  v.  Ctinenhans  822. 
Dernen  Peter  —   Herr  47. 
Desche  Hans  —  323. 
Teschelin  Jeckelin  —  von  Zofingen  Str.  Söldner  518. 


Teschen  —  Donliebegut 


877 


Teschen  Teschin  i.  Böhmen 

Herzog  von  —  dux   de  —  4.  8.  113.  114.   121. 

184,  140.  141.   142.   146. 
Conradus  dux  de  —  8.  9. 
Przimislav  Przemyslav  Herzog  von  —  vicarius 
des  röra.   Reiches  i.  deutsch.  Landen   9.  101. 
190.  761 
Dettlingen  Detlingen  i.  Hohenzollcrn. 
Fritsche  —  Str.  Söldner  519. 
Hans  von  —  678. 
Menloch  von  —   519. 
Dettelinger  817. 
Det.tweilor  n.  Zahern  755.  756. 
Deutschland 

Kaiser  u.  Könige  von  — 
s.  Carl  IV. 
s.  Lothar, 
s.  Wenzel. 
8.  Ruprecht. 
Kurfürsten  s.  K. 
Deutschordon 
Comthur  d.  deutsch.  Hauses  i.  Str.725.  s.  Preusscn 

Johans  von   —  s.  Malkow  .Tohans  — . 
Deutsche  Herren  i.  Str.  263.  725. 
Deutschherren-Kloster  i.  Coblenz  133. 
Meister  des  —  138.  280.  281.  725. 
s.  Veningen  Siegfr.  von  — . 
Deventer  i.  Niederl.  860. 

Thaddaca,  Tochter  des  Herzogs  Barnabas  Visconti 
v.  Mailand,  Gemahlin   H.  Stephans  v.  Baiern 
26    s.  Visconti,  s.  Baiern. 
Thann  Than  Tanne  Tan  i.  Ober-Elsass  106.   200. 

472.  516.  526.  537.  683.  686.  733. 
Thann  Danne  i.  d.  Pfalz  181.   182.   188. 
Hans  von  —  Ritter  69.  188.  237. 
Johann  von   —  Ritter  40.  672. 
Yliane    Frau  von    —    Mutter  des    Hans  von   — 
69.  119. 
Thannen  Claus  zur  —  707.  735. 

s.  Theodat.  s.  s.  Die. 
Thierstein  Tyers—   Diers—  Tierstein  sü.  Basel  Ct. 
Solothurn 
Bernhard  von  —  Graf  633.  635.  642.  643.  693. 
Contzel  Cunze  von  —  167. 
Otto  von  -  Graf  17.  479.  480. 
Walraf  d.  ältere  von  —  Graf  75. 
Thymen  Johann  —  von  Langenau    Ritter  42  An- 

merk. 
Thur  Fluss  i.  Eis.   147. 
Thurand  Franz  —  Bürger  v.  Colmar  683. 
Thussenheim  Schloss  des  Gerhart  Dünne  b.  Lei- 
ningen 482. 
Dick  Walther  von  der  —  Herr  zu  Spechsberg  47. 
Diecheman  le  salier  s.  Dütschman. 
s.  Die  Diedalt  Deodat  Theodat  i.  franz.  Lothr.  648. 
Peter  von  —   Ritter  Schultheiss  zu  Colmar  302. 
537.  545.  653.  657.  658.  664.  684.  s.  Colmar. 
Diechelin  —  Stiefsohn  Schröters  473. 
Diedersdorf  Dietersdorf  sü.w.  Falkenberg  i.  Lothr. 

Clesichin  von  —  Str.  Söldner  519. 
Dieffenau   Diffenowe   Tieffenow    gen.  Held  von  — 
Albrecht  -  723. 
Hans  —  723. 
Diefenthal  b.  Schlettstadt 

s.  Keller  Jeckel  —  von  — . 
Dieffental 

der  junge  382. 
Johann  —  505. 


Diel  Diele  Dielen  Dylen 

Hans    Johann  —  Speirer   Städtebote    131.  216. 
222.  223.  224.  281. 
Diel  man  von  Marburg  der  scherer  830. 
Diemeringen  ö    Saarunion 

Claus  von  —  Bruder  von  Jacob  const.  i.  Kalbs- 
gasse 392  const.  z.  Mulstein  SSI. 

Jacob  von  —  263.  371.  816.  const  z.  Mülnstein 
381.  const.  i.  Kalbsgassc    388.  510.  611.  672. 

Kinder  von  —  676. 
Ticrgartin    Ennelin    dieta    —    Witwe    von    Hurst 

Jeckelin  847.  * 

Diergertelin  Martin  —  817. 
Dierolff  Johann  -  Städtebote  v  Worms  205.  224. 

242.  (281. 
Diersberg 

der  —  Str.  Bürger  und  Bote  175.  257.  628. 
Dicrsburg  Tiersberg  b.  Offenburg  427. 
Diersheim  Merczen  von  —  421. 
Dierstein  Tierstein  s.  Thierstein. 
Diest  Tyes  i.  Südbrabant  488. 

Johann  von   —  Bruder  des  Bischofs  535. 

Wilhelm    von    —    Canonicus    v.    Lüttich    dann 
Bischof  v  Strassburg  169.  468.  469.  472.  479. 
480.  488.  489.  490.  522.  s.   Str    Bistum. 
Diether  Einwohner  v.  Nenweiler  269. 
Dietherich  der  lange  —  Gesp.  d.  kremer  513. 

der  brotbecker  a.  d.  dorhus  830.  831. 

Klein   —  der  zimberman  817. 
Dietsche  Ailff  von  —  Graf  218. 
Dietschin  Niglin  —  von  Wietlisbach  334. 
Dieuze  Dose  Düse  Thuse  i.  Lothr.  643.  654. 
Diffenau  s.  Dieffenau. 
Tigensheim  Tygcshcim 

Friedrich  von  —  Schultheiss  zu  Offenbnrg  221. 

Johans  von  —  const.  z.  S.  Thomas  379.  393. 
Dina  uxor  Johannis  carpentarii  i.  Wasenecke  818. 

die  vilspinnerin  818. 
Dinkelsbühl  Dinkelsbühel    Dinckelsbohel  i.  Würt. 
17    21.  37.  64.  246.  555. 

Rudolf  —  der  snider  833. 
Tyrilin  der  scherer  822. 
Tyrol  582.  686. 

Graf  zu  —  s.  Oesterreich. 
Tischinger  Ulrich  von   —  Str.  Söldner  520. 
Dislach 

Herr  -  329. 

Martin  —  sun  547. 
Dysolf  Henne  —  von  Worms  281.  wohl  —  Dierolf 

s.  dort. 
Ditzeler  Hanseman  —  von  Pforzheim  818. 
Tobelich  Heinrich  Hase  von  —  Str.  Söldner  519. 
Döchendorf  s.  Douchendorf. 
Dolde  Peter  —  sartor  820.  846. 
Döldi  Rftllinus  —  844. 
Tollen  s   Toul. 
Döse  8.  Dieuze. 
Tösel?  Berg  i.  Schweiz  147. 
Domevre    Dunnftfer    Dftnyfer   Tnn&fer   i.   Frankr. 
sü.w.  Blamont  123.  643   648.  655. 

Hans  von   —   Str.  Söldner  520. 
Domprobstei  von  Strassburg  s.  Str. 
Donerstein  Colman  von  —  Gesandter  K.  Wenzels 

168. 
Donliebeg&t  Henselinus  —  846. 


878 


Doppeler  —  Tütschman 


Doppeler  Casper  —  661. 
Torberg  der  von  —  583. 
Dorlisheim  Doroltzheim  b.  Molslieim 

Kloster  zu  —  272.  651. 
Dorrenbuch  Heintz  von  —  36. 
Doroltzheim  s.  Dorlisheim. 
Dossenheim  n.  Zabern  674.  755.  756. 

Volmar  von  —  622. 
Tobe  Hans  -  819. 
DouohendorffJohannes  de  —  officialis  curic  Argent. 

322    534. 
Toul  Tollen  Bistum  —  710. 
Trag  Rftfelin  —  uf  der  scheiderknappe  817. 
Trajectum  Trajocensis  ecclesia  s.  Utrecht. 
Tränheim  n.  Molsheim  2. 

Treger  Peter  —  Vater  v.  Stöckelin  Henselin  —  813. 
Trey  Hennekin  de  —  lothr.  Ritter  633  Anmerk. 
Trier  Trire  369. 

Erzbischof  von   -    28.   45.   67.   132.    133.  300. 

328.  6c5.  678.  791.  856. 

Cuno  von  Falkenstein  Erzb.  von  —   16.  20.  67. 

Werner  Erzbisch,  von  —  369.  783. 
Trifels  Burg  i.  Pfalz  684. 

Vogt  zu  —  s    Sickingen  Eberhard  — . 
Drig  ein  Bürger  v.  Saarburg  424. 
Triser  Hanneman  —   Wagnerkneeht  740. 
Tristram  Herr  —  32i). 
Troppau  i.  Mähr. 

Hans  Herzog  von  —  618. 
Trubel  Trubel 

Hanse  Hensel  zum  —  665  const.  z  Münster  385. 

Reinbolt  zum  —  const.  z.  S.  Peter  384.  388. 

const.  z.  Münster  512. 
Truchtelfingen  Ulrich  von  —  Str.  Söldner.  220.  518. 
Truchtersheim  Truhters—  n.w.  Str. 

Jeckelinus  —  rasor  815.  842. 

Nicolaus  de  —  famulus  Volmari  de  Lützelstein 
decani  846. 
Trftschel  Herr  von  Wachinheim  36.  38.  s.  Wachin- 

heim.  s.  Rotenburg. 
Drusenheim  Tr&senheim  n.  Str. 

—  die  junge  845 

Dina  Dyne  —  junior  821. 
Tochter  Johans  —  845. 
Gattin  Johans  —  845. 

Hans  'Henselinus  —  filius  Johannis  822.  845. 

Johannes  —  senior  822.  845. 

Johannes  —  junior?  =  Henselinus  822. 

Lawelinus  —  filius  Johannis  845. 

Nicolaus  =  Clawelin  =  Lawelin    —    filius    Jo- 
hannis 822. 
Drützehene  Hug  —  Wagener  i.  Str.  740. 
Truwelin  s.  Spitzkopf  de  Waseneck. 
Duben  Duba  Hynaczko  Hynasco  von  der  — 

Henricus   Scopek   de    —    magister    camerae    et 
curiae  regalis  —  königl.  Hofmeister  Wenzels 

329.  335.  348.  36n.  556. 
Tübingen  Duwingen. 

Hans  Zoller  von  -   623.  s.  Z. 

Oberlin  von  —  844. 
Dubins  Nebenfluss  d.  Mosel  b.  Chatillon  201. 
Tüfel  Tifol  Lauwelin  —  der  gremper  389.  508.  513. 
Tulleire  Simont  de  —  lothr.  Ritter  638. 
Dune  Groshenselin  —  filius  Henselini  —  piscator 

815. 
Dünne   Dünne  Gerhard  —    Burgmann   zu   Lein- 


ingen 481.  482.  594.   Scbultheiss  von  Zabern 
687.  708. 
Tnmmeler  -   Str.  Bote  (?)  663. 
Tuufeld 

Otto  von  —  Ritter  152. 
Peter  von  —  Ritter  152. 
Dunnenheim?  =:  Donnenheim  w.  Brumath 
Anshelm  von  —  von  den  kremern  507. 
Dunufer  Dnnyfer  s.  Domevre. 
DunzenheimDuntzenheimTuntzenheim  sü.w.  Hoch- 
felden  286. 
Friedrich  von  —  Str.  Söldner  323.  const.  a.  Hol- 

wig  386.  392.  509. 
Peterman   von    —    const.  a.    Holwig    386.  508. 
509.  513.  608. 
Düppigheim  Dübickheim  w.  Str.  s.  Zoller  Hans  — 
Durbach  Turbach  w.  Offenburg, 
das    Bulacbes  hus  in  —  272.  299.  433.  s.  Zorn 
von  Bulach. 
Dürkelstein  s.  Türkstein. 
Türkei  Dhftrkey  808.  863. 

Sultan  von  —  Bajesid  667  Anm. 
Türkheim  Dürkheim  Düringheim  Durenkein  Dürin- 
keim   Thüringheim  bei  Colmar  46.  249.  304. 
575.  712.  719.  723.  736.  747.  858. 
Heinrich    Eckebrecht,    von    —    bisch.    Vogt    zu 
Bernstein  654. 
Türkstein    Dürkelstein    Durquestein    i.  Lothr.  sü. 
Saarbnrg 
Heinrich  von  —  Str.  Söldner  520. 
Werry  de  -    lothr.  Ritter  638. 
Durlach  i.  Baden  111.  249.  659.  776.  777. 
Türlin  Ulrich  z&m  —  812. 
Turn  Hans  —   von  Riet  Str.  Söldner  521. 
Turne  Ludewig  zum  —  wolleslaher  24. 
Dürnheim  Eberhart  dictux   —    de    Brysach    nota- 

rius  curie  Argent  546. 
Dürnigheira  Hans  von  —   Sohn  des  Kolbe  Diether 

—  der  kftffer  822 
Dürningen  Dftrn —  Dürningen  sü.  Hochfelden 
Erbe  von  —  Str.  Söldner  323. 
Peterman    const.    v.   S.    Peter    268.    383.    391. 

511.  600.  824. 
Rudolf   —    Vetter    des    Peterman    const.    v.  S. 
Peter  391. 
Durquestein  s.  Türkstein. 

Türren  Durren  Peter  —  Söldnerhanptmann  166. 176. 
Dürrmenz  Durmentze  s.o.  Maulbronn. 
Albrecht  von  —  Str.  Söldner  518. 
Cftnrat  von   —  Str.  Söldner  518. 
Cunz  von  —  677.  markgr.  Diener  709.  711—770. 
Friedrich  von  —  Str.  Söldner  518. 
Gerlach  von  —  Str.  Söldner  518. 
Dftse  Thuse  i.  Lothr.  s.  Dienze. 
Düsthansz  carpentarius  844. 
Tntenstein  Walther  —  Diener  des  Br.  v.  Rappolt. 

437. 
Dütschman  s.  Tütschman. 

Tütschman  Tütz—  Dütsche—  Dütsch—  Dutzsche  — 
Düschman   Diechemen  le  salier   s.  a.  Richter 
der  -  272.  273. 
Arbegast  —  Bruder  Henselins  —  Hausgen.  341. 

392.  const.  a.  Holwig  386. 
Claus   Niclaus   Rihter  gen.  —    Stettmeister  72. 
Hüter  der  Münze  94.  mag.  96.  100.  175.  258. 
419.  451.   452.   453.   459.  460.  465   470.  497. 
der  eilter  665.  819.  864.  855. 


Tutschman  —  Enchenberg 


87!» 


Hans  —  const.  i.  Spettergasse  393.  Henselin  — 
llausgen.  341.  757.  Johans  587.  const.  a.  Hol- 
wig  38(5.  392.  juncher  Johans  386.  Johans 
Hugcs  snn  const.  i  Spettergasse  378. 
llug  —  Stettmstr.  47.  48.  50.  52.  53.  54.  57 
94.  250.  houptman  268.  const.  i.  Spettergasse 
378.  393.  houptman  509.  Inhaber  d.  Burg 
Werde  419.  665.  810.  811.  841. 

Dnwingen  s    Tübingen. 

Twingonberg  s.  Zwingenberg 

Twingei  Wilhelm   —    const.    i.  Spcttcrgasse    .'178. 
398.  const.    /..  S.   Nidaus  511. 


E. 


Kber  zum   Gypel   Frankfurt.  Städtobote  222.  224. 
Eberhart  meister  —  von  Nftrcnbcrg  ein    Clerikei 

382. 
Rbersheimmünsler  sü.w.  Benfeld  676. 
Abt  von  —  619.  662. 
Kloster  —  625. 
Eberstein  Schloss  n.ö.  Baden-Baden    155.  274 
Neu-Eberstein  621. 
Graf  von   -  Wolf  236. 
Vogt  zu  —  s.  Seibach  Hans  — . 
Ebcstein   Eckebrecht    von  —    oder    von   Lambcs- 

heim  —  Str.  Söldner  519. 
Ebner  Bürger  von  Nürnberg 
Albrecht  -  559.  565. 

Herman  —  der  eltir  538.  553.  554.  556  An  merk. 
559.  561.  563.  564.  565.    667.   597.   598.   (509. 
618.  683. 
Echtornach  Echtirnach  i.  Luxemb.   132. 
Eckbolsheim  Eckboltzheim  w.  Str. 

der  Schultheiss  von  —   184. 
Eckebach  die  von  —  224. 

Eckebreht  Heinrich  —  pfiilz.  Amtmann  zu  Zwei- 
brücken 275. 
Eckebrchteswcilcr  Eckebrehtcswilcr  ?  =  Eckarts- 
weicr  bei  Zabern  oder  bei  Kehl  831.  s.  Botze. 
Hug  —  de. 
Ecken  Hensz  —  813. 
Eckondorf  lies  u.  s.  Ettendorf. 
Eckestein   Henselin  —    Kornhändlcr  zu 


Str. 


726. 
430 


Eckwersheim  Eckfersheim  sü.  Brumatb  486 
Edolman 
Hans  —  der  junge  Str.  Söldner  519. 
Hans  —  571  Anmerk. 

Hans  —  von  Wissemburg  us  Swoben  Str.  Söldnci 
521. 
Egelbart  Heinrich  -  Str.  Söldner  518. 
Egenolf  Schultheiss  von  Zabern  s.  Lützclhnrg. 
Egcnstein  Herr  von  —  23. 

Eger  i.  Böhmen  BS.  809.  274.  277.  280.  286.  317 
332.  364.  434.  439.  683. 
Landfrieden  von  —  277.  278.  279.  298.  857  An- 
merk. 
s.  Jäcklin  Rabbi  aus  — . 
Egishcim  sü.w.  Colmar  502.  676. 
Ehonheim       haim  (Obern-1)  sü.w.  Str.    10.  30.  34. 
86.   36.   48.   52.  56.  64.    75.  86.  87.   1114.  106, 
120.    138.   151.    152.    156.    159.  160.  162.   167, 
172.    175.    176.    192.    193.   238.  242.  249.  256 
257.   258.   259.   260.   273.   281.  284.  304.  335 

VI. 


341.  369.   476.  482.   483.  486.   57ö.  712.  719. 

723.  735.   736.   740.  868. 
Nieder—  62. 
die  Weber  von   -  809. 
s.  Faber. 

Mi  nselin  von  —  const.  z  Münster  385.  390.  473. 
Hügclin  von  —  const.  z.  Münster  386. 
s.  Landolf  Götze  von  — 
Nicolaus  der  Stadtschreiber  205.  281. 
s.  Schenckc  Hans  — . 

Sigelin    von  —    const.  z.    S.  Niclans   383.  390. 
s.  Wangen  Heintze  — . 

Ehingen  i.  Würt.  857  Anmerk. 
Eiche  Eyche 
Hans  von  —  Str.  Söldner  521. 
Niclans  von  —  lothr.  Ritter  641 
Einhardshausen  Einhartshnsen  =  Pfalzburg  i.  Loth. 

425: 
Einselcheim  Hennichin    —  der  jnnge  Str.  Söldner 

518. 
Einsiedeln  Eyns—  i.  d.  Schweiz  Abt  von  —  479. 

480. 
Eisenach  Ysenach   Dietrich  von  —  Procnrator  d. 

geist.  Gerichts  i.  Sü-.  404. 
Elyot  (Elias)  von  Avion  (Avignon)  Str.  Jude  199. 

211. 
Symont  Elyatz  snn  95. 

Elkirhusen  —  Elkerhausen    i.    Nassau   Eckehard 

von  —  218. 
Ellehart  Elhart  Str.  Städtebote  52. 
Hans    —    der   junge    341    Anmerk. 
2  gebrftder  Elleherte  bi  juncher  Cünrat  Müller 
in  dem  huse  —  const.  v.  S    Thomas  379. 
Ellekurt  =  Hericourt  Schloss  sü.w.  Beifort  73.  103. 
Ellenheira  Lawelin  —  v.  d.  schiflütcn  388. 
Ellenwiler    =  Ellweiler   Kr.  Saargemünd    Erhart 

von  —  lothr.  Ritter  641. 
Ellewibelin  die  appetekerin   182. 
Elnbach  Hans  von  —  109. 

Elsass  Alsacia  Alsatia   Eyl—  Eilsasze   Elsas   103 
106.   107.    120.   123.   193.   201.  214.  239.  313. 
343.  351.    352.  367.  376.  471.  737.   854.  868. 
863. 
Landfriede  in  —  14.  20.  67.  615. 
Landvogtei  von  —  298.  482.  616. 
Landvögte  advocati  provinciales  20.  22.  48   68. 
67.    118.    125.    184.  203.  206.    304.   328.   886, 
396.  433.  434.  481.  544.  675.  616.   747. 
s.  Leiningen  Friedrich  von  — . 
s.  Finstingen  Ulrich  von  — . 
8.  Hertonberg  Habart  von  — . 
s.  Malterer  Martin  — . 
s.  Murbach  Abt  Rudolf  von  — . 
s.  Oettingen  Graf  von  — . 
s.  Swinar  Borziboy  von  — . 
s.  Wickcrshoim  Volniar  — . 
s.  Winsberg  Engelhard  von  — . 
s.  Witenmüliv 

s.  Zweibrücken  Syraund  von  — . 
Reichsstädte  in  —    22.  29.   46.  67.  68.  77.  187. 
242.   277.    281.   298.   537.  548.  575.  799.  800. 
859. 

Elsenheim  b.  Markolsheim  522. 

Eltern  Hubert  von  —  Rat  König  Wenzels  788. 

Eltville  Eltfcl  i    Nassau  617. 

Enchenberg  i.  Lothr.  Kr.  Saargemünd  747. 

111 


880 


Endingen  —  Eurfour 


Endingen  n.ö.  Breisach  521. 
die  von  —  229. 

Hans  (Johans)  Rudolf  von  —  usz  Spettergasse 
(Sohn    des    Thomas     von    — )    const.     v.    S. 
Niclaus  378.  390.  611. 
Heilcken  frowe  von  —   665. 
Thonian    Thomas    von  —    Ritter    71.    72.   268. 
859.  const.  v.   S.  Niclaus  382.  389.  390.  391. 
Inhaber  d.  Burg  Niedeck  419.  433.  509.  512. 
538.   619.  623.   624.   625.   626.  628.  629.  631. 
632.  634.   635.   638.  639.   640.  642.  643.  644. 
646.  647.  649.   652.   653.   655.   656.  662.  665. 
677    678.   688.   693.   694.   702.    709.  720.  724. 
734.  757.  768.   795.  796.  799.  801.  805.  ma- 
gister  845. 
Walther  von  —    const.  v.  S.  Niclaus  511.  828. 
s.  Schultheisz  Hans  — . 
Engassen  Egon  von  —  Str.  Söldner  519. 
Engelbreht 

Gosse  Gosze  —  Ritter  354.  const.  z.  Mülnstein 
380.  394.  438.  Gesp.  d.  const.  i.  Kalbesgasze 
512.  671. 
Han8  —  const.  i.  Kalbesgasze  388. 
Johans  —  const.  z.  Mülnstein  380. 
Engeische  Hocygin  -  Str.  Söldner  522. 
Engelschman  Wilhelm  —  Str.   Söldner  521. 
England  197.  556.  685. 

König  Richard  von  -   154.  187.  201. 
Köni|in  Anna  von  -  187. 204.  242.  307.  328.  443. 
Johanniter  Kreuzritter  von  —  130. 
Ritter  von  —  s.  Harleston. 
8.  Weyskle  Heinrich  — . 
Engländer  Britones  97. 
Ennelius  cantzeler  s.  Kantzeler. 
Ensisheim  Einsis  -  Ensiszheim  sü.ö.  Gebweiler  456. 
459.   499.  503.   514.  523.  538.  539.  546.  605. 
632.   642.   643.  644.  650.  652.  655.  657.  675. 
677.  684.   720.  721.  781.  782.  785. 
Walter  von  —  bisch.  Schaffner  zu  Benfeld  170. 
Entzeberger  Reinhart  —  Str.  Söldner  518. 
Enzberg  Entzeberg  Schloss  sü.  Maulbronn  125. 126. 
127.  140.  153.  154.  173.   176.  257.  260. 
die  Herren  von  -  127.  132. 
Friedrich  von  —  770. 
Georg   Görg   Gerien  Jerygen  von  —    112.  116. 

119.  125.  132.  140.   150. 
Jöler  Göler  von  —  125.  500. 
Epfig  Epfiche  bei  Schlettstadt  617.  618.  648. 

s.  Mülnheim  Hans  von  — . 
Epficher  Eppficher 

der  junge  —  Str.  Söldner  323. 
Reinbolt  —  const.  v.  S.  Peter  383.  391. 
Epinal  Espinal   Espinalz  Spinnal  i.  Frankr.    123. 
657.  658. 
Bauldewin  Jehan  d'  —  lothr.  Ritter  Str.  Söldner 

520.  633. 
Conins  d'  —  lothr.  Ritter  633. 
Cftnin  von  —  Str.  Söldner  520. 
Gerge  der  Bastard  von  —  Str.  Söldner  520. 
Johann  von  —  ein  Schütze  Str.  Söldner  521. 
Perin  von  —  ein  Bogener  520. 
Priat  de  —  Str.  Söldner  520. 
Eppenheim  s.  Heppenheim. 
Eppingen  i.  Baden.  605. 
Eppstein  Eppenstein  n.ö.  Wiesbaden 
Eberhard  von  —  54. 
Werner  von  —  213. 


Eptingen  i.  Schweiz  n.w.   Aarburg 
Johans    Puliant    von    —    Bürgermstr.  v.  Basel 

165.  611. 
Peter  von  —  49  Anmerk. 
Erbach  Erpach  i.  Pfalz  Kr.  Homburg  181. 

Cftnrat  der  elter  Schencke  von  —  gen.  Rauch  158. 

Eberhart  Schencke   von    —   68.  116.  119.   150. 

216.  226.  237.    301.  327.  350.   365    I-andvogt 

am  Rhein    312.  316.  464.  465.  466.  482.  488. 

Heinrich  Schencke  von  —  158. 

Erbe 

Hans  —   Inhaber  der  IU-Fähre  zu  Grafenstaden 

435. 
Johans  -   Ritter  38.  39.  seine  Witwe  229. 
Ergersheim  b.  Molsheim  861. 
Ergew  Ergowe  s.  Aargau. 
Erhalt 

Claus  —  Bürger  v.  Str.  Sohn  des  Hans  323.  801. 
Hans  Hensz  —  Bürger  v.  Str.  798.  801. 
Melchior  —  842. 
Erlenbach  Kr.  Schlettstadt 

Bappelin  von  —  534. 
Erlikeim  Albrecht  —  Edelknecht  592. 
Erlin 

Hans  —   651. 

Hesseman  —    Hausgen.  341.  const.  i.  Spetterg. 

378.  393. 
Walther  —    juncher   Hausgen.  341.  const.  z.  S. 
Thomas  379.  474.  835. 
Erlon  Henry  d'  -   lothr.  Ritter  633. 
Erpach  s.  Eibach. 

Ernolsheim  Ernoltz—  bei  Zabern  674. 
—  bei  Dachstein  861. 
Erstein  Erstheim  sü.  Str.  41.  694.  699. 
Hanseman  —  der  schriber  823. 
s.  Meyger  Burkard  — . 
Erstheim  s.  Erstein. 
Erwin  Erewin  474.  475.  476.  818.  822.  843.  lapi- 

dex  819.  843 
Eschau  Eschöwe  Aschau  sü.  Str.  425.  472. 

Hans  —  der  tftcher  826. 
Escheim  Nicolaus  von  —  Str.  Söldner- 519. 
Esche  Nicolaus  Baleix  de  —  lothr.  Ritter  641. 
Eschero  ?  —   Escherey    Eckerich    Kr.    Rappolts- 

weiler  104. 
Eseral  i.  Frankr.  D.  Vosges?  649. 
Essichman  Henselin  —  der  gantener  215. 
Esslingen  Esselingen   i.  Würt.   17.  21.  50.  53.  64. 
68.    78.    79.   80.   81.   83.    104.    126.    156.  157. 
158.  168.  171.  192.  193.    194.    196.    197.    214. 
237.  246.  257.  290.  781. 
Johannes  Werder  von  —  kais.  Notar  i.  Str.  7. 

545.  546.  795. 
Hans  von  —  der  kftfer  843. 
8.  Heiden  Johans  de  — . 
Estrabourc  =  Strassburg  855. 
,   Ettendorf  n.  Hochfelden  427. 

Boemund  von  —  Herr  zu  Hohenfels  88.  427.  735. 
Raimund  von  —  Herr  zu  Hohenfels  721.  736. 
s.  Hohenfels. 
Ettenheim  n.ö.  Kenzingen  i.  Baden  170.  290.  418. 
419.  522.  526. 
Lauwelin  —  Schiffer  i.  Str.  507.  829. 
Ettlingen  Ettelingen  sü.  Karlsruhe  312.  659.  701. 
766.  777.  785. 
badisch.  Vogt  zu  —  s.  Contzman  Clans  — . 
s.  Scholle. 
Eurfour  Jehan  d'  —  lothr.  Ritter  63'H  Anmerk. 


Faber  —  Velschelin 


»81 


F.  V. 


Faber  Tlicoderich  —  von  Ehenheim  62.  63. 

Vaduz  Vadotz  Heinrich  Oraf  von    —    21.   8.  Sar- 
gans. 

Valfe  Valwe  s.  Walf. 

Falkenberg  Valkenberg   Valkenburg  Faulconmont 
i.  Lothr.  633.  696. 
Hans  von  —  Str.  Söldner  519. 

Ulrich  Olry  de  Blantnont  sire  de  —  633.  s.  Bla- 
mont. 
Valkenborgh  Reymont  van  -    here  van  Borne  ende 

van  Zickart  —  niederlünd.  Ritter  363. 
Falkenstein  Valkenstein  am  Donnersberg 
Cuno  von   -   Erzbisch    v.  Trier  16.  20.  67. 
Philipp    herr   z&    F.  und    Münzenberg    17.    20. 
67.  99. 
Vascones  97.  a.  a.  Welschen. 
Vastnaht  Nicolaus  —  sartor  843. 
Vaudemont  s.  Widomunt. 
Faulconmont  s.  Falkenberg. 

»8.  Blamont  Blankenberg. 
Fecht  Vech  Fluss  im  Eis   632. 
Veder  Contzeman  —  von  Speier  34. 
Fegersheim  Vegersheim  sü.  Str. 

IHeitzeman  von   —  268. 
Rudolf  von  —  const.  z.  Münlnstein  380   const. 
i.  Kalbsgassc  391. 
s.  Sturm  Gosse  — . 
Veldenz  Veldentz  sü.w.  Berncastel  i.  Rheinprov. 
Adeleid   von  —  Frau    zu   Lichtenberg   98.  588. 

777.  806. 
Elise  Gräfin  von  —  s    Zweibrücken  741. 
Graf  von  —  800. 
Feldkirch  Veitkirch  i.  Vorarlberg  545. 

Rudolf  von  Montfort  herre  zu  —  21.  192. 
Felleberg  Cuntze  —  721.  der  smit  824.  831. 
Velny  Renalz  de  —  lothr.  Ritter  633. 
Vclvyl  Vilwile  Bertram  von  —  207.  208. 
Vendene  Bemekin  de  —  lothr.  Ritter  638. 
Vonygen  s.  Venningen. 
Venningen  Venygen  i.  Pfalz. 
Sifridvon  —  Meister  des  deutschen  Ordens  138. 
155.  179.  255.  281. 
Verer(?  Berer)  Concze  -   123. 
Vergy  Vergcy  Vergis  Vcrschey  Versey  Verse  Virsey 
Fersü  Fersches 
Henri  (II)  de  —    Herr   von  Fouvens  Champlite 

Blamont  Vater  des  Jean  de  —  48. 
Jean  (111  la  laffre)    Jehan  Johan  de  —  48.  50. 
51.  52.   53.   54.  55.  68.  60.  61.  73.  103.  110. 
111. 113.  114.  121.  123.  132.  187.  188.  193.  194. 
200.  201.  203.  310.  311.  635.  638.  639.  641.  649. 
858. 
Vcrwer. 
Heinrich  —   von  Ehenheim  62.  63. 
Johann  —  der  kannengiesser  821. 
Fessenheim  Vessenheim  B.w.  Str.  382. 

—  der  gerwer  827. 
Vessingen  Rudolf  von  —  334. 
Vetterhans  Johans  —  Küfer  i    Str.  143.   145.  214. 
Vettinger  der  —  27. 


Vettoeper  Gadert  —  Burger  von  Nyrawegen  557. 
Fetzer  Georg  —  34. 

Feuchtwangen  Feucbtwank  in   Baiern  246. 
Vianden  in  Luxemburg  132. 

s.  a.  Sponheim. 
Vilair  Jehan  -  lothr.  Ritter  633. 
Villingen  Vilingen  i.  Baden. 

Hering  —  der  kürsenerkneht  845. 
s.  Genseschopf  Hans  —  kürsenerkneht. 
Vilwile  s.  Velvyl. 

Finelin    Symundes  dohterman  Str.  Jude  199.  211. 
Finkweiler  Vinckewilre  Oertl.  i.  Str   s.  Str. 

Claus  von  —  636. 
Finstingen  Vinstingen  Vingestingen  i.  Lothr.  641. 
776. 
Heinrich  von   —  dapifer  533.  676. 
Jacob  von  —  134.  169.  170. 
Johann  von  —  684.  696. 
Kftosze  von   —  641. 

Dlrich  von  —  Landvogt  53.  54.  60.  111.  162. 
s.  Schölin  Henselin  — . 
Firdenheim  s.  Fürdenbeim. 
Virnekorn  der  junge  382. 
First  Ernst  von  -  Str.  Söldner  519. 
Vischer  Henselin  —  Wollschlägerknecht  23. 
Visconti  Barnabas  —  Herzog  von  Mailand  26. 

8.  Mailand  s.  Thaddaea  s.  Baiern. 
Vitztum  der    bischöfl.    s.    Str.  Bistum    s.   Höllen- 
stein s.  Landesberg. 
Flachenecke  von  der  Witenmüle  8.  Weitenmühl. 
Flandern  Vlandern  557.  742. 
Fleckenstein  Ruine  w.  Weisscnburg  i.  Eis. 
Herr  von  —  150.  420.  646. 
der  von   —  270. 
die  von   —  436. 
Eraicho  von  —  736. 
Heinrich  der  ältere  von  —  320.  708. 
Heinrich  der  jüngere  von   —   138.  159.  191.  192. 

349    571. 
Heinrich    von    —    herr    zft  Dagstül  (Dachstuhl) 

267.  326. 
Heinrich  von  —  736.  797. 
Heinrich  von  —  genannt  der  Graszer  804. 
Fleckenstein  der  murer  815. 
Fleischtür  Oberlin  —  der  weber  839 
Flesche  Johans  —  664. 
Flemming  Johans   —   pellifex  847 
Flenille  Walther  von   -   Str.  Söldner  520. 
Flesseler  Cftneman  —  826. 
Flexberg?  =  Flexburg  B.W.  Molsheim. 
Henselinus  de  —  sartor  827.  846. 
Lawelinus  de   —  der  welker  tratulator  827.  846. 
Flintze  Hensel  —  641. 
Florenz  Florencia  i.  Italien  63. 
Floriet  Moregin  —  Bote  Heinr.  v.  lilankeiibergs  MO. 
Florimout  =  Blftmenberg  b.  Bclfort  i.  Fratikr.  456. 
Flösze  Hans    -  610. 
Fofansz  Fonvens  s.  Fouvent 

Herr  zu  —  s    Vergy. 
Vogel  der  tragekneht  825. 
Vogcsen  Wasgen  Wahsichen   156. 
Volde  s.  Fulda. 
Volkoltzheim  bi  Brisach?  125. 
Volmar  der  würt  zu  Hagenowe  184. 
Volschölin    Ilamman   —   Bürger   v.   Breisach    684. 


882 


Veltsche  —  Frünt 


Völtsche  Föltsche  Föltzin 

Ennelin  —  Frau  81. 

Henselin  —  133. 

Hügelin  —  Hausgenosse  341.  835.  const    v.  S. 
Thomas  379.  388.  508. 

Johans   —   pfründner    zum    mi'mster    const.    i. 
Oberslrasse  380. 

Reinbolt  —  const.  i.  Oberstrasse  268.  380.  393. 

Sigelin  —  Hausgenosse  341.  senior  819.  junior 
819.  843. 

Walther   —   const.  i.  Oberstrasse    Bruder  Rein- 
bolds  380. 

Walther    —     Junker    Sohn    der    Frau    Grede. 

Wetzelin  —  const.  i.  Oberstr.  380. 
Voltze,  Voltzen  (?  =  Völtsche). 

ungen.  —  von  Wiwersheim  Küfer   113.  145.  214. 

die  —  473. 

Claus  —  der  zimberman  838. 

Hans  —  der  vaszieher  814.  833.  838. 

Läwelin  —  v.  d.  kremern  389. 

Rudolf  —  v.  d   kremern  391.  507.  f>08. 509.  513. 

Rftlman  —  268.  377.  391  (kremer)  509.  688.  698. 
758. 
Fontenoy  fr.  Dep.  des  Vosges. 

Kerlle  de  —  633. 

Wiriant  de  -  633. 
Fontere  Henri  dit  le  —  633. 
Fontiswenna  s.  Fouvent  s.  Vergy. 
Forchheim  Vorcheim  Worcheim  bei  Bamberg  9. 


Graf  von 


255. 


Forner  Cftntz  —  182. 
Vorster 

—  der  elteste  const.  i.  Kalbsgasse  512. 
Johan  —  Str.  Söldner  521. 
Fötzer  Ulrich  —  Str.  Söldner  519. 
Föthenselin  317. 
Fouvent  Vofantz  Fouvens  Fontiswenna  i.  Frankr. 

Dep.  Haute  Sadne  53.  310.  311.  s.  Vergy. 
Frainez  Jehan  de  —  lothr.  Ritter  633. 
Francke 
Hensz  —  von  Rosheim  826. 
Reinhart  —  der  schüchzter  839. 
Franken  das  Land  28.  125.  149. 

Bundesstädte  in   -  149.  166.  196.  197.  217.  242. 

250.  274.  353.  463. 
Franken  Läuwelin    —    (v.   d.  zunft  der  obeser  u. 

keser)  667. 
Franckenstein  ?  bei  Kaiserslautern 
der  von  —  116. 
Conrad  von  —  her  150. 
Frankfurt  Frankenfurt   Frankfordia  5.  8.  10.  11. 

14.  15.  16  17.  20.  21.  28.    29.  30.  33.  34.  36. 

42.  43.  45.  46.  47.  50.  51.  52.  54.  55.  56.  58. 

59.  64.  67.  77.  78.  79.  80.  81.  85.  86.  88.  99. 

104.    105.    106.  107.  112.  113.   114.  116.   117. 

118.   120.    122.    123.    1*4.  135.  136.  146.  150. 

152.    153.   154.    156.  159.  162.  164.  165.  172. 

173.    174.    176.    192.    194.  199.  202.  205.  208. 

217.   218.    220.    221.  222.  224.  226.  237.  242. 

261.   269.   281.    284.  285.  289.  300.  302.  329. 

338.  341.   346.    352.  357.  369.  442.  477.  479. 

485.  494.   496.   522.   523.   554.  559.  566.  567. 

590.   597.   683.   684.    685.  686.  701.  702.  704. 

706.    707.   708.   709.  730.  763.  766.  779.  783. 

787.    788.    789.    795.  797.  803.  805.  853.  854. 

858.  863. 

Bürgermeister  von  —  s.  Wisze  Adolf  — . 
s.  Bendeler  Jacob  —  scriptor  von  — . 


s.  Grynach  Heinrich  —  Hauptmann  des  Frankf. 

Kriegsvolkes. 
s.  Widdel  .loh.  von  — . 
Frankreich   101.   120.  625. 

König  von  -   132.  203.  547.  550.  635. 

Carl  VI.  177.  565.  645.  855.  862. 
Königin  von  — 

Elisabeth  Tochter  Stephans  v    Baiern  855. 
Cardinal  von  —  (Gegenpabst)  473.  479.  480. 
Frauenhaus  Frowenhaus  das  — 

s.  Strassburg. 
Frantze    in   S.    Anthonienhof    const.    z.    Münster 

385.  390. 
Frantzo    vicarins   perpetuus  i.  Geispolzheim   846. 
Fredeberg  s.  Friedberg. 

Freiburg  Friburg  Fryburg  i.  Breisgau  16.  97.  98. 
107.   108.    160.  161.    163.  164.    175.   178.  229. 
258.    291.  298.  456.   498.  605.   618.   623.  659. 
678.  730.  739. 
Bürgermeister  von  —  s.  Meinwart. 
Grafen  von  —  Egon  74. 
Freiburg    (Friburg)    Michel  von    —    Münsterbau- 
meister i.  Str.  83. 
Freiburger  s.  Friburger. 
Freisbach  >  bei  Edenkoben  i.  Pfalz  Dorf  d.  Herren 

v.  Ramberg  743. 
Freisbecher  (Freischpecher)  Cüntze  —  von  Speier 

Str.  Söldner  522.  846. 
Freisdorf  Hans  Kobe  von  —   Str.  Söldner  518. 
Freising  Frysingen 

Bischof  Berthold  von  —  514.  517.  524.  530. 
Freischpecher  de  Spira  (Speier)   s.  Freisbecher. 
Frenckelin  663. 
Freudensheim  s.  Friedolsheim. 
Frezontin  Jehan  de  —  lothr.  Ritter  633. 
Vry  Hennair  de  —  lothr.  Ritter  638. 
Friburger  Fryburgcr  Fryburg  Jacob  —  Str.  Gold- 
schmied 389.  497.  508.  513.  Münz-Deputierter 
698.  699.  702. 
Johans  —   von  Rotwilre  der  kürseneckneht  845. 
s.  a.  Freiburg. 
Frichelat  Fritschela  s.  Fritzlar. 
Fiiedberg  Frideberg  Frydeberg  Fredeberg  i.  Hessen 
20.   45.   67.   68.   69.   85.   104.    106.    113.   180. 
125.   152.  153.    154.    159.    172.  192.    194.  205. 
216.  217.  218.    222.   224.   242.  261.   284.  312. 
s.  Zit  neinr.  von  der  — . 
Friedolsheim  Freudensheim  ö.  Zsbern   114. 
Friedrich  ein  Diener  der  Str.  Gesandten  i.  Böhmen 

553.  554. 
Friedrich  der  vogeler  832. 

Fritsche    Einwohner    von    Neuweiler    Bürger     v. 
Str.  269. 
Hans   —  357. 
Fritscheman  Hug  —  v.  d.  zunft  der  keser  667 

—  balneator  filius  Nicolai  i.  Krutenau  815. 

—  de  Gengeubach  pellifex  847. 

—  de  Wingersheim  stipendiarius  821. 

Fritze  Hans  Hcnselin  —  Gesandter  d.  Stadt  Speier 
z.  Esslingen  194.  2>4.  238.  281.  496.  523. 

Fritzlar    Frichelat    Fritschela  i.  Hessen  787.  788. 

Fröschewiler  Cftntze  —  Wagnerraeister  740. 

Frowenberger  Kristan  der  —  Diener  H.  Steph.  v. 
Baiern  26. 

Frowenhaus  das   —  s.  Str. 

Frünt  Nicolaus  —  presbyter  818.  841. 


Fründez  —  Gertenstiel 


88;j 


I 


Früudcz  lleintzeman  —  845. 
Fuchs 

Ci'mt/.e  de   —   Gugenheiin  scriba  843. 
r,awelin   —  vou   Alfesheim  ein  Knecht   610. 
Fulda  Volde  Abt  vom  —  20.  07. 
Ffirdenheim  Firdenbeitn  n  ö.  Molsheim 

Walter  von  —  const.  i.  Oberstr.  380. 
Fürsten  Peterman   —   Küfermeister  214.  215. 
Fürstenberg  s.ö    Donaueschingen 
Grafen  von  — 
Heinrich  (d.  ältere)  234. 
Heinrich  (d.  jüngere)  234. 
Heinrich  077.  862. 

Fötor  Continus  —  cantor  frater  Leonbardi  dieti 

Sunt  am  Salzhofe  821. 


G. 

Gaffeler  Johans  der  junge  —  Schultheiss  zu  Lin- 
golshn'm  02. 

Gaffry  Bernot  von  —  Str    Söldner  521. 

s.  Gallen  i    Schweiz  17.  21.  64. 

Gambsheim  (iamesheim    Gamsheim  n.  Strassburj; 

297.  413.  414. 
Gertringen  s.  a.  Montfort 
Ganser  Hans  Johannes  —  der  obesermeisler607.811 

Hcintzeman   —  frater  Johann»  811.  812. 
Gartener 

Anna  dieta  —  846. 

Greda  —  soror  Lawelini  816. 

Lawelin  —  oarnifex  840. 
Gebur 

Claus  —  501). 

Lawelin  —  der  winsticher  508. 
Geburlin  Hans    -    von  Basel  der  kürscneikneht  845. 
Gecko  Ulrich         der  kArsenerkneht  835. 
Gehling  —   königl    Hofmeister  563. 
(iehningen  Wilhelm  von   —  Str.  Söldner  51'.». 
Geiler    Geyler    Walter    —    const     i.    Kalbs«asse 

898.  511. 
Geinglicheim  wo?  b.  Renchen  i.  Baden  622 
Gcirn  der  Schenke  von  —  26. 
Geldern  Gelre  s.  a.  Jülich 

Wilhelm    Herzog   von    —    132.    363.    309.    807. 
Anmerk. 
Gelnhausen  Geilnliusen  n.ö.  Hanau  20  45  07  68 
85.  86.  104.  106.  113.  120.   172.  192.  210  217' 
222.  242.  201.  284.  312. 

Gcispolsheim  Geispoltz  —  Geysp  -   Geistboltzheim 
sü.w.  Str. 
Bürger  u    Schöffen  von  —   73. 
Cüntze  Cftnrat  von   —    altamnuister  214.    259 

20(1.  306.  377.  820. 
der  von  —  510. 

Jeokelin  der  brotecker  von    -  508. 
s.   Heger  von     |     Riitcrgcschlecht. 
s.  Frantzo  vicarius  in—. 
Geist  Str.  Goldschmied  513. 
Ceis/.man  Johann    —    der  snidcrknelit    820.    844. 

iilius  dicti  Brumat  823. 
Gomar  Gemer  ö.  Rappoltsweiler  356.  359.  398.  437 
412.  455.  582.  581.  618.  623.  024.  020.  689 
631.  632  033.  0:14.  635.  637.  638.  689  640 
012.  043.  014.  045.  647.  648.  649.  650.  651 
652.  053.  054.  050.  057.  058.  059.  001.  002 
003.  664.  071.  091. 


Gemünd  s.   Gmünd. 
Genf  Geneff 

der  «Widerpabst»  von   -    462. 
Gengelin  —  Str.  Bote  257. 

Gengenbach  ö.  Offenburg   130.   137.    174   2>8   506 
563.  722. 

FriUcbeman  de  —  pellifex  817. 

Hanneman   -    825. 

Lawcliuus  —  825. 

Geiiseschopf  —  schopt  Hans  —  von  Villingen  kiir- 
senerkneht  815. 

Genua    —    Gennower  Genewer   Gulden    477.  484 

494.  495. 
s.  Georg  Gerien   Rittcrgesellschaft  von   —  10.  37. 

587.  707. 
üerbevillc    Gerbeviller  Gerbcuilleir  Scherbebelies 
Schirbsbele   i.   Frkr.   I).   Meurthe    et   Moselle 
01. 
Conins  de  —  633  Anmerk. 
Erhart  von  —  641. 
Pander  von  —  641. 
Scheckmy  von   —  641. 
s.  Wisse  Arnold   —  von  — 
Gerbott 

—  der  gerber  775. 

—  von  Nüwenwilre  811. 
Gerhart 

Hans  —   Einw.  v.  Ingweiler  u    Str.  Bürger  989, 
419. 

Henselin  —  v.  d.  fächern  508.  513. 
Gerien  s.  St    Georg  Riltergesellschaft  von     - 
Gerliiiges.dori  i.  Pfalz  {?  =  d.  unbek.  Gerleichcs- 
dorf Trad.  Wiss.)  180.  273.  608. 
German  Johannes  dietas  —  816. 
Germeney  Gathier  de  —  633  Anmerk. 
Gcrmersheim  117.  118. 150.  326.  594.  685.  688.  80f. 
864. 

Rheinzoll  zu  —  446. 

Vogt  zu  —  s.  Sickingen  541. 
Germorsheimer  Dolde   —  Str.  Söldner  520. 
Germingen 

Haus  von  —  Str.  Söldner  520. 

Johann  von   —  Edelknecht  700. 
Gerningen   =   Germingen. 

Germüiidelinus  Henselin  —  v.  Molsheim  küfer8-M>. 
Gemsbach  Genrspach  ö.  Rastatt  505.  621.  776. 
Gcrnsheim  i.  Hessen  312.  446. 
Geroldseck  Gerolcz —  Geroltzegkc  —  Ruine  sü.w. 
Zabern. 

Adelheid  von    -   frowe  zu  Wangen  168. 

Volmac  juncher  von   —  272. 

Waltpurg  von  —  u.  Lützelstcin  s    dort. 
Geroldseck  u.  Lahr  I.arc  L.Ire  Lor  i    Baden 

der  von  —  87. 

Heinrich  von   -   86.  97.  98.  107.  360.  303.  402. 
128.    471.    655.   675.  728.  737.  738.  744.  747 

Walther  von   —    (246.  249.)  600.  739    743.  764. 
Geroldseck  b.  Tübingen  (?) 

Walthei  von  —  246.  249. 
Gerotewol  Henselin   —   f.ilnr   B48. 
Gertbacfa  Gertpaob  i.  Baden  A    Schopfbann 

herr  von  —  405.  411.  678. 

Heinrich   von    —   bisch.    Vo^t   zu   Oitenberg  •  1 
649.  691. 
Gerstheim  sü.ö.  F.rstein 

der  von  —  6)1, 
Gertenstiel  von  Halle  —  Str.  Söldner  521. 


884 


Gerung  —  Grostein 


Gerung  der  schifzimberman  844. 

Heinczman  —  632. 
Gessler  Heinrich  —  österr.  Rat  525.  583. 
Gestelin  Lawelin  —  der  murerkneht  810.  841. 
Geudertheim  Geidert-    Gödert-    Göidertheim  ö. 
Bramath  426.  430. 
C&ntzelin  von  -  const.  v.  S.  Thomas  379.  393. 
Hanneman    von    -    const.    z     Mülnstein    381. 

const.  i.  Kalbsgasse  392. 
Peter  von  —  const.  z.  Mülnstein  381.  const.  i. 
Kalbsgasse  392. 
Gewicz  Niclaus  von  -  königl.  Oberschreiber  709. 
Giengen    Gingen  i.  Württb.    17.  21.  64.  108.  109. 

110.  220. 
Gienger  Heintzo  —  textor  816. 
Gieryg  Clans  —  Bürger  v.  Rottweil  707. 
Gilbeir  —  franz.  Ritter  633  Anmerk. 
Giltelingen  Heinrich  von  -  Hauptmann  der  Schleg- 

ler  545. 
Gypel  zürn  Eber  Frankf.  Städtebote  222.  224. 
Gir  Heinrich  -  Str.  Bürger  668. 
Girbaden  Gyrbaden   Burgruine  w.  Molsheim   467. 
711.  724. 
der  von   —  const.  v.  S.  Peter  383. 
Hans  Heinrich  von   —  269. 
der  Priester  —  564. 
Giselheim  Lawelinus  -   panifex  843. 
Gisingen  Gerie  von  —  Str.  Söldner  520. 
Glaser  Michel  —  836. 
Glatt  Friedrich  von  —  169. 
Glatz  Merklin  -   markgr.  bad.  Diener  694- 
Glene  Peter  vom  —  845. 

Gmünd  Gemünd  Gemünde  i.  Würtb.  17.  21.  64. 
Reimbolt  von    -  Str.  Official  7. 
s.  Wolf  Heinzman  — . 
Gnipping   Claus    -    const.  i.  d.  Oberstrasse  268. 

380.  393.  394.  509.  811.  831. 
G8belin  Heinrich   -  v.  d.  kornlüten  508.  823. 
Godelman    Hans    Jacob    -     von    Ingweiler    Str. 

Söldner  520. 
Godelman   der   lange  von  Bitsch  —  Str.  Söldner 

519.  s.  Bitsch. 
Gödertheim  s.  Geudertheim.. 

Gölder 

C&ntzelin  -  831. 

Lawelin  —  nauta  831. 
Golt  Str.  Diener  553.  554. 
Goltschlaher  Wilkin  —  744. 
GomersheimG&mersheim  i.  Pfalz  b.Edenkoben 743. 
Görlitz  Johann  Herzog  von  -  (Mrkgr.v.  Brandenb  ) 
Bruder  König  Wenzels  567.  574.  586.  590. 

s.  Brandenburg  Markgr    von  — . 
Gorze  Gorse  w.  Metz  121. 
Göselin  Jöselin  von  Mollesheim  Str.  Jude  199.  211. 

Gosse  Gosze 
herr  —  Bruder  Heinmans  435. 
Heinman  —   herr  selig  435. 
Ulrich  —  Ammeister  u.  Altammeister  268.  320 

392.    508.   509.    513.  598.  599.  617.  682.  623. 

624.    625.    627.   633.  637.  643.  646.  648.  649. 

663.   667.    669.    677.  678.  688.  702.  707.  720. 

724.  754.  758.  767.  768.  789.  811.  S65. 
Ulrich  —  der  lange  734. 
Ulrich  —    Gesp.  der  salzmitter  508. 
Gesp.  der  wüite  513. 
Göszelin  823. 


G&tfrid  Johans  —  der  nahteritter  837. 
Gottesheim  Gottensheim  b.  Buchsweiler 

Herman  de   —  810. 
g.  Gotthard  Gothart  der  Pass  147. 
Götze  Wilhelm  —  altammanmeister  214. 

—  dominus  olim  magister  scab.  813. 
Gournay  de  Metz  Renalz  Ion  —  franz.  Ritter  633 

Anmerkg. 
Graben  Dorf  u.  Schloss  i   Baden  b.  Karlsruhe  605 

738. 
Graben  Hanneman  am  —  Bürger  von  Colmar  524. 
Graenstein  s.  Grostein. 
Graf  Henni  —  wagenerkneht  840. 
Grafen  Grofen  Anshelm   —  827. 
Grafenhausen  Grafenhusen  b.  Ettenheim  i.  Baden 

522. 
Grafenstaden  Grafen  —  sü.  Str. 

Ill-Brückenbau  zu  —   304.  HI-Fähre  bei  —  327. 
435. 
Gray  Graycura   oppidum    in    comitatu  Burgundie 

Dep.  Haute-Saöne  465. 
Gralap  Burkel  —  Bürger  v.  Str.  2. 
Grandvillars    Grandvillers    Grandevilr   i.    Frankr. 
n  w.  Delle. 
Wilhelm  von  —  194.  200. 
Granse  Wilhelm   von  —  könig.   franz.  Kämmerer 

645. 
Grasset  855  Anmerk 
Graueisbaum  Krewelsboum  i.  Baden  sü.w.  Rastatt. 

Zollstätte  a.  Rhein  673. 
Grawenstein  Granestein  s.  Grostein. 
Grede    die  closenerin  uf  S.  Nicolaus  Capell  821. 
Grerape  Bürger  v.  Hagenan  610. 
Gremper 

Hans  Henselin  —  wagener  817.  841. 
Heitze  (Zeitze)   -  841. 
Gienesque  Jehan  de  —  lothr.  Ritter  641. 
Grenfels  Wolfart  von   —    Bischof  von   Basel   39. 

132.  s    a.   B. 
Greselin  Hans  —  818. 
Gretzingen  die  statt  s.  Groetzingen 
Gryers  Heinrich   -   Bürger  von  Lausanne  710. 
Griesbach  Grieszpach  bei  Zabern  433. 
Griesheim  Grieszheim  i.  d.  Ortenau  416.  861. 
Greifenstein  Griffenstein  Gryfelstein  Burgruine  b. 
Zabern 
Eberlin  von  -  159.  500.  630.  667.  738. 
Peterman  von  —  630 
Grimsel  der  Pass  147. 

Grynach  Heinrich  —  Frankf  Kriegshanptmannl76. 
Griner  Jeckelinus  -  de  Offenburg  panifex  809. 
Grofen  s.  Grafen. 

Groszclaus    Johannes    -    clericus    Arg     notarius 
public  dictus  Netzebart.  375.  procurator  404. 
534.  662. 
Grosze  sartor  810.  819.  841. 
Groskopf 

Heinrich  dictus  —  816.  BIS 
Jeckelinus  —   institor  816. 
Grostein  Graue-    Grawen-   Graen—  Groszstein 
die  von   -  121.  354. 
jungherr  von  —  1.  2. 

Claus  von    —    schnltheiss   u.   hofmeyster    314. 
635.  636.  638.  649.  653.  657.  658.710.738.  859. 


Grostein  —  Hans 


88f> 


Clans    Niclaus  von  —  ritter.  Claus  des  schult- 
heiszen  und  hofmeyster  seligen  sun  314.  315. 
377  Anmerk.  738. 
Götze    von    —    (meist    als  bevollm.  städtischer 
Gesandter  «Städtebote»)  9.  10.  mag  42.  77.  78. 
93.114.  135.136   173.  174.  204.  217.  222.  223. 
231.  242.    257.    259.    260.    const.    a.    Holwig 
386.  709.  775.  792.  —  der  jünger  869. 
Hans   Götze  von    —    houptman  a    d    Rftwcrin- 
porte    269.    ungen     Sohn    desselben  Gesp.   d. 
const.  a    Holwig  513. 
Johann  der  ältero  von  —  314.  315. 
Johann  der  jüngere  von  —  314.  315. 
Johann  von  —  hern  Gfitzen  sun  münzmeister  91. 
Thomas   von    —    Vogt   zu    Bernstein    Sohn   des 
Schultheissen    Götze    von    —    300.  314.  315. 
377.  Anmerk    435.  Schultheiss  438.  (a.   1393). 
859. 
Schwarz  Götze  von  —  stettmeistcr  42.  45.  ritUl 
72    const.  z.  S.  Peter  383.  soab.  757. 
Grossweior  Kraswilre  i.  Bad.  b.  Achern. 

Reinhart  von  —  mkgr.  Diener  249. 
(iroetzingen  Gretzingen  würt.  O.A.  Nürtingen  246. 
Grlinberg  Hans  von  —  Str.  Söldner  519. 
Grönenberg  Hügelin  zft  —  v.  d.  würten  389. 
Grünes    Grünes/. 

Friedrich  Walich  von  —  Str.  Söldner  520. 
Peter   von  -    Str.  Söldner  521. 
Gugenheim  sü.w.  Brumath 
s.  Fuchs  Cuntze  de  — . 
Gulich  8.  Jülich. 
Gnmersheim  s.  Gomersheim. 
Gumransch  Claus  —  einer  der  drei  Ungelt-Männer 

672. 
Günderdingen  Mathis  von    -   lothr.   Ritter  641. 

Gnntershcim  Guntramsheim 

Claus  der  alte    —  v.  d.  würten  507  Anmerk. 

Claus  der  jung  —  v.  d.  würten  507.  513. 
Gurney  Scheckeme  —  von  Metz  lothr.  Ritter  641. 

Gürteler 
Heitzeman    — const    i.    Spettergasse    378.    388. 

Heinzman  Heinrich  —  818.  839.  840. 
Wilhelm  —  const.  z.  Münster  385. 
Gürtelerin  der  Sohn  der  —  const.  i.  Spettergasse 

(wohl  der  .Sohn  des  Heitzman  Gürteler)  512. 
Gfttelin  Str.  Jude  211. 
Gfttenberg  i.  Raden  A.  Mosbach  549. 
Gutenclans  662. 
Gfttgcselle  Hartman  —  faber  843. 


H. 


Habsburg  Ruine  n.ö    Aarau 
Grafen  von  — 

Hans  Landgraf  im  Klettgan  359. 

Rudolf  242. 
Hadeslat  8.  Hattstatt. 
Hagen  i.  d.  Pfalz?  (Landau)  218. 
Hagenau  — awe  — ow  — ftw  — owe  10.  11.  12.   14. 

17.  20.  21.  25.  29.  30.  34.  36.  45.  46.  48.  52. 

56.    64.   67.    78.  79.  80.  81.  84.  86.  104.  10(5. 

113.    120.    140.   152.    156.    172.  175.  192.  191. 

197.    216.  217.  218.  222.  224.  242    219.  SM. 

259.    260.    261.  273.  275.  279.  281.  284.   822. 

326.   341.   348.   349.   376.  382,  395.  396.  397. 


398.  399.  400.  401.  402.  403.  404.  405.  435. 
436.  438.  439.  440.  441.  442.  443.  444.  449. 
450.  41,2.  M8.  4ML  467.  468.  470.  471.  472. 
475.  476.  481.  482.  483.  486.  487.  488.  035. 
545.  575.  576.  680.  590.  596.  608.  660.  657. 
667.  871,  676.  678.  687.  692.  693.  694.  701. 
707.  708.  712.  713.  719.  720.  723.  726.  T.i\ 
743.  744.  745.  746.  748.  749.  750.  763.  767. 
770.  779.  805.  868. 
die  Brotbäcker  184.  481. 
der  Forst  349. 

der  Johannitcr-Orden  zu  —  84.  686. 
die  Juden  von  —  194.  195. 
das  Kloster  zum  Spital  zu   —  514. 
das  Kloster  zu  St.  Walpurgcn  zu  —  513. 
der  Münzvertrag   zu  —  mit.  Str.  482.  483.  486. 
der  kais.   Schnltheiss    zu    —    513.  743.  s.  Ram- 
berg Eberhard  von  — . 
Stadtschreiber  zu  —  84.  s.  Kentzingen  Julians    — 
Stettmeister  von   —  707.  s.  Reis/.cr  Cüntzel  — . 
die  Weber  von  —  308. 
Cfiutzelin  von  —  gespann  der  würte  613. 
s.  Grompe. 

s.  Hans  der  ritter  von  —  8.  a.  Ritter 
s.  Henselin  de  —  der  gremper  810. 
8.  Heilbeling  von  — . 
Heinzelin  von  —  oder    geschrampte   oder  bAse 

H.  von  —  der  würt  an  Vischmerkt  838. 
Johans  von  —  raeister  382. 
8.  Kürsener  Rülin  von  — 
s.  Lawelin  Gerin  —  von  — 
Mathis  der  messerer  de  —  844. 
Peter  von  —  der  seilerkneht  810. 
s    Rubel  Dine  —   von  — 
s.  Scholder  Haneman  —  von  — 
s.  Seiler  Hug  — . 
a.  Spengeler. 

Volmar  der  junge  von  —  Str.  Söldner  520. 
Volmar  der  wirt  zft   —  gen.  der  ammenmeister 

181. 
Weldel  von  —  Str.  Söldner  520. 
s.  Wurffeier  Ulin  —  von  — 
s.  Zipperer  Johuns  — . 
Hagenbach  Hans  von   —  517. 
Hagentorn  Franz  von  —  633  Anmerk. 
Haggen  Conrad  —  Bürgermeister  von  Rottweil  178. 
Hagut  Johannes  —  päbstlicher  Capitän  63. 
Haidinn  die  —  27. 

Hayse  Cleinhanseman  —  der  schfthsüter  822. 
Hake  Hennekin   —  171. 
Hackens  Henslin  —  Str.  Bürger  433. 
Hacker   Johans    —    von    Landesperg    (s.  a.  dort) 

Edelknecht  62. 
Haletsch  Heintz  —  848. 
Hall  Halle  (Schwäbisch-Hall)  17.  21.  64.  245. 
Bertholt  von  —  825. 
Gertenstiel  von  —  521. 

Werlin  Wernlin   von  —  const.  z.  Münster   386. 
388.  508.  512.  666. 
Hanau  Hanouwe  Graf  von  —  256. 
Handschuhheim  Hantschuhheim  w.  Str. 

Diether  von  —  792. 
Haniko  —  kgl.  Rat  Wenzels  250. 
Hanuenburg  Frantze  von  —  Str.  Söldner  U8, 
Hans 
nng.  von  dem  Hofe  519. 
ung.  der  Jägermeister  Herzog  Stephans  26. 
ung.  der  imppeler  27. 
ung.  der  satJer  27. 


Hans 


Herrenberg 


Bruno  —  519. 

C&ne  —  der  gerwer  392. 

Herwart,  —  519. 

Ludewig  —  323. 

Lütolt  -  510. 

Ritterhans  der  Städ'.ebote   v.  Ungenau  217.  222. 
224.  242.  281.  s    a.  Bitter. 
Hans  Herzog  v.  Baiern  s.  Baiern  21. 
Hans  Herzog  Bruder  König  Wenzels  548.  561. 
Hanseman  balneator  844. 

Greda  —  seine  Frau  844. 

Jeckelin  —  sun  am  Klanzhofe  844. 

Harleston  Harlestein  Alestein  (Harlestone  i.  Engld. 
Grafsch.  Northampton). 

Johann  John  von  —  englischer  Ritter  154.  187. 
189.  190.  197.  294.328.  364.368.  385.  436.  438. 
Harnesch  Lawelin  —  842. 
Harre  Ulin  -  844. 
Harteman  der  bierman  837. 
Hartmut  Claus  —  der  küfermeister  143.  145.  214. 

666 
Hartungin  Agnes  —  834. 
Hase 

Heinrich  —  von  Tobelich  Str.  Söldner  519. 

Rftlin  Stöibe  —  const.  z.  Münster  385. 
Haselo  s.  Haslach. 
Haslach  Haselähe  Dorf  u.  Schloss  i.  Kinzigthal  i. 

Baden  136.  234. 
Haslach  Haselo  bisch.  Dorf  w.  Molsheim  419. 

Heinricus  de  —  magister  secretarins  Arg    3. 
Hasli-Thal  i.  Schweiz  147. 
Hatstein 

Cünrat  von  —  213. 

Herman  von   —  213. 
Hattmatt  w.  Strassburg  674. 
Hattstatt  Had—  Hadestatt  b.  Rufacb 

die  von  —  359. 

Alexius  von  —  Sohn  Eppos  49. 

Cnntze  von   —  49. 

Eppo  von  -  49.  551.  663.  664. 

Friedrich   von    —   Sohn  Eppos   49.  435  (?)  551. 
628.  650. 

Friedrich  von  —  Cantzen  seligen  snn  49.  435  (?) 
551. 

Heinrich  von  —  49. 

Petermann  von   —  Sohn  v.  Eppo  49. 

Hauenstein  Hauwinsteyn  Berg  i   Schweiz  w.  Aaian 

171.  611. 
Hauenstein    Dorf   des   Grafen   v.    Leiningen    188. 
Ilausbergen  Husbergen  —  ober—  mittel—  unter  — 

Dörfer  w.  Strassburg  432. 
Hausgenossen  die  —  s.  Strassburg. 
Hebstrit  Petrus  dictus  —  811. 
Heckel  Heckil  Hans  —  von  Amberg  504.  546. 
Heckesheim  Herbord  von  —  Rat  d.  Erzb.  v.  Trier  133. 
Hefingen  s.  Höfingen. 
Heffnigen    Hans    von    —     gen.    Ossemberg    Str. 

Söldner  520. 
Heidelberg  Heydelberg  98.  99.  109.  113.  114  120. 

124.    126.   130.  134.  136.   147.  207.  209.  210. 

217.   221.    230.   231.   238.  282.  284.  286.  288. 

289.  301.   312.   33*.   337.  403.  468.  493.  495. 

504.   546.   547.  554.  594.    689.   692.  719.  727. 

759.   777.   792.   799.   800.  801.  803.  805.  806. 

807. 


Herzog  von  —   164.  s.  Baiern- Pfalz. 

Herman    von  —   filiaster   Moewelini  faber   814. 

821.  842. 
Möwelin  von  —  814. 
Heiden  Johannes   —  de  Esslingen  847. 
Heidingsfeld  Heitinsfelde    Heytingesfelt   ö.  Würz 

bürg   189.  856. 
Heilbeling  Jacob  —  de  Hagenau  818.  843. 
Heilbronn  Heilbrunn    Heilpronne   17.  21.  64.   152. 
236.  280.  587.  807.  808.  8-17. 
s.  Ochsenbach. 
Heiligenstein  Heilgenstein  n.  Barr 
der  von  —  393. 

Bero    von    —    const.   i.  Spettergasse   378.   394. 
Gesp.  d.  const.  v.  S.  Nicolaus  512—758.  830. 
Billung  von  —  Str.  Söldner  324. 
Claus  Niclaus  von  —  71.  177.  268.  277.  353.  382. 
389.  509.  510    Stettmeister  177.  382.389.  819. 
843 
Claus' der  junge  382.  390.  512. 
Engele  Fran  von  —  857. 
Friedrich   -  Sohn  des  Claus  (des  älteren?)  382. 

390. 
Goetze  von  —  268.  378.  393.  512. 
Hans  von  —  Bruder  des  Thoman  382. 
Hans  von   —   Bruder  des  Claus  390. 
Hügelin  von  —  268.  382. 

Johans  von  —  der  brediger  Bruder  des  folg.  857. 
Kleinhenselin  —  760.  857. 
Lauwelin  de  —  846. 

Thoman  von  —  Bruder  des  Claus   383.  390. 
839. 
Heilgenstein  zum  Rosse  Fritsche  von   -    379. 
Heilman  123. 
ung.  der  sun  389. 
ung.  der  stettmeister  434. 

Andreas    Andres   —    genannt    als     Ammeister, 
Alt-Amtneister,    städt.    Gesandter   n.  Böhmen 
248.   256.   260.   353.  354.  481.  491.  492.  502. 
510.  547.  548.   549.   553.  561.  562.  583.  820. 
Else  Wibelin  —  Frau  des  Andreas  562.  566. 
Johans  —  665.  758.  768. 
Heimbach  Heymbach  b.  Speier  238. 
Heime  Heim  sartor  842. 

—  senior  815. 

—  junior  815. 
Herbotzheim  s    Herboltzheim. 
Herbst 

Claus  von  —  Knecht  728. 

Erhart  von  —  Knecht  728. 
Herehemberg  lies  u.  s.  Hertembcrg. 
Herde  s.  Hördt 
Hergesheim  s.  Herxheim. 
Hericonrt  =  Ellekurt    i.    Frankr.   sw.   Beifort  73. 

103. 
Heringen 

Hans  von  —  Str.  Söldner  519. 

Henselin   —  von  Vinstingen  641. 
Herlisheim  Kr.  Colmar. 

Anna  von  —  Frau  des  Lawelin  von  —  701. 

Lawelin  von   —   Bürger  v.  Schlettstadt  701 
Herman 

Herr  —  in  Kirchgasse  der  Schaffner  des  Frauen- 
hauses 285.  754. 

Jacob  —  758. 
Heirenalb  i.  Würt.  Schwarzwald 

Kloster  zu   —  253. 
Herrenberg  i.  Würt.  Schwarzw.  451. 


Herrenstein  —  Höningen 


887 


Herrenstein    Burgruine   n.  Zabern   273.  270.  608. 

610.    660.   671.   673.   674.   686.  688.  608,  71!) 

752.   753.   755.    756.    758.  759.  760.  761.  764. 

765.  766.  771.  772.  773.  774.  786.  790.  866. 
Hcrsfeld  Hersfclden  i.  Hessen  118. 
Hertelin  s.  Mcrtze. 
Hertonberg  Hertemberg  (?  =  Burgruine  Kr.  Gcb- 

weiler  oder  s   bei  Lörrach  i.  Baden.) 
nng.  herr  von  —  353.  548.  574. 
nabart  von  —  Ritter  Vogt  zu  Kaysersbcrg  Un- 

torlandvogt  des  Elsass  445.  516.  540. 
Herwart  Hans  —  Str   Söldner  519. 

IHerxlieim  Hergesheim  sü.ö.  Landau  218. 
Hesebach  Hans  von    -   Str    Söldner  519. 
Hesingen  lies  u.  s.  Hefingen  Höfingen. 
Hesse 

IUans  —  384.  390. 
Hans  —  zftm  Hawart  384.  390. 
Heinrich  —  Sohn  des  folgenden  384.  389. 
Hesseman    —    gen.    als  Bürger,   Schöffe,  Con- 
stoHcr  z    Münster,  Stettmcister  73.  384.  389. 
(?  510.)   538.    689.    512.    543.  665.    698.   757. 
820.  829. 
Hesseman  s.  Hesse. 
Hessen  788.  789. 

Landgraf  von  —  77.  93. 
nerman  853.  856. 
Hessenheintzelin  662. 
Hesser  Werlin  —  474. 
Hesso  s.  Hochberg  Markgraf  von  — . 
Hetzel  herr  —  von  Ungersheim  405.  411. 
Hctzelmarkes  der  Meister  s.  Markes. 
Ilctzil  Kirchherr  zu  Tränheim  2. 
Hiltobrant  Hiltbrant 
Groszhans  const  z.  Mülnstein  381.  const.  i.  Kal- 

besgasse  391. 
Heintzeman  —  ein  Zimmermann  787. 
Heinbolt   —    const.   z.  Mülnstein  380.    const.  i. 
Kalbesgasse  391. 
Himbrecht  ander  Dagosburg  (Dagsbnrg  w.  Zabern) 

273. 
Binden  Henselin  zft  der  —  518. 
Hindisheim  w.  Erstein  362. 
Hirtenhenselin  844. 
Hirtzberg  Martin  von  —  275.  276. 
Hirtzfclder  Heintzeman  —  pellifex  817.  819.  843. 
Hirtzhorn  Hirczhorn 
Behtolt  zum  —  821. 
Diether  —  der  wirf.  i.  Krutonowe  839. 
Hans  von  —  pfälz.  Hofmeister  479. 
Hochberg  HochpurgHoichberg  Hohenbcrg  —  Hach- 
berg   Schlossruinc    n.  w.  Waldkirch   i.  Rreis- 
gW  136.  298.  433.  451. 
Markgrafen  von  —  139.  174. 
Hans  136.  521.  531  Anmork. 
Hesso  136.  170.  290.  418.  433.  516.  663.  664. 

679. 
Rudolf  21.  222.  236.  359.  633.  643. 
Otto  136. 
Hohensteg  Heinrich  der  underkneht  zftm  —  821. 

s.  a.  Str.  Oertl. 
Hochfelden  Hochvcldon  n.w.  Strassbnrg 

Friedrich   von  .—    const.   z.   Münster  385.  388. 
608. 

Hans  —  der  Gerber  668. 

Wölfelin  von  —  const.  z.  S.  Peter  383. 

VI. 


Höchst  Host  a.  Main 
der   Zoll   zu  -   112.    114.    116.   125.  153.  157. 
226.  230.  853. 
Höchstettin  Katharina  —  Witwe  Ilcnsels  von  Muln- 

heim  Bürgerin  von  Hagenau  671. 
Hofe  Jeckelin  —  834.  845. 
Höfelich  Oberlinng  —  gutor  819. 
Hofesesze  Rnlinus  —  pellifex  820. 
Hofewilre  s.  Offweiler. 

Hofgericht  das  königliche  195.  620.  622.  680. 
Höfingon  Hefingen  (Hesingen)?  =  Hofingen  i.  Bad. 
b.  Donaueschingen  oder  e  Höfingen  i.  Würtb. 
A.  Leonberg. 
Heinrich  (Heinz)  Truchsess  von  —  markgr.  bad. 
Diener  623.  746.  775.  776.  778. 
Hohcnack   Burgruine  b.  Zell    Kr.  RappolUweiler 
532.  626. 
s.  Rappoltstein. 
s.  Saarwerden  Heinr.  von  — . 
Hohcnburg  Honburg  by  Löwestein  Ruine  b.Wingen 
Kr.  Weissonburg  180.  181.  183. 
Burckard  von  —  gen.  v.  Wangen  600. 
Hohenfcls  Burgruine  n.  Niederbronn 

s.  Ettendorf  Bocmund  u.  Walter  von  — . 
Hohcnklingen  Walther  von  der  —  683. 
Hohcnlohe  Hohenloch  der  von  —  47. 
Höllenstein  (?  a:   Howenstein   s.  dort)   Burgruine 
b.  Oberhaslach  Kr.  Molsheim 
herr  von  —  645.  —  die  von  60. 
Claus  Heinrich  —  Gesp.  d.  const.  z.  Münster  512. 
Dietrich  von  —  74. 

Rudolf  von  —  vitztnm  des  Bisch.  Friedr.  v.  Str. 
47.  287.  551  ritte   598.  599.   648.    711.    721. 
724.  737.  790.  der  alte  vitztnm  727. 
Hohenwilre  s.  Hohweiler. 
Hohcnzollorn 
Grafen  Burggrafen  zu  Nürnberg  s.  a.  Nürnberg 
Friedrich  (Fritz)  d.  iilt.  Graf  zu  —  223   227. 

228.  856.  862    s.  Nürnb. 
Johann  16. 
Hohweiler  Hohenwilre  Kr.  Weissenburg  191. 
Holbein  Hans  —  Meister  d.  obeser  u.  kesor  667. 
Holman  der  junge  v.  d.  tuobern  508. 
Holtzappel 
Friedrich  —  von  Runckel  208  s.  R. 
Rftleman   —  Sohn  v.  Friedr.  208. 
Holtze  Burkard  im  —  Str.  Söldner  520. 
Holtzhoim  w.  Strassbnrg  295. 
Holtzhcimer   Herman    —  Bürger  v.  Wetzlar  205. 
Holtzhuscn  (=  Holtzhausen  i.  Hessen) 
Heinrich  von  —  Frankf.  Städtebote  217.  222.  224. 
Johan  von  —  Frankf.  Städtebote  216.  281. 
Holvingcn  Cftnrat  von  —  Str.  Söldner  519. 
Holwig  holweg  Strasse  in  Strassbnrg  s.  Str.  Oertl. 
Homberg  Gcbürichin  von  —  Str.  Söldner  521. 
Homburg  Burg  i.  Lothr.  b.  Metz,  Besitz  d.  Peyger 

v.  Boppard  88. 
Honan 

Aubertin  von  —  Str.  Söldner  522. 

Wellemcrt  von  —  Str.  Söldner  522. 

Honan  Honowc  i.  Baden  n.w.  Str.  414. 

Martin  von  —  827. 
Honburg  s.  Hohenburg. 
nönheim  n.  Str.  360  Anmerk. 
Hönhcim  Honeheim  Schloss  i.  Diöo.  Mainz  28. 
Höningen   =  Höhingen    (eh.  Schloss  der  Markgr. 
v.  Hochberg)  b.  Emmendingen  136. 

112 


888 


Honowe  —  Jeckelin 


Honowe  s.  Honau. 
Höppekin  der  bogener  259. 
Hördt  Herde  sü.ö.  Brumath 

Beckelin  —  der  köffer  821. 
Hornbeckin  Katharin  -  Str.  Bürgerin  711. 
Hornberg  Horemberg  Burg  n.  Stadt  i.  Kinzigthal 

i.  Baden  86.  127.  129. 
die  Herren  von  -  86.  88.  97.  98.  107. 

Brun  der  elter  97.  98.  107. 

Brnn  der  junge  97.  98.  107. 

Hans  97.  98.  107. 

Heinrich  97.  98.  107. 

Ulrich  97.  98.  107. 

Wernher  97.  98.  107. 
Hörne  Fritscheman  z&m  —  von  den  würten  389.  507. 
Hörnern  Ritter-Gesellschaft  die  mit.  den  —  67. 
Horwwohl  =  Horben  (Horwen)  bei  Freiburg  498. 
Horwe  (?  =  Horb  i.  Würtb.) 

Hans  Richter  von  —  Str.  Söldner  521. 
Hostiensis  episcopus  s.  Ostia  s.  Pileus. 

Howe 

Heintzeman  —  in  die  Helle  pellifex  819. 
Heintzmann  —  dictn3  de  Constanz  843. 
Howenstein  s.  Hartenstein  Berg  bei  Basel  456. 
Howenstein  (?  =  Hohenstein  s.  dort.) 

Obrecht  von  —  const.  z.  Münster  269.  const.  z. 
S.  Niclaus  388.  H.  n.  sin  sun  382. 
Hower  Henselin  —  Wollschlägerknecht  23. 
Howescheit 
die  —  814. 

Lawelin  —  ortulanus  820. 
Hubischman  Heinczman  —  Bürger  v.  Str.  303.  304. 
Hüfelnhart  s.  Hüffenhard. 
Hüffelin  Hftffelin  Hüffel 

Reinbolt   —   const.   z.   Münster    384.  387.    388. 
512.  662  altammeist.  782  meister  787. 
der   eilter  268  const.  z.   S.  Thom.  379.  392. 

724.  733.  757. 
der  alte    (?  =  d.  vorig.)    39.    391.   509.  824. 

mag.  830. 
der  junger  509.  der  junge  596.  601.  744.  mag. 

787.  845. 
der  lange  const.  z.  S.  Nicl.  383.  390.  391. 
Volzo  —  cantor  z.  S.  Peter  jun.  375. 
Werlin    —    const.   z.  S.   Nicl.  511.    const.  z.  S. 
Thom.  379.  393. 
Hüffenhard  Hftfelnhart  i.  Bad.    Kr.  Mosbach   549. 

Hng 

—  der  seiler  184. 

Klein  —  von  Brftmat  s.  a.  dort  270.  420. 

Götze  —  von  Eckebrechteswilre  845. 
Hügel  der  artzot  const.  z.  Münster  385. 
Hügelin 

Philips  —  665.  —  dictus  mit  der  fleschen    der 
winkneht  842. 
Huller  662. 

Hüller  der  metziger  391. 
Humbel  Hummel  s.  Stauffenberg. 
Humbreht 

Claus  —  juncher  const.  i.  Spcttergasse  378. 

Claus  —  selig  665. 
Hummel  s.  Staufenberg 

Hunaweier  Hunewilre  Hunnenwilre  sw.  Rappolts- 
weiler. 

Cuntze  von  —  664.  784. 
Hünenburg  Hüneburg  Ruine  sü.ö.  Lüt.zelstein  647. 
831. 


Hnndsfeld  Hunesfelt  um  1580  abgebrochenes  Dorf 

i.  d.  Gemarkung  Eckartsweier  b.  Kelil  600. 
Hunesfelt  s.  Hundsfeld. 
Hungerstein  Schloss  b.  Gebweiler 

Andres  von  —  664. 

Cftnrat  von  —  49. 

Keintzman  von  —  49. 

Wilhelm  von  —  49. 

Hftnrer 

Kridewis  —  Sohn  von  Lienhart  825. 

Lienhart  —  825. 

Ulrich  —  von  d.  kornlüten  391.  508.  662. 
Huntbisz  Heinikin  —  Bürger  von  Ravensburg  524. 
Hünter  Ulrich  —  758. 
Hnrbesche  Guerray  de  —  638. 
Hürsin  Heitzeman  —  murarius  809. 
Hurst  Jeckelin  —  847. 
Hürtigheim  Kr.  Strassburg 

Hans  von  —  659. 
Hurusz  Claus  —  von  Balingen  Wagnerknecht  740. 
Hurzbach  Rutsche  von  —  517. 
Hus  Husc  Hftse  Hausz 

Claus  vom  —  46.  632.  663.  664    686. 

Dietrich  vom  —  Probst  zu  Lnttenbach  45.  46.47. 

Hanneman  vom  —  325.  418. 

Hanneman   vom  H.  von  Isenheim  46.  316.  405. 
411. 

Hanneman  von  Isenheim  —  der  banghart  325. 

Hans  von  dem  —  von  Isenheim  46. 

Hans  Ulrich  (Ulin)  vom  —  46.  325. 

Härtung  vom  —  45.  46.  50. 

Heinrich  vom  —  46. 

Johann  vom  —  45. 
Husbergen  s.  Hansbergen. 
Husch  Johans  Perim  von  —  Str.  Söldner  518. 
Hüttelin  s.  Hüffelin. 
Hüttenheim  Kr.  Erstein. 

der  von  —  651. 
Hüter  Marx  —  von  den  würten  389. 
Hüter  Lienhard  —  const.  i.  Spetterg.  378.  393. 
Hüterin  Elkint  —  vor  dem  Münster  837. 


I.  J.  Y. 


521. 


Jacob  der  Jude  Arzt  26. 
Jacob  herr  —  insigeler  des  Bischofs  v.  Strassb. 
Jacop  Prior  zu  S.  Veitin  zu  Rnfach  355. 
Jalney  Fcrry  de  —  lothr.  Ritter  638. 
Ichenheim  Ychenheim  sü.w.  Offenburg  429. 

ung.  —  Einwohner  von  Neuweiler  269. 

Fritsche  —  koufherr  419. 

Heicze  von  —  schühemacher  563. 
Idecke  Heinrich  von  —  Str.  Söldner 
Jäcklin  der  Rabbi  aus  Egcr  33. 
Jeckelin 

balneator  am  Klantzhofe  844. 

Jude  zft  Str.  199.  211. 

der  lange  der  walich  473. 

rasor  de  Truhtersheim  815. 

der  Riffen  kneht  waz  389. 

der  schiflütekneht  841. 
Jeckelin 

Herman  —  brotbecker  508. 

Sygelin  —  v.  d.  würten  507.  510. 


287 


842. 


Jeckkels  —  Kagenfels 


8<S<J 


I 


Jeckkels  Jeckel  Heiiselin  Hensz   —  ortulanus  818. 

841. 
Jenöwe  Tliomas  von  —  der  bogencr  622. 
Jerraine  Hans  der  banckert  von  —  520. 
Yfrio  Peter  -  814. 
III  Yll  der  Fluss  i.  Eis.  434. 

Krücke  über  die   —  304.  305. 

Fähre  über  die   —  327.  43:'). 

Inhaber  der  Fähre  s.  Erbe  Hans  — . 
lllkiich  Illekircbe  sü    Str.  38  _ 

Fähre  hei  —  327. 

s.  Slickelin  von  — 
Imbshcim  sü    Buchswciler  674. 
Imer  (Ymer,  Bischof  von  Hasel  s.  Basel. 
lagt  -brecht  Ingelbrecht  (J         Kngelbrecht)   841. 

Hans  —  der  Alte  const.  ■/..  Münster  385. 

Hans   Hensel    —    der  junge   const.  z.    Münster 
385.  390. 
Ingelberg  Johannes  de  —  810. 
Ingenlieim  sw.  Ilochfelden. 

Götze  de   -  811. 

Johann  von  —  303. 
Ingersheim  b.  Kappoltsweilcr  650. 
Ingolstadt  Ingelstadt  219. 
Ingweiler  Ingewilr  n.  Huchsweiler  2<>9. 

Ilanscman  von  —  gesp.  d.  ti'ichcr  513. 

Hans  Gerhart  von  —  419. 

s.  Godelman  Hans  —  von   — 
Innsbruck  650  Anmerk. 
Inslinger  Cftnrat  —  Str.  Söldner  519. 
Jobst  Jose  von  Mähren  s    Mähren. 
Johao  Claus  —  der  wolleschlegermeister  24. 
Johann  Markgraf  Herzog  s.  Mähren. 
Johannes  carpentarius  i.  Wascnecke  818. 
Johannes  der  Hofschreiber  550. 
Johannes  Meister   —   der  Söldner  183. 
Johannes  dictus  —  junior  184. 
Johans  brftder  —  Meister  des  Anthonicnhanses  zu 

Isenhoim  325. 
Johans  der  scherer  184. 

(Johanniter  Johanser  Johans  Orden  140.  175.  238. 
258.  377.  707. 
die   —  von  Ilagenau  685. 
Meister  des  Ordens  84. 
s.  Braunsberg  Conrad  — . 
Ordenshaus  zu  Ilagenau  84. 
Creuczer  von  Engilland   von  sand  Johans  Orden 
130.  131. 
Jöler  Hanseman  —  der  vitztum  800. 
Jomer  180. 

Jonohere  Amoldus  —  Cleriker  aus   Lüttich  860. 
Josef  Sohn  v  Samuel  ha-Cohon  Jude  aus  M  Buchen  33. 
Jöselin  von  Mollcsheim  Str.  Jude  211. 
Ippcnburg  Wolf  von   —  Str    Söldner  518. 
lrslingen  s.  Urslingen. 
lsaak  Y'sak 

—  von  Mollcsheim  Str.  Jude  95. 

—  Jude  von  München  25.  26.  27.  31.  32.  33.  35. 
Ysenhartin  Diue  —  835. 

Yscnach  s.  Eiscnach. 
Iscnburg  b.  Rufach 

Gerlach  von   —   158. 

Valentin  von  —  15H. 
lscuheim  n.ö.  Sulz  i.  O-El«    l,  a.  llusc. 

das  Anlhonieiihaus  zu  —  325. 

Meister  des  —  Bruder  Johans  325.    . 


Yscnlin  Yselin  von  Bretheim  —  Str.  Jude  199.  211. 

Isenlin  Cüntze  dictus  —  845. 

Ysin  Heinze  —  Str.  Söldner  521. 

Ismahel  Jude  von  Augsburg  128. 

Isny  Ysny  i    Würtb.   17.  21.  64. 

Yspani   Alfons  von  —  der  bogener  Str.  Söldner 

522. 
Italien  62. 

Juden  dio  —  18.   44.    46.   50.  8«.    128.  129.  134. 
140.    141.    143.    147.    154.   158.  173.  109.  191. 
195.    199.   204.   205    207.   208.  209.  211 
272.  273.  322.  538.  853. 
s.  a.  Augsburg  Mainz  Molsheil»  München  Nord- 
lingen  Strassburg  Wetzlar. 
Judenbreter 

Minnelin  —  frowe  665. 
Obrecht  —  Str.  Söldner.  323. 
Judenkirchhof  Heintzeman  —  818. 
Judcnlftffor  Ulrich    —  de  Mentzc  813. 
Jülich  (ii'ilch  (inlche 

Herzog  von  —  368.  369. 

Wilhelm  363. 
s.  a.  Geldern. 
Jüllenont  Synion  von  —  bogener  Str.  Söldner  522. 
Jangsorü  ('laus  —  s.  Zorn. 
Jungen  Junge 
Claus  —  const  z    S.  Peter  384.  391.  sein  Sohn 

510. 
Johans  —const.  z.  Mü  Istein  381.  const   i.  Kalbes- 
gasse 391 
Lawelin  —  391. 
Jungen 

Heinrich  zum   —    her    Bürgermeister    v.  Mainz 
117.   242.   274.   281.    335.  348.  351.  365.  366. 
376.   467.  496.  794    796.  797.  798. 
Juvenc  Hügclin  von  —  Str.  Söldner  520. 


K  ii.  G. 


Kage  Heintze  —  u.  sein  Sohn  421. 
Kageneck  —ecke  Kagnegg 

Claus  von  —  der  jüngere  Str.  Söldner  520. 
Diepolt  von  —  (gefall,  b.  Sempach)  169. 
Erhard  von  —  prepositus  S.  Thoiue  375. 
Hans  von  —  427    (Gesandter   nach  Prag)    491. 

492.  501. 
Gosse    Gösselin    von     -    const  z.  Münster  384. 

388.  Gesp.  d.  const    ?..  S.  Peter  511. 
Johans  von  —  meistcr   189.  217.  259.  260.   am 

Holwige  268.  302.  const.  z.  Münster  385.  389. 

const.    i.    Spettergasse  393.    ritter    394.  404. 

481.  der  meister  509.   const  i.  Oberstr.   511 

const.  a.  Holwig  513.  ritter  523.  meister  815. 

820. 
Johans  von  —  der  eilter  const.  i   Spetterg.  511. 

scab.  757.  meister  786.  782.  843. 
Johans  von  —  der  alte  509. 
Johannes  de  —  junior    meister    188.    189.  507. 

510.  824.  835.  844. 
Johans  von  —  der  junge  306. 
Johans  de  —  bischöfl.  Hofmeister  magister  curn 

episcopi  534.  646.  691.  780.  861. 
der  Karat  von  —  Bitter  const.  i.  Spettergasse 

(?  -  Joh.  von  — )  878. 
Kagenfels  Burgruine  w.  Barr  87. 


890 


Kainel  —  Kyenast 


Kainel  Peter  Wust  von  —  Str.  Söldner  519. 
Kaysersberg    Kaisers—  Keisers-  Keysersperg  w. 
Colmar  45.  72.  248.  249.  304.  545.  575.  597. 
628.  631.  635.  650.   652.    685.    712.  719.  723. 
736.  858. 
Vogt  zu  —  s.  Hertenberg  Habart  — . 
Kaiserslautern  Keyserslfttern  29.  283.  835. 
s.  Anefang  Peterman  — . 
s.  Beldenlop  Johans  — . 
Kaldar  Heinrich  —  Str.  Söldner  522. 
Kamerer  der  goltsmit  513. 
Kamrnerer  Cammerer  s.  Keramerer  v.  Worms. 
Kämmerer  Hans  —  v.  d.  Goldschmieden  389. 

Karamin  Camyn 

Bischof  Johann  von  —  königl.  Kanzler  243. 

electus  de  —  2Ü0.  316.  356.  397.  440.   449.  462. 
463.  464. 
Kampte  Hans   —   von  Neuweiler  Str    Sold.  520. 
Kantzier  Cantzeler 

Ennelius  —  835. 

Hanneman  —  faber  842. 

Hanneman  —  (d.  ältere)  842. 

Herman  —  faber  816. 

Johans  Hans  —  ammeister  96.  Verbannter  161. 
164.  845. 
Kappel    Capelle    Cappeln   n.w.   Ettenheim  i.  Bad. 

419.  522. 
Cappelle  Hans  von  —  Str.  Sold.  520. 
Kappler  magister  monete  regis  195. 
Kappelherre  dictus  —  815.  819. 
Cappelon  Albertus  —  carpentarius  821. 
Kärnthen  582.  586. 

Herzog  von  —  s.  Oestr.  Leop.  v.  — . 

Karl  Karle 

Cuntzeman  —  666. 

Hans  —  665. 

Hanseman  —  scab.  758. 

Heinrich  —  v.  d.  kremern  389. 
Karl  IV  deutscher    Kaiser   6.  279.  301.  541.   801. 
Karl  VI  König  v.  Frankreich  177.  855.  862. 
Karlestein  v.  d.  kremern  507  Anmerk. 
Karlstein  Karlestein  Schloss  i.  Böhmen  Kr.  Prag 

549.  558.  561.  563.  564.  565.  618.  683. 
Carnificus  Wilhelmus  —  magister  scabinorum  s. 
,        Metziger. 

Karricher  Jeckelin  —  v    d.  metzigein  508.  513. 
Caspar  der  Goldschmied  v.  München  31. 

Hans  von  —  507.  600. 

Symont  von  —  her  191. 
Kastei  Castel  b.  Mainz  312. 
Castellio  terra  s.  Chatillon. 
Katzenellenbogen  Katzenelnbogen  i.  Nassau 

Grafen  von  —   45. 
Diether    255. 
Katzman  Gyso  —  procurator  in  Rom  2.  3. 
Kaufbeuren  Kouffburen  i.  Baiern  17.  21.  64.  234. 

235. 
Kauffmann 

Andreas  —  de  Ulm  sartor  816. 

Wenczslaw    —    Wirt    u.   Bürger    zu  Nachau  i. 
Böhmen  559. 
Cedingen  This  von  —  Str.  Söldner  521. 
Kefer  Lawelin   —  der  winsticher  837. 
Kehl  Keule  i.  Bad.  660.  817. 
Keyser  Läwelin  —  812. 


Keisersberg  s.  Kaysersberg. 

Keyserslutern  s.  Kaiserslautern. 

Cellenberg  s.  Zellenberg. 

Keller  Jeckelin  —  de  Dieffental  818.  842. 

Kelre  Margarete  —  Witwe  v.  Fritscho  de  Wirigs- 

heim  845. 
Kember  Götze  —  Schaffner  im  Bruderhof  593. 
Kemmerer    Kemrer    Kemerer   Cammerer  Camerer 
von  Worms 
Diether  von  —  69.  119.  Bürgermstr.  v.  Worms 
188    237.    336.  343.  348.  349.  350.  351.  528. 
606.  608.  610.  654.  670.   671.   692.   751.   771. 
772.  773.  774.  786. 
Heinrich  von  —  Ritter  191.  270.  419.  481.  495. 

661.  580-  594.  606.  687.  804. 
Heinrich  von  —  Edelknecht  Sohn  v.  Heinr.  191. 
s.  Lantschaden   Gutichin    —   Witwe   von    Diet- 
rich — 
Kempten  i.  Baiern  17.  21.  64. 

Weckerle  Hans  —  Str.  Söldner  519. 
Kentzinger  Ulrich  —  her  Cleriker  382. 
Kenzingen  Kentzingen  n.  Freiburg  i.Bad.  160.  291. 
457.  526.  528.  529.  544. 
die  steingruben  zu  —  821. 
Johans  —  Stadtschreiber  zu  Hagenau  84. 
Keppenbach   Burg    n.ö.   Emmendingen    133.    136. 
175.  257. 
Dietrich  von  —  307. 
Cerdo  Hanselarius  —  828. 
Kese 

Heitzelin  —  der  metziger  833.  834. 
Obreht  —  Str.  Bürger  588. 
Keser  Lawelin  —  junior  810.  841. 
Kesseler  Dietherich  —  der  bühssenschiesser   183. 
Kesselring  Cftntze  Cftntzelin  —  i.  Aufrüst.  d.  korn- 

lüte  389.  scab.  758. 
Kestenburg  ?  =  Kenstenberg  (ehem.  i.  Diöc.  Speier) 

s.  Snydelach  Heilman  —  von  — 
Kestenholz  -holtz  b.  Schlettstadt  256.  651.  654. 
Kettener  Jeckelin  —  der  vürsprech  833. 
Ketter  Nese  —  822. 
Keule  s.  Kohl. 
Ceupeman  Hans  —  467. 
Chacepol  dit  Savoye  Peterman  —  lothr.  Ritter  633 

Anmerk. 
Chaitellet  Perin  de  —  lothr.  Ritter  638. 
Chambre  Richer  de  la  —  lothr.  Ritter  638. 
Chateir 
Hargnour  de  —  lothr.  Ritter  633  Anmerk. 
Pechair  de  —  li  Moinne  de  —  lothr  Ritter  633. 
Thirion  de  —  lothr.  Ritter  633. 
Chatillon    Chastellon    Chastoillon    Chatilion    Ca- 
stellio terra  Schettelo  Schettelon  Schechtelon 
Schehtelien  Zschechtelon  Schloss  des  Jean  de 
Vergy  i.  Frankr.  Dep.  Vosges  47.  48.  50.  54. 
61.  176.  187.  188.  192.  194.  201.  203.  311. 
Chrast  Otyk  von  —  767. 
Christian  Eberlin  —  509. 
Christian  zer  Sunnen  von  Basel  164. 
Chrümpnau  s.  Kruman. 

Churwalden   Curwalchen    i.  Schweiz  K.  Graubün- 
den 147. 
Chusnik  Benessin  de  —  163. 
Chuttin  s.  Kuttenberg. 
Kyenast  der  schriber  am  Schultheissengericht  833. 


Kienheim  —  Kolbsheim 


m 


Kienheim  Kftnhciin  sü,   Huchfcldcn 

Boldclin   -  830. 

Bogelin  —  268. 
Kienzhcim  Kientzheim  Kr.  Rappoltsweiler  866 

s.  a.  Künigo8licim. 
Kilstett  Kilstette  n.  Str.  413.  414. 

8.  Syfrit  Hensel. 
Kilwilre  s.  Kirweiler. 
Kinzig  Kintzig  Fluss  690. 
Kinzigthal  234. 
Kippenheim  i    Bad.  b.  Ettenhcim 

Jockei  —  323. 
Kirchberg  Kirchporg  Eberhard  Graf  vom  —  Port- 
ner  d.  Str.  Domstift  524.  530    Dekan  des  Str. 
Domstifts  720. 
Kirchon  Johannes  von   —  Hofschrciber  Kg.  Wen- 
zels 630.  631. 
Kirehgasze  —  gaszc  Horman  in  —  Schaffner  uf  un- 
ser frowenhus  285.  751.  der  altammeister  668. 
Kirchherre 

Hermann  —  842. 

Johannes  —  nuncupatus  Ritter  842. 
Kirkel  Kirkele  Kirckl  i.  Pfalz  b.  Homburg 

der  von  —  118.  175. 

Johannes  von  —   130.   131. 
Kyrperg 

Sftftie  von  —  Witwe  Claus  Kftfers  677. 
Kirse  der  Jude  -   199.  211. 
Kirwarto    Hanneman    —   Str.  Bürger    i.  Lingols- 

heim  62. 
Kirweiler  Kilwilre  sü.  Buchsweiler  423.  834. 

Friedrich  —  der  schftchzter  von  —  834. 

llenzelin    Schaffener    von  —  Str.   Söldner  520. 
Kislcncr  Heinzo  —  Str.  Kornhändler  726. 
Kladrau  Cladrun  i.  Böhmen  Kr.  Pilsen  565.  556. 

558.  572. 
Cladrun  s.  Kladrau. 
Klamman  Andres  —  182. 
Claramontc  Ulricus  de  —  camerarius  533. 
Claus  der  gebur  389.  509.  632.  662. 

—  der  lange  ein  Rheinschiffer  556. 

—  von  Wissenburg  ein  Seiler  667. 
Paulus  —  der  kftffer  817. 

Cleberg  Henne  Stftsse  von  —  42. 
Klebesattel  der  herzogiu  sun  839. 
Cleinbubelin  811. 
Kleine  Heinbold   —  8/>4. 
('leinhanseraan  der  schftchstUer  822. 
Clcinhenselin  der  schftchzter  835. 
Klein-Hug  von  Brftmot  270. 
Cleinlawelin  der  ki'irseneikncht  816. 
Clein-Ulin  de  Esslingen  famulus  846. 
Cleraau  Peter  —  Str.  Söldner  519. 
Clesclin 

de  Mentzo  pellifex  815. 

de  Wissenburg  textor  839.  847. 

de  Spir  baderkneht  844 
K  li  silin  (wohl  ident.  mit  Kleskein)  491. 
Kleskein  Diener  d.  Str.  Gesandt,  i.  Trag  553. 
Klette 

Friedrich  —  Herr  Str.  Söldner  323.  391.  const. 
z.  S.  Peter  383. 

Hug  -  Herr  const.  z.  S.  Peter  383. 
Klettgau  Landgraf  von  —  s.  Habsburg. 
Cavel  Johan  von  —  Str.  Söldner  521. 


Klinghart   Ileinlze    -  v.  d.  obesern  u   kesern  667. 
Clobel  Johann   —  662. 
Klobeloch   Klobelouch  s.   Knoblodi 
Klopsbeiraer    Clobsheim    (s.    a.    Plobsheim     mit 
welchem  offenbar  identisch) 
Bürger    u     Stitdtcbote     von     Schlettstadt    216. 
217.  242. 
Closeman    Alexius    —    const.    z.    Mülnstein    381. 

const.  i.  Kalbesgasse  392. 
Closener  Klosener  377. 

Johannes  —  815. 
Knebel  Tham  —  Schultheiss  zu  Oppenheim  Hin;. 
Knese  der  junge  507. 
Kniewelin  Henselinus  —  textor  846. 
Knobeloch  Klobel-  Clobloch 

ung.  der  Jungtier  (V   =   Reinbolt  d.  j.)  273.  394 
const    i.    Spetterg.    378.    Klobelochelin    268. 
811. 
Clans  Niclans  -  476  497.  mag.  818.  839.  840.  847. 
Fritsche  —  ortulanns  811.  841. 
Gosse  —  hftter  (der  Münze)  const.  v.  S.  Niclaus 

382. 
Hans  —  const.  v.  S.  Niclaus  512. 
Hans  —  zftm  güldin  s.  Johans. 
Hetzel  —  Bruder  des  Reinbolt  const.  v.  S.  Tho- 
mas 379.  393.  394. 
Johans  —  const.  v.  S.  Niclaus  382.  390.  meister 
672.  685.  686.  688.  689.  698.    815.  817.    8ati. 
842.  846.  863. 
Johans  -    genant  Ytel  378. 
Johans  —  zftm  güldin  378.  Hans  —  zftm  gül- 
din const.  i.  Spetterg.  388.  512. 
Itel  Ytel  -   Bruder  v.  Wilh.   const.  i.  Spetter- 

gasse  378.  393.  394.  508.  509.  s.  Johans. 
Langhaus  —  698.  Anmerk. 
L.luwclin  —  Hausgenosse  341.  zftm  güldin  const 

i.  Spettergasse  378.  393. 
Lienhart  —  Bruder  v.  Lauwel  341. 
Nicolaus  —  s.  Claus. 
Peter  Petrus  -  812. 
Peterraan    —    zftm    güldin    Bruder    v.    Johans 

const.  i.  Spettergasse.  378.  393. 
Reinbolt  —  const  v.  S.  Thomas  379.  388.  const. 

v.  S.  Niclaus  511. 
Reinbolt  —   (der  jüngere)    Sohn  v    Reinbolt  s. 
const,  i.  Spetterg.  511.  512.   s.  ob.  Klob.  der 
jungher. 
Wilhelm  —   Bruder    v.  Johans  u.  Itel  const.  i. 
Spettergasse  378.  393.  394.  Gesp    d.  const.  v. 
S.  Niclaus  512.  Verbannter  839. 
Klowen  Jeckelin   —   ortulanns  811.  841. 
Kobe  Hans  —  von  Freisdorf  Str.  Söldner  518. 
Koblenz  Koblencz  Kobelentzc  132.  134.  135.  139. 
141.  723.  790. 
Rftlman  von  —  meister  Cleriker  ans  Trier  17. 
Koch  Hauptmann   d.  Wormscr  Kriegsvolkes  176. 

Peter  —  Herr  831. 
Kochersberg  der  —   ö.  Zabcru  643.  722. 
bischotl.  Burg  —  526.  527.  534. 
bischön.  Vogt  zu   -   544.  734. 
s.  Pfettensheim  Hans  — . 
Kolb  Götze  —  163. 
Kolbe  Colbe  759. 

Diether  —  kftffer  (s  Dürnigheim)  822. 
Colbczcey  s.  Kolbsheim. 

Kolbsheim  Kolbetzhcim  Koboltzheim   Colmsheim 
Colbezcey  w.  Str. 
Cftne  von  —  311.  Stiassb    Hauptmann  387.  472. 
671.  640.  647. 


892 


Kolbsheim  —  Culiers 


Georg  Gerien  Jörg  -  311.  351.  596.  660.  666. 

Edelknecht  670.  777. 
Lütold    311.  Anmerk.    333.   351.  640.  723.  729. 
752.  764. 
Koler  Conrat  —  Bürger  v.  Constanz  742.  747. 
Coler  Clewelin  —  in  Lingolsheim  Bürger  v.  Str.  62. 
Colignon  franz.  Ritter  633  Anmerk. 
Colin  Coli  Henselin  —  von  Saarburg  Str.  Söldner 

519.  Gesandt,  v.  Saarb.  734. 
Kölle  Jacop  von  —   476. 

Colmar  Colmer  25.  45.  175.  242.  257.  279.  304. 
305.  306.  434.  505.  565.  575.  597.  625.  628. 
631.  640.  647.  650.  652.  658.  659  Anmerk. 
661.  683.  685.  693.  695.  697.  706.  712.  719. 
723.  726.  736.  739.  742.  807.  858. 
Schultheiss    von    —    302.    s.  St.  Thiedot   (Die) 

Peter  von  — . 
die  Juden  von  —  194.  195. 
Bertholt  von  —  (Aufr    d.  kremer)  607. 
Hanneman  von   -    Str.  Bürger  304.  473.  758. 
Hanneman  am  Graben  von  —  524. 
Kolmar  die  zwei  —  Diener    d.  Str.  Gesandten  i. 

Prag  553. 
Köln  Kölle  Cöln  Collen  Colonia  16.  139.  140.  150. 
153.   338.   341.  346.  369.   478.  485.  494.  685. 
704.    707.    789.    790.    794.    796.  807  Anmerk. 
854. 
die  von  —  150. 

Erzbischof   Kurfürst    von    —  16.  45.  204.  254. 
328.  678.  690.  791. 

Friedrich  —  29.  124.  251.  369.  586.  783.  856. 
864. 
Köllin  Kölinus  dic.tus  —  v.  Basel  814. 
Colniiz  der  von  —  königl.   Hat  58. 
Conago   Franciscus   de  —  Kaufmann   v.  Mailand 

727. 
Königshofen    Königs—    Künges —    Künigeshofen 
bei  Str.  377.  424. 
s.  a.  Beumelin  Hense  — . 
Könsheim  ?  =  Kiensheim  s.  Mengolt  Henselin  — . 
Constanz  Constentze  Constenze  7.  17.  21.64.  147. 
148.    163.    164.   165.  168.   222.  369.  710.  742. 
747.  793.  794. 
s.  Schwartze  Conrad  von  — . 
s.  Howe  in  die  Helle  von  — . 
Bistum  —  470. 
Bischof  von  —  142. 

Niclaus  168. 
Chorherr  zu  —  s.  Murer. 
Contzeman  —  Str.  Bote  685. 
Contzman  von  Staffurt  739. 

Claus  —  746.  bad.  Vogt  zu  Ettlingen  659. 
Hans  —  oberster  Amtmann  444.  Vogt  zu  Pforz- 
heim 445.  Vogt  zu  Baden  674.  690.  695.  737. 
759.  787  Anmerk. 
Köpfelin  der  schölmenschinder  812. 
Gertrut  —  uxor  ejus  812. 

Copte 

Dine  —  Lauwelins  frowe  827. 

Lawelin  —  der  schifkneht  839. 
Kortelangen  Wilhelmus  -  Registrator  der  Reichs- 
kanzlei 4.  6. 
Köshirner  Schultheiss  v.  Neuweiler  269. 
Coucy  Cftssin  Cussin  i    Picardie 

Herzog  von  -•  237. 

Rudolf  von  --  Bischof  v.  Metz  359. 
Kraft  Henselin  —  v.  d.  schiflüten  507. 


Krain  das  Land  582.  586. 

Herzog  von  —  s.  Oesterreich. 
Crampurg  Diether  von  —  34. 
Kranich 

der  —  134. 

Heinrich  —  altammeister  363.  451.  594.  652. 
667.  820.  ammeister  670.  677.  758.  (der  junge 
822.)  865. 

Heintzeman  Heitzeman  —  391.  392.  v.  d.  würten 
507.  513.  631. 

Johans  —  123  Anmerk. 
Krantze  Berhtolt   —  Diener  Sigra.  v.  Zwcibr.  351. 
Crape  s.  Kropf. 
Kraszwilr  —  Grossweier  i.  Bad.  b.  Achorn  219. 

Reinhart  von  —  markgräfl.  Diener  249. 
Krebs 

Heintzelin  —  Bruder  v.  Lawelin  833. 

Lawelin  —  der  metziger  833. 
Krebsser  Cflntze  —  const.  i.  Oberstr.  380. 
Kreenfelt  s    Kreienfeld 
Kreienfeld  Kreinfelt    Kreenfelt  i.  hess.  Kr.  Fulda 

Henne  von  —  Gesandter  von  Gelnhausen  205. 
216. 

Johan  von  —  der  alte  242. 
Kreigk    Kreyger    Kriege    Conrat    von   —   königl. 

Rat  9.  141 
Kremer  Rftlin  —  s    Barpfennig. 
Krenkingen  i.  Baden  sü.w.  Bonndorf 

Heinrich  von  —  junghcrr  14.  20.  67. 
Krese  Ulrich  —  bisch.  Procurator  861. 
Kressig  der  Bastard  von  —  Str.  Söldner  521. 
Krewelsboum  s.  Graueisbaum. 
Kreutzlingen  Creutzl-    i.  Schweiz  thurg.  A.  Gott- 
lieben 

der  Abt  von  —   165. 
Kreuznach  Crützenach  181.  189.  191.  192.  369. 

Graf  zu  —  s.  Sponheim. 
Kridewis  s.  Hftnrer. 
Kriese  Hans  —  v.  d.  kremern  389. 
Krigchingen  Johann  von  —  königl.  Rat  127. 
Kristan  der  Frowenberger  Diener  v.  Herz.  Stephan 

v.  Baiern  26. 
Cristian  Cristion  Kristion 

Eberlin  —  const.  z.  Münster  269.  385.  390. 

Hans  —  const    z    Münster  384. 

Lawel  —  const.  z.  Münster  384. 

Lawelin  -    der  eilter  const.  z.  Münster  389. 
Kröge  Arnold  —  von  Bettingen  Str.  Söldner  519 
Cronenberg  n.ö.  Wiesbaden 

der  von  —  652.  655. 
Kruuenburg  b.  Strassb    263.  265.  371. 

die  Porte  zft  —  368  s.  Strassb.  Oertl. 
Cronheim  Henselin  von   —  36. 
Kropf  Cropphen  Krapf  Krepfe  Crape 

Hans  (Heinsil)  —  Bürger  v.  Saarburg  722.  723. 
754. 
Krösin  Bride  —  839. 
Krowel  Itel  —  Str.  Söldner  519. 
Krumau  Chrümpnau  i.  Böhmen  Kr.  Budweis  587. 
Crunez  (?  oder  Grunesz)  Friedrich  der  Walich  v.  — 

Str.  Söldner  520. 
Krutenau  die  —  s.  Strass.  Oertl. 
Kfiffer  Claus  —  677.  784. 

Witwe  desselben  Sftffie  von  Kyrsperg  677. 
Culiers  Syraunt  von  —  Str.  Söldner  521. 


Cuncz  —  Lauterburg 


WA 


Cftncz  der  wergmeister  Bürger    u    Schöffe  73. 

Cnnczman  8    Contzman  v.   StafTurt. 

Cime  junghcrr  —    508. 

Kimen  .lohan  —  Städtebote  v.  Worms  z.  Mainz 21(1. 

Kftnheim  s.  Kienheira. 

Künigesheim  Ki'ingeszlieiin    —   Kienzhcitn  b.   Kap- 
poltsweiler  736. 
Dicthcric.h  von  —  const..  v.  S.  Peter    383.  391. 
510. 

Kün(r)scher  Hcintzeinan  —    von  Baden  Str.  Söld- 
ner 520.  695. 

Cnntzc  der  vogt  von  Rufach  269.  419. 

Cöntzelin 

ilor  lonliorr  i.  Str.  371. 
der  scliaffener  389. 

Cftntzeman  Petcrman  —  karpenerkneht  844. 

Cuntzraan  Cnnczman  s.  Contzman  v.  Staffurt. 

Cftntzo  sartor  820. 

Kurnagel 
ans.  der  pfcnnigmi'insser  475. 
Julians   —   133. 
Lawelin  —  const.  z.  S.  Niclaus  382.  390. 

Kurfürsten  die  -  47.  590.  679.  685.  775.  791.  792. 
793.  795.  798.  803. 

Kürin  s.  s.  Quirin. 

Kursen«!  Rftlin  —  von  Hagenau  830. 

Kürsenerin  Nesc  dieta  —  813.  842. 

Kürsman    Kurs-    von  Speier  Str.  Jude  207.  208. 

Kurtze  Neintzeman  —  der  kolerkncht  847. 

Küsse  Cüssey  der  von  —  132.  641. 

Cussin  Cftssin  s.  Coucy. 

Cutfelifcr  Hcnselin  —  813. 

Kultenborg    Chuttin    der    borg   zu    —   i.  Böhmen 
Kr.  Pardabitz  786. 


Lampert  M9. 
Hanseman 


der  kornlüte  513. 


Lafranc.ke  Str.  Bürger  473. 

Lahnstein   Lanstein   Lonstein    Ober—  b.  Koblenz 

28.  791.  792. 
Lahr  Lare  Lftrc  Lore  i.  Baden  290.  600.  744.  747. 
Heinrich  jnncher   von  —  und    Geroldseck    vgl. 

Geroldsock. 
Hcnselin  (Lorhonselin)  von  Offenburg  837. 
Götze  von  —  Strass.  Söldner  519. 
Lawclin  —  Sohn  dos  TIcnsel.  837. 
s.  Northüscr  dor  lange  von  — 
Peter  von  —   Str.  Söldner  519. 
s.  a.  Lorer. 
Laier  Schochman  —  const.  z.  S.  Peter  383. 
Lalloman  Jehan  —  lothr.  Kitter  633  Anmcrk. 
Lambart  Hcnselin  —  der  junge  Gesp.  d.  schiflüte 
513. 

Larabesheim  s.  Larasheim. 
Lamersheim  Pawels  snn  von  —  507. 
Lamsbeim  Lammesheim  Lambeshcim  i.  Pfalz  Kr. 
Frankenthal 
Eckebrecht    von     -     oder    von    Kbcstcin    Str. 

Söldner  519. 
Hans  von  —  gen.  Moy  Str.  Söldner  519. 
Lamp  Hcintzo  dictus  —  carpontarins  816.  848. 


gesp. 

Lampertheim  n.w.  Str. 

Ulrich  von  —  Str.  Söldner  519. 
Lamprecht  meister  —  661.  663. 
Landau  Landowe   die  swester  des   metzigers  819. 

I, aiideck  Landegg  (welches  ?) 
Jobans  Swewclin  von  —  Ritter  165. 

Landenberg  (?J    Ruine  s.o.   Winterthur  i.  Schweiz 
s.  Streiff  Stronffe  HciibcI  Hennyn  von  — 

LandBbcrg  Landesberg  Landesperg  Ruine  n.w.  Barr 
der  von  —  645. 
Burekart  von  —   Vitztum  des  Str.  Bischofs  295. 

316.  551  861. 
Clans  von  —  Vater  Julians  62. 
Claus  von  —  (der  jüngere)  Bruder  Heinrichs  62. 
Hanneman  von  —  Vetter  von    Burck.  62.    551. 
Härtung  von  —   Bruder  v.  Bnrck.  62.  316. 
Heinrich    von   —    Bruder    v.   .loh    Hacker    von 

—  62. 
Henricns  de  —   presbyter  prebend.  altar.  i.  Str. 

Münster  546.  s.  Mülnhcim. 
Julians  Hacker  von  —  Brndcr  v.  Clans  n.  Heinr. 
ein  edclkneht  62. 
Landesberg  s.  Mülnheim. 

Landsberg  Landes—    Landsburg  (Höh—)  Bnrg  w 
Colmar  656.  784. 
Vogt  zn  —  8    Schuttern  Peter  von  — . 
Landskron  Landcskron  b.  Pfirt 

Bnrgkart  der  Münich  von  —  525.  630.  583. 
Landolf  Götze  von  Ehenheim  —  ein  edclkneht  75. 
Lantschaden  (v.  Steinach' 

Cnntze  Cftnrat  von  -  608.  610.  654.  692.    761. 

760.  771.  772.  773.  774.  786. 
Gfitichin    von    —    frowe    Witwe    des    Dietrich 
Keramerer  Schwester  von  Cftntz  —  786. 
Lange 

Anna  —  uxor  Heintzonis  —   812. 
Hanneman  dictus  —  846. 

s.  Wolfelerin  Dina  —  seine  Witwe. 
Heintzo  —  carpentarius  812. 
Langenan  Langenowe  Bnrgrnine  sü.ö.  Nassan 

Heintzeman  von  —  618. 
Langenan  s.  Thymen. 
Langestein  Ort  u.  Burg  i.  Lothr.  ?  635. 
Langnefe    Johans   —   schoffc   a.  d.  antwergk   der 

kfifer  143.  146.  214. 
Langocha  Claus  von  —  Bürger  v.  Saarburg  1.  2. 
Langwilr  Claus  —  Str.   Bürger  711. 
Lappe 

Claus  —  Gesp.  d.  const.  z.  Münster  512. 
Rcinbolt  —  juncher  const.  z   S  Peter  383.  388. 
511. 
Laubgassen  Loube —  Lobegassen 
Bnrkart  von  —  Ritter  248. 
Hanneman  von  —  Ritter  248.  782.  786. 

Laufen  Loftffen  i.  Baiern. 

Graf  von  —  436. 
Lanfcnburg  Louffcnbnrg  a.  Rhien  466. 
Lausanne  i.  Schweiz  710. 

s.  Gryers  Heinrich  —  Bürger  von  — 
Lausitz  571 

Markgraf  zu  —  s.  Brandenburg. 
Lautenbach  s.  Luttcnbach. 

Lauterbnrg  LnterbnrgDorf  u.  Schloss  sü.ö.  Wcissen- 
burg  105.  491.  605.  764.  860. 


894 


Lauterburg  —  Lingolsheim 


Amtmann  zu  —  s.  Sickingen. 

Schultheiss  zu  —  s.  Bösebast. 

s.  Buraan  Walter  —  von  — 
Lauweler  Claus    —   der  eilter  ein  vüisprecli  724. 

832. 
Lawelin  Läwelin  Louwelin  837. 

—  der  gebur  winsticher  508. 

—  der  weber  207. 

—  der  wurt  Jnde  zu  Str.  199.  211. 

Brun  Brünle  —  474.  Gesp.  d    const.  i   Oberstr. 

511.  512. 
Gerin  —  Bürger  v.  Hagenau  692. 
Härtung  —  kftferkneht  736. 
Walther  —  Gesp.  der  kornlüte  513. 
Wemlin  —  der  totengreber  848. 
Lecher  ein  Bauer  662. 
Legaleys  Johan  —  Str.  Söldner  522. 
Leheman  Johans  —  Bürger  v.  Str.  727. 
Lehein  Chunrat   -  Gesandter  Kg's.  Wenzels  öl  14. 
Leiningen  Linin—  Lyningen  Ruine  sü.w.  Grünstadt ' 
i.  Pfalz  482.  s.  a.  Dünne 
der  von  —  283. 
Grafen  von  — 
Emicho    138.    150.    159.   188.   191.    197.  238. 
269.    270.    271.    272.   427.    433.    advoeatus 
provincialis  Landvogt  537.   575.  578.    581. 
582.  686.  737.  792.  800.  806.  selig  853. 
Friedrich  482.  518.  528.  536.  609.    Landvogt 

775.  782. 
Hans  -  n.  Graf  zu  Rückesingen  (s.  Rixingcn)  641 . 
Johans  351.  625.  666. 
Leiterberg   Werlin    —    const    a.  Holwig  268.  386. 

392. 
Leyterlin  Walter  —  Str.  Städtebote  z.  Speyer  113. 

114. 
Leraberg  Burg  sü.w.  Bitsch  729. 
Lemmel  Mathis  —  631. 
Lennberg  Peter   von    —   der  junge  Str.    Söldner 

519. 
Lentenlöffel  839. 
Lenzelin  Lentzelin 

Cftntze  —  268.  357.  const.  a.  Holwig  386.  392. 

hftter  496.  513.  567.  662.  685. 
Frantze  -  const.  a.  Holwig  386.  392.  475. 
Hans  —  Sohn  v.  Thomas  Hausgenosse  341. 
Johans    —   juncher    Thomans    sftn  consl   v.  S. 

Thomas  379.  393. 
Jeckelinus  —  817. 
Johans    —   Bruder    v.   Clein-Rftlin   const.  v.  S. 

Thomas  379.  393. 
Lawelin  —  686.  863. 
Rftlin  —  der  elter  const.  a.  Holwige  268.  const. 

v.  S.  Thomas  393. 
Rftlin  —  juncher  Bruder   v.  Thoman    const.  v. 

S.  Thomas  379. 
Rftlin  —  Bruder  v.  Hans  Hausgen.  341. 
Clein  Rftlin  —  Bruder  v.    Johans   const.    v.   S. 

Thomas  379. 
Thoman    —    der  hftter   (der    Münze)   91.    285. 
341.  const.  v.  S.  Thomas  379.  475.  509.  698. 
scab.  757. 
Leopold  Herzog  v.  Oesterreich  s.  Oester. 
Leppichin  Gesp.  v.  d.  kremern  389.  507.  513. 
Leschen  Eberhart  —  ein  Ritter  36. 
Leuthelin  Str.  Söldner  520. 
Lenchtenbcrg  Lfttenberg  i.  Oberpfalz 
Landgrafen  zum  —  160.  243. 
Johann  140.  141.  142. 


Leutkirch  Lütkirch  i.  Würt.  17.  21.  64. 

Lichtenau  LiechtenaweLiehten — Lyehtenöwe  (Burg 

u.  Stdt.)  i.  Baden  n.ö.  Str.  214.  226.  228.  322. 

557.  570.  724.  725.  777.  778.  793.  806.  808.  861. 

s.  Brandeis  Arnolt  —  von  — 

Ellewibelin  von    —    gespuntze  des  Walter  Bu- 

man  812. 
der  Vogt  zu  —  793. 
Lichtenberg  Liechtem  -  Liehtem—   Kr.  Zabern  n. 
Bnchsweiler 
die  Herren  zu  —  410.  598.  645.  736. 
der  Landgraf  von   —  121.  250.  254. 
der  Domprob8t  v.  Str.  424. 
Adelheid  frowe  zft   —  Gemahlin  des  Heinr.  von 

—  (geb.  v.  Veldenz)  588  (742?)  777. 
Cftnrat  von  —  Vetter  Johans  von  —  1.  423.  426. 
Heinrich  von  —  98.  99.  153.  360.  361.  363.  370. 
402.  421.  433.  455.  471.  selig  Gemahl  der  Adel- 
heid v.  Veldenz  588. 
Johann  von  —  38.  75.  153.  165.  167.   180.  190. 
191.    269.    276.    329.  331.  332.  333.  354.  360. 
363.    367.    370.   375.  402.  416.  417.  419.  420. 
432.  467.  (Hans  471.)  646.  686.  749.  785.  758. 
759.  760.  778.  785.  861. 
Johann  von  —  Domherr  zu  Str.  777. 
Ludwig    von    —    556.    570.  588.  594.  602.  607. 
622.  654.  (Ludcman  673.)  701.  720.  753.  765. 
766.    768.   769.   770.    775.  776.  777.  779.  790. 
792.  793.  794.  808.  Domherr  860.  861. 
Sigmund  von  —  Domherr  zu  Str.  669. 
Ulrich  von  —  canonicus  camerarius  ecc.  Arg.  309. 
310.  (424?)  535.  669. 
Lichtenfels  — feils  (welches  ?) 

Heintze  von  —  Str.  Söldner  519. 
Lichtenstein 

Burkart  von  —  Ritter  519.  630.  692. 
Lichtenthai  i.   Baden  s.  a.  Beuren. 

das  Frauenkloster  zu  —  226.  228. 
Lye  Heinrich  von  —  ein  Schütze  Str.  Söldner  521. 
Liebegg  Hanman  von  —  334. 
Liebegut  Henselin  —  825. 
Liebeheinze  Henselin  —  von  Rückesingen  (s  Rix- 

ingen)  641. 
Lienhart  gen.  Schultheisz  s.  Zorn. 
Lienslat  s.  Lnneville 
Lile 

Jehan  de  —  lothr.  Ritter  633  Anmerk. 

Coupin  de  —  lothr.  Ritter  633  Anmerk 

Limburg  Limpberg  b.  Hall  a.  Kocher  74. 

s.  Schenke  Berthold  von  — . 
Limburg  Lymperg  Ruine  auf  d.  Limberg  am  Rhein 
b.  Breisach  435. 

Limer  Lymer  Lymmer 
Hans  —  amnieister  588. 

Heinrich  auch  Heinzeman  Heitzeman  —  altara- 
meister  204.   214.  260.    353.   389.    391.    393. 
ammeister  440.  451.  467.   46?.  501    Gesp.  d. 
kremer  507    houptman  509.  542  Anmerk  alt- 
ammeister  543.  594.  664.  667.  698.  820.    i.  B 
Männer  Münz-Ansschuss  699.  702 
Jacob  —  Gesp.  d.  kremer  507. 
Limpberg  s.  Limburg. 
Lindau  Lindowe  a.  Bodensee  17.  21.  64. 
Lindenschmidt  jetziger  Name   der  Burgruine  Lö- 
wenstein s.  dort. 
Lingenwelt  Eckrich  von  —  Str.  Söldner  519. 
Lingolsheim  Lyngolfesheim  sü.w.  Str.  62. 
der  Schultheiss  zu   —  s.  Gaffeler  Johann  — . 


Lyntkesz  —  Macher 


»* 


Lyntkesz  ein  Lichtenberg.  Unterthan  622. 
Lis  Kftoppfclin  von  —  517. 
Loberaberg  F61ke  von  —  Str.  Söldner  519. 
Lombardei  die  —  549. 
Lombard  s.  Lumbart. 

Loran  von  Motze  der  gcnwer  Str.  Söldner  521. 
Lorbechcr  Ileintzichen  —  154. 
Lore  s.  Lahr. 
Lorer 
Herman  —  510.  524. 
Johan  —  fabor  817. 
Löselin 
ungen.  —  420. 

Adam  —  jnncher   const.    v.  S.  Peter   383.  388. 
const.  z.  Mülnstein  512.  scab.  757.  mag.  839. 
Adolheit  —  frowe  Witwo  von  Johans  —  112. 
Ansheltn  —  392. 

Bernhart  —  const.  z.  Münster  385.  390. 
Cftntzel  —   const.  z.  Münster  385. 
Erbe  —  const.  z.  Münster    385.    390.  391.  508. 

609.  512. 
Johans  —  jnncher  const.  v.  S.  Peter  112.  383. 
Ulrich  —  der  alte  509. 

Ulrich   —  const.  z.  Münster  885.  390.  juncher 
const.  a.  Holwige  386.  388. 
Loser  Symundes  dohterman  Jude  zu  Str.  199.  211. 
Lothar  deutscher  Kaiser  801. 
Lothringen  Lothor —  Lotr—  Luttringen  637.  635. 
637.  649.  657. 
Herzog  von  -  45.  111.  132.  133.  134.  177.  233. 
236.   369.   531.  547.    624.  636.  637.  639.  641. 
642.   643.   647.   648.  649.   650.  653.  654.  666. 
696.  728.  753.  754.  774.  789. 
Friedlich  635.  763. 

Johann  37.  233.  273.  313.  755.  759.  764.  765. 
Karl  536.  634.  762.  763.  765.  766.    797.  798. 
801.  805. 
Lonbegasse  s.  Laubegasse. 
Louffen  s.  Laufen. 

Louvivalz  Andrict  de  —  lothr.  Rittor  638. 
Löwe  Lowe  von  Ulm  Jude  zu  Str.  95.  162.  199 
211.  s.  a.  Ulm. 
—  von  Wesel  Jude  zu  Str.  95.  199.  211. 
Peter  —  bevollmächtigter  Städtebote   von  Ulm 
524. 
Löwen  =  Hittergesellschaft  Lewengeselleschaft  10. 

37.  649.  560.  587. 
Löwenstein   Löwen—  Löwen —   Lawonstein   Burg 
(Ruine  heuto  i.  Volksmund  Lindenschmidt)  w. 
Weissenburg  i.  Eis.   117.  119.  165.  174.  180 
184.  186.  191.  426.  430.  435. 
Löwenstein  (welches  ?) 

Backe  Claus  von  —  Str.  Söldner  521. 
Lübeck 

Bischof  Conrad  von  —  4.  6.  36. 
Lucca  Luca  i.  Italien  189. 
Lucern  s.  Luzcm. 
Lucze  königl.  Diener  195. 
Luderfingen  Nickelman  von  —  641. 
Ludewig  zftm  Turne  wolleschleger  24. 

Hans  —  323. 
Ludiger  bystum  s.  Lüttich. 
Lumbart  Lunbart  Lumbard 
Cftntzelin  —  840. 
Hans  (Johans)  —  (mehrmals  als  Str.  Gesandter) 

174.  217.  258.  259.  260.  268.  758. 
Hans  —  ein  bogener  Str.  Söldner. 

VI. 


Henselin  —  v.  d.  schiflüten  388.  507. 
Johans  s.  Hans. 
Luneville  Lienstat  i.  Lothr.  88.  648. 

Klein  Wilhelm  von  —   730. 
Luperster  Wolf  —  Bürger  von  Saarburg  754. 
Lupfen  Lupffen  Hans  Johans  von  —  781. 782. 783. 784. 
Lussey  ?  Ort  i.  Lothr.  103. 
Lüsze 

Heinrich  —  const.  i.  Oberstr.  611. 
Lutenslaher  Hans  von  —  Str.  Söldner  521. 
Luttenbach  Lüttem—  Lutterbach  sü.w.  Münster  i. 
Ob.-Els.  418.  583. 
der  Probst  von  —  s.  Huse  Dietr.   vom  — . 
Luto  Diener  Bisch.  Friedr's.  v.  Utrecht  860. 
Lüttich  Leodium    eccles.  Leodiensis  Ludiger  bys- 
tum 39.  408.  514.  860. 
Chorherr   zu    —   s.  Diest  Wilh.  von  —  u.  Str. 

Bischof, 
s.  Bosch  Walram  von  dem  — . 
8.  Jonchere. 
s.  Meckenborgh. 

s.  Mosa.  . 

Lützel  Lützela  sü.  Altkirch 

Heinrich  Abt  des  Klosters  zu  —  720.  721. 
Lützel  Klein  Hans  —  juncher  642. 
Lützelburg  Liitzelnbuig  w.  Zabern 
die  Grafschaft  -  840. 

Egenolf  von  —  Schnltheiss  zu  Zabern  60.  300. 
Lntzelnburg  Lützelburg  s.  Luxemburg. 
Lützelstein    Luczelstein    Lützclnstein    Parvapetra 
n.w.  Zabern  425.  853. 
die  von  -  60.  169.  691.  749. 
Grafen  von  —  48. 187. 188.  194. 200.  425.  468. 674. 
Borekart    Str.    Domprobst    u.    Gegenbischof 
296.  314.  315.  459.  460.  489.  497.  498.  499. 
500.  501.  502.  503.  505.  506.  510.  514.  517. 
522.  523.  524.  525.  526  527.  528.  529.  630. 
543.  699.  726. 
Heinrich  46.  88.  147.  201.  232.  286.  360.  370. 

375.  402.  424.  426.  471.  518.  674.  853. 
Volmar  Decan  des  Domstiftes  296.  314.  315. 

460.  501.  542.  543.  592.  593.846.861. 
Waltpurg  frowe  zft  Geroltzecke  am  Wasichcn 

189 
Wilhelm  203. 
Lützemberg  Peterman  —  oin  Bogener  Str.  Söldner 

522. 
Luxemburg  Lutzein—  Lützel —  Luczembarg  101. 
130.    131.    132.  134.  173.    174.  187.  190.  257. 
723.   725.   726.   Münze   (Gulden)   von  —  337. 
344.  477.  484.  681.  705.  706. 
Herzog  von  — 
Johann  187. 
Wenzel  101. 
Walram  Graf  von  —  u.  St  Paul  101.  113. 
der  Hauptmann  zu  —  s.  Pflug  Hinczik  — . 
Luzern   Luccrne   Lucern    148.  149.  163.  164.  165. 
168.  307.  464. 


M. 


Machcfröide  .Teckelin  —  der  gantener  215. 
Macharis  Macheris  Sygel  —  Wormser  Bürger  u. 

Gesandter  216.  222. 
Macher 

Hans  von  —  Str.  Söldner  521. 
Rollin  von  —  Str.  Söldner  518. 

113 


896 


Madenburg  —  Marx 


Madenburg    Mademberg    Burgruine    i.    Pfalz    b. 

Landau  181.  182.  951. 
Magdeburg  Mcgdeburg 

Erzbischof  von  —  Kanzler  547.  556.  561  567. 
Maguntium  Moguncium  s.  Mainz. 
Mähren  Merhern  Moravia 
Markgrafen  von  —   121.  574. 
Jobst  Jodocus  Jose  123.  301.  491.   523.   548. 
559.  561.  563.  564.  565.  567.  586.  590.  611. 
616.  617.  618.  619.  761.  793. 
s.  Brandenburg  s.  Meissen. 
Johann  Hans  Bruder  Kg.  Wenzels    522.  597. 
Procop  (Brokorp)  491.  499. 
Mailand 
Herzog  von  —  s.  Visconti  Barnabas  u.  Thaddaea 

s.  Baiern. 
die  Kaufmannschaft  von  —  727.  728. 
Main  Mön 

der  neue  Zoll  auf  dem  —  124.  150.  257.  796. 

Mainniere  Jacqnemy  de  —  lothr.  Ritter  633. 
Mainz  Menze  Meucze  Mentze  Moguntia  Moguncium 

5.  9.  10.  11.  12.  13.  14.  17.  19.  22.  23.  28.  29. 

30!  33.  34.  36.  43.  44.  45.  46.  47.  51.  52.  54. 

56.  57.  61.  61.  65.  66.  68.  69.  77.  78.  79.  80. 

81.  85.  86.  88.    103.   104.   105.  106.  108.  112. 

113.    117.    118.    119.  120.  121.  122.  124.  125. 

129.    131.    135.    136.  137.  140.  141.  146.  117. 

148.    150.    151.    152.  153.  154.  155.  156.  158. 

160.    162.    165.    166.  170.   171.  172.  173.  174. 

176.    177.    180.    182.  183.  188.  191.  192.  193. 

194.    198.   199.    204.  205.  209.  213.  216.  217. 

218.   220.    222.    223.  224.  225.  226.  227.  229. 

230.    231.   234.    237.  242.  252.  255.  258.  260. 

261.   269.   274.    275.  281.  281.  285.  289.  300. 

301.   306.   312.   326.  327.  329.  343.  348.  350. 

351.   352.   353.   357.  365.  366.  367.  369.  376. 

404.    446.    467.    482.  495.  559.  467.  597.  662. 

670.    684.    707.   711.  775.  779.  789.  790.    791 

Anmerk.    793.   794.    795.  796.  798.  805.  806. 

853.  854.  858.  865. 
Bürgermeister  von  —  s.  Medetrost  Jacob  — .  s. 

Jungen  zum  — . 
Juden  zu   -  44.  45.  159.  223. 
Städtebote  von  —  s.  Medehost  s  Waldertheim. 
Claus  von  —  Str.  Söldner  519. 
Cleselin  de  —  pellifex  815. 
s.  Judenlöiffer  Ulrich  dictus  —  de  843. 
s.  Mentzer. 
Mainz  Erzbistum  28.  678. 
Capitel  13.  20.  67. 
Erzbischöfe  4.28.45.  67.  77.  93.  114.  119.  126. 

132.    164.   180.  243.  250.  251.  255.  272.  281. 

283.   284.   288.    300.  328.  329.  396.   479.  587. 

599.  608.  609.  619.  656.  791.  797.  856. 

Adolf  29.  124.  171.  244.  280.  353. 

Conrad  369.  606. 

Johann  783.  788. 
Maleficz  Johannes  de  —  489. 
Maler 
Schmasman  —  268. 

Schochman  const.  v.  S.  Peier  391.  392. 
Malkow  Johans  von  —  von  Preussen  Comthur  des 

Deutschen  Ordens  277.  725. 
s.  Deutsch.  Ord.  s.  Str. 
Maisch  i.  Baden  b.  Ettlingen  253. 
Malterer  Martin  —  Landvogt  i.  Elsass  u.  Breisgau 

47.  50.  154.  155. 
Manegolt 
Dina  —  Witwe  v.  Hans  844. 
Hang  —  844. 


Mänlin  s.  Mennelin. 

Mannheim  Mansheim   44.  106.  116.  118.  150.  275. 
Münze  von  —  337. 
Rheinzoll  zu  -  446.  493.  495. 
Mansheim  s.  Mannheim. 
Mansperg 

Burkard  von  —  751. 
Lyse  von  —  seine  Frau  751 
Mansse  Mansze  174.  258.  622. 
Albrecht  —  s.  Obrecht. 
Böldel  —  const.  z.  Münster  384.  390. 
Claus  Niclaus  —  houptman  269.  const.  z.  Münster 
385.  388.  mag.    483.  486.  490.  497.    const.  z. 
Münster  512.  Geschwor,  d.  Münze  698.  757. 
mag.  810.  820.  844. 
Cftne    —    const.  z.  Münster  385.    390.  509.  des 

Cftne  sun  (  =  Henselin)  512. 
Friedrich  —  const.  v.  S.  Peter  383.  391. 
Henselin  Hensz  —  Sohn  v  Cftne  const.  z.  Mün- 
ster 385.  390.  (512.) 
Jacob  —  829. 

Obrecht  (Albrecht)  —  meister  208.  209.  210. 
Gesandter  d.  Stadt  i.  Speier  242.  const.  z. 
Münster  384.  387.  388. 

Örtelin  —  mag.  69.  70.  72.  174.  231.  260.  277. 
280.  283.  285.  mag.  291.  297.  298.  316.  363. 
const.  z.  Münster  384.  389.  391.  445.  451. 
467.  468.  474.  481.  516.  534.  mag.  551.  555. 
558.  559.  561.  565.  618.  813.  841. 
Schönmansze  oder  Johans  —  272.  const.  z. 
Münster  358.  385.  415.  426.  433.  512.  683.  684. 
Marburg 

Dielman  von  —  der  scherer  830. 
Margaretha  Schwester  König  Wenzels  16. 

s.  Böhmen  s.  Wenzel. 
Maris  Johans  —  Str.  Söldner  521. 
Marckes  s   Marx. 

Markolsheim  Marckoltzheim  sü.ö.  Schlettstadt  522. 
526. 
Cftntze  von  —  const  v.   S.  Niclaus  382.  390. 
Hans  von  —  const.  v.  S.  Niclaus  382.  390.  391 
Keiser  Keyser   von  —  Bruder  v.  Cuntze  const. 
v.  S.  Niclaus  382.  390. 
Markus  Münzmeister  von  Schaffhansen  202. 
Marlenheim   Marley    Marie    b.    Wasselnheim    426. 
430.  432. 
Wiszkopf  de  —  841. 
Marschalk  — schalgk 
Claus  -  782. 

Günther  —  Bürgermeister  von  Basel  767.  776. 
778.  788. 
Maigal  Marsel  i.  Lothr.  Kr.  Chätean-Salins. 
Thomas  von  —  Str.  Söldner  518. 
Wigrich  von  —  Str.  Söldner  518. 
Marsilis  s.  Wetzel. 
Martin 

—  des  ammemeisters  kneht  182.  183. 

—  der  gantener  215. 

—  scholasticus  cancellarius  domini  regis  40. 
130.  163. 

—  städtischer  Diener  (?  —  dem  vorig.)  n.  Bote 
553.  554.  569. 

s.  a.  Schiltigheim  Martin  von  — . 
Martinsvögel  die  Rittergesellschaft  mit  d.  —  551. 
552.  553.  648.  676. 

s.  Andlau  Georg  von  — . 
Marx  Marckes  Markes 

ung.  —  der  münsemeister  475. 


Marx  —  Mindefelt 


«Ü7 


ung.  —  Gcsp.  der  würtc  513. 
Hutzel  Hetzelo  —  mag.  230.  204.  207.  372.  512. 
const,  v  S.  Thomas  379.  512.  mag.  810.  841. 
Marzolf  Martzolf  Phye  —  Gesp.  der  schiftüte  507. 

513. 
Mascmvallis  s.  Masmünster. 

Masmünster  Masemünster  Masemvallis  sü.w.  Thann 
100.  200.  201.  202.  203.  573. 
Heitzel  —  const.  z.  Münster  385. 
Massembach    Behtolt  —  dem  man  sprichet  Arm- 
leder Str.  Söldner  520. 
Mathis 

—  vonBrisach  Str.  Jude  95.  199.  211.  s.  Breisach. 

—  der  messerer  de  Ilagcnau  844  s.  Hugenau. 
Matzenheim  sü.w.  Erstein. 

Bernhart   von  —  const.    z.   Münster   385.   388. 
Gesp.  d.  const.  v.  S.  Thoin.  512. 
Maucrsmünster  sü.  Zabern 

lliiglin  von  —  780. 
Mcckcnborgh  Reynerus  de  —  Cleriker  v.  Lüttich 

800. 
Mcdctrost  Jacob  —  Bürgermeister  v.    Mainz  129. 

150.  217.  242.  274.  281. 
Megcde  Mcgde 
Billung  zft  der  —  const.  z.  S.  Niclaus  382.  390. 

512.  814. 
Claus  zftr  —  Clausman  zur  —  const.  z.  S.  Ni- 
claus Sohn  des  Cftntze  268.  382.  388. 
Cftntze  zur  —  const.  i.   Oberstr.    380  const.  z. 

S.  Niclaus  382. 
Hans  zftr  —  832.  833. 

Thoman  zftr  —  const.  i.  Spetterg.   208.    const. 
z.  S.  Nicl.  382.  388.  511.   const.   i.   Spetterg. 
512.  757  mag.  778.  780. 
Megefiideriche  Heintze  —    Gesp.  d.    const.    z.    S. 

Peter  511. 
Megenbftch  Wolf  von  —  Str.  Söldner  518. 
Moyger  Meiger  i.  d.  Aufrüst.  d.  wirte  507. 
Burkhart  —  304.  const.  i.  Oberstr.  380. 
Burekart  von  Erstheim  (Erstein)  städt.Amtman41. 
Claus  —  altammeister  214.  259. 
Heintze  —  758. 
Meyenberg  —  v.  d.  kremern  389. 
Meinrich  Hug  —  const.  v.  S.  Niclaus  383 
Meinsheim  Mahtolff  —  125. 
Meinwart    Cnnrat    —    Ritter    Bürgermeister    von 

Freiburg  i.  Breisg.  164. 
Meisscn  Misen 

Herren  u.  Städte  in  —  463. 
Markgraf  von  —  77.  124.  548. 
Jobst  s.  Mähren. 
Wilhelm  083.  856. 
Meissen 

Bischof  Cardinal  von  —  5. 
Moitry 

Huegueny  de   —  633. 
,lehan  bestair  de  —  038. 
Melchior  Erhart  —  815.  842. 
Meledunum  s.  Melun. 
Mflun  Meledunum  i.  Frkr.  Dep.  Seine  54. 
Memgolt  llenselin  —  von  Könsheim  816. 
Memmelot  de  Morschele  der  Jude  der  walich  198. 
Memmingen  Momyngcn  i.  Baien    Reg.  Schwaben 

17.  21.  01.   104. 
MenlochBockelin  —  von  Liinstetten  der  eitere  220 
Mennoini    Mänlin   von   lllmo   Str.    Jude  '.15.    162. 
199.  211.  ?   =  Mineliu  der  judo. 


Mcnnelins  Lawelin  —  ortulanus  817. 
Mcnszheim  (V  «a  Mansheim  Mannheim)  s.  Ronflin 

Uechtold  u.  Hcinr.  —  Gebrüder  von  — . 
Mentag  Walther  —  sutor  827.  828.  829.  834.  846. 
Mentz  Menze  s.  Mainz. 
Mcntzer  Johans  —  wagener  740. 
Menuy  Jehan  —  633. 

Merkweiler  Merckwilre  sü.  Weissenburg  394. 
Mergentheim  Mergeltheim  i.  Würtb.  138.  139.  171. 
179.  206.  209.  214.  216.  217.    250.    253.   255. 
273.  274.  277.  492.  590.  856.  857  Anmerk. 
Mcrleln  s.  Mähren. 
Merswin 
Behtolt  —  Gesp.  d.  const.  v.  S.  Peter  511. 
Claus  Niclaus  —  473.  474.  Geschw    d.  Münze 
698.  702.  mag.  724.  744.  751.  752.    754.  757. 
mag   815.  824.  847. 
Cftntze  —  jungher  const.  i.  Spcttcrgasse  378. 
Lauwelin  —  Geschw.  d.  Münze  94.  341.  473.  476. 
Mercklinus  sartor  i.  Smidegasse  820.  844.  845. 
Mertze  Hertelin  —  845. 
Mcrzwciler  Merzwilre  sü.ö.  Niederbronn  431. 
Messerer  Meszerer    der  —  174.  258. 
des  —  seligen  Erben  665. 
Friedrich  —  764. 
Johans  —  ammeister  72.  174.  175.  altamm.  205. 

214.  —  224.  225.  758. 
Johans  —  der  junge  Bürger  u.  Schöffe  25. 
Peter  —  764. 
Wilhelm  -   764. 
Messinger  Heinrich  —  textor  832. 
Meszersmit  Claus  —   von    Urbeis   Str.   Bürger    i. 

Lingolsheim  62. 
Metz  Mecz  120.  134.  135.  139.  140.  150.  153.  369. 
370.  473.  636.  637.  641.  732.  854. 
die  Münze  die  Gulden    von    —   337.   344.   345. 

477.  484.  081.  705.  706. 
der  Münzmeister  von  —  699. 
die  Schöffen  u.  Dreizehn  von  -   650. 
s.    Bauldoiche    Nemerich   —   Ritter    Bürger   v. 

Metz. 
8.  Loran  von  — . 
s    Musin  de  — . 
s   Thomas  von  — . 
s.  Winrant  von  — . 
Metz  Bistum  Metcnsis    diocesis  2.    201.  732.  755. 
766. 
Domstift  88.  233.  430. 

Bischof  88.  120.  233.  313.  359.    531.   696.   749. 
756.   759.  700. 
Dietrich  29. 
Peter  101  Anmerk. 
Metziger  Carnificus 
Wilhelm  —  ammeister  u.  altamm.  214.  215.  260. 
880.   306.   363.   88».   BM.  394.  414.  451.  510, 
533    538.   594.    635.  661.    667.    668.   Geschw. 
der  Münze  698.  758.  768.  782.  785.  794.  820. 
865. 
Miohaeus  Johannes  —  862.  863. 
Michel    von    Friburg  wergmeister   unser   frowon- 
uorkes  (Münstoibaumei>ter)  83.  s.  a.  Freiburg. 
Midchart   von    Berse  der    Wollschläger   23.   t.  a 

Börsch. 
Miltenberg  Mildenberg  i.  Baiern  Reg.  ünterfranken 

28.  280. 
Mindefelt   Mindeveld  Mincfelt  Myndevelt?  -   Min- 
feld  i.  Pfalz  b.  Germersheim  426.  481. 
Golde  von  —  Amtmann  Emichos  v    Lein.  188. 


898 


Minelin  —  Mülnheim 


Minelin   Jeckelin   dohterman  Str.  Jude  199.    211. 

s.  a.  Mennelin. 
Minninger  Hans  —  641. 
Missebach  Fritscho  —  815. 
Mittes  der  metziger  819. 
Möchelin  Cüntzeman  —  der  vischer  825. 
Möckels  Läwelin  —  811. 
Moguntia  s.  Mainz. 

Mojne  Henselet  le  —  lothr.  Ritter  633. 
Molin  Joh.  von  —  ein  Schütze  Str.  Söldner  521. 
Molner  Cftnrat  —  Str.  Städtebote  216. 
Mollenköpf  ein  Ritter  221. 

Molsheim  Mollesheim  w.  Str.  -167.  576.  711.  713. 
860.  861.  bischön.  Amt  (Pflege)  593.  bischöfl. 
Vogt  zu  —  544. 
s.  Wickersheim  Ludwig  von  — . 
s.  Andlau  Schwarz  Rudolf  von  — . 
Hans  von  —   Johannes  de  —  670.  809.  810. 
Heinrich  Peterlin  von  —  const.  i.  Oberstr.  380. 

393.  394. 
JSselin  Göselin  von  —  Str.  Jude  199.  211. 
Otto  hospitalis  de  —  813. 
Mömpelgard  s.  Montbeliard. 
Monburne  s.  Mombronn. 

Montbeliard    (deutsch    Mömpelgard)    Muntpligart 
Mfimpelgart  Monsbiligardus  584.  595.  636. 
Grafen  von  — 
Heinrich  dominus  de  Orba  Sohn  Stephans  595. 
Stephan  dominus  Montisfalconis  589.  595.  638. 
Claus  —  (Muntpligart)  Str.  Bürger  u.  Schöffe  73. 
Hanneman  —  473. 
Heinrich  —  der  spengler  kneht  846. 
Mombronn  Monburne  Kr.  Saargemünd 

Grosz  Johann  von  —  840. 
Montfaucon  Monsfalco  i.  Frkr.  b.  Besanc.on  Herr 

zu  —  s.  Montbeliard  Stephan  v.  — . 
Montfort  Mondfort  Monfort  i.  Vorarlberg 
Grafen  zu  — 

Conrad  Herr  zu  Bregenz  21. 
Heinrich  Herr  zu  Gertringen  534. 
Rudolf  Herr  von  Feldkirch  21.  192. 
Montat  s.  Mundat. 
Moravia  s.  Mähren. 
Mörchingen  i.  Lothr. 

Johann  von  —  der  genwer  Str.  Söldner  521. 
Morimont  Mörsberg  — perg  sü.w.  Pfirt. 
Clara  von  —  Schwester  des  Hetzel  Nibelung  50. 
Henneman  von  —  Str.  Söldner  518. 
Heinrich  von  —  517. 
Rudolf  von  —  330. 
Mofnhart  s.  Murrhardt. 
Mörsberg  MÖrsperg  s.  Morimont. 
Morschele  Memmelot  de  —  der  Jude  198. 
Mörser  Paulus  —  Sir.  Söldner  521. 
Mosa  Wynandus  de  —  Cleriker  v.  Lüttich  861. 
Moses  Sohn  von  Isak  ha  Levi  Jude  v.  München  33. 
Moses  Moises  Mose  von  Bretheim  s.  Bretheim. 
Mosel  Müsse  Müsel  Musella  Muszeln  132. 201. 636. 657. 
Moserin  Grede  —  827. 
Mosung 
Johans  —  Sohn  des  Paulus  const.  i.  Oberstr. 

379.  393. 
Paulus  Pauwelin  —  const.  i.  Oberstr.  268.  379. 
388.  393.  509. 
sin  sun  (?  =  Johans)  388. 
Möwelin  faber  814. 
Lawelin  —  843. 


Mühlbach  Mülnbach  i.  Baden  b.  Eppingen  54'.J. 
Mühlberg  Mühlberg  Mülnberg  heute  Stadtteil  von 
Karlsruhe  267.  298.  307.  617.  677.  690.  694. 
775.  776.  778. 
Mühlhofen  Mülhoven  Mülnhofen  i.  Pfalz  n.ö.  Berg- 
zabern 
Blicker  von  —  Str.  Söldner  521. 
Götze  von  —  der  alte  Str.  Söldner  519. 
Götze  von  —  der  junge  Str.  Söldner  519. 
Hans  von  —  Str.  Söldner  519. 
Mul  Hans  —  Str.  Söldner  521. 
Mulhan  der   kirchherre   const.   z.  S.  Niclaus  390. 
Mülhausen     Mülnhusen   i.    O.-Els.     45.    158.    249. 
250.  304.  575.  858. 
s.  Waltenheim  Heinr.  von  —  gen.  v.  — 
Müller  (?  ss  Mülner) 

Cftntz  Cftnrat  Conrad  —  altammcister  u.  häufig 
als  städt.  Gesandter  zu  Städtetagen  u.  dgl. 
71.  112.  135.  136.  171.  172.  173.  175.  857.  185. 
257.  258.  260.  265.  280.  327.  329.  ammeister 
363.  (Mülner)  431.  433.  379.  387.  Aufrüst  d. 
kornlüte  389.  houptman  432. 
Cftnrat  —  der  junge  Gesp.  d.  kornlüte  513.  815. 

—  Sohn  d.  Altamm.  857. 
Cftnrat  —  der  junge  (?  Bürger  von  Scblettstadt) 
711. 
Mülnbach  s.  Mühlbach. 
Mülnecke  Str.  Oertlichkeit  s.  Str. 
Mülner  s.  Müller. 

Mülnheim  Mftln —  Müln—  Muiln —  Mülnheim 
der  von  —  637. 

die  von  -  430.  435.  598.  599.  640.  693. 
der  von  Richenberg  155.  const.  a.  Holwige  386. 
Anna  von  —  Tochter  Johanns  von  —   189. 
Benedicta   von   —  Frau    des   Heinr.    v.  —  562 

Anmerk. 
Bechtolt  —  Vater  der  Gertrud  -   351. 
Berchtolt  —  scriptor  815.  842. 
Böllelin  von  —  const.  z,  Mülnstein  380.  const. 
i.   Kalbesg.  388.  511.   Gesp.   d.   const.  z.  S. 
Peter  511. 
Burekart  von  —  gen.  Richenberg  Rechberg  133. 
mag.  159.  161.  268.  329.  332.  const.  z.  S.  Peter 

383.  391.  —  392.  510.  511.  569.  573.  688.  757. 
768.  mag.  816.  843. 

Burekart  —  Sohn  des  Burekart  —  const.  z.  S. 

Peter  383.  391. 
Burekart  —  der  jungeste  268. 
Cuntz  von  —  169. 
Eberlin   Eberhart  von  —  Ritter  4.  5.  164.  171. 

172.  174.  257.  258.  Vater  des  Wilhelm  von  — 

320.  432. 
Gertrud  von  —   Tochter  Bechtolds  351. 
Gertrud  von  —  geborn.   Zorn.    s.  Zorn  Mutter 

des  Heinr.  v.  Mülnheim   des  i.  Böhm,   gefan- 
genen 589. 
Gosse  von    —    Walthers    seligen   sun   const.  i. 

Spettergasse   378.   388.   393.    Gösselin  ?   435. 

512.  671. 
Haneman  von  —  619. 
Hans  von  —   183. 
Hans  von  —  hern  Heintzen  sun  Gesp.  d.  const. 

z.  Münster  512. 
Hans  von  —  Bruder  Walthers  const.  i.  Oberstr. 

388.  393. 
Hans  von  —  der   Cusin    dochterman   const.  z. 

Münster  512.  824. 
Hans  von  —  von  Epfiche  const.  z.  Münster  384. 

388. 
Hans  —  von  Ramstein   269.  const.  z.  Münster 

384.  390.  s.  a.  Ramstein. 


Millnheim  —  Mutzig 


o.f.) 


Hans  von  —  kirchlierrc    zu    Vessenheim  const. 

z.  S.  Niclaus  582. 
Haus  Heinrich  von  —  817. 
Hensel  von  —  (—   Johan  —  s.  unten)  671. 

seine  Witwe  s.  Hoechstcttin  Katharina  — . 
Heinraan  —  (?)  her  selig  (?  —  Heinr.  selig)  435. 
Heinrich  Hcintze  Hcitze  von  —  lütter  2.  mag. 

24.    27.    28.   89.   —  263.  886.  880.  der  junge 

mag.  285.    mag.  320.   356.   const.  z.  Münster 

384.  sin  sun  384.  389.  394.  436.  438.  445. 
495.  501.  545.  516.  Gesandt,  u.  Gefangener 
i.  Böhmen  547.  548.  519.  553.  661.  562.  566. 
572.  573.  574.  589.  596.  597.  598.  645.  652. 
768.  795.  796.  799.  801.  -  de  Rechberg  mag. 
813.  841. 

Heinrich  von  —  selig  (V  -  herr  Heinman  selig 

435.)  617.  664.  665. 
Heinrich  von  —  Burekarts  sun  const.  v.  S.  Peter 

891.  511. 
Heinrich  von  —  hern    Heintzen    brftder    const. 

z.  Münster  512.  811. 
Heinrich  von  —  in  Brantgasze  const  z.  Münster 

390.  509.  638.  642.  643.   644.  757.   mag.  816. 
Heinrich  von  —  von  Landesberg  const.  z.  Münster 

390.  mag.  605.  509  Gesp.  d.  const.  z.  S.  Peter 

511.  040.  641.  642.  644.  757.  818.  mag.  820. 
844. 

Heinrich  von  —  von  Landesberg  presbyter  546. 

Heinrich  von  —  Rosenberg  686.  587. 

Heinrich  von  —  Roseneck  534. 

Heintzman  von  —  583.  584. 

Heitzeman  —  von  Rechberg   const.  z.   Münster 

385.  390. 

Johannes  de  —  805.  825. 

Julians  von  —  burggrilfe  zft    Strozburg  43.  70. 

143.  145.  146.   189. 
Johans  von  —  gen.  Richenberg  (Reichberg)  mag. 

85.  86.  94.  96.  608.  864. 
Johans  von  —  Ritter  133.  const.  i.  Oberstr.  380. 

const.  z.  S.  Peter  383. 
Johans    —    von    Rosenberg    268.    const.    z.    S. 

Thomas  379.  393. 
Johans  Ulrich  von  —  Gesp.  d.  const.  i.  Kalbesg. 

Lütolt   Leopold  von  —  const.  v.  S.  Peter  383. 

387.   388.    mag.   479.   481.    482.  —  589.   622. 

641.  663.  693.  726.  mag.  319.  837.  838.844.  847. 
Lütolt  von  —  juncher  const.  /..  S.  Peter  (juncher 

L's  sun)  511.  642.  s.  d.  folg. 
Lütolt  Hans  von  —  Sohn  v.  Lütolt  const.  z.  S. 

Peter  388.  509. 
Otteman  von  —  const.  z.  Mülnstein  380.  const. 

i    Kalbesg.  391.  const.  a.  Holwige  511.  —  743. 
Peterraan  von  —  Bruder  Johans  const.  i.  Oberstr. 

380.  393. 
Roinbolt  von  —  const.  z  S.  Peter  383.  Inhaber 

der  Burg  Werde  419.    const.  i.  Kalbesg.  512. 
Roinbolt    Hiltebrant  von  —  392.  const.  i.  Kal- 
besg. 511.  s    a.  Hiltebrant  Reinbolt  — . 
Reinhart   von   —   Sohn   des   Heinrich    const.  z. 

Münster  384.  388. 
Walther  von  —  des  burggrafen  (Johans)  seligen 

sun  const    z.  S.  Thomas  268.    379.    const.  i. 

Oberstr.  380    const.  z.  S.Thomas  388.  const. 

i.  Oberstr.  393.  394.  474  const.  z    S.  Thomas 

512.  const.  z.  Münster  512. 

Walt  her  von  —  probst  zft  Rynowe  (Rbeinau) 
896.  522. 

Werner  von  —  503. 

Wilhelm  von  —  hern  Ebcrlins  seligen  sun  In- 
haber des  Str.  Fischmeistertums  u.  Fischerge- 
richtes 320.  321.  322.  const.  z.  Mülnstein  380. 


const.    i.  Kalbesg.  391.   511.  512.  const.  757. 
mag.  765.  766.  767.  818.  823.  832. 
Mülnhofen  s.  Mühlhofen. 
Mülstcin  Str.  Oertlichkeit  s.  Str. 
Stube  znm  —  s.  Str. 
Constofelcr  zu  —  s.  Str. 
der  houptkannc  zu  —  811. 
cii pari us  841. 
Clans  —  1. 
Law  cli  n   —  811. 
Mümpelgart  s.  Monthcliard. 
Münchelin    Str.  Bürger  262.   265.   8.  Str.  de»  — 
garten  s.  des  —    tum. 

—  der  würt  844. 

—  der  junge  v.  d.  kürsenern  389.  508.  513. 

—  der  jüngeste  der  kürsener  845. 
Jeckelin  —  pellifex  817. 

Johans  —  der  eilter  pellifex  758.  847. 
München    Munichen    25.    26.    31.   32.  33.  35.  514. 
564.  650  Anmerk. 

s.  Abram. 

s.  Caspar  der  Goldschmied  von  — 

s.  Isak  Sohn  des  Benjamin  Jude  von  — 

8.  Isak  ha  Levi  Jude  von  — 

s.  Moses  Sohn  des  Isak  ha  Levi. 

s.  Salonion  Sohn  des  Märtyrers  Juda. 

8.  Samuel  Jude  von  — 
Mundat  Montat  die  obere  von  Rufach  s.  Rufach. 
Münden  welches?  787.  788. 
Mundolsheim  n.w.  Str.  360  Anmerk. 
Mün  ich 

Burkart  —  der   von  Landskron  s.  a.  dort.  Rat 
d.  Herz.  v.  Oest.  525.  530.  583. 

Götzeman  —  bisch.  Vogt  zu  Rnfach  300. 
Münichingen  Hng  von  —  Str  Söldner  518. 
Münsser  Lawelin  —  843. 

Münster  Mftnster  Munster  i.  Ob  -EU.  45.  249.  304. 
575.  712.  719.  723.  736.  858. 

s.  Behnen  Rutschtnan  von  — . 
Münster  das  —  in  Str.  s.  Str. 
Mnntpligart  s.  MontbeJiard. 
Münzenberg  i.  Hessen  Obrh.  Kr. 

Philipp  von  —  Herr  zu  Falkenstein  17. 
Murbach  b.  Gebweilcr  O.-Els. 

Abt  von  —  317. 
Rudolf  u.  Landvogt  i.  Eis.  858.  859. 

das  Haus  des  Johanniterordens  zu  —  238. 
Murer  Franz  der  —  Chorherr  u.  Bürger  zu  Con- 

stanz  142. 
Murg  FIuss  i.  Bad.  611. 
Murlawelin  der  vischer  840. 
Murrhardt  Mornhart  i.  Würt. 

A.  Backnang  der  Abt  von  —  21. 
Murssel  Mursel 

Fritsche  —  der  gantener  215. 

Hcnselin  —  der  gremper  668. 
Mftrvogcl  Johannes   —    Bürger  v.  Saarburg  734. 
Müscl  s.  Mosel. 
Muselcr  Peter  —  Str.  Bürger  269.  271.  389.  427. 

508.  654.  758. 
Musin  de  Metze  —  der  genwer  Str.  Söldner  521. 
Mi, ss«    s.  Mosel. 
Mussella  s.  Mosel. 

Mftsseboin  Oertlichkeit  beiHerrcnsteinn.Zabern  610. 
Muszeln  s.  Mosel. 

Mntten    Diebold   von   der   —    Str.   Söldner   518. 
Mutzig  Mutziche  w.  Str.  467.  651  861. 

Peter  von  —  Gesp.  d.  schiflüte  513. 


900 


Nagelsberg  —  Nürnberg 


N. 


Nagelsberg  Götze  von  —  500. 
Nahe  Nae  —  der  Fluss  28. 
Nancy  Nansey  Nansze  i.  Frankr.  625.  637.  657. 
Nase  Hans  —  von  Zabern  Str.  Söldner  520. 
Nasor  Johannes  —  dictus  Netzebart  Notar  v.  Ha- 
genau  375  Anmerk. 
s.  Grosklaus. 
Nassau  Nassowe  Nassawe  Nazöwe 
Grafen  von  —  5. 140. 153.  181.  272.  649.  657.  658. 
Adolf  Alff  150. 
Emicho  56.  57. 

Johann    45.    67.   88.  119.  147.  150.  154.  155. 
158.  160.  171.  176.  177.  191.  192.  204.  213. 
216.  218.  224.  225.  230.  231.  272. 
Philipp  639.  640.  652.  653.  656.  670.  791.  797. 
Ruprecht   56.  67  Landvogt    der  Wetterau  05. 
67.  —  117.  118.  119.  150.  154.  160.  165.  177. 
193.  216.  218.  226. 
Landgraf  von  —  124. 
Nast  Sent  —  der  genwer  Str.  Söldner  521. 
Natten  Götze  von  der  —  Str.  Söldner  520. 
Nauwer 
Hans  —  675. 

—  ung.  const.  v.  S.  Niclaus  382. 
Neapel  Neapols  63. 
Neckar  —  Fluss  448. 
Necke  Henne  von  —  der  sniderkneht  845. 

Nefe 

Franz  —   v.  Colmar  159. 

Heinrich  —  Söldner  der  Stadt.  Breisach  671. 
Negel  Friedrich  —  323. 

Nellesheim    Nellis—    Str.    Bürger  213.    gesp.    d. 
schiflüte  388.  513. 

Clans  —  175.  226.  228.  258. 
Nesselbach  Erhard  —  630. 
Netzebart  s.  Nasor. 
Neuburg  Nftwenburg  a.  Moder  w.  Hagenau 

Abt  Convent  u.  Kloster  von   —  805. 

Burg  i.  Eis.  ?  734. 
Neuchätel  Nftwenburg  Novicastra  Novum  Castrum 
i.  Schweiz 

der  von  —  die  von  -  187.  188.  194.  200. 

Theobald  Thiebalt  Graf  von  -  73.  103.  123.  201. 

Theobald  Sohn  des  Theobald  201. 
Neu-Eberstein  s.  Eberstein. 

Neuenburg    Newen—   Nuwen—  i.  Baden  n.  Basel 
(Rheinzoll  bei)  6.  7.  9.  98.  99.  103.  160.  446. 
447.  448.  748.  751.  753. 
Neuenburg  b.  Ingolstadt  108.  (?)  219. 
Neueneck    Nüwenegg    Nüwcnecke    Burg   i.  Würt. 
A.  Freudenstadt  743. 

Herr  —  von  221. 

Albrecht  Obrecht  von  -  722.  743. 

Burkard  von  —  545.  547. 

Georg  von  —  220. 

Hans  von  —  Str.  Söldner  519. 

Heinrich  von  —  Str.  Söldner  520. 
Neugartheim  Nügarte  n.ö.  Wasselnheim 

Friedrich  von  —  616. 
Neuhaus  Nuwenhuse  Nftwenhus  i.  Hessen  b.  Worms 
151. 

Bechtold  von  —  Str.  Söldner  520. 

Eberhard  von  —  Str.  Söldner  520. 

Heinrich  von  —  Str.  Söldner  520. 


Bruder  des  Claus  782 


Neumarkt  Nnwenmerkete  i.  Baiern  Oberpfalz  219. 

220.  227. 
Neustadt  Nuwenstat  a.  d.   Aisch  w.  Nürnberg  492. 
Neuweiler    Nuwilr    Nuwenwilre   n.ö.  Zabern   269. 
419.  674.  786.  853. 
Schultheiss  von  —  419. 

Köshirner  269. 
Claus  von  —  786. 
Cunz  Cüntzelin    von 
der  Schaffner  786. 
Diether  von  —  419. 
Gerbott  von  —  811. 
Kampfe  —  Str.  Söldner  520. 
Lampert  dictus  —  scriptor  812. 
Petrus  de  —  tratnlator  846. 
Smicker  von  —  419. 
Nibelung  Hetzel  —  Edelknecht  50. 

s.  a.  Moersberg  Clara  von  —  Schwesier  dess. 
s.  Niclas  zu  Port  104. 

Niclaus  ane  sele  —  Bürger  von  Saarburg  751. 
Niclaus  der  stettescriber  von  Ehenheiui  281. 
Nicopolis  667.  863. 

Nidenstein  Herraan   —  Str.  Söldner  521. 
Niedeck    Burg    i.  Vogesen    b.   Haslach  Kr.  Mols- 
heim 2.  419. 
Dina  frouwe  von  —  839. 
s.  a.  Endingen  Thomas  von  — 
s.  a.  Richter  Claus  —  gen.  Dütschman. 
Nierberg?  viell.   =  Nürnberg  567. 
Nigebür  Bernhart  —  Bürger  v.  Frankfurt  281. 
Nymwegen  Nymeghen  557. 
Nysz 

Jehan  de  —  lothr.  Ritter  641. 
Peter  von  —  Bogenschütze  522. 
Noppe  Nope 
ung.  —  377. 

Claus  —  const.  i.  Spettergasse  378. 
Cftneman  —  const.  i.  Oberstr.  380. 
Wilhelm  —  Hausgen.  341.  Sohn  des  Claus  —  378. 
Noray  Jehan  de  —  lothr.  Ritter  641. 
Nordecke  Henne  von  —  207. 
Nordhausen  Northus    Nordhusen  n.    Erstein   415. 

651.  s.  Bock. 
Northuser  Cüntzemann  —  v.    Lore   (Lahr)    brot- 
beckerkneht  818. 
Rulmans  —  Ritter  161. 
Nordheim  Northeim  ö.  Wasselnheim. 
Hans  von  —  Str.  Söldner  519. 
Ludeman  von  —  Str.  Söldner  519. 
Nördlingen  Nordelingen  i.  Baiern  Reg.  Schwaben 
17.  21.  64.  117.  125. 
Juden  zu  -   125.  129. 
Andreas  de  —  sartor  810.  841. 
Nosse 
Claus  -  393 

Wilhelm   -  Sohn  v.  Claus  393. 
Nügurtc  s.  Neugartheim. 
Nühterlin  Hartman  —  der  treger  813. 
Nürnberg    Nurem—  Nuren—    Nuren —    Nurim  — 
Nftrn—  Nürnberg  3.  4.  5.  6.  7.  30.  51.  52.  59. 
68.  79.   80.    84.   93.    97.   109.    121.    122.   124. 
127.  128.  138.  139.  140.    141.    142. 
152.  180.  198.  204.  219.  220.    221. 
250.  251.  253.  255.  273.  286.   316. 
369.  373.  374.    376.   403.  463.  491. 
538.  553.   554.  559.  560.  561.   563. 
567.   590.  596.  597.  598.  617.  618. 
693.    730.  742.  774.  778.  781.  786. 
798.  808. 


146. 

151. 

244. 

245. 

317. 

357. 

492. 

523. 

564. 

566. 

683. 

692. 

788. 

796. 

Nürnberg  —  Ortenberg 


901 


Burgfeste  von  —  246. 

Burggrafen  von  —  (s.  a.  Holi-Zollern)    77.    98. 

109.  243.  244.  245    491.  f>(i4.  GM. 

Friedrich  124.  171.  223.    227.   228.   800.   808. 
856.  862. 

Johann  16. 
Eberhart  Meister  —  Cleriker  382. 
s.  Ebner  Albr.  u.  Hcrman  — . 
Eylsa  nxor  Heinrici  —  830. 
Heinrich  de  —  830. 
s.  Pfinzing  Bcrthold  — . 
Nussbach  Nusbach  w.    Oberkirch    od.   ö.    Triberg 

134. 


0. 


Oberbronn   Kr.  Hagenati  —  Burne  Dorf  i.  Besitz 

d.  Ochsenstein  431. 
Oberkirch  Oberkilch  b.  Oberehenhoim 
die  Herren  von  —  60.  697.  738. 
Burkart  598. 

Hans  Johans  Ritter  Bruder  des  vor.  Str.  Kriegs- 
hauptmann 135.  166.  173.  257.435.  598.695. 
Obcrkircb    Obcrkircho    Oberkilch   i.    Baden    299. 

Anmerk.  354.  355.  506.  Anmcrk.  516.  861. 
Obernhausen  welches?  i.  Hessen  od.  i.  Würtb. 

Cftntze  Unmfts  von  —  Str.  Söldner  521. 
Obreht  Cftntz  —  der  trösche  826. 
Obrehtzthal  s.  Albrcchtsthal. 
Oberlin    Kilian    —    von  Wirtzcburg  der  wagner- 

kneht  740. 
Obesser  Lawelin  —  fusor  cancrorum  826.  828   846. 
Ochsenbach  Ohzenbach  b.  Heilbronn 
Adalbert  von  —  837. 

Ochsenstein  Ohsen —  Ohs —  Ohszen —  Ossenstein 
Burgruine  n.  Zabern  b.  Manersmünster.  Burg 
426.  430.  432.  605. 

Heilen  von  —  127.  153.  363. 

der  Junker  von  —  742. 

Anna  Frau  von  -  249.  736. 

Friedrich  von  —  const.  z.  Münster  385.  390. 
391.  508.  512. 

Johann  von  —  keller  d.  raerren  stift  zc  Strasz. 
Vetter  des  Decan  gleichen  Namens  1. 

Johann  von  —  dechan  d.  merren  stift  1.  44.  Dom- 
probst 8.  59.  88.  125.  126.  163.  164.  (f  bei 
Sempach  169.)  814.  825. 

Johans  jungher  von  —  418. 

Mene  jungfrouwe  von  —  Str.  Bürgerin  40. 

Ottoman  von  —  47.  69.  70.  426.  430.  433.  503. 
504.  600.  654.  676.  734.  735. 

Otto  von  —  wohl  -   Otteman?  467. 

Rudolf  von    —   Bruder  von    Mene    u.    Otteman 
40.  111.  432. 
Odar 

Johans  —  Str.  Söldner  621. 

Wilhelm  —  Bruder  des  vor.  521. 
Odericke  Adain  d'    -  lothr.  Ritter  633. 
Oertelinus  Johannes  —  thesaurarius  s.  Potri  375. 
Oely  Peter  —  knecht  des  Reinh.  Windeck  734. 

Oensbach 

• 

Onspach  b    Achern  i    Bad.  416. 
Oesterreich  Österlich  221.  615. 
Herrschaft  435.  612.  728.  784. 
Herzöge  von  —  37.  93.  109    117.  125.  155.  177. 
258.  550.  598.  600.  606.   617.  629.    638.   789. 
Albrecht    Obcreht   111    456.    458.    491.    516. 
514.  567.  572.  573.  574.  586.  587. 


Ernst  73.1. 

Friedrich  744. 

Leopold  III    16.  17.  21.  25.  47.  111.  114.  121. 

159.  164.  165.  16&   167.  168.  171.  174.  175 

202.    456.    458.    459.    465.    466.    468.    470. 

472.  479.  480.  498.  499.  501.  502.  503.  504. 

514.  516.  517.  523.  524.  525.  526.  527.  528. 

536.  537.  538.  542.  513.  541.  546.  580.  588. 

587.  607.  625.  628.  632.  633.  635.  MO,  Sit. 

643.  614.  645.  646.  650.  SM. 
Leopold  IV.  655.  65(1.  6M.  663.  675.  676.  677. 

678.  684.  686.  690.  707.  718.  730.  733.  715. 

763.  781.  782.  783.  785.  806.  863.  864 
Wilhelm  572.  586.  587.  733. 

Oettingen  Otingen  Otingen  i.  bair.  Schwaben. 
Qrafen  von  —  die  von  —  Herren  von  —  95.  96. 
234.  243    244.  491.  549. 
Friedrich    21     Hauptm.    d.    Landfriedens    i. 
Schwab.  504.  514.    königl.  Kammermeister 
n.  Rat  546.  Landvogt   z.   Elsass    559.    561. 
563.  565.  709.  712.  856. 
Ludwig  21.  765.  766.  856. 
Ofen  Buda  i.  Ungarn  743. 

Off.nburg  a.  d.    Kinzig  i.    Baden    178.   208.    333. 
834.    475.    500.    506.    550  Anmcrk.   5f>7.    MS. 
Anmerk.  600.  605.  746. 
der  Schulthciss  von  —  221.  s.  Tigcnsheim. 
s.  Griner  Jeckel  — . 
8.  Lahr  (Lohrhenselin  von  (Ulli  i 
Offendorf  n.  Strass.  a.  Rhein, 
der  Schultheiss  von  —  424. 

Offenheiin  n.w.  Strass. 

Rnlman  von  —  knfermeister  214. 

Offweiler  Hofewilre  sü.  Niederbronn  Kr  Hagen.iu 
427. 

Oggersheim  Agershcim  i.  Bad.  n.  Mannheim  312. 

Ogsburg  Ogsbnrg  s.  Augsburg. 

Oheimlawelin 

Katharina  dieta  des  —  827. 
Ohzenbach  s.  Ochsenbach. 
Oley  Ellenwibelin  —  814. 
Oleyman  Walther  —  832. 
Oler 

Claus  —  v.  d.  kremern  389.  507. 

Nicolaus  —  de  Zabern  840. 

Nicolaus  —  Sohn  des  vor.  840. 
Olmütz  Olomuncz  401. 

Franciscus  canonicus  Olmuccnsis  397.  400.  401. 
s.  Omer  Guillaume  de  —  franz.  Ritter  633. 
Ongersheim  s.  Dngersheim. 

Onolzbach  s.  Ansbach. 

• 

Onspach  s.  Oensbach. 

Oppenheim   Oppinheim  Openheim   i.   Hessen   25. 
42.  43.  51.  52.  54.  118.    168.  284.   806.   Zoll- 
stätte zu  —  312.  446. 
Schultheiss  von  —  47.  173.  174.257?  327.  328. 
329.  366.  Anmerk.  806. 
Knebel  Thom.  —  806. 
Heisse  von  —  257. 

Orba  dominicus  de  —  s.  Mömpclgard. 

Orleans  Aureliens  Herzog  von   —  763. 

Orschweiler  Orswilr  sü.w.  Schlettstadt  ML 

Ortclinus  s.  Oertelinus. 

Ortenberg  Ortemberg  Burg  b.  Offenburg  i.  Buden 
300.  375.  634.  861. 
bischöfi.  Amt  593. 


902 


Örtenberg  —  Pflug 


Vogt  zu  —  544.  595. 
s.  Bossenstein  Joh.  von  — . 
s.  Hummel. 
Osamia  (in  hospitio  nostro  de  belle  Osamie,  Urk. 

Carls  VI.  v.  Frankr.)  855. 
Ostertag 

Cüntzelin  —  637. 

—  der  pfaffe  505. 

—  von  Winstein  349. 

Osterungen  Friedrich  von  —  Str.  Söldner  519. 
Osthausen  — husen  sü.w.  Erstein  651. 

s.  Zorn-Bulach. 
Ostheim  Kr.  Bappoltsweiler  632. 
Osthofen  n.ö.  Molsheim  419. 
Ostia  Bischof  von  —  Cardinal    s.    Alencon    Phil. 

de  -. 
Otyk  Otyken  der  Herr  von  —  774.  775.  785. 
Ottefriedrich  Heintze  —  Bitter  824. 
Otteier  Otteier  der  kaffer  817.  824.  825. 
Ottenheim  sü.w.  Offenburg  Reichslehen  des  Heinr. 

v.  Geroldseck  429. 
Otterbach  i.  Pfalz 

Cuno  von  —  291.  572.  596. 

Heinrich  von  —  571.  774. 
Otterburg  i.  Lothr.  127. 
Ottersvveiler  sü  ö.  Zabern  570. 
Ottewilre  Heinrich  von  —  Str.  Söldner  519. 

Otto  Otte 

der  pfaffe  Caplan  d.  Brun.  v.  Rapp.  455. 
der  pfälz.  Schreiber  565. 


Pabst  der  -  459.  472.  479.  789. 
Bonifacius  IX  309.  310.  375.  465.  468.  470.  488. 

489.490.  504.  505.  506.  514.  515.  534.  541.  860. 
ürban  VI  62.  63.  189.  462.  der  Widerpapst  von 

Genf  Cardinal  von  Frankreich  462.  479.  480. 
Pairis  Peris  früh.  Cistercienser-Kloster  b.  Kaysers- 

berg  i.  Eis.  413.  434. 
Pairstorff  s.  Baiersdorf. 
Paissavant  ?  i.  Gegend  v.  Mömpelgard  589. 
Panfelin  Panffelin  const.  z.  Münster  385.  390. 
Panter  (Ritter-)Gesellschaft  zum  —  10. 
Pappenheim  i.  Baiern  Mittelfranken  31.  33.  35. 
Paris  479.  480.  794.  855.  863. 
Parme  Barme  Wilhelm    von  —  scholasticus  a.  S. 

Peter  375.    Gesp.   d.    kremer    469.   507.    513. 

665. 
Parroy  Andres  von  —  lothr.  Ritter  627. 
Parvapetra  Heinricus  comes  de  — 

s.  Lützelstein. 
Passau  Passow  der  Bischof  von   —  480. 
Paulus  Claus  —  der  küfer  214. 
s.  Paul   Walram   Graf  von  —  u.    Luxemburg   u. 

Herr   zu  Sempo  101.  120.  132  s.a.  L.  u.  S. 
Peiger  s.  Beier  von  Boppard. 
Peiger  Peyger  Peyer  Peigerlin 
Hans  ?  =  Hanseman   —  662. 
Hanseman    —    civ.   et   scab.   71.    73.  269.  393. 

Anmerk.    394.   Gesp.    d.    schiflüte    513.    662. 

houptman  688.  scab.  758. 


Heintze  —  der  sch&chzter  835. 
Lftwelin  —  cuparius  815. 
Peygern  s.  Baiern. 
Pelius  s.  Pileus. 

Pernaw  Pernau  Pein  Bern  a.  Beraun  i.  Böhm. 
Perrin  lothr.  Ritter  633  Anmerk. 
Perugia  Perusia  468.  469. 
Peter  mit  der  Reiffbiegen  der  gantener  215. 

s.  Peter  der  winrfiffer  838. 
Peterlin  Hans  —  const.  z.  Mülnstein  385. 
Peterman  de  Spire  famulus  810.  841. 
Petgkar  Johans  —  Str.  Söldner  521. 
Pety  maistre  Hanry  li  —  lothr.  Ritter  633  Anmerk. 
Petit  Str.  Söldner  522. 
Pfaffe  piscator  813. 
Pfaffenheim  b.  Rufach  i.  Ob. -Eis.  726. 
Pfaffenhofen  n.ö    Buchsweiler  430.  432. 

Johannes  —  faber  816.  842. 
Pfaffenlap  Pfafflap  —läpp  -lab 

Cüntzelin    —     Hausgen.    341.    const.    i.    Ober- 
strasse 380.  393.  const.  z.  S.  Niclaus  382.  390. 
Henselin    —    Hausgen.    Bruder  v.  Cüntzel  341. 

amptman  des  bisch.  Gerichtes  438. 
Hesse  —  der  burggrofe  const  z.  S.  Niclaus  382. 

390.  439.  563. 
Hesse  —  Bruder  v.  Cleinhenselin  268.  287.  hans- 

gen  341.  —  474.  475. 
Hügelin  Hügel  —  475.  785.  Anmerk. 
Johans  —  der  eitere  stettmeister  191. 
Johans  —  Bruder  v.  Cüntzelin  const.  i.  Oberstr. 

380.  393. 
Kleinhenselin     Cleinhensz     —     Geschworn.    d. 
Münze    94.    285.    287.    340.  341.    const.  z.  S. 
Niclaus  382.  390.  474.  h&ter  494.  509.  698.  des 
Pfaffenlabes  dohterman  s.  Pfettisheim. 
Pfalz  Pfalzgrafen  s.  Baiern. 

Pfalz  das  Gebäude  i.  Str.    s.  Str.  Oertlichkeiten. 
Pfannenstil  Fritscheman  —  lothr.  Ritter  641. 
Pfeddersheim   Pedersheim   i.  Hessen   Kr.    Worms 
17    20.  21.  29.  30.  35.  36.  46.  52.  54.  56.  64. 
67.  82.  86.  106.  172.  261.  284. 
s.  Schnider  Fritzlin  —  Gesandter  von  — 
Piennigturm  der  —  s.  Str.  Oertlichkeiten. 
Pfettisheim    Pfettens—  Phetes—   Pfeticzheim  n.ö. 
Str. 

—  const.  z.  S.  Niclaus  382.  388.  const.  z.  Münster 
385.  390.  Gesp.  d.  kremer  513. 

—  des  Pfaffenlabes  dohterman  const.  z.  S.  Ni- 
claus 512. 

—  der  lange  const.  i.  Kalbesg.  511. 

Claus  —  const.  z.  Mülnstein  381.  const.  i.  Kal- 
besg. 392. 

Cüntzelin  —  Gesp.  d.  würte  389.  i.  Achtbuch  815. 

Veldel  von  —  742. 

Hans  —  bischön.  Vogt  zu  Kochersberg  734. 

Hans  von  —  der  junge  711. 

Johans  procur.  d.  geist.  Gerichts  z.  Str.  404. 

Johans  —  der  junge  823  i.  Achtbuch. 
Pfetzheim  Str.  Bürger  752. 
Pfetzman  b.  Böckelin  Heinr.  —  gen.  — 
Pfinzing   Berthold  —  Bürger  von   Nürnberg  403. 
Pfirt  Phyrt  i.  Ob. Eis.  456. 
Pfister  Heintze  —  Bäcker  181.  184. 
Pflug  Pflüg 

ung.  -  317.  364. 

Hinczik  —  Hauptmann  zu   Luxemburg  königl. 
Gesandter  73.  204. 


Pflug  —  Rappoltstein 


!«!.•{ 


-  arme  man   des    Ottern,  v    Üchscnstein 

431. 

Pforzheim    I'fottzlieim    Phortzhcim   89.   109.  173. 

253.    2f>7.    323.    495.   570   Anmcrk.   571.  573. 

585.  691.  687:  696.  730.  747.  762.  766. 

der  Vogt  zu  —  s.  Cuntzman  v.  Staffurt  s.  Rcm- 

chingen  Reinhart  — . 
Jeckelin  —  6R4  der  eilter  784. 
Jose  von  —   Schreiber  v.  Dietr.  v.  d.  Witcnmiile 

723. 
Walther  de  —    famtilus  rasoris  815.  842. 
Pfotman  Ebcilinus  dictus  —  841. 
Pfowe  Hans  —  in  Kalbesgasse   der  Schuhmacher 

563. 
Pfrnmbaum  Hans  —  Gesandter  v.  Spcier  281. 
Philipp  deutscher  König  801. 
Philipp  von  Alencon  Cardinal    Bischof  von  Ostia 

309  s.  a.  Alencon. 
Philipps  Philips 
Maus  Johannes  —  altammeister  129.  ammeister 

161  Anmerk.  816.  842. 
Johannes  —  s.  Hans. 
Lüdelin  —  820. 

Philippus  —  filius    quond.    Johannis   816.  842. 
Pierpont 

Jaqwin  von  —  Str.  Söldner  521. 
G  .  .  .?  von  —  Str.  Söldner  521. 
Picardie  Bicardy    Hüttin  von  —  ein  bogener  Str. 

Söldner  522. 
Pileus    Pelius    (de  Prata)    presb.    cardinalis    setc. 

Praxedis  Cardinal  von  Ravenna  8.  15.  16. 
Pilgerin  Lauwclin  —  der  rotherre  667. 
Pilsen  Bussen  i.  Böhm.  550.  687. 
s.  Pilt  w.  Schlettstadt  753. 
Plarer  Plarrer  s.  Blaurer. 
Ploben  Reuss  von  —  Ritter  559. 
Plobshcim  Blappoltzheim  b.  Erstein 

Johans  von  —  295. 
Plobshcimer  Blopheimer  Blopzein  s.  a.  Klopshcim 
Clobsheim  Gesandter  v.  Schlettstadt  222.  224. 
281. 
Pokk  s.  Bock. 

Pont    (ä-Monsson)    i.    Frankr.    D6p.    Menrthe    et 
Moselle. 
Markgraf  von  —  537. 
Pontemonsz  (?  =   Pont-ä-Mousson) 

Johan  von  —  Str.  Söldner  522. 
Fontisara  855. 
Porrentruy   Puntrut   Bnrncntrut   i.  Schweiz    sü.ö. 

Bei  fort  611. 
Prag    Proge    Präge    Prowo    Brago  16.  37.  39.  40. 
73.  159.   162.  .209.  242.  274.  299.  316.  343.  351. 
415.  449.    450.  455.  499.    501.  502.  503.  516. 
517.    537.    539.   545.  546.  547.  548.  549.  550. 
553.   554.    555.    556.  558.  559.  560.  661,  666 
606.    568.    570.    571.  572.  573.  574.  575.  587. 
590.   597.    598.   609.    616.  618.  620.  622.  630. 
631.    659.   685.    755.    759.   761.  764.  767.  774. 
775.  785.  788.  790.  795.  799. 
Schan  von  —  Str.  Söldner  618. 
Prce   Danpicre   de  —  lothr.  Ritter   633   Anmcrk. 
Preis    Jaiquar  doz  —  lothr.  Ritter  633    Anmerk. 
Pressburg  Graf  zu  —  s.  Stibor. 
Preussen  Piftssen  556. 

Johans  von  —  ein  priester  comtur    d.  deutsch. 
Ord.  i.  Str.  277.  725. 
s.  Malkow  Joh.  von  — . 

VI. 


Princy  Thicbalz  de  —  lothr.  Ritter  633  Anmerk. 

Procuratoron  s.  Str.  Bistnra. 

Prtiggc  Prnckt  s.  Brugg. 

Prftmat  s.  Brnmath. 

Przcmyslav  Herzog  s.  Tcschcn. 

Pnliant  Johans    —    von    Eptingen    Bürgermeister 

v.  Basel  165.  611.  s.  Basel.  ,s.  Eptingen. 
Puller  (von  Hohenbnrg) 

Wirich  —  selig  184.  190.   191 

Phyge  Phye    —    Witwe    des    Wirich    181.    190. 
191. 
liintcl  Gerhard  -   273. 
:    Puntrut  Burnentrut  s.  Porrentruy. 
Püttelingen 

Sibel  von  —  Str.  Söldner  519. 

Spcngeler  von  —  Str.  Söldner  518. 


Q- 


s.  Quirin  Kürin  i.   Lothr.  sü.  Saarbnrg 

Henszelin  de  —  Ritter  633. 
Qwinckcner 

GöfTelin  —  R53. 

Hcnsclin  —  von  Saarbarg  Str.  Söldner  519. 


R. 


Rabalpicrre  Rappoltstein. 

Rafe  Dietrich  von  —  Str.  Söldner  519. 

Rafensbarg  s.  Ravensburg. 

Halle  Conradus  dietns  —    notarius  curie  Argent. 

546. 
Ramberg  n.w.  Landau. 
Eberhart  von  —  kais.  Schnllheiss  zu  Hagenau 

7«. 
Hugo  von  —  743. 
Rambeuilleir  Petit  Jenan  bastair  de  —  lothr.  Ritter 

638. 
Rammingen  Conrad  —  Str.  Söldner  519. 
Ramstein 
Hanneman   —  Bürgermeister  v.  Basel  142. 
Herman  (?)  von  —  Ritter  Bürgermeister  v.  Basel 

125. 
Imer  Ymer  von  —  Bischof  v.  Basel  97.  126. 
Ramstein  s.  Mülnheim  Hans  von  — . 
Ramswilre  Wernher  von  —  Str.  Söldner  520. 
Randegg  i.  Baden  w.  Radolfzell. 
Herr  von  —  642. 

Heinrich  von  —  Vogt  zu  Schaffhausen  643. 
Raon  Rafon  Rafen  Ravon  i.  Frkr.  Dep.  des  Vosges 
649.  658. 
Poirey  de  —  633. 
Rapella  Joh.  de  —  855. 

Rappoltstein  Altencastel  Höh—  Rapol—  Rapolcz— 
Rapoltz —    Roppoltstein    Rabalpierrc    Uebs- 
petra  Ruine  n.w.  Rappoltsweiler  566. 
die  Herrschaft  -  664.  784. 
die  Herren  von  —  782. 

s.  a.  Saarwerden  u.  Hohenack. 
Bruno   von    —    111.    154.    162.    177.    187.    189. 
190.  197.  204.  218.  242.  288.    301.    304.   816. 
317.  328    350.  356    358.   360.  363.    364.    SC5. 

114 


904 


Rappoltstein  —  Rhein 


367.  368.  370.  375.  402.  436.  438.   445.    455. 
471.  531.  532.  534.  536.  537.    538.   541.   543. 
544.  545.  547.  548.  550.  582.    583.   584.   585. 
586.  587.  602.  608.  609.   611.   616.  618.   619. 
623.  624.  625.  626.  627.    628.   632.    633.  635. 
636.  638.  641.  642.  644.   645.   646.    647.   650. 
652.  653.  654.  655.  656.   658.    659.  661.    663. 
664.  666.  678.  684.  686.  690.  707.  (Rebapetra 
855  Anmerk.)  863.  864. 
Herzlaude  von  —  Gemahlin  Heinrichs  v.  Saar- 
werden 656.  Anmerk. 
Hugo  von  —  Domprobst  v.  Strassb.  8.  59. 
Swassman  von  —  784. 

Ulrich  von  —  (Altencastel)  304.  664.  784.  863. 

Rappoltsteiner-Hof  i.  Strassb.  304.  s.  Str. 

Rappoltswciler  Roppoltz  —  Roppel—  Ranpoltzwilrc 

365.  398.  437.  438.  442.  532.  583.    624.    632. 

635.  636.  637.  639.  645.   657.    666.   781.    782. 

783 

obere  Stadt  274. 

untere  Stadt  219.  248.  273.  317.  656.  784. 
Johann  von  —  notarius  823. 
Ratespotte  Johans  —  ein  priester  829. 
Rathsamhansen  vom  Steine  Ratzen—  Rotzenhnsen 
ö.  Schlettstadt 
Jeratheus  von   —    551.    576.    381.   Hauptm.    d. 
Gesell,    m.  d.   Martinsvögeln  676.   713.    781. 
782.  784. 
Liitelman  von  —  551. 
Ranch  s.  Erbach  Cunrat  Schencke  von  —  gen.  — 
Ravenna  Rafenn  Cardinal   Pileus   von    —    8.   15. 

16. 
Ravensburg  Rafensburg  i.  Würt.    17.  21.   64.  142. 
163.  164.  227.  228. 
Henselin  —  der  schfthemacher  563. 
Huntbisz  Heinrich  —  von  —  524. 
Ravon  s.  Raon. 
Rebapetra  s.  Rappoltstein. 
Rebestock  Reb—  stog 
Claus  (Gross-Claus)  —  const.  z.  S.  Thomas  379. 
388.  zu  Rosheim  826.  Nicolaus   —    844.  845. 
Cftntze  Cftntzeman  —  260.  const.  a.  Holwig  386. 

392.  509.  665.  815. 
Dietrich  —  const.  i.  Spetterg.  378.  393. 
Gosse  —  const.  z.  Mülstein  381.  const.  i.  Kalbesg. 
392.  508.  511.  Gösselin  —  const.  z.  S.  Thomas 
512. 
Hans  —  const.  z.  Münster  384.  390. 
Hetzel  —   zum  Bilde  const    i.  Oberstr.  380. 
Lawelin  —  const.  am  Holwige  386. 
Peterman  —  const.  z.  Münster  384.  388.  512. 
Reinbolt  —    Hausgen.    341.   const.    z.    Münster 

385.  831 . 
Rülin    —    Bruder    des    Dietrich  Hansgen.    341. 
const.  i.  Spettergasse  378.  393.  474. 
Rechberg  s.  Mülnheim. 
Reckeringen  Henselin  von  —  641. 
Rees  bei  Düsseldorf  775. 
Reddilnheim  Claus  von  —  42. 
Regelsburg  s.  Regensburg. 

Regensburg  Regelsburg  30.  68.  149.  164.  219.241. 
369.  590. 
die  Kaufleute  von  —  152. 
Bischof  von  —  124. 
Martin  von  —  Str.  Söldner  521. 
Regisheim  n.  Ensisheim 

Heinrich  von  —  gen.  Stusse  49. 
Herman  von  —  gen.  Stüese  49. 


Rehtembach    (auch    Retenbach)   Heinrich   —    Ge- 
sandter v.  Weissenburg  184.  217.  222. 

Rey 
Hyart  von  —  der  bogener  Str.  Söldner  522. 
Richard  le  —  Str.  Söldner  521. 
Rehter  Hans  —  610. 
Reich  s.  Riebe. 
Reichenan  Abt  von  —  470. 
Reichenstein  Richenstein  Anne  frowe  von  —  Herrn 

Claus  Zorn  von  Bulach  Wittwe  665. 
Reichenweier    Richenwilre    B.W.    Mülhauscn    250. 

299.  656. 
Reichenweier  Richenwilre   abgegangenes    Dorf    b. 

Grafenhausen  (Ettenheim)  i.  Bad    522. 
Reichshofen  Richshofen  sü.w.  Hagenau    153.  432. 

736. 
Reichstett  Rinstette  n.  Str.  414.  628. 

Johann  von  —  469. 
Reiffbiegen  Peter  mit  der  —  der  gantener  215. 
Reimmolt    Berchtolt    —    Speir.    Städtebote    281. 

(wohl  ident.  dem  folgenden  ) 
Reinbode  Bechtolff  —  Speir.  Städtebote  216. 
Reinbolt  Hans  —  s.  Windeck 
Reinfrit  Erhart  —  murarius  809. 
Reinhart  der  Büchsenmstr.  d.  Kgs.  v.  Ungarn  742. 
Reinichen  s.  Renchen. 
Reynicheim  s.  Renchen. 
Reysech  —seich 
Otto  von  —  755. 
Otto  der  junge  von  —  761. 
Reisz  Reiszer  Conrad  Cftntzel    —  Stcttmeister   v. 

Hagenau  707.  735. 
Remchingen  Reimchinchen  ehemal.  Burg  i.  Baden 
b.  Karlsruhe. 
Reinhart  von  —  bad.  Vogt  zu   Pforzheim   623. 
765.  776. 
Reme  Hans  —  obescr  n.  keser  667. 
Renchen  Reinichen   Reini—  Reynicheim  i.  Baden 
570.622.  623.  861. 
Bernhard  von  —  mrkgr.  bad.  oberster  Amtmann 

605. 
Claus  von  —  v.  d.  kremern  507. 
Lawelin  von  —  der  brotbecker  513.  830. 
Rense  791. 

Retenbach  s.  Rehtembach. 
Retscher  532  Anmerk. 

Rettenweiler  — wilre  (?  oder  Nettenwilrc)  wo?  528. 
Retwin  823. 

Reutlingen  Rüt-  Rütelingen  i.  Würt.  17.  21    61. 
235. 
s.  Swop  Hans  — . 
Rhein  Ryn  Rin  Rein  6.  10.  26.  218.  255.  557.  611. 
679.  809. 
Brücke  (neue)  über  d.  —  b.  Str.  324  359.  366. 
410.  429.   440.   463.  464.  496.  660.  779.  780. 
783.  793.  794. 
Fähre   über  —  (die  var   am  — )  353.  354.  410. 

422.  660. 
Fischerei  i.  —  b.  Breisach  326.  331.  618.  b.  Rhei- 

nau  326. 

Gesellschaften  um  den  —  23. 

Gruntrure  auf  dem  —  307.  430. 

Schiffahrt  auf  d.  591.  767.  kgl.  Privileg  801.  802. 

Städte    am  —    (Rheinische    Städte    rheinischer 

Städtebund)  9.  10.  17.  21.  28.  30.  34.  37.  44. 

52.   53.   59.   61.    64.  68.   69.   83.  85.  99.   101 

103.   105.    106.    109.    110.   111.  114.  124.  126 


Rhein  —  Roppoltzwilre 


906 


127.    128.    132.    IM.    137.  138.  139.  HO.  141. 
146.    147.    148.    150.  152.  154.  155.  156.  157. 
158.   159.    164.    165.   169.  170.  171.  176.  188. 
I'.H.    IM.    198.   198.  200.  201.   20").  207.   215. 
217.    221.   222.   224.   225.  226.  227.  229.  230. 
231.  2:«i.   238.    212.   243.  245.  247.  248.  251. 
252.   253.   254.   255.  256.  267.  269.  274.  275. 
277.  278.  281.  285.  286.  299.  855.  856. 
Hauptmann  der  rheinischen  Städte  vor  Entz- 
berg  s.  üborkirchc  Juhans  von  — . 
Zoll    auf  dem  —  b.  Selz  9.  446.  b    Speier  61. 
86.  99.  I)    Mannheim  106.  446.  s.  a.  die  Auf- 
zählung   von  Zollstätten   312    Amnerk.    446. 
I).  Altheim    428.    b.  Nouenburg   446.  417.    b 
Schrecke  (?)    446.   780.    790.    b.    Worms   678. 
679.  der  groszc  zoll  767.  775.  Zollfreiheit  auf 
Str.  Rheinbrücke  779.  780.  b.  Stassburg  799. 
Zolltarif  446. 
Rheinach    Kynach    Rudolf  von  —  Siegelbewahrer 

zu  Str.  565. 
Rheinan  Rynowc  Rynouwe    n.ö.  Schlcttstadt  412. 
698.  740. 
Fischerei  bei  —  326. 
Andreas  —  810. 

Claus  —  Str.  Bürger  u.  Schöffe  71. 
Heinrich  von  —  Procurator  des  geistl.  Gerichtes 

i.  Str.  404. 
Walter  —  Oeschw.  d.  Münze  698. 
s.  Wagencr  Bürckelin  — . 
Rheinau  Kloster  zu  —  522.  755 
Capitel  u.  Decan  755. 
Probst  755. 

s.  Mülnheim  Walter  von  — . 
Rheineck  Rinccke 

ung.  —  Knocht  v.  Dietr.  Kemmcrer  350.  673. 
Grafen  von  —  153. 
Götze  158. 
Ludwig  158. 
Rheinfelden  Rynvclden  171.  472.  644. 
llicho   Reiche 

Heinrich  —  Ritter  Bürgermeister  v.  Basel  190. 

358.  374.  410   sine  husfrowe  410. 
Johann  —  72. 
Richenberg  Rechberg  der  von  — .  s.  Mülnheim. 
Bichenshofen  s.  Reichshofen. 
Richenstein  s.  Reichenstein. 
Richenwilre  s.  Reichenweier. 
Richter    Rihter  gen.  Dütsch—  Tatsch  —  Ti'itzman 
Diechcmon     le     salier.    der     DiUscheman     s. 
Tütschman. 
Richter  Hans  —  von  Horwc  Str.  Söldner  521. 
Richwin  pcllifex  816. 
Ried  das  —  bei  Gamsheim  274.  297. 
Riet  Rielh 
Berthold  zum    -  const.  a.  Holwig  38'?.  388. 
Peterman  zum  —  301.  const.  z.  8.  Niclaus  382. 

890, 
Wilhelm  zum  —  mag.  297.  298.  301.  302.  const. 
a.  Holwig  386.  388    mag.  813.  830.  842.  858. 
8.  Tum  Hans  —  von  — . 
Rieptür  Riepüre  s.  Rüppur. 
Riffe 
Cüntzclin  —  gesp.  d.  cremer  507. 
Hans  —  323.  758. 
Peterman  —  gesp.  d.  cremer  513. 
Walter  —  323. 
Riffin 
Jeckelin  —  der  kneht  508. 
Peter  —  476. 


Rimlingcn   Rainungen  i.    Lothr.    Kr.    Saaigeiiiiind 

747.  863. 
Rimelnhi'iiu  Rimlenheim  Rümelnheim  abgeg.  Ort 
a.  Brcusch  b.  Eruolsheim 
Cftne  von  —  const.  z.  S.  Peter  383.  391. 
Gfltze  von  —  const  v.  S.  Thomas  379. 
Wilhelm  —  Sohn  v.  Götze  const.  v.  S.  Thomas 
379. 
Rymmelsberg    Reymelsberg   ?  =    Remiremont    i. 
Frkr.  D6p.  d.  Vosges 
Kloster  zu  —  637. 
Aebtissin  696. 
Rynach  s.  Rheinach. 

Rinckc  Brächelinshenselin  von  der  uuwen  male 
der  schifkneht  dictus  —  oder  Haus  —  822.  813. 
Rinckclin  Rinckel  Str.  städt.  Diener  553.  551.  59?. 
Ringenberg  Rinckcuberg  Schloss  i.  Schweiz  ?  147. 
Ringenberg 

Clans  —  Slädtebote  v.  Spcier  281. 
Ringsheim  Ryngcsheiin   sü.w.  Ettenhciin  i.  Baden 

522. 
Rinstotte  s.  Rcichstctt. 
Rintschnh   Hans   —    rarkgr.  bad.  Hintersast. 

151. 
Rinurken  Güssen  von  —  Str.  Söldner  521. 
Rippelin  Ripeliu 

llagelin    Hug  —  268.    Geschw.    d.  Münze   341. 
const.  z.  Münster  385.  390.  173.  475.  Geschw. 
d.  Münze  698    999.  702. 
Nese  —  817. 
Rypo  2.  3. 
Ritter 
Hans  der  —  Ritterhans  Städtebote  v.  Hagenau 

217.  222.  224.  242.  281. 
Heinz   gen.    —    Knecht   d.    Probstcs    Dietr.    v. 

Huse  46. 
II  er  man    —    const.    z.    Malstein    381.    const.    i. 
Kalbcsg.  392.  813.  procurator  curie  Arg.  812 
Johannes  —  filius  Hermanni  813.  812. 
Rittergesellschaften  1 90. 

s.  Hörner    s.  Löwen  s.  Martinsvögel  s.    Pantcr 
s.  Schleglcr  s.  Schwarzwald  s.  Wilhelm. 
Rixingen  Rückesingeu  sü.w.  Saarburg  i.  Lothr. 
Henselin  Liebeheinze  von  —  641. 
Heiuzckin  von   —  641. 
Henselin  Winter  von  —  611. 
Peter  von  —  641. 
Grafen  zu  —  s.  a.  Leiningen. 
Hans  (von  Leiningen)  641. 
Rftbely  Jacob  —  417. 
Rod  Clcwesclin  von  —  Str.  Söldner  519. 
Rodecken  Henselin  —  845. 
Rodemberg  s.  Rotcnberg. 
Röderer  Rödercr  Rodern 

Albrecht  —  mrkgr.  bad.  Hofmeister  692.   787. 
Heinrich  —  780.  785  Anmerk. 
Rohrbach  RorbachKr.Saargemüudod.  Kr.Chäteau- 
Salins. 
K.irman  —  Str.  Söldner  519.  641. 
Rflyto  Andres  —  herr  ein  pfaffc  382. 
Rom  Roma  16.  23.  62.  63.  462.  472  489.  490.  501. 
515.  540.  720.  721.  861. 
s.  Pabst. 
Ronflin 
Bechtold  \  Gebrüder  von  Menszheim  Str.  Söld- 
Heinrich  I  ner  521. 
Roppoltzwilre  s.  Rappoltsweiler. 


906 


Rorer  —  Ruprecht 


Rorer 

Heintzman  —  334. 

Johans  —  der  bader  786. 
Rörich  Cleselin  —  815.  pellifex  de  Spire  S2I. 

Hose  Hosen 
Joseph  —  Str.  Jude  199.  211. 
seine  Brüder  211. 
Röselin  von  Achenheim  der  gantener  215. 
Kosen  Jacob  von  —  der  bogener  Str.  Söldner  522 
Kosenberg  s.  Mülnheim. 
Heinrich  von  —  586.  587. 
Johans  von  —  268.  379.  393. 
Roseneek*  Str.  Oertlichkeit  s.  Str. 

Heinrich  von  —  534. 
Rosenweiler  Roszwilre  bei  Molsheim  563.  s.  Bür- 

kelin  Lawelin  — . 
Roser  Hensz  —  818.  843. 

Rosheim   Roszheim   sü.w.    Str.  45.  189.  249.  482. 
483.  486.  575.  712.  719.    723.   736.    752.   826. 
858.  861. 
Berthold   Bechtold  von    —   268.  377.    const.  i. 
Spetterg.  378.  393.  394.  510.  const.  z.  S.  Tho- 
mas 511.  512.   mag.    626.  629.  638.  639.  641. 
647.  656.  658.  659.  670.  832. 
Betschelin   (?  =  Berth.)  const.  z.  Münster  386. 
Burkart  von  —  const.  z.  Mülnstein  381.  const. 

i.  Kalbesg.  392. 
Claus  von  —  der  lonherre  532.  846. 
Friedrich  von  —  268. 
Heitze  von  —  268. 
Johans  von  —  542. 
Otto  von  —  268. 
s.  Prancke  Hans  — . 
s.  Rebestock  Groszklaus  von  — . 
s.  Uetenheim  Hans  von  — . 
Rösselin 
Claus  —  const.  i.  Oberstr.  379.  393.  394. 
Johans  —  816. 
Rossen  Clewelin  —  (?  =  obig.  Rösselin  Claus  — )  784. 
Roszwilre  s.  Rosenweiler. 
Rote  Roten 

Hanseman  Johans  —  der  schuhemacher  70.  509. 
sutor  815. 

Hartman  —  geächteter  Bürger  von  Basel  5. 
Heintzo  die  tu  s  —  812. 
Röteln  Röteln 

Rudolf  Markgraf  von  — 
s.  Baden,  s.  Hochberg. 
Rotenberg  Rodemberg  ?  =  Rougemont  i.  Frankr. 
sü.w.  Masmünster  611. 
Heinrich  von  —  Str.  Söldner  518.  735. 
Rotenburg  —borg  Schloss  i.  Hessen  ?  i.  Teilbesitz 

des  Trftschel  von  Wachinheim  38. 
Rotenburg  Rotenberg  welches  ? 
Berwig  —  const.  i.  Spetterg.  268.  378.  393. 
Blicker  von  —  Edelknecht   570.  571.  600.  608. 
Helwig  —  const.  i.  Spetterg.  512. 
Pfleger  zum  Rotenberge  138. 
s.  Wolfesberg  Ulrich  von  — . 
Rothenburg  a.  d.    Tauber   Röten—    Roten—  Ro- 
denburg  17.  21.  26.  64.  84.  86.  107.  109.  139. 
245.  2oö.  273.  587. 
Rotschilt  Wilhelm  —  268.  508. 

Rotswantz  Gerge  —  der  vaszieher  814.  817.  junior 

842. 
Rottweil  Rotwil   Rotwyl   Rotwilre    a.  Neckar  17. 

21.  64.  127.  129.  130.  147.  159.  164.  178.  214. 

222.    223.    224.    235.  236.  246.  247.  249.  252. 


291.    369.    612.  649.  707.  737.  791.  793.  794. 

804.  805.  862. 
Bürgermeister  s.  Haggen  Conrad  — . 
Schulmeister  von  —  der  zii  sant  Peter  (i.  Str.) 

Schulmeister  waz  811. 
Hofgericht  zu  —  751. 

Schreiber  am  —  s.  Billung  Hans  — . 
Hof  lichter. 

s.  Wartemberg  Egloff  von  — . 
Landgericht  zu  —  3.  4. 
Cftntzelin  —  v.  d.  kremern  389.  507. 
Henselin  —  der  sch&chsüter  818. 
8.  Bock  Hans  — . 

8.  Burekart  Bürkelin  von  —  184.  302. 
8.  Friburger  Johans  — . 
8.  Gieryg  Claus  — . 
8.  Unsinnig  Gerge  — . 
s.  Wetzel  Erhart  — . 
Rotzenhusen  s.  Rathsam hausen. 

Rubel  Dine  —  von  Hagenau  frowe  von  Dliu  Wurf- 
feier 838. 
Rubiacum  s.  Rufach. 
Rückesingen  s.  Rixingeu. 
Rückorbe  Rückorp 
ung.  der  junge  507. 
Johans  —  666. 
Rüdiger  herr  —  664. 
Rudinhüsz  C&ne  von  —  208. 
Rudolf  genannt  Jude  564. 
Rudolf  Hans  Johans  —  const.  i.  Spettergasse  508. 

511.  517.  828. 
Rufach  R&ffach  Rubiacum  n.w.  Mülhansen  58.  103. 
106.    110.    170.    194.    203.  300.  365.  502  530. 
605.  786. 
des  alten  schaffeners  von  —  sun  513. 
der  Vogt  von  — 
Cftntze  269.  419. 

s.  Münich  Götzeman  — . 
die  obere  Mündat  von  —  501.  502.  517.  528.  726. 
Kloster  S.  Veitin  zu  —  365. 
Jacob  Prior  von  —  355. 
Ruffer  fleitzeman  —  390. 
Ruldingen  Johann  von  —  Herr  zu  Benserdorf  (liens- 

dorf)  88. 
Rülin  Rftlinus 
der  kftffer  829. 
selig  der  snider  843. 
Rfllman  Rüleman 
Abt    des    Klosters    Allerheiligen.    Str.    Bürger 

Bote  181. 
von  Kobelentz  der  meister  17. 
von  Offenheim  der  kftfer  214. 
Henselin  —  827. 
Rümelnheim  s.  Rimlenheim. 
Rftmlang  Hartman  von  —  728 
Rümlingen  s.  Rimlingen. 
Runkel  Prov.  Hessen  Oberlahnkreis 
s.  Holtzappel  Friedrich  u.  Ruleman   — . 
der  Turm  des  —  265.  271. 
Rünseler  Dinlin  —  832 
R&nzel  Str.  Bürger  677. 

Rüppurr  Riep&re  Rietbür  i.  Bad.  bei  Karlsruhe  253. 
Hans  von  —  780.  785. 
Reinhard  von  —  751. 
Rnprecht  König  v.  Deutschland  789.  791.  792.  793. 
794.  796.    797.   798.   799.  800.  801.  803.  801. 
805.  806.  807.  808. 
Kanzler  des  Königs  s.  Sobeinheim  Mathias  — . 


Ruprechtsau  —  Schalhase 


907 


luprechtsau  Rftpiehtesowe  n.  Str. 

Patire  bei   —  UÖ&  364.  4M2. 
Il.iil.isch  der  zimberman  761. 

Rutsche  dohterman   des   alten  vogtes  von  üemar 
Bevollmächtigter  des  Bmno  v.  Rappoli  Gut. 
Russe 

Dicther  —  Str.  Söldner  519. 

Juhannes   —  junior  i.  dem  Dumelloch  831. 
Russer  Rüsscr  Ruszer 

Cliiitzel  —  const.  z.   Münster  385. 

Bans  —  (Riissorhans)  843. 

lloitzeman  —  const.  z.  Münster  .'585.  825. 
Küste  Cftnrat  zum  —  BS4. 
Et&stelin  —  const   z.  S.  Niclaus  383.  388.  612. 


s. 


Saarbrücken  Sarbrückc  057.   070. 
Herr  von  —  127. 
Grafen  von  — 
Emicho  Eine  530.  030.  055.  057. 
Saarburg    Sarburg    1.  2.  48.  231.    232.   233.  332. 
333.    351.   424.   580.  000.  013.  015.  050.  050. 
677.   080.  087.    690.  708.  718.  722.  723.  728. 
729.   730.   781.    732.  733.  734.  735.  738.  7dl. 
753.  754.  703.  853.  863. 
Erhard  von  —  419. 
s.  Koli  Henselin  — . 

s.  Mftrvogel  Johannes  —  Bürger  von  — 
8.  Nicolaus  ane  Selo  Bürger  von  — 
Nicolaus  de  —  faraulus  b41. 
Peterman  von  —  041. 
s.  Schultheis/.  Reinbolt  — . 
s.  tjwickener  Henselin  —  von  — 
Wolf  von  —  Bürger  von  —  055.  754. 
Saarburg  Saleburcum  i.  Rheinprenssen  311. 
Saareck  —ecke  n.  Saarburg  333.  729. 
Saarunion  s.  Bockenheim. 
Saarwerden  Sarwerde  sü.  Saarunion 

Grafen   von   —    111.    121.   256.  515.   631.    640. 
641.  520.  653.  s.  a.  Rappoltstein. 
Heinrich    127.    102.    501.  531.    532.   530.  021. 
026.  628.  634.  635.  644.  046.  617.  650  655. 
656.  000.  674.  676. 
Herzeloide  090. 
s.  Scrsey  Vogt  des  Grafen  von  — . 
Sachsen  Sahsen 
Herzöge  von  —  5. 

Wenzel  124. 
Kurfürsten  von  — 
Rudolf  783.  787. 
Meister  .lohans  von  —  382. 
Siiokingen  Seckingen  i    Baden  sü.ö.  Freiburg 

Walther  von  —  473. 
Sahscnheiin    Sahssenheim  ?         Saasenhcini  i.  Eis. 
oder    =;   Sachsenheim  i.  Würtb.  b.  Vaihingen. 
liornolt  von  —  Str.  Söldner  518. 
Pritsche  von  —  Str.  Söldner  620. 
Hans  von    —    Sohn    des    Bernolt   Str.    Söldner 

518. 
Herman    von  —   gen.  der  Swartzc  Str.  Söldner 

518. 
Wilhelm  von  —  Ritter  Str.  Söldner  520. 
Salamon  s.  Salomon. 
Saleburcum  s-  Saarburg  i.  Rheinpreussen. 


Salembach  Hans  von  —  Str.  Söldner  619. 
Salisbach  wohl  =  Sahsbach  s.  Sassbach.' 
Salm 

ihr  von  —  031.  637.  650. 
Grafen  von  —  652.  720 

der  junge  Str.  Söldner  518.  655. 
Johann  88.  102.  518.  037. 
Salinen 

Claus  zum  -   184. 
Erhart  zürn  —  SSO. 
Salomo  Salamon 

Sohn  des  Märtyrers  Juda  i.  München  33. 
Jude  zu  Strassbnrg  des  Malhis  Bruder  199. 
211.  Witwe  desselben   199.  211. 
Salzburg  Saltzburg 

Erzbischof  von  —  55.  819    22i  1.  250. 
Saltzmitter 

Dietcrraan  —  062. 
Hans  —  842. 
Samsen  der  schriber  823. 
Samuel 
Sohn  des  Josef  ha  Cohcin  Jude  v.  München  31. 
Sohn  von  Josof  dem  alten  Jude  von  München 
33. 
Sancgansz  s.  Sargans. 
Santlauwelin  pellifex  832.  846. 
Santpeter  der  winrftffer. 

Sargans  Sanegansz    Sant  Gans  i.  Schweiz   C.  St. 
Gallen 
Graf  von  —  277. 

Heinrich  gen.  von  Vaduz  21. 
Sassbach  Sahsbach  (s.  a.  Salisbach)  b.  Bühl  i.  Baden 

417.  570.  608.  022.  861. 
Sässolsheim  Sehssclsheim  ö.  Zabcru 

Hügelin  von  —  377.  Hug  von  —  const.  i.  Obcr- 
str.  380. 
Sausenberg    Snscm—    Saseuberg   Schlossruine   i. 
Baden  n.  Kandern  033. 
Philipp  der  elter  von  —  044. 
8.  Hochberg. 
Savigney  Werry  de  —  lothr.  Ritter  638. 
Schach  Hans  —  von  Westerstetten    Str.  Söldner 

519. 
Schachtoldns  Lawelinus  —  junior  845. 
Schaden  Walter  —  von  Winstein  431. 
Schaderen  Hügelin  —  641. 

Schaf  Werlin  güldin   —  von   d.  saltzmittcrn  389. 
Schaffener   Cnntzelin    —  v.  d.  kremern  389.  507. 

786. 
Schaffhansen  — husen  i.  Schweiz  202.  613. 
Münzmeister  zu  —  s.  Markus. 
Vogt  zu  —  s.  Randegg. 
Schafhuscr  Heinrich  der  —  Str.  Söldner  519 
Schafflützel  Peterman  —  textor  810. 
Schäffcrshcim  Schcffersheim  ö.  Erstem 

Bürckelinns  de   —  rasor  842. 
Schäffolsheim    Schaftoltzheim  ?    Ober—  Mittel  - 
Nieder—,  Kr.  Strassb.  od.  Kr.  Hagcnau. 
Adolf  von  —  898. 
Johann  von  —  229   295. 
Schahteltcy  dictus  —  832. 
Schain  Hans  von  —  531. 
Schälg  Obrecht  —  v.  d.  schiflüton  513. 
Schalhase  Schallehasc  Henselin  —  mnrarius  810. 
B4S. 


908 


Schalk  —  Schöpfelin 


Schalk 
Gösselin  —  819. 
Obrecht  —  474.  507. 
Schampany  (?  Champagne)  Lconhard  von  —  Str. 

Söldner  522. 
Schandeney  der  Walche    Str.  Bürger    i.  Lingols- 

heim  62. 
Schanlit    Walther    —    kftffcr    143.   145.  214.  215. 

758. 
Scharfenstein  Johann  von   —  503. 
Schauenburg  Schowenburg  b.  Oberkirch  i.  Baden 
239.  s.  a.  Westerburg. 
Herrn  von   -  u.  Stauffen  berg  220.  221. 
Bernhard  von  —  722. 
Friedrich  von  —  241. 
Mathcus  von  —  Edelknecht  239. 
Otteraan  von  —  221. 
Rudolf  von  —  Str.  Söldner  520. 
Sigelin  von  —  Vater  des  Matheus  239 
Volmar  von  —   Str.  Söldner  520. 
s.  Winterbach  von  — 
Schehtelnn  s.  Chatillon. 
Scheder  Heinrich  von  —  127. 
Scheffersheim  s.  Schäffersheim. 
Schelodenbach  daz  hus  ?  464.  465. 
Schene  Heinrich  von  —  Str.  Söldner  518. 
Schenk  Eberhard  —  zu  Erpach  s.  Erbach. 
Schenke  Schencke 

Berthold  -  Edelknecht  74.  435. 
Hans  —  von  Bischofesheim  75. 
Hans  —  von  Ehenheim  75. 
Hanseman  —  821. 
Heinrich  von  —  Str.  Söldner  518. 
Heintze   —  zu  Mentze  496. 
Ludeman  —  Bruder  v.  Berthold  75.  786. 
Scheppelin  Hanneman  —  664. 
Scherbebelies  s.  Gerbeville. 
Scherer  Bürckelin  —  815. 
Scherhenselin  der  metzigerkneht  829. 
Scherweiler  —  wiler  n.w.  Schlettstadt 
Wernher  von  —  Str.  Söldner  519. 
Scherzheim  Schertzheim  i.  Baden  A.  Kehl 

s.  Zimberman  Henselin  —  von  — 
Schetelo  Schettelon  s.  Chatillon. 
Schettat  de  Pre  Str.  Söldner  520. 
Schette  ?  =  Chatillon 
Cerban  von  —  Str.  Söldner  520. 
Hans  der  Bastard  von  —  Str.  Söldner  520. 
Schafrit  von  —  Str.  Söldner  520. 
Schetzelin  Lawelin  —  844. 
Schier  Henselin  —  der  snider  834. 
Schilling  750  de  Zweinbrücke  813. 
Schillingsfürst  Schloss  i.  Mittclfranken  i.  Baiern  56. 
Schilt 

Hans   —  const.  i.  Spetterg.  512.  junior  822. 
Johans  —  Meister  2.  16.  40.    const.  z.  S.  Tho- 
mas 379.  const.  i.  Spetterg.  388.  757. 
Johans  —    der  junge   const.    i.   Spetterg.   378. 
s.  Hans.' 
Schiltach  FIuss  i.  Schwarzwald  751. 
Schiltigheim  Schiltikeim  Schiltikin  n.  Strass. 
Martin  —  Strassb.  städt.  Diener  558.  559.561. 

566.  611. 
Reinbold  —   269.   const.  z.  Münster    385.  390. 
512. 

Schintbrucke  s.  a.  Str.  Oertlichkeiten 
Johann  rasor  an  der  —  815.  812. 


Schirbebele  s.  Gerbeville. 
Schirmeck  — ecke  w.  Molsheim  657.  854. 
Schlegler  Rittergesellschaft  der  —  545.  599. 
Hanptleute  der  —  s.  S.  Theodat.  s.  Nuwenecke 
s.  Giltelingen. 
Schlettstadt    Sletzstat   10.  30.  34.  35.  36.  48.  52. 
56.   64.   67.   86.   87.    104.   106.  120.  138.  151. 
152.    155.   156.    157.    159.  160.  162.  167.  172. 
175.   176.    192.   194.    195.  216.  217.  222.  224. 
238.    242.   256.  257.   258.  259.  260.  261.  273. 
284.   304.   322.  341.    437.  475.  482.  483.  486. 
500.   501.   532.   536.   537.  543.  575.  625.  628. 
635.   647.   650.   661.  671.  675.  685.  69.!.  694. 
696.   699.   701.   711.    712.  719.  723.  724.  726. 
736.  739.  764.  853.  858. 
IUbrücke  bei  —  301. 
Juden  von  —  194.  195. 
s.  Syferman  Rudolf  — . 
s.  Wanderer  Bürger  von  — 
s.  Zaberner  Bürger  von  — 
Schlosser  Peter  —  695. 
Schmit  Claus  —  von  Butenheim  184. 

s.  Bietenheira.   s.  a.  Smit. 
Schneit  Hans  von  —  gen.  Bütgrosz  660. 
Schochmann  v.  d.  const.  z.  S.  Peter  511. 
Schof  Werlin  güldin  —  saltzmitter  508. 
Scholder  Hanseman  —  de  Hagenau  811.  814. 
Schölin  Henselin  —   von  Vinstingeu  641. 
Scholle 
Bürger  v.  Ettlingen  785. 
der  goltsmit  475. 
Schollen 

Fritsche  —  der  schiffman  780. 
Henselin  —  831. 
Schollenkort  Lutze  von  —  Str.  Söldner  518. 
Schomann  const.  z.  Münster  508  Anmerk. 
Schönan    Schönowe     Schönöwe    a.    Rhein    sü.ö. 
Schlettstadt 
Albrecht  von  —  87. 

Hanneman  von  —  gen.  Stetemberg  Edelknecht 
320.  322. 
Schöne 

Erlach  —  (?  im  Schöne  Erlaches  tal)  642. 
Heintze  —  Str.  Bürger  25. 
Schöneck  Schönecke  abgeg.  Burg  b.  Dambach  n. 
Niederbronn 
der  von  —  under  der  louben  const.  z.  Münster 

3H4. 
die  zwen  jungen  von  —  const.  z.  Münster  384. 
Eberlin  von  —  Geschw.  d.  Münze  341. 
Hans  von  —  under  der  loben  const.  z.  Münster 

390. 
Hans  von  —  804. 
Nese  Frau  von  —  857. 
Nicolaus  de  —  armiger  816. 
Reimbolt  von  —  Str.  Söldner  323. 
Wi'helm  —  Geschw.  d.  Münze  341. 
Wilhelms   —  seligen  sun  der   eilteste   const.  z. 

Münster  390. 
Sigmund  Symunt  von  —  72.  88. 
Schönberg   Schönenberg   Burg   i.   Schwaben  245. 

der  Herr  von  —  567. 
Schönmansze  s.  Mansze. 
Schönmetziger  Kuno  Hans  —  bisch.  .Schaffner  z 

Zabern  648. 
Schöp  s.  Schoup. 
Schöpfelin  Schöpf  -  Schöppfelin 
Werlin  —  268.  373.  377.  394.  662.  664.  698 


Schopfheim  —  Sickingen 


<M) 


Schopfheim  b.  Lahr  i.  Baden  550. 
Schotte 

Erhart  —  der  wagenerraeistcr  740. 

Hans   —    dem  man    sprichet    Wcldel    von    Ha- 

genau  Str.  Söldner  520. 
Ilanseman  —  der  schiffeman  8159. 
Schottenhans  Hansgen.  v.  d.  gerbern  563. 
Schoubo  s.  Schoup. 
Schoup  Schoube  Schflp  Schop 
(ierhard   -  419.  580.  709.  860. 
Hngelin  —  Edelknecht    38.  39.  const.  z.  Müln- 
stein  381    i.  Kalbcsg.  391.  392. 
Schowenbnrg  s.  Schauenburg. 
Schrecks  Schreck  (?  =  Schröck  i.  IIcsscn-Nassan) 

Zoll  zu  —  446.  780.  790. 
Schroter  173. 

Schrötzen  cuparius  811.  841. 
Schult  Cöntz  —  von  Baistat  334. 
Schul  theisz  —  heisze 

Berthold  —  414.  const.  z.  S.  Peter  510. 
Claus  —  juncher  const.  z.  S.  Peter  384. 
Cftntzelin  —  Hausgen.  v.  d.  Schuhmachern  563. 
Hans  —  von  Endingen  Str.  Söldner  521. 
Herman  —  v.  d.  obesern  n.  kesern  667. 
Hügelin  —  664. 
Lienhard  —  304. 

Reinbold  —  Bürger  v.  Saarbnrg  754. 
Schür  Heintzcman  Hans  —  819. 
Schurberg  Schloss  i.  Diöcese  Mainz  28. 
Sch&rpfesack  Rüther  —  675. 
Schutter  Peter  von  —  863. 
Schuttern  Schutter  sü.w.  Offenburg 

Peter  von  —  664  Vogt  zu  Landesburg  784. 
Schutterthal  das  —  i.  Baden  249. 
Schutze  Aberlin  —  mrkgr.  bad.  Diener  307. 
Schwaben  Swaben  23.  28.  30.  126.  259.  260.  262. 
Landvogt  in  —  s.  Swinar  s.  Weinsberg, 
die  Herren  in  —  463. 

Städtebund  u.  schwäbische  Städte  5.  21.  22.  23. 
30.  35.  36.  37.  43.  45.  46.  5«.  51.  53.  54.  55. 
57.  60.  61.  64.   68.   78.    84.   85.  86.   99.    103. 
104.    105.    110.    Hl.   114.  118.  120.   124.  126. 
127.    128.    136.    139.   140.  142.  147.  148.  149. 
150.    151.    152.    153.   156.  158.  159.  165.  166. 
167.    168.    175.    178.   191.  193.  195.   196.  197 
204.    205.   209.    214.   216    217.  220.  221.  227. 
228.   230.   235.   236.   237.  238.  239.  241.  243 
244.    247.    248.   249.   250.  251.  258.  259.  273 
285.   299.   353.   463.   548.  707.  794.  807.  855 
856. 
Juden  i.  d.  schwäb.  Städten  195.  205. 
Schwanberg   Swanberg   Swanberk   Schlossruine  i. 
Böhmen  n.w.  Pilsen  554.  555.  556.  558.  561. 
562.  566.  567.  609. 
Herren   von   —   553.   555.   556.    558.    559.    560. 
561.  565.  567.  586.  587.  596.  755  Anmerk. 
Bosko  Buschu  Buschko  561.  572.  589 
Bnslap  Busla  561.  596.  697. 
Schwartz  Swartz 
Claus  —  der  kürsnerkneht  815. 
Conrad  —  von  Constentze  524. 
Eberlin  —  Str.  Jude  199. 
Heinrich  —  648. 
Peter  —  811. 

Rudolf  —  Bruder  v.   Heinr.  648.  s.  Andlau. 
Walther  -  Str.  Söldner  521. 


Schwarzwald  547.  866. 

die  (Rittergescllschaft)  Gesellschaft  auf  dem  — 
547. 
Schwartzcnberg  Dlrich  von  —  280. 
Schweidnitz  das  Land  zu  der  —  559. 
Schweigern  Sweigern  i.  Baden  b.  Tauberbiachofs- 
heim  836. 

8.  Birken  Herman  von  — . 
Schweinheim  sü.ö.  Zabern 

Peter  von  —  33. 
Schweiz  Schwyz  97.  164. 
die  Schweizer  162.    163.  164. 
Städte  97.  147. 
Waldstädte  s.  dort. 
Schwindratzheim  Swindratshcim  Swindoltzheim  h. 

Hochfelden  423.  570.  571. 
Schwirtzmage   Smirtzmage  Hanscman  Henselinus 

proclamator  vini  825.  846. 
Scopek  de  Duba  Henricns  —  s    Duben. 
Seckeler  Wilhelm  —  827. 
Seckingcn  s.  Säckingen. 
Sehsselsheira  s.  Sässolsheim. 
Sehseiingen  Claus  von  —  641. 
Seiffemacher  Hügelin  —  832. 
Seiler  Hug  —  von  Hagenau  667. 
Seibach  i.  Baden  n.  Gcrnsbach 
die  von  —  231. 
Gerhart  von  —   154.  158. 
Hans  von  —  markgr.  bad.  Diener  Vogt  zu  Neu- 

Eberstein  621.  627.  719.  737. 
Sifrid  von  —   155. 
Sellose  Selosz 

Heinrich  —  pellifex  846. 
Heintzeman  —  pellifex  508.  819.  823    832. 
Selz   Sels   a.  Rhein    sü.ö.  Weissenbuig    i    Eis.  (i. 
9.  103.  104.  291.  317.  348.  433.435.446.571. 
575.    611.   712.    719.    723.  748.  749    750.  7*1. 
774.  858. 
Kloster   u.  Abt  zu  —  99.    151    287.   289.  701. 

742. 
Rheinzoll  bei  —  9.  446. 
Henselin  von  —  476. 
Sempach  i.  Schweiz  (Schlacht  bei  — )  169. 
Sempo  Herr  von  —  113.  s.  St.  Paul 

8.  Luxemburg. 
Sendelin  ?  =  Scngelin  184. 

Sengelin  Meister  —  Str.  Bote  175.  181.  184.  663 
Sennheim  ö.  Thann  200  Anmerk. 
Sennern  (?)  276. 

Sersey  Vogt  des  Grafen  v.  Saarwerden  642. 
Sesterer  Heintzcman  —  de  Zabern  840. 
Setzingen  Fridel  von  —  323. 
Sewer 

nngen.  —  473. 
Johans  —  Str.  Bürger  808. 
Sicheler  Lyse  —  810. 
Sicilien 

König  Carl  von  —  63. 
Sickingen  Syckingen  i.  Baden  n.ö.  Bretten 
Eberhart  von  —  Vogt  zu  Trifcls  684. 
Hanneman  von  —  169. 
Martin  von  —  Amtmann  zu  Wcilbnrg  349. 
Reinhart  von  —  der  junge  644.  594. 
Swartz   Reinhart    von    —  Amtmann  zu  Lanter- 

burg  860.  zu  Speier  491. 
Swicker  Schwicker  von  —  Vogt  zu  Germersheim 
349.  684. 


910 


Syde  —  Speyer 


Syde 

Cftne  —  174. 

Dietrich  —  Bürger  v.  Spcier  174.  t>52. 

Henny  -  174. 
Siebenbürgen  der  Woiwodc  von  —  672.  673. 

s.  Stibor. 
Syfiit  Hensel  —  von  Kilstette  414. 
Siegen   Sygen   i.  preuss.  Reg.  Arnsberg  171.   177. 
225.  273. 

Dielchin  von   —  823. 
Sierck  Sick  b.  Diedenliofen 

Arnold  von  -  789.  801.  806. 
Syferman 

Burckardus  dictus  —  845. 

Rudolf  —  der  teschenmacher  Söldner  v.  Schlett- 
stadt  671. 
Sygebottc  Cuntz  —   der  schfthemacher  70. 
Sigelman  Gesandter  v.  Worms  i    Speier  217. 
Sigismund  König  von  Ungarn  s.  Ungarn. 
Sigolsheim  n.w.  Colraar  651.  656. 
Silberbürner  Oetdelin  —  183. 

Symon 

der  jade  133.  211. 

der  liehe  Str.  Jade  143.  199. 
Symunt  der  besemer  382. 
Sippes  Örtelin  —  Str.  Söldner  323. 
Syrien  Syrie 

Hüttin  von  —  Str.  Söldner  518. 

Pernin  von  —  Str.  Söldner  518. 
Siulberg   ?    =    Saulburg    i.    Baiern    B.    Mitterfels 
Raubritterburg  152. 

Slaffer 

Cftntzelin  —  von  Baden  Str.   Söldner  520. 

Peter  —  Str.  Söldner  520. 
Sleckezepffelin  Reinbolt  -  Str.  Bürger  i.  Lingols- 

heim  62 
Sieher 

Egidins  —  de  Brisacus  824. 

Rudolf  —  de  Zürich  827. 
Sleingen 

Hans  von  —  Str.  Söldner  519. 

Ulrich  von  —  Str.  Söldner  519. 
Slickelin  Diua  —  de  Illkirche  814. 
Slossemberg  Ulrich  von  —  Str.  Söldner  52J. 
Slüssel  Otternan  zürn  —  v.  d.  würten   389.  786. 
Sraal  Rickard  —  Str.  Söldner  521. 
Smalstein  Cftntze  von  —  der  jüngere  520. 
Smande  von  Zabern  —  Str.  Söldner  520. 
Smicker  Einwohn.  v.  Neuweiler  269. 
Smider 

Theobaldus  —  filius  Ulrici  844. 

Ulricus  —  der  sehühemacher 
Srairtzmage  Henselinus  —  s.  Schwirtzmage. 
Smit 

Clevelin  —  Str.  Bürger  i.  Lingolshcim  62. 

Lienhart  —  der  saltzmittcr  268. 
Sneider  Cftntzel   —  Knecht  des  Joh.  v.  Lichten- 
berg 423. 
Sneit  die   —   ein  Wald  des   Heinr.  v.  Geroldseck 

420. 
Snesze  Reinbolt  —  const.  z.  S.  Peter  383. 
Snewelin 

Dietrich  —  642. 

Hanneman  —  638.  643. 

Johann  —  von  Landegg  165. 
s.  Landeck. 


Snydelach  Heylman  —  von  Kestenburg  727. 
Snider 

Andreas  —  de  Nördlingen  ein  giler  841. 

Claus  —  Seilermeister  668. 

Johans  —  von  Wasgenberg  Str.  Bürger  in  Lin- 
golsheim  62. 

Lawelin  -  825. 

Sifrit  —  brftder  des  winknehtes  817.  825. 

Störkelin  —  von  Strassburg  i.  Lingolshcim  62. 
Sobernheim  sü.w.  Kreuznach  28. 

Mathias    —   Notar  Kanzler    v.  König  Ruprecht 
783.  796.  800.  803.  808. 
Soburg  Johann  von   —  Janker  125. 
Solingen  s.  Söllingen. 
Söllingcn  Solingen  i.  Baden  sü.  Rastatt. 

Rheinzoll  zu  —  446. 
Solms  Schlossruine   i.  d.  Wettcrau  bei  Braunfels 

135.  136.   153.  173.  854. 

Grafen  117.  123.  135.  171.  172.  173.  281. 

Jobann  (Vater)  67.  150.   156.  158.   170. 

Johann  (Sohn)  170. 

Otto  67. 
Solothurn  Solotern  Soloturn  i.  Schweiz  139.  147. 

149.  165. 
Sonnenberg    ?    i.  Hessen-Nassau    Bez.   Wiesbaden 

193. 
Spangen  die  zur  —  844. 
Spanheim  s.  Sponheim. 
Spatzinger  Spatierus 
Werlin  Wernherus    —    Notar   u.  Stadtschreiber 

zu  Strass.  28.  175.  257.  notarius  et  sigi Ilator 

civ.    Arg.    534.    545.    758.  775.  776.  793.  795. 

805.  808. 
Spechsberg  s.  Dick  Walther  von  der  — . 

Speckelin 

Cftnrat  —  der  brotbeckerkneht  834. 
Gerwart  —  Vater  des  Cftnrat  834. 
Speier  s.  Speyer. 
Speyer    Speier    Spire   Spir   Spyre  Spira  5.  9.  10. 

11.  12    13.   14.  15.  17.  18.  19.  20.  21.  22.  28. 

29.    30.    33.    34.    36.    37.    40.    42.   44.  45.  46. 

47.  51.  52.  53.    54.    56.   60.    64.    66.    67.    78. 

79.   80.    81.    83.    84.    85.    86.    99.    104.    105. 

107.     109.     110.     111.     112.    113.    114.    115. 

116.    117.    118.    119.  120.   121.  122.  125.  131. 

136.  137.  138.  139.  141.  146.  149.  150.  151. 
152.  153.  153.  155.  156.  157.  158.  159.  162 
166.  168.  169.  171.  172.  174.  176.  179.  180. 
192.  194.  198.  199.  204.  205.  206.  207.  208. 
209.  210.  216.  217.  218.  221.  222.  223.  224. 
227.  228.  230.  231.  234.  235.  238.  242.  252. 
253.  255.  257.  258.  259.  260.  261.  267.  269. 
270.  275.  276.  281.  282.  283.  285.  286.  289. 
300.  301.  327.  353.  357.  358.  366.  369.  370. 
404.  446.  452.  482.  495.  554.  559.  597.  608 
617.  651.  652.  657.  662.  696.  707.  733.  743. 
789.  791.    793.    794.   796.  803.  801.  854.  8Ö8. 

Juden  von  -  208.  216. 

s.  Abraham  von  — 

s.  Moiscs  von  Bretheim. 

s.  Symund  von  —  Str.  Jude. 
Rheinzoll  bei  —  61.   79.  80.  81.  83.  84.  85.  86. 

99.  446. 
Schuster  (die  schftchsütere  zft  — 1  813. 
Söldnerhauptmann  s.  Beckingen  Hans  — . 
Städteboten  von  —  216.  281. 
Cleselin  von    — 

Erhardus  de  —  pellifex  816.  813. 
s.  Veder  (Feder)  Contzeman  — . 


Speyer  —  Störe 


9H 


Bürger  v.  Hagenaa  708. 

von  Püttelingen  Str.  Söldner  518. 


s.  Freischbecher  C&ntze  — . 

s.  Fritze  Henselin  — . 

Johannes    de    —    carpentarins    820.    Hans  823. 

825. 
Peterraan  de  —  famulus  810. 
s.  Pfrumbaura  Hans  — . 
s.  Rinckenberg  Claus  — . 
s.  Rflrich    Cleselin    —     pellifex    de    —    wohl 

ident.  mit  obig.  Cleselin. 
s.  Syde  Dietrich  — . 
8.  Sturm  von  — . 
Speyer  Bistum  14.  67. 
Bischof  20.  133.  774. 
Nicolaus  373.   491. 
Rhabanus  306.  800.  805. 
Bistumsverweser  243. 

bisch.  Amtmann   s.    Sickingen    Schwarz    Rein- 
hard von  — . 
Spender 

Reinbolt  —  268.  359.  const.  zu  s.  Niclaus  373. 
382.  387.  388.  512.  mag.  514.  530.  531.  536. 
820. 
Spengeler 
Hanseman 
Hanseman 
Spet 
ung.  —  Ritter  36. 
Hans  —  von  Bach  734.  s.  a.  Bach. 
Spettergasse  Str.  Oertlichkcit  s.  Str. 
Spiegel 

Johans  —  const.  z.  s.  Thomas  379.  393. 
Walter  —  Geschw.  d.  Münze  341 . 
Walter  —  juncher  Johans  sun  const.  z.  s.  Tho- 
mas 379. 
Spiessclin  kdrsenerkneht  846. 
Spinal  s.  Epinal. 
Spirer 

Anshelm  —  v.  d.  würten  392.  607.  508. 
Spirhannes  der  zimberman  845. 
Spitzberg  Spitzenberg    132.    175.   257.?  =    ehm. 
Schloss    i.   Wurtb.   b.    Gaislingen    od  !    =    b. 
Ellwangen. 
Spitzkopf  de  Wasenecke  845. 

Drowelina  —  uxor  ejus  822.  845. 
Sponheim  Spanheim  w.  Kreuznach 
Anterman  von  —  Str.  Söldner  520. 
Johann  Ulner  von  —  Ritter  224.  225.  226. 
Grafen  von  —  45.  182.  216.  s.  Vianden. 
Heinrich  255. 

Johann    119.    134.    138.    155.    179.  243.  250. 
Kanzler  des  Königs  Wenzel  254.  274.  366. 
Johann  der  junge  276.  472. 
Sigmund  Symon  47.  59.  65.  77.  119.  160.  189. 
199.  224.  225.  226.  230.  Graf  zu   Crentze- 
nach  u.  Vianden  369. 
Sprcngelin  v.  d.  würten  513. 
Staden  i.  Hessen  Kr.  Friedberg  28. 
Staffort  Staffnrt  i.  Baden  b.  Karlsruhe  554. 
Cuntzeman  Hans    —  von  —  mrkgr.  badischer 
Vogt  444.  445.  690.  693.  721  Anmcrk.  787. 
s.  a.  Cuntzeman  s.  Baden  s.  Pforzheim. 
Stahel  Friedrich  —   von  Westhofen  87.  658.  738. 
Starcke  Johannes  —  de  Basilca  pellifex  847. 
Staufenberg  der  —  bei  Baden  837. 
Stanfenberg  Stouffenberg  i.  Baden  bei  Offenburg 
272.  273. 
der  kirchherre  von  —  520. 

VI. 


die  von  —  220  Anmerk.  272. 

Heinrich  von  —  812. 

Johans  von  —  gen.  Widergrin  Str.  Söldner 
520.  812.  s.  W. 

Humbcl  Hummel  Burekart  —  von  —  Ritter  277. 
306.  326.  Vogt  zu   Ortenberg   595.  690.  735. 
861.  s.  a  Hummel. 
Stecke  Johans  —  Wagnermeister  740. 
Steffan 

ung.  —  von  Augsburg  der  metzigerkneht  846. 

ung.  —  herr  257. 

Hans  -  672.  Geschw.  d.  Münze  698.  699.  702. 
Steiermark  Steir  Stcier  Stire  586. 

Herzog  Leopold  von  —  582  s.  Oesterreich. 
Steige  die  —  Vogesenpass  bei  Zabern  649. 
Stein   Steine   Barg  i.  Baden   Kr.  Baden-Durlach. 

712.  719. 
Stein  Steine  i.  Regbz.  Wiesbaden  133. 

Emicho  vom  —  133. 
Stein  Steyn  bei  Nürnberg  220. 
Steinach  s.  Lantschaden. 

Steinhnse  Steynenhuse    Eberhart  von  —  Städte- 
bote von  Gelnhausen  217.  222. 
Steinwilre  Eckebreoht  von  —  Str.  Söldner  519. 
Stemsberg  (i.  Diöc.  Mainz)  29. 
Steney  ?  i.  Lothr.  648.   649. 
Stengelin  v.  d.  kremern  389.  473.  474. 
Stephan  herr  —  der  schriber  119.  184.  s.  Steffan. 

Sohn  desselben  119. 
Sternecke  Burg  ?  =  Sterneck  i.  Würtb.  OA.  Sulz 
175.  257. 

Lawelin  —  811. 
Stetemberg  s.  Schönau. 
Stettin 

Herzog  von  — •  616. 
Swantibor  778. 
Stibor  Woiwode   v.   Siebenbürgen  Graf  zu  Press- 
burg 672.  673. 
Stier  Heinrich  zftm  —  v.  d.  kornlüten  508. 
Stille  Still  i.  Brenschthal  w.  Molsheim 

der  von  —185.  216.  323. 

Johans  von  —  mag.  95.  96.  100.  102.  Ritter 
112.  204.  Str.  Städtebote  205.  224.  260.  277. 
280.  mag.  286.  287.  288.  289.  363.  const  z. 
Münster  385.  391.  451.  757.  mag.  812.  841. 

Dlrich  von  —  const.  z.  Münster  385.  388.  508. 
665. 
Styrnat  Styrnad  Herr  —  343.  547.  673. 
Stislaw  s.  Witenmülc. 
Stive  (?  Lothr.)  649. 
Stöckelin 

Henselin  —  813. 

s.  Treger  Peter  —  Vater  des  Hens.   St. 
Stöybe  Henno  —  der  alte  der  sniderkneht  845. 
Stoffen  Stoffe  Stoffen  Stoffe 

Heinel  —  117. 

Heitzeman  —  Str.  Bürg.  371. 

Hugo  zftm  -  394.  608.  818. 
Stollhofcn  Stalhofen  Stadelhofen    i.    Baden   sü.w. 
Rastatt  228.  33-1.  335.  516.  555.  634.  726.  788. 

Henselin  —  rasor  815. 
Stopfeloch  dietns  —  820. 
Stopffos  133. 
Store 

Conrad  —  Rilter  59. 


Franz  von 


49. 


116 


912 


Store  —  Strassburg 


Olli  von  —  Binder  de»  Franz  49. 
Wilhelm  —  Ritter  Bruder  des  Conr.  59. 

Störckelin 

ung.  —   der  snider  Str.  Bürger  i.  Lingolsheim 
62.  822. 

Werl  in  —  269.  385.  388. 
Storni  s.  Sturm. 
Stösse  Stoesse 

Henne  —  von  Cleberg  42.  s.  C. 

Hug  zürn  —  394. 
Stotzheim  n.w.  Benfeld  676. 
Strage  ein  höriger  zu  Sassbach  417. 
Strarabourc  =  Strassburg.  855. 

STRASSBURG. 

Oertlichkeiten. 

Allgeraeines 
Almende  179.  188.  210.  229.  321.  407.  590. 
Burggraben  206.  229. 
pfele  die  —  206.  229. 
Stadtmauer  u.  ihre  Besetzung  262  ff. 

Hetzel  Markes  ercker  264.  267.  372. 

Cnntze  Müllers  ercker  265. 

Nellesheim  ercker  265. 
stecke 

Andres  steck  264.  372. 

stecke  zu  Vinckewilre  269. 

Otengasser  steck  262.  264. 

Wageners  steck  263.  264. 
Brücken 

s.  Arbogastbrücke  184. 

bedeckete  gedeckete  brücke  263.  265.  319.  An- 

merk.  354.  371.  377. 
brnck  an  den  Hunden  (Nicolaus  in  nndis)  269. 
pfennigbruck  848    s.  Türme  Pfennigturm. 
Rheinbrücke  s.  Rhein. 
Schintbrucke  815.  842. 
Spitalbrücke  269. 
s.  Stephansbrücke  321.  377. 
steinen  brücke  377. 
Gä  rten 
Jacobes  von  Diemeringen  garten  263. 
Lfiselins  garten  am  Mülnecke  112. 
Marckes  garten  264. 
Münchelins  garten  262. 

Gassen  s.  Strassen. 
Gebäude   Häuser  Höfe 

Archivgewölbe  (Anlage  eines  solchen  1399)  781. 

Bruderhof  100.  593.   Schaffner   am   s.   Kerabe 
Götze  — . 

Deutsch-Ordenshaus  371.  725. 

Frauenhaus  frowenhus  186.  285.  754.  s.  a.  unter 
Münster. 

hftrhfts  835. 

hus  das  —  zem  thurne  81. 

Judenschule  90.  92. 

Kaufhaus  köfhus  307.  308.  341.  694. 

Klantzhof  844  s.  Hanseman  Jeckelin  am  — . 

Kleinstübelin  821. 

metzige  die  —  347. 

Münster  s.  Kirchen  Klöster. 

des  müntzemeisters  hfts  574. 

Ochsensteinerhof  825. 

Pfalz  pfaltze   42.  102.  407.  415.  417.   425.  426. 
434.  690.  619.  667.  837. 

priefeyge  die  —  264.  266.  267.  372. 

Rappoltsteiner  Hof  304. 


Saltzhof  821. 
Schuhmacherstube  563. 
Spital  188.  590.  663.  751. 
trinkstftbe  zum  Mülnstein  696. 
Ziegelöfen  a.  d.  gedeckten  Brücken  354. 
Zollkeller  692  s.  a.  Zollcr  Zölle. 
Zunftstube  am  Hohensteg  696. 
Mühlen 
Herrenmüle  zft  s.  Thomas  321. 
Hüffelinsmüle  321. 
Stecke  s.  Allgemeines 

Strassen   Gassen   Plätze   Stadtteile 
Blauwolkengasse  410  Anmerk. 
Brantgasse  s.  Mülnheim  Heinr    — . 
Dumelloch  das  —  831.  847. 
s.  Elisabethgasse  812. 
Finkweiler  vinckwilre  269. 
Fischmarkt  vischmerket  102.  317.  813.  838. 
Giessen  der  —  354.  812.  816. 
Grftnecke  263.  265.  371. 
Grftnenwerde  263.  265.  380. 
Gftnwerder  gesselin  380. 
Guttenbergplatz  102  Anmerk.  407  Anmerk. 
Hohe-Steg  696.  821. 
Holwig  Holwege   179.  263.  266.  s.  a.  Constofel 

am  — . 
s.  Johansgiessen  354. 
Kalbesgasze  s.  Constofel  in  — . 
Kirchgasse  754. 

Oberstrasse  s.  Constofel  in  — . 
Kronenburg  263.  266.  371.  372. 
Krutenau  Crutenowe  38. 185.  186.  595.  678.  687. 

688.  822.  833.  835.  839.  842.  844. 
Mülnecke  112. 

Mülnstein  696.  811.  s.  Constofel  zum  — . 
Rintsütergraben  321. 
Roseneck  263.  371.  s.  Mülnheim. 

Rossenmerket  318.  319.  320. 

Saltzenecke  das  —  264. 

Smidegasse  s.  Mercklinus. 

Steinstrasse  263.  266.  371.  372. 

Stoltzenecke  267.  372. 

Sturmeck  s.  Sturm. 

Utengasse  262.  264. 

Wasenecke  112.  818.  845. 
Thoie  (i.   d.  Ringmauer)   porfen   törlin   u.  ihre 
Besetzung  212.  213.  267.  268.  370. 

Bischoffbürge  tor  371.  410.  591.  830. 

s.  Elisabeth  tor  509. 

Vinckewilre  törlin  263.  265.  370. 

Heitzentürlin  377. 

Hetzel  Markes  dörlin  264.  267. 

Kronenbnrg  porte  z&   —  268.  509. 

Metziger  tor  268.  319.  359.  509. 

Thor  zum  alt  s.  Peter  319. 

Thor  zum  jung  s.  Peter  319. 

Rüwerin  tor  229.  239.  268.  269.  509. 

Spital  tor  262.  264.  268.  269.  319.  509. 

s.  Steffans  tor  268.  319.  508.  509. 

Steinstrosze  porte  an  der  —  267. 

Wagenertörlin  372. 

Wissturmtor  —  porte  am  wissen  turn  268.  509. 
Türme  (der  Ringmauer) 

Barpfennigen  turn  264. 

bedeckete  turn  31. 

Bersters  Peter  —  turn  264. 

Cüntzelin  des  lonherren  knehtes  turn  371.  372. 

Diemerlins  turn  265. 

Turm  hinder  den  dutzschen  herren   371. 

s.  Elisabethenturn  262.  263.  265.  370. 

Vinckewilre  turn  263.  371. 


Strassburg 


'.»!.; 


gemoltcr  turn  a.  d.  Steinstraaze  203.  206.  371. 

372. 
Uriincnwertl  der  grosso  niiwcturn  ara  —  203.371. 
güldin  turn  202.  204.  321. 
llcitzen  her  —  türnelin  372. 
Turm  gegen  Jacobes  hof  von  Dicineringen  371. 
Judentum  204.  269.  372. 
Kagenecke  turn  265. 
Ketterinen  turn  262.  264. 
knöpheten  turn  263.  265. 
Turm  zft  Kronenburg  263.  268. 
Turin  zu  s.  Margareden  203.  205.  371. 
Turm  v.  s.  Marxhof  266.  371. 
Metziger  turn  262.  372. 
nüwe  turn  hinder  den  Johansern  377. 
Münchelins  turn  262.  264. 
Pfennig  turn  651.  848. 

Hoseneck  türnelin  am  —  263.  260.  s.  Mülnheim. 
Rftlmans  turn  265. 
s.  Steffans  turn  372. 
Slftffen  Heitzeinan  —  tarn  371. 
Twingers  turn  263.  265.  370. 
Wahsichers  Heinr.  —  turn  265. 
wiszc  turn  undcr  Wagener  263. 

Beamte  und  Bewohner. 


A  in  ni  a  n  m  e  i  s  t  e  r   Altammeistcr 


213 


S. 
S. 
8. 
s. 
8. 
S. 
8. 


I, 
S. 
8. 


41. 


Meyger 


101  (Wahl).    184.   185.  187.  204.  210.  212. 

214.  215.  377.  807.  812.  828. 
s.  Arge  Heinrich  — . 
8.  Berman  Claus  — . 
s.  Cantzeler  Johans  — . 

Geispoltzheim  Cuntze  — . 

Gosse  Ulrich  — . 

Hcilman  Andreas  — . 

Hüffelin  Reinbolt  — . 

Kranich  Heinrich  — . 

Lyincr  Heintze  — . 

Meyer  Claus  — . 

Messcrer  Johans  — . 

Metziger  Wilhelm  — . 

Müller  Cuncz  — . 

Philipps  Hans  — . 

Wasicher  Walter  — . 

Wilhelm  Götze  — . 
Amtmann     städtischer 

Burekart  — . 
A  u  s  s  e  n  b  ü  r  g  e  r  uszbuiger  phalbuigere  erbe- 

bnrgere  57.  114.  115.  160.  166.198.210.211. 

212.  220.  235.  236    279.   280.   281.  283.   291. 

292.   293.   294.  295.  290.   297.  298.  325.  350. 

303.  397.  405.  410.  425.  434. 
B  u  r  g  g  r  a  f  c  n  a  m  t    43.  44.  412. 
Burggraf  70.  143.  144.  563.  564. 

s.  Mülnheim  Johans  — . 

s.  Pfaffenlapp  Hesse  — . 
Burggrafengericht  563. 
Bürgermeister    meistcr  magister  stettmeister 

Wahlbestinimungcn  41.  100.  101. 
s.  Berer  Claus  — . 
s.  Berlin  Johans  — . 
s   Bock  Claus  — . 
s.  Bock  Johans  — . 
s.  Human  Johans  — . 
s.  Burggraf  Dietrich  — . 

Dütscheman  Hug  — . 

Grostein  Götze  von  — . 

Heiligenstein  Claus  von  — . 

Hesse  Hesseman  — . 

Hüffelin  Keinbolt  — . 

Kagenecke  Johans  — . 


s. 

8. 
8. 

S. 

s. 
s. 


Klobelouch  Johans  — . 
Mansse  Claus  — . 
Manssc  Obreht   — . 
Mansse  Oertelin  — . 
Marx  Hetzel  — . 
Merswin  Claus  — . 
Metziger  Wilhelm  — . 
Mülnheim 
Heinrich  von  — . 
Heinrich  der  junge  — . 
Lutold  von  — . 

Mülnheim  gen.  Landesberg  Heinrich  — . 
Mülnheim  gen.  Kechbcrg 
Hurekart  — . 
Johans  — . 

Pfaffenlapp  Johans  der  clter   — . 
Riet  Wilhelm  zft  dem   — . 
Hosheim  Berthold  von  — . 
Schilt  Johans  — . 
Spender  Reinbolt  — . 
Stille  Julians  von  — . 
Sturm  von  Sturraeck  Johans  — . 
Swarber  Rftlman  — . 
Wetzel  Marsilis  — . 
Wctzel  Reinbolt  — . 
Zorn  Bechtolt  — . 
Zorn  von  Bulach  Johans  — . 
Zorn  gen.  Eckerich  Johans  — . 
Zorn  gen.  Schultheiss  Lienhart  — . 
s.  Zorn  der  Wisse  Wisszorn  Johans  — . 

Constavel  Constofel  Constofeler  101  212.  213. 

240.  266.  267.  377.  510.  511.  688.  constofeler- 

meister  212. 
am   Holwige  263.  266.  268.  372.  386.  388.  392. 

508.  511.  513. 
in  Kalbesgasze  262.  38S.  391.  508   511. 
zum  Mühlstein  264.  267.  268.  372.  380. 
vor  dem  Münster  263.  264.  266.  267.  269.  372. 

384.  508.  511.  512. 
zft  s.  Niclans  262.  264.  265.  268.  372.  388.  390. 

511.  512. 
an  der  Oberstrasse  263.  265.  266.  268.  371.  379. 

888.  511.  512. 
zft  s.  Peter   263.   266.  268.  371.  372.  383.  388. 

391.  508.  510.  511. 
in    Spettergasze   263.    265.    268.  370.  371.  378 

388.  508    511.  512. 
zft  s.  Thomas  263.  265.  268.  371.  379.  388.  503. 

511.  512. 
C  o  n  s  u  1  e  s  rete  rat  schöffele 

757    (Schwöibrief  v.   1399)    n.   i.  Anfang    aller 

Ratsbeschlüsse. 
Ratsbeschlüsse    u.  Verordnungen   89.  149.  212. 

228.  229.  235.    239.   240.   254.  256.  287.  299. 

323.  324.  325.    327.    330.  354.  356.  373.  376. 
Fischer  meist  er  102.  321.  322. 

8.  Mülnheim  Wilh.  von  — . 

8.  Schönau  Hannemann  von  — . 
vischmeistertftm  320.  321.  322. 
vischereigericht  320. 
vischerei  8.  a.  Rhein. 
s.  vischer. 

Gewerbe  Handwerke  u.  Zünfte 

die  antwerko  101.  377.  392.  antwerkermeister  212. 

tiinkstnben  der  —  161. 
altgewander  8S&. 
arzt  jüd.  s.  Gutleben, 
armbroster  102. 
bader  balneator    264.  266.  269.  372.  887.  s.  a. 

scherer. 
briefträger  836. 


914 


Strassburg 


brotbecker  panifex  263.  266.  268.  298.  319.  371. 
372.  373.  386.  392.  508.  688.  830.  die  brot- 
schau 298.  s.  pflster. 

drehsler  740. 

vaszieher  tractor  vasorum  263.  266.  268.  371. 
387.  390. 

vischer  102.  263.  265.  312.  320.  321.  322.  371. 
387.  394.  688. 

8.   oben  Fischermeister   Fischmeistertnm   Fi- 
schergericht etc. 

gantener  214.  215. 

gartenere  ortulani  263.  371.  387.  394.  508.  688. 

gerwer  70.  263.  265.  268.  371.  386.  392.  563. 
564. 

goldsmide  72.  263.  266.  268.  338.  339.  346.  371. 

386.  389.  392.  477.  478.  508.  513.  688. 
greber  183.  847.  848. 

gremper   40.  263.  266.  371.  387.  390.  508.  513. 

667.  668.  669.  865. 
keser  667.  668.  865. 
kistener  268.  740. 
köffelerin  340.  478.  494.  682. 
kornhite  263.  265.  265.  371.  372.  387.  389.  390. 

391.  508.  513.  688. 
kouflüte  205. 
kremer   268.  372.  387.  389.  390.  391.  507.  513. 

688. 
kftffer    143.   144.  145.   146.  214.  215.  262.  264. 

268.  372.  387.  390.  594.  688. 
kürsener   pellifex  263.  265.  268.  371.  387.  389. 

394.  508.  513. 
messerer  844. 
metziger   carnifex    (die    des    Bruderhofes  100.) 

262.  264.  264.  268.  318.  319.   372.   381.  387. 

390.  391.  508.  513.  688. 
münssere  s.  Münze  etc. 
müller  264.  267.  372.  387.  394.  688. 
murer  264.  267.  269.  272.  372.  387.  394.  688. 
notarius  8.  unten, 
obser  667.  865. 

olelüyte  264.  267.  372.  387.  394.  688. 
pfiffer  176.  180.  183.  661.  662. 
pfister  184. 
saltzmütter  265.  263.  370.  387.  389.  392.    508. 

513.  688. 
sattler  82. 

schelmenschinder  847.  848. 
scherer  (s.  bader)  264.  266.  269.  372.  387.  390. 

688. 
schiflüte  262.  264.  386.  388.  392.  507.  513.  688 

Schiffahrt  801.  802.  Schiffverkauf  206. 
schifzimberlüte  264.  267.  372.  392.  387. 
schilt.er  263.  266.  268.  371.  392  s.  goltsmide. 
schriber  39.  261.  263.  s.  a.  unten  Stadtschreiber, 
schahsüter  Schumacher  70.  71.  195.  196.  263  266 

268.  371.  372.  387.  392.  563.  564. 
schftsüterknehte  195.  196. 
seiler  184.  387.  389.  390.  667.  668.  669. 
smide  72.  176.  262.  264.  266.  268.  387.  392.  688. 
snider  sartores  263.  371.  372.  387.  394.  688. 
söldner  s.  Krieger  u.  Kriegswesen. 
Steinmetzen  180.  181. 
totengreber  847.  848. 
tischtftchsüter  688. 
tftchmacher   tftcher  23.   24.  263.  268.  371.  372. 

387.  389.  390.  508.  513.  594  Anmerk.  688. 
tftchscherer  264.  267.  372.  387.  389.  394.  688. 
underköffer  76.  338.  478.  494.  682. 

vogeler  40. 

wagener  263.  265.  371.  387.  392.  509.  740. 
weber  textores  76.  263.  269.  308.  372.  387.  390. 
594  Anmerk.  688.  807. 


wehseler  s.  Münze  Münzmeister. 

winmesser  263.  265.  268.  370.  387.  688.  Wein- 
verkauf 206. 

winrftffer  proclamator  vini  263.  265.  268.  370. 
387.  688. 

winsticher  264.  267.  269.  372.  387.  389.  508.  688. 

wollschleger  23.  24.  76. 

würte  262.  264.  268.  386.  389.  392.  507.  513.  688. 

zapfener  319. 

zimberlüte  180.  264.  267.  296.  272.  372.  387. 
390.  688. 

Hausgenossen  husgenoszn  s.  Münze  Münzmei- 
ster etc. 
Juden    18.  50.  89.  90.  91.  92.  95.  96.  140.  141. 

143.    147.    156.    162.  186.  192.  194.  195.  198. 

199.    204.    205.    207.  208.  209.  211.  223.  272 

322.  538.  706. 

Eid  89. 

Gericht  90. 

Gesindehaltung  der  —  192.  204.  205. 

Kirchhof  92.  264.  266. 

Kleidung  Judentracht  162.  204. 

Schätzung  186. 

Schule  90.  92. 

Turm  264.  269.  372. 

Wechsel  (juden-wehsel)  205. 

Krieger  und  Kriegswesen 
Aufrüstung  der  Zünfte  378.  507  ff. 
Banner  meisterbanner  391. 
Befestigungswerke  Instandsetzung  derselben  376. 

377. 
Besetzung  von  Mauern  u.  Türmen  s.  Str.  Oert- 

lichkeiten  Thore  Türme, 
blutherste  181.  183. 
bogener  518.  637. 
büchsenschiesser  183. 

s.  Kesseler  Dietrich  — . 
constofeler  s.  oben  Constavel. 
einspennige  518. 
Feldgeschrei  510. 
Feldzeichen:   ein  wisz  krütze  in  eime  swartzen 

velde  510. 
genwer  518. 
glefener  323.  518. 
koche  b.  Heere  180.  184. 

Kriegshauptman  s.  Oberkirche  Johans  von  — . 
Kriegsrat  der  Sieben  362.  450.  451. 
kagelhüte  633. 
lantvesten  345. 
Pferdehaltung  durch  Bürger  323.  324.  330.  357. 

621. 
pfiffer  176.  180.  183.  661.  662. 
pfister  b.  Heere  184. 
priester  b.  Heere  634. 
reisige  637. 
schildknehte  239. 
schiltwachen  377. 
schützen  181.  183.  268.  661. 
söldner  212.  323.  Liste  der  städt.  Söldner  518  ff. 
Söldnerhauptmann  323. 
schützen  268. 
swebelringe  634. 
trumpeter  608. 
Turnier  318. 

Uniform  der  städt.  Söldner  651. 
wagenknehte  181. 
Lohnherr  lonherre  181.  183.  184.  185.  414.  661. 

663. 
Cftntzelin  Cftntze  der  —  263.  266.  371.  372. 
Rosheim  Claus  —  542.  836. 
Meister  s.  Bürgermeister. 


Strassburg- 


Mir. 


Münz  meiste  r  u.  Münze 

mi'iiitzetneister  94.  574.  700.  s.  Orostein  Johans 

von  — .  s.  Marx, 
müntzmeisterampt  412. 
miinsserc  336.  337.  338.  339.  340.  344  345.  346 

347.  476.  477.   484.   485.   486.   493.  494.  680 

681.  682.  683.  697.  702. 
Münzcommission  Fünferdeputation  Geschworene 

der  Münze  94.  698.  699.  702. 
husgenoszen  70.  71.  143.  145.  339.  341.  346.  563. 
hftter    94.    341.   493.    494.   s.   Lcntzelin   Cftntze 

n.  Thoman    — .    s.  Pfaffenlapp   Kleinhenselin 

— .  s.  Richter  gen.  Diltschman  Claus  — , 
Schröter  344  (?  ^  pfennigsnider  347.) 
wehseler  342  484. 485.  486.  680. 681. 682.  683.  702. 

s.  a.  underkoffer  u.  köfflerin  (oben  Gewerbe  u. 
Handwerk). 

Müuzwesen  (Münzordnungen  Münzverträgei  76 
117.  178.  179.  336.  338.  339.  340.  341.  344 
405.  473.  476.  477.  482.  492.  493.  494.  495 
496.  541.  591.  679.  680.  681.  682.  683.  697. 
698.  699.  700.  702.  703.  704.  705.  854.  855. 
858. 

Notar  notarins  publicus  s.  auch  Stadtschreiber 
s.  Bopfingen. 
s.  Bosch, 
s.  Groszclaus. 
clericus  notarins  publicus 

s.  Heller  de  Lierheim. 
mag.  secretarius  Arg. 

s.  Haslach  Heinr.  de  — . 

s.  Werder  Johannes  —   kais.  Notar  in  Str. 

Räte    Katsbeschlüsse  s.  consules. 
Schultheissenamt  314.  315.  412. 

Schultheiss  s.  Grostein  Claus  — . 

Schultheissengericht  90.  833.  834.  837. 
schribor  am  —  s.  Kyenast. 

Schreiber   schribere  die  von  Straszbura  261. 
263.  b 

Siegelbewahrer  565. 

Söldner  s.  Krieger  u.  Kriegswesen. 

Stadt  rechne  r  s.  Süsse  Hügelin  — . 

Stadtschreiber  (secretarius  notarins  et  sigil- 
lator  civ.  Arg.) 

s.  Haslach  Henricus  de  — . 
s.  Rynach  Rudolf  von  — . 
s.  Spatzinger  Wernher  — . 
U  n  gel  ter  341.  672. 

Zoller  z611e  zollkelre  43.  296.  341.  409.  412.  588 
590.  592.  692.  708.  721.  754.  s.  a.  Rhein- 
Zölle  am  — . 

Kirchen  Klöster  Orden  Spitäler. 

Allgemeines  93.  287.  407.  408.  410.  411.  591. 
Arbogast  Kloster  325. 
Aurelien  Kirche  692. 
Barfftsser  Kloster  735. 
Bruderhof  100.  593. 

Schaffner  am  —  s.  Kember  Götze  — . 
s.  Ciaren  Kloster  267. 

die  frowen  von  —  809. 

Deutschherren  dütschenherren  263.  725. 
Comthur  der  —  725. 
s.  Preussen  Johans  von  — .  s.  Malkow. 
Dom  u.  Domcapitel  s.  Münster. 

Dominikauer  (Predig er) -Kloster 
pfleger  des  —  3.  187. 


I   Glocken 

die  fürglocke  267.  268. 
dez  heiligen  geistes  glocke  508. 
die  torglocken  372. 
I  ».   Johann  daz  kloster  zft  —  354. 
Johanniter  Johanser  377. 
s.  Katharinen  Kirche  833. 
s.  Laurencien   Kapelle  s.  Münster. 
s.  Martin  Kapelle  u.  Kirche  102.  407. 
s.  Marx  Kloster  263. 

Münster  (das  Gebäude)  ecclcs.  maj.  Arg    merre 
stift  unser  frowen  münster  179.  240.  2Hl.  iill 
347.  373.   407.  408.  412.   590.   591.   688.  693. 
814.  844.  s.  Constofel  vor  d.  -. 
Altäre 
8.  Dieboldsaltar  542. 
altaris  prebend.  presbytcr   —    g.   Landesberg 

Henricus  — . 
fronaltar  408. 
capella  s.  Laurent»  240. 
Chor  407.  408. 
friheitdesmünstersdie  —  (vor  dem  Münster)  591. 
Lettner  339.  341.  702. 

Mü  nste  rcapitel  Domcapitel  capittel  der 

raerren  stifft  296.  297.  459.  460.   500.  501.  526 

535.  588.  591.  592.  593. 

tftmherren  des  capitels  407.  410.  481.  s.  Lichten- 
berg Joh.  u.  Ludwig  n.  Sigmund  von  — . 

camtnerarius  s.  Lichtenberg  Ulrich  von  — . 

cellarius  s.  Ochsenstein  Johans  von  — . 

custos  501. 

decanns  43.  44.  592. 

s.  Kirchberg  Graf  Eberhart  von  — . 
s.  Lützelstein  Volmar  von  — . 
s.  Ochsenstein  Johans  von   — . 

portarius  portener  s.  Kirchberg  Graf  Eberhart 
von  — . 

prepositns  probst  tftmprobst  8.  59. 
8.  Lichtenberg. 

s.  Lützelstein  Burekart  von  — . 
s.  Ochsenstein  Joh.  von  — . 
s.  Rappoltstein  Hugo  von  — . 
Siegel  des  Capitels  591. 
Münster  fabrik  fabrica  unser  frowenwerk  15. 
83.  97.  408.  409.  590.  lapidistina  fabrice  546. 
(bauliche  Veränderungen  179.  240 ) 
Frauenhaus  frowenhus  186.  285.  751. 
Werkmeister  (Münsterbaumeister)  83. 

s.  Friburg  Michel  von  — . 
pflegere  unser  frowen  Werkes  83. 
schaffener  83.  285.  754.  uf  unser  frowen  hus. 
8.  Kirchgasse  Herman  in  — . 
s.  Niclaus  s.  Constofel  zu  — . 
s.  Nicla us-Kapelle 

die  closenerin  Grede  uf  —  821. 
s.  Petrus    (junior)    375.    Jung  St.  Peter  410. 
411.   s.  Constofel  zu  — . 
kirchhof  811. 

Capitel  219.  462  thftmherren  410.  665. 
cantor  875. 

s.  Hüffelin  Volczo  — . 
decanus  413. 
prepositns  375.  829. 

s.  Kagenecke  Erhart  de  — . 
scholasticus  schftlmeister  zft   —  375.  811. 
s.  Rotwilr  (Rottweil), 
s.  Parma  Wilhelmus  de  — . 


916 


Strassburg  —  Sulz 


thesaurarins  375. 
s.  Oertelinus  Johannes  — . 
s,  Petrus  senior  755  s.  a.  Rheinau  Stift  zu  — . 
Spital  188.  690.  663.  751. 
s.Stephans    Kloster  372. 
s.  Thomas  Kirche    263.  375.  508.  675.  842.  s. 
Constofel  zu  — . 
Capitel  61.  462. 
canonicus  s.  Bertschin  Niclaus  — . 
cantor  s.  Wctzelo  Joh.  — . 
decanus  375. 

s.  Dambach, 
prepositus  375. 

s.  Bahard  Fridericus   — . 
prepositus  et  decanus  675. 
s.  Kageneck  Erhard  von  — . 
s.  Wilhelm  Kloster  u.  Kirche  38.  39. 
Conventsbrnder  von  —  39. 

s.  Bertsche. 
Kreuzgang  zu  —  38. 

Bistum  und  Bischof. 

Bistum    232.    271.    366.    459.    460.  467.  472. 

479.  483. 
Bischöfe  20.  22.  45.  48.  53.  67.  177.  178.  258. 
359.  360.  361.  362.  363.  364.  366.  368.  481. 
487.  551.  591.  614.  634.  640.  648.  696.  708. 
Burckard  von  Lützelstein  Domprobst  erwähl- 
ter Gegenbischof  Wilhelms    v.  Diest.  482. 

486.  497.  498.  499.  500.  505.  506.  510.  514. 

515.  516.  517.  s.  Lützelstein. 
Friedrich  von  Blanckenheim  s.  a.  Basel,  s.  a. 

Utrecht  6.  14.  29.  39.  43.  44.  5S.  60.  61.  69. 

73.  88.  103.  104. 106.  107.  109.  110.  111.  121. 

123.  124.  127.  132.  134.  136.  137.  139.  142. 

160.  169.  170.  174.   194.  200.  201.202.203. 

206.  207.  208.  232    234.  247.  256.  276.  277. 

286    291.  292.  293.  294.  300.  302.  303.  304. 

305.  309.  310.  313.  314.  315.  316.325.333. 

354.  357.  358.  367.  370.  373.  374.  375.  394. 

395.  402.  403.  405.  406.  407.  408.  409.  410. 

411.  412   413.  417.419.  421.  438.  445.  459. 

460.  461.  462.  465.  468.  470.  471.  B.  v.  Dt- 
recht 488.  489.  501.  526.  535.541  Anmerk. 

592.  659.  706.  752.  858.  860.  861. 
Lamprecht  533. 
Wilhelm   von   Diest    169.  468.  4G9.  472.  479. 

480.  488.  489.  490.  497.  498.  499.  502.  503. 

504.  50V  506.  507.  510.  513.  514.  515.  516. 

517.  518.  522.  523.  524.  525.  526.  527.  528. 

529.  530.  531.  532.  533.  534.  535.  537.  540. 

543.  519.  564.  575.  580.  531.  586.  588.  590. 

592.  595.  606.  607.  619.  643.  64«.  674.  675. 

676.  677.  684.  691.  701.  708.  712.  718.  719. 

720.  723.  724.  729.  730.  733.  734.  737.  745. 

747.  748.  749.  751.  752.  754.  759.  762.  763. 

764.  782.  785.  79S.  860.  861.  864. 
Bischof  1.  Beamte  und  Aemter 
geistliche  Gericht  400.  590.  591. 

schriber  an  dem  —  409 
hofmeister  s    magister  curie. 
iusigler  287.  412.  634  Anmerk. 
judex  officialis  officialis  curie  Arg.  hoftichter 

7.  40J.    412.  413.  586.  591.  634.  660.    831. 
s.  Douchendorff  Johannes  de  — . 

s.  Gemunde  Reinbolt  von  — . 
magister  curie  episcopi  hofemeister 

s.  Kageneck  Johans  de  — . 
notarius  curie  Arg.  546. 

8.  Dürnheim  Eberhart  — . 

s.  Ralle  Conradus  dictus  — . 


prelat  der  bischöfl    412. 
procuratores  curie  Argcnt.  404.  405. 

s.  Breitenbach  Philipp  von  — . 

s.  Eisenach  Dietrich  von  — . 

s.  Groszclaus  Johans  — . 

s.  Rynowe  Heinrich  von  — . 

s.  Ritter  Herman  — . 
vitztttm  viccdominus  445. 

s.  Hohensteiu  Rudolf  von  — . 

s.  Landesberg  Burckart  von  — . 
vogt  vogtei  90.  412. 
zollertum  412. 

zollner  409. 

zfllle  409.  590. 

Streiffe  s.  Streuffe. 
Streler  Lienhart  — ■  474. 
Strerame  Conrat  —  171. 
Streuffe  Streiffe  Ströfen  Strouffe 
Hennin    Hensel    —    von    Landenberg  112.    119. 
153.  180. 
Stromer  Ulman   —  564. 
Stroseil  Fritsche  —  Edelknecht  334. 
Strouberg  wo?  29. 
Strouffe  s.  Streuffe. 
Stuchsse  Peter  —  659. 
Stühlingen  Stfilingen  i.  Baden  a.  Watach 

Landgraf  von  —  s.  Lupfen. 
Stumpfet  Heizeman  —  Str.  Gerber  563. 
Sturm  Storm 

Gosse  —  der  alte  const.  z.  Mülnstein  381.  816. 
Gosse  —  const.  z.  S.  Niclaus  382.  3'JO.  394. 
Gosse  —  von  Bütenheim  268. 
Gosse  —  von  Vegersheim  Sohn  des  alten  Gosse 
const    z.  Mülnstein  381.  const  i.  Kalbsg.  392. 
Gosse  —  Str.  Söldner  323. 
Gösselin  —  hern  Wernhers  sun  const.  z.  Mülnstein 
381.  const.  i.  Kalbsg.  388.  512.  823.  824.  825. 
Hans  —  651. 

Hanseman    —    const.  z.  Münster  385.  571.  608. 
Henselin  —  hern  Wernhers  sun  const.  z.  Mühl- 
stein 381. 
Heinrich  359. 

Hügelin   —    Sohn   des  Werner  const.  z.  Müln- 
stein 381. 
Hügelin    der   lange    Langhügelin    —    const.    z. 
Mülnst.  381.  392.    const.  i.  Kalbsg.  392.  511. 
Johans  —  const.  i.  Kalbsg    511.  mag.  592. 
Wemher  —  der  eilter  der  alte  134.  508.  757. 
Wernher    —    Herr    131.    133.    Stiidtebote    174. 
Wernlin  Städtebote  175.  176.  258.  260.  const. 
z.  Mülnstein    381.   394.   mag.  608.    823.   845. 
(?  oder  =  W.  d.  alt.) 
Sturm  von  Spire 

Hans  von  —  const.  i.  Kalbsg.  512. 
Sturm  von  Sturmecke 

Gosse  —  Bruder  des  Joh.  const.  z.  Mülnst.  381. 
Hans  —  const.  i.  Kalbsg.  392.  511.  775. 
Johans  —  const.  z    Mülnst.  381.  575.  585  mag. 
594.  845. 
Stuttgart  37.  598.  599.  708  Anmerk. 
Stützheim  n.w.  Str 

Egenolf  von  —  Edelknecht  75. 
Sucher  Henselinus  —  der  gartener  821.  838. 
Sftcherhenselin    Diether    —    der    murerkneht    z. 

Waseneck  845. 
Suffehveiersheim  Sufelwihersheim  n.  Str.  414. 
Sulms  Sulmisze  s.  Solms. 
Sulz  Sultz  Sültze  bei  Gebweiler  45. 110. 191 .  502.530. 


Sultz  —  Ünterwalden 


'.»17 


Sultz  Sultz  b.  Iiagenau  191  (?)  701.  (748  ist  i.  d. 

Ueberschrift  Selz  zu  lesen.) 
Sulz  Sultz  (welches?  wohl  bei  Lahr  i.  Baden)  709. 

711. 
Sulz  b.  Molsheim  86). 
Sulz  Sultze  i.  Würtb.  Schwarzwaldkreis 
Grafen  von  — 
Herman  659. 
Rudolf  d.  ältere  600. 
Rudolf  Landrichter  zu  Rottweil  3.  751. 
Sulzbach  Sultzbach  i.  Überpfalz  n.w.  Regensburg 

221. 
Sulzbach  Sultzbach  i.  Eis.  n.w.  Masmünster  426. 
Summer   Ennelin  —  frowo  von  Henselin   Unfride 

838. 
Sundgau  der  —  625. 
Sunnen  Christian  zer  —  von  Basel  164. 
Sunner  Peter  —  663.  758.  768. 
Sunt  Leonhart  —  am  Saltzhofe  821. 
Suntheim  i.  Baden  b.  Kehl. 

Ulrich  —  der  sniderkneht  815. 
Surburg  n.  Hagenau 

Hanseman  de  —  scriptor  813.  842. 
Surer 
Eberlin  —  820. 

Reinbolt   —    Bruder    des    Eberlin   const.  z.  S. 
Peter  383.  391.  820. 
Susenberg  s.  Sausenberg. 
Süsse  Sftsze 

Heinrich  —  const.  i.  Oberstr.  511. 
Hügelin  —  Str.  Stadtrechner  74.  180.  184.299. 
juncher    const.    a.    Holwige  386.  Hugo     496. 
Hüglin    588.  633.  Hug  661.  Hügelin  775.  785. 
Hug  812. 
Hügelin  —  Sohn  608. 
Rcimbolt  —  268.  394.  509. 
Wilhelm  —  der  junge  588. 
Swaben  s.  Schwaben. 
Swachen  Hcintzo  dictus  —  841. 
Swan  Swane  Burekart  —  419.  660. 
Swantibor  Herzog  v.  Stettin  s.  Stettin. 
Swarbcr 

ivng.   —  Bühsencrs  dohterman  512. 
ung.  —  der  lange  509. 
Claus  —  const.  z.  S.  Peter  384. 
Hans  —  427.  473.  s.  a.  Johans. 

der  lange  const.  z.  S.  Peter  383.  391. 
Heinrich    —  Sohn  von  Hans  const.  z.  S.  Peter 

388. 
Johans  Hans  —  i.  Kirchgasse  const.  z.  s.  Peter 

384.  387.  388. 
Peter  —  const.  i.  Oberstr.  380.  der   lange  268. 
Reinbolt  —  268.  const.  z.  S.  Peter  383.  391.  698. 
Rulman  —  268.  const.  z.  S.  Peter  383.  391. 

Ritter  392.  mag.  720.  mag.  756.  757.  mag.  831. 
Walter  -  813. 
Swartz  s.  Schwartz. 
Swebelin  Sweblin  Sweblein  Swcbell 
ung.  559.  ?  b  Heinr. 
Erhart  —  Str.  Söldner  520. 
Heinrich    Hcintzeman    —    Str.    laufender    Bote 
616.  66!.  672.  787. 
Sweigern  s.  Schweigern. 
Swcmmer  Cfintzelin  —  kfiffer  143.  145.  214. 
Swemmcrin  Ellewibclin  dieta  —  816. 
Swenniger 
der  eltcr  268.  Gesp.    d.  const.  i.  Kalbesg.  512. 
der  junge  817. 


Swertfeger  Hanseman  —  i.  Sporergasse  844. 
Swertzing  Henselin  —  ein  winknabe  810.  811. 
Swerwer  Andrea  —  v.  d.  saltzmittern  508. 
Swinar  Borziboy  Worseboy  Wnrseboy  von  —  königl. 
Hauptmann    i.  Baiern   Landvogt  i.  Schwaben 
u.  i.  Elsass  219.  307.  315.  317.  329.  335.  343. 
348.  351.    352.   355.  357.   360.  361.  362.  368. 
364.  366.  366.  367.  378.  874.  375.  376.  395.  396. 
397.   398.  399.  401.   404.  439.  440.  443.  444. 
449.   450.   463.    464.  466.  471.  476.  481.  482. 
486.   487.   488.    492.   526.  535.  549.  556.  668. 
659.  563.   565.  666.  567.   674.  589.  690.  696. 
597.   698.   622.  631.  683.  686.  687.  709.  712. 
730.  747.  764.  778. 
Swindoltzheim  wohl  =r  Schwindratzheim. 
Swindratsheim  s.  Schwindratzheim. 
Switzer  Heintzeman  —  der  winrftffer  812.  8U 
Swobes  Lutzeman  —  839. 
Swop 
Hans  —  von    Breitenstein    bei  Rütelingen  816. 
Heinrich  —  724. 
Heintzeman  —  824. 
Nicolaus  —  textor  832.  844. 
Walter  —  const  i.  Oberstr.  380.   394. 

u. 

Ueberlingcn  Überlingen  17.  21.  64.  163.  164.  369. 
ücbersorne  ?  bei  Dagsbnrg  273. 
Ülin  Johann  —  643.  648. 

Ulm  Ulme  i.  Würt.  17.  21.  53.  55.  60.  61.  64.  68. 
83.  84.   107.  109.  110.  124.  129.  189.  140.  141. 
142.  147.    152.    164.    167.  175.  178.  219.  221. 
228.   234.    235.    236.   238.  241.  243.  244.  246. 
250.   251.  252.   253.  257.  259.  260.  369.  614. 
846. 
Eberhart  de  —  carnifex  822. 
Hans  von  —  der  brotbeckerkneht  818. 
Hans  von  —  ein  vihetriber  844. 
Heinrich  de  —  filins  Eberhardi  carnificis  822. 
Heinrich  von  —  der  wirt  zftm   Salmen  i.  Krn- 

tenau  844. 
s.  L6wo  Peter  von  —  Jude. 
s.  Mennelin  von  —  Brftder  des  Löwe. 
Walther  von  —  der  gantener  215. 
Ulm  b.  Oberkirch  i.  Baden  622.  861. 
Ulner  Johann  —  Ritter  224.  225.  s.  Sponheim. 
Ulrich  Johans  —  268. 
Ulrich  de  Zürich  s.  Zürich. 
Unfrid  Unfride  Str.  Bürger  582. 

Henselin  —  838  s   Summer. 
Ungarn 

König  von  —  63.  491.  650.  609.  667.  742.  774. 

Sigmund  499.  667.  774.  793. 
Münze  von  -  (Ung.  Gnlden)  477. 484. 495. 595. 793. 
Ungersheim  Ongersheim  Kr.  Gebweiler 
Hetzel  von  —  406.  411. 
Kraft  von  —  49. 
Walther  von  —  50. 
Unmfts   Cftntze  —  von   Obcrnhnsen   Str.  Söldner 

521. 
Unrftwe  Sifrit  —  666.  840. 
Unsinnig 
Gerg«  —  von  Rotwilre  816. 
Hans  —  in  der  Laden  Vater  des  Qerge  816. 
Ünterwalden  C'anton  i.  Schweiz  163.  164. 


918 


TJrban  —  Wehingeü 


Urban  VI  Pabst  7.  14.  16.  38.  62.  97. 
Urbeis  w.  Schlettstadt  612. 
s.  Meszersmit  Clans  — . 
Uri  Schwz.  Canton  164. 
Urich  Geselle  des  Bergknechtes  Andres  Str.  Bürg. 

i.  Lingolsheim  62. 
Urmatt  w.  Molsheim  657. 
Urslingen  Urselingen  =  heutig.  Irslingen  i.  Würtb. 

OA.  Rottweil 
Herzog  Reinolt  von  —  Str.  Söldner  518. 
Uselhanseman  Usel—    Uselhantz    der    scbifkneht 

815.  818.  820.  842.  843. 

Uttenheim  Utenheim  ?  i.  d.  Nähe  v.  Speier  260. 
306.  446.  491. 
Hans  von  —  z.  Eosheim  (w.  Erstein)  Edelknecht 

75. 

« 
Utrecht  Utrecht  Trayacensis  ecclesia 

Bistum    310.  455.  459.  460.  461.  465.  467.  468. 

469.  470. 
Bischof 
Florenz  455  Anmerk. 

Friedrich  (früher  Str.  Bischof  s.  a.  dort)  Er- 
wählter 470.  488.  489.  706.  860. 


V  s.  F. 
W. 


Wachenheim  Wachinheim  (welches?  i.  Rheinhessen 
od.  i.  Pfalz.) 
Heinrich  von  —  536.  797. 
Trüschel  von  —  36.  38.  s.  a.  Rotenburg. 
Wagener  Bückelin  —  der  wagnerkneht  von  Rinowe 

740. 
Wahsichen  s.  Wasgau  Vogesen. 
Wahzicher  Wahsicher  s.  Wasicher. 
Waldaffen  =  Ober-  u.  Nieder  Walluf  a.  Rhein  n.ö. 

Eltville  312. 
Waldburg 

Heinrich  Truchsess  von  —  163.  164. 
Waldeck  welches?  609. 
Grafen  von  —  789. 

s.  Bosse  Herman  —  Edelknecht  von  — . 
Waldener 
Heinrich  von  —  49. 
Herman  von  —  49. 
Wilhelm  von  —  49. 
Waldertheim  — heimer  — haimer  Georg  —  Städte- 
bote von  Mainz  194.  205.  217. 
Waldkirch  Waltkilch  n.ö.  Freiburg  i.  Br.  248.  249. 
Waldstädte  Walstette  die  Schweizer  —  117.  120. 
150.    157.  158.  159.  168.  171.  174.  217.  222. 
262. 
Walen  Walhen  Walchen  Walich  Welschen  58.  (Vas- 
cones  97)   106.    110.  113.  121.  123.  203.  627. 
648.  654. 
s.  Grünes  Friedrich  Walich  von  — . 
welsche  Land  das  —  214.  655. 
Walf  Valfe  Valwe  w.  Erstein  830. 
Henselin  von  —  der  kuffer  830. 
Walheim  (welches?) 

Grafen  von  —  153. 
Wallenbösze  Zant  von  —  641. 
s.  Walpnrgen  Kloster  b.  Hagenau  s.  dort. 


Waise  Friedrich  von  —  der  hofemeister  530. 
Walstette?  Dorf  unterhalb  d.  Dagsburg  273. 
Waltenheim  sü.ö.  Hochfelden  334. 

Heinrich  von  —  gen.  von  Mülnhusen  334. 
Walther 

ung.  Meister  —  Falkner  d.  H.  v.  Bitsch  722 

ung.  von  Ulme  der  gantener  215. 

Lienhart  —  811. 
Waltherlin  Str.  Bote  174. 
Waltmanshusen  Johann  von  —  177. 
Waltstestte  s.  Waldstädte. 
Wandersieben  Wandisleib  b.  Erfurt 

Gregor  von  —  39. 
Wandisleibin  s.  Wandersieben. 
Wanfrisdorf  der  schütze  von  —  Str.  Söldner  522. 
Wangen  ö.  Wasselnheim  17.  21.  64.  431.  433. 

Adelheid  (von  Geroldseck)  Frau  zu  —  168. 

Burkart  von  —  den  man  sprichet  Altdorff  865. 
s.  Honburg. 

Eberhard  von  —  Hauptmann  166. 

Härtung  von  —  683. 

Heintze  —  der  wagenerkneht  von  Ehenheim  740. 

Hug  von  —  71.  758. 
Wannenmacher  Richard  —  820.  845. 
Warmessen  Gylet  von  —  Str.  Söldner  521. 
Warmunt  475.  476.  s.  Wermut. 
Warsberg 

Hans  von  —  Str.  Söldner  518. 

Gürtdenhengest  von  —  Str.  Söldner  518. 
Wartenberg  Wartemberg  i.  Böhmen 

Egloff  von  —  Hofrichter  zu  Rottweil  761. 

Johann  von  —  Ritter  191. 

Peter  von  —  königl.  Rat  9. 
Wasenburg  b.  Niederbronn  Kr.  Hagenau  743.  746. 

751. 
Wasenecke  Str.  Oertlichkeit  s.  Str. 

ung.  —  der  junge  der  tragekneht  825.  830. 
s.  Sncherhenselin. 
s.  Spitzkopf  de  — 
Wasgen  s.  Vogesen. 
Wasicher  Wassicher  Wahsicher  Wahszicher 

Hans  —  146. 

Heinrich  —  262.  264.  265. 

Philipp  -  146. 

Rufelin  —  v.  d.  schiflüten  388.  507.  513.  666. 

Walter  —  Ammeister  2.  3.  48.  Str.  Städtebote 
77.    78.    93.    146.    161.   437.   513.    Vetter  des 
Rftfelin  666. 
Wasselnheim  Waszelnheim  n.w.  Str.  177.  435. 

Dietrich  von  —  Jnuker  551.  722.  723.  734. 

Hans  Johans  von  —  Ritter  Vetter  des  vorig, 
const.  z.  Münster  384.  390.  405.  411.  551.  736. 
816. 

Rudolf  von  —  569. 
Weber 

Cuntzelinus  —  846. 

Ennelina  —  uxor  Cuntzelini  846. 

Johannes  —  filius  Cuntzelini  846. 
Weckelin  330. 

Wecker  Simon  gen.  —  s.  Zweibrücken. 
Weckerin  Eilsa  —  812. 

Weckerle  Hans  —  von  Kempten  Str.  Söldner  5 19 
Weckerlin  212. 

Weckes  Jeckelin  —  Str.  Söldner  518. 
Wehingen 

Berthold  —  sartor  819. 

Reinhard  von  —   oester.   Landvogt  369. 


Weibe  —  Wetelsheim 


919 


Weibe  Jacob  —  Bürger  von  Frankfurt  281. 
Weidehofcr  der  —  887. 

Weyoraheira  Wihersheim  z(lm  turne  sü.ö.  Brumath 

360.  414. 
Weil^Wile  i.  Dargowe  i.  Thurgau  17.  21.  61. 
Weil  Wyle  i.  Würt.   17.  21.  64.  111.  227. 
Weilburg  Weyelnbarg  i.  pr.  Bog.  Bez.  Wiesbaden 

Amtmann  zn  —  s.  Sickingen  Martin  — . 
Weinsberg  Wirisperg  Winesperg  i.  Würt.   17     21 
64.  236. 
der  von  —  135.  606.  701. 
Engelhard   von   —    Landvogt  i.  Schwaben  458 
524.    530.   544.   583.   599.  616.  617.  696.  806 
862. 
Peter  —  Gesandter  v.  Worms  205. 
Weyse  Geylfart  —  ein  Edelknecht  559. 
Weyskle  Wiskle 

Heinrich    —    Gesandter   des   König   Bichard  v. 
England  204.  242.  364. 
Weisscnbuvg     Weiszem—     Wissem—     Wyssem— 
Wizzen—    Wiyssenburg   i.  Elsass.    10.  11.  12. 
14.  20.  21.  29.  30.  34.  36.  46.  48.  50.  51.  52. 
56.  64.   67.    85.    86.    104.  106.  113.  120.   152. 
159.    165.    172.    192.  193.  217.  218.  222.  238. 
242.    249.    260.  261.  275.  279    281.  284.  349 
528.  605.  712.  719.  723.  736.  774.  805. 
der  Stadtschreiber  von  —  s.  Niclaus. 
Vogt  zu  —  s.  Wickersheim  Volmar  von  — . 
Kloster 

Abt  20.  67. 
Cleselin  de   —  textor  847.    s.  Wingersheim  s. 

Decker. 
8.  Bogener  Jeckel  — . 
s.  Behtembach  Heinrich  — . 
Weissenburg  i.  Franken  68. 

s.  Edelman  Hans  — . 
Weiszeman 
Anna  —  uxor  Henselini  809. 
Henselinus  dictus  —  809. 
Weisze  s.  Wisse 
Weiszorn  Wiszorn   s.   Zorn   Johans   —   gen.  der 

wisse. 
Weitenmühl  Weytenmül  Witen—  Witten—  Wyten- 
mülen  — mülu  (i.  Böhmen) 
Dietrich    von   —   Sohn  des    Styslaw   195.  555. 
556.    Landvogt    701.    707    Anmerk.  712.  719. 
723.  729.   730.  744.  746.  748.  750.   757.    760, 
767.   790    795.  804. 
Flacheneck  von  —  s.  Wlachinco. 
Hynasco  von  —  317.  376. 
Martin  von  —  558. 

Stislaw  Stislaus  von  —  Bitter  27.  28.  89.  Land- 
vogt 195.   197.   201.   206.  207.  286.  288.  304. 
305.  517.  556.  708.  757.  759.  760.  8MS. 
Wlachinco  Flacheneck    von  —  Vetter  des  Stis- 
law 123.  195.  356.  517.  547.  556. 
Zebisohe  von  —  859. 
Weldel  von  Hagenau  s.  Schotte. 
Wellen  Peterman  zu  der  —  827. 
Welschen  s.  Walen. 
Welschland  214.  655.  854.  s.  Walen. 
Wcnzol    König   von   Böhmen  Deutscher  König  8. 
5.  6.  7.  8.    13.    16.  19.  20.  25.  29.  30.  36.  37. 
39.  45.  51.  53.  55.  58.  59.  65.  67.  73.  84.  89. 
97.  101.  113.  114.  118.  121.  122.  124.  125.   127. 
130.    132.    135.   137.  138.  141.  142.   146.   1.1. 
155.    156.    157.    159.   162.  168.   169.  171.  179. 
•       189.  194.  198.  204.  206.  207.  209.  219.  220.  221. 
242.  243  249.  250.  251.  253.  254.  261.  273.  274. 


275.  277.   278.  279.  280.  288.  289.  290.  298 

301.  302.   306.    307.  308   315.  316.  317.  322 

327.  328.    329.    .(32.  335.  342.  343.  348.  350. 

352.  355.   358.    360.   361.  862.  364.  365.  367 

370.  373.    374.   875.   394.  395.  397.  400.  401. 

402.  403.    406.   413.  434.  437.  439.  440.  442. 

443.  449.   460.   454.  465.  463.  464.  466.  468 

471.  487.    499.    501.  502.  503.  504.  516.  517. 

522.  523.  526.  637.  538.  539.  540.  541.  545 

548.  560.   555.   558.    559.  560.  564.  565.  567 
570.  572.  574.  575.  581.  583.  584.  589.  690  597 

598.  606.    608.    611.   616.    617.  618.  620  622 

630.  645.    659.   678.  679.  683.  685.  692    693 

701.  702.    706.  707.    708.  709.  712.  718.  723. 

725.  730.    742.    744.  745.  746.  754.  759.  761. 

764.  767.    774.   775.  778.  781.  786.  786.  787. 

788.  790.   791.    793.  795.  796.  799.  802.  807. 
856. 

Gemahlin  des  Kg.  Wenzel  598. 

Schwester  desselben  Margaretha  16. 
Wepfeiraan  Hans  —  von  Barr  334.  335. 
Wepflar  Wepphelor  a.  Wetzlar. 
Werberin  die  —  Str.  Bürgerin  323. 
Werde  s.  Wörth. 

Werdenberg  Werdemberg  Ct.  s.  Gallen  i.  Schweiz 
Grafen  von  — 
ungen.  Vogt  zu  Bernstein  207. 
Albrecht  Herr  zu  Bludenz  142. 
Johann  468. 
Werder 
Hans  —  gerber  i.  Str.  563. 
Johannes  —  von  Esslingen  kaiserl.  Notar  i.  Str. 
7.  545.  546.  795. 

Wergraeister  Lawelin  —  810.  841. 
Werlin 

ung.  —  zum  güldin  schoffe   v.   d.  saltzmittern 
313.  389. 

Heinrich  —  der  vogeler  833. 

Jüntelin  —  seine  Tochter  833. 

Lawelin  —  der  totengreber  848. 
Wermunt  (s.  a.  Warmunt)  St.  Bürger  478. 
Wem  her 

bisch.  Str.  Schreiber  425. 

Schreiber  des  Truchsess  von  Hefingen  778. 

s.  a.  Spatzinger. 

Wernersberg  Wernhersberg  i.  Pfalz  b.  Annweiler 

188. 

Wertheim  i.  Baden  a.  Tauber 

Johann  Graf  von  —  158. 
Wesel  45.  279.  327. 
Westerburg  i.  Nassau  n.w.  Hadamar 

Beinhart  Herr  zu  —  754. 

Sifrit  von  —  u.  Herr  zu  Schauenbure  165.  177 
193. 
Westerstetten  i.  Würtb.  b.  Dlm 

Hans  Schach  von  —  Str.  Söldner  619. 
Westfälisches  Gericht 

das  heimliche  —  864, 
Wosthausen  — hus  n.ö.  Mauersmünster  651. 

Claus  von  —  133.  const.  z.  S.  Thomas  379.  393. 

Westhofen    — hoven    sü.    Wasselnheim   421.  422 
483.  112. 

Cftnin  Hans  von  —  const.  i.  Spettergasse  378. 

s.  Stahel  Friedrich  —  von  — 
VVcsthus  s.  Westhausen. 
Westminster  Westmonasterium   154. 
Westrioh  der  —  657.  658.  670.  687. 
Wetelsheim  8.  Wettolsheim. 


VI. 


116 


920 


Wetterau  —  Winterthur 


Wetterau  Wetreibe  20.  23 

Landvogt  von  der  —  20.  66.  67. 
«   Nassau  Rupr.  Graf  von  — . 

Städte  "der  -  29.  45.  68.  125.  173.  274.  277. 
281.  353.  789. 
Wettingen  daz  kloster  by  Baden  i.  Schweiz  163. 
Wettolsheirn  Wetelsheim  sü.w.  Colmar 

Hans  von  —  49. 
Wetze  der  gremper  582. 
Wetzel 

Erhart  der  -  Bürger  v.  Rottweil  707. 

Grede   frowe    —    Mutter    des    Walter  V61tsche 

380.  .       .  l    .   o 

Heitzeman    —    Ritter   72.   juncher   const.  z.  fc>. 

Thomas  379.  393.  474.  509. 
Johann  -  Cantor  z.  S.  Thomas  37o. 
Marsilis  Marsilius  -  miles   71.  mag.  201.  207 
Wetzeis  sun  Marsilius  Str.  Söldner  324.  const. 
z    S    Thomas  379.  393.  394.  512.  665.  7o7. 
Reinbolt   -   183.  mag.  312.  319.  320.  const.  z. 
S    Thomas  379.  393.  394.  mag.  567.  068.  569. 
const.   z.  S.    Thomas    508.    509.   const.  z    S. 
Peter  511.  mag.  572.  573.  688.  768.  mag.  814. 
819.  822.  828.  732.  842.  845. 
Symunt  —  269.  const.  z.  Münster  384.  390.  391. 
Wetzlar  Wappnare  Wesphlar  Wetzpflor  a.  cL  Lahn 
20   45    61.  64.  67.  85.  86.  104.  113.  117.  120. 
123.    125.   131.   135.  136.  150.  153.  154.  156. 
173.  176.  205.  261. 
Juden  —  von  154.  173. 
Wich  (?  =  Vic  i.  Lothr.) 

Gan  von  —  Bogener  Str.  Söldner  522. 
Wichingen  Fritsche  von  —  Str.  Söldner  519. 
Wicke  Johann  —  ein  genwer  Str.  Söldner  521. 
Wickersheim  (?  =  dem  eingegang.  Illwickersheim 
sü.  Str.  oderW.  n.w.  Hochfelden  oder  Breuscn- 
wickersheim  b.  Str. 
das  hus  zu  —  419. 
der  schaffner  von  —  423. 
der  von  —  394. 

Cftnrat  —  juncher  const.  a.  Holwige  38b. 
Hanneman  —  const.  a.  Holwige   386.  392.  513. 
Hans  von  —  588.  775. 

Johans  von   —   Vater  des  Hanneman  174.  1  ib. 
258.   const.  a.  Holwige  386.    ritter  391.   392. 
509.  757.  mag.  840. 
Ludwig    von   —  Vogt  zu  Molsheim  300.  const. 
a.   Holwige    386.    388.    const.    i.    Oberstrasse 
512.  829. 
Volmar    von    —    Landvogt    i.  Elsass    137.  155. 
Vogt    zu   Weissen  bürg    286.    295.    327.    329. 
335.  349.  365.  376.    468.    der   alte    Landvogt 
528.  541.  684.  719.  757.  758.  760.  761. 
Wide  Wilhelm  —  Probst  zu  Aachen  158. 
Widdel    Widdil   Johann    von    —    Frankf.  Bote  i. 

Speyer  217.  242. 
Widemunt  Widdemunt   ?  =   Vaudemont  i.  Frkr. 
Dep.  Meurthe-Moselle 
Graf  von    —   Bruder   des   Herz.  v.  Lothr.  636 
657. 
Widergrün  Widergrin  Anteil  v.  Nesselried  b.  Appen- 
weier  i.  Baden 
Heinrich  de  —  de  Stauffenberg  812. 
Johannes  Heinrich  de  —  de  Stauffenberg  fiater 
812. 
Wien  516.  568.  586.  652. 
Wiedlisbach  Wietlisbach  n.ö.  Solothurn 
Stiglin  Dietsohin  von  —  334, 


Wifersheim  s.  Wiwersheim. 
Wihersheim  zftm  turne  s.  Weyersheim. 
Wikwer  Peter  —  höriger  Mann  165. 
Wil  Rip  von  —  Str.  Söldner  521. 
Wile  Anshelm  von  —  193.  194 
Wilde  der  kannengiesser  840. 
Wildeman  Dine  —  die  varende  tohter  810. 
Wilde"  stein 

Hans  —  der  sniderkneht  845. 

Sifrit  von  —  191. 
Wildesberg  —  perg 

Friedrich  von   —  628. 

Hans  von   -  787.  788. 
s.  Wilhelm  Rittergesellsc-haft  von  —  10.  37.  587. 
s.  Wilhelm  Kreuzgang  zu  —  i.  Str.  s.  Str.  Kirchen. 
Wilhelm 

ung.  Herr  Str.  Gesandter  i.  Mainz  222. 

ung.  der  alte  ammeister  oder  altammeister  217. 
231.  277.  445. 

Götze  —  Str.  Gesandter   175.  182.   altam.  214. 
242.  258.  429.  523.  758. 

Heinzelin  —  513. 

Henselin  —  v.  d.  metzigern  521. 
Wilhelmer  die  —  s.  S.  Wilhelm  Rittergesellschaft 

von  — . 
Wille  zur  —  846. 
Wilstätt  Wilstette  i.  Baden  bei  Kehl  423. 

Wilt  nheim 
Kuntz  von   —   Diener   Raimunds  v.   Ettendorf 
721. 
Wimpfen   Wimphen    17.    21.  64.  152.   236.   279. 

280.  587. 
Windeberg 

Hanneman  von  —  Str.  Söldner  520. 
Sigelman  —  756.  761. 
Windeck    —ecke    Burg 
696.  727. 
Hans  von    —   Diener   d.  Mrkgr.  v.  Baden  551. 

557. 
Hans  Reinbolt   von    —    oder  Reinbolt  von  — 

550.  557. 
Reinhart  von  -  Ritter  678.  711.  726.  734.  807. 
Windsheim  — hain  Winsheim  i.  Mittelfranken  n.w. 

Nürnberg  68.  109.  243.  245. 
Wingen  Georg  von  —  Str.  Söldner  519. 
Wingersheim  sü.ö.  Hochfelden 

Fritscheman  de  —  olim  stipendiarins  821. 
Petermanus  de  —  junior  826.  846. 
Phina    de    —    filia    Cuntzonis   Decker    et  uxor 
Cleselini  de  Weissenburg  839.  847. 
Winheim   Johannes  von   —   Schreiber  des  König 

Ruprecht  799.  806. 
Winmesser  Friedrich  —  816. 
Winrant  von  Metze  der  bogener  Str.  Söldner  521. 
Winsheim  s.  Windsheim. 
Winsperg  — berg  s.  Weinsberg. 
Winstein  Ruine  n.  Niederbronn 
Ostei'tag  von  —  349. 
s.  Schaden  Walter  — . 
Winter  Henselin  —  von  R&ckesingen  s   Rixingen 

641. 
Winterbach  bei  Oberkirch  i.  Baden  s.  Schanenburg. 
Winterthur  — tur  —  dür  i.  Schweiz 
ung.  Bürger  v.  Str.  307. 
Hanneman  —  94. 
Hans  von  —  const    z.  S.  Niclaus  382. 


bei   Bühl  i.   Baden    691. 


Winterthur  —  Wurffeler 


*.m 


Honselin  — Sohn  desLawelin  Hausgenosse  const. 
z.  Mülnatein  381.  const.  i.  Kalbesg.  392.  511. 

Hügelin  —  341. 

Kleinhenselin  de  —  Qeschw.  d.  Münze  94.  const. 
z.  Mülnst.  381. 

Lawelin  von  —  Kleinhenselins  sun   Qeschw.  d. 
Münze  341.   const.  z.  Mülnst.    381.  671.  767. 

Lawelin    —    Bruder    Walthers    341. 

Nicolaus  de  —  junior  (?  =  dem  ersten  Lawelin) 
838.  consul  837.  839. 

Peter  von  —  71.  73.  473.  474. 

Walther  von  —  341.  const.  z.  Mülnst.  381.  392. 
476.  509.  839. 

Walther  von   —  der  junge  Sohn  Walthers  341. 
const.  z.  Mülnst.  381.  const.  i.  Kalbesg.  392. 
Wintertur  zum  Engel 

Cftntzelin  von  —  Str.  Söldner  324. 

Johans  —  Str.  Bürger  73. 
Wintertur  der  Geiler 

Clausman  —  const.  z.  Mülnst.  381. 

Walther  —  const.  z.  Mülnst.  381. 
Wintzlöwe  Hans  von  —  Str.  Söldner  519. 
Winzenheim  Wintzenheim  b.  Str.  oder  Colmar 

Heinrich  von  —  Vogt  im  Breuschthal  636.  649. 
653.  655.  657.  658. 
Wiry  Wilame  —  lothr.  Bitter  633. 
Wirich  Herman  —  const.  z.  Münster  385.  390.  391. 
Wirigsheim  Fritscho  de  —  845. 
Wirtemberg  s.  Württemberg. 
Wirtzeburg  Wirzburg  s.  Würzburg. 
Wischow  Petrus  de  —  621. 
Wisenecke    Heinrich   von    —    Bitter    Diener    des 

Grafen  v.  Würtb.  248. 
Wiskle  s.  Weiskle. 
Wisse  Wisze  Weisze 

Adolf  —  Bürgermeister  von  Frankfurt  156.  216. 
281.  559. 

Arnold  —  von  Schirbele  641. 

Wolf  -  Str.  Söldner  519. 
Wisseier  Burekart  —  Str.  Söldner  521. 
Wissen  Hanseman  —  der  vischer  819.  835. 
Wissenhorn  Walther  von  —  Ammeister  v.  Basel 

248. 
Wissense  Lawelin  —  der  kürsener  837. 
Wissnitz  s.  Wistritz. 
Wistritz  Wissnitz  Busik  von  —  kgl.  Bat  250.  251. 

253. 
Wiszgerwer  Fritsche  —  758.  828. 
Wiszkopf  de  Marley  841. 
Witenmüle  8.  Weitenmühl. 
Wittenheim  n.  Mülhausen  i.  Eis.  46.  47.  49. 

Burekart  von  —  59. 

Hauneman  von  —  437. 
Witzen  Götzeman  —  der  metziger  836. 
Wiwersheim  Wifersheim  n.w.  Str. 

Voltze  von  —  Str.  Küfermeister  214. 
Wogedenhals  Abgesandtor  d.  Stdt.  Str.  n.  Bom  62. 
Wolf 

her  —  723. 

der  Leutpriester  537. 

Heintzoman  —  de  Geraünde  pellifex  843. 
Wolf  der  glissende  s.  Wunncnstein. 
Wolfach  i.  Kinzigthal  129. 
Wölfolin  Heintze  —  der  kürsener  817. 
Wolfolerin  Dina  —  Witwe  von  Lange  Hanneman 
—  846. 


Wolfesberg  — perg 

Ulrich  von  —  Pfleger  zftm  Botenberg  138. 
Wolfesganzen  Wolfganzeu  b.  Neubreisach 

Ulrich  von  —  179. 
Wolfeshanseman  Hanseman   dictus  —  827. 
Wolfeskirchen  Kr.  Zabem 

Heinrich  von  —  641. 
Wolgem&t  Cuntze  —  881. 
Wolfhart  Bischof  v.  Basel 
s.  Basel,  s.  Grenfels. 
Wolhusen  Hanseman  —  v.  d.  metzigern  513. 
Wolkesheim  s.  Wolxheim. 
Wolleben  der  winmesser  847. 
Wolleslaher  Bufelinus  —  819.  843. 
Wöllstadt   (Ober-  u.  Nieder-)  Wulnstad  i    Hessen 

312. 
Wolxheim  Wolkesheim  n.ö.  Molsheim 
ung.  Str.  Bürger  268. 

Heinrich  von  —  const.  z.  S.  Niclaus  382.  390. 
Johann   —  Vater   des  Ueinr.  const.  z.  S.  Nicl. 

382. 
Joseph  —  Sohn  des  Joh.   const  z.  S.  Nicl.  382. 
Wombolt  Heinrich  —   Str.  Söldner  519. 
Wonnenstein  s.  Wunnenstein. 
Wöppelinger  Heintzeman  —   87.  160. 
Worcbeim  s.  Forchheim. 

Worms  Wormesz  — raeze  —  mezze  —  misze  —  msz 
Wurms  Wurmes  W&rmsz  5.  10.  11.  12.  13.  14. 
17.  20.  21.  22.  28.  29.  30  34.  36.  38.  43.  44. 
46.  47.  51.  52.  54.  56.  64.  65.  66.  67.  69.  78. 
79.  80.  81.  83.  84.  85.  86.  99.  104.  105.  106. 
107.  112.  113.  116.  117.  118.  119.  120.  125. 
131.  136.  150.  151.  152.  153.  159.  162.  171. 
172.  173.  174.  176.  192.  194.  197.  198.  199. 
205.  210.  216.  217.  218.  221.  222.  128.  8*4. 
228.  237.  242.  252.  253.  255.  257.  259.  261. 
209.  281.  284.  285.  289.  299.  300.  301.  324. 
353.  366.  369.  404.  482.  527.  559.  697.  617. 
678.  67".  707.  743.  789.  790.  794.  796.  799. 
853.  854.  858. 
Bürgermeister  von  — 

s.  Kemmerer  Diether  — . 
die  Pfaffheit  zu  —  116. 
Hauptmann  des  Kriegsvolk  von  —  s.  Koch. 
Adelheit  junefrowe  von  —  809. 
8.  Becker  Henselin  — . 
s.  Bonn  Brechel  — . 
s.  Dierolff  (Dysolf). 
s.  Kemmerer  von  — . 
s.  Kftnen  Johann  — . 
s.  Sygelman. 
s.  Weinsberg  Peter  — . 
Worms  Bistum 
Bischof  14    20.  132.  150.  171. 
Eckard  122.  151. 
Wörth  Werde   sü.  Erstcin    oder  w.  Hagenau  153. 
419.  442.  769. 
Hanseman  de  —  816. 
Heintzo  de  —  Vater  des  vorigen  816. 
Wunderer  Städtobote  v.  SchletUtadt  524. 
Wulnstad  s    Wöllstadt 
Wunnenstein  Wonnenstein 
der  von  —  564.  570.  571.  573.  589. 
Hans  der  junge  von  — 

Wolf  von  —  der  glissende   519.  558.  660   566. 
568.  582.  587.  692. 

Wurffeler  Ulin  —  von  Hagenau  837. 
s.  a.  Kübel  Dine  — . 


922 


Wurmesz  —  Zorn 


Wurmesz  s.  Worms. 
Wurmser  — sser 
Bernhart  —  651. 
Nicolans  —  827. 
Wursyboy  s.  Swinar  Borsiboy  von  — . 
Wurst  Cftntze  —  Str.  Bürger  624. 
Württemberg    Wirten—    Wirtem—    Wirttemberg 
die    von    —    die    Herren  von   —    93.  197.  234. 

241.  243.  244.  250.  280.  366. 
der  junge  von  —  5. 

Grafen  von  47.  114.  192.  248.  361.  363.  427.  678. 
763. 

Eberhard   36.  37.  38.  77.  124.   171.  214.  320. 
360.  364.  367.  374.  402.  403.  459.  471.  487. 
491.  499.  522.  526.  528.  598.  606.  655.  676. 
730.  737. 
Ulrich  87.  193. 
Wurtzer  Hanse  man  —  murarius  841. 
Würzburg   Wirze—   Wurtzeburg   77.  78.  93.  109. 
192.  198.  231.  616.  683.  740.  747.  856.  857. 
s.  Oberlin  Kilian  — . 
Würzburg  Bistum 
Bischof  5.  77.  124.  157.  243.  279.  491.  596. 
Gerhard  171.  369.  856. 
Wust  Peter  -  von  Kainel  Str.  Söldner  519. 


Zabern  n.w.  Str.  50.  57.  104.  121.  123.  124.  127. 

200.   203.    208.    297.  300.  325.  415.  419.  510. 

586.   608   Anmerk.   643.    644.    649.  678.  764. 

788. 
das  bischöfl.  Amt  —  593. 
dier  bischöfl.  Schaffner  zu  —  735. 

s.  Schö  imetzi^er. 
das  bischöfl.  Schloss  in  —  208. 
der  Schultheiss  von   —  687. 

s.  Dünne  Gerhard  — . 

s.  Lützelburg  Egenolf  von  — . 
der  bischöfl.  Vogt  zn  —  544. 
die  Weber  von  —  308. 
s.  Nase  Hans  von  — . 
s.  Oler  Nicolaus  — . 
s.  Seslerer. 
s.  Sin  nde. 
Zaberner  Bürger  v.  Schlettstadt  537. 
Zebrak   zw.  Prag   u.  Pilsen  =  d.  alte  Betlern  s. 

dort. 
Zeheleder  Georg  —  784. 

Zeiger  Andreas  —  Bote  des  Borsiboy  von  Swinar 

488. 
Zeinheim  n.w.  Str. 

Jo..ans  von  —  Wollschlägermstr.  24. 
Zeinsikeim  Zeinszkeim  Zeissekeim  ?  =  Zeiskain 
i.  Pfalz  b.  Germersheim 
Heinrich  von  —  Str.  Söldner  519. 
Rudolf  von  —  der  Probst   Beichtiger   des  Kg. 

Ruprecht  796. 
Sigmund  von  —  Str.  Söldner  519. 
Zellehans  Johans  —  her  der  schaffneer  ein  pfaffe 
382. 

Zellenberg    Zellemberg    sü.  Rappoltsw.    256.  415. 

501. 
Zelter  Hans  —  bad.  Kammerkneht  721. 
Zenn  Zenne  i.  Baiern  b.  Fürth  275. 
Ziboll  Jacob  —  Bürgermeister  v.  Basel  216.  247. 


Ziegler  Claus  —  742. 

Zimberman  Henselin   —    ein   Wagnerknecht    von 

Scherzheim  416. 
Zimmerman  Heintz  —  Knecht  416. 
Zipperer  Johans  —  Bürger  von  Hagenau  S7& 
Zit  Zyt  Zijd  Ziit  Heinrich  von  der  —  Städtebote 
von  Friedberg   (nicht  von  Hagenau,  daher  S. 
216    die  Interpunktion    zu  ändern)  205.  216. 
217.  222.  224.  242. 
Zofingen  i.  d.  Schweiz  518. 

s.  Teschelin  Jeckelin  von  — . 
Zoller 

Hans  —  von  Düppigheim. 
Lawelin  —  carnifex  825. 
Zollern  Zoller  Zolr  Zolre  Hohen-Zollern 
s.  a.  Nürnberg  Burggraf  von  — . 
Grafen  von  — 
Friedrich  Fritz  227.  677. 
Hans  —  von  Tübingen  623. 
Johann   —  Burggraf  von  Nürnberg  16. 
Zorn  Nebenfluss  des  Rheins  i.  Eis.  722. 
Zorn  Zörnelin 

die  Zorne  640.  767. 

Clein-Zörnelin  const.  z.  S.  Niclaus  382.  390. 

Berthold  Behtolt  —  219.  ritter  const.  z.  Münster 

390.  509.  511.  667. 
Berthold  —  der  ältere  544  mag.  564  Anmerk. 

596.  mag.  821. 
Claus  —  322  const.  z.  S.  Peter  383.  391. 

seine  Witwe  s.  Richenstein  Anna  — . 
Diebolt  —  juncher  const.  z.  Peter  384.  393.  394. 
Erhard  -  241.  const.  z.  S.  Peter  608.  509. 
Gertrud  —  Mutter  des  Heinr.  v.  Mülnheim  589. 
Hans  —  const.  z.  Münster  508.  509.  511. 
Heinrich  —  const.  z.  Mülnstein   380.    const.  z. 

Münster  380. 
Hügelin  —  323.  const.  i.  Spetterg.  Hug  Zornes 
seligen    sun    378.    const.    z     Mülnstein    380. 
const.  i   Kalbesg.  391.  Hug's  sun  393.  665. 
Johans  —  der  höptraan  323  const.  z.  Mülnstein 

380. 
Johans  —  gen.  der    wisse    (Wiszzorn)    38.    39. 
mag.  269.  270.  274.  Str.  Gesandter  327.  329. 
const.    z.  S.  Peter   384.    393.   511.   419.  Ver- 
bannter 617.  618.  mag.  811.  841. 
Zorn  Zörnelin  von  Bulach 

ung.  Ritter  const.  i.  Spetterg.  268.  378.  393.  394. 
des  Bftlach  hus  i.  Durbach  272.  299.  433. 
Adam  —  393    const.   z.  S.  Peter  510.    Gefang. 

d.  Sultan  Bajesid  667. 
Claus  —  mag.  442.  564.  i.  Osthusen  651.  mag. 

819.  844. 
Claus  —  (jungzorn)  446.  824. 
Johans  —  Ritter  71.  mag.  220.  221.  houptman 
268.  mag.  809.  810.  840. 
Zorn  von  Eckerich 
Hans  —  const.  i.  Kalbesg.    391.  392.   Gesp.  d. 

const.  z.  S.  Peter  511. 
Johans  —  ~iag.  671.  673.   757.  821.  823.  845. 

846.  862. 
Heinrich    —   Bruder  von   Hans  const.  i.  Kal- 
besg. 391.  392.  Gefang.  d.  Sultans  Bajesid  667. 
Zorn  Heilant 

Hüfeelin  —  const.  i.  Kalbesg.  391. 
Zorn  gen.  Lappe 
Ciaus  —  const.  z.  Mülnstein  380.  419. 
Johans  —  mag.  2.  9. 
Zorn  von  S.  Peter  8.  Zorn  Diebolt  — . 
Zorn  uff  Rinecke 
Reinbolt  —  const.  i.  Spetterg.  378.  393. 


Zorn  —  Zwingenberg 


038 


Zorn  gen.  Schultheiss 
Berthold  —  mag.  152. 
Bertliold    —    hern    Zorn    Schnitt),    seligen  sun 

const.  z.  S.  Peter  510.  511. 
Claus  —  const.  z.  S.  Peter  391. 
Lienhart  Leonhart  -  mag.  75.  76.  96.  327.  343. 
348.   349.   360.  coiut.    z.  S.  Peter  383.  mag. 
887.   388.    709.   712.  724.  757.  816.  817.  842. 
843.  844.  846.  863.  864. 
Reinbolt  —  Sohn  des  Lienhart  842. 
Zorn    der  wisse  Wiszorn    s.  Zorn   Johans   —  der 

wisse. 
Zschechtelon  s.  Chatillon. 

Zubeler  der  alte  Jeckelin  Jacob  —  küfer  25.  214. 
215. 

Zuckmantel  Zackemantel 
ung.  der  elter  295. 
Hanneman  —  Str.  Söldner  520. 
Johans  —   Ritter  622. 

Zug  i.  Schweiz  147.  149.  163.  165.  168.  169. 

das  Amt  —  147.  149.  164. 
Zulphen  s.  Zülpich. 
Zülpich  Zulphen  363. 
Zftrgadmerin  die  —  27. 

Zürich  Zörch  Zürich  117.  147.  148.  149.  150.  159. 
162.  164.  165.  166.  167.  369. 

s.  Sieher  Rudolf  — . 


fillin  Dlrich  von  —  der  Schuhmacher  70.  563. 
Ulrich  de  —  pellifex  847. 
Zurzach  i.  Aargaa  728. 
Zweibrücken  Zweinbruggen  —  bruggen  275. 
Grafen   von    —    u.  Herren  zu  Ritsch    812.    vgl. 
Bitsch. 
Eberhard  208. 
Elisa  von  Veldenz  741. 
Friedrich  312.  313.   536.  680.   669.   748.   750. 

758.  760.  vgl.  Bitsch. 
Hanneman  Bruder  von  Fricdr.  276.  277.  312. 
313.  830.  636.  669.  gen.  Wecker  692.   748. 
750.  766.  758.  761. 
Hanneman    —    Sohn   des  vorigen   312.   318. 

vgl.  Bitsch. 
Hans  845. 

Heinrich  Bruder  v.  Fricdr.  u.  Hanneman  273. 
312.  313.  325.  608.  610.  660.  755.  757.  759. 
760.  764.  765.  766. 
Symund  gen.  Wecker  147.  276.  312.  313.  330. 
333.  351.  580.  608.   Landvogt  i   Eis    611. 
669.  692.  749.  760.  vgl.  Bitsch  758.   760. 
Sy,. .und    Sohn    des     vorigen    312.   313.    vgl. 
Bitsch. 
Zweibrücken 

Schilling  de  —  813. 
Zwiler  Berne  —  667. 
Zwingenberg  Twingenberg   a.  d.  Bergstrasse  312. 


Universitäts-Buchdruckerei  von  J.  H.  Ed.  Heitz  (Heitz  &  Mündel),  Strassburg. 


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UNIVERSITY  OF  TORONTO  LIBRARY 


DD 
901 
S82A5 
1879 

Abt.l 
Bd.6 


Strassburg,  Ger. 

Urkunden  und  Akten